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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 26.01.2020

  • 00:05 Uhr

    Zeugen sterben, Dinge erinnern
    Eine Lange Nacht über die Habseligkeiten von Auschwitz
    Von Maria Ossowski
    Regie: Thomas Wolfertz

    Die Nationalsozialisten haben nicht nur die Juden Europas physisch vernichtet, sie wollten auch jede Erinnerung an ihre Opfer auslöschen. Kein Zeugnis sollte bleiben: keine Namen, keine Orte, keine Instrumente, keine Kleider, keine Schuhe, keine Schriften, keine Koffer, keine Zeichnungen... Es ist ihnen nicht gelungen. Tausende letzte Habseligkeiten ließen die Ermordeten in Auschwitz zurück. Diese Dinge lagern seit 75 Jahren im dortigen Museum und in Depots und bezeugen das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte. 18 junge Konservatorinnen und Konservatoren in modernen Werkstätten auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers bemühen sich, alles zu bewahren, was sonst längst zerfallen wäre. Leder zerbröckelt, Haare lösen sich auf, Papier verblasst ohne professionellen Erhalt. Wir haben diese Werkstätten zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers besucht und gefragt, wie authentisch konservierte Gegenstände erzählen können und wer sie mitgenommen hatte auf die letzte Reise - und wir haben für die Lange Nacht die letzten, hochbetagten Auschwitzüberlebenden in Israel besucht.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    a cappella Festival Leipzig 2019

    Werke von Thomas Tallis, Hieronymus Praetorius, Hubert Parry und anderen

    Voces 8

    Aufnahme vom 30.4.2019 aus der Michaeliskirche Leipzig

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Pierre Boulez
    Sonate für Klavier Nr. 2

    Dimitri Vassilakis, Klavier

  • 06:10 Uhr

    Francisco Guerrero der Ältere
    'Quae est ista'. Motette zu 4 Stimmen
    New York Polyphony

    Christoph Graupner
    'Was Gott thut das ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille'. Kantate zum 3. Sonntag nach Epiphanias für 4 Solisten, Streicher und Basso continuo, GWV 1114/30
    Andrea Lauren Brown, Sopran
    Kai Wessel, Countertenor
    Georg Poplutz, Tenor
    Dominik Wörner, Bass
    Kirchheimer BachConsort
    Leitung: Sirkka-Liisa Kaakinen-Pilch

    Christoph Wolfgang Druckenmüller
    Konzert für Orgel solo D-Dur
    Manuel Tomadin, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    'Herr, wie du willt, so schick's mit mir'. Kantate zum 3. Sonntag nach Epiphanias für Soli, Chor und Orchester, BWV 73
    Susanne Frei, Sopran
    Makoto Sakurada, Tenor
    Markus Volpert, Bass
    Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung
    Leitung: Rudolf Lutz

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Menschenhaar und tausend Koffer - Ein Besuch bei den Konservatoren von Auschwitz

    Brexit: It's done! Ein Interview mit dem Literaturwissenschaftler Nicholas Boyle

    Auschwitz erinnern - Ein Interview mit Peter Kleinmann, Enkel und Sohn von Auschwitz-Opfern

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Kochende Wut und nackte Angst. Vom Umgang mit negativen Gefühlen
    Von Elena Griepentrog
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 225 Jahren: Der Komponist Johann Christoph Friedrich Bach gestorben

  • 09:30 Uhr

    Weltmacht Scham
    Von Martin Zeyn

    „Je dicker du bist, desto kleiner wird deine Welt“, schreibt die Autorin Roxane Gay, 1,91 groß und über 261 Kilo schwer. Schwul zu sein ist okay, aber fett zu sein? Das lässt sie buchstäblich verschwinden. Roxane Gay will sich allerdings nicht mehr schämen. Es gibt so etwas wie eine Scham-Industrie, sie besteht unter anderem aus Instagram und Diätprodukten. Die Scham-Industrie behauptet, in jedem gebe es einen Körper, den er nur freilegen müsse. Sei es durch Ernährungsumstellung - oder Bildbearbeitung. Und auch wer es besser weiß, folgt diesen Maximen. Auf das Scheitern folgt die Scham. Die Scham, an sich selbst gescheitert zu sein. Gleichzeitig gibt es eine schwache Gegenbewegung: fat positivity und Handydiät. Menschen versuchen, sich nicht mehr einem Diktat zu beugen, das für die allermeisten ohnehin unerreichbar ist. Vielleicht geht ja die Epoche des „Imperialismus der Jugend und des schönen Körpers“ (Christian Maurel) bald zu Ende? Vielleicht gehört die Weltmacht Scham eines Tages der Vergangenheit an?

    Martin Zeyn, geboren 1964, ist Leiter des Nachtstudios im Bayerischen Rundfunk und lebt in München. Er hat über 20 Radioessays zu Kunst, Popkultur und Philosophie geschrieben.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Reformierten Kirche Windisch
    Predigt: Pfarrer Peter Weigl-Schatzmann
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    „Hässlich, aber charmant“
    Die Europäische Kulturhauptstadt Rijeka

    Klimafreundlich in den Schnee
    Winterritt in Schwedisch Lappland

    Narrentag in Überlingen
    Der „Historische Viererbund“ und seine Geschichte

    Auf alten Routen durch Ohio
    Mit Kaltblutpferden unterwegs am Ohio-Erie-Kanal

    Winterfreude ohne Ski
    Impressionen aus dem Berchtesgadener Land

    Am Mikrofon: Antje Allroggen

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Klimaforscher Hans von Storch im Gespräch mit Michael Langer

    Hans von Storch zählt zu den renommiertesten Klimaforschern und Meteorologen nicht nur hierzulande, sondern auch weltweit. 2019 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für seine Forschung und sein gesellschaftliches Engagement.
    Hans von Storch, 1949 auf Föhr geboren, war bis Ende 2015 Direktor des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht und ist Professor em. an der Universität Hamburg. Er war an Berichten des Weltklimarates IPCC beteiligt. Zudem ist er Mitbegründer des ersten Exzellenzclusters zur Klimaforschung an der Universität Hamburg. Im September 2019 bekam er das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, weil er wesentlich zum Wissen über den Klimawandel beigetragen hat. Seit seiner Pensionierung arbeitet Hans von Storch als Editor-in-Chief der Oxford University Press Research Encyclopedia Climate Science sowie als Gastprofessor an der Ocean University of China (Qingdao).

  • 15:05 Uhr

    Pillen, Strand und stabile Hatesongs
    Die Cigaretten aus Hamburg
    Von Anja Buchmann

    „Zu Beginn der Erzählung werden die einjährigen Cigaretten bei ihren letzten noch lebenden Verwandten vor der Haustür abgelegt. Ihre Eltern sind kurz zuvor vom mächtigsten schwarzen Magier getötet worden …“ - so beginnt der Steckbrief des Hamburger Duos Die Cigaretten auf ihrer Facebookseite. Eins ist klar: Seriosität gehört nicht zu ihren obersten Prämissen und sie pflegen das Image des Skurril-Geheimnisvollen - ihre energiereiche Musik betreiben sie aber doch mit Nachdruck und Ernsthaftigkeit. 2018 haben sie ihre erste EP veröffentlicht, Ende 2019 folgte das Debütalbum: Schnörkellose Tracks zwischen Punk, Garage und Pop mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang und die Songtexte von ,Stabiler Hate Song’, ,Pillen’ oder ,(ein Song called) Stuckrad-Barre’ zeugen von einem speziellen Humor.

  • 16:10 Uhr

    Ali Smith: 'Herbst'
    Aus dem Englischen von Silvia Morawetz
    (Luchterhand Verlag, München)

    Am Mikrofon: Hubert Winkels

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Self-Imposed Isolation
    Die Folgen des Brexit für Wissenschaft und Forschung?

    Was bedeutet der EU-Austritt Großbritanniens am 31. Januar 2020 für die Wissenschaft auf der Insel? Unter welchen Druck geraten die britischen Universitäten in den nächsten Monaten und Jahren? Fest steht: Fördermittel aus Brüssel beispielsweise dürften schwieriger zu bekommen sein.
    Premierminister Boris Johnson hat versprochen, dass die britische Regierung mögliche Ausfälle ersetzt. Aber: kann man dieser Zusage vertrauen? Wird der wissenschaftliche Standort England durch den EU-Austritt wirklich an Attraktivität verlieren?
    Die Frage ist auch, was nach dem EU-Austritt mit EU-finanzierten Projekten und Forschungskooperationen geschieht.
    Britische Universitäten strecken deshalb verstärkt ihre Fühler zu Universitäten und Forschungsorganisationen auf dem Festland aus. Und deutsche Universitäten die nutzen die Gunst der Stunde, um Allianzen zwischen britischen und deutschen Forschungseinrichtungen aufzubauen oder zu vertiefen.

    Was der EU-Austritt für die Wissenschaftler und die Universitäten in Großbritannien bedeutet - das ist schwer vorherzusagen. Auswirken wird er sich in jedem Fall. Und vielleicht sogar positiver als orakelt.


    Am Mikrofon: Uli Blumenthal

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    "Eine Musikausbildung sollten wir allen gönnen" - Die Bratschistin und Ernst-von-Siemens-Musikpreisträgerin Tabea Zimmermann im Gespräch mit Maja Ellmenreich

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Tochter der unsterblichen Geliebten? In Regensburg wird Jüri Reinveres Oper "Minona" uraufgeführt

    "Im Dickicht der Städte" - Christopher Rüping inszeniert Brecht an den Münchner Kammerspielen

    Zum 90. Geburtstag - Fotografien von Evelyn Richter im Dresdner Albertinum

    RASA [nach La Bayadère] - Daniel Proietto schreibt die Ballettgeschichte um

    Menschenhaar und tausend Koffer - Besuch bei den Konservatoren von Auschwitz

    Am Mikrofon: Änne Seidel

  • 18:40 Uhr

    Geschichte ohne Zeitzeugen - Neue Wege der Erinnerungskultur (DLF 2019)

  • 19:10 Uhr

    Fußball-Bundesliga, 19. Spieltag:
    SV Werder Bremen - TSG Hoffenheim;
    Bayer 04 Leverkusen - Fortuna Düsseldorf (18:00 Uhr)

    Tennis - Australian Open in Melbourne

    Handball - EM-Finale (16:30 h)
    Die Handball-EM aus internationaler Sicht - Gespräch mit Ólafur Stefánsson

    Leichtathletik - Momodou Sye schnellster Sprinter aus Gambia

    Ski alpin - Weltcup der Männer in Kitzbühel: Slalom
    Ski nordisch - Weltcup Langlauf und Nordische Kombination in Oberstdorf
    Skispringen - Weltcup in Zakopane: Einzelspringen (16:00 h)
    Biathlon - Weltcup in Pokljuka: Massenstarts
    Bob/Skeleton - Weltcup in Königssee

    LSB - Wahl des neuen Präsidenten

    Radsport - Das doppelte Radsportleben von Roger Kluge

    Reitsport - Portrait Trabrennfahrer Heinz Wewering

    Was ist die richtige Altersgrenze für Profifußball?

    Auszug Sportgespräch Holocaust-Gedenktag

    Am Mikrofon: Jessica Sturmberg

  • 20:05 Uhr

    Edifício Copan
    Leben im größten Wohnhaus der Welt
    Von Tom Noga
    Regie: Fabian von Freier
    Produktion: Dlf 2016

    In der brasilianischen Metropole São Paulo steht das größte Wohngebäude der Welt: das Edifício Copan, ersonnen von Oscar Niemeyer, dem Nestor der brasilianischen Architektur. Menschen aller sozioökonomischen Schichten sollten hier leben und sich begegnen. Lange galt dieser Traum als gescheitert. Mit dem Niedergang der brasilianischen Wirtschaft verkam das Zentrum São Paulos und mit ihm das Copan. In den Gängen wurden Drogen verkauft und Überfälle verübt, Wohnungen zu Bordellen umfunktioniert und Treppenhäuser zu Müllhalden. Doch heute hat sich vieles von dem erfüllt, was Niemeyer vorgesehen hatte. Das hat mit Verwalter Affonso Celso Prazeres de Oliveira zu tun, der das Copan mit eiserner Hand regiert. Der Gebäudemanager hat sie alle im Blick, die 1.160 Wohnungen, 32 Etagen und sechs Blöcke. Das Copan hat Ausmaße eines Stadtviertels und daher sogar seine eigene Postleitzahl, als wohl weltweit einziges Gebäude. Es ist privater und öffentlicher Raum zugleich: In den Arkaden im Erdgeschoss befinden sich heute wieder Geschäfte und Gastronomie. Doch ist so eine Wohnmaschine überhaupt beherrschbar?

  • 21:05 Uhr

    4. Raderbergkonzert 2019/2020

    Johann Sebastian Bach
    Italienisches Konzert F-Dur, BWV 971
    Französische Ouvertüre h-Moll, BWV 831

    Charles Valentin Alkan
    Concerto pour piano seul, op. 39 Nr. 8-10

    Schaghajegh Nosrati, Klavier
    Aufnahme vom 14.1.2020 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

    Am Mikrofon: Johannes Jansen

    Beim Namen Charles Valentin Alkan zucken auch gut geschulte Hände gern zurück: so viele Noten! Zehn Finger scheinen da manchmal nicht genug zu sein. Alkan galt schon in jungen Jahren als einer der besten Pianisten seiner Zeit und wurde wie Franz Liszt und Frédéric Chopin, mit denen er befreundet war, zu einem Liebling der Salons. Mit zunehmenden Alter jedoch wandte er sich von dieser Sphäre ab und führte eine beinahe einsiedlerische Existenz. Schon zu Lebzeiten ein Außenseiter, blieb ihm auch der Nachruhm verwehrt. Dass er nicht gänzlich in Vergessenheit geriet, ist das Verdienst einiger weniger Ausnahmepianisten vom Range eines Ferruccio Busoni und, in jüngerer Vergangenheit, Marc-André Hamelin. Schaghajegh Nosrati entdeckt Alkan auf ihre Weise neu. Mit entwaffnender Selbstverständlichkeit und ihrem an der Klavierkunst Johann Sebastian Bachs geschulten Blick legt sie die verborgenen Schönheiten im Werk des vermeintlichen Tastenungeheuers frei.

  • 23:30 Uhr

    Zum Holocaust-Gedenktag: Ausstrahlung einer Podiumsdiskussion aus dem Fußballmuseum in Dortmund :
    Wie geht der Sport mit Antisemitismus um?

    mit Alon Meyer, Makkabi Deutschland, Gundolf Walaschewski, Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW)
    Florian Schubert, Antisemitismus-Forscher,Stephanie Dilba, "Löwen gegen Rechts", und
    Andreas Eberhardt, Vorsitzender Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft

    Moderation: Matthias Friebe