Gesundheit in Geiselhaft -
Was "America first" für Afrika bedeutet
Von Katharina Nickoleit
Als Donald Trump Anfang 2025 die Entwicklungsbehörde USAID auflöst, bedeutet das für die Gesundheitssysteme in Afrika enorme Einschnitte. Seither sind Krankheiten wie HIV, Malaria und Tuberkulose wieder auf dem Vormarsch. Auch Ebola hätte sich im Kongo nicht zu einer so großen Epidemie ausgeweitet, wäre die Basisversorgung nicht so extrem heruntergefahren worden.
Die US-Regierung verkauft die Schließung von USAID damals als Schritt zu mehr Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten. Doch das Gegenteil ist der Fall: Um ihre Gesundheitsversorgung aufrecht erhalten zu können, sind die Länder gezwungen, fragwürdige Deals einzugehen, die zum Teil die Rechte ihrer eignen Bürger verletzen. Ein Abkommen mit Uganda, das verhandelt aber noch nicht beschlossen ist, sieht vor, dass die USA direkten Zugang zu den Gesundheitsdatenbanken bekommen. Im Vergleich zu früher soll knapp 30 Prozent weniger Geld nach Uganda fließen. Während die finanzielle Unterstützung aus Washington maximal fünf Jahre laufen soll, verpflichtet sich Uganda, ihre Gesundheitsdaten bis zu 25 Jahre lang mit den USA zu teilen.
Laborergebnisse, epidemiologische Register, Genomsequenzen und Proben, die während Infektionsausbrüchen gesammelt werden, sind wichtig, um neue Impfstoffe und Medikamente zu entwickeln. Bevorzugten Zugang bekommen die afrikanischen Länder aber im Gegenzug nicht. Und es geht den USA nicht nur um Gesundheitsdaten: In Sambia verlangten sie im Austausch für Medikamente den Zugang zu Kupfer und Kobalt. Haben die afrikanischen Staaten eine Wahl?