Freitag, 21.09.2018
 
Seit 03:30 Uhr Forschung aktuell

Programm: Vor- und Rückschau

Samstag, 16.12.2017
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Mitternachtskrimi

Lazarus Nr. 7 (1/3)
Von Richard Sale
Bearbeitung: Karl Richard Tschon
Regie: Hermann Pfeiffer
Mit Hansjörg Felmy, Ingeborg Engelmann, Günther Neutze, Eric Schildkraut, Arno Assmann, Ingeborg Christiansen, Harald Meister, Bruno Hübner, Gassan Al Bakri, Ronald Stürzebecher, Karl-Heinz Delow und Edgar Hoppe
Musik: Enno Dugend
Produktion: WDR 1966
Länge: 47’35 (mono)
(Teil 2 am 23.12.2017)

„Mein Name ist Mason. Steve Mason. Ich bin weder Polizist noch Privatdetektiv, noch gehöre ich dem FBI an. Ich bin Arzt. Mit Kriminalfällen hab ich nur ein einziges Mal etwas zu tun gehabt ...“
Der Westernheft- und Pulp-Autor Richard Sale (1911-1993) veröffentlichte den Kriminalroman ‚Lazarus #7‘ im Jahr 1942, als auch die Storys von Dashiell Hammett und Raymond Chandler Hochkonjunktur hatten. Inmitten des Zweiten Weltkriegs glaubten die amerikanischen Leser nicht mehr an eine heile Welt; es war an der Zeit, ihre Verlogenheit auffliegen zu lassen. Und welcher Ort hätte sich besser dazu geeignet als die ,Talmi-Stadt' Los Angeles?
Als Drehbuchschreiber und Filmregisseur fand Richard Sale in Hollywood genug Vorbilder für das Personal der Mutual-Filmgesellschaft in seinem Roman: das hübsche Dummchen, das für eine Rolle alles tun würden; den etablierten Star, der alles dafür tun, es zu bleiben; das tumbe Muskelpaket als Leibwächter; den polternden Großproduzenten, der alle für käuflich hält; den Drehbuchautor, der sich am Ende tatsächlich kaufen lässt.
Protzige Villen, wüste Partys, hemmungslose Flirts, Neid, Intrigen, inklusive Erpressung und Mord - da hatten die echten Männer nicht viel Zeit für ‚political correctness‘. Ihr immer noch kolonialherrschaftliches Denken führte denn auch zu so mancher Bemerkung gegenüber Farbigen und Frauen, bei der man heute unweigerlich zusammenzuckt. Vielmehr interessierte damals Autoren und Leser, dass es in dieser durch und durch korrupten Gesellschaft einen Helden gab, wenn auch einen gebrochenen, der sich nicht blenden lässt und nicht nachgibt, bis Unrecht gesühnt ist: einen unbestechlichen, integren Arzt wie Steve Mason. Dessen Detektivarbeit wird flankiert von Richard Sales Serienfigur Daniel Webster vom Police Department in Los Angeles.
Schließlich wartet Sale fast beiläufig mit einer weiteren Figur auf, Dr. Lekro, der nichts Geringerem als dem „größten Geheimnis der Welt“ auf der Spur ist.

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Deutschlandfunk Radionacht

Jazz

"My Favorite Things"
Eine Jahresauswahl von Karsten Mützelfeldt

02:00 Nachrichten 

02:05 Sternzeit 

03:00 Nachrichten 

03:55 Kalenderblatt 

04:00 Nachrichten 

05:00 Nachrichten 

05:30 Nachrichten 

05:35 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

06:00 Uhr

Nachrichten

06:05 Uhr

Kommentar

Ringen um eine neue Regierung II - Mehr SPD wagen

06:10 Uhr

Informationen am Morgen

Berichte, Interviews, Reportagen

06:30 Nachrichten 

06:35 Morgenandacht 

Pfarrerin Melitta Müller-Hansen, München

06:50 Interview 

Niki-Pleite: Steuermillionen weg? - Interview mit Hans Michelbach, CDU

07:00 Nachrichten 

07:05 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

07:15 Interview 

Eindrücke aus Jemen - Gespräch mit Jürgen Todenhöfer, Journalist

07:30 Nachrichten 

07:56 Sport am Morgen 

08:00 Nachrichten 

08:10 Interview 

EU, Osteuropa und die Flüchtlinge - Interview mit Zoltan Balog, Ungarischer Minister

08:30 Nachrichten 

08:35 Börse 

08:47 Sport am Morgen 

08:50 Presseschau 

Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

Am Mikrofon: Christine Heuer

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Kalenderblatt

Vor 75 Jahren: Heinrich Himmler erlässt ein Dekret zur Deportation der Sinti und Roma

09:10 Uhr

Das Wochenendjournal

Es ist fast alles gold, was glänzt - Mit Schatzsuchern auf der Pirsch

Am Mikrofon: Urlich Gineiger

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Klassik-Pop-et cetera

Am Mikrofon: Die Blasmusikgruppe LaBrassBanda

„Habe die Ehre“, rufen sieben virtuose Barfuß-Musiker in Lederhosen. Sie stammen aus dem Chiemgau, singen im Dialekt, spielen laut und in atemberaubender Geschwindigkeit und überraschen mit ihrem neuzeitlichen bayerischen Brauchtum aus Volksmusik, Ska, Techno und Punk zwischen Olympiahalle, Festzelt und Maibaumaufstellen. Anfang 2017 ging LaBrassBanda auf Welttournee, bei der Rückkehr gab es am Münchener Flughafen Gold für die beiden Alben ‚Habedieehre‘ und ‚Europa‘ . Unterwegs vermisst hätten die glorreichen Sieben laut LaBrassBanda-Anführer Stefan Dettl nur den bayerischen Wurstsalat. Der Trompeter vom Richard-Strauß-Konservatorium München ließ sich einst vom Brassband-Trend in New York inspirieren und suchte unter seinen Kommilitonen nach Verbündeten. In der deutschen Vorrunde zum Eurovision Song Contest 2013 ließen die Jungs es bundesweit und medienwirksam zum ersten Mal ordentlich krachen. Mit ihrem eigenwilligen, hoch favorisierten Beitrag ‚Nackert‘ eroberten sie guerillagleich Platz 2. Eine Trio-Delegation sorgt bei ‚Klassik-Pop-et cetera’ für musikalische Vielfalt und spontane Moderation.

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Gesichter Europas

Der Gipfel - Im Maschinenraum des Europäischen Rats
Von Benjamin Dierks

Wenn die Staats- und Regierungschefs beim Europäischen Rat in Brüssel aufeinandertreffen, sollen sie die politische Richtung der EU vorgeben. Manchmal aber schaffen sie es nur, die größten Risse zwischen ihren oft divergenten Positionen zu kitten. Trotz großen Medieninteresses bleiben dabei all jene unsichtbar, die solche Treffen überhaupt möglich machen. Seien es die Diplomaten aus den Mitgliedsstaaten, die den Gipfel in mühsamer Kleinarbeit vorbereiten und bis zuletzt versuchen, die Forderungen der derzeitigen 28 Mitgliedsstaaten in Einklang zu bringen, oder die Beamten des Rats, die den Gipfel koordinieren und immer gewappnet sein müssen, falls die Chefs wieder einmal alles über den Haufen werfen. Was wäre der Gipfel ohne die Sicherheitsdienste, die Fahrer und nicht zuletzt die Küche, die das Abendessen zubereitet, bei dem schon manch wichtiger Entschluss gefallen ist? ‚Gesichter Europas’ werfen einen Blick hinter die Kulissen des Brüsseler Gipfelgeschehens.

12:00 Uhr

Nachrichten

12:10 Uhr

Informationen am Mittag

Berichte, Interviews, Musik

CSU-Parteitag: Mit Doppelspitze raus aus der Krise

Interview mit Wilfried Scharnagl, Ex-Chefredakteur "Bayernkurier", zur CSU

Österreichische rechts-konservative Koalition steht

Flüchtlingsstreit - Verständnis für osteuropäische Blockadehaltung wächst

Tillerson im Sicherheitsrat zu Nordkorea: Gezerre statt Geschlossenheit

Versierte Politikerin mit schwerem Gepäck: Portrait Nkosazana Dlamini-Zuma

Weihnachten im Ausnahmezustand - Christen in der Türkei

Sport

Am Mikrofon: Philipp May

12:50 Internationale Presseschau 

13:00 Uhr

Nachrichten

13:10 Uhr

Themen der Woche

Keine Europäische Einigkeit - Der Brüsseler EU-Gipfel und die Flüchtlinge

Das Ringen um eine neue Regierung (1/2) - Die Union muss umdenken

Ringen um eine neue Regierung II - Mehr SPD wagen

Antisemitismus in Deutschland - Neue Konzepte sind gefragt

Am Mikrofon: Frederik Rother

13:30 Uhr

Eine Welt

Giftgas in Syrien - Rote Linien und die Rolle der UNO

Wer folgt Jacob Zuma? ANC-Parteitag in Südafrika wählt Nachfolger/in

Verschärfen oder lockern? El Salvador diskutiert über Abtreibungsverbot

Ein Land wandert aus - Millionen Nepalesen haben keine Wahl

Am Mikrofon: Andreas Noll

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Campus & Karriere

Das Bildungsmagazin
Muslimischer Antisemitismus
Was kann Schule gegen den Judenhass ausrichten?
'Campus & Karriere' fragt: Was kann, was muss Schule gegen Antisemitismus ausrichten? Wie können Lehrer antisemitische Schüler erreichen? Welche Rolle kann hier der (islamische) Religionsunterricht spielen? Und: Woher kommt dieser speziell muslimische Antisemitismus?

Gesprächsgäste:
Lamya Kaddor, Islamwissenschaftlerin und Pädagogin
Armin Langer, Gründer der jüdisch-muslimischen Begegnungsinitiative Salaam-Schalom
Wenzel Michalski, Vater eines jüdischen Jungen, der an einer Berliner Schule monatelang bedroht und gemobbt wurde
Am Mikrofon: Manfred Götzke

Beitrag:
Widerstand gegen Nazi-Sprüche
Emilia aus Dresden erhält Preis für Zivilcourage

Eine Sendung mit Hörerbeteiligung
Hörertel.: 00800 4464 4464
campus@deutschlandfunk.de

Spätestens seit den Demonstrationen gegen Donald Trumps Jerusalem-Entscheidung ist es offensichtlich: In Deutschland existiert eine neue Form von Antisemitismus. Antisemitismus von muslimischer Seite. Tausende pro-palästinensische junge Männer protestierten in den vergangenen Tagen in Berlin, verbrannten Israel-Flaggen und skandierten, „die Armee Mohammeds wird zurückkehren.“ Auch in den Schulen ist Judenhass präsent. „Du Jude“ als Schimpfwort ist auf Schulhöfen omnipräsent, jüdische Schüler trauen sich nicht mehr, sich zu ihrem Glauben zu bekennen. Als ein Berliner Schüler das im April doch tat, wurde er wochenlang beleidigt und gemobbt. Viel zu selten wird antisemitischen Äußerungen in der Schule von Mitschülern widersprochen, Lehrer sehen sich oft überfordert. Und die muslimischen Schüler, die ihren Antisemitismus ausleben, fühlen sich in vielen Fällen selbst diskriminiert - für ihren Glauben oder ihre Herkunft.

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Corso - Kunst & Pop

Das Musikmagazin

Dadaist und Punkrockikone - Der Brite Billy Childish
Kurt Cobain erklärte ihn zu einem seiner großen Vorbilder, Kylie Minogue benannte ein Album nach einer Lyriksammlung von ihm. Vor 40 Jahren begann seine Laufbahn als Autor, Musiker und Künstler. "Musik wird aktuell verhunzt - Remix oder Neuaufnahmen sind Zerstörung der Kunstwerke " schimpft Billy Childish.

Mehr Menschlichkeit im Pop? Über das Räuspern
Eigentlich ist es schlecht für die Stimmbänder: trotzdem räuspern sich viele Sängerinnen oder Rapper, sobald sie sich vor ein Mikrofon stellen. Der Hörer bekommt davon im Radio selten etwas mit. Es sei denn, geschliffene Popsternchen wie Taylor Swift setzen es bewusst ein, um menschlicher zu klingen.

„Scheiternhaufen“ - ein Punkroman
Eine Ramones-Imitationsband, eine zusammengewürfelte Filmcrew und eine Reise nach Buenos Aires, wo die echten Ramones eines ihrer letzten Konzerte spielten. Das Buch-Debut „Scheiternhaufen“ des Düsseldorfer Punkmusikers Jonny Bauer entwirft eine witzige und würdevolle Landschaft des Scheiterns, zwischen Musik, Alkohol, Zweifel und Größenwahn.
Jonny Bauer im Corsogespräch

Am Mikrofon: Anja Buchmann

16:00 Uhr

Nachrichten

16:05 Uhr

Büchermarkt

Bücher für junge Leser

Die Künstlerin Birgit Weyhe über autobiografisches Erzählen im Comic

besprochene Bücher:
Ich weiß
240 Seiten

Reigen
190 Seiten

Im Himmel ist Jahrmarkt
280 Seiten

Madgermanes
240 Seiten

Alle Bücher erschienen im avant Verlag, Berlin
Alle Bücher sind illustriert und getextet von Birgit Weyhe

Am Mikrofon: Ute Wegmann

16:30 Uhr

Forschung aktuell

Sag’s Magenta
Die Deutsche Telekom steigt in den Markt mit Digitalen Sprachassistenten ein

Standort-Vorteil
Deutsches Datenschutzrecht als Verkaufsargument für die smarten Lautsprecher der Telekom

Restlaufzeit
Google & Co wollen den Todestag per Algorithmus bestimmen

Sendereihe Botologie - Die Zukunft hat begonnen
Bankbots (3/4)

Info-Update

Sternzeit 16. Dezember 2017
Clarke, Kubrik, Umlaufbahn

Am Mikrofon: Manfred Kloiber

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Streitkultur

Haben Afrikaner ein Recht auf Migration?
Günter Nooke, Afrika-Beauftragter der Bundeskanzlerin, und der Soziologe Elisio Macamo im Gespräch
Am Mikrofon: Oliver Ramme

17:30 Uhr

Kultur heute

Berichte, Meinungen, Rezensionen

"Radetzkymarsch" - Johan Simons inszeniert nach dem Roman von Joseph Roth an der Wiener Burg

Aschenputtel - Antonio Latella inszeniert in Basel Rossinis „La Cenerentola“

Die Etrusker. Weltkultur im antiken Italien - Ausstellung in Karlsruhe

"Alle wollen Frieden!" - Reaktionen israelischer Künstler auf Trumps Jerusalem-Entscheidung

Großer Andrang beim Filmfestival im kubanischen Havanna

Am Mikrofon: Katja Lückert

18:00 Uhr

Nachrichten

18:10 Uhr

Informationen am Abend

CSU: Doppelspitze Seehofer/Söder steht

Sondierungen - die SPD tut sich weiter schwer

Flüchtlingsstreit - Verständnis für osteuropäische Blockadehaltung wächst

Österreich: Kurz und Strache stellen Regierungsprogramm und Ministerriege vor

Europäische Rechtspopulisten in Prag

ANC-Parteitag in Südafrika hat begonnen

Schweres Erdbeben vor Küste von Java

Sport am Samstag

Am Mikrofon: Ute Meyer

18:40 Uhr

Hintergrund

Bedroht, beschimpft, vertrieben - Französische Juden beklagen einen neuen Antisemitismus

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Kommentar

CSU-Parteitag beschließt Doppelspitze: Starkes Signal, maue Aussichten

19:10 Uhr

Sport am Samstag

Fußball - Bundesliga, 17. Spieltag:
1. FC Köln - VfL Wolfsburg
SV Werder Bremen - 1. FSV Mainz 05
Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04
FC Augsburg - SC Freiburg
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Borussia Dortmund - 1899 Hoffenheim

Hinrundenbilanz mit Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender HSV

Fußball - 2. Liga, 18. Spieltag:
1. FC Kaiserslautern - 1. FC Nürnberg
Erzgebirge Aue - 1. FC Heidenheim
Jahn Regensburg - Arminia Bielefeld

Fußball - Finanzierung des AC Mailand aus China auf der Kippe
Fußball - Führerscheinentzug und "Idiotentest" für Ultras in Oberhausen

Schwimmen - Kurzbahn-EM

Biathlon - Weltcup in Annecy/Le Grand Bornand in Frankreich

Skispringen - Weltcup der Frauen in Hinterzarten
Skispringen - Weltcup der Männer in Engelberg

Anti-Doping-Kampf - Neue Konzepte für NADA-Finanzierung?
Doping - Die Kranken gewinnen? Kommentar zur Kultur im Radsport
Doping - Der Fall Froome und die Kultur im Radsport: Interview

Nach der Handball-WM - Interview mit Michael Biegler

Am Mikrofon: Marina Schweizer

20:00 Uhr

Nachrichten

20:05 Uhr

Hörspiel

November 1918 - Eine deutsche Revolution (2/3)
Verratenes Volk
Von Alfred Döblin
Komposition: Martina Eisenreich
Bearbeitung und Regie: Norbert Schaeffer
MIt Jan Hofer, Sebastian Rudolph, Jakob Diehl, Laura Maire, Tobias Diakow, Maresa Lühle, Siegfried W. Kernen, Victoria Trauttmansdorff, Jens Wawrczeck, Imogen Kogge, Gerhart Hinze,Sebastian Zimmler, Michael Evers, Dietmar Bär, Matthias Lange, Benjamin Utzerath, Achim Buch, Udo Kroschwald, Christian Redl, Florian von Manteuffel, Frank Stöckle, Samuel Weiss, Katharina Matz, Hanns Zischler, Anne Weber, Stephan Schad, Friedhelm Ptok, Wolfram Koch, Jona Mues, Tino Mewes, Jennipher Antoni, Astrid Meyerfeldt, Veit Stübner, Fjodor Olev, Benjamin Kramme, Kamel Bounoura, Hans-Jürgen Mende, Wolf-Dietrich Sprenger
Produktion: NDR/SWR 2014
Länge: 88'15
(Teil 3 am 23.12.2017)



Moments in time: November ´68 in Rock & Jazz (2/3)
von Karl Lippegaus

In seinem Erzählwerk ,November 1918' untersucht Alfred Döblin, Schriftsteller und Arzt, einen chronisch erkrankten Patienten - das Deutsche Reich. Was geschah in Deutschland, als sich im November 1918 die militärische Niederlage nicht länger leugnen ließ? Als - für einen kurzen Augenblick - alles möglich schien: Eine Revolution des Proletariats ebenso wie eine Diktatur des Militärs? Und welche Rolle spielte dabei Friedrich Ebert? In vier Bänden berichtet Alfred Döblin vom Ende des Ersten Weltkriegs in Erwartung des Zweiten, montiert dabei in raschem, schnitthaftem Wechsel der Perspektiven Dialog mit Monolog, Massenszene mit Kammerspiel, Zeitungsnachricht mit Poesie, politische Analyse mit persönlicher Wahnvorstellung, Ideologie mit christlicher Mystik, Fakten mit Fiktion. Der Jahrhundertroman, Döblins Hauptwerk, entstand in den Jahren 1937 bis 1943, auf der Flucht vor den Nationalsozialisten, im französischen und amerikanischen Exil. In Deutschland blieb er lange unbeachtet. Erst im Jahr 1978, zum hundersten Geburtstag des Schriftstellers, 21 Jahre nach dessen Tod, lag ,November 1918' zum erstenmal vollständig gedruckt vor.

Alfred Döblin (1878-1957) studierte in Berlin, zeitgleich literarische Tätigkeit. Führender Vertreter des Expressionismus. 1933 Emigration über Zürich nach Paris. 1946 Rückkehr nach Europa. Weitere Romane u.a. ,Die drei Sprünge des Wang-Iun' (1916), ,November' (1918-1950), ,Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende' (1956).

22:00 Uhr

Nachrichten

22:05 Uhr

Atelier neuer Musik

Avantgarde aus Marseille
Die Errungenschaften des Monsieur Boeuf
Von Barbara Eckle

Georges Boeuf, Jahrgang 1937, ist ein Gründer gewesen. Marseille, wo er studierte, verdankt ihm das heute größte elektronische Studio Frankreichs, das Télémaque Ensemble für zeitgenössische Musik, nicht zuletzt die Kompositionsklasse am örtlichen Konservatorium. Als deren Leiter pflegte er offenes, unabhängiges Denken. Boeufs Schüler, darunter Yann Robin und Régis Campo, machen heute Karriere in der französischen Hauptstadt. Ihr Komponieren ist aber im Süden verankert, im Humor und im flexiblen Transitgeist der Mittelmeerstadt. Barbara Eckle sprach auch mit Régis Campo, der die Nachfolge seines heute 80-jährigen Lehrers am Marseiller Konservatorium übernommen hat.

22:50 Uhr

Sport aktuell

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Lange Nacht

Auf der Suche nach einer bewohnbaren Sprache in einem bewohnbaren Land
Die Lange Nacht zum 100. Geburtstag von Heinrich Böll
Von Terry Albrecht
Regie: Sabine Fringes

Kein Schriftsteller lag so im Widerstreit mit der Bundesrepublik wie ihr erster Literaturnobelpreisträger. Bis zu seinem letzten Roman ‚Frauen vor Flußlandschaft‘ rieb sich Heinrich Böll an seinem Land. Dessen restaurative Strukturen beschrieb er immer wieder in Romanen wie ‚Gruppenbild mit Dame‘ oder ‚Billard um halb zehn‘. Dabei stand seine Heimatstadt weniger im Zentrum seiner Bücher als allgemein angenommen wird. Böll hat hier seine literarische Prägung erfahren, seine ersten Schreibversuche gehen auf die ‚Straßenschule‘ in Köln zurück, gefolgt von einem langjährigen Soldatenleben, in dem er den Krieg hassen lernte. Als er darüber schrieb, wollte Ende der 40er-Jahre keiner etwas davon wissen. Viele seiner frühen Erzählungen sind erst kurz vor seinem Tod 1985 oder postum veröffentlicht worden, wie der Roman ‚Der Engel schwieg‘. Nicht nur in diesem Roman hat der gläubige Katholik Böll die Institution Kirche angegriffen und ihre Verstrickung in das Naziregime. Böll wurde zu dem literarischen Gewissen der Bundesrepublik. Dass sein öffentliches Engagement nicht von seinem literarischen zu trennen war, zeigt seine Auseinandersetzung mit dem Terrorismus der RAF in Reden, Essays und dem Roman ‚Die verlorene Ehre der Katharina Blum‘. Popularität erreichte Böll vor allem durch sein ‚Irisches Tagebuch‘ und seine gesellschaftskritischen Satiren wie ‚Dr. Murkes gesammeltes Schweigen‘ oder ‚Nicht nur zur Weihnachtszeit‘. Wie kein anderer Autor schrieb Heinrich Böll aus seiner Zeit heraus. Doch diese Zeiterfahrung seines Werkes hat viel Heutiges.

23:57 Uhr

National- und Europahymne

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