Donnerstag, 13.08.2020
 

Programm: Vor- und Rückschau

Sonntag, 23.08.2020
00:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

00:05 Uhr

Lange Nachtaufnehmen

Ein Schwingen des Pfeils im Blauen
Eine Lange Nacht der Unendlichkeit
Moderation: Sybille Hoffmann
Studiogäste: Professor Dr. Burkhard Kuemmerer, Prof. Dr. Fitz Siemsen, Dr. Klaus Jürgen Grün
(Wdh. v. 26./27.9.2003)

Eine mystische, in Nebel gehüllte Masse. Ein weites Firmament. Eine Zahl, ein Zeichen oder doch das universale Seinsprinzip? Während an Werktagen der Lohn den Wert des Menschen fixiert, kann man in der freien Zeit seinen unendlichen Wert spüren. Das Gefühl wird geweckt durch die unendliche Natur, das Meer, den Himmel, durch unsere Beziehungen: Liebe, Freundschaft - unendlich wertvoller als 30 nützliche Silberlinge. Der Mensch kann als einziges Wesen diese stürmischen, aber oft flüchtigen Wahrnehmungen des Unendlichen gedanklich in eine Gewissheit transponieren. Einstein verzichtete gern auf Alkohol, weil es ihn beim Denken störte. Seine Hauptgedanken eröffneten eine neue Sicht auf das Unendliche. Wie ein Schwingen des Pfeils im Blauen kam es dem Schriftsteller und Spanienkämpfer Arthur Koestler vor, als er 1937 im Kerker saß und den Euklidschen Beweis für die Unendlichkeit der Primzahlen an der Zellenmauer nachvollzog. Mit endlichen Mitteln hatte der griechische Philosoph die Existenz der Unendlichkeit bewiesen. Nietzsche sah das Immergleiche ewig wiederkehren. Heute schwingt die Forschung zwischen Urknall und schwarzem Loch, und sie rechnet mit zahllosen Universen. Rechnet sie noch mit der Unendlichkeit? Die Natur zeigt Unendlichkeit am klarsten in ihren drei endlichen Aspekten: Raum, Zeit und Materie. In Natur, Geist und Seele finden sich Anzeichen des Reichs der Unendlichkeit, an dem der Mensch teilhat - auch in dieser „Langen Nacht”.

01:00 Nachrichten  

02:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

02:05 Uhr

Deutschlandfunk Radionachtaufnehmen

02:05 Sternzeit  

02:07 Klassik live  

4. Raderbergkonzert 2019/2020

Charles Valentin Alkan
Concerto pour piano seul, op. 39 Nr. 8-10

Schaghajegh Nosrati, Klavier
Aufnahme vom 14.1.2020 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

03:00 Nachrichten  

03:05 Heimwerk  

Dmitri Kabalewski
Frühling. Sinfonische Dichtung für Orchester, op. 65

Konzert für Violine und Orchester C-Dur, op. 48

Colas Breugnon. Suite aus der gleichnamigen Oper in 3 Akten, op. 24

Yury Revich, Violine
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Leitung: Karl-Heinz Steffens

03:55 Kalenderblatt  

04:00 Nachrichten  

04:05 Die neue Platte XL  

05:00 Nachrichten  

05:05 Auftakt  

06:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

06:05 Uhr

Kommentaraufnehmen

06:10 Uhr

Geistliche Musikaufnehmen

Georg Philipp Telemann
Kantate am 11. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Altblockflöte und Basso continuo
Ingrid Schmithüsen, Sopran
Il Concertino Köln

Michael Praetorius
Aus tiefer Not schrei ich zu dir
Ensemble Nobiles

Michael Praetorius
Aus tiefer Not schrei ich zu dir
Chor & Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele
Leitung: Michael Hofstetter

Johann Sebastian Bach
'Mein Herze schwimmt im Blute'. Kantate zum 11. Sonntag nach Trinitatis, BWV 199
Dorothee Mields, Sopran
Amsterdam Baroque Orchestra
Leitung: Ton Koopman

07:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

07:05 Uhr

Information und Musikaufnehmen

Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

07:30 Nachrichten  

07:50 Kulturpresseschau

08:00 Nachrichten  

08:30 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

08:35 Uhr

Am Sonntagmorgenaufnehmen

Religiöses Wort
Provokanter Weckruf für das Christentum? Vor 120 Jahren starb Friedrch Nietzsche
Von Gunnar Lammert-Türk
Katholische Kirche

08:50 Uhr

Presseschauaufnehmen

Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

09:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

09:05 Uhr

Kalenderblattaufnehmen

Vor 25 Jahren: Der amerikanische Fotograf Alfred Eisenstaedt gestorben

09:10 Uhr

Die neue Platteaufnehmen

Neue Musik

09:30 Uhr

Essay und Diskursaufnehmen

Freiheit oder Naturalismus
Zur Hochaktualität Hegels
Die Philosophin Andrea Kern im Gespräch mit Thomas Palzer

Am 27.8.2020 jährt sich zum 250. Mal der Geburtstag von Hegel. Und sein Denken erfährt eine Renaissance. Denn trotz der Vorherrschaft der Naturwissenschaften gilt es, Geist und Natur sowie Freiheit und Determination neu zu denken. Im Zuge der Aufklärung begann man daran zu zweifeln, dass die Welt nach den Vorstellungen der Religion verfasst sei. Die entstehende Sinnkrise wollte die Philosophie bewältigen, vor allem in Gestalt von Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Kant hatte die Grenzen der Vernunft aufgezeigt, doch Hegels Philosophie gab die Garantie dafür, dass die Vernunft dennoch in einer Welt wirksam ist, die bar jeder Vernunft scheint. Heute erleben wir eine ganz ähnliche Situation: Es wachsen die Zweifel daran, dass sich alles umstandslos naturalisieren und auf diese Weise verstehen lasse. Der Mensch ist zwar seinem Körper ausgeliefert und untersteht den Naturgesetzen, scheint aber gleichzeitig frei zu sein. Das ist nur einer von vielen unaufgelösten Widersprüchen. Die Philosophin Andrea Kern greift in einer Buchreihe zum Deutschen Idealismus just diese Fragen erneut auf und erörtert im Gespräch mit Thomas Palzer, wie wir eine Einheit von Natur und Geist verstehen könnten.
Andrea Kern studierte Philosophie, Germanistik und Film und Theaterwissenschaften in Berlin, Paris und Bochum. Sie forschte unter anderem in Amsterdam, Pittsburgh, Chicago, Potsdam und Amiens, Wien und Frankfurt am Main. Heute ist Andrea Kern Professorin für die Geschichte der Philosophie an der Universität Leipzig. Dort ist sie Ko-Direktorin des Forschungskollegs „Analytic German Idealism". Zuletzt erschien von Andrea Kern: „Sources of Knowledge: on the Concept of a Rational Capacity for Knowledge", Cambridge: Harvard University Press 2017.

10:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

10:05 Uhr

Gottesdienstaufnehmen

Übertragung aus der Petrikirche in Köln
Predigt: Pfarrer Uwe Rescheleit
Evangelische Kirche

11:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

11:05 Uhr

Interview der Wocheaufnehmen

11:30 Uhr

Sonntagsspaziergangaufnehmen

Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

12:00 Nachrichten  

13:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

13:05 Uhr

Informationen am Mittagaufnehmen

13:30 Uhr

Zwischentöneaufnehmen

Musik und Fragen zur Person
Die Musikwissenschaftlerin Christine Siegert im Gespräch mit Michael Langer

Prof. Dr. Christine Siegert, Jahrgang 1971, studierte Schulmusik, Musikwissenschaft, Romanistik und Philosophie in Hannover und Amiens (Frankreich). Sie promovierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover mit einer Arbeit über Luigi Cherubini. Anschließend arbeitete sie unter anderem über Joseph Haydn, forschte zur Musikgeschichte um 1800, zur Editionsphilologie und zu den  Perspektiven digitaler Edition. Sie war Juniorprofessorin an der Universität der Künste Berlin.
Seit September 2015 ist sie Leiterin des Beethoven-Archivs und des Verlags Beethoven-Haus. Sie gibt die Schriften zur Beethoven-Forschung (ab Bd. 26) heraus, ist Mitherausgeberin der Bonner Beethoven-Studien (ab Bd. 12) und Generalherausgeberin der Beethoven-Gesamtausgabe (ab 2016).

14:00 Nachrichten  

15:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

15:05 Uhr

Rock et ceteraaufnehmen

Feministische Küchengeschichten
Die britische Sängerin Nadine Shah
Von Anke Behlert

„Mutig, klug und kompromisslos” - mit diesen Worten hat das britische „Clash Magazine” Nadine Shahs 2017er-Album „Holiday Destination“ beschrieben. Allerdings könnte man dasselbe auch über Shah selbst sagen. Die 34-Jährige nimmt kein Blatt vor den Mund, egal ob es um Rassismus, Sexismus oder psychische Gesundheit geht. Zusammen mit Produzent und Dauer-Kollaborateur Ben Hillier verpackt sie auch noch so sperrige Themen in aufrüttelnd post-punkigen Indierock mit dissonanten Gitarren und militanten Drums. Trotz ihrer dunklen Stimmlage, bevorzugt schwarzer Garderobe und ernster Texte verbreiten ihre Songs einen unbeugsamen Optimismus. Mit klarem Blick und viel Humor seziert die Sängerin mit pakistanisch-norwegischen Wurzeln auf ihrem neuen, vierten Album „Kitchen Sink“ gesellschaftliche Erwartungen an Frauen und stellt dabei fest: „Es gibt Traditionen, die jahrelang vorgegeben haben, wie unser Leben aussehen sollte - und das hat sich jetzt grundlegend geändert. Ich bin so stolz darauf, eine Frau zu sein und von noch großartigeren Frauen umgeben zu sein.”

16:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

16:10 Uhr

Büchermarktaufnehmen

Buch der Woche

16:30 Uhr

Forschung aktuellaufnehmen

Wissenschaft im Brennpunkt

17:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

17:05 Uhr

Kulturfragenaufnehmen

Debatten und Dokumente

17:30 Uhr

Kultur heuteaufnehmen

Berichte, Meinungen, Rezensionen

18:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

18:10 Uhr

Informationen am Abendaufnehmen

18:40 Uhr

Hintergrundaufnehmen

19:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

19:05 Uhr

Kommentaraufnehmen

19:10 Uhr

Sport am Sonntagaufnehmen

20:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

20:05 Uhr

Freistilaufnehmen

Pulp Fiction im Kaiserreich
Der Kolportage-Schriftsteller Robert Kraft
Von Markus Metz und Georg Seeßlen
Regie: Matthias Kapohl
Produktion: Deutschlandfunk 2020

Ende des 19. Jahrhunderts heuert ein junger Deutscher auf einem Schiff an. Zwischen Eismeer und Wüste führt er ein unstetes Reiseleben. Nach einigen Jahren lässt er sich nieder und verarbeitet seine Erinnerungen zu Abenteuerromanen, die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spielen: Robert Kraft.
In der Welt der Abenteuerliteratur gibt es die Traumreisenden, die die exotischen und wilden Länder ihrer Helden nie betreten haben und sich aus Büchern pseudo-authentischen Hintergrund für ihre Fantasien schufen, wie Karl May. Und die wirklichen Abenteurer, die Weltreisenden, die genau wussten, wovon sie erzählten. Aber auch von ihnen nahmen es manche dabei mit der Wahrheit nicht immer ganz so genau. Zu letzteren gehörte der 1869 in Leipzig geborene Robert Kraft. So wild und widersprüchlich wie sein Leben, mit Glanz und oft selbstverschuldetem Elend, waren auch seine Romane und Erzählungen: voller Überraschungen. Ungewöhnlich für die Kolportage steckt in Krafts fantastischen Abenteuergeschichten auch Talent und Reflexion, was über die reine Gebrauchsliteratur hinausgeht. Eine abenteuerliche Reise in die unbekannteren Gefilde der deutschen Literaturgeschichte.

21:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

21:05 Uhr

Konzertdokument der Wocheaufnehmen

„Ghost Festival" der Spannungen:Künstler

Ludwig van Beethoven
Sonate für Violine und Klavier c-Moll, op. 30, Nr. 2

Béla Bartók
Sonate für Violine und Klavier Nr. 2, Sz 76

Leoš Janáček
Pohádka (Märchen). 3 Stücke für Violoncello und Klavier

Johannes Brahms
Quintett für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Violoncello h-Moll, op. 115

Sharon Kam, Klarinette
Isabelle Faust, Violine
Vilde Frang, Violine
Christian Tetzlaff, Violine
Antje Weithaas, Violine
Barbara Buntrock, Viola
Gustav Rivinius, Violoncello
Julian Steckel, Violoncello
Kiveli Dörken, Klavier
Lars Vogt, Klavier

Aufnahme vom 22.6.2020 aus der Jesus-Christus-Kirche Berlin

Am Mikrofon: Oliver Cech

Zwar musste dieses Jahr auch das Kammermusikfest Spannungen im Kraftwerk Heimbach abgesagt werden. Doch gemeinsam mit dem Deutschlandfunk hat Festivalchef Lars Vogt die Idee entwickelt, ein „Ghost Festival” zu veranstalten - in der für ihre Akustik berühmten Berliner Jesus-Christus-Kirche als Proben- und Aufnahmeort und mit dem Kern seiner Musikerfreunde.
Für das zweite Konzert haben die Musiker unter anderem „Pohádka” ausgesucht, ein Märchen ohne Worte von Leoš Janáček. Der oft träumerische Dialog zwischen Klavier und Violoncello erzählt die Geschichte von Prinz Iwan, der um Prinzessin Marja freit. Allerdings wollte Janáček mit seiner Musik nicht eine Handlung nachbilden, sondern die märchenhafte Stimmung einfangen, die sich aus der Annäherung dieser beiden Liebenden ergibt. Deutliche herbere Töne schlägt Béla Bartók an in seiner zweiten Violinsonate. „Bartók neigt mutig sich ins Archaische, meidet nicht das Fragment, spitzt den Klang zur wunderlichen Sprödigkeit”, meinte Theodor W. Adorno. Gerade diese Sonate empfand er als Inbegriff von Bartóks Stil. Auch Ludwig van Beethoven war ganz bei sich selbst, als er die Violinsonate op. 30 Nr. 2 komponierte. Er stand am Beginn seiner so bezeichneten heroischen Phase. Diesem heldischen Auftritt der Violine setzt Johannes Brahms die sanfte Stimme der Klarinette entgegen. Sein Quintett op. 115 ist Abgesang und Vollendung in einem; komponiert für Richard Mühlfeld, den Brahms scherzhaft „Fräulein Klarinette” nannte - wegen der unnachahmlich süßen und weichen Töne, die dieser seinem Instrument entlockte.

22:00 Nachrichten  

23:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

23:05 Uhr

Das war der Tagaufnehmen

23:26 Presseschau  

23:30 Uhr

Sportgesprächaufnehmen

23:57 Uhr

National- und Europahymneaufnehmen

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Programmtipps

Auf dem s/w Bild spielt ein Mann an einem aufgeklappten, verzierten Flügel. Dabei hat er den Blick in die Kamera gewendet. z (imago/United Archives International Ferd )
Jazz-LegendenStorytelling & Telling Stories
JazzFacts 13.08.2020 | 21:05 Uhr

„Eine Geschichte erzählen“ - das ist nicht nur eine Grundforderung an ein Jazz-Solo. Um die ganze Musikform spinnen sich zahllose Storys, Mythen und Überhöhungen. Anlass genug, nach 100 Jahren Jazz-Historie über Dichtung und Wahrheit nachzudenken: eine Sendung über Legenden-Bildung im Jazz.

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