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Presseschau 23:10

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31. Mai 2016Blick in die Zeitungen von morgen von 23:10 Uhr

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In Berlin haben sich am frühen Abend Bundeskanzlerin Merkel und CSU-Chef Seehofer zum Krisengespräch getroffen. Und dieser Streit zwischen CDU und CSU beschäftigt auch die Zeitungskommentatoren.

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG hält dazu fest:

"Zwei Alphatiere, die sich verkämpft haben, so stellen sich Merkel und Seehofer heute dar. Dass ein 'Friedensgespräch' unter vier Augen nötig ist und manche Christsoziale an getrennten Wahlkampf denken, belegt die verfahrene Lage, in die sich das Führungspersonal manövriert hat. Aus Sturheit auf beiden Seiten. Solche Eskapaden kann sich die Union aber nicht mehr erlauben. Angesichts der dahinschmelzenden Sympathiewerte sind Neuanfang und Geschlossenheit dringend angezeigt."

Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg meint:

"Der ständige Kleinkrieg zwischen CDU und CSU nervt. Der Riss geht quer durch die gesamte Union, er verläuft nicht ausschließlich zwischen CSU und CDU. Helfen kann da eigentlich nur, dass sich auch die SPD mehr profilieren muss. Und dass auch die Schonzeit für die AfD vorbei ist. Gemeinsame politische Konkurrenten können Wunder bewirken."

Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg empfiehlt dazu:

"Die Union wird, will sie wieder Erfolg haben, nicht darum umhinkommen, stark konservative Positionen wieder zu besetzen. Und hier greifen Seehofers Dauerattacken, wenngleich er ja selbst ein Politiker ist, der wetterwendisch von einem Thema zum nächsten springt."

Die RHEINPFALZ sieht dagegen gerade in Seehofer das Problem:

"Forderungen, Beschimpfungen, Ultimaten, Klagedrohungen - fast im Tagesrhythmus wird nachgelegt. Kaum jemand versteht noch, um was es CSU-Chef Seehofer geht. Welche 'inhaltliche Auseinandersetzung' führt er denn? Der Flüchtlingsstrom ist versiegt. Seehofers Treiben entzieht sich einer vernünftigen Erklärung. Er nimmt dabei den Niedergang der Schwesterpartei CDU in Kauf", schreibt die Zeitung aus Ludwigshafen.

Und das FLENSBURGER TAGEBLATT findet, dass der Streit auch Seehofer selbst schaden kann:

"Seehofer muss Schüsse aus den eigenen Reihen mehr fürchten als Merkel. Ohne Merkel kann die Union die Bundestagswahl nicht gewinnen, ohne Seehofer die CSU sehr wohl Bayern halten.

Themenwechsel: Die NORDWEST-ZEITUNG beschäftigt sich mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das das Verwenden fremder Musiksequenzen, das sogenannte Sampling, grundsätzlich erlaubt hat.

Die Zeitung aus Oldenburg fragt: "Was hat Vorrang: die Freiheit der Kunst oder der Schutz geistigen Eigentums? Und lässt sich Letzteres in Sekunden abmessen? Zwei Sekunden sind okay, vier Sekunden schon geklaut? Da bleibt noch einiges zu klären, nachdem in Karlsruhe der gesampelte Song als neues, eigenständiges Werk bewertet worden ist."

Und der WESER-KURIER aus Bremen freut sich über das Urteil.

"Jahrelang redeten die Kontrahenten in dieser Causa aneinander vorbei: Moses Pelham argumentierte im Sinne der Kunstfreiheit, Kraftwerk beriefen sich auf ihr geistiges Eigentum. Kleingeistig waren beide Positionen. Erst die Karlsruher Richter fanden die richtigen Worte: Zulässig ist ein Zitat, wenn daraus ein eigenständiges Werk erwächst. Das ist auf elegante Weise geschehen. Darauf bitte einen Beat."

Redaktion: Jakob Vogel

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