musica reanimata
Auf Schlingerkurs: Der Schott-Verlag im Nationalsozialismus
Am Mikrofon: Georg Beck
Bis heute gilt Schott Mainz als einer der namhaftesten Musikverlage im deutschsprachigen Raum. Unter dem Namen B. Schott’s Söhne gegründet, erlangte er Weltruhm - mit Wagner, Beethoven, Mozart als Flaggschiffen, mit Modernen wie Carl Orff, Paul Hindemith, Ernst Toch. Mit der Machtübertragung an die NSDAP im Januar 1933 wurde die Musik zum Propaganda-Instrument der Diktatur. Wie reagierte der Verlag, was machten die Verlagsinhaber Willy und Ludwig Strecker? Und was machten sie nicht? Ein „musica reanimata“-Gesprächskonzert am 10. September im Konzerthaus Berlin versuchte, Licht ins lange gehütete Dunkel zu bringen. Peter Hanser-Strecker, geschäftsführender Gesellschafter von Schott Musik International und Enkel von Ludwig Strecker, stand Rede und Antwort im Gespräch mit dem Musikwissenschaftler Albrecht Dümling. Im konzertanten Teil erklangen Werke von Ernst Toch, Paul Hindemith, Viktor Ullmann. Mit dieser Veranstaltung feierte der Förderverein „musica reanimata“ zugleich sein 30-jähriges Bestehen.