Sonntag, 14. August 2022

Programm: Vor- und RückschauSamstag, 04.03.2017

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  • 00:05 Uhr

    Der Fall Cartouche
    Von Helmuth M. Backhaus
    Regie: Michael Peter
    Mit Charles Brauer, Reiner Schöne, Peter Lühr, Helmut Stange, Saskia Vester, Felix von Manteuffel, Jan Biczycki, Joachim Höppner, Michael Gahr, Ulf Wagner und Werner Singh
    Produktion: BR 1981
    Länge: 48'34

    Die Geschichte des Rebellen Cartouche wird im 13. Teil des 'Neuen Pitaval‘ von 1848 geschildert. Helmuth M. Backhaus präsentiert sie in seinem Hörspiel als farbiges Mantel- und Degenstück.
    Frankreich, 1718. Louis-Dominique Cartouche, junger Hauptmann einer ihm treu ergebenen Räuberbande, treibt sein Unwesen in den Gegenden rund um Paris. Sein Credo: „Was nützt ein anständiger Mensch in einer unanständigen Zeit?!“ Die reichen Aristokraten, denen er auflauert, versetzt er in Angst und Schrecken. Bei der Bevölkerung gilt er daher als eine Art Robin Hood und ist auch deshalb durchaus populär, weil seinen Taten oft ein gewisser Witz innewohnt.
    Da der Polizeipräfekt der Lage nicht Herr wird, die Ganoven aber immer dreister vorgehen, beauftragt der königliche Hof den Sonderbeamten Marquis de Serval mit der Ergreifung der Banditen. Noch einmal gelingt es Cartouche große Beute zu machen, doch der Marquis de Serval hat seine Schlinge bereits ausgelegt ...

  • 01:05 Uhr

    Lied & Chanson

    Zu Gast: Der Liedermacher Ulrich Zehfuß
    Liederbestenliste - Die Platzierungen im März
    Global Sound - Neue internationale Singer/Songwriter-Alben: Laura Marling, Joy Denalane, Alasdair Roberts u.a.
    Original im Ohr - Ungewöhnliche Coverversionen
    On Tour - Konzert-Highlights

    Am Mikrofon: Anna-Bianca Krause

    Früher wollte er Biobauer werden, heute ist er Chansonnier, Poet, Dozent für Songwriting, Romanautor und einer der interessantesten deutschsprachigen Liedermacher. Ulrich Zehfuß kommt wie Judith Holofernes, Dota Kehr oder Martin Betz aus der außergewöhnlichen „Akademie für Poesie und Musik“ des 2015 verstorbenen Christof Stählin. "Klare Lieder" zu schreiben hat er da gelernt. Dass er in seinen aktuellen Texten Stellung bezieht, das verlangt die Gegenwart. Zehfuß spricht im Interview über seine neue Veranstaltungsreihe "Ulis Wohnzimmer" in Speyer und die Rückkehr des politischen Liedes.

  • 06:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Reportagen

    06:35 Uhr   Morgenandacht

    Pfarrer Thomas Steiger, Stuttgart-Degerloch

    08:50 Uhr   Presseschau

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

    Am Mikrofon: Martin Zagatta

  • 09:05 Uhr

    Vor 25 Jahren: In Algerien wird die "Islamische Heilsfront" (FIS) verboten

  • 09:10 Uhr

    Das Leiden der Schweine - Wie Tierrechtler Missstände und Gesetzesverstöße in deutschen Ställen aufdecken

  • 10:05 Uhr

    Am Mikrofon: Der Countertenor Philippe Jaroussky

    Als "Strahlengott unter den Countertenören" rühmte ihn die Süddeutsche Zeitung. Philippe Jaroussky nimmt in seinem Fach eine herausragende Rolle ein. Zum einen wegen der außerordentlichen Schönheit und technischen Perfektion seiner Stimme, zum anderen wegen der großen Vielfalt seines Repertoires. Neben Opern und Oratorien des Barock singt der französische Künstler mit Vorliebe Lieder und Chansons seiner Heimat Frankreich. Ebenso lässt er sich immer wieder Musik für seine Stimme maßschneidern: So komponierten Marc-André Dalbavie und Kaija Saariaho Lieder und eine Oper für ihn. Philippe Jaroussky gehört seit knapp einem Dutzend Jahren zu den Weltstars der Klassikszene. Der 39-Jährige singt bei bedeutenden Festivals und auf den Bühnen der großen Musikinstitutionen. Seine weit über 20 CD-Veröffentlichungen wurden vielfach ausgezeichnet. Jaroussky selbst erhielt wiederholt die Auszeichnung 'Sänger des Jahres' - so auch im vergangenen Jahr beim ECHO Klassik. Am Mikrofon bei 'Klassik-Pop-et cetera' verwandelt sich die hohe samtene Stimme des Countertenors in eine angenehm tiefe, da heute ausnahmsweise seine Sprache im Vordergrund steht. Musik gibt es natürlich trotzdem.

  • 11:05 Uhr

    Operation Halali - Alltag und Lobbyarbeit der französischen Jäger
    Mit Reportagen von Suzanne Krause
    Am Mikrofon: Andreas Noll

    Die Jagd gehört zum französischen Alltag wie die Kirche im Dorf. Mit mehr als einer Million aktiven Jägern steht Frankreich europaweit an der Spitze. In manchen Regionen sind Jagdvereine das einzige Freizeitangebot. Doch die Älteren unter den Waidmännern schwören: Früher war alles besser. Es gab mehr Wild, weniger Vorschriften und weniger Gegner der Jagd.
    Im Vorfeld der Präsidentenwahlen gehen Frankreichs Jäger auf die Pirsch nach politischer Unterstützung. Bei den bürgerlichen Parteien finden sie offene Ohren, denn mit waidmännischer Schützenhilfe wollen die Konservativen das Vorrücken des Front National auf dem Land stoppen.

  • 13:10 Uhr

    Themen der Woche

  • 13:30 Uhr

    Auslandskorrespondenten berichten

    Die vergessene Katastrophe: Der Jemen am Abgrund

    Steine aus Plastik und Asche: Junge Palästinenser als Erfinder in Not

    Zwangsarbeit: Usbeken müssen Baumwolle ernten

    Heimkinder-Skandal: Australien arbeitet dunkles Nachkriegskapitel auf

    Am Mikrofon: Andreas Noll

  • 14:05 Uhr

    Das Bildungsmagazin

    Mehr Demokratie wagen - wie Schülerinnen und Schüler wirklich etwas bewegen können
    'Campus & Karriere' fragt: Wie gut funktioniert die Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern aktuell schon? Dürfen sie bei wichtigen Entscheidungen wirklich mitreden? Wie lässt sich Partizipation über das Internet einfacher umsetzen? Und wo liegen die Grenzen des demokratischen Prinzips - sollten Schüler z.B. auch über Unterrichtsinhalte mitentscheiden dürfen?

    Gesprächspartner:
    Marina Weisband, entwickelt und testet die Software „Aula“ für mehr Demokratie an der Schule
    Harald Willert, stellvertretender Vorsitzender beim Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschland e. V.
    Daniel Rosenkaymer, LandesschülerInnenvertretung NRW
    Leo Selinger, der Lehrer möchte in Bayern eine „Demokratische Schule“ gründen
    Am Mikrofon: Michael Böddeker

    Beitrag:
    Mitbestimmen oder nur mit dabei sein?
    Reportage über die Arbeit von SchülervertreterInnen am Reichenbach-Gymnasium in Ennepetal, NRW

    Hörertel.: 00800 - 4464 4464
    campus@deutschlandfunk.de

    Schülervertretungen gibt es inzwischen zwar an vielen Schulen, aber bei wichtigen Themen entscheidet letztlich doch oft nach wie vor die Schulleitung. Kritiker sprechen von einer „Scheinpartizipation“ - und für Schülerinnen und Schüler kann es frustrierend sein, wenn sie zwar bei der Gestaltung des Schulhofs mitwirken können, nicht aber an Entscheidungen zu Unterrichtszeiten und Pausen oder Konflikten an der Schule.
    In Bayern versuchen deshalb gerade zehn Initiativen, eine Alternative anzubieten. Sie wollen sogenannte „Demokratische Schulen“ gründen. In diesem Konzept haben Schüler und Lehrer gleiche Rechte - die gemeinsame Schulversammlung entscheidet über alle wichtigen Schulangelegenheiten. Aber auch an klassischen Schulen wächst der Wunsch nach Partizipation, und die Kultusministerkonferenz (KMK) hat schon lange den Beschluss gefasst, Schülern mehr Mitwirkungsmöglichkeiten zu geben. Zugleich wird es durch digitale Medien immer einfacher, gemeinsam demokratische Entscheidungen zu treffen. Mehrere Schulen testen etwa gerade die Software „Aula“ als Online-Plattform, um Ideen zu diskutieren und Mehrheiten innerhalb der Schülerschaft zu finden.

  • 15:05 Uhr

    Das Musikmagazin

    Brexit-Pop: Englische Musikszene fürchtet um das Image von Cool Britannia
    Das Pop-Land Großbritannien wirkt durch den Brexit nicht nur unsexy, der kommende Isolationismus könnte auch handfeste Konsequenzen haben. Die Londoner Musikszene befürchtet ein Ende des Vinyl-Revivals und der eigenen Dominanz im Konzertmarkt. Von bürokratisch verstopften Vertriebswegen bis zum beschädigten Ruf britischer Bands ist die Rede und in der international denkenden englischen Musikszene sorgen diese Szenarien bereits für gehörige Nervosität.

    „Momentan ist da viel Hass gegenüber den Machern der Austritts-Kampagne und gegen jeden, der dafür gestimmt hat“
    Ob Politiker, Musikerkollegen, Pub-Besitzer oder Manager: Auf dem neuem Werk der Sleaford Mods setzt es Hiebe für Dummheit, Skrupellosigkeit und Korruption. Für eine Nation, die von einer Verlegenheit in die nächste stolpert, von Hass und Gier gelenkt wird und ihren eigenen Kindern die Zukunft verbaut. Komplexer Stoff, den Jason Williamson und Andrew Fearn auf bewährte Art und Weise angehen - mit bissigen Texten, aggressivem Sprechgesang und minimalistischen Beats.

    „Performance, Poesie, Politik und Haltung“
    Das Musikerkollektiv Candelilla aus München und Hamburg hat ihr drittes Studioalbum mit dem Titel "Camping“ veröffentlicht. Auch wenn alle Bandmitglieder weiblich sind, möchten sie nicht als typische Frauenband verstanden werden. Selbstverständlich sind sie Feministinnen und genauso selbstverständlich möchten sie aber schlicht als Band, die rockt wahrgenommen werden.

    Am Mikrofon: Christoph Reimann

  • 16:05 Uhr

    Bücher für junge Leser

    DIE BESTEN 7
    Das Ergebnis der Deutschlandfunk-Bestenliste im Monat März
    Vorgestellt von Prof. Dr. Caroline Roeder

    Pei-Yu Chang: Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin
    (NordSüd)

    Øyvind Torseter: Der siebente Bruder
    (Gerstenberg)

    Håkon Øvreås/Øyvind Torseter: SuperMatze
    (Hanser)

    Mette Eike Neerlin: Pferd, Pferd, Tiger, Tiger
    (Dressler)

    Jo Cotterill: Eine Geschichte der Zitrone
    (Königskinder)

    Anna Woltz: Hundert Stunden Nacht
    (Carlsen)

    Sally Nicholls: Eine Insel für uns allein
    (dtv/Reihe Hanser)

    Am Mikrofon: Ute Wegmann

  • 16:30 Uhr

    Computer und Kommunikation

    Schwerpunkt:
    Mobile World Congress 2017 in Barcelona

    Das Digitale Logbuch
    Gastgeschenk

    Sternzeit 04. März 2017
    Ritt auf einem kosmischen Gesteinsbrocken

    Am Mikrofon: Manfred Kloiber

    Der Aufbau ein neuen Infrastruktur für das Internet der Dinge (IoT) war Thema vieler Diskussionen und Gespräche auf dem größten Mobilfunk-Event der Welt. Vor allem die Mobilfunkanbieter bauen jetzt Ihre Netze mit einer neuen Funktechnik auf, die es möglich machen soll, Milliarden von Dingen effizient, langlebig und vor allem kostengünstig zu vernetzen. Computer und Kommunikation diskutiert die Konzepte der Systemanbieter und den dadurch bevorstehenden Wandel der Telekommunikationsbranche.

  • 17:05 Uhr

    „Freiheit für Deniz“
    Dürfen Journalisten Aktivisten sein?
    Gespräch mit der Publizistin Carolin Emcke

    Der Milliardär und der Brexit
    Trump-Finanzier Robert Mercer unterstützte auch die Medienkampagne von Farage

    Kritiker stets in die linke Ecke stellen
    Netanjahus Kampf gegen unliebsame Journalisten

    O-Ton-Nachrichten u.a.:
    Ultrarechtes Nachrichtenportal künftig auch in Deutschland?: „Breitbart News“ konkretisiert Expansionspläne
    „Publizieren wird zur Mutprobe“: Nach einer Umfrage behindern Hass und Aggression die journalistische Arbeit
    Streit um Vergütungsregeln: Zeitungsverleger kündigen Vereinbarungen für freie hauptberufliche Journalisten

    Eine linke Sehnsuchtsgeschichte
    Feiern zu 30 Jahre Berliner Radio 100 - obwohl es den Sender nicht mehr gibt

    Am Mikrofon: Brigitte Baetz

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    "Den Teufel spürt das Völkchen nie" - Frank Castorf inszeniert mit Goethes "Faust" sein letztes Stück an der Volksbühne

    Klug und auch mal stechend - Thea Dorn tritt die Nachfolge von Maxim Biller im "Literarischen Quartett" an

    Radiokunst - Akira Takayama macht in den Räumen einer großen Fast-Food-Kette Radio mit Flüchtlingen

    Nach vier Off-Theater-Inszenierungen in Istanbul - Frank Heuel vom Fringe Ensemble über die Lage der Kulturschaffenden in der Türkei

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 18:40 Uhr

    Verteidigung, Schengen, Euro - Was bedeutet ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten?

  • 20:05 Uhr

    Hörspiel des Monats
    In darkness let me dwell - Lieder aus der Finsternis
    Von Merzouga
    Komposition & Regie: Merzouga
    Mit Christian Brückner, Jean Paul Baeck, Bruno Winzen, Ulrike Schwab
    Gesang: Tobias Christl
    Schlagzeug: Lucas Niggli
    E-Bass: Janko Hanushevsky
    Redaktion: Sabine Küchler
    Produktion: DLF/HR 2016
    Unterstützt durch die Filmstiftung NRW und die AG Ozeanische Akustik des Alfred-Wegener-Instituts

    anschließend:
    Hörspielmagazin
    Neues aus der Welt der akustischen Kunst.

    Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main zeichnet jeden Monat ein Hörspiel aus den Produktionen der ARD-Anstalten aus. Die Entscheidung über das HÖRSPIEL DES MONATS trifft eine Jury, die jeweils für ein Jahr unter der Schirmherrschaft einer ARD-Anstalt arbeitet. Am Ende des Jahres wählt die Jury aus den 12 Hörspielen des Monats das HÖRSPIEL DES JAHRES.

    Begründung der Jury:
    Das Hörspiel des Duos Merzouga (Janko Hanushevsky & Eva Pöpplein) beruht auf Ernest Shackletons gescheiterter Trans-Antarktis Expedition vor hundert Jahren. Sein Forschungsschiff Endurance wurde vom Packeis eingeschlossen und zerquetscht. Die Männer konnten sich auf ein Floß retten.
    Die Geschichte eines dramatischen Überlebens im Eis wird überlagert von einer fiktiven Antarktis-Expedition im Winter 2016, die als Folge von Tagebuchnotizen in das Hörstück hineinmontiert ist.
    Dem Duo Merzouga gelingt es, den zeitlichen Abstand eines Jahrhunderts klanglich verschwinden zu lassen. Mit der collagierten Komposition schaffen Merzouga einen atmosphärischen Raum aus experimentellen Instrumentalklängen und den mit Unterwassermikrofonen eingefangenen Lebenszeichen der antarktischen Fauna.
    In den akustisch überwältigenden Klangraum der Eiswüste fügen sich äußerst sparsam Erzählfragmente ein. Sie stehen für das verzweifelte Standhaltenwollen in der Finsternis. In dieser eng verzahnten Wort Klangkombination verwandelt sich das Hörstück zum entrückten Lautspiel.

  • 22:05 Uhr

    Topless Cellist
    Charlotte Moorman, Fluxus und die sexuelle Revolution der Kunstmusik
    Von Anna Schürmer

    Am New Yorker Criminal Court stand im Mai 1967 ein Prozess auf der Tagesordnung, der Kunst und Recht vermengte und ästhetische wie juristische Konsequenzen nach sich zog: Mit Nam June Paiks 'Opera Sextronique' hielt die sexuelle Revolution Einzug in die Kunstmusik und wurde Charlotte Moorman zur legendären 'topless Cellist'. Die 'Jeanne d’Arc der Neuen Musik' (Edgard Varèse) wurde zur weiblichen Ikone der transnationalen Fluxus-Bewegung, die mit destruktiver Geste die Versprechen des Dada erneuerte und die Musik der surrealen Aktion öffnete. Das Feature von Anna Schürmer erzählt die wundersame Wandlung der Virtuosin Charlotte Moorman zur topless Cellist entlang klingender Exponate des Fluxus: von der musikaktionischen Vaterfigur John Cage über Phil Corners destruktiv-ästhetischen 'Piano Activities' bis hin zu Nam June Paiks 'Anti-Musik'. Der Koreaner avancierte zum Pionier der Medienmusik, indem er die Grenzen der Musik sprengte und in der Verbindung von Licht, Geräusch, Bewegung und Material das multimediale Gesamtkunstwerk der Moderne schuf.

  • 22:50 Uhr
  • 23:05 Uhr

    Ein ungemeiner Drang nach Erkenntnis
    Die Lange Nacht über das Internat Pforta
    Von Tobias Barth, Lorenz Hoffmann und Hartmut Schade
    Regie: Tobias Barth

    Silentium, Refektorium, Ludorium - wem diese Begriffe leicht über die Lippen gehen, ist „Portenser“, Schüler in der Landesschule Pforta. Keine gewöhnliche Schule. Seit 1543 werden hier „würdige und bedürftige Knaben“ in „Künsten und Sprachen unterweiset“. Mädchen dürfen erst seit 1949 hier lernen. Das Besondere: Von der 9. Klasse an können Mädchen und Jungen nach Pforta, lassen ihren alten Freundeskreis hinter sich und treffen auf andere lernbegeisterte Teens. Sie verbringen Tage und Nächte miteinander, was sie oft mehr prägt als der Schulunterricht. Viermal wurde im 20. Jahrhundert fast die gesamte Lehrerschaft ausgetauscht. Wie konnte aus einem humanistischen Elitegymnasium eine „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“ (NAPOLA) werden, wie daraus eine Internatsschule mit Sonderstatus und Schülerselbstverwaltung zu DDR-Zeiten? Das Internat in der Nähe von Naumburg (Sachsen-Anhalt) beschreiben die Schüler heute als Zentrum kreativer Energie. Pfortas berühmtester Schüler, Friedrich Nietzsche, schreibt 1859 ins Tagebuch: „Mich hat jetzt ein ungemeiner Drang nach Erkenntnis ergriffen.“ 1543 gründete der sächsische Kurfürst Moritz Pforta, damit es seinem Lande „an gelahrten Leute nicht mangle“ und schuf damit einen Schultyp, der Kriege und Revolutionen, Monarchien und Diktaturen überdauerte. Kluge Köpfe brauchten sie alle, und an dem Selbstbewusstsein einer traditionsreichen Institution scheiterten viele modische Unterrichtsneuheiten. Die 'Lange Nacht' erzählt vom Internatsleben, von berühmten und weniger berühmten Schülern und Lehrern, spürt dem Geist Pfortas nach. Der sorgt bis heute dafür, dass Absolventen stolz in ihren Lebenslauf „al.port“ schreiben - Alumnus portensis.