Programm: Vor- und RückschauSonntag, 13.05.2018

  • Mon
    Tue
    Wed
    Thu
    Fri
    Sat
    Sun
  • 00:05 Uhr

    Mütter und Töchter
    Die Lange Nacht einer besonderen Beziehung
    Von Gesine Schmidt
    Regie: Beate Andres

    Alle Frauen werden wie ihre Mütter, das ist ihre Tragödie (Oscar Wilde). Kaum eine Beziehung ist so ambivalent und bietet so viel Zündstoff, wie die Mutter aller Beziehungen: die Mutter-Tochter-Beziehung. Nicht alle Frauen werden Mütter, aber alle sind Töchter und Töchter haben Mütter. Und wenn sie unter sich sind, geht es nicht hauptsächlich um die Männer, sondern um die längste Zweierbeziehung des Lebens. „Es ist wie ein riesiges Gespenst, das sich plötzlich auf einen stürzt, wenn man die Tür zum Kinderzimmer öffnet, denn es ist und bleibt die Tür zum Kinderzimmer, auch wenn man es längst vergessen hat. Hört man denn nie auf, Mutter und Tochter zu sein?“, fragt Eva ihren Mann in Ingmar Bergmans ‚Herbstsonate‘. „Einige schaffen es vielleicht“, lautet seine verzagte Antwort. Die Mutter ist die allererste Bindung, die erste große Liebe, das Rollenvorbild, und sie prägt zeitlebens die Körperlichkeit und das Gefühlsleben einer Frau. „Nur wenn die Tochter ihren Weg zwischen dem Hass auf das Mutterobjekt einerseits und der totalen Verschmelzung andererseits findet, gelangt sie zu einer befriedigenden Weiblichkeit.“, schreibt die Analytikerin Hendrika Halberstadt-Freud. Eine tragikomische, reale und fiktionale ‚Lange Nacht‘ über die emotionalen Achterbahnfahrten zwischen Müttern und Töchtern.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr  Klassik live

    Kammermusikfest Spannungen 2017

    Francis Poulenc
    Sonate für Horn, Trompete und Posaune, FP 33a
    Sibylle Mahni, Horn
    Peter Dörpinghaus, Trompete
    Emily White, Posaune

    Ivor Gurney
    'Sleep' aus: 'Five Elizabethan Songs'
    Version für Posaune und Klavier
    Emily White, Posaune
    Lars Vogt, Klavier

    Rudi Stephan
    Musik für sieben Saiteninstrumente
    Florian Donderer, Violine
    Sarah Christian, Violine
    Elisabeth Kufferath, Viola
    Gustav Rivinius, Violoncello
    Edicson Ruiz, Kontrabass
    Jana Bouskova, Harfe
    Herbert Schuch, Klavier

    Aufnahme vom 21.6.2017 aus dem Kraftwerk Heimbach

    03:05 Uhr  Heimwerk

    The Passion of Musick

    Englische und keltische Musik aus dem 17. Jahrhundert von Matthew Locke, Henry Purcell, Orlando Gibbons und anderen

    Dorothee Oberlinger, Blockflöte
    Vittorio Ghielmi, Viola da gamba
    Ensemble 1700
    Il Suonar Parlante

  • 06:05 Uhr

    Grüne Nöte - Wenn Außenseiter punkten

  • 06:10 Uhr

    Giovanni Gabrieli
    'Exaudi me Domine'. Motette zu 16 Stimmen in 4 Chören zu je 4 Stimmen
    Huelgas-Ensemble
    Leitung: Paul Van Nevel

    Dietrich Buxtehude
    'Ich bin die Auferstehung und das Leben'. Kantate für Bass, 2 Violinen, 2 Violen, 2 Zink, 2 Trompeten und Basso continuo, BuxWV 44
    Gotthold Schwarz, Bass
    Sächsisches Barockorchester

    Dietrich Buxtehude
    'Te Deum laudamus'. Choralfantasie für Orgel a-Moll, BuxWV 218
    Bernard Foccroulle, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    'Sie werden euch in den Bann tun'. Kantate am Sonntag Exaudi, BWV 44
    Barbara Schlick, Sopran
    Catherine Patriasz, Alt
    Christoph Prégardien, Tenor
    Peter Kooy, Bass
    Chor und Orchester Collegium Vocale
    Leitung: Philippe Herreweghe

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Nach der Abstimmung - Armenische Künstler zur Lage im Land

    70 Jahre Israel - Ein Interview mit dem Schriftsteller Tom Segev

    “Alternative Wahrheiten“ und andere Lügen - Ein Interview mit der Philosophin Bettina Stangneth

    07:50 Uhr  Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Trump und das Ende der liberalen Weltordnung? Ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Stephan Bierling

    Denk ich an Deutschland: die Schauspielerin Christiane Paul

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    70 Jahre Staat Israel. Ein Datum im christlichen Kalender (14.5.1948)
    Von Pfarrer Rainer Stuhlmann
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 130 Jahren: In Brasilien wird die Sklaverei abgeschafft

  • 09:30 Uhr

    Europäisches Handgepäck (4/7)
    Mohntorte und Fabeltier
    Über Orte der Aufklärung und ihre Zerstörung
    Von Mathias Greffrath
    (Teil 5 am 20.5.2018)

    Der Turul ist ein mythologischer Vogel, der Ur-Magyaren aus den Tiefen Innerasiens in die Mitte Europas geführt haben soll. Er ist, so deklamiert es der ungarische Regierungschef Viktor Orbán, „das Symbol der nationalen Identität der jetzt lebenden, der schon gestorbenen und der erst noch auf die Welt kommenden Ungarn.“ Mit Blut-und-Boden-Ideologie erklärt seine Partei nicht nur Flüchtlinge zu Feinden, sondern Demokratie und Weltoffenheit zu unungarischen Umtrieben - die Presse ist mehr oder weniger gleichgeschaltet, die Universitätsinstitute werden gesäubert, die Opposition liegt am Boden. Budapest war einst eines der Laboratorien der europäischen Moderne, seine Kaffeehäuser Orte der bürgerlichen Emanzipation; selbst unter dem Kommunismus war die Stadt eine liberale Enklave. Gibt es noch Orte der Aufklärung und der öffentlichen Reflexion?

    Auf sechs Reisen sucht Mathias Greffrath nach dem, was die Europäer noch miteinander verbindet, und macht eine fragmentarische Bestandsaufnahme. In diesem Fall als Handgepäck - unauffällige Gegenstände, die man einsteckt im Vorübergehen, als Merkzeichen, als Erinnerungen, als Fetische der Zukunft.

  • 10:05 Uhr

    Hauptgottesdienst vom Katholikentag in Münster
    Predigt: Erzbischof Reinhard Kardinal Marx

  • 12:05 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Der Blutritt von Weingarten
    Europas größte Reiterprozession in Oberschwaben

    Dakar, Touba, Saly
    Die spirituelle Seite des Senegal

    "Sie hatten doch auch zwei Deutschlands"
    Begegnungen an der nordirischen Grenze

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Erziehungswissenschaftlerin Helge-Ulrike Hyams im Gespräch mit Joachim Scholl

    ,Das Alphabet der Kindheit’ - Ihr ganzes Berufsleben hat die Pädagogin Helge-Ulrike Hyams den Kindern gewidmet - in vielen Schriften und sogar in einem eigenen Museum! In Neuruppin 1942 geboren, hat Helge-Ulrike Hyams mit 28 Jahren ihre Laufbahn als Pädagogin begonnen, an der Universität Marburg und später in Bremen. 1979 baute sie mit ihrem Mann das Marburger Kindheitsmuseum auf, das sie bis 2009 auch leitete. Ein spezielles Interesse wurde die Erforschung jüdischer Kindheit mit einer großen privaten Sammlung jüdischer Kinderbücher, die heute am Leo-Baeck-College in London untergebracht ist. In jüngster Zeit hat Helge-Ulrike Hyams ihre jahrzehntelangen Erfahrungen in einem umfangreichen Buch als ,Alphabet der Kindheit’ veröffentlicht.

  • 15:05 Uhr

    Experimentelle Beichtstuhlmusik
    Die New Yorker Band Son Lux
    Von Paul Baskerville

    Son Lux aus New York City ist ein genreübergreifendes Phänomen: Kopf der Band ist der avantgardistische Multiinstrumentalist Ryan Lott, ein klassisch ausgebildeter Musiker, der gern den Bogen zwischen akustischen und elektronischen Komponenten spannt. Seit 2015 arbeitet Lott mit Rafiq Bhatia (Gitarre) und Ian Chang (Schlagzeug) an ehrgeizigen und komplexen Kompositionen. Das aktuelle sechste Album ,Brighter Wounds’ transportiert ambivalente Stimmungen: Ryan Lott wurde zum ersten Mal Vater und musste gleichzeitig den Krebstod eines engen Freundes verarbeiten. So entstand Post Rock mit ungewöhnlicher Intimität.

  • 16:10 Uhr

    Aus dem literarischen Leben
    Das Buch der Woche

    Emanuele Coccia: "Die Wurzeln der Welt"
    Aus dem Französischen von Elsbeth Ranke
    (Hanser Verlag, München)
    Ein Beitrag von Thomas Palzer

    Am Mikrofon: Hubert Winkels

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Das Böse im Brot
    Über eine grassierende Weizenunverträglichkeit
    Von Lucian Haas

    Weizen ist ins Gerede gekommen. Immer mehr Konsumenten klagen nach dem Verzehr über einen gereizten Darm und greifen verstärkt zu glutenfreien Ersatzbrötchen. Dabei handelt es sich bei den Beschwerden gar nicht um eine klassische Zöliakie, die tatsächlich auf eine Glutenunverträglichkeit zurückzuführen ist. Nur was ist es dann? Jetzt sucht die Forschung nach der Wurzel des Bösen.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Der Journalist Farhad Payar über den Iran nach dem geplatzten Atom-Deal im Gespräch mit Karin Fischer

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Ein Oratorium für die Opernbühne - Händels „Semele“ wird an der Komischen Oper von Barrie Kosky inszeniert

    Das Spannungsverhältnis von Kunst und Politik - Internationale Tagung in Berlin

    „Neues Stück I“ - Kreation von Dimitris Papioannou für das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

    Corinna Harfouch als Marine Le Pen - Uraufführung von "Die Präsidentin" bei den Ruhrfestspielen

    Nach der Abstimmung - Armenische Künstler zur Lage im Land

    Am Mikrofon: Beatrix Novy

  • 18:40 Uhr

    Offene Baustellen im Jugendamt: Kinder stärken - aber wie?

  • 19:10 Uhr

    Fußball - 2. Liga, 34. Spieltag:
    FC Ingolstadt - 1. FC Kaiserslautern; SV Darmstadt 98 - Erzgebirge Aue;
    Dynamo Dresden - 1. FC Union Berlin; 1. FC Heidenheim - SpVgg Greuther Fürth;
    VfL Bochum - Jahn Regensburg; 1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf;
    Arminia Bielefeld - SV Sandhausen; MSV Duisburg - FC St. Pauli;
    Holstein Kiel - Eintracht Braunschweig

    Premier League - Letzter Spieltag

    Eishockey-WM in Dänemark - Deutschland - Finnland (20:15 Uhr)

    Formel 1 - GP von Spanien in Barcelona (15:10 Uhr)

    Handball BL, Füchse Berlin - Rhein-Neckar Löwen (15:00 Uhr)

    Radsport - 9. Etappe Giro d'Italia: Pesco Sannita - Gran Sasso d'Italia

    Spring- und Dressurderby 2018 in Hamburg

    Am Mikrofon: Andrea Schültke

  • 20:05 Uhr

    Ich esse nicht, also bin ich
    Vom diätischen Leben
    Von Bettina Mittelstraß
    Regie: Philippe Bruehl
    Produktion: Dlf 2018

    Seit 50 Jahren gibt sie Anleitungen für den Verzicht nach der Völlerei: die Brigitte-Diät. Längst ist sie Synonym für die Schlankheitskur und Symbol für das vernünftige Leben. Nicht nur Körperbilder, auch viele Dogmen stecken hinter Diätvorschriften: Überleg dir, was du isst, und du bist den Trieben überlegen. Fit statt fett, gesund statt gefräßig, definiert statt unförmig. Auch politischer Protest und Lebenskrisen spielen sich auf dem Teller ab. Reduktion ist das Stichwort der Stunde, und Diät zu halten heißt Kontrolle zu haben. Wer nicht alles isst, dem geht es besser. Wer noch alles isst, ist ohnehin out. Auf richtige Lebensführung zielt der ursprünglich altgriechische Wortsinn von Diät - doch wo viele Richtlinien sind, ist auch vieles falsch.

  • 21:05 Uhr

    XV. Festiwal Paradyż. Musyka w Raju

    Georg Philipp Telemann, Johann Rosenmüller, Mikołaj z Krakowa u.a.
    Konzerte und Sonaten

    Corina Marti, Cembalo
    Aira Maria Lehtipuu, Violine
    Kore Orkiestra
    Leitung: Joanna Boślak-Górniok und Marianna Henriksson

    Aufnahmen vom 18.8. und 20.8.2017 aus der Kirche Mariä Himmelfahrt von Gościkowo-Paradyż/Polen

    Am Mikrofon: Rainer Baumgärtner

    Das ehemalige Zisterzienserkloster und heutige Priesterseminar Paradyż liegt nur 80 Kilometer von Frankfurt an der Oder entfernt im Westen von Polen. Jedes Jahr, Ende August, wird die Idylle um den hübsch renovierten Gebäudekomplex neun Tage lang gestört, wenn er Dutzende von Musikern und Hunderte von Konzertbesuchern für das Alte-Musik-Festival Muzyka w Raju aufnimmt. Der umtriebige Musikmanager Cezary Zych hat es vor 15 Jahren gegründet und für einen treuen Besucherstamm zu einem wahren Pilgerort entwickelt. Die Besonderheit des Festivals besteht darin, dass die Musiker, eine Mischung aus langjährigen Profis und exzellenten Nachwuchsleuten, die ganze Zeit über in Paradyż bleiben und in unterschiedlichen Formationen zusammenspielen. Aus diesem Ansatz heraus hat Zych nun das Kore Orkiestra gegründet, ein Kammerorchester, das er als festes Ensemble junger Profimusiker etablieren möchte. Beim vergangenen Festival konzentrierte sich Kore auf die Musik des von der polnischen Volksmusik beeinflussten Georg Philipp Telemann, während die Schweizerin Corina Marti polnische Cembalomusik aus dem 16. Jahrhundert vorstellte.

  • 23:30 Uhr

    „Die Bundesliga ist nicht mehr wettbewerbsfähig.“
    zum Bundesliga-Finale Sportgespräch mit Martin Kind, Präsident Hannover 96

    Die Fragen stellt Hendrik Maaßen