Dienstag, 16. April 2024

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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 20.11.2022

  • 00:05 Uhr

    Liebe und Zorn
    Eine Lange Nacht über den Mystiker und Theosophen Jacob Böhme
    Von Ronald Steckel
    Regie: der Autor
    (Wdh. v. 28./29.3.2020)

    Jacob Böhme (1575-1624) ist eine der unbekanntesten und gleichzeitig bedeutendsten Figuren der deutschen Geistesgeschichte. Er war Zeitgenosse Shakespeares, Giordano Brunos und Galileis und lebte als Schuhmacher und Tuchhändler in Görlitz an der Neiße. Nach mehreren Erleuchtungserfahrungen begann er, seine inneren Erlebnisse und Visionen aufzuzeichnen und offenbarte sich dabei als ein starker Sprachgestalter, der das Deutsch der Lutherbibel in kraftvoller Weise für seine Schriften nutzte. 1612 verfasste er für sich selbst als Erinnerungsbuch den Text „Morgenröte im Aufgang", einen grandiosen Entwurf christlicher Theosophie und Kosmosophie, der einen vollkommenen Bruch mit kirchlicher Autorität bedeutete. Hier stellte er die Erkenntnis- und Willensfreiheit des Menschen in den Mittelpunkt. Die lutherisch-orthodoxe Obrigkeit der Stadt Görlitz beschuldigte Böhme der Ketzerei und erteilte dem Autor Schreibverbot, konnte aber nicht verhindern, dass er in den politisch unabhängigen und geistig aufgeschlossenen Kreisen des schlesischen Adels bekannt wurde. Dort betrachtete man ihn als Propheten und ließ ihm jede erdenkliche Unterstützung zukommen. Die letzten Jahre seines Lebens war er, ausschließlich mit der Niederschrift seiner Texte beschäftigt, ein schon zu Lebzeiten in weiten Teilen Europas als „Philosophus Teutonicus" berühmter Mann.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Heinrich Schütz Musikfest 2019

    Heinrich Schütz
    "Schwanengesang", SWV 482-494 (Auszüge)

    RIAS Kammerchor Berlin
    Capella de la Torre
    Leitung: Katharina Bäuml und Justin Doyle

    Aufnahme vom 4.10.2019 aus dem Konzertsaal Gera

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Heinrich Schütz
    Madrigale & Hochzeitsmusiken

    Siehe, wie fein und lieblich ist's, SWV 48
    Saget den Gästen, SWV 459
    Itzt blicken durch des Himmels Saal, SWV 460
    Nachdem ich lag in meinem öden Bette, SWV 451
    Lässt Salomon sein Bette nicht umgeben, SWV 452
    Ich beschwöre euch, ihr Töchter zu Jerusalem, SWV 339
    Ach, wie soll ich doch in Freuden leben, SWV 474
    Liebster, sagt in süßem Schmerzen, SWV 441

    Dorothee Mields, Sopran
    Isabel Schicketanz, Sopran
    David Erler, Countertenor
    Georg Poplutz, Tenor
    Tobias Mäthger, Tenor
    Felix Schwandtke, Bass
    Dresdner Kammerchor
    Leitung: Hans-Christoph Rademann

  • 06:05 Uhr

    Förderprogramm Neustart Kultur: Geld auch in falschen Händen

  • 06:10 Uhr

    Johann Ludwig Krebs
    "Wachet auf ruft uns die Stimme". Choralbearbeitung für Orgel à 2 Claviere è Pedale und Clarino, Krebs-WV 713
    Felix Friedrich, Orgel
    Robert Vanryne, Naturtrompete

    Johann Sebastian Bach
    "Wachet auf, ruft uns die Stimme" für Sopran, Tenor, Bass, Chor, Orchester und Basso continuo, BWV 140
    Dorothee Mields, Sopran
    Georg Poplutz, Tenor
    Tobias Berndt, Bass
    Chorus Musicus Köln
    Das Neue Orchester
    Leitung: Christoph Spering

    Heinrich Schütz
    "Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben" für 6 Stimmen und Basso continuo, SWV 391
    Collegium Vocale Gent
    Leitung: Philippe Herreweghe

    Felix Mendelssohn Bartholdy
    "Jesus, meine Zuversicht" für Solostimmen, gemischten Chor und Basso continuo, MWV B 13
    Anja Bittner, Sopran
    Alena Leja, Sopran
    Birgit Meyer, Alt
    Daniel Sans, Tenor
    Manfred Bittner, Bass
    Chamber Choir of Europe
    Leitung: Nicol Matt

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Bühne unter Wasser in Görlitz - Verheerende Wasserschäden an den Theatern häufen sich

    Privates und politisches Trauern - Ein Interview mit der Kunsthistorikerin und Kuratorin Brigitte Kölle

    WM boykottieren! Ein Interview mit der Schriftstellerin Jagoda Marinic

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Krisen, Konsum und Moral - Zu "Kauf-nix-Tag" und "Black Friday" ein Interview mit dem Soziologen Michael Jäckel

    Denk ich an Deutschland: der ehemalige Olympionike Christian Schenk

    Am Mikrofon: Benedikt Schulz

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Letzte Wahrheiten. Von der Spiritualität des Alters
    Von Johannes Schröer
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 125 Jahren: Die Fotografin Germaine Krull geboren

  • 09:30 Uhr

    Dunkle Seiten der Demokratie
    Die Geschichte der Scheinreferenden und Scheinwahlen
    Von Hedwig Richter

    Die manipulierte Massenpartizipation gehört seit über 200 Jahren zur Geschichte der politischen Partizipation und zeigt, wie problematisch und wenig heroisch Demokratiegeschichte häufig ist.
    Warum ließ Russland in den besetzten Gebieten im Osten der Ukraine Scheinreferenden abgehalten? Über solche Art Massenabstimmungen und Wahlen, die von oben orchestriert sind und die Bevölkerung überwältigen, scheint es nicht viel zu sagen zu geben, weil ihr Unrechtscharakter offensichtlich ist. Doch haben diese Fake-Abstimmungen eine lange Geschichte, die am Ende des 18. Jahrhunderts unter Napoleon Bonaparte beginnt. Wahlen dienten dabei keineswegs nur dazu, den Willen des Volkes zum Ausdruck zu bringen. Vielmehr haben sie die unterschiedlichsten Funktionen erfüllt, etwa die Legitimierung traditioneller Herrschaft oder die Disziplinierung der Bevölkerung.
    Hedwig Richter lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München. Sie forscht über die Demokratiegeschichte, Migration, Geschlechtergeschichte im 19. und 20. Jahrhundert in Europa und in den USA. Zuletzt erschienen von ihr bei Suhrkamp „Aufbruch in die Moderne. Reform und Massenpolitisierung im Kaiserreich“ (2021) und bei C.H.Beck „Demokratie. Eine deutsche Affäre. Vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ (2020).

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Dorfkirche in Wildenbruch
    Prediger: Pfarrer Michael Dürschlag
    Evangelische Kirche

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Romantiker und Komponist
    E.T.A. Hoffmann in Berlin

    Sehenswürdigkeiten, die man nicht sehen kann:
    Im Lügenmuseum in Radebeul

    In der Heimat der Meister
    Cremona und die Geschichte seiner berühmten Geigen

    Stippvisite bei Hera
    Am Geburtsort der antiken Göttin auf Samos

    Glögg und Lachs und Moltebeeren
    Die Skandinavischen Weihnachtsmärkte in Hamburg

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Klimaforscher Anders Levermann im Gespräch mit Florian Felix Weyh

    Seit langem begleitet er den Klimawandel wissenschaftlich und betrachtet Verbote als unumgänglich. Doch der Physiker Anders Levermann hält nichts von einer Verzichtsmoral, die den Einzelnen für ausbleibende politische Entscheidungen in Haftung nimmt.

  • 15:05 Uhr

    Meisterwerke und Mythenbildung
    Das Rockjahr 1972
    Von Fabian Elsäßer

    In Montreux brennt während eines Auftritts von Frank Zappa eine Konzerthalle ab, in der eine aufstrebende Rockband eigentlich ihr nächstes Album aufnehmen wollte. Einige Hundert Kilometer weiter südwestlich finden die Rolling Stones Zuflucht vor dem britischen Fiskus, der nach Millionen trachtet, die außer ihrem Manager womöglich nie jemand gesehen hat. 1972 entstehen eine ganze Reihe Alben, die im Werkkatalog der jeweiligen Band bis heute als Meilenstein gelten. „Machine Head“ von Deep Purple, „Exile on Main Street“ von den Stones. Kunstrock und Konzeptalben erreichen erste Gipfel: Jethro Tulls „Thick as a Brick“ etwa besteht aus einem einzigen Song. Und Yes erdenken für „Close to the Edge“ Songstrukturen, die so komplex sind, dass die Musiker sie bei der nächsten Probe schon wieder vergessen haben.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    John Jeremiah Sullivan: „Vollblutpferde“
    Aus dem amerikanischen Englisch von Hannes Meyer
    (Suhrkamp Verlag, Berlin)
    Ein Beitrag von Christian Metz

    Am Mikrofon: Jan Drees

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Gemeinsam oder Untergehen: Wo steht der internationale Klimaschutz nach der COP27
    Am Mikrofon: Lennart Pyritz

  • 17:05 Uhr

    "Pflicht wird zu einem progressiven Wert". Der Soziologe Andreas Reckwitz im Gespräch mit Anja Reinhardt

  • 17:30 Uhr

    "Der Zwerg / Petruschka" - Inszenierungen von Zemlinsky und Strawinsky in der Oper Köln

    Schaufenster für das arabische Kino - Das Internationale Filmfestival in Kairo

    "Les Mondes flottants" - Neue Choreographien von Damien Jalet und Sidi Larbi Cherkaoui in Genf

    Street Life - Die Straße in der Kunst von Kirchner bis Streuli im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen

    Schauen oder Schmähen - Der Philosoph Wolfram Eilenberger zum Start der WM

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 18:40 Uhr

    Mehr als nur glücklich: Reformen im Königreich Bhutan

  • 19:10 Uhr

    WM22 - Eröffnungsspiel: Katar - Ecuador
    WM22 - Kollegengespräch mit DLF-Reporter Matthias Friebe
    WM in Katar: Das Gehirn der Stadien - Besuch im Command & Control Centrum
    WM in Katar - Interview mit Wirtschaftsethiker Prof. T. Beschorner
    WM in Katar - DFB aktuell

    Fußball - DFB-Pokal Frauen: 1. FC Nürnberg - VfL Wolfsburg

    Abschied von Reinhard Rauball

    Formel 1 - 22. Lauf "Großer Preis von Abu Dhabi"

    Ski Alpin - Weltcup in Levi: Lauf der Damen

    Volleyball - Bundesliga der Frauen

    Handball - EM der Frauen: Finale
    Handball - Bundesliga: Füchse Berlin - TBV Lemgo Lippe

    Basketball - Bundesliga: Alba Berlin - MHP Riesen Ludwigsburg

    Am Mikrofon: Astrid Rawohl

  • 20:05 Uhr

    Virtuelle Berührungen
    ASMR oder Die Kunst, Kopfkribbeln zu erzeugen
    Von Manuel Gogos
    Regie: Philippe Brühl
    Produktion: Deutschlandfunk 2022

    Schauer, die den Nacken runterlaufen, oder ein kribbelndes Gefühl auf der Kopfhaut: Besonders junge Menschen verbinden mit ASMR oder „Autonomous Sensory Meridian Response“ ein Gefühl von Entspannung.
    Ein wohliges Gänsehautgefühl kann gezielt „getriggert“ werden, durch flüsternde Stimmen oder reibende Geräusche. Die akustischen „Nahaufnahmen“ fühlen sich für ASMR-Fans an, als käme es zu wirklichen Berührungen. Im Jahr 2021 wurde ASMR zum drittmeist genutzten Suchbegriff auf YouTube. Das Feature portraitiert einige der angesagtesten ASMR-Videokünstlerinnen wie die Webvideoproduzentin Maria Viktorovna, deren Kanal „Gentle Whispering ASMR“ über zwei Millionen Follower hat. Oder „Ephemeral Rift“, den eigenwilligen ASMR-Künstler, der in seinem Video „Melon Relaxation“ in der Verkleidung eines mittelalterlichen Pestarztes andächtig eine Melone abklopft. Auch der Autor bleibt bei seinen ASMR-Selbstversuchen nicht „unberührt“. Geht es bei diesem eigenartigen Phänomen um den Versuch, im Internetzeitalter mit den Mitmenschen wieder in Berührung zu kommen? Und wie erklärt die Wissenschaft das ASMR-Phänomen?

  • 21:05 Uhr

    Zum 350. Todestag von Heinrich Schütz

    Heinrich Schütz
    Kleine geistliche Konzerte
    Motetten aus der „Geistlichen Chor-Musik“
    Italienische Madrigale

    Musica Ficta
    Jakob Lorenzen, Cembalo
    Leitung: Bo Holten

    Aufzeichnung vom 18.6.2022 aus Schloss Kronborg, Helsingør

    Am Mikrofon: Marie König

    Umgeben von Wasser, auf einer Landzunge mitten im Meer, thront das Schloss Kronborg in Helsingør. Schon William Shakespeare war so beeindruckt von dieser Festung, dass er sie als Schauplatz seiner Tragödie „Hamlet“ auserkor. Im prunkvollen Tanzsaal, wo dänische Könige tafelten, tritt das Ensemble Musica Ficta auf - im Rahmen einer dreijährigen Residenz. 2022 beschäftigt sich das Ensemble schwerpunktmäßig mit Heinrich Schütz, der vor 350 Jahren gestorben ist. Seine „Kleinen geistlichen Konzerte“ erschienen 1636 und reflektieren die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges. Die Erleichterung über dessen Ende spiegeln die Motetten der „Geistlichen Chor-Musik“. In der zweiten Konzerthälfte erklingen Madrigale, die der junge Schütz von einer Studienreise nach Venedig mitbrachte.