Programm: Vor- und RückschauSonntag, 18.06.2017

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  • 00:05 Uhr

    Alles ist eitel, außer dem schönen Trug
    Eine Lange Nacht über den skeptischen Romantiker Giacomo Leopardi
    Von Rüdiger Achenbach
    Regie: Rüdiger Achenbach

    1798 wurde Graf Giacomo Leopardi in der kleinen italienischen Provinzstadt Recanati geboren. Er ist ein Dichter und Denker an der Schwelle von Aufklärung und Romantik. In seiner Jugend flieht er vor den ersten Anzeichen einer heimtückischen Krankheit in ein rastloses Studium. Schon bald beginnt sein geistiger Feldzug gegen das zweckrationale Fortschrittsdenken der Moderne. Leopardis Korrektiv ist die Fantasie, mit deren Hilfe er die Ästhetik mit den existentiellen Fragen der Menschen verbindet. Für ihn gehören Poesie und Philosophie zusammen. Doch der Querdenker macht sich in den literarischen Salons auch viele Feinde. Als er mit 38 Jahren in Neapel stirbt, entwickelt sich sein Tod zu einem rätselhaften Kriminalfall.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr  Klassik live

    Wolfgang Amadeus Mozart
    Sinfonie Nr. 8 D-Dur, KV 48

    Ralph Vaughan Williams
    Sinfonie Nr. 8 d-Moll

    Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
    Leitung: Sir Roger Norrington

    Aufnahme vom 20.11.16 aus der Philharmonie Berlin

    03:05 Uhr  Heimwerk

    Schubert-Lieder
    orchestriert von Max Reger und Anton Webern

    Christian Elsner, Tenor
    Radio-Sinfonieorchester Berlin
    Leitung: Marek Janowski

  • 06:05 Uhr

    Herausgefordert - Russlands Jugend protestiert gegen die Machthaber im Kreml

  • 06:10 Uhr

    Philipp Heinrich Erlebach
    'Gelobet sei der Herr'. Kantate am 1. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, 2 Violen und B.c.
    Dorothee Mields, Sopran
    Britta Schwarz, Alt
    Jörn Lindemann, Tenor
    Andreas Post, Tenor
    Klaus Mertens, Bass
    Telemann-Kammerorchester Michaelstein
    Leitung: Ludger Rémy

    Johann Gottfried Walther
    Concerto für Orgel solo h-Moll (LV 133)
    Kei Koito, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    'O Ewigkeit, du Donnerwort'. Kantate am ersten Sonntag nach Trinitatis in 2 Teilen, BWV 20
    Robin Blaze, Countertenor
    Jan Kobow, Tenor
    Peter Kooij, Bass
    Bach Collegium Japan
    Leitung: Masaaki Suzuki

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Ungeliebtes Theater - Streit um das Akko-Festival in Israel

    Migration, Flucht, Asyl - Ein Interview mit dem Historiker Jochen Oltmer

    Goethe als Kulturkritiker - Ein Interview mit dem Kulturhistoriker Manfred Osten

    07:50 Uhr  Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Auf dem Weg in ein neues Frankreich? Ein Interview mit der Politikwissenschaftlerin Claire Demesmay

    Denk ich an Deutschland: der Künstler Anselm Kiefer

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Strafrecht in einer Kirche der Liebe?
    Von Sabine Demel
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 250 Jahren: Der britische Kapitän Samuel Wallis ankert als erster Europäer vor Tahiti

  • 09:30 Uhr

    documenta 14 - Gedanken zur Kunst
    Hendrik Folkerts über Partituren
     

    Zur Annäherung an eine Definition: Die Partitur [score] ist ein Notationsapparat, der das Material einer Disziplin - Musik, Tanz und Performance, aber auch Architektur, Linguistik, Mathematik und Physik - und ihre Wissenssystematik mit einer Sprache verbindet, die eine Beschreibung, Übertragung und Bezeichnung produziert, um in jeder gewünschten Form gelesen, aufgeführt oder ausgeführt werden zu können. Im letzten Jahrzehnt konnte man innerhalb der zeitgenössischen Kunst und Performance ein wachsendes Interesse an diesem Thema der Partitur beobachten. Wie erzeugt sie Bedeutung? Worin besteht das Verhältnis zwischen einer Partitur in der Musik und den Formen der Notation, die für die bildende Kunst kennzeichnend sind? Wofür steht eine Partitur?
    Hendrik Folkerts ist Kurator der documenta 14 und betreut dort Performances und Film, sowie Kunst in Südostasien und Australien. Am Stedelijk Museum in Amsterdam ist er Kurator für Performance, Film und diskursive Programme. Er studierte Kunstgeschichte an der Universität Amsterdam und ist spezialisiert auf zeitgenössische Kunst.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Kirche St. Nikolai in Stralsund
    Predigt: Pastor Dietmar Mahnke
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Jennifer Morgan, Vorsitzende Greenpeace International

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Abenteuer Kongo
    Artenschutz und Biodiversität in Deutschland

    „Trump Slump“
    Wie die amerikanische Reiseindustrie mit dem Faktor Trump umgeht

    Zurück zur Natur
    Gestresste Großstädter auf „urbaner Safari“ durch Köln

    Idylle des echten Handwerks
    Die „Kunst- und Seidenblumenstadt“ Sebnitz in der Sächsischen Schweiz

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Drehbuchautorin Annette Hess im Gespräch mit Klaus Pilger

    Die preisgekrönte ARD-Serie ‚Weissensee‘ ist ihr Kind. Die Drehbuchautorin Annette Hess hat die politische Serie über eine DDR-Familie im Vorfeld des Mauerfalls geschrieben. Dafür erhielt sie einen Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis. Annette Hess stammt nicht aus der DDR, sie wurde 1967 in Hannover geboren und wuchs dort in der Nähe auf dem Land auf. Sie studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und hatte dort so prominente Lehrer wie die Schriftsteller Tankred Dorst und Christoph Hein. Nach Tätigkeiten als Fernseh-Regieassistentin und Drehbuchlektorin arbeitet sie seit 2001 ausschließlich als Drehbuchautorin. Ihre Uni-Abschlussarbeit, das Drehbuch ‚Was nützt die Liebe in Gedanken‘ wurde 2004 zu einem Kinofilm mit Daniel Brühl, August Diehl und Anna Maria Mühe. Annette Hess schrieb u.a. den ARD-Zweiteiler ‚Die Frau vom Checkpoint Charlie‘ , mehrere Folgen für die Reihe ‚Polizeiruf 110‘ und zuletzt den hochgelobten ZDF-Dreiteiler ‚Ku’damm 56‘.

  • 15:05 Uhr

    „I'd love to turn you on"
    50 Jahre 'Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band' der Beatles
    Von Tim Schauen

    Vor 50 Jahren veröffentlichten The Beatles ihr achtes Studioalbum. Nachdem sie zuvor die Popmusik erfunden und die Beatlemania entfacht hatten, mit den Alben ‘Rubber Soul‘ (1965) und ‘Revolver‘ (1966) erneut neue musikalische Ausdrucksweisen fanden, brachen sie im Juni 1967 erneut alle Rekorde. Das Album ‘Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band‘ gilt als eines der ersten Konzeptalben. Es besticht durch innovativen Sound, wobei - wieder einmal - ihrem Produzenten George Martin eine prägende Rolle zukam. Vom rockigen Titeltrack über LSD-affine, spacige Trips in ‘Lucy In The Sky With Diamonds‘ bis zum 40-köpfigen BBC-Orchester im Song ‘A Day In The Life‘, für dessen Schluss alle Musiker ihre Instrumente vom tiefsten bis zum höchsten Ton ausreizen sollten - und dem markant ausklingenden E-Dur-Akkord: Das Album ist und bleibt ein Monument.

  • 16:10 Uhr

    Aus dem literarischen Leben
    Das Buch der Woche

    Eduardo Mendoza: Das dunkle Ende des Laufstegs
    Aus dem Spanischen von Kirsten Brandt
    (Nagel & Kimche)
    Ein Beitrag von Margrit Klingler-Clavijo

    Am Mikrofon: Hubert Winkels

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Expedition ins Graue
    Kontaktaufnahme mit Wachkoma-Patienten
    Von Lennart Pyritz

    Was denken, fühlen, erleben Wachkoma-Patienten? In der klinischen Praxis fällt Ärzten eine Antwort oft schwer. In 37 bis 43 Prozent kommt es angeblich zu Fehldiagnosen. Das bedeutet: Viel zu oft wird ein minimales Bewusstsein übersehen - mit Folgen für die weitere Behandlung. Das Problem bei der Diagnose: EEG, MRT oder PET - es gibt keine Methode, die ein Bewusstsein eindeutig belegt. Idealerweise würden mehrere Untersuchungsschritte kombiniert, was im Behandlungsalltag jedoch oft an Kosten und Aufwand scheitert. Zudem ist der Begriff des Bewusstseins unscharf. Manche Forscher denken: Ein Mensch hat es oder er hat es nicht. Schwarz oder weiß. Andere dagegen vermuten: Zwischen dem Schwarz des Unbewussten und dem Weiß des vollen Bewusstseins liegen Grautöne. Um der Unschärfe Rechnung zu tragen, sprechen Forscher inzwischen nicht mehr von Wachkoma sondern vom Syndrom reaktionsloser Wachheit. Derart gerüstet starten Forscher und Ärzte einen neuen Versuch, ins Innenleben ihrer Patienten vorzudringen. Ihre Expedition führt ins Graue.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente
    Politisches Theater für Kinder - Volker Ludwig vom Grips-Theater bilanziert im Gespräch mit Oliver Kranz

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    Kampf um die Zarenkrone - Modest Mussorgskijs „Boris Godunow“ an der Deutschen Oper Berlin

    "Schostakowitsch-Trilogie" - Choreograf Alexej Ratmansky widmet sich in Amsterdam Leben und Werk von Dmitri Schostakowitsch

    Ungeliebtes Theater - Streit um das Akko-Festival in Israel

    Lyrisch die Leviten lesen - Gedichte über Europa beim poesiefestival Berlin, Direktor Thomas Wohlfahrt im Gespräch

    documenta-echo: Roee Rosen

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:40 Uhr

    Familienpolitik - Von Rechtsansprüchen und Wahlkampfversprechungen

  • 19:10 Uhr

    Fußball - U21-EM in Polen, 1. Gruppenspiel: Deutschland - Tschechien

    Fußball - FIFA-Confederations Cup
    Gruppe A: Portugal - Mexiko
    Gruppe B: Kamerun - Chile

    Fußball - FIFA-Confederations Cup
    - Kollegengespräch mit Matthias Friebe

    DFB/UEFA - Wie transparent ist die EM-Bewerbung wirklich?

    Tennis - Herren: Mercedes Cup auf dem Stuttgarter Weißenhof: Finale

    Tennis - Vorschau auf das ATP-Turnier in Halle/Westfalen

    Kommentar: Übertragungsrechte - CL nur noch im Pay-TV. Kein Grund zum Jammern!

    Schwimmen - DM in Berlin: Finalläufe

    Interview mit Schwimm-Bundestrainer Henning Lambertz

    Handball - EM-Qualifikation in Bremen: Deutschland - Schweiz

    Auszug Sportgespräch Handball-Bundestrainer Christian Prokop

    Segeln - Ergebnis erste Fahrt Admirals-Cup

    IOC - Ban Ki Moon neuer Chef der Ethikkommission - Wird jetzt alles sauber?

    Am Mikrofon: Philipp May

  • 20:10 Uhr

    Taekwondo
    Oder: Auch Affen fallen mal vom Baum
    Von Elodie Pascal
    Regie: Elisabeth Putz
    Produktion: RBB/NDR/WDR 2015

    “Auch Affen fallen mal vom Baum“, ist ein koreanisches Sprichwort. Es bedeutet: Jeder macht Fehler. Das ermutigt Elodie Pascal zum Selbstversuch. Sie schwitzt, kämpft und gräbt nach den Wurzeln des Taekwondo. Und muss sich dabei vor allem selbst bezwingen. “Ich bin auch ein Mensch“, sagt Großmeister Yoon Sin-Kil. Er stellt sich damit gegen eine Mythologisierung der koreanischen Kampfart, die vor allem eines erfordert: Respekt. “Wir machen eine gefährliche Sportart. Ich kann dich mit einem Schlag töten“, erklärt Großmeister Frank Kessler. Doch Pascal lässt sich davon nicht abschrecken. Weder von der rätselhaften Geschichte des Taekwondo, noch von dessen kommerzorientierter Gegenwart. Für sie bedeutet Taekwondo einfach: Freude, Adrenalin und ein unablässiges Arbeiten an sich selbst.

  • 21:10 Uhr

    Forum neuer Musik 2017 "Im Anthropozän“

    Ludwig Abraham / Andy Ingamells
    Peoples Age(UA)
    Performance mit Musik

    Yasutaki Inamori
    Canonic Scenes(UA)

    Gerald Eckert
    Melting away(UA)

    Rie Watanabe, Schlagwerk
    Dominik Susteck, Orgel
    Aufnahmen vom 8. und 9.4.17 aus der Kunst-Station Sankt Peter in Köln

    Am Mikrofon: Leonie Reineke und Ingo Dorfmüller

    Die Performance ‘Peoples Age‘ von und mit Ludwig Abraham und Andy Ingamells dekonstruierte eine fiktive Wissenschaftsshow und lenkte den Fokus auf Leerraum und Täuschung im Entertainmentbetrieb. Gerald Eckerts großräumiges Auftragswerk ‘Melting away‘ für Schlagwerk und Orgel war angeregt von Fotografien Camille Seamans an den Polen der Erde. Angesichts der Schönheit von Eisformationen sei die Gefährdung der menschlichen Lebensumwelt mitzudenken. Beim Kölner Forum neuer Musik 2017 ‘Im Anthropozän‘ versammelten sich künstlerische Produktionen, in denen ihre eigene Gegenwart vorkommt.