Montag, 16. Mai 2022

Programm: Vor- und RückschauSonntag, 07.01.2018

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  • 00:05 Uhr

    „Der Weg gehüllt in Schnee ... “
    Eine Lange Nacht über das Reisen im Winter
    Von Stefan Zednik
    Regie: Beate Ziegs

    Der Winter ist nicht die Zeit, in der es sich zu Reisen empfiehlt. Dies galt zumindest bis zur Erfindung der modernen Verkehrsmittel, dies galt vor Eisenbahn, Automobil und Flugzeug. Reisen im Winter, Reisen durch die erfrorene Natur - das wird oft mit Tod, mit Untergang verknüpft. Der Mangel an frischen Lebensmitteln, die erschwerte Begeh- und Befahrbarkeit der Wege, die Kürze der Tage und die Notwendigkeit, zur Nacht ein geschütztes Lager finden zu müssen, all dies machte das Reisen im Winter gefährlich. Napoleons Armeen scheiterten im winterlichen Russland ebenso wie die deutschen Soldaten 1942 in Stalingrad. Auch der Einzelne, der Pilger, der Händler oder der Wandergeselle früherer Tage, zog kaum im Winter los. Und dennoch ist seit der Romantik, vor allem seit der „Winterreise“ von Wilhelm Müller und Franz Schubert, das Reisen in der kalten Jahreszeit ein unübersehbarer Topos der Kulturgeschichte. „Nun ist die Welt so trübe, der Weg gehüllt in Schnee“, heißt es im ersten Lied des berühmten Zyklus. Die ,Lange Nacht' wird das Reisen im Winter in seinen literarischen, philosophischen, musikalischen und auch filmischen Umsetzungen beleuchten. Denn das Sujet fasziniert Dichtung und Literatur, Musik, Theater und Film bis heute.Von Schuberts Sammlung „schauerlicher Lieder“ bis hin zur „Winterreise“ von Elfriede Jelinek hat die Metapher für die Isolation des Individuums in einer gefühlskalten Gesellschaft nichts von ihrer Faszination eingebüßt.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr  Klassik live

    Hängende Gärten

    Philipp Maintz
    hängende gärten (UA)

    Johannes Brahms
    Sinfonie Nr. 2 D-Dur

    Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
    Leitung: Christoph Eschenbach

    Aufnahme vom 28.5.2017 aus der Berliner Philharmonie

    03:05 Uhr  Heimwerk

    Rapsodia

    George Enescu
    Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 a-Moll, op. 25 "dans le caractère populaire roumain"

    Anonymus
    Doina et Hora für Zimbal

    György Kurtág
    8 Duos für Violine und Zimbal, op. 4

    Patricia Kopatchinskaja, Violine
    Viktor Kopatchinsky, Cimbalom
    Mihaela Ursuleasa, Klavier

  • 06:05 Uhr

    Machtlos gegen Despoten - Der Rückzug der USA destabilisiert die Welt
    Marcus Pindur, Deutschlandradio

  • 06:10 Uhr

    Dietrich Buxtehude
    Präludium für Orgel F-Dur, BuxWV 145
    Ton Koopman, Orgel

    Marc-Antoine Charpentier
    Messe de minuit, H 9
    Annick Massis, Sopran
    Magdalena Kožena, Mezzosopran
    Eric Huchet, Countertenor
    Patrick Henckens, Tenor
    Russel Smythe, Bariton
    Jean-Louis Bindi, Bass
    Chor und Orchester des Musiciens du Louvre
    Leitung: Marc Minkowski

    Johann Gottfried Müthel
    'Jesu, meine Freude'. Variation Nr. 1 für Orgel
    Matteo Venturini, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    'Tritt auf die Glaubensbahn'. Kantate am Sonntag nach Weihnachten für Sopran, Bass und Orchester, BWV 152
    Dorothea Röschmann, Sopran
    Thomas Quasthoff, Bassbariton
    Berliner Barock Solisten
    Leitung: Rainer Kussmaul

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Reihe "Die Fragen nach Identität" - Das konstruierte, digitale Ich

    Vor den Sondierungsgesprächen: Die Kunst des Kompromisses - Ein Interview mit dem Philosophen Rudolf Schüßler

    Mythos 68? Über den Wandel in der historischen Betrachtung des Jahres 1968 - Ein Interview mit dem Soziologen Heinz Bude

    07:50 Uhr  Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Aufruhr im Iran - Ein Interview mit der Politikwissenschaftlerin Azadeh Zamirirad

    Denk ich an Deutschland: die Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji

    Am Mikrofon: Petra Ensminger

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Barmherzige Samariterinnen. Kirche, Pflege und Politik
    Von Pfarrerin Cornelia Coenen-Marx, Garbsen
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 75 Jahren: Der amerikanische Physiker Nikola Tesla gestorben

  • 09:30 Uhr

    Die Welt als Serie - die Serie als Welt
    Von Markus Metz und Georg Seeßlen
    (Wdh. vom 13.8.2017)

    Serielles Erzählen prägt die Medienlandschaft. Eine Fernsehserie war bis in die 80er-Jahre hinein das Angebot, in bestimmtem Rhythmus in eine Erzählwelt zurückzukehren, um neue Episoden in vertrauten Räumen und mit vertrauten Helden und Schurken zu genießen.
    Mit ,Twin Peaks' von David Lynch und Mark Frost änderten sich Erzählstruktur und Bildaufbau der Fernsehserie, zuerst langsam, dann immer heftiger und mit großem Erfolg, gerade bei jungen Zuschauern. Die Serien wandten sich sozial, politisch und kulturell „erwachsenen“ und kritischen Themen zu, bei denen es immer wieder auch zu Tabuverstößen und Provokationen kommt. Die Erzählweisen geben Figuren und Beziehungen Raum, sich zu entwickeln, führen zu einer „epischen“ Darstellung, die mit den Mitteln von Ambiguität und Widersprüchlichkeit arbeitet. Die Bildwelten werden nicht allein wegen der höheren Budgets opulenter, vielfältiger und drastischer. Die Fernsehserien unserer Tage haben als narratives Leitmedium bis zu einem gewissen Grad das Kino beerbt, das sich in seiner Spaltung in Arthouse-Filme und Effektgewitter der Blockbuster um die Möglichkeiten eines zugleich populären und komplexen Erzählens gebracht hat. In einigen (nicht allen) der neuen Serien ist künstlerische Ambition durchaus erwünscht. Markus Metz und Georg Seeßlen untersuchen in ihrem Essay, wo das Serielle herkommt und wohin es sich noch überträgt.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Kapelle des Altenpflegezentrums Hospital "Zum Heiligen Geist" in Heilbad Heiligenstadt
    Predigt: Pfarrer i.R. Lothar Förster
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Manuela Schwesig, SPD, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Einblick in das Armenien von heute
    Leben und Glauben in der Stadt und auf dem Land

    Die Ikonen vom Berg Athos
    Malkunst im griechischen Ouranoupoli

    Wikingerinsel in der Normandie
    Tatihou in der normannischen Bucht

    Vulkaninsel Ometepe
    Mit dem Roller unterwegs am Nicaraguasee

    Am Mikrofon: Susan Zare

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Historiker Gerd Koenen im Gespräch mit Joachim Scholl

    Vom überzeugten Kommunisten hat sich Gerd Koenen zum kritischen Historiker der Geschichte des Kommunismus gewandelt, jüngst in dem über tausendseitigen Band ,Die Farbe Rot’. Gerd Koenen kam 1944 in Marburg zur Welt. Politisiert durch die Studentenbewegung wurde er aktives Mitglied im Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW), eine Erfahrung, die er später in dem vielbeachteten Buch ,Das rote Jahrzehnt’ verarbeitete. Nach journalistischer Tätigkeit beim legendären Magazin Pflasterstrand und dem Abschluss seines Geschichtsstudiums hat Gerd Koenen in zahlreichen Büchern die totalitären kommunistischen Systeme analysiert und dargestellt.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Aus dem literarischen Leben
    Das Buch der Woche

    Sinclair Lewis: "Babbitt"
    Aus dem amerikanischen Englisch von Bernhard Robben
    Nachwort von Michael Köhlmeier
    (Manesse Verlag, München)
    Ein Beitrag von Christoph Schröder

    Am Mikrofon: Hubert Winkels

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt

    Heilung in Sicht?
    Eine Gentherapie für Bluter
    Von Volkart Wildermuth

    Wir können heute Gene lesen, Gene isolieren, Gene übertragen. Was noch fehlt: Gene reparieren. Bei der Gentherapie gab es schon viele Versprechen und noch mehr Rückschläge. Nun hört man wieder von einem Erfolg. Zehn Bluter sollen geheilt worden sein. Der Durchbruch?

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Über das Gefühl für Gerechtigkeit - Der Verhaltens-Ökonom Armin Falk im Gespräch mit Karin Fischer

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Reihe "Eine Frage der Zeit?"- Ein Gespräch mit der Kulturmanagerin Madeline Ritter

    Reihe "Fragen nach Identität" - Das konstruierte, digitale Ich

    Verbindendes Erbe - Ein Gespräch mit Programmgestalter Matthias Wemhoff über das Europäische Kulturerbejahr 2018

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 18:40 Uhr

    Auf zu neuen Ufern - Der BND zieht von der Isar an die Spree

  • 19:10 Uhr

    Skispringen - Das war die Vierschanzentournee 2017/18
    Ski alpin - Weltcup der Männer in Adelboden: Slalom
    Rodeln - Weltcup in Köngissee
    Bob und Skeleton-Weltcup in Altenberg
    Biathlon - Weltcup in Oberhof: Staffel Männer und Frauen
    Nord. Kombination in Otepää + Skispringen Frauen in Raznov + Tour de Ski
    Proteste im Iran - Was wurzelt im Sport? Interview mit Faris Ashrafian
    Handball - Spiel Deutschland - Island & EM-Ausblick Gespräch mit Thomas Koos
    Handball - Auszug Sportgespräch mit Heiner Brand und Erik Eggers
    Zentrum für Sport und Menschenrechte - Ein Feigenblatt für FIFA & IOC?
    DRR-Dopingaufarbeitung - Rekonstruktion von Akten stagniert, Interview R. Jahn?
    Dopingprävention - Wie erreicht man Amateursportler?
    Tennis - Hopman-Cup & Ausblick auf Australian Open

    Am Mikrofon: Marina Schweizer

  • 20:05 Uhr

    Politi - hihi - k
    Ist Satire der neue Journalismus?
    Von Mike Herbstreuth
    Regie: Philippe Bruehl
    Produktion: Dlf 2018

    Politische Satiresendungen im Fernsehen erreichen mittlerweile mehr Zuschauer als manche Nachrichtenmagazine. Für immer mehr Jugendliche sind diese Comedy-Formate die Nachrichtenquelle Nummer eins. „Comedy is the new journalism”, behauptet die US-Journalistin Keli Dailey, die das Comedy-Format ,News Hangover’ gegründet hat. Sendungen wie ,Last Week Tonight’ und ,The Daily Show’ in den USA oder auch die ,heute Show’ im ZDF sind Quotenerfolge. Aber was bedeutet diese Entwicklung? Führt der Erfolg dieser Comedy-Formate zu mehr politischem Interesse? Oder haben sie viel eher den gegenteiligen Effekt - verstärken sie letztendlich die Politikverdrossenheit und den Politikzynismus mit dem Draufhauen auf die da oben? Und wie gehen Satirikerinnen und Satiriker damit um, dass sie plötzlich für die politische Bildung verantwortlich sein sollen?

  • 21:05 Uhr

    Festival Spannungen, Heimbach 2017
    Lichttürme und Spiegelungen
    Ein Uraufführungsabend

    Erkki-Sven Tüür
    „Fata Morgana“ und „Lichttürme“ für Violine, Violoncello und Klavier

    Johann Sebastian Bach
    Doppelkonzert für Saxophon, Violine und Streichorchester c-Moll BWV 1060R

    Antonín Dvořák
    Streichquartett Nr. 4 e-moll o. op.B.

    Christian Tetzlaff, Antje Weithaas und Anna Resniak, Violine
    Tanja Tetzlaff, Gustav Rivinius und Maximilian Hornung, Violoncello
    Asya Fateyeva, Oboe
    Festival Strings Heimbach

    Aufnahme vom 23.6.2017 aus dem Wasserkraftwerk Heimbach

    Am Mikrofon: Oliver Cech

    Licht und Klang haben vieles gemeinsam. Beide Phänomene sind ungreifbar, beide sind wellenförmig, und beide wirken unmittelbar und intensiv auf die Psyche. Der estnische Komponist Erkki-Sven Tüür, 2017 composer in residence beim Festival Spannungen, führt seine Zuhörer durch Zwischenwelten, in denen Träume und Visionen den Verstand umfangen. 'Lichttürme' hat er seine Auftragskomposition genannt, die in Heimbach zur Uraufführung kam. Ebenso wie im Schwesterwerk 'Fata Morgana' sind die Grenzen zwischen Licht und Schatten, Farben und Klangfarben hier fließend. Es handelt sich um eine spirituelle Musik, die aus der Weite der lichterfüllten nordischen Sommer schöpft - und dabei überraschend zugänglich ist, mit minimalistischen Anleihen und Einflüssen aus dem Jazz.

    Eine weitere Überraschung dieses Abends: Dass man Bachs Konzertmusik auf einem Saxofon interpretieren kann. Asya Fateyeva ist dieses Kunststück gelungen. Ein Experiment ist schließlich auch Antonín Dvořáks frühes Streichquartett in e-Moll, das der Komponist selbst eigentlich in der Schublade verschwinden lassen wollte. Aus heutiger Sicht war Dvořák aber seiner Zeit weit voraus: Keine gepflegte Konversation verlangt er dem Streichquartett ab, sondern orchestrale Klangfülle und eine kühne Harmonik, die deutlich von Wagner inspiriert ist.

  • 23:30 Uhr

    Mythisch verklärt? Vor 40 Jahren wird Deutschland Handball-Weltmeister

    mit Heiner Brand, Weltmeister 1978 als Spieler und
    Erik Eggers, Handballexperte und Buchautor

    Die Fragen stellt Marina Schweizer