Samstag, 04. Februar 2023

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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 27.11.2022

  • 00:05 Uhr

    Es wankt und wuchert und schweigt
    Eine Lange Nacht über das Moor
    Von Günter Beyer
    Regie: Jan Tengeler
    (Wdh. v. 23./24.2.2019)

    Moore, das sind karge Landschaften voller Mythen und Geheimnisse, zwischen Erde und Wasser, zwischen fest und flüssig. Im Moor treibt es schaurige Gestalten um. Irrlichter locken. Die Archive sind voll von Berichten einstiger Unwegsamkeit und Ödnis der sagenumwobenen Feuchtgebiete. Wer nicht aufpasste, konnte versinken. Man schickte Kolonisten und Strafgefangene ins Moor, um es trocken zu legen, Torf zu stechen und urbar zu machen. Den Moorsoldaten drohte im Nationalsozialismus Vernichtung durch Arbeit. Freiwillig kamen Maler und Fotografen und berauschten sich an der Ursprünglichkeit des Torflandes, obwohl doch alles mit der „dunklen Tintenfarbe des Moores“ überschüttet scheint. Dichter machten das Moor zur Bühne für Albträume, auch zeitgenössische Schriftsteller führen ihre Leserschaft zum Gruseln ins Moor. Nüchterne Wissenschaftler stießen auf Leichen, die sich das Moor vor Jahrtausenden geholt hat. Das Moor wehrt sich und lässt Teile einer nagelneuen Autobahn in die Tiefe sinken. Erst langsam besinnt man sich der ökologischen Qualität der Moore. Moore speichern Kohlendioxid und entziehen das Gas der Umwelt. Heute gelten die verbliebenen Moore als Verbündete im Klimaschutz.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Kronberg Academy Festival 2021 ‒ Frau Macht Musik

    Raminta Serksnytë
    "This too shall pass" (UA)

    Sofia Gubaidulia
    Seven words

    Gidon Kremer, Violine
    Ivan Karizna, Violoncello
    Erica Piccotti, Violoncello
    Andrei Pushkarev, Vibrafon
    Roman Yusipey, Bajan
    Kremerata Baltica
    Leitung: Teresa Riveiro Böhm

    Aufnahme vom 30.9.2021 aus der Stadthalle Kronberg und vom 1.10.2021 aus der Burg Kronberg

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Boris Papandopulo
    Concertino in modo antico, op. 56
    Lyrical Trio
    Rapsodia Concertante

    Oliver Triendl, Klavier
    Amaury Coeytaux, Violine
    Vanessa Szigeti, Violine
    Andrei Ionițǎ, Violoncello

  • 06:05 Uhr

    Shopping-Event "Black Friday" - Die Suche nach Lösungen für nachhaltigen Konsum

  • 06:10 Uhr

    Orlando di Lasso
    "Ad te levavi"
    Jean Tubéry, Zink
    Jean Paul Boury, Zink
    Philippe Canguilhem, Schalmei
    Jean-Jacques Herbin, Posaune
    Serge Guillou, Posaune
    Franck Poitrineau, Posaune

    Georg Philipp Telemann
    "Was für ein jauchzendes Gedränge". Kantate zum 1. Advent für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Instrumentalensemble und Basso continuo, TWV 1:1509
    Hanna Herfurtner, Sopran
    Carola Günther, Alt
    Mirko Ludwig, Tenor
    Peter Kooij, Bass
    Kölner Akademie
    Leitung: Michael Alexander Willens

    Johann Sebastian Bach
    "Nun komm, der Heiden Heiland". Kantate zum 1. Advent für Soli, Chor und Orchester, BWV 61
    María Cristina Kiehr, Sopran
    Gerd Türk, Tenor
    Manuel Walser, Bass
    Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung
    Leitung: Rudolf Lutz

    Marcel Dupré
    Entrée, Canzona, Sortie, op. 62
    Frank Dillmann, Orgel

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    A night for Ukraine - Das ukrainische Jugendorchester im Portrait

    Fußball, Fans und Moral - Ein Interview mit dem Sportsoziologen Harald Lange

    Die vergessene Seuche? Zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember ein Interview mit dem Arzt Christoph Benn

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Die gespaltene Gesellschaft am 1. Advent - Ein Interview mit dem Publizisten Jürgen Kaube

    Denk ich an Deutschland: der Musiker und Autor Dirk Zöllner

    Am Mikrofon: Birgid Becker

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Verwundbar sein. Das Wunder der Weihnachtsgeschichte
    Von Susanne Niemeyer
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 80 Jahren: Die Vichy-Flotte versenkt sich selbst

  • 09:30 Uhr

    Zur Verteidigung der Demokratie
    Die Neuentdeckung des Liberalismus
    Von Markus Metz und Georg Seeßlen

    Der Liberalismus als politische Idee ist in Verruf geraten. Dabei wäre es an der Zeit, ihn in einer Welt von Populismus, Turbokapitalismus und autokratischen Regimes als politische Kraft neu zu entdecken und neu zu interpretieren.
    Bestimmte Parteien und Ideologen haben den Liberalismus in den vergangenen Jahrzehnten auf den puren Wirtschaftsliberalismus reduziert, der Marktfreiheit über alles setzt und - ganz im Gegensatz zu den Ursprüngen dieser politischen Haltung - soziale Gerechtigkeit hintanstellt. Gleichzeitig haben rechte und ultrarechte Gruppierungen sich den Begriff angeeignet, wie am Beispiel der österreichischen FPÖ zu sehen ist. In Strömungen wie der „Tea Party“ in den USA bewegt sich schließlich das „Libertäre“ auf eine post- oder gar antidemokratische Haltung zu. In diesem Klima wird der „Liberale“ zur Spottfigur von rechts wie von links als jemand, der sich nicht wirklich entscheidet oder sein Fähnchen nach dem Wind hängt. Dabei geraten die Ursprünge des politischen Liberalismus ebenso in Vergessenheit wie die Kämpfe, die liberale Menschen für die Entwicklung oder die Erhaltung der Demokratie geführt haben.
    Markus Metz, geboren 1958, studierte Publizistik, Politik und Theaterwissenschaft, er lebt als Hörfunkjournalist und Autor in München. Zuletzt erschien von ihm „Wir Kleinbürger 4.0. Die neue Koalition und ihre Gesellschaft“ (Edition Tiamat, Berlin) und „Apokalypse & Karneval. Neoliberalismus: Next Level“ (Bertz & Fischer, Berlin), beide gemeinsam mit Georg Seeßlen.
    Georg Seeßlen, geboren 1948, hat in München Malerei, Kunstgeschichte und Semiologie studiert. Er war Dozent an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland und schreibt heute als freier Autor unter anderem für Die Zeit, Frankfurter Rundschau, taz und epd-Film. Außerdem hat er rund 20 Filmbücher verfasst und Dokumentarfilme fürs Fernsehen gedreht.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Propsteikirche St. Trinitatis in Leipzig
    Zelebrant: Pfarrer Stephan George
    Katholische Kirche

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Das andere Italien
    Schafe, Masken und Musik auf Sardinien

    Die Stadt Abrahams
    Sanliurfa in Südostanatolien

    Musik als Brücke zwischen Menschen und Staaten
    Der Musiker Andrej Hermlin im Gespräch

    Ich hatte eine Farm in Afrika…
    Auf den Spuren von Karen Blixen im dänischen Rungsted Kyst

    Die das Wetter schmecken können
    Bei den Schweizer "Wätterschmöckern"

    Am Mikrofon: Antje Allroggen

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Evolutionsbiologe Kurt Kotrschal im Gespräch mit Raoul Mörchen

    Wir vergessen unsere Herkunft und überschätzen unsere Intelligenz und Vernunft, warnt der österreichische Verhaltensforscher und Wolfsexperte Kurt Kotrschal. Und rät uns zur Geselligkeit - mit Menschen und anderen Tieren.

  • 15:05 Uhr

    Liebe, aber richtig
    Die US-amerikanische Songwriterin Courtney Marie Andrews
    Von Anke Behlert

    „Ich habe schon viele Liebeslieder geschrieben, immer mit einer Prise Herzschmerz darin.“ Auf ihrem neuen Album „Loose Future“ sollte das nun anders sein, sagt die Musikerin Courtney Marie Andrews. Die ursprünglich aus Phoenix stammende 32-jährige Musikerin und Malerin spielte schon in der Highschool in Punkbands, war Tourmitglied der Band Jimmy Eat World und bei Damien Jurado und veröffentlicht seit 2008 eigene Songs. Mit dem Album „Honest Life“ erreichte sie 2016 erstmals ein größeres Publikum. Auf „Old Flower“ verarbeitete sie die Trennung von ihrem langjährigen Partner und machte das so überzeugend, dass die Platte eine Grammy-Nominierung in der Kategorie „Bestes Americana Album“ erhielt. Im letzten Jahr erschien außerdem ihre erste Gedichtsammlung mit dem Titel „Old Monarch“. Nach Herzschmerz und Pandemie ist Andrews auf „Loose Future“ nun ein Stück mehr bei sich angekommen.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Honorée Fanonne Jeffers: „Die Liebeslieder von W.E.B. Du Bois“
    Aus dem amerikanischen Englisch von Maria Hummitzsch und Gesine Schröder
    (Piper Verlag, München)
    Ein Beitrag von Julia Schröder

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Erdwärmewende
    Kommt jetzt mehr Geothermie in die Heizung?
    Von Karl Urban

    Das Gas ist teuer und die Wohnzimmer bleibt bei manchem kalt: Der aktuelle Winter zeigt, dass Deutschland noch immer stark von fossiler Energie abhängig ist. Dabei brodelt unter unseren Füßen ein heißer Schatz: Thermalwasser ließe sich vielerorts als lokale und klimafreundliche Energiequelle erschließen. Es könnte, in bestehende Fernwärmenetze eingespeist, den Gasbedarf der Städte stark reduzieren. Der Ausbau stockte bisher aus verschiedenen Gründen: Die Risiken schienen zu groß, die Investitionen zu hoch. Mancherorts führten schwache Erdbeben zum Widerstand der Bevölkerung. Und wo Fernwärmenetze fehlen, müssen diese erst unter die Erde gebracht werden. Jetzt aber soll es schneller gehen - neue technische Ideen und viel staatliches Geld sollen die Geothermie in Schwung bringen.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente
    Hans Magnus Enzensberger zur Rolle und Bedeutung der Intellektuellen, im Gespräch mit Walter van Rossum

  • 17:30 Uhr

    "Turing" - Uraufführung der neuen Oper von Anno Schreier in Nürnberg

    Klassenfragen - Berlinische Galerie zeigt Kunst und ihre Produktionsbedingungen

    Die Besten - zur diesjährigen Verleihung der FAUST-Theaterpreise in Düsseldorf

    "Die Zukunft der Kritik": Ein Kongress untersucht die Rolle der Experten

    "Wie eine Mozartpartitur". Manuskripte des Philosophen Hegel in München entdeckt, Gespräch mit dem Philosophen Klaus Vieweg

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 18:40 Uhr

    Panama: Eine Insel zieht um - Die Flucht vorm Untergang

  • 19:10 Uhr

    Fußball - WM in Katar:
    WM22 - Japan - Costa Rica
    WM22 - Belgien - Marokko
    WM22 - Kroatien - Kanada
    WM22 - Saudi-Arabien - das neue Sportland?
    WM22 - Serie Fußball in Nahost (7): Das brisante Duell - USA vs. Iran
    WM22 - Vor dem Gruppenspiel Spanien - Deutschland

    Parasport - Wahl des Parasportlers/der Parasportlerin des Jahres

    Handball - Bundesliga: THW Kiel - VfL Gummersbach

    Fußball - Bundesliga Frauen: 1. FC Köln - VfL Wolfsburg

    Eishockey - DEL: Eisbären - Düsseldorfer EG

    Fußball - Investoren im deutschen Fußball: Preußen Münster und der Waffenhandel

    Ski Alpin - Weltcup in Damen-Slalom, Killington
    Ski Alpin - Weltcup in Lake Louise: Super-G der Männer
    Bob - Weltcupauftakt in Whistler: Zweierbob Frauen / Viererbob Männer
    Ski Nordisch - Weltcup in Ruka: Skispringen
    Ski Nordisch - Weltcup in Ruka: Nordische Kombination
    Ski Nordisch - die Nordische Kombination am Abgrund: Interview mit Bundestrainer Hermann Weinbuch

    Am Mikrofon: Benedikt Kaninski

  • 20:05 Uhr

    Aus dem Land der verlorenen Dinge
    Eine Untersuchung verschiedener Verluste
    Von Sophie Garke
    Regie: Thomas Wolfertz
    Produktion: Deutschlandfunk 2019

    Wohin verschwindet das, was wir verlieren? Muss es nicht noch irgendwo sein - wie der verlorene Schlüssel im Fundbüro? Wo und wie aber findet man die verlorene Heimat, den Humor oder den Verstand wieder? Ein Feature über Abwesendes.
    Menschen verlieren Portemonnaies, die Geduld, den Krieg, einen Rucksack, andere Menschen, das Bewusstsein, Haare, Zähne, das Herz (an jemanden), einen Prozess, Kontakt, die Unschuld, den Kopf, die Orientierung, das Leben … Verlieren kann Ohnmacht und Kontrollverlust bedeuten und dass sich etwas radikal verändert. Was, wenn man das Verlorene nicht wiederbekommt? Ist das manchmal nicht sogar gut so? Um das herauszufinden, geht Sophie Garke ins Fundbüro, in die Psychiatrie, zur Sprachtherapeutin, Ien Svea Bäumler trifft den Dokumentarfilmer Claudio de Oliveira Marques und den Satiriker Torsten Sträter. Das Feature ist eine Suche. Gesucht wird nach Dingen, Orten, Menschen und dem, was wichtig ist.

  • 21:05 Uhr

    Forum neuer Musik 2022 „Con doble mirada“
    EXIT PLUS ULTRA
    Ein postkolonialer Radioabend mit dem Ensemble Recherche und Texten aus „Karte, Uhr und Partitur“ von Johannes Schöllhorn
    Dramaturgie: Elisa Erkelenz

    Leopold Hurt
    „The Likeness of Geography“ (2022) UA

    Farzia Fallah
    „In der Bläue der Kachel“ (2022) UA

    Johannes Schöllhorn
    „en blanco y negro“ (2021/22) UA

    Lena Drieschner, Sprecherin
    Sylvana Seddig, Sprecherin
    Ensemble Recherche

    Aufnahmen vom 26.-28. Oktober 2022 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

    Am Mikrofon: Leonie Reineke

    Johannes Schöllhorns neue Essay-Sammlung „Karte, Uhr und Partitur“ durchmisst die Jahrhunderte seit der Eroberung Amerikas. Die Texte kreisen um Fortschritte in der Vermessung, Kartografie, Schifffahrt und Technologie. All dies, so der Autor, fände Niederschlag in europäischer Kunstmusik. Finanziert von der Ernst von Siemens-Musikstiftung vergab der Deutschlandfunk drei Kompositionsaufträge, um Musik aus kolonialen Kontexten aus heutiger Sicht kritisch zu sichten. Die „Postcolonial Recherche Fellows“ Monthati Masebe, Macri Cáceres und Adrian Mokanu schrieben drei musikalische Kurzkommentare dazu. Elisa Erkelenz kuratierte dazu eine Textauswahl und kreiert einen multiperspektivischen Abend für das Radio.

  • 23:05 Uhr