Männlichkeitsforschung - Fehlt der Blick auf die gesellschaftliche Mitte?
Wie schauen Männer auf Männlichkeit?
Die Männer in der Mitte: Was die Forschung weiß
Gespräch mit dem Soziologen und Männlichkeitsforscher Matthias Schneider, FU Berlin
Von Paulus Müller und Martin Krinner
Wenn wir über Männlichkeit reden, dann schauen wir oft auf die Extreme: auf toxische Männlichkeit, auf Incels und die Manosphere. Oder auf eine sehr progressive Form von Männlichkeit, auf Queerness, fluide Geschlechterrollen. Doch wie sieht es mit den Männer dazwischen aus? Schließlich verändert sich auch dort mit Gleichstellung und den gesellschaftlichen Entwicklungen vieles. Experimente zeigen, dass überholte Rollenvorstellungen nach wie vor wirken und auch Männer in der gesellschaftlichen Mitte herausfordern. Und der Soziologe Matthias Schneider von der FU Berlin erklärt, dass Männlichkeitsforschung nicht nur hier bisher auch blinde Flecken hatte - mit Folgen: Denn werden die Herausforderungen von Männern in der gesellschaftlichen Mitte nicht genug erkannt, dann öffnen sich offene Flanken, um das Thema für politische Extreme zu bespielen.