Mittwoch, 17.07.2019
 
Seit 00:05 Uhr Fazit

Programm: Vor- und Rückschau

Samstag, 06.12.2014
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Mitternachtskrimi

Glaube, Liebe, Mafia - Die Frau des Paten
Von Mark Zak
Regie: Thomas Leutzbach
Mit: Mark Zak, Claudia Urbschat-Mingues, Martin Brambach, Janina Sachau, Anja Laïs, Özgür Cebe, Zejhun Demirov u.a.
Produktion: WDR 2014
Länge: 53’50

Alles hat zwei Seiten, auch ein Auftragsmord. Josif Bondar, gebürtiger Ukrainer und ehemaliger KGB-Mitarbeiter, verfügt über ausgezeichnete Kenntnisse der russischen Mafia-Szene in Deutschland. Er hat sich als Privatdetektiv in Köln niedergelassen. Eines Tages bittet ihn seine alte Freundin Heidi um einen Gefallen. Josif soll ihren Mann Jurij beschatten, der sie offenbar mit einer Jüngeren betrügt. Oder will Heidi die Scheidung von dem Mafia-Paten Jurij nur, weil sie auf die Hälfte seines aus dem Waffen- und Drogenhandel stammenden Vermögens von geschätzten 60 Millionen Euro scharf ist? Jurij hat seinerseits eine hohe Lebensversicherung auf seine Frau abgeschlossen und weiß auch schon, wer Heidi für ihn liquidieren soll: sein alter Bekannter Josif Bondar.

Mark Zak wurde 1959 in Lemberg geboren, wuchs in Odessa auf und wanderte 1974 nach Deutschland aus. Als Schauspieler wirkte er in mehr als 100 Filmen mit. Er lebt in Köln. Sein Krimi-Debüt "Glaube, Liebe, Mafia" erschien 2013 als Hörspiel und als Roman.

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Deutschlandfunk Radionacht

Lied & Chanson
u.a. mit der Liederbestenliste im Dezember
Live im Studio: Anna-Bianca Krause

02:00 Nachrichten 

02:05 Sternzeit 

03:00 Nachrichten 

03:55 Kalenderblatt 

04:00 Nachrichten 

04:05 Lied- und Folkgeschichte(n) 

Magier des Chansons - Graeme Allwright
Ein französischer Protest-Sänger mit neuseeländischen Wurzeln
Von Clarisse Cossais

Graeme Allwrights Lieder kennt jedes Kind in Frankreich. Sie werden am Lagerfeuer während der Ferien gesungen. Sie erzählen von der Freundschaft und vom Leben und gehören zum nationalen Chanson-Erbgut. Aber es sind keine französische Chansons im eigentlichen Sinne des Wortes. Es sind oft Adaptionen von englischen oder amerikanischen Liedern (Pete Seeger, Bob Dylan, Tom Paxton, Woody Guthrie oder Leonard Cohen), die der 1927 in Neuseeland geborene Sänger und Songschreiber Graeme Allwright mit größtem Feingefühl übersetzt und eingespielt hat. 2005 beschloss er, sich die ‚Marseillaise‘ vorzunehmen und deren blutrünstigen Text in einen friedvollen umzuwandeln, vor allem, nachdem der ehemalige Präsident Sarkozy von allen Kindern in Frankreich verlangen wollte, dass sie die Hymne auswendig lernen. Noch ist die Fassung von Graeme Allwright nicht angenommen worden, aber träumen ist erlaubt.

05:00 Uhr

Nachrichten

05:05 Uhr

Early Morning Blues

Wake Up This Morning!
Live im Studio: Leo Gehl

05:30 Nachrichten 

05:35 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

06:00 Uhr

Nachrichten

06:05 Uhr

Kommentar

Stephan Richter, Flensburger Tageblatt:
Die Rente ist nicht sicher - Und kaum jemand sagt es laut

06:10 Uhr

Informationen am Morgen

Berichte, Interviews, Reportagen

06:30 Nachrichten 

06:35 Morgenandacht 

Pfarrer Titus Reinmuth, Wassenberg

06:50 Interview 

07:00 Nachrichten 

07:05 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

07:15 Interview 

07:30 Nachrichten 

07:35 Börse 

07:56 Sport am Morgen 

08:00 Nachrichten 

08:10 Interview 

08:30 Nachrichten 

08:35 Börse 

08:47 Sport am Morgen 

08:50 Presseschau 

Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

Am Mikrofon: Sandra Schulz

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Kalenderblatt

Vor 25 Jahren: DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski stellt sich der West-Berliner Justiz

09:10 Uhr

Das Wochenendjournal

Gelieferte Freude - Paketdienste im Stress
Am Mikrofon: Henning Hübert

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Klassik-Pop-et cetera

Am Mikrofon: Der Abenteurer und Autor Rüdiger Nehberg

„Weg von den Torten, hin zu den Torturen.“ Das sagte sich Rüdiger Nehberg, als er erkannte, dass er mit seiner Begeisterung und seinem Verständnis für ferne Länder und Kulturen etwas für die Menschenrechte erreichen kann. Nehberg schloss seine Konditorei und engagierte sich für das Volk der Yanomami, bis es nicht mehr vom Völkermord bedroht war. Kurz darauf gründete der gebürtige Bielefelder im Jahr 2000 seine Menschenrechtsorganisation Target. Sie richtet sich insbesondere gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Bekanntheit erlangte Rüdiger Nehberg zunächst als Survival-Experte. Sein Erfahrungsschatz ist reich: Er überlebte im tiefsten Regenwald Brasiliens und überquerte im Tretboot den Atlantik. Viele seiner Bücher sind Bestseller - so etwa der Titel ‚Survival - Abenteuer vor der Haustür‘. Auch heute ist der 79-Jährige viel unterwegs in der Welt.

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Gesichter Europas

Gewinn und Gewissen: Luxemburg geht neue Wege
Von Tom Schimmeck

Luxemburg, im Herzen Westeuropas gelegen, macht immer wieder Schlagzeilen als Geldversteck und Steueroase. Auf dem ‚Financial Secrecy Index‘ des Tax Justice Network rangiert das Fürstentum noch immer auf Platz 2 - gleich hinter der Schweiz. Bei Offshore-Finanzen stieg der Kleinstaat zum Global Player auf. Banken aus aller Welt horten in ihren Luxemburger Filialen über 700 Milliarden Euro. Zudem ist das Großherzogtum mit gerade einmal 550.000 Einwohnern - etwa der Einwohnerzahl von Bremen - der wichtigste Platz für Investmentfonds in Europa - Marktanteil: gut 26 Prozent. Amerikanische Konzerne wie Amazon, Ebay, Skype, Apple siedeln hier ihre Holdings an, um auf großen Märkten wie Deutschland oder England Steuern zu sparen. Luxemburg, einst durch Eisen und Stahl zu Wohlstand gekommen, lebt blendend von seiner Sonderrolle. Das Durchschnittsvermögen ist das höchste in Europa. Täglich pendeln an die 160.000 Menschen aus den Nachbarländern Frankreich, Belgien und Deutschland zur Arbeit nach Luxemburg.
Doch 2015 soll auch hier das Bankgeheimnis fallen. Viele Nachbarn wollen die Steuertricks der Konzerne nicht mehr dulden. Bereits Ende 2013 endete die jahrzehntelange Herrschaft der Christlich-Demokratischen Volkspartei (CSV) unter Dauer-Premier Jean-Claude Juncker. Eine Koalition aus Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen spricht viel von Verantwortung, Transparenz und Ethik. Und sucht nun nach neuen Wegen.

12:00 Uhr

Nachrichten

12:10 Uhr

Informationen am Mittag

Berichte, Interviews, Musik

12:50 Internationale Presseschau 

13:00 Uhr

Nachrichten

13:10 Uhr

Themen der Woche

Birgit Wentzien, Deutschlandfunk:
Das Recht auf Demokratie - Bodo Ramelows MP-Wahl in Thüringen

Britta Fecke, Freie Journalistin:
Aktionsprogramm oder Etikettenschwindel? Das Klimapaket der Bundesregierung

Julian Hans, Süddeutsche Zeitung:
Unter Druck - Russlands wirtschaftliche Lage und die Rede an die Nation

Stephan Richter, Flensburger Tageblatt:
Die Rente ist nicht sicher - Und kaum jemand sagt es laut

Am Mikrofon: Catrin Stövesand

13:30 Uhr

Eine Welt

Auslandskorrespondenten berichten
Iran: Isolierter Verbündeter? - Der internationale Kampf gegen den "Islamischen Staat"

USA: Titel ohne politische Mittel? - Obamas neuer Verteidungsminister

Israel: Vor den Neuwahlen - Die Debatte um einen "jüdischen Nationalstaat" als Wahlkampf-Thema?

China: Geht der 'Occupy-Central-Bewegung' die Luft aus? - Zur Zukunft der Hongkonger Zivilgesellschaft

Am Mikrofon: Manfred Götzke

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

PISAplus

Das Forum für lebenslanges Lernen
Wenn der Handwerksmeister studiert - Wie offen sind deutsche Hochschulen für beruflich Qualifizierte?
PISAplus fragt: Was behindert die offene Hochschule und was fördert sie? Was erleben Studieninteressierte ohne Abitur und welche Motive haben sie für ihre Weiterbildung? Welche Haltung und Praxiserfahrung gibt es an Hochschulen und in Unternehmen? Und, wie wirkt sich unter Umständen auch die gerade laufende Debatte über eine angebliche "Überakademisierung" aus?

Gesprächsgäste sind:
Monika Hartmann-Bischoff, Geschäftsführerin der Servicestelle Offene Hochschule Niedersachsen gGmbH in Hannover
Sebastian Stegen, gelernter Elektriker, der jetzt an der Hochschule Hannover Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Hannover studiert
Benjamin von Albert, hat als Gesundheits- und Krankenpfleger berufsbegleitend Pflegemanagement an der Hochschule Osnabrück studiert und ist nun persönlicher Referent der Pflegedirektorin der Charité in Berlin
Manfred Eckert, Professor für Berufspädagogik und berufliche Weiterbildung an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Uni Erfurt, zuständig für das Projekt NOW, das SeiteneinsteigerInnen in das Lehramt berufsbildende Schulen bringen will
Am Mikrofon: Kate Maleike

Beitrag:
Wer - wie - was ?
Fakten zur offenen Hochschule in Deutschland

Aufstieg durch Bildung: Dieses Motto schmückt viele Wahlplakate und Werbebroschüren. Doch wer als Berufstätiger ohne allgemeine Hochschulreife an einer deutschen Hochschule studieren will, hat es nicht immer leicht. Vor allem die Anerkennung der Qualifikationen für die Studienberechtigung ist ein Knackpunkt. Und das, obwohl sich inzwischen alle Bundesländer dazu verpflichtet haben, ihre Hochschulen auch für diese Zielgruppe zu öffnen. Nur liegt die Zahl derer, die diesen Schritt machen, momentan noch bei etwa drei Prozent eines Jahrgangs. Andere Länder sind da schon weiter, in Schweden etwa sind es sechs Prozent und in Großbritannien 15 Prozent.

Eine Sendung ohne Hörerbeteiligung

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Corso - Kultur nach 3

Das Musikmagazin
Klangschiff an der Donau. Das Faust-Studio wird 10
Die Band Faust wurde 1970 gegründet und sollte, so das Ziel der hoffnungsfrohen Plattenfirma, die ultimative Krautrock-Band werden. Wurde sie auch - aber auf eine ganz andere Art, als die Plattenfirma sich das vorgestellt hatte. Die Musik von Faust war roh, avantgardistisch und ihrer Zeit weit voraus. Mit anderen Worten: Die Platten verkauften sich überhaupt nicht. Mittlerweile gelten Faust als eine der wegweisenden Krautrock-Bands. Seit mittlerweile 10 Jahren betreibt der ehemalige Faust-Keyboarder Hans-Joachim Irmler im baden-württembergischen Scheer ein Studio, in dem sehr viel Musikgeschichte mitschwingt.

Deutsche Poesie in Lateinamerika. Das neue Album von Wenzel
Hans-Eckardt Wenzel hat ziemlich viele Preise auf seinem Kaminsims stehen. Er hat für seine Musik unter anderem den Kleinkunstpreis bekommen, mehrfach den Preis der deutschen Schallplattenkritik und jüngst den Preis für die CD des Jahres der Liederbestenliste. Sein neues Album "Viva La Poesia" hat er zusammen mit seiner Band unter anderem in Havanna aufgenommen, nach einer Tour durch Kuba und Nicaragua.

Kalifornischer Grantler. Tom Waits wird 65
Sein Gesicht vergisst man nicht. Und seine Stimme auch nicht. Tom Waits hat als Musiker mehr als 20 Alben veröffentlicht und in noch mehr Filmen mitgespielt. Um kommerziellen Erfolg hat er sich dabei nie groß geschert, er ist immer dem künstlerischen Ansatz der Beat Generation treu geblieben, mit der er aufgewachsen ist. Am 7. Dezember wird Tom Waits 65 Jahre alt.

Am Mikrofon: Sascha Ziehn

16:00 Uhr

Nachrichten

16:05 Uhr

Büchermarkt

DIE BESTEN 7 - Bücher für junge Leser
Das Ergebnis der Deutschlandfunk-Bestenliste Monat Dezember 2014

Grimm/Schenker: Rotkäppchen
(Minedition)

Rachel Campbell-Johnston: Der Junge und der Elefant
(Aladin)

Parnass/do Rego Silva: Kindheit
(Fischer)

Yousafzai/McCormick: Malala
(Fischer)

Andreas Steinhöfel: Anders
(Königskinder)

Jesse Browner: Alles geschieht heute
(Freies Geistesleben)

Susan Kreller: Schneeriese
(Carlsen)

Am Mikrofon: Hajo Steinert

16:30 Uhr

Forschung aktuell

Computer und Kommunikation
Mehr vernetzte IT für große Maschinen
Fachtagung des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, 3.12.2014 Hannover

Industrie 4.0
Interview mit Michael Hüther, Institut der deutschen Wirtschaft

Mailverschlüsselung mit PEP
Der CCC-Hacker Volker Birk stellt Pretty Easy Privacy vor (Public Domain-Forum, 30.11.2014 in Bielefeld)

Das digitale Logbuch
Sticks auf den Tisch, Teil 2/4 “Angelstündchen“

Info-Update

Sternzeit - 05. Dezember
Die kosmische Familie

Am Mikrofon: Maximilian Schönherr

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Markt und Medien

"Besser scheitern"
Chefredakteur Wolfgang Büchner verlässt den Spiegel - und bemüht Beckett
Gespräch mit der Medienjournalistin Brigitte Baetz

RAI reformieren heißt Italien reformieren
Matteo Renzi zieht den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf links

TeamSpeak-Server und Music-Bots
Junge Hörer entdecken Radio auf neuen Kanälen

O-Ton Nachrichten u.a.:
Ergebnis einer aktuellen Studie: Deutsche Medienhäuser handeln mit ihren Kundendaten
Zu pekingfreundlich? Deutsche Welle-Chef verlässt "Reporter ohne Grenzen"-Kuratorium
Was hören junge Leute? Mediaanalyse berücksichtigt ab kommendem Jahr auch Handynummern

Am Mikrofon: Bettina Schmieding

17:30 Uhr

Kultur heute

Berichte, Meinungen, Rezensionen
Krieg und Kultur in Israel - Die besten israelischen Produktionen beim International Dance Exposure in Tel Aviv

Die Methoden der Gotteskrieger - Abderrahmane Sissakos Film "Timbuktu"

"Imperiale Emotionen" - Eine Tagung des Berliner Zentrums für Literatur- und Kulturwissenschaften vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise

Empörung in Griechenland: Die Elgin Marbles dürfen England verlassen - aber nur nach Russland

Was lange währt, … - In Madrid ist das nach 20 Jahren fertiggestellte Porträt der Königsfamilie zu sehen

Am Mikrofon: Mascha Drost

18:00 Uhr

Nachrichten

18:10 Uhr

Informationen am Abend

18:40 Uhr

Hintergrund

Venezuela nach Chavez: Ein Land in seiner tiefsten Krise

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Kommentar

19:10 Uhr

Sport am Samstag

20:00 Uhr

Nachrichten

20:05 Uhr

Hörspiel

Hörspiel des Monats
Bei mir hing Vati immer pünktlich am Galgen
Von Niklas Frank
Komposition: Gerriet K. Sharma
Regie: Christine Nagel
Mit: Wolf-Dietrich Sprenger, Hans Peter Hallwachs und Samuel Weiss
Produktion: NDR 2014
Lange: 74‘15

Anschließend:
Cinch - Ihre Verbindung zur akustischen Kunst
Von Michael Langer

Die Begründung der Jury:
„Dass, nach einem geläufigen Bonmot von Karl Kraus, dem Wort ‚Familienbande‘ immer ein Beigeschmack von Wahrheit anhaftet, klingt plötzlich zu harmlos, betrachtet man den Fall der deutschen Familie Frank. Niklas Frank, ein Sohn von Hans Frank, einst Hitlers Statthalter im besetzten Polen, Menschenschlächter im Range eines Generalgouverneurs mit fürstlicher Residenz in Krakau, in Nürnberg zum Tode verurteilt und gehenkt. Zufall und Zeit, heißt es bei Herder, sind die beiden Tyrannen, die unser Leben regieren. In mörderischer Zeit in eine mörderische Familie hineingeboren worden zu sein, dieses Verhängnis ist dem Autor Niklas Frank zur Obsession geworden. Mit dem Ruf eines Familienfrevlers - an Blutsverwandten vergreift man sich nicht! - kann er leben.
Es ist ein akustisches Kammerspiel, in dem in konzisen, scharfkantigen, nie zu Pathos oder Schwerfälligkeit neigenden Dialogen die Psychopathologie einer schrecklichen Familie in furchtbaren Zeitläuften kenntlich gemacht wird. Bruder Norman und Bruder Niklas, beide Söhne von Hans Frank, versuchen sich an der allmählichen Verfertigung der Wahrheit über ihre Herkunft beim Reden. Bruder Norman, inzwischen achtzig Jahre alt und Alkoholiker, trägt dem Vater bis zuletzt in einer Art wissender Verblendung seine Liebe nach; das nimmt Züge einer zynischen Selbstinfantilisierung an.
Und so lebte Norman auch, Säufer, Weiberheld, Verantwortung scheuend. Bruder Niklas hingegen ist in lebenslängliche Recherchen verstrickt, um dem Vater, der Familie den Prozess, seinen Prozess zu machen. Wer von beiden ist eigentlich stärker mit dem Vater verbunden? Zwischen die mit hohem Kunstverstand gesetzten und austarierten Dialogpassagen hat der Autor Originaltonschnipsel von Hans Frank montiert, verwaschen und gelegentlich akustisch an der Grenze der Verständlichkeit. Und ein weiterer Kunstgriff des Hörspiels ließe sich mit dem Begriff der Familienobduktion benennen. Die scharfzüngigen Dialoge legen subtile Pathologien im Gedanken- und Gefühlshaushalt der Brüder bloß. Und Bruder Niklas schaut als Überlebender in der Pathologie der Obduktion seines verstorbenen Säuferbruders Norman zu und kommentiert die Schnitte, mit präzisem Sarkasmus. Großartig übrigens auch, wie die Stimmen von Hans Peter Hallwachs und Wolf-Dietrich Sprenger die Brüder kongenial verkörpern.
Bei Hannah Arendt, in den moralphilosophischen Vorlesungen, heißt es sinngemäß, mit der Indifferenz, der Weigerung zu urteilen, beginne bereits das Böse. Man könnte das beeindruckende Hörspiel von Niklas Frank als existenzielle Urteilskunst bezeichnen, vorgetragen mit den Mitteln des Hörspiels.“

22:00 Uhr

Nachrichten

22:05 Uhr

Atelier neuer Musik

Picket Stockhausen Concert!
Originale - eine auditive Spurensuche
Von Anna Schürmer

"Im Lesesaal ist es flüsterleis" heißt es in Arlette Farges Geschmack des Archivs - dabei sind auch die Wissensdepots längst audiovisuelle Speicher. Die Sendung folgt der klingenden Spur eines Zufallsfundes, der wie Treibholz an die Oberfläche des WDR-Rundfunkarchivs gespült wurde: 1961 provozierte Karlheinz Stockhausens Happening Originale bei seiner/n Kölner Premiere/n so starken Widerspruch, dass eine hoch emotionale Publikumsdiskussion angesetzt wurde; - eben jener Mitschnitt und Zufallsfund. Die klingende Quelle lässt zeitgenössische Fragen nach der Ästhetik und Emotionen wieder aufleben und weist zugleich auf die weiteren Wucherungen des rhizomatischen Knollenstücks: 1964 provozierten die Originale auch in New York ein - gleichwohl völlig anders geartetes - Aufsehen, dass die Brüche der eurozentrischen Musikkultur in der Neuen Welt wiederum auditiv offenlegt. Die klingende Spurensuche folgt den transatlantischen, personellen und interdisziplinären Transfers der Avantgarden in den 60ern, begleitet und dokumentiert von Originalaufnahmen, O-Tönen sowie der originalen Musik von Karlheinz Stockhausens musikalischem Theater Originale.

22:50 Uhr

Sport aktuell

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Lange Nacht

Die Rosa-Hellblau-Falle
Eine Lange Nacht der Geschlechterrollen
Von Almut Schnerring und Sascha Verlan
Regie: Almut Schnerring

Frauensenf und rosa Überraschungseier, Piratenkekse und Chips für den ‚Männerabend‘ - das Warenangebot setzt zunehmend auf Geschlechtertrennung und erweckt so den Eindruck, als lebten süße Glitzerprinzessinnen und abenteuerlustige Monster-Fighter in unterschiedlichen Welten. Haben wir die traditionellen Geschlechterrollen nicht längst überwunden? Conchita Wurst und Lady Gaga, Väter in Elternzeit und Mütter als (Verteidigungs-)Ministerinnen zeigen doch, dass Frauen und Männer heute Wahl- und Entfaltungsmöglichkeiten haben wie wohl keine andere Generation vor uns. Wie also gehen wir heute um mit Zuschreibungen und Rollenerwartungen, gerade in der Kindererziehung? Halten wir Empathie immer noch für eine weibliche Eigenschaft und Ritterlichkeit für männlich? ‚Alle Menschen werden Brüder‘ - gilt das inzwischen gleichermaßen für Männer und für Frauen? Haben wir heute also neue Wege gefunden und die Zeiten von Stammhaltern, Tratschweibern und ‚Indianern, die keinen Schmerz kennen‘ hinter uns gelassen? Wie ähnlich sind sich die Geschlechter eigentlich und wie unterschiedlich wollen wir sein?

23:57 Uhr

National- und Europahymne

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Programmtipps

Schilder mit CO2- und Klimaschutz-Aufdrucken (imago / Christian Ohde)
Klimanotstand am BodenseeWelche Konsequenzen zieht Konstanz?
Länderzeit 17.07.2019 | 10:10 Uhr

Konstanz hat als erste Stadt in Deutschland Anfang Mai den Klimanotstand ausgerufen. Der Impuls dazu kam von der Ortsgruppe der "Fridays for Future"-Bewegung. Und das heißt für die Kommune am Bodensee: Alle Ratsbeschlüsse sind darauf ausgerichtet, CO-2 Emissionen zu reduzieren oder zu vermeiden.

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