Programm: Vor- und RückschauSonntag, 01.05.2016

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  • 00:05 Uhr

    Wolken ziehen vorüber
    Eine Lange Nacht über das Werk des finnischen Meisterregisseurs Aki Kaurismäki
    Von Josef Schnelle
    Regie: Rita Höhne
    (Wdh. v. 08./09.12.12)

    Zwei Finnen treffen sich in einer Bar. "Prost" sagt der eine. Sagt der andere: "Ich bin doch nicht hergekommen, um zu quatschen." Wortkarg und sarkastisch ist auch der finnische Filmemacher Aki Kaurismäki. Seit 1980 hat er rund 20 Filme gedreht und es sind die schönsten Autorenfilme der letzten Jahre darunter. In 'Le Havre' überraschte er mit einem Bekenntnis zur Weltoffenheit der wohl hässlichsten Hafenstadt der Welt. Kaurismäki porträtiert die chronischen Loser: Arbeitslose, Müllmänner, Verzweifelte, schlechte Musiker, Mörder. Und er schafft es, mit solchen Hauptfiguren grandiose Melodramen zu drehen, die an Stummfilmklassiker und sozial-reale Melodramen der klassischen Filmepochen anknüpfen. 'Das Mädchen aus der Streichholzfabrik' weiß sich nicht anders zu helfen als mit Rattengift. Im Künstlerelend von 'Das Leben der Bohème' zählt nur der neueste Fisch, auch wenn er überraschenderweise zwei Köpfe hat. Aki Kaurismäki ist Realist und Visionär zugleich. Mit finnischen Tangos und Punkmusik seiner Hausband Leningrad Cowboys mit ihren charakteristischen Haartollen hat Kaurismäki ein Kino zwischen Kult und poetischem Realismus erfunden, dem diese 'Lange Nacht' gewidmet ist.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr  Konzertmomente

    George Enescu
    Suite Nr. 3 "Pièces impromptues", op. 18
    Ewa Kupiec, Klavier

    03:05 Uhr  Schlüsselwerke

    Wolfgang Riehm
    Streichquartett Nr. 3 'Im Innersten'
    Minguet Quartett

  • 06:10 Uhr

    Henry Purcell
    'Hear my prayer, o God'. Verse Anthem für Alt, Tenor, Bass, Chor und Basso continuo
    Rogers Covey-Crump, Tenor
    Charles Daniels, Tenor
    Michael George, Bass
    The Choir of the King's Consort
    The King's Consort
    Leitung: Robert King

    Georg Philipp Telemann
    'Deine Toten werden leben'. Kantate am Sonntag Rogate für Sopran, Blockflöte und Basso continuo Nr. 28, TWV 1:546
    Monika Frimmer, Sopran
    Myriam Eichberger, Blockflöte
    Gerhart Darmstadt, Violoncello
    Christoph Hammer, Orgel

    Johann Gottfried Müthel
    Fugen-Fantasie für Orgel C-Dur
    Andrzej Mikolaj Szadejko, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    'Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen'. Kantate am Sonntag Rogate für Soli, Chor und Orchester, BWV 87
    Robin Tyson, Countertenor
    Steve Davislim, Tenor
    Stephan Loges, Bass
    Monteverdi Choir
    English Baroque Soloists
    Leitung: John Eliot Gardiner

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen
    Tunesien und Theater - Der Regisseur Fadhel Jaibi über den Zustand seines Landes und dessen Gesellschaft

    Der Wert der guten Arbeit - Ein Interview mit dem Philosophen Thomas Vasek

    Scheitert Europa am Brenner? Ein Interview mit dem Soziologen Maurizio Bach

    07:50 Uhr  Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Die Sprache der neuen Rechten - Ein Interview mit der Publizistin Liane Bednarz

    Denk ich an Deutschland: der Schriftsteller und Musiker Heinz Strunk

    Am Mikrofon: Änne Seidel

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    „Wenn das Leben Wellen schlägt“ - christliche Spiritualität als Weg der Achtsamkeit
    Von Silvia Katharina Becker
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 75 Jahren: Orson Welles Film "Citizen Kane" wird in New York uraufgeführt

  • 09:30 Uhr

    Flanieren auf See
    Von der Lust an der Kreuzfahrt
    Von Michael Reitz

    Das schwimmende Hotel entwickelt sich zu einer wichtigen Urlaubsform. Kein Reisemarkt wächst derzeit so rasant wie die Hochsee-Kreuzfahrt. 2014 unternahmen rund 20 Millionen internationale Passagiere eine Kreuzfahrt, Prognose steigend. Die größte Gruppe bilden Nordamerikaner, aber auch Millionen Europäer gehen an Bord. Deutschland ist inzwischen die zweitgrößte Kreuzfahrt-Nation nach den USA. Während Flüchtlinge in der Hoffnung auf ein besseres Leben genau dieses auf Mittelmeerrouten riskieren, kreuzen die Zivilisationsmüden über die Weltmeere, um sich von der quälenden Langeweile ihres Lebens zu erholen. In der Literatur haben David Foster Wallace und Jonathan Franzen das Setting des Kreuzfahrtschiffs zur Gegenwartsdiagnostik entdeckt und die schwimmenden Mekkas zur kritischen Betrachtung des modernen Menschen herangezogen. Auf welchem Kurs befinden sich Zeitgenossen, wenn sie auf schwimmenden Wohnsilos organisierte Kreuzfahrten unternehmen? Wo liegt der Lustgewinn? Michael Reitz untersucht in einem Essay, ob auf diesen organisierten Reisen zur See die menschliche Sehnsucht nach Weite und Wagnis nacherlebt werden kann. 

  • 10:05 Uhr

    "Radiokirche"
    zeitnah zuvor aufgezeichneter Gottesdienst aus Lebach
    Predigt: Pfarrerin Andrea Sattler und Pfarrer Hans-Jürgen Gärtner
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Frans Timmermans, Erster Vizepräsident der Europäischen Kommission

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Geschmackserlebnisse am Straßenrand
    Kulinarische Tour durch Mumbai

    Meerblick gratis
    Wildcampen in Portugal

    Cindy und die Pinguine
    Im Vogelpark Walsrode (Lüneburger Heide)

    Reise der Langsamkeit
    Mit dem Hausboot auf dem Weichsel-Werder Ring in Polen

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Filmemacher Emanuel Rund im Gespräch mit Michael Langer

    Emanuel Rund ist deutsch-amerikanischer Filmemacher und Publizist. Er wurde als Sohn deutsch-jüdischer Eltern 1946 in New York geboren, wuchs in Jerusalem auf und arbeitete später in den USA als Regisseur, Kameramann und Produzent. Seit 1984 lebt er in Deutschland, wo er sich einen Namen als Dokumentarfilmer machte. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört der Film 'Alle Juden raus. Judenverfolgung in einer deutschen Kleinstadt 1933 - 1945'.

  • 15:05 Uhr

    Es dreht sich um Musik: Die Renaissance der Vinylkultur
    Von Andreas Dewald

    In jüngster Zeit boomt der Markt für Vinyl-Schallplatten. Viele Musikhörer, junge wie alte, verschmähen die CD, verabscheuen Musik im MP3-Format und legen sich 'schwarzes Gold' auf den Plattenspieler, 180 Gramm schwere Scheiben. "Das klingt so warm und ist wundervoll verpackt", sagen sie mit verklärtem Blick. Plötzlich gibt es neue Plattenläden, gut besuchte Plattenbörsen und auch ein eigenes Magazin für Vinylkultur. Was fasziniert Musikliebhaber an Vinyl? Was halten Plattenfirmen, Händler, Fertigungstechniker von diesem Phänomen? Wie reagieren Musiker auf diese Entwicklung?

  • 16:10 Uhr

    Aus dem literarischen Leben
    Das Buch der Woche

    Emily Bronte: Sturmhöhe
    Übersetzt und herausgegeben von Wolfgang Schlüter
    (Hanser Verlag, München)
    Vorgestellt von Ursula März

    Am Mikrofon: Denis Scheck

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Dr. Zoo
    Der Arzt im Tier
    Von Christine Westerhaus

    Tiere werden krank. Wie der Mensch fangen auch sie sich Schnupfen, Durchfall oder Parasiten ein. Wie der Mensch kennen aber auch sie erstaunliche Tricks, mit denen sie sich wehren: Trächtige Elefanten fressen Blätter, um die Geburt einzuleiten. Papageien entgiften mit Tonerde. Andere Vögel tragen sogar Zigarettenstummel in ihre Nester, um mit dem Nikotin Ungeziefer zu vertreiben. Auch Braunbären wissen sich zu helfen und reiben ihr Fell mit einem Extrakt aus der so genannten Bären-Wurzel ein. Forscher entdecken immer neue Beispiele von Selbstmedikation bei Tieren - und wollen sie nutzen. Dabei geht es ihnen nicht nur um potentielle Wirkstoffe für die Humanmedizin, sondern auch um Erkenntnisgewinn. Wie geben Arten ihr Wissen weiter, wenn sie weder schreiben noch sprechen können? Die Suche nach dem Arzt im Tier - sie ist auch eine Reise zu den Ursprüngen unserer Medizin.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente
    Krise der Demokratie? Der Philosoph Marc Jongen, AfD, über den Volkswillen im Gespräch mit Michael Köhler

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    "ÜberReste. Strategien des Bleibens in den Darstellenden Künsten" - Eine Tagung in Berlin

    Vom Mythos zur Zivilisation - Wagners "Ring" wird in Leipzig mit der "Götterdämmerung" fortgesetzt

    Tunesien und Theater - Der Regisseur Fadhel Jaibi über den Zustand seines Landes und dessen Gesellschaft

    Variantenreiches Spiel um die Macht: "Game of Thrones" und die Kulturgeschichte

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:40 Uhr

    Bedingt einflussreich: Zur Bedeutung der Gewerkschaften heute

  • 20:05 Uhr

    Kunst inklusiv
    Das Projekt KAT 18 in Köln
    Von Ulrike Klausmann
    Regie: Anna Panknin
    Produktion: DLF 2016

    Daniel Scislowski zeichnet schwebende Raumstationen, mit zartem Strich. Sie scheinen aus dem Blatt herauszuwachsen, während sie den Blick des Betrachters hineinziehen. Oder Tanja Geiß mit ihren Monstern und Skeletten, die auf der leuchtend rosa Wand im Bonner Kunstmuseum Geisterbahn spielen. Dass die Künstler der Gruppe KAT 18 geistig behindert sind, wie es in der Sprache der vermeintlich Normalen heißt, wird auf ihrer Homepage nicht erwähnt. Die künstlerische Leistung soll im Vordergrund stehen. Sammler und Kunstexperten schätzen das Unverstellte in ihren Werken - aber vielleicht ist auch das nur eine der vielen Zuschreibungen, die in dieser Sendung hinterfragt werden sollten.

  • 21:05 Uhr

    Rheingau Musik Festival 2015

    Charles Ives
    ‘Decoration Day’ aus: Sinfonie Nr. 5 - 'New England Holidays'

    Ludwig van Beethoven
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur, op. 58

    Peter Tschaikowsky
    Sinfonie Nr. 5 e-Moll, op. 64

    Yuja Wang, Klavier
    San Francisco Symphony
    Leitung: Michael Tilson Thomas

    Aufnahme vom 3.9.15 aus dem Kurhaus Wiesbaden

    Michael Tilson Thomas setzt auf Langzeitbeziehungen. Und nicht zuletzt das macht den US-amerikanischen Dirigenten zu einer Ausnahmeerscheinung im schnelllebigen Klassikbetrieb. Seit mehr als 20 Jahren leitet er als Musikdirektor San Francisco Symphony. Obwohl es nicht dem elitären Zirkel der Big-Five-Orchester angehört, zählt es zu den traditionsreichsten Klangkörpern der USA. Etliche Schallplatten oder CD-Aufnahmen mit MTT, wie ihn die Musiker oft nennen, besitzen Kultstatus. Fast ein Dutzend davon wurden mit Grammys ausgezeichnet. Die Erwartungen des Publikums waren dementsprechend hoch beim Gastspiel von San Francisco Symphony vergangenes Jahr im Rahmen des Rheingau Musik Festivals. Als Solistin beim Konzert im Kurhaus Wiesbaden trat die chinesische Klaviervirtuosin Yuja Wang mit Ludwig van Beethovens 'viertem Klavierkonzert' auf. Den Rahmen für dieses Werk bildeten zwei fünfte Sinfonien ganz unterschiedlicher Komponisten. Zum einen die in Europa wenig bekannte des Amerikaners Charles Ives, 'New England Holidays' lautet ihr Titel. Der zweite Satz 'Decoration Day' wurde zur musikalischen Ouvertüre eines Konzertabends, der mit Peter Tschaikowskys 'Fünfter' sein spektakuläres Finale fand.

  • 23:30 Uhr

    "Wir sind kein Sportland"

    Gespräch mit Ruderbundestrainer Ralf Holtmeyer.

    Die Fragen stellt Philipp May.