Programm: Vor- und RückschauSamstag, 20.09.2014

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  • 00:05 Uhr

    Rabenkinder
    Von Johannes Gelich
    Regie: Günter Maurer
    Musik: Matthias Schneider-Hollek
    Mit: Wolfram Berger, Thomas Eisen, Elisabeth Findeis und Sabine Gronau
    Produktion: SWR/ORF 2013
    Länge: ca. 54'

    Robert und Ulrike Raab, Kinder aus wohlhabendem Haus, stehen mit Anfang 40 vor den Trümmern ihres beruflichen Lebens. Von ihrem reichen Vater ein Leben lang kurz gehalten, beschließen die Geschwister, den Juwelierladen des Vaters zu überfallen. Zu Beginn des Überfalls scheint alles glatt zu gehen, doch Robert bekommt einen Asthmaanfall und muss sich die Maske herunterreißen. In Panik versetzt, entführen die Geschwister den eigenen Vater, um so den einzigen Zeugen ihrer Tat mundtot zu machen. Sie verschleppen ihn in ein Kellerlager und fesseln ihn an einen Stuhl. Wie soll es jetzt weitergehen? In den folgenden 36 Stunden dreht sich alles um die Fragen: Wie konnte es nur so weit kommen? Warum war es dem Vater, noch im Krieg geboren, so einfach möglich gewesen, reich zu werden, während Ulrike und Robert offensichtlich beruflich versagt haben?

    Johannes Gelich, 1969 in Salzburg geboren, lebt als Journalist und freier Schriftsteller in Wien. Zuletzt erschien der Roman "Wir sind die Lebenden".

  • 01:05 Uhr

    Jazz

    'You And The Night And The Music'
    Der Mond. Improvisationen über einen Himmelskörper
    Crime Jazz. Als der Film dem Verbrechen das Swingen beibrachte
    Shades Of Blue. Über die tiefgründigste Farbe des Jazz

    Live im Studio: Karsten Mützelfeldt

    04:05 Uhr  Milestones

    In memoriam Paul Horn (1930-2014)
    'In India & Kashmir' (1967); 'Inside I & II' (1969/72); 'Inside The Great Pyramid' (1976)
    Mit Karl Lippegaus

  • 05:05 Uhr

    Wake Up This Morning
    Live im Studio: Leo Gehl

  • 06:05 Uhr

    Joachim Dorfs, Stuttgarter Zeitung:
    Präsident mit Freiheiten - Die Halbzeitbilanz von Joachim Gauck

  • 06:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Reportagen

    08:50 Uhr  Presseschau

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 80 Jahren: Die italienische Filmschauspielerin Sophia Loren geboren

  • 09:10 Uhr

    Die Dschihadisten aus Dinslaken-Lohberg
    Warum junge Deutsche in den "heiligen Krieg" ziehen
    Am Mikrofon: Manfred Götzke

  • 10:05 Uhr

    Am Mikrofon: Der Designer Rolf Sachs

    Aus einer Karriere als Schlagzeuger wurde nichts, obwohl Rolf Sachs während seiner Zeit auf dem Internat in einer Schülerband spielte. Sein musikalisches Können sei ziemlich eingeschränkt, sagt der Möbeldesigner und Bühnenbildner. Und doch hegt er große Zuneigung zur Musik: Jüngst richtete der Sohn des Fotografen, Industriellen und als Playboy bekannten Gunter Sachs im schweizerischen St. Moritz wieder sein Festival da Jazz aus, bei dem Künstler wie Natalie Cole, Paolo Conte und Klaus Doldinger zu Gast waren. Seine zweite Heimat sei St. Moritz, eine erste gebe es nicht, so Rolf Sachs. 1955 in Lausanne geboren, studierte er nach der Schulzeit Wirtschaftswissenschaften in London und San Francisco, arbeitete in München als Investmentbanker, bevor er sich dazu entschloss, als Designer Tische, Lampen und insbesondere Stühle zu entwerfen. Weltweit werden seine Werke in Ausstellungen gezeigt.

  • 11:05 Uhr

    Das Kollektiv der Berge: Almbauern in der Schweiz
    Mit Reportagen von Alexander Grass
    Am Mikrofon: Jeanette Seiffert

    Aufstehen im Morgengrauen, Mist schaufeln, Melken, Heuen: Das alles gehört zum harten Arbeitsalltag auf einer Alm. Damit ist es aber nicht getan: Wenn die Melkmaschine streikt, wenn sich Kälber verlaufen oder Kühe krank werden, wenn die Tiere bei einem plötzlichen Kälteeinbruch in den Stall geholt werden müssen - dann sind schnell die Grenzen der physischen Leistungsfähigkeit erreicht. Der romantisierende, verklärende Blick auf das idyllische Leben in den Bergen trügt: In der Realität ist das Almleben oftmals sehr hart. Trotzdem zieht es in jedem Sommer aufs Neue 17.000 Almhirten und -hirtinnen mit 400.000 Kühen und 200.000 Schafen in die Schweizer Berge. Weil sich immer weniger Personal um immer mehr Tiere kümmern muss, helfen Freiwillige aus. Und dort, wo Almwirtschaftsbetriebe aufgegeben wurden, entstehen neue Initiativen, die zum Beispiel alte Hütten sanieren, die vom Verfall bedroht sind. Wie es sich für das basisdemokratische Vorzeigeland gehört, befinden sich bis heute die meisten Schweizer Almwirtschaften in kollektivem Eigentum. Hier wird seit Jahrhunderten gemeinsam angepackt und entschieden. Viele Almbauern sind überzeugt: Die Wiege der Demokratie steht in den Bergen.

  • 12:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Musik

  • 13:10 Uhr

    Themen der Woche

    Birgit Wentzien, Deutschlandfunk:
    Rechtspopulisten erobern Deutschland - Der Erfolg der AfD

    Tomas Avenarius, Süddeutsche Zeitung:
    Eine schmutzige Allianz - Der Kampf gegen den Islamischen Staat

    Claus Stäcker, Deutsche Welle:
    Aufmarsch gegen die Seuche - Die Gefahr durch Ebola

    Stefanie Bolzen, Die Welt:
    Auch nach dem No ein neues Land - Das schottische Referendum

    Am Mikrofon: Benjamin Dierks

  • 13:30 Uhr

    Auslandskorrespondenten berichten
    Irak: ...und der Gewinner heißt: Assad- Schulterschluss gesucht im Abwehrkampf gegen die IS-Terroristen

    Mali: Trotz anlaufender Friedensverhandlungen mit den Tuareg - Lage bleibt angespannt

    Eritrea: Abgeschottet und unterdrückt - Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Europa

    Chile: Aufarbeitung der Diktatur - Viele Mord- und Folter-Verdächtige noch auf freiem Fuß

    Am Mikrofon: Andreas Noll

  • 14:05 Uhr

    Das Forum für lebenslanges Lernen
    "Mündliche Prüfung" für Sylvia Löhrmann:
    HörerInnen fragen - die KMK-Präsidentin antwortet

    Gesprächsgast ist Sylvia Löhrmann, NRW-Schulministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz
    Am Mikrofon: Grit Thümmel

    Als Beiträge sind dazu geplant:
    Woliegen die Bildungsbaustellen?
    Fragen von Lehrern, Schülern und Eltern an Sylvia Löhrmann.

    Start ins neue Schuljahr
    Wie eine Inklusionsschülerin und ein Ganztagsleiter die großen bildungspolitischen Herausforderungen im Alltag erleben.

  • 15:05 Uhr

    Das Musikmagazin
    Low fidelity: Briefe gegen den Mainstream
    Gereon Klug alias Hans E. Platte erzählt in "Low Fidelity" die Geschichte der Gründung eines Plattenladens namens "Hanseplatte" im Hamburger Schanzenviertel. Ein Geschäft, in dem ausschließlich Produkte lokaler Künstler verkauft werden. Klug ist Mitbegründer des Ladens - ein Mann, der auch für Rocko Schamoni Tourneen organisierte, für den Pudelclub Öffentlichkeitsarbeit machte und das erste essbare Kochbuch der Welt veröffentlichte. Auf Lasagneseiten. Dieser Gereon Klug jedenfalls hat unter dem Pseudonym Hans E. Platte seit Jahren Newsletter für besagten Plattenladen Hanseplatte geschrieben. Irre Texte, die alles andere als glänzend-glatte Promotion für das Sortiment waren und nun in Buchform veröffentlicht wurden. Passend dazu erscheint eine Compilation mit ausschließlich unveröffentlichten Tracks von Adolf Noise, Die Sterne, Kid Kopphausen, Heinz Strunk, Felix Kubin oder Tocotronic.

    Let's talk about music: Die Konferenz beim Reeperbahn Festival
    Seit 2006 gibt es das Hamburger Reeperbahnfestival, das seit Mittwoch in etwa 70 verschiedenen Clubs und Spielstätten über 400 Konzerte anbietet und zudem - neben der c/o pop und der Berlin Music Week - zu den wichtigsten Business-Plattformen für Organisationen aus der internationalen Musik- und Digitalwirtschaft gehört. Zum Auftakt der Reeperbahn Festival-Konferenzsprach unter anderem auch Herbert Grönemeyer, ebenfalls Besitzer eines Plattenlabels, über aktuelle Entwicklungen der Musikbranche.

    Ich will meinen Körper zurück - die US-amerikanische Musikerin Shara Worden
    "My brightest diamond" heißt das Bandprojekt der ausgebildeten Opernsängerin Shara Worden, die sich seit 10 Jahren mit diesem Ensemble zwischen Avantgarte-Pop, europäischer Konzertmusik und - auf dem aktuellen Album "This is my hand" - zum Teil clubtauglicher Tanzmusik bewegt. Die versierte Komponistin und Texterin erkundet moderne Konzert-Rituale, die verschiedenen Themengebiete von Songs (von Liebe über Trauer bis zu Krieg) und sagt über ihre Musik: "Bevor ich Tanzmusik schreiben konnte, musste ich meinen Körper zurück erobern".

    Am Mikrofon: Anja Buchmann

  • 16:05 Uhr

    Bücher für junge Leser
    Neue Kinderbücher im Gespräch mit den Kritikern Susanne Gaschke und Wieland Freund

    Kilian Leypold: Krähen gegen Ratten. DerBandenkrieg von Murz und Matze
    (Hanser Verlag)

    Michael Römling: Seitenwechsel
    (Coppenrath)

    Andrea Beaty / Chris Roberts / Reinhard Pietsch: Wie Rosie den Käsekopter erfand
    (Knesebeck)

    Am Mikrofon: Tanya Lieske

  • 16:30 Uhr

    Computer und Kommunikation
    Schwerpunkt:
    Schutz aus der Cloud
    Wie Dienstleister Netzwerke mit SDN sicherer machen wollen

    Flexible Sicherheit
    Welche Angriffsmöglichkeiten SDN Hackern bietet

    Aktuell:
    Windows 9 und Druck
    Microsoft muss verärgerte PC-Nutzer besänftigen

    Der kleinste gemeinsame Nenner
    Die Europäische Datenschutz-Grundverordnung schwächt Arbeitnehmer-Rechte

    Das Digitale Logbuch
    Hunde-Handy 6

    Sternzeit 20. September - Vergessene Stars
    Filippo Giacomo Maraldi

    Am Mikrofon: Manfred Kloiber

  • 17:05 Uhr

    Entlassungen bei der FAZ, Zoff beim Spiegel
    Wie die Printbranche durchgerüttelt wird
    Interview mit Kai-Hinrich Renner (Handelsblatt)

    Schützengräben in den Köpfen
    Medienfreiheit in der Ukraine profitiert nicht vom Umsturz

    O-Ton-Nachrichten u.a.:
    Doch tendenziös? ARD-Programmbeirat kritisiert Ukraine-Berichterstattung
    Gruner + Jahr will sparen: Henri-Nannen-Preis ausgesetzt
    Überwachung geplant: LKA wollte BR-Reporter abhören

    Historisches Krisenmanagement
    Wie Genscher die Entspannungspolitik medial absicherte

    Impact Journalism Day
    "Lösungsorientierter" Journalismus statt schlechter Nachrichten

    Am Mikrofon: Brigitte Baetz

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    Irrfahrten mit den Sinti und Roma - "Die Odyssee oder Lustig ist das Zigeunerleben" von Volker Lösch am Schauspiel Essen

    Nach Auschwitz - Christian Petzolds neuer Film "Phoenix"

    Formen, Figuren und Obsessionen der Macht - Eine Tagung in Tutzing

    Welt der Bücher in Berlin - Eine Bilanz des Internationalen Literaturfestivals

    Als der Impressionismus begann - Eine Ausstellung in Paris untersucht Monets Schlüsselwerk "Impression - aufgehende Sonne"





    Am Mikrofon: Beatrix Novy

  • 18:40 Uhr

    Die Lebensversicherung - ein unattraktives Auslaufmodell?

  • 20:05 Uhr

    Ein Aufnahmezustand
    Von Mauricio Kagel
    Regie: der Autor
    Mit: Peter Brötzmann, Christoph Caskel, Deborah, Alfred Feussner, William Pearson, Heinz-Georg Thor, Michael Vetter
    Produktion: WDR 1970
    Länge: 50'05

    Anschließend:
    "Mein Metier ist die Tradition". Mauricio Kagel im Gespräch mit Sabine Küchler

    Jeder der sieben Mitwirkenden, der zu einer Studioaufnahme eingeladen wird, wird erst hinterher erfahren, was das eigentliche Interesse dieser Produktion ist: Es sind nicht die auf Perfektion gestriegelten kunstvoll artikulierten Worte und Klänge. Die sind ein Überschuss, der später als Material zweiter Ordnung einmontiert wird. Es geht um die nebensächlichen Fragen und Antworten, um spontane Äußerungen, ungezwungene Bemerkungen und Nebengeräusche. In Kagels Aufnahmezustand schneidet die Tonbandmaschine alles ausnahmslos mit: "Das heißt: Schritte, mechanische oder manuelle Mikrofonveränderungen, Auf- und Abbau, hörbarer Wechsel des Abstandes zwischen Tonquelle und Mikrofon sowie das eventuelle Abhören von Aufnahmetakes im Studio, welche die Mitwirkenden wünschen könnten, werden aufgenommen." (Mauricio Kagel)

    Mauricio Kagel (1931-2008), Komponist, Hörspielautor, Regisseur.

  • 22:05 Uhr

    Zagreber Brüche
    Die kroatischen Komponisten Zoran Scekic, Srdan Dedic und Frano Parac
    Von Peter Krause

    Zoran Scekic (*1972) war viele Jahre lang Jazzmusiker, bevor er die Welt der mikrotonalen Musik entdeckte und erweiterte, in dem er Instrumente wie das Z-Board erfand, ein Klavier mit 576 Tasten. Srdan Dedic (*1965) war erst auf dem Weg zum Jazzmusiker, als er Prokofjew und Schostakowitsch für sich entdeckte und die Richtung wechselte. Seit nunmehr 30 Jahren schreibt er zeitgenössische Werke. In Titeln wie "Beat on", "Snake Charmer" oder "At the Party" spürt man, dass er seine Leidenschaft für Jazz nicht ganz aufgegeben hat. Und auch Frano Parać hat einen künstlerischen Bruch in seiner Laufbahn vorzuweisen. Bevor er die Musikakademie besuchte, um Klassik zu studieren, war er Pianist in einer Rock-Band. Doch er hat seine musikalische Vergangenheit mitgenommen, in vielen seiner Kompositionen taucht ein treibender Rhythmus auf.

  • 22:50 Uhr
  • 23:05 Uhr

    "WIR haben noch die Erinnerung"
    Die Lange Nacht über Estland
    Von Elke Pressler
    Regie: Elke Pressler

    Die Geschichte des kleinen baltischen Staates Estland ist bewegt und dramatisch - und kaum bekannt. Es ist eine Geschichte des fortwährenden Versuchs der Auslöschung. Das Gebiet wurde seit Jahrhunderten von Dänen, Deutschen, Schweden oder Russen beherrscht. Nur während einer kurzen Frist, von 1920 - 1940, war das Land in der Vergangenheit unabhängig und hatte eine bürgerliche Regierung. Seit der Singenden Revolution 1991 versucht Estland nun, seine Identität, seinen Kern, seine Substanz wiederzufinden. Die "Lange Nacht" spiegelt die dramatischste Phase, das Trauma der sowjetischen Okkupationszeit zwischen 1939 und 1991, wider. Und sie spiegelt die Bedeutung des Gesangs, der Lieder, die zum Überleben der estnischen Seele und Identität beigetragen haben. Doch auch das "Kalevipoeg" ist ein Identitätsanker; ohne das Nationalepos aus dem 19. Jahrhundert hätte sich die estnische Sprache nicht weiterentwickelt. Auch in elektronischen (Re)Konstruktionen des Dichters und Lyrikers Jüri Reinvere oder in den Kompositionen Arvo Pärts entwickeln estnische Komponisten eigene Klangmuster.