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Programm: Vor- und RückschauSamstag, 07.09.2024

  • 00:05 Uhr
    00:05 Uhr   Fazit

    Kultur vom Tage
    (Wdh.)

    01:05 Uhr   Jazz Live

    Bekanntes in neuen Gewändern
    Sebastian Sternal Solo
    Aufnahme vom 29.11.2023 aus dem Beethoven-Haus, Bonn
    Am Mikrofon: Thomas Loewner
    (Wdh.)

    02:07 Uhr   JazzFacts

    "Kopfhörer"
    Gast: Pianistin Anke Helfrich
    Am Mikrofon: Florian Ross und Odilo Clausnitzer
    (Wdh.)

    03:05 Uhr   Rock et cetera

    Blues und Rock mit S oder Z
    Die französische Rock-Band Rozedale
    Am Mikrofon: Tim Schauen
    (Wdh.)

    04:05 Uhr   On Stage

    Zu Hause aufgenommen
    Der australische Singer-Songwriter Jaimi Faulkner
    Am Mikrofon: Tim Schauen
    (Wdh.)

  • 06:05 Uhr

    Sachsen und Thüringen: Wahlergebnisse sind kein Unfall
    Von Anne Lena Mösken

  • 06:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Reportagen

    06:35 Uhr   Morgenandacht

    Ulrike Lynn, Chemnitz
    Katholische Kirche

    07:35 Uhr   Börse

    Der internationale Wochenrückblick

    08:35 Uhr   Börse

    Der nationale Wochenrückblick

  • 09:05 Uhr

    Vor 60 Jahren: Die DDR lässt Bausoldaten zu - eine Alternative zum Wehrdienst

  • 09:10 Uhr

    Erntezeit - Wie es den Landwirten in Deutschland geht

    Am Mikrofon: Henning Hübert

    Das aktuelle Bauernjahr begann mit Protesten auf den Straßen. Im Frühjahr dann ein später Frost und jetzt wird die magere Ernte eingefahren.
    Zu Besuch auf Höfen, Äckern und Treckern.

  • 10:05 Uhr

    Am Mikrofon: Der Jazzmusiker Sebastian Studnitzky

    Sebastian Studnitzky ist einer der kreativsten Köpfe im deutschen Jazz. Mit seinem Festival XJAZZ holt er namhafte Künstlerinnen und Künstler nach Berlin. Als Trompeter und Pianist tourte er weltweit mit Größen der Jazzszene wie Nils Landgren oder Rebekka Bakken. Geboren wurde Sebastian Studnitzky 1972 in Neuenbürg im Schwarzwald. An der Musikhochschule Stuttgart studierte er Jazz und Pop. Ein Stipendium ermöglichte ihm, in den USA Komposition und Filmmusik zu studieren, am Berklee College in Boston. Heute ist er selbst Professor an der Musikhochschule Dresden. Studnitzky komponiert für verschiedene Besetzungen und verbindet Jazz und Elektronik mit klassischen Einflüssen. Im Deutschlandfunk verrät er, welche Musik er jeden Tag bis zum Ende seines Lebens spielen könnte.

  • 11:05 Uhr

    Mit vereinten Kräften - Der Wiederaufbau von Notre-Dame
    Von Suzanne Krause

    Auf der Großbaustelle im Herzen von Paris, auf der Ile de la Cité, herrscht Hochbetrieb: Am 8. Dezember 2024 soll Notre-Dame wieder ihre Tore öffnen.
    Knapp fünf Jahre nach dem Brand, der die weltberühmte Kathedrale fast vernichtet hätte, sind Bauarbeiter, Restauratorinnen und Handwerker im Dauer-Einsatz. Jeden Tag sind bis zu 600 Arbeiterinnen und Arbeiter am Werk, um Notre-Dame wieder auferstehen zu lassen. So wie es Präsident Emmanuel Macron versprochen hat. Der Staat als Eigentümer und die katholische Kirche arbeiten dafür Hand in Hand. Die Wiederöffnung soll ein Zeichen setzen. Denn Notre-Dame ist mehr als nur ein Gotteshaus: ein Stück Geschichte Frankreichs, ein Meilenstein der Architektur und das beliebteste Wahrzeichen der Stadt Paris.

  • 12:10 Uhr

    Die doppelte K-Frage: SPD und Union suchen den besten Kandidaten

    Die Landtagswahlen und die K-Frage: Interview mit Politologe Wolfgang Schroeder

    Tango, Talks und Torte - Bürgerfest zum 75. Geburtstag des Bundestages

    Großbrand im Harz breitet sich weiter aus

    Baerbock im Westjordanland: Siedlungsbau stoppen

    Polen: Kindergeld für Schulbesuch

    Bombendrohungen an Schulen: Tschechien spricht von hybridem Krieg

    Boeing Starliner kehrt ohne Astronauten zur Erde zurück

    Sport

    Am Mikrofon: Dirk Müller

  • 13:10 Uhr

    Sachsen und Thüringen: Wahlergebnisse sind kein Unfall
    Von Anne Lena Mösken

    Auto-Industrie in der Krise: Konzerne sollten ihre Probleme selbst lösen
    Von Ursula Weidenfeld

    Deutsche Asyl- und Migrationsdebatte: An europäischer Realität vorbei?
    Von Peter Kapern

    Am Mikrofon: Melanie Longerich

  • 13:30 Uhr

    Algerien vor der Wahl - großes Land, kleine Fortschritte

    Marokko - Ein Jahr nach dem großen Erdbeben

    Südafrika - Die Opposition zerlegt sich selbst

    Vietnam - Ho Chi Minh und der lange Schatten der Vergangenheit

    Am Mikrofon: Andreas Noll

  • 14:05 Uhr

    Das Bildungsmagazin

    Nach den Landtagswahlen: Politische Bildung als „Feuerlöscher“?
    In "Campus & Karriere" wollen wir die Debatte vertiefen: Wurde die politische Bildung in Schulen und auch in der Berufsausbildung vernachlässigt? Führt mehr Politikunterricht automatisch zu demokratischeren Einstellungen? Wie sieht gute Demokratiebildung aus? Wieviel Neutralität oder Haltung braucht es in den Schulen? Und welchen Einfluss hat das Erstarken der AfD auf Akteure der politischen Bildung?

    Gäste:
    Anselm Cypionka, Landesvorsitzender Deutsche Vereinigung für politische Bildung e.V. Thüringen, Sozialkundelehrer am Orlatal Gymnasium Neustadt (Orla)
    Dr. Norbert Sendzik, Bildungsforscher am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe Bamberg
    Nina Gbur, Geschäftsführerin des Netzwerks für Demokratie und Courage in Sachsen
    Sowie ein Interview mit Barbara Ofstad, Ausbildungsleiterin von Siemens
    Am Mikrofon: Josephine Schulz

    Hörertel.: 00800 4464 4464
    campus@deutschlandfunk.de

    Die AfD hat bei den Wahlen in Thüringen und Sachsen bei jungen Menschen gepunktet und dort die größten Stimmenzuwächse eingefahren. Angesichts des zunehmenden Rechtsextremismus und demokratiefeindlicher Einstellungen fordern Akteure wie die GEW und die Bundesschülerkonferenz eine Stärkung der politischen Bildung in Schulen. Denn gerade Fächer wie Politik und Geschichte werden häufig fachfremd unterrichtet oder fallen aus.

  • 15:05 Uhr

    Das Musikmagazin

    Wer ist eigentlich der Boss?
    Bei einer Arbeitstagung beim Waves Vienna Festival diskutieren die Teilnehmer über Machtverhältnisse und Zuständigkeiten in der Musikbranche. Und über die Frage, was letztlich mehr zählen sollte: der Wille der Musiker oder der des Managements 

    Blick nach draußen
    Erst vor einem Jahr hat Katja Seiffert unter dem Künstlernamen Blush always ihre Musik-Karriere begonnen. Der Gegensatz aus eher sanftem Gesang und Grunge-Gitarren begeisterte Hörerinnen und Kritik gleichermaßen. Auf dem zweiten Album „You deserve romance“ singt Seiffert erstmals nicht nur über sich, sondern auch über andere 

    Durchdacht und authentisch - „Endless Rüttenscheid“ von International Music
    Die Band aus Essen hat ihr drittes Album veröffentlicht. Manches klingt roher als früher, vieles komplexer. Geblieben ist die Liebe zum ausgefeilten, assoziativen Liedtext. Pedro Crescenti, Joel Roters und Peter Rubel im Corsogespräch mit Fabian Elsäßer

    Am Mikrofon: Fabian Elsäßer

  • 16:05 Uhr

    Bücher für junge Leser

    DIE BESTEN 7
    Die Deutschlandfunk-Bestenliste im September mit der Jurorin Roswitha Budeus-Budde

    Väter sind heute unser Haupt-Thema. Väter, die vermisst werden, weil man sie nie kennengelernt hat, oder weil sie tot sind oder weil man sie im alten Zuhause zurückgelassen hat. Das Vermissen und das Erinnern - zentrale Motive aller Bücher.

    Pablo Albo und Cecilia Moreno (Illustration): „Die Wölfin“
    Aus dem Spanischen von Karl Rühmann
    (Jungbrunnen)

    Enne Koens und Maartje Kuiper (Illustration): „Von hier aus kann man die ganze Welt sehen“
    Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann
    (Gerstenberg)

    Frida Nilsson und Torben Kuhlmann (Illustration): „Martin & Jack. Von Hundebesitzern, Katzenjägern und der Suche nach dem Glück“
    Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger
    (Gerstenberg)

    Sydney Smith: „Erinnerst du dich?“
    Aus dem Englischen von Bernadette Ott
    (Aladin)

    Christina Laube und Mehrdad Zaeri (Illustration): „Anna. Was die Zeit nicht heilt“
    (Fischer Sauerländer)

    Andrej Bulbenko und Marta Kajdanowskaja: „Elektrizität und Himmelsfische. Eine Fluchtgeschichte über Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten“
    Aus dem Russichen von Olga Radetzkaja und Henriette Reisner
    (Dtv)

    Birgit Schössow: „Oma verbuddeln“
    (Peter Hammer)

    Am Mikrofon: Ute Wegmann

  • 16:30 Uhr

    Grenzgang:
    Hacktivismus und digitale Kriminalität wachsen zusammen

    Polithacks:
    Immer mehr Staaten beauftragen Hacktivisten

    Schwachpunkt:
    Medizinische Chatbots sind in der klinischen Prüfung durchgefallen

    Das digitale Logbuch:
    Dreizeilen-Spam

    Info-Update

    Sternzeit 7. September 2024:
    Euclid und die glühenden Galaxien im Perseus

    Am Mikrofon: Manfred Kloiber

  • 17:05 Uhr

    Schutz jüdischen Lebens - Mit Resolution oder ohne?
    Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, und der Straf- und Völkerrechtler Kai Ambos im Gespräch
    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Kampf gegen Ungerechtigkeit - Philip Glass' Oper "Satyagraha" in Hannover

    "Warten auf Godot" - Ulrich Rasche inszeniert Beckett in Bochum

    "Futur Proche" - Tanzstück von Jan Martens bei der Ruhrtriennale

    "Brasil! Brasil!" - Brasilianische Künstler und ihr Aufbruch in die Moderne in einer Ausstellung im Zentrum Paul Klee in Bern

    Fragiler Zusammenhalt - Die Dresdner Philharmonie nach den Landtagswahlen. Frauke Roth, Intendantin der Dresdner Philharmonie, im Gespräch

    Am Mikrofon: Henning Hübert

  • 18:10 Uhr

    Am Mikrofon: Daniel Heinrich

  • 18:40 Uhr

    Trotz Ärztemangels: Hohe Hürden für ausländische Mediziner

  • 19:10 Uhr

    DFB - Nations League A in Düsseldorf: Deutschland - Ungarn

    Paralympics 2024 in Paris - aktuell
    Paralympics 2024 - Was bleibt für Frankreich?
    Paralympics 2024 - Was bleibt: inklusive Sportklubs

    Tennis - US-Open in New York

    Radsport - Vor dem Ende der Vuelta

    Handball - Bundesliga: SC Magdeburg - HSG Wetzlar

    Fußball - WM 2026 und der Quali-Modus

    Am Mikrofon: Christian von Stülpnagel

  • 20:05 Uhr

    Hörspiel des Monats Juni 2024
    Mit Dolores habt Ihr nicht gerechnet
    Ein jüdisch-queeres Rachemusical
    Von Tucké Royale und Johannes Schmit
    Hörspielbearbeitung: Tucké Royale
    Regie: Tucké Royale
    Mit: Thea Ehre, Mehmet Ateşçi, Karin Hanczewski, Wera Bunge, Godehard Giese, Daniel Zillmann, Astrid Meyerfeld, Eva Meckbach, Christian Kuchenbuch u.v.a.
    Musik: Angy Lord, Ted Gaier, Yuriy Gurzhy, Paula Sell und Tucké Royale
    Ton und Technik: Bodo Pasternak und Eileen Dibowski
    Produktion: rbb 2024
    Länge: 54'44

    Anschließend:
    Hauptsache Hörspiel - Folge 23
    Von Hanna Steger und Max von Malotki

    Begründung der Jury der Akademie der Darstellenden Künste:
    Argentinien, Buenos Aires. Eine Figur namens Dolores, jüdisch, antifaschistisch, tanzt Tango mit Nazi-Größen, die hier gelandet sind - unter ihnen Eduard Roschmann alias Federico Wegener, auch bekannt als „Schlächter von Riga". Roschmann, so die historische Realität, ging den Nazijägern bis zuletzt durch die Lappen und schaffte es immer wieder, unbehelligt zu bleiben, bevor er 68-jährig in Paraguay starb. Nicht so in diesem „jüdisch-queeren Rachemusical" von Tucké Royale. Da „fällt" Roschmann auf dem Weg zur Toilette „an die zehn Mal" in Dolores’ Messer.
    Meisterhaft wird bedient, was dem Hörspiel eigen ist: Mit Wort und Musik das „Kopfkino" zu aktivieren, brutal und leichtfüßig zu erzählen, was an Brutalität fürs Auge schwer erträglich wäre. Dolores hat sich nämlich auf die Ermordung deutscher Judenmörder spezialisiert und ist darin äußerst erfinderisch, während sie sich in Argentinien oder im Berliner Nachtleben als Tänzerin tummelt: etwas Arsen im Cocktail hier, ein blutig endender Garderobenbesuch eines Verehrers dort. Das Hörstück, dessen Inhalt 2017 als Stück auf die Berliner Bühne des Maxim-Gorki-Theaters kam und das von einer Recherche zum russisch-polnischen Tänzer und Aktivisten Sylvin Rubinstein inspiriert wurde, stellt auf saftige, bewusst blutrünstige Art die jüdische Ohnmacht und Machtlosigkeit auf den Kopf und gibt der größtenteils ungelebten Realität jüdischen Widerstands gegen Massentötung und nationalsozialistische Quälereien in einer fiktiven Story Raum. Dies in der Absicht, das Trauma zu ertragen und Geschichte, wenigstens an ihren Zipfeln, umzudeuten zwecks Ermächtigung Millionen meist Machtloser. 
    Über all dem schwebt die tragende, rauchige Stimme jener großartigen Dolores, der wir ihre Performance abnehmen als alles verschlingender Racheengel. Mal unschuldig, mal triumphierend spricht Thea Ehre die Hauptfigur mit Stolz, Verspieltheit und abgeklärtem Durchblick. Dolores’ Treiben folgen wir gerne, ihrem „Ein-Mann-Geheimdienst im Frauenkörper", „einer Variation der Natur", wie der Berliner Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld betreffend ihres Frauseins im Zwitterkörper zitiert wird. Wir folgen Dolores gerne, vielleicht, weil sie so wunderbar die Hüften schwingt und göttlich singt. Aber auch, weil ihre zartere Schwester Ida ins Konzentrationslager deportiert wird und ihr Zwilling vermuten muss, dass sie dort stirbt. Ohne Gegenwehr, ohne Kampf und Stimme - wie so unendlich viele andere mit ihr. Indem Ida im Epilog ihre Flucht aus dem Zug ins Lager beschreibt, ihren bewaffneten Widerstand gegen die SS, ihr späteres Tanzen in einem selbst gegründeten Theater im Kibbuz bis die Knochen nicht mehr wollten, korrigiert Royale die Wahrscheinlichkeit von Biografien, die ein unmenschliches Ende gefunden haben. 
    Die Jury lässt sich vom blutigen, zugleich rasanten und lustvollen „Kampftanz" Tucké Royales mitreißen, mit dem der Künstler eine „ästhetische Verdrängung der Realität", eine „Neue Selbstverständlichkeit" anstrebt und die alternative Geschichtsschreibung zur machtvollen Behauptung werden lässt.

  • 22:05 Uhr

    Die Signale der Außenwelt demontieren
    Der slowakische Komponist Martin Burlas
    Von Robert Nemecek

    Martin Burlas, 1955 in Bratislava geboren, ist seit gut 40 Jahren einer der wichtigsten und vielseitigsten Vertreter der slowakischen Neuen Musik. Das Attribut „zeitgenössisch“ bezieht sich bei Burlas jedoch nicht nur auf hochartifizielle Werke in der Tradition der Moderne, sondern ebenso auf Pop- und Rock-Songs, die der Komponist zur Begleitung von Klavier, Gitarre und Schlagzeug auch schon einmal selbst interpretiert. Das bedeutet: Pop und Avantgarde sind für Burlas keine unvereinbaren Gegensätze, vielmehr ergänzen und durchdringen sie einander. In jüngster Zeit hat sich der heute 68-Jährige aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, um, wie er sagt, mit der hauseigenen Elektronik „Signale der Außenwelt zu empfangen und zu demontieren“. Die daraus resultierenden Stücke reflektieren eine zunehmend undurchsichtige Wirklichkeit, die sich mehr und mehr dem Zugriff des Einzelnen entzieht.

  • 22:50 Uhr
  • 23:05 Uhr

    Das kriselnde Klassenzimmer
    Eine Lange Nacht zur schulischen Bildung in Deutschland
    Von Marius Elfering
    Regie: Frank Merfort

    Die Schule steckt in der Dauerkrise. Spätestens seit dem PISA-Schock reißen Reformdebatten nicht mehr ab. Zu geringe Kompetenzvermittlung, zu große Auswirkung der sozialen Herkunft auf den Bildungsweg, lauten die Hauptvorwürfe. Und wie geht es der Schule wirklich? Auf der einen Seite sind da die kleinen großen Herausforderungen: Schülerinnen und Schüler, die nicht zur Schule kommen. Internet, das nicht funktioniert. Die Baustelle vor dem Klassenzimmer, die den Unterricht stört. Und eben immer die Debatte, weshalb Schülerinnen und Schüler in Deutschland nicht leistungsstärker sind. Auf der anderen Seite sind da Menschen, die sich jeden Tag hineinwerfen, in einen sich ständig wiederholenden Kampf, der ihnen viel abverlangt, der ermüdet, und den sie trotzdem kämpfen, um die jungen Menschen, die vor ihnen sitzen, nicht nur auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorzubereiten, sondern auf das Leben. Lehrerinnen und Lehrer, die Schülerinnen und Schüler persönlich von zu Hause abholen, damit sie nicht das Ordnungsamt schicken müssen. Die Matheaufgaben dreimal, viermal, fünfmal erklären. Die Dutzende Elterngespräche pro Tag führen. Die zuhören, wenn es sonst niemand tut. Schulische Bildung ist eines der Themen, an denen sich soziale Gerechtigkeit in Deutschland entscheidet. Eine Aufgabe, an der sich die Zukunft des Landes entscheidet. Und in der Krise. Neben den Schlussfolgerungen, die aus dem Zeugnis, das die PISA-Studien dem deutschen Schulsystem ausstellen, zu ziehen wären, wird um Digitalisierung und Dreigliedrigkeit gerungen, mit maroden Schulbauten und Lehrerkräftemangel gekämpft, und nicht zuletzt mit den ganz persönlichen Problemen, die Schülerinnen und Schüler mitbringen. Wie geht gute schulische Bildung? Und ist dieses Ziel in Deutschland überhaupt noch zu erreichen? Ein Jahr in der Herbert-Grillo-Gesamtschule in Duisburg-Marxloh.