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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 25.01.2026

  • 00:05 Uhr

    „Unter seinem Hut ist Utopia“
    Eine Lange Nacht über Joseph Beuys
    Von Berit Hempel
    Regie: Burkhard Reinartz
    (Wdh.v. 8./9.5.2021)

    Schamane, Scharlatan, Vordenker? Der Zeichner, Bildhauer und Aktionskünstler Joseph Beuys erklärte einem toten Hasen Bilder, teilte sich mit einem Kojoten mehrere Tage einen Galerieraum, arbeitete mit ungewöhnlichen Materialien wie Fett, Filz und Honig. Mit wenigen Zeichenstrichen und einzelnen Wörtern öffnete er neue Gedankenräume. Beuys sah den Menschen in seiner Gesamtheit als Künstler und wollte das politische System und die Gesellschaft verändern. Durch seinen allumfassenden Ansatz veränderte er die Kunst. Joseph Beuys, am 12. Mai 1921 geboren, gilt als einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts mit seinem erweiterten Kunstbegriff und der Theorie der „sozialen Plastik“. Dabei polarisierte der Mann mit Hut und Weste wie kaum ein anderer, wurde verehrt und war umstritten. Sein Credo „jeder Mensch ist ein Künstler“ verstanden viele Menschen falsch. Als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie öffnete er seine Klasse für alle Studienbewerber, als Aktionskünstler bezog er Schläge, als Zeichner von Hirschen schuf er einen Kosmos, der tief in die Evolution reicht. Mit der Pflanzung von 7000 Eichen forderte der Mitbegründer der Grünen 1982 auf der documenta 7 „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“. „Unter seinem Hut steckt Utopia“ - mit diesen Worten wurde Beuys 1986 der Wilhelm-Lehmbruck-Preis überreicht. Wenige Tage später, am 23. Januar, starb der Künstler in seinem Düsseldorfer Atelier, vor 40 Jahren. Die „Lange Nacht" versucht dieses Utopia zu ergründen, mit den Worten des Künstlers und in Interviews mit Wegbereitern, Weggefährten und Kunstbewahrern. Sie zeichnet den Lebensweg eines Menschen, der künstlerische Grenzen überschritt und an die Fähigkeit des Menschen glaubte: „Die Welt ist voller Rätsel und Aufgabenstellung, voller Rätsel. Für diese Rätsel ist aber der Mensch die Lösung.“

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Unsuk Chin
    "Operascope" für Orchester

    Bohuslav Martinu
    Konzert für Oboe und kleines Orchester B-Dur

    Francois Leleux, Oboe
    Gürzenich-Orchester Köln
    Leitung: Andrés Orozco-Estrada

    Aufnahme vom 4.4.2024 in der Philharmonie Köln

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Le Violoneux · Le 66

    Jacques Offenbach
    "Le Violoneux". Operette in einem Akt
    Sandrine Buendia, Sopran
    Pierre-Antoine Chaumien, Tenor
    Armando Noguera, Bariton
    Kölner Akademie
    Leitung: Michael Alexander Willens

  • 06:05 Uhr

    Trumps "Friedensrat": Kampfansage an die UNO
    Von Max Bauer

  • 06:10 Uhr

    Mogens Pedersøn
    Messe für 5 Stimmen a cappella
    Hilliard Ensemble

    Bonifatio Gratiani
    "Dominus illuminatio mea". Motette für eine Stimme und Basso continuo
    Maria Cristina Kiehr, Sopran
    Concerto Soave
    Leitung: Jean-Marc Aymes

    Vincent Lübeck
    Praeludium ex G, LübWV 12
    Joseph Kelemen, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    "Alles nur nach Gottes Willen", BWV 72
    Conrad Zuber, Sopran
    Stefan Kahle, Alt
    Daniel Ochoa, Bass
    Thomanerchor Leipzig
    Gewandhausorchester Leipzig
    Leitung: Georg Christoph Biller

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Verzweiflung und Hoffnung - Exil-Iranische Stimmen aus der Film- und Kunstbranche

    Fleischscham passé? Warum Wurst wieder en vogue ist - Ein Interview mit dem Soziologen Martin Winter

    Wie die Erinnerung an den Holocaust von rechts instrumentalisiert wird - Ein Interview mit Stefanie Schüler-Springorum, Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Internationale Politik - Europa auf dem Prüfstand. Ein Interview mit dem Historiker Kiran Klaus Patel

    Denk ich an Deutschland: die Schauspielerin Marie Leuenberger

    Am Mikrofon: Manfred Götzke

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    “Fünf Wege zu Gott“
    Glaube und Wissen bei Thomas von Aquin
    Von Gunnar Lammert-Türk
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 250 Jahren: Der katholische Publizist und Naturphilosoph Joseph Görres geboren

  • 09:10 Uhr

    Kammermusik

  • 09:30 Uhr

    Giorgia Meloni - La mamma italiana?
    Von Maike Albath

    Vom rechten Straßenkampf zur Mutterikone im Palazzo Chigi: Giorgia Meloni vereint Macht, Mutterschaft und Nationalstolz. Wie verbindet sich die Inszenierung weiblicher Autorität mit dem Aufstieg einer neuen, emotional aufgeladenen Rechten in Italien?

    „Seitdem ich Mutter geworden bin, denke ich nur noch als Mutter“, beteuert die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einer Podcastfolge zum Muttertag. Tatsächlich hat ihr der kämpferische Slogan „Ich bin Giorgia, ich bin eine Frau, ich bin Mutter, ich bin Christin“ im Herbst 2022 zum Sieg bei den Parlamentswahlen verholfen. Aber wie hält sie es mit der Weiblichkeit und feministischen Inhalten? Ist sie die exemplarische mamma italiana? Maike Albath denkt über die Funktionalisierung von Mutterschaft in der italienischen Kulturgeschichte nach und skizziert das Selbstverständnis der postfaschistischen Regierungschefin.
    Maike Albath, geboren 1966 in Braunschweig, lebt in Berlin. Sie hat mehrere Jahre in Italien verbracht und ist eine der profiliertesten Kennerinnen der italienischen Gegenwartskultur. Als Literaturkritikerin und Moderatorin arbeitet sie u.a. für den Deutschlandfunk. 2002 erhielt sie den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, 2006 die Übersetzerbarke.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Stadtkirche in Bückeburg
    Predigt: Pfarrer Jan-Uwe Zapke
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Johann Wadephul, Bundesaußenminister, CDU

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    US-amerikanische Touristen entdecken Mallorca für sich

    Tapas statt Trump: US-Auswanderer suchen in Spanien ihr Glück

    Leben auf einer Plantage zur Sklavenzeit in Louisiana

    Unterwegs auf den Florida Keys

    Mein Alltag mit den Robotaxis in den USA

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Netzwerkerin Annette Habert im Gespräch mit Maja Ellmenreich
    (Wh. v. 15.09.2024)

    „Mein Papa schläft im Auto, wenn er mich besucht. Kannst Du helfen?“ Die Frage eines Schülers machte Annette Habert auf das Schicksal vieler Trennungsfamilien aufmerksam. Sie rief ein Besuchsprogramm ins Leben, das private Unterkünfte vermittelt.

  • 15:05 Uhr

    Indierock im Gartenstuhl
    Die Kölner Band Lawn Chair
    Von Anja Buchmann

    Songs zwischen Punk, Post-Punk und Indie-Rock mit viel Pop-Potential, die sozusagen aus dem Sessel reißen.

    Fünf Musikerinnen und Musiker in Köln um die aus Seattle stammende Sängerin Claudia Schlutius sind: Lawn Chair. Was der „Gartenstuhl“ mit ihrer Musik zu tun hat, bleibt zunächst unklar, der Name hat zuerst einen guten, einprägsamen Klang. Doch inhaltlich ruft Lawn Chair seit dem Debüt im Jahr 2021 eher dazu auf, Stuhl, Sessel oder Sofa zu verlassen und zur Musik zu springen: Das Quintett entwickelt Songs, die stoische Basslinien genauso bieten, wie griffige Gitarrenriffs, Synthie-Melodien und schwere Schlagzeug-Rhythmen - dazu mal Punk-artig gebrüllter Gesang, mal Spoken Word Passagen, mal geradezu sanfte Linien von Claudia Schlutius. Die bisher veröffentlichte Musik der Band wurde von Chris Coady produziert (Referenzen: Beach House, Yeah Yeah Yeahs) und, so auch das aktuelle Album, von Olaf Opal (The Notwist, International Music). In Zusammenarbeit mit Opal hat Lawn Chair Songs zwischen Punk, Post-Punk und Indie-Rock mit viel Pop-Potential kreiert.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Tobias Schwartz: „Die Gehörnten“
    (Elfenbein Verlag)
    Ein Beitrag von Cornelius Wüllenkemper

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    KI im Museum - Wie Künstliche Intelligenz unsere Erinnerungskultur verändert
    Von Carina Schroeder und Ralf Krauter

    Künstliche Intelligenz transformiert Museen: Sie katalogisiert Objekte, hilft beim Kuratieren von Ausstellungen, personalisiert das Besuchserlebnis. Und KI-Avatare erwecken Zeitzeugen zum Leben. Wie verändert das unseren Blick auf die Geschichte? Beim Deutschlandfunk-Podcastfestival "History Talks" reden Ralf Krauter und Carina Schroeder unter anderem über sprechende Exponate und digitale Doppelgänger berühmter Persönlichkeiten.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    "Linke Identitätspolitik bleibt unverzichtbar"
    Markus Rieger-Ladich, Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Tübingen, im Gespräch mit Christiane Florin

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    "Candide oder Der Optimismus" - Volker Lösch inszeniert nach Voltaire in Dresden

    "Publikumsbeschimpfung" - Claudia Bauer inszeniert Peter Handke in Frankfurt am Main

    Worte, die Welten machen - Das Poetica-Festival über die Kraft der Sprache
    Rike Scheffler, Lyrikerin und Kuratorin, im Gespräch

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Invasive Arten: Wie Quagga-Muschel und Co. Gewässer in Deutschland bedrohen

  • 20:05 Uhr

    „Wer bis zum Ende bleibt“ ‒ Gaza
    Erfahrungsberichte aus dem Krieg im Gazastreifen
    Von Dörte Fiedler und Gianmarco Bresadola
    Regie: die Autoren
    Mit: Veronika Bachfischer, Pegah Ferydoni, Jenny König, Laurenz Laufenberg, Patrick Wengenroth
    Ton: Jean Szymczak
    Übersetzung aus dem Arabischen: Amal Khayal und Salam Said
    SWR/Deutschlandfunk 2025
    Länge: 54’30

    In diesem Feature wird die humanitäre Lage in Gaza aus Sicht derer beschrieben, die versuchen, medizinisch, psychologisch und mit Lebensmitteln zu helfen. Ihre Erfahrungsberichte zeichnen ein düsteres Bild.

    Über zwei Millionen Palästinenser versuchen seit 2023, einen erbarmungslosen Krieg und dessen Folgen zu überleben. Die Auswirkungen der Bombardements, der Vertreibung, der Blockade von Hilfslieferungen erleben aber nicht nur sie. Auch UN-Mitarbeiter*innen, Pflegepersonal, Mediziner*innen und andere Mitarbeiter*innen von NGOs sind davon betroffen. Jeden Tag müssen sie neue Prozeduren ersinnen, um den Mangel an lebensnotwendigen Materialien auszugleichen. Welche Prozeduren sind das? Was erleben sie? Was sehen sie? Das Feature von Dörte Fiedler und Gianmarco Bresadola gibt den Erfahrungsberichten der Zeug*innen Raum, es dokumentiert einige aus der Not geborene Verfahren und sammelt Beobachtungen aus der Zeit vor dem Waffenstillstand. Offiziell ist der Krieg vorbei, dennoch bleibt die Lage in Gaza unvorstellbar dramatisch.

    Danksagung von Dörte Fiedler und Gianmarco Bresadola:
    Unser ganz besonderer Dank geht an
    das Team von Emercency
    Claudia Aggrestino, Rafaela Baiocchi, Andrea Bona, Eleonora Colpo und Alessandro Migliorati
    das Team von CISS Cooperazione internazionale Sud sud
    Amal Khayal, Mohammed Abeed, Gabriel Illescas Alvarez, Muneer Elbaz, Hanin al Omar und Valentina Venditti
    das Eduard Said Konservatorium Gaza
    Achmad Abu Amsha und Manal Awwad
    das Team von CADUS
    Amar Mardini und Jonas Grünwald
    das Team von Ärzte ohne Grenzen
    Katrin Glatz-Brubakk, Katja Storck, Merle Tilk und Holger Vieth
    an Ibrahim al-Ashi, Diana Nazzal und Feroze Sidwah
    an Erik Fosse von NORWAC
    an Rosalia Bollen von UNICEF
    an Luke Irving von UNMAS
    das Team von UNOSAT
    Samir Belabbes, Manuel Fiol und Vanessa Guglielmi
    an Jamon Van Den Hoek und He Yin von der Decentralized Damage Mapping Groupund an Hani Almadhoun von Gaza Soup Kitchen

    Dörte Fiedler, 1979 in Leipzig geboren, arbeitet als freie Hörfunkautorin und -regisseurin für verschiedene Sender. Sie lebt in Berlin.

    Gianmarco Bresadola arbeitet als Fotograf unter anderem für zahlreiche Tanz-, Theater- und Opernproduktionen, unter anderem die Schaubühne Berlin.

  • 21:05 Uhr

    Kölner Orgel-Mixturen 2025

    Werke von Mark Andre, Jörg Herchet, Giacinto Scelsi, Elena Rykova u.a.

    Aufnahmen vom 24. und 31.10.2025 in der Kunst-Station Sankt Peter, Köln
    Am Mikrofon: Ingo Dorfmüller

    Die Kölner Kirche Sankt Peter mit ihrer Orgel für Neue Musik lädt ein zum Experimentieren an einem faszinierenden Instrument.

    Seit 2023 kuratiert Michael Veltmann das von Dominik Susteck initiierte Kölner Festival „Orgel-Mixturen“ mit avancierter und neuester Orgelmusik. Er selbst ist auch Organist am Aufführungsort, an der Kunst-Station Sankt Peter in Köln, wo der Deutschlandfunk zwei Konzerte aufnahm. Eines spielte der Leipziger Universitätsorganist Daniel Beilschmidt. Er war u.a. mit einem Stück aus dem „Namen-Gottes“-Zyklus von Jörg Herchet sowie eigenen Kompositionen zu hören. Michael Veltmann brachte ein neues Werk von Elena Rykova zur Uraufführung. Ihre Werke, schreibt sie, seien Dokumente einer Sinnsuche. In jedem ihrer Stücke finde sie Bruchstücke dieses höheren Zusammenhangs. „Tomorrow, I too“ ist eine Meditation über die Vergänglichkeit anhand eines Textes aus dem „Buch der Unruhe“ von Fernando de Pessoa.

  • 23:05 Uhr