Dienstag, 07. Dezember 2021

Programm: Vor- und RückschauSonntag, 19.12.2021

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  • 00:05 Uhr

    Tugend über dem Abgrund
    Eine Lange Nacht über den Wiener Schriftsteller Heimito von Doderer
    Von Nikolaus Scholz
    Regie: der Autor

    Der Wiener Schriftsteller Heimito von Doderer (1896-1966) - eigentlich Franz Carl Heimito Ritter von Doderer - entstammte einer der wohlhabendsten Familien der Habsburgermonarchie. Sein Vater, ein klassischer Unternehmer, brachte es zu einem Riesenvermögen, war aber gleichzeitig für seinen einzigen Sohn Heimito menschlich kaum erreichbar. Darunter litt der Schriftsteller Zeit seines Lebens, umso mehr, als er bis weit ins Erwachsenenalter hinein finanziell von den Eltern abhängig war, ja sogar bei ihnen wohnen blieb. Der literarische Durchbruch gelang dem studierten Historiker und eingeschriebenen Mitglied der NSDAP mit seinem Roman „Die Strudlhofstiege“, ein zutiefst österreichisches Gewebe aus Geschichten, Stimmungen und Intellekt ohne Hang zur Melancholie. „Der Schriftsteller ist ein ekelhafter Kerl“, so outete sich der Schriftsteller einst in einem Interview, meinte damit aber keineswegs seine sexuellen Praktiken, an die seine langjährige Geliebte Dorothea Zeeman in einem autobiografischen Bändchen ausführlich erinnert. Solche Aussagen hatten mit Doderers Geltungsdrang zu tun und seinem Hang zu Posen aller Art. Nicht minder wichtig waren ihm seine Rituale - das brav regelmäßige Schreiben, das akkurate Feilen an den Texten - schlichtweg das Einhalten einer Ordnung als Maßnahme der Selbstdisziplinierung, gerichtet gegen die permanente Versuchung zum Exzess und zur Trägheit. In dieser „Langen Nacht" hören Sie im Originalton den Vorstand der Heimito von Doderer-Gesellschaft Gerald Sommer, die Literatin Eva Menasse, sowie Heimito von Doderer selbst.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr  Klassik live

    Jean-Philippe Rameau
    Instrumentalsuite aus der Oper „Dardanus"

    Johann Sebastian Bach
    Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo a-Moll, BWV 1041

    Antonio Vivaldi
    Konzert für 2 Oboen, 2 Klarinetten, Streicher und Basso continuo C-Dur, RV 559

    Sergej Krylov, Violine
    Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
    Leitung: Ton Koopman

    Aufnahme vom 23.5.2021 aus dem Großen Sendesaal im Haus des Rundfundfunks, Berlin

    03:05 Uhr  Heimwerk

    Boris Papandopulo
    Concertino in modo antico für 2 Violinen, Violoncello und Klavier, op. 56

    Fantasy für Violine und Klavier

    Three musical movements for Orlando für Violine, Violoncello und Klavier

    Amaury Coeytaux, Violine
    Vanessa Szigeti, Violine
    Andrei Ioniţă, Violoncello
    Oliver Triendl, Klavier

  • 06:10 Uhr

    Christoph Graupner
    "Angenehmes Waßer Bad". Kantate zum 4. Advent für Bass, Oboe, 2 Violinen, Viola, und Basso continuo, GWV 1104/11b
    Klaus Mertens, Bassbariton
    Accademia Daniel
    Leitung: Shalev Ad-El

    Johann Sebastian Bach
    "Herz und Mund und Tat und Leben". Kantate in 2 Teilen, BWV 147
    Nuria Rial, Sopran
    Wiebke Lehmkuhl, Alt
    Benedikt Kristjánsson, Tenor
    Matthias Winckhler, Bass
    Gaechinger Cantorey
    Leitung: Hans-Christoph Rademann

    Alexandre Guilmant
    Sortie "Creator alme siderum" A-Dur
    Johan Herman, Orgel

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    „… einst den Mittler selbst zu sehen." Von der verschütteten Sehnsucht, Jesus zu sehen
    Von Martin Korden
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 50 Jahren: Stanley Kubricks Film „A Clockwork Orange" wird uraufgeführt

  • 09:10 Uhr

    Sinfonische Musik

  • 09:30 Uhr

    Essay anderswo
    Handzeichen
    Von Patricia Görg

    Was hat Hand und Fuß, seit Menschen in Höhlen Unterschlupf suchten, Kunstwerke an den Wänden hinterließen und mit den Negativabdrücken ihrer gespreizten Finger signierten? Der Mensch hat wohl schon immer gerne Selfies gemacht, so zumindest könnte man die Handabdrücke in urzeitlichen Höhlen interpretieren.
    Handzeichen und Fußspuren sind das Signum der Menschentiere, doch im Nebenraum arbeitet schon ein Pflegeroboter, der stabil auf den Beinen steht, während er seine Ellenbogen unter den Patienten schiebt, um ihn umzubetten. Archäologen und Anthropologen schlingern von Hypothese zu Hypothese, während in der digitalen Gegenwart versehentlich auch eingescannte Hände auftauchen. Über das Rätsel der steinzeitlichen „Selfies” weiß man bislang nur: 75 Prozent von ihnen stammen wahrscheinlich von Frauen.
    Patricia Görg, geboren 1960, lebt in Berlin und ist als Schriftstellerin und Autorin für Radio tätig. Letzte Buchveröffentlichungen „Handbuch der Erfolglosen” (2012) und „Glas. Eine Kunst” (2013) sowie das Hörspiel „Die Gesänge der Raumfahrer. Ein Fernlehrgang” (Deutschlandfunk Kultur 2019).

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Martinskirche in Bottrop
    Predigt: Superintendent Steffen Riesenberg und Pfarrer Bastian Basse
    Evangelische Kirche

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Countertenor Andreas Scholl im Gespräch mit Maja Ellmenreich

    Der hohe Gesang von Countertenören sorgt längst nicht mehr für Lacher. Dass er vielmehr eine beeindruckende Renaissance erlebt hat, ist maßgeblich das Verdienst von Andreas Scholl. Weltweit singt er die Musik, die einst für Kastraten komponiert worden ist. Am Salzburger Mozarteum unterrichtet er Barockgesang. Doch die „große Liebe seines Lebens“, so Andreas Scholl, sei die Popmusik.

  • 15:05 Uhr

    Aus der Keimzelle
    Die norwegische Band Maldito
    Von Tim Schauen

    Was ist nur in Trondheim los, dass die dortige Musikszene so viele Bands mit eigenständigem Sound und enormer Qualität hervorbringt? Die norwegische Band Maldito verarbeitet Blues und Rock mit zorniger Energie zu einem groovig-glühenden Konglomerat - einem verflucht guten, denn das spanische Wort „maldito“ bedeutet eben das. Die Musik der vier jungen Musiker ist durch Rhythm’n’-Blues-artige unisono-Passagen beider Gitarren ebenso gekennzeichnet wie durch viel Luft im Arrangement, sodass die Songs so wirken, wie sie beim Komponieren gedacht worden sind. Seit 2017 spielt das Quartett zusammen - für das, was es zu leisten imstande ist, ist ihre Bekanntheit noch viel zu gering!

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr  Sporttelegramm
  • 18:40 Uhr
  • 20:05 Uhr

    Anarchie und feuerspeiende Pferde
    Die Poesie der Patti Smith
    Von Anna Lila May
    Regie: Philippe Brühl
    Produktion: Deutschlandfunk 2021

    Mal androgyn, mal sehr weiblich und zart, auf jeden Fall unabhängig: Patti Smith. Die Pop-Ikone vereint Literatur mit populärer Musik und verändert sich stetig. Sie fasziniert Generationen von Künstlerinnen und Künstlern - bis heute?
    „Ich genieße es so, von Geschichte umgeben zu sein, die mehr einem Traum gleicht und mich inspiriert …”, sagt Patti Smith. Ihr Traum vom Leben ist geprägt von nie endenden Entwicklungen. Anerzogene Religiosität wandelte sich zu Spiritualität, ihre Sicht auf das weibliche Geschlecht änderte sich, ihre Texte wurden musikalischer - ein Leben in Lyrik und Rebellion. Aber begeistert Patti Smith auch Kunstschaffende, die knapp ein halbes Jahrhundert nach ihr geboren sind? Welchen Einfluss hat sie auf jüngere Generationen? Zeitgenössische Bands, Musiker und Künstlerinnen berichten, welche Rolle Patti Smith für ihre Kunst einnimmt und wieso sie generationsübergreifend wirksam bleibt.
    Am 30. Dezember wird Patti Smith 75 Jahre alt.

  • 21:05 Uhr

    Chormusik a cappella zum Advent u.a. mit Werken von Grieg, Strawinsky, Rachmaninow, Pärt, Tavener

    RIAS Kammerchor Berlin
    Sigvards Klava, Leitung

    Aufnahme vom 11.12.2021 aus der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Berlin

    Am Mikrofon: Haino Rindler

    Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin wurde 1961 wiederaufgebaut und im Dezember des Jahres geweiht. 2021 jährt sich der Kirchenneubau zum 60. Mal und dieses Jubiläum wird mit einem Adventskonzert des RIAS Kammerchors gefeiert. Das Programm ist vielseitig, mit Lobliedern auf die Mutter Gottes von Benjamin Britten über Igor Stravinsky bis Arvo Pärt.

  • 23:05 Uhr