Torso eines Lebens
Das musikalische Vermächtnis von Gideon Klein (1919-45)
Aufnahmen vom 13. und 14.12.2019 aus dem Curt Sachs Saal, Berlin
Am Mikrofon: Georg Beck
Als Pianist und Komponist hatte Gideon Klein einst eine glänzende Karriere vor sich. Der Sohn tschechischer Juden wurde aber 1945 im KZ Auschwitz ermordet. Mit 15 hatte er zu komponieren begonnen, nach dem Klavierexamen schrieb er sich zum Kompositionsstudium bei Alois Haba ein - dann kam die deutsche Wehrmacht nach Prag. Im KZ Theresienstadt begann für Klein ein neuer Lebensabschnitt. Er musizierte und komponierte, wurde zu einer Zentralfigur des musikalischen Lebens im Lager. Mit der Deportation nach Auschwitz begann das Vergessen. Erst nach der Samtenen Revolution 1989 kam in Prag wieder die Rede auf Gideon Klein, und man begann, sein knappes Œuvre nach und nach zu entdecken. Anlässlich des 100. Geburtstags Mitte Dezember 2019 ehrte ihn der Berliner Förderverein ,musica reanimata’ mit einem Symposium mit musikalischen Aufführungen.