Lockerer Groove, dichtes Wechselspiel:
Steve Khan „Eyewitness“ (1981)
Am Mikrofon: Michael Rüsenberg
Der Herbst 1981 markiert eine Wende in der Karriere des Gitarristen Steve Khan, damals 34. Er wechselt den Instrumententyp, und statt Studioperfektion wie bei den Brecker Brothers oder Steely Dan („Aja“) strebt er „etwas viel Lockereres“ an, das „nicht so sehr darauf bedacht ist, dass alles an seinem Platz und perfekt gespielt ist“. Mit der Rhythmusgruppe Anthony Jackson/Steve Jordan etabliert er auf dem Album „Eyewitness“ einen neuen Standard der Interaktion im Jazzrock. Anthony Jackson ist, noch vor John Patitucci, der Meister der sechssaitigen Bassgitarre. Mit dem Schlagzeuger Steve Jordan, insbesondere im Zusammenspiel mit dessen knallharten Snare-Drum-Beats, entfesselt er unwiderstehliche Grooves. „Eyewitness“ ist das erste von drei gemeinsamen Alben, auf denen sie diese neue Spielweise kultivieren. Der Bandleader Steve Khan sagt dazu: „Egal, wo ich hinkomme, es gibt immer einen Schlagzeuger oder Bassisten, der mir verrät, dass er von der Arbeit von Anthony Jackson und Steve Jordan auf diesen Aufnahmen beeinflusst wurde“.