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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 30.11.2025

  • 00:05 Uhr

    Fortsetzung folgt.
    Eine Lange Nacht über E. Marlitt und die Kunst der Serie
    Von Günther Wessel
    Regie: Claudia Mützelfeldt

    Sieben Kapitel über Deutschlands heute weitgehend vergessene und verachtete erste Bestsellerautorin: Eugenie John, geboren am 5. Dezember 1825 im thüringischen Arnstadt. Deren Romane Bestseller waren und später als Kitsch verdammt wurden. Unter dem Pseudonym E. Marlitt schrieb Eugenie John Fortsetzungsromane und Erzählungen, die in der „Gartenlaube“ veröffentlicht wurden. Sie machten die Zeitschrift groß: Die Auflage stieg und stieg, und in Leipzig bildeten sich Menschenschlangen vor der Druckerei, wenn die neueste Ausgabe mit der Fortsetzung eines Marlitt-Romans erschien. Nach ihrem Roman „Goldelse“ benannte der Berliner Volksmund die goldglänzende Figur auf der Siegessäule, und ihre Werke wurden direkt nach Erscheinen ins Englische und Französische übersetzt, auch ins Polnische, Ungarische, Russische und Chinesische. Der Vorwurf der Trivialität ereilte Marlitt schon früh. Oft gepaart mit Neid: Theodor Fontane schrieb am 15. Juni 1879 an seine Frau Emilie: „Die Sachen von der Marlitt (…) Personen, die ich gar nicht als Schriftsteller gelten lasse, erleben nicht nur zahlreiche Auflagen, sondern werden auch womöglich ins Vorder- und Hinterindische übersetzt; um mich kümmert sich keine Katze.“ Die Lange Nacht spürt der Biografie Eugenie Johns, alias E. Marlitt, nach und zeigt das Muster ihres Erfolges: seriell zu erzählen. Es geht um den frühen Literaturmarkt, aber auch um politische Zensur, Lampenfieber und Gesangshemmung, um wandelnde Literaturrezeption, Kitsch und Kunst, Cliffhanger und darum, wie heute Telenovelas geschrieben werden. Und vielleicht lässt sich auch Marlitts ramponierter literarischer Ruf retten.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    5. Raderbergkonzert 2024/25

    Felix Mendelssohn Bartholdy
    Klaviertrio Nr. 1 für Violine, Violoncello und Klavier, d-Moll, op. 49

    Phaeton Piano Trio

    Aufnahme vom 11.2.2025 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Johann Sebastian Bach
    "Liebster Gott, wenn werd ich sterben?" Kantate zum 16. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor, Horn, Traversflöte, 2 Oboe d'amore, Streicher und Basso continuo, BWV 8

    Erika Tandiono, Sopran
    Sofia Pavone, Alt
    Daniel Johannsen, Tenor
    Tobias Berndt, Bass

    Chorus Musicus Köln
    Das Neue Orchester
    Leitung: Christoph Sperling

  • 06:05 Uhr

    Europäer im Weltraum: Auch wichtig für die eigene Sicherheit
    Von Marcus Pindur

  • 06:10 Uhr

    Anonymus
    "Ad te Domine levavi". Introitus zum 1. Adventssonntag für Männerchor a cappella
    Choralschola der Wiener Hofburgkapelle
    Leitung: Hubert Dopf

    Gottfried August Homilius
    "Ergreifet die Psalter, ihr christlichen Chöre" für Sopran, Tenor, zwei 4-stimminge Chöre und Orchester
    Katja Fischer, Sopran
    Martin Petzold, Tenor
    Körnerscher Sing-Verein Dresden
    Dresdner Instrumental-Concert
    Leitung: Peter Kopp

    Johann Anastasius Freylinghausen / Hugo Distler
    "Macht hoch die Tür". Adventslied, bearbeitet für Chor und Instrumentalensemble
    Windsbacher Knabenchor
    Lautten Compagney
    Leitung: Ludwig Böhme

    Johann Sebastian Bach
    "Nun komm, der Heiden Heiland", BWV 61
    Friedrich Praetorius, Sopran
    Christoph Genz, Tenor
    Gotthold Schwarz, Bass
    Thomanerchor Leipzig
    Gewandhausorchester Leipzig
    Leitung: Georg Christoph Biller

    Felix Mendelssohn Bartholdy
    "Hora est" für Solo-Bariton, 16-stimmigen Chor und Orgel
    Jon Laukvik, Orgel
    Kammerchor Stuttgart
    Leitung: Frieder Bernius

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Ukrainische Theatermacher*innen zum Krieg - Stimmen vom Festival GRA in Kiew

    "Dichter der Angst" - Zum 150. Geburtstag von Rainer Maria Rilke ein Interview mit dem Literaturwissenschaftler und Rilke-Biografen Manfred Koch

    Artenvielfalt - Handel und Lebensraumverlust bedrohen die Biodiversität. Ein Interview mit Josef Settele, Biologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung 

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Die historischen Wurzeln des Konflikts zwischen Japan und China - Ein Interview mit der Politikwissenschaftlerin Alexandra Sakaki

    Denk ich an Deutschland: die Para-Sportlerin Anna-Lena Forster

    Am Mikrofon: Britta Fecke

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Der den Nazis die Stirn bot: Erinnerungen an Dompropst Bernhard Lichtenberg
    Von Christian Feldmann
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 125 Jahren: Der irische Schriftsteller Oscar Wilde gestorben

  • 09:10 Uhr

    Neue Musik

  • 09:30 Uhr

    Politik der Bescheidenheit
    Können wir den Liberalismus lieben lernen?
    Von Leander Steinkopf

    Wer behauptet nicht von sich, liberal zu sein? Trotzdem vegetiert die Partei, die den Liberalismus für sich reklamiert, vor den Toren der Parlamente dahin. Die Freien Demokraten erleben nicht nur Desinteresse, sondern brüske Ablehnung.
    Es gilt das Paradoxon - die Liebe zum Liberalismus bei gleichzeitiger Ablehnung der Liberalen - genauer zu betrachten. Die grassierende FDP-Aversion liegt wohl in der Art begründet, wie der Liberalismus in Deutschland erklärt und verkörpert wird. Beim Stichwort Liberalismus hört man bereits den Porsche röhren, sieht die Rolex blinken, denkt an Steuerentlastungen für niedergelassene Zahnärzte und an die Lichthupe auf der linken Spur. Dabei lässt sich der Liberalismus so wenden, dass er nicht die deutschen Empfindlichkeiten triggert, nämlich als Politik der Bescheidenheit, die Demut zeigt vor jedem einzelnen Menschen, die die Grenzen des eigenen Wissens anerkennt und die Erfolgreichen zur Dankbarkeit ermahnt. Bescheidenheit wäre freilich nicht nur eine Tugend für die Liberalen, sondern für alle Parteien und Politiker, die in der zunehmenden Komplexität von Welt, Wünschen und Widrigkeiten weise Politik machen wollen.
    Leander Steinkopf schreibt Essays, Erzählungen und politische Reden. Er ist promovierter Psychologe sowie Autor und Herausgeber mehrerer Bücher. Kürzere Texte findet man in „Merkur“, „Sinn und Form“ und den Feuilletons der großen Tageszeitungen. Nach Stationen in Mannheim, Berlin, Sarajevo und Plovdiv wohnt er mit Familie in München. Zuletzt erschien das Sachbuch „Der Reiz des Verbotenen: Über die Freiheit jenseits des Erlaubten“ im zu Klampen Verlag.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der St. Petrikirche in Soest
    Predigt: Pfarrer Christian Casdorff
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Hendrik Streeck, Drogenbeauftragter der Bundesregierung

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Kroatien: Auf den Spuren der Roten Zora

    Neuer Dan Brown-Thriller:
    Zu den Schauplätzen des Weltbestsellers in Prag

    Zu Gast bei den Montréal Jazztagen

    Polnische Ostsee:
    Eine Tour rund um den Marktplatz von Kamieñ Pomorski

    Wanderfreuden am niedergermanischen Limes:
    Archäologischer Park Xanten

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr

    Am Mikrofon: Thielko Grieß

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Architektin Saikal Zhunush im Gespräch mit Marietta Schwarz

    Vom Jurtenbau kann man viel lernen, davon ist die Architektin Saikal Zhunush überzeugt. Die traditionellen Bautechniken wurden von ihren kirgisischen Vorfahren noch selbst ausgeübt. In der Schweiz hat sie ein Architekturbüro, sie baut in beiden Ländern.

  • 15:05 Uhr

    Saitenweiser Melodiefanatiker
    Der Hamburger Gitarrist Marcus Deml
    Von Tim Schauen

    Blues, Bluesrock und Rock sind die natürlichen Habitate der Elektrogitarre - Marcus Deml aber interessieren vor allem Melodien.

    Auf seiner Gitarre (naja: seinen Gitarren, meistens spielt er Fender Stratocaster) beherrscht Marcus Deml sämtliche Genre und Stilistiken, er hat in den USA gelebt, gelernt, selbst unterrichtet, bei zahlreichen Studioaufnahmen mitgewirkt. Mit seinen Bands Errorhead oder The Blue Poets spielte er Rock, doch den 1967 in Prag geborenen, ab 1977 in Frankfurt aufgewachsenen, seit langem in Hamburg ansässigen Musiker interessiert längst vor allem die Schönheit der Melodie. Und so ist es konsequent, dass sein neues Album den Titel „Pure“ trägt - als wäre sein melodisches Spiel die Essenz seines Schaffens. Seine Musik vertreibt Deml komplett unabhängig, also auf eigenem Label, und sie ist auch nicht bei den üblichen Streaming-Diensten zu hören. Das ist eine mutige aber auch wohlüberlegte Entscheidung. Und sie ist ebenso “Pure“ wie sein aktuelles Album.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Arno Schmidt: „Tagebücher der Jahre 1957-62“
    Herausgegeben von Susanne Fischer
    Eine Edition der Arno Schmidt Stiftung
    (Suhrkamp Verlag)
    Ein Beitrag von Florian Felix Weyh

    Am Mikrofon: Jan Drees

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    Künstliche Intelligenz und Surfen - Wie KI Online-Suche und Browser verändert
    Von Moritz Metz und Felix Wessel

    Google galt bei der Onlinesuche lange als unangefochten. Doch KI-Browser wie Comet und Atlas stellen das in Frage. Sie bieten personalisierte Informationen und smarte Assistenten. Experten warnen vor Risiken für Meinungsvielfalt und IT-Sicherheit. Moritz Metz und Felix Wessel sprechen darüber, wie Künstliche Intelligenz unser Verhalten im Netz grundlegend ändern könnte.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Moral als Waffe: Über den Wettkampf der Werte.
    Der Philosoph und Professor für Ethik an der Universität Utrecht Hanno Sauer im Gespräch mit Lucca Pizzato.

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Aschenbrödels Traum -
    Uraufführung einer Märchenoperette an der Volksoper Wien

    "Il Gattopardo" -
    Pinar Karabulut inszeniert Tomasi di Lampedusas Klassiker in Zürich

    Ukrainische Theatermacher*innen zum Krieg -
    Stimmen vom Festival GRA in Kiew

    „Wer räumt das jetzt auf?“ -
    Der Schriftstellerverband PEN-Berlin lädt zum Kulturkongress

    Kreislauf des Lebens -
    Werke der Künstlerin Teresa Solar Abboud im Kunstverein Hannover

    Am Mikrofon: Jörg Biesler

  • 18:10 Uhr

    Am Mikrofon: Malte Hennig

  • 18:40 Uhr

    Deutsche Bahn: Warum sich die Digitalisierung des Zugverkehrs verspätet

  • 20:05 Uhr

    Alterndes Japan
    Szenen aus einem Land im Umbruch
    Von Malte Jaspersen
    Regie: der Autor
    Mit: Stefanie Mrachacz, Robert Besta, Kiara Cliner und Mark Ortel
    Ton und Technik: Robin Zwirner und Bettina Krol
    SWR 2024
    Länge: 53‘33
    (Wdh v. 29.11.2025, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur)

    Demografischer Wandel in Japan: Ein kleines Dorf trotzt dem Geburtenrückgang - mit Zuwanderung und neuen Ideen.

    Japan steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Die Geburtenrate sinkt seit Jahren. Bis 2040 wird die Hälfte aller kleinen Orte auf dem Land verlassen sein. Die Studentin Minori fragt sich, ob sie hier ihre Vorstellungen, wie sie arbeiten und Kinder aufziehen möchte, verwirklichen kann.
    Widerstrebend öffnet sich das Land ausländischen Arbeitskräften wie der Indonesierin Toji, die in einem Krankenhaus in Hiroshima arbeitet. Im ehemaligen Weberviertel von Kyoto kümmert sich der Rentner Ken um alte Menschen. Aber im Städtchen Nagi-Cho geschieht Überraschendes: Der Geburtenrückgang wird nicht nur aufgehalten, sondern umgekehrt.

    Malte Jaspersen, geboren 1955 in Köln, begann nach einem Jurastudium, als freier Theatermacher zu arbeiten. Seit 1989 lebt er in Kyoto, wo er das No-Drama und das No-Maskenschnitzen studierte. Er macht Features und Hörspiele für den deutschen Rundfunk, vornehmlich über japanische Themen, daneben auch Audioinstallationen für Theater- und Kulturinstitutionen. Seine Kyoto-Soundscape „Wassertropfen in der Schale“ (RB 1994) und das Feature „Jishin - Gespaltene Erde, Beobachtungen im Erdbebenland Japan“ (RBB/Deutschlandradio Kultur/NDR/RB 2005) vertraten die ARD beim Prix Italia (Zweiter Platz). Für „Souteigai − Japan und die Dreifachkatastrophe“ (Deutschlandradio Kultur 2012) erhielt er den Sonderpreis beim Prix Italia.

  • 21:05 Uhr

    Hommage an Édith Piaf zum Finale des Kissinger Sommers

    Chansons von
    Charles Dumont, Jean Lenoir, Hubert Giraud, Francis Lai, Marguerite Monnot, Michel Emer, Vladimir Korneev, Louiguy, Charlys und Ángel Cabral

    Vladimir Korneev, Moderation, Gesang, Klavier
    Markus Syperek, Klavier
    Konstantin Ischenko, Akkordeon
    Münchner Rundfunkorchester
    Leitung: Ernst Theis

    Aufnahme vom 20.7.2025 aus dem Max-Littmann-Saal, Bad Kissingen

    Am Mikrofon: Babette Michel

    „Piaf badet in Intensität, in Existenzialismus, im Klang selbst“, sagt der Schauspieler und Sänger Vladimir Korneev.

    Das Abschlusskonzert des Kissinger Sommers 2025 war der französischen Sängerin Édith Piaf gewidmet, deren Klassiker „Non, je ne regrette rien“ dem Festival bereits das Motto geliefert hat. Seit seinem zwölften Geburtstag, als seine Eltern ihm eine Piaf-CD schenkten, fühlt sich Vladimir Korneev, mit den Chansons von Piaf verbunden. „Piaf badet in Intensität, in Existenzialismus, im Klang selbst“, sagt der 1987 in Manglisi in Georgien geborene Schauspieler und Sänger - und findet auf der Bühne seinen eigenen Zugang zur Musik. Mit großem Respekt und musikalischem Geschick hat er zusammen mit dem Pianisten Markus Syperek, Lieder für Gesang und Klavier arrangiert, um dann mit Orchester und Dirigent auch eine Fassung für großes Ensemble zu erarbeiten. Jedes Chanson in einen Höhepunkt verwandelnd, führt Korneev singend und sprechend durchs Programm.

  • 23:05 Uhr

    Am Mikrofon: Fanny Buschert