Fakten oder Bauchgefühl? Was unsere Angst vor Kriminalität prägt
Gewaltige Schlagzeilen: Wie Medien Kriminalitätsfurcht schüren. Interview mit Prof. Thomas Hestermann, Medienwissenschaftler Macromedia University of Applied Sciences, Campus Hamburg
Braunschweiger Weststadt: Wie Stadtplanung das öffentliche Sicherheitsgefühl verändern kann
Von Dörte Hinrichs und Josephine Schulz
Überfälle, Messerangriffe, Vergewaltigung - die Angst, Opfer solcher Verbrechen zu werden ist oft groß. Tatsächlich meldete das BKA für 2024 einen leichten Anstieg der angezeigten Gewaltverbrechen und Sexualdelikte. Straftaten, die das Sicherheitsgefühl der Menschen besonders beeinträchtigen, mehr als etwa Diebstahl oder Betrug - auch weil Medien breiter darüber berichten. Subjektive Kriminalitätsfurcht deckt sich nur teilweise mit tatsächlicher Kriminalitätsentwicklung, mit den Zahlen der Polizeistatistik. Denn diese sind nur ein Aspekt unter vielen, die Angst, konkrete Angstszenarien und Tätervorstellungen prägen. Aktuelle Forschung zeigt, dass auch psychologische, sozioökonomische und mediale Faktoren dabei eine große Rolle spielen. Und an einem Beispiel aus Braunschweig lässt sich lernen, wie sich mit städtebaulichen Maßnahmen einst angstbesetzte Orte positiv verändern lassen.