Feingefühl eines Grüblers
Der Pianist Radu Lupu
Von Christoph Vratz
Die Sendung blickt auf bislang unveröffentlichte Aufnahmen Lupus, die vor wenigen Monaten publik gemacht wurden.
Oft erfreuen sich Musiker, die sich von der Öffentlichkeit abkapseln, besonderer Verehrung. Bei den Dirigenten wäre Carlos Kleiber zu nennen, bei den Pianisten Grigory Sokolov - und der 1945 in Ostrumänien geborene Radu Lupu. Ausgebildet wird Lupu von jener Lehrerin, die bereits dem legendären Dinu Lipatti pianistischen Feinschliff verpasst hat, und vom Ahnvater der so genannten russischen Klavierschule, Heinrich Neuhaus. Mehrere Erfolge bei Wettbewerben öffnen Radu Lupu die Türen zu einer internationalen Karriere. Er vermittelt das Bild eines Grüblers, der seine Erkenntnisse ausschließlich am Instrument preisgibt, nicht in Interviews. Bis zu seinem Tod 2022 gilt Lupu als herausragender Künstler ohne Glamourfaktor, allein fokussiert auf eine relativ eng umrissene Welt zwischen Wiener Klassik und Romantik.