Samstag, 04. Februar 2023

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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 26.06.2022

  • 00:05 Uhr

    Als ein schwarzer Kater ganz Paris in seinen Krallen hatte
    Die Lange Nacht über das berühmte Montmartre-Cabaret „Le Chat Noir"
    Von Peter Mayer
    Regie: Claudia Mützelfeldt

    Es gab die „Tote Ratte", den „Roten Esel", den „Rauchenden Hund" und den „Flinken Hasen". Doch das attraktivste Gehege im Vergnügungszoo der Pariser Gesellschaft auf dem Montmartre war der „Schwarze Kater". Ende 1881 hat Rodolphe Salis das Cabaret „Le Chat Noir" gegründet. Vor der Tür stand ein Wächter in der Uniform der päpstlichen Schweizergarde und mit Hellebarde, drinnen servierten Kellner im brokatbestickten Ehrenkleid der Académie Française Bockbier oder wahlweise Absinth. Schon bald drängten sich allabendlich Musensöhne wie bürgerliche Nachtschwärmer hinein. Auf ein Podium wagten sich junge Verskünstler zu dem, was sich heute Poetry-Slam nennt. Claude Debussy oder Erik Satie improvisierten am Piano. Der Polizeipräsident kam nicht incognito als Spitzel, sondern nur, um sich zu amüsieren wie Minister der Dritten Republik oder der englische Kronprinz Albert Edward, den seine Mutter Victoria immer noch nicht auf den Thron ließ. Rodolphe Salis pries sein Cabaret ungeniert als die grandioseste Schöpfung seit den Zeiten Julius Cäsars. Er machte seinen Gästen weis, dass sie aus Gläsern von Ludwig XIV., Robespierre und Bonaparte tranken. Und er brachte es fertig, dass sie seinen Spott als liebenswürdige Verehrung verstanden. Das „Chat Noir" als Stammkneipe der Künste wie Fundort der Pariser Glückssucher-Gesellschaft genügte dem Entertainer-Genie bald nicht mehr. Er gründete mit Erfolg die Zeitschrift „Chat Noir", organisierte Kunstausstellungen und führte vom Publikum und der Kritik bejubelte Schattenspiele auf, mit denen er auch auf Tournee ging. Das ruhelose Leben des Rodolphe Salis als Wirt, Ideenschleuder und origineller Mitreißer endete früh. Er starb 1897, mit 46 Jahren. Und vorbei war es mit seinem „Chat Noir".

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Gezeitenkonzerte in Ostfriesland 2021

    Georg Philipp Telemann
    Sonate für Blockflöte, Oboe und Basso continuo a-Moll, TWV 42:a6 Bearbeitet für 2 Trompeten, Horn, Posaune und Tuba

    Viktor Ewald
    Quintett für Blechbläser Nr. 1 b-Moll, op. 5

    Beatles-Medley. Bearbeitet für 2 Trompeten, Horn, Posaune und Tuba

    Jeroen Berwaerts Brass Quintett

    Aufzeichnung vom 24.7.2021 aus der Martin-Luther-Kirche, Emden

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Luigi Cherubini
    Ouvertüre aus „Fanisca". Weltersteinspielung in historisch informierter Fassung

    Franz Seraph Destouches
    Ouvertüre aus „Die Hussiten vor Naumburg im Jahr 1432". Weltersteinspielung

    Johann Christian Heinrich Rinck
    Fagottkonzert Nr. 1. Weltersteinspielung

    Roland Schulenburg, Fagott
    Reussisches Kammerorchester
    Leitung: Werner Ehrhardt

  • 06:05 Uhr

    Die Antisemitismusdebatte und die Documenta

  • 06:10 Uhr

    Johann Ludwig Krebs
    "Herzlich lieb hab ich dich, o Herr". Choralbearbeitung, Krebs-WV 527
    Manuel Tomadin, Orgel

    Heinrich Schütz
    "Herzlich lieb hab ich dich, o Herr", Motette für 6 Stimmen, SWV 387
    Dresdner Kammerchor
    Cappella Sagittariana Dresden
    Leitung: Hans-Christoph Rademann

    Johann Sebastian Bach
    "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes". Kantate für Soli, Chor und Orchester, BWV 76
    Lisa Larsson, Sopran
    Daniel Taylor, Alt
    James Gilchrist, Tenor
    Stephen Varcoe, Bass
    Monteverdi Choir
    English Baroque Soloists
    Leitung: John Eliot Gardiner

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Zukunft des Jeckes-Museums in Nordisrael gesichert

    Perspektiven für die Ukraine und die EU. Ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Kai-Olaf Lang

    Postkolonialismus und Antisemitismus auf der documenta. Ein Interview mit dem Politologen Aram Ziai

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Der Rathenau-Mord vor 100 Jahren. Ein Interview mit dem Publizisten Thomas Hüetlin

    Denk ich an Deutschland: der Liedermacher und Autor Fredrik Vahle

    Am Mikrofon: Manfred Götzke

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Suchen und Finden.
    The Joshua Tree von U2
    Von Pastor Oliver Vorwald
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 25 Jahren: Der erste „Harry Potter"-Roman erscheint in Großbritannien

  • 09:30 Uhr

    Dazwischen sein. Zwei Jahre nach den Protesten in Belarus
    Die Übersetzerin Iryna Herasimovich im Gespräch mit Lara Sielmann

    „Das Wissen, dass Ideologien und Hierarchien die Wirklichkeit nicht abdecken, wird zur körperlichen Erfahrung. Man weiß um die Grenzen der Sprache und des Zusammenseins.“
    Iryna Herasimovich studierte an der Staatlichen Linguistischen Universität Minsk und ist seit 2009 freiberufliche Kuratorin und Übersetzerin. Bereits dreimal hat sie die Belarussisch-Deutsche ViceVersa-Übersetzerwerkstatt geleitet. „Das Leben jenseits der goldgelben Prospekte der Macht war ziemlich bunt. Ja, ich spreche von Belarus, von diesem vermeintlich weißen Fleck auf der europäischen Landkarte. Aber Weiß ist eigentlich eine Mischung aus anderen Farben und kann je nach Kombination und Lichtverhältnis unzählige Schattierungen aufweisen“, schreibt Iryna Herasimovich 2021 in einem Digitalessay für das Literarische Colloquium Berlin. „Um das zu sehen, ist ein künstlerischer Blick nötig, der imstande ist, sich von den alltäglichen Wahrnehmungsmustern zu lösen. Viel zu selten hat man mit solchen Augen auf unser Land geschaut.“
    Zwei Jahre nach den großen Protesten in Belarus gegen die korrupte Wiederwahl des amtierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko spricht Lara Sielmann mit Iryna Herasimovich über die belarussische Literaturopposition*.
    Iryna Herasimovich, geboren 1978 in Minsk, ist Übersetzerin, Kuratorin und Essayistin. Sie hat Werke deutschsprachiger Autorinnen und Autoren wie Lukas Bärfuss, Georg Büchner, Monika Rinck, Nora Gomringer, Mehdi Moradpour, Jonas Lüscher, Michael Köhlmeier, Franz Hohler oder Franz Kafka ins Belarussische übersetzt. Seit 2018 kuratiert sie den übersetzerischen Teil des Forums „Literature Intermarium“ im Künstlerdorf Kaptaruny.

    *Wir haben einen Halbsatz gestrichen, weil der zunächst geplante Aspekt in dem tatsächlich gesendeten Beitrag nicht mehr vorkam.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Pfarrkirche Herz Jesu in Bad Kissingen
    Zelebrant: Pfarrer Gerd Greier
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Friedrich Merz, CDU-Bundesvorsitzender und Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Die lange Straße aus Sand
    Auf den Spuren von Pier Paolo Pasolini

    Die Nachtseite der Romantik
    Bamberg und E.T.A. Hoffmann

    Größte Palmensammlung Europas
    Das „Palmetum“ auf Teneriffa

    Unbekannte Stadt und berühmtes Kloster
    Die Region Niksic in Montenegro

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Bestatter Julian Heigel im Gespräch mit Maja Ellmenreich

    Nicht Angehörige, sondern Zugehörige begleitet Julian Heigel beim Abschiednehmen. Der alternative Bestatter, wie er sich selbst nennt, findet neue Worte und Formen für einen selbstbestimmten Umgang mit dem Tod. Er lädt dazu ein, Bestattungen aktiv mitzugestalten. Auf Twitter erzählt Heigel von seiner Arbeit und regt durch Fragen zum Nachdenken an. Etwa: Ist die Trauer im Frühling leichter?

  • 15:05 Uhr

    Der Außerirdische
    Der amerikanische Gitarren-Virtuose Joe Satriani
    Von Fabian Elsäßer

    Joe Satriani, geboren 1956, ist der wohl erfolgreichste Solo-Gitarrist der Rockgeschichte. Mit rein instrumentalen Alben gelangen ihm Millionenverkäufe, und manche seiner Melodien werden regelmäßig zum Auftakt von Sport-Großveranstaltungen gespielt, was in seiner Heimat USA einem Ritterschlag gleichkommt. Seine Technik ist überragend vielseitig, sein Sound futuristisch, wie von einem anderen Planeten. Und der Science-Fiction-Fan spielt in seinen Song- und Albentiteln gerne auf Außerirdische und den Weltraum an, zuletzt mit dem 2022 erschienenen „Elephants of Mars“. Seine Virtuosität hat der ehemalige Gitarrenlehrer auf frühen Alben gerne zur Schau gestellt, doch inzwischen tritt er in seinen Kompositionen immer öfter zurück und überlässt die Soli auch mal seinen Mitspielern. Dass er spielen könne, müsse er nicht ständig zeigen, sagt er.

  • 16:10 Uhr

    Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

    Ein Gespräch mit den GewinnerInnen des Ingeborg-Bachmann- und des Deutschlandfunk-Preises, die bei den 46. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt vergeben wurden

    Am Mikrofon: Jan Drees

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Lyssenkos Geist
    Pfalnzen züchten mit Epigenetik
    Von Michael Lange
    Produktion: Deutschlandfunk 2021

    Die Landwirtschaft leidet zunehmend unter Trockenheit, andernorts versalzen die Böden, und die Weltbevölkerung wächst: Die Menschheit braucht dringend neue Nutzpflanzen, angepasst an eine sich verändernde Welt. Statt durch langwierige Züchtung oder Gentechnik das Erbmaterial der Pflanzen zu verändern, könnten Pflanzen durch gezielte Umweltreize an neue Verhältnisse angepasst werden, einfach indem man sie gezielt Hitze oder Trockenheit aussetzt. Ähnliche Ideen verfolgte bereits der sowjetische Agraringenieur Trofim Denissowitsch Lyssenko in den 1930er- und 40er-Jahren. Mit Stalins Hilfe konnte er seine Pläne auf großen Flächen verwirklichen. Aber seine Versuche schlugen fehl und kosteten unzählige Menschenleben. Nun setzt die neue Forschungsrichtung der Epigenetik erneut auf Umweltfaktoren in der Pflanzenzüchtung. Kehrt Lyssenkos Geist zurück?

  • 17:05 Uhr

    Friedensfähig in Kriegszeiten?
    Die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff, Vorstandsmitglied der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, über das "Friedensgutachten 2022" im Gespräch mit Michael Köhler

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Ausgelesen - Zum Abschluss des diesjährigen Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt

    Trotz Antisemitismus-Skandal - Warum die 15. Ausgabe der documenta noch zu retten ist

    "Radikal jung" - Der Auftakt des Münchner Theater-Festivals mit Produktionen aus Kiew und Athen

    "Life Time" - Ugo Rondinone in zwei Ausstellungen in Frankfurt am Main

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 18:10 Uhr

    Auftakt des G7-Gipfels in Elmau

    Proteste in Garmisch-Partenkirchen

    Ukraine: Russische Raketenangriffe auf Kiew und Tscherkassy

    Diskussion über finanzielle Entlastung für Bürgerinnen und Bürger

    Abschluss des Linken-Parteitags in Erfurt

    Gedenkgottesdienst nach Terrorakt in Oslo

    Sporttelegramm

    Am Mikrofon: Jonas Panning

    18:35 Uhr  
  • 18:40 Uhr

    Vor der UN-Ozean-Konferenz in Lissabon - Portugals Meerespolitik

  • 19:10 Uhr

    Schwimmen - Weltmeisterschaft in Budapest

    Finals 2022 - die Deutschen Meisterschaften in 14 Sportarten

    FINA - Regularien für trans* Frauen

    Radsport - Deutsche Meisterschaften auf der Straße
    Vor Tour de France-Auftakt - Wie Radsportbegeistert sind die Dänen

    Fußball - Hertha BSC wählte neuen Präsidenten

    Zerebralparese
    Interview mit Conny Frank Fritsch

    Ironman European Championships in Frankfurt am Main

    Golf - BMW International Open der Golfprofis

    Deutsche Tischtennismeisterschaft in Saarbrücken

    Hockey - Interview mit Nike Lorenz

    Tennis - Vor dem Grand Slam Turnier in Wimbledon

    Am Mikrofon: Astrid Rawohl

  • 20:05 Uhr

    Stimmen aus dem Nichts
    Über Tonaufzeichnung, sprechende Geister und digitale Sprache
    Von Stefan Zednik
    Regie: Philippe Brühl
    Produktion: Deutschlandfunk 2022

    Hörbare Worte sind Atem, Atem ist Leben - eine Gleichung, die bis zum 29. November 1877 stimmte. An diesem Tag spricht Thomas A. Edison ein Gedicht in seine neueste Erfindung, den Phonographen. Und damit beginnt eine technische Entwicklung, die bald zum Alltag gehört.
    Man könne mit seinem Apparat, so Edison, „die letzten Worte von Sterbenden konservieren“. Und dadurch auch die Menschen am Leben erhalten? Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind spiritistische Sitzungen in Mode, bei ihnen sollen die Stimmen Verstorbener wiedererweckt werden. Beide Entwicklungen, die technische und die esoterische, kratzen an der menschlichen Grunderfahrung, dass wer spricht auch existiert. Das Feature spürt diesen Zusammenhängen nach und setzt die Beobachtung bis ins Heute fort. Denn mittlerweile werden Existenzen durch Stimmen nicht nur konserviert - sie werden kreiert. Die Bahnhofsansage, das Navigationsgerät, Siri und Alexa: Wieso gewöhnt sich der Mensch an Stimmen, hinter denen kein Mensch mehr existiert?

  • 21:05 Uhr

    A cappella Festival Leipzig 2022

    Miserere mei, Deus

    Alonso Lobo
    Versa est in luctum

    Tomás Luis de Victoria
    Officium Hebdomadae Sanctae - Drei Tenebrae-Responsorien

    Francis Poulenc
    Quatre motets pour un temps de pénitence

    Gregorio Allegri
    Miserere

    Tomás Luis de Victoria
    Popule meus (Improperia in adoratione crucis)
    Alma Redemptoris Mater

    Juan Gutiérrez de Padilla
    Missa Ego Flos Campi

    James Macmillan
    Miserere

    Tenebrae
    Leitung: Nigel Short

    Aufnahme vom 23.4.2022 aus der Thomaskirche in Leipzig

    Am Mikrofon Rainer Baumgärtner

    Das Vokalensemble Tenebrae wurde 2001 von Nigel Short, einem ehemaligen Mitglied der King’s Singers, und Barbara Pollock gegründet. Es zählt heute zu den führenden englischen Kammerchören, mit einer Vorliebe für musikalische Kontraste und Repertoire-Erweiterung. Im Mittelpunkt seines ersten Auftritts beim Leipziger A cappella Festival standen Werke zum Thema „Buße“, dabei standen Vertonungen des Renaissance-Komponisten Tomás Luis de Victoria einem 1938/39 entstandenen Motetten-Zyklus von Francis Poulenc gegenüber. Das legendäre frühbarocke „Miserere“ von Gregorio Allegri stand auf dem Programm, wie auch eine gleichnamige Komposition des Zeitgenossen James Macmillan. Sätze aus einer spanisch-mexikanischen Messe rundeten das Konzert ab.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr

    Inklusion im Sport - Debatte über neue Regeln für trans*, intersexuelle und non-binäre Sportler*innen

    Eine Gesprächsrunde mit
    Christian Rudolph, Ansprechpartner für Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt im DFB,
    Lenka Dienstbach-Wech, Ruder-Weltmeisterin und Medizinerin sowie
    Kathrin Krenkel, ehemalige trans* Fußballerin und aktive Schiedsrichterin

    Die Fragen stellt Raphael Späth.