Wo Klänge wohnen
Neue Aufnahmen mit Marie Schreer und dem Londoner Riot Ensemble
Am Mikrofon: Leonie Reineke
Die junge Formation bringt Frische und ein gänzlich neues Bild zeitgenössischen Komponierens in England.
Gleich zwei neue Alben legen die Mitglieder des in Großbritannien ansässigen Riot Ensembles dieser Tage vor. Beide, ein Soloprojekt der Geigerin Marie Schreer (Jahrgang 1990) sowie eine Zusammenstellung zeitgenössischer Ensemblemusik, wurden im Jahr 2024 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal eingespielt. Die Ensemble-CD gruppiert Kompositionen verschiedener Urheber um zwei zentrale Stücke: Kaija Saariahos „Gates“ und Eden Lonsdales „Tränen und Ozeane“. Fließendes, Flirrendes und Schillerndes trifft hier auf perkussiv Wildes, Experimentelles und klangfarblich Ausgefallenes. Das Soloalbum der Geigerin Marie Schreer widmet sich Themen wie Heimat, Zugehörigkeit und Sprache. Als gebürtige Deutsche, die schon lange in England lebt, bewegt sich die Musikerin zwischen verschiedenen kulturellen und sprachlichen Welten. Für ihr Projekt hatte Schreer bei den Komponisten Aaron Holloway-Nahum und Ashkan Behzadi neue Werke in Auftrag gegeben.