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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 26.04.2026

  • 00:05 Uhr

    Lost Highway
    Eine Lange Nacht zu 100 Jahren Route 66
    Von Tom Noga
    Regie: der Autor

    Route 66 ist mehr als Asphalt: sie erzählt die Geschichte der USA - und letztlich auch des amerikanischen Kontinents. Von Chicago bis Santa Monica führt sie durch das Herzland der Vereinigten Staaten - durch Orte des Aufbruchs, des Scheiterns und der Neuerfindung. Die Lange Nacht verbindet historische Recherche mit Stimmen von Menschen, die heute an der Route 66 leben. Experten ordnen ein, Zeitzeugen erinnern sich, indigene Perspektiven öffnen den Blick auf jene Geschichte, die im Mythos oft ausgeblendet bleibt. Die Sendung folgt der Straße als politischem Seismografen: von der Großen Depression über den Zweiten Weltkrieg und das goldene Zeitalter des Automobils bis in die Gegenwart. Sie zeigt, wie Migration, wirtschaftlicher Wandel und kulturelle Brüche das amerikanische Heartland geprägt haben. Dabei wird Route 66 zum Spiegel gesellschaftlicher Spannungen - und zum Resonanzraum für Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und Macht. Zwischen verfallenen Motels, Neonreklamen und endlosen Highways entsteht ein Panorama, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Zamus: early music festival 2025

    Joseph Haydn
    Introduktion, Sonate 1, Sonate 2 und Sonate 3
    aus: "Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze".
    Fassung für Streichquartett und Klavier, op. 51
    Ludus Instrumentalis, Ensemble
    Leitung: Pavel Serbin

    Aufnahme vom 21.5.2025 aus der Alten Feuerwache in Köln

    03:05 Uhr   Heimwerk

    "Vienna Mandolin Stories"

    Wolfgang Amadeus Mozart
    Andante für Flöte und Orchester C-Dur, KV 315. Bearbeitet für Mandoline und Orchester

    Ernest Krähmer
    Larghetto und Rondo für Mandoline und Orchester

    Alon Sariel, Mandoline
    Kölner Akademie
    Leitung: Michael Alexander Willens

  • 06:05 Uhr

    Reformdruck: Die Regierungskoalition wird von Misstrauen gelähmt
    Von Sara Sievert

  • 06:10 Uhr

    Jan Pieterszoon Sweelinck
    "O Dieu la gloire, qui t'est deue". Psalm 65 nach der Singweise des Genfer Psalters und im Satz zu 6 Stimmen, SwWV 65
    Gesualdo Consort Amsterdam
    Leitung: Harry van der Kamp, Bass

    Henry Du Mont
    "Dialogus de anima". Geistliches Konzert
    Les Talens Lyriques
    Leitung: Christophe Rousset, Orgel

    Gustav Adolf Merkel
    Fantasie und Fuge d-Moll, op. 176
    Halgeir Schiager an der Carl-August-Buchholz-Orgel der St. Marienkirche in Barth

    Johann Sebastian Bach
    "Ihr werdet weinen und heulen". Kantate zum Sonntag Jubilate, BWV 103
    Leandro Marziotte, Countertenor
    Raphael Höhn, Tenor
    Matthias Winckhler, Bass
    Chorus Musicus Köln
    Das Neue Orchester
    Leitung: Christoph Spering

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Ministerpräsident trifft Theaterkritiker - Bericht vom Sächsischen Theatertreffen

    Spiegel der Gesellschaft? Der Wal und wir - Ein Interview mit der Soziologin Sarah Mönkeberg

    Wer wird gelesen? Zur (Un-)sichtbarkeit von Frauen im Literaturbetrieb ein Interview mit der Schriftstellerin Janet Clark

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Atomkraft, jein danke - Zur Energiefrage 40 Jahre nach Tschernobyl ein Interview mit Volker Quaschning, Experte für Regenerative Energiesysteme

    Denk ich an Deutschland: die Schriftstellerin Pauline de Bok

    Am Mikrofon: Änne Seidel

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Von Gott „Gebrauch“ machen.
    Über die Kunst, im Frieden zu sein
    Von Pfarrer Gotthard Fuchs
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 40 Jahren: Reaktorkatastrophe in Tschernobyl

  • 09:10 Uhr

    Klaviermusik

  • 09:30 Uhr

    Ein bisschen Fliegen ist doch kein Problem
    Wie weit geht die Verantwortung für den Klimawandel? 
    Von Frauke Rostalski 

    Die Folgen des Klimawandels scheinen vom Einzelnen zu fordern, sein Handeln daran auszurichten und sich der CO₂-Moral unterzuordnen. Ist das wirklich so? 
    Kaum eine Debatte ist derzeit stärker moralisch aufgeladen als die um die Folgen des menschengemachten Klimawandels. Selbst dann, wenn man die Grundvoraussetzung des Klimawandels ebenso anerkennt wie den Kampf gegen die steigende Erderwärmung als Menschheitsaufgabe versteht, folgt nicht automatisch eine moralische Selbstverpflichtung für den Einzelnen, den eigenen CO2-Fußabdruck zur Maxime des eigenen Handelns zu machen.  
    Für die Rechtswissenschaftlerin Frauke Rostalski verfehlen nationale Alleingänge und moralische Appelle das Ziel, denn Klimawandel ist ein globales Problem, das nur global gelöst werden kann. Individuelle Maßnahmen sind nicht effektiv wirksam. Politik und internationale Zusammenarbeit nämlich müssen wirksame Rahmenbedingungen schaffen. Erst dann braucht es staatsbürgerliche Mitwirkung. 
    Frauke Rostalski ist Professorin für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität zu Köln. Zuletzt sind von ihr die Bücher Der Tatbegriff im Strafrecht (2019) und - vielbeachtet - Die vulnerable Gesellschaft - Die neue Verletzlichkeit als Herausforderung der Freiheit (2024) sowie Wer soll was tun? (Beck Verlag, 2025) erschienen. Seit 2020 ist sie zudem Mitglied des Deutschen Ethikrats.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Auferstehungskirche in Münster
    Predigt: Pfarrer Dr. Moritz Gräper
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Dorothee Bär, Bundesforschungsministerin, CSU

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Investieren in den Winter
    Der Schweizer Ort Splügen und der Klimawandel

    Tourismus im Hinterland
    Barth am Bodden jenseits der Ostseeküste in Vorpommern

    Islote in Kolumbien
    Eine der am dichtesten besiedelten Inseln der Welt

    Zwischen Todesmut und Adrenalinkick
    Radeln auf Rios Stadtautobahn

    Weltstädte
    Atemlos durch Kairo

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Texter und Rechtshistoriker Michael Kunze im Gespräch mit Florian Felix Weyh

    Sind es zwei Leben? Einerseits Librettist und Schlagertexter mit 81 Goldenen Schallplatten, andererseits Autor rechtshistorischer Bücher? Nein, Udo Jürgens und akribische Archivarbeit haben sich bei Michael Kunze stets ergänzt.

  • 15:05 Uhr

    Magische Geschichten gegen Nachrichtenfrust
    Der englische Musiker Spencer Cullum
    Von Anke Behlert

    „Das Lesen der Nachrichten hat mich sehr frustriert“, sagt der in Großbritannien geborene, in Nashville lebende Sänger, Songwriter und Pedal-Steel-Gitarrist Spencer Cullum. Um alles von der Klimakrise bis zum Spätkapitalismus zu verstehen, wandte sich der Musiker der Folklore seiner Heimat zu. Er fand Trost - sogar Antworten - in den okkult angehauchten Geschichten über alte Relikte und Mitternachtsrituale. Diese nahm er mit in sein provisorisches Aufnahmestudio in den Gartenschuppen, wo sein aktuelles Album „Coin Collection 3“ entstand. Aufgewachsen ist Spencer Cullum in der Nähe von Canterbury, im Alter von 20 Jahren begann er Pedal-Steel zu spielen, tourte mit verschiedenen Bands und zog anschließend nach Nashville. 2017 startete er mit seinem Kollegen Jeremy Fetzer das Projekt Steelism, 2021 erschien Cullum erstes Soloalbum „Coin Collection“, eine Hommage an die englische Folkrock-Szene der 1960er- und 70er-Jahre.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Zur Eröffnung der Kampa-Gesamtausgabe von Jorge Luis Borges
    Beginnend mit:
    Jorge Luis Borges: „Die unendliche Bibliothek. Sämtliche Erzählungen“
    Aus dem argentinischen Spanisch von Karl August Horst, Wolfgang Luchting und Gisbert Haefs
    Neu durchgesehen und herausgegeben von Gisbert Haefs
    (Kampa Verlag)
    Ein Beitrag von Maximilian Mengeringhaus

    Am Mikrofon: Jan Drees

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    Daten fürs KI-Training - Pokemon Go und andere kreative Informationsquellen
    Von Maximilian Brose und Carina Schroeder

    Klicks, Posts, Spiele: Bei allem, was im Netz passiert, entstehen Daten - meist unbemerkt. Sie fließen ins KI-Training ein. Digitales Verhalten ist längst ein Rohstoff für Tech-Giganten - mit Folgen für Privatsphäre und Kontrolle. Darüber sprechen Carina Schroeder und Maximilian Brose in dieser Folge.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Ent-Solidarisierung?
    Die Historikerin Britta Waldschmidt Nelson im Gespräch mit Anja Reinhardt über Judenfeindlichkeit in der schwarzen US-Community.

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    On the Town -
    Bernsteins Frühwerk in Duisburg

    Horror der Zerstörung -
    "Vergeltung" nach Gert Ledig am Schauspiel Köln

    Ministerpräsident trifft Theaterkritik -
    Bericht vom Sächsischen Theatertreffen

    Von der Kunstfreiheit gedeckt -
    Eine Tagung mit Reenactment in Frankfurt am Main
    Ein Gespräch mit Autorin und Regisseurin Helena Kontoudakis

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Wargames - Wie Spiele militärisch genutzt werden

  • 20:05 Uhr

    Flieg oder stirb
    Von Marta Medvešek
    Regie: Marta Medvešek und Bodo Pasternak
    Mit: Michael Hahnemann und der Autorin
    Ton und Technik: Bodo Pasternak und Martin Scholz
    Redaktion: Gabriele Hermer, Katrin Moll und Ingo Kottkamp
    RBB und Deutschlandfunk Kultur 2024
    Länge: 48‘ 04

    Stjepan rettet Malena, ein verletztes Storchenweibchen. Jedes Jahr besucht sie der Storchenmann Klepetan. Die romantische Storchenliebe wird weltweit bekannt.

    Vor 30 Jahren wird ein junges Storchenweibchen in Kroatien von einem Jäger angeschossen und am Flügel verletzt. Es kann nicht mehr fliegen, sich nicht mehr mit Nahrung versorgen. Sein Leben wäre bald vorbei, da findet es Stjepan. Er nimmt das Tier bei sich auf, gibt ihm den Namen Malena und errichtet ein Nest im Hinterhof der Dorfschule, an der er bis zu seiner Pensionierung als Hausmeister gearbeitet hat. Täglich pflegt und versorgt er die Störchin.
    Eines Tages bekommt sie Besuch von einem Storchenmann, Stjepan tauft ihn Klepetan. Jedes Jahr kehrt er aus Afrika zu Malena zurück, zieht mit ihr die gemeinsamen Nachkömmlinge auf und begleitet sie beim nächsten Vogelzug. Malena selbst kann nicht mitfliegen und verbringt auch die Winter bei Stjepan. Allmählich verbreitet sich die ungewöhnliche Liebesgeschichte, Journalisten aus der ganzen Welt suchen den Hinterhof der Schule auf, um über die romantische Storchenliebe zu berichten. Die ganze Zeit über zahlt Stjepan einen hohen Preis dafür, Malena am Leben zu erhalten. Jemandes Flügel zu sein, ist ein Vollzeitjob: keine Ferien, kein Ruhestand.

    Das Feature entstand im Rahmen des Nachwuchsprogramms des Åke-Blomström-Preises.
    Die kroatische Originalfassung wurde mit dem Prix Europa als Bestes europäisches Radiofeature des Jahres 2021 ausgezeichnet und in vier Sprachen übersetzt.

    Marta Medvešek ist eine kroatische Radioproduzentin. Seit ihrem Studium der Kunstgeschichte lebt sie in Berlin. Ihre Werke wurden bei Deutschlandfunk Kultur, beim RBB, bei BBC Radio 4, Radio 3 und dem World Service sowie beim kroatischen (HRT) und slowenischen Nationalen Sender (RTV SLO) ausgestrahlt.

  • 21:05 Uhr

    Mieczysław Weinberg
    „Burattino und das goldene Schlüsselchen“. Orchestersuite Nr. 4, op. 55d

    John Williams
    Konzert für Klavier und Orchester

    Sergej Prokofjew
    „Romeo und Julia“. Suite aus der Ballettmusik, op. 64

    Emanuel Ax, Klavier
    Berliner Philharmoniker
    Leitung: Mirga Gražinytė-Tyla

    Aufnahme vom 17.4.2026 aus der Philharmonie Berlin

    Am Mikrofon: Uwe Friedrich

    Schritt für Schritt hat Mirga Gražinytė-Tyla die Musikwelt erobert, nun kommt ein weiterer Meilenstein dazu: Die litauische Dirigentin gibt ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern. Hierfür hat sie Höhepunkte aus Sergej Prokofjews berühmter Ballettmusik zu Shakespeares „Romeo und Julia“ zu einer Suite zusammengestellt. Auch der erste Teil des Abends ist bildmächtig und bewegt: „Burattino und das goldene Schlüsselchen“ ist ebenfalls eine Ballettsuite, in diesem Fall zu einer Puppengeschichte des polnischen Komponisten Mieczysław Weinberg, der im sowjetischen Exil zu den engsten Freunden von Dmitrij Schostakowitsch zählte. Und das neue Klavierkonzert von John Williams, gespielt von Altmeister Emanuel Ax, verleiht dem Abend einen Hauch von Hollywood-Glamour.

  • 23:05 Uhr