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Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 30. und 31. Juli +++

Test auf das Coronavirus (imago/Sven Simon)
Test auf das Coronavirus (imago/Sven Simon)

Die EU-Kommission hat beim Pharma-Konzern Sanofi 300 Millionen Dosen eines potenziellen Impfstoffs gegen das Coronavirus reserviert. Das Auswärtige Amt warnt jetzt offiziell vor Reisen in drei spanische Regionen - darunter Katalonien mit Barcelona und den Stränden der Costa Brava. Die Pandemie wird sich nach Einschätzung der WHO noch jahrzehntelang auswirken. Wichtige Entwicklungen in unserem Newsblog.

Freitag, 31. Juli

+++ Die Europäische Kommission will sich 300 Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs des französischen Pharmaunternehmens Sanofi sichern. Die Vorgespräche für einen Vertrag seien abgeschlossen worden, teilte Kommissionspräsidentin von der Leyen in Brüssel mit. Geplant ist demnach ein Rahmenvertrag, demzufolge die Kommission vorab einen Teil der Entwicklungskosten des Unternehmens übernimmt und dafür im Gegenzug das Recht erhält, die Impfstoffdosen innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen. Die im Voraus bereitgestellten Mittel sollen dann als Anzahlung verrechnet werden. Weiter erklärte von der Leyen, man führe intensive Gespräche weiterhin auch mit anderen Unternehmen.

+++ Trotz Corona-Krise soll das Bergsteigen im Himalaya wieder möglich sein. Nepals Regierung öffnet das Gebirge ab September wieder für ausländische Kletterer und andere Touristen. Allerdings seien Tests auf das Coronavirus verpflichtend. Zudem seien Quarantäne-Regelungen zu beachten, teilte die nepalesische Tourismusbehörde mit. 

+++ Nach Einschätzung des Opernsängers Günther Groissböck hat die Corona-Krise Misstände im Kulturbereich offenbart. Der Kulturbetrieb stehe sehr weit hinten in der Wahrnehmung, sagte der Musiker der Zeitung "Welt". Die Corona-Krise habe gezeigt, was nicht richtig laufe und was sich ändern müsse. Spitzensänger hätten meist nur wenige Jahre, um ausreichende Gagen auch für die Rente erzielen. Hinzu kämen hohe Ausgaben für die Ausbildung und Aufenthalte in teuren Städten. Deshalb müsse es Nachbesserungen bei den Verträgen geben.

Die Corona-Pandemie wirbelt den Alltag kräftig durcheinander, auch im Kindergarten. Im August sollen bundesweit viele Kitas in den Regelbetrieb zurückkehren – unter Hygieneauflagen. Wir fassen zusammen, was Eltern zum Start des Kita-Jahres wissen sollten und wie es in den einzelnen Bundesländern aussieht.

+++ Der Direktor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Ghebreyesus, glaubt, dass die Corona-Pandemie das Leben auf der Erde noch lange beeinflussen wird. Bei einem Treffen in Genf sagte er, die Pandemie sei eine Krise, wie es sie nur einmal in einem Jahrhundert gebe. Die Folgen würden noch jahrzehntelang zu spüren sein. Seit dem Ausbruch in Wuhan in China starben weltweit mindestens 670.000 Menschen an den Folgen der Infektion. Besonders hart getroffen wurden die USA, Brasilien, Mexiko und Großbritannien.

+++ Von morgen an müssen Reisende, die sich nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland freiwillig auf das Coronavirus testen lassen, die Kosten dafür nicht mehr selbst tragen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Nachmittag mit. Am 1. August trete die erweiterte Testverordnung des Bundes in Kraft, die eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen vorsehe. Voraussetzung seien ein Test innerhalb von drei Tagen nach der Rückkehr und der Nachweis eines Auslandsaufenthalts etwa durch ein Flugticket oder eine Hotelrechnung. Auch die Kosten für einen Wiederholungstest wenige Tage später sollen übernommen werden.

Ein Mitarbeiter des Corona-Testzentrum am Flughafen Köln/Bonn steht im Eingang des Testzentrums. (dpa)Corona-Tests am Flughafen Köln (dpa)

+++ Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt jetzt ausdrücklich vor Reisen in drei Regionen des Landes. Bisher wurde nur abgeraten. Betroffen von der Warnung sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra. Zuvor hatte das Robert Koch-Institut die Regionen als Risikogebiete eingestuft.

+++ Angesichts steigender Infektionszahlen in Deutschland fordert der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach einen Strategiewechsel bei der Pandemiebekämpfung. Das Nachtelefonieren von Einzelkontakten sei völlig ineffizient, sagte Lauterbach dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Vielmehr sollten sich die Gesundheitsämter auf die sogenannten Superspreader konzentrieren. Auf jene hochansteckenden Infizierten also, die bei Gruppentreffen oft dutzende Menschen ansteckten.

Wie sieht die aktuelle Infektionslage in Deutschland aus? Wieviele Menschen sind erkrankt, wieviele sind genesen? Wir haben die Zahlen des Robert-Koch-Institutes auch heute wieder zusammengefasst.

+++ In Mallorca ist ein Urlauber positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet worden. Es handelt sich um den ersten Fall seit der Wiederöffnung der Insel für den internationalen Tourismus. Der Betroffene - ein Mann aus Spanien - befinde sich zusammen mit insgesamt neun weiteren Personen in einem Hotel in Quarantäne, teilte eine Sprecherin der regionalen Gesundheitsbehörde mit.

+++ Die Regierung in Hongkong hat die für September geplante Parlamentswahl um ein Jahr verschoben. Regierungschefin Lam begründete den Schritt mit der gestiegenen Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Eine Verschiebung der Wahl gilt als Rückschlag für die prodemokratische Opposition. 

+++ Für das neue Schuljahr führt Bayern eine Maskenpflicht an Schulen ein. Sie werde bis zum Platz im Klassenzimmer gelten - auch in Grundschulen, sagte Kultusminister Michael Piazolo. Bisher habe nur ein entsprechendes Gebot bestanden. Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie sei regional auch eine Maskenpflicht im Unterricht möglich.

Die Grenzen in Europa sind weitgehend offen, Sommerurlaube können unter bestimmten Bedingungen stattfinden. Aber wie sehen die Vorschriften in den einzelnen Ländern für Reisende aus Deutschland aus? Und wie steht es um das Infektionsgeschehen? Eine Übersicht.

+++ Deutschland stuft die spanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra nun offiziell als Corona-Risiko-Gebiete ein. Das Robert Koch-Institut erweiterte seine Liste um die drei Gebiete. Das Auswärtige Amt hatte bereits am Dienstag von touristischen Reisen dorthin abgeraten. Begründet wird dies mit den hohen Infektionszahlen.

+++ Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist in der Corona-Krise eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich im Zeitraum von April bis Juni zum Vorquartal um 12,1 Prozent, wie das Europäische Statistikamt mitteilte. Dies sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1995.

+++ Angesichts wieder steigender Infektionen hat der deutsche Einzelhandel Verbraucher aufgefordert, die Corona-Regeln wieder disziplinierter einzuhalten. Bei einem zweiten Lockdown seien viele Handelsunternehmen nicht mehr zu retten, warnte der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser. Weiter sagte er: "Es erfüllt mich mit großer Unruhe, dass es viele offenbar nicht mehr so genau mit der Einhaltung der Regeln nehmen und die Zahl der Infizierten wieder steigt."

Das Foto zeigt ein Geschäft in Dresden. (picture alliance / dpa / Robert Michael)Der Einzelhandel warnt davor, die Corona-Regeln nicht einzugalten. (picture alliance / dpa / Robert Michael)

+++ Auch in Spanien bricht die Wirtschaft ein. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um 18,5 Prozent, wie das nationale Statistikinstitut nach einer ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) mitteilte. Es ist der stärkste konjunkturelle Rückschlag in einem europäischen Land im zweiten Quartal, der bisher gemeldet wurde.

+++ In Deutschland sind seit gestern 870 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Die Zahl der mit dem Virus in Zusammenhang stehenden Todesfälle stieg um sieben auf 9.141, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. Weitere Angaben liegen noch nicht vor. Das "Dashboard" des RKI, auf dem Details bekanntgegeben werden, hat zurzeit technische Probleme.

+++ Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Meidinger, sieht die Schulen nicht gut auf den Beginn des Unterrichts nach den Sommerferien vorbereitet. Meidinger sagte im Deutschlandfunk, alle wollten mehr Normalität. Wichtig sei aber, die richtige Balance zwischen Gesundheitsschutz und Bildungsauftrag zu finden. Im Moment habe der Lehrerverband den Eindruck, dass der Gesundheitsschutz sehr stiefmütterlich behandelt werde.

In einigen Bundesländern beginnt in wenigen Tagen wieder der Schulunterricht. Das Ziel ist aus Sicht der Kultusministerkonferenz der "Regelbetrieb". Aber wie realistisch ist das – angesichts regional wieder steigender Corona-Fallzahlen? Der Lehrerverband hat Bedenken.

+++ Die französische Wirtschaft ist im zweiten Quartal wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie deutlich geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt sank von April bis Juni um 13,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt Insee in Paris mitteilte.

+++ Wegen ansteigender Corona-Zahlen führt der Iran von diesem Samstag (1. August) an ein vorübergehendes Einreiseverbot für ausländische Touristen ein. Demnach können bis auf Weiteres nur Nicht-Touristen wie etwa ausländische Geschäftsleute ein Visa beantragen. Sie müssen aber von Samstag an bei der Einreise einen negativen Corona-Test von einem international anerkannten Institut ihres Landes vorweisen. Der Test muss auf Englisch und nicht älter als 96 Stunden sein.

+++ Zehntausende Studierende haben in den vergangenen Monaten Schulden aufgenommen oder staatliche Hilfszahlungen beantragt. Wie aus einem Schreiben des Bundesbildungsministeriums an den Bildungsausschuss des Bundestages hervorgeht, wurden seit Mai bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mehr als 22 000 Anträge auf Studienkredite in Höhe von insgesamt 641,6 Millionen Euro gestellt. Außerdem sei in mehr als 41 000 Fällen staatliche Nothilfe über insgesamt rund 17 Millionen Euro ausgezahlt worden. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Studierende der Wirtschafts-Wissenschaften sitzen in Kassel unter Wahrung der Abstandsregel in einem Hörsaal und warten auf den Beginn der Klausur. (picture-alliance / dpa / Uwe Zucchi)Viele Studierende haben Schulden aufgenommen oder Staatshilfen beantragt. (picture-alliance / dpa / Uwe Zucchi)

+++ Der bayerische Innenminister Herrmann schließt aus, dass verpflichtende Coronatests für Reiserückkehrer mit Gewalt durchgesetzt werden. Der CSU-Politiker sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, hier sei in jedem Fall die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme zu beachten. Welche Schritte gegen Menschen eingeleitet werden könnten, die sich einem Test verweigerten, könne erst entschieden werden, wenn die Anordnung des Bundesgesundheitsministeriums vorliege.

+++ Wegen des neuen Anstiegs von Coronavirus-Infektionen sind in Teilen Nordenglands die Ausgangsbeschränkungen verschärft worden. Der britische Gesundheitsminister Hancock teilte mit, betroffen seien der Großraum Manchester, Teile von West Yorkshire und East Lancashire sowie die Stadt Leicester weiter südlich. In den betroffenen Regionen dürfen sich Angehörige verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen treffen.

+++ Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Kugelmann spricht sich für eine bundeseinheitliche Regelung beim Umgang mit Corona-Gästelisten aus. Er sagte im Deutschlandfunk, dafür wäre ein Bundesgesetz erforderlich. Bisher gehen die Behörden in den Bundesländern unterschiedlich mit der Frage um, ob die Polizei Zugriff auf solche Listen in Restaurants bekommen darf, um Straftaten aufzuklären.

Donnerstag, 30. Juli

+++ Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation haben die Gesundheitssysteme bestimmter Länder in der Corona-Krise schlechter funktioniert als erwartet. Die WHO habe Annahmen gemacht, die sich nicht als zutreffend herausstellten, sagte Nothilfekoordinator Ryan in Genf. Zu Beginn der Pandemie habe sich die Organisation auf Hilfestellung für Länder konzentriert, von denen sie Bedarf erwartet habe. Rückwirkend hätte man nach WHO-Angaben auch anderen Ländern mehr Unterstützung anbieten müssen.

+++ In Spanien sind in den vergangenen 24 Stunden 1.229 Neuinfektionen registriert worden. Das ist der höchste Anstieg seit Aufhebung der strengen landesweiten Beschränkungen am 21. Juni. Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums wurden bisher insgesamt 285.430 Corona-Infektionen nachgewiesen.

Die Grenzen in Europa sind weitgehend offen, Sommerurlaube können unter bestimmten Bedingungen stattfinden. Aber wie sehen die Vorschriften in den einzelnen Ländern für Reisende aus Deutschland aus? Und wie steht es um das Infektionsgeschehen? Eine Übersicht.

+++ In Berlin gilt nach den Sommerferien eine Maskenpflicht in Schulen. Das gab Bildungssenatorin Scheeres bekannt. Die Regelung soll innerhalb der Gebäude gelten, nicht aber während des Unterrichts oder der Betreuung im Hort. Ähnliche Regelungen sind auch in anderen Bundesländern vorgesehen. In Berlin beginnt die Schule am 10. August wieder.

+++ Die Lufthansa will im Laufe des Jahres ihren Flugbetrieb wieder ausbauen. Im Herbst sollten rund 380 Maschinen eingesetzt werden, teilte das Unternehmen in Frankfurt am Main mit. Damit wäre wieder etwa die Hälfte der Flotte in der Luft. Die kurzfristig geparkten Flugzeuge würden in regelmäßigen Wellen in den Linienbetrieb genommen, weil sie nach Herstellerangaben mindestens alle 30 Tage fliegen müssten. Laut Lufthansa wäre andernfalls die Reaktivierung eines Flugzeugs mit einem erhöhten Kostenaufwand verbunden.

+++ In Baden-Württemberg haben sich 40 Mitglieder einer rumänischen Pfingstgemeinde mit dem Corona-Virus angesteckt. Weitere 77 Gemeindemitglieder würden noch getestet, teilte eine Sprecherin des Rhein-Neckar-Kreises mit. Die Gemeinde selbst erklärte, alle Hygieneregeln seien eingehalten worden.

+++ Die USA haben wegen der Corona-Krise einen historischen Konjunktureinbruch erlebt. Wie die Regierung in Washington mitteilte, ging das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 32,9 Prozent zurück. Seit Beginn der Corona-Krise haben in den USA mehr als 30 Millionen Menschen Hilfszahlungen beantragt. Schätzungen zufolge liegt die Arbeitslosenquote inzwischen bei 15 Prozent.

+++ Männer und jüngere Menschen halten sich seltener an die Corona-Schutzmaßnahmen als ältere Menschen und Frauen. Generell werden die Regeln zu Abstand, Hygiene und Mund-Nase-Masken aber von einer deutlichen Mehrheit der Menschen in Deutschland akzeptiert. Das ergab eine aktuelle Umfrage des "Covid-19 Snapshot Monitorings" (Cosmo) der Universität Erfurt. Wie die an dem Projekt beteiligte Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mitteilte, gaben 89,2 Prozent der Befragten an, in der zurückliegenden Woche häufig oder immer eine Alltagsmaske benutzt zu haben. 83,8 Prozent wuschen sich häufig oder immer 20 Sekunden lang die Hände, und 85,5 Prozent hielten den gebotenen Mindestabstand ein.

Verschiedene Masken aus Stoff hängen im Fenster einer Schneiderei. Bonn, 03.07.2020 *** Various masks made of fabric hang in the window of a tailor shop Bonn, 03 07 2020 Foto:xC.xHardtx/xFuturexImage  (imago images / Future Image)Die Regeln zu Abstand, Hygiene und Mund-Nase-Masken werden laut einer Umfrage von einer deutlichen Mehrheit der Menschen in Deutschland akzeptiert. (imago images / Future Image)

+++ Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist das zweite Quartal in Folge der Corona-Krise erheblich eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mit. Es handelt sich demnach um den stärksten Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970.

+++ Polen verzeichnet mit 615 registrierten Neuinfektionen den bislang höchsten Zuwachs an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. 15 weitere Menschen seien an oder mit dem neuartigen Virus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium auf Twitter mit. Damit steigt die Zahl der nachwgewiesenen Infektionen in Polen auf 45.031 und die Zahl der Todesfälle auf 1709. Auch die Ukraine meldet einen neuen Tageshöchstwert. Hier gab es fast 1.200 nachgewiesene Neuinfektionen.

Warum die Todesrate durch das Coronavirus in Deutschland vergleichsweise niedrig ist, erfahren Sie hier.

+++ Österreichs Wirtschaft ist durch den Lockdown in der Corona-Krise nach Berechnung von Ökonomen um 12,8 Prozent geschrumpft. Die Rezession im zweiten Quartal habe ein historisches Ausmaß gehabt, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) in Wien mit. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zogen demnach einen massiven Ausfall der Konsumnachfrage mit sich - etwa in den Bereichen Tourismus, Verkehr und Handel sowie Kunst, Unterhaltung und Erholung.

+++ In Australien steigen die Corona-Fallzahlen weiter an. Nach mehreren Ausbrüchen in Seniorenheimen meldeten die Behörden am Donnerstag eine Rekordzahl an landesweiten Neuinfektionen und Todesfällen. Allein im Bundesstaat Victoria wurden binnen 24 Stunden 13 Tote und 723 Neuansteckungen verzeichnet. Der landesweite Rekord lag zuletzt bei 549 Neuinfektionen. Australien hatte die Ausbreitung des Coronavirus zunächst erfolgreich eingedämmt. Bereits im April gab die Regierung Entwarnung. Die Küstenmetropole Melbourne erlebt jedoch seit Mitte Juni einen dramatischen Anstieg der Neuinfektionen. Zu den Ursachen zählen Sicherheitslücken in Hotels, in denen aus dem Ausland zurückgekehrte Urlauber unter Quarantäne gestellt wurden. Vor gut zwei Wochen wurden die Schutzmaßnahmen in Melbourne deshalb wieder verschärft.

+++ Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann rät wegen der Corona-Pandemie vom Urlaub im Ausland ab. Er mache es einfach nicht, "weil es zu kompliziert und auch nicht angemessen ist", sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Reisen ins Ausland seien zwar nicht verboten, betonte Kretschmann. Aber "in solchen Zeiten kann man einfach im Land bleiben und muss nicht in der Welt herumreisen".

+++ Die Ölkonzerne haben in der Corona-Krise wegen geringer Nachfrage nach dem Rohstoff erstmals seit Jahren schwere Verluste gemacht. Beim britisch-niederländischen Ölriesen Royal Dutch Shell betrug das Minus im zweiten Quartal 18,1 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Der französische Konzern Total gab einen Verlust von 8,4 Milliarden Dollar bekannt. Es war das erste Minus seit 2015. Eni in Italien machte ein Minus von 4,4 Milliarden Euro.

+++ Die Brauereien in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2020 vor allem wegen der Corona-Krise noch einmal weniger Bier verkauft als in den Jahren zuvor. Mit 4,3 Milliarden Litern wurde das niedrigste Ergebnis seit Einführung der aktuellen Statistikmethode im Jahr 1993 erzielt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Menge lag demnach 6,6 Prozent unter dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren in Deutschland und vielen anderen Ländern Bars und Restaurants geschlossen wurden, Feste und Großveranstaltungen wurden abgesagt.

Wegen der Coronavirus-Epidemie sind Gaststätten bundesweit geschlossen - wie hier im Biergarten am chinesischen Turm im Englischen Garten. (dpa/Sven Hoppe)Wegen der Coronavirus-Epidemie waren Gaststätten einige Wochen lang bundesweit geschlossen. Das hat sich auch auf den Bierkonsum ausgewirkt. (dpa/Sven Hoppe)

+++ Den Behörden in Brasilien sind innerhalb eines Tages fast 70.000 neue Corona-Infektionen gemeldet worden - so viele wie noch nie zuvor innerhalb von 24 Stunden. Ingesamt haben sich damit in Brasilien mehr als zweieinhalb Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, über 90.000 sind im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Dennoch hat die Regierung die Regelungen für die Einreise nach Brasilien gelockert. So wurden für zunächst 30 Tage zahlreiche Flughäfen wieder für Ausländer geöffnet. Für besonders von der Pandemie betroffene Bundestaaten bleibt die Einreise dagegen ohne Angaben von Gründen weiterhin verboten.

+++ Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Pelosi, hat in der Corona-Pandemie eine allgemeine Maskenpflicht für Abgeordnete und Mitarbeiter in der Kongresskammer angeordnet. Die Politikerin der US-Demokraten sagte, die Masken dürften nur für Redebeiträge abgesetzt werden. Nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität sind in den USA inzwischen mehr als 150.000 Menschen an oder mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. 4,4 Millionen Menschen haben sich nachgewiesenermaßen mit dem Virus infiziert.

+++ Der Gaststättenverband Dehoga fordert eine Erklärung aller 16 Landesregierungen, ob und wie die Polizei die bei Restaurantbesuchen notwendigen Corona-Gästelisten auswertet. Die Gaststätten sind verpflichtet, persönliche Daten ihrer Gäste zu sammeln, damit die Gesundheitsämter mit deren Hilfe im Falle einer Covid-19-Erkrankung weitere potenziell infizierte Personen identifizieren können. Die Polizei in Hamburg und München hatte Gästedaten auch zur Strafverfolgung genutzt. Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Hartges sagte der "Rheinischen Post", hier müsse dringend für Klarheit gesorgt werden.

+++ In Italien hat der Senat sein Einverständnis für eine Neuverschuldung gegeben. Die Regierung plant, wegen der Corona-Pandemie das Defizit für den Haushalt des laufenden Jahres von 10,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts auf 11,9 Prozent auszuweiten. Mit den neuen Schulden in Höhe von 25 Milliarden Euro sollen die entstandenen wirtschaftlichen Schäden abgemildert werden, teilte ein Regierungssprecher in Rom mit.

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