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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 03.08.2025

  • 00:05 Uhr

    "Es gibt keinen Neuschnee"
    Eine Lange Kurt-Tucholsky-Nacht
    Von Hans Bräunlich
    Regie: Rita Höhne
    Wdh.v. 25.12.2010

    1890 in Berlin geboren, war Kurt Tucholsky eine der originellsten Figuren der deutschen Literatur. In der Tradition Heinrich Heines stehend, suchte er in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, mit seinen satirischen Gedichten, Chansons und Prosatexten verändernd auf seine Zeit einzuwirken. Die entlarvenden Porträts des bornierten deutschen Spießers wie des duldsamen Proleten, der reaktionären Militärs und Politiker wie der sozialdemokratischen Funktionäre machten ihn zu einem der scharfsichtigsten literarischen Chronisten der Weimarer Republik, der ihr schlimmes Ende früh voraussah. Zugleich blieb er ein ironisch-liebevoller wie scharfzüngiger Beobachter menschlichen Alltags. Ein Thema bewegte ihn besonders: die konfliktreichen Geschlechterbeziehungen. Denn: der „innerlich weinende Clown“, wie er sich selbst charakterisierte, mochte Frauen sehr und sie fühlten sich offenkundig von ihm ebenso angezogen. Am Ende aber gab es nur eine Frau, der er über den Tod hinaus verbunden bleiben wollte. 1935 starb Kurt Tucholsky im schwedischen Exil, nachdem er sich drei Jahre zuvor ins literarische Schweigen geflüchtet hatte und nur noch in Briefen zu Wort meldete. Diese Collage aus seinen Texten ist eine Annäherung an den Dichter in drei Kapiteln: „Heute zwischen gestern und morgen“, „Ich habe nur eine Frau in meinem Leben geliebt“, „Nachher oder Wenn eena dot is".

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Gustav Mahler
    Sinfonie Nr. 2 c-Moll
    Deutsches Sinfonie Orchester Berlin
    Leitung: Robin Ticciati
    Aufnahme vom 15.11.2024 aus der Berliner Philharmonie

    03:05 Uhr   Heimwerk

    „Im wachen Traume“

    William Byrd
    "Lullaby, my sweet little baby". Lied für Singstimme und Gambenconsort,
    bearbeitet für Sopran, Bariton und Streichquartett

    Henry Purcell
    "Chacony" für Streicher und Basso continuo g-Moll, Z 730.
    Ausgeführt mit 2 Violinen, Viola und Violoncello

    Claudia Barainsky, Sopran
    Mikhail Timoshenko, Bariton
    delian::quartett

  • 06:05 Uhr

    Rückwirkend abgewickelt - warum das Ende des Fonds „sexueller Missbrauch“ Vertrauen zerstört
    Von Claudia van Laak

  • 06:10 Uhr

    Mlle Bocquet
    Prelude für Laute D-Dur. Bearbeitet für Violine solo
    Sophie de Bardonnèche, Violine

    Isaac Posch
    Bonum est confiteri Domino Geistliches Konzert zu 3 Stimmen und Basso continuo
    Salzburger Hofmusik
    Leitung: Wolfgang Brunner

    Johann Sebastian Bach
    Es wartet alles auf dich, BWV 187
    Ulrike Hofbauer, Sopran
    Elvira Bill, Alt
    Dominik Wörner, Bass
    Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen
    Leitung: Rudolf Lutz

    Louis Vierne
    Messe basse. Für Orgel, op. 30
    Ben van Oosten, Orgel

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Im Schatten des Selfies - Der Kampf der Bergretter an der Trolltunga

    Ungleichheit als Gefahr für die Demokratie - Ein Interview mit der Politologin Martyna Linartas

    Erklärungsmuster für den typischen Deutschen - Ein Interview mit dem Sozialpsychologen Ansgar Hudde

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Zur humanitären Lage in Gaza - Ein Interview mit Julia Duchrow, Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International

    Denk ich an Deutschland: der Fotograf Jupp Darchinger

    Am Mikrofon: Manfred Götzke

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Aufbruch im Experiment -
    Literarische Avantgarde und Theologie nach 1945
    Von Barbara Zillmann
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 1470 Jahren: Khadija geboren, erste Ehefrau des Religionsstifters Mohammed

  • 09:10 Uhr

    Kammermusik

  • 09:30 Uhr

    Geld, Glück, Gier - Die emotionale Seite des Kontostands
    Von Johanna Rubinroth

    Geld nährt uns, kleidet uns, ermöglicht Genuss, Sicherheit und Mobilität. Keine Frage: Es ist lebensnotwendig. Aber Geld tut noch etwas. Es weckt starke Gefühle. Es kann beglücken, verführen, aber eben auch Neid, Gier und Hass, sogar Mordlust wecken.
    Manche schweigen über ihr Vermögen, andere protzen. Fehlt es, erzeugt es Scham: Für die abgetragenen Schuhe, das alte Handy, das verbeulte Auto, besonders wenn diese Exemplare auf ihre glänzenden, teuren Gegenstücke treffen. Oder unsere Blicke auf die Mischung aus Mitleid und Überlegenheit der Besitzerinnen und Besitzer im Blick auf unsere Habseligkeiten.
    Es ersetzt Zuneigung - als Gefühlsattrappe für Kinder, Partnerinnen, sich selbst. Es wird zum Machtmittel, zum Symbol für Erfolg oder Scheitern. Der eigene Wert scheint oft untrennbar mit dem Geld verknüpft. Wer reich ist, hat es „verdient“? Wer arm ist - vielleicht ja wirklich nicht?
    Es ist kein Zufall, dass immer mehr Coachings sich mit der „Beziehung zum Geld“ beschäftigen. Welche inneren Glaubenssätze verhindern deinen Reichtum? Warum bist du nicht bereit, dich für Fülle zu öffnen? Youtube lockt mit nächtlichen Geld-Affirmationen, die Reichtum durch positive Gedanken im Schlaf versprechen.
    Der Gedanke an Geld lässt verzweifeln und Hoffnungen blühen - sichtbar in den Lotto-Einnahmen. Geld ist mehr als ein Zahlungsmittel. Es ist ein Spiegel unserer Ängste, Wünsche und Sehnsüchte. Und manchmal wird Geld magisch. Wer traut sich schon, einen Glückscent auf der Straße liegen zu lassen?
    Johanna Rubinroth ist 1983 als Schulkind von Polen nach West-Berlin emigriert, wo sie ihr Abitur absolvierte. Sie schloss die Drehbuchakademie der DFFB ab. Rubinroth lebt und arbeitet als Autorin in Berlin. Zu ihren jüngsten Werken gehören: „BLIND DATE IN DELHI“, „Mein eigensinniges Gehirn“ und „Das Patent“.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus dem Mariendom in Hildesheim
    Zelebrant: Weihbischof em. Heinz-Günter Bongartz
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Johann Wadephul, Bundesaußenminister, CDU

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Ferien ohne Geld - Wenn Urlaub nicht drin ist

    Zürich: Schwimmbad von Max Frisch

    Zu Besuch bei den Hipbillies

    Pendeln durch Mumbai

    Island abseits der Touristenströme

    Am Mikrofon: Jasmin Kröger

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Medizinethikerin Alena Buyx im  Gespräch mit Christiane Florin

    Für die Ärztin sind Gesundheit und Krankheit mehr als medizinische Diagnosen. Die frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrats stellt existenzielle gesellschaftliche Fragen, zum Beispiel, was unser Umgang mit dem Tod übers Leben aussagt.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Oliver Sacks: „Briefe“
    Herausgegeben von Kate Edgar
    Aus dem Englischen von Hainer Kober
    (Rowohlt)
    Ein Beitrag von Oliver Jungen

    Am Mikrofon: Carsten Hueck

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    Kompetenzverlust durch KI - Macht Künstliche Intelligenz uns alle dümmer?
    Von Maximilian Brose, Friederike Walch-Nasseri, Ralf Krauter, Moritz Metz und Carina Schroeder

    KI nimmt uns immer öfter das Denken ab. Schüler machen damit ihre Hausaufgaben, Studenten lassen sich Texte zusammenfassen, Erwachsene nutzen sie als Alleserklärer. Experten fürchten: Unsere kognitiven Fähigkeiten könnten darunter leiden. Macht Künstliche Intelligenz uns also dümmer? Darüber diskutieren Maximilian Brose, Friederike Walch-Nasseri, Ralf Krauter, Moritz Metz und Carina Schroeder in der Jubiläumsfolge zum zweiten Geburtstag.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Gegentrends - Was die Forschung zu Backlashs und Retro-Kults sagt.
    Tristan Horx, Mitgründer des "Future:Project", im Gespräch mit Kolja Unger

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Confluences (Zusammenflüsse) - Sommer-Ausstellung zum Thema Wasser in der Fondation Francois Schneider im elsässischen Wattwiller

    "Conductus" - Navajo-Künstler Raven Chacon verbindet Bildhauerei und Komposition in Hannover

    Gesprächsreihe "Vorwärts oder rückwärts - Wohin bewegen wir uns?"
    Architektur der Zukunft - Lehmbau statt HighTech?
    Die Architektin Anna Scheuermann im Gespräch

    Das Buchheim Museum in Bayern zeigt Max Pechstein

    Am Mikrofon: Jörg Biesler

  • 18:40 Uhr

    Gästeboom, Erdbeben, Hitze - Griechenlands Tourismus stellt sich neu auf

  • 19:10 Uhr

    Radsport - Tour de France Femmes: 9. Etappe Praz-sur-Arly - Châtel

    Schwimmen - WM in Singapur: Schlusstag und Bilanz

    Beachvolleyball - Europameisterschaft in Düsseldorf

    Fußball - 2. Liga, 1. Spieltag:
    1. FC Magdeburg - Eintracht Braunschweig
    Hannover 96 - 1. FC Kaiserslautern
    SpVgg Greuther Fürth - SG Dynamo Dresden

    Nachhaltigkeit - Kann ein Fußballer ein glaubwürdiger Klimaschützer sein?

    Fußball - 1 Jahr "Nur der Kapitän redet mit dem Schiri-Regel"

    Die Finals - 4. Wettkampftag

    Sportrecht - Was bedeutet das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für den CAS?

    Denkfabrik - Mariam Mpaata: der Traum von einer Sportuniversität in Ostafrika

    Am Mikrofon: Maximilian Rieger

  • 20:05 Uhr

    Erzählen, um weiter zu leben
    Ein Klangarchiv in Kolumbien
    Von Étienne Roeder
    Regie: der Autor
    Mit: Justine Hauer, Jean Paul Baeck, Cennet Voß, Stefan Naas, Andreas Laurenz Maier und dem Autor
    Ton: Michael Morawietz und Oliver Dannert
    Deutschlandfunk Kultur 2025
    Länge: 54'40
    (Wdh. v. 02.08.2025, 18.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur)

    Santa Marta, die älteste Stadt Südamerikas, wird am 29. Juli 500 Jahre alt. Das Jubiläum wird groß gefeiert - aber Aktivist:innen des anthropologischen Geschichtenarchivs „Oraloteca“ finden, dass wichtige Teile der Geschichte nicht erzählt werden.

    Vor 500 Jahren, am 29. Juli 1525, wurde Santa Marta in Klombien gegründet, die älteste Stadt Südamerikas. Gibt es Südamerika also seit 500 Jahren und wurde es durch den Gründungsakt eines spanischen Conquistador ins Leben gerufen? Eine Marketingkampagne will das Ereignis als friedliche Verschmelzung der Kulturen feiern. Die Oraloteca, ein an der Universität Santa Marta angesiedeltes Oral-History-Archiv, hat da andere Geschichten zu erzählen. Bei Radioworkshops an Schulen, Veranstaltungen zur Gewaltgeschichte des Landes oder unterwegs bei der bäuerlichen Bevölkerung in den Bergen kommen Stimmen zutage, die zu wenig gehört werden. Und immer geht es darum, mit dem Erzählen das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen.

    Mit Musik von Julian Conrado, Miguel Hernández an der Gitarre und Andrés Hernandez sowie Gustavo Lindarte mit der Gaita, Außerdem Gesang von La Morena del Chicamocha, Petrona Martínez, Totó La Momposina, Golpe Malibú, sowie Kompositionen von René Aubry, Henning Fuchs und Boztown.
    Mit Erzählungen von Diego Armando Soledad Sánchez sowie Poesie von Doña Paula und Angélica Hoyoz Guzmán.
    Herzlichen Dank allen Beteiligten an diesem Projekt, die mit ihrer Zeit, ihrem Dolmetschen und Übersetzen sowie ihrer Unterstützung dazu beigetragen haben, dass es gelingen konnte. Ganz besonders Lioba Anna Keuck und Bernardo Sánchez Lapuente sowie den Mitgliedern der Oraloteca in Santa Marta, Kolumbien.

    Dieses Radiofeature ist Teil einer Zusammenarbeit mit der Oraloteca in Santa Marta. In diesem Rahmen entstand auch das Geschwisterfeature zu „Erzählen, um weiter zu leben“:

    Cimarrones de Playa
    Von Eliana Tonzel Mozo, Diego Soledad Sánchez, Luis Fontalvo Ramos und Laura Chavez Herrera.
    In kolumbianischem Spanisch mit deutschen Untertiteln hier zu hören: oraloteca.co/proximo-lanzamiento-cimarrones-de-playa/

    Étienne Roeder, geboren 1983 in Berlin, studierte Kulturanthropologie, Lateinamerikanistik und Portugiesisch. Der Autor von Reportagen und Radiofeatures lebte zeitweilig in Portugal und Kolumbien. 2018 gewann er den Åke-Blomström-Preis. Letzte Features: „Die Maskenmacher“ (Deutschlandfunk Kultur 2020), „Exit Exil - Fünf Frauenleben in L.A.“ (Deutschlandfunk 2022) und ein Kurzfeature über den Mauersegler (Deutschlandfunk Kultur 2024).

  • 21:05 Uhr

    Händelfestspiele Halle 2025

    Reinhard Keiser
    „Die römische Unruhe oder die Edelmütige Octavia“ (Ausschnitte)

    Johanna Kaldewei, Sopran - Octavia
    Tomáš Král, Bass - Nero
    Gwilym Bowen, Tenor - Piso
    Magnus Piontek, Bass - Seneca
    lautten compagney BERLIN
    Leitung: Wolfgang Katschner

    Aufnahme vom 8.6.2025 aus dem Goethe-Theater Bad Lauchstädt

    Am Mikrofon: Volker Michael

    Er ist einer der berühmtesten Tyrannen: Dass Kaiser Nero seine Frau Octavia zwingen wollte, sich selbst zu töten, damit er eine Andere heiraten konnte, ist nur eine von vielen Schauergeschichten über ihn, aber eine sehr Opern-wirksame. Reinhard Keiser hat mit seiner „Octavia“ für die Hamburger Oper am Gänsemarkt ein perfektes Barock-Drama geschaffen. Bei den Hallenser Händel-Festspielen wurde es jetzt aufgeführt, um dem Publikum eine Vergleichsmöglichkeit zu geben - denn auch Georg Friedrich Händel hat den Nero-Stoff vertont. Händel soll sich später mehrfach an Keisers Musik für andere Opern bedient haben, so für die „Agrippina“ - auch eine Nero-Oper. Keisers „Octavia“ ist ein ideenreiches und fantasievolles Stück. Berühmt ist vor allem die Arie der Titelheldin „Geloso sospetto“, die von fünf (!) Fagotten begleitet wird.

  • 23:30 Uhr

    Felix Brych, Rekord-Schiedsrichter nach Karriereende und vor seinen neuen Aufgaben beim DFB,

    im Gespräch mit Matthias Friebe