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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 18.01.2026

  • 00:05 Uhr

    Im Bann der Wildnis
    Eine Lange Nacht über Jack London
    Von Christian Blees
    Regie: Klaus. M. Klingsporn
    (Wdh.v. 26./27.11.2016)

    „Ich kann Hungern nicht vertragen“, soll Jack London (1876-1916) einmal gesagt haben. Dem aus ärmlichen Verhältnissen stammenden, später weltberühmten Autor („Der Seewolf“) blieb daher zunächst nichts anderes übrig, als sich bereits in jungen Jahren in allen möglichen Berufen zu verdingen - unter anderem als Zeitungsjunge, Arbeiter in einer Konservenfabrik oder Matrose auf einem Robbenfänger. Diverse Versuche, parallel dazu eine Karriere als Autor zu starten, scheiterten zunächst eher kläglich. Erst 1903 gelang London mit „Der Ruf der Wildnis“ der Durchbruch als Schriftsteller. Dieser und nachfolgende Romane ermöglichten es ihm zwar unter anderem, auf einer eigenen Yacht ausgedehnte Seereisen zu unternehmen. Dennoch hatte London aufgrund diverser geschäftlicher Fehlentscheidungen bis zum Ende seines Lebens immer wieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Aus Anlass seines 150. Geburtstages am 12. Januar erinnert die „Lange Nacht" an einen Autor, in dessen Werk Ideen von sozialistischer Gemeinschaft und von individuellem Heldentum eine besondere, für die Zeit gar nicht so untypische Verbindung eingehen.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    30 Jahre Aleph-Gitarrenquartett

    Yangkai Lin
    Capriccio

    Arturo Fuentes
    Cosmic Space

    Erika Vega
    La polca de los osos

    Irene Galindo Quero
    oh mercy, take me to the old rosemary mine

    Aleph Gitarrenquartett

    Aufnahme vom 12.10.2023 im Wolfgang Rihm Forum in Karlsruhe

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Alle Menschen werden Schwestern

    Marina Baranova
    "Alle Menschen werden Schwestern" für Violoncello und Klavier

    Nadia Boulanger
    3 Stücke für Violoncello und Klavier

    Lili Boulanger
    3 Stücke für Klavier

    Anouchka Hack, Violoncello
    Katharina Hack, Klavier

  • 06:05 Uhr

    Grüne Woche: Bauernverband will das Rad der Zeit zurückdrehen
    Von Jule Reimer

  • 06:10 Uhr

    Christoph Strauß
    Expectans expectavi Dominum
    Concerto Palatino

    Christoph Wolfgang Druckenmüller
    Konzert für Orgel solo A-Dur
    Manuel Tomadin, Arp Schnitger-Orgel, Zwolle

    Johann Sebastian Bach
    "Meine Seufzer, meine Tränen". Kantate für Soli, 2 Blockflöten, Oboe da caccia, 2 Violinen, Viola und Basso continuo am 2. Sonntag nach Epiphanias, BWV 13
    Alia Mens
    Leitung: Olivier Spilmont

    Arvo Pärt
    Missa syllabica
    Ellen Hargis, Sopran
    Suzanne Elder, Alt
    Neal Rogers, Tenor
    Paul Hillier, Bariton
    Kronos Quartet

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    "Dhurandhar" - Kontroverse um Bollywood-Thriller

    Klimawandel und Rohstoffrennen - Wem gehört die Natur? Ein Interview mit dem Philosophen Tilo Wesche

    Denken und Schreiben - Über den Verlust der Handschrift in digitalen Zeiten ein Interview mit der Autorin Maria-Anna Schulze Brüning

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Schwindende Mitte und Brandmauer - Zum Landtagswahljahr 2026 ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Thomas Biebricher

    Denk ich an Deutschland: die Musikerin Dota Kehr

    Am Mikrofon: Adalbert Siniawski

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Auf der Suche nach der Schokoladenseite.
    Vom Sehen und vom Erkennen
    Von Arnim Töpel
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 70 Jahren: Gründung der Nationalen Volksarmee in der DDR

  • 09:10 Uhr

    Alte Musik

    Georg Friedrich Händel
    „Teares are my Daily Food“
    Chandos Anthems Nr. 6 und Nr. 10
    Musica Gloria
    Leitung: Nele Vertommen und Beniamino Paganini
    Et’cetera

  • 09:30 Uhr

    Der Kanon ist tot! Es lebe der Kanon!
    Von Peter Pohl

    Machtinstrument oder Maßstab für Qualität? - Der literarische Kanon bleibt umstritten. Dennoch ist die Debatte um Kanones unverzichtbar - als Spiegel gesellschaftlicher Werte, Werkzeug ästhetischer Kritik und Motor lebendiger Literaturvermittlung.

    Vielen gilt der literarische Kanon als überholt, als Manual der kulturellen Deutungshoheit der Gebildeten, als Instrument gesellschaftlicher Exklusion. Doch seine Abschaffung würde das Denken über Literatur um ein zentrales Reflexionsfeld bringen. Denn Kanones entstehen nicht nur durch ästhetische Urteile, sondern durch soziale Praktiken, Institutionen und historische Konstellationen - und sie bleiben darum veränderlich.
    Gerade diese Wandelbarkeit macht sie produktiv: Sie zeigen, wie Werte, Normen und Geschmacksurteile entstehen, wie sie sich verfestigen und wieder auflösen. In aktuellen Debatten - ob um Diversität, Schulcurricula oder neurechte Lesepolitiken - erweist sich der Kanon als Brennglas kulturpolitischer Konflikte.
    Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, die seine Mechanismen untersucht, anstatt ihn abzuschaffen, kann kritisches Urteilsvermögen schärfen und historische Sensibilität fördern. Das „Kanonproblem“ ist damit keine Schwäche, sondern auch Voraussetzung lebendiger Literaturwissenschaft.

    Peter Pohl ist Literaturwissenschaftler und arbeitet als Senior Scientist an der Universität Innsbruck. Nach dem Studium der Germanistik und Kulturwissenschaft wurde er mit einer Arbeit zu Robert Musil an der Universität Bremen promoviert. Seine Habilitationsschrift Kreativitäts-Szenen. Der Bildungsroman und die Geschichte freier Zeiten ist 2025 bei Brill erschienen und open access erhältlich. Die Studie entfaltet das Potenzial kanonisierter Bildungsromane des 18. und 19. Jahrhunderts zur kritischen Reflexion der gegenwärtigen Kreativökonomie.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Stadtkirche St. Marien in Lügde
    Zelebrant: Pfarrer Stefan Schiller
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, CDU

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Oulu - Europäische Kulturhauptstadt 2026

    Was passiert eigentlich in der Fennistik?

    Mit Hingabe und Leidenschaft - Die Finnen und ihre Saunen

    Strahlende Tochter der Ostsee - Gründung der Stadt Helsinki

    Am Mikrofon: Jasmin Kröger

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der frühere Grünen-Politiker Lukas Beckmann im Gespräch mit Marietta Schwarz

    Lukas Beckmann hat die Grünen mitgegründet, arbeitete unter anderem eng mit Joseph Beuys zusammen und war Sprecher der Partei. Heute berät er Stiftungen und Vereine und blickt auch schon mal mit Befremden auf die politische Kultur - auch seiner Partei. Wir müssen nicht nur fordern, sagt er, sondern erstmal die Wirklichkeit beschreiben, wie sie ist.

  • 15:05 Uhr

    Der Leisetreter
    Editors-Frontmann Tom Smith auf Solo-Pfaden
    Von Marcel Anders

    Vom Indie-Rocker zum Singer-Songwriter: melancholisches Debüt des 44-jährigen Briten für lange Winternächte.

    Die letzten Alben der britischen Indie Rock-Band Editors flirteten mit harscher Electronica. Jetzt präsentiert sich Frontmann Tom Smith als klassischer Singer-Songwriter, als Gegenpol zur musikalischen Ausrichtung seiner Band - auch inhaltlich. Dabei setzt der 44-Jährige auf ruhige Akustik-Töne, die er mit Gitarre und Klavier, Trompete oder Streichern anschlägt. Die zehn Stücke seines Solo-Debüts „There is nothing in the dark that isn´t there in the light“ drehen sich um erste Liebe, frühe Tour-Impressionen und die Geburten seiner beiden Söhne. Der Musiker aus der Nähe von Birmingham lässt hier die letzten Jahre Revue passieren und konstatiert mit Melancholie und unterschwelligem Bedauern, dass sich das Erlebte nie wiederholen wird. Sanftes und Leises mit Tiefgang - perfekt für lange Winternächte.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Zum Abschluss der fünfbändigen Edgar Allen Poe-Ausgabe

    Edgar Allan Poe:
    „Unheimliche Geschichten“
    „Neue unheimliche Geschichten“
    „Arthur Gordon Pyms Abenteuer“
    „Heureka & der Rabe“
    „Groteske und ernste Geschichten“
    Herausgegeben von Charles Baudelaire
    Aus dem amerikanischen Englisch neu übersetzt von Andreas Nohl
    (dtv)
    Ein Beitrag von Maximilian Mengeringhaus

    Am Mikrofon: Jan Drees

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    25 Jahre Wikipedia - Wie Künstliche Intelligenz die Online-Enzyklopädie bedroht
    Von Moritz Metz und Maximilian Brose

    Wikipedia gibt es seit einem Vierteljahrhundert. Das Online-Lexikon ist eine der Erfolgsgeschichten des Internets. Doch der KI-Boom macht dem Nachschlagewerk Probleme. Gefährden sinkende Besucherzahlen die Existenz von Wikipedia? Was KI-Chatbots und KI-generierte Zusammenfassungen für die Online-Enzyklopädie bedeuten, haben sich Maximilian Brose und Moritz Metz angeschaut.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente
    Frieden schaffen mit Waffen? Der evangelische Militärbischof für die Bundeswehr, Bernhard Felmberg, zur neuen Friedensdenkschrift der evangelischen Kirche und zur Frage legitimer Gewaltanwendung, im Gespräch mit Nils Schniederjann

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    Konflikte lösen - Kongress in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

    "3 Schwestern" - Buchpreis-Trägerin Barbi Markoviæs Stück am Schauspiel Zürich

    Kino mit Tiefgang: Europäischer Filmpreis wurde verliehen

    Komplexe Lage: Proteste aus der Kultur zum Vorgehen im Iran, die Produzentin und Kuratorin Afsun Moshiry im Gespräch

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    Kinderwunsch - Geschlecht auf Bestellung in Nordzypern

  • 20:05 Uhr

    Unsere Asche wird weiter brennen
    Lübeck und der tödlichste Brandanschlag der 1990er-Jahre
    Von Steffi Wassermann und Erika Harzer
    Regie: Beatrix Ackers
    Mit: Monika Oschek
    Ton und Technik: Michael Kube
    Dramaturgie: Katrin Moll und Julia Illmer
    Deutschlandfunk Kultur, 2025
    Länge: 54'32

    Am 18. Januar 1996 starben sieben Kinder und drei Erwachsene bei einem Brandanschlag auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Lübeck. Für die Tat wurde nie jemand verurteilt. Was bedeutet das 30 Jahre später für die Betroffenen und für die Stadt?

    Marie und Ray haben überlebt. Doch sie können die schrecklichen Bilder des Brandanschlags auf ihre Unterkunft für Geflüchtete nicht vergessen. Der 18. Januar 1996 hat ihr Leben für immer verändert. Und auch das von Adam, der damals seinen Onkel verlor. Bis heute ist unklar, wer für die Tat verantwortlich ist. Den Indizien, die auf einen rechten Anschlag hinweisen, wurde kaum nachgegangen. Die Stadt kümmert sich wenig um das Gedenken an die Opfer des zehnfachen Mords. Wie kann es sein, dass der tödlichste Anschlag der 1990er-Jahre in Vergessenheit zu geraten droht? Warum wäre die Aufklärung dieses Falls auch angesichts steigender Zahlen rechter Gewalt wichtig? Und gibt es überhaupt noch eine Chance auf Gerechtigkeit?

    Steffi Wassermann arbeitet im Menschenrechtsbereich und als freie Autorin mit einem Fokus auf Radio und Podcast. Zu ihren Themenschwerpunkten gehören Dekolonisierung, Aktivismus und Antirassismus.

    Erika Harzer, Ausbildung zur Diplom-Sozialpädagogin. Autorin und Regisseurin zahlreicher Radiofeatures, Dokumentarfilme und Printreportagen. Ihr Feature „Wenn Kinder nur noch weg wollen“ (BR/Dlf/WDR 2015) wurde mit dem Peter Scholl-Latour Preis 2016 und dem Medienpreis 2016 der Kindernothilfe ausgezeichnet.

  • 21:05 Uhr

    Kammermusikfest Spannungen 2025

    Leoš Janáček
    Concertino für Klavier, 2 Violinen, Viola, Klarinette, Horn und Fagott

    Donghoon Shin
    "Winter Sonata" für Violine und Klavier (UA)

    Iannis Xenakis
    "Kottos" für Violoncello solo

    Ludwig van Beethoven
    Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello a-Moll, op. 132

    Leif Ove Andsnes, Klavier
    Zoltán Fejérvári, Klavier
    Sharon Kam, Klarinette
    Pablo Neva Collazo, Horn
    Rie Koyama, Fagott
    Antje Weithaas, Violine
    Christian Tetzlaff, Violine
    Gustav Rivinius, Violoncello
    u.a.

    Aufnahme vom 20.6.2025 aus dem Kraftwerk Heimbach

    Am Mikrofon: Sylvia Systermans

    Ein Igel, der vergeblich in seinen Bau gelangen will, ein Eichhörnchen, das in einem Käfig um sich selbst kreist: In seinem Concertino erinnert Leoš Janáček an frühe Begegnungen mit Tieren. Der diesjährige Composer in residence von Spannungen, Donghoon Shin, schrieb seine Winter-Sonate in der dunklen Jahreszeit. Aber auch die bedrohliche Weltlage spiegelt sich im Auftragswerk für Violine und Klavier des koreanischen Komponisten. Heroische Gesten und die Tonart c-Moll huldigen seinem Vorbild Beethoven. Die tröstende Botschaft im apotheotischen Finale: Bedrohung und Schmerz können bewältigt werden. Iannis Xenakis verarbeitete in „Kottos“ erlebten Kriegsschrecken, etwa wenn das Violoncello mit manischen Glissandi Tiefflieger und Bombenhagel hörbar macht. Von Trost und Dankbarkeit handelt schließlich das späte Streichquartett a-Moll op.132 von Ludwig van Beethoven.

  • 23:05 Uhr