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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 28.06.2026

  • 00:05 Uhr

    Soziale Utopie und Klangmagie
    Eine Lange Nacht über Hans Werner Henze
    Von Egbert Hiller
    Regie: Burkhard Reinartz

    Hans Werner Henze (1926-2012) war Träumer und Realist zugleich. Soziale Utopien, der Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, waren für ihn untrennbar mit seiner schöpferischen Arbeit verbunden. Als streitbarer Künstler geriet er in die Wirren der Politik. Und doch suchte er stets die Harmonie, die Freundschaft, die vertrauensvolle Kooperation mit Gleichgesinnten. Er war einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, aber auch Gründer und Inspirator bahnbrechender künstlerischer und pädagogischer Projekte und Initiativen. Dazu zählen vor allem der „Cantiere internazionale d’arte“ in dem Toskana-Städtchen Montepulciano und die Münchner Biennale für neues Musiktheater. Die drei Stunden der Langen Nacht beleuchten Hans Werner Henzes Leben von seiner Jugend bis zu seinem Tod im Oktober 2012. Auch anhand von Selbstzeugnissen, Briefen, Kommentaren und Zitaten passieren Stationen seines Lebens und Schaffens Revue - vor dem Hintergrund bewegter und bewegender Zeiten vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis ins 21. Jahrhundert. Schwerpunkte der Betrachtung liegen auf herausragenden und umstrittenen Werken wie den „Nachtstücken und Arien“ auf Worte von Henzes langjähriger Vertrauter Ingeborg Bachmann, dem Rezital „El Cimarrón“, das die Sklaverei thematisiert, oder dem politischen Oratorium „Das Floß der Medusa“. Zu Wort kommen u.a. die italienische Musikwissenschaftlerin Elena Minetti, der Dirigent Markus Stenz, der Gitarrist Wilhelm Bruck und - natürlich - Hans Werner Henze selbst.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Kammermusikfest Spannungen 2025

    Wolfgang Amadeus Mozart
    Quintett für Horn, Violine, 2 Violen und Violoncello Es-Dur, KV 407

    Pablo Neva Collazo, Horn
    Hyeyoon Park, Violine
    Jan Larsen, Viola
    Rachel Roberts, Viola
    Krzysztof Michalski, Violoncello

    Konzertmitschnitt vom 16.06.2025, Heimbach, Kraftwerk

    03:05 Uhr   Heimwerk

    "Bach vs. Scheibe"

    Johann Sebastian Bach
    1. Satz: Jauchzet Gott in allen Landen. Arie
    aus: Kantate, BWV 51

    Johann Adolf Scheibe
    5. Satz: Edle Unschuld, gib die Gründe. Arie
    aus: Wer sich rühmen will. Kantate

    Marie-Sophie Pollak, Sopran
    Concerto Köln
    Max Volbers, Leitung

  • 06:05 Uhr

    Ukraine-Support: Wie belastet ist das Verhältnis mit Polen?
    Von Peter Sawicki

  • 06:10 Uhr

    Johann Sebastian Bach
    „Ein ungefärbt Gemüte“. Kantate am 4. Sonntag nach Trinitatis, BWV 24
    Alex Potter, Countertenor
    Benedikt Kristjánsson, Tenor
    Matthias Winckhler, Bass
    Gaechinger Cantorey
    Leitung: Hans-Christoph Rademann

    Marcel Dupré
    Präludium und Fuge für Orgel H-Dur, op. 7,1
    Daniel Roth an der Cavaillé-Coll-Orgel der Kirche Saint-Sulpice in Paris

    Felix Mendelssohn Bartholdy
    „Wie der Hirsch schreit nach frischen Wasser“. Psalm 42, op. 42
    Christina Landshamer, Sopran
    RIAS Kammerchor
    Kammerakademie Potsdam
    Leitung: Justin Doyle

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Zum dritten Todestag - Eröffnung des Martin-Walser-Parks am Bodensee

    Länger arbeiten, ärmer altern? Zu Rentenreform und Altersarmut ein Interview mit der Ökonomin Marlene Haupt

    Vom Schwitzbad zur Wellnessoase - Zu Badekultur und Gesellschaft ein Interview mit dem Architekten Ulrich Kraus

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Nach Gewaltstudie - Was Schulen gegen Gewalt tun können. Ein Interview mit dem Psychologen Andreas Beelmann

    Denk ich an Deutschland: die Publizistin Sibel Schick

    Am Mikrofon: Christoph Reimann

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Jazz & Spirit.
    Und wenn dein Name, Gott, Freiheit wäre?
    Von Pastor Matthias Lemme
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 125 Jahren: Alfred Müller-Armack geboren, Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft

  • 09:30 Uhr

    Zwischen Monogramm und Moderne - Von der bürgerlichen Aussteuer zur autonomen Kunst
    Von Hilka Dirks

    Leibwäsche, Nachtwäsche, Bettwäsche, Tischwäsche: Mehr als 700 Stücke konnte eine bürgerliche Aussteuer um 1900 umfassen. Hier wird die Geschichte bürgerlichen Wohnens, der Emanzipation von Frauen, aber auch die Entwicklung der Textilkunst kenntlich.
    „Der Frauen edelster Beruf / Zu dem sie Gott der Herr erschuf / Ist in dem Hause still zu walten / Und Fleiss und Ordnung zu erhalten“ - Dieser Sinnspruch findet sich auf vielen Aussteuerschränken des 18. und 19. Jahrhunderts. Wie kaum etwas anderes repräsentiert die Aussteuer die bürgerliche Ordnung und die Form einer Disziplinargesellschaft.
    Aus der Ordnung der für die Aussteuer typischen Weißwäsche tritt das Überhandtuch hervor: ein Stück Stoff, das meist vor Küchenschrank oder Regal hing und verdeckte, was dahinter lag. Gleichzeitig zeigte es in Form gestickter Sinnsprüche, was gelten sollte. In dieser doppelten Bewegung machte es die Haus- und Handarbeit von Frauen unsichtbar und eröffnete zugleich einen der wenigen Bereiche innerhalb der Aussteuer, in dem ein begrenzter Gestaltungsspielraum lag.
    „Stickerei ist eine Kunst und darf beansprucht werden“, schreibt die Künstlerin Hannah Höch 1918. Der Satz entstammt einem knappen, pamphletartigen Text, erschienen in einer klar an Frauen adressierten Handarbeitszeitschrift. Höchs Verortung der Stickerei im Bereich der Kunst ist unmissverständlich: Sie „steht im engsten Zusammenhang mit der Malerei“. Diese Feststellung war und ist nicht selbstverständlich - weder zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch heute. Das gilt ebenso für die lange kultur- und kunsthistorische Einordnung der Stickerei, deren Produkte bis heute selten der freien Kunst zugerechnet werden, sondern dem Feld des reproduktiven Kunsthandwerks, meist als historische Artefakte ohne benannte Autor:innenschaft.
    Hilka Dirks, geboren 1991, arbeitet in und zwischen den Bereichen Text, Grafik, Kunst und Internet. Schockierend neugierig, wenn auch mäßig entfremdet, wuchs sie in Berlin-Steglitz auf, hörte Punk, klaute gelegentlich billige Lippenstifte bei Karstadt - und dachte irgendwie die ganze Zeit über Kunst nach. Heute forscht sie über Stickschrift auf textiler Aussteuer an der Universität der Künste in Berlin, schreibt und gestaltet mehr oder weniger regelmäßig für verschiedene Formate u.a. Der Tagesspiegel, Monopol, taz - Die Tageszeitung, der Freitag, Cee Cee Berlin, DUMMY, FAZ Quarterly sowie diverse Künstler:innen und kommerzielle Projekte und zeigt ab und zu Video-Kunst im Karton, einem alten Container.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Pfarrkirche Heilig Sakrament in Dillingen
    Zelebrant: Dekan Olaf Harig
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung; Bundesministerin a.D.

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

  • 13:05 Uhr
    13:20 Uhr   WM Magazin

    FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die NBA-Spieler-Mutter Beate Wagner im Gespräch mit Maja Ellmenreich

    Die „Wagner Brothers“ aus Berlin sind Superstars im US-Basketball. Ihr Erfolg hat auch das Leben ihrer Mutter geprägt: Doch Beate Wagner ist nicht nur „NBA Mum“. Als Medizinjournalistin hat sie jüngst ein Buch über „Die weibliche Angst“ geschrieben.

  • 15:05 Uhr

    Progressive Prosa aus Plauen
    Die Band Polis
    Von Tim Schauen

    Rockmusik mit deutschen Texten, die sich im Hirn verhaken: Seit Mai 2026 ist das vierte Polis-Album „Pilger“ auf Wanderschaft.

    2010 wurde die Band Polis in Plauen gegründet, und schon ihr Debüt-Album „Eins“ verblüfft: schwer progressiver Sound von analogem Synthesizer und Hammond-Orgel, griffige Rockriffs, lange Gitarrensoli, auch mal ungerade Rhythmen, zupackend oder verspielt. Darüber deutsche Texte, deren Inhalt so tief sein kann wie die Musik darunter: poetisch, grüblerisch, zärtlich, sperrig. Grob also zwischen spätromantischer Melancholie und 1970er-Prog-Rock Sturm und Drang. Daran hat sich auch mit „Sein“ im Jahr 2014 nichts geändert, nur steht hier das Klavier mehr im Mittelpunkt. Der Sound wird noch feiner geschliffen, sodass „Weltklang“ (2020) auch auf Weltniveau klingt. Ab Ende Mai 2026 ist das vierte Album „Pilger“ auf Wanderschaft - auf dem Weg durch die Ohren in die Herzen, verhakt sich dabei angenehm im Hirn. Eine spannende Band mit (ost-)deutschem Geschichts-Bewusstsein: Polis!

  • 16:10 Uhr

    Ein Gespräch mit den Bachmannpreis- und Deutschlandfunk-Preisträger*innen
    Von den Tagen der Deutschsprachigen Literatur aus Klagenfurt

    Am Mikrofon: Jan Drees

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    Führerschein für KI - Warum KI-Kompetenz mehr braucht als ein Zertifikat
    Von Friederike Walch und Carina Schroeder

    KI sortiert Postfächer, sichert Wissen und überwacht Prozesse. Die Technologie ist längst in Unternehmen angekommen - doch oft fehlt es an Know-how. Der KI-Führerschein soll Beschäftigte fit machen und zeigt, wo Schulungen an Grenzen stoßen. Carina und Fedi sprechen darüber, warum ein Zertifikat nur der Anfang ist.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Softpower oder Propaganda - Wie Hollywood und Washington zusammenarbeiten. Robin Curtis, Medienkulturwissenschaftlerin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Nordamerika-Expertin, im Gespräch mit Kolja Unger.

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Doppeltes Jubiläumsjahr - Rückblick auf den 50. Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt

    Wieviel Theorie steckt in der Kunst? Tagung des documenta-Instituts in Kassel

    Pina Bausch und die Wissenschaft - Tagung an der Universität Wuppertal.
    Matei Chihaia, Romanist und Initiator, im Gespräch

    Zum dritten Todestag - Eröffnung des Martin-Walser-Parks am Bodensee

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr   WM aktuell

    FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™

  • 18:40 Uhr

    Weltbevölkerung - Zwischen Wachstum und Überalterung(WH)

  • 20:05 Uhr

    How’ s your walk with the Lord?
    Von Janko Hanushevsky und Nathan Bontrager
    Regie: Janko Hanushevsky
    Mit: Anna Panknin und den Autoren
    Ton: Eva Pöpplein und Oliver Dannert
    Deutschlandfunk 2026
    (Wdh. v. 27.06.2026, Deutschlandfunk Kultur, 18.05 Uhr)

    Nathan wächst als Mennonit in den USA auf. Vom praktizierten Glauben hat sich der heute in Köln lebende Musiker gelöst. Doch was ihn damals bewegt hat, ist nicht verschwunden. Ein Feature über Transformation - von Menschen und religiösen Gefühlen.

    ‚Es kommt mir weird vor, was ich damals geglaubt habe‘, sagt Nathan über seine Jugend als Mennonit. ‚Und zugleich reagiert mein Körper noch immer darauf, wenn ich die Lieder und Gebete von damals höre.‘ Ist mit dem institutionalisierten Glauben auch ein Teil der eigenen Identität verschwunden? Für Nathan bringt das Musizieren manche Antworten ohne Worte. Doch am aufschlussreichsten sind Begegnungen: sich mit Freunden an bewegte Jugendzeiten erinnern - gemeinsam Abschied nehmen von Dogmen und Gewissheiten - einen Reisesegen empfangen, der Verbindungen schafft über Glaubensgrenzen hinweg.

    Janko Hanushevsky, Radioautor, Musiker und Klangkünstler. Seine Features und Hörspiele wurden vielfach ausgezeichnet, im finnischen, irischen, kroatischen, rumänischen, österreichischen und Schweizer Rundfunk und in allen ARD-Anstalten ausgestrahlt. Uraufführungen u.a. in der Elbphilharmonie, im Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Deutsche Oper am Rhein. Klanginstallationen u.a. in der Alten Pinakothek München und im Humboldt Forum Berlin.

    Nathan Bontrager, ursprünglich aus den USA, ist ein in Köln lebender Musiker, der in verschiedenen Musikrichtungen zuhause ist. Als studierter Cellist und Gambist ist er auf zahlreichen Bühnen mit Alter bis Neuer Musik zu finden; als Autodidakt tritt er unter anderem als Banjospieler und Sänger in Folk-Clubs auf. Nathan Bontrager ist Gründungsmitglied des Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld.

  • 21:05 Uhr

    Kammermusikfest Spannungen 2026

    Johann Sebastian Bach
    Ricercar a 6 voci
    aus: Musikalisches Opfer, BWV 1079

    Anton Webern
    Drei kleine Stücke für Violoncello und Klavier, op.11

    Robert Schumann
    Sechs Studien in Kanonischer Form für den Pedalflügel, op.11
    Bearbeitet für Klavier, Violine und Violoncello von Theodor Kirchner

    Anton Webern
    Vier Stücke für Violine und Klavier, op.7

    Robert Schumann
    Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello Es-Dur, op.47

    Kiveli Dörken, Klavier
    Alexander Lonquich, Klavier
    Florian Donderer, Violine
    Christian Tetzlaff, Violine
    Antje Weithaas, Violine
    Barbara Buntrock, Viola
    Jan Larsen, Viola
    Marie-Elisabeth Hecker, Violoncello
    Gustav Rivinius, Violoncello

    Aufnahme vom 14.6.2026 aus dem Kraftwerk in Heimbach

    Am Mikrofon: Sylvia Systermans

    Ewig und irdisch klingt in diesem Jahr das Kammermusikfest Spannungen.

    Das Heilige und das Profane - um dieses Motto kreist das diesjährige Kammermusikfest Spannungen. Beides wird hörbar im Eröffnungskonzert. Etwa in der berühmten sechsstimmigen Fuge aus Bachs Sammlung „Musikalisches Opfer“. In der kontrapunktischen Kunst des Kanons fallen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen. Extrem kurz, differenziert und ausdrucksstark sind die Miniaturen für Cello bzw. Geige und Klavier von Anton Webern. Wenige Takte bergen eine ganze Welt. Robert Schumann schrieb „Studien in Kanonischer Form“. Statt mit Pedalflügel werden sie in Heimbach gespielt von einem Klaviertrio. Sein einziges Klavierquartett komponierte Schumann in seinem sogenannten „Kammermusikjahr“ 1842. Vier irdisch schöne Sätze mit einem strengen Fugato am Schluss, das sich ins Freie singt.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr

    FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™