• Mo
    Di
    Mi
    Do
    Fr
    Sa
    So

Programm: Vor- und RückschauMontag, 01.05.2023

  • 00:05 Uhr

    Irrungen, Wirrungen - oder schlicht unverstanden?
    Seltsame Alben großer Rockbands
    Am Mikrofon: Fabian Elsäßer

    Das zweite Album einer Band sei immer das schwerste, sagt man, zumindest, wenn das Debüt ein Erfolg war. Noch schwerer wird es offenbar, wenn eine Band mit Weltgeltung das Niveau halten muss oder etwas Neues probieren will. Van Halen ging das so mit dem Album „III“, auf dem ein eher genrefremder Sänger sang, Billy Idol, als er auf „Cyberpunk“ virtuelle Welten erkundete. Meat Loaf versenkte mit dem Nachfolger zu seinem millionenschweren ersten Album seine Karriere für lange Zeit, und auch Fleetwood Mac scheiterte kommerziell, als die Band dem Megaverkäufer „Rumours“ ein überambitioniertes Doppelalbum folgen ließ. Die Zusammenarbeit von Metallica mit Lou Reed bei einer schauderhaften Wedekind-Adaption hinterlässt bis heute ratlose Fans. In dieser „Radionacht” erhalten geschmähte und übersehene Alben eine zweite Chance.

    00:05 Uhr   Fazit

    Kultur vom Tage
    (Wdh.)

  • 06:05 Uhr

    Start des Deutschlandtickets: Die Segnungen bundesweiter Gültigkeit

  • 06:10 Uhr

    Alte Musik

    Johann Sebastian Bach
    Konzert für Orgel C-Dur, BWV 594 (nach Vivaldi)
    Lorenzo Ghielmi, Orgel

    Georg Philipp Telemann
    Ouvertüre für 2 Blockflöten, 2 Oboen, Fagott, Streicher und Basso continuo a-Moll, TWV 55:a4
    Altberg Ensemble
    Leitung: Peter van Heyghen

    Johann Georg Pisendel
    Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo B-Dur
    Mayumi Hirasaki, Violine
    Concerto Köln

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Pompeji - Vom Zauber des Untergangs

    Demokratie und Journalismus - Ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Yascha Mounk

    Work-Life-Balance - Ein Interview mit Annette Kluge, Professorin für Arbeitspsychologie

    Kritische Geschichtsforschung unerwünscht - Polen gegen Holocaust-Forscherin

    Krise im Sudan - Ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Gerrit Kurtz

    Denk ich an Deutschland: der Zeichner und Schriftsteller Gerhard Seyfried

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 08:35 Uhr

    Die Bienen und das Beten
    Porträt einer geflüchteten ukrainischen Pastorenfamilie
    Von Martin Becker

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 150 Jahren: Die Wiener Weltausstellung beginnt

    Die Weltausstellung 1873 machte Wien zur Metropole. Obwohl statt der erwarteten 20 Millionen Schaulustigen weniger als die Hälfte kamen, war die technische Leistungsschau der Startschuss für Wiens Aufbruch in die Moderne.

  • 09:10 Uhr

    Kammermusik

  • 09:30 Uhr

    Aufmerksamkeit war gestern - Verbindlichkeit ist heute
    Über die Unwirksamkeit gängiger Protestformen
    Von Florian Felix Weyh

    Politik richtet sich nach der Öffentlichkeit, also muss Protest Öffentlichkeit suchen, will er Politik unter Druck setzen - so lautet die Maxime der Aufmerksamkeitsgesellschaft. Doch Aufmerksamkeit ist zur Inflationswährung der gesellschaftlichen Kommunikation verkommen. Man kann mit Aufmerksamkeit nichts erwerben, schon gar nicht Einfluss auf die Gesellschaft. Verbindlichkeit ist die graue Eminenz in demokratischen Gesellschaften. Sie verknüpft die Freiheit des Individuums mit den Notwendigkeiten des Kollektivs, das Ausleben mit dem Hinnehmen, die Gegenwart mit der Zukunft. „Schwach normativ“ nennt sie die Soziologie, und gerade deshalb wirkt sie besser als Gesetze: Wer sich selbst zu etwas verpflichtet, wird vom Strohfeuer der Medien nicht täglich für etwas Neues entzündet. Was Protest eigentlich benötigt, ist Verbindlichkeit: zwischen einem Problem, Lösungsvorschlägen und den einzelnen Akteuren der Demokratie, inklusive derjenigen, die man mit dem Protest als Übeltäter markiert. Das erfordert eine kompliziertere Ansprache, als medienkompatible Spektakel sie leisten können.

  • 10:05 Uhr

    Kissinger Sommer 2022

    „Geht’s und verkauft’s mei G’wand“
    Wiener Lieder von Ferdinand Raimund bis André Heller

    Günther Groissböck, Bass
    Neue Wiener Concert Schrammeln

    Aufnahme vom 23.06.2023 aus der Konzertmuschel im Kurgarten, Bad Kissingen

    Am Mikrofon: Haino Rindler

    Günther Groissböck gibt den Wotan in Bayreuth, aber er singt auch romantische Lieder in München. Der gefragte Bassist ist international unterwegs und bleibt doch ein Wiener im Herzen. Ausgerechnet in Berlin, anlässlich einer Rosenkavalier-Aufführung, entstand die Idee, eine alte Wiener Volkstradition aufleben zu lassen: die des Wienerliedes und der Schrammel-Musik. Schon allein der Begriff „Schrammeln“ ist so geläufig wie falsch verstanden. Er geht auf Josef Schrammel zurück, der 1878 ein kleines Ensemble gründete und mit populären Walzern, Liedern und Märschen durch die Gaststuben und Heurigen zog.
    Oft wurde diese Tradition totgesagt, erfreut sich aber bis heute eines gewissen Kultstatus bei Menschen, die dem speziellen Wienerischen Humor etwas abgewinnen können. An der Seite von Günther Groissböck spielt das Ensemble Neue Wiener Concert Schrammeln mit Geigen, Knopfharmonika und Kontragitarre.

  • 12:10 Uhr

    Die Chinesen waren da
    Wie in Dortmund eine Kokerei verschwand
    Von Tita Gaehme
    Regie: Thomas Wolfertz
    Produktion: Deutschlandfunk 2005

    300 Chinesen kamen 2004 auf die Dortmunder Westfalenhütte. Sie schliefen auf dem Gelände kochten, aßen. Und zerlegten an sechs Tagen in der Woche die Kokerei „Kaiserstuhl“ - damals die modernste in Europa.
    Alle Teile wurden nummeriert, registriert, verpackt und verschifft. 50.000 Tonnen Stahlteile und Kabel, die in der chinesischen Industriestadt Jining wieder zusammengebaut wurden. Bereits 48 andere, in Deutschland als ineffizient geltende Industrieanlagen hatte der chinesische Ingenieur und Professor Wei Luan damals an sein Heimatland vermakelt. Dort sollten sie zum chinesischen Wirtschaftswunder beitragen. Wo 2004 noch die modernste Kokerei Europas stand, befindet sich heute ein Logistikzentrum.

  • 13:05 Uhr

    1. Mai - Gewerkschaften verteidigen Streikrecht

    Heute offizieller Start für das Deutschlandticket

    Corona App gilt nicht mehr

    Ampel offenbar einig über EU-Asylrecht

    UN-Treffen zu Afghanistan in Doha

    1. Mai in der Ukraine

    Sporttelegramm

    Am Mikrofon: Jochen Fischer

  • 13:30 Uhr

    Sinfonisches Konzert

    George Gershwin
    Konzert für Klavier und Orchester in F
    Stefano Bollani, Klavier
    London Sinfonietta
    Leitung: Riccardo Chailly

  • 14:05 Uhr

    Das Bildungsmagazin

    „Ich arbeite nicht Vollzeit, damit ich gesund bleibe“
    Über die Erfahrungen und Potenziale von Teilzeitbeschäftigung in Deutschland
    „Campus & Karriere" berichtet am „Tag der Arbeit“ über Erfahrungen, die mit Teilzeit gemacht werden und fragt nach Trends und Potenzialen bei diesen Arbeitsmodellen

    Gast: Dr. Oliver Stettes, Arbeitsmarktforscher beim Institut der dt. Wirtschaft
    Am Mikrofon: Kate Maleike

    Umstrittene Einschränkung
    Nordrhein-Westfalen will - wie andere Bundesländer auch - den Hebel bei der Teilzeit von Lehrkräften ansetzen, um den Personalmangel an Schulen zu bekämpfen

    Längere Leine zum Stressausgleich
    Auch im Medizinbereich arbeiten immer mehr Beschäftigte in Teilzeit - Fallbeispiele von Ärztinnen aus München

    In Deutschland immer noch die Ausnahme
    Wie bei der Unternehmensgruppe Marquart im baden-württembergischen Rietheim-Weilheim Teilzeit in Führungspositionen ermöglicht wird

    Erfahrungen, Wünsche und Gedanken zur Teilzeitarbeit
    Umfragen aus Hamburg

    Teilzeitbeschäftigung in Kitas und Grundschulen
    Wo liegen Beweggründe und Potenziale für Veränderung? Aufgezeichnetes Telefoninterview mit Pascal Hartwich aus der Autorengruppe des „Fachkräftebarometers Frühe Bildung“, Forschungsverbund TU Dortmund und DJI

    30 Prozent der Angestellten haben im vergangenen Jahr in Teilzeit gearbeitet, mit 49 Prozent sind vor allem Frauen so beschäftigt. Die Gründe dafür sind sehr verschieden und häufig persönlich. Doch angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland rückt nun auch immer mehr der Beschäftigungsumfang in den Fokus. Bei Lehrkräften beispielsweise gibt es bereits Pläne in den Bundesländern, die Möglichkeit zur Teilzeit einzudemmen, was zu großen Diskussionen führt und der Frage, ob Aufstockungen wirklich gegen Personalmangel helfen können.

  • 15:05 Uhr

    Leipziger Buchmesse
    Von Lars Hendrik Beger

    Die Leipziger Buchmesse ist nicht nur ein Ort für hochkarätige Prosa, sondern auch ein Ort der Nische, Nerds und Popkultur. Wir schauen auf die Bücher jenseits der Longlist und widmen uns in diesem „Corso-Spezial“ unter anderem den Highlights aus der Graphic-Novel-Szene. Mit Gesprächen von der Leipziger Buchmesse.

  • 16:10 Uhr

    Arnold Stadler: „Irgendwo. Aber am Meer“
    (S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main)
    Ein Beitrag von Christoph Schröder

    Fabio Andina: „Davonkommen“
    Aus dem Italienischen von Andreas Löhrer
    (Rotpunktverlag Verlag, Zürich)
    Ein Beitrag von Cornelius Wüllenkemper

    Anneleen Van Offel: „Hier ist alles sicher“
    Aus dem Niederländischen von Christiane Burkhardt
    (Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart)
    Ein Beitrag von Bettina Baltschev

    Am Mikrofon: Jan Drees

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Fatu braucht Kinder
    Letzte Rettung für das Nördliche Breitmaulnashorn
    Von Magdalena Schmude

    Auf der ganzen Erde leben nur noch zwei Nördliche Breitmaulnashörner, Najin und Fatu, die in einem Reservat in Kenia Tag und Nacht von Tierpflegern umsorgt und von Rangern bewacht werden. Funktionell ist die Art bereits ausgestorben, denn die beiden Weibchen können auf natürlichem Weg keinen Nachwuchs mehr bekommen. Doch ein Team aus Tierärzten und Wissenschaftlern stellt sich dem Ende entgegen. Mit Hilfe modernster Fortpflanzungsmedizin soll ein Kalb geboren werden, das den Fortbestand des Nördlichen Breitmaulnashorns sichert. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, der Fragen aufwirft. Wie sinnvoll ist es, für eine einzelne Art so viel Aufwand zu treiben, wenn gleichzeitig ganze Lebensräume verschwinden? (Produktion 2022)

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Die Zukunft der Arbeit in Zeiten von KI - Der Soziologe Dirk Baecker im Gespräch mit Anja Reinhardt

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Das ist die Krönung! Historikerin Karina Urbach über Großbritannien und King Charles III.

    Unklare Lage - Das aktuelle FIND-Festival in Berlin

    Die "Lange Nacht der Autor:innen" - Auftakt der Theatertage am Deutschen Theater in Berlin

    L'Orfeo als Puppentheater - Nikolaus Habjan inszeniert Monteverdi in Dresden

    Die Bedeutung des "Opfers" - Drei Choreographien zum Thema am Ballett am Rhein

    Am Mikrofon: Jörg Biesler

  • 18:10 Uhr

    Erster Mai mit Polizeibilanz

    Scholz in Koblenz am Deutschen Eck

    Vom Maiglöckchen bis Molotov-Cocktail: Der 1.Mai in Frankreich

    Ampel offenbar einig über EU-Asylrecht

    Ab heute: Freie Fahrt mit dem Deutschland-Ticket

    Ab heute: Corona-Warn-App warnt nimmer mehr

    Doha - Afghanistan-Konferenz der UN begonnen

    Paraguay - Entgegen Umfragen: Regierungskandidat gewinnt

    Sporttelegramm

    Am Mikrofon: Sören Brinkmann

  • 18:40 Uhr

    Neue Aufarbeitung - Jüdische Zwangsarbeiter in Griechenland

  • 20:05 Uhr

    Das Klassik-Magazin

    Musik im KZ - Neue Ausstellung im Shoah-Memorial Paris

    Neue Ideen für die Klassikszene - Podium Festival Esslingen unter neuer Leitung

    Mehr Musik! - der Musikschulkongress 2023 in Kassel
    Kollegengespräch mit Susanne Pütz

    Eifersucht und Wahnsinn - Barrie Kosky inszeniert Händel "Hercules" in Frankfurt

    Die Krönung - Händel und das englische Königshaus - Ausstellung in Halle

    Aus Shakespeares Zeit - Muselaar-Nachbau wird in Weimar präsentiert

    Am Mikrofon: Jochen Hubmacher

  • 21:05 Uhr

    Ludwigsburger Schlossfestspiele 2022

    Caroline Shaw
    Plan & Elevation: The Grounds of Dumbarton Oaks. Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello

    Maddalena Casulana
    O notte, o ciel, o mar, o piaggie, o monti. Madrigal für 4 Singstimmen und Instrumente. Bearbeitet für 2 Violinen, Viola und Violoncello

    Kate Moore
    Cicadidae. Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 3

    Emilie Mayer
    Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello g-Moll, op. 14 (Auszug)

    Gabriella Smith
    Carrot Revolution. Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello

    Rothko String Quartet:
    Joosten Ellée, Violine
    William Overcash, Violine
    Marc Kopitzki, Viola
    Jakob Nierenz, Violoncello

    Konzertmitschnitt vom 4.6.2022 aus dem Residenzschloss Ludwigsburg

    Am Mikrofon: Oliver Cech

    „The Giving Tree” ist ein Kult-Bilderbuch aus den Sechzigern. Es erzählt von einem Baum, der einen kleinen Jungen liebt und alles tut, um ihn glücklich zu machen. Doch der Junge wird erwachsen und verlangt immer mehr von seinem freigiebigen Baum. Eine Parabel über die Großzügigkeit der Natur und die Gier des Menschen. Mit dem Konzertabend „The Giving Tree” überträgt das Rothko String Quartet diese Geschichte in Musik.
    Sie beginnt mit dem Besuch in einem historischen Garten: „Plan & Elevation” von Caroline Shaw wandelt zwischen Buchen und Blumen. Im Madrigal „O notte, o ciel, o mar” widmet die Renaissance-Komponistin Maddalena Casulana der geliebten Natur ein instrumentales Lamento. „Cicadidae” von Kate Moore spielt mit dem Gesang der australischen Zikaden. Und die Musik von Gabriella Smith, die jüngste der noch lebenden Komponistinnen, zeigt Einflüsse von der Gregorianik bis hin zu Volksliedern, wenngleich sie das brandaktuelle ökologische Anliegen schon im Titel ankündigt: „Carrot Revolution”!

  • 23:05 Uhr

    Am Mikrofon: Tobias Oelmaier

  • 23:30 Uhr

    Die klassische Sängerin Julia Bullock

    Am Mikrofon: Jonas Zerweck

    Die US-Amerikanerin Julia Bullock kann mit scharfer Stimme dramatische Töne in hoher Lage singen. Wenn sie dann anschließend einen Gospel anstimmt, beweist sie, wie stark ihr auch tiefe Töne gelingen. Das konnte man kürzlich nicht nur beim Silvesterkonzert in der Elbphilharmonie erleben, sondern auch auf ihrem ersten Solo-Album, dass im Dezember erschienen ist. Doch nur zu singen, scheint der Amerikanerin nicht zu reichen. Als Aktivistin setzt sie sich für Hilfsorganisationen und gesellschaftlich wichtige Themen wie der demokratischen Bürgerbeteiligung ein. Wie sie selbst ihre Rolle in der klassischen Musik wahrnimmt und wie sie sich der Musik als Künstlerin nähert, erzählt sie in diesem Porträt.