Lichtspiel (3+4/4)
Hörspielserie nach dem Roman von Daniel Kehlmann
Bearbeitung und Regie: Sebastian Stern
Mit: Thomas Loibl, Michael Kranz, Bibiana Beglau, Fabian Hinrichs, Valery Tscheplanowa, Erwin Leder, Monica Gruber, Aenne Schwarz, Roman Knizka, Holger Handtke, Nicolas Mockridge, Oscar Kehlmann, Andreas Nickl, Oliver Urbanski, Antonia Bill, Felix Römer, Raphael Dwinger, Marion Breckwoldt, Hannes Liebmann, Jördis Trauer, Gudrun Gabriel, Uriel Jung, Alice Prosser, Julia Zimth, Anton Rattinger, Felix Pöchhacker, Theresa Albert, Konstantin Frank, Paul Heimel, Felix Laicher, Patrick Strasser, Eva-Marlen Hirschburger, Rudolf Krause, Eliot Karow
Besetzung: Kathi Bonjour und Jutta Kommnick
Komposition: Markus Lehmann-Horn
Eingespielt vom: Leopold-Mozart-Quartett
Klavier: Katrin Isabel Klein
Ton und Technik: Alexander Brennecke und Eugenie Kleesattel
Regieassistenz und dramaturgische Mitarbeit: Simon Hastreiter
Dramaturgie: Christine Grimm
Deutschlandfunk 2026
Längen:53’06 (Teil 3), 54'44 (Teil 4)
(Ursendung)
Teil 3
Regisseur G.W. Pabst fügt sich notgedrungen ins System: Er muss Leni Riefenstahl beim Film "Tiefland" aushelfen und soll einen NS-Roman verfilmen. Gleichzeitig entfremdet sich sein Sohn Jakob durch die Hitlerjugend zusehends von ihm.
Teil 4
Die letzten Kriegstage in Prag: G.W. Pabst dreht obsessiv sein Meisterwerk „Der Fall Molander“. Für eine große Szene schreckt die Produktion nicht davor zurück, KZ-Häftlinge als Statisten einzusetzen. Auf der Flucht vor dem Aufstand kommt es schließlich zu einer folgenschweren Verwechslung.
Teil 3
Der Regisseur G.W. Pabst arrangiert sich mit dem NS-Regime. Seine Frau Trude besucht widerwillig einen Lesezirkel linientreuer Frauen, in dem regimetreue Literatur wie Alfred Karraschs „Die Sternengeige“ glorifiziert wird. Pabst wird zudem an das Set von „Tiefland“ in den bayerischen Alpen beordert, er soll dort Leni Riefenstahl heimlich bei der Regie unterstützen, da sie mit der Inszenierung und den Schauspielern überfordert ist. Am Set begegnet er auch dem jungen Kameraassistenten Franz Wilzek.
Teil 4
In den letzten Kriegsmonaten dreht G.W. Pabst in Prag seinen Film "Der Fall Molander". Pabst redet sich ein, ein rein unpolitischer Künstler zu sein, der das System für seine eigenen filmischen Visionen nutzen und sich durch Kompromisse retten kann. Doch während er inmitten des Krieges obsessiv an seinem neuen Meisterwerk arbeitet, verstrickt er sich unweigerlich in moralische Schuld. Die Hörspielserie ist ein Stück über Opportunismus und fragt eindringlich: Welchen Preis darf ein Mensch für seine Kunst zahlen?
Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller. Romane wie „Die Vermessung der Welt“ oder „Tyll“ machten ihn international berühmt. Er lebt in Berlin und New York.
Dieser Roman, auch wenn er sich in vielem an den Lebensgeschichten des historischen G.W. Pabst und seiner Familie orientiert, ist ein Werk der Fiktion; so gab es etwa
keinen Sohn mit dem Namen Jakob. Pabsts Filme sind bis heute zugänglich; allein "Der Fall Molander", gedreht in den letzten Kriegsmonaten in Prag, gilt als verschollen.