Samstag, 24. Februar 2024

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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 14.01.2024

  • 00:05 Uhr

    „Ich folge den Ablagerungen der Geschichte in mir“
    Eine Lange Nacht über den israelischen Filmemacher Amos Gitai
    Von Heike Brunkhorst und Roman Herzog
    Regie: Claudia Mützelfeldt
    (Wdh. v. 27./28.1.2018)

    Amos Gitai - Filmemacher des jüdischen Israel in all seinen Widersprüchen und Konflikten. Er ist unbequem und herausfordernd - und überaus produktiv: in 40 Jahren sind über 60 Dokumentar- und Spielfilme entstanden. Vom Staat zensiert, geht Amos Gitai ins französische Exil und kehrt erst nach der Wahl Yitzhak Rabins 1992 zurück. Mit seinen Filmen eckt er immer wieder an, hinterfragt die Gewaltgeschichte seines Landes, die Diskriminierung der Palästinenser und politische Mythen - der Linken wie der Rechten, der Israelis und der Palästinenser. Impulsgeber sind dabei seine Familiengeschichte und die Bibel. Kein anderer israelischer Filmemacher bringt so stark religiöse Texte ins Spiel. Sein Kino ist der Versuch, in einer Architektur des Realen zusammenzufügen, was auseinanderzufallen droht, im nomadischen Dasein Identitäten zu schaffen inmitten vollständiger Orientierungslosigkeit. Gitai versucht, Erinnerungen zu bewahren im Augenblick ihrer allgegenwärtigen Zerstörung und Anhaltspunkte zu verorten angesichts der Auflösung aller Koordinaten - eine Chronik des Verschwindens, zugleich Utopie einer anderen Realität.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Festival „Gezeitenkonzerte"
    Sieur de Sainte Colombe
    Suite d-Moll (Aus dem „Manuskript von Tournus“)

    Marin Marais
    „Pièces de Viole IVe livre“
    Marche Tartare, La Tartarine et son double

    Philippe Hersant
    „L’ombre d’un doute“

    Lucile Boulanger, Gambe

    Aufnahme vom 7. Juni 2022 in der Peter- und Paul-Kirche Völlen

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Ernst von Dohnányi
    Concertino für Harfe und Kammerorchester, op. 45
    Konzertstück für Violoncello und Orchester D-Dur, op. 12


    Silke Aichhorn, Harfe
    Andrei Ioniță, Violoncello
    Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
    Musikalische Leitung: Modestas Pitrénas

  • 06:05 Uhr

    Agrarproteste: Nötig ist ein politischer Rahmen für nachhaltige Produktion
    Von Ann-Kathrin Büüsker

  • 06:10 Uhr

    Heinrich Schütz
    "Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes". Motette für 5 Stimmen, SWV 371 (op. 11, Nr. 4)
    Dresdner Kammerchor
    Leitung: Hans-Christoph Rademann

    Georg Böhm
    "Jauchzet Gott, Alle Land". Kantate für Soli, Chor und Instrumentalensemble
    Irmela Brünger, Sopran
    Inga Schneider, Sopran
    Beat Duddeck, Countertenor
    Jörn Lindemann, Tenor
    Markus Flaig, Bass
    Capella Sancti Georgi
    Leitung: Ralf Popken

    Arvo Pärt
    Sieben Magnificat-Antiphonen für Chor a cappella
    Theatre Of Voices
    Leitung: Paul Hillier

    Johann Sebastian Bach
    "Meine Seufzer, meine Tränen". Kantate für Soli, Chor und Orchester, BWV 13
    Susanne Seitter, Sopran
    Jan Börner, Altus
    Jakob Pilgram, Tenor
    Wolf Matthias Friedrich, Bass
    Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung
    Leitung: Rudolf Lutz

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    "Werthers Welt" im Romantikmuseum Frankfurt

    Auftakt der Vorwahlen in den USA. Ein Interview mit der Historikerin Britta Waldschmidt-Nelson

    Proteste und sozialer Frieden. Ein Interview mit dem Politologen Wolfgang Merkel

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Sollte die AfD verboten werden? Ein Interview mit dem Publizisten Heribert Prantl

    Denk ich an Deutschland: Der Landwirt und Autor Benedikt Bösel

    Am Mikrofon: Manfred Götzke

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Religion als Kompass? Warum die Demokratie die Kirche braucht
    Von Johannes Schröer
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 150 Jahren: Der Erfinder und Telefon-Pionier Philipp Reis gestorben

  • 09:10 Uhr

    Alte Musik

  • 09:30 Uhr

    Tiere jagen - Die Wiederkehr einer besonderen Kulturtechnik
    Von Wiebke Hüster

    In Zeiten, in denen über unser Verhältnis zum Tier neu nachgedacht wird, in denen eine wachsende Zahl von Menschen nicht einmal mehr Milch oder Eier zu sich nehmen will, geschweige denn Fleisch, wächst auch wieder die Faszination der Jagd.
    Die frühen Menschen waren nicht nur Sammler, sondern auch Jäger. Jagd ist von jeher ein lebenserhaltendes Handwerk, aber auch eines der ältesten Vergnügen der Menschheit. Heute ist sie für die einen eine tiefe Leidenschaft, für die anderen ein todbringender Frevel an den Tieren, der sich moralisch nicht rechtfertigen lässt. Dennoch ist die Jagd ein Teil des Verhältnisses von Mensch und Tier .
    Den Motiven der Liebe zur Jagd neu nachzugehen, unternimmt dieser Essay und betrachtet die Jagd zunächst als ein Handwerk, als altes Wissen, das uns in die Natur zurückkehren lässt, als ein Teil von ihr, nicht als Zuschauer, sondern als Praxis, in der wir lernen mit eigenen Instinkten umzugehen, ein Raum, unser Verhältnis zur Natur neu zu justieren. So gewinnt beim Jagen das Vergehen der Zeit plötzlich neue, andere Bedeutung. Der Verlauf der Jahreszeiten schreibt vor, was gejagt werden darf und wo. Nächte mit Mondschein werden im Wald sitzend regungslos durchwacht. Ein anderer zeitlicher Rhythmus herrscht, ein anderes, geschärftes Zeitgefühl enthebt den Jagenden dem gewöhnlichen städtischen Leben, dem Leben unter Menschen. Doch das Jagen erschöpft sich nicht in der Aneignung dieser alten Kulturtechnik. Vielmehr verändert in einer Zeit, in der das räumlich immer dichter werdende Aufeinandertreffen von Menschen und nicht domestizierten Tieren auch problematische Züge annimmt, unseren Blick auf die Jagd. Vielleicht sollten wir lernen, sie als Teil des Naturschutzes zu betrachten.
    Wiebke Hüster ist seit mehr als zwei Jahrzehnten die Tanzkritikerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Sie berichtet auch im Deutschlandradio über die aktuellen Entwicklungen dieser Kunstform in all ihren Facetten. 2017 hat sie ihre Liebe zur Natur zum neuen Thema in der Zeitung entwickelt. Für das Feuilleton schreibt sie seitdem Essays über Wald, Wild, Landwirtschaft und Jagd. Ihre aktuelle neue Serie heißt „Zurück zur Natur“. Sie verbringt viel Zeit draußen und im Gespräch vor Ort mit den Berufsjägern, Förstern, Landwirten und Wissenschaftlern ihres über die Jahre gewachsenen Experten-Netzwerks. Die 57-Jährige ist Mutter von drei Kindern und lebt in Frankfurt am Main.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Johanneskirche in Fellbach-Oeffingen
    Predigt: Pfarrer Markus Eckert
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, Vorsitzender der CSU

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Leidenschaftlich geliebt
    Die besondere belgische Stadt Oostende

    Mit heißen Sohlen
    Vulkanwandern auf La Palma

    Wintertauchgang
    Im Bodensee bei klirrenden Temperaturen

    Blaue Bohnen und trügerisches Idyll
    Hamburger Kriminalgeschichte(n)

    Zu Fuß und per Rad
    London aus anderer Perspektive

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Biologin Alexandra-Maria Klein im Gespräch mit Julius Stucke

    Fliegen, Mücken, Wanzen: Manche Insekten scheinen lästig, sind aber wichtig. Einige als Nahrung, andere als Bestäuber, alle gehören zum Ökosystem. Die Biologin Alexandra Klein forscht dazu weltweit und beobachtet die Folgen des Insektensterbens.

  • 15:05 Uhr

    Progressive Blumen-Könige
    Die schwedische Band The Flower Kings
    Von Fabian Elsäßer

    Mit dem Soloalbum „The Flower King“ wollte der schwedische Gitarrist Roine Stolt dem Progressive Rock der 70er-Jahre huldigen, vor allem Bands wie Yes und King Crimson. Das war 1994, in einer Zeit, als Prog-Rock im Mainstream-Musikjournalismus als anachronistisch geschmäht wurde. Das Album verkaufte sich aber so gut, dass Stolt aus dem Projekt eine richtige Band werden ließ: Diese erspielte sich in den vergangenen 30 Jahren eine weltweite Fangemeinde, indem sie Prog-Elemente mit Einflüssen von Jazz bis Reggae kombiniert und neben genretypischen Überlängen auch die kompakte Vier-Minuten-Form im Repertoire hat. Stolt selbst wird inzwischen auch von seinen Vorbildern respektiert; er begleitete den ehemaligen Yes-Sänger Jon Anderson und ist Teil der Prog-Supergruppe Transatlantic. Seine Stammformation ist auch nach 30 Jahren nicht welk - im Gegenteil.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Andrea Elliott: „Kind im Schatten. Armut, Überleben und Hoffnung in New York City“
    Aus dem amerikanischen Englisch von Elsbeth Ranke
    (Ullstein Verlag, Berlin)
    Ein Beitrag von Katharina Teutsch

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Testosteron
    Wie lang ist ein Mann ein Mann?
    Von Christine Westerhaus

    Testosteron wird gern mit Männlichkeit in Verbindung gebracht: Das Hormon macht Lust auf Sex, lässt die Muskeln schneller wachsen und das Bauchfett schwinden. Kommen Männer in die Jahre, sinkt ihr Testosteronspiegel automatisch ab - zumindest liest man das überall im Internet. Um die 40 Prozent der über Vierzigjährigen bräuchten demnach Ersatzhormone, um ihre Männlichkeit auch im Alter zu erhalten. Dabei zeigen neue Befunde, dass die meisten Männer auch mit 90 noch genug Testosteron produzieren. Es wird nicht leicht, die Idee von den männlichen Wechseljahren - der „Andropause“ - wieder aus den Köpfen herauszubekommen. Doch wem hilft zusätzliches Testosteron tatsächlich und wann schadet eine Therapie?

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    "Ich wüte, also bin ich?" - Warum Furor Identität stiftet
    Jan Skudlarek, Philosoph und Autor, im Gespräch mit Christiane Florin

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    "Es könnte so schön sein..." - Theater als demokratischer Ort
    Theaterregisseurin Pinar Karabulut im Gespräch

    Demokratiegefährdend? Scholz und die Sprachlosigkeit
    Literaturwissenschaftler Jochen Hörisch im Gespräch

    Antisemitismusklauseln, "Strike Germany" und der Kulturbetrieb
    Uffa Jensen, stellvertretender Leiter Zentrum für Antisemitismusforschung, im Gespräch

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 18:40 Uhr

    Die Insel Maui nach den Bränden: Tiefe Wunden und viele offene Fragen

  • 19:10 Uhr

    1. Fußball-Bundesliga, 17. Spieltag:
    VfL Bochum 1848 - SV Werder Bremen
    Borussia Mönchengladbach - VfB Stuttgart

    100 Tage Krieg in Nahost - Der Einfluss auf den Sport

    Eishockey - PWHL: die stärkste Frauen-Eishockey-Liga der Welt
    Zukunft des Skispringens - Weltweit auf Matten?
    Wintersport

    Tennis - Australian Open 2024 in Melbourne

    Radsport - Bahnrad-EM in Apeldoorn/Niederlande

    Handball-EM - Grundschultag, etc. Wie die Sportart Handball die EM nutzen will
    Handball-EM - Vor dem Spiel gegen Nordmazedonien

    Am Mikrofon: Marina Schweizer

  • 20:05 Uhr

    Von der Rolle
    Mangelware Papier
    Von Ulrich Land
    Regie: Michael Wehrhan
    Produktion: WDR 2023

    Papier ist ein Allerweltsstoff: tonnenweise gebraucht für Bücher, Zeitungen, Flyer, Verpackungen. Eigentlich nichts Aufregendes. Doch seit ein paar Jahren wird Papier knapp und immer teurer. Droht eine echte „Papierkrise“?
    Die Digitalisierung der Medien macht seit Jahren rasante Fortschritte: Handy statt Zeitungen, Wikipedia statt Brockhaus. Das bedeutet: Es wird deutlich weniger Papier verwendet. Die Corona-Krise brachte einen zusätzlichen Einschnitt: Die Zahl der Anzeigenblättchen und Reklamezettel nahm drastisch ab. Schlecht für Papierindustrie und Druckereien. Doch nach dem Ende der Beschränkungen für den Einzelhandel drehte sich das Blatt: Die Briefkästen wurden binnen kürzester Zeit wieder geflutet - mit so viel Printwerbung, dass die Papierbranche nicht hinterherkam. Der während der Pandemie einsetzende und anhaltende Boom des Onlinehandels tat sein Übriges, der Absatz von Verpackungspapier und Kartonagen boomte. Papier wurde plötzlich zur Mangelware. Und jetzt droht neues Ungemach: Explodierende Strom- und Gaspreise machen den Herstellern und Druckereien massiv zu schaffen. Wird Papier über kurz oder lang von der Massenware zum Nischenprodukt?

  • 21:05 Uhr

    Ludwig van Beethoven
    Leonoren-Ouvertüre Nr. 3, op. 72a

    Dmitri Schostakowitsch
    Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 Es-Dur, op. 126

    Carl Nielsen
    Sinfonie Nr. 4, op. 29 „Das Unauslöschliche"

    Alisa Weilerstein, Violoncello
    Dresdner Philharmonie
    Leitung: Thomas Dausgaard

    Aufnahme vom 10.6.2023 aus dem Kulturpalast Dresden

    Am Mikrofon: Julia Kaiser

    Schonungslose Wahrheit und Wahrhaftigkeit hat sich die Dresdner Philharmonie für das Konzert mit Dirigent Thomas Dausgaard aufs Notenpult geholt. Alisa Weilerstein spielte den Solopart in Dmitri Schostakowitschs zweitem Cellokonzert. Dessen Uraufführung sollte Schostakowitschs eigenen 60. Geburtstag feiern. Der Komponist wollte sich jedoch nicht von denselben Apparatschiks bejubeln lassen, die ihn einst gedemütigt und verfolgt hatten. Statt eines Galakonzerts schrieb er ein bitterböses Werk voller Trauer und Resignation. Dem gegenüber steht der Blick in die Unendlichkeit des Daseins. „Das Unauslöschliche“, diesen Titel gab Carl Nielsen seiner Sinfonie Nr. 4. Musik, wie er selbst sagte, „die kein Programm hat, die aber das ausdrücken soll, was wir unter Lebensdrang oder Lebensäußerungen verstehen“.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr

    Gewalt im Fußball -
    Mangelnde Kommunikation verschärft den Konflikt

    In der aktuellen Bundesliga-Saison kommt es wieder verstärkt zu Ausschreitungen in den Stadien. Der Konflikt zwischen den Ultras und der Polizei droht immer weiter zu eskalieren. Grund dafür ist auch mangelnde Kommunikation.

    Thorsten Poppe im Gespräch mit Harald Lange, Jochen Kopelke und Oliver Wiebe.