Träume, Hoffnung und Enttäuschungen
Eine Lange Nacht zu 15 Jahren tunesischer Revolution
Von Sarah Mersch
Regie: Claudia Mützelfeldt
Als sich vor 15 Jahren in einer tunesischen Kleinstadt ein Gemüsehändler verbrannte, begann dort, was später als sogenannter “arabischer Frühling” in die Geschichte eingehen sollte: eine Reihe von Aufständen, getragen von vor allem jungen Leuten, die von einer besseren Zukunft geträumt haben. 15 Jahre später ist die Bilanz der von der Welt beklatschten und bewunderten Bewegung auf den ersten Blick düster: Weder der Traum von Demokratie und Freiheit ist in Erfüllung gegangen, noch hat sich der Lebensstandard der Menschen in Tunesien grundlegend verbessert. Was ist dazwischen passiert? Wie konnte vor 15 Jahren ein autoritäres Regime innerhalb weniger Wochen zusammenbrechen? Und wie konnte nach zehn Jahren mühsamer demokratischer Gehversuche ein neues autoritäres Regime entstehen? Wo steht Tunesien heute, welche Träume haben die Menschen, welche Enttäuschungen haben sie erlebt? Wir sprechen mit denen, die vor 15 Jahren auf die Straße gegangen sind, und denen, die es heute noch tun. Mit Menschen, die an die Veränderung im Kleinen glauben, und denen, die sich in die Geschichte zurückversetzt fühlen.