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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 25.10.2026

  • 00:05 Uhr

    Stadtpfarrer des Universums
    Die Lange Nacht über Jean Paul
    Von Sabine Fringes
    Regie: die Autorin

    Ihm sind Wortneuschöpfungen wie Weltschmerz, Angsthase, Schmutzfink oder Gänsefüßchen zu verdanken: Jean Paul darf bis heute als einer der modernsten, erfindungsreichsten und tiefsinnigsten Erzähler gelten. 1763 in Wunsiedel als Sohn eines Pfarrers in ärmste Verhältnisse hineingeboren, übte er sich zunächst an Satiren, bevor er mit seinen beiden ersten Romanen Aufsehen erregte und mit "Hesperus" 1795 zum meistgelesenen Autor seiner Zeit aufstieg. „Der ist noch über Goethe“, befand der Schriftsteller Karl Philipp Moritz. Schiller hingegen empfand ihn nach einer persönlichen Begegnung als „fremd, wie einer, der aus dem Mond gefallen“ sei. Jean Paul war so eigentümlich wie viele seiner Figuren: Zu Hause betrieb er intensive Wetterforschungen mit Fröschen und Fliegen und glaubte an die fantasiebeflügelnde Kraft des Bayreuther Biers. Den Bitten seiner Verehrerinnen nach einer Dichterlocke kam er gelegentlich mit einer Locke seines Pudels nach. In seinen Romanen bringt er die Leser innerhalb kürzester Zeit vom Weinen ins Lachen, vom Vergänglichen zum Ewigen, vom Empfindsamen zum Satirischen, vom Sonntagsbraten am häuslichen Esstisch - ins All mit seinen Monden und Kometen. „Denn ein Autor ist der Stadtpfarrer des Universums“, befand Jean Paul.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Forum neuer Musik 2025

    Maxim Kolomiiets
    Footprints in the sun

    Ensemble Reflexion K
    Leitung: Gerald Eckert

    Aufnahme vom 27.9.2025 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal in Köln

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Ravel • Ginastera

    Alberto Ginastera
    Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 1, op. 20
    Minguet Quartett

  • 06:05 Uhr

    Die Performance der schwarz-roten Bundesregierung: Zur Abwechslung mal Lob
    Von Birgit Marschall

  • 06:10 Uhr

    Cipriano de Rore
    „Exaudiat me Dominus“. Motette für Stimmen
    Weser-Renaissance Bremen
    Leitung: Manfred Cordes

    Johann Sebastian Bach
    „Was Gott tut, das ist wohlgetan“. Kantate zum 21. Sonntag nach Trinitatis, BWV 98
    Johannette Zomer, Sopran
    Bogna Bartosz, Alt
    Christoph Prégardien, Tenor
    Klaus Mertens, Bass
    Amsterdam Baroque Choir and Orchestra
    Leitung: Ton Koopman

    Johann Pachelbel
    „Was Gott tut, das ist wohlgetan“. Choralpartita
    Leo van Doeselaar an der Arp-Schnitger/Edske-Orgel in der Lutherse Kerk Groningen

    Jean-Joseph Cassanéa de Mondonville
    „Coeli enarrant gloriam Dei“. Grand Motet
    Maïlys de Villoutreys, Sopran
    Virginie Thomas, Sopran
    Mathias Vidal, Countertenor
    François Joron, Tenor
    Nicholas Scott, Tenor
    David Witczak, Bariton
    Choeur Marguerite Louise
    Ensemble Marguerite Louise
    Leitung: Gaétan Jarry

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Verleihung des Georg-Büchner-Preises 2026 an Christine Wunnicke

    Von der Hauptschule nach Harvard - Vorbild oder Einzelfall in Deutschland? Ein Interview mit dem Arzt und Neurowissenschaftler Mahmut Martin Yüksel

    Politik und Religion - Ist Deutschland ein Biotop für Islamisten? Ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Knesset - Die Wahl in Israel und die Auswirkungen. Ein Interview mit der Nahost-Expertin Bente Scheller

    Denk ich an Deutschland: der Musiker Andreas Kümmert

    Am Mikrofon: Manfred Götzke

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Glaube gegen Diktatur. Der ungarische Volksaufstand vor 70 Jahren
    Von Gunnar Lammert-Türk
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 70 Jahren: Amtsgericht Berchtesgaden erklärt Adolf Hitler für tot

  • 09:10 Uhr

    Alte Musik

  • 09:30 Uhr

    Feminismus und Sexualität - Vom Glücksversprechen zum Gewaltverbrechen
    Von Barbara Sichtermann

    Seit der Neuen Frauenbewegung der 1970er-Jahre hat sich der Blick auf Lust, Liebe und Geschlechterverhältnisse grundlegend verändert. Eine Geschichte sexueller Emanzipation - und ihrer Widersprüche.
    Die sexuelle Befreiung gehörte zu den großen Hoffnungen der Neuen Frauenbewegung. Emanzipation sollte nicht nur gesellschaftliche Machtverhältnisse verändern, sondern auch die Beziehungen zwischen Frauen und Männern: Selbstbestimmter, lustvoller und gleichberechtigter sollten sie werden.
    Doch im feministischen Diskurs hat sich der Blick auf Sexualität verschoben. Es lässt sich eine Entwicklung erkennen von der sexuellen Revolution und der freien Liebe über die Kritik patriarchaler Machtverhältnisse bis hin zu #MeToo. Heute scheint es, als würde Sexualität vor allem mit Übergriffen, Missbrauch und Unterdrückung verbunden. Überlässt dann aber nicht der Feminismus das Versprechen von Liebe, Erotik und Verständigung konservativen und rechten Kräften, die traditionelle Geschlechterrollen wiederbeleben wollen?
    Barbara Sichtermann,Jahrgang 1943, ist Journalistin und Schriftstellerin. Sie studierte Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Berlin. Seit 1978 arbeitet sie als freie Autorin. Ihre Themen: Leben mit Kindern, Frauenpolitik und -biografik, Medienkritik. Sie ist seit 30 Jahren Mitglied der Grimme-Preis-Kommission. 2015 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihr Lebenswerk. Ihr letztes Buch (mit Ingo Rose) trägt den Titel: „Fahren Sie sofort los!“Alexandra Kollontai. Ein Frauenleben zwischen Auflehnung und Macht. Wien, 2024

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Evangelischen Hochschule Dresden/Campus Moritzburg in Dresden
    Predigt: Johann Meylan mit Studierenden
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Luigi Pantisano, Ko-Vorsitzender der Partei Die Linke

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Mittwochsprozession im Dreiländereck

    Katalanisches Südfrankreich - Eine Entdeckungsreise

    Gegen die Wand: Mural Art in Vancouver

    Als Berlin Mode machte - Die vergessene Haute-Couture Metropole

    Am Mikrofon: Laura Kingston

  • 13:05 Uhr
  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Schriftsteller Thomas Brussig im Gespräch mit Joachim Scholl

    Mit seinem Wende-Roman „Helden wie wir“ wurde er 1999 über Nacht berühmt: Thomas Brussig. Viele Bücher des gebürtigen Ost-Berliners sind seither erschienen, immer geprägt von seinem humoristischen Blick auf deutsch-deutsche Verhältnisse.

  • 15:05 Uhr

    Endlose Melodie der Natur
    Die norwegische Folk-Progband Needlepoint
    Von Tim Schauen
    (Wdh. v. 19.10.2025)

    Angenehm melancholisch und auch mal sperrig: Die Musik von Needlepoint atmet 1970er-Luft und speist sich aus Rock, Folk und Jazz.

    Diese Band atmet den Geist der frühen 1970er-Jahre: Folk, sanfter Rock mit Prog- und auch Jazz-Einflüssen sind im Sound der 2010 gegründeten Formation Needlepoint zu finden, und gerade mit ihrem aktuellen Album „Remnants of light“ unterstreichen die Norweger diesen Eindruck. Lange Songs, mäandernde Melodiebögen, noch längere Textkaskaden untermalt mit dem musikalischen Erbe einer scheinbar vergangenen Ära. Und genau dies macht das Alleinstellungsmerkmal von Needlepoint aus. Sechs Alben in 15 Jahren Band-Leben sind jetzt kein überbordender Output, aber die Protagonisten sind auch so vielbeschäftigt in der bunten Norweger Szene. Von der ursprünglichen Trio-Besetzung sind noch Bjørn Klakegg (Gitarre, Gesang) und Nikolai Hængsle (Bass) in der Band aktiv. Und: Sie lassen sich zwar Zeit, das Projekt ist aber längst nicht auserzählt.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Walter Benjamin: "Jugendschriften"
    Band 1 aus „Werke und Nachlaß. Kritische Gesamtausgabe“
    Herausgegeben von Heinrich Kaulen und Volker Mergenthaler
    Im Auftrag der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur begründet von Christoph Gödde und Henri Lonitz, herausgegeben von Thomas Rahn in Zusammenarbeit mit dem Walter Benjamin Archiv
    Gestaltung: Friedrich Forssman
    Mit 12 Abbildungen
    (Suhrkamp Verlag)
    Ein Beitrag von Michael Köhler

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    KI verstehen - Der Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag

    US Midterms - KI befeuert Desinformation im Wahlkampf
    Von Ralf Krauter und Maximilian Brose

    Vor den Zwischenwahlen in den USA werden über soziale Medien gezielt Falschmeldungen über Parteien und Kandidaten verbreitet. Künstliche Intelligenz beflügelt die Desinformationskampagnen. Ihre Wirkung bleibt dennoch begrenzt. Maximilian Brose und Ralf Krauter schauen sich die Gemengelage kurz vor den Midterm Elections am 3. November 2026 genauer an.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Die historischen Wurzeln der Gewalt in Frankreich - Matthias Wächter, Historiker und Direktor des europäischen Hochschulinstituts CIFE in Nizza, im Gespräch mit Stephan Detjen

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Der fliegende Holländer - Milo Rau inszeniert Wagner an der Deutschen Oper Berlin

    "Antigone. Der Abschied" - Alexander Zeldins Stück, von ihm selbst inszeniert, hat deutschsprachige Erstaufführung an der Berliner Schaubühne

    "Hans Christian A." - Die neue Choreographie von Sabrina Sadowska in Chemnitz

    Wer deutet künftig die Welt?
    Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung diskutiert auf ihrer Herbsttagung über die Zukunft der Geisteswissenschaften und verleiht ihre Akademie-Preise

    Berechtigte Wut vs. uferlose Ausschreitungen: Jugendprotestwelle überrollt Europa
    Die Protestforscherin Michelle Beyerle im Gespräch

    Am Mikrofon: Susanne Luerweg

  • 18:10 Uhr
  • 18:40 Uhr

    KI im Kinderspielzeug - Wenn ChatGPT Plüschohren kriegt

  • 20:05 Uhr

    Perle
    Der Weg zurück zur körperlichen Unversehrtheit
    Von Yasmina Hamlawi
    Regie, Bearbeitung und Übersetzung aus dem Französischen: Annika Erichsen
    Mit: Sophia Platz, Janna Horstmann, Catharina Kottmeier, Stefan Roschy
    Komposition: Manuel Hermia
    Ton: Manfred Seiler
    SWR 2023

    Fos wächst in Somalia mit weiblicher Genitalverstümmelung auf - für sie ist das Normalität. Sie entkommt diesem Schicksal und findet in Belgien einen Weg zurück zu ihrem Körper und zu ihrer „Perle“, der Klitoris.

  • 21:05 Uhr

    Kammermusikfest Spannungen 2026
     
    Olivier Messiaen
    „Louange à l´Immortalité de Jésus“ für Violine und Klavier
    aus: „Quatuor pour la fin du temps“

    György Kurtág
    Acht Duos für Violine und Cimbalom, op. 4

    Johannes Brahms
    Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 F-Dur, op. 99

    Dmitri Schostakowitsch
    Sinfonie Nr. 15 A-Dur, op. 141 in der Bearbeitung für Violine, Violoncello, Klavier und Schlagzeug von Viktor Derevianko und Mark Pekarski

    Kiveli Dörken, Klavier
    Martin Helmchen, Klavier
    Alexander Lonquich, Klavier
    Stefan Rapp, Schlagzeug
    Hans-Kristian Kjos Sørensen, Schlagzeug
    Kun Tan, Schlagzeug
    Florian Donderer, Violine
    Christian Tetzlaff, Violine
    Gustav Rivinius, Violoncello
    Tanja Tetzlaff, Violoncello

    Aufnahme vom 18.6.2026 aus dem Kraftwerk Heimbach

    Am Mikrofon: Norbert Hornig

    Der Festival-Leitgedanke „Das Heilige und das Profane“ findet in diesem Konzert eine weitere ausdrucksstarke Vertiefung.

    Spiritualität in meditativer Versenkung begegnet uns eindringlich im achten Satz „Lobpreis der Unsterblichkeit Jesu“ für Violine und Klavier aus dem „Quartett vom Ende der Zeit“ von Olivier Messiaen. In ihrer Stille und Vereinsamung dazu passend, schließen sich die selten zu hörenden acht Duos für Violine und Cimbalom von György Kurtág an. Mit der sehr körperlichen, geradezu kämpferischen F-Dur-Cellosonate von Johannes Brahms wird man wieder ganz in das „Hier und Jetzt“ zurückgeholt. Düsternis und packende rhythmische Aktion begegnen uns schließlich im Hauptwerk des Abends, einer von Dmitri Schostakowitsch selbst autorisierten Bearbeitung seiner 15. Sinfonie.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr

    Wintersport - Die Pläne des neuen FIS-Präsident

    Alexander Ospelt, FIS-Präsident und Lasse Ottesen, FIS-Renndirektor Nordische Kombination im Gespräch mit Julian Tilders