Schnitte
Von Rolf Dieter Brinkmann
Regie und Bearbeitung: Ulrich Gerhardt
Mit: Christian Brückner
Komposition: Klaus Buhlert
Ton und Technik: Günter Heß und Susanne Herzig
Produktion: BR 1995
Länge: 48‘05
„Schnitte“ ist das letzte in Rom beendete Tagebuch Brinkmanns. Es wurde 1988 posthum im Rowohlt-Verlag als Faksimile veröffentlicht. Mit seinen farbigen Bildcollagen, in die eigene Texte und vorgefundenes Wortmaterial einmontiert sind, gibt der Band gleichermaßen Aufschluss über die Weltsicht wie die Arbeitsweise des frühen deutschen Underground-Lyrikers, der in Rom Gast der Villa Massimo war. „Was er wahrnimmt, ist schrecklich. Versehrung, Schmutz, Fäulnis, Geilheit. Brinkmann will sich die Welt aneignen, etwas aus ihr und im Kontakt mit ihr entstehen lassen, aber er sieht nur Brüchigkeit und Verwüstung, rennt gegen Zäune und Grenzen, empfindet nur Haß und Ekel. Seine Vereinzelung ist unüberbrückbar.“ (Joachim Sartorius)
Der Regisseur Ulrich Gerhardt, der 1973 das dritte und letzte Hörspiel Brinkmanns realisierte, entwickelt aus den nachgelassenen Tagebuchmontagen mit dem Titel „Schnitte“ ein Radiostück, das auf akustische Entsprechungen zur Sichtweise und literarischen Methode Brinkmanns zielt.