Die Nachrichten

Samstag, 6. Juni 2020

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Nachrichten als MP3

USAIn Minneapolis wird der polizeiliche Würgegriff verboten

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz hat die Stadt Minneapolis erste Reformen auf den Weg gebracht. Bürgermeister Frey sagte nach einer Stadtratssitzung, künftig dürften Polizeibeamte keine Würgegriffe mehr anwenden und Verdächtige nicht am Nacken festhalten. Zudem müssten alle Polizisten, die Zeugen einer ungenehmigten Gewaltanwendung ihrer Kollegen würden, dies unter Strafandrohung melden. Die Reformen sind nach den Worten Freys mit dem Bundesstaat Minnesota juristisch bindend vereinbart worden. - Auch in Kalifornien und in New York soll ein Würgegriff, bei dem die Blutzufuhr zum Gehirn unterbunden wird, künftig verboten sein. Das teilten die Gouverneure Newsom und Cuomo mit.

BrasilienBolsonaro droht mit Austritt aus der WHO

Brasiliens Präsident Bolsonaro droht damit, dass sein Land aus der Weltgesundheitsorganisation austreten könnte. Er sagte im Sender CNN-Brasil, das wäre denkbar, wenn die WHO nicht aufhöre, eine parteiische politische Organisation mit ideologischer Voreingenommenheit zu sein. Brasilien brauche niemanden von außerhalb, der seine Meinung zur Gesundheit äußere. Zudem betonte er, das Medikament Hydroxychloroquin sei "zurück", nachdem falsche Studien über seine Wirksamkeit zurückgezogen worden seien. Bolsonaro hat das Malaria-Mittel für eine Behandlung gegen das Coronavirus angepriesen, obwohl es keine wissenschaftlichen Beweise für seine Wirksamkeit gibt. Brasilien ist nach den USA am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen. In dem Land gibt es laut Johns-Hopkins-Universität fast 615.000 nachgewiesene Infektionen.

MaghrebAl-Kaida-Führer getötet

Französische Soldaten haben im Norden Malis den Al-Kaida-Chef in Nordafrika, Abdelmalek Droukdel, getötet. Bei dem Einsatz seien die Streitkräfte von malischen Soldaten unterstützt worden, sagte Verteidigungsministerin Parly in Paris. Mehrere Vertraute des Dschihadisten-Anführers seien ebenfalls getötet worden. Nach Angaben des UNO-Sicherheitsrates wurden unter der Führung von Droukdel zahlreiche Terroranschläge in Algerien verübt, unter anderem auf Einrichtungen der Regierung, der Vereinten Nationen und auf Mitarbeiter von ausländischen Ölgesellschaften. Al-Kaida versucht auch, Mali und andere nordafrikanische Staaten wie Tunesien, Mauretanien oder Burkina Faso zu destabilisieren.

BildungLehrerverband für Maskenpflicht bei Normalbetrieb an Schulen

Der Deutsche Lehrerverband hält bei einem Normalbetrieb der Schulen neue Hygieneregeln für erforderlich. Verbandschef Meidinger sagte der "Bild"-Zeitung, wenn wieder alle Schüler der Klasse in einem Raum säßen, sei eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts sinnvoll, so wie in asiatischen Ländern. Allerdings erschwere das ordentlichen Unterricht. Weiter schlug Meidinger umfassende, regelmäßige Corona-Tests von Lehrern und Schülern sowie Notfallpläne im Fall von steigenden Infektionen vor. Die Kultusminister der Länder wollen so bald wie möglich wieder zu einem normalen Schulbetrieb zurückzukehren. An Grundschulen in Sachsen gibt es bereits Unterricht im gewohnten Klassenverband. In Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen soll dies in den kommenden Tagen umgesetzt werden.

MehrwertsteuerWirtschaft beklagt Umstellungsaufwand

Die für den 1. Juli geplante Mehrwertsteuersenkung bis zum Jahresende stößt in der Wirtschaft auf Kritik. Die kurzfristige Steuersatzsenkung rufe umfangreiche Abrechnungsprobleme bei den Unternehmen hervor, sagte Monika Wünnemann vom Bundesverband der Deutschen Industrie der Zeitung "Die Welt". Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag teilte mit, zahlreiche Betriebe wiesen auf den Umstellungsaufwand hin. Der Linken-Politiker de Masi sagte im Deutschlandfunk, es sei davon auszugehen, dass die Unternehmen die niedrigere Mehrwertsteuer nicht an die Verbraucher weitergäben. Zudem sei es eine teure Maßnahme nach dem Gießkannenprinzip. Besser wäre es, mehr staatliche Investitionen vorzunehmen und zugleich die Nachfrage zu stützen, indem man unter anderem den Mindestlohn auf 12 Euro erhöhe, meinte de Masi.

MeeresschutzTrump will in Schutzgebiet wieder Fischerei erlauben

US-Präsident Trump will ein Meeresschutzgebiet im Atlantik wieder für die kommerzielle Fischerei öffnen. In Anwesenheit von Fischern unterzeichnete er in Bangor im Bundesstaat Maine einen Erlass, der eine Anordnung seines Vorgängers Obama rückgängig machen soll. Obama hatte das 8000 Quadratkilometer große Gebiet mit gefährdeten Arten und Korallen 2016 zu einem Schutzgebiet erklärt. Juristische Schritte dagegen waren bisher nicht erfolgreich.

Fußball-BundesligaFreiburg schlägt Mönchengladbach 1:0

Im Abendspiel der Fußball-Bundesliga hat der SC Freiburg gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:0 gewonnen.

MedienberichteUSA ziehen offenbar 9.500 Soldaten aus Deutschland ab

Die USA ziehen laut Medienangaben 9.500 ihrer in Deutschland stationierten Soldaten ab. Die Nachrichtenagentur Reuters und die US-Zeitung "Wall Street Journal" berichten unter Berufung auf Regierungskreise in Washington, der Abzug solle bis September erfolgen. Ein Teil der Soldaten soll den Angaben zufolge nach Polen und in andere verbündete Staaten verlegt werden, die anderen sollen in die Vereinigten Staaten zurückkehren. Die Höchstzahl der US-Soldaten in Deutschland werde künftig auf 25.000 begrenzt. Derzeit sind rund 34.500 amerikanische Soldaten in mehreren Bundesländern stationiert, die meisten von ihnen in Rheinland-Pfalz und Bayern.

Keine offizielle Bestätigung

Laut dem Bericht des "Wall Street Journal" reagiert US-Präsident Trump mit dem Abzug auf die seiner Meinung nach zu niedrigen Verteidigungsausgaben Deutschlands. Das Weiße Haus in Washington und auch die Bundesregierung kommentierten die Berichte bisher nicht. Der CDU-Abgeordnete Otte meinte, eine Entscheidung dieser Größenordnung hätte besser vorher bilateral oder in der Nato beraten werden sollen.

BevölkerungsschutzSeehofer will Bundesamt reformieren

Innenminister Seehofer will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz reformieren, damit Deutschland künftig besser auf Krisen wie die Coronavirus-Pandemie reagieren kann. Der CSU-Politiker sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, es sei der Bevölkerung nicht erklärbar, dass das Bundesamt nur für den Spannungs- und Verteidigungsfall zuständig sei. Deswegen werde er in Kürze mit dem Präsidenten der Behörde darüber reden, wie die Behörde künftig aufgestellt werde. Er sei der Meinung, dass ein solches Amt bei einer Pandemie oder anderen Katastrophen wie Waldbränden oder Hochwasser helfen könne. Dafür müsse man sich die rechtlichen Grundlagen anschauen, betonte Seehofer.

LibyenUNO-Resolution zum Waffenembargo verlängert

Der UNO-Sicherheitsrat hat einstimmig eine Resolution verabschiedet, mit der die Durchsetzung des Waffenembargos gegen Libyen um ein Jahr verlängert wird. Außenminister Maas erklärte in Berlin, die einstimmige Annahme sei ein positives Signal. Die Bundesregierung sei froh, dass es nach intensiven Verhandlungen gelungen sei, in dieser strittigen Frage eine Einigung zu erzielen. Maas betonte, ein Waffenstillstand in Libyen sei längst überfällig. Die Grundlage dafür sei ein Ende der militärischen Unterstützung von außen. Zudem müssten die Konfliktparteien endlich wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Auf Grundlage der Resolution können Schiffe inspiziert werden, wenn angenommen wird, dass sie das Waffenembargo gegen Libyen verletzen.

George FloydWeitere Proteste gegen Polizeigewalt in Deutschland

In mehreren deutschen Städten finden heute weitere Kundgebungen gegen Polizeigewalt und Rassismus statt. Geplant sind unter anderem stille Gedenken in Berlin, Düsseldorf und Stuttgart. Bereits gestern hatten mehrere tausend Menschen in Hamburg und Frankfurt am Main demonstriert. Die Kundgebung vor dem US-Konsulat in Hamburg wurde nach kurzer Zeit von der Polizei aufgelöst, weil Teilnehmer gegen die coronabedingten Auflagen verstießen. In der Frankfurter Innenstadt hielten sich die Demonstranten weitgehend an die Abstands- und Mundschutzregeln. Anlass für die Kundgebungen ist der Tod des schwarzen Amerikaners George Floyd am 25. Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis. In der Folge kam es vielrorts in den USA zu Protesten und teilweise auch Ausschreitungen.

USAAuch Trumps Ex-Stabschef kritisiert Umgang des Präsidenten mit Protesten

Nach dem früheren Verteidigungsminister Mattis hat auch der Ex-Stabschef von US-Präsident Trump dessen Umgang mit den anti-rassistischen Protesten kritisiert. Der ehemalige General Kelly sagte in einem im Internet übertragenen Interview, er hätte Trump abgeraten, die friedlichen Proteste in Washington gewaltsam auflösen zu lassen. Kelly rief dazu auf, bei der nächsten Präsidentenwahl stärker auf die charakterlichen und moralischen Eigenschaften der Kandidaten zu achten. Am Donnerstag hatte Mattis in einem Magazinbeitrag geschrieben, der Präsident versuche das Land zu spalten anstatt es zu einen. In Washingtons nannte unterdessen Bürgermeisterin Bowser den Platz vor dem Weißen Haus offiziell "Black Lives Matter"-Platz. Dies gab sie auf Twitter bekannt. Die Kreuzung hatte bisher keinen Namen. Die teils gewaltsamen Proteste der vergangenen Tage in vielen amerikanischen Städten waren durch den Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz am 25. Mai in Minneapolis ausgelöst worden.

Wegen Anti-DiskriminierungsgesetzBayern stellt Polizei-Unterstützung in Berlin in Frage

Wegen des umstrittenen Anti-Diskriminierungsgesetzes in Berlin stellt Bayern künftige Einsätze seiner Polizei in der Hauptstadt in Frage. Innenminister Herrmann sagte der Deutschen Presse-Agentur, man lasse nicht zu, dass die bayerischen Polizistinnen und Polizisten das gestörte Verhältnis der Berliner Regierung zu ihrer Polizei ausbaden müssten. Deshalb würden Juristen und Experten seines Ministeriums nun die Auswirkungen des Gesetzes auf sogenannte Unterstützungseinsätze in der Hauptstadt prüfen. Die Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen forderte den dortigen Innenminister Reul auf, bis auf weiteres keine Polizei mehr nach Berlin zu entsenden. Die Berliner Justizsenatsverwaltung wies solche Forderungen zurück. Die Amtshilfe anderer Bundesländer sei gesetzlich eindeutig geregelt; eine Verweigerung aus politischen Gründen komme nicht in Betracht, hieß es. Das Gesetz war am Donnerstag vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen worden. Es soll die Menschen dort vor Diskriminierung seitens der Behörden schützen und sieht gegebenfalls Ansprüche auf Schadenersatz gegen das Land vor.

RusslandÖlaustritt in Pipeline am Nordpolarmer nach Behördenangaben gestoppt

Nach dem Leck an einem Tank am Nordpolarmeer in Russland ist die Ausbreitung des Öls laut Behördenangaben mittlerweile gestoppt. Die Eindämmung sei mithilfe schwimmender Barrieren auf dem Fluss Ambarnaja gelungen, sagte eine Sprecherin des Krisenstabs. Russlands Präsident Putin kündigte an, den Konzern Nornickel für den Öl-Unfall zur Verantwortung zu ziehen. Das Unternehmen werde alle Kosten für die Behebung der Umweltschäden übernehmen, sagte Putin in Moskau. Allein die Aufräumarbeiten dürften umgerechnet rund 128 Millionen Euro kosten. Aus einem Kraftwerk waren 21.000 Tonnen Dieselöl ausgelaufen. Aktivisten warnen vor einer Umweltkatastrophe für die Arktis. Nornickel ist einer der weltgrößten Nickelproduzenten und zählt zu den größten Unternehmen Russlands.

AtomstreitIAEA: Iran hat fast acht Mal mehr angereichertes Uran als erlaubt

Der Iran verfügt nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde über fast acht Mal so viel Uran wie im Nuklearabkommen von 2015 festgelegt ist. In einem in Wien vorgelegten Bericht der IAEA heißt es, statt der zulässigen Menge von 203 Kilogramm besitze der Iran 1.571 Kilogramm angereichtertes Uran. Dies hätten Inspekteure der Atomenergiebehörde ermittelt. Weiter hieß es, zudem blockiere der Iran Besuche der Inspekteure an Orten, an denen Nuklearforschung und -entwicklung betrieben werde. Die Führung in Teheran argumentiert demnach, dass zunächst rechtliche Fragen zu klären seien. Die IAEA sei besorgt über das derzeitige Vorgehen des Landes, hieß es. US-Präsident Trump hatte das Abkommen des Iran mit mehreren westlichen Staaten zur Kontrolle seines Atomprogramms im Jahr 2018 gekündigt. Seitdem hält sich Teheran nicht mehr an alle Auflagen des Vertrages. Er soll sicherstellen, dass der Iran nicht über Atombomben verfügt.

BrasilienKlagen gegen Umweltpolitik der Regierung

In Brasilien haben Organisationen der Zivilgesellschaft und Oppositionsparteien mehrere Klagen wegen der Umweltpolitik von Präsident Bolsonaro eingereicht. Die Gruppierungen, darunter die Vereinigung der Staatsanwälte, werfen der Regierung unter anderem Versäumnisse und Rechtsverstöße vor, die den Export von Tropenholz ohne Genehmigung ermöglicht haben sollen. Zudem fordern sie, dass der sogenannte Amazonienfonds und der Klimafonds ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Beide wurden von der Regierung Bolsonaro für eineinhalb Jahre eingefroren. Mit dem Geld soll eigentlich die Umsetzung der nationalen Klimaziele finanziert werden.

FinanzaufsichtBafin zeigt Wirecard wegen Verdachts auf Marktmanipulation an - Staatsanwaltschaft durchsucht Firmensitz

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat den Zahlungsdienstleister Wirecard wegen des Verdachts der Marktmanipulation angezeigt. Das berichten übereinstimmend mehrere Agenturen. Wie es weiter heißt, leitete die Staatsanwaltschaft München ein Verfahren gegen den gesamten Vorstand ein und liess den Firmensitz durchsuchen. Es besteht demnach der Verdacht, dass die Wirecard-Manager Mitte März und April irreführende Signale für den Börsenpreis der Aktien gegeben haben. Wirecard erklärte, das Unternehmen kooperiere mit den Ermittlungsbehörden. Der Finanzdienstleister hatte zuletzt mehrmals seinen Geschäftsabschluss verschieben müssen. Das Unternehmen steht immer wieder im Mittelpunkt von Aktienspekulationen. Anfang 2019 standen schwere Betrugsvorwürfe im Raum, die Wirecard stets zurückwies. Ob die jetzigen Ermittlungen damit im Zusammenhang stehen, ist unklar.

AfghanistanUSA greifen erstmals nach Ende von Waffenruhe Taliban-Ziele an

Die US-Armee hat Luftangriffe gegen Taliban-Stellungen in Afghanistan geflogen. Es seien Ziele in der Provinz Farah im Westen des Landes und in der Provinz Kandahar im Süden Afghanistans attackiert worden, teilte ein Sprecher der Streitkräfte auf Twitter mit. Angaben zu möglichen Opfern gab es zunächst nicht. Die USA forderten die Konfliktparteien auf, die Gewalt zu reduzieren, damit der Friedensprozess vorankomme. Nach Angaben des Innenministeriums in Kabul wurden bei einem Anschlag auf ein Militärfahrzeug zehn afghanische Soldaten getötet. Die Regierung macht die radikalislamischen Taliban für die Attacke verantwortlich. Die USA hatten im Februar ein Abkommen mit den Taliban unterzeichnet, das den fast zwei Jahrzehnte währenden Krieg in Afghanistan beenden soll. Präsident Trump hat wiederholt erklärt, alle US-Soldaten aus dem Land abzuziehen. Ein Datum dafür hatte er offen gelassen.

"Send In The Troops"New York Times entschuldigt sich für Gastkommentar

Ein Gastkommentar in der "New York Times" zu den Anti-Rassismus-Protesten hat zu einer scharfen Kontroverse in der Zeitung geführt. Der republikanische Senator Tom Cotton hatte unter der Überschrift "Schickt die Truppen rein" ("Send In The Troops") einen Einsatz des Militärs gegen Protestierende in den USA gefordert. Das Blatt erklärte nun, der Gastkommentar entspreche nicht den Standards der Zeitung. Ein "überstürzter redaktioneller Prozess" habe zu seiner Veröffentlichung geführt. Nach Angaben der "New York Times" hatte der Kommentarchef des Blattes den Beitrag vor der Publikation nicht gelesen. Cotton hatte unter anderem geschrieben: "Vor allem eines wird die Ordnung auf unseren Straßen wieder herstellen: eine überwältigende Machtdemonstration, um Gesetzesbrecher zu vertreiben, festzunehmen und schließlich abzuschrecken." Zahlreiche Mitarbeiter des Verlags äußerten sich empört darüber, dass Cottons Beitrag in der "New York Times" erscheinen konnte. So schrieb etwa Pulitzer-Preisträgerin Nikole Hannah-Jones auf Twitter: "Als eine schwarze Frau, als eine Journalistin, als eine Amerikanerin schäme ich mich zutiefst dafür, dass wir das veröffentlicht haben." Die Meinungs-Redakteurin Bari Weiss hingegen verteidigte die Veröffentlichung. Die Kommentar-Redaktion der "New York Times" ist getrennt von der Nachrichten-Redaktion. Seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am 25. Mai kommt es in vielen US-Städten zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus. Die Proteste arteten zum Teil in Ausschreitungen und Plünderungen aus. US-Präsident Donald Trump hat mit dem Einsatz des Militärs wegen der Proteste gedroht. Verteidigungsminister Mark Esper hat offen dagegen Stellung bezogen.

BundesbahnBetonteil stürzt auf Bahnstrecke Münster-Osnabrück

Die Bahnstrecke zwischen Münster und Osnabrück ist gesperrt, weil ein meterlanges Betonteil einer Brücke auf die Schienen gefallen ist. Wie die Bahn mitteilte, wurde niemand verletzt. Die Oberleitungen und Schienen seien aber beschädigt worden. Der Zugverkehr wurde umgeleitet. Betroffen waren unter anderem ICEs zwischen Hamburg und Passau sowie Hamburg und Stuttgart. Eine Sprecherin der Bundespolizei erklärte, nach Erkenntnissen der Feuerwehr sei das Betonteil der Brücke marode gewesen. Nach Informationen der "Westfälischen Nachrichten" dauert die Sperrung der Strecke voraussichtlich noch das ganze Wochenende an.

HamburgSPD und Grüne stimmen über Koalitionsvertrag ab

In Hamburg stimmen heute SPD und Grüne über die Annahme des Koalitionsvertrag ab. Die Spitzen beider Parteien hatten sich am vergangenen Wochenende nach mehrwöchigen Gesprächen darauf verständigt, ihre Regierungskoalition fortzusetzen. Sollten die Delegierten beider Parteien dem mehrheitlich zustimmen, könnte Bürgermeister Tschentscher in der kommenden Woche von der Bürgerschaft wiedergewählt werden. Aufgrund der Infektionsrisiken durch das Coronavirus fällt die Entscheidung bei den Grünen in einem sogenannten Landesausschuss. Bei der SPD sind die Mitglieder zur Onlineabstimmung aufgerufen. Ergebnisse werden für den Nachmittag beziehungsweise den frühen Abend erwartet.

Im Alter von 72 Jahren"The Sweet"-Bassist Steve Priest gestorben

Der britische Rockmusiker Steve Priest ist tot. Der Mitbegründer und Bassist der Glamrock-Band The Sweet starb im Alter von 72 Jahren. Zu den bekanntesten Hits der Gruppe gehörten in den 1970-er Jahren "Ballroom Blitz" und "Fox on the Run".

WetterIm Norden wechselhaft, im Süden Regen

Das Wetter: In der Nordhälfte wechselhaft mit Schauern und kurzen Gewittern, aber auch sonnigen Abschnitten. Im Süden bedeckt mit Regen. 13 bis 18 Grad, am Alpenrand bis 23 Grad. Morgen wechselnd bewölkt, im Nordwesten und südlich der Donau auch Niederschläge. 14 bis 21 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Montag im Nordwesten einzelne Schauer, sonst meist trocken und zeitweise sonnig. An den Alpen noch etwas Regen. 14 bis 20 Grad.

CoronavirusCampingplätze, Ferienwohnungen, Hotels: Die aktuellen Reiseregelungen in Deutschland

Erst Mitte Juni soll die derzeit weltweit geltende Reisewarnung zumindest für 31 europäische Staaten aufgehoben werden. Dafür öffnen sich aber jetzt schon Bundesländer für einheimische Touristen. Was geht wo – wir haben für Sie die Reisebestimmungen der einzelnen Bundesländer zusammengefasst.

Baden-Württemberg

Ferienwohnungen und Campingplätze können wieder öffnen, genauso wie Hotels - ausgenommen sind Wellnessbereiche. Speiselokale dürfen wieder Gäste bewirten. Kneipen und Bars dürfen Gäste im Freien bewirten. Die Öffnung der Innenbereiche in Kneipen und Bars folgt dann vom 2. Juni an. Museen machen wieder auf, Kinos und Freibäder bleiben vorerst geschlossen. Weitere Corona-Infos zu Baden-Württemberg können Sie hier nachlesen.

Bayern

Restaurants dürfen sowohl die Außenbereiche als auch die Innenräume öffnen. Für auf den Getränkeausschank ausgerichtete Lokale wie Bars gibt es noch keine Perspektive, auch Kinos bleiben erstmal zu. Gaststätten und Biergärten dürfen ihre Außen- wie Innenbereiche öffnen. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen ebenfalls wieder Feriengäste empfangen. Museen sind geöffnet. Freibäder öffnen erst am 8. Juni. Weitere Corona-Infos zu Bayern können Sie hier nachlesen.

Berlin

Essen gehen in Restaurants ist möglich, allerdings nur von 6 bis 22 Uhr. Kneipen und Bars können ab 2. Juni wieder öffnen, Gäste müssen aber an Tischen Platz nehmen. Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen können auch öffnen. Museen und Freibäder haben geöffnet, Kinos dürfen erst am 30. Juni wieder öffnen. Weitere Corona-Infos zu Berlin können Sie hier nachlesen.

Brandenburg

Restaurants können öffnen, Bars bleiben geschlossen.Ferienwohnungen durften als erste Gäste aufnehmen, inzwischen auch Hotels und Campingplätze. Museen können wieder öffnen, auch Freibäder sind wieder offen. Für Kinos gibt es noch keine Öffnungstermine. Weitere Corona-Infos zu Brandenburg können Sie hier nachlesen.

Bremen

Restaurantbesuche sind möglich. Gästelisten mit Namen und Kontaktdaten sind Pflicht. Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen dürfen ebenfalls öffnen. Museen haben auch geöffnet. Kinos bleiben weiter zu. Erste Freibäder öffnen Anfang Juni, ab dem 15. Juni öffnen dann alle - allerdings unter bestimmten Hygieneauflagen. Weitere Corona-Infos zu Bremen können Sie hier nachlesen.

Hamburg

Restaurants sind offen. Hotels, Campingplätze sowie Ferienwohnungen dürfen Gäste empfangen. Eine Öffnung von Bars wird geprüft. Museen können wieder öffnen, Kinos bleiben erstmal zu. Freibäder sind ab dem 2. Juni offen. Weitere Corona-Infos zu Hamburg können Sie hier nachlesen.

Hessen

Gaststätten und Bars sind geöffnet, vorgeschrieben ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Gästen. Deren Kontaktdaten werden erfasst. Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen dürfen Touristen aufnehmen. Museen dürfen wieder öffnen, prinzipiell auch Kinos, wenn sie Hygiene- und Abstandsregeln gewährleisten können. Weitere Corona-Infos zu Hessen können Sie hier nachlesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Restaurants sind geöffnet. Ein Gast pro Tisch muss seine Daten hinterlassen. Bars sind geschlossen. Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen sind geöffnet. Es existiert ein Aufnahmeverbot für Touristen aus Risikogebieten und Landkreisen, in denen die Grenze von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wurde. Auch Freibäder sind wieder geöffnet. Weitere Corona-Infos zu Mecklenburg-Vorpommern können Sie hier nachlesen.

Niedersachsen

Restaurants sind geöffnet, dürfen jedoch maximal die Hälfte ihrer Plätze vergeben. Bars bleiben weiterhin geschlossen. Ferienwohnungen dürfen betrieben werden, ebenso wie Campingplätze. Allerdings darf auch hier maximal die Hälfte des Platzes genutzt werden. Hotels folgen mit maximal 60 Prozent Auslastung. Außerdem gibt es für Campingplätze, genauso wie für Ferienhäuser und Ferienwohnungen, eine Wiederbelegungssperre von mindestens sieben Tagen. Freibäder und Museen können wieder öffnen, Kinos sind geschlossen. Die Nordseeinseln empfangen noch keine Tagestouristen. Weitere Corona-Infos zu Niedersachsen können Sie hier nachlesen.

Nordrhein-Westfalen

Restaurants sind geöffnet. Unter anderem müssen die Kontaktdaten eines jeden Besuchers registriert werden. Ferienwohnungen, Campingplätze und Hotels dürfen wieder touristisch genutzt werden. Auch Jugendherbergen sind wieder geöffnet, soweit sie den Corona-Standards entsprechen können. Freibäder und Museen sind ebenso offen. Kinos dürfen mit deutlich reduzierten Besucherzahlen wieder öffnen. Weitere Corona-Infos zu Nordrhein-Westfalen können Sie hier nachlesen.

Rheinland-Pfalz

Gaststätten und Bars dürfen öffnen. Essen und Trinken darf wieder an der Theke abgeholt werden. Gäste werden mit Kontaktdaten erfasst. Hotels dürfen wieder für Touristen öffnen, Ferienwohnungen und Campingstellplätze vermietet werden. Museen, Freibäder und Kinos sind ebenso wieder offen. Weitere Corona-Infos zu Rheinland-Pfalz können Sie hier nachlesen.

Saarland

Restaurantbesuche sind wieder möglich. Gäste müssen vorher reservieren und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen dürfen erneut für den Tourismus öffnen. Museen und Kinos sind ebenfalls geöffnet. Weitere Corona-Infos zu Saarland können Sie hier nachlesen.

Sachsen

Restaurants dürfen wieder öffnen. Speisekarten müssen abwischbar sein. Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen können öffnen. Museen sind wieder geöffnet, Kinos dagegen noch geschlossen. Weitere Corona-Infos zu Sachsen können Sie hier nachlesen.

Sachsen-Anhalt

Alle Restaurants und Bars dürfen wieder öffnen. Campingplätze, Ferienwohnungen und Hotels können ebenfalls wieder genutzt werden. Museen und Freibäder dürfen öffnen. Kinos sind noch geschlossen. Weitere Corona-Infos zu Sachsen-Anhalt können Sie hier nachlesen.

Schleswig-Holstein

Restaurants sind offen. Hotelbesuche sind auch möglich. Museen sind offen, Kinos dürfen mit deutlich reduzierten Besucherzahlen öffnen. Für Tagestouristen sind die Nordseeinseln Sylt, Amrum und Föhr sowie auch die Gemeinden St. Peter-Ording und Büsum erst nach Pfingsten wieder zugänglich. Die Ostseeinsel Fehmarn ist offen. Weitere Corona-Infos zu Schleswig-Holstein können Sie hier nachlesen.

Thüringen

Restaurants können wieder Gäste empfangen. Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen dürfen aufmachen. Museen dürfen öffnen, für Kinos gibt es noch keinen Termin. Weitere Corona-Infos zu Thüringen können Sie hier nachlesen. (Stand: 30.5.)

Weiterführende Artikel zum Coronavirus

Wir haben einen Nachrichtenblog angelegt. Der bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

Urlaub und Freizeit

+ Campingplätze, Ferienwohnungen, Hotels: Die aktuellen Reiseregelungen in Deutschland + Reisen: Wie der Urlaub 2020 aussehen könnte + Urlaub: Welche Regeln in der Bahn und im Flugzeug gelten + Tourismus: Streit um Gutscheinlösungen für Reisende + Schwimmen: Wie es mit Freibad und Schwimmbad weitergehen kann + Sport: Wie es mit Sportverein und Fitnessstudio weitergehen kann

Zahlen und Daten zur Coronavirus-Pandemie

+ Corona-Pandemie - und danach? Wie geht es mit dem Umweltschutz nach der Krise weiter? + Zahlen aus Europa: Wie sich das Coronavirus in Europa ausbreitet + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland + Deutschland: Warum die Todesrate durch das Coronavirus in Deutschland (noch) so niedrig ist + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

Erkrankung und Schutz

+ Tröpfcheninfektion oder Schwebeteilchen: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung des Coronavirus? + Ausbreitung: Wie gefährlich sind Superspreader in der Corona-Pandemie? + Impfung: So weit ist die Forschung + Behandlung: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? + Ansteckung: Wann sollen Kitas und Schulen wieder vollständig öffnen? + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte + Einkaufswagen und Co.: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält

Fake News, Verschwörungstheorien, Proteste

+ Corona-Demos: Gegner der Corona-Maßnahmen sind in der Minderheit + Corona-Falschnachrichten: Ärzte und Virologen warnen vor Infodemie + Selbsternannte Partei: Wie Widerstand 2020 die Corona-Krise in Frage stellt + Verbreitete Anschuldigungen: Wie Bill Gates zum Ziel von Verschwörungstheoretikern wurde Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

CoronavirusZelt, Wohnwagen, Ferienhaus: Wie der Urlaub 2020 aussehen könnte

Die Sommerferien rücken näher, in einigen Bundesländern beginnen sie bereits Ende Juni. Und damit stellt sich vielen die Frage, ob und wie Urlaub in diesem Sommer während der Corona-Pandemie überhaupt noch möglich ist. Die Bundesregierung plant, ab dem 15. Juni die derzeit weltweit geltende Reisewarnung zumindest für 31 europäische Länder aufzuheben und durch spezifische Reisehinweise zu ersetzen. Bald will sich das Kabinett nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur über einen Plan für die Wiederaufnahme des Tourismus in Europa verständigen. Dazu zählen auch Überlegungen, wie man sich mit den Reiseländern auf einen einheitlichen Infektionsschutz einigen könnte.

Urlaub im europäischen Ausland

Italien hat angekündigt, seine Grenzen ab dem 3. Juni für Touristen aus der EU zu öffnen. Auch eine grundsätzliche zweiwöchige Quarantäne für Einreisende soll es dann nicht mehr geben, nur noch für Menschen, die Kontakt zu Infizierten hatten oder selbst positiv getestet wurden. Es gibt aber noch kein generelles Datum für Hotelöffnungen. Eine Durchreise durch Österreich nach Südtirol ist dann erlaubt, wenn die sofortige Ausreise belegt werden kann, zum Beispiel mit einer Buchungsbestätigung. Die Grenze nach Luxemburg ist wieder vollständig geöffnet. An den Grenzen in die Schweiz gibt es Lockerungen. In weiten Teilen Frankreichs können Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser für Urlauber ab dem 2. Juni wieder öffnen. Das Gleiche gilt für Cafés, Bars und Restaurants, sowie Strände, Seen und Museen. Ausnahmen sind der Großraum Paris und die Überseegebiete Französisch-Guyana und Mayotte. Diese Regionen sind noch vergleichsweise stark vom Corona-Virus betroffen. Dort sind Öffnungen der Unterkünfte ab dem 22. Juni geplant. In der Hauptstadtregion darf der Café- und Restaurantbetrieb zudem nur im Freien wieder aufgenommen werden. Verboten bleiben dort Versammlungen von mehr als zehn Personen. Ab dem 15. Juni sollen nach dem Willen der französischen Regierung Einreisen für alle EU-Bürger wieder möglich sein. Aktuell ist eine Einreise aus bestimmten Gründen möglich (dafür muss vorab ein Formular ausgefüllt werden). Das gilt zum Beispiel für Menschen, die ihren Lebenspartner oder Verwandte besuchen wollen. Auch Besitzer von Grundstücken, Schrebergärten sowie von Landwirtschafts-, Jagd- oder Forstflächen können passieren. Urlaub, Einkaufen oder Tanken sind als Gründe derzeit nicht ausreichend. Dänemark öffnet seine Grenzen am 15. Juni für Urlauber. Es gibt bereits jetzt erste Lockerungen: Durchreisen an andere Ferienorte sind wieder erlaubt. Besitzer eines Ferienhauses dürfen wieder einreisen. Das gleiche gilt für Menschen, deren Partner oder Partnerin in Dänemark lebt - allerdings muss die Beziehung schon länger als sechs Monate andauern. Auch aus Österreich gab es zuletzt positive Signale für den Tourismus. Hotels und Gastronomie haben Mitte Mai den Betrieb wieder aufgenommen, ab Mitte Juni sollen touristische Reisen wieder möglich sein. In die Niederlande bestand während der Corona-Pandemie zu keiner Zeit ein Einreiseverbot für deutsche Staatsangehörige. Ferienwohnungen werden bereits jetzt wieder vermietet, ab dem 1. Juli sollen auch die Campinglätze und Ferienparks vollständig den Betrieb aufnehmen können. Auf Campingplätzen, in Naturparks und Strände dürfen dann auch Sanitäreinrichtungen wieder öffnen. Griechenland öffnet am 15. Juni seine Grenzen für Bürger aus 29 Ländern, darunter Deutschland. Am 1. Juni öffnen dort die ersten Hotels. Die Einreise per Flugzeug wird vorerst nur über Athen und Thessaloniki möglich sein. Spanien und Portugal planen, den Tourismus ab Juli wieder schrittweise hochzufahren.

Die Quarantäne-Regel

Die Regelung, dass aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehrende Reisende für 14 Tage in Quarantäne müssen, wird nach und nach aufgehoben. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. Die Quarantäne-Pflicht ist bereits für Einreisen aus EU-Ländern, dem Schengen-Raum sowie aus Großbritannien aufgehoben. Sie gilt allerdings weiter für alle Personen, die aus einem sogenannten Drittstaat in die Bundesrepublik einreisen. Ausnahmen bestehen für solche Drittstaaten, in denen das dortige Infektionsgeschehen auf niedrigem Niveau ist. Die Bundesländer können auf Basis dieser Grundlinie eigene Regelungen ausarbeiten. Sie dürfen etwa auch für Einreisen aus den von der Pflicht ausgenommenen Staaten eine Quarantäne anordnen, wenn in dem betreffenden Land die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen über 50 pro 100.000 Einwohner liegt.

Urlaub in Deutschland

Während Reisen ins europäische Ausland bislang kaum möglich sind, öffnen sich immer mehr Bundesländer einheimischen Touristen. Hotels, Campingplätze und Restaurants haben den Betrieb weitgehend wieder aufgenommen, wenn auch unter strengen Regeln. Auch Museen, Freibäder und Freizeitparks sind vielerorts wieder offen. Die einzelnen Reisebestimmungen der Bundesländer haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Die Reisewarnung

Bislang gilt eine weltweite Reisewarnung für alle touristischen Reisen ins Ausland. Allerdings hat die Bundesregierung in Aussicht gestellt, am 15. Juni die Reisewarnung für 31 europäische Staaten aufzuheben und durch spezifische Reisehinweise für die einzelnen Ländern zu ersetzen. Darin soll dann auf die regional und national unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden. Hierzu zählen neben den 26 übrigen EU-Ländern das aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Zudem will sich die Bundesregierung nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur über ein Eckpunktepapier verständigen, das als Gesprächsgrundlage für eine Einigung mit den Urlaubsländern auf Regeln für einen Infektionsschutz dienen soll.

Die Lage außerhalb Europas

Für Europäer gilt seit Mitte März beispielsweise ein Einreisestopp in die USA. Wie lange dieser Einreisestopp noch gelten wird, lässt US-Präsident Trump bislang offen. Unter anderem Israel, Australien, Brasilien und Indien haben ihre Grenzen für Ausländer weitgehend geschlossen. In anderen Ländern gelten Einreiseverbote für Reisende aus Risikogebieten oder strenge Quarantäne-Vorschriften nach der Einreise. Im Einzelnen informieren die Internetseiten der Botschaften. Ungeachtet der Reisewarnung gibt es kein Verbot für Auslandsreisen. Das Auswärtige Amt erklärte zudem, dass die Auslandsvertretungen deutsche Staatsangehörige in Notlagen auch weiterhin unterstützen. Allerdings werde es keine weiteren Rückholaktionen wie im März und April geben.

Wenig "große Fernreisen" 2020

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sagte dem "Tagesspiegel": "Ich glaube, die große Fernreise fällt in diesem Sommer aus, aber das gilt nicht für den ganzen Urlaub." Er halte eine Reise in europäische Nachbarländer für möglich, wenn die Entwicklung so weitergehe. "Aber ich würde auch andere Regionen in Europa noch nicht abschreiben, etwa die Balearen oder die griechischen Inseln."

Auswirkungen auf die Reisewirtschaft

Die Reisebüros und Reiseveranstalter in Deutschland befürchten angesichts der Situation große Probleme. 60 Prozent der Unternehmen in der Tourismusbranche sehen sich laut einer Umfrage des Deutschen Reiseverbandes unmittelbar von der Insolvenz bedroht. Die Mehrheit der Firmen werde die Krise nicht überleben, wenn die Bundesregierung nicht bald einen Schutzschirm aufspanne, sagte der Präsident des Branchenverbandes, Fiebig. Tourismusverbände fordern vielerorts Soforthilfen von Bund und Ländern. Experten der Reisebranche befürchten, dass sich das Kreuzfahrt-Urlaubsgeschäft nur schwer von der Corona-Krise erholen wird. Der Reiseanbieter TUI hat am 13. Mai den Abbau von weltweit 8.000 Stellen angekündigt. Die Folgen der Pandemie machten "Einschnitte bei Investitionen, bei Kosten, unserer Größe und unserer Präsenz in aller Welt" nötig, erklärte TUI-Chef Joussen. Wegen der Reisebeschränkungen sei das Sommerprogramm seines Konzerns derzeit nur zu 35 Prozent gebucht. Über die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die europäische Reisebranche berichtet auch "Politico". Demnach arbeiten europaweit rund elf Prozent der Arbeitnehmer in der Tourismusbranche. Nach Angaben der EU-Kommission ist der Tourismussektor der am schwersten betroffene Wirtschaftszweig in der Corona-Krise. Industriekommissar Breton bezifferte die geschätzten Einnahmeverluste der kommenden Monate kürzlich auf 50 Prozent für Hotels und Restaurants, 70 Prozent für Reiseveranstalter und Reisebüros und 90 Prozent für Kreuzfahrt- und Fluggesellschaften. (Stand: 30. Mai 2020, 12 Uhr)

Weiterführende Artikel zum Coronavirus

Wir haben einen Nachrichtenblog angelegt. Der bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

Urlaub und Freizeit

+ Campingplätze, Ferienwohnungen, Hotels: Die aktuellen Reiseregelungen in Deutschland + Reisen: Wie der Urlaub 2020 aussehen könnte + Urlaub: Welche Regeln in der Bahn und im Flugzeug gelten + Tourismus: Streit um Gutscheinlösungen für Reisende + Schwimmen: Wie es mit Freibad und Schwimmbad weitergehen kann + Sport: Wie es mit Sportverein und Fitnessstudio weitergehen kann

Zahlen und Daten zur Coronavirus-Pandemie

+ Corona-Pandemie - und danach? Wie geht es mit dem Umweltschutz nach der Krise weiter? + Zahlen aus Europa: Wie sich das Coronavirus in Europa ausbreitet + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland + Deutschland: Warum die Todesrate durch das Coronavirus in Deutschland (noch) so niedrig ist + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

Erkrankung und Schutz

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Covid-19Warum die Todesrate durch das Coronavirus in Deutschland (noch) so niedrig ist

Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in Deutschland nach wie vor niedrig. Das Robert Koch-Institut warnt aber davor, sich deshalb in Sicherheit zu wiegen. Wir erklären, warum die Angaben zu den Todesraten mit Vorsicht zu genießen sind und welche Hypothesen es für die niedrige Zahl in Deutschland gibt. Seit Wochen sprechen und schreiben Behörden, Wissenschaft und Medien über Todesraten einzelner Länder im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahlen variieren je nach Land stark. Die US-amerikanische Johns-Hopkins-Universität listet etwa die Corona-Toten im Verhältnis zur Gesamtzahl der registrierten Fälle und je 100.000 Einwohner auf. Dabei kam Belgien zuletzt auf 76 Tote pro 100.000 Einwohner, Spanien auf fast 59 und Italien auf knapp 53. Deutschland verzeichnete demnach nur neun Corona-Tote je 100.000 Einwohner (Stand: 19.5.). Blickt man auf die Todeszahl pro bestätigter Fälle liegt Belgien mit rund 16 Prozent vor Frankreich mit knapp 15 Prozent und Großbritannien mit rund 14 Prozent. Deutschland kommt hier auf einen Wert von etwsas über 4 Prozent. Das bedeutet: Von den bisher registrierten Covid19-Patienten sind gut vier Prozent gestorben. In Schweden, wo es ja bekanntlich kaum Beschränkungen wegen des Virus gibt, ist diese Rate im internationalen Vergleich eher hoch und mit 12,2 Prozent vergleichbar mit jenen in den Niederlanden (12,9) und Ungarn (12,9). Zu den auffällig hohen Werten aus Belgien ist anzumerken, dass dort auch eine andere Zählweise zu deutlich höheren offiziellen Angaben führt. Unabhängig von der Art der Berechnung gilt die Todesrate in Deutschland jedoch als sehr niedrig. Wie kann das sein? Verschiedene Theorien wurden aufgestellt, die wir hier erläutern wollen.

Wie verlässlich sind die Zahlen?

Zunächst einmal muss man sich klar machen, dass die Statistiken der einzelnen Länder nur sehr bedingt vergleichbar sind. Die derzeit genannten Todesraten ergeben sich in der Regel aus dem Anteil der Todesfälle an den offiziell gemeldeten Zahlen. Diese hinken der Realität durch technische Verzögerungen und unterschiedliche Meldewege aber oft hinterher. Zudem bedingt die Anzahl der getesteten Personen und somit der überhaupt registrierten Fälle die Todesrate enorm: Wenn ein Land viel testet, findet es viele Infizierte mit milden Verläufen – somit sinkt auch die Todesrate. Dies gilt jedoch nicht, wenn man die Zahl der Corona-Toten dem Wert von 100.000 Einwohnern ins Verhältnis setzt, denn hier werden Erkrankte und Gesunde gleichermaßen betrachtet. Die britische Zeitung "Guardian" berichtet zudem darüber, dass in Italien inzwischen viele unklare Todesfälle nach dem Tod auf Sars-CoV-2 getestet würden. In Deutschland sei das nicht immer der Fall. Möglicherweise bleiben also einige Todesfälle unentdeckt - allerdings gehen Forscher davon aus, dass dies aufgrund der hohen Sensibilisierung für das Thema derzeit nur selten der Fall sei. Generell lässt sich bei einer Person mit mehreren Vorerkrankungen nicht immer trennscharf feststellen, ob nun Covid-19 oder eine andere Erkrankung zum Tod geführt hat. Die Todeszahlen könnten also je nach Land zu hoch oder zu niedrig liegen. Ein weiteres Problem: Viele Menschen sind noch erkrankt und könnten in den nächsten Tagen sterben. Selbst wenn sich ab einem bestimmten Tag niemand mehr neu infizieren würde, würden noch weitere Todesfälle hinzukommen, bei denen sich Patienten in den Tagen zuvor angesteckt hatten. Wie tödlich Sars-CoV-2 wirklich ist und wie sich die Todesraten pro Land unterscheiden, werden Forscher also nicht vor Ende der Pandemie sicher sagen können.

Zahl der Tests und Dunkelziffer

Eine relativ wahrscheinliche Erklärung für die unterschiedlichen Werte ist die Zahl der Tests in einem Land sowie die sich daraus ergebende Dunkelziffer. Das Robert Koch-Institut hatte die im Vergleich zu Italien und Spanien niedrigen Zahlen unter anderem damit erklärt, dass man in Deutschland von Anfang an vergleichsweise breit getestet und somit den Erreger früh entdeckt habe. Dadurch seien auch viele Fälle erfasst worden, die mild verlaufen. Allerdings gebe es auch einen Zeitverzug. "Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf. Wir haben jetzt ja auch leider Fälle in Pflege- und Altenheimen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit ansteigen wird." Um präzisere Angaben zur Dunkelziffer machen zu können, hat das Robert Koch-Institut mehrere Studien angekündigt, bei denen Blutproben auf Antikörper untersucht werden sollen. Ziel sei es etwa zu erfahren, wie viele Menschen im Land immun seien und wie hoch der Anteil symptomloser Fälle sei. Davon hänge auch die Sterberate ab. Der Bonner Virologe Streeck hat mit anderen Forschenden den besonders betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen untersucht. Besonders im Blick war die Gemeinde Gangelt. Die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu sterben, lag den vorläufigen Zahlen zufolge bei 0,37 Prozent bezogen auf die Gesamtzahl der Infizierten. In einer Art Stichprobe hatten die Forschenden auch viele Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet, die nur einen recht milden Verlauf oder kaum Symptome hatten - und die so bisher in keiner Statistik vorkamen. Allerdings sehen einige Experten die Untersuchung kritisch.

Demografie und Risikofaktoren

Immer wieder wird gemutmaßt, dass es in Italien so viele Todesfälle gibt, weil dort vergleichsweise viele ältere Menschen leben. Denn unter anderem mit dem Alter steigt das Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf. Auch RKI-Präsident Wieler betonte anfangs, dass in Deutschland noch nicht so viele alte Menschen erkrankt gewesen seien und auch dies ein Faktor für die niedrige Sterberate sein könnte. Ein Team der Universität Oxford stellte die These auf, dass in Italien mehr alte Leute in Wohn- oder Hausgemeinschaften mit ihren jüngeren Familienangehörigen leben. Wenn diese das Virus – teilweise ohne Symptome zu haben - mit nach Hause bringen, werden viele Ältere angesteckt. Auch andere Risikofaktoren könnten eine Rolle spielen – allerdings ist deren Einfluss noch nicht abschließend geklärt. Nachdem Zahlen aus China bekannt wurden, wonach deutlich mehr Männer als Frauen verstorben sind, wurde ein Zusammenhang zum Rauchen hergestellt. Denn in China rauchen, wie in vielen anderen Staaten auch, deutlich mehr Männer als Frauen (etwa 52 Prozent der Männer – aber nur 2,7 Prozent der Frauen). In Deutschland ist der Geschlechterunterschied beim Rauchen viel geringer. Ob dieser Aspekt die unterschiedlichen Zahlen erklären kann, gilt als eher unwahrscheinlich.

Gesundheitssysteme und Vorbereitungszeit

Vermutet wird auch, dass die Qualität der Gesundheitssysteme einzelner Länder einen Einfluss auf die Todesraten hat. Klar ist: Wenn die Kapazitätsgrenzen von Intensivbetten und Beatmungsgeräten erreicht sind, steigt auch die Zahl der Todesfälle. Das zeigte sich unter anderem in einigen Regionen in Italien, in denen Ärzte berichteten, dass sie entscheiden müssen, welche Patienten sie an eines der wenigen Beatmungsgeräte anschließen und welche nicht. Durch den späteren Ausbruch sowie die frühe Kenntnis darüber und die damit verbundenen Maßnahmen in Deutschland haben die Krankenhäuser hierzulande Zeit gewonnen, um die Kapazitäten hochzufahren. So wird die Zahl der Intensivbetten deutlich erhöht. Auch werden und wurden verschiebbare Operationen abgesagt und Personal aus anderen Bereichen für die Betreuung der Covid-19-Patienten umgeschult. Aus Italien wird zudem berichtet, dass zumindest anfangs in den Krankenhäusern nicht immer spezielle Bereiche für Covid-19-Patienten eingerichtet gewesen seien. So habe sich das Virus in Krankenhäusern verbreiten und bereits geschwächte Patienten infizieren können. In Deutschland wurden vielerorts eigene Bereiche in Krankenhäusern für Coronapatienten eingerichtet. Der Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach ist überzeugt, dass sich durch das frühe Handeln gerade in der ersten Krankheitswelle "die besten Kliniken und Spezialisten um die Infizierten kümmern" konnten. "Das verringert die Sterblichkeit erheblich und ist natürlich nicht möglich, wenn man an der Kapazitätsgrenze agiert", zitiert die Schweizer Zeitung "NZZ am Sonntag" den Politiker. Die Wahrscheinlichkeit an Covid-19 zu sterben, steigt mit gewissen Vorerkrankungen, etwa Bluthochdruck oder Diabetes. Leben Menschen mit diesen Vorerkrankungen in einem Gesundheitssystem, das sie gut versorgt, könnten sie weniger gefährdet sein als Menschen, die in einem Land mit schlechterem Gesundheitssystem leben. Aus den USA wurde bekannt, dass Afroamerikaner stärker vom Coronavirus betroffen sind. Experten erklären das unter anderem damit, dass sie oft sozial schlechter gestellt sind und als Folge eine schlechtere Gesundheitsversorgung bekommen sowie mehr Vorerkrankungen aufweisen.

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Covid-19Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist

Weltweit sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität deutlich mehr als sechs Millionen Menschen nachweislich am Coronavirus erkrankt, Deutschland war mit Blick auf diese Zahlen zwischenzeitlich eines der akut am stärksten betroffenen Länder und zählt mit den absoluten Fallzahlen noch immer zu zehn Ländern mit den meisten Covid-19-Erkrankungen. Klar ist, dass die offiziell angegebenen Zahlen die Realität nicht ganz widerspiegeln und es eine Dunkelziffer gibt. Zu deren Höhe gibt es verschiedene Vermutungen und Berechnungen. Die Dunkelziffer lässt sich nur schwer bestimmen. Das liegt unter anderem daran, dass sehr viele Fälle milde verlaufen. Wer gar nicht merkt, dass er sich infiziert hat, lässt sich in der Regel auch nicht testen und isoliert sich nicht. Die Epidemiologin Nicola Low von der Universität Bern geht davon aus, dass der Anteil der Corona-Infizierten, die keine Symptome haben, bei 20 bis 30 Prozent liegt. Die durch Studien belegten Zahlen schwanken hierzu aber sehr stark.

RKI führt Antikörperstudien durch

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Wieler, erklärte zunächst, es gebe keinen Anlass, in Deutschland von einer besonders hohen Dunkelziffer auszugehen, weil hierzulande sehr früh am Anfang der Corona-Krise mit Tests begonnen worden sei und generell sehr viel getestet werde. Wie für andere Länder rechnen Experten inzwischen aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. Zudem hat das RKI mehrere Studien zur Verbreitung des Coronavirus in Deutschland angekündigt. Untersucht wird, ob sich im Blut der Studienteilnehmer Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachweisen lassen. Damit soll ermittelt werden, wie viele Menschen eine Infektion durchgemacht haben und dadurch vermutlich zumindest für eine gewisse Zeit immun sind. Die Ergebnisse der Antikörperstudien seien "von großer Bedeutung, um den Verlauf und die Schwere der Pandemie genauer abschätzen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen besser bewerten zu können", heißt es beim RKI. Mit einer bundesweit repräsentativen Stichprobe sollen die tatsächliche Verbreitung, Immunität, der Anteil asymptomatischer Infektionen, die tatsächliche Sterberate und Risikofaktoren für einen schweren Verlauf in der Bevölkerung in Deutschland besser abgeschätzt werden. Untersucht werden sollen 15.000 Personen ab 18 Jahre an 150 Studienorten. Die Probanden werden laut RKI zusätzlich zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten, Lebensumstände und psychischer Gesundheit befragt. Erste Ergebnisse werden bereits im Juni erwartet.

"Heinsberg-Studie" geht von zehnmal mehr Infizierten aus

Virologen der Universität Bonn vermuten, dass sich in Deutschland rund zehnmal mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben als derzeit bekannt. Das ist ein Ergebnis der sogenannten Heinsberg-Studie, die in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Gangelt durchgeführt wurde. Dort hatten sich Mitte Februar auf einer Karnevalssitzung zahlreiche Menschen infiziert. Auf Basis der in Gangelt erhobenen Daten wurden nun Rückschlüsse auf die Lage in ganz Deutschland gezogen. Demnach könnte die Dunkelziffer der Coronavirus-Infektionen bundesweit um den Faktor 10 größer sein als die Zahl der offiziell gemeldeten Fälle. Das wären Stand Anfang Juni mindestens 1,8 Millionen Infizierte. Allerdings ist unklar, wie valide die Ergebnisse der Studie sind. Als Anfang April erste Ergebnisse veröffentlicht wurden, kam bereits Kritik auf. So soll nicht klar sein, wie genau die von den Forschenden verwendeten Antikörper-Tests und somit die Ergebnisse sind. Die meisten Antikörper-Tests galten bisher als ungenau, weil sie zum Teil auch bei Antikörpern gegen andere Coronaviren anschlagen. Der Pharmakonzern Roche erklärte Anfang Mai, man habe nun erstmals einen Antikörper-Test mit fast 100-prozentiger Sicherheit entwickelt. Im Mai sollten rund drei Millionen dieser Tests in Deutschland ausgeliefert werden, für die Folgemonate sind Auslieferungen von jeweils fünf Millionen Tests vereinbart. Kritik an der Heinsberg-Studie kommt auch von Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Dem "Spiegel" sagte er, dass die Dunkelziffer-Hochrechnung nur auf sieben Todesfällen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion beruhe. "Ein Todesfall mehr oder weniger, der erfasst wird, fällt da richtig ins Gewicht", sagte er. Zudem ließen sich die Ergebnisse nur schwer auf Deutschland übertragen. So könnte etwa die Sterblichkeitsrate zu niedrig eingeschätzt worden sein, weil kaum Seniorenheime betroffen waren.

Studien: Deutlich mehr Infizierte in Kalifornien und Österreich

Nach einer Studie mit Antikörper-Tests in den USA haben Wissenschaftler der Universität Stanford ermittelt, dass sich im kalifornischen Landkreis Santa Clara bis zu 50-mal mehr Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert haben als zuletzt offiziell angegeben. Aufgrund der Ergebnisse rechneten sie hoch, dass zum Stichtag 1. April 4,1 Prozent der Bevölkerung die Infektion durchgemacht hatten, das wären etwa 81.000 Menschen. Gemeldet waren zu diesem Zeitpunkt in der Region rund 1.000 Fälle. Für die Studie hatten die Forscher einen Aufruf über Facebook gestartet und 3.300 Probanden rekrutiert. Die Forscher gewichteten ihre Ergebnisse anschließend, um ein repräsentativeres Bild zu erreichen. Allerdings gab es hier eine ähnliche Kritik wie an der Studie in Heinsberg.

"Menschen, die systematisch übersehen werden"

Forscherinnen und Forscher der Columbia Universität kamen in einer Simulation auf dramatische Dunkelziffern. Sie haben die Ausbreitung des Coronavirus mit einem Pandemie-Simulationsprogramm nachgespielt. Die Daten für ihre Berechnungen stammten aus der frühen Phase der Epidemie in China, als es noch keine Kontaktbeschränkungen gab. Demnach kamen auf jeden nachweislich Infizierten etwa sieben unentdeckte Fälle, schreiben die Autoren im Fachmagazin "Science". DLF-Wissenschaftsredakteur Volkart Wildermuth teilt die Menschen, die sich zwar infiziert haben, aber noch nicht in der Statistik auftauchen, in drei Kategorien ein: Personen, die positiv getestet wurden, aber noch nicht offiziell dokumentiert sind. Menschen, die "systematisch übersehen werden". Und die, die erst mit Zeitverzug bemerken, dass sie sich infiziert haben, sagte Wildermuth im Deutschlandfunk. (Stand: 04.06.2020, 9 Uhr)

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Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

Wie viele Menschen sterben am Coronavirus? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit können helfen, diese Frage zu beantworten. Doch auch dabei gibt es Probleme - die zum Teil von Kritikern und Aktivisten missbraucht werden. Ende April sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler: "Wir gehen eigentlich davon aus, dass mehr Menschen an dem Virus gestorben sind, als eigentlich gemeldet." Belastbare Zahlen gebe es dafür noch nicht, aber man beobachte, dass die Übersterblichkeit steige.

Was ist Übersterblichkeit?

Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen im Vergleich zum Durchschnitt mehr gestorben sind. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterbrate. Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte. Dieses Mehr an Toten ist die Übersterblichkeit. Unter bestimmten statistischen Voraussetzungen (Stichwort: Prognoseintervall) können diese zusätzlichen Todesfälle der Grippe zugeordnet werden. So kam es zu der geschätzten Zahl von 25.000 Grippetoten; laborbestätigt sind für die Zeitraum 1.674 Influenza-bedingte Todesfälle. Dass es bei den oft genannten Angaben zur Todesrate im Zusammenhang mit Covid-19 einige Probleme und Unklarheiten gibt, haben wir bereits in unserem Stück zu den vergleichsweise niedrigen Todesraten in Deutschland erläutert (siehe unten). Experten hoffen nun, durch Daten zur Übersterblichkeit ein genaueres Bild der Covid-19-Todesfallzahl zu bekommen.

Welche Erkenntnisse zur Übersterblichkeit der vergangenen Wochen gibt es bereits?

"Kaum Anzeichen für erhöhte Sterblichkeit", titelten die einen, "Sterbefallzahlen in Deutschland steigen an", titelten die anderen an ein und dem selben Tag. Das Statistische Bundesamt hat kürzlich erste Daten zur Übersterblichkeit der vergangenen Wochen veröffentlicht. Wegen des Meldeverzugs sind derzeit nur Daten bis zum 19. April verfügbar. Die Daten sollen in den kommenden Wochen laufend ergänzt werden. Von Januar bis Mitte April sind pro Tag konstant etwa 2.600 bis 3.000 Menschen in Deutschland gestorben. Während sich also in den ersten Monaten des Jahres keine besondere Übersterblichkeit zeigt, nahm dieser Wert in der letzten Märzwoche leicht zu. Da schwer erkrankte Corona-Patienten mehrere Wochen auf der Intensivstation liegen, dürften sich entsprechende Todesfälle erst relativ spät in den Statistiken zeigen. Seit dem 10. April sind aber die Todeszahlen wieder ein wenig rückläufig. Etwas deutlicher ist der Effekt der Übersterblichkeit auf Wochenbasis zu sehen. In der 15. Kalendarwoche 2020 starben 19.872 Menschen in Deutschland. Zwei Jahre zuvor waren es 19.165 und beim Durchschnitt von 2016 bis 2019 waren es 17.893 Verstorbene. In der 16. Kalendarwoche 2020 starben 18.693 Menschen, 2019 waren es noch 18.025 Verstorbene. Daten im europäischen Vergleich gibt es bei Euromomo, ein Portal, dass seit Jahren die Todesfälle von 24 EU-Staaten zusammenträgt. Für Deutschland war dort bisher keine Übersterblichkeit erkennbar. Der Virologe Kekulé erklärte dazu im MDR-Podcast, dass Deutschland eigentlich nur in zwei Bundesländern Todesfälle statistisch sauber erhebe: in Berlin und Hessen. Weil Ansteckungen mit dem Coronavirus regional sehr unterschiedlich auftauchen, könne man aus diesen Daten kaum einen Wert für ganz Deutschland errechnen. Das Nachrichtenportal t-online.de hat nach eigenen Angaben die Übersterblichkeit in besonders vom Coronavirus betroffenen Regionen ausgewertet. Demnach zählten die Standesämter im Landkreis Tirschenreuth für den März 146 Todesfälle. Das seien rund 55 Prozent mehr Todesfälle als in einem durchschnittlichen März der vergangenen fünf Jahre, berichtet t-online.de. Im Landkreis Heinsberg seien laut Daten des Landesamts für Statistik NRW und des Landkreises im März ebenfalls mehr Sterbefälle registriert worden als üblich. Je nach Datensatz erscheine eine Übersterblichkeit zwischen 10 und 19 Prozent im Verhältnis zu den Vergleichsmonaten der fünf Vorjahre möglich, heißt es.

Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen Ländern?

Wie die Tagesschau unter Berufung auf Euromomo berichtet, sind in Europa zwischen Mitte März und Mitte April rund 100.000 Menschen mehr als normal gestorben. Besonders hoch liege dieser Wert bei den über 65-Jährigen: In dieser Altersklasse gebe es eine Übersterblichkeit von rund 95.000 Fällen. Bei Euromomo werden für 24 EU-Staaten auch die Abweichungen vom Normalbereich der Sterblichkeit berechnet. Derzeit gibt es diese vor allem in Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Belgien und auch in Schweden. Auch für die USA gibt es bereits Analysen zur Übersterblichkeit. Wie die Washington Post in Zusammenarbeit mit der Universität Yale berichtet, gab es von Anfang März bis einschließlich 4. April rund 15.400 Todesfälle mehr als im gleichen Zeitraum der Vorjahre. Offiziell als Corona-Tote gemeldet wurden in diesem Zeitraum aber nur 8.128 Menschen. Allerdings ließen die Zahlen keinen gesicherten Schluss zu, wie viele der rund 7.000 zusätzlichen Todesfälle mit einer Corona-Infektion zusammenhingen, hieß es. Der "Economist" hat die Zahlen jüngst in mehrere Grafiken veranschaulicht - und diese zeigen insbesondere in New York City, Belgien, Spanien und der Lombardei erheblich Anstiege seit Ende März.

Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

Unklar ist derzeit, welche anderen Effekte die Kontaktbeschränkungen und Anti-Corona-Maßnahmen auf die Todeszahlen haben. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke derzeit schlechter versorgt werden. Auch steht die Befürchtung im Raum, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen derzeit nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Denkbar wäre es, heißt es in einem Beitrag von Deutschlandfunk-Kollegen, dass etwa Herzinfarktpatienten, die aus Angst vor Ansteckung die Klinik meiden, zur Übersterblichkeit beitragen. Zudem werden seit dem 16. März nicht notwendige Operationen in Deutschland verschoben. Auch das werde zu einer Übersterblichkeit führen, haben Ärzte vielfach gewarnt: Menschen würden indirekt an den Folgen der Coronakrise sterben, weil Kontrolltermine nicht stattfinden und wichtige Eingriffe verschoben würden. Recherchen der NewYorkTimes zur Übersterblichkeit lassen ebenfalls vermuten, dass längst nicht alle Corona-Toten als solche erfasst oder erkannt werden. Auf der anderen Seite ist es denkbar, dass die Unfallzahlen im Straßenverkehr abnehmen könnten, wenn wie derzeit weniger Autos auf den Straßen sind. Und laut einer Studie des Centre for Research on Energy an Clean Air, von der die Nachrichtenagentur AFP berichtet, könnte die durch die Corona-Beschränkungen verbesserte Luftqualität zur Vermeidung von rund 11.000 frühzeitigen Todesfällen in Europa führen. Eine wirklich fundierte Schätzung der Todesfälle durch Covid-19 dürfte es also erst geben, wenn die Pandemie vorbei ist. Ähnlich argumentiert auch der Statistikexperte Gerd Antes. Er hält die Todeszahlen im Zusammenhang mit Covid-19 sogar für unzuverlässig. Im Interview mit dem Spiegel sagte er, die wirklichen Zahlen ließen sich erst am Jahresende in der jährlichen Totenstatistik ablesen lassen. Denn derzeit gelte jeder Tote, der mit dem Virus in Verbindung stehe, als Corona-Todesfall. Es lasse sich aber bei Menschen mit Vorerkrankungen kaum auseinanderdividieren, welche Krankheit am Ende zu Tod geführt habe, betonte er: "Nehmen wir etwa eine Person, die schwer herzkrank ist. Wenn sie sich nun mit dem Coronavirus infiziert und stirbt, war dann das Herzleiden entscheidend oder das Virus?" Nach Ansicht von Antes bieten auch die Zahlen nachgewiesener Infektionen derzeit kaum eine Grundlage für Prognosen. Man wisse nicht, wie viele Menschen sich bislang mit dem neuen Coronavirus infiziert haben und wie viele jeden Tag hinzukämen. Schätzungen zufolge könnte die Zahl der tatsächlich Infizierten fünf- bis zehnmal höher liegen als die offiziell gemeldeten Zahlen zeigen. Manche Schätzungen lägen sogar beim Zwanzigfachen. Man könne also nur grob abschätzen, wann und in welchem Umfang Krankenhäuser mit schwer erkrankten Covid-19-Patienten rechnen müssten.

Vorsicht Missbrauch

Trotz all solcher Unsicherheiten und statistischer Probleme greifen manche Kritiker der Corona-Einschränkungen einzelne Zahlen heraus, um sie in ihrem Sinne zu missbrauchen. Die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete und DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, die heute der AfD nahe steht, rief dazu auf, die Maßnahmen zu Corona sofort aufzuheben. Dazu verlinkte sie eine Petition, in der damit argumentiert wird, Covid-19 sie nachweislich weniger gefährlich als die Grippe. Der Faktenfinder der Tagesschau hat sich eingehender damit befasst.

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Covid-19Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung des Coronavirus?

Das neue Coronavirus wird unter anderem über die Tröpfcheninfektion verbreitet - da ist sich die Wissenschaft einig. Neue Erkenntnisse rücken aber auch sogenannte Aerosol-Partikel, kleine Schwebeteile in der Luft, in den Fokus. Der Berliner Virologe Christian Drosten vermutet, dass diese bei der Verbreitung von Viren eine genauso große Rolle spielen wie die Tröpfchen. Das Robert-Koch-Institut äußert sich da verhaltener.

Was sind Aerosole?

Aerosole sind feine Partikel, die, anders als die beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen ,nicht schnell zu Boden sinken, sondern länger in der Luft schweben - teilweise Minuten oder sogar Stunden. Also kann jemand, der nach einem Infizierten einen nicht gelüfteten Raum betritt, sich anstecken. Bei einigen Krankheiten ist bekannt, dass sie zum Teil auf diesem Weg übertragen werden, zum Beispiel Tuberkulose. Ein direkter Kontakt zu einem Infizierten ist also nicht notwendig, um sich anzustecken.

Welche Erkenntnisse gibt es bisher zum Coronavirus?

Mehrere Studien haben sich bereits mit der Übertragung des Coronavirus über Aerosole befasst. US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine coronainfizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelasteter Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben. Die Forscher plädieren daher für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit COVID-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert-Koch-Institut hervorhebt. Es verweist in der Bewertung des Virus aber auf Studien, die gezeigt hätten, dass beim "normalen Sprechen und in Abhängigkeit von der Lautstärke Aerosole, die potentiell Viren übertragen könnten, freigesetzt und in schlecht belüfteten Räumen über Klimaanlagen verteilt werden könnten". Das Robert-Koch-Institut bezeichnete eine abschließende Bewertung als schwierig. Dennoch wiesen die bisherigen Untersuchungen darauf hin, dass "SARS-CoV-2-Viren über Aerosole auch im gesellschaftlichen Umgang übertragen werden können".

Drosten: Lüften ist wichtig

Fraglich ist, in welchem Umfang. Der Schweizer Virologe Hugo Sax sagte dem Sender SRF Anfang Mai, aus epidemiologischer Sicht spielten Aerosole keine wesentliche Rolle bei der Übertragung des Virus. Sonst würde es viel mehr Fälle geben. Dagegen schätzte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité die Lage anders ein. Er sagte im Deutschlandfunk, es mehre sich der Eindruck, dass es zusätzlich zur Tröpfcheninfektion auch eine deutliche Komponente von Aerosolinfektionen gebe. Er verwies auf technische Messungen und Untersuchungen von einzelnen Ausbrüchen, die durch Aerosolausscheidungen ausgelöst worden sein müssten. Deshalb müsse das Lüften von Räumen in den Blick genommen werden. Wenn das Virus in der Raumluft stehe, müsse es zum Beispiel mit einem Ventilator hinausbefördert werden. Drosten betonte: "Im Alltag sollte man sich eher vielleicht aufs Lüften konzentrieren und weniger auf das ständige Wischen und Desinfizieren."

Was bedeutet das für den Alltag in der Pandemie?

Drosten plädiert dafür, die bestehenden Richtlinien zu ändern, ohne konkrete Beispiele zu nennen. Denkbar wäre aber, Restaurants und Schulen zum regelmäßigen Lüften zu verpflichten. Zudem rücken Klimaanlagen damit in den Fokus, wie es sie in Zügen, Fitnessstudios, Geschäften oder Flugzeugen gibt. Aus Sicht der Flugzeugbauer und Airlines besteht für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

Virenschleuder Klimaanlage?

Dagegen verfügen normale Büros oder Restaurants oft nur über einfachere Klimaanlagen. In einem Fall aus China gehen die Forscher davon aus, dass der Luftzug einer Anlage in einem Restaurant dafür gesorgt hat, dass die Viren über mehrere Meter verteilt wurden. Angst vor einem solchen Fall braucht man in Deutschland aber nicht unbedingt haben, meinen Experten. So sagte der Epidemiologe Rafael Mikolajczyk der "Süddeutschen Zeitung", es gebe technische Unterschiede bei Klimaanlagen und die Möglichkeit der Filterung. Das alles müsse man in Betracht ziehen. Der Bundesinnungsverband des Deutschen Klimanlagenbauerhandwerks rät unter anderem dazu, vor allem Außenluft zu verwenden, statt die Innenluft umzuwälzen.

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Covid-19Welche Rolle spielen "Superspreader" bei der Ausbreitung des Coronavirus?

Was spielt bei der Ausbreitung des Coronavirus eine Rolle? In der Forschung wird seit einiger Zeit über die sogenannten "Superspreader" diskutiert. Das sind - verkürzt gesagt - Personen, die besonders viele Menschen anstecken. Oder Situationen, in denen besonders viele Ansteckungen geschehen. Wie groß ist die Gefahr? Was folgt aus den Erkenntnissen? Der Fall warf Südkorea bei der Bekämpfung der Pandemie um Monate zurück: Anfang Mai lockerte das Land die Vorschriften zur räumlichen Distanzierung, nachdem die Ausbreitung des Coronavirus dort fast als gestoppt galt. Dann besuchte ein Mann mehrere Clubs in Seoul. Er wurde später positiv auf das Coronavirus getestet. Und er brachte das südkoreanische Gesundheitssystem an seine Kapazitätsgrenzen. Dutzende Beamte machten sich auf die Suche nach infizierten Kontaktpersonen - und identifizierten mindestens 170, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit in dieser Nacht infiziert hatten. Es könnten hunderte, tausende weitere gewesen sein, nicht alle konnten nachverfolgt werden. Ähnliche Ereignisse konnten weltweit nachgewiesen werden: Sogenannte "Cluster" von Infektionen traten auch an Bord von Schiffen und in Pflegeheimen, in fleischverarbeitenden Betrieben, in Skigebieten, Kirchen, Restaurants, Krankenhäusern und Gefängnissen auf. Manchmal infiziert eine einzige Person Dutzende weitere. Der Berliner Virologe Christian Drosten verweist in seinem NDR-Podcast auch auf die beiden aktuellen Fälle in Deutschland, die nach einem Baptisten-Gottesdienst in Frankfurt und nach einer Veranstaltung in geschlossener Gesellschaft in einem Restaurant in Niedersachsen bekannt wurden. "Wir haben explosive Übertragungsereignisse, die diese ganze Epidemie eigentlich treiben", betont Drosten.

Sars-CoV-2 agiert wie seine Brüder

Diese Art der Verbreitung von Viren ist allerdings ganz und gar nicht neu. Laut Drosten hat die Wissenschaft solche Vorkommnisse auch schon beim SARS-Ausbruch 2002/2003 beobachtet und als "Superspreading-Events" bezeichnet. Verschiedene neue Studien belegen, dass dieses Phänomen auch die Sars-CoV-2-Pandemie antreibt. Bei der COVID-19-Pandemie hat es laut einer Datenbank der London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM) viele ähnliche Vorkommnisse gegeben. Eine Forschungsgruppe rund um Gwenan Knight listet einen Ausbruch in einem Wohnheim für Wanderarbeiter in Singapur auf, der mit fast 800 Fällen in Verbindung steht. In Osaka, Japan, hat es 80 Infektionen bei einem Live-Konzert gegeben. In Südkorea hat sich eine Gruppe von 65 Personen bei einem Zumba-Kurs infiziert. Sars-CoV-2 - also das Coronavirus - ist offenbar wie die beiden mit ihm verwandten Virenstämme SARS und MERS besonders anfällig dafür, Gruppen eng miteinander verbundener Menschen anzugreifen und andere zu verschonen. Wissenschaftler halten das für ein ermutigendes Ergebnis - denn es deutet darauf hin, dass die Beschränkung von Versammlungen, bei denen eine Superausbreitung wahrscheinlich ist, einen großen Einfluss auf die Übertragung hat. Und auch, dass andere Einschränkungen - zum Beispiel Aktivitäten im Freien - weiter gelockert werden könnten. Mit anderen Worten: Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen könnten bis auf Weiteres ein Tabu bleiben.

Das Risiko lässt sich ausrechnen

Jamie Lloyd-Smith von der University of California, Los Angeles, sagt, es ist alles eine rein mathematische Frage: "Wenn man vorhersagen kann, welche Umstände zu diesen Ereignissen führen, zeigt die Mathematik, dass man die Fähigkeit der Krankheit, sich auszubreiten, wirklich sehr schnell einschränken kann." Lloyd-Smith und sein Team haben in jahrelanger Forschung an SARS und MERS herausgefunden, dass der Reproduktionsfaktor R nur eingeschränkt aussagekräftig ist, denn "die meisten Menschen übertragen die Krankheit nicht", so Lloyd-Smith.

"10 Prozent der Fälle sind für 80 Prozent der Ausbreitung verantwortlich"

Adam Kucharski von LSHTM geht inzwischen davon aus, dass "etwa 10% der Fälle zu 80% der Ausbreitung" führen. Auch die Eigenschaften einzelner Patienten spielen dabei eine Rolle. Einige Menschen scheiden offenbar weit mehr Viren aus als andere - noch dazu auch über einen längeren Zeitraum. Das führen Mediziner auf Unterschiede im Immunsystem oder auch auf die Verteilung von Virusrezeptoren im Körper zurück. Studien an gesunden Menschen zeigten beispielsweise, dass einige beim Sprechen viel mehr Partikel ausatmen als andere. Singen kann mehr Viren freisetzen als Sprechen, was auch die Ausbrüche in Chören erklären könnte. Zusätzlich spielt auch noch das Sozialverhalten der Menschen eine Rolle. Wer viele soziale Kontakte hat und/oder sich nicht die Hände wäscht, wird eher zum Virenüberträger als andere. Dazu kommt der Ort einer möglichen Übertragung. Christian Althaus von der Universität Bern bringt es auf den Punkt: "Es ist klar, dass in geschlossenen Räumen ein viel höheres Risiko besteht als im Freien", sagt Althaus. Eine Studie in Japan ergab, dass das Infektionsrisiko in Innenräumen fast 19 Mal höher ist als im Freien.

Das Virus mag es laut und kalt

Einige Situationen können besonders riskant sein, hat Gwenan Knight herausgefunden. Fleischverarbeitungsbetriebe sind wahrscheinlich anfällig - und zwar auch unabhängig von den Unterbringungsmöglichkeiten der Arbeiter. Denn dort arbeiten viele Menschen in Räumen zusammen, in denen niedrige Temperaturen dem Virus beim Überleben helfen. "Es kann aber auch relevant sein, dass die Viren zu lauten Orten neigen", sagt Knight (LSHTM). Berichte über Ausbrüche in Chören hätten ihr deutlich gemacht, dass eine Sache zahlreiche Cluster miteinander verbindet: Sie geschahen an Orten, an denen die Menschen schreien oder singen. Und obwohl Zumba-Kurse mit Ausbrüchen in Verbindung gebracht wurden, war das bei Pilates-Kursen nicht der Fall - sie sind weniger lautstärkeintensiv, stellt Knight fest - und schließt daraus: "Vielleicht ist langsames, sanftes Atmen kein Risikofaktor, aber schweres, tiefes oder schnelles Atmen und Schreien schon."

Auf den falschen Zeitpunkt kommt es an

Knights Kollege Kucharski ergänzt, dass "auch das Timing eine Rolle spielt". Neueste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Corona-Infizierte nur einen relativ kurzen Zeitraum besonders infektiös sind. Wenn man in dieser Zeit beispielsweise auf ein Konzert in geschlossenen Räumen oder in einen Club gehe, könne dies zu einem Superspreading-Ereignis werden. "Zwei Tage später könnte sich diese Person auf dieselbe Weise verhalten und Sie würden nicht dasselbe Ergebnis sehen", betont der Forscher.

Superspreader: Situation oder Person?

Volkart Wildermuth recherchiert für die Deutschlandfunk-Sendung "Forschung aktuell" zu Superspreadern, und er sagt auch: Vieles deutet darauf hin, dass Superspreader nicht unbedingt Personen, sondern Situationen sind. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich per Twitter - und auch er erkennt an, dass Superspreader einen "sehr großen Anteil der Übertragung der Coronapandemie haben". Das habe "für Schule, Restaurants und App Konsequenzen". Die App werde wichtiger, weil Superspreader dadurch identifizierbar würden. In Schulen und Restaurants seien Abstand, Lüftung und Tests sehr wichtig, betonte Lauterbach.

Drosten: Cluster unter Quarantäne stellen

Der Virologe Christian Drosten empfiehlt in seinem Podcast, beim Entdecken eines Erstfalls von einem "Superspreading-Ereignis", sofort das ganze Cluster unter Quarantäne zu stellen, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Für Diagnostik sei dann keine Zeit. Drosten ist der Ansicht, dass man so unter Umständen "das Gesamtschicksal der Epidemie" unter Kontrolle bringen könne.

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Covid-19Diese Corona-Regeln gelten beim Reisen mit der Bahn und Flugzeugen

Vor dem Beginn der Corona-Krise hoffte die Reisebranche auf ein Rekordjahr - die Fluglinien ebenso wie die Deutsche Bahn. Während der Flugverkehr erst im Juni wieder einen fast regulären Betrieb aufnehmen soll, fährt die Bahn im Regionalverkehr zum großen Teil wieder nach Plan, auch immer mehr Fernzüge sind unterwegs. Aber welche Regeln gelten, um eine Ansteckung der Reisenden mit dem Coronavirus zu verhindern?

Welche Regelungen gelten bei der Deutschen Bahn?

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist laut Bahn aktuell in allen Fern- und Regionalverkehrszügen Pflicht, ebenso wie auf Bahnhöfen und an Haltestellen. Ausnahmen gibt es im Fernverkehr lediglich für Kinder unter sechs Jahren und für Menschen, die essen oder trinken. Das Abstandsgebot von 1,5 Meter ist in Bahnen, S-Bahnen und Bussen kaum einzuhalten und wird in den entsprechenden Verordnungen der Bundesländer offiziell ausgenommen. Deshalb setzt die Deutsche Bahn neben der Maskenpflicht auch auf die verstärkte Lüftung und Reinigung der Züge und auf Desinfektionsspender in Waschräumen. Die Bahn appelliert zudem an Fahrgäste, möglichst nicht zu Hauptverkehrszeiten zu fahren, sondern auf andere Zeiten und Tage auszuweichen. Tickets werden nur noch auf Sicht kontrolliert, also von den Zugbegleitern nicht mehr in die Hand genommen. Auch die Türen der Bahnen sollen nach Möglichkeit automatisch öffnen.

Wie werden die Regeln kontrolliert?

Zugbegleiter sollen es unterstützen, dass Reisende sich gleichmäßig im Zug verteilen und Abstand zueinander halten - soweit es ihnen möglich ist und wenn die Auslastung der Züge es zulässt. Strafen verhängen dürfen Zugbegleiter aber nicht, wenn sich jemand zum Beispiel nicht an die Maskenpflicht hält oder zu eng an anderen Fahrgästen sitzt - das dürfen nur Polizei und Ordnungsamt. Allerdings hat die Bahn in ihren Zügen Hausrecht, darf Menschen also auffordern, den Zug zu verlassen - notfalls mit Unterstützung der Polizei.

Welche Regeln sollen im Luftverkehr gelten?

Im Juni soll der Flugverkehr in Europa wieder verstärkt werden. Die EU hat daher Leitlinien zu Flugreisen während der Corona-Pandemie vorgelegt. Danach sollen Passagiere und Bordpersonal medizinische Schutzmasken tragen – und zwar vom Betreten des Flughafens bis zum Erreichen des Reiseziels. Die Masken sollen alle vier Stunden gewechselt werden. Zudem empfehlen die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde die Abstandsregeln „im Rahmen des Möglichen“ einzuhalten. Dazu soll möglichst ein Sitz pro Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug freigelassen werden. Die Internationale Luftverkehrsvereinigung hat sich bereits gegen solche Abstandsregelungen ausgesprochen. Sie argumentiert, dass Fliegen dann nicht mehr wirtschaftlich wäre. Eine Maskenpflicht haben aber mehrere Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa, bereits festgelegt. Die genauen Vorgaben nach Verkehrsmittel müssen nationale Behörden machen. Das Bundesverkehrsministerium will mit verschiedenen Vorgaben für mehr Abstand an Flughäfen sorgen. An Schaltern und Automaten zum Einchecken sowie bei Sitzgelegenheiten sollen Markierungen einen Abstand von 1,50 Metern anzeigen. Um Warteschlangen zu vermeiden, sollen möglichst viele Schalter öffnen. Bei Warteschlangen sollen Bänder sicherstellen, dass der Abstand auch seitlich eingehalten wird. Für das Einsteigen ins Flugzeug soll in der Phase der Wiederaufnahme des Verkehrs möglichst auf Vorfeldbusse verzichtet werden.

Wie soll eine Ansteckung in Flugzeugen verhindert werden?

Abgesehen von einer Maskenpflicht an Bord müssen sich Reisende auch auf weitere Änderungen anstellen. So wird aktuell debattiert, ob noch Speisen und Getränke ausgegeben werden dürfen. Nach Angaben des Dachverbands der Fluggesellschaften ist aber im Gespräch, zumindest auf Langstreckenflügen vorher ganz verpackte Mahlzeiten auszugeben. Die Fluggesellschaften lehnen eine mögliche Pflicht zum Freilassen von Sitzplätzen ab. Obligatorisch Zwischenplätze freizuhalten würde die Kapazität bei steigender Nachfrage begrenzen, sodass die angeschlagenen Airlines mehr Mühe hätten, Geld zu verdienen, so das Argument. Zum erhofften Neustart regulärer Flüge im Juni werden die Flugzeuge aber vermutlich noch so leer sein, dass Abstand zwischen Passagieren möglich ist. Die Klimaanlagen sollen die Luft an Bord so gut filtern, wie es in Krankenhäusern üblich ist. Lufthansa oder Ryanair erklärten, dies sei schon der Fall. Die Airlines argumentieren, die vertikale Belüftung jedes einzelnen Sitzplatzes verringere schon in Verbindung mit den Schutzmasken die Ansteckungsgefahr ausreichend. Ein enges Aufeinandertreffen, etwa beim Schlangestehen vor der Flugzeugtoilette, soll aber vermieden werden.

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CoronavirusReise-Kunden können weiter Geld zurück verlangen

Wegen der Corona-Krise ist das Tourismusgeschäft in eine schwere Krise geraten. Reisetermine werden abgesagt oder verschoben. In Deutschland bleibt es bei der Regelung, dass Kunden auf Wunsch ihr Geld zurückbekommen und keine Gutscheine akzeptieren müssen. Wer bereits einen Gutschein für eine geplatzte Pauschalreise akzeptiert hat, soll diesen nach dem Willen der Bundesregierung zudem zurückgeben können. Auf diese Regelungen hat sich das Kabinett verständigt. Die Europäische Union und Verbraucherschützer hatten sich dafür eingesetzt, dass Kunden für nicht angetretene Reisen ihr Geld zurückbekommen. Die Reisebranche will den Kunden stattdessen Gutscheine geben - auch, um Pleiten zu vermeiden.

Pauschalreisen zu 100 Prozent staatlich abgesichert

Justizministerin Lambrecht erklärte, Rückzahlungen würden viele Reiseanbieter überfordern. "Wer sich für einen Gutschein entscheidet, leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Vielfalt der Angebote und Dienstleistungen im Reisesektor zu erhalten", appellierte die SPD-Politikerin. Die Gutscheine sind grundsätzlich durch Versicherungen der Veranstalter abgedeckt. Sollte dies aber in der Krise nicht ausreichen, springt der Staat ein. Auch bei einer Insolvenz werden die Gutscheine damit nicht wertlos. Dies gilt nach Angaben des Ministeriums für coronabedingt abgesagte Pauschalreisen, die vor dem 8. März gebucht wurden. Hier soll der Staat im Ernstfall den vollen Reisepreis erstatten.

Tourismusverband: "Das Geld ist schon weitergeleitet"

Der Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft hatte der Bundesregierung Feigheit vorgeworfen, weil die Annahme von Gutscheinen freiwillig bleibt. Verbandspräsident Frenzel sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Zwölf Länder haben obligatorische Gutscheine eingeführt, nur Deutschland traut sich nicht." Auch der Deutsche Reiseverband und der internationale Dachverband der Fluggesellschaften IATA zeigten sich enttäuscht von der Entwicklung. Die meisten kleinen und mittelständischen Reiseveranstalter stünden mit dem Rücken zur Wand und die Kassen seien leer, erklärte DRV-Präsident Fiebig.

EU besteht auf Verbraucherrechten

Die EU-Kommission geht aktuell gegen mehrere Mitgliedsstaaten vor, die verpflichtende Gutschein-Lösungen eingeführt haben - so wie sie sich auch die deutsche Tourismusbranche wünscht. Denn nach EU-Recht müssen abgesagte Pauschalreisen sowie Flugtickets zeitnah erstattet werden. Allerdings gibt es Berichte, wonach zumindest Fluggesellschaften die Erstattung stornierter Tickets verzögern. Dies wirft die Verbraucherzentrale Hessen der Luftverkehrsbranche vor. In der Zentrale häuften sich die Beschwerden von Verbrauchern, die keine Auskünfte erhielten und hingehalten würden. Viele fühlten sich als Opfer einer Verzögerungstaktik. Die Verbraucherzentrale sprach von einem "systematischen Rechtsbruch". Kunden, die auf ihren Zahlungsanspruch bestünden, brauchten einen langen Atem. Das sei besonders unverständlich, wenn Unternehmen gleichzeitig massive staatliche Unterstützung erhielten.

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Covid-19Wie es mit Freibad und Schwimmbad in der Coronakrise weitergeht

Der Betrieb in den Bädern läuft langsam wieder an. Befürchtungen, die komplette Freibad-Saison könnte ausfallen, haben sich nicht bestätigt. Ein Überblick. Bundesländer und Gemeinden haben unterschiedliche Zeitpläne und Konzepte für die Öffnung von Frei- und Hallenbädern aufgestellt. Es gelten jeweils strenge Hygienevorschriften, teilweise muss man vorab online ein Ticket kaufen. Viele Bäder bleiben zunächst trotz Erlaubnis geschlossen. Den Anfang machen überall die Freibäder, einige Länder haben auch schon Pläne für die Hallenbäder. Ein normaler Betrieb wie vor Coronazeiten wird in diesem Sommer nicht möglich sein. In Baden-Württemberg sollen Frei- und Hallenbäder ab dem 6. Juni öffnen können. Bis dahin ist nur Schwimmunterricht erlaubt. In Bayern ist der Stichtag für Freibäder der 8. Juni. In Berlin sind Freibäder seit dem 25. Mai teilweise wieder geöffnet. Brandenburg öffnet die Hallenbäder am 13. Juni. Seit dem 28. Mai ist wieder Betrieb in den Freibädern. Am 8. Juni öffnet das erste Freibad in Bremen. Weitere folgen am 15. Juni. Die Öffnung der Hallenbäder ist für den 1. Juli vorgesehen. In Hamburgs Freibädern geht es ab dem 2. Juni los. In Hessen dürfen in den Freibädern ab 1. Juni zunächst nur Vereine trainieren, eine weitere Öffnung soll aber bald folgen. Mecklenburg-Vorpommern erlaubte die Öffnung der Freibäder am 25. Mai. In Niedersachsen (PDF-Datei) können Freibäder seit dem 25. Mai öffnen, Schwimmbäder sollen laut derzeitiger Planung am 8. Juni folgen. Nordrhein-Westfalen [erlaubt Freibädern|https://www.land.nrw/de/weitere-schritte-des-nordrhein-westfalen-plans-werden-umgesetzt-uebersicht-der-neuregelungen-im] seit dem 20. Mai, ihren Betrieb aufzunehmen, seit dem 30. Mai ist auch der "Betrieb von Hallenbädern zur reinen Ausübung des Schwimmsports in Bahnen" unter Auflagen möglich. In Rheinland-Pfalz öffneten die Freibäder ab dem 27. Mai. Ab dem 10. Juni sollen auch Hallenbäder öffnen können. Im Saarland kann man ab dem 8. Juni wieder in Freibädern schwimmen gehen. Sachsen erlaubte Freibädern schon am 15. Mai die Öffnung. Am 6. Juni sollen die Hallenbäder folgen. In Sachsen-Anhalt ging es in den Freibädern ab dem 28. Mai wieder los. Aus Schleswig-Holstein gibt es noch keine konkreten Angaben. Thüringen öffnete die Freibäder am 1. Juni.

Vorbereitungen in den Bädern

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen erklärt auf ihrer Internetseite, nach gegenwärtigem Kenntnisstand sei das Ansteckungsrisiko in Bädern nicht höher als an anderen öffentlichen Orten. Über das Wasser sei die Infektion demnach nicht möglich, da Viren durch das Chlor sicher abgetötet würden. Schwimmbäder brauchen nach Angaben von DGfdB-Geschäftsführer Ochsenbauer eine Vorlaufzeit von etwa drei Wochen, um die technischen Anlagen hochzufahren, die Hygiene von Bade- und Trinkwasser sicherzustellen und neue Saisonarbeitskräfte zu rekrutieren. Für Warteschlangen wurden vielerorts Abstandsmarkierungen angebracht. Die Zahl der Besucher, die gleichzeitig im Bad sein dürfen, ist begrenzt. Einige Bäder vergeben ihre Eintrittskarten nur noch online und für bestimmte Zeitfenster. Zwischen den festgelegten Badezeiten werden die Einrichtungen dann desinfiziert.

Wie sieht es mit dem Schwimmunterricht aus?

Schon vor der Coronakrise gab es hier große Engpässe: Nach Angaben der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft boten im Jahr 2019 etwa 20 bis 25 Prozent aller Grundschulen gar keinen Schwimmunterricht mehr an, weil ihnen kein erreichbares Bad zur Verfügung stand. Wenn der Unterricht künftig unter den Bedingungen des Infektionsschutzes und gegebenenfalls nur in Kleingruppen wieder aufgenommen werden kann, wird das diese Situation noch erschweren. Der Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbandes, Gallitz, geht davon aus, dass private Schwimmschulen frühestens im Herbst wieder öffnen. Er befürchtet nach der monatelangen Schließung aller Schwimmbäder für diesen Sommer eine steigende Zahl von Badeunfällen in Flüssen, Seen und am Meer. Das bayerische Innenministerium berichtet bereits jetzt von etlichen Einsätzen der Wasserwacht und der DLRG, weil Badende an Seen in Not geraten sind.

Wie sieht es in den Schwimmvereinen aus?

Der Vorstandsvorsitzende des Hamburger Sportbunds, Ralph Lehnert, mahnte im DLF, manche Sportvereine müssten immense Summen aufbringen, um ihre Infrastruktur in Schuss zu halten. Das gelte vor allem für Schwimmbäder. Er appellierte deshalb an die Mitglieder, ihrem Verein gerade während der Corona-Krise die Treue zu halten. Die Schwimm-WM, die eigentlich für den Sommer 2021 geplant war, wurde bereits auf 2022 verschoben. Damit wird eine Terminkollision mit den Olympischen Spielen von Tokio vermieden, die von 2020 auf 2021 verlegt wurden.

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Covid-19Wie es mit Sportverein und Fitnessstudio in der Coronakrise weitergehen kann

Der Sportbetrieb im Verein ruhte wochenlang wegen der Coronavirus-Pandemie. Inzwischen ist nicht nur Outdoor-Sport möglich, sondern zunehmend öffnen auch die Hallen. Ein Überblick.

Unterschiedliche Lockerungen in den Bundesländern

Fitnessstudios dürfen in fast allen Ländern wieder öffnen. Es fehlen noch Baden-Württemberg und Berlin, die am 2. Juni nachziehen, sowie Bayern (8. Juni). Sportanlagen können inzwischen in den meisten Fällen wieder benutzt werden. Zunächst galt das vor allem für draußen, inzwischen aber auch zunehmend für drinnen. Wo das bisher noch nicht möglich ist, folgen die entsprechenden Lockerungen in den nächsten Tagen, entsprechende Auflagen (Kontaktlosigkeit, Abstand etc.) vorausgesetzt. Zuschauer bleiben in der Regel nach wie vor ausgeschlossen. Nordrhein-Westfalen erlaubt bis zu 100 Zuschauer (Stichwort nach dem Klick: Sport und Ehrenamt). In dem Bundesland ist auch nicht-kontaktfreier Sport mit bis zu zehn Personen im Freien möglich. Einzelheiten zum Sport in den einzelnen Bundesländern liefern die jeweiligen Landessportbünde oder Landesregierungen: Baden-Württemberg (ab 2. Juni) Bayern (ab 8. Juni) Berlin (seit 30. Mai, Stichwort: Sportbetrieb) Brandenburg (seit 28. Mai) Bremen (seit 27. Mai) Hamburg (seit 27. Mai) Hessen (seit 9. Mai) Mecklenburg-Vorpommern (seit 25. Mai) Niedersachsen (seit 25. Mai) Nordrhein-Westfalen (seit 30. Mai) Rheinland-Pfalz (seit 27. Mai) Saarland (ab 1. Juni) Sachsen (ab 6. Juni) Sachsen-Anhalt (seit 28. Mai) Schleswig-Holstein (seit 18. Mai) Thüringen (seit 13. Mai)

Wie findet Sport im Verein jetzt statt?

Die zehn Leitplanken, die der Deutsche Olympische Sportbund für eine Lockerung entwickelt hat (PDF-Dokument), sollten eingehalten werden. Das bedeutet, Körperkontakte auf das Minimum reduzieren, Hygieneregeln einhalten, Umziehen und Duschen möglichst zu Hause, Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen, Veranstaltungen wie Mitgliederversammlungen und Feste unterlassen, Trainingsgruppen verkleinern, Angehörige von Risikogruppen besonders schützen, generell Risiken in allen Bereichen minimieren und natürlich Distanzregeln einhalten.

Was ist mit Sport online?

Turnen, Gymnastik, Kraftsport - für unterschiedliche Sportarten gibt es Internet-Kurse. Die Kampagne #Zamfitbleim des Bayerischen Landes-Sportverbands verfügt zum Beispiel über eine Playlist mit über 250 Vereinsvideos.

Die Fußball-Bundesliga

Seit dem 16. Mai wird die Fußball-Bundesliga fortgesetzt, allerdings mit sogenannten "Geisterspielen", also ohne Zuschauer im Stadion. Voraussetzung für die Erlaubnis ist ein angepasstes Regelwerk. Vorgeschrieben sind etwa das Tragen eines Mundschutzes für die Auswechselspieler - nicht aber für die Trainer; sie müssen lediglich einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Außerdem hatten sich die Mannschaften eine Woche vor dem Spielstart in ein quarantäneartiges Trainingslager gezogen. Doch auch diese Regel wurde bereits gebrochen. So hatte Augsburg-Trainer Heiko Herrlich das Teamhotel zum Einkaufen verlassen. Zuvor hatte das Video von Hertha-Spieler Salomon Kalou Schlagzeilen gemacht; auch hier werden Hygieneregeln wie das Vermeiden von Körperkontakt und der Mindestabstand nicht eingehalten.

Was ist mit Reiten?

Tagesaktuelle Informationen dazu findet man bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Was ist mit Schwimmen und Freibädern?

Zu diesem Thema haben wir eine eigene Meldung verfasst: Wie es mit Freibad und Schwimmbad in der Coronakrise weitergehen kann.

Laufen den Sportvereinen die Mitglieder weg?

Von einem Mitgliederschwund oder einer Austrittswelle kann zumindest laut Landessportbund Nordrhein-Westfalen zur Zeit nicht die Rede sein. Sprecher Rall vergleicht die aktuelle Situation mit der Flüchtlingskrise 2015, als monatelang Sporthallen als Notunterkünfte belegt waren. Im Einzelfall könne es aber natürlich Vereine geben, die einige Mitglieder verlören. Aus Bayern heißt es zwar, die Situation sei sehr ernst und viele Vereine müssten mit finanziellen Verlusten rechnen. Dennoch glaube man, so Jörg Ammon (Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes), dass der Vereinssport in den nächsten Monaten sogar einen noch größeren Stellenwert in der Gesellschaft einnehmen werde. Das liege vor allem daran, dass Urlaubsreisen in naher Zukunft nicht möglich seien und die Menschen ihre Freizeit in der Heimat und somit auch im Sportverein verbringen. Er spricht von einer derzeit "enormen Solidarität" und appellierte: dem Verein treu bleiben!

Wie schwer trifft die Corona-Krise die Vereine finanziell?

Auch wenn die meisten Mitglieder weiter zahlen: Ausgefallene Turniere, Tagungen, Feiern - all das macht den Vereinen zu schaffen. Währenddessen laufen viele Kosten weiter. Daher gehen auch Sportvereine in Kurzarbeit. Der Landessportbund Berlin forderte einen Solidarfonds. Der Druck auf die Vereine werde mit jedem Tag größer, sagte LSB-Präsident Thomas Härtel dem Tagesspiegel. Berlins Innensenator Geisel (SPD) sagte nach Beratungen mit Sport-Vertretern, Breitensport und Profisport seien tragende Säulen der Sportmetropole Berlin. "Das dürfen wir uns durch Corona nicht kaputtmachen lassen." Der Berliner Senat will ehrenamtliche und Profi-Sportvereine in der Corona-Krise finanziell unterstützen, damit sie nicht in ihrer Existenz bedroht werden. Vorbereitungen für einen entsprechenden Rettungsschirm laufen bereits. In Sachsen zum Beispiel können die Sportvereine bereits finanzielle Unterstützung in Form einmaliger Soforthilfe-Zahlung oder eines Liquiditätsdarlehens beantragen. Auch der Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern hat sich inzwischen mit der Landesregierung auf Hilfsgelder geeinigt, die die Vereine ab sofort beantragen können. Das Land Nordrhein-Westfalen hat für den Sport zehn Millionen Euro Hilfen zur Verfügung gestellt. Laut LSB NRW haben in der ersten Woche 230 Vereine Fördermittel beantragt, 1,5 Millionen Euro wurden demnach abgerufen. "Da können die Vereine, die eben unterhalb der wirtschaftlichen Tätigkeit sind, aber dennoch erhebliche Einnahmeausfälle haben und uns das auch an ihren Wirtschaftsplänen zeigen können, ihre Bedürfnisse geltend machen", sagte die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Milz, im Dlf. Der Sportökonom Frank Daumann hingegen bezweifelte in diesem Programm den Sinn staatlicher Hilfen für den Sport. "Wem nützt es denn, wenn ich Sport treibe? Ich bin doch in erster Linie der Nutznießer. Ist da die Notwendigkeit für eine staatliche Förderung? Ich würde sagen, nein!"

Welche Spätfolgen sind denkbar?

Den Vereinen drohen Mitgliederaustritte und zahlreiche Insolvenzen. Zudem ist die Frage, ob und wie hauptamtliche Mitarbeiter und Trainer gehalten werden können - auch mit Blick auf die olympischen Spitzensportler. Der Sport und seine Vereine sind nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern vor allem auch sozialer Pfeiler der Gesellschaft. Nicht absehbar sind die physischen und psychischen Schäden, die durch Nichtbewegung und Wegfall der Sozialkontakte entstehen - da geht es um Integration, Inklusion, Gesundheitsförderung oder Rehabilitation. Auch viele Kinder und Jugendliche sind vom Sport-Stopp massiv betroffen.

Bekomme ich von Fitnessstudios mein Geld zurück?

Die Fitnessstudios haben unterschiedliche Herangehensweisen. Manche Studios verzichten darauf, die Beiträge einzuziehen. Manche verlängern die Mitgliedschaft um die ausgefallenen Monate. Andere bieten Gutschein-Lösungen an, und wieder andere bitten ihre Mitglieder darum, die Beiträge als Unterstützung weiter zu zahlen, damit das Studio die Coronakrise finanziell übersteht. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät, sich mit den Betreibern der Studios in Verbindung zu setzen.

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Covid-19Umweltschutz nach der Corona-Krise

Weltweit hat sich die Natur wegen der Einschränkungen in der Corona-Krise erholt, so schien es zumindest. In Indien zeigten sich wieder die Umrisse des sonst vernebelten Himalaya, in Venedig kehrten die Fische zurück in das nun klare Wasser der Kanäle, vielerorts sanken die Emissionswerte. Doch nach dem wochenlangen Lockdown lockern viele Länder ihre Einschränkungen zunehmend. Nutzen Deutschland und andere Länder die Chance für einen klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft? Es sollte ein Jahr der klimapolitischen Meilensteine werden: Das Pariser Klimaabkommen sieht vor, dass sich die Staaten 2020 neue, möglichst ehrgeizigere nationale Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen stecken. Doch der für November geplante UNO-Gipfel in Glasgow, auf dem die Umsetzung dieser Vorgaben überprüft werden sollte, ist wegen der Corona-Pandemie verschoben, ein Ersatztermin offen. Die internationale Kooperation im Kampf gegen die Erderwärmung scheint zu pausieren. Ob sich der größte CO2-Produzent der Welt, China, bald zu mehr Klimaschutz bekennt, ist ungewiss. Eine Gelegenheit dazu wäre der für September in Leipzig geplante EU-China-Gipfel - und ob der stattfindet, hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Doch es werden Forderungen nach nationalen Maßnahmen lauter.

Klimacheck bei Konjunkturhilfen

Beim Petersberger Klimadialog Ende April sprach sich Bundeskanzlerin Merkel für klimafreundliche Konjunkturhilfen aus. Auch das Umweltbundesamt forderte, die zahlreichen Hilfspakete in der Corona-Krise an Klimaschutz-Bedingungen zu knüpfen. Der Umweltschutz dürfe beim wirtschaftlichen Neustart nicht aus dem Blick geraten, mahnte der Präsident der Behörde, Messner. Ähnlich war es bei den Staatshilfen für die französische Fluggesellschaft Air France umgesetzt worden. Die Airline hatte ihr Hilfspaket in Höhe von bis zu vier Milliarden Euro nur unter der Bedingung von der französischen Regierung erhalten, dass sie "die umweltfreundlichste Fluggesellschaft der Welt" werden müsse. Für ähnliche "ökologische Bedingungen" hatte sich der Grünen-Fraktionsvorsitzende Hofreiter auch bei den Staatshilfen für die deutsche Lufthansa ausgesprochen und eine Nachbesserung des Hilfspakets gefordert. Das Helmholtz Zentrum für Gesundheit und Umwelt sprach sich zudem dafür aus, dass Unternehmen die coronabedingten Produktionsstopps nutzen sollten, um ihre Werke ökologisch zu modernisieren. Der Leipziger Klimaökonom Schwarze zeigte sich gegenüber der Presseagentur EPD zuversichtlich, dass viele europäische Länder die Chance für eine ökologische Wende nutzen werden: "Der Green Deal der Europäischen Kommission wird das Regelwerk für den Wiederaufbau nach der Corona-Krise." Widerstand, wie aus den Kohleländern Tschechien und Polen, blieben demnach die Ausnahme.

Greenpeace: Höhere Emissionswerte erwartet

Dass die deutsche Regierung weiterhin den Willen zum Klimaschutz besitzt, zeigte sich Anfang des Monats bei der Debatte um Kaufprämien für Neuwagen. Mehrere tausend Euro sollte der Staat beim Kauf von Neuwagen zuschießen – auch für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Letzteres wurde erst einmal zurückgenommen. Zugleich warnte die Umweltschutzorganisation Greenpeace vor höheren CO2-Emissionen in Städten als Folge der Corona-Pandemie. Aus Sorge vor Ansteckungen mieden viele Menschen öffentliche Verkehrsmittel. Die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen seien eingebrochen und mehr Strecken würden mit dem Auto gefahren, heißt es in einer Kurzstudie. Dadurch könnten alleine in den Großstädten die mit dem Auto zurückgelegten Personenkilometer um bis zu 20 Milliarden pro Jahr steigen, die CO2-Emissionen um zusätzliche drei Millionen Tonnen. Die Verkehrsexpertin der Organisation, Tiemann, forderte mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger. Dadurch könnten Städte verhindern, dass Menschen wieder ins Auto stiegen. Dies sei eine Chance, um beim Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsträger voran zu kommen.

Kommunen fordern Finanzhilfe für mehr Klimaschutz

Parallel zu den sinkenden Einnahmen vieler Unternehmen werden auch die Kassen der Kommunen marode. Der Deutsche Städtetag forderte angesichts der Corona-Krise Hilfe von Bund und Ländern für den Klimaschutz. "Die Städte müssen handlungsfähig bleiben und brauchen wegen wegbrechender Steuereinnahmen und steigender Ausgaben einen kommunalen Rettungsschirm", betonte der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Dedy. Sonst könnten die Kommunen ihre klimaschützenden Maßnahmen nicht mehr erfolgreich weiterführen. Im Mai vor einem Jahr hatte Konstanz als erste deutsche Stadt den Klimanotstand ausgerufen. Inzwischen sind bundesweit Dutzende Städte diesem Beispiel gefolgt, darunter Heidelberg, Karlsruhe, Köln, München und Kiel. Mit der Ausrufung des Notstandes sollte deutlich werden, dass dem Klimaschutz höchste Priorität zukommt.

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Covid-19Wie sich das Coronavirus in Europa ausbreitet

Die Zahl der Menschen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt haben, steigt weiter. Alle europäischen Länder sind betroffen. Ein Überblick über die Lage, den wir täglich aktualisieren. In Deutschland gibt es wegen des Meldeverzugs unterschiedliche Angaben zu Infektionen und Todesfällen: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland seit gestern 507 weitere Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Die Zahl ist damit wieder leicht angestiegen. Vorgestern lag die Zahl der bestätigten Neuinfektionen bei 394. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen liegt damit bei 183.271. An oder mit dem Virus gestorben sind in Deutschland laut RKI 8.613 Menschen. Damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 32. Etwa 168.800 Menschen haben der Schätzung des Instituts zufolge die Infektion überstanden. (Stand: 5.6., 0 Uhr). Die Johns-Hopkins-University, die häufiger aktualisierte Daten veröffentlicht, meldet für Deutschland bereits 184.924 bestätigte Fälle, davon gelten 168.480 als nicht mehr als erkrankt. Diesen Daten zufolge gibt es 8.658 an oder mit einer Corona-Infektion Gestorbene (Stand: 6.6., 0 Uhr). Die Angaben werden von der Universität in Baltimore laufend aktualisiert und stammen von der WHO sowie zahlreichen nationalen Institutionen. Auch Medienberichte werden ausgewertet. Die Johns-Hopkins-Universität wertet zudem die Todesrate pro 100.000 Einwohner aus. Deutschland liegt in dieser Rechnung bei etwas mehr als 10 Toten pro 100.000 Einwohner. Belgien zählt etwa 83 Todesfälle pro 100.000 Einwohner, gefolgt von Spanien (58) und dem Vereinigten Königreich (60). In Italien liegt die Rate bei gut 55, in Frankreich bei 43 und in den USA bei rund 33 (Stand: 6.6., 0 Uhr). Zu den auffällig hohen Werten aus Belgien ist anzumerken, dass dort auch eine andere Zählweise zu deutlich höheren Angaben führt. Hier eine Auflistung der Zahlen in anderen Ländern in Europa, ergänzt durch Staaten, in denen besondere Lagen herrschen.

Italien, San Marino, Vatikan, Malta

Nach Berechnungen der Johns-Hopkins-Universität gibt es in Italien inzwischen 33.774 Corona-Tote, die Zahl der Genesenen wird mit 163.781 angegeben. 234.531 Menschen waren oder sind erkrankt. In San Marino wurden 680 Fälle und 42 Tote registriert. Mindestens 428 Menschen sind als genesen erfasst. Im Vatikan wurden zwölf Infektionen nachgewiesen, zwei Menschen sollen wieder gesund sein; Todesfälle sind im Zusammenhang mit Covid-19 bisher nicht erfasst. Auf Malta gibt es 625 Fälle, neun Menschen sind gestorben. 583 gelten als wieder gesund.

Frankreich und Monaco

In Frankreich liegt die Zahl der Todesfälle bei 29.114, die Zahl der registrierten Infektionen bei 190.180. Von diesen Personen sind 70.622 wieder als gesund gemeldet. Monaco meldet 99 Infizierte, vier Menschen sind den Angaben zufolge gestorben, 92 Menschen gelten als genesen.

Spanien, Andorra und Portugal

In Spanien wurden mittlerweile 240.978 Fälle gemeldet. 27.134 Menschen sind gestorben, mindestens 150.376 gelten als genesen. Portugal meldet inzwischen 33.969 bestätigte Fälle, 1.455 Tote und 20.526 Genesene. In Andorra registrierten die Behörden 852 Infektionen, 51 Todesfälle und 741 Genesene.

Großbritannien und Irland

Die Zahl der gemeldeten Infektionen liegt in Großbritannien bei 284.734. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich hat sich inzwischen auf 40.344 erhöht, damit verzeichnet das Vereinigte Königreich die höchste Totenzahl in Europa. Als genesen gelten den Angaben zufolge 1.227. In Irland liegt die Zahl der bestätigten Fälle bei 25.163, 1.670 Menschen sind an oder mit Covid-19 gestorben, 22.698 gelten wieder als gesund.

Benelux-Länder

Aus den Niederlanden werden 47.358 Fälle gemeldet, 6.024 Menschen sind gestorben, 181 Infizierte wurden als genesen gemeldet. Im Nachbarland Belgien wurden offiziell 58.907 Infektionen nachgewiesen, 9.566 Menschen starben und 16.112 sind genesen. In Luxemburg gibt es 4.032 registrierte Fälle. Es gibt bislang 110 Todesopfer, 3.885 Patienten sollen wieder gesund sein.

Schweiz und Österreich

Die österreichischen Behörden zählen bislang 16.843 Corona-Patienten, 672 sind gestorben und 15.742 genesen. In der Schweiz wurden bislang 30.936 Menschen positiv getestet. 1.921 starben, 28.600 gelten als genesen. In Liechtenstein gibt es 82 Fälle, ein Mensch ist gestorben, 55 sind genesen.

Skandinavien und Island

Schweden registrierte bisher 42.939 Coronavirus-Infizierte und meldete 4.639 Tote sowie 4.971 Genesene. In Norwegen haben sich den Angaben zufolge 8.510 Personen infiziert, 238 sind gestorben und 8.138 genesen. In Dänemark gibt es 12.075 bestätigte Fälle, 586 Tote und 10.853 Genesene. In Finnland gibt es 6.941 nachweislich Infizierte, 322 Tote und 5.800 Genesene. In Island wurden 1.806 Infektionen bestätigt, es gibt bisher zehn Tote. 1.794 Personen sind laut Johns-Hopkins-University genesen.

Baltikum

In Estland gibt es 1.910 registrierte Fälle, 69 Tote und 1.667 Genesene, in Lettland 1.085 Fälle, 25 Tote und 781 Genesene, in Litauen sind es 1.694 Infizierte, 71 Tote und 1.302 Genesene.

Russland

Russland verzeichnet bisher 449.256 Fälle. Dort wurden 5.520 Todesfälle gemeldet und 212.237 Genesene.

Ost- und Südost-Europa

Polen meldet 25.410 Infizierte, 1.117 Menschen starben bisher, 12.410 gelten als genesen. Tschechien hat 9.520 Infektionen, 327 Tote und 6.880 Genesene gemeldet, die Slowakei 1.526 Infizierte, 28 Todesfälle und 1.379 Genesene. In Ungarn sind 3.970 Fälle registriert, 542 Menschen sind gestorben und 2.245 wieder gesund. In Rumänien gibt es 20.103 nachgewiesene Infektionen, 1.316 Tote und 14.145 Genesene. In Serbien sind es offiziell 11.667 Fälle und 247 Tote; 6.931 Patienten gelten als genesen. Kroatien zählt 2.247 Infizierte, 103 Todesfälle und 2.113 Genesene, Slowenien 1.479 Infizierte, 109 Todesfälle und 1.359 Genesene. Nordmazedonien meldet 2.790 Infizierte, 149 Tote und 1.632 Genesene, in Bosnien und Herzegowina wurden 2.606 Infizierte registriert, 159 Tote und 1.968 Genesene. In Montenegro sind es 324 Infektionen, neun Todesfälle und 315 Genesene, im Kosovo 1.142 Infizierte, 30 Tote und 871 Genesene. In Griechenland sind 2.967 Infektionen bestätigt, 180 Patienten starben und 1.374 Menschen gelten als genesen. In Albanien gibt es 1.212 Infizierte, 33 Todesfälle und 910 Genesene, in Bulgarien 2.627 Fälle, 159 Todesopfer und 1.390 Genesene. Die Ukraine meldet 26.542 Fälle und 770 Tote sowie 11.815 Genesene, in der Republik Moldau sind es 9.247 Infizierte und 323 Tote; es gibt 5.240 Menschen, die als genesen gelten. Belarus (Weißrussland) meldet 46.868 Infizierte, 259 Tote und 22.066 Genesene. Georgien meldet 805 Infektionen, 13 Tote und 650 Genesene. Aserbaidschan hat 6.860 Infizierte, 82 Todesfälle und 3.871 Genesene. Armenien hat 11.817 gemeldete Fälle, 183 Tote und 3.513 Genesene.

Türkei und Iran

In der Türkei ist die offizielle Zahl der Infizierten auf 168.340 gestiegen. 4.648 Menschen starben, 133.400 Menschen gelten als genesen. Der benachbarte Iran gehörte anfangs zu den weltweit am stärksten betroffenen Ländern. Inzwischen gibt es 167.156 bestätigte Fälle, 8.134 Menschen sind demnach gestorben, 129.741 Menschen gelten als wieder gesund.

Weltweit

Weltweit hat die Zahl der offiziell mit dem Corona-Virus infizierten Menschen inzwischen die Marke von sechs Millionen überschritten. Aktuell (6.6.2020, 0 Uhr) gibt es laut Johns-Hopkins-University 6.713.881 registrierte Infektionen. 393.709 Menschen sind gestorben. 2.986.683 der Infizierten gelten als genesen. Die meisten registrierten Fälle gibt es in den USA mit 1.890.592 Infizierten. Von ihnen sind 485.002 genesen und 108.920 gestorben. In China liegt die gemeldete Zahl der Infizierten bei 84.174 und steigt kaum noch an. Die Zahl der Todesopfer liegt bei 4.638, sie war Mitte April deutlich nach oben korrigiert worden. Als genesen werden 79.420 Personen verzeichnet.

Übersicht der aktuellen Zahlen

Die Johns-Hopkins-University erfasst bestätigte Infektionen von Patienten mit Covid-19-Symptomen, die von den jeweiligen Ländern gemeldet werden, und aktualisiert diese Angaben mehrmals täglich. Die Schwere der Erkrankungen wird nicht erhoben, wohl aber die Todesfälle und die Zahl der genesenen Patienten nach Ländern sortiert dokumentiert, soweit Daten vorliegen. Da nicht alle verfügbaren Datenbanken permanent und zur gleichen Zeit aktualisiert werden, können die konkreten Angaben Abweichungen aufweisen. Quellen: Johns-Hopkins-University, Robert Koch-Institut, Nachrichtenagenturen (Stand: 6.6.2020, 0 Uhr)

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Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

In Deutschland gibt es nach Angaben des Robert Koch-Instituts knapp 500 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland seit gestern 507 weitere Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Die Zahl ist damit wieder leicht angestiegen. Vorgestern lag die Zahl der bestätigten Neuinfektionen bei 394. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen liegt damit bei 183.271. An oder mit dem Virus gestorben sind in Deutschland laut RKI 8.613 Menschen. Damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 32. Etwa 168.800 Menschen haben der Schätzung des Instituts zufolge die Infektion überstanden. (Stand: 5.6., 0 Uhr). Die Johns-Hopkins-University, die häufiger aktualisierte Daten veröffentlicht, meldet für Deutschland bereits 184.472 bestätigte Fälle, davon gelten 167.909 als nicht mehr als erkrankt. Diesen Daten zufolge gibt es 8.635 an oder mit einer Corona-Infektion Gestorbene (Stand: 5.6., 6 Uhr).

NRW, Bayern, Baden-Württemberg: Die Lage in den Bundesländern

Bei den absoluten Zahlen liegt Bayern mit 47.268 Infektionen (2.481 Tote) laut RKI vor Nordrhein-Westfalen mit 38.439 Fällen (1.617) und Baden-Württemberg mit 34.870 (1.778). Bezogen auf die Einwohnerzahl ergibt sich folgendes Bild: Pro 100.000 Einwohner gibt es die meisten gemeldeten Infektionsfälle in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Saarland und Bremen. (Stand: 5.6.2020, 6 Uhr)

Mehrheit der Coronavirus-Toten älter als 70 Jahre

Im Lagebericht des Robert Koch-Instituts finden sich keine Altersangaben mehr zum jüngsten und ältesten Corona-Todesopfer in Deutschland. Nach wie vor sterben aber an Covid-19 insbesondere ältere Menschen. Nach aktuellem Stand sind von der Krankheit Frauen mit 52 Prozent und Männer mit 48 Prozent annähernd gleich häufig von der Erkrankung betroffen. Es versterben jedoch etwas mehr Männer als Frauen (55 zu 45 Prozent der Todesfälle). Die meisten der registrierten Covid-19-Fälle sind zwischen 15 und 59 Jahren alt (67 Prozent). Der Altersdurchschnitt der Infizierten liegt bei 49 Jahren. Das Robert-Koch-Institut benennt weitere Einzelheiten zu den bislang registrierten Todesfällen in Deutschland. 86 Prozent der Gestorbenen sind 70 Jahre oder älter. Unter den bekannten Infektionen macht diese Altersgruppe einen Anteil von 19 Prozent aus. (Stand: 4.6., 7 Uhr)

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Covid-19So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus

Pharmaunternehmen weltweit suchen nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. Manche testen ihre Wirkstoffe bereits an Menschen. Wir geben einen Überblick über die Forschung. Seit der weltweiten Verbreitung des Coronavirus bewegt die Menschen die Frage: Wann kommt ein Impfstoff gegen den Erreger? Viele Pharmaunternehmen und Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an der Erforschung möglicher Impfstoffe.

Weltweit über 133 Forschungsprojekte

Mindestens 133 Forschungsprojekte gibt es laut dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) inzwischen. Einige Projekte von ihnen sind in der klinischen Erprobung bereits in Phase zwei von insgesamt drei. Das heißt: Nachdem die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffkandidaten zuerst an Tieren und in der ersten klinischen Phase an einer kleinen Gruppe von bis zu 30 Probanden erfolgreich getestet worden ist, wird der Wirkstoff nun an einer größeren Gruppe von 50 bis 500 Freiwilligen erprobt. Untersucht werden die Verträglichkeit, die Dosierung und die Reaktion des Immunsystems. Kürzlich vermeldete etwa der US-Konzern Moderna erfolgversprechende Zwischenergebnisse für sein Mittel mRNA-1273. Moderna hatte Mitte März in den USA mit der ersten Phase der Erprobung an Freiwilligen begonnen. Die Teilnehmer dieser ersten klinischen Studie entwickelten laut dem Biotech-Unternehmen nach zwei Impfungen Antikörper, die mindestens so hoch konzentriert waren wie bei genesenen Corona-Patienten. Sie seien also infolge der Behandlung immun gegen SARS-CoV-2 geworden. Auch in Tierversuchen mit Mäusen stoppte eine Impfung mit mRNA-1273 die Vermehrung des Erregers in der Lunge. Auch das chinesische Unternehmen CanSino Biologics arbeitet mit dem Beijing Institute of Biotechnology an einem Impfstoff, der in China bereits Phase 2 der klinischen Erprobung erreicht hat. Die britische Oxford-Universität forscht an einem sogenannten Vektorviren-Impfstoff. Seit Ende April läuft in Großbritannien die erste Testphase an Freiwilligen. Die Phase 3 an etwa 30.000 Patienten und eine Testreihe mit Kindern stehen unmittelbar bevor. Das Vereinigte Königreich soll schon ab September mit dem Impfstoff beliefert werden, hieß es. Ob solch ein Zeitpunkt realistisch ist, ist unklar. Viele Experten gehen davon aus, dass es zwölf bis 18 Monate dauern dürfte, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Andere Experten sprachen von Ende des Jahres.

Forschung unter anderem in Tübingen

Das Tübinger Unternehmen Curevac entwickelt einen genbasierten Impfstoff, der ausgewählte Gene des Virus enthält. Laut dem Unternehmen hat man bereits positive Ergebnisse erzielt. Ab Juni soll das Mittel an Probanden in Deutschland und Belgien getestet werden. Vielversprechend ist laut Paul-Ehrlich-Institut auch ein Impfstoff des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. Bislang hat in Deutschland nur die Firma Biontech aus Mainz eine Genehmigung erhalten. Das französische Unternehmen Sanofi forscht an einem Totimpfstoff mit gentechnisch hergestelltem Virus-Antigen. An Menschen erprobt wurde er bislang noch nicht. Erste Testungen an Menschen sind ab der zweiten Jahreshälfte 2020 geplant.

Produktion großer Impfstoffmengen ist eine Herausforderung

Sollte absehbar ein sicherer und wirksamer Impfstoff gefunden werden, steht eine weitere Herausforderung bevor: die schnelle Produktion von großen Mengen an Impfdosen und deren Verteilung in der Bevölkerung. Um eine breite Herstellung zu beschleunigen, wollen mehrere Unternehmen und Forschungsinstitute ihre Produktionskapazitäten für einen Covid-19-Impfstoff ausweiten. Einige, darunter Moderna und die Oxford University, wollen bereits mit der Großproduktion von Impfstoffkandidaten beginnen, bevor die Erprobung an Menschen abgeschlossen ist Zudem haben auch Unternehmen, die nicht an eigenen Covid-19-Impfstoff forschen, zugesagt, die Herstellung von Impfstoffen anderer Firmen zu unterstützen. Dazu zählen etwa das japanische Unternehmen Takeda sowie das Unternehmen Bayer. Auch die Kollegen von "Forschung aktuell" haben sich gerade erst wieder mit Impfstoffen befasst und für einen Überblick gesorgt (Audio-Link).

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Fake News, Verschwörungstheorien, Proteste

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CoronavirusWie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19?

Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus wird noch dauern, und so richten sich einige Hoffnungen darauf, die Krankheit Covid-19 künftig wenigstens besser behandeln zu können. Noch in diesem Sommer werden Studienergebnisse erwartet. Weltweit laufen verschiedenste Versuche, um ein Medikament gegen die Lungenkrankheit zu finden, die in schweren Fällen tödlich verlaufen oder bleibende Schäden hinterlassen kann. Ein Teil dieser Forschungsarbeit wird von der Weltgesundheitsorganisation koordiniert: Vier Medikamente, die als mögliche Kandidaten gelten, werden seit Anfang April in der sogenannten Solidarity-Studie getestet. Mehr als 70 Länder machen mit, auch mehrere deutsche Kliniken sind beteiligt. Weltweit sollen 10.000 Patientinnen und Patienten daran teilnehmen.

(Ursprünglich) Vier Kandidaten

Die vier Wirkstoffe, die in dieser Studie weltweit versuchsweise verwendet werden, sind ursprünglich gegen andere Krankheiten entwickelt worden. Das hat aus Sicht der WHO den Vorteil, dass sie schon verfügbar sind und sich vergleichsweise schnell in großen Mengen herstellen ließen, wenn sie sich denn als wirksam gegen Covid-19 erweisen. Das Mittel Remdesivir wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt. Hydroxychloroquin ist ein Malaria-Mittel und in den anderen beiden Versuchsreihen werden zwei Varianten des HIV-Medikaments Kaletra eingesetzt. Die Solidarity-Studie ist modular angelegt: Neue Erkenntnisse können dazu führen, dass weitere Medikamente aufgenommen werden. Zeigt sich hingegen, dass Wirkstoffe den Patienten schaden, wird dieser Teil der Tests beendet. So geschehen beim Mittel Hydroxychloroquin. Hier setzte die WHO die klinischen Tests zur Behandlung der Covid-19-Krankheit vorerst aus. (Stand 25.5.)

Hoffnungsträger Remdesivir

Als größter Hoffnungsträger erscheint vielen Fachleuten derzeit Remdesivir. Im Kampf gegen das Ebola-Virus hatte Remdesivir zwar versagt und wurde nicht zugelassen, es zeigte sich aber zumindest, dass es recht gut verträglich ist. In den USA hat die Arzneimittelbehörde nach ersten Forschungsergebnissen nun bereits eine Sonderzulassung des Mittels für Covid-19-Erkrankungen ausgesprochen. Die Europäische Union will den Weg für einen Einsatz des Medikaments Remdesivir bei Covid-19-Patienten offenbar in Kürze frei machen. Der Direktor der europäischen Arzneimittelbehörde EMA, Rasi, sagte bei einer Anhörung im EU-Parlament in Brüssel, es könnte sein, dass eine bedingte Marktzulassung in den kommenden Tagen erteilt werde. Damit würde die Nutzung des Medikaments ermöglicht, noch bevor es vollständig zugelassen ist. In Deutschland ist ein Einsatz außerhalb von Studien aktuell noch nicht erlaubt. Auch hier gibt es aber positive Signale: Bei einigen Patienten hätten sich schon sehr gute therapeutische Effekte gezeigt, sagte der Chefarzt der München Klinik Schwabing, Wendtner, im Deutschlandfunk. "Wir können sagen: Remdesivir wirkt", sagte der Leiter der Infektiologie an der Uniklinik Köln, Fätkenheuer, dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Studien seien in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium. Es habe sich gezeigt, dass das Medikament bei einer Covid-19-Erkrankung den schweren Verlauf abmildere und verkürze. Er gehe davon aus, dass man das Präparat "binnen Wochen oder weniger Monate" zur Verfügung haben werde. Auch die Ergebnisse einer Studie aus den USA verstärken die Hoffnungen auf eine Wirksamkeit vom Remdesivir. Laut der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" verkürzt das antivirale Mittel die Genesungsdauer von Covid-19-Patienten um rund 30 Prozent. An der Studie des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten nahmen 1.063 Covid-19-Patienten in den USA sowie in neun weiteren Ländern in Europa und Asien teil.

Malaria-Medikamente eher ungeeignet

Die Malaria-Medikamente Chloroquin und Hydroxychloroquin eignen sich dagegen einer neuen Studie zufolge nicht zur Behandlung von Covid-19. Vielmehr wiesen die erhobenen Daten auf ein erhöhtes Sterberisiko hin, berichten Forschende aus den USA und der Schweiz im Fachjournal "The Lancet". Außerdem erhöhten die Medikamente das Risiko für Herzrhythmusstörungen – insbesondere bei Covid-19-Patienten mit Herzerkrankungen. Die Autoren sprechen sich dafür aus, die Mittel nur im Rahmen von klinischen Studien einzusetzen und den Nutzen sorgfältig zu prüfen. Sie hatten Daten von gut 96.000 Patienten aus hunderten Krankenhäusern weltweit ausgewertet. Zu ähnlichen Ergebnissen waren zuvor schon kleinere Studien gekommen. Die Weltgesundheitsorganisation setzte mittlerweile klinische Tests mit Hydroxychloroquin aus - wegen Sicherheitsbedenken und in Bezug auf die oben genannte Studie. Schon zuvor hatte die WHO ausdrücklich davor gewarnt, dieses und andere Medikamente zu empfehlen oder gar außerhalb von Studien selbst einzunehmen. Man sei besorgt über Berichte, dass Menschen eine Selbstmedikation mit Chloroquin vornähmen und sich dadurch ernsthafte Schäden zufügen könnten. Mit dieser Warnung reagiert die WHO unter anderem auf die Erklärung von US-Präsident Trump, er nehme das Mittel "zur Vorbeugung" selbst ein.

Das Rheumamittel Tocilizumab

Eine weitere weltweite Studie testet die Wirkung des Rheumamittels Tocilizumab bei Covid-19-Erkrankungen. In diesem Rahmen sei das Mittel auch drei Patienten an der Uniklinik München verabreicht worden, sagte der Intensivmediziner von Bergwelt im Deutschlandfunk. Den Patienten gehe es besser. Dies könne aber auch ein natürlicher Verlauf sein. Mit ersten Ergebnissen der kompletten Studie rechnet von Bergwelt im Sommer. Nach aktuellem Stand könne man aber davon ausgehen, dass Covid-Patienten mit einem schweren Verlauf der Krankheit von dem Mittel profitieren könnten, betonte von Bergwelt. Trotzdem sei das Mittel keine Wunderwaffe gegen das Coronavirus. Dafür seien zu viele Komponenten noch unerforscht.

Mammutaufgabe Massenproduktion

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es am Ende wohl mehrere Medikamente sein werden, die in Kombination gegen Covid-19 helfen. Das zeige die gesamte Geschichte der ansteckenden Krankheiten, heißt es in einem aktuellen Übersichtsartikel der Fachzeitschrift Nature. Die nächste Herausforderung werde dann darin bestehen, die Produktionskapazitäten so zu erhöhen, dass man möglichst bald hunderte Millionen Einzeldosen verfügbar habe - und zugleich politische Verteilungskämpfe vermeide. (Stand 25.5.2020)

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Corona-PandemieWann sollen Kitas und Schulen wieder vollständig öffnen?

Irgendwann, da sind sich alle einig, müssen Kindertagesstätten und Schulen wieder flächendeckend öffnen. Der Druck von und auf Seiten der Eltern und Kinder ist hoch. Über Zeitpunkt und Ausmaß aber gibt es Streit. Baden-Württemberg hat nun beschlossen, Kitas und Grundschulen bis spätestens Ende Juli alle zu öffnen - und bezieht sich dabei auf eine neue Studie. Die Untersuchung wird von den Unikliniken Heidelberg, Tübingen, Freiburg und Ulm erstellt. Sie werde zwar noch ausgewertet, gibt der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu. Aber die Landesregierung habe auf Grundlage der ersten Ergebnisse entschieden. Und die lauteten: Kinder würden anscheinend nicht nur seltener krank, sondern seien wohl auch seltener infiziert als Erwachsene. Der Grünen-Politiker kommt zu dem Schluss: Es könne ausgeschlossen werden, dass Kinder besondere Treiber des aktuellen Infektionsgeschehens seien.

Fachgesellschaften für sofortige Öffnung

Die Entscheidung Baden-Württembergs dürfte mehrere Fachgesellschaften der Kindermedizin freuen. Sie forderten schon vor etlichen Tagen ein Ende des Notbetriebs in Kitas und eine unbeschränkte Wiederöffnung der Bildungseinrichtungen - beides ab sofort. Die Stellungnahme hat medial hohe Wellen geschlagen. Einige Eltern zeigen sich verunsichert, angesichts des Risikos wiedereröffneter Schulen und Kitas. Andere hoffen auf Entlastung und wünschen sich für ihre Kinder wieder regelmäßigen Präsenzunterricht sowie soziale Kontakte. Die Autoren der gemeinsamen Stellungnahme halten das Übertragungsrisiko durch Kinder für gering. So heißt es in dem Papier: "Verschiedene Untersuchungen ergeben ein zunehmend schlüssiges Bild, dass Kinder in der aktuellen CoVid-19-Pandemie im Gegensatz zur Rolle bei der Influenza-Übertragung keine herausragende Rolle in der Ausbreitungsdynamik spielen." Insbesondere bei Kindern unter zehn Jahren würden die Daten sowohl für eine geringere Infektions- als auch für eine deutlich geringere Ansteckungsrate sprechen. Die Schlussfolgerung lautet: "Schul- und Kita-Schließungen haben wahrscheinlich nur eine geringe Effektivität auf die weitere Infektionsausbreitung." Allerdings heißt es auch, es gebe noch keine ausreichenden Belege über die Ursache dieser geringeren Virus-Transmission.

Schmale wissenschaftliche Basis

An diesem Punkt setzen derzeit mehrere Untersuchungen an. Rund 5.000 Kinder in Düsseldorfer Kitas sollen getestet werden, um herauszufinden, wie ansteckend Kinder sind. Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) umfasst die Studie gleich 6.000 Kinder. Die Leiterin der Untersuchung und Direktorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKE, Ania Muntau, sagte: "Ich habe mich immer sehr gewundert über die Sicherheit, mit der die Aussage auch in der Öffentlichkeit getätigt wurde, dass Kinder nicht erkranken." Es gebe dazu keine Evidenz, weil das niemals umfassend und in die Tiefe untersucht worden sei. Muntau glaubt: "Das ist eine absolut offene Frage, ob Kinder erkranken und wie häufig und wie schwer sie erkranken." Ähnlich sieht das Christian Drosten. Der Virologe der Berliner Charité teilte dem Deutschlandfunk schriftlich mit, es gebe im Moment keine wissenschaftliche Grundlage für eine umfassende Öffnung. Auch hätten die Kinderarzt-Verbände in ihrer Stellungnahme wichtige Elemente der von ihnen zum Beleg zitierten Arbeiten nicht erwähnt. Das gelte auch für Untersuchungen, die er selbst an der Berliner Charité verantwortet habe. Als konkretes Problem benennt Drosten im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" die Frage, ob Kinder das Virus in ihre Familien einschleppten oder nicht. Diese Untersuchung könne man während eines Lockdown gar nicht durchführen, denn dann gingen die Kinder gar nicht raus. Es gebe Äußerungen, da werde diese Störgröße mitdiskutiert, in der Stellungnahme der Fachverbände aber nicht.

"Nicht mehr auszuhalten"

Drosten findet es dennoch richtig, dass die Kinderärzte sich zu Wort gemeldet haben. Sie eröffneten damit eine ganz wichtige gesellschaftliche Diskussion. "Während sich der Virologe vornehm auf die Daten zurückzieht und sagt, da muss weiter geforscht werden, sagen gestandene Kinderärzte 'So nicht!'." Darauf müsse die Politik nun reagieren. Denn als Einzelperson, so Drosten, erkenne er es an, dass die Schließung der Schulen in der jetzigen Situation nicht mehr auszuhalten sei. Auch die Direktorin des Instituts für Virologie an der TU München und am Helmholtz Zentrum München, Prof. Dr. Ulrike Protzer, ist dafür, Konzepte für die Öffnung der Schulen und Kitas zu entwickeln. Sie sagte dem Deutschlandfunk, das Erkrankungsrisiko der Kinder sei gering und vertretbar. "Ein höheres Risiko besteht aber, wenn in der Schule infizierte Kinder das Virus mit nach Hause tragen und Familienmitglieder mit Vorerkrankungen oder ihre Großeltern anstecken." Die Virologin sprach von einer Abwägung der Risiken und dem Nutzen. Die Eltern müssten sich überlegen, ob ein Risiko bestehe und wie es minimiert werden könne. Zusätzlich forderte Protzer die strenge Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.

Wer entscheidet über das weitere Vorgehen?

Grundsätzlich entscheiden die einzelnen Bundesländer über die weiteren Schritte. Dabei richten sie sich in aller Regel nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts, das detaillierte Vorschläge für Hygiene- und Abstandsregeln erarbeitet hat. Die Kultusministerkonferenz hatte bereits Anfang Mai ein Rahmenkonzept vorgestellt, wie die Voraussetzungen für eine schrittweise Öffnung der Schulen aussehen könnten. Für die Umsetzung der Hygienepläne sind die Schulen zuständig, unterstützt werde sie dabei von den Gesundheitsämtern vor Ort. In vielen Schulen sind mittlerweile deutlich weniger Schüler*innen gleichzeitig im Gebäude, es gibt markierte Wegführungen und "Einbahnstraßen" auf den Schulfluren, geteilte Klassen, gestaffelte Pausen, zeitversetzten Unterricht und einen größeren Abstand zwischen den Tischen im Klassenraum. Zudem wird der Zugang zu den Toiletten kontrolliert. Das Tragen eines einfachen Mund-Nase-Schutzes wird auf den Schulfluren und in den Pausen oftmals empfohlen, ist aber im Unterricht keine Pflicht.

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Covid-19Coronavirus: Was man zu Schutzmasken wissen sollte

Zum Thema Mundschutz und Atemschutzmasken kursieren viele Informationen. Inzwischen haben alle Bundesländer Vorschriften beschlossen, dass in bestimmten Situationen ein Mundschutz getragen werden muss. Welche Arten von Schutzmasken es gibt, wie sie wirken, wer sie wirklich braucht und wie man Nachschub bekommt, beantworten wir hier.

Welche Masken unterscheidet man?

Seit der Ausbreitung des Coronavirus wird viel über Atemschutzmasken gesprochen und berichtet. Dabei ist nicht immer klar, um welche Masken es genau geht: Der einfache Mund-Nasen-Schutz schützt vor allem andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, weniger den Träger selbst. Viele Menschen nähen sich inzwischen selbst einfache Mundschutzmasken aus verschiedenen Stoffen, auch Schneidereien und andere Betriebe bieten sie zum Verkauf. Man nennt sie auch "Alltagsmasken". In Krankenhäusern werden verschiedene Maskentypen benutzt, wie ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft erklärt: einfache OP-Masken aus Vlies, die Patienten bei einer Operation vor dem Speichel von Medizinern und Pflegepersonal schützen sollen, sowie Schutzmasken der Standards FFP2 und FFP3 (Filtering Face Pieces). Diese bestehen aus festerem Material und können ein Atemventil haben. Das Coronavirus sei recht klein, erklärt der Sprecher, nur die FFP-Masken seien so gebaut, dass es nicht durchkomme. Allerdings: Masken ohne Ventil filtern laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz. Masken mit Ventil filtern demnach nur die eingeatmete Luft und sind daher nicht für den Fremdschutz ausgelegt.

Wer benötigt Schutzmasken?

Dringend notwendig ist das Tragen einer hochwertigen Atemschutzmaske beim medizinischen Personal. Um mit infizierten Patienten arbeiten zu können, ohne sich selbst anzustecken, braucht das Personal die FFP-Masken – ansonsten könnte eine medizinische Versorgung in den Krankenhäusern schwierig werden. Darüber hinaus empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium dringend, einen einfachen Mund-Nasen-Schutz dort zu tragen, wo es schwer ist, den Mindestabstand zu anderen Menschen immer einzuhalten. In öffentlichen Verkehrsmitteln und in den meisten Bundesländern auch beim Einkaufen ist solch ein Mundschutz verpflichtend. Oft ist ersatzweise auch ein Tuch oder Schal erlaubt. Kontakt- und Abstandsregeln gelten aber auch mit dem Schutz weiter.

Was muss ich beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beachten?

Ein Mundschutz kann die Ansteckung anderer nicht vollständig verhindern. Er verringert jedoch die Gefahr, da infektiöse Tröpfchen beim Husten oder Niesen abgefangen werden. Dafür ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz möglichst fest sitzt und gewechselt wird, wenn er feucht geworden ist. Anschließend sollte er bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Ein gängiges Vollwaschmittel reicht dafür aus. Die Alltagsmasken lassen sich auch im Backofen desinfizieren: 30 Minuten bei 70 Grad reichen nach Angaben des Virologen Christian Drosten aus. Eine weitere Methode ist das heiße Bügeln. Dies muss allerdings sorgfältig geschehen, und die Falten müssen lange erhitzt werden. Einfacher ist die Desinfektion in der Mikrowelle. Dafür darf der Mund-Nasen-Schutz aber keine Metallteile enthalten. Die Maske sollte mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäße mit Wasser gelegt werden. Dann wird sie zwei Minuten lang bei 750 Watt erhitzt. Der entstehende Wasserdampf tötet Viren ab. Ausführliche Hinweise zum richtigen Tragen des Mund-Nasen-Schutzes liefert die Webseite "Maske zeigen"

Wie sinnvoll ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes?

Aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es bislang keine Beweise dafür, dass Alltagsmasken den Träger vor Infektionen mit dem Coronavirus schützen. WHO-Generalsekretär Tedros betonte zuletzt, Masken alleine könnten die Ausbreitung der Atemwegserkrankung Covid-19 nicht stoppen. Die WHO argumentiert auch, durch das Tragen könne ein "falsches Sicherheitsgefühl" entstehen. So laufe der Träger Gefahr, die wichtigen Hygienemaßnahmen wie etwa Händewaschen zu vergessen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt auf seiner Webseite, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes könne helfen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen, wenn man öffentliche Räume betrete, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könne. Das RKI weist eindringlich darauf hin, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf keinen Fall dazu führen dürfe, Abstandsregeln zu missachten oder Husten- und Niesregeln und die Händehygiene nicht mehr einzuhalten. Das RKI betont zudem, wichtig sei nach wie vor: Wenn jemand Symptome zeige, müsse diese Person unbedingt zu Hause bleiben. Bundesgesundheitsminister Spahn erklärte unlängst, dass "einfache Masken, z.B. Stoff-Masken", helfen könnten, andere vor Infektionen zu bewahren. Der Virologe Christian Drosten wies im NDR-Podcast darauf hin, dass auch ein Schal oder ein Schlauchtuch, mehrlagig vor den Mund gewickelt, andere vor Tröpfchen schützen könne. Der Präsident des Weltärztebundes, Montgomery, hält eine gesetzliche Pflicht dagegen für falsch. Wer eine Maske trage, wähne sich sicher und vergesse den entscheidenden Mindestabstand. Im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut. Schneller könne man sich kaum infizieren, warnte Montgomery.

Wie lange halten FFP-Masken?

Die FFP-Masken für medizinisches Personal werden normalerweise beim Kontakt mit infizierten Patienten sowie bei Verdachtsfällen getragen. Die Trageempfehlung ist etwa zwei Stunden, spätestens dann sollen sie abgelegt oder gewechselt werden. In der Schweiz hat das Nationale Zentrum für Infektionsprävention den Krankenhäusern bereits vor einigen Wochen empfohlen, die Masken aufgrund des Mangels nun bis zu acht Stunden zu tragen – auch wenn das aufgrund der Feuchtigkeitsbildung nicht komfortabel sein dürfte.

Wie viele Masken pro Tag werden in Kliniken und Praxen gebraucht?

Genau sagen kann das derzeit niemand. Nach Schätzungen des US-Krankenhausverbandes brauchen Kliniken derzeit bis zu neunmal so viele Gesichtsmasken wie in einer gewöhnlichen Grippesaison. Bundesgesundheitsminister Spahn ging zuletzt davon aus, dass pro Woche zehn Millionen hochwertige Schutzmasken benötigt werden. Laut der Nachrichtenagentur Reuters schätzt die Regierung der Schweiz (8,6 Millionen Einwohner), dass derzeit pro Tag rund eine Million Masken gebraucht werden. Abhelfen soll ein neuartiges Wiederverwendungsverfahren von Atemmasken mit Filterfunktion, das der Krisenstab der Bundesregierung Anfang April vorgestellt hat. Daran hat unter anderem das Robert-Koch-Institut mitgearbeitet. Durch die Maßnahme soll die Versorgung des medizinischen Personals mit Schutzmasken sichergestellt werden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums könnten Masken vom Typ FFP2 und FFP3 maximal dreimal wiederaufbereitet werden, indem sie auf 65 bis 70 Grad erhitzt werden.

Warum gibt es Engpässe bei Schutzmasken?

Ein Großteil der Atemschutzmasken aller Art wird in Asien, vor allem in China, produziert. Laut dem chinesischen Innenministerium können die Fabriken dort rund 20 Millionen Masken pro Tag produzieren – um welche Maskenarten es sich genau handelt, wurde nicht aufgeschlüsselt. Auch einige deutsche Firmen lassen dort ihre Masken produzieren. Die bayerische Firma Uvex etwa teilte Anfang März mit, dass derzeit die Belieferung mit FFP-Masken aus China unterbrochen sei, allerdings sei die Produktion inzwischen wieder aufgenommen worden. Im Lager waren zuletzt jedoch noch mehrere Zehntausend Masken vorrätig. Diese werde das Unternehmen nur an Krankenhäuser und Arztpraxen verkaufen, hieß es. Ein Beispiel aus der Schweiz, über das der Tagesanzeiger berichtet, veranschaulicht ein weiteres Problem. Daten der dortigen Zollverwaltung zeigen, dass massenweise FFP2- und FFP3-Masken exportiert wurden, obwohl das Schweizer Gesundheitssystem sie dringend gebraucht hätte. Der Grund: Es ist ein gutes Geschäft damit zu machen. Im Januar wurden für ein Kilo Schutzmasken der Zeitung zufolge im Mittel noch 20 Franken pro Kilo berechnet (etwa 19 Euro). Im März lag der Wert bei 205 Franken (195 Euro). Laut dem Tagesanzeiger wurde beim Export nach Italien und Österreich außergewöhnlich viel Geld verlangt: umgerechnet 300 bzw. 385 Euro pro Kilo. Beide Länder sind besonders von der Coronakrise betroffen. Für die nach Deutschland exportierten Masken wurden umgerechnet 107 Euro pro Kilo verlangt, wie aus dem Bericht hervorgeht. Was die Menge an Masken angeht, die Schweizer Firmen an Deutschland lieferten, so liegt die Bundesrepublik nach China und Hongkong an dritter Stelle: 1,8 Tonnen (China: fast 14 Tonnen).

Was wird in Deutschland gegen die Engpässe getan?

Bundesgesundheitsminister Spahn hat Vereinbarungen für die Produktion medizinischer Schutzmasken im Inland angekündigt. Nach einer ersten Ausschreibung seien Zuschläge an rund 50 Unternehmen erteilt worden. Damit könnten ab Mitte August pro Woche zehn Millionen FFP2-Spezialmasken und 40 Millionen OP-Masken hergestellt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hat angekündigt, Firmen bei der Produktion von Schutzmasken finanziell zu unterstützen. Zunächst soll die Herstellung von Vliesstoff gefördert werden.

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Covid-19Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält

Kann ich mich mit dem Coronavirus infizieren, wenn ich im Supermarkt einen Einkaufswagen oder die Türklinke im Büro anfasse? Solche Fragen stellen sich seit Ausbruch der Pandemie viele Menschen. Eine sichere Antwort darauf gibt es noch nicht. Die am häufigsten zitierte Studie (Sie können sie hier nachlesen) zum Thema ist von Experten des US-Gesundheitsinstituts NIH und der Seuchenschutzbehörde CSC erstellt worden. Danach ergeben sich auf verschiedenen Oberflächen folgende Überlebenszeiten für das Virus: Kunststoff: 72 Stunden Edelstahl: 48 Stunden Papier, Karton: 24 Stunden Kupfer: 4 Stunden Aerosole (als Partikel in der Luft): bis zu drei Stunden. Vorausgesetzt, die Virenzahl auf der entsprechenden Oberfläche ist hoch, wären Schmierinfektionen denkbar: Der Kollege niest in seine Hand, schließt die Bürotür, kurz danach greift man zum Beispiel auf dem Weg zur Kantine selbst nach der Klinke. "Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich", erklärte das Bundesinstitut für Risikobewertung. Es gebe derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen sei, dass sich Menschen durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten, hieß es Ende April. Das Robert-Koch-Institut weist darauf hin, dass die Dauer der Vermehrungsfähigkeit von Viren von vielen Einflussfaktoren abhängt, wie z. B. von der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit. Auch beim Thema Bargeld machen sich viele Menschen Sorgen, viele sind deshalb dazu übergegangen, kontaktlos zu bezahlen. Eine Ansteckung über Bargeld gilt aber als unwahrscheinlich. Der Virologe Christian Drosten sagte dazu schon Anfang März: "Das auf dem Geldstück lebende Virus würde ich mal weitgehend vergessen." Die Europäische Zentralbank verweist auf Studien, die zeigten, dass auf Oberflächen wie etwa Plastik in den ersten Stunden 10 bis 100 Mal so viele Viren überleben wie auf Euro-Banknoten.

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"Corona-Demos"Gegner der Corona-Maßnahmen sind in der Minderheit

Obwohl die Grundrechtsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zunehmend gelockert werden, finden weiter Proteste dagegen statt. Dabei ist eine Mehrheit der Bevölkerung mit den Schutzmaßnahmen einverstanden. Einigen gehen die Lockerungen sogar zu schnell. Am Wochenende versammelten sich wieder einige tausend Menschen in deutschen Städten zu Demonstrationen gegen die Coronavirus-Beschränkungen. Auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart waren nur 5.000 Teilnehmer erlaubt. Da mehr Demonstranten kamen, fanden sich viele auch außerhalb des ausgewiesenen Geländes zusammen. In München lag die genehmigte Teilnehmerzahl für die Demonstration auf dem Oktoberfestgelände bei 1.000. Neben dem Areal hatten sich gut 2.500 Menschen versammelt. In Berlin, Frankfurt und Hamburg gab es ähnliche Demonstrationen, aber auch Gegenproteste. In Frankfurt war die Zahl der Gegendemonstranten sogar größer.

"Zeit"-Journalist: Demonstrierende nicht pauschal verurteilen

Der Leiter des Leipziger Büros der Wochenzeitung "Die Zeit", Martin Machowecz, sagte im Deutschlandfunk, man müsse bei den Demonstrierenden differenzieren. Es gebe Verschwörungstheoretiker, mit denen man nicht reden müsse. Andere hätten berechtigte Anliegen, seien es Probleme mit den Shutdown-Maßnahmen, Zweifel an den Zahlen oder einfach Fragen. Mit ihnen müssten sich Politik und Journalismus beschäftigen. Er lobte, dass sich Politikerinnen und Politiker nun auch am Rande der Demonstrationen erkundigten, wer gesprächsbereit sei und was die Anliegen seien. Machowecz hatte auch die "Pegida"-Proteste in Ostdeutschland begleitet und betonte, damals seien viele Pauschalisierungen passiert, was zu Verhärtungen bei den Demonstrierenden geführt habe. Dies sollte sich heute möglichst nicht wiederholen.

Soziologe: Noch nicht dramatisch

Der Soziologe Raj Kollmorgen warnt vor einer Überschätzung der aktuellen Proteste. "Ich finde die Corona-Proteste wirklich noch nicht dramatisch. Ich sehe keine Explosion. Wenn wir die erste Demo über 50.000 Menschen haben, dann bin ich bereit, darüber noch einmal nachzudenken", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mehrere Umfragen verdeutlichen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung hinter den Corona-Maßnahmen steht. Einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF vom 15. Mai zufolge, finden 66 Prozent die geltenden Maßnahmen richtig, 17 Prozent finden sie übertrieben und 15 Prozent meinen, sie müssten eher härter ausfallen. Lediglich unter den Anhängern der AfD ist eine Mehrheit (59 Prozent) der Meinung, dass die Maßnahmen übertrieben sind. Ein ähnliches Bild zeichnet der ARD-Deutschlandtrend. Demnach spricht sich mehr als die Hälfte der Deutschen (56 Prozent) dafür aus, die aktuell bestehenden Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beizubehalten (Stand 14.5.2020). 40 Prozent der Befragten würden es befürworten, wenn Maßnahmen weiter gelockert würden.

Ähnliche Situation in der Schweiz

Auch in der Schweiz gibt es ein widersprüchliches Bild. Auf den Straßen demonstrieren einige hundert Menschen gegen die Auflagen, die Mehrheit der Bevölkerung stützt einer Umfrage zufolge allerdings den Kurs der Politik. Konkret gaben sogar 38 Prozent der über 26.000 Befragten an, dass für sie die Geschwindigkeit der Lockerungen zu hoch sei. Anfang Juni soll in der Schweiz die nächste Lockerungsetappe beginnen, so dass wieder mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit unterwegs sein dürfen. 54 Prozent der Befragten erachten dies als zu früh. Der Soziologe Kollmorgen fordert dennoch, dass sich die Politik "mit den Erosionserscheinungen unserer parlamentarischen Demokratie" auseinandersetzt. Denn die Corona-Krise könne die Distanz zu ihr weiter vergrößern. Auch die stellvertretende SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Bärbel Bas ruft dazu auf, mehr Aufklärungsarbeit zu leisten, um mehr Verständnis für Maßnahmen zu erhalten. Sie räumte im Deutschlandfunk ein, dass es viele Irritationen gegeben habe, als die Bundesliga die Erlaubnis für die Fortsetzung erhalten habe, aber Spielplätze und der Sportvereine weiter geschlossen blieben.

Sorge vor Unterwanderung

Rechtsextremisten versuchen nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden, die Proteste gegen Corona-Auflagen für sich zu nutzen. "Wir sehen einen Trend, dass Extremisten, insbesondere Rechtsextremisten, das Demonstrationsgeschehen instrumentalisieren", sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, der "Welt am Sonntag". Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes betonte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ebenfalls, das rechte Lager fühle sich zunehmend von den Demonstrationen angesprochen.

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Fake News, Verschwörungstheorien, Proteste

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Corona-FalschnachrichtenÄrzte und Virologen warnen vor "Infodemie"

In einem offenen Brief fordern Ärzte und Virologen aus der ganzen Welt Unternehmen wie Facebook und Twitter auf, stärker gegen Falschnachrichten vorzugehen. Zu den Unterzeichnern gehören auch der Berliner Virologe Christian Drosten und seine Braunschweiger Kollegin Melanie Brinkmann. In dem Brief heißt es, man habe es derzeit nicht nur mit der Covid-19-Pandemie zu tun, sondern auch mit einer weltweiten "Infodemie", also Fehlinformationen, die Menschenleben gefährdeten. Manche davon verbreiteten sich schneller als das Virus selbst. Als Beispiele genannt werden Berichte, die behaupten, dass Kokain ein Heilmittel sei oder dass wahlweise China oder die USA Covid-19 als Waffe entwickelt hätten. Aber auch jenseits der Coronavirus-Pandemie weisen die Mediziner auf nach ihren Worten gefährliche Falschnachrichten hin. Auf Facebook sei ein Beitrag, laut dem das Ingwer-Gewürz 10.000-mal effektiver bei der Krebsbekämpfung sei als eine Chemotherapie, fast 30.000-mal gelikt, geteilt und kommentiert worden. Die Wissenschaftler fordern von den Technologieunternehmen, Richtigstellungen zu Gesundheits-Fehlinformationen zu veröffentlichen. Außerdem müssten die Plattformen ihre Algorithmen "entgiften". Diese Auswahlkriterien für die Anzeige von Internet-Inhalten konzentrierten sich derzeit mehr darauf, die Nutzer online zu halten, als ihre Gesundheit zu schützen. Facebook hat erst vor kurzem angekündigt, allgemeine Warnhinweise zu Fake News anzuzeigen. Doch das reicht Kritikern nicht aus. Mehr dazu bei den Kollegen der Sendung @mediasres. Der von der Nichtregierungsorganisation Avaaz veröffentlichte offene Brief erschien in einer ganzseitigen Anzeige der New York Times.

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Covid-19Wie "Widerstand 2020" die Corona-Krise in Frage stellt

Die Corona-Krise - eine Lüge der Medien? Die Maßnahmen völlig übertrieben?Einer der Hauptakteure der Proteste war in den vergangenen Wochen die selbsternannte Partei "Widerstand 2020". Doch führende Figuren der Gruppierung ziehen sich nun zurück.

Gründer Schiffmann tritt zurück

Einer der drei Gründer von "Widerstand 2020" war der HNO-Arzt Bodo Schiffmann. In einem YouTube-Video erklärte er nun seinen Rücktritt von allen Aufgaben und den Austritt aus der Initiative. Schiffmann führt interne Streitigkeiten als Gründe an und spricht von Streit bei der Betreuung der Internetseite und der Verwaltung der Mitgliederdaten. Auch die erst vor einer Woche gewählte neue Vorsitzende Sandra Wesolek sei nicht mehr dabei, erklärte Ralf Ludwig, neben Schiffmann ein weiteres Gründungsmitglied. Schiffmann sagte in seinem Video, dass Wesoleks Rücktritt auch seine Entscheidung mit angestoßen habe. Die dritte Gründerin, Victoria Hamm, war schon zuvor zurückgetreten.

Schiffmann deutet Gründung einer neuen Partei an

Schiffmann kündigte an, weiter politisch aktiv zu sein - allerdings nicht mit "Widerstand 2020". Er deutete an, möglicherweise eine neue "Mitmachpartei" zu gründen. "Ich werde etwas starten, und das wird bald passieren", sagte Schiffmann. Die Vorbereitung werde besser sein. Ludwig, als einziger Gründer immer noch bei "Widerstand 2020" aktiv, schrieb laut "Redaktionsnetzwerk Deutschland" im Kurznachrichtendienst Telegram: "Ich wünsche mir, dass wir ab jetzt alle Interessierten in die Partei aufnehmen können und gemeinsam als Schwarm in eine neue Zukunft aufbrechen."

Was ist "Widerstand 2020"?

"Anders denken ist kein Fehler, sondern Freiheit!" Mit diesem Slogan wirbt die sogenannte Mitmachpartei "Widerstand 2020". Schiffmann hatte auf seinem YouTube-Kanal "Schwindelambulanz Sinsheim" behauptet, dass das Coronavirus nicht so schlimm sei, wie es dargestellt werde. Die Medien verbreiteten im Verbund mit dem Virologen Christian Drosten nur "Massenpanik" (siehe Faktencheck unten). Die Gründer kritisieren das "Außerkraftsetzen unserer Grundgesetze" und werfen der Bundesregierung vor, ihre Macht auszunutzen. Die Zeit für einen "Widerstand gegen den politischen Umgang" sei gekommen.

"Widerstand 2020" ist keine Partei, sagt eine Parteienrechtlerin

Dass "Widerstand 2020" eine Partei ist, bestreitet die Parteienrechtlerin Sophie Schönberger. Sie sagte dem ZDF: "Um eine Partei zu sein, braucht man ein Mindestmaß an politischem Programm." Das werde derzeit aber erst entwickelt. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Parteieigenschaft damit ausgeschlossen". Der Sicherheitskorrespondent des Deutschlandfunks, Marcus Pindur, weist zudem darauf hin, dass sich "Widerstand 2020" durch anonyme Spenden finanzieren wolle - das sei wenig transparent. (Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war fälschlicherweise von einem Verstoß gegen das Parteiengesetz die Rede). Derzeit ist "Widerstand 2020" für ihn keine politische Partei.

Warum gibt es "Widerstand 2020"?

"Widerstand 2020" ist eine Protestbewegung gegen das bestehende System. Als Anlass nahmen die Gründer der Bewegung die aktuell geltenden Corona-Beschränkungen. Die Vorwürfe sind ähnlich wie bei den "Hygienedemos" in Berlin: Demonstrierende fordern dort jede Woche unter anderem die "Beendigung des Notstands-Regimes" und die "Verhinderung obrigkeitsstaatlicher Schikanen". Am Rande eines Corona-Protests wurde am 1. Mai ein Kamerateam des ZDF angegriffen. Es sei verständlich und normal, dass die massiven psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu Frustrationen, Verunsicherungen, Protesten und neuen politischen Akteuren führen, meinen Sandro Witt, Vorstandsvorsitzender der Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Thüringen (Mobit e.V.), und Matthias Quent, Soziologe und Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ): Die Krise werde aber inzwischen auch dazu benutzt, Menschen gegeneinander, gegen die Wissenschaft und gegen politische Verantwortungsträger aufzubringen. Marcus Pindur führt aus, es sollten Menschen angesprochen werden, "die ein diffuses Unbehagen an ihrer Situation haben, aber dieses nicht artikulieren können." An "Widerstand 2020" könne jeder andocken, der unzufrieden sei mit gesellschaftlichen oder politischen oder auch sehr privaten Verhältnissen. Der Journalist Bernd Harder beobachtet seit Jahren Verschwörungsmythen. Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen seien aber ein neues Phänomen, denn hier protestierten Menschen mit verschiedenen politischen Hintergründen. Der einzige gemeinsame Faktor, der sie eine, sei der "Glaube an die ganz große Verschwörung". Im Zuge des Coronavirus seien es Vorwürfe, dass die Eindämmung nur ein Ablenkungsmanöver sei, während im Hintergrund die Versklavung der Bevölkerung vorbereitet werde. Radikale Impfgegner behaupteten, dass die Corona-Pandemie aufgebauscht werde, um dadurch einen allgemeinen Impfzwang durchzusetzen und so die Grundrechte auszuhebeln.

Wie wird "Widerstand 2020" inhaltlich bewertet?

Marcus Pindur sieht Hinweise darauf, dass die Gruppe bestimmte Menschen erreichen will: Alle jene, die glauben, Covid-19 sei eine staatliche Propaganda-Erfindung, die dazu dienen solle, die Bürger zu gängeln und willkürlich in ihrer Freiheit zu beschränken. Auf der offiziellen Website klingt das so: Es gebe keine Partei, die "echte Demokratie" und "Menschlichkeit" anstrebe. Das "System" müsse geändert werden. Laut Pindur ist das eine typische Denkfigur von Rechtspopulisten und Rechtsradikalen: Das "System" sei falsch; macht- und geldverliebte Eliten regierten uns, alle möglichen Bedrohungen würden auf die Bürger losgelassen, Demokratie und Rechtsstaat seien nur Hohlformeln. Zudem klinge eine weitere auf dem rechtsradikalen Spektrum verbreitete Denkfigur an: Nur man selbst vertrete die Interessen "des Volkes" und würde diese kennen. So heißt es bei "Widerstand 2020": "Politiker fernab von der normalen Bevölkerung hatten wir genug. Wir brauchen wieder Menschen, die so sind wie du und ich. Bodenständig und nahbar, nicht über- sondern gleichgestellt." Pindur ergänzt: Welche Probleme mit welchen Mitteln gelöst werden sollen, ist völlig unklar, wird im Gegenteil überhaupt nicht angesprochen. An die Stelle von tatsächlichen politischen Positionen treten lediglich Slogans aus dem Werbejargon: Man sei "innovativ" und "modern". Mobit und IDZ beobachten die Bewegung ebenfalls. Laut Witt und Quent bilden sich derzeit in den Bundesländern virtuelle Ableger des vom IDZ zum rechten Spektrum gezählten Zusammenschlusses. Quent sagte dem ZDF, es handele sich derzeit um ein "diffuses Sammelbecken: Wissenschaftsfeinde treffen auf Verschwörungstheoretiker, Rechtspopulisten und linksesoterische Impfgegner." Damit die Sorge um die Demokratie in der Coronakrise nicht zum Bumerang werde, fordern Witt und Quent, seien bei "Widerstand 2020 "und anderen Corona-Protesten jetzt unmissverständliche Distanzierungen und der Ausschluss von Personen, Parteien und Gruppen notwendig, die antisemitische und rechtsextreme Positionen, Medien und Quellen verbreiteten.

Was ist mit den Mitgliedszahlen von "Widerstand 2020"?

Laut der Homepage hat "Widerstand 2020" inzwischen mehr als 100.000 Mitglieder. Das wäre erstaunlich viel und würde in etwa der Mitgliederzahl von Bündnis 90/Die Grünen entsprechen. Es gibt jedoch auch Misstrauen gegenüber den Angaben. Auf Facebook hat die inoffizielle Seite etwa 30.000 Mitglieder, die offizielle, bei der man sich per Mitgliedsnummer registrieren muss, nur rund 4.000.

Wie erfolgreich kann so eine Widerstandsbewegung werden?

Marcus Pindur meint: "Ich würde das Wort 'Widerstandsbewegung' nicht gebrauchen. Es impliziert schon, dass es einen legitimen Anlass für 'Widerstand' gebe – das spiegelt genau die Herabwürdigung des demokratischen Rechtsstaates wider, die Populisten brauchen, um sich als rationale Akteure darstellen zu können." Pindur spricht von einer Protestbewegung. Ob sie über die Corona-Krise hinaus Bestand haben werde oder ob sie wieder im tiefen Milieu der Verschwörungstheoretiker und Populisten versinkt, sei unmöglich, zu prognostizieren. Zunächst einmal müsste sich die Bewegung als solche institutionell verfestigen und eine kohärente Organisation bilden. Ihre Ankündigungen ließen das nicht erkennen.

Warum finden Menschen Corona-Verschwörungsmythen anziehend?

Die Sozialpsychologin Pia Lamberty von der Universität Mainz findet es nicht verwunderlich, dass gerade in Zeiten von Corona Verschwörungsmythen an Popularität gewinnen. Immer wenn Menschen einen Kontrollverlust erlebten, glaubten sie dann mehr an Verschwörungstheorien, sagte die Wissenschaftlerin für einen ausführlicheren Bericht zur Frage von Fake News, Verschwörungstheorien und Desinformationskampagnen in der Coronakrise den Kollegen der DLF-Hintergrundredaktion. "Das heißt, in dem Moment, wo ich das Gefühl habe, ich kann keinen Einfluss auf die Geschehnisse nehmen, versuche ich das psychologisch zu machen, indem ich Muster sehe, wo vielleicht auch keine sind." Anhänger von Verschwörungsmythen suchten sich Alternativen, sich politisch auszudrücken. Dadurch steige auch das Gefahrpotenzial, warnte Lamberty im "Tagesspiegel". Menschen, die glaubten, dass das Coronavirus im Labor gemacht worden sei, seien auch eher bereit, sich Waffen anzuschaffen. Von Verschwörungsmythen profitierten besonders Rechtsextremisten. In jüngster Zeit hätten das die Anschläge von Hanau und Halle gezeigt: In beiden Fällen radikalisierten sich die Täter durch rassistische oder antisemitische Verschwörungsmythen.

Wie kann man Verschwörungsmythen entlarven?

Falschinformationen, die vor allem im Internet verbreiten werden, hätten einen entscheidenden Vorteil gegenüber verlässlichen Informationen, konstatierte der Sozialpsychologe Ralph Hertwig in der DLF-Sendung "Lebenszeit". Sie würden häufig unsere Erwartungen in Frage stellen und eine Information bieten, die wir nicht erwartet hätten. Menschen würden sich davon angezogen fühlen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Falschinformationen sich beispielsweise bei Twitter sehr viel schneller verbreiteten als faktenbasierte Informationen. Hertwig sieht hier vor allem Zuschauer und Leser in der Pflicht, Medienkompetenz aufzubauen. Man brauche den Bürger, der auch in Bezug auf digitale Medien mündig sei und Quellen sorgfältig überprüfe. ------------------------------------------

Faktencheck der dpa zu Bodo Schiffmann

Die Maßnahmen der Regierung in Bezug auf die Corona-Pandemie sind nach Aussagen Schiffmanns übertrieben. In einem Video behauptet er, Sars-CoV-2 sei "genauso gefährlich oder nicht gefährlich wie eine Grippe". Er stützt sich dafür unter anderem auf die aktuellen Daten des EuroMOMO-Netzwerkes zur Übersterblichkeit. In diesen Daten kann man laut Schiffmann sehen, dass "auf der ganzen Welt keine ansteigenden Krankheitsfälle messbar sind". Nicht wegen des Coronavirus, sondern wegen einer "reißerischen Berichterstattung und gezielten Massenpanik" würden die Krankenhäuser zusammenbrechen. Seine Folgerung: "Die Panik kostet Menschenleben, nicht das Virus!" Er fordert deshalb ein sofortiges Ende der Maßnahmen. Außerdem gebe es "erschreckende Neuigkeiten aus Frankreich": Dort würden Patienten über 80 in Krankenhäusern "getötet". BEWERTUNG: Fallsterblichkeitsraten und die EuroMOMO-Daten von Ende März allein sind kein Beleg dafür, um die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie als falsch oder als Hysterie herunterzuspielen. Auch korrekte Daten müssen im Kontext gelesen und können falsch interpretiert werden. FAKTEN: Schiffmann zitiert die Angaben des EuroMOMO-Netzwerks über Gesamtsterblichkeitsraten in mehreren europäischen Ländern und Regionen. Die Werte seien normal und lägen unter den Zahlen der letzten Grippe-Wellen, behauptet er. Doch auf der EuroMOMO-Website wurde bereits Mitte März an prominenter Stelle auf Besonderheiten in Bezug auf Covid-19 hingewiesen. Die Verantwortlichen warnten schon im Bulletin zur 11. Kalenderwoche mit den Daten für den 9. bis 16. März davor, ihre Angaben fehlzuinterpretieren. Obwohl zu diesem Zeitpunkt in den EuroMOMO-Zahlen keine erhöhte Sterblichkeit zu verzeichnen sei, sei daraus ausdrücklich nicht abzuleiten, dass es aktuell keine erhöhte Sterblichkeit gebe. Das gelte auch für Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Es gebe immer einige Wochen Verzögerung bei der Registrierung und Meldung von Todesfällen, stellt EuroMOMO klar. Wenn Menschen an Covid-19 sterben, dann im Schnitt erst rund drei Wochen nach einer Infektion mit Sars-CoV-2. Tatsächlich ist am 26. März in den EuroMOMO-Daten bereits eine erhöhte Übersterblichkeit in Italien feststellbar. Als weitere Quelle, um die Maßnahmen im Kampf gegen Covid-19 als übertrieben darzustellen, dient dem HNO-Arzt ein Artikel im New England Journal of Medicine. Bei dem Beitrag in der renommierten Zeitschrift handelt es sich um ein "Editorial", also um einen Kommentar. Die Autoren, unter anderen Prof. Anthony Fauci, Leiter der amerikanischen Centers for Disease Control und klarer Befürworter strikter Maßnahmen im Kampf gegen das Virus, wollen mit ihrem Artikel vom 28. Februar 2020 einen Überblick über die Lage geben. Schiffmann zitiert für sein Video eine Passage des Textes, in der es heißt, anhand verschiedener Werte zur Sterblichkeitsrate bei Covid-19 könne man davon ausgehen, dass die klinischen Folgen des Sars-CoV-2-Virus - also die Gefahr für den Einzelnen - eher mit einer schweren saisonalen Grippe als mit Sars oder Mers zu vergleichen wären. Tatsächlich lesen sich die im Artikel angegebenen Werte eher moderat - es wird vermutet, die Zahlen könnten zwischen den Werten einer schweren saisonalen Grippe (0,1 Prozent) und "deutlich" unter dem Wert von 1 Prozent liegen. Den einfachen Rückschluss, Covid-19 sei deswegen ungefährlich, kann man aus diesem Wert jedoch nicht ziehen. Denn neben der Sterblichkeitsrate ist auch die Basisreproduktionsrate ein entscheidender Faktor, den Schiffmann in seinem Video jedoch nicht erwähnt. Sie gibt an, wie viele Menschen von einer infizierten Person im Durchschnitt angesteckt werden. Dem Artikel zufolge liegt sie bei 2,2. Während also die Sterblichkeitsrate bei der Sars-Pandemie 2002/2003 bei etwa 10 Prozent lag, erkrankten nach dem ersten Ausbruch in China weltweit insgesamt auch nur 8.000 Menschen - 800 Menschen starben an der schweren Atemwegserkrankung. Anschließend nimmt Schiffmann in einem Video Bezug auf einen von Mitarbeitern des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen verfassten Bericht. Schiffmann fasst angebliche Aussagen in dem Bericht mit eigenen Worten so zusammen: Patienten über 80 Jahre erhielten "aktive Sterbehilfe", und "diese Patienten werden getötet". Der Bericht zu Straßburg liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Er schildert, was passiert, wenn eine Klinik einem Ansturm von lebensgefährlich Erkrankten nicht mehr Herr werden kann - weil zum Beispiel Personal oder Plätze fehlen. Demnach erhielten an der Universitätsklinik Straßburg über 80-Jährige keine Beatmung mehr, sondern eine "Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln". Für Fälle, in denen besonders viele Erkrankte oder Verletzte versorgt werden müssen, gibt es seit Jahrhunderten das sogenannte Triage-System (mehr zu wichtigen Begriffen in der Corona-Krise in unserem Glossar). Es gibt Richtlinien an die Hand, wer bei einem nicht zu bewältigenden Massenanfall von Patienten zuerst und wer zuletzt behandelt wird - inklusive Ratschlägen, wie man mutmaßlich unheilbaren Patienten in einem solchen Fall beim Sterben zur Seite stehen kann. Solche Richtlinien gab es weltweit bereits vor Corona. Die Universitätsklinik Straßburg bestreitet zudem in einer Antwort auf den Bericht des Instituts für Katastrophenmedizin, dass das Alter das einzige Kriterium für Intensivmaßnahmen sei. Die an der Universitätsklinik geltenden Praktiken entsprächen den Empfehlungen der gängigen Fachgesellschaften, heißt es hier. Das Schreiben der Uniklinik liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. In einem Interview mit dem SWR nahm Stefan Gromer vom Institut für Katastrophenmedizin dann wenig später Stellung zum Bericht seines Instituts. Niemals hätten die Institutsmitarbeiter mit dem Bericht den Eindruck erwecken wollen, in Frankreich halte man sich nicht an ethische Vorgaben, wird Gromer in dem Artikel paraphrasiert. Einige hätten den Bericht nicht "in seiner Gesamtheit gelesen".

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Coronavirus-PandemieBill Gates ist zum Ziel von Verschwörungstheoretikern geworden

Microsoft-Gründer Bill Gates setzt sich mit seiner Stiftung unter anderem für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus ein. Er ist daher derzeit vermehrt in den Medien - und Ziel von Verschwörungtheoretikern. Das Video hat 2,5 Millionen Abrufe: "Gates kapert Deutschland!" heißt es und darin spricht der ehemalige Radiomoderator Ken Jebsen von kruden Theorien. Kurz gesagt: Bill Gates und seine Ehefrau Melinda kontrollieren angeblich die Welt in der Corona-Pandemie. Das was sie wollen, müssten Regierungen, Virologen wie Christian Drosten oder die Weltgesundheitsorganisation umsetzen. "Inzwischen ist es so, dass es ein Ehepaar ist, das der ganzen Welt diktiert, wie es zu leben hat", meint Jebsen. Das sei "mehr Macht als seinerzeit Roosevelt, Churchill, Hitler und Stalin gemeinsam". Jebsen ist im Internet nicht alleine mit seinen Anschuldigungen gegenüber dem Microsoft-Gründer. Auch der Autor erfolgreicher veganer Kochbücher, Attila Hildmann, postete auf Facebook unter anderem: "Gates will über die nationalen Regierungen eine globale Gesundheitsdiktatur errichten!" Im Netz kursieren weitere Theorien, wonach Bill Gates etwas mit der angeblichen Erschaffung des Sars-CoV-2-Virus in einem Labor zu tun habe oder Menschen Mikrochips zur Überwachungen von Covid-19 unter die Haut setzen wolle. Unterschieden werden muss zwischen legitimer Kritik an Gates oder etwa der Finanzierung der Weltgesundheitsorganisation - die WHO ist mehr von Großspendern abhängig als von den Beiträgen ihrer Mitgliedstaaten. Auch ist Gates an dem umstrittenen Konzern Monsanto beteiligt. Doch die Theorien gehen weit darüber hinaus.

Warum ist Gates Ziel von Verschwörungstheorien?

Bereits seit Jahren setzt sich die "Bill und Melinda Gates Stiftung" für den Gesundheitsschutz ein - daher ist es wenig überraschend, dass Gates Gelder für die Suche nach einem Impfstoff einsetzt. Dem Bayerischen Rundfunk sagte Andreas Jungherr, Professor an der Universität Konstanz für den Studiengang "Social Science Data Collection and Analysis", mit Verschwörungstheorien um Bill Gates könne man die Schwere der Corona-Pandemie herunterspielen. "Was vorher objektiv notwendig und wissenschaftlich begründet schien, kann jetzt als im Interesse einer globalen Elite diskreditiert werden", sagte er. Auch wirtschaftliche Interessen könnten dahinterstecken. "Verschwörungstheorien ziehen Klicks, die werden wiederum durch Werbung monetisiert", erklärt Jungherr. Zudem dürfte Gates als Ziel taugen, da Menschen mit viel Geld große Einflussmöglichkeiten zugeschrieben werden. Gates selbst sagte kürzlich in einem CNN-Interview: "Es gibt Leute, die wollen das durch eine politische, nicht durch eine wissenschaftliche Brille betrachten." Das könne zu seltsamen Ansichten führen. Einen ausführlichen Beitrag zu Verschwörungstheorien haben die Kollegen der Sendung Hintergrund recherchiert. Faktenchecks zu Behauptungen, die rund um das Coronaviurs kursieren, gibt es unter anderem bei Correctiv und der Tagesschau.

Der Faktencheck der dpa zu Bill Gates

BEHAUPTUNG I: Gates will im Kampf gegen den Erreger den Menschen Mikrochips einpflanzen lassen - und so die totale Kontrolle erlangen. BEWERTUNG: Falsche Zusammenhänge. FAKTEN: Gates schrieb im März, dass irgendwann "digitale Zertifikate" Auskunft darüber geben könnten, wer eine Infektion mit dem Coronavirus bereits durchgestanden hat oder - sobald das möglich ist - dagegen geimpft ist. Diese Aussage wurde mit vollkommen anderen Projekten verrührt, die von der Gates-Stiftung unterstützt werden - etwa Forschungen zur digitalen Identifizierung, zu einer Technik, die Impfungen im Infrarotlicht auf der Haut anzeigt, sowie zu Verhütungsmethoden via Mikrochips. Mit dem Coronavirus haben sie laut dpa nichts zu tun. BEHAUPTUNG II: Gates finanziert die Weltgesundheitsorganisation (WHO). BEWERTUNG: Das ist übertrieben. Doch gehört die Gates-Stiftung zu den größten Geldgebern der WHO. FAKTEN: Im Budgetzeitraum 2018/2019 flossen Spenden der Gates-Stiftung in Höhe von 367,7 Millionen Dollar in WHO-Projekte. Damit war sie als zweitwichtigster Zahler nach den USA (553 Mio.) gelistet, die jüngst ihre finanzielle Unterstützung an die UN-Behörde einfroren. Die Gates-Stiftung beteiligte sich damit zu 9,8 Prozent an den zweckgebundenen Spenden, die wiederum 77 Prozent des gesamten WHO-Budgets ausmachen. Kritiker bemängeln, Gates dürfe die Ziele seiner Spenden bestimmen und könne so der WHO eine Richtung vorgeben. BEHAUPTUNG III: Die Gates-Stiftung soll die Entwicklung des neuen Coronavirus finanziert haben - inklusive Patent. BEWERTUNG: Entbehrt jeder Grundlage. FAKTEN: Der vermeintliche Beweis: das Patent eines von der Stiftung unterstützten Instituts von 2015 mit dem Titel "Coronavirus". Dabei geht es aber nicht um Sars-CoV-2, sondern um die Impfstoffentwicklung gegen ein Geflügelvirus aus der Gruppe der Coronaviren. In der Immunologie ist es üblich, dass Forscher das Erbgut von Erregern verändern, um sie weniger gefährlich zu machen. Diese eignen sich dann zur Herstellung von Impfstoffen. Zudem halten Wissenschaftler eine Entwicklung des neuen Coronavirus im Labor für nicht plausibel. BEHAUPTUNG IV: Gates hat seine eigenen Kinder nicht impfen lassen. BEWERTUNG: Abstruse Quelle. FAKTEN: Gates vermeintlicher früherer Arzt soll das in den 1990ern auf einem Symposium in Seattle erzählt haben. Es werden weder der Name des Symposiums noch der des Arztes genannt. Wer diese unbelegte These zuerst in die Welt brachte, ist nicht mehr nachvollziehbar.

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