Die NachrichtenBarrierefrei

  • Sonntag, 10.05.2026

    • Marburger BundÄrzteverband fordert Verkaufsstopp von hochprozentigem Alkohol in Supermärkten und am Kiosk

      Der Ärzteverband Marburger Bund hat sich dafür ausgesprochen, den Verkauf von hochprozentigem Alkohol in Supermärkten, Tankstellen und Kiosken zu verbieten.

      Der Verband forderte auf seiner Hauptversammlung lizenzierte Stellen. Auf diese solle sich der Verkauf starker alkoholischer Getränke beschränken. Zur Begründung hieß es, Alkoholkonsum gehöre zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Besonders junge Menschen müssten daher besser geschützt und der Zugang deutlich strenger geregelt werden.

      Der Marburger Bund unterstützt daher auch Pläne des Bundesfamilienministeriums, das sogenannte begleitete Trinken für Jugendliche abzuschaffen. Bislang ist es als Ausnahme erlaubt, Bier, Wein und Sekt auch an 14-Jährige zu verkaufen, solange die Eltern dabei sind.

    • BundeskongressDGB-Vorsitzende: "Mit Gewerkschaften ist Politik der sozialen Abrissbirne nicht zu machen"

      Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Fahimi, hat vor sozialen Einschnitten durch Reformvorhaben der Bundesregierung gewarnt. Sie sagte zum Auftakt des DGB-Bundeskongresses in Berlin, man dürfe Reformen nicht mit sozialer Härte verwechseln.

      Zu einer möglichen Erhöhung der maximal erlaubten täglichen Arbeitszeit sagte Fahimi wörtlich: "Hände weg vom Achtstundentag." Der DGB werde klare rote Linien ziehen gegen jeden weiteren Eingriff in das Arbeitszeitgesetz. Dies gelte auch für eine Abschaffung des Rechts auf Teilzeit. Außerdem nannte Fahimi die Änderungen für die gesetzlichen Krankenkassen einen - Zitat - "Verschiebebahnhof zulasten der arbeitenden Menschen". Mit den Gewerkschaften sei eine Politik der sozialen Abrissbirne nicht zu machen. Auch mögliche Rentenkürzungen werde man nicht hinnehmen.

      Roßbach für Ausbau betrieblicher Altersvorsorge

      Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Roßbach, betonte auf dem Kongress die Stabilität der staatlichen Altersvorsorge. Die niedrige Geburtenrate in Deutschland sei ein ernstes Signal, aber kein Grund zu übermäßiger Sorge. Auch mit Blick auf die bevorstehende Rente der Babyboomer-Generation gebe es genug Reaktionszeit. Roßbach betonte, Demografie sei keine erfundene Bedrohung, aber eine Herausforderung, die man kenne. Zudem sprach sie sich für den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge aus.

      Beim Bundeskongress werden in den kommenden Tagen auch Bundeskanzler Merz, Arbeits- und Sozialministerin Bas und Finanzminister Klingbeil erwartet.

    • ErdüberlastungstagDeutschland hat natürliche Ressourcen für 2026 bereits heute verbraucht

      Deutschland hat rein rechnerisch mit dem heutigen Tag bereits die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die für das ganze Jahr reichen müssten. Diesen sogenannten Erdüberlastungstag berechnet die Organisation "Global Footprint Network" jährlich für einzelne Länder sowie für den ganzen Planeten.

      Die Berechnung besagt, dass wenn alle Menschen der Erde so viele natürliche Rohstoffe verbrauchen und CO2 ausstoßen würden wie die in Deutschland, die jährliche Biokapazität der Erde bereits heute am 10. Mai aufgebraucht wäre. Im vergangenen Jahr war der deutsche Erdüberlastungstag eine Woche früher am 3. Mai.

      Nach wie vor zu viele fossile Energieträger

      Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verbraucht Deutschland vor allem durch den nach wie vor hohen Einsatz fossiler Energien deutlich zu viele Ressourcen. Die Hauptverursacher seien energieintensive Industriebranchen, der Gebäudesektor, der Straßenverkehr und die industrielle Tierhaltung, wie der BUND mitteilte. "Unser aktueller Lebens- und Wirtschaftsstil ist nicht zukunftsfähig", erklärte der Vorsitzende Bandt. Statt umzuschwenken auf erneuerbare Energien setze Deutschland weiter auf Kohle, Öl und Gas. Die Folgen der Entwicklung seien längst spürbar, etwa durch Dürren, Starkregen oder zunehmende Hitze in Städten.

      Nur wenige Länder ohne Erdüberlastungstag

      Nur in wenigen Ländern weltweit werden nicht mehr Ressourcen verbraucht, als der Planet erneuern kann, dazu gehören Bangladesch, Nigeria und Nepal. Das erste Land, Katar, erreichte seinen nationalen "Overshoot Day" bereits am 4. Februar, die USA Mitte März. China folgt Ende Mai. Der globale Erdüberlastungstag fiel im vergangen Jahr auf den 24. Juli.

      Luxemburg hat höchsten Ressourcenverbrauch in der EU

      Im EU-Durchschnitt fiel der Überlastungstag in diesem Jahr auf den 3. Mai. In Europa ist Luxemburg erneut Spitzenreiter beim Ressourcenverbrauch. Dort fiel der "Overshoot Day" bereits auf den 17. Februar. Am spätesten erreicht ihn voraussichtlich Ungarn am 24. Juni.

    • Ukraine-KriegSchröder als möglicher Vermittler? - Bundesregierung weist Vorschlag von Putin als "Scheinangebot" zurück

      Die Bundesregierung hat den Vorstoß von Kremlchef Putin zurückgewiesen, Altkanzler Schröder als Vermittler zwischen Russland und der Ukraine einzusetzen. Das Angebot reihe sich in eine Serie von Scheinangeboten ein und sei Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands, hieß es aus Regierungskreisen. Die Verhandlungsoption sei nicht glaubwürdig, da Russland seine Bedingungen nicht geändert habe.

      Aus der SPD kamen unterschiedliche Reaktionen. Der frühere Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Roth, bezeichnete Putins Vorstoß als - Zitat "durchsichtiges Manöver". Der SPD-Politiker sagte dem "Tagesspiegel", er betrachte die Idee auch als Affront gegen die USA. Der SPD-Außenpolitiker Ahmetovic sagte hingegen dem "Spiegel", das Ziel müsse sein, mit am Verhandlungstisch zu sitzen. Deshalb müsse jedes Angebot ernsthaft geprüft werden. Dem schloss sich auch sein Parteikollege Stegner an. Er begrüße jede Initiative, die den Krieg beenden könne.

      Putin hatte Altkanzler Schröder als Unterhändler ins Spiel gebracht, um auch die europäische Seite wieder an Verhandlungen über ein Kriegsende zu beteiligen. Schröder und der russische Präsident sind seit langem befreundet. Der 82-jährige Sozialdemokrat steht wegen Tätigkeiten für russische Öl- und Gaskonzerne in der Kritik. Schröder hatte kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges im März 2022 Gespräche mit Putin in Moskau geführt. Diese waren ohne Ergebnis geblieben.

      Putin zu Ukraine: "Denke, Angelegenheit neigt sich dem Ende zu"

      Putin hatte gestern nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor Journalisten in Moskau gesagt, er denke, die Ukraine-"Angelegenheit" neige sich dem Ende zu. Eine friedliche Lösung des Konflikts sei zwar Sache Russlands und der Ukraine, betonte der Kremlchef, "aber wenn jemand helfen möchte, sind wir dafür dankbar." Obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite Schröder als Vermittler vorstellen. Von allen europäischen Politikern würde er Gespräche mit Schröder bevorzugen, sagte Putin.

      Schröder hatte Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine Ende Januar in einem Gastbeitrag für die "Berliner Zeitung" zwar als völkerrechtswidrig bezeichnet, sich dabei aber auch gegen eine "Dämonisierung Russlands als ewiger Feind" ausgesprochen. Zudem plädierte er für eine Wiederaufnahme der Energielieferungen aus Russland.

      Deutliche Kritik an Russland-Äußerungen des Altkanzlers

      Für seine Äußerungen war Schröder vor allem von den baltischen Ländern kritisiert worden. Der estnische Außenminister Tsahkna bezeichnete sie als "schlichtweg entsetzlich". Dies sei ein "heimtückischer Versuch" des Altkanzlers, Europa zu spalten. Letztlich gehe es Schröder darum, Europa davon abzubringen, den Druck auf Russland aufrecht zu erhalten.

    • Ukraine-KriegExperten sehen russische Führung zunehmend in der Krise: "Regime ist ins Wanken geraten"

      Fachleute sehen zunehmend eine Krisenstimmung in der russischen Führung.

      Die Miniatur-Ausgabe der Militärparade zum 9. Mai spreche dafür, dass Angst herrsche, sagte der Politikwissenschaftler und Osteuropa-Experte Sapper im Deutschlandfunk. Die ukrainischen Drohnenangriffe sorgten zunehmend für eine militärische Unkontrollierbarkeit. Sapper erklärte, es gebe Indikatoren, die dafür sprächen, dass die Stabilität des Regimes von Staatschef Putin ins Wanken geraten sei.

      Der Leiter des Russland-Programms der Friedrich-Ebert-Stiftung, Yusupov, sagte dem ZDF, man könnte noch nicht von einem Machtverlust Putins sprechen. Umfragen zeigten aber, dass sich die Stimmung in Russland drehe.

      Zuletzt war unter Berufung auf Geheimdienstinformationen berichtet worden, dass es im Kreml Angst vor Anschlagsversuchen auf Putin und einem Putsch gebe.

    • GesundheitKreuzfahrtschiff "MV Hondius" liegt vor Teneriffa - Evakuierung wegen Hantavirus-Ausbruch hat begonnen

      Vor der Küste Teneriffas hat die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs "Hondius" begonnen, auf dem das Hantavirus ausgebrochen ist. Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums wurden zunächst 14 Spanier am Hafen von Granadilla mit Booten an Land gebracht. Auch fünf Franzosen sind inzwischen ausgeflogen worden.

      Vier deutsche Passagiere sollen über die Niederlande nach Frankfurt am Main transportiert werden. Zuvor hatten medizinische Teams alle Personen an Bord untersucht. Keiner der Passagiere und Crewmitglieder hat demnach Symptome. Auf dem Schiff befanden sich zuletzt etwa 150 Menschen aus 23 Ländern.

      Im Laufe des Tages sollen die Passagiere und ein Teil der Besatzung an Land gebracht werden. Anschließend werden sie nach Angaben des niederländischen Schiffseigners in zugewiesene Flugzeuge transportiert und in ihre Heimatländer gebracht. Deutsche Passagiere sollen mit einer niederländischen Maschine ausgeflogen werden. Sie sollen zunächst nach Eindhoven gebracht werden und von dort nach Frankfurt am Main transportiert, wie die Deutsche Presse-Agentur meldet.

      Die "Hondius" war von der spanischen Guardia Civil zum Hafen von Granadilla im Süden der spanischen Kanareninsel eskortiert worden. Die Evakuierung soll voraussichtlich bis morgen Mittag abgeschlossen sein. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Ghebreyesus, will den Einsatz persönlich beaufsichtigen.

      Auch wenn keiner der Menschen an Bord derzeit Symptome hat, gelten sie aufgrund der langen Inkubationszeit des Hantavirus als Hochrisikokontakte. Nach Angaben der WHO erkrankten acht Menschen auf dem Schiff, sechs davon nachweislich an dem Virus. Ein Deutscher und ein Ehepaar aus den Niederlanden starben. Die WHO stuft die Gefahr einer Ausbreitung des Virus als gering ein.

    • BerlinKubicki oder Höne? Bewerber für künftige FDP-Spitze stellen sich vor

      Drei Wochen vor dem Bundesparteitag der FDP haben sich die Kandidaten für die Spitzenposten vorgestellt.

      Um den Parteivorsitz kandidieren der bisherige stellvertretende FDP-Chef Kubicki und der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Höne. Kubicki sagte in Berlin, die FDP müsse in den Meinungsumfragen schnell wieder die Fünf-Prozent-Hürde erreichen. Sonst werde die Partei nicht mehr wahr- oder ernstgenommen. Er warb mit seiner politischen Erfahrung. Der zweite Kandidat um den Vorsitz, Höne, sieht die Partei in einer Vertrauenskrise. Daher brauche es neue Köpfe, betonte er.

      Im Bundestag ist die FDP derzeit nicht vertreten. Zuletzt war sie auch aus den Landtagen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ausgeschieden. Die gesamte Führung um den bisherigen Parteichef Dürr war daraufhin zurückgetreten.

    • NahostTote nach israelischen Angriffen auf Süden des Libanons

      Bei israelischen Angriffen im Südlibanon sind nach Angaben der libanesischen Regierung zwei Menschen getötet worden.

      Es soll sich demnach um Sanitäter handeln, die der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz nahestanden. Die israelische Armee hatte den Angaben zufolge Stützpunkte eines zur Miliz gehörenden Komitees beschossen.

      Bereits gestern waren bei israelischen Drohnenangriffen mindestens neun Menschen im Süden des Libanon getötet worden, wie das Gesundheitsministerium in Beirut mitteilte.

      Israel geht mit den Angriffen nach eigenen Angaben gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz vor. Seit dem 17. April gilt eigentlich eine Waffenruhe. Beide Seiten melden jedoch weiterhin Angriffe.

    • MüttergenesungswerkFrauen zwischen Beruf, Kindern und Haushalt - Mütter brauchen mehr Solidarität

      Mütter brauchen mehr Unterstützung und Solidarität durch Politik und Gesellschaft. Dafür plädiert das Müttergenesungswerk anlässlich des heutigen Muttertags. Sorge-Arbeit - auch Care-Arbeit genannt - dürfe nicht länger als private Selbstverständlichkeit betrachtet werden.

      Vielmehr müsse Care-Arbeit als gesellschaftlich unverzichtbare Leistung anerkannt werden, sagte die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerk, Rebekka Rupprecht, der Berliner Morgenpost. Der Alltag in vielen Familien würde ohne diese Arbeit nicht funktionieren.

      Rupprecht rechnet vor, dass in Deutschland jährlich 117 Milliarden Stunden unbezahlte Sorgearbeit geleistet würden. Dies entspreche einem Wert von mindestens 1,2 Billionen Euro. Das sei 19-mal so viel wie der Bundesgesundheitsetat 2026. Politisch und gesellschaftlich werde ignoriert, dass Frauen die Hauptlast dieser unbezahlten Care-Arbeit trügen.

      Mütter stellten immer wieder ihre eigenen Bedürfnisse über lange Zeit zurück, weil sie glaubten, funktionieren zu müssen. "Das Bild der 'guten Mutter ist oft immer noch geprägt von dem Anspruch, allem gleichzeitig gerecht werden zu müssen: liebevoll und jederzeit verfügbar zu sein, beruflich engagiert zu arbeiten, den Familienalltag perfekt zu organisieren und dabei möglichst gelassen und dankbar zu wirken", betont Rupprecht.

      Nach Angaben des Müttergenesungswerkbraucht jede vierte Mutter in Deutschland eine stationäre Vorsorge- oder Rehamaßnahme. Oft müssten die Frauen bis zu einem Jahr auf eine Reha warten.

    • Persischer GolfBritische Schifffahrtsbehörde ruft zu besonderer Vorsicht in der Region auf

      Die britische Behörde für Sicherheit in der Handelsschifffahrt UKMTO hat Schiffe im persischen Golf zu besonderer Vorsicht aufgerufen.

      Hintergrund sind die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Wie UKMTO bekanntgab, wurde ein Frachter vor der Küste Katars von einem Geschoss getroffen. Wer dafür verantwortlich ist, werde noch geprüft. Der Frachter sei nur leicht beschädigt worden.

      Der Iran drohte den USA mit neuen Angriffen. Die Revolutionsgarden kündigten Vergeltungsschläge an, sollte die US-Armee erneut iranische Tanker angreifen. Ein Sprecher teilte mit, man werde bei weiteren Attacken mit neuen Waffen und mit neuen Angriffszielen antworten. Am Freitag waren zwei iranische Schiffe im Golf von Oman beschossen worden. Laut einer Erklärung aus Washington haben die Schiffe versucht, die US-Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen.

      Über die Entwicklungen im Nahen Osten informieren wir Sie auch in unserem News-Blog.

    • "Angespannte geopolitische Lage"Landkreise verlangen Anschlusslösung für Tankrabatt

      Der Deutsche Landkreistag hat sich für weitere Entlastungen der Bürgerinnen und Bürger angesichts hoher Energiepreise ausgesprochen. Die angespannte geopolitische Lage sei noch nicht durchgestanden und werde voraussichtlich auch nach Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni noch bestehen, sagte Verbandspräsident Brötel der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

      Ob die Energiesteuersenkung verlängert, die Pendlerpauschale angehoben oder ein anderes Instrument gewählt werde, sei zweitrangig. Die Koalition müsse jedoch schon jetzt interne Gespräche über weitere Maßnahmen führen, betonte Brötel.

      Auch andere drängen auf eine Verlängerung des sogenannten Tankrabatts. Zuletzt stellten etwa die Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern einen gemeinsamen Entschließungsantrag im Bundesrat. Nach ihren Vorstellungen soll die bislang bis Ende Juni begrenzte Senkung der Mineralölsteuer um 17 Cent erst dann auslaufen, wenn der Iran-Krieg beendet ist.

      Bundesverkehrsminister Schnieder hatte eine Verlängerung des Tankrabatts zuletzt nicht ausgeschlossen. Wirtschaftsexperten zweifeln allerdings an der Effizienz einer solchen Maßnahme. Laut ifo-Institut gaben die Tankstellen in den ersten Tagen der Steuersenkung bei Benzin durchschnittlich nur zwölf von 17 Cent an die Kunden weiter, bei Diesel waren es sogar nur vier Cent.

      Bundeskanzler Merz hatte gestern erklärt, die Regierung werde versuchen, insbesondere den Beschäftigten in Betrieben Erleichterung zu verschaffen. Details nannte er nicht. Zuvor war die geplante 1.000-Euro-Entlastungsprämie vom Bundesrat abgelehnt worden und damit vorläufig gescheitert.

    • Schutz von FrauenJustizministerin Hubig will Strafrecht mit Blick auf Femizide verschärfen

      Bundesjustizministerin Hubig plant eine Verschärfung des Strafrechts mit Blick auf Femizide.

      Wer eine Frau nur wegen ihres Geschlechts töte, der müsse auch als Mörder verurteilt werden, sagte die SPD-Politikerin der "Bild am Sonntag". Viel zu oft gebe es in der Rechtsprechung Fälle, die eigentlich als Femizide gewertet werden müssten, bei denen das Urteil jedoch Totschlag laute. Beispielsweise werde Eifersucht als Tatmotiv angeführt und dadurch ein milderes Urteil gesprochen. Dies solle durch eine Klarstellung im Gesetz geändert werden, betonte Hubig.

      In der Debatte um einen besseren strafrechtlichen Schutz für Frauen hatte es zuletzt immer wieder Forderungen gegeben, dafür den Mordparagrafen 211 im Strafgesetzbuch um das Merkmal Femizid zu ergänzen. Bisher gelten Mordlust, Habgier, Heimtücke, die Verdeckung einer anderen Straftat, die Befriedigung des Geschlechtstriebs und sonstige niedrige Beweggründe als Mordmerkmale. Für Mord ist lebenslange Haft vorgesehen.

    • IrankriegKuwait und Arabische Emirate melden Drohnenbeschuss

      Das Golfemirat Kuwait ist nach eigenen Angaben trotz einer geltenden Waffenruhe von mutmaßlich iranischen Drohnen angegriffen worden.

      Der Generalstab der Armee teilte mit, die Streitkräfte hätten am frühen Morgen mehrere feindliche Drohnen entdeckt und darauf reagiert. Weitere Details wurden nicht genannt. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten neuen Beschuss. Die Flugabwehr habe zwei iranische Drohnen erfolgreich abgewehrt, teilte das emiratische Verteidigungsministerium mit. Opfer habe es nicht gegeben.

      Seit Beginn des Irankriegs hatte Teheran als Vergeltung für Luftangriffe der USA und Israels auch mehrere Golfstaaten attackiert. Dort liegen unter anderem wichtige US-Militärstutzpunkte.

      Aktuell gilt eine Waffenruhe im Irankrieg, dennoch kommt es weiter zu Spannungen und Angriffen. So wurden auch mehrfach Schiffe im Persischen Golf attackiert.

    • Naher OstenIran warnt die USA vor Angriffen auf seine Öltanker und droht mit Vergeltungsangriffen

      Der Iran hat den USA mit Vergeltungsangriffen gedroht, sollten erneut iranische Öltanker beschossen werden.

      Die Revolutionsgarden erklärten nach Angaben von Staatsmedien, jeder Angriff auf Tanker und weitere Handelsschiffe werde eine harte Reaktion auf US-Einrichtungen in der Region nach sich ziehen. Die USA hatten am Freitag zwei iranische Schiffe im Golf von Oman beschossen. Wie aus Washington verlautete, hatten sie versucht, die US-Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen.

      Großbritannien entsandte unterdessen einen Zerstörer für einen möglichen Einsatz in die Golfregion. Aus dem britischen Verteidigungsministerium hieß es, die "HMS Dragon" könne zum Schutz internationaler Handelsschiffe in der Straße von Hormus beitragen, sobald die Feindseligkeiten zwischen dem Iran und den israelisch-amerikanischen Streitkräften beendet seien. Auch Deutschland hatte angekündigt, sich mit einem Minenjagdboot an der von Großbritannien und Frankreich geführten Mission zu beteiligen.

      Über die Entwicklungen im Nahen Osten informieren wir Sie auch in unserem News-Blog.

    • NahostIsrael schiebt Aktivisten der "Global Sumud Flottille" ab

      Die israelischen Behörden haben zwei Aktivisten abgeschoben, die im Rahmen einer internationalen Aktion mit einem Schiff vom Meer aus die Blockade des Gazastreifens für Hilfslieferungen durchbrechen wollten.

      Die beiden Männer, ein Spanier und ein Brasilianer, waren nach Angaben des israelischen Außenministeriums Ende April in internationalen Gewässern festgenommen und nach Israel gebracht worden. Es war das zweite Mal, dass die sogenannte "Global Sumud Flotille" versuchte, die israelische Absperrung des Palästinensergebiets vom Meer aus zu durchbrechen, um humanitäre Hilfe zu leisten.

    • PakistanTote und Verletzte bei Anschlag auf Polizeiposten

      Bei einem Anschlag im Nordwesten Pakistans sind Agenturberichten zufolge mindestens zwölf Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden.

      Ein Selbstmord-Attentäter habe in der Nacht ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in einen Polizei-Kontrollpunkt im Bezirk Bannu gesteuert, sagte ein Behördensprecher. Danach hätten mehrere Bewaffnete den Kontrollposten noch beschossen. Bei den zwölf Todesopfern handelte es sich den Angaben zufolge um Polizeibeamte. Der Bezirk Bannu und die dortige pakistanische Grenzprovinz werden immer wieder durch Angriffe von Aufständischen erschüttert.

    • UkraineFeuerwehr kämpft weiter gegen Brand in Tschernobyl-Sperrzone

      In der Sperrzone um die Ruine des Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine kämpfen hunderte Feuerwehrleute seit mittlerweile vier Tagen gegen einen Waldbrand.

      Wie der Zivilschutz mitteilte, hat sich das durch den Absturz von zwei russischen Drohnen ausgelöste Feuer inzwischen auf eine Fläche von rund 1.200 Hektar ausgebreitet. Die Behörden zeigten sich dennoch zuversichtlich, die Lage vollständig unter Kontrolle bringen zu können. Das Bundesamt für Strahlenschutz äußerte hingegen die Sorge, dass der Brand radioaktive Stoffe, die seit der Tschernobyl-Katastrophe im Wald abgelagert seien, in die Atmosphäre freisetzen könnte.

      Die Ukraine hat Russland wiederholt Angriffe auf Atomanlagen vorgeworfen, darunter auch Tschernobyl. Im vergangenen Jahr wurde die Schutzhülle um das AKW durch eine russische Drohne beschädigt.

    • BudapestVon der Leyen gratuliert Magyar: "Neuer Aufbruch in Ungarn"

      EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten Magyar zum Amtsantritt gratuliert. Die Hoffnung und das Versprechen eines neuen Aufbruchs in Ungarn seien ein starkes Signal in schwierigen Zeiten, teilte sie auf der Plattform X mit. Zuvor war Magyar in Budapest als Ministerpräsident vereidigt worden.

      Auch EU-Ratspräsident Costa sprach von einem neuen Kapitel in der Geschichte des Landes. Bundeskanzler Merz erklärte, Deutschland und Ungarn seien bereits eng miteinander verbunden. Er freue sich darauf, die Beziehungen weiter auszubauen.

      Vereidigung im ungarischen Parlament

      Magyar selbst sprach nach seiner Vereidigung vom ersten Tag eines Systemwechsels. In seiner Rede versprach er, nicht zu "herrschen" und Ungarn stattdessen zu dienen. Zudem kündigte er an, ehemalige Amtsträger für vergangene Missstände zur Rechenschaft zu ziehen.

      Die Wähler hätten das Mandat erteilt, ein neues Kapitel in der Geschichte Ungarns aufzuschlagen, betonte Magyar. Das Parlament in Budapest war zuvor zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen und hatte Magyar zum Ministerpräsidenten gewählt. Seine konservative Tisza-Partei verfügt in dem Abgeordnetenhaus über eine Zweidrittelmehrheit und kann somit umfassende Veränderungen voranbringen. Mit dem Wahlsieg Mitte April beendete sie die 16-jährige Regierungszeit des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Orbán.

      Magyar will Beziehungen zur EU verbessern

      Vor Amtsantritt hatte Magyar angekündigt, gegen Korruption vorzugehen, das Gesundheitswesen zu verbessen und unter anderem das Mediensystem neu aufzustellen. Er versprach auch, die Beziehungen zur Europäischen Union zu verbessern. Ende April war Magyar bereits nach Brüssel gereist, um bei Kommissionspräsidentin von der Leyen für die Freigabe eingefrorener EU-Gelder zu werben.

      Brüssel hält wegen Verstößen gegen die Rechte von LGBTQ-Menschen sowie Eingriffen in die Unabhängigkeit der Gerichte unter Orbán EU-Gelder in Milliardenhöhe für Ungarn zurück. Um eine Freigabe zu erreichen, muss Magyar in Budapest Reformen durchsetzen. Die EU hofft außerdem, dass die neue Regierung Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine mitträgt, statt sie wie Orbán zu blockieren.

      Aus dem Deutschlandfunk-Programm

      Machtwechsel in Ungarn: Peter Magyar vereidigt (Audio)

    • KonflikteDschihadisten töten bei neuer Angriffswelle in Mali dutzende Menschen

      ​In Mali ist es erneut zu Angriffen von Aufständischen gekommen.

      Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Verweis auf örtliche Behördenvertreter meldet, stürmten Kämpfer einer Dschihadistenmiliz mehrere Dörfer und erschossen Dutzende Zivilisten. Zu den Angriffen habe sich die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Gruppe JNIM bekannt, hieß es aus Kreisen der malischen Sicherheitskräfte. Am Mittwoch waren bereits mehr als 30 Menschen bei ähnlichen Angriffen getötet worden. Unter den Opfern waren auch Mitglieder regierungstreuer Milizen.

      In Mali regiert nach zwei Putschen in den Jahren 2020 und 2021 die Militärjunta. Islamistische Extremisten und Tuareg-Rebellen hatten ihre Angriffe auf die Führung in den vergangenen Wochen bei einer gemeinsamen Offensive verstärkt.

    • BrasilienOberstes Gericht stoppt Anwendung von Gesetz zur Haftverkürzung Bolsonaros

      Das Oberste Gericht in Brasilien hat die Anwendung eines Gesetzes vorläufig gestoppt, das eine Verkürzung der Haftstrafe des ehemaligen Präsidenten Bolsonaro vorsieht.

      Der Richter erklärte, die Verfassungsmäßigkeit des Erlasses müsse zunächst umfassend geprüft werden. Im Dezember hatte das mehrheitlich konservative Parlament in Brasilia für die Haftverkürzung gestimmt. Von den ursprünglich 27 ⁠Jahren ⁠müsste Bolsonaro demnach nur noch gut zwei Jahre in Haft verbringen. Präsident Lula scheiterte mit einem Veto gegen den Beschluss.

      Bolsonaro verbüßt seine Strafe aus gesundheitlichen Gründen im Hausarrest. Er war im September vergangenen Jahres wegen eines versuchten Staatsstreichs schuldig gesprochen worden.

    • NepalGenehmigungrekord am Mount Everest - Sherpas befürchten Staus auf der Gipfel-Route

      Nepal hat so viele Genehmigungen wie nie zuvor für die Besteigung des Mount Everest in der Frühjahrssaison erteilt. Nach Angaben des Tourismus- und Kulturministeriums in Kathmandu wurden bereits 492 Zulassungen für Kletterer aus 55 Ländern ausgegeben, die den höchsten Berg der Welt erklimmen wollen.

      Die zuständige Tourismusabteilung sprach von einem historischen Moment.
      Ein Grund für die Rekordzahl ist laut nepalesischen Medien die Schließung der Aufstiegsroute auf der tibetischen Seite durch China. Die meisten Anmeldungen für dieses Jahr kommen demnach aus China, gefolgt von Kletterern aus den USA und Indien. Außerdem hatte Tibet im vergangenen Jahr wegen der politischen Unruhen im Land weniger Anfragen für die Gipfelbesteigung zugelassen. Diese seien nun für die aktuelle Saison genehmigt worden.

      Sherpas befürchten Staus auf der Route zum Gipfel

      Die diesjährige Klettersaison für den Everest begann mit erheblichen Verzögerungen. Die Route zum Gipfel war bis vor wenigen Tagen von einem aufgetürmten Eisblock versperrt. Normalerweise können Bergsteiger ab Mitte April bis zum Zwischenlager 2 aufsteigen, um sich dort zu akklimatisieren. Ab Anfang Mai sind dann erste Gipfelbesteigungen möglich. Sherpa-Bergführer vor Ort befürchten, dass es wegen der teilweise noch vorhandenen Hindernisse und der Rekordzahl an Kletterern zu Staus auf der Strecke kommen wird.

      Wichtige Einnahmequelle für Nepal

      Die Zulassungsgebühren und andere Ausgaben durch die Bergsteiger aus aller Welt sind für Nepal eine wichtige Einnahmequelle. Die Gebühren für die Besteigung des 8.849 Meter hohen Everest wurden im vergangenen Jahr von 11.000 auf 15.000 US-Dollar erhöht.

    • Bundeskanzler Merz"Stärke der NATO hängt nicht allein von Truppenzahl ab"

      Bundeskanzler Merz blickt trotz der Spannungen mit den USA und des angekündigten Abzugs von US-Truppen aus Deutschland weiter optimistisch auf den Zusammenhalt der NATO.

      Die Stärke des Bündnisses hänge nicht allein von der Truppenzahl ab, sondern von gemeinsamen Zielen; und diese Einigkeit bestehe nach wie vor, sagte Merz bei einem Parteitag der schwedischen Konservativen in Stockholm. Er habe keinen Zweifel daran, dass die USA ein großes Interesse daran hätten, einen starken europäischen Teil der NATO an ihrer Seite zu haben, und umgekehrt.

      Das US-Verteidigungsministerium hatte angekündigt, rund 5.000 der etwa 39.000 in Deutschland stationierten Soldaten abzuziehen. Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Präsident Trump und Merz.

    • Dreitägige WaffenruheUkraine und Russland werfen sich gegenseitig Bruch der Feuerpause vor

      Die Ukraine und Russland haben sich gegenseitig Verstöße gegen die seit gestern geltende dreitägige Waffenruhe vorgeworfen.

      Seit Samstagmorgen seien 51 russische Angriffe verzeichnet worden, teilte der ukrainische Generalstab mit. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, ukrainische Kräfte hätten russische Stellungen mit Drohnen und Artillerie angegriffen.

      Die Feuerpause war von US-Präsident Trump verkündet und von Kiew und Moskau bestätigt worden. Beide Seiten vereinbarten zudem den Austausch von Kriegsgefangenen. 

      Die russische Führung hatte anlässlich der traditionellen Militärparade zum Gedenken an den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg bereits für Freitag und Samstag einseitig eine Feuerpause ausgerufen. Diese war ebenfalls gebrochen worden.

    • Baden-WürttembergCDU und Grüne stimmen Koalitionsvertrag zu

      In Baden-Württemberg haben zwei Monate nach der Landtagswahl die Grünen und die CDU einer Neuauflage ihrer Koalition zugestimmt. Bei Landesparteitagen billigten die Delegierten jeweils den Koalitionsvertrag. Der designierte Ministerpräsident Özdemir appellierte an die Grünen, seinem Kurs der Mitte auch weiter zu folgen.

      Dass bei der Bundestagswahl 2025 nur 14 Prozent die Grünen gewählt hätten, bei der Landtagswahl aber mehr als doppelt so viele, habe Gründe. Der CDU-Landesvorsitzende Hagel warb für die Zusammenarbeit mit den Grünen. Er sprach von einem Bündnis auf Augenhöhe. In dem Koalitionsvertrag wird die Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft in den Mittelpunkt gerückt. 

      Die Grünen hatten die Landtagswahl im März knapp vor der CDU gewonnen. Wahlrechtsbedingt kamen beide auf die gleiche Zahl an Mandaten.

      Aus dem Deutschlandfunk-Programm

      Grüne und CDU stimmen Koalitionsvertrag für Baden-Württemberg zu (Audio)

    • MusikwettbewerbEröffnungszeremonie für ESC-Woche am Abend in Wien

      In Wien werden heute die Delegationen für den Eurovision Song Contest bei einer Eröffnungszeremonie am Rathaus begrüßt. Damit startet die österreichische Hauptstadt die Finalwoche des größten Musikwettbewerbs der Welt.

      Die Künstler und Künstlerinnen aus 35 Ländern sollen am frühen Abend mit ihren Teams über einen 200 Meter langen türkisfarbenen Teppich vom Burgtheater zum Wiener Rathaus laufen, wo sie auf einer Bühne vor Zuschauern empfangen werden. Es wird mit mehr als 10.000 Fans gerechnet. Die Halbfinals des ESC finden am Dienstag und Donnerstag statt, das Finale dann am Samstag.

      Für Deutschland tritt Sarah Engels mit ihrem Song "Fire" an. Favorit für den diesjährigen ESC-Sieg ist den Wettbüros zufolge das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen mit ihrem von einem Geigenpart geprägten Song "Liekinheitin", gefolgt von dem Griechen Akylas mit seiner Spaßnummer "Ferto". Auch Dänemark, Australien, Frankreich und Israel werden Siegchancen zugerechnet.

      In diesem Jahr nehmen so wenige Länder teil wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Grund ist unter anderem der Boykott von Spanien, Irland, den Niederlanden, Island und Slowenien. Sie hatten ihre Teilnahme abgesagt, weil Israel nicht von dem Wettbewerb ausgeschlossen wurde. Das hatten mehrere Ländern unter Verweis auf Israels Vorgehen im Gazastreifen gefordert. Rund um den Wettbewerb sind sowohl pro-palästinensische als auch pro-israelische Demonstrationen in Wien geplant. Hunderte Polizisten sollen tagtäglich bis zum ESC-Finale für Sicherheit sorgen.

    • GesellschaftKonfliktforscherin Deitelhoff plädiert angesichts multipler Krisen und Ohnmachtsgefühle für mehr Eigeninitiative

      Die Direktorin des Leibnitz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt/Main, Nicole Deitelhoff, plädiert dafür, auf das Gefühl der Ohnmacht angesichts der multiplen Krisen mit mehr Eigeninitiative zu reagieren. So könne wieder Vertrauen in die Zukunft gewonnen werden, sagte Deitelhoff im Deutschlandfunk.

      In der Gesellschaft hätten momentan viele den Eindruck, als würden sie von den vielen Krisen regelrecht erschlagen, ohne die Möglichkeit zu haben, etwas dagegen zu tun. Dies sei jedoch falsch. Statt darauf zu warten, dass einem der Staat oder eine Partei die Risiken abnehme und "Pflaster verteile", müssten die Menschen sich selbst wieder mehr um das Gemeinwesen kümmern, meinte die Konfliktforscherin.

      Gemeinsam Initiativen entwickeln und Zukunft gestalten

      Es gehe darum, gemeinsam mit anderen Initiativen zu entwickeln und sich zu fragen, wie die Zukunft anders aussehen soll und was wir für unsere Gesellschaft erreichen wollen. Allein schon dies zu tun könne Menschen helfen und wieder Halt geben, gab sich Deitelhoff überzeugt.

      Gesellschaft ist ihres Grundgefühls der Sicherheit beraubt

      Die Art, wie der öffentliche Diskurs zur Zeit geführt werde, bewirke genau das Gegenteil. Statt Großzügigkeit und Nachsicht mit anderen zu zeigen entgleite er sehr schnell. Der Grund dafür liege in einer ständigen Verunsicherung, weil die Gesellschaft ihres existentiellen Grundgefühls der Sicherheit beraubt worden sei, erklärte Deitelhoff. Es gebe heute keinen Bereich unseres Daseins mehr, in dem wir keine Risiken empfänden. Dies sei die Lage und wir müssten lernen, damit umzugehen, forderte die Konfliktforscherin.

      Das ganze Interview hören Sie hier: Gesellschaft der Angst? Politische Folgen unsicherer Zeiten. Nicole Deitelhoff (Audio)

    • Frankfurter PaulskircheHistoriker Clark mit Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet

      Der australische Historiker und Autor Christopher Clark hat in Frankfurt am Main den Ludwig-Börne-Preis erhalten.

      Bundespräsident Steinmeier sagte bei der Verleihung in der Paulskirche, Clark sei nicht nur einer der besten Kenner preußischer, deutscher und europäischer Geschichte. Er habe zudem die große Begabung, darüber verständlich und unterhaltsam sowie pointiert und ernsthaft schreiben zu können.

      Clark ist Professor für Neuere Europäische Geschichte an der Universität von Cambridge. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte Preußens und der Erste Weltkrieg. Der Ludwig-Börne-Preis wird für herausragende Essays, Kritik und Reportagen verliehen und ist mit 20.000 Euro dotiert.

    • Fußball-BundesligaBayern gewinnt in Wolfsburg, Leipzig schlägt St. Pauli, Leverkusen unterliegt Stuttgart

      Am vorletzten Tag der Fußball-Bundesliga hat der FC Bayern München den VfL Wolfsburg mit 1:0 besiegt. Im Nachmittagsspiel sicherte RB Leipzig mit einem 2:1 gegen St. Pauli den dritten Platz in der Tabelle und damit das Ticket für die Champions League.

      Außerdem gab es folgende Ergebnisse:

      Augsburg - Mönchengladbach 3:1
      Hoffenheim - Bremen 1:0
      Stuttgart - Leverkusen 3:1

    • WetterViel Regen und einzelne Gewitter

      Das Wetter: In der Nacht wolkig bis stark bewölkt. Von Süden und Südwesten zur Mitte hin sich ausbreitende, teils starke Gewitter. 13 bis 6 Grad.

      Am Tag meist stark bewölkt. Vom Südwesten über die Mitte bis in den Nordosten zunächst kräftiger Regen. Zwischen Oberrhein, Alpenrand und Lausitz Schauer und teils starke Gewitter. 9 bis 20 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Dienstag wechselnd bewölkt und gebietsweise Regen. 8 bis 16 Grad.

  • Samstag, 9.05.2026

    • BudapestVon der Leyen gratuliert Magyar: "Neuer Aufbruch in Ungarn"

      EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten Magyar zum Amtsantritt gratuliert. Die Hoffnung und das Versprechen eines neuen Aufbruchs in Ungarn seien ein starkes Signal in schwierigen Zeiten, teilte sie auf der Plattform X mit. Zuvor war Magyar in Budapest als Ministerpräsident vereidigt worden.

      Auch EU-Ratspräsident Costa sprach von einem neuen Kapitel in der Geschichte des Landes. Bundeskanzler Merz erklärte, Deutschland und Ungarn seien bereits eng miteinander verbunden. Er freue sich darauf, die Beziehungen weiter auszubauen.

      Vereidigung im ungarischen Parlament

      Magyar selbst sprach nach seiner Vereidigung vom ersten Tag eines Systemwechsels. In seiner Rede versprach er, nicht zu "herrschen" und Ungarn stattdessen zu dienen. Zudem kündigte er an, ehemalige Amtsträger für vergangene Missstände zur Rechenschaft zu ziehen.

      Die Wähler hätten das Mandat erteilt, ein neues Kapitel in der Geschichte Ungarns aufzuschlagen, betonte Magyar. Das Parlament in Budapest war zuvor zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen und hatte Magyar zum Ministerpräsidenten gewählt. Seine konservative Tisza-Partei verfügt in dem Abgeordnetenhaus über eine Zweidrittelmehrheit und kann somit umfassende Veränderungen voranbringen. Mit dem Wahlsieg Mitte April beendete sie die 16-jährige Regierungszeit des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Orbán.

      Magyar will Beziehungen zur EU verbessern

      Vor Amtsantritt hatte Magyar angekündigt, gegen Korruption vorzugehen, das Gesundheitswesen zu verbessen und unter anderem das Mediensystem neu aufzustellen. Er versprach auch, die Beziehungen zur Europäischen Union zu verbessern. Ende April war Magyar bereits nach Brüssel gereist, um bei Kommissionspräsidentin von der Leyen für die Freigabe eingefrorener EU-Gelder zu werben.

      Brüssel hält wegen Verstößen gegen die Rechte von LGBTQ-Menschen sowie Eingriffen in die Unabhängigkeit der Gerichte unter Orbán EU-Gelder in Milliardenhöhe für Ungarn zurück. Um eine Freigabe zu erreichen, muss Magyar in Budapest Reformen durchsetzen. Die EU hofft außerdem, dass die neue Regierung Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine mitträgt, statt sie wie Orbán zu blockieren.

      Aus dem Deutschlandfunk-Programm

      Machtwechsel in Ungarn: Peter Magyar vereidigt (Audio)

    • Bundeskanzler Merz"Stärke der NATO hängt nicht allein von Truppenzahl ab"

      Bundeskanzler Merz blickt trotz der Spannungen mit den USA und des angekündigten Abzugs von US-Truppen aus Deutschland weiter optimistisch auf den Zusammenhalt der NATO.

      Die Stärke des Bündnisses hänge nicht allein von der Truppenzahl ab, sondern von gemeinsamen Zielen; und diese Einigkeit bestehe nach wie vor, sagte Merz bei einem Parteitag der schwedischen Konservativen in Stockholm. Er habe keinen Zweifel daran, dass die USA ein großes Interesse daran hätten, einen starken europäischen Teil der NATO an ihrer Seite zu haben, und umgekehrt.

      Das US-Verteidigungsministerium hatte angekündigt, rund 5.000 der etwa 39.000 in Deutschland stationierten Soldaten abzuziehen. Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Präsident Trump und Merz.

    • Dreitägige WaffenruheUkraine und Russland werfen sich gegenseitig Bruch der Feuerpause vor

      Die Ukraine und Russland haben sich gegenseitig Verstöße gegen die seit heute geltende dreitägige Waffenruhe vorgeworfen.

      Seit Beginn des Tages seien 51 russische Angriffe verzeichnet worden, teilte der ukrainische Generalstab mit. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, ukrainische Kräfte hätten russische Stellungen mit Drohnen und Artillerie angegriffen.

      Die Feuerpause war gestern Abend von US-Präsident Trump verkündet und von Kiew und Moskau bestätigt worden. Beide Seiten vereinbarten zudem den Austausch von Kriegsgefangenen. 

      Die russische Führung hatte anlässlich der traditionellen Militärparade zum Gedenken an den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg bereits für Freitag und Samstag einseitig eine Feuerpause ausgerufen. Diese war ebenfalls gebrochen worden.

    • RusslandMilitärparade in Moskau zum "Tag des Sieges" - besondere Sicherheitsvorkehrungen wegen des Ukraine-Kriegs

      Mit einer Militärparade wurde in Moskau an den Sieg der Sowjetunion über das NS-Regime vor 81 Jahren erinnert. Auf dem Roten Platz präsentierten sich Soldatengruppen aus unterschiedlichen Bereichen der russischen Armee, wie Bilder der Nachrichtenagentur Tass zeigen. Staatschef Putin verfolgte die Parade von einer Tribüne aus.

      Putin wurde vom belarussischen Machthaber Lukaschenko, dem kasachischen Präsidenten Tokajew und dem usbekischen Präsidenten Mirsijojew begleitet. Die diesjährige Parade zu diesem Anlass fand wegen des Ukraine-Kriegs unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt. Aus Sorge vor Drohnenangriffen wurde die traditionelle Vorführung von Panzern, Geschützen und Raketen gestrichen. Auch die Zahl der ausländischen Gäste war im Vergleich zu den Vorjahren gering.

      Putin empfängt Fico

      Als einzigen Gast aus der Europäischen Union empfing Putin im Anschluss an die Militärparade den slowakischen Ministerpräsidenten Fico. Er dankte dem linksnationalen Politiker für den achtsamen Umgang mit Denkmälern und Grabstätten sowjetischer Soldaten. Er sicherte Fico zu, dass Russland alles tun werde, um den Energiebedarf der Slowakei zu erfüllen. Moskau begrüße die Wiederaufnahme der bilateralen Zusammenarbeit. Die Slowakei ist stark abhängig von russischen Öllieferungen und hat deswegen eine auch mit der Ukraine vereinbarte Ausnahme-Erlaubnis von den EU-Sanktionen.

      Der 9. Mai wird in Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken als "Tag des Sieges" begangen. In der Nacht auf den 9. Mai 1945 war die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Kraft getreten.

      Weiterführende Informationen

      Siegesparade in Moskau unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen (Audio)

      Parade in Moskau - Interview mit dem Journalisten Vladimir Esipov (Audio)

      ”Tag des Sieges” in Russland – Interview mit dem Russlandexperten Gerhard Mangott (Audio)

      Sendung ”Der Tag” mit dem Thema ”Wovor Putin am meisten Angst hat” (Audio)

    • Nach Ablehnung durch BundesratSPD-Politiker Roloff: "Gesetz für Entlastungsprämie ist noch nicht tot"

      Nach der Ablehnung durch den Bundesrat sieht der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Roloff, die von der Bundesregierung geplante Entlastungsprämie noch nicht am Ende. Er sagte im Deutschlandfunk, er halte die Prämie weiterhin für ein gutes Angebot. Von anderen Seiten kommt hingegen Lob an der Ablehnung des Bundesrats.

      Roloff erklärte, es ergebe Sinn, über die 1.000 Euro-Prämie als Teil eines ganzen Entlastungspaketes weiter zu diskutieren. Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat sei nach der Entscheidung der Länderkammer noch nicht angerufen worden. Roloff warf den Ländern im Deutschlandfunk vor, die Bundesregierung auflaufen lassen zu wollen. Als mögliche weitere Entlastungen brachte der SPD-Politiker eine erhöhte Pendlerpauschale, eine Senkung der Stromsteuer sowie Direktauszahlungen, beispielsweise über die KfZ- oder die Einkommenssteuer, ins Gespräch.

      Bundeskanzler Merz erklärte am Rande eines Besuchs in Schweden, man werde nun in der Koalition diskutieren, wie man den Beschäftigten in den deutschen Unternehmen etwas Erleichterung verschaffen könnte. Merz sagte nicht, ob die Entlastungsprämie im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat behandelt werden soll.

      Bund der Steuerzahler: "Krisenbonus sollte einkassiert werden"

      Der Bund der Steuerzahler forderte die Koalition hingegen auf, die Pläne einer Entlastungsprämie endgültig fallen zu lassen. Der Krisenbonus sollte einkassiert werden; die meisten Betriebe könnten ihn ohnehin nicht auszahlen, sagte Verbandspräsident Holznagel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dröge, betonte, das Gesetz sei handwerklich so schlecht gemacht gewesen, dass die eigenen Ministerpräsidenten die Mehrheit verweigert hätten. Dies sei ein Fiasko für die Bundesregierung und ganz persönlich für Kanzler Merz. 

      Der Bundesrat hatte gestern gegen die von der schwarz-roten Koalition auf den Weg gebrachte Entlastungsprämie von 1.000 Euro gestimmt, die bereits vom Bundestag beschlossen worden war. Für die Länder und Kommunen wäre die Prämie nach deren Darstellung mit zu großen Einnahmeausfällen verbunden.

      Güntzler (CDU) warnt vor Ablehnung des Bundesrats bei Steuerreform

      Der finanzpolitische Sprecher der Unionfraktion, Güntzler, warnte nach der Ablehnung der Maßnahme durch die Länder vor einem Scheitern der geplanten Steuerreform. Der CDU-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung, wer nicht mal bereit sei, mögliche Steuerausfälle von 1,1 Milliarden Euro zu kompensieren, brauche über eine große Reform gar nicht zu reden. Über die Pläne von Bundesfinanzminister Klingbeil dürfte voraussichtlich am Dienstag beim Koalitionsausschuss beraten werden.

      Weiterführende Informationen

      Aus für Entlastungsprämie: Koalition unter Druck (Audio)

      Entlastungsprämie gestoppt: Regierung enttäuscht, Opposition spottet (Audio)

    • Baden-WürttembergCDU und Grüne stimmen Koalitionsvertrag zu

      In Baden-Württemberg haben zwei Monate nach der Landtagswahl die Grünen und die CDU einer Neuauflage ihrer Koalition zugestimmt. Bei Landesparteitagen billigten die Delegierten jeweils den Koalitionsvertrag. Der designierte Ministerpräsident Özdemir appellierte an die Grünen, seinem Kurs der Mitte auch weiter zu folgen.

      Dass bei der Bundestagswahl 2025 nur 14 Prozent die Grünen gewählt hätten, bei der Landtagswahl aber mehr als doppelt so viele, habe Gründe. Der CDU-Landesvorsitzende Hagel warb für die Zusammenarbeit mit den Grünen. Er sprach von einem Bündnis auf Augenhöhe. In dem Koalitionsvertrag wird die Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft in den Mittelpunkt gerückt. 

      Die Grünen hatten die Landtagswahl im März knapp vor der CDU gewonnen. Wahlrechtsbedingt kamen beide auf die gleiche Zahl an Mandaten.

      Aus dem Deutschlandfunk-Programm

      Grüne und CDU stimmen Koalitionsvertrag für Baden-Württemberg zu (Audio)

    • Fußball-BundesligaBayern gewinnt in Wolfsburg, Leipzig schlägt St. Pauli, Leverkusen unterliegt Stuttgart

      Am vorletzten Tag der Fußball-Bundesliga hat der FC Bayern München den VfL Wolfsburg mit 1:0 besiegt. Im Nachmittagsspiel sicherte RB Leipzig mit einem 2:1 gegen St. Pauli den dritten Platz in der Tabelle und damit das Ticket für die Champions League.

      Außerdem gab es folgende Ergebnisse:

      Augsburg - Mönchengladbach 3:1
      Hoffenheim - Bremen 1:0
      Stuttgart - Leverkusen 3:1

    • GesundheitGrößere Finanzlücke bei der Pflegeversicherung als erwartet - was Ministerin Warken jetzt plant

      In der gesetzlichen Pflegeversicherung droht nach Angaben von Bundesgesundheitsministerin Warken in den kommenden beiden Jahren ein Defizit von mehr als 22,5 Milliarden Euro. Um gegenzusteuern, will sie bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf für eine Pflegereform vorlegen. Erste Details nannte sie bereits.

      2027 werde mit einem Defizit von mehr als 7,5 Milliarden Euro gerechnet, 2028 mit mehr als 15 Milliarden, sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post". Bislang war die Regierung beim Defizit für das laufende Jahr von sechs Milliarden Euro ausgegangen.

      Die Ausgaben überstiegen seit Jahren die Einnahmen, erklärte Warken. Die derzeitige Entwicklung gefährde bereits die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen bereits im laufenden Jahr. Die Gesundheitsministerin betonte, es würden immer mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, was aber nur zu einem kleinen Teil mit der demografischen Entwicklung zu erklären sei. Seit Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs 2017 habe sich die Zahl der Anspruchsberechtigten verdoppelt. Sie liege nun bei über sechs Millionen Menschen. Es würden mittlerweile auch Gruppen erfasst, von denen das damals niemand gedacht habe, etwa Kinder und Jugendliche mit ADHS.

      Warken schlägt strengere Vorgaben für Einstufung vor

      Bei der geplanten Reform schloss Warken eine Streichung bestehender Pflegegrade aus. Sie kündigte jedoch strengere Vorgaben an, um die Einstufung in einen bestimmten Pflegegrad zu erhalten. Dies betreffe vor allem die Pflegegrade 1 bis 3. Dass die Anspruchsvoraussetzungen 2017 deutlich niedriger gesetzt und die Leistungen für die Betroffenen "komfortabler gestaltet" worden seien, könnte man sich nun, zehn Jahre später, aber schlichtweg nicht mehr leisten.

      Warken betonte, sie wolle außerdem den Anspruch auf eine professionelle Pflegebegleitung einführen, um Angehörige besser zu unterstützen. "Gleichzeitig müssen wir aber klar definieren, was die Pflegeversicherung imstande ist zu übernehmen: sie ist eine Teilleistungsabsicherung und kann nicht für die gesamten Kosten im Pflegefall einspringen", betonte Warken. Auch bei den Zuschüssen für Pflegebedürftige bei längeren Heimaufenthalten könnte es Änderungen geben. Eine Möglichkeit sei, sie über einen längeren Zeitraum zu strecken, sagte Warken.

      Höhere Einkommen stärker belasten

      Um die Beitragssätze in den kommenden Jahren stabil zu halten, will die CDU-Politikerin zudem Besserverdiener stärker zur Kasse bitten. Dazu schlug sie vor, die Beitragsbemessungsgrenze anzuheben. "Auch in der Pflegeversicherung müssen wir höhere Einkommen etwas stärker belasten", sagte Warken. Wie hoch die Anhebung ausfallen soll, sagte sie nicht.

      Sozialverbände und Patientenschützer üben Kritik

      Der Sozialverband VdK warnte vor Kürzungen in der Pflege. Sollte etwa der Zugang zu einem Pflegegrad verzögert werden, verlagere das die Belastung auf die pflegenden Angehörigen, sagte Verbandspräsidentin Bentele der Deutschen Presse-Agentur. Direkte Krisensituationen könnten die Folge sein. Anstatt den Zugang zu Leistungen zu erschweren, brauche es den Ausbau von Prävention und Rehabilitation. Insbesondere die Frühphase der Pflege müsse verlässlich abgesichert werden.

      Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sieht die Bundesregierung in der Verantwortung für das Milliardendefizit. Die Finanzkrise sei "politisch gemacht", sagte Stiftungspräsident Brysch der Nachrichtenagentur AFP. Würde die Regierung etwa Rentenversicherungsleistungen für pflegebedürftige Angehörige und die Ausbildungskosten aus Steuermitteln tragen, würde das die Pflegeversicherung um mehrere Milliarden Euro entlasten.

      Der Verband der Privaten Krankenversicherung erklärte dagegen, die Pflegeversicherung müsse ihre Leistungen in Zukunft auf diejenigen konzentrieren, die sie wirklich benötigten. Das strukturelle Defizit der Umlagefinanzierung sei nicht mehr zu leugnen.

      Kabinett billigte zuvor Reformpläne für gesetzliche Krankenversicherung

      In der vergangenen Woche hatte das Bundeskabinett Warkens Gesetzespläne für die gesetzliche Krankenversicherung gebilligt. Auf Versicherte kommen höhere Zuzahlungen und Einschnitte bei Leistungen zu, damit die Krankenkassen nicht noch teurer werden.

      Weiterführende Informationen

      Reform der Pflegeversicherung: starke Belastung für Heimbewohner? (Audio)

    • Schwarz-rote KoalitionCSU-Vorsitzender Söder warnt vor "Spirale gegenseitiger Empfindlichkeiten"

      Der CSU-Vorsitzende Söder hat die schwarz-rote Koalition auf Bundesebene zu mehr Kompromissfähigkeit aufgerufen.

      Union und SPD dürften nicht in eine "Spirale gegenseitiger Empfindlichkeiten" geraten, sagte Söder der Zeitung "Welt am Sonntag". Mit Blick auf die von der Bundesregierung geplante Steuerreform bekräftigte er seine Bereitschaft, Einkommen von mehr als 300.000 Euro stärker zu belasten. Überlegungen zu einer Minderheitsregierung im Bund wies der bayerische Ministerpräsident zurück. Dies würde die Demokratie destabilisieren. Die Schwäche demokratischer Parteien beim Scheitern der Weimarer Republik dürfe sich nicht wiederholen.

      Die Bundesregierung steht nach einem Jahr im Amt in der Kritik. Laut Umfragen haben CDU, CSU und SPD sowie Kanzler Merz einen zurückgehenden Rückhalt in der Bevölkerung.

    • Chronisches Fatigue-Syndrom"Liegenddemos" für Betroffene von ME/CFS

      In Deutschland gibt es schätzungsweise 650.000 Menschen, die am Chronischen Fatigue-Syndrom ME/CFS erkrankt sind. Bundesweit demonstrieren Menschen an diesem Wochenende für eine bessere Versorgung der Betroffenen. In Berlin haben sich rund 1.000 Teilnehmer zu einer Liegenddemo am Brandenburger Tor versammelt.

      Die Teilnehmer kritisierten fehlende Aufklärung, eine unzureichende Versorgung Erkrankter und mangelnde Forschung zur Entwicklung von Medikamenten und Therapien. Das Motto der bundesweit rund 30 Aktionen lautete "Die Zeit läuft ab - unser Leben zerrinnt!". An ME/CFS Erkrankte sind oftmals so geschwächt, dass sie nicht mehr aus dem Bett aufstehen können. Die Krankheit kann unter anderem nach Virusinfektionen wie etwa Covid-19 auftreten.

      In Berlin saßen und lagen die Teilnehmer vor dem Brandenburger Tor, um auf die verheerenden Folgen für die Betroffenen aufmerksam zu machen. Zudem waren zahlreiche Schulrucksäcke aufgestellt, um auf das Schicksal der Kinder hinzuweisen, die wegen der Erkrankung teilweise seit Jahren nicht mehr am Schulunterricht teilnehmen können. Aufgerufen hatte dazu die Initiative Liegenddemo, ein Zusammenschluss aus Erkrankten, Angehörigen und Unterstützenden.

      Anstieg von Betroffenen durch Corona-Pandemie

      ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis und Chronisches Fatigue Syndrom - eine neuroimmunologische Erkrankung meist nach Infekten, die zu einer schweren körperlichen Behinderung führen kann. Hauptmerkmal ist eine Zustandsverschlechterung nach bereits geringer Belastung. Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS geht aktuell von rund 650.000 Erkrankten in Deutschland aus. Vor der Corona-Pandemie seien rund 250.000 Menschen davon betroffen gewesen.

      Mehr zum Thema

      Mehr Aufmerksamkeit für ME/CFS: Interview mit Prof. Dr. med. Scheibenbogen von der Berliner Charité (Audio)

    • HantavirusDeutschland und andere Staaten schicken Flugzeuge zur Evakuierung von Kreuzfahrtschiff

      Nach Angaben der spanischen Regierung sind international koordinierte Bemühungen zur Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes angelaufen, auf ⁠dem das ⁠Hantavirus ausgebrochen ist.

      Innenminister Grande-Marlaska teilte mit, Deutschland, Frankreich, Belgien, Irland und die Niederlande hätten die Entsendung von Flugzeugen zugesagt. Zwei weitere Maschinen würden von der Europäischen Union bereitgestellt. Weiter hieß es, für ⁠Passagiere aus Nicht-EU-Staaten, deren Heimatländer ⁠keine eigenen Flüge organisieren könnten, bereiteten die USA und Großbritannien Notfallpläne ⁠und Transportmöglichkeiten vor. Die "MV Hondius" ist derzeit auf dem Weg von den Kapverden zur kanarischen Insel Teneriffa, wo sie am frühen Morgen anlegen soll.

      Ankunft und Evakuierung sollen dort auch von Mitarbeitern der Weltgesundheitsorganisation überwacht werden.

    • GroßbritannienStarmer lehnt Rücktritt nach Niederlage bei Kommunalwahlen ab

      Der britische Premierminister Starmer hat nach dem schlechten Abschneiden seiner Labourpartei bei den Kommunalwahlen einen Rücktritt abgelehnt.

      Die Resultate seien schmerzlich, er werde jedoch weder nach "links oder rechts" abbiegen, schrieb Starmer in einer Kolumne für den britischen "Guardian". Die Mehrheit der Briten wolle sichere Grenzen und geringe Lebenshaltungskosten unabhängig von ihrem Wahlverhalten. Nun sei es an ihm, die Bürger davon zu überzeugen, dass Labour die richtige Partei sei. In Wales kam die Labour-Partei nach vorläufigen Ergebnissen auf dem dritten Platz. Stärkste Kraft wird nach aktuellem Stand die Unabhängigkeitspartei "Plaid Cymru" vor der rechtspopulistischen Partei "Reform UK". In Schottland zeichnet sich ein deutlicher Sieg für die Unabhängigkeitspartei SNP ab.

      Auch bei der Kommunalwahl in England musste sich ersten Ergebnissen zufolge die Labour-Partei der "Reform UK" von Parteichef Farage geschlagen geben.

      Mehr zum Thema

      Starmer und Labour in Not – Nach Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien (Audio)

    • LibanonIsrael meldet 85 Angriffe auf Hisbollah-Ziele

      Israels Militär hat erneut die Bewohner von mehreren Dörfern im Südlibanon aufgefordert, sich zum Schutz vor geplanten Militärangriffen in Sicherheit zu bringen.

      Ein israelischer Armeesprecher erklärte, man werde dort in neun Dörfern gegen die Hisbollah-Miliz vorgehen, weil diese gegen die geltende Feuerpause verstoßen habe. Zuvor hatte die israelische Armee mitgeteilt, dass sie in den vergangenen 24 Stunden mehr als 85 Einrichtungen der Hisbollah angegriffen habe, darunter Waffenlager, Abschussvorrichtungen und weitere militärische Infrastruktur.

      Seit dem 17. April gilt im Libanon eigentlich eine Feuerpause. Dessen ungeachtet setzten Israel und die vom Iran unterstützte Miliz ihre gegenseitigen Angriffe fort. - Parallel dazu laufen erstmals seit Jahrzehnten direkte Friedensverhandlungen zwischen Israel und der an den Kämpfen nicht beteiligten libanesischen Regierung.

      Weiterführende Informationen

      In unserem Newsblog zum Krieg im Nahen Osten finden Sie einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen.

    • Sahel-StaatInhaftierter DW-Korrespondent im Niger vorläufig freigelassen

      Ein im Niger inhaftierter Korrespondent der Deutschen Welle ist vorerst wieder frei.

      Nach Angaben des deutschen Auslandssenders wurde der Journalist nach 105 Tagen vorläufig aus der Haft entlassen. Das gegen ihn eingeleitete Verfahren sei ihm jedoch nach wie vor anhängig. Die Behörden werfen ihm Störung der öffentlichen Ordnung vor.

      Der Korrespondent war am 23. Januar in Niamey, der Hauptstadt des Sahel-Staates, festgenommen worden. Wenige Tage zuvor hatte er für die Deutsche Welle einen Bericht über die Lebensbedingungen nigrischer Flüchtlinge veröffentlicht.

      Der Niger wird seit einem Putsch im Juli 2023 vom Militär regiert. Seither hat sich die Menschenrechtslage laut Amnesty International verschlechtert. Auf der Rangliste der Pressefreiheit der Organisation ”Reporter ohne Grenzen” steht das afrikanische Land auf Platz 120 von 180.

    • Kunst61. Biennale von Venedig hat begonnen - Proteste statt Eröffnungsfeier

      In Venedig ist die 61. Kunst-Biennale eröffnet worden. Wegen politischer Streitigkeiten um die Teilnahme Russlands und Israels fand die Eröffnung ohne offizielle Zeremonie statt. Die für die Verleihung des Preises Goldener Löwe zuständige Jury war im Vorfeld bereits wegen des Streits zurückgetreten.

      Die Goldenen Löwen werden in diesem Jahr erst zum Abschluss der Biennale im November durch das Publikum verliehen. Die Jury-Mitglieder erklärten zu ihrem Rücktritt, sie würden keine Preise an Länder vergeben, gegen die der Internationale Strafgerichtshof wegen des Vorwurfs von Verstößen gegen die Menschenrechte ermittele.

      Kritik an Teilnahme Russlands

      Moskau ist erstmals seit dem Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 wieder mit einem Pavillon auf der Biennale vertreten. Die italienische Regierung hatte die Entscheidung für Russland abgelehnt. Kulturminister Giuli sprach von einem "Sieg Putins". Biennale-Chef Buttafuoco verteidigte die Teilnahme mit Blick auf die Kunstfreiheit und die Völkerverständigung. Die EU strich deswegen ihre Finanzmittel für die Kunstmesse im Umfang von zwei Millionen Euro.

      Proteste gegen Israel

      Umstritten ist auch die Präsenz Israels. Gestern Abend protestierten nach Polizeiangaben rund 2.000 Menschen gegen das israelische Vorgehen im Gazastreifen. Dabei wurden Palästinenser-Fahnen geschwenkt. Die Polizei ging teilweise mit Schlagstöcken gegen die Menge vor.

      Die alle zwei Jahre stattfindende Biennale von Venedig gilt mit der documenta in Kassel als wichtigste internationale Veranstaltung für zeitgenössische Kunst. Sie dauert bis zum 22. November. 

    • Iran-KonfliktUS-Finanzministerium sanktioniert chinesische Raffinerien und andere Unternehmen wegen Zusammenarbeit mit Iran

      Die USA haben Sanktionen gegen Unternehmen aus mehreren Ländern verhängt, denen eine Zusammenarbeit mit dem Iran vorgeworfen wird.

      Nach Angaben des US-Finanzministeriums sind davon unter anderem chinesische Raffinerien betroffen, die aus dem Iran geliefertes Öl verarbeiten. Andere betroffene Unternehmen hätten eine Rolle bei der Beschaffung von Waffen und Bauteilen für iranische Drohnen und Raketen gespielt. Sanktioniert wurden auch Unternehmen aus Belarus und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

      US-Präsident Trump reist in der kommenden Woche nach Peking, um sich mit dem chinesischen Staatschef Xi zu treffen. Der Iran-Konflikt dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen. China gilt als Partner Teherans und ist der Hauptabnehmer von iranischem Öl.

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    • Östlicher PazifikUS-Militär: Zwei Tote und ein Überlebender bei Angriff auf mutmaßliches Drogenboot

      Das US-Militär hat ein weiteres Mal ein mutmaßliches Drogenboot im östlichen Pazifik angegriffen und nach eigenen Angaben zwei Männer getötet.

      Ein weiterer habe überlebt, teilte das für Lateinamerika und die Karibik zuständige Südkommando der US-Streitkräfte mit. Wie immer in solchen Fällen hieß es, das Boot sei Geheimdienstangaben zufolge entlang bekannter Drogenschmuggelrouten unterwegs gewesen und von als terroristisch eingestuften Organisationen betrieben worden.

      Damit stieg die Zahl der Toten bei derartigen US-Militäraktionen auf 192 seit September.

    • "Interview der Woche"US-Beauftragte für Holocaust kritisiert Geschichtsverzerrung

      Die Sondergesandte der US-amerikanischen Regierung für Holocaustfragen, Ellen Germain, sieht in der Verzerrung und Verfälschung der Geschichtsdarstellung über die Shoah eine immense Herausforderung. Im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks nannte sie als Beispiel mit künstlicher Intelligenz generierte Fotos und Videos, die Konzentrationslager wie Ferienanlagen aussehen ließen.

      Germain erklärte, so werde etwa behauptet, dass die Shoah "gar nicht so schlimm" gewesen sei. Man müsse solchen "Geschichtsrevisionismus" bekämpfen. Ihrer Meinung nach gibt es Tendenzen, die historische Darstellung des Holocaust umzuschreiben, die Verantwortung dafür herunterzuspielen und die Verbrechen des Holocaust auf andere abzuwälzen.

      Befreiung von Konzentrationslagern "amerikanische Spitzenleistung"

      Mit Blick auf das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945, vor 81 Jahren, sagte Germain, die Befreiung Europas und vieler Konzentrationslager sei aus US-Sicht ein "Beispiel für eine amerikanische Spitzenleistung". Mit der Befreiung von Dachau, Mauthausen und anderen Konzentrationslagern hätten die Vereinigten Staaten "das Beste" gezeigt, "was wir als Amerikaner und als Menschen sind", so Germain. Die Sicht auf den Gedenktag am 8. Mai habe sich in den USA auch in der zweiten Amtszeit von Präsident Trump nicht verändert.

      Ihre Aufgabe als US-Sondergesandte für Holocaustfragen sei es, für Holocaust-Überlebende und deren Erben "ein gewisses Maß an Gerechtigkeit zu erreichen". Dazu gehöre auch, sich für die Rückgabe und Entschädigung des Eigentums von Juden einzusetzen, das während des Holocaust enteignet worden sei. Zudem gehe es ihr um "korrekte Gedenk- und Aufklärungsarbeit zum Holocaust" – gegen die Verzerrung und Leugnung der Shoah.

      "Holocaust Education" nicht gescheitert

      Das Konzept der "Holocaust Education", also der Aufklärung über die Shoah, sei trotz des weltweit wachsenden Antisemitismus nicht gescheitert, betonte Germain. Man brauche aber neue Ansätze, vor allem um junge Menschen zu erreichen. Diese bezögen Nachrichten vor allem aus sozialen Medien. Man müsse ihnen den Holocaust deshalb "über Tiktok-Videos, Instagram und Snapchat näherbringen".

      Das ganze Interview der Woche können Sie am Sonntag ab 11:05 Uhr im Deutschlandfunk hören oder schon jetzt in der Deutschlandfunk-App.

    • TorontoBundesfinanzminister Klingbeil strebt engere Partnerschaft mit Kanada an

      Bundesfinanzminister Klingbeil strebt angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs und der veränderten Rolle der USA eine noch engere Partnerschaft Deutschlands mit Kanada an.

      Er sagte bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Champagne in Toronto, man müsse aus Abhängigkeiten herauskommen und an der Souveränität Europas arbeiten. Dafür sei Kanada ein idealer Partner. Champagne sagte, die europäischen Partner wollten eine starke transatlantische Perspektive.

      Klingbeil absolviert derzeit einen zweitägigen Besuch in Kanada. Er will sich dort für eine engere Zusammenarbeit unter anderem bei der Rohstoffversorgung, im Rüstungsbereich und bei künstlicher Intelligenz einsetzen sowie bei kanadischen Firmen für Investitionen in Deutschland werben. Geplant war auch ein Treffen mit kanadischen Wirtschaftsvertretern.

    • NahostKatar ruft USA und Iran zu Verhandlungen auf

      Nach den jüngsten militärischen Konfrontationen zwischen den USA und dem Iran hat Katar die Kriegsparteien aufgerufen, sich auf neue Vermittlungsbemühungen einzulassen.

      Das teilte das katarische Außenministerium nach einem Treffen von Ministerpräsident Al Thani mit US-Vizepräsident Vance in Washington mit. Die Verhandlungen könnten zu einem umfassenden Abkommen für dauerhaften Frieden in der Region führen.

      Das US-Militär hatte kürzlich nach eigener Darstellung zwei unbeladene Öltanker angegriffen, die versucht hätten, einen iranischen Hafen anzulaufen.

      Weiterführende Informationen

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    • BrüsselEU-Kommission sieht Deutschland nicht ausreichend für Inkrafttreten der Asylreform vorbereitet

      Die EU-Kommission sieht Deutschland und weitere Mitgliedsländer nicht ausreichend auf die Asylreform vorbereitet, die in fünf Wochen in Kraft tritt. Demnach müssten dringend Kapazitäten für Grenzverfahren etwa an Flughäfen aufgebaut werden, heißt es im einem Bericht der zuständigen Brüsseler Behörde. Es fehle an notwendigen Ressourcen bei der Erstüberprüfung von Asylbewerbern.

      Dazu gehörten auch Gesundheitskontrollen, die bisher nicht den Anforderungen der EU-Kommission entsprechend eingerichtet seien. Weiter müssten noch Probleme bei der Erfassung von Fingerabdrücken und der Speicherung anderer biometrischer Daten gelöst werden. Die EU-Kommission bemängelt zudem einen Rückstau bei der Bearbeitung von Asylanträgen.  

      Am 12. Juni sollen mit der europäischen Asylreform strengere Migrationsregeln in Kraft treten. Schutzsuchende sollen dadurch zwischen den Mitgliedsländern solidarischer verteilt und Asylverfahren schneller abgewickelt werden.

    • Ukraine-KriegAußenminister Wadephul: "Wollen mit Frankreich und Großbritannien einen neuen Anlauf für Verhandlungen nehmen"

      Bundesaußenminister Wadephul hat eine neue Verhandlungsinitiative Europas im Ukraine-Krieg angekündigt. Wadephul sagte der "Welt am Sonntag", man sei bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Darüber sei man mit den USA und Kiew im Gespräch.

      Weiter führte der Minister aus, man unternehme im ⁠E3-Format mit Frankreich und Großbritannien einen neuen Anlauf, wieder in Verhandlungen hineinzukommen.

      Bereits zuvor war bekannt geworden, dass sich Vertreter der Europäischen Union auf mögliche Gespräche mit dem russischen Staatschef Putin vorbereiten. Die "Financial Times" hatte berichtet, dass Ratspräsident ‌Costa Potenzial für Verhandlungen mit dem Kreml-Chef sehe. Die EU habe dafür die Rückendeckung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, hieß es.

      Im Ukraine-Krieg gilt eine von Russland ausgerufene vorübergehende Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich jedoch vor, diese gebrochen zu haben.

    • KerosinpreiseFlughafenverband fürchtet Ausfälle zahlreicher Verbindungen

      Millionen von Passagieren könnten dem Flughafenverband ADV zufolge hierzulande im ⁠Sommer von Flugstreichungen betroffen sein.

      Dies berichtete die Zeitung "Welt am Sonntag" unter Berufung auf den Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), Beisel. Grund sind die hohen Kerosinpreise. Diese seien seit mehr als zwei Monaten doppelt ​so hoch wie vor dem Iran-Krieg. Selbst wenn Treibstoff verfügbar sei, könnten Fluggesellschaften viele Verbindungen zu diesen ​Preisen nicht wirtschaftlich anbieten.

      Weiterführende Informationen

      In unserem Newsblog zum Krieg im Nahen Osten finden Sie einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen.

    • DänemarkRechtsliberaler Politiker Poulsen soll Regierung bilden

      Nach wochenlangen Verhandlungen hat Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen vorerst das Mandat für die Bildung einer neuen Regierung verloren.

      Stattdessen darf nun der rechtsliberale Politiker Poulsen die Chancen für eine Koalition ausloten. König Frederik X. habe Poulsen gebeten, die Verhandlungen über die Bildung einer Regierung zu führen, teilte das dänische Königshaus mit. Poulsen, Chef der Liberalen Partei, könnte nun eine Mitte-Rechts-Koalition anstreben. Bei der Parlamentswahl im März waren die Sozialdemokraten der bisherigen Regierungschefin Frederiksen trotz deutlicher Verluste stärkste Kraft geworden.

    • LibanonPräsident Aoun fordert von EU Druck auf Israel zur Einhaltung der Waffenruhe

      Der libanesische Präsident Aoun hat die Europäische Union aufgefordert, Israel zur Einhaltung einer Waffenruhe im Libanon zu verpflichten.

      Zudem solle man die israelische Seite davon abhalten, Häuser in besetzten Dörfern im Südlibanon zu sprengen oder abzureißen, sagte Aoun nach Angaben seines Büros bei einem Treffen mit einer EU-Delegation in Beirut. Die europäische Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Lahbib, erklärte, Israel und die proiranische Hisbollah-Miliz nähmen den Libanon in ihrem Kampf als Geisel.

      Im Libanon gilt seit drei Wochen eine Waffenruhe, doch sowohl Israel als auch die Hisbollah greifen sich seitdem immer wieder gegenseitig an. Am Freitag meldete das libanesische Gesundheitsministerium mindestens fünf Tote bei israelischen Luftangriffen. Die Hisbollah feuerte ihrerseits Raketen in Richtung Nordisrael ab. Verletzte gab es nicht.

      Weiterführende Informationen

      In unserem Newsblog zum Krieg im Nahen Osten finden Sie einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen.

    • MobilitätE-Auto-Prämie kann beantragt werden - Bundesrat gibt grünes Licht

      Das neue Förderprogramm für Elektroautos kann wie geplant von Privatpersonen rückwirkend zum Jahresbeginn beantragt werden.

      Nach dem Bundestag billigte heute auch der Bundesrat das Vorhaben. Damit kann der Kauf von reinen Elektroautos, Plug-in-Hybriden oder Elektroautos mit sogenanntem Range Extender staatlich gefördert werden. Die Prämie liegt je nach Fahrzeugart und den persönlichen Umständen des Antragstellers zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Allerdings gibt es Einkommensobergrenzen, bis zu denen sie ausgezahlt wird.

      Der Bundesrat billigte auch die Reform der privaten Altersvorsorge.

    • VerteidigungsministeriumAnders als berichtet: "Mehr als 90 Prozent der Männer haben Wehrdienst-Fragebogen beantwortet"

      Die Rückmeldungen auf den Fragebogen zum neuen Wehrdienst sind nach Angaben der Bundesregierung deutlich zahlreicher als zuletzt von Medien berichtet.

      Laut Bundesverteidigungsministerium kamen insgesamt mehr als 90 Prozent der kontaktierten Männer ihrer Pflicht zur Beantwortung nach - spätestens nach einer ersten Erinnerung. Damit sei die Wehrerfassung "erfolgreich gestartet", hieß es. Frühere Berichte, wonach gut ein Viertel der Betroffenen das Schreiben ignoriert hätten, seien falsch. Das Ministerium teilte zudem mit, dass bei positiven Rückläufern des Fragebogens bereits Musterungen und Assessments ausgeführt worden seien. Genaue Zahlen wurden nicht genannt.

      Durch das neue Wehrdienstmodell soll die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf bis zu 270.000 erhöht werden. Sollte diese Wegmarke nicht erreicht werden, könnte eine sogenannte Bedarfswehrpflicht kommen. Darüber müsste dann der Bundestag entscheiden.

    • Riester-NachfolgeSo funktioniert das neue Altersvorsorgedepot

      Die in die Jahre gekommene und vielfach kritisierte Riester-Rente wird nach der Zustimmung des Bundesrats durch ein neues Modell der privaten Altersvorsorge abgelöst. Die Neuregelung soll mehr Menschen ermuntern, eigenes Geld für die Rente nicht nur zurückzulegen, sondern in den Kapitalmarkt zu investieren. Ein Überblick.

      Hierbei geht es um eine weitere Säule neben der gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge. Ein entsprechender Gesetzentwurf von Union und SPD wurde am Freitag nach dem Bundestag auch vom Bundesrat gebilligt. Auch für Kinder und Jugendliche soll es ein Altersvorsorgedepot geben. Anfang des kommenden Jahres sollen die neuen Produkte und die neue staatliche Förderung den Bürgern zur Verfügung stehen. Außerdem soll eine potenziell höhere Rendite möglich sein: Das verspricht sich die Regierung durch den Wegfall von Garantieleistungen, die Streckung der Abschlusskosten über die gesamte Vertragslaufzeit und die Begrenzung der Effektivkosten im Standarddepot.

      Warum die Riester-Rente abgelöst werden soll

      Bei der 2002 eingeführten Riester-Rente handelt es sich um eine private Altersvorsorge, die durch staatliche Zulagen und Steuervorteile gefördert wird und auf Wunsch die Auszahlung einer lebenslangen monatlichen Rente garantiert. Der Nachteil: Die Regelungen sind kompliziert und für Verbraucher teils schwer verständlich. Auch kann nur ein kleiner Teil der Beiträge risikoorientiert angelegt werden. Hohe Renditen - und damit ein echter Mehrwert - sind so kaum möglich.

      Vielfach lohnt sich die Riester-Rente daher nach Einschätzung von Experten für viele Menschen nicht. Eine Kündigung von Riester-Verträgen ist jedoch mit hohen Einbußen verbunden, vorzeitige Auszahlungen vor Rentenbeginn sind nicht möglich. Das Finanzministerium verspricht durch die Reform eine private Altersvorsorge, die "deutlich einfacher, günstiger und flexibler" wird. 

      Was nun stattdessen kommt

      Eingeführt wird ein leichter verständliches Standardprodukt, das jeder Anbieter - also etwa Banken, Sparkassen und Versicherungen - im Portfolio haben muss und das den Einstieg in die private Vorsorge erleichtern soll. Außerdem soll es Altersvorsorge-Depots ohne Garantievorgaben geben, bei denen etwa in Fonds oder andere Anlageklassen investiert werden kann. Für das Standardprodukt gilt zudem ein Kostendeckel von 1 Prozent, ursprünglich waren 1,5 Prozent vorgesehen. Experten erachten allerdings auch die 1 Prozent noch als zu hoch

      Neu ist auch die Aufnahme von Selbstständigen in den Kreis der förderfähigen Erwerbstätigen: Bisher hatten vor allem abhängig Beschäftigte die Möglichkeit, zu "riestern". Damit wolle man der Realität Rechnung tragen, dass Selbstständige besonders häufig von prekären Lebensverhältnissen im Alter betroffen seien, hieß es.

      Staatliche Zulagen

      Von den Änderungen bei der staatlichen Zulage profitieren vor allem Menschen, die sich nur geringe Einzahlungen leisten können. Die Grundzulage, die jeder Sparer und jede Sparerin bekommt, liegt aktuell bei 175 Euro pro Jahr und wird mit der Reform durch eine proportionales Modell abgelöst. Künftig gibt es für jeden eingezahlten Euro 50 Cent vom Staat dazu, bis zu einer Höhe von 360 Euro. Bei einem Sparbeitrag von 360 Euro bis 1800 Euro im Jahr gibt es noch 25 Cent staatliche Förderung je Euro. Insgesamt liegt die Förderung damit bei bis zu 540 Euro pro Jahr. Familien bekommen die volle Kinderzulage von 300 Euro jährlich bereits ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro. 

      Gesonderte Pläne für Kinder und Jugendliche

      Vorgesehen ist überdies die Einführung einer sogenannten Frühstartrente für Kinder und Jugendliche vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr. Dieses Vorsorgemodell ist ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag. Losgehen soll es rückwirkend 2026 mit dem Geburtenjahrgang 2020. Geplant ist laut Eckpunkten aus dem Bundesfinanzministerium die Einrichtung eines individuellen Altersvorsorgedepots, für das es monatlich zehn Euro vom Staat als Zuschuss gibt.

      Kritik an Kosten für die Vorsorgeprodukte

      Verbraucherschützer warnen vor einer Kostenfalle: Der Kostendeckel von einem Prozent sei immer noch zu hoch, kritisiert das Ratgeberportal Finanztip. Wer 40 Jahre lang jährlich in die private Vorsorge einzahlt und sechs Prozent Rendite pro Jahr erziele, habe am Schluss bei günstigen Kosten von 0,2 Prozent rund 269.000 Euro nach Steuern. Wenn die Anbieter hingegen den Kostendeckel von einem Prozent ausreizen, dann betrage das Endvermögen laut Finanztip nur rund 219.000 Euro – also 50.000 Euro weniger. 

      Was geschieht mit alten Riester-Verträgen?

      Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, kann entscheiden, ob er seinen alten Vertrag unverändert behält, ihn ändert oder ganz in das neue Modell wechselt. Erst einmal besteht für alle Altverträge Bestandsschutz. Man kann aber auch in ein neues Modell wechseln, ohne die bisherige Förderung zurückzahlen zu müssen. Dabei kann man entscheiden, ob man künftig in ein Produkt mit oder ohne Garantien einzahlt. Es können allerdings Wechsel-, Abschluss- und Vertriebskosten anfallen.

      Der Wechsel zwischen verschiedenen Altersvorsorge-Verträgen soll generell einfacher werden. Dafür sollen die Abschluss- und Vertriebskosten auf die gesamte Vertragslaufzeit verteilt werden. Bisher fällt alles am Anfang an. Wenn man wechselt, zahlt man also die gesamte Summe nochmal. Eine Wechselgebühr sollen die Anbieter außerdem nur in den ersten fünf Jahren nach Vertragsabschluss verlangen dürfen.

      (Mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und DPA)

    • WetterNachts meist tocken, 11 bis 2 Grad

      Das Wetter: In der Nacht im Norden teils stark bewölkt, sonst gering bewölkt und meist trocken. Temperaturrückgang auf 11 bis 2 Grad. Morgen im Osten und Südosten länger sonnig, sonst wolkig bis stark bewölkt. Später von Südwesten her Schauer und Gewitter. 15 bis 26 Grad,mit den höchsten Werten in Niederbayern.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Montag meist stark bewölkt und regional kräftiger Regen. Im Nordwesten und Norden wechselnd wolkig mit Schauern. An der Nordsee längere freundliche Abschnitte. 9 bis 20 Grad.

  • Freitag, 8.05.2026

    • BrüsselEU-Kommission sieht Deutschland nicht ausreichend für Inkrafttreten der Asylreform vorbereitet

      Die Europäische Kommission sieht Deutschland und weitere Mitgliedsländer nicht ausreichend auf die Asylreform vorbereitet, die in fünf Wochen in Kraft tritt. Demnach müssten dringend Kapazitäten für Grenzverfahren etwa an Flughäfen aufgebaut werden, heißt es in einem Bericht der zuständigen Brüsseler Behörde. Es fehle an notwendigen Ressourcen bei der Erstüberprüfung von Asylbewerbern.

      Dazu gehörten auch Gesundheitskontrollen, die bisher nicht den Anforderungen der EU-Kommission entsprechend eingerichtet seien. Weiter müssten noch Probleme bei der Erfassung von Fingerabdrücken und der Speicherung anderer biometrischer Daten gelöst werden. Die EU-Kommission bemängelt zudem einen Rückstau bei der Bearbeitung von Asylanträgen.  

      Am 12. Juni sollen mit der europäischen Asylreform strengere Migrationsregeln in Kraft treten. Schutzsuchende sollen dadurch zwischen den Mitgliedsländern solidarischer verteilt und Asylverfahren schneller abgewickelt werden.

    • Ukraine-KriegDreitägige Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew

      US-Präsident Trump hat für morgen den Beginn einer dreitägigen Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine angekündigt.

      Der russische Staatschef Putin und der ukrainische Präsident Selenskyj hätten der Feuerpause sowie dem Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen zugestimmt, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Sowohl Selenskyj als auch der Kreml bestätigten die Vereinbarung.

      Die russische Führung hatte bereits anlässlich der traditionellen Militärparade in Moskau zum Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland für Freitag und Samstag einseitig eine Feuerpause ausgerufen. Dennoch gab es sowohl von Russland als auch von der Ukraine gegenseitige Angriffe.

    • Ukraine-KriegAußenminister Wadephul: "Wollen mit Frankreich und Großbritannien einen neuen Anlauf für Verhandlungen nehmen"

      Bundesaußenminister Wadephul hat eine neue Verhandlungsinitiative Europas im Ukraine-Krieg angekündigt. Wadephul sagte der "Welt am Sonntag", man sei bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Darüber sei man mit den USA und Kiew im Gespräch.

      Weiter führte der Minister aus, man unternehme im ⁠E3-Format mit Frankreich und Großbritannien einen neuen Anlauf, wieder in Verhandlungen hineinzukommen.

      Bereits zuvor war bekannt geworden, dass sich Vertreter der Europäischen Union auf mögliche Gespräche mit dem russischen Staatschef Putin vorbereiten. Die "Financial Times" hatte berichtet, dass Ratspräsident ‌Costa Potenzial für Verhandlungen mit dem Kreml-Chef sehe. Die EU habe dafür die Rückendeckung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, hieß es.

      Im Ukraine-Krieg gilt eine von Russland ausgerufene vorübergehende Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich jedoch vor, diese gebrochen zu haben.

    • PflegeversicherungBundesgesundheitsministerin rechnet 2027 und 2028 mit Finanzlücke von mehr als 22,5 Milliarden Euro

      In der gesetzlichen Pflegeversicherung droht nach Angaben von Bundesgesundheitsministerin Warken in den kommenden beiden Jahren ein Defizit von mehr als 22,5 Milliarden Euro.

      2027 werde mit mehr als 7,5 Milliarden Euro gerechnet, 2028 mit mehr als 15 Milliarden, sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Die Ausgaben überstiegen seit Jahren die Einnahmen. Die derzeitige Entwicklung gefährde bereits die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen im laufenden Jahr.

      Warken betonte, es würden immer mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, was aber nur zu einem kleinen Teil mit der demografischen Entwicklung zu erklären sei. Seit Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs 2017 habe sich die Zahl der Anspruchsberechtigten verdoppelt. Sie liege nun bei über sechs Millionen Menschen. Die Ministerin will Mitte Mai einen Gesetzentwurf für eine Pflegereform vorlegen.

    • BundesligaBorussia Dortmund siegt gegen Eintracht Frankfurt

      In der Fußball-Bundesliga hat Borussia Dortmund mit 3:2 gegen Eintracht Frankfurt gewonnen.

      Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac sicherte sich damit am vorletzten Spieltag den Titel des Vize-Meisters.

    • TorontoBundesfinanzminister Klingbeil strebt engere Partnerschaft mit Kanada an

      Bundesfinanzminister Klingbeil will angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs und der Rolle der USA die Partnerschaft mit Kanada weiter intensivieren.

      Der SPD-Politiker sagte bei einem Treffen mit seinem kanadischen Amtskollegen Champagne in Toronto, es zeige sich, dass man an der Resilienz und Souveränität Europas arbeiten müsse. Kanada sei dafür ein sehr idealer Partner. Bei dem zweitägigen Besuch soll es unter anderem um die Zusammenarbeit bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen, in der Rüstung und bei künstlicher Intelligenz gehen.

    • GroßbritannienZwischenergebnisse für Kommunalwahlen: Labour-Partei verliert auch in Wales

      Bei den Kommunalwahlen in Großbritannien zeichnet sich für die Labour-Partei von Premierminister Starmer ein historisch schlechtes Ergebnis ab.

      Sie landete in Wales nach vorläufigen Ergebnissen auf dem dritten Platz. Stärkste Kraft wird nach aktuellem Stand die Unabhängigkeitspartei "Plaid Cymru" vor der rechtspopulistischen Partei "Reform UK". Die scheidende Regierungschefin des britischen Landesteils, Morgan, verlor ihren Sitz und kündigte ihren Rücktritt als Parteivorsitzende der walisischen Labour-Partei an.

      In Schottland zeichnet sich ein deutlicher Sieg für die Unabhängigkeitspartei SNP ab. Auch bei der Kommunalwahl in England musste sich ersten Ergebnissen zufolge die Labour-Partei der "Reform UK" von Parteichef Farage geschlagen geben. Sowohl die Sozialdemokraten als auch die oppositionellen Konservativen verloren Hunderte Sitze.

    • DänemarkRegierungsbildung im ersten Anlauf gescheitert

      Die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen ist mit dem Versuch gescheitert, eine neue ‌Regierung zu ⁠bilden.

      Sie habe König Frederik X. über den Rückzug eines wichtigen Partners aus den Verhandlungen informiert, teilte das Königshaus in Kopenhagen mit. Das Staatsoberhaupt werde die Parteien noch am Abend empfangen. Frederiksen erklärte, auf dieser Grundlage müsse dann entschieden werden, ob ein neuer Chefunterhändler ernannt werden solle.

      Der Vorsitzende der Moderaten Partei, Rasmussen, hatte die Gespräche beendet und vorgeschlagen, den Chef der ⁠Liberalen Partei, Poulsen, mit der ⁠Regierungsbildung zu beauftragen. Dieser könnte eine Mitte-Rechts-Koalition anstreben.

      Frederiksens Sozialdemokraten waren bei der Parlamentswahl im März trotz deutlicher Verluste stärkste Kraft geworden.

    • LibanonPräsident Aoun fordert von EU Druck auf Israel zur Einhaltung der Waffenruhe

      Der libanesische Präsident Aoun hat die Europäische Union aufgefordert, Israel zur Einhaltung einer Waffenruhe im Libanon zu verpflichten.

      Zudem solle man die israelische Seite davon abhalten, Häuser in besetzten Dörfern im Südlibanon zu sprengen oder abzureißen, sagte Aoun nach Angaben seines Büros bei einem Treffen mit einer EU-Delegation in Beirut. Die europäische Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Lahbib, erklärte, Israel und die proiranische Hisbollah-Miliz nähmen den Libanon in ihrem Kampf als Geisel.

      Im Libanon gilt seit drei Wochen eine Waffenruhe, doch sowohl Israel als auch die Hisbollah greifen sich seitdem immer wieder gegenseitig an. Am Freitag meldete das libanesische Gesundheitsministerium mindestens fünf Tote bei israelischen Luftangriffen. Die Hisbollah feuerte ihrerseits Raketen in Richtung Nordisrael ab. Verletzte gab es nicht.

    • Persischer GolfIranische Medien melden neue Explosionen

      Die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran bleibt instabil.

      Nach Gefechten am Persischen Golf in der Nacht zu Freitag meldeten iranische Medien erneut Explosionen an der Südküste des Landes. Demnach waren nahe der Stadt Sirik laute Knallgeräusche zu hören. In den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten die Behörden zudem drei Verletzte nach einer iranischen Attacke.

      Das US-Militär griff nach eigenen Angaben erneut unter iranischer Flagge fahrende unbeladene Öltanker an. Das zuständige Regionalkommando Centcom teilte auf X mit, die zwei Schiffe hätten trotz der US-Seeblockade versucht, einen iranischen Hafen anzulaufen. Von einem US-Kampfflugzeug seien deswegen Schüsse auf sie abgefeuert worden.

      Bereits Donnerstag-Abend hatte der Iran in der Straße von Hormus drei US-Militärschiffe mit Raketen und Schnellbooten angegriffen. Die USA beschossen ihrerseits Ziele auf dem iranischen Festland. Laut den Worten von Präsident Trump gilt die Feuerpause dennoch weiterhin. Er forderte Teheran unter Drohungen auf, rasch eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. US-Außenminister Rubio rechnet nach eigenen Angaben heute noch mit einer Antwort Teherans auf den jüngsten US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Er sagte bei einem Besuch in Italien, er hoffe, dass es sich um ein ernsthaftes Angebot handeln werde. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums hatte erklärt, Teheran werde seinen Standpunkt dem Vermittler Pakistan "nach Abschluss seiner Beratungen" übermitteln.

      Weiterführende Informationen

      Über die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten halten wir Sie auch in einem Newsblog auf dem Laufenden.

    • MobilitätE-Auto-Prämie kann beantragt werden- Bundesrat gibt grünes Licht

      Das neue Förderprogramm für Elektroautos kann wie geplant von Privatpersonen rückwirkend zum Jahresbeginn beantragt werden.

      Nach dem Bundestag billigte heute auch der Bundesrat das Vorhaben. Damit kann der Kauf von reinen Elektroautos, Plug-in-Hybriden oder Elektroautos mit sogenanntem Range Extender staatlich gefördert werden. Die Prämie liegt je nach Fahrzeugart und den persönlichen Umständen des Antragstellers zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Allerdings gibt es Einkommensobergrenzen, bis zu denen sie ausgezahlt wird.

      Der Bundesrat billigte auch die Reform der privaten Altersvorsorge.

    • Einweg-E-ZigarettenBundesumweltminister Schneider kündigt Verbot an

      Bundesumweltminister Schneider bereitet ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten vor.

      Der SPD-Politiker sagte nach einer Konferenz mit den Umweltministerinnen und Umweltministern der Länder in Leipzig, er werde noch dieses Jahr ein entsprechendes Gesetz vorlegen. Nachfüllbare Varianten sollten davon nicht betroffen sein. Schneider begründete das Verbot mit der Feuergefahr, die von den Einweg-E-Zigarretten ausgehe. Sie würden von Nutzern häufig über den Hausmüll oder den Gelben Sack entsorgt und führten dann zu Bränden in den Entsorgungsanlagen.

      Der Bundesrat hatte sich bereits mehrfach für ein Verbot ausgesprochen.

    • VerteidigungsministeriumAnders als berichtet: "Mehr als 90 Prozent der Männer haben Wehrdienst-Fragebogen beantwortet"

      Die Rückmeldungen auf den Fragebogen zum neuen Wehrdienst sind nach Angaben der Bundesregierung deutlich zahlreicher als zuletzt von Medien berichtet.

      Laut Bundesverteidigungsministerium kamen insgesamt mehr als 90 Prozent der kontaktierten Männer ihrer Pflicht zur Beantwortung nach - spätestens nach einer ersten Erinnerung. Damit sei die Wehrerfassung "erfolgreich gestartet", hieß es. Frühere Berichte, wonach knapp ein Viertel der Betroffenen das Schreiben ignoriert hätten, seien falsch. Das Ministerium teilte zudem mit, dass bei positiven Rückläufern des Fragebogens bereits Musterungen und Assessments ausgeführt worden seien. Genaue Zahlen wurden nicht genannt.

      Durch das neue Wehrdienstmodell soll die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf bis zu 270.000 erhöht werden. Sollte diese Wegmarke nicht erreicht werden, könnte eine sogenannte Bedarfswehrpflicht kommen. Darüber müsste dann der Bundestag entscheiden.

    • "Phala-Phala"-SkandalGericht in Südafrika fordert Überprüfung von Präsidenten-Amtsenthebung

      In Südafrika hat das Verfassungsgericht den Weg für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Ramaphosa freigemacht.

      Die Richter kippten einen früheren Beschluss des Parlaments, der einen Bericht über Beweise für ein Fehlverhalten Ramaphosas im Zusammenhang mit einem Bargeldskandal zurückgewiesen hatte. Der Bericht müsse einem Ausschuss vorgelegt werden, der über eine Amtsenthebung Ramaphosas abstimmen könne, entschieden die Richter.

      Hintergrund ist der sogenannte "Phala-Phala"-Skandal. 2020 waren bei einem Einbruch auf Ramaphosas "Phala Phala"-Farm rund 580.000 US-Dollar gestohlen worden, die Medienberichten zufolge in einem Sofa versteckt gewesen waren. Ramaphosa erklärte, das Geld stamme aus dem Verkauf von 20 Büffeln an einen sudanesischen Geschäftsmann. Das Gericht bezweifelte die Darstellung jedoch und kam zu dem Schluss, es gebe diverse Anhaltspunkte für mögliche Verstöße gegen die Verfassung. Dazu gehörten mutmaßlich nicht gemeldete Devisenbestände sowie der Vorwurf, der Diebstahl sei nicht ordnungsgemäß angezeigt worden.

    • Vorwurf der sexualisierten GewaltSchauspieler Ulmen unterliegt im juristischen Streit mit "Spiegel" größtenteils

      Der Schauspieler Christian Ulmen hat im juristischen Streit mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" eine weitgehende juristische Niederlage erlitten.

      Der Spiegel hatte über Anschuldigungen von Ulmens ehemaliger Ehefrau Collien Fernandes wegen Vorwürfen virtueller sexueller Gewalt berichtet. Der Schauspieler hatte einstweilige Verfügungen gegen mehrere Textpassagen beantragt und wollte so erreichen, dass diese nicht weiter veröffentlicht werden. Das Landgericht Hamburg entschied nun aber, dass ein Großteil der Berichterstattung rechtens war. "Der Spiegel" habe die Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung beachtet, hieß es. Ulmen kann gegen die Entscheidung Berufung einlegen.

      Fernandes wirft Ulmen vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Der Fall hatte in Deutschland eine Debatte über sexualisierte Gewalt ausgelöst. Für den Schauspieler gilt die Unschuldsvermutung.

    • RentenversicherungNachfolger der Riester-Rente kommt: Bundesrat billigt Reform der privaten Altersvorsorge

      Wer privat fürs Alter vorsorgen will, hat dazu bald neue Möglichkeiten. Der Bundesrat stimmte einer Reform zu, die zum Jahreswechsel in Kraft tritt. Vorgesehen sind neue Vorsorgedepots, darunter ein staatliches Standarddepot, und veränderte Fördermöglichkeiten.

      Auch private Anbieter werden verpflichtet, ein Standardprodukt im Portfolio zu haben. Die Kosten werden auf ein Prozent der durchschnittlichen jährlichen Rendite gedeckelt. Bei anderen Produkten soll es möglich sein, das Geld mit höherem Risiko und zugleich höheren Renditechancen anzulegen. Hier gilt der Ein-Prozent-Deckel für die Kosten nicht.

      Staatliche Förderung ab dem ersten Euro

      Die im bisherigen Riester-System übliche Garantie, dass mindestens die eingezahlten Beiträge am Ende auch ausgezahlt werden, fällt für die neuen Depotvarianten weg. So soll eine stärker renditeorientierte Geldanlage ermöglicht werden. Es gibt aber auch weiterhin ein Garantiedepot: Dabei können Kundinnen und Kunden wählen, ob sie eine besonders sichere Geldanlage wünschen und 100 Prozent des eingezahlten Kapitals für die Auszahlung garantiert haben wollen, oder ob sie etwas risiko- und chancenreicher anlegen mit einer Auszahlungsgarantie von 80 Prozent.

      Für alle Varianten gilt: Für jeden eingezahlten Euro gibt der Staat künftig 50 Cent dazu bei einer Einzahlung bis 360 Euro im Jahr. Für jeden weiteren Euro sind es 25 Cent bis zur Grenze von 1.800 Euro Einzahlung. Hinzu kommen Zulagen für Familien mit Kindern. Anders als heute können auch Selbstständige von der staatlichen Förderung profitieren.

      Lesen Sie hierzu auch:Riester-Nachfolge- So funktioniert das neue Altersvorsorgedepot

    • Riester-NachfolgeSo funktioniert das neue Altersvorsorgedepot

      Die in die Jahre gekommene und vielfach kritisierte Riester-Rente wird nach der Zustimmung des Bundesrats durch ein neues Modell der privaten Altersvorsorge abgelöst. Die Neuregelung soll mehr Menschen ermuntern, eigenes Geld für die Rente nicht nur zurückzulegen, sondern in den Kapitalmarkt zu investieren. Ein Überblick.

      Hierbei geht es um eine weitere Säule neben der gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge. Ein entsprechender Gesetzentwurf von Union und SPD wurde am Freitag nach dem Bundestag auch vom Bundesrat gebilligt. Auch für Kinder und Jugendliche soll es ein Altersvorsorgedepot geben. Anfang des kommenden Jahres sollen die neuen Produkte und die neue staatliche Förderung den Bürgern zur Verfügung stehen. Außerdem soll eine potenziell höhere Rendite möglich sein: Das verspricht sich die Regierung durch den Wegfall von Garantieleistungen, die Streckung der Abschlusskosten über die gesamte Vertragslaufzeit und die Begrenzung der Effektivkosten im Standarddepot.

      Warum die Riester-Rente abgelöst werden soll

      Bei der 2002 eingeführten Riester-Rente handelt es sich um eine private Altersvorsorge, die durch staatliche Zulagen und Steuervorteile gefördert wird und auf Wunsch die Auszahlung einer lebenslangen monatlichen Rente garantiert. Der Nachteil: Die Regelungen sind kompliziert und für Verbraucher teils schwer verständlich. Auch kann nur ein kleiner Teil der Beiträge risikoorientiert angelegt werden - hohe Renditen - und damit ein echter Mehrwert - sind so kaum möglich.

      Vielfach lohnt sich die Riester-Rente daher nach Einschätzung von Experten für viele Menschen nicht. Eine Kündigung von Riester-Verträgen ist jedoch mit hohen Einbußen verbunden, vorzeitige Auszahlungen vor Rentenbeginn sind nicht möglich. Das Finanzministerium verspricht durch die Reform eine private Altersvorsorge, die "deutlich einfacher, günstiger und flexibler" wird. 

      Was nun stattdessen kommt

      Eingeführt wird ein leichter verständliches Standardprodukt, das jeder Anbieter - also etwa Banken, Sparkassen und Versicherungen - im Portfolio haben muss und das den Einstieg in die private Vorsorge erleichtern soll. Außerdem soll es Altersvorsorge-Depots ohne Garantievorgaben geben, bei denen etwa in Fonds oder andere Anlageklassen investiert werden kann. Für das Standardprodukt gilt zudem ein Kostendeckel von 1 Prozent, ursprünglich waren 1,5 Prozent vorgesehen. Experten erachten allerdings auch die 1 Prozent noch als zu hoch

      Neu ist auch die Aufnahme von Selbstständigen in den Kreis der förderfähigen Erwerbstätigen: Bisher hatten vor allem abhängig Beschäftigte die Möglichkeit, zu "riestern". Damit wolle man der Realität Rechnung tragen, dass Selbstständige besonders häufig von prekären Lebensverhältnissen im Alter betroffen seien, hieß es.

      Staatliche Zulagen

      Von den Änderungen bei der staatlichen Zulage profitieren vor allem Menschen, die sich nur geringe Einzahlungen leisten können. Die Grundzulage, die jeder Sparer und jede Sparerin bekommt, liegt aktuell bei 175 Euro pro Jahr und wird mit der Reform durch eine proportionales Modell abgelöst. Künftig gibt es für jeden eingezahlten Euro 50 Cent vom Staat dazu, bis zu einer Höhe von 360 Euro. Bei einem Sparbeitrag von 360 Euro bis 1800 Euro im Jahr gibt es noch 25 Cent staatliche Förderung je Euro. Insgesamt liegt die Förderung damit bei bis zu 540 Euro pro Jahr. Familien bekommen die volle Kinderzulage von 300 Euro jährlich bereits ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro. 

      Gesonderte Pläne für Kinder und Jugendliche

      Vorgesehen ist überdies die Einführung einer sogenannten Frühstartrente für Kinder und Jugendliche vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr. Dieses Vorsorgemodell ist ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag. Losgehen soll es rückwirkend 2026 mit dem Geburtenjahrgang 2020. Geplant ist laut Eckpunkten aus dem Bundesfinanzministerium die Einrichtung eines individuellen Altersvorsorgedepots, für das es monatlich zehn Euro vom Staat als Zuschuss gibt.

      Kritik an Kosten für die Vorsorgeprodukte

      Verbraucherschützer warnen vor einer Kostenfalle: Der Kostendeckel von einem Prozent sei immer noch zu hoch, kritisiert das Ratgeberportal Finanztip. Wer 40 Jahre lang jährlich in die private Vorsorge einzahlt und sechs Prozent Rendite pro Jahr erziele, habe am Schluss bei günstigen Kosten von 0,2 Prozent rund 269.000 Euro nach Steuern. Wenn die Anbieter hingegen den Kostendeckel von einem Prozent ausreizen, dann betrage das Endvermögen laut Finanztip nur rund 219.000 Euro – also 50.000 Euro weniger. 

      Was geschieht mit alten Riester-Verträgen?

      Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, kann entscheiden, ob er seinen alten Vertrag unverändert behält, ihn ändert oder ganz in das neue Modell wechselt. Erst einmal besteht für alle Altverträge Bestandsschutz. Man kann aber auch in ein neues Modell wechseln, ohne die bisherige Förderung zurückzahlen zu müssen. Dabei kann man entscheiden, ob man künftig in ein Produkt mit oder ohne Garantien einzahlt. Es können allerdings Wechsel-, Abschluss- und Vertriebskosten anfallen.

      Der Wechsel zwischen verschiedenen Altersvorsorge-Verträgen soll generell einfacher werden. Dafür sollen die Abschluss- und Vertriebskosten auf die gesamte Vertragslaufzeit verteilt werden. Bisher fällt alles am Anfang an. Wenn man wechselt, zahlt man also die gesamte Summe nochmal. Eine Wechselgebühr sollen die Anbieter außerdem nur in den ersten fünf Jahren nach Vertragsabschluss verlangen dürfen.

      (Mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und DPA)

    • "Interview der Woche"US-Beauftragte für Holocaust kritisiert Geschichts-Verzerrung

      Die Sondergesandte der US-amerikanischen Regierung für Holocaustfragen, Ellen Germain, sieht in der Verzerrung und Verfälschung der Geschichtsdarstellung über die Shoah eine der größten Herausforderungen. Im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks nannte sie als Beispiel mit künstlicher Intelligenz generierte Fotos und Videos, die Konzentrationslager wie Ferienanlagen aussehen ließen. So werde etwa behauptet, dass die Shoah „gar nicht so schlimm“ gewesen sei.

      Germain erklärte, man müsse solchen „Geschichtsrevisionismus“ bekämpfen. Demnach gebe es Tendenzen, die historische Darstellung des Holocaust umzuschreiben, die Verantwortung dafür herunterzuspielen und die Verbrechen des Holocaust auf andere abzuwälzen.

      Befreiung von Konzentrationslagern „amerikanische Spitzenleistung“

      Im Blick auf das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945, vor 81 Jahren, sagte Germain, die Befreiung Europas und vieler Konzentrationslager sei aus US-Sicht ein „Beispiel für eine amerikanische Spitzenleistung“. Mit der Befreiung von Dachau, Mauthausen und anderen Konzentrationslagern hätten die Vereinigten Staaten „das Beste“ gezeigt, „was wir als Amerikaner und als Menschen sind“, so Germain. Die Sicht auf den Gedenktag 8. Mai habe sich in den USA nicht verändert, seit Donald Trump US-Präsident sei.

      Ihre Aufgabe als US-Sondergesandte für Holocaustfragen sei es, für Holocaust-Überlebende und deren Erben „ein gewisses Maß an Gerechtigkeit zu erreichen“. Dazu gehöre auch, sich für die Rückgabe und Entschädigung des Eigentums von Juden einzusetzen, das während des Holocaust enteignet worden sei. Zudem gehe es ihr um „korrekte Gedenk- und Aufklärungsarbeit zum Holocaust“ – gegen die Verzerrung und Leugnung der Shoah.

      „Holocaust Education“ nicht gescheitert

      Das Konzept der „Holocaust Education“, also der Aufklärung über die Shoah, sei trotz des weltweit wachsenden Antisemitismus nicht gescheitert, betonte Germain. Man brauche aber neue Ansätze, vor allem, um junge Menschen zu erreichen. Diese bezögen Nachrichten vor allem aus sozialen Medien. Man müsse ihnen den Holocaust deshalb „über Tiktok-Videos, Instagram und Snapchat näherbringen“.

    • LänderkammerBundesrat stoppt 1.000-Euro-"Entlastungsprämie"

      Der Bundesrat hat die von der Regierung geplante steuerfreie Entlastungsprämie gestoppt. Die Länderkammer verweigerte dem vom Bundestag beschlossenen Gesetzentwurf die Zustimmung. Damit ist das Gesetz vorerst gescheitert.

      Die Bundesregierung kann nun den Vermittlungsausschuss anrufen, um einen Kompromiss zu finden. Nach dem Gesetzentwurf sollten Unternehmen ihren Beschäftigen bis zu 1.000 Euro zahlen können, als Ausgleich für die durch den Irankrieg stark gestiegenen Energiekosten. Für die Firmen wäre ‌die Zahlung als Betriebsausgabe abzugsfähig, für die Arbeitnehmer steuerfrei gewesen. Die Länder befürchteten dadurch Steuerausfälle in Milliardenhöhe auch für sie und die Kommunen. Sie warfen dem Bund vor, nur für sich einen Ausgleich geschaffen zu haben, indem die Tabaksteuer erhöht werde.

      Voigt: Prämie "gut gemeint, aber nicht gut gemacht"

      Der thüringische Ministerpräsident Voigt erklärte, die Prämie sei zwar "gut gemeint, aber nicht gut gemacht." Sie sei in der aktuellen Lage weder für Mittelstand und Handwerk noch für Länder und Kommunen leistbar, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presseagentur. Sein Bundesland hatte sich bei der Abstimmung enthalten.

      Schwesig: Brauchen großes Gesamt-Reformpaket

      Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Schwesig, begrüßte den Stopp der Entlastungsprämie durch den Bundesrat. Die SPD-Politikerin forderte Bundeskanzler Merz dazu auf, nun auf breiter politischer Grundlage ein großes Reform-Gesamtpaket vorzubereiten. Die Bürger müssten umfassend entlastet werden, sagte Schwesig. Einzelmaßnahmen allein würden da nicht mehr weiterhelfen.

      Dröge: "Fiasko" für Bundeskanzler Merz

      Grünen-Fraktionschefin Dröge sprach von einem Fiasko für den Bundeskanzler und die Bundesregierung. Deren Vorschläge seien so schlecht, dass sie nicht einmal ihre eigenen Ministerpräsidenten im Bundesrat überzeugten.

    • Russlands Krieg gegen die UkraineAngriffe beider Seiten trotz vom Kreml erklärter Waffenruhe

      Im Ukraine-Krieg gibt es trotz einer von Russland einseitig verkündeten zweitägigen Waffenruhe Angriffe beider Seiten.

      Der Gouverneur der russischen Region Rostow, Sljussar, erklärte im Online-Dienst Telegram, die Ukraine habe schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet durchgeführt. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, dass insgesamt mehrere hundert ukrainische Drohnen abgefangen worden seien.

      Der ukrainische Präsident Selenskyj erklärte seinerseits, das russische Militär habe seine Angriffe in der Nacht fortgesetzt. Dies zeige, dass Russland die selbstverkündete Waffenruhe nicht einhalte.

      Der Kreml hatte die Feuerpause wegen der Feierlichkeiten in Russland zum Jahrestag des sowjetischen Sieges über das nationalsozialistische Deutschland im Zweiten Weltkrieg ausgerufen.

    • Hantavirus-AusbruchSpanien: Kreuzfahrt-Passagiere werden ab Sonntag ausgeflogen

      Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" sollen die verbliebenen Passagiere noch an diesem Wochenende in ihre Heimatländer ausgeflogen werden.

      Die spanische Regierung erklärte, das niederländische Schiff werde voraussichtlich am Sonntagmorgen den Hafen von Granadilla auf Teneriffa erreichen. Kurz darauf sollten erste Passagiere an Bord von Flugzeugen gebracht werden. Bei einer Bundesbürgerin, die als Kontaktperson bereits nach Deutschland gebracht wurde, konnte das Virus bislang nicht festgestellt werden. Dies teilte die Universitätsklinik in Düsseldorf mit, wo die Frau derzeit untergebracht ist.

      Auf dem Schiff waren mehrere Menschen erkrankt. Drei Passagiere starben, darunter eine Deutsche. Das Virus gelangte nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation vermutlich über Reisende an Bord, die sich in Argentinien infizierten.

    • Gewalt gegen FrauenBundestag beschließt Neuregelung zu elektronischer Fußfessel

      Der Bundestag hat neue Regelungen zum Schutz von Opfern häuslicher Gewalt beschlossen.

      Neben den Koalitionsfraktionen Union und SPD stimmten auch die AfD und die Grünen dem Gewaltschutzgesetz zu. Die Linke enthielt sich. Das Gesetz sieht vor, dass Täter, gegen die schon ein Annäherungsverbot verhängt wurde, zum Tragen einer elektronischen Fußfessel verpflichtet werden können. Außerdem sollen Familiengerichte Täter nach einer Körperverletzung oder einer ernsthaften Gewaltdrohung dazu verpflichten können, an Anti-Gewalt-Trainings teilzunehmen.

      Bundesjustizministerin Hubig sagte im Bundestag, das Gesetz stärke den Schutz von Betroffenen. Wer Gewalt begehe, müsse an sich arbeiten, damit die Gewalt nicht wieder aus ihm herausbreche, meinte die SPD-Politikerin. Im Deutschlandfunk hatte sie zuvor auf einengroßen Nachholbedarf beim Schutz von Frauen vor Gewaltin Deutschland verwiesen. Häusliche Gewalt insbesondere gegen Frauen sei lange als Familiendrama abgetan worden. Es handele sich aber um ein Massenphänomen, begründet durch strukturelle Probleme und falsche Rollenbilder.

      Laut dem Justizministerium sind bei Partnerschaftsgewalt fast 80 Prozent der Opfer weiblich.

    • Rheinland-PfalzBanküberfall in Sinzig: Täter flüchtig, zwei Personen befreit - offenbar doch keine Geiselnahme

      Nach einem Überfall auf eine Bank im rheinland-pfälzischen Sinzig sind die Täter flüchtig.

      Zwei in einem Tresorraum eingeschlossene Personen wurden von Spezialkräften der Polizei körperlich unverletzt befreit. Bei einer davon soll es sich um den Fahrer eines Geldtransports handeln. Zunächst war die Polizei von einer Geiselnahme in einer Volksbank-Filiale ausgegangen. Die Fahndung nach den Bankräubern verlief bislang ergebnislos.

    • Historiker Timothy Garton Ash"In Europa gibt es Bedenken gegenüber Deutschlands wachsender Militärmacht"

      Der britische Historiker Timothy Garton Ash hat auf die Bedenken europäischer Nachbarn gegenüber der deutschen Aufrüstung hingewiesen.

      Am heutigen 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs zeichne sich ab, dass Deutschland bald wieder die führende Militärmacht des Kontinents sein werde, schreibt Garton Ash in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung". Frankreich sehe die Aussicht auf eine deutsche Dominanz in der Rüstungsindustrie mit Sorge und die polnische Rechte sei geradezu hysterisch, meint der Historiker. Doch auch anderswo in Europa wachse das Unbehagen, verstärkt durch die Möglichkeit, dass die AfD eines Tages eine derart mächtige Militärmacht übernehmen könnte. - Erst gestern hatte die AfD bei einer Wahlumfrage in Sachsen-Anhalt einen Rekordwert von 41 Prozent erzielt. Im Herbst sind dort Landtagswahlen.

      Garton Ash appellierte an die Bundesregierung, auf eine integrierte europäische Verteidigungsindustrie hinzuarbeiten, jenseits konkurrierender nationaler Industrien. Ähnlich wichtig werde sein, ob die Europäer Russland aus eigener Kraft abschrecken könnten, also ohne Unterstützung aus den USA, die unter Präsident Trump unsicher geworden ist.

    • Sinti und RomaPolizeiskandal in Österreich: Zentralrat "schockiert und fassungslos" über Boykottaufruf in Neusiedl am See

      Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat sich "schockiert und fassungslos" zu einem Boykottaufruf von Polizeibehörden in Österreich geäußert.

      Der Vorsitzende Rose wies auf die Nationalsozialisten hin, die 1933 die Bevölkerung aufgefordert hatten, nicht bei Juden zu kaufen, und Polizei und SS vor jüdischen Geschäften aufmarschieren ließen. Rose appellierte an Innenminister Karner von der ÖVP, disziplinarische Maßnahmen gegen die Verantwortlichen bei der Polizei einzuleiten. Er betonte, in Österreich sei das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten des Europarates 1998 in Kraft getreten. Es verpflichte den Staat, jeder Form von Antiziganismus entgegenzuwirken. Der Zentralrat führte aus, der europaweite Vormarsch nationalistischer Kräfte, die ihr politisches Programm oftmals auf Rassismus und Hetze bauten und in Österreich inzwischen zur stärksten politischen Kraft geworden seien, sei besorgniserregend.

      Die Polizei Neusiedl am See hatte in einer inzwischen gelöschten Mitteilung die Bevölkerung aufgefordert, keine Waren vom "fahrenden Volk" zu kaufen und keine Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Zudem rieten sie dazu, die Haustüren geschlossen zu halten und sich "wenn möglich eventuelle Fahrzeugkennzeichen und Personenbeschreibungen" zu notieren.

    • Meinungsfreiheit Leugnung des Existenzrechts Israels bestrafen: Rechtswissenschaftler halten Hessens Gesetzantrag für grundgesetzwidrig

      Mehr als dreißig Rechtswissenschaftler haben "erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken" gegen einen hessischen Gesetzesantrag zur Leugnung des Existenzrechts Israels angemeldet.

      Der Entwurf des Bundeslandes, der heute im Bundesrat eingebracht wird, sei mit dem Grundgesetz unvereinbar, heißt es in einer Stellungnahme an den Präsidenten und den Rechtsausschuss der Länderkammer sowie an die Landesregierungen. Erstunterzeichner sind unter anderem die Professoren Kai Ambos, Michaela Hailbronner, Hans-Michael Heinig, Anna Katharina Mangold, Norman Paech, Tobias Singelnstein, Alexander Thiele und Lothar Zechlin. Man teile die Sorge über eine Zunahme von Antisemitismus und antisemitischer Gewalt, betonen sie. Die Meinungsfreiheit könne aber nur durch ein allgemeines Gesetz eingeschränkt werden, nicht durch das Verbot einer bestimmten Meinung, wie es der Entwurf vorsehe.

      Der scheidende Antisemitismusbeauftragte Klein indes lobt den Gesetzesvorstoß. Aufrufe wie "Tod Israel!" auf Demonstrationen seien gerade in Deutschland unerträglich, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur.

      Hessen will dafür sorgen, dass die Leugnung des Existenzrechts Israels mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet wird. Laut dem Justizministerium in Wiesbaden ist es bislang nicht strafbar, das Existenzrecht Israels zu leugnen. Einschlägige Parolen könnten daher nur verfolgt werden, sofern sie Straftaten billigten oder Losungen der Terrororganisation Hamas übernähmen, etwa "From the river to the sea". Das neue Gesetz soll greifen, wenn zum Beispiel jemand auf einer Demonstration eine Landkarte des Nahen Ostens zeigt, auf der Israel durchgestrichen ist.

    • Gesundheit"Krafttraining sichert Lebensqualität - auch im hohen Alter": Sportmediziner warnt vor Berührungsängsten mit Fitnesstudios

      Der Landauer Sportmediziner Jürgen Gießing warnt vor Berührungsängsten mit Fitnessstudios. Spazieren, Gartenarbeit, Radfahren reichen ihm zufolge nicht aus, um Muskelabbau zu verhindern.

      Das gelte gerade für ältere Menschen, betonte der Wissenschaftler bei einer Onlineveranstaltung. Gerade sie profitierten besonders von Krafttraining. Mit 60 oder 70 Jahren sei Muskelaufbau noch locker möglich. Bereits zwei Ganzkörper-Bewegungseinheiten von 30 bis 45 Minuten pro Woche könnten helfen, altersbedingtem Muskelschwund entgegenzuwirken. Krafttraining trägt dem Mediziner zufolge dazu bei, dass Menschen ihren Alltag noch lange selbstständig bewältigen können, etwa schneller Treppen steigen. Gießing verwies auf eine Studie mit 60- bis 80-Jährigen, die binnen sechs Monaten ihre Trainingsgewichte verdoppeln konnten. Die Kraft sei "dramatisch" besser geworden.

      Muskeltraining kann laut Gießing nicht durch andere Trainingsformen ersetzt werden. Mit dem Hund spazieren zu gehen, Arbeit im Garten und mit dem Rad zum Einkaufen zu fahren, sei zu wenig. Senioren riet der Sportmediziner, einfach mal morgens um 9 Uhr in ein Fitnessstudio zu gehen, dann sei der Anteil der über 65-Jährigen sehr hoch. Zudem könne man dort professionelle Anleitung an den Geräten bekommen.

      Studien: Jede Form von Krafttraining hilft, solange man es regelmäßig macht

      Zuletzt hatten Forscher unter anderem der kanadischen McMaster University bestätigt, dass Krafttraining Beweglichkeit, Fitness und die körperliche Leistungsfähigkeit stärkt. Sie werteten knapp 140 Studien mit etwa 30.000 Teilnehmern neu aus. Ein Ergebnis war: Jede Form von Krafttraining hilft, solange man es regelmäßig macht.

      Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement betonte jüngst ebenfalls die Bedeutung von Kraft- und Ausdauersport für gesundes Altern. Spätestens ab einem Alter von 50 Jahren sollten Menschen demnach Kraft- und Ausdauersport betreiben. Prorektor Thomas Wessinghage sagte der Welt am Sonntag, spätestens wenn das Heben und Treppensteigen schwierig werde, merke man, dass man mehr Kraft benötige.

    • LebendspendenBundesrat billigt Erleichterungen für "Überkreuz-Spenden" von Nieren

      Der Bundesrat hat Erleichterungen für sogenannte "Überkreuz-Spenden" von Nieren gebilligt.

      Die Gesetzesänderung sieht vor, dass künftig auch Lebendspenden von Nieren zwischen zwei unterschiedlichen Paaren im Regelfall zugelassen werden. Dies soll den Kreis möglicher Organspender vergrößern. Bisher ist das Transplantieren von Organen lebender Spender nur erlaubt, wenn zum Empfänger eine enge Beziehung besteht.

      Die Länderkammer stimmte ferner dem Gesetz für eine beschleunigte Vergabe öffentlicher Aufträge zu. Dadurch sollen Verfahren vereinfacht und digitalisiert werden. So sollen zum Beispiel Nachweis- und Dokumentationspflichten reduziert und Nachprüfungsverfahren beschleunigt werden.

      Angesichts der bevorstehenden Fußball-WM stimmte der Bundesrat auch einer Verordnung der Bundesregierung zu, die für das so genannte Public Viewing Ausnahmen vom geltenden Lärmschutz zulässt.

    • MedienZDF-Intendant Himmler verteidigt finanziellen Aufwand für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk

      ZDF-Intendant Norbert Himmler hat den finanziellen Aufwand für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verteidigt.

      Sein Sender etwa sei extrem schlank aufgestellt und habe einen geringen Personalkostenanteil von 15 Prozent, sagte Himmler dem Deutschlandfunk. Für nur 15 Cent pro Haushalt am Tag leiste das ZDF einen Beitrag für die Demokratie. Wie wichtig das sei, das zeige der Vergleich mit Ländern, in denen das journalistische System anders aussehe. Der Intendant betonte, wenn es keine vertrauenswürdigen Inhalte mehr gäbe, dann könnten die Menschen auch über Suchmaschinen keine seriösen Informationen mehr finden.

      Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwachse aus der Beitragsfinanzierung der Auftrag zur Sparsamkeit, aber auch eine Legitimationspflicht, meinte Himmler. Er sprach von einer Verpflichtung, Qualität zu liefern, umfassend zu informieren, ausgewogen zu sein, aber auch Sport und gute Unterhaltung zu bieten.

      Der ZDF-Intendant räumte ein, dass es auch in seinem Haus Fehler gebe, die eigentlich nicht passieren dürften, wie im Fall eines KI-generierten Bildes im heute-journal. Die transparente Aufarbeitung solcher Fehler sei aber ein Zeichen für Qualität. Das gelte auch im Vergleich mit anderen Medien und erst recht mit den großen amerikanischen Digital-Plattformen.

      Das Zweite Deutsche Fernsehen ist eine der größten Sendeanstalten in Europa und hierzulande wie ARD und Deutschlandradio Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Himmler wurde im März für eine zweite fünfjährige Amtszeit als Intendant wiedergewählt. Der ZDF-Intendant ist Mitglied im Verwaltungsrat von Deutschlandradio, zu dem auch der Deutschlandfunk gehört. Das Interview mit ihm können Sie am kommenden Sonntag in der Sendung „Kulturfragen“ hören.

    • GeschichteSED-Opferbeauftragte Zupke warnt vor Verklärung der DDR

      Die wiedergewählte SED-Opferbeauftragte Zupke hat vor einer Verklärung der DDR gewarnt. Zupke sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, aus Umfragen wisse man, dass mehr als die Hälfte der Menschen in Ostdeutschland unzufrieden sei und glaube, nicht in einer Demokratie zu leben.

      Sie sehe es deshalb als Teil ihrer Aufgabe an, den Unterschied zur SED-Diktatur damals aufzuzeigen. Zupke betonte, die Deutschen lebten in einer Demokratie, trotz aller Probleme, über die man sprechen müsse.

      Die frühere DDR-Oppositionelle war gestern vom Bundestag für eine zweite Amtszeit als Beauftragte für die Opfer der SED-Diktatur gewählt worden. Sie hat das Amt seit dem Jahr 2021 inne.

    • Regional- und Kommunalwahlen EnglandErste Ergebnisse: Zugewinne für Reform UK - Verluste für Labour, Starmer lehnt Rücktritt ab

      Angesichts deutlicher Verluste seiner Labour-Partei bei den Regional- und Kommunalwahlen in England hat der britische Premierminister Starmer die Verantwortung übernommen. Einen Rücktritt schloss er aus. Erste Ergebnisse deuten auf große Zugewinne für die rechtspopulistische Partei Reform UK.

      Er wolle bei der nächsten Parlamentswahl erneut antreten, betonte der Labour-Politiker. Starmer fügte hinzu: "Tage wie diese ändern nichts an meiner Entschlossenheit, den Wandel herbeizuführen, den ich versprochen habe." Britische Medien spekulierten erneut über eine mögliche Ablösung des Regierungschefs durch seine Partei.

      Partei von Brexit-Vorkämpfer Farage gewinnt aus dem Stand fast 400 Mandate

      Nach Auszählungen in 45 von 136 Bezirken in England verzeichnete die Reform-Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage aus dem Stand beinahe 400 Mandate. Die Sozialdemokraten von Labour verloren mehr als 250 Sitze. Auch Grüne und Liberaldemokraten konnten Sitze hinzugewinnen, wenn auch in geringerem Ausmaß. Die oppositionellen Konservativen büßten etwa 160 Mandate ein. In Newcastle under Lyme in den Midlands errang Reform UK die absolute Mehrheit in einem Bezirksrat.

      Reform-Chef Farage sprach von einem "historischen Wandel in der britischen Politik". Angesichts starker Zugewinne seiner Partei in früheren Labour-Hochburgen sei die traditionelle Unterscheidung zwischen rechts und links obsolet, sagte Farage laut der Nachrichtenagentur PA.

      In Schottland und Wales konnten die Bürgerinnen und Bürger die Zusammensetzung der Regionalparlamente neu bestimmen. Hier liegen bisher kaum Ergebnisse vor.

    • TürkeiWeitere 29 Festnahmen im Zusammenhang mit Korruptions-Ermittlungen gegen Istanbuler Bürgermeister Imamoglu

      In der Türkei hat es im Zuge der Korruptionsermittlungen gegen den früheren Istanbuler Bürgermeister Imamoglu 29 weitere Festnahmen gegeben.

      Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, wird den Beschuldigten vorgeworfen, öffentliche Ausschreibungen über eine kommunale Tochtergesellschaft manipuliert zu haben.

      Imamoglu sowie rund 400 Mitangeklagte stehen seit März vor Gericht. Dem Oppositionellen werden Bestechung, Geldwäsche sowie die Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Imamoglu hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Seine Anhänger werfen der Justiz vor, mit dem Prozess die Präsidentschaftskandidatur Imamoglus im Jahr 2028 verhindern zu wollen.

    • Persischer GolfUSA und Iran führen trotz neuer Kämpfe in der Straße von Hormus weiter Verhandlungen

      Die USA und der Iran setzen trotz neuer militärischer Auseinandersetzungen in der Straße von Hormus ihre Verhandlungen fort.

      Die Waffenruhe dauere an, erklärte US-Präsident Trump. Er drohte dem Iran allerdings mit abermaligen Angriffen, falls nicht rasch ein Abkommen geschlossen werde. Teheran prüft nach eigenen Angaben weiterhin einen neuen Vorschlag für ein dauerhaftes Kriegsende.

      Drei Kriegsschiffe der US-Armee waren bei der Durchfahrt der Straße von Hormus nach Angaben des Zentralkommandos mit Raketen, Drohnen und von Booten aus beschossen worden. Keines der Schiffe sei getroffen worden. Als Reaktion darauf habe die US-Armee iranische Militäreinrichtungen angegriffen. Der Iran warf den USA vor, einen Öltanker angegriffen zu haben.

    • Trotz Iran-KriegDeutsche Exporte im März erneut gestiegen

      Die deutschen Exporte sind im März ungeachtet der Unsicherheiten wegen des Irankriegs gestiegen.

      Nach Angaben des Statistischen Bundesamts legten sie gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent zu. Verantwortlich dafür waren höhere Ausfuhren in andere EU-Länder und nach Großbritannien. Deutlich mehr als die Hälfte aller deutschen Exporte gingen dorthin. Die Ausfuhren in die USA sanken dagegen um knapp 8 Prozent. Der Außenhandelsüberschuss lag im März bei gut 14 Milliarden Euro und damit um ein Viertel niedriger als im Februar.

      Fachleute hatten mit geringeren Ausfuhren gerechnet, weil die gestiegenen Ölpreise wegen der Kämpfe im Nahen Osten den Transport von Waren verteuern. Das trifft die Exportnation Deutschland besonders. 

      Gestern hatte das Statistische Bundesamt bereits ein überraschend starkes Auftragsplus für die deutsche Industrie vermeldet, vor allem ‌aus dem Ausland. ⁠Demnach wuchs das Neugeschäft im ⁠ersten Monat nach Beginn des Irankriegs um fünf Prozent im Vergleich zum Februar.

    • SteuerschätzungDeutscher Städtetag sieht in Geldmangel der Kommunen eine "Gefahr für die Demokratie"

      Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Schuchardt, sieht in der neuesten Steuerschätzung ein - Zitat - "tiefrotes Alarmsignal".

      Diese hatte unter anderem ergeben, dass die Kommunen in diesem Jahr 4,3 Milliarden Euro weniger einnehmen werden als noch im Herbst erwartet.

      Schuchardt sagte im Deutschlandfunk, die Kommunen würden dadurch in ihren Handlungsmöglichkeiten weiter eingeschränkt. Vor allem sogenannte freiwillige Leistungen wie die Förderung von Sport und Kultur würden gestrichen. Bürgerinnen und Bürger erlebten den Staat aber am ehesten vor Ort. Wenn die Städte nicht funktionierten, dann sei die lokale Demokratie gefährdet. Die Einnahmerückgänge betreffen Schuchardt zufolge zunehmend auch Kommunen in finanziell bessergestellten Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg.

      Ökonomin Schildmann sieht zusätzliche Herausforderungen für künftige Haushaltspläne

      Die Finanzexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin, Schildmann, sieht zusätzliche Herausforderungen für künftige Haushaltspläne. Die Ausgaben wüchsen aufgrund der demografischen Entwicklung dynamisch an, sagte Schildmann ebenfalls im Deutschlandfunk. Um diese Ausgaben finanzieren zu können, müsse das Land wieder auf den Wachstumspfad kommen. Dafür seien Priorisierungen nötig. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer mahnte, Hemmnisse für Unternehmen müssten zügig abgebaut werden.

      Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen, Schäfer, kritisierte, die Regierung gebe zu viel Geld für Wählergeschenke aus, die kein Wirtschaftswachstum brächten. - Laut der Schätzung summieren sich die Steuerausfälle von Bund, Ländern und Kommunen bis einschließlich 2030 auf insgesamt 87,5 Milliarden Euro.

    • KryptowährungenEZB-Chefin Lagarde sieht Euro-Stablecoins kritisch

      ​EZB-Präsidentin Lagarde hat sich mit Blick auf ⁠sogenannte Euro-Stablecoins erneut skeptisch geäußert.

      Dabei handelt es sich um Kryptowährungen, die in ihrem Wert eins zu eins an den Euro gekoppelt sind. Befürwortern zufolge vereinfachen sie digitale Zahlungen, insbesondere über Landesgrenzen hinweg.

      Lagarde betonte dagegen, die Stablecoins könnten die Arbeit der Europäischen Zentralbank behindern und Finanzkrisen verschärfen. Ihr zufolge sind solche Kryptowerte in ​Marktturbulenzen anfällig für panikartige Verkäufe durch Anleger. Zudem schwächten sie die Fähigkeit der EZB, mit ihrer Zinspolitik alle Bereiche der Wirtschaft zu ​erreichen. Die damit verbundenen Risiken wögen schwerer als mögliche ‌kurzfristige Vorteile, betonte Lagarde.

      Mehrere Anbieter haben bereits solche an den Euro gekoppelte Stablecoins entwickelt, andere arbeiten derzeit daran.

    • HandelspolitikUS-Gericht erklärt globale 10-Prozent-Zölle von Trump für rechtswidrig

      In den USA hat ein Gericht die von Präsident Trump verhängten globalen Zölle in Höhe von zehn Prozent für rechtswidrig erklärt.

      Mit der zeitlich befristeten Abgabe habe Trump seine Befugnisse überschritten. Das für Internationalen Handel zuständige Gericht in New York teilte mit, die Regierung habe das als Grundlage herangezogene Gesetz falsch ausgelegt. Gegen die Entscheidung kann Berufung eingelegt werden. Trump erklärte, er werde seine Zollpolitik weiter verfolgen, egal, wie die Justiz entscheide. Im Februar hatte der Supreme Court bereits viele der von ihm verhängten Zölle für unzulässig erklärt.

      Die juristischen Unsicherheiten sind ein Grund, warum die Handelsvereinbarung zwischen den USA und der EU noch nicht umgesetzt wurde. Die Zustimmung der EU-Mitgliedsstaaten steht weiterhin aus. Trump fordert eine Umsetzung bis zum 4. Juli. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen betonte, beide Seiten stünden weiter zu der Vereinbarung.

    • HandelsvereinbarungEU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sieht Fortschritte bei Umsetzung - Trump setzt Frist bis 4. Juli

      EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sieht Fortschritte für die von US-Präsident Trump geforderte Umsetzung des Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den USA.

      Beide Seiten stünden weiterhin uneingeschränkt zu der Vereinbarung, teilte von der Leyen nach einem Telefonat mit Trump mit. Es würden gute Fortschritte erzielt. Der US-Präsident hat deutlich höhere Zölle angedroht, sollte die EU das Abkommen nicht bis zum 4. Juli umsetzen. Vergangenen Freitag hatte Trump noch erklärt, für Autos aus der EU bereits ab dieser Woche einen höheren Zollsatz einzuführen.

      Das Handelsabkommen sieht eine Zollobergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Warenexporte in die USA vor. Die Umsetzung zieht sich seit Monaten hin, weil noch die EU-Mitgliedsstaaten zustimmen müssen. Es gibt unter anderem juristische Zweifel, nachdem viele von Trumps Zöllen in den USA für rechtswidrig erklärt wurden.

    • VolksbankfilialeGeiselnahme in Bank in Sinzig

      In einer Bankfiliale im rheinland-pfälzischen Sinzig gibt es eine Geiselnahme.

      Die Polizei geht nach eigenen Angaben von mehreren Tätern und Geiseln in der Volksbank aus. Bei einer Geisel handele es sich um den Fahrer eines Geldtransporters. Die Einsatzkräfte seien mit einem Großaufgebot vor Ort.

    • BayernEinigung auf Fünf-Parteien-Koalition in München

      Die bayerische Landeshauptstadt München soll künftig von einer Fünf-Parteien-Koalition regiert werden.

      Der neugewählte grüne Oberbürgermeister Krause erklärte, das Bündnis stehe. Zuvor hatten Münchner Medien von einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen von Grünen, SPD, FDP, Freien Wählern und der sogenannten Rosa Liste berichtet. Nötig ist noch die formelle Zustimmung der Parteien, die heute beziehungsweise morgen erfolgen soll.

    • SPD-ChefinKeine Zuwanderung in die Sozialsysteme? SPD-Kommunalpolitiker kritisieren Äußerung von Bundessozialministerin Bas

      Mehrere SPD-Kommunalpolitiker haben eine Aussage ihrer Bundesvorsitzenden Bas zur Migration kritisiert.

      In der Regierungsbefragung im Bundestag hatte die Bundessozialministerin auf eine Frage des AfD-Abgeordneten Springer gesagt, es wandere niemand in unsere Sozialsysteme ein.

      Der Landrat des Kreises Nordhausen in Thüringen, Jendricke, sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Aussage sei gemessen an der Realität Unsinn. Zwar hätten Migranten nicht immer die Absicht, nur von Sozialleistungen zu leben, aber man mache es ihnen auch zu leicht, sich in den Sozialleistungen einzurichten. Der Oberbürgermeister von Fürth, Jung, sagte, wer sich so äußere wie Bas, sende die Botschaft, das Problem nicht zu sehen.

      Auch der CDU-Politiker Krings widersprach der Aussage der SPD-Vorsitzenden. Man habe es leider zugelassen, dass das Sozialsystem einen echten Anreiz für irreguläre Zuwanderung biete, sagte der Unionsfraktionsvize.

    • Europa LeagueSC Freiburg nach Sieg gegen Braga im Finale

      Der Fußball-Bundesligist SC Freiburg steht erstmals im Endspiel der Europa League. Die Badener bezwangen Sporting Braga aus Portugal im Halbfinal-Rückspiel mit 3:1 und drehten so den 1:2-Rückstand aus dem ersten Duell vor einer Woche. Das Endspiel findet am 20. Mai in Istanbul statt.

      Die Treffer für die Gastgeber erzielten Lukas Kübler (19., 72.) und Johan Manzambi (41.). Für Braga war Pau Victor (79.) erfolgreich.

      Im Finale der Europa League trifft Freiburg in knapp zwei Wochen auf Aston Villa. Der Traditionsklub aus Birmingham gewann sein Halbfinal-Rückspiel gegen den Premier-League-Rivalen Nottingham Forest mit 4:0 (1:0).

    • WetterNachts teils wolkig, teils klar, 9 bis 2 Grad.

      Das Wetter: In der Nacht teils wolkig, teils klar und meist trocken, örtlich Nebel. Anfangs an den Alpen und im Schwarzwald vereinzelte Schauer. Tiefsttemperaturen 9 bis 2 Grad.

      Morgen heiter, zwischen Weser und Oder zeitweise wolkig, aber weitgehend trocken. Später über dem süddeutschen Bergland örtlich Schauer oder Gewitter. Höchstwerte 16 bis 25 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Sonntag im Nordwesten und Norden wolkig bis stark bewölkt und örtlich etwas Regen, im Osten und Südosten teils länger heiter. Später im Südwesten zunehmend bewölkt und gebietsweise Schauer. 15 bis 27 Grad.

  • Donnerstag, 7.05.2026

    • Ukraine-KriegMoskau und Kiew drohen der Gegenseite vor dem 9. Mai mit Angriffen

      Vor der Militärparade zum 9. Mai in Moskau hat Russland mit Vergeltungsschlägen gedroht, sollte die Ukraine die Siegesfeiern angreifen. Der Kreml rief die Bewohner Kiews und Mitarbeiter ausländischer diplomatischer Vertretungen auf, die Stadt rechtzeitig zu verlassen. Bundesaußenminister Wadephul nannte die Drohungen inakzeptabel.

      Der CDU-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung, man beobachte die Sicherheitslage sehr genau und stehe in engem Kontakt mit anderen diplomatischen Vertretungen vor Ort. Deutschland stehe an der Seite der Ukraine und lasse sich nicht einschüchtern.
      Der Außenminister fügte hinzu, der Krieg Russlands gegen die Ukraine sei ein fortlaufendes Verbrechen gegenüber der Ukraine und zugleich ein Beweis der absoluten Verachtung gegenüber den eigenen Soldaten. Das Regime in Moskau wisse genau, dass seine eigene Bevölkerung die geplante Siegesparade vor diesem Hintergrund nur als Hohn empfinden könne.

      Der ukrainische Präsident Selenskyj warnte unterdessen ausländische Politiker davor, an den Feierlichkeiten in Moskau teilzunehmen. In seiner täglichen Videoansprache sagte Selenskyj wörtlich: "Wir raten davon ab".

      Russland hat eine Feuerpause für Freitag und Samstag angeordnet, wenn dort mit einer Militärparade an den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert wird. Die Ukraine hatte bereits gestern eine einseitige Waffenruhe ausgerufen. Allerdings wird diese nicht eingehalten.

    • Naher OstenIranische Medien melden Explosionen am Persischen Golf

      Auf einer Insel in der Straße von Hormus ist es laut iranischem Staatsfernsehen zu einem Schusswechsel und Explosionen gekommen.

      Demnach sollen zwischen iranischen Streitkräften und - Zitat - "dem Feind" Schüsse gefallen sein. Die Hintergründe sind bislang unklar. Ein Sprecher der israelischen Armee gab an, von keinem Angriff zu wissen.

      Iranische Medien spekulieren über einen möglichen Luftangriff der Vereinigten Arabischen Emirate. Erst vor wenigen Tagen hatten Irans Streitkräfte Ölanlagen in dem arabischen Golfstaat attackiert.

      Unterdessen hat US-Präsident Trump offenbar den Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus ausgesetzt. Der Sender NBC News berichtet unter Berufung auf US-Beamte, Trumps Entscheidung sei gefallen, nachdem Saudi-Arabien die Nutzung von Militärstützpunkten untersagt habe.

    • Öffentliche FinanzenArbeitskreis Steuerschätzung: Milliarden weniger erwartet

      Bund, Länder und Kommunen müssen in den kommenden Jahren mit weniger Einnahmen rechnen. Bundesfinanzminister Klingbeil erklärte, die Steuerschätzung zeige, wie sehr der Irankrieg Deutschland wirtschaftlich schade.

      Nach Angaben des Arbeitskreises Steuerschätzung dürften die Einnahmen bis 2030 um rund 87 Milliarden Euro geringer ausfallen als noch im Herbst erwartet worden war. In diesem Jahr verringern sich die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden um knapp 18 Milliarden Euro. 2027 dürfte allein der Bund etwa zehn Milliarden Euro weniger einnehmen - verglichen mit der vorigen Schätzung vom letzten Herbst.

      Bundesfinanzminister Klingbeil machte vor allem die Folgen des Iran-Kriegs und die hohen Energiepreise für die Entwicklung verantwortlich. Er sagte wörtlich, der verantwortungslose Krieg von US-Präsident Trump und der daraus resultierende Energiepreis-Schock bremsten die positive wirtschaftliche Dynamik vorerst aus. Die Lage bleibe von großen Unsicherheiten geprägt und erfordere permanentes Krisenmanagement, warnte der SPD-Politiker.

      Zurückhaltend äußerte sich der Bundesfinanzminister zur geplanten Steuerreform. Man könne nicht eine große Reform machen, bevor Lücken im Haushalt geschlossen seien. Der Haushaltsexperte des Koalitionspartners CDU, Haase, forderte Strukturreformen. Es gebe keine neuen Verteilungsspielräume im Haushalt, sagte Haase.

      Grüne werfen Bundesregierung verfehlte Steuerpolitik vor

      Die Grünen warfen der Bundesregierung eine verfehlte Steuerpolitik vor. Der Staat stehe auf allen Ebenen finanziell unter Druck, sagte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen- Bundestagsfraktion, Schäfer, der Nachrichtenagentur AFP. Steuersenkungen würden ebensowenig zu mehr Wachstum führen wie "der falsche Umgang mit dem Sondervermögen".

      Städtetag bezeichnet Ergebnisse als Alarmzeichen

      Die Deutsche Industrie- und Handelskammer mahnte, Hemmnisse für Unternehmen müssten zügig abgebaut werden. Ohne Wachstum blieben dem Staat die Hände gebunden. Der Deutsche Städtetag sprach angesichts der aktuellen Steuerschätzung von einem tiefrot leuchtenden Alarmzeichen. Die kommunale Finanzlage sei katastrophal, da die Einnahmen nicht mit steigenden Sozial- und Personalkosten Schritt hielten.

    • Neuer WehrdienstStandorte für Musterungszentren stehen fest - Viele antworten nicht auf Bundeswehrfragebogen

      Gut vier Monate nach Inkrafttreten der Wehrdienstreform stehen die Standorte für die 24 Musterungszentren fest.

      Nach Angaben des Verteidigungsministeriums bereitet sich die Bundeswehr damit auf eine mögliche flächendeckende Musterung vor. Für die Standort-Entscheidungen wurden laut Ministerium aktuelle Daten der statistischen Bevölkerungsverteilung ausgewertet. Ziel war es demnach, gezielt Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und einem potenziell großen Bewerberaufkommen auszuwählen.

      An 16 bereits bestehenden Standorten der Bundeswehr werden künftig moderne Musterungszentren eingerichtet, jeweils außerhalb der dortigen Bundeswehr-Liegenschaften. Dies betrifft die Städte Bonn, Dresden, Hamburg, Kassel, Kiel, Koblenz, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Nürnberg, Oldenburg, Potsdam, Saarlouis, Schwerin, Ulm und Wiesbaden.

      Darüber hinaus werden acht Musterungszentren in Bielefeld, Braunschweig, Dortmund, Jena, Kempten, Offenburg, Regensburg und Würzburg entstehen. Damit werden diese Städte künftig neue Standorte der Bundeswehr sein.

      Nicht alle Fragebögen werden beantwortet

      Außerdem gibt es inzwischen Zahlen zu den Fragebögen der Bundeswehr an junge Männer. Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland haben knapp drei Viertel der 18-Jährigen darauf reagiert. 28 Prozent hätten das Schreiben ignoriert, obwohl die Beantwortung verpflichtend ist. Ihnen drohen laut einem Bericht des "Spiegel" jetzt Bußgelder von 250 Euro.

      Das Anschreiben enthält Fragen zur Eignung und Bereitschaft, in der Bundeswehr zu dienen. Frauen sind anders als Männer nicht zur Auskunft verpflichtet. Rund die Hälfte derer, die geantwortet hätten, habe Interesse signalisiert, den mindestens sechsmonatigen freiwilligen Wehrdienst zu leisten, heißt es weiter. Ob sie es am Ende auch machten, sei unklar. Ausschlaggebend werde in vielen Fällen sein, den Interessenten einen möglichst heimatnahen Wehrdienst anzubieten. Längere Entfernungen verringerten die Chancen.

    • BundestagsabstimmungAfD und Linke wieder nicht ins Geheimdienst-Gremium gewählt

      Bei den Wahlen zum Geheimdienst-Ausschuss des Bundestags sind die Kandidaten der AfD und der Linken erneut gescheitert.

      Weder die AfD-Abgeordneten Hess und Otten erreichten die nötige Mehrheit von 316 Stimmen, noch die Kandidatin der Linken, Bünger. Damit sitzt im Parlamentarischen Kontrollgremium neben Abgeordneten der Koalitionsfraktionen Union und SPD nur ein einziger Vertreter der Opposition, nämlich der Grünen-Fraktionsvize von Notz.

      AfD-Parlamentsgeschäftsführer Baumann kritisierte, die Abstimmung zeige, dass es nicht um Kompetenz gehe, sondern nur darum, der größten Oppositionspartei die Kontrolle der Regierung vorzuenthalten. Die Linken-Fraktionsvorsitzende Reichinnek sprach von absoluter Ignoranz der Regierungsparteien.

      Das Parlamentarische Kontrollgremium überwacht die Geheimdienste, bekommt Zugang zu sensiblen Informationen und tagt deshalb unter strenger Geheimhaltung in einem abhörsicheren Raum.

    • MedienBundestag debattiert über existenzbedrohten Lokaljournalismus

      Kulturstaatsminister Weimer hat vor einem - Zitat - "Artensterben" im Bereich des Lokaljournalismus gewarnt.

      Weimer sagte bei einer Debatte zum Thema im Bundestag, der Lokaljournalismus sei mit seiner Berichterstattung etwa über örtliche Misstände das Immunsystem der Regionen und die Grundlage für Basisdemokratie. Doch beraubten ihm digitale Plattformen die Existenzgrundlage. Diese Plattformen müssten denselben presserechtlichen Regularien unterwerfen, die auch für den Lokaljournalismus gelten würden, verlangte der parteilose Minister.

      Auch Abgeordnete von Union, SPD, Grünen und Linkspartei betonten die gesellschaftliche Bedeutung des lokalen Journalismus und forderten Maßnahmen zu dessen Unterstützung. Der AfD-Abgeordnete Renner sagte dagegen, die Ursache für eine lokale Nachrichtenwüste sei, dass die sogenannten Qualitätsmedien alle nur noch dieselben regierungsnahen Haltungen transportierten.

      Anlass der Debatte war der von den örtlichen Medien ausgerufene "Tag des Lokaljournalismus" unter Schirmherrschaft der UNESCO am vergangenen Montag.

    • AutobrancheContinental streicht bei Contitech 3.000 Stellen - 1.600 in Deutschland

      Der Autozulieferer Continental will bei der Kunststofftechnik-Tochter Contitech weltweit 3.000 Stellen abbauen, davon 1.600 in Deutschland.

      Mit der Gewerkschaft IGBCE habe man sich auf die Rahmenbedingungen geeinigt, teilten beide Seiten mit. Die Vereinbarung solle den sozialverantwortlichen Abbau der Stellen in Deutschland regeln. Ein Teil der betroffenen Tätigkeiten werde ins Ausland verlagert. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis mindestens Ende 2030 vermieden werden, hieß es von der Gewerkschaft.

      Contitech hatte im vergangenen Jahr bereits Werkschließungen in mehreren Bundesländern angekündigt. Aktuell beschäftigt die Sparte etwa 7.700 Mitarbeiter in Deutschland. Der Mutterkonzern sucht derzeit einen Käufer für Contitech.

    • Kölner KI-ÜbersetzungsfirmaDeepL kündigt weitreichenden Stellenabbau an

      Die Kölner KI-Übersetzungsfirma DeepL hat angekündigt, rund ein Viertel der Stellen im Unternehmen abzubauen.

      Dies sei Teil eines tiefgreifenden Umbaus, erklärte Geschäftsführer Kutylowski auf der Plattform LinkedIn. Künstliche Intelligenz spiele nicht nur bei den Produkten von DeepL eine Rolle, sondern solle zunehmend auch Routineaufgaben im Unternehmen leisten.

      DeepL wurde 2017 gegründet. Das Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten gilt als eines der wichtigsten europäischen KI-Start-ups. Es wurde zuletzt mit rund zwei Milliarden Dollar bewertet. Trotz wachsenden Umsatzes machte DeepL in den vergangenen Jahren keinen Gewinn.

    • Infratest dimapAfD Sachsen-Anhalt steigt in Wahlumfrage auf Rekordwert von 41 Prozent

      In Sachsen-Anhalt sind die Umfragewerte der AfD auf einen Rekordwert gestiegen. Vier Monate vor der Landtagswahl legte sie auf 41 Prozent der Stimmen zu, wie das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap ermittelt hat. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der vorangegangenen Umfrage im September.

      31 Prozent trauen der AfD demnach am ehesten zu, die wichtigsten Probleme Sachsen-Anhalts zu lösen, ebenfalls zwei Prozentpunkte mehr. Die CDU als zweitstärkste Kraft kommt auf 26 Prozent. Gefolgt von Die Linke mit 12 und der SPD mit 7 Prozent. Grüne, FDP und BSW würden den Einzug in den Landtag verpassen. Besonders wichtig ist den Befragten der Komplex Einwanderung, Flüchtlinge, Asylpolitik und Integration. Derzeit regieren CDU, SPD und FDP in Sachsen-Anhalt.

      Ministerpräsident Schulze wertete den Umfragerekord für die AfD als Ausdruck der Unzufriedenheit über die Bundesregierung. Dem MDR sagte der CDU-Politiker die Landtagswahl im Herbst dürfe nicht zu einem Denkzettel für Berlin werden. Die Menschen müssten wissen, dass es um die Zukunft von Sachsen-Anhalt gehe. Ähnlich äußerte sich SPD-Spitzenkandidat Willingmann. AfD-Spitzenkandidat Siegmund sieht sich im Kurs bestätigt. Die Bürger wollten den politischen Wandel.

      Infratest dimap befragte rund 1.200 Wahlberechtigte für die Magdeburger Volksstimme, die Mitteldeutsche Zeitung und den MDR. Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. So erschweren etwa nachlassende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen die Datengewichtung.

      Mehr zum Thema

      Wahlumfrage: AfD in Sachsen-Anhalt baut Vorsprung vor CDU weiter aus (Audio)

    • Afrika50 Tote bei Rebellen-Angriffen in Mali

      ​In Mali sind bei Angriffen von Aufständischen offenbar 50 Menschen getötet worden.

      Die Angreifer haben nach übereinstimmenden Berichten von Nachrichtenagenturen zwei Dörfer ‌im Zentrum Malis überfallen. Unter den Opfern seien Zivilisten sowie Mitglieder regierungstreuer Milizen. Bewaffnete hätten das Feuer eröffnet und das Dorf geplündert. Eine Stellungnahme der Armee lag zunächst nicht vor.

      In Mali herrscht seit einem Putsch im Jahr 2020 eine Militärregierung. Zur Unterstützung im Kampf gegen Islamisten hatte sie russische Söldner ins Land geholt. Eine UNO-Friedensmission und eine französische Anti-Terror-Mission wurden des Landes verwiesen.

    • Vor der Küste AfrikasRekordfund auf See: Spanien beschlagnahmt 30 Tonnen Kokain

      Die spanische Polizei hat vor den Kanarischen Inseln 30 Tonnen Kokain ‌auf ⁠einem Schiff beschlagnahmt.

      Es ist der bislang größte Fund dieser Droge in Europa. Die Beschlagnahmung gelang den Angaben zufolge in Kooperation mit der Antidrogenbehörde der USA und der niederländischen Polizei.

      Wie die Justiz der Kanaren weiter mitteilte, waren die Drogen in mehr als 1.200 Bündeln verpackt und haben einen Handelspreis von über 812 Millionen Euro. Das Schiff unter der Flagge der Komoren war von Sierra Leone in Westafrika auf dem Weg nach Libyen, als es vor der Küste Westsaharas gestoppt wurde.

    • Nach ParlamentswahlEx-Präsident Radew offiziell zum Regierungschef Bulgariens ernannt

      In Bulgarien ist der ehemalige Präsident und Sieger der Parlamentswahl, Radew, zum Regierungschef ernannt worden.

      Präsidentin Iotowa erteilte dem 62-Jährigen den Auftrag zur Regierungsbildung. Radew legte eine Liste seiner Minister vor, über die das Parlament morgen abstimmen soll. Der prorussische Ex-Präsident hatte bei der Wahl mit knapp 45 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit im Parlament geholt. Radew sieht sich einer steigenden Inflation und einem blockierten Justizsystem gegenüber. Zudem muss er eine Reihe von Reformen umsetzen, um EU-Gelder in Höhe von 400 Millionen Euro zu erhalten. 

      Bulgarien ist das ärmste Land der EU und steckt seit Jahren in einer politischen Krise. Es war bereits die achte Parlamentswahl binnen fünf Jahren.

    • BundestagCDU-Abgeordneter Heveling neuer Präsident des Bundesrechnungshof

      Bei der Wahl eines neuen Präsidenten des Bundesrechnungshofs hat der CDU-Abgeordnete Heveling im Bundestag eine deutliche Mehrheit bekommen.

      In geheimer Wahl erhielt der 53-jährige 415 Stimmen - und damit 99 Stimmen mehr als die erforderliche Kanzlermehrheit. Wenn auch der Bundesrat der Personalie zustimmt, kann Heveling die Nachfolge von Rechnungshofpräsident Scheller antreten. Dessen Amtszeit endet nach zwölf Jahren. 

      Der Bundesrechnungshof in Bonn kontrolliert die Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes. Er kann allerdings nur Empfehlungen aussprechen.

      Erst im März hatte die frühere Bundesbauministerin Geywitz von der SPD bei der Bonner Behörde das Amt der Vizepräsidentin angetreten.

    • Erste LesungBundestag diskutiert über stärkere Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

      Der Bundestag hat in erster Lesung über neue Regeln zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen debattiert. Um ihnen den Alltag zu erleichtern, sollen die Vorgaben für Barrierefreiheit verschärft werden. Dabei geht es auch um Regeln für die Privatwirtschaft.

      Bundessozialministerin und SPD-Chefin Bas sagte, man wolle Teilhabe ermöglichen, ohne Unternehmen dabei zu überfordern. Die CSU-Abgeordnete Dübner warb dafür, mehr Inklusion nicht allein durch Pflichten, sondern durch praktikable Alltagslösungen zu schaffen.

      Verbänden gehen die Pläne nicht weit genug, da bauliche Veränderungen nicht verpflichtend werden sollen. Auch die Opposition kritisierte den von Union und SPD erzielten Kompromiss als halbgar. Der AfD-Abgeordnete Bohnhof erklärte, der derzeitige Stillstand werde nur notdürftig kaschiert. Der Linken-Fraktionsvorsitzende Pellmann kritisierte, der Entwurf verhindere, dass die Wirtschaft auch nur irgendwie belastet werde. Die Grünen-Abgeordnete Rüffers meinte in der Debatte, die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes sei nichts, auf das man stolz sein könne.

      Proteste gegen Gesetzentwurf

      Am Dienstag hatten etwa 6.000 Menschen in Berlin für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen demonstriert. Anlass war der 1992 eingeführte Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Dabei wurde eine Petition an Abgeordnete des Bundestages übergeben. Darin wird eine gesetzliche Pflicht zur Barrierefreiheit gefordert und der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes kritisiert.

      Mehr zum Thema

      Gleichstellung: Opposition kritisiert Gesetzesreform für mehr Barrierefreiheit (Audio)

      Interview mit Aktivist René Schaar: Gesetz sollte Wirtschaft mehr in die Pflicht nehmen (Audio)

    • "Hondius"29 Passagiere verließen Kreuzfahrtschiff auf St. Helena nach erstem Todesfall an Bord wegen Hantavirus

      Im Fall des Hantavirus-Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" gibt es mehr möglicherweise betroffene Passagiere als bislang bekannt.

      Wie der niederländische Veranstalter "Oceanwide Expeditions" mitteilte, waren am 24. April - also fast zwei Wochen nach dem ersten Todesfall - auf der südatlantischen Insel Sankt Helena 29 Reisende von Bord gegangen, um in ihre Heimatländer zurückzukehren. Die Regierung der Niederlande spricht sogar von 40 Passagieren. Die Behörden der betroffenen Staaten versuchen derzeit zu ermitteln, wer anschließend Kontakt zu diesen Reisenden hatte.

      Die "Hondius" hatte zuletzt vor Kap Verde gelegen und ist derzeit auf dem Weg zu den Kanaren. Während der Reise hatten sich mehrere Personen infiziert, drei von ihnen starben. Drei weitere Personen, darunter eine Deutsche, wurden zuletzt ausgeflogen. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass sich die Passagiere vor dem Bordgang in Argentinien infizierten.

    • Finnland-BesuchSteinmeier: US-Truppen in Deutschland sind auch im Interesse Washingtons

      Bundespräsident Steinmeier rechnet damit, dass die USA in Deutschland auch künftig militärisch präsent bleiben werden.

      Steinmeier sagte bei einem Besuch in der finnischen Hauptstadt Helsinki, den Amerikanern dürfte sehr bewusst sein, dass die Stationierung von Soldaten an wichtigen Standorten wie Ramstein auch in ihrem eigenen strategischen Interesse liege. "Darauf vertrauen und bauen wir." Zugleich riet er dazu, sich auf die eigene Stärke zu konzentrieren.

      Finnlands Präsident Stubb äußerte sich bei der gemeinsamen Pressekonferenz zuversichtlich, dass die USA ihren europäischen Verbündeten bei einer russischen Aggression weiterhin zu Hilfe kämen. Er begrüßte es ferner, dass Deutschland seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 eine führende politische und militärische Rolle in Europa übernommen hat.

    • Ukraine-KriegWeißes Haus bestätigt erste Gespräche mit Kiew seit Ende März

      Vertreter der USA und der Ukraine haben zum ersten Mal seit mehreren Wochen wieder über ein Ende des russischen Angriffskrieges beraten.

      Wie das Weiße Haus in Washington bestätigte, wird der ukrainische Chefunterhändler Umerow in Miami erwartet. Dort soll er offenbar mit dem US-Sondergesandten Witkoff und Präsidenten-Schwiegersohn Kushner zusammenkommen. Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine liegen derzeit auf Eis. Stattdessen gibt es gegenseitige Drohungen kurz vor der Militärparade in Moskau am Samstag. Der ukrainische Präsident Selenskyj warnte ausländische Politiker, an der Parade teilzunehmen. Im Gegenzug drohte Russland mit einem Vergeltungsschlag, sollte die Ukraine die Militärparade angreifen. Aus dem Kreml hieß es, die Bewohner Kiews sollten in diesem Fall die Stadt verlassen.

    • Verwaltungsgericht BerlinAfD verliert Verfahren um Millionenspende gegen Bundestag

      Die AfD hat im Streit um eine Millionenspende eine Niederlage vor Gericht erlitten.

      Das Verwaltungsgericht Berlin wies die Forderung der Partei zurück, 2,3 Millionen Euro vom Bundestag zurückzuerhalten. Die Summe, die im vergangenen Bundestagswahlkampf für Plakatwerbung eingesetzt werden sollte, stammte laut AfD von einem früheren österreichischen Politiker. Die Bundestagsverwaltung vermutete jedoch, dass es sich lediglich um einen Strohmann handelte und das Geld tatsächlich von einem nicht genannten Dritten stammte. Dieser Argumentation folgte auch das Gericht.

    • BundestagAbgeordnete legen Antrag für Widerspruchsregelung bei Organspende vor

      Eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten hat einen neuen Vorstoß zur Einführung der sogenannten Widerspruchslösung bei der Organspende unternommen.

      Die Abgeordneten von CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken präsentierten im Plenum einen entsprechenden Antrag. Die Widerspruchslösung sieht vor, dass grundsätzlich jeder als Organspender gilt, sofern er dem nicht ausdrücklich widerspricht. Dem neuen Antrag zufolge soll dies für volljährige und einwilligungsfähige Menschen gelten. Bei Minderjährigen entscheiden die Angehörigen. Ziel ist es, die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Im Bundestag gibt es auch eine Gruppe, die sich gegen die Widerspruchsregelung positioniert hat.

      Derzeit dürfen in Deutschland nach dem Tod einer Person Organe nur dann zum Zweck einer Spende entnommen werden, wenn sie oder deren nächste Angehörige dem zugestimmt haben. Bereits 2020 hatte der Bundestag eine Widerspruchslösung abgelehnt.

      Mehr zum Thema

      Organspende: Abgeordnete stellen Widerspruchslösung vor (Audio)

    • Deutsche BahnBericht: Keine Verbesserung im Schienennetz trotz Milliardeninvestionen

      Die Deutsche Bahn hat den Zustand ihres Schienennetzes trotz hoher Investionen im vergangenen Jahr nicht verbessert. Im neuen Bericht des Tochterunternehmens DB Infrago erhielt das Gesamtnetz wie schon im Vorjahr die Schulnote 3, also befriedigend.

      Man habe die Trendwende noch nicht geschafft, sagte Bahnchefin Palla. Viele Anlagen und Bahnhöfe seien weiter in keinem guten Zustand. Gleichzeitig betonte Palla, die Talsohle der ungebremsten Alterung sei erreicht. Ein Neustart sei möglich, unter der Voraussetzung, dass das aktuelle Investitionsniveau festgeschrieben und über Jahre fortgeführt werde.

      Im vergangenen Jahr hatte der staatseigene Konzern fast 20 Milliarden Euro in die Sanierung des Schienennetzes investiert. Im laufenden Jahr sollen es 23 weitere Milliarden sein, 28.000 Baustellen sind geplant. Infrago bewertet jährlich den Zustand von Gleisen, Bahnhöfen, Weichen und weiterer Bahn-Infrastruktur.

    • SaarbrückenGroßer Deutsch-Französischer Medienpreis für Notenbankchefs

      Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Nagel, und der Gouverneur der Banque de France, Villeroy de Galhau, erhalten in diesem Jahr den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis. Sie werden damit für ihre Verdienste um die europäische Verständigung gewürdigt.

      Die Jury erklärte, Nagel und de Galhau seien „Freunde und entschiedene Verfechter des europäischen Gedankens“. So hätten sich etwa beide gemeinsam öffentlich für eine Wiederbelebung des konzertierten deutsch-französischen Handelns ausgesprochen. Zudem hätten beide zahlreiche gemeinsame Gastbeiträge zu Themen wie Inflation, europäischer Integration und geopolitischen Krisen veröffentlicht. „Die Preisträger stehen damit für eine Form der deutsch-französischen Zusammenarbeit, die weit über das Protokoll offizieller Anlässe hinausgeht“, betonte die Jury.

      Der diesjährige Deutsch-Französische Medienpreis wird am 16. September in Paris verliehen. Die Auszeichnung wird jährlich an Persönlichkeiten und Organisationen vergeben, die sich in besonderer Weise um die europäische Verständigung verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem der Regisseur Wim Wenders, der Philosoph Jürgen Habermas und die Hilfsorganisation SOS Méditerranée.

      Der Deutsch-Französische Journalistenpreis (DFJP) wurde 1983 ins Leben gerufen. Mitglieder sind unter anderem das ZDF, France Télévisions, Arte, Radio France, „Saarbrücker Zeitung“ und das Deutsch-Französische Jugendwerk. Die Federführugn liegt beim Saarländischen Rundfunk.

    • Wettbewerb und BeihilfenEU-Kommission genehmigt deutsches Milliarden-Programm für Klimaschutz in Industrie

      Die Bundesregierung darf staatliche Zuschüsse für die deutsche Industrie zur Umstellung auf klimafreundlichere Produktionsverfahren zahlen.

      Das teilte die Europäische Kommission in Brüssel mit. Konkret geht es um ein Förderprogramm in Höhe von fünf Milliarden ‌Euro für energieintensive Betriebe. Voraussetzung für die Subventionen sind sogenannte Klimaschutzverträge mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Der Staat gleicht in diesem Zeitraum die Mehrkosten klimafreundlicher Verfahren gegenüber herkömmlichen Produktionsweisen aus. In der EU gelten strenge Regeln dafür, wenn ein Staat Unternehmen mit direkten Zahlungen oder Steuervorteilen unterstützen will. Die EU-Kommission überwacht, ob diese Regeln eingehalten werden. 

    • RomPapst Leo XIV. empfängt US-Außenminister Rubio - Spannungen zwischen Vatikan und Trump

      Papst Leo der Vierzehnte hat vor dem Hintergrund der Spannungen mit der US-Regierung den amerikanischen Außenminister Rubio zu einem Gespräch empfangen.

      Nach Angaben von US-Diplomaten wurde beim Treffen im Apostolischen Palast unter anderem über Friedensmöglichkeiten im Nahen Osten gesprochen. Der Vatikan erklärte, es habe einen Meinungsaustausch über die internationale Lage stattgefunden. In ihren Mitteilungen betonten der Vatikan wie auch Washington ihre intakten diplomatischen Beziehungen.

      Der aus den USA stammende Papst - mit bürgerlichem Namen Robert Prevost - hatte indirekt mehrfach die Politik von Präsident Trump etwa bezüglich des Irans kritisiert und Vertretern Washingtons vorgeworfen, die christliche Botschaft zur Rechtfertigung ihres Vorgehens zu missbrauchen. Trump hatte dem Papst daraufhin unter anderem mangelnde außenpolitische Kompetenz vorgehalten. Ein von Trump geteiltes KI-generiertes Bild, das ihn in christlicher Heilsbringer-Symbolik darstellte, war auch von Gläubigen anderer Konfessionen als blasphemisch empfunden worden.

    • ÖlkriseOstdeutsche Bundesländer wollen Tankrabatt verlängern und an Beilegung des Iran-Krieges knüpfen

      Die Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern drängen auf eine Verlängerung des sogenannten Tankrabatts.

      Wie die "Rheinische Post" berichtet, haben die beiden Länder einen gemeinsamen Entschließungsantrag im Bundesrat gestellt. Nach ihren Vorstellungen soll die bislang bis Ende Juni begrenzte Senkung der Mineralölsteuer um 17 Cent erst dann auslaufen, wenn der Iran-Krieg beendet ist. Der aktuelle Verhandlungsstand lasse kein schnelles Ende der Krise im Nahen Osten sowie dessen Wirkung auf den Welthandel erwarten, heißt es weiter.

      Auch Bundesverkehrsminister Schnieder hatte eine Verlängerung des Tankrabatts zuletzt nicht ausgeschlossen. Wirtschaftsexperten zweifeln allerdings an der Effizienz einer solchen Maßnahme. Laut ifo-Institut gaben die Tankstellen in den ersten Tagen der Steuersenkung bei Benzin durchschnittlich nur zwölf von 17 Cent an die Kunden weiter, bei Diesel waren es sogar nur vier Cent.

      Weiterführende Informationen

      Über die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten halten wir Sie auch in einem Newsblog auf dem Laufenden.

    • VerkehrLebenslange Haft für Auto-Raser von Remscheid

      Das Landgericht Wuppertal hat einen Auto-Raser wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

      Das Gericht sprach den 25-Jährigen auch wegen eines illegalen Autorennens schuldig. Der Mann hatte vor gut einem Jahr mit einem hochmotorisierten Sportwagen im nordhein-westfälischen Remscheid zwei Frauen erfasst, von denen eine starb. Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, den Tod von Menschen in Kauf genommen zu haben. Sie verwies auf zahlreiche riskante Fahrmanöver des Angeklagten, die auf Videos dokumentiert seien. Seine Rücksichtslosigkeit sei kein Einzelfall gewesen. Der Angeklagte bestritt einen Tötungsvorsatz. Eine Blutprobe hatte bei ihm einen Alkoholwert von mehr als 1,4 Promille ergeben.

    • Medienbericht28 Prozent der 18-jährigen Männer lassen Bundeswehr-Anschreiben zum neuen Wehrdienst unbeantwortet - Bußgelder drohen

      Gut ein Viertel der jungen Männer antwortet einem Medienbericht zufolge nicht auf die Anschreiben der Bundeswehr zum neuen Wehrdienst.

      Nur von knapp drei Vierteln der 18-Jährigen lägen bisher Reaktionen vor, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf Militärkreise. 28 Prozent hätten das Schreiben ignoriert, obwohl die Beantwortung verpflichtend sei. Das Verteidigungsministerium habe deutlich gemacht, dieses Verhalten nicht hinzunehmen. Man werde den Fällen nachgehen und gegebenenfalls Bußgelder verhängen.

      Das Anschreiben enthält Fragen zur Eignung und Bereitschaft, in der Bundeswehr zu dienen. Frauen sind anders als Männer nicht zur Auskunft verpflichtet. Rund die Hälfte derer, die geantwortet hätten, habe Interesse signalisiert, den mindestens sechsmonatigen freiwilligen Wehrdienst zu leisten, heißt es weiter. Ob sie es am Ende auch machten, sei unklar. Ausschlaggebend werde in vielen Fällen sein, den Interessenten einen möglichst heimatnahen Wehrdienst anzubieten. Längere Entfernungen verringerten die Chancen.

    • BundestagEvelyn Zupke bleibt für eine zweite Amtszeit Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur

      Die frühere DDR-Oppositionelle Evelyn Zupke ist für weitere fünf Jahre zur Bundesbeauftragten für die SED-Opfer gewählt worden.

      Bei der geheimen Wahl im Bundestag erhielt sie 430 Stimmen und damit deutlich mehr als die erforderliche Kanzlermehrheit. Zupke war 1989 maßgeblich daran beteiligt, Betrug bei den DDR-Kommunalwahlen aufzudecken.

    • ChinaMilitärgericht verurteilt zwei frühere Verteidigungsminister zum Tode

      Ein Militärgericht in China hat gegen zwei frühere Verteidigungsminister wegen Vorwürfen der Korruption die Todesstrafe auf Bewährung verhängt.

      Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, soll sie nach zwei Jahren in lebenslange Haft umgewandelt werden. Es handelt sich um die härtesten Strafen, die im Rahmen einer Anti-Korruptions-Kampagne von Präsident Xi gegen hochrangige Militärvertreter verhängt wurden. Die beiden Angeklagten waren zwischen 2018 und 2023 im Amt. ‌

    • Straße von HormusDeutsches Minenjagdboot "Fulda" noch nicht auf dem Weg ins Mittelmeer

      Entgegen früheren Meldungen ist das Minenjagdboot "Fulda" der deutschen Marine noch nicht Richtung Mittelmeer unterwegs. Das bestätigte ein Marinesprecher auf Anfrage des Deutschlandfunks. Aus Sicherheitsgründen machte er keine Angaben zum Standort des Schiffs.

      Nach Daten mehrerer Ortungsdienste befindet sich das Minenjagdboot derzeit im Nord-Ostsee-Kanal. Laut der Marine werden übliche, einsatzvorbereitende Maßnahmen durchgeführt. So würden etwa Soldaten, Minentaucher und medizinisches Personal an Bord gehen. Außerdem treffe die Besatzung Vorbereitungen für Übungen, die für die Fahrt ins Mittelmeer geplant seien. Der Sprecher erklärte, man gehe davon aus, dass die "Fulda" in den nächsten Tagen den Ärmelkanal durchfahren und in rund zweieinhalb Wochen im Mittelmeer ankommen werde.

      Die Bundeswehr hatte das Minenjagdboot am Montag in Kiel auslaufen lassen. Es wird für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus verlegt.

      Weiterführende Informationen

      Über die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten halten wir Sie auch in einem Newsblog auf dem Laufenden.

    • KaukasusRussland warnt Armenien vor Annäherung an die EU

      Russland hat Armenien vor einer engeren Anbindung an die Europäische Union‌ gewarnt.

      Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Sacharowa, warnte die Regierung in Eriwan vor politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen für Armenien. Die ehemalige ⁠Sowjetrepublik hat sich ⁠in den vergangenen Jahren um einen Ausbau ⁠der Beziehungen zur EU bemüht. Am Montag war das Land Gastgeber eines Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft und am Dienstag eines EU-Armenien-Gipfels. Dabei ging es um Projekte in den Bereichen Energie, Verkehr und Digitales sowie Sicherheit und Verteidigung.

    • BerlinPlatz vor Abgeordnetenhaus nach Margot Friedländer benannt

      In Berlin ist der Vorplatz des Abgeordnetenhauses nach der verstorbenen Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer benannt worden.

      Berlins Regierender Bürgermeister Wegner würdigte sie in einer Feierstunde als eine starke, mutige und beeindruckende Frau. Die Benennung des Margot-Friedländer-Platzes hatten Senat, Abgeordnetenhaus und Bezirk Mitte im November vergangenen Jahres beschlossen. Friedländer war als Jüdin in der NS-Zeit in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt worden und emigrierte später in die USA. Mit 88 Jahren kehrte sie zurück nach Berlin. Bis zu ihrem Tod im vergangenen Jahr hatte sie sich als Zeitzeugin engagiert.

    • WohnungsmangelIG Bau warnt vor "Wohnarmut", Bauindustrie beklagt fehlende Wirtschaftlichkeit

      Die Gewerkschaft IG BAU warnt vor einer "massiven Wohnarmut" von Rentnern.

      Rund fünf Millionen Menschen, die in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gingen, würden weniger als 800 Euro pro Monat aus der gesetzlichen Rente bekommen, sagte IG-BAU-Chef Feiger der "Rheinischen Post". Nach Abzug der Wohnkosten hätten sie kaum noch genügend Geld zum Leben. Die Miete dränge einen Großteil von ihnen dann in die Wohnarmut. Feiger berief sich auf Berechnungen des Pestel-Instituts in Hannover.

      Der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands HDB, Müller, erklärte im Deutschlandfunk, viele Wohnungsbauprojekte seien derzeit nicht wirtschaftlich. Er brachte Sonderabschreibungen, Veränderungen bei der Grunderwerbssteuer und mehr Förderungen der staatlichen Förderbank KfW ins Gespräch. In Berlin kommen heute zum Tag der Bauindustrie Vertreter aus Politik und der Branche zusammen.

      Weiterführende Informationen

      Wohnungsmarkt: Was gegen steigende Mieten helfen könnte (Audio)

    • GroßbritannienHärtetest für den Premierminister: Regional- und Kommunalwahlen in England, Wales und Schottland

      Seine Gegner sehen die Abstimmungen als ein Referendum über Premierminister Starmer an: In Großbritannien finden heute Regional- und Kommunalwahlen statt. Beobachter rechnen mit einer schweren Niederlage für die regierende Labour Party.

      Zunächst die Fakten: In Schottland und Wales wählen die Bürgerinnen und Bürger neue Regionalparlamente. Im größten Landesteil - in England - stimmmen die Menschen über mehrere tausend Sitze in Bezirksräten und über eine Reihe von Bürgermeisterposten in Metropolregionen ab. Die Wahllokale öffneten in der Früh und schließen am Abend. Erste Ergebnisse dürften in der Nacht bekannt gegeben werden.

      Entscheidung zwischen "Fortschritt und Zorn"?

      Premierminister Starmer gab seine Stimme im Wahllokal in der Westminster Chapel im Zentrum Londons ab, gemeinsam mit seiner Frau Victoria. Auf Fragen von Reportern ging der Premier nicht ein. Dafür appellierte er auf X noch einmal an die Wählerinnen und Wähler, sich zwischen "Fortschritt und einer Politik des Zorns" zu entscheiden. Damit dürfte Starmer auf die Rechtspopulisten von "Reform UK" mit ihrem Vorsitzenden Nigel Farage angespielt haben.

      Starmer als "Ventil der Enttäuschung"?

      Noch vor zwei Jahren hatte Labour bei den allgemeinen Parlamentswahlen einen klaren Sieg errungen. Heute sagt etwa Luke Tryl vom Meinungsforschungsinstitut More in Common: "Keir Starmer ist zu einem Ventil für die Enttäuschung und Desillusionierung der Menschen geworden".

      Starmers Popularität ist wegen wiederholter Fehltritte seit seinem Amtsantritt im Juli 2024 eingebrochen. Seine Regierung hatte Mühe, für das versprochene Wirtschaftswachstum zu sorgen, den öffentlichen Dienstleistungssektor zu verbessern und die Lebenshaltungskosten zu senken. Die Bemühungen sind auch durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran erschwert worden.

      Epstein-Affäre als besondere Belastung

      Schwere Folgen für Starmers Ansehen hatte aber vor allem seine Entscheidung, einen Freund des amerikanischen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Peter Mandelson, zum Botschafter in den USA zu ernennen. Zuletzt stimmte das Unterhaus gegen einen Antrag der Opposition, eine parlamentarische Untersuchung auf den Weg zu bringen. Starmer selbst bestreitet, von der Verbindung zwischen Mandelson und Epstein gewusst zu haben. Er sei außerdem nicht darüber informiert worden, dass Mandelson durch eine interne Sicherheitsprüfung gefallen sei.

      "The biggest electoral test"

      Die nächsten nationalen Parlamentswahlen in Großbritannien sind zwar erst 2029 fällig. Doch ein schlechtes Abschneiden von Labour heute könnte zu einer parteiinternen Revolte gegen Starmer führen, die ihn das Amt kosten könnte. Auch der "Guardian" spricht von "the biggest electoral test" (der größten Prüfung durch die Wähler) für Starmer und seine Regierung seit der Abstimmung von 2024.

      Reform UK und Grüne im Aufwind?

      Auch den konservativen Tories dürften den Umfragen zufolge Stimmverluste bei den heutigen Abstimmungen drohen. Dagegen machen sich sowohl Reform UK als auch die Grünen Hoffnung auf Zugewinne. Reform UK setzt auf Erfolge in den traditionellen Labour-Hochburgen in Nordengland und in den Randgebieten Londons. Die Green Party könnte laut den Umfragen mit Zugewinnen in Metropolregionen und Universitätsstädten rechnen.

      Zuspruch für Unabhängigkeitsparteien

      In Schottland und Wales haben die Unabhängigkeitsparteien SNP und Plaid Cymru Aufwind. In Wales muss Labour nicht nur um seine jahrzehntelange Dominanz fürchten. Vielmehr droht die Partei, auf den dritten Platz nach Plaid Cymru und Reform UK zu rutschen. Damit könnten erstmals in der Geschichte des Landes alle drei selbstverwalteten Regionen (Schottland, Wales und Nordirland) von Unabhängigkeitsparteien geführt werden.

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      Großbritannien - Stimmung in Dagenham und Hackney vor den Kommunalwahlen

    • Mittlerer OstenTrump: Iran hat Verzicht auf Atomwaffen zugesagt

      Der Iran hat nach Darstellung von US-Präsident Trump zugesichert, auf den Besitz von Atomwaffen zu verzichten.

      Der Iran dürfe keine Atomwaffe haben und die Führung des Landes habe dem zugestimmt, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Teheran habe zudem auch bei anderen Punkten eingewilligt. Welche das sein sollen, ließ er offen. Trump bezeichnete die jüngsten Gespräche mit dem Iran als sehr gut. Eine Vereinbarung sei wahrscheinlich. Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump dem Iran mit neuen Angriffen gedroht, sollte dieser die Straße von Hormus nicht wieder öffnen.

      Ein Sprecher der iranischen Führung wies Berichte als überzogen zurück, wonach beide Kriegsparteien kurz vor dem Abschluss eines Abkommens stünden. Ein US-Verhandlungsvorschlag werde geprüft und die Antwort an den Vermittler Pakistan übermittelt, sagte er.

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      Über die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten halten wir Sie auch in einem Newsblog auf dem Laufenden.

      Nahost: Die aktuelle Lage in der Straße von Hormus (Audio)

    • NahostIsraelische Armee greift Ziel in Beirut an

      Erstmals seit Beginn der Waffenruhe vor drei Wochen hat die israelische Luftwaffe wieder in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen.

      Ziel sei ein Kommandeur der Hisbollah-Miliz gewesen, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Regierung. Bei dem Einsatz am Abend seien rund zehn schwere Bomben abgeworfen worden. Im Norden Israels gab es wenige Stunden später Luftalarm. Nach Angaben der israelischen Armee konnte eine aus dem Libanon kommende Rakete abgefangen werden.

      Die Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern stagnieren zur Zeit. Der libanesische Ministerpräsident Salam sagte der staatlichen Nachrichtenagentur NNA, für ein hochrangiges Treffen von Vertretern beider Seiten sei es noch zu früh.

      Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen wurden nach palästinensischen Angaben mindestens fünf Menschen getötet. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht. Im Gazastreifen gilt zwar seit Oktober 2025 eine Feuerpause, dennoch werden häufig israelische Militärschläge gemeldet. Beide Seiten werfen einander einen Bruch der Waffenruhe vor.

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    • Statistisches BundesamtDeutsche Industrie verzeichnet überraschend starkes Auftragsplus - trotz Iran-Krieg

      Die deutsche Industrie hat im ersten Monat nach Beginn des Irankriegs ein überraschend starkes Auftragsplus verzeichnet, vor allem ‌aus dem Ausland. ⁠

      Das Neugeschäft wuchs im ⁠März um 5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Anstieg kommt dem größten seit mehr als drei Jahren nahe. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 1 Prozent gerechnet, nachdem es im Februar einen Zuwachs von 1,4 Prozent gegeben hatte. Die positive Entwicklung verteilt sich auf fast alle Wirtschaftsbereiche.

    • Iran-KriegIW senkt Konjunkturprognose für 2026 auf 0,4 Prozent

      Das Wachstum der deutschen Wirtschaft fällt einer neuen Prognose zufolge wegen des Iran-Kriegs deutlich geringer aus als zuvor angenommen.

      Konjunkturforscher des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft rechnen in diesem Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,4 Prozent, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Im Dezember war man noch von 0,9 Prozent ausgegangen. Ökonom Grömling erklärte, steigende Energiepreise und Lieferstörungen träfen ein Land, das nach drei Jahren Rezession und Stagnation kaum noch Puffer habe. Das minimale Plus komme vor allem durch staatliche Konsumausgaben und Investitionen in die Verteidigung zustande. 

      Auch die Bundesregierung hatte ihre Konjunkturprognose zuletzt halbiert. Sie erwartet in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von einem halben Prozent.

    • Internationale PolizeiaktionGefälschte Medikamente im Millionenwert beschlagnahmt - 270 Festnahmen

      Fahnder haben im Zuge einer international koordinierten Aktion gefälschte Medikamente im Wert von rund 13 Millionen Euro beschlagnahmt.

      Mehr als 6,4 Millionen Dosen wurden eingezogen, wie die internationale Polizeiorganisation Interpol mit Sitz in Lyon mitteilte. Am häufigsten entdeckten die Ermittler gefälschte und nicht zugelassene Mittel gegen Erektionsstörungen sowie Beruhigungsmittel. Die meisten Produkte wurden in Großbritannien, Kolumbien und Australien sichergestellt. Rund 270 Verdächtige wurden in rund 90 Ländern festgenommen. 66 kriminelle Gruppen wurden zerschlagen. Deutschland war an der Aktion nicht beteiligt.

    • MedienBundestag berät über Lokaljournalismus und Möglichkeiten der Förderung

      Der Bundestag berät heute über die Situation der regionalen Medien.

      Geplant ist eine Vereinbarte Debatte zum Thema "Meinungsvielfalt und Bürgerbeteiligung – Lokalmedien als unverzichtbarer Baustein unserer Demokratie". Die deutschen Presseverbände forderten, die parlamentarische Beratung anschließend in konkrete politische Maßnahmen zu überführen. Eine freie Presse dürfe nicht erst vermisst werden, wenn sie fehle, hieß es. Journalismus mache sichtbar, wo Vertrauen schwinde, wo staatliches Handeln funktioniere und wo Kontrolle notwendig sei. Gedruckt und digital leiste die Presse täglich einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwesen. Sie recherchiere, prüfe, informiere, ordne ein und decke Missstände auf. Keine digitale Plattform, kein Amtsblatt und keine Künstliche Intelligenz könnten diese Rolle ersetzen. Anlass ist auch der von den Verlagen ausgerufene "Tag des Lokaljournalismus", der die Bedeutung regionaler Berichterstattung für das Zusammenleben in Dorf- und Stadtgesellschaften hervorheben soll.

    • ReligionenBeschneidung im Judentum: Belgiens Justiz erzürnt Israel und USA mit Anklageerhebungen

      Belgien sieht sich wegen strafrechtlicher Verfolgung von Männern, die die im Judentum vorgeschriebene rituelle Beschneidung bei Jungen durchführen, massiver Kritik aus Israel und den USA ausgesetzt.

      Israels Außenminister Saar sagte, mit der Anklageerhebung reihe sich Belgien in eine kurze und schändliche Liste von Ländern ein, die Menschen mittels Strafrecht für die Ausübung des Judentums verfolgten. Der US-Botschafter in Belgien, White, erklärte, die Regierung von Präsident Trump verurteile das Vorgehen und werde es nicht tolerieren. Man betrachte Belgien so lange als antisemitisch, bis die Sache geklärt sei. Einer der Beschuldigten ist White zufolge Amerikaner. - Die Staatsanwaltschaft Antwerpen spricht von illegaler Ausübung ärztlicher Tätigkeiten und vorsätzlicher Körperverletzung. Über die Zulassung der Anklage entscheidet ein Gericht.

      Bei dem jahrtausendealten Ritual wird Jungen meist acht Tage nach der Geburt die Vorhaut entfernt. In Belgien dürfen das nur Personen mit anerkannter medizinischer Ausbildung. Im konkreten Fall soll ein sogenannter Mohel, ein jüdischer Beschneidungsfachmann, den Eingriff ohne diese Ausbildung durchgeführt haben.

    • FrankreichAusschreitungen nach PSG-Erfolg gegen Bayern: 127 Festnahmen

      Nach dem Erfolg von Paris St. Germain gegen den FC Bayern München im Halbfinale der Champions League ist es in der französischen Hauptstadt zu Ausschreitungen gekommen.

      127 Menschen wurden festgenommen, sagte Innenminister Nuñez. Es habe mehrere Verletzte gegeben. Nach PSG's Champions-League-Sieg im vergangenen Jahr hatte es Krawalle gegeben. Geschäfte waren geplündert, Fensterscheiben eingeschlagen und Autos angezündet worden.

      Die Partie gestern Abend gegen die Bayern endete nach der 5:4-Hinspielniederlage der Münchner mit 1:1. Im Endspiel trifft PSG auf den FC Arsenal.

    • EinigungEU will KI für Missbrauch-Deepfakes verbieten

      In Europa sollen Programme mit Künstlicher Intelligenz verboten werden, mit denen missbräuchlich sexualisierte Videos und Bilder von Menschen erstellt werden können.

      Vertreter der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments einigten sich in der Nacht auf eine entsprechende Anpassung des KI-Gesetzes, wie die zyprische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Bei diesen sogenannten Deepfakes werden pornografische Bilder erstellt, die einer realen Person ähneln, ohne dass diese zugestimmt hat. Das neue Verbot soll explizit auch für Inhalte gelten, die sexuellen Kindesmissbrauch darstellen. Die FDP-Europaabgeordnete Hahn erklärte, KI dürfe kein Werkzeug für sexualisierte Gewalt gegen Kinder sein. 

      Das Verbot soll ab Dezember dieses Jahres durchgesetzt werden. Vorher muss die Einigung noch vom EU-Parlament und dem Rat der Regierungen der Mitgliedstaaten bestätigt werden.

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      EU will KI für Missbrauch von Deepfakes verbieten (Audio)

    • MusikbrancheUmstrittene GEMA-Reform beschlossen

      Die Mitgliederversammlung der Gema - der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte - hat die umstrittene Reform zur Kulturförderung beschlossen. Die Entscheidung fiel mit der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit.

      Das teilte die Gema zum Abschluss des Treffens in Berlin mit. Damit ändert die Gesellschaft ihre Verteilung für Musikschaffende grundlegend: Künftig soll nicht mehr zwischen Ernster Musik und Unterhaltungsmusik unterschieden werden.

      Das neue Modell setzt auf eine genre-neutrale Verteilung, aufgeteilt in eine „Allgemeine Förderung“ und eine spezifische "Fokusförderung". Ziel ist es laut Gema, insbesondere Nachwuchskünstlerinnen und -künstler stärker zu unterstützen und die Förderung langfristig zukunftsfähig aufzustellen. Der Übergang zur neuen Förderstruktur soll schrittweise bis 2030 erfolgen. Vor einem Jahr war eine ähnliche Reform gescheitert.

    • Tischtennis-WMDeutsche Frauen gewinnen Viertelfinale und haben eine Medaille sicher

      Die deutschen Tischtennis-Spielerinnen haben bei der Team-WM in London das Halbfinale erreicht und haben damit sicher eine Medaille. Das Team von Bundestrainerin Tamara Bos setzte sich im Viertelfinale gegen Hongkong mit 3:1 durch.

      Deutschlands Nummer 1, Sabine Winter, gewann ihre beiden Spiele, auch Ying Han sicherte sich in einem umkämpften Match den Sieg. Junioren-Weltmeisterin Annett Kaufmann verlor dagegen. Im Halbfinale treffen die Deutschen nun auf den Sieger der Partie Ukraine gegen Japan. Bei großen Tischtennisturnieren gibt es kein Spiel um Platz drei, beide Halbfinalverlierer erhalten eine Medaille.

      Die deutschen Tischtennis-Herren waren zuvor im Viertelfinale ausgeschieden. Das Team von Bundestrainer Jörg Roßkopf verlor gegen den Olympia-Vierten Japan mit 1:3.

    • Olympische SpieleIOC hebt Beschränkungen für Sportler aus Belarus auf, Russland bleibt zunächst ausgeschlossen.

      Das Internationale Olympische Komitee hebt die Sanktionen gegen Sportlerinnen und Sportler aus Belarus auf.

      Die Athleten aus dem Land dürfen künftig wieder unter eigener Flagge und mit eigener Hymne an allen internationalen Events teilnehmen. Das teilte die IOC-Spitze nach Beratungen in Lausanne mit. Die Beschränkungen gegen Russland bleiben dagegen vorerst weiter in Kraft. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry sagte, für eine Rückkehr gebe es "keinen festen Zeitplan". Der Deutsche Olympische Sportbund will sich morgen und übermorgen mit der Entscheidung befassen.

      Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor mehr als vier Jahren hatte das IOC sowohl Russlands Sportler wie auch die belarussischen Athleten mit Sanktionen belegt. Belarus unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine.

    • WetterAm Freitag verbreitet heiter bis wolkig, in der Mitte dichter bewölkt, meist trocken

      Der Wetterbericht, die Lage: Bei geringen Luftdruckgegensätzen sorgen Tiefdruckeinfluss und feuchte Luft vielerorts für unbeständiges Wetter. Im Norden und Westen bleibt es mit trockenerer Luft etwas freundlicher.

      Die Vorhersage:
      Nachts im Westen auflockernde Bewölkung, gebietsweise auch klar. Im Osten bei dichter Bewölkung etwas Regen. Tiefstwerte plus 8 bis minus 1 Grad. Am Tag verbreitet heiter bis wolkig, in der Mitte stark bewölkt. Temperaturen 13 bis 22 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Samstag im Norden teils bewölkt, sonst heiter. 16 bis 25 Grad.

  • Mittwoch, 6.05.2026

    • BrüsselEuropäischer Rechnungshof hat keinen genauen Überblick über Verbleib von Corona-Milliarden

      Der Europäische Rechnungshof beklagt eine mangelnde Transparenz bei der Verwendung der Mittel aus einem milliardenschweren Corona-Wiederaufbaufonds. Man habe keinen vollständigen Überblick darüber, was mit den Geldern geschehe, heißt es in einem Bericht.

      Nicht alle Länder würden die erforderlichen Daten systematisch erheben. So gebe es in einigen Fällen nur auf Anfrage Informationen, was mitunter zu monatelangen Verzögerungen führe. Der Wiederaufbaufonds wurde 2021 eingerichtet, um EU-Länder nach der Corona-Pandemie zu unterstützen. Die Europäische Kommission nimmt dafür Kredite am Kapitalmarkt auf und verteilt die Mittel.

      Bis Januar dieses Jahres wurden schätzungsweise bereits 577 Milliarden Euro bereitgestellt.

      Mehr zum Thema:

      2.9.2024 - EU-Rechnungshof: Wohin flossen die Corona-Hilfen? (Audio)

    • Ein Jahr Schwarz-RotBundeskanzler Merz (CDU) bittet um Geduld für Reformen - Bas (SPD): "Regierung besser als ihr Ruf"

      Bundeskanzler Merz hat um Geduld für die Reformvorhaben der schwarz-roten Koalition gebeten. Die Demokratie hierzulande sei manchmal langsam und auch mühsam, sagte der CDU-Vorsitzende vor Unternehmern in Düsseldorf. Diese sollten dem Diskussionsprozess Vertrauen entgegenbringen und ihn konstruktiv begleiten.

      Zuvor hatte Merz die Koalitionspartner in einer Kabinettssitzung dazu aufgerufen, die Zusammenarbeit in kollegialem Geist fortzusetzen. Es gebe zu diesem Bündnis keine Alternative. Er setze auf gegenseitiges Vertrauen und hoffe, dass der Optimismus nicht zu kurz komme. Die SPD-Vorsitzende Bas sagte dem Magazin "Der Spiegel", sie werde alles in ihrer Macht Stehende tun, um ein Scheitern der Koalition zu verhindern. Ein solches würde nur der AfD in die Hände spielen. Die Bundesarbeitsministerin fügte hinzu, die Regierung sei "besser als ihr Ruf".

      Mehr zum Thema:

      Korrespondentenbericht: Ein Jahr schwarz-rote Koalition (Audio)

    • Klimaneutral ab 2045Bundeswirtschaftsministerium bekräftigt Klimaziele trotz Kritik an Heizungsgesetzentwurf

      Nach Kritik am Entwurf des sogenannten Heizungsgesetzes hat das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass die Klimaziele dadurch nicht in Gefahr seien.

      Ein Sprecher sagte in Berlin, Ressortschefin Reiche stehe zum gesetzlich verankerten Ziel, dass Deutschland ab 2045 klimaneutral wirtschafte. Im Entwurf des Gebäude-Modernisierungsgesetzes ist ein Verbot fossiler Brennstoffe nach 2045 nicht mehr geplant. Der Übergang zum klimafreundlicheren Heizen soll stattdessen über eine sogenannte "Bio-Treppe" festgelegt werden: Wer weiterhin mit Gas oder Öl heizt, muss einen bestimmten Prozentsatz an klimafreundlichen Brennstoffen beimischen, der in regelmäßigen Abständen erhöht wird. Der Entwurf soll das vorherige Gesetz der Ampelkoalition ersetzen.

      Organisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz sowie Grüne und Linke hatten die Änderungen kritisiert.

    • Iran-KriegIsraelische Armee greift Hisbollah in Beirut an - Iranisches Regime prüft Vorschlag zum Kriegsende

      Trotz der geltenden Waffenruhe hat die israelische Armee erneut die Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen.

      Dabei wurde erstmals seit der Feuerpause wieder ein Vorort der Hauptstadt Beirut getroffen. Die Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern stagnieren zur Zeit. Der libanesische Ministerpräsident Salam sagte der staatlichen Nachrichtenagentur NNA, für ein Treffen von Staatsvertretern sei es noch zu früh.

      Derweil griffen US-Streitkräfte einen unbeladenen iranischen Tanker an, der die Blockade vor einem iranischen Hafen durchbrechen wollte. Zuvor hatte das Regime in Teheran angekündigt, einen amerikanischen Vorschlag zur Beendigung des Krieges zu prüfen.

      Frankreichs Präsident Macron gab die Verlegung eines Flugzeugträgers in Richtung des Golfs von Aden bekannt. Auch habe er Irans Präsidenten Peseschkian Gespräche zur Straße von Hormus geführt.

    • Europa-PolitikWadephul (CDU) schlägt Reformen der EU-Entscheidungsregeln vor

      Außenminister Wadephul dringt auf baldige und weitreichende Reformen der Europäischen Union.

      In einer Grundsatzrede bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin schlug der CDU-Politiker eine verstärkte Zusammenarbeit einer kleineren Gruppe von Ländern in Fragen vor, in denen ein Konsens aller 27 Mitgliedstaaten nicht erreichbar ist. Außerdem forderte er, das Einstimmigkeitsprinzip bei außenpolitischen Themen durch qualifizierte Mehrheiten zu ersetzen, um langwierige Blockaden einzelner Länder zu verhindern. Als Beispiel nannte Wadephul den monatelangen Widerstand Ungarns gegen einen Kredit von 90 Milliarden Euro für die Ukraine.

      Wörtlich sprach der Bundesaußenminister von einer "existenziellen Gefahr" durch das bisherige Einstimmigkeitsprinzip in Fragen der Sicherheit, bei denen es auch um Leben und Tod gehen könne.

    • Nach Hantavirus-AusbruchKreuzfahrtschiff nimmt Kurs auf Teneriffa - Deutsche mit Virusverdacht wird in Düsseldorf untersucht

      Das niederländische Kreuzfahrtschiff, das nach einem Hantavirus-Ausbruch vor Kap Verde tagelang vor Anker lag, hat die Inselgruppe vor der Westküste Afrikas verlassen.

      Es nimmt nun Kurs auf die Kanareninsel Teneriffa. Die spanische Regierung in Madrid hatte dem Schiff mit knapp 150 Menschen die Erlaubnis dafür erteilt. Inzwischen wurden drei Passagiere mit Infektions-Verdacht in Spezialflugzeugen evakuiert. Unter ihnen ist eine Deutsche, sie wurde am Abend in die Universitätsklinik nach Düsseldorf transportiert. An Bord selbst wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bislang acht mutmaßliche Hantavirus-Fälle registriert, fünf davon wurden mittlerweile bestätigt.

      Drei Infizierte starben, darunter auch eine Deutsche. Je nach Virenstamm kann das Hantavirus im schlimmsten Fall zu Nierenversagen oder Lungenödemen führen.

    • Fußball-Champions-LeagueBayern München im Halbfinale gegen Paris Saint-Germain ausgeschieden

      Der FC Bayern München hat den Einzug ins Finale der Fußball-Champions-League verpasst.

      Im Halbfinal-Rückspiel erreichte der Bundesligist und deutsche Fußball-Meister lediglich ein 1:1 gegen Paris Saint-Germain. Die Franzosen hatten das Hinspiel mit 5:4 gewonnen.

      Gegner im Finale ist der FC Arsenal. Die Engländer hatten tags zuvor ihr Rückspiel in London mit 1:0 gegen Atlético Madrid gewonnen. Das Hinspiel war 1:1 ausgegangen.

    • BerufsbildungsberichtFast jeder fünfte junge Mensch in Deutschland ohne Berufsabschluss

      In Deutschland haben nach wie vor viele junge Menschen keinen Berufsabschluss. Wie aus dem vom Bundeskabinett vorgestellten jährlichen Berufsbildungsbericht hervorgeht, hatten zuletzt rund 2,8 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren keine abgeschlossene Berufsausbildung oder keinen Hochschulabschluss.

      Der Bericht der Bundesregierung verweist auch auf Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung. Demnach gab es Ende September des vergangenen Jahres weniger Ausbildungsplätze als zuvor. Dennoch waren über 50.000 Stellen unbesetzt, obwohl fast 40.000 Bewerber keinen Ausbildungsplatz fanden. Bundesbildungsministerin Prien erklärte, Angebot und Nachfrage passten häufig nicht zusammen. Regionale Unterschiede und eine ungleiche Verteilung bei den Ausbildungsberufen verstärkten diese Entwicklung.

      Verdi: Lage ist nicht akzeptabel

      Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi warf den Betrieben vor, zu wenig Ausbildungsplätze anzubieten. Über Fachkräftemangel zu klagen und sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen, passe nicht zusammen, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Bühler. Die Gewerkschaft forderte die bundesweite Einführung einer Ausbildungsumlage als Anreiz, damit mehr Betriebe ausbilden. Als Vorbild nannte Verdi den Ausbildungsfonds von Bremen und Berlin.

      Verdi forderte zudem mehr außerbetriebliche Ausbildungsangebote als "verlässliches Auffangnetz". Um allen jungen Menschen eine Perspektive zu geben, müssten zudem hohe Zugangshürden abgebaut werden.

      Demografischer Wandel: Sorge um Fachkräfte

      Die im Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung vertretenen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Länder erklärten, der demografische Wandel stelle weiterhin eine enorme Herausforderung für die Sicherung
      der Fachkräftebasis dar. Künftig gingen erheblich mehr Beschäftigte in den Ruhestand als junge Menschen ins Erwerbsleben nachkämen. Deshalb müssten Sozialpartner, Bund und Länder weiter gemeinsam Lösungen entwickeln, wie die Integration von jungen Menschen in die berufliche Bildung verbessert werden könne.

      Arbeitergeberseite beklagt Defizite junger Menschen

      Die Vertreter der Arbeitgeber im Ausschuss erklärte: Zu oft fehle es Ausbildungssuchenden an grundlegenden Kompetenzen in Lesen, Schreiben und Rechnen. Auch beim Arbeits- und Sozialverhalten machten Unternehmen immer wieder Defizite aus. Bestehende Unterstützungsangebote müssten deshalb noch bekannter gemacht werden. Auf der anderen Seite sollten Unternehmen ihre angebotenen Ausbildungsstellen für Suchende, Eltern sowie Beratungsfachkräfte noch sichtbarer machen. Als Beispiel wurde eine engere Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit genannt.

    • AuslandsgeheimdienstDatenschutzbeauftragte warnt vor geplantem Entzug der Kontrolle über den BND

      Die Bundesdatenschutzbeauftragte Specht-Riemenschneider warnt vor Plänen der schwarz-roten Koalition, ihrer Behörde die Aufsicht über den Bundesnachrichtendienst zu entziehen.

      Es drohe eine gefährliche Schieflage zulasten der Bürger und damit zulasten des Rechtsstaats, sagte sie in Berlin. Betroffene könnten dann nur noch sehr eingeschränkt erfahren, wie Nachrichtendienste und Sicherheitsbehörden ihre Daten verarbeiteten. - Die Bundesregierung will die Befugnisse des deutschen Auslandsnachrichtendienstes umfassend erweitern. Wie das ZDF unter Verweis auf einen Gesetzentwurf berichtete, soll die Datenschutzbeauftragte den BND im Zuge dessen nicht mehr kontrollieren. Verantwortlich sein solle künftig der Unabhängige Kontrollrat. Dieser prüft bereits heute Aufklärungsmaßnahmen des BND.

    • G7-TreffenHandelsminister prangern Beschränkungen für Seltene Erden an

      Die Wirtschafts- und Handelsminister der G7-Staaten haben sich besorgt über willkürliche Ausfuhrbeschränkungen von Seltenen Erden gezeigt.

      Dies könne zu Störungen der Lieferketten führen und die wirtschaftliche Sicherheit beeinträchtigen, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme zum Abschluss eines zweitägigen Treffens in Paris. Die Minister der sieben Industrieländer prangerten zudem marktverzerrende Praktiken und strukturelle Überkapazitäten an. Im vergangenen Jahr hatte China Exportbeschränkungen für Seltene Erden eingeführt, die zur Herstellung von Akkus und Halbleitern gebraucht werden.

      Frankreich mahnte bei dem Treffen einen engen Schulterschluss zwischen den USA und Europa an und warnte vor Drohgebärden. Hintergrund ist die Ankündigung von US-Präsident Trump, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen. Trump begründete das mit dem Vorwurf, die EU halte sich nicht an das vereinbarte Handelsabkommen.

    • BundestagAbgeordnete positionieren sich für Reform der Organspende

      Im Bundestag formieren sich fraktionsübergreifend neue Initiativen mit dem Ziel, die Zahl der Organspenden in Deutschland zu erhöhen.

      Anhänger der sogenannten Widerspruchslösung wollen ihre Vorschläge morgen vorstellen. Zu der Gruppe gehören Abgeordnete von CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken. Die Widerspruchslösung sieht vor, dass grundsätzlich jeder als Organspender gilt, sofern er dem nicht ausdrücklich widerspricht.

      Eine weitere neu gebildete Gruppe aus Abgeordneten derselben Parteien warnt jedoch vor diesem Ansatz. Sie kritisieren die Widerspruchslösung bei der Organspende als Eingriff in das Recht auf Selbstbestimmung. Die Initiative setzt sich stattdessen für freiwillige Entscheidungen ein. Sie fordert, bestehende Regelungen besser umzusetzen.

      Derzeit ist eine Organentnahme in Deutschland nur zulässig, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat. Möglich ist die Organentnahme auch, wenn Angehörige nach dem Tod der Person zustimmen. Bereits 2020 hatte der Bundestag eine Widerspruchslösung abgelehnt.

    • Kurz vor Legislatur-Ende in Rheinland-PfalzLandtag ändert Verfassung, um AfD am alleinigen Einsetzen von Untersuchungsausschüssen zu hindern

      Kurz vor dem Ende der laufenden Legislaturperiode hat der Landtag von Rheinland-Pfalz die Hürden für das Einsetzen von Untersuchungsausschüssen erhöht.

      Die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP änderten dazu die Landesverfassung. AfD und Freie Wähler stimmten dagegen. Das Quorum für die Einsetzung wird damit von 20 auf 25 Prozent hochgesetzt. Hintergrund sind Befürchtungen der Parteien, dass die AfD das Parlament in Mainz mit einer Vielzahl von Untersuchungsausschüssen lahmlegen könnte. Die AfD ist nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz Ende März stark genug, um bei einem Quorum von 20 Prozent allein Untersuchungsausschüsse einrichten zu können. Ihre Fraktion hatte bereits einen zur Corona-Politik angekündigt. Die Partei erwägt juristische Schritte gegen die Verfassungsänderung. – Die 25-Prozent-Regelung gilt in mehreren anderen Bundesländern und im Bundestag.

    • Gegen digitale GewaltHateAid erhält Günter Wallraff-Preis 2026

      Der "Günter-Wallraff-Preis für Pressefreiheit und Menschenrechte" geht in diesem Jahr an die Organisation HateAid. HateAid biete Beratung, psychosoziale Hilfestellung und Prozesskostenfinanzierung für Betroffene digitaler Gewalt, heißt es in der Begründung.

      Der Namensgeber des Preises, der Investigativjournalist Günter Wallraff, erklärte, im digitalen Dschungel würden Menschen angegriffen, eingeschüchtert und öffentlich herabgewürdigt. Es werde versucht, sie zum Schweigen zu bringen. HateAid unterstütze diese Menschen und gebe ihnen ihre Stimme zurück, hob Wallraff hervor.

      Der mit 5.000 Euro dotierte Günter-Wallraff-Preis wird jedes Jahr von der Initiative Nachrichtenaufklärung beim "Kölner Forum für Journalismuskritik" verliehen, einer Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Deutschlandfunk. Das Forum findet am Freitag ab 14 Uhr im Kölner Funkhaus des Deutschlandfunks statt. Die Veranstaltung wird im Digitalradio und per Livestream übertragen.

    • Bayern-PSGIn Algerien inhaftierter Sportjournalist Christophe Gleizes: Familie hofft bei Champions-League-Halbfinale auf Solidaritätsaktion

      Vor dem Champions-League-Halbfinale am Abend hofft die Mutter eines in Algerien verhafteten französischen Sportjournalisten auf eine Solidaritätsaktion.

      Sylvie Godard sagte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk, die Fußballer von Paris Saint Germain könnten das Spiel gegen Bayern München nutzen, um auf das Schicksal ihres Sohnes Christophe Gleizes aufmerksam zu machen. Gestern hatte die Mutter mitgeteilt, dass er in der Hoffnung auf eine Begnadigung auf weitere Rechtsmittel verzichte.

      Im Mai 2024 war der Journalist in Algerien verhaftet worden. Die Justiz warf ihm vor, in Kontakt mit einem Sportfunktionär zu stehen, der zu einer Separatistenbewegung gehören soll. Diese wird in Algerien als Terrororganisation eingestuft. Im vergangenen Dezember wurde Gleizes zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das französische Außenministerium und die Organisation Reporter ohne Grenzen fordern seine Freilassung. - Der Fall erinnert an die Inhaftierung des französisch-algerischen Schriftstellers Boualem Sansal. Er wurde im vergangenen November in Algerien auch auf Ersuchen von Bundespräsident Steinmeier begnadigt.

    • MedienCNN-Gründer Ted Turner im Alter von 87 Jahren gestorben

      Im Alter von 87 Jahren ist der Gründer des US-Nachrichtensenders CNN, Ted Turner, gestorben.

      Turner stieg bereits in den 70er Jahren ins Fernsehgeschäft ein. 1980 rief er CNN ins Leben und schrieb damit Mediengeschichte. Fünf Jahre später gründete er CNN International und legte damit den Grundstein für die Verbreitung des Senders in der ganzen Welt. CNN wurde bekannt mit Berichten über den Golfkrieg 1991. Seitdem lebt der Sender von der Berichterstattung über das aktuelle Weltgeschehen.

    • BerlinBehinderte Menschen vergewaltigt: BGH bestätigt Haftstrafe für Pfleger

      Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen einen früheren Pfleger aus Berlin wegen sexuellen Missbrauchs geistig und körperlich beeinträchtigter Menschen bestätigt.

      Die vom Landgericht vor einem Jahr verhängte Haftstrafe von neuneinhalb Jahren behält damit Gültigkeit, wie aus dem in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss hervorgeht. Es war bereits das zweite Urteil des Landgerichts gegen ihn. Das erste von Juli 2023 hatte der BGH wegen Rechtsfehlern aufgehoben und zurückverwiesen. Der Mann hatte als Heilerziehungspfleger in einer Wohngruppe für Erwachsene mit geistiger und mehrfacher Behinderung gearbeitet. Gegenüber sechs dort lebenden Menschen verübte er sexualisierte Gewalttaten, die er filmte und fotografierte. Er war bereits im Zusammenhang mit Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern vorbestraft.

    • DüsseldorfUrsula Mecklenbrauck zur ersten Polizeibeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen gewählt

      Der Landtag in Nordrhein-Westfalen hat die erste unabhängige Polizeibeauftragte des Bundeslandes eingesetzt.

      Mit den Stimmen von CDU und Grünen wurde die Krefelder Polizeipräsidentin Ursula Mecklenbrauck gewählt. Die 49-jährige Juristin soll ihr Amt am 1. Oktober antreten. Bei Beschwerden oder Fragen zum Polizeiverhalten können sich Bürger, aber auch Beschäftigte der Polizei ab dann direkt an ihre Anlaufstelle wenden. 

      Die SPD enthielt sich bei der Abstimmung, FDP und AfD votierten dagegen. Sie beklagten unter anderem neue Bürokratie und einen Ausdruck des Misstrauens gegen die Polizei sowie grüne Ideologiepolitik. Die Deutsche Polizeigewerkschaft geht juristisch gegen das zugrundeliegende Gesetz vor. Sie befürchtet aufgrund der Ermittlungsbefugnisse Verstöße gegen die Gewaltenteilung.

    • StuttgartBaden-Württemberg: Grün-Schwarz stellt Koalitionsvertrag vor

      Grüne und CDU in Baden-Württemberg haben ihren Koalitionsvertrag für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. Grünen-Verhandlungsführer Özdemir sagte in Stuttgart, man wolle nicht einfach nur regieren, sondern in stürmischen Zeiten auch gestalten. CDU-Chef Hagel sprach von einer Reformkoalition, die bodenständig, pragmatisch und ehrlich auftreten wolle.

      Schwerpunkt der Koalition ist die Wirtschaftspolitik. Vorgesehen ist unter anderem, dass Unternehmensgründungen innerhalb von zwei Tagen möglich sein sollen. Schüsseltechnologien sollen gezielt gefördert und Bürokratie abgebaut werden. Nach der erwarteten Zustimmung durch Parteitage soll der Koalitionsvertrag am nächsten Montag unterzeichnet werden.

      In Rheinland-Pfalz haben die Verhandlungsteams von CDU und SPD ihren Koalitionsvertrag unterschrieben. Damit steht gut sechs Wochen nach der Landtagswahl die Grundlage für die Regierungszusammenarbeit für die nächsten fünf Jahre. 

      Mehr zum Thema:

      Grün-schwarze Inhalte – Vorstellung des Koalitionsvertrages in Baden-Württemberg (Audio)

    • E-ZigarettenBrandenburg und Nordrhein-Westfalen wollen Verbot von Einweg-Vapes voranbringen

      Die Umweltminister von Brandenburg und Nordrhein-Westfalen wollen die Einführung eines Verbots von Einweg-E-Zigaretten forcieren.

      Diese sogenannten Vapes, bei denen sich weder Batterie noch Flüssigkeit austauschen ließen, seien eine Gefahr für die Umwelt, erklärte Brandenburgs Ressortchefin Mittelstädt, SPD, mit Blick auf die bevorstehende Umweltministerkonferenz in Leipzig. Zusammen mit NRW will sie dort einen entsprechenden Antrag einbringen. Die Bundesregierung soll so erneut aufgefordert werden, das Verbot zeitnah umzusetzen. Der Bundesrat hatte sich bereits mehrfach dafür ausgesprochen. Die Bundesregierung selbst erklärte bereits ihre Bereitschaft. Pläne präsentierte sie aber noch nicht.

    • EhrungMünchen will Platz nach Schöpfer der "Wimmelbücher" Ali Mitgutsch bennen

      In München soll der Schöpfer der Wimmelbücher, Ali Mitgutsch, posthum mit einem nach ihm benannten Platz geehrt werden.

      Dieser liege in der Maxvorstadt und sei nicht weit von dem Ort entfernt, wo der 2022 gestorbene Buchillustrator und Autor lange gewohnt habe, teilte die Stadt mit. Mitgutsch wurde 1935 in München geboren. Seine Karriere begann er als Grafiker. Mit den Wimmelbüchern schuf Migutsch ein neues Genre. Es handelt sich dabei um großformatige, textlose Bilderbücher mit extrem detailreichen Szenen. Er verkaufte mehrere Millionen Exemplare. 1968 war sein erstes Wimmelbuch herausgekommen. Danach erschienen mehr als 70 Bücher, Poster und Puzzles mit seinen Figuren und Zeichnungen.

    • KabinettsbeschlussBundeswehr-Einsatz vor der libanesischen Küste im Rahmen von Unifil letztmalig verlängert

      Das Bundeskabinett hat den Bundeswehr-Einsatz vor der libanesischen Küste bis Juni 2027 beschlossen.

      Es ist die letztmalige Verlängerung im Rahmen der Unifil-Mission, die nach einer Entscheidung des UNO-Sicherheitsrats im nächsten Jahr endet. Der Einsatz startete 1978 um das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon zu überwachen. Derzeit sind noch 10.000 Soldaten beteiligt. Nach ihrem Abzug soll die libanesische Armee die Kontrolle übernehmen. 

      Die ⁠Bundeswehr beteiligt sich ⁠seit 2006 an dem ⁠Einsatz. Er hat vor allem die Unterbindung des Waffenschmuggels an die Hisbollah-Miliz und die Ausbildung der libanesischen Streitkräfte zum Ziel. Der Bundestag muss noch über die Verlängerung entscheiden, ein Ja gilt aber als ​sicher.

    • Politisch motivierte StraftatenBundesweite Razzia gegen rechtsextreme Jugendorganisationen

      Die Polizei ist mit einer bundesweiten Razzia gegen die rechtsextremen Gruppen "Deutsche Jugend Voran" sowie "Jung und Stark" vorgegangen. Ermittler durchsuchten rund 50 Objekte in zwölf Bundesländern. Bundesjustizministerin Hubig nannte es erschütternd, dass militante rechtsextreme Gruppen "gerade auch unter jungen Menschen" Zulauf hätten.

      Nach Auskunft des Generalbundesanwalts werden 36 Personen beschuldigt, Mitglied in einer kriminellen Vereinigung zu sein. Gegen mehrere Personen werde zudem wegen Rädelsführerschaft und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Wie das Magazin "Spiegel" berichtet, soll der jüngste Beschuldigte erst 16 Jahre alt sein.

      Hubig (SPD): "Rechtsextreme Gruppe richten sich gegen unsere Demokratie"

      Ministerin Hubig sagte in Berlin, Rechtsextremismus sei die größte Gefahr, die Deutschland von innen bedrohe. Die Aktionen militanter rechtsextremer Gruppen richteten sich gegen alle Menschen, die sie als Feinde identifiziert hätten - und zugleich gegen unsere Demokratie. Berichte des Verfassungsschutzes zeigten, dass die Gruppen einen ungebrochen großen Zulauf hätten, betonte die SPD-Politikerin.

      Die rechten Jugendorganisationen "Jung und Stark" sowie "Deutsche Jugend Voran" sind seit 2024 verstärkt in Erscheinung getreten. Sie fallen vor allem mit Einschüchterungsaktionen auf öffentlichen Straßen auf. Diese richten sich gegen linke, homosexuelle und queere Menschen sowie gegen solche mit Einwanderungsgeschichten. Bekannt sind unter anderem gewaltbereite Störaktionen gegen CSD-Veranstaltungen und Überfälle auf Einzelpersonen. Hinzu kommt die Agitation in Sozialen Medien, etwa die Glorifizierung rechtsextremistischer Terroranschläge.

      Beobachter schätzen, dass die Gruppen mehrere hundert Mitglieder haben.

    • Benzin und DieselSpritpreise niedriger - aber nicht um Höhe des Tankrabatts

      Die Spritpreise an den deutschen Tankstellen sind in den vergangen sieben Tagen laut ADAC zwar gesunken - aber nicht in Höhe des sogenannten Tankrabatts.

      Der Preis für einen Liter Super E10 lag gestern im Tagesdurchschnitt bei rund 2,03 Euro pro Liter, wie der Automobilclub mitteilte. Das waren 7,8 Cent weniger als vor einer Woche. Der Preis für Diesel sank um 10,5 Cent. Ein Liter kostete durchschnittlich 2,10 Euro. Die als Tankrabatt bekannte Energiesteuersenkung beträgt rund 17 Cent.

      Die Mineralölwirtschaft hatte angedeutet, dass die Steuersenkung wohl nicht umgehend bei den Verbrauchern ankommen werde.

    • Kreuzfahrtschiff im AtlantikVirologe Schmidt-Chanasit hält größere Ausbreitung des Hantavirus für unwahrscheinlich

      Der Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik sorgt seit Tagen für Schlagzeilen. Inzwischen scheint klar zu sein, dass sich das Virus an Bord der "MV Hondius" von Mensch zu Mensch übertragen hat. Der Tropenmediziner Jonas Schmidt-Chanasit hält eine größere Ausbreitung des Hantavirus dennoch für unwahrscheinlich.

      Schmidt-Chanasit sagte im Podcast "Unboxing News" von Deutschlandfunk Nova, das Hantavirus sei viel weniger ansteckend als zum Beispiel das Coronavirus. Für eine Infektion müssten Menschen über einen langen Zeitraum sehr engen Kontakt haben - eben wie auf dem Kreuzfahrtschiff. Dann allerdings sei die Fallsterblichkeit viel höher als beim Coronavirus. Laut dem Forscher vom Tropeninstitut Hamburg liegt sie bei der Andes-Variante des Hantavirus bei 30 bis 40 Prozent.

      Wie sicher ist es, dass der Ausbruch auf den Andes-Stamm des Hantavirus zurückgeht?

      Laut der südafrikanischen Regierung ist der Andes-Stamm bei einem Passagier, der nach Südafrika geflogen wurde, in Labortests "vorläufigen Ergebnissen zufolge" nachgewiesen worden. Nur beim Andes-Stamm ist eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung überhaupt möglich. Bei einem weiteren Passagier, der in die Schweiz gebracht wurde, gelang der Nachweis laut dem Uniklinikum Genf ebenfalls.

      Der Andes-Stamm des Hantavirus ist vor allem in Südamerika verbreitet. Am Anfang löse es vor allem grippeähnliche Symptome oder Magenprobleme aus, sagt Katrin Kühn aus der Deutschlandfunk-Wissenschaftsredaktion. Es gebe keine Medikamente, die direkt gegen das Virus helfen. Atemwegsproblem würden mit Sauerstoffzufuhr gelindert.

      Wie ist das Virus auf die "MV Hondius" gekommen?

      Das ist nicht bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation teilte mit, der erste auf dem Schiff erkrankte Passagier habe sich vermutlich schon vor Beginn der Reise infiziert, die von Ushuaia in Argentinien zu den Kapverden vor der Küste Westafrikas führte. Zwischen dem 6. und 28. April seien dann immer mehr der knapp 150 Passagiere und Besatzungsmitglieder auf dem Schiff krank geworden. Sie litten laut WHO zunächst an Fieber und Magen-Darm-Problemen und entwickelten dann rasch Atemwegserkrankungen bis hin zu Lungenentzündung, akutem Atemnot und Schock.

      Wie viele Todesopfer gibt es?

      Drei Passagiere der "MV Hondius" sind an den Folgen der Hantavirus-Infektion gestorben. Weitere haben sich angesteckt und zeigen Symptome. Zwei schwer erkrankte Besatzungsmitglieder und eine Kontaktperson sind von Bord geholt worden und sollen laut WHO in den Niederlanden behandelt werden.

      Wie wird das Hantavirus übertragen?

      Hantaviren werden normalerweise von Nagetieren übertragen. Sie verbreiten sich über infizierte Ausscheidungen. Die Zeit zwischen dem Kontakt mit dem Virus und dem Auftreten erster Symptome kann bis zu acht Wochen betragen. Es gibt keinen spezifischen Impfstoff.

      Wie häufig kommen Infektionen mit dem Andes-Stamm in Europa vor?

      Laut Jonas Schmidt-Chanasit vom Tropeninstitut in Hamburg sind Fälle, in denen der Andes-Stamm des Hantavirus nach Europa "importiert" wurde, eine "absolute Rarität". Normalerweise infizierten sich Soldaten, Forstarbeiter oder Menschen, die in der Landwirtschaft tätig seien, weil sie eher Kontakt mit Nagetieren hätten.

      Wie geht es weiter mit den Passagieren auf der MV Hondius?

      Das Kreuzfahrtschiff liegt derzeit weiter vor Kap Verde. Die spanische Regierung hat erlaubt, dass die MV Hondius auf den Kanaren anlegen darf - gegen den Willen der kanarischen Regionalregierung, die Sicherheitsbedenken geltend macht. Wie lange die Passagiere in Quarantäne müssen, ist offen.

      Die WHO stuft das Risiko für die breite Öffentlichkeit als gering ein. Reisebeschränkungen werden nicht empfohlen. Forscherinnen und Forscher aus mehreren Ländern arbeiten zusammen, um die Erregerart genetisch zu klären und die Ausbreitungskette besser zu verstehen.

    • LuftfahrtDeutschland könnte im Krisenfall Kerosin-Lieferungen aus Israel erhalten

      Angesichts der angespannten Lage auf den Energiemärkten durch den Iran-Krieg könnte Israel Deutschland mit Flugzeugtreibstoff beliefern.

      Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mit. Im Rahmen einer bestehenden Energiepartnerschaft habe Israel Lieferungen von Kerosin und Erdgas in Aussicht gestellt. Angaben zu Details und Mengen lägen nicht vor, da Unternehmen die Verträge machten. Nach Angaben des Ministeriums gibt es auch konstruktive Gespräche mit anderen Ländern. 

      Weiter hieß es, derzeit sehe man keine Energieknappheit in Deutschland. Man beobachte die Lage aber weiter aufmerksam, um im Notfall schnell eingreifen zu können.

      Durch den Iran-Krieg hat sich der Preis für Kerosin mehr als verdoppelt, Experten warnen vor möglichen Engpässen im Sommer auch in Deutschland.

    • AsylKanzleramtsminister Frei (CDU) feiert "Migrationswende" durch Bundesregierung - Forscher Knaus widerspricht

      Kanzleramtsminister Frei hat eine positive Bilanz der Bundesregierung beim Thema Migrationspolitik gezogen.

      Man habe die Wende geschafft, sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es kämen deutlich weniger Flüchtlinge ins Land. Straftäter würden sogar nach Syrien und Afghanistan abgeschoben. Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) sei hier sehr erfolgreich. Der Kanzleramtschef betonte, eine Situation wie die Flüchtlingskrise 2015 dürfe sich nicht wiederholen. Diese Regierung zeige, dass sich etwas ändere, wenn man an den richtigen Stellschrauben drehe.

      Der Migrationsforscher Gerald Knaus hatte gestern betont, die Entwicklung habe wenig mit der Bundesregierung zu tun. Dass die Asylanträge in Deutschland zurückgegangen seien, liege vor allem am Sturz des Assad-Regimes in Syrien und dem damit einhergehenden Rückgang der Flüchtlingszahlen. Die Bundesregierung setze indes auf Symbolpolitik, kritisierte er mit Blick auf die Zurückweisungen an den Binnengrenzen. Dies habe einst nur die AfD gefordert, sei europarechtswidrig und entfalte wenig Wirkung.

    • Besuch in Schweden und FinnlandBundespräsident Steinmeier mahnt Verlässlichkeit der USA in der NATO an

      Bundespräsident Steinmeier hat von den USA mehr Verlässlichkeit innerhalb der NATO gefordert.

      Bei einem Besuch in der schwedischen Hauptstadt Stockholm sagte Steinmeier, die europäischen Staaten seien bereit, im Verteidigungsbündnis mehr Lasten zu übernehmen. Es bedürfe aber weiterhin des Schutzes durch die USA. Darauf müsse man sich verlassen können. Mit Blick auf die Ankündigung von Präsident Trump, mehrere tausend amerikanische Soldaten aus Deutschland abzuziehen, führte Steinmeier aus, je weniger die Vereinigten Staaten in Europa mit Truppen präsent seien, desto mehr müsse Europa selbst tun. Nur so ließe sich die erforderliche Abschreckung aufrechterhalten. Schwedens Ministerpräsident Kristersson erklärte, die Sicherheitslage in der Ostsee sei in modernen Zeiten vermutlich noch nie so angespannt gewesen wie heute.

      Neben Schweden besucht Steinmeier morgen auch Finnland. Beide Länder sind der NATO nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs beigetreten.

    • VerwaltungsgerichtAusweiskontrollen und Videoüberwachung in Berliner Freibädern rechtens

      Videoüberwachung und Ausweiskontrollen in einigen Freibädern Berlins sind rechtens.

      Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden. Die Eingriffe in die Rechte der Badegäste seien gering und im Interesse der Sicherheit, so das Gericht. Die Berliner Bäderbetriebe seien zu der berechtigten Einschätzung gelangt, mit den Maßnahmen aggressives Verhalten zurückdrängen zu können. Das Gericht gab damit den Betrieben recht, die gegen eine Verwarnung der Datenschutzbeauftragten geklagt hatten.

      Die Bäderbetriebe hatten im Jahr 2023 in einigen Einrichtungen flächendeckende Ausweiskontrollen ab 14 Jahren und Videoüberwachung im Eingangsbereich eingeführt. Davor hatte es wiederholt Drohungen und Angriffe von Badegästen untereinander und gegenüber dem Personal gegeben.

      (VG 42 K 73/25)

    • Iran-KriegChinesischer Außenminister fordert umfassenden Waffenstillstand

      Der chinesische Außenminister Wang hat einen umfassenden Waffenstillstand im Iran-Krieg gefordert.

      Beim Besuch seines iranischen Kollegen Araghtschi in Peking sagte Wang, der Krieg habe schwere Auswirkungen auf den regionalen und globalen Frieden. Ein umfassender Waffenstillstand sei daher dringend geboten. Bei dem Treffen betonte Wang, es sei daher wichtig, am Dialog sowie an Friedensverhandlungen festzuhalten. Für den iranischen Außenminister war es die erste Reise nach China seit Beginn des Krieges zwischen dem Iran und den USA sowie Israel. China hat aufgrund seiner engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Teheran besonderen Einfluss.

      Unterdessen hieß es aus pakistanischen Vermittlerkreisen, die USA und der Iran stünden kurz vor einer Einigung zur Beendigung des Kriegs. Eine entsprechende Absichtserklärung könne sehr bald unterzeichnet werden. Stellungnahmen aus Washington oder Teheran liegen dazu bisher nicht vor.

      Mehr zum Thema:

      Über weitere wichtige Entwicklungen zur Lage im Nahen Osten berichten wir in einem Newsblog.

    • 25. StudioalbumRolling Stones bringen im Juli neue Platte heraus

      Die Rolling Stones bringen ein neues Album heraus. Die Platte mit dem Titel "Foreign Tongues" soll am 10. Juli erscheinen, wie die britische Band mitteilte.

      Es wäre das 25. Studioalbum der Rocklegenden und folgt weniger als drei Jahre nach "Hackney Diamonds". Dieses war von Musikkritikern gelobt worden und führte die Charts in zahlreichen Ländern an. Vor "Hackney Diamonds" hatte es 18 Jahre lang kein neues Stones-Album mehr gegeben.

      Auf der neuen Platte sollen auch der ehemalige Beatles-Bassist Paul McCartney und The Cure-Frontmann Robert Smith zu hören sein. Die Band veröffentlichte gleichzeitig mit der Bekanntgabe des neuen Albums die neue Single "In The Stars". In einem Video auf Instagram sind Sänger Mick Jagger, Band-Mitbegründer Keith Richards und Bassist Ronnie Wood bei der Arbeit in einem Tonstudio zu sehen.

    • MedienUS-Verlagshäuser reichen Urheberrechtsklage gegen Meta wegen KI-Training ein

      In den USA haben mehrere Verlagshäuser den Tech-Konzern Meta und seinen Chef Mark Zuckerberg wegen des Vorwurfs der Urheberrechtsverletzung verklagt.

      Sie reichten die Klageschrift bei einem US-Bundesgericht in Manhattan ein. Darin wird Meta vorgeworfen, Millionen urheberrechtlich geschützte Werke ihrer Autoren widerrechtlich genutzt zu haben, um sein auf Künstlicher Intelligenz basierendes Sprachmodell "Llama" zu trainieren. Dabei sei Meta bewusst gewesen, dass es gegen das Urheberrecht verstoße.

      Zu den Klägern zählen unter anderem die Verlage Elsevier, Hachette Book Group und Macmillan. Meta weist die Vorwürfe zurück.

    • KrankenhausreportHälfte der Klinikbehandlungen ambulant möglich

      Stationäre Krankenhausbehandlungen sind in etwa jedem zweiten Fall vermeidbar und könnten ambulant stattfinden.

      Zu diesem Ergebnis kommt der AOK-Krankenhausreport, der in Berlin vorgestellt wurde. In dem Bericht heißt es, von bundesweit 15,2 Millionen Krankenhausbehandlungen im Jahr 2024 hätten etwa 8,6 Millionen Fälle ambulant behandelt werden können. Dies gelte vor allem für die Innere Medizin und die Allgemeine Chirurgie. Zudem würden in der Notfallaufnahme Fälle unnötigerweise stationär aufgenommen.

      Der Mitherausgeber des Krankenhausreports, Scheller-Kreinsen, sagte, ambulante Behandlungen seien kostengünstiger als eine stationäre Versorgung, da unter anderem der teure Bedarf einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung entfalle.

    • Gesundheitspolitik ADAC warnt: Krankenkassen-Sparpaket gefährdet Luftrettung vor allem in ländlichen Gebieten

      Die ADAC‑ Luftrettung warnt vor negativen Folgen des geplanten Krankenkassen-Sparpakets, vor allem für ländliche Regionen.

      Sollte der Gesetzentwurf der Bundesregierung unverändert umgesetzt werden, drohten mittelfristig Einschränkungen von Leistungen oder sogar die Schließung einzelner Luftrettungsstationen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Bruder. Besonders betroffen wären strukturschwache Regionen. Dort habe die Luftrettung häufig eine entscheidende Rolle bei lebensbedrohlichen Notfällen, weil es auf dem Land weniger Rettungswachen und Krankenhäuser gebe. Hintergrund ist laut ADAC eine im Gesetzentwurf vorgesehene Begrenzung von Vergütungssteigerungen. Bereits jetzt sei die Luftrettung teilweise auf Spenden angewiesen, führte Bruder aus. Bei Umsetzung des Gesetzes wäre die Luftrettung dauerhaft strukturell unterfinanziert.

    • Straße von HormusSchiff französischer Reederei in Meerenge angegriffen - US-Geleitschutz ausgesetzt

      In der Straße von Hormus ist erneut ein Frachtschiff angegriffen worden.

      Nach Angaben der französischen Reederei CMA CGM wurde das Containerschiff "San Antonio" dabei gestern beschädigt. Die Besatzungsmitglieder seien von Bord geholt worden, es soll auch mehrere Verletzte geben. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

      Am Montag hatten die USA eine Geleitschutz-Mission für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus begonnen. Die Mission ist jedoch derzeit wieder ausgesetzt. US-Präsident Trump teilte mit, während der Pause solle geprüft werden, ob ein Friedensabkommen mit dem iranischen Regime zustandekommen könne. Er betonte, dass die Blockade iranischer Häfen bestehen bleibe. Die USA schlugen auch vor, eine multinationale Marinekoalition aufzubauen, um die Meerenge nach Ende des Konflikts zu sichern.

      Der iranische Außenminister Araghtschi traf derweil seinen chinesischen Amtskollegen Wang in Peking. Nach dem Gespräch erklärte Araghtschi, der Iran werde ausschließlich ein faires und umfassendes Abkommen mit den USA akzeptieren.

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    • KultusministeriumHymnenpflicht an bayerischen Schulen kommt

      In Bayern sollen in Schulen künftig Hymnen abgespielt werden. Das Kultusministerium teilte mit, dass ab dem Schuljahr 2026/2027 bei festlichen Abschlussveranstaltungen mindestens zwei Lobgesänge erklingen müssen, darunter auf jeden Fall die Bayernhymne.

      Zunächst hatte die CSU vorgeschlagen, sogar drei Hymnen zu spielen - nämlich National-, Europa- und Bayernhymne. Laut Ministerium, das auf einen Austausch mit den Schulen verweist, sollen es jetzt nur noch zwei sein. Ob die Hymnen vom Band oder von einer Musikgruppe gespielt werden, liege "im Ermessen der Schulleitung". Durch das Aushändigen von Textblättern solle es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Abschlussfeier ermöglicht werden mitzusingen. Eine Pflicht zum Mitsingen gebe es aber nicht.

      Ministerium verweist auf Strafgesetzbuch

      Das Ministerium verwies dabei auch auf einen Paragraphen im Strafgesetzbuch (§90a StGB Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole), auf dessen Einhaltung zu achten sei.

      Die Gewerkschaft GEW sprach von einer Überreaktion. Offensichtlich befürchte das Ministerium, dass die staatlich verordnete Singstunde nicht von allen so bierernst genommen werde wie gewünscht, und schwenke schon mal vorsorglich die Keule des Strafgesetzbuches, kritisierte GEW-Vize Weinberger.

    • "Asphärische Monofokallinsen"Grauer Star: NDR prangert Abzocke durch Augenärzte bei OPs an

      Einer Recherche des NDR zufolge werden zahlreiche Patienten bei Grauer-Star-Operationen übervorteilt.

      Augenärzte machten ihnen unseriöse Angebote, wonach sie Hunderte Euro für angebliche Premiumlinsen selbst zahlen sollten, obwohl die Krankenkassen die Kosten komplett übernehmen würden, berichtet der Sender unter Berufung auf ihm vorliegende Abrechnungen und Behandlungsverträge. Man habe dazu mehrere Augenarztketten angefragt. Die meisten hätten gar nicht geantwortet, zwei nur allgemein. Augenärzte führen nach Schätzungen etwa eine Million Grauer-Star-Eingriffe in Deutschland pro Jahr durch. Als Grauen Star bezeichnet man eine verbreitete Erkrankung, bei der sich die Augenlinse eintrübt. Wird die Sicht zu schlecht, erfolgt - überwiegend ambulant - eine OP.

      Ein systemisches Problem gibt es aus Sicht des Bundesverbands der Augenärzte nicht. Grundsätzlich halte man es für richtig, individuelle Mehrleistungen selbst zu tragen, statt alle Beitragszahler damit zu belasten, teilte der BVA nach NDR-Angaben mit. Falls Einzelne das ausnutzten, empfehle man, dieses Verhalten zu hinterfragen und zu verfolgen, statt die Regelung als Ganzes infrage zu stellen.

      Bei den Premiumlinsen handelt es sich um sogenannte asphärische Monofokallinsen, die mittlerweile weltweit als medizinischer Standard gelten. OP-Zentren bekommen sie laut NDR zu einem Preis, der deutlich unter dem liegt, was die gesetzlichen Krankenversicherungen pauschal erstatten. Viele Augenärzte sollen aber behaupten, dass nur sphärische Linsen Kassenleistung seien, und für eine asphärische Variante oft mehr als 500 Euro Aufpreis pro Auge verlangen.

    • HeizungsgesetzCaritas mahnt konsequente Umstellung auf erneuerbare Energien an

      Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, Welskop-Deffaa, hat den Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums für das neue Heizungsgesetz kritisiert.

      Wer Anreize für fossile Energien erhalte, erweise Menschen mit wenig Einkommen ebenso wie dem Klima einen Bärendienst, sagte die Chefin des Wohlfahrtsverband der römisch-katholischen Kirche dem Deutschlandfunk. Die aktuelle Energiekrise mache sichtbar, wie riskant die Abhängigkeit von fossiler Energie sei. Welskop-Deffaa mahnte eine konsequente Umstellung auf erneuerbare Energien an. Kritik an dem Referentenentwurf für ein Gebäudemodernisierungsgesetz kam auch vom BUND sowie von den Grünen.

      Dieser sieht unter anderem vor, dass Öl- und Gasheizungen auch künftig eingebaut werden dürfen. Ein Verbot fossiler Brennstoffe nach 2045 ist nicht mehr geplant. Ab 2029 soll eine stufenweise Quote für klimafreundliche Brennstoffe wie Biomethan oder Wasserstoff greifen.

    • LibanonBerichte über neue Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz

      Ungeachtet der geltenden Waffenruhe im Libanon greifen Israel und die Hisbollah-Miliz sich weiterhin gegenseitig an.

      Israel führte der libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge erneut Angriffe mit Kampfflugzeugen und Drohnen im südlichen Libanon aus. Der Ort Maifadun sei auch mit Artillerie beschossen worden. Dabei soll es zwei Tote gegeben haben. Auch in der Bekaa-Ebene wurden zwei Tote nach einem israelischen Luftangriff gemeldet.

      Ein israelischer Armeesprecher erklärte, man gehe gegen die militant-islamistische Hisbollah vor, weil diese gegen die Feuerpause verstoßen habe. Die israelische Armee forderte wegen ihrer Angriffe die Bewohner in zwölf Ortschaften im Südlibanon zur Evakuierung auf. Die Hisbollah teilte mit, israelische Soldaten in dem Gebiet mit einer Drohne und Raketen angegriffen zu haben.

      Seit dem 17. April gilt eigentlich eine Feuerpause im Libanon. Israel und die Hisbollah werfen sich gegenseitig vor, immer wieder dagegen zu verstoßen.

    • "Aufruf ignoriert"Ukraine wirft Russland Bruch der einseitigen Waffenruhe vor

      Die ukrainische Regierung wirft Russland vor, die einseitig von Kiew ausgerufene Waffenruhe bereits gebrochen zu haben. Außenminister Sybiha schrieb auf X, das russische Militär habe in der Nacht mehr als 100 Drohnen und drei Raketen eingesetzt.

      Die Angriffe hätten unter anderem den Städten Charkiw und Saporischschja gegolten, so Sybiha. Damit habe Moskau einen weiteren Aufruf zu einem Ende der Feindseligkeiten ignoriert.

      Die einseitige Waffenruhe war um Mitternacht Ortszeit in Kraft getreten. Von russischer Seite ist lediglich für Freitag und Samstag eine Waffenruhe angeordnet, wenn dort an den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert wird.

    • AsienNordkorea streicht Wiedervereinigung mit Südkorea aus der Verfassung

      Nordkorea verzichtet in seiner Verfassung erstmals auf das Ziel einer Einheit mit Südkorea.

      In einer überarbeiteten Fassung des Rechtsdokuments seien sämtliche Bezüge zu einer möglichen Wiedervereinigung gestrichen worden, meldet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Seit der Staatsgründung 1948 hatte es sich die nordkoreanische Regierung zum Ziel gesetzt, auf eine politische Vereinigung mit dem Süden hinzuarbeiten. 2023 rückte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un rhetorisch von diesem Ziel ab und erklärte Südkorea zum "Hauptfeind".

      Mehr als 70 Jahre nach Ende des Koreakriegs gibt es zwischen beiden Staaten noch immer keinen Friedensvertrag, sondern nur einen Waffenstillstand.

    • MedienPresseverbände rufen Bundesregierung zur Untersützung eines freien und unabhängigen Journalismus auf

      Die deutschen Presseverbände appellieren an die Politik, die Rahmenbedingungen für freien und unabhängigen Journalismus entschlossen zu verbessern.

      Eine freie Presse dürfe nicht erst dann vermisst werden, wenn sie fehle. Journalismus sei ein Frühwarnsystem der Demokratie. Er mache sichtbar, wo Vertrauen schwinde, wo staatliches Handeln funktioniere und wo Kontrolle notwendig sei. Gedruckt und digital leiste die Presse täglich einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwesen. Sie recherchiere, prüfe, informiere, ordne ein und decke Missstände auf. Keine digitale Plattform, kein Amtsblatt und keine Künstliche Intelligenz könnten diese Rolle ersetzen.

      Der Bundestag befasst sich morgen mit der Situation der lokalen Medien. Geplant ist eine vereinbarte Debatte zum Thema "Meinungsvielfalt und Bürgerbeteiligung – Lokalmedien als unverzichtbarer Baustein unserer Demokratie". Die Presseverbände fordern, die parlamentarischen Beratungen in konkrete politische Maßnahmen zu überführen. Gestern hatten sie zum zweiten Mal einen "Tag des Lokaljournalismus" ausgerufen, um die Bedeutung regionaler Berichterstattung für das Zusammenleben in Dorf- und Stadtgesellschaften hervorzuheben.

      Der Aufruf kommt vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), vom Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA), vom Medienverband der freien Presse (MVFP) und vom Verband Deutscher Lokalzeitungen und Lokalmedien (VDL).

    • Angriff auf OrdensschwesterAbt Nikodemus beklagt "neue Dimension der Gewalt" gegen Christen in Israel

      Nach dem Angriff auf eine Nonne in Jerusalem fürchten Christen in Israel zunehmend um ihre Sicherheit. Der katholische Geistliche Nikodemus Schnabel von der Dormitio-Abtei in Jerusalem sagte im Deutschlandfunk, man erlebe eine "Enttabuisierung von Christenhass". Die Bundesregierung müsse das Problem offen ansprechen.

      Der israelische Außenminister Saar ist heute zu Besuch in Berlin und wird unter anderem Bundestagspräsidentin Klöckner treffen. Abt Nikodemus Schnabel sagte im Deutschlandfunk, es täte gut, wenn eine prominente Stimme der Bundesregierung "in aller Freundschaft" sagen würde, dass sie wegen der zunehmenden Gewalt gegen religiöse Minderheiten besorgt sei.

      Vor einigen Tagen war in Jerusalem eine französische Nonne am helllichten Tage von einem Mann zu Boden geworfen und getreten worden. Der Sender N12 veröffentlichte ein Video von dem Vorfall. Es zeigt, dass der Angreifer ein jüdisches Gebetsgewand trug.

      Schnabel: Minister für nationale Sicherheit ist "notorischer Christenhasser"

      Schnabel sprach von einer neuen Dimension der Gewalt gegen Christen und machte dafür unter anderem den rechtsradikalen Minister Itamar Ben Gvir verantwortlich. Dieser habe sich schon vor elf Jahren nach einem Brandanschlag auf eine katholische Kirche in Jerusalem als "notorischer Christenhasser" gebärdet. Heute sei er in der Regierung für die nationale Sicherheit verantwortlich.

      Schnabel warf außerdem Ministerpräsident Netanjahu vor, sich nicht ausreichend solidarisch zu zeigen. Vor 25 Jahren sei das offizielle Israel stolz auf die religiösen Minderheiten im Land gewesen. "Das ist vorbei", beklagte der Abt.

      Die israelische Polizei hat nach dem Angriff auf die Nonne nach eigenen Angaben einen 36-Jährigen verhaftet. Er werde eines rassistischen Angriffs verdächtigt, hieß es. Das israelische Außenministerium verurteilte die Attacke als "verabscheuungswürdig".

    • WetterBewölkt mit Regen, Schauern und Gewittern

      Das Wetter: Ganz im Norden aufgelockert bewölkt. Sonst wechselnd bis stark bewölkt und regnerisch, später Schauer und Gewitter, in Alpennähe mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Höchstwerte 10 bis 18, im Süden bis 23 Grad. Morgen weitgehend wolkig, in der Mitte und im Osten gebietsweise Schauer. Temperaturen 11 bis 19 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Freitag heiter bis wolkig mit vereinzelten Schauern oder Gewittern. 15 bis 23 Grad.

  • Dienstag, 5.05.2026

    • Registrierungsstelle "Denic"Landesweite Störung: Internetseiten mit ".de"-Endung im Namen nicht erreichbar

      In Deutschland sind am Abend viele Internetseiten nicht erreichbar gewesen.

      Betroffen waren Seiten mit dem Adressende ".de". Dies teilte die Registrierungsstelle "Denic" mit Sitz in Frankfurt am Main mit, die mehr als 17 Millionen solcher Internet-Adressen verwaltet. Demnach gab es eine Störung im sogenannten DNS-Service, einer Art Adressbuch für das Internet. Im Detail lag der Fehler offenbar im Sicherungssystem DNSSEC, mit dem über Netzwerke übertragene Daten geschützt werden. Inzwischen scheint die Störung behoben zu sein.

    • ReferentenentwurfReiche legt neues "Heizungsgesetz" vor - Umweltschützer: "Klimapolitische Bankrotterklärung"

      Die Bundesregierung will den verpflichtenden Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizungseinbau lockern. In einem Referentenentwurf des Wirtschaftsministeriums zum geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz ist ein Verbot fossiler Brennstoffe nach dem Jahr 2045 nicht mehr vorgesehen. Öl- und Gasheizungen dürften dann weiterhin eingebaut werden.

      Ab dem Jahr 2029 greift zudem eine stufenweise Quote für klimafreundliche Brennstoffe wie Biomethan oder Wasserstoff. Diese soll bis zum Jahr 2040 auf 60 Prozent steigen.

      Der Umweltverband Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sprach von einer "klimapolitischen Bankrotterklärung". "Nicht nur sollen Öl- und Gasheizungen weiter ungebremst eingebaut werden können, sondern auch nach 2045 weiter fossil betrieben werden dürfen", erklärte der Energie- und Klimapolitikexperte des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Neu. Auch Grünen-Chef Banaszak übte Kritik. "Schwarz-Rot behauptet, die Klimaziele zu halten. Tatsächlich werden mit diesem Gesetz die Nebenkosten steigen – und die Klimaziele gleich mit versemmelt", sagte Banaszak dem Nachrichtenportal "Politico".

      Neues Gesetz soll Bürger um fünf Milliarden Euro entlasten

      Die Koalition aus Union und SPD bezifferte die Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger auf rund fünf Milliarden Euro pro Jahr. Für die Wirtschaft ⁠wurde eine jährliche Entlastung von rund ‌2,3 Milliarden Euro genannt. Aus ​dem Entwurf geht nicht hervor, wie die Regierung diese Entlastungen berechnet wurden.

      Das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ​soll durch das neue Gesetz ersetzt werden, das laut Entwurf "technologieoffener, ‌flexibler, praxistauglicher und einfacher" sein soll. Eigentümer sollen demnach mehr Entscheidungsfreiheit beim Heizungstausch haben.

      Deutschland hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 zu senken. Bis 2040 muss eine Reduzierung um mindestens 88 Prozent erreicht sein, bis 2045 dann Treibhausgasneutralität. Im Jahr 2025 lagen die Treibhausgasemissionen um 48 Prozent unter dem Stand von 1990.

    • Iran-KriegEmirate melden neue iranische Angriffe - USA wollen an Waffenruhe festhalten

      Die Vereinigten Arabischen Emirate sind nach eigenen Angaben den zweiten Tag in Folge aus dem Iran angegriffen worden.

      Mehrere Drohnen und Raketen seien von der Flugabwehr abgefangen worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Abu Dhabi. Das Land gehört zu den engsten Verbündeten der USA in der Golfregion.

      Nach Darstellung der Regierung in Washington ist die Waffenruhe im Iran-Krieg weiter in Kraft - trotz gegenseitiger Angriffe in der Straße von Hormus. Verteidigungsminister Hegseth sagte, bei der Eskortierung von Handelsschiffen in der Meerenge handele es sich um eine zeitlich begrenzte, defensive Operation.

      Am Montag hatten zwei Handelsschiffe unter Geleitschutz erfolgreich die Straße von Hormus passiert. Dabei kam es zu gegenseitigem Beschuss zwischen US-Streitkräften und der iranischen Revolutionsgarde. Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf warf den USA einen Bruch der Waffenruhe vor und warnte vor einer Eskalation.

      Weitere Informationen zur Lage im Nahen Osten lesen Sie hier.

    • LeipzigAmokfahrer kommt in psychiatrische Klinik - Gedenkgottesdienst in Nikolaikirche

      Der Amokfahrer von Leipzig muss in die Psychiatrie. Ein Ermittlungsrichter ordnete die einstweilige Unterbringung des 33-Jährigen in einem entsprechenden Krankenhaus an, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig mitteilte. Es seien "dringende Gründe" dafür vorhanden, dass der Beschuldigte die Tat mit zwei Toten und zahlreichen Verletzten "im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit" begangen habe.

      Zuvor hatte bereits das Sozialministerium in Dresden mitgeteilt, der 33-jährige Deutsche sei wenige Tage vor der Tat stationär in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt worden. Er sei dort auf eigenen Wunsch aufgenommen worden. Eine Eigen- oder Fremdgefährdung habe nicht vorgelegen. Der Mann hatte sein Auto am Montag in eine Menschenmenge in der Leipziger Innenstadt gesteuert. Zwei Menschen wurden getötet. Nach Angaben von Oberbürgermeister Jung sind alle Verletzten außer Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen Mordes auf. Die sächsische Landesregierung ordnete Trauerbeflaggung für alle Behörden und Dienststellen an.

      Gestern war der Opfer der mutmaßlichen Amokfahrt gedacht worden. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer und Leipzigs Oberbürgermeister Jung nahmen an einem ökumenischen Gottesdienst in der Nikolaikirche nahe der Fußgängerzone teil. Bei einer Andacht in der Universitätskirche waren zuvor bereits mehr als 1.000 Menschen zusammen gekommen.

      Leipzig überprüft Sicherheitskonzept

      Derweil kündigte Leipzig an, das Sicherheitskonzept für die Innenstadt noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Jung betonte in einer vom Deutschen Städtetag verbreiteten Erklärung, die Städte in Deutschland täten ihr Bestes, um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen. Klar sei aber auch, dass man die Innenstädte nicht zu Festungen umbauen könne. Der Amokfahrer hatte offenbar ungehindert mit seinem Auto in die Fußgängerzone einfahren können. An der von ihm genutzten Zufahrtsstelle gibt es keine Begrenzungspoller.

      Mehr zum Thema

      Was über die mutmaßliche Amokfahrt in Leipzig bekannt ist

    • Ukraine-KriegRussland bombardiert Ukraine kurz vor Waffenruhe – mindestens 22 Tote

      Bei russischen Luftangriffen auf mehrere ukrainische Städte sind mindestens 22 Menschen getötet und mehr als 80 weitere verletzt worden.

      Ukrainische Behörden berichteten von Einschlägen in Saporischschja und Kramatorsk. In Saporischschja starben mindestens zwölf Menschen durch russische Fliegerbomben, in Kramatorsk mindestens fünf.

      Die Angriffe ereigneten sich Stunden vor dem Beginn einer von Kiew ausgerufenen Waffenruhe, die um Mitternacht in Kraft treten soll. Russland hatte seinerseits eine Feuerpause für den 8. und 9. Mai angekündigt – zum 81. Jahrestag des sowjetischen Kriegssiegs. Präsident Selenskyj warf Moskau Zynismus vor.

    • Nach Aussetzung in NordseeExperten halten Wal für tot

      Experten bezweifeln, dass der in der Nordsee ausgesetzte Buckelwal noch lebt.

      Es sei davon auszugehen, dass das geschwächte Tier nicht genug Kraft besessen habe, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen, teilte das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund mit. Der Wal war wochenlang in der Ostsee gestrandet. Eine private Initiative schleppte ihn schließlich Richtung Nordsee und ließ ihn am Samstag vor Dänemark frei. Es gibt keine Informationen über seinen Verbleib.

    • ItalienMinisterpräsidentin Meloni warnt vor KI-Deepfakes nach gefälschten Bildern im Netz

      Die italienische Ministerpräsidentin Meloni hat vor KI-generierten Deepfakes gewarnt, nachdem gefälschte Bilder von ihr im Netz kursiert sind.

      In einer Nachricht im Onlinedienst Facebook rief die Regierungschefin dazu auf, Informationen vor dem Teilen zu prüfen. Sie erklärte, politische Gegner hätten mehrere KI-Bilder von ihr als echt ausgegeben.

      Viele Nutzer hatten ein Deepfake-Bild von ihr in Unterwäsche für authentisch gehalten und ihr öffentlich vorgeworfen, sich unwürdig zu verhalten.

      Meloni warnte, Deepfakes könnten täuschen, manipulieren und jeden treffen – auch Menschen, die sich anders als sie selbst nicht wehren könnten.

      Gegen einen Mann aus Sardinien führt die italienische Ministerpräsidentin bereits seit zwei Jahren einen Verleumdungsprozess wegen pornografischer Deepfake-Bilder.

    • SozialesKundgebung gegen Behinderten-Gleichstellungsgesetz

      Etwa 6.000 Menschen haben nach Veranstalterangaben in Berlin für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen demonstriert.

      Dabei wurde eine Petition an Abgeordnete des Bundestages übergeben. Darin wird eine gesetzliche Pflicht zur Barrierefreiheit gefordert und der Gesetzesentwurf zur Reform des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes kritisiert. Der Entwurf sieht die Pflicht zur Barrierefreiheit ab 2045 vor, nach Ansicht der Demonstranten viel zu spät. - Am Donnerstag ist die erste Lesung im Bundestag geplant.

      Die Demonstranten zogen vom Brandenburger Tor zum Roten Rathaus. Anlass war der 1992 eingeführte Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

      Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lebten zum Jahresende 2023 knapp acht Millionen Menschen in Deutschland mit einer schweren Behinderung.

    • FußballArsenal erreicht erstmals seit 20 Jahren wieder Champions League-Finale

      Der englische FC Arsenal hat erstmals seit 2006 das Endspiel der Fußball Champions League der Männer erreicht. Die Mannschaft um den deutschen Nationalspieler Kai Havertz gewann im eigenen Stadion in London das Halbfinal-Rückspiel gegen Atlético Madrid 1:0.

      Bukayo Saka erzielte in der 45. Minute das Tor für den Spitzenreiter der englischen Premier League aus London. Das Hinspiel war 1:1 ausgegangen.

      Havertz kam nach überstandener Muskelverletzung nicht zum Einsatz. Arsenal kann sich in dieser Saison erstmals seit 22 Jahren auch noch den englischen Meistertitel sichern.

      Im Finale trifft Arsenal am 30. Mai in Budapest auf den deutschen Rekordmeister FC Bayern München oder Titelverteidiger Paris Saint-Germain, die heute im Halbfinal-Rückspiel in der bayerischen Landeshauptstadt den zweiten Finalteilnehmer ermitteln. Das packende Hinspiel hatte Paris mit 5:4 gewonnen.

    • HandballEuropean League: SG Flensburg-Handewitt, THW Kiel und MT Melsungen erreichen Final Four

      In der Handball European League haben Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt, Rekordmeister THW Kiel und der MT Melsungen das Final Four erreicht. Im Viertelfinal-Rückspiel gewann Flensburg beim Bundesligarivalen TSV Hannover-Burgdorf, Kiel schlug RK Nexe aus Kroatien. Melsungen unterlag zwar beim FC Porto, hatte das erste Duell aber für sich entschieden.

      Der Bundesliga-Zweite aus Flensburg gewann gegen TSV Hannover-Burgdorf am Ende 43:35 (22:20). Bester Werfer für die SG war Lasse Möller mit zehn Toren. Für die Gastgeber traf Leif Tissier ebenfalls zehnmal.

      Mehr Mühe hatten die Kieler, die gegen RK Nexe aus Kroatien erst im Siebenmeterwerfen mit 4:2 das bessere Ende hatten. Nach 60 Minuten hatte der THW durch ein 30:27 (17:15) die Drei-Tore-Niederlage aus dem Hinspiel (30:33) egalisiert. Eric Johansson und Lukas Zerbe hatten daran mit jeweils zehn Toren den größten Anteil.

      Melsungen verlor beim FC Porto mit 19:23 (9:12), die Hessen retteten sich nach dem 28:23 im ersten Duell aber knapp ins Ziel. Für die MT ist es das erst zweite internationale Halbfinale in der Vereinsgeschichte.

      Die Auslosung der Halbfinals erfolgt am Freitag in Wien. Das Final Four findet am 30. und 31. Mai in Hamburg statt.

    • 1 Jahr schwarz-rote KoalitionCDU, CSU und SPD bekräftigen Willen zur weiteren Zusammenarbeit

      CDU, CSU und SPD haben nach einem Jahr Koalition eine gemischte Bilanz gezogen, den Willen zur weiteren Zusammenarbeit aber bekräftigt.

      Der Unionsfraktionsvorsitzende Spahn mahnte zum zusammenhalt und kritisierte, dass viele Erfolge von Schwarz-Rot in öffentlichem Zank und Streit untergegangen seien. Man habe sich in den letzten Monaten zu sehr in "Spiralen der Selbstvergewisserung und der Rechtfertigung" verfangen, aus denen man wieder heraus müsse. Sein SPD-Kollege Miersch forderte, Auseinandersetzungen künftig sachorientiert zu führen. Der CSU-Landesgruppenchef Hoffmann führte als Beispiele für eine erfolgreiche Zusammenarbeit die Abschaffung des Bürgergelds und die Einführung eines neuen Wehrdienstes an.

      Die Opposition übte Kritik. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Weidel warf Bundeskanzler Merz vor, die Staatsfinanzen zu ruinieren. Die Linke bemängelte Angriffe auf den Sozialstaat und die Grünen forderten die Koalition auf, nicht länger an fossilen Energien festzuhalten.

    • BundestagUnionsfraktion wählt CDU-Politiker Spahn erneut zum Vorsitzenden

      Jens Spahn bleibt Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag.

      Die Abgeordneten von CDU und CSU bestätigten den 45-Jährigen mit 86,5 Prozent im Amt. Vor einem Jahr hatte er 91,3 Prozent der Stimmen bekommen. Damals hatte er Vorgänger Merz abgelöst, der Bundeskanzler wurde. Nach Angaben von Teilnehmern nannte Spahn das Ergebnis einen Vertrauensbeweis. Die Fraktion müsse ein "Stabilitätsanker" bleiben. Spahn soll die Fraktion nun bis zum Ende der laufenden Wahlperiode führen. Einen Gegenkandidaten hatte er nicht.

      Spahn hatte als Unionsfraktionschef wiederholt Kritik auf sich gezogen - etwa letzten Sommer, als die Wahl der von der SPD als Verfassungsrichterin vorgeschlagenen Juristin Brosius-Gersdorf wegen Widerstands innerhalb seiner Fraktion abgesagt werden musste. Zudem stand er wegen unklarer Geschäfte des damaligen Gesundheitsministeriums beim Kauf von Masken in der Corona-Pandemie im Fokus der Öffentlichkeit. In der Rentendebatte hatte die Union zudem Probleme, eine Gruppe junger Abgeordneter für den Beschluss zu gewinnen.

    • Öffentliche VerwaltungenBund der Steuerzahler: "Zahl der Beamten sollte deutlich reduziert werden"

      Der Bund der Steuerzahler spricht sich dafür aus, die Zahl der Beamten in Deutschland langfristig zu senken. Neuverbeamtungen sollten auf ein Minimum reduziert werden, sagte der Präsident der Organisation, Holznagel, dem Deutschlandfunk. Es solle nur noch um hoheitliche Kernbereiche wie Polizei, Justiz und Finanzverwaltung gehen.

      Holznagel meinte, der Beamtenstatus dürfe nicht mehr eine Finanzierungsvariante von Personal sein, mit der Versorgungslasten im - Zitat - "toten Winkel der Schuldenbremse" in die Zukunft verschoben würden.

      Das Statistische Bundesamt hatte am Montag mitgeteilt, dass die Zahl der Beamtinnen und Beamten in Deutschland weiter gestiegen ist. Zum Stichtag am 30. Juni 2024 gab es knapp zwei Millionen Beamte, Richter und Soldaten. Das waren 5,8 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Die Bundesländer beschäftigen etwas mehr als zwei Drittel von ihnen. Die meisten Beamten gibt es mit gut 35 Prozent im Schuldienst.

      Die Zahl aller Beschäftigten im öffentlichen Dienst stieg von 2014 bis 2024 noch stärker an, und zwar um 15,6 Prozent auf 5,38 Millionen.

    • AlterskontrollenNach wachsender Kritik: Neue KI soll Kinder unter 13 von Meta-Plattformen fernhalten

      Der Internetkonzern Meta führt in der EU neue Jugendschutzmaßnahmen ein.

      Wie das US-Unternehmen mitteilte, soll ab Juni eine neue KI-gestützte Software das Alter von Nutzern überprüfen. Damit werde unter anderem sichergestellt, dass Kinder unter 13 Jahren von Plattformen wie Instagram oder Facebook ausgeschlossen werden. Die Software soll Meta zufolge gepostete Bilder, Kommentare und Videos analysieren. In den USA, Kanada und Australien wird sie bereits eingesetzt.

      Meta reagiert damit auf die wachsende Kritik an seinem Umgang mit Jugendschutz. Die EU-Kommission hatte dem Unternehmen vergangene Woche wegen mangelhafter Alterskontrollen eine Milliardenstrafe angedroht.

    • ImpfstoffherstellerBiontech schließt Standorte in Deutschland

      Der Impfstoffhersteller Biontech schließt mehrere Produktionsstandorte. Das Mainzer Unternehmen begründete die Einschnitte mit einer zu geringen Auslastung sowie Überkapazitäten.

      Betroffen seien die Standorte im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein, im hessischen Marburg, in Singapur sowie vom übernommenen Konkurrenten Curevac in Tübingen. Insgesamt könnten den Angaben zufolge bis zu 1.860 Stellen wegfallen. Biontech will nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2029 rund 500 Millionen Euro einsparen. Die Mittel sollten unter anderem für die Forschung an Medikamenten gegen Krebs eingesetzt werden.

      Angesichts der hohen Entwicklungskosten hatte Biontech das Vorjahr mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Für dieses Jahr rechnet Biontech sowohl auf dem europäischen als auch auf dem US-amerikanischen Markt mit geringeren Umsätzen aus dem Geschäft mit Covid-19-Impfstoffen. Für die Impfsaison 2026/27 werde die Entwicklung eines an Varianten angepassten Covid-19-Impfstoffs vorbereitet.

      Biontech-Gründer Sahin und Türeci verlassen das Unternehmen

      Biontech, das in der Corona-Pandemie Milliarden mit seinem Corona-Impfstoff verdient hatte, entwickelt Medikamente auf mRNA-Basis gegen Krebs und andere Krankheiten. Jüngst wurde das Biotechnologieunternehmen Curevac mit Sitz in Tübingen übernommen. Bis 2030 wollen die Mainzer mehrere Zulassungsanträge für Onkologie-Kandidaten gestellt haben.

      Im März war bekannt geworden, dass die Unternehmensgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci das Unternehmen verlassen. Sie wollen ein neues Unternehmen gründen, um sich wieder ganz der Forschung zu widmen.

    • "Ein Deal ist ein Deal"EU fordert von den USA Einhaltung des Zoll-Abkommens - Macron für Gegenmaßnahmen

      Die Europäische Union pocht darauf, dass sich die USA an das im vergangenen Sommer vereinbarte Zoll-Abkommen mit der EU halten.

      Kommissionspräsidentin von der Leyen sagte am Rande eines EU-Armenien-Gipfeltreffens in Jerewan, ein Deal sei ein Deal. Sie reagierte damit auf die Ankündigung von US-Präsident Trump, den Zoll auf Auto-Importe von 15 auf 25 Prozent anzuheben. Er wirft der EU vor, ihren Teil der Vereinbarung nicht einzuhalten. Das Europäische Parlament hat das Abkommen noch nicht gebilligt.
      Von der Leyen verwies auf demokratische Prozesse, die Zeit brauchten.

      Der französische Präsident Macron sprach sich für europäische Gegenmaßnahmen aus, sollte Trump seine Drohnung wahrmachen. EU-Handelskommissar Sefcovic traf am Nachmittag in Paris den US-Handelsbeauftragten Greer zu Verhandlungen.

    • MedienProfessorin: "Ohne Lokaljournalismus sinkt Vertrauen in Politik und Korruption nimmt zu"

      Zum "Tag des Lokaljournalismus" hat die Kommunikationswissenschaftlerin Wiebke Möhring auf die Bedeutung lokaler Berichterstattung für die Demokratie hingewiesen. Ohne Lokaljournalismus entstünden "blinde Flecken". In den betroffenen Regionen sinke etwa die Wahlbeteiligung, und das Vertrauen in Politik gehe zurück.

      Auch zeigten einige Studien, dass das Risiko für Korruption steige, weil eben niemand mehr genau hinschaue, sagte die Professorin für Online- und Printjournalismus der TU Dortmund dem WDR. Ohne Öffentlichkeit fehle zudem die Entscheidungsbasis, und Menschen könnten sich nicht in dem Maße einbringen, wie es für eine lebendige Demokratie notwendig sei.

      Allerdings stehe der Lokaljournalismus unter wirtschaftlichem Druck. Möhring sprach von einer "Abwärtsspirale": Wenn weniger Menschen Lokaljournalismus etwa über Abonnements kauften, sinke die Reichweite einer Zeitung, und dadurch sinke der Anzeigenpreis.

      Der "Tag des Lokaljournalismus" fand zum zweiten Mal statt. Viele Redaktionen in Deutschland öffneten ihre Türen oder luden zu Diskussions- und Mitmachveranstaltungen ein. Der Tag wurde von der Mediengruppe Ippen initiiert und steht unter der Schirmherrschaft der deutschen Unseco-Kommission. Auf der Veranstalterseite heißt es, Lokaljournalismus sei demokratische Grundversorgung im Alltag. Ein eigener Tag setze ein Zeichen für Wertschätzung, Qualität und Zukunft.

      Mehr zum Thema

      In unserer Sendung "mediasres" geht es um neue Formate des Lokaljournalismus, etwa in Wuppertal.

      In der Sendung "Streitkultur" diskutieren Medienwissenschaftler und Verleger Matthias Zehnder und Gerrit Bastian Mathiesen, Chefredakteur des Flensburger Tageblatts miteinander.

      Auch in unserem Medienpodcast "Nach Redaktionsschluss" ist das Thema "Lokaljournalismus - Wie selbstverschuldet ist die Krise?"

    • Rattengift in BabynahrungTatverdächtiger in Hipp-Erpressungsfall in Österreich in U-Haft - offenbar ehemaliger Mitarbeiter

      Im Fall der versuchten Erpressung gegen den Babynahrungshersteller Hipp ist der Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen worden.

      Das teilte die Staatsanwaltschaft Eisenstadt in Österreich mit. Der 39-Jährige war am Wochenende festgenommen worden. Er soll Babybrei des Herstellers mit Rattengift verseucht und die Firma erpresst haben. Gläser mit dem Gift wurden in Tschechien, der Slowakei und in Österreich gefunden.

      Der Verdächtige bestreitet die Vorwürfe. Nach Angaben seines Anwalts handelt es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter des Unternehmens.

    • FinanzmarktUnicredit macht Übernahmeangebot für Commerzbank offiziell

      Die Unicredit treibt ihren Versuch zur Übernahme der Commerzbank voran.

      Die italienische Großbank hat ihr Kaufangebot für sämtliche Anteile des deutschen DAX-Konzerns offiziell gemacht. Sie bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. Das entspreche einem Preis von 30,80 Euro, hieß es in Mailand. An der Börse in Frankfurt wurde die Commerzbank-Aktie am Mittag für gut 35 Euro gehandelt. Es gilt deshalb als unwahrscheinlich, dass das Angebot viele Commerzbank-Aktionäre überzeugen wird. Der deutsche Staat lehnt einen Verkauf seiner Anteile in Höhe von gut zwölf Prozent ab.

      Management, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank wehren sich seit Monaten gegen eine Übernahme durch die Unicredit. Sie fürchten unter anderem einen Abbau tausender Stellen.

    • BukarestRumänischer Regierungschef Bolojan verliert Misstrauensvotum

      In Rumänien hat Ministerpräsident Bolojan ein Misstrauensvotum verloren.

      Im Parlament in Bukarest stimmten 281 der 464 Abgeordneten für den von Sozialdemokraten und der rechtsradikalen Partei AUR eingebrachten Misstrauensantrag. Die pro-europäische Regierung war vor zwei Wochen nach einem Streit über den Sparkurs und Steuererhöhungen zerbrochen. Sieben Minister der sozialdemokratischen PSD traten aus dem Kabinett aus. Seitdem führte Bolojan eine Minderheitsregierung.

    • SachsenWas über die mutmaßliche Amokfahrt in Leipzig bekannt ist

      In Leipzig ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Mordes gegen den Mann, der in einer Einkaufsstraße mehrere Menschen angefahren hat. Dabei kamen eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann ums Leben. Vermutlich handelt es sich um eine Amoktat.

      Weitere Passanten wurden verletzt, mindestens drei davon schwer. Die genaue Anzahl der Verletzten war jedoch auch am Dienstagmorgen noch unklar. Viele Leute hätten den Ort selbstständig verlassen und sich zum Arzt begeben, sagte ein Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. 

      33-Jähriger wird einem Haftrichter vorgeführt

      Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte am Montagabend, bei dem Fahrer handle es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Einzeltäter. Der Mann, ein 33-jähriger Deutscher, wurde unmittelbar nach der Tat von der Polizei festgenommen. Er soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Nach dpa-Informationen war der Mann schon vor der Tat polizeibekannt, allerdings nicht einschlägig.

      Die Ermittler gehen derzeit nicht von einem politischen oder religiösen Motiv aus. Die ermittelnde Oberstaatsanwältin sagte, man gehe von einem Mann aus, der in einer psychischen Ausnahmesituation war, wie Deutschlandfunk-Landeskorrespondent Alexander Moritz berichtet. Der MDR hatte von Hinweisen berichtet, dass der Täter psychisch erkrankt und möglicherweise erst vor Kurzem aus der Psychiatrie entlassen worden sei.

      Die Lokalzeitung Leipziger Volkszeitung berichtet, der Mann sei Amateurboxer und bis Januar ehrenamtlicher Trainer in einem Leipziger Boxclub gewesen. Das sei aber bisher nicht bestätigt, betont Landeskorrespondent Moritz.

      Amokfahrer von Leipzig: noch im Auto festgenommen worden

      Der Autofahrer war in der Leipziger Innenstadt mit seinem Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Der Täter sei von der Polizei noch im Auto "dingfest gemacht" worden, so die Polizei. Der Mann habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Er sei in Deutschland geboren und in der Region Leipzig wohnhaft. 

      Grimmaische Straße in Leipzig bleibt zunächst gesperrt

      Der Vorfall ereignete sich Montagnachmittag in der Grimmaischen Straße. Sie führt vom zentralen Augustusplatz in die Leipziger Fußgängerzone. In der Nähe befindet sich die Universität sowie die Nikolaikirche Leipzig, ein zentraler Ort der Friedlichen Revolution.

      Die Grimmaische Straße und der Marktplatz bleiben noch bis zum späten Dienstagnachmittag gesperrt, weil die Polizei dort Spuren sichert und weiter ermittelt, wie ein Sprecher mitteilte.

      Die Stadt will nun die Zufahrtsbereiche zur Fußgängerzone überprüfen. Ein Sprecher sagte, man werde das gesamte Sicherheitskonzept der Innenstadt noch einmal auf den Prüfstand stellen.

      Ökumenische Gedenkandacht in Leipzig geplant

      Die Stadt Leipzig sei weiterhin in einer Art Schockzustand, berichtet Landeskorrespondent Alexander Moritz in unserem Programm: "Viele Menschen waren in der Innenstadt oder kannten Menschen, die dort waren".

      In der Leipziger Nikolaikirche und Thomaskirche kann heute der Opfer gedacht werden. Um 17 Uhr ist eine ökumenische Gedenkandacht in der Nikolaikirche geplant. Zudem gibt es in beiden Kirchen Raum zum Trauern, für Gespräche, Seelsorge und um Kerzen anzuzünden. Sie sollen den ganzen Tag geöffnet sein. 

      Sachsens Ministerpräsident Kretschmer betonte, er sei in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Man werde alles daransetzen, die Tat schnell und vollständig aufzuklären. Leipzigs Oberbürgermeister Jung sagte, die Tat sei kaum zu ertragen.

      Polizei bittet um Hinweise

      Die Polizei sucht nach der mutmaßlichen Amokfahrt in Leipzig Zeugen. Hinweise werden unter der Nummer +49 341 966 46666 angenommen. Das Landeskriminalamt Sachsen hat zudem ein Hinweisportal eingerichtet.

    • InfrastrukturBundesverkehrsminister Schnieder bittet bei Sanierung von Straßen und Schienen um Geduld

      Bundesverkehrsminister Schnieder hat die Bürger bei der Sanierung von Straßen und Schienen in Deutschland um Geduld gebeten.

      Die ⁠ersten Schritte seien gegangen, die Weichen richtig gestellt worden, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Wirkliche Erfolge ⁠würden aber erst in einigen Jahren zu sehen sein. Bis zum Ende der Wahlperiode sollen nach Angaben von Schnieder insgesamt 170 Milliarden Euro ins Verkehrsnetz investiert werden.

      Die Bahn bleibt bei der Pünktlichkeit ihrer Züge hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Konzernchefin ​Palla will die Lage dieses Jahr zunächst stabilisieren. Als Begründung verweist sie auf viele Baustellen, die einer Verbesserung aktuell im Wege stünden.

    • ReformpläneVerband der gesetzlichen Krankenkassen fordert Überprüfung der Pflegegrade

      Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen spricht sich dafür aus, die Kriterien für Pflegebedürftigkeit und die Bemessung der Pflegegrade zu überprüfen.

      Der Vorstandsvorsitzende Blatt begründete dies damit, dass sich die Zahl der Leistungsempfänger seit 2017 von drei auf fast sechs Millionen verdoppelt habe. Das hat eine Studie des Forschungsinstitutes IGES für den GKV-Spitzenverband ergeben. 2017 wurde die Pflegebedürftigkeit neu definiert. Aus drei Pflegestufen wurden fünf Pflegegrade. Ziel war es, psychische und kognitive Beeinträchtigungen stärker zu berücksichtigen. Blatt kritisiert, dass der Zugang zu Leistungen aus der Pflegekasse dadurch zu großzügig geworden sei.

      Die Bundesregierung plant eine Reform, um die Pflegeversicherungen finanziell zu entlasten. Gesundheitsministerin Warken will dafür in den kommenden Wochen ein Konzept vorlegen.

    • Ukraine-KriegSelenskyj: Russische Angriffe nach Ankündigung von Waffenruhe "blanker Zynismus"

      Wenige Tage vor der von Russland ausgerufenen Waffenruhe am 8. und 9. Mai gehen die Angriffe auf Ziele in der Ukraine weiter.

      In den Regionen Poltawa und Charkiw wurden nach ukrainischen Angaben mindestens sechs Menschen getötet und 37 verletzt. Unter ihnen seien auch zwei Rettungskräfte, weil die russische Armee nach einem ersten Angriff denselben Ort ein zweites Mal attackiert habe.

      Der ukrainische Präsident Selenskyj nannte es zynisch, dass Russland zur Abhaltung von Propaganda-Feierlichkeiten eine Waffenruhe fordere, den Krieg im Vorfeld aber jeden einzelnen Tag weiterführe. Russland feiert am kommenden Wochenende den Sieg über Nazi-Deutschland.

      Selenskyj hat eine Kampfpause vorgeschlagen, die bereits in der kommenden Nacht beginnen soll. Die ukrainische Armee hat ihrerseits Ziele in Russland angegriffen - laut Selenskyj unter anderem einen militärisch-industriellen Komplex in der Stadt Tscheboksary und eine Raffinerie im Norden.

    • Vor Parade am 9. MaiRussische Behörden schränken Mobilfunk in Moskau ein - Sicherheitsmaßnahmen für Putin laut Bericht erhöht

      Russische Behörden schränken das mobile Empfangsnetz in Moskau in den kommenden Tagen zusätzlich ein.

      Die Maßnahme wird durch das gestiegene Risiko durch ukrainische Drohnenangriffe begründet. Von heute an bis zum Samstag sind der mobile Internetzugang sowie der Mobilfunk in der Hauptstadt eingeschränkt. Dort findet am 9. Mai die jährliche Parade anlässlich des Sieges über Nazideutschland statt. Der Internetzugang wird in Russland seit einiger Zeit eingeschränkt. Vor allem der Kontakt mit dem Ausland wird für die Bevölkerung dadurch zunehmend erschwert.

      Berichte: Kreml verstärkt Sicherheitsmaßnahmen für Putin

      Der Kreml hat Berichten zufolge auch die Sicherheitsmaßnahmen für Staatschef Putin erhöht. Es seien Maßnahmen ergriffen worden, um einem möglichen Putsch oder einem Attentat vorzubeugen. Putin habe seine öffentlichen Auftritte reduziert. Wie die Financial Times schreibt, verbringt er mehr Zeit in unterirdischen Bunkern. Putins Isolation habe bereits in den letzten Jahren zugenommen, insbesondere seit der Covid-19-Pandemie. Doch seit März habe sich die Sorge des Kremls vor einem Staatsstreich oder einem Attentat, insbesondere unter Einsatz von Drohnen, stark verstärkt, so die FT mit Verweis auf einem europäischen Geheimdienst nahestehende Person.

    • Iran-KriegNach Gefechten in Straße von Hormus: Pakistan mahnt zur Einhaltung der Waffenruhe

      Nach Gefechten zwischen dem Iran und den USA in der Straße von Hormus hat Pakistan beide Seiten zu Zurückhaltung aufgerufen.

      Premierminister Sharif erklärte auf X, es sei absolut essenziell, dass die Waffenruhe respektiert und gewahrt werde. Pakistan vermittelt zwischen dem Iran und den USA und versucht eine Fortführung der Verhandlungen über ein Kriegsende zu erreichen.

      Nach Angaben des US-Militärs hatten gestern zwei Handelsschiffe unter Geleitschutz erfolgreich die Straße von Hormus passiert. Angriffe der iranischen Revolutionsgarde seien abgewehrt und sechs iranische Schnellboote versenkt worden. Die iranische Regierung bestritt die Darstellung und gab an, ein amerikanisches Kriegsschiff mit Raketen getroffen zu haben.

      Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf kündigte heute weitere Angriffe an, sollte die US-Armee erneut versuchen, die iranische Blockade der Meerenge zu durchbrechen.

      Weitere Informationen zur Lage im Nahen Osten lesen Sie hier.

    • Brüchige WaffenruheIran-Krieg: Britischer Premier Starmer ruft zu Deeskalation auf

      Der britische Premierminister Starmer hat nach Angriffen des Irans auf die Vereinigten Arabischen Emirate zur Deeskalation aufgerufen.

      Der Iran müsse sich ernsthaft an Verhandlungen beteiligen, um sicherzustellen, dass die Waffenruhe im Nahen Osten Bestand habe und eine langfristige diplomatische Lösung erreicht werde, erklärte Starmer. Auch das saudische Außenministerium äußerte sich besorgt. Der iranische Außenminister Araghtschi meinte, die Ereignisse in der Straße von Hormus machten deutlich, dass es keine militärische Lösung für eine politische Krise gebe.

      US-Präsident Trump hatte einen Militäreinsatz zur Sicherung der Wasserstraße angekündigt. Nach Angaben des US-Militärs wurden sechs iranische Kleinboote zerstört. Die Führung in Teheran wies dies zurück. Iranische Medien wiederum berichteten von Raketenangriffen auf ein Schiff der US-Marine und Warnschüssen auf Zerstörer, was wiederum in Washington zurückgewiesen wurde.

    • Senkung der EnergiesteuerKartellamtspräsident Mundt: Können noch nicht sagen, ob Tankrabatt vollständig weitergegeben wird

      Der Präsident des Bundeskartellamts, Mundt, will noch kein Urteil abgeben, ob der Tankrabatt vollständig an die Verbraucher weitergegeben wird.

      Mundt sagte im Deutschlandfunk, am 1. Mai seien die Preise für Benzin und Diesel im Schnitt um 13 Cent gesunken. Die Energiesteuer wurde allerdings um knapp 17 Cent pro Liter gesenkt. Der ADAC hat den Mineralölkonzernen daher vorgeworfen, den Rabatt nicht vollständig weiterzugeben. Das Münchner Ifo-Institut sieht ebenfalls, dass es beim Tankrabatt in den ersten drei Tagen nur eine unvollständige Weitergabe an den Tankstellen gegeben habe. Beim Diesel seien je Liter durchschnittlich 4 Cent weitergegeben worden. Beim Superbenzin waren es laut Ifo-Institut durchschnittlich 12 Cent. Kartellamtspräsident Mundt sagte, es würden viele Faktoren in die Berechnung mit einfließen. Sein Amt sei damit beschäftigt, weiter Daten zu sammeln und diese auszuwerten.

      Zu dem Vorwurf, viele Tankstellen würden sich nicht an die 12-Uhr-Regel halten und den Preis auch vor oder nach dieser Zeit erhöhen, sagte Mundt, auch das untersuche man. Er könne aber schon jetzt sagen, dass viele dieser Verstöße kurz vor oder nach 12 Uhr stattfänden. Er habe daher nicht den Eindruck, dass die Regel im großen Stil unterlaufen werde.

    • Iran-KriegLetzter Tanker eingetroffen: Kalifornien erhält vorerst keine Öl-Lieferungen mehr aus dem Persischen Golf

      Kalifornien erhält vorerst keine weiteren Öl-Lieferungen mehr aus dem Persischen Golf.

      Der letzte Tanker, der vor Blockade der Straße von Hormus losgefahren war, traf im Hafen von Los Angeles ein. Wie mehrere Medien melden, bezieht der US-Bundesstaat etwa 30 Prozent seiner Öl-Importe aus der Region. Aufgrund der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus sind die Treibstoffpreise in Kalifornien bereits auf einen neuen Höchststand gestiegen. Laut der "Los Angeles Times" ist Kalifornien besonders von Importen abhängig, da die eigene Produktion als kostenintensiv gilt und Pipeline-Verbindungen in andere Bundesstaaten fehlen.

      Die USA sind der weltweit größte Produzent von Öl. Die Auswirkungen des Kriegs mit dem Iran sind in dem Land dennoch zu spüren. Die steigenden Treibstoffkosten haben auch den innenpolitischen Druck auf Präsident Trump erhöht.

      Trump hatte am Wochenende einen Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus angekündigt. Nach Angaben des Militärs wurden sechs iranische Kleinboote zerstört. Der Iran gab wiederum an, Kriegsschiffe beschossen zu haben. Die Angaben lassen sich derzeit nicht prüfen.

      Weitere Informationen zur Lage im Nahen Osten lesen Sie hier.

    • AbstimmungPrestigeerfolg für Indiens Premier Modi: BJP gewinnt erstmals Parlamentswahl in Westbengalen

      Die hindu-nationalistische Partei BJP des indischen Premierministers Modi hat die Wahl im Bundesstaat Westbengalen gewonnen.

      Sie kann dort erstmals eine Regierung bilden. Wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt, bedeutet der Wahlsieg in dem Bundesstaat mit mehr als 100 Millionen Bewohnern einen Prestigeerfolg für Modi. Außer in Westbengalen sicherte sich die BJP auch im östlichen Bundesstaat Assam die Parlamentsmehrheit. Zudem war in den südlichen Bundesstaaten Kerala und Tamil Nadu sowie im Unionsterritorium von Puducherry gewählt worden.

      Bei der indischen Parlamentswahl vor zwei Jahren hatte die BJP die absolute Mehrheit im Unterhaus verloren, blieb aber stärkste Kraft. 

    • FußballChaos in niederländischer Liga abgewendet - Gerichtsentscheidung über umstrittenen Nationalitätswechsel

      In der niederländischen Fußballliga Eredivisie wird ein umstrittenes Spiel zwischen dem NAC Breda und den Go Ahead Eagles nicht wiederholt. Das hat ein Gericht in Utrecht bestätigt. Streitpunkt war der Nationalitätswechsel von Eagles-Verteidiger Dean James.

      James hatte die indonesische Staatsbürgerschaft angenommen, um für das asiatische Land bei der WM-Qualifikation spielen zu können. In den Niederlanden ist eine doppelte Staatsbürgerschaft mit einem Nicht-EU-Land aber nicht möglich. James verlor durch die Annahme der indonesischen Nationalität also automatisch seine niederländische. Somit bräuchte er nun eine offizielle Arbeitserlaubnis, um in der ersten Fußballliga seines Geburtslandes spielen zu dürfen. Diese lag nicht vor, argumentierte Breda.

      Niederländische Fußball-Liga: Nationalitätswechsel bei mehreren Spielern

      Breda hatte zunächst bei der Königlichen Niederländischen Fußballvereinigung KNVB Einspruch gegen das Spiel eingelegt. Diese erkannte zwar an, dass James formal nicht hätte spielen dürfen. Allerdings argumentierte sie, dass sich weder der Spieler noch der Verein der sofortigen Konsequenzen des Passwechsels bewusst gewesen seien. Das Gericht in Utrecht bestätigte nun, dass die KNVB zuständig sei und bei ihrer Entscheidung die Interessen aller Beteiligten ausreichend einbezogen und betrachtet habe.

      Sorge um logistisches Chaos wegen befürchteter Wiederholung von mehr als 130 Spielen

      Eine Entscheidung für eine Spielwiederholung hätte die niederländische Fußballliga womöglich in ein logistisches Chaos gestürzt. Denn neben James hatten knapp ein Dutzend weitere Spieler zuletzt Nationalitäten von Nicht-EU-Staaten angenommen. Insgesamt hätten dann mehr als 130 Spiele rechtlich betrachtet werden müssen.

    • FußballEx-BVB-Trainer Terzic unterschreibt in Bilbao

      Edin Terzic wird neuer Trainer von Athletic Bilbao.

      Der 43-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis Mitte 2028, wie der spanische Verein mitteilte. Er folgt auf Ernesto Valverde, der den Verein am Saisonende verlässt. Terzic war zweimal Trainer von Borussia Dortmund und gewann in der Zeit den DFB-Pokal.

    • Spitzentreffen in EriwanMacron singt bei Staatsbankett in Armenien Aznavour-Chanson

      Frankreichs Präsident Macron hat sich bei einem Besuch in Armenien als Sänger präsentiert.

      Begleitet vom armenischen Premierminister Paschinjan am Schlagzeug gab er bei einem Staatsbankett in Eriwan das Lied "La Bohème" des Franco-Armeniers Charles Aznavour zum Besten. Armeniens Präsident Chatschaturjan beteiligte sich mit einer Begleitung am Flügel. Das Staatsbankett in der Hauptstadt Eriwan fand nach einem Treffen mit fast 40 Staats- und Regierungschefs aus Europa statt. Die Kaukasusrepublik richtete ein Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft aus. Heute beraten Vertreter der Europäischen Union und Armeniens über einen Ausbau der Zusammenarbeit. Bei der ersten Zusammenkunft dieser Art geht es unter anderem um Projekte in den Bereichen Energie, Verkehr und Digitales sowie Sicherheit und Verteidigung.

      Die frühere Sowjetrepublik Armenien strebt inzwischen Richtung EU. Diese ist ein wichtiger Partner Armeniens bei Handel und Investitionen. Seit 2021 gibt es ein Partnerschaftsabkommen.

    • Sachsen-AnhaltFrau durch Selbstschussanlage schwer verletzt: Ermittlungen laufen

      In Sachsen-Anhalt laufen Ermittlungen, nachdem eine Frau durch eine Selbstschussanlage schwer verletzt worden ist.

      Gegen einen 43-Jährigen wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stendal wegen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Sowohl die Selbstschussanlage als auch weitere sichergestellte Gegenstände würden derzeit waffenrechtlich untersucht. Auf der Suche nach ihrem Hund war eine 54-Jährige auf dem Grundstück des Mannes im Landkreis Jerichower Land angeschossen und schwer verletzt worden.

      Es ist nicht der erste Fall in Deutschland, bei dem jemand in den vergangenen Jahren durch Selbstschussanlagen verletzt wurde. Im Landkreis Rostock zum Beispiel wurde eine illegale Cannabisplantage mit einer Selbstschussanlage gesichert, in Saarbrücken ein Kleingarten.

    • KaribikDominikanische Republik: Präsident Abinader stoppt Bergbauprojekt nach anhaltenden Protesten

      Der Präsident der Dominikanischen Republik, Abinader, hat den Stopp eines neuen Bergbauprojekts angeordnet.

      Er reagierte damit auf anhaltende Proteste gegen die geplante Mine. Abinader erklärte, wenn Bürger Sorgen und Bedenken äußerten, sei es die Pflicht der Regierung, umsichtig und transparent zu handeln.

      Das kanadische Unternehmen GoldQuest hatte den Zuschlag erhalten, in der Provinz San Juan Gold und Kupfer abzubauen. Unter anderem Umweltschützer und Anwohner befürchten, dass dadurch Flüsse und Ackerflächen verschmutzt werden.

      Im Karibikstaat Dominikanische Republik gibt es seit Jahren Erkundungsarbeiten für neue Bergbauprojekte.

    • VerteidigungspolitikSPD warnt vor europäischer Verteidigungslücke ohne geplante Stationierung von US-Tomahawk-Raketen

      Die SPD-Verteidigungspolitikerin Möller sieht in der europäischen Verteidigung gegen die Bedrohung durch Russland eine deutliche Lücke.

      Möller sagte im Deutschlandfunk, sollte es die mit den USA vereinbarte Stationierung von Tomahawk-Raketen in Deutschland jetzt doch nicht geben, sei das militärisch ein größeres Problem als der angekündigte Teilabzug von US-Truppen. Die Tomahawk-Raketen seien zwar nur als Übergangslösung gedacht gewesen, bis Europa ein eigenes System entwickelt habe. Man selbst werde diese Lücke aber wohl erst Anfang der 30er-Jahre schließen können. Die SPD-Politikerin sagte, Sorge mache ihr vor allem, dass die Partnerschaft, die man mit den USA habe, offenbar zum Spielball von Launen werden könne.

      Ähnlich hatte sich der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter geäußert. Er sagte - ebenfalls im Deutschlandfunk - die USA stünden nicht mehr verlässlich zur militärischen Abschreckung in Europa. Kiesewetter forderte, gemeinsam mit der Ukraine Raketen zu entwickeln.

    • IW-ReportBeschäftigungslücke in MINT-Berufen kleiner geworden - trotzdem Warnung vor Engpässen

      Unternehmen können einer Studie zufolge offene Stellen in MINT-Berufen etwas leichter besetzen als noch vor einem Jahr.

      Die sogenannte Beschäftigungslücke hat sich laut dem MINT-Report des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln seit März 2025 um knapp 16 Prozent verkleinert. Die Kennzahl beschreibt, für wie viele offene Stellen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik keine qualitativ passenden Fachkräfte auf dem Markt sind. Stand März waren es laut dem Report knapp 134.000.

      Das IW sieht weiterhin bedrohliche Engpässe. Der Fachkräftemangel in den MINT-Berufen berge ein enormes Risiko für Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit, hieß es. Es sei entscheidend, Potenziale von Frauen, Älteren und Zugewanderten zu heben.

      Der MINT-Report wird vom IW im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Nationalen Initiative "MINT Zukunft schaffen!" erstellt.

      Der MINT-Report wird vom IW im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Nationalen Initiative "MINT Zukunft schaffen!" erstellt.

    • GesellschaftMütter mit kleinen Kindern gehen nach wie vor deutlich seltener arbeiten als die Väter

      Frauen kümmern sich nach wie vor deutlich häufiger um Kinder und Haushalt als Männer.

      Laut Statistischem Bundesamt gilt das vor allem für Familien mit kleinen Kindern. In Haushalten mit mindestens einem Kind unter drei Jahren gingen vergangenes Jahr knapp 40 Prozent der Mütter einem Beruf nach. Väter seien dagegen zu fast 90 Prozent erwerbstätig gewesen. Erst mit zunehmendem Alter der Kinder würden auch wieder mehr Mütter arbeiten gehen. Vor zehn Jahren sei die Erwerbsquote bei den Frauen nur etwas geringer gewesen. Damals lag sie bei nur 36 Prozent.

      Die Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Kohlrausch, forderte, die Aufteilung beim Elterngeld zu verändern und mehr Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen.

    • Zur Stärkung des JournalismusWeimer will Digitalabgabe in den nächsten Wochen auf den Weg bringen

      Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Weimer, will den klassischen Journalismus besser schützen und in Kürze eine Digitalabgabe für Internetkonzerne auf den Weg bringen.

      Der Bundesrat habe für eine solche Abgabe gestimmt, um gezielt guten Journalismus zu unterstützen, sagte der parteilose Staatsminister der Augsburger Allgemeinen. Auch im Bundestag gebe es eine breite Mehrheit dafür - und zwar von den Grünen bis zur CDU. Er sei zuversichtlich, dass ein Gesetz daher rasch beschlossen werden könne, führte Weimer aus.

      Als Vorbild gilt Österreich, wo Konzerne wie Google, Amazon, Meta und Tiktok bereits seit 2020 zahlen. Die Abgabe in Deutschland soll gezielt der Medienförderung zugutekommen. Der klassische Journalismus steht laut Weimer durch den Erfolg der Plattformen wirtschaftlich dramatisch unter Druck, weil Werbegelder, Aufmerksamkeit und Deutungshoheit verloren gegangen sind.

      Verlage haben heute zum zweiten Mal einen "Tag des Lokaljournalismus" ausgerufen, um die Bedeutung regionaler Berichterstattung für das Zusammenleben in Dorf- und Stadtgesellschaften hervorzuheben.

    • Gleichstellung von Menschen mit BehinderungKundgebung in Berlin - Petition für Pflicht zur Barrierefreiheit

      Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung haben mehrere Organisationen für heute zu einer Kundgebung in Berlin aufgerufen.

      Wer mit Behinderungen lebt, dem liegen nach ihrer Einschätzung nach wie vor viele Steine im Weg, etwa in Form von Diskriminierung im Alltag, erschwertem Zugang zu Bildung und Arbeit sowie hohem Kostendruck. Laut dem Aktivisten Raul Krauthausen vom Verein Sozialhelden soll auch eine Petition an Abgeordnete des Bundestags übergeben werden, in der unter anderem gefordert wird, eine Pflicht zur Barrierefreiheit gesetzlich festzulegen. Der Bundestag befasst sich am Donnerstag mit der Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes.

      Die Bischofskonferenz unterstützt die Proteste, ebenso wie die Caritas. Deren Präsidentin Welskop-Deffaa sagte der KNA, die finanziell angespannte Lage vieler Kommunen berge die Gefahr, dass Inklusion mit Blick auf Sportstätten oder den Schulalltag ins Hintertreffen gerate. Der Paralympicssieger im Kugelstoßen, Niko Kappel, betonte in einem Podcast der Stiftung Deutsche Sporthilfe, es gebe positive Entwicklungen in Deutschland. Er hoffe, dass man diesen Weg weitergehe. Die Aktion Mensch appellierte an die Politik, eine verständlichere Sprache zu verwenden. Vieles ließe sich einfacher formulieren, etwa komplizierte Begriffe wie "Teilhabeverfahren".

    • ProtesttagAktion Mensch fordert einfachere Sprache von deutscher Politik - Negativbeispiel: "Teilhabeverfahren"

      Die Aktion Mensch ruft die deutsche Politik auf, eine verständlichere Sprache zu verwenden.

      Man könnte vieles einfacher formulieren und zugänglicher machen, sagte die Sprecherin der Organisation, Marx, der Katholischen Nachrichten-Agentur. Als Beispiel für einen komplizierten Begriff nannte sie das "Teilhabeverfahren". Dabei handele sich eigentlich um eine positive Maßnahme, die aber vielfach nicht verstanden werde. Beim Teilhabeverfahren geht es um ein Programm, das Menschen mit Behinderung eigentlich den Zugang zu Leistungen erleichtern soll. Laut Aktion Mensch sind auch die bürokratischen Hürden für die Anträge sehr hoch.

      Anlass des Appells ist der heutige Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. In Berlin haben mehrere Organisationen zu einer Kundgebung aufgerufen. Sie fordern unter anderem eine gesetzliche Pflicht zur Barrierefreiheit.

    • Fall Marko RupnikMissbrauchte Ordensschwestern fordern Konsequenzen von der katholischen Kirche

      Mehrere von Missbrauch betroffene Ordensfrauen drängen auf Konsequenzen in der katholischen Kirche.

      Eine grundlegende Änderung des Kirchenrechts sei nötig, sagte das mutmaßliche Opfer, Fabrizia Raguso. Erwachsene Frauen würden darin als Komplizinnen angesehen. Ein großes Anliegen sei es, dass auch der psychologische und spirituelle Missbrauch von Erwachsenen anerkannt werde. Raguso und andere Ordensfrauen äußerten sich in einer ausführlichen Podcastreihe des Deutschlandfunks zu den Vorwürfen gegen den slowenischen Priester, Ex-Jesuiten und Mosaikkünstler Marko Rupnik.

      Der Jesuitenorden in Rom bestätigte auf Anfrage, er habe mit 20 Frauen in Kontakt gestanden, die der 71-Jährige in den vergangenen Jahrzehnten mutmaßlich missbraucht haben soll. Unklar bleibt die Rolle des verstorbenen Papsts Franziskus, dem Rupnik offenbar gut bekannt gewesen ist. Eine Ordensschwester, der Rupnik den Finger gebrochen haben soll, betonte, sie erwarte vom Vatikan und auch von Papst Leo, dass sie hinschauten und im Sinne der Gerechtigkeit handelten. - Rupnik, dem alle genannten Vorwürfe detailliert vorgelegt wurden, reagierte auf die Anfragen des Deutschlandfunks nicht.

    • Regierungs-BilanzGrünen-Politikerin Brantner vergleicht Stimmung in schwarz-roter Koalition mit Endphase der Ampel-Regierung

      Die Grünen-Vorsitzende Brantner hat die aktuelle Situation der schwarz-roten Koalition mit der Stimmung in der Endphase der Ampel-Regierung verglichen.

      Brantner sagte im Deutschlandfunk, auch jetzt sei es so, dass sich die Partner nur noch gegenseitig beharken würden. Keiner würde dem anderen einen Erfolg gönnen. Zudem würden Union und SPD es nicht schaffen, ein Reformpaket zu schnüren, das auch die staatliche Seite reformiere. Als Beispiel nannte die Grünen-Politikerin die geplante Gesundheitsreform. Alle Bürger würden belastet, der Staat selbst verändere sich aber nicht.

      Der SPD-Politiker Wiese sagte dagegen in der ARD, man wolle, dass die Koalition erfolgreich sei. Die Union sei ein Partner, kein Gegner. Die Regierung aus Union und SPD ist seit fast genau einem Jahr im Amt. Am 6. Mai 2025 wurde der CDU-Politiker Merz zum Bundeskanzler gewählt. Der Fraktionschef der Union im Bundestag, Spahn, stellt sich heute zur Wiederwahl. Es gibt keine Gegenkandidaten.

    • TankrabattBundesverkehrsminister Schnieder schließt offenbar Verlängerung der Steuersenkung auf Kraftstoffe nicht aus

      Bundesverkehrsminister Schnieder schließt eine Verlängerung des Tankrabatts offenbar nicht aus.

      Man behalte die Lage im Blick und schaue, was erforderlich sei, damit das Tanken für alle bezahlbar bleibe, antwortete der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland auf die Frage, ob eine Verlängerung eine Option sei. Schnieder betonte, einzelne Branchen und Verkehrsteilnehmer seien auf das Auto oder den Lkw angewiesen und brauchten Unterstützung. Insofern sei das ein wichtiges Signal. Der Tankrabatt sei eine richtige Entscheidung.

      Seit dem ersten Mai gilt zwei Monate lang eine Steuersenkung für Benzin und Diesel von knapp 17 Cent pro Liter. Bundesregierung und Kartellamt fordern von der Mineralölwirtschaft, dies vollständig an die Autofahrer weiterzureichen. 

    • BerichtGroße deutsche Reiseveranstalter schließen nachträgliche Preiserhöhungen für gebuchte Reisen trotz steigender Kerosinkosten aus

      Große deutsche Reiseveranstalter schließen nachträgliche Preiserhöhungen für bereits gebuchte Flugreisen trotz der steigenden Kerosinkosten aus.

      Das teilten die Anbieter Tui, Alltours und Dertour dem "Tagesspiegel" mit. Theoretisch ist eine nachträgliche Erhöhung des Reisepreises unter bestimmten Bedingungen erlaubt, wenn für die Veranstalter etwa die Treibstoffkosten gestiegen sind. Das für Flugzeuge benötigte Kerosin ist durch die Lage im Persischen Golf deutlich teurer geworden. Auch eine Knappheit wird befürchtet. Die deutschen Reiseveranstalter gehen derzeit jedoch nicht von Flugstreichungen aus. Künftige Buchungen könnten allerdings teurer werden.

    • StudieBDI: Deutsche Industrie kann durch Recycling Importe von Rohstoffen verringern

      Die deutsche Industrie kann durch Recycling deutlich unabhängiger von Rohstoffen aus dem Ausland werden.

      Das geht aus einer Untersuchung im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie hervor. Durch Wiederverwertung von Rohstoffen könnten bis zum Jahr 2045 zwischen 20 und 40 Prozent der Importe ersetzt werden. Derzeit liege die Importquote etwa bei Lithium, Nickel und Seltenen Erden bei nahezu 100 Prozent. Laut der Studie wirken sich daher Exporteinschränkungen, eine weltweit steigende Nachfrage und geopolitische Spannungen umgehend auf Lieferketten und Wettbewerbsfähigkeit aus. BDI-Hauptgeschäftsführer Lösch erklärte, Kreislaufwirtschaft könne kritische Abhängigkeiten verringern und zusätzliche Wertschöpfung in Deutschland schaffen.

    • MedienberichtBargeld verliert weiter an Bedeutung: Rekord bei Einsatz von Kartenzahlungen an der Ladentheke

      Nie zuvor wurde in Geschäften so wenig mit Bargeld bezahlt.

      Das berichtet der WDR unter Berufung auf eine Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI Retail, die heute in Bonn vorgestellt wird. Demnach haben Kunden 2025 vergangenes Jahr bei 48 Prozent aller Einkäufe eine Giro- oder Kreditkarte genutzt, sei es physisch oder digital, indem sie etwa ein Handy vor das Lesegerät der Kasse hielten. Damit habe sich der Karteneinsatz beim Einkaufen innerhalb von fünf Jahren nahezu verdoppelt. Zugenommen hat darüber hinaus die Bargeldauszahlung an der Ladentheke, wie es weiter heißt. Zusammen mit dem wachsenden Einsatz digitalen Geldes entstehen dadurch inzwischen Probleme. In manchen Läden führt das mitunter zu Bargeldknappheit und Einschränkungen bei der Auszahlung.

      Bundesbankpräsident Nagel warnte unterdessen vor der zunehmenden Abhängigkeit von US-Zahlungsanbietern. Vom bargeldlosen Bezahlen würden vor allem Unternehmen wie Mastercard, Visa und PayPal profitieren. Nagel warb vor diesem Hintergrund für das Projekt des digitalen Euros. Dieser werde zur mehr Unabhängigkeit Europas führen.

    • StralsundArbeitskreis Steuerschätzungen berät über Frühjahrsprognose

      Der Arbeitskreis Steuerschätzung hat in Stralsund seine dreitägigen Beratungen über die neue Frühjahrsprognose aufgenommen.

      Das Gremium schätzt jeweils im Mai und November die zu erwartenden Steuereinnahmen für das laufende Jahr und die kommenden Jahre. Die Prognosen sind Grundlage der Haushaltsplanung von Bund, Ländern und Kommunen. 

      Am Donnerstag will Bundesfinanzminister Klingbeil die Ergebnisse bekanntgeben. Die Bundesregierung hatte ihre Konjunkturprognose wegen des Iran-Kriegs zuletzt von einem auf ein halbes Prozent Wachstum gesenkt.

    • ChinaTote und Verletzte bei Explosion in Feuerwerksfabrik

      In China sind bei der Explosion in einer Feuerwerksfabrik mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 60 verletzt worden.

      Wie das staatliche Fernsehen meldete, ereignete sich das Unglück in der Stadt Changsha in der Provinz Hunan. In der Nähe des Explosionsortes sollen sich Schwarzpulverlager befinden.

      Staats- und Parteichef Xi kündigte eine gründliche Untersuchung an.

    • Nach Absage der USABundesregierung will zügig eigene Marschflugkörper weiterentwickeln

      Nach der Absage der USA, Marschflugkörper in Deutschland zu stationieren, dringt die Bundesregierung auf eigene Fähigkeiten zur militärischen Abschreckung.

      Das teilte ein Regierungssprecher in Berlin mit. Er wies darauf hin, dass die Stationierung von Iskander-Raketen in der zu Russland gehörenden Exklave Kaliningrad eine Bedrohung für Europa darstelle. Deshalb arbeite man an einem umfassenden Abschreckungspaket - auf nationaler und europäischer Ebene sowie mit den NATO-Verbündeten.

      Das Verteidigungsministerium verwies auf bereits laufende Anstrengungen. Zum einen werde der deutsche Marschflugkörper Taurus modernisiert, zum anderen sei eine Nachfolgevariante in Arbeit. Ferner gebe es ein europäisches Projekt zur Entwicklung von Präzisionswaffen mit großer Reichweite. Hintergrund der Bemühungen ist die Befürchtung, dass Russland beim derzeitigen Tempo seiner Aufrüstung ab 2029 in der Lage sein könnte, die NATO militärisch anzugreifen. 

      Trump widerruft offenbar Biden-Zusage

      Bundeskanzler Merz hatte am Sonntag Berichte bestätigt, wonach die USA vorerst doch keine Tomahawk-Marschflugkörper in Deutschland stationieren. "Die Amerikaner haben zurzeit selbst nicht genug", sagte Merz in der ARD. Öffentlich hat sich die US-Regierung in der Frage noch nicht geäußert. 

      Der frühere US-Präsident Biden hatte Deutschland beim NATO-Gipfel vor zwei Jahren zugesagt, erstmals seit dem Kalten Krieg wieder Mittelstreckenwaffen mit konventionellen Sprengköpfen zur Abschreckung in Deutschland zu stationieren, die bis nach Russland reichen.

    • Universität StanfordUS-Studie: Konkret formulierte Warnungen vor Alkoholkonsum wirken besser

      Warnungen vor einem Krankheitsrisiko durch Alkoholkonsum sind laut einer Studie umso erfolgreicher, je konkreter sie sind. Forscher der Universität Stanford haben die bereits lange in den USA verpflichtenden Warnhinweise mit neuen, konkreter formulierten Warnungen verglichen.

      Bisher wird auf Risiken für Schwangere hingewiesen sowie darauf, dass man nicht betrunken Autofahren darf und allgemein, dass Alkohol "gesundheitliche Probleme verursachen kann". Die in der Studie neu getesteten Warnhinweise beinhalten Informationen dazu, dass Alkohol konkrete Krankheiten wie Krebs, Demenz oder Lebererkrankungen auslösen kann.

      Mehr als 1.000 Testpersonen wurden insgesamt zehn alte und neue Warnhinweise gezeigt. Sie bewerteten jede Botschaft danach, inwieweit sie sie dazu motivierte, weniger Alkohol zu trinken, sie an die Gefahren des Alkoholkonsums erinnerte oder ihnen neue Informationen vermittelte. Das Ergebnis: Werden die Krankheiten konkret benannt, wirkt die Warnung offenbar eher.

      In Deutschland sind derzeit keine Warnhinweise auf Alkoholflaschen vorgeschrieben. In der EU plant Irland, Warnungen vor Krebserkrankungen durch Alkoholkonsum einzuführen.

    • USAPulitzer-Preise: Höchste Auszeichnungen für journalistische Arbeiten vergeben

      In den USA sind die Pulitzer-Preise vergeben worden.

      Auszeichungen gingen unter anderem an die "Washington Post" und die "New York Times" sowie an Mitarbeiter der "Chicago Tribune". Letztere erhielten den Preis für ihre Berichterstattung über das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE in der Stadt. Einen Sonderpreis erhielt die Journalistin Julie Brown vom "Miami Herald" für ihre Recherchen in den Jahren 2017 und 2018 rund um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und die sexualisierte Gewalt gegen junge Frauen.

      Pulitzer-Preise gelten in den USA als die höchste Auszeichnung für journalistische Arbeiten. Sie werden in verschiedenen Kategorien vergeben. Dazu gehören auch Literatur, Musik und Theater.

    • WetterIm Norden nachts Regen, Tiefsttemperaturen 8 bis 3 Grad

      Das Wetter: In der Nacht über die Mitte nordwärts ziehender Regen, teils mit Gewittern. Gebietsweise Unwettergefahr aufgrund von Starkregen. Ganz im Norden sowie später auch im Süden trocken. Tiefsttemperaturen 8 bis 3 Grad. Morgen im Norden aufgelockert bewölkt. Im Rest des Landes verbreitet Regen mit einzelnen Schauern und Gewittern. 10 bis 21 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Donnerstag im Norden sonnig, sonst bewölkt, vor allem in der Mitte und im Osten Schauer. 13 bis 19 Grad.

      Das waren die Nachrichten.

  • Montag, 4.05.2026

    • SachsenMutmaßliche Amokfahrt in Leipziger Fußgängerzone: Zwei Tote und mehrere Verletzte - 33-jähriger Deutscher festgenommen

      In der Leipziger Innenstadt ist ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurden zwei Menschen getötet. Bei den beiden Toten handelt es sich nach Angaben der Polizei um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann. Mindestens drei weitere wurden schwer verletzt. Die Ermittler gehen von einer Amokfahrt aus. Der Autofahrer wurde festgenommen.

      Der Tatverdächtige sei ein 33-jähriger Deutscher, der in der Region wohne, teilte die Polizei mit. Der Mann sei in seinem Fahrzeug gestellt worden. Er habe bei der Festnahme keinen Widerstand geleistet. Der sächsische Innenminister Schuster erklärte, man habe es mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Einzeltäter zu tun. Nach Informationen des MDR gibt es Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes.

      OB Jung: "Tat kaum zu ertragen"

      Sachsens Ministerpräsident Kretschmer betonte, man werde alles daransetzen, die Tat schnell und vollständig aufzuklären. Leipzigs Oberbürgermeister Jung sagte, die Gedanken seien bei den Opfern. Die Tat sei kaum zu ertragen.

      Der Vorfall ereignete sich Montagnachmittag in der Grimmaischen Straße. Sie führt vom zentralen Augustusplatz in die Leipziger Fußgängerzone. In der Nähe befindet sich die Universität sowie die Nikolaikirche Leipzig, ein zentraler Ort der Friedlichen Revolution.

      Polizei bittet um Hinweise

      Die Polizei sucht nach der mutmaßlichen Amokfahrt in Leipzig Zeugen. Hinweise werden unter der Nummer +49 341 966 46666 angenommen. Das Landeskriminalamt Sachsen hat zudem ein Hinweisportal eingerichtet.

    • Unter GeleitschutzZwei Handelsschiffe durchqueren offenbar Straße von Hormus - Gefechte zwischen USA und Iran

      In der Straße von Hormus spitzt sich die Lage zwischen den USA und dem Iran wieder zu. Das US-Militär teilte mit, man habe mit Hubschraubern sechs kleinere iranische Boote versenkt, nachdem diese in der Meerenge zivile Schiffe angegriffen hätten.

      Die Frachter seien unter US-Schutz gefahren. Präsident Trump hatte am Wochenende angekündigt, in der Straße von Hormus festsitzenden Schiffen Geleitschutz für die Durchfahrt zu geben. Nach Angaben des US-Militärs passierten heute zwei Handelsschiffe erfolgreich die Meerenge. Die iranische Führung bestreitet das. Sie gab wiederum an, US-Kriegsschiffe beschossen und getroffen zu haben - und drohte mit weiteren Angriffen.

      Die Meerenge wird vom Iran seit Kriegsbeginn weitgehend blockiert. Zahlreiche Schiffe warten seitdem auf die Weiterfahrt. Die "Project Freedom" genannte US-Initiative wurde vom Iran als Verstoß gegen die geltende Waffenruhe eingestuft.

      Weitere Berichte über angebliche Angriffe

      In den Vereinigten Arabischen Emiraten ertönte unterdessen zum ersten Mal seit der Anfang April vereinbarten Waffenruhe wieder ein Raketenalarm. Die Emirate warfen dem Iran zudem vor, einen Öltanker ins Visier genommen zu haben.

      Auch Südkorea prüft der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge Geheimdienstinformationen, wonach ein unter südkoreanischer Flagge fahrendes Schiff in der Straße von Hormus angegriffen worden sei. Ein Sprecher der südkoreanischen Reederei HMM teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass im Maschinenraum eines ihrer ‌Frachter ein Brand ausgebrochen sei. Die Ursache ⁠des Brandes werde noch untersucht.

    • Journalismus und KulturPulitzer-Preise: Auszeichnungen für Washington Post, AP und Reuters

      In den USA sind die diesjährigen Pulitzer-Preise vergeben worden.

      Gewürdigt wurde unter anderem die Zeitung "Washington Post" in der Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" für ihre Berichterstattung über Massenentlassungen in US-Bundesbehörden unter Präsident Trump. Auch in der Kategorie "Nationale Berichterstattung" siegte eine Recherche zu Trump. Die Nachrichtenagentur Reuters habe anschaulich dargelegt, wie der Präsident die Regierung und den Einfluss seiner Unterstützer genutzt habe, um politische Gegner zu bestrafen und sich persönlich zu bereichern, erklärte die Jury. Die Nachrichtenagentur AP wurde in der Kategorie "Internationale Berichterstattung" über einen Beitrag zum chinesischen Überwachungsstaat geehrt. Insgesamt wurden 23 Medienhäuser, Journalisten und Kulturschaffende ausgezeichnet.

    • UkrainekriegNach russischer Ankündigung: Selenskyj kündigt Feuerpause für 5. und 6. Mai an

      In dem Bemühen um eine Waffenruhe haben Russland und die Ukraine jeweils eigene Feuerpausen verkündet.

      Laut dem Verteidigungsministerium in Moskau ordnete Präsident Putin an, dass die russische Armee am Freitag und Samstag ihre Angriffe gegen die Ukraine einstellt. Am 9. Mai erinnert Russland mit Militärparaden an den Sieg der Sowjetunion über Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Der ukrainische Präsident Selenskyj kündigte eine Feuerpause bereits in ‌der Nacht zum Mittwoch an. ⁠Eine Zeitspanne nannte er nicht. Beide Seiten drohten mit Vergeltung, sollte gegen die Waffenruhe verstoßen werden.

      Auch heute gab es wieder russische Angriffe auf die Ukraine. Dabei wurden mindestens neun Menschen getötet, die meisten davon in der Region Charkiw im Osten des Landes.

    • USASupreme Court erlaubt vorerst wieder Versand von Abtreibungspillen

      In den USA hat der Oberste Gerichtshof den Versandhandel der Abtreibungspille Mifepriston vorerst wieder erlaubt.

      Damit setzten die Richter eine kürzlich erlassene Einschränkung eines Berufungsgerichts außer Kraft. Die Hersteller von Mifepriston hatten vor erheblichen Auswirkungen auf die Versorgung gewarnt. Hintergrund des zwischenzeitlichen Verbots ist eine Klage des US-Bundesstaats Louisiana, der argumentiert, der Online-Handel mit Mifepriston untergrabe das nahezu vollständige Abtreibungsverbot in Louisiana. Das Medikament wird bei etwa zwei Dritteln ​der Abtreibungen in den USA eingesetzt.

    • AutozölleNach Drohung von Trump: EU kündigt Treffen mit US-Handelsvertreter an

      Nach der Drohung von US-Präsident Trump, die Zölle für Fahrzeuge aus der EU auf 25 Prozent zu erhöhen, drängen zahlreiche EU-Mitgliedsländer auf einen baldigen Abschluss des Handelsabkommens mit den USA. Bereits morgen will sich EU-Kommissar Sefcovic mit dem US-Handelsbeauftragten Greer treffen.

      Laut einem Sprecher der EU-Kommission könnte das Treffen am Rande des G7-Gipfels in Paris stattfinden. Dabei solle es um die Umsetzung der Absprachen zum Handelsabkommen aus dem vergangenen Sommer gehen. Sollten die USA Maßnahmen ergreifen, die nicht mit den Absprachen vereinbar seien, halte man sich Optionen offen, um EU-Interessen zu schützen, erklärte der Sprecher.

      Trump hatte am Freitag eine Anhebung der US-Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 Prozent angekündigt und behauptet, die Europäische Union halte das vereinbarte Handelsabkommen mit den USA nicht ein. Das Abkommen muss vom EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten noch gebilligt werden.

      Söder: EU-Parlament muss US-Abkommen schnell ratifizieren

      CSU-Chef Söder forderte vom EU-Parlament mehr Tempo. Es sei jetzt sehr "wichtig, dass Europa handelt. Denn Europa ist für die Zollpolitik zuständig", sagte der bayerische Ministerpräsident am Rande eines Termins in Erding bei München. Das Europäische Parlament müsse das Abkommen mit den USA ratifizieren.

      Im August 2025 hatten sich US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Die EU verpflichtete sich im Gegenzug unter anderem, ihre Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen.

      Fuest: EU muss Haltung zeigen

      Ifo-Präsident Fuest riet der EU, gegenüber Trump Haltung zu zeigen. Fuest sagte im Deutschlandfunk, die EU sollte die Lage nicht eskalieren. Er empfahl mit Blick auf die Zolldrohung, die Prüfung von Gegenmaßnahmen anzukündigen. Dann sollte man aber langsam vorgehen, um Raum für Gespräche zu lassen. Der Ifo-Präsident erinnerte daran, dass der US-Präsident nach einem Urteil des Supreme Courts bis zum Sommer die Übergangszölle ohnehin abschaffen und dadurch alle Zölle neu ordnen müsse. Zu seiner jüngsten Warnung vor einem Handelskrieg und einer Rezession meinte Fuest, es gebe Situationen, in denen man sich wehren müsse. Eine Rezession könne der Preis für Gegendruck sein.

    • Nach Absage der USABundesregierung will zügig eigene Marschflugkörper weiterentwickeln

      Nach der Absage der USA, Marschflugkörper in Deutschland zu stationieren, dringt die Bundesregierung auf eigene Fähigkeiten zur militärischen Abschreckung.

      Das teilte ein Regierungssprecher in Berlin mit. Er wies darauf hin, dass die Stationierung von Iskander-Raketen in der zu Russland gehörenden Exklave Kaliningrad eine Bedrohung für Europa darstelle. Deshalb arbeite man an einem umfassenden Abschreckungspaket - auf nationaler und europäischer Ebene sowie mit den NATO-Verbündeten.

      Das Verteidigungsministerium verwies auf bereits laufende Anstrengungen. Zum einen werde der deutsche Marschflugkörper Taurus modernisiert, zum anderen sei eine Nachfolgevariante in Arbeit. Ferner gebe es ein europäisches Projekt zur Entwicklung von Präzisionswaffen mit großer Reichweite. Hintergrund der Bemühungen ist die Befürchtung, dass Russland beim derzeitigen Tempo seiner Aufrüstung ab 2029 in der Lage sein könnte, die NATO militärisch anzugreifen. 

      Trump widerruft offenbar Biden-Zusage

      Bundeskanzler Merz hatte am Sonntag Berichte bestätigt, wonach die USA vorerst doch keine Tomahawk-Marschflugkörper in Deutschland stationieren. "Die Amerikaner haben zurzeit selbst nicht genug", sagte Merz in der ARD. Öffentlich hat sich die US-Regierung in der Frage noch nicht geäußert. 

      Der frühere US-Präsident Biden hatte Deutschland beim NATO-Gipfel vor zwei Jahren zugesagt, erstmals seit dem Kalten Krieg wieder Mittelstreckenwaffen mit konventionellen Sprengköpfen zur Abschreckung in Deutschland zu stationieren, die bis nach Russland reichen.

    • BR-RundfunkUS-Armee will 5.000 Soldaten aus Bayern abziehen

      Die US-Armee will offenbar 5.000 Soldaten aus Bayern abziehen. Wie der BR berichtet, ist die sogenannte Stryker-Brigade in Vilseck in der Oberpfalz betroffen.

      Das Regiment sei auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr beheimatet. Der Standort werde nicht geschlossen, es verblieben mindestens 8.000 Soldaten. Der Bürgermeister von Vilseck, Grädler, sagte, der Abzug könnte seine Gemeinde wirtschaftlich hart treffen. US-Präsident Trump hatte unlängst den Abzug von deutlich mehr als 5.000 Soldaten aus Deutschland angekündigt. Er reagierte damit auf Aussagen von Bundeskanzler Merz, der sich kritisch zum US-Krieg gegen den Iran geäußert hatte.

      Auch die geplante Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland steht offenbar vor dem Aus. Der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter sagte im Deutschlandfunk, dies sei deutlich besorgniserregender als der von Trump angekündigte Truppenabzug. Die EU-Außenbeauftragte Kallas erklärte, die US-Pläne zeigten, dass viel mehr getan werden müsse, um die europäische Säule innerhalb der NATO zu stärke.

    • Neues ProgrammBundesregierung will Schutz gegen Cyberangriffe besser koordinieren

      Die Bundesregierung will den Schutz vor Cyberangriffen ausbauen.

      Dazu wurde das Programm CyberGovSecure durch die Bundesverwaltung gestartet. In Abstimmung mit dem Bundesdigitalministerium und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sollen in den kommenden Jahren Maßnahmen zur Erhöhung der Cyberresilienz umgesetzt werden.

      BSI-Präsidentin Plattner sagte, Cyberangriffe seien längst Teil der sicherheitspolitischen Realität. Mit dem Programm schaffe man erstmals einen strukturierten und ressortübergreifenden Rahmen, um Sicherheitsmaßnahmen koordiniert und praxisnah umzusetzen.

    • "KulturInvest"Bund fördert sieben Kulturdenkmäler mit 35 Millionen Euro

      Mit mehr als 35 Millionen Euro fördert die Bundesregierung die Sanierung mehrerer Kulturbauten.

      Fördermittel erhalten zum Beispiel die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin, das Museum für Hamburgische Geschichte und das Museum Cloppenburg in Niedersachsen. Kulturbauten seien nicht nur Steine, sondern sie seien Gehäuse der deutschen Identität, sagte Kulturstaatsminister Weimer. Das Geld stammt aus dem Förderverfahren 'KulturInvest'. Bislang sind im Rahmen des Programms mehr als 200 Maßnahmen mit knapp einer Milliarde Euro aus dem Kulturhaushalt bewilligt worden.

    • AtlantikHantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff - drei Tote, darunter ein Deutscher

      Auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantischen Ozean ist das Hanta-Virus ausgebrochen.

      Wie das südafrikanische Gesundheitsministerium mitteilte, wird ein schwer erkrankter Passagier in einem Krankenhaus in Johannesburg behandelt. Der Verdacht auf eine Infektion mit dem Hanta-Virus sei bestätigt. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation mitgeteilt, dass drei Menschen gestorben seien, die sich mutmaßlich mit dem Erreger infiziert hätten. Drei weitere Personen an Bord des niederländischen Schiffes seien erkrankt. Das Kreuzfahrtschiff liegt derzeit vor dem westafrikanischen Inselstaat Kap Verde.

      Hanta-Viren werden durch infizierte Nagetiere übertragen, etwa durch den Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist äußerst selten.

    • BundeswehrMöglicher Hormus-Einsatz: Deutsches Minenjagdboot "Fulda" startet in Richtung Mittelmeer

      Das Minenjagdboot "Fulda" der deutschen Marine ist vom Stützpunkt in Kiel in Richtung Mittelmeer ausgelaufen.

      Laut Bundesverteidigungsministerium geht es um eine sogenannte Vorausstationierung für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus. Die Bundesregierung hatte angeboten, dass Deutschland sich an der Sicherung der Schifffahrt dort beteiligen könnte. Dies setze jedoch ein Ende der Kampfhandlungen sowie ein Mandat des Bundestags voraus, hieß es.

      Nach Einschätzung des Experten für maritime Sicherheit der Universität Bonn, Brake, ist die Verlegung des Minenjagdbootes zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll. Der Korvettenkapitän der Reserve sagte im Deutschlandfunk, es sei üblich, weit im Vorfeld zu handeln, um schnell eingreifen zu können, sollte dies nötig sein. Brake nannte es einen Glücksfall, dass Deutschland in den letzten Jahrzehnten Investitionen in die Marine nicht völlig vernachlässigt habe.

    • KraftstoffpreiseMineralölwirtschaft: Tankrabatt wird an den Tankstellen "voll weitergegeben"

      ​Die Mineralölwirtschaft hat dem Eindruck widersprochen, wonach die ‌Steuersenkung für ⁠Benzin und ⁠Diesel an den Tankstellen nicht in voller Höhe an die Kunden weitergegeben wird.

      Gemessen an den Tankstellenpreisen am 30. April werde der Tankrabatt voll gewährt, erklärte der Verband Fuels und Energie. Ohne die Steuersenkung wären die Preise rund 17 Cent je Liter höher. Verwiesen wurde darauf, dass die Produktpreise für Benzin und Diesel seit vergangener Woche stark gestiegen seien. Grund dafür ⁠sei der erneut zuspitzende Konflikt ‌am Persischen Golf.

      Vertreter der Bundesregierung und das Bundeskartellamt hatten die Mineralölwirtschaft zuvor ermahnt, die Steuersenkung voll weiterzugeben. Der ADAC kritisierte, dass dies nicht der Fall sei. Im Vergleich zum 30. April, dem Tag vor Inkrafttreten des Tankrabatts, seien die Preise am 1. Mai nur um ‌etwa elf Cent pro Liter niedriger gewesen.

    • EnergiepolitikBundeswirtschaftsministerin Reiche kündigt weitere Reformen an

      Bundeswirtschaftsministerin Reiche hat schnelle weitere Reformen angekündigt, vor allem in der Energiepolitik. Diese sei in Deutschland über viele Jahre fehlgeleitet gewesen, sagte Reiche beim Wirtschaftsrat der CDU.

      Man müsse die Energiewende wieder "vom Kopf auf die Füße" stellen. Als Beispiel nannte Reiche einen Überschuss bei Solarstrom. Die Entschädigungen für Erzeuger und ausländische Abnehmer lägen allein jedes Wochenende in einem hohen zweistelligen Millionenbereich.

      Reiche hatte schon vor einigen Wochen angekündigt, die Förderung privater Solaranlagen zu reduzieren. Grünen-Chef Banaszak bezeichnete die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes als zerstörerisch. Kritik an Reiches Plänen kam auch vom Bundesverband Solarwirtschaft.

    • Bertelsmann-StudieGroßer Rückhalt unter Bürgern für Demokratie - trotz Schwächen

      Die Demokratie in Deutschland hat laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung grundsätzlich einen weiterhin breiten Rückhalt in der Bevölkerung.

      Wie bei der Vorstellung des sogenannten Demokratiemonitors 2026 in Berlin mitgeteilt wurde, standen 82 Prozent von etwa 5.000 Befragten überdurchschnittlich positiv zu den Werten der liberalen Demokratie. Dies sei ein enorm hoher Wert, erklärten die Autoren. Zudem stünden neun von zehn Befragten hinter dem Prinzip von Wahlen. Wurde nach dem Funktionieren der Demokratie gefragt, äußerten sich allerdings nur 17 Prozent der Befragten zufrieden. Kritisch gesehen wird demnach vor allem das Agieren der Parteien.

      Die Autoren erklärten, insgesamt lasse sich aus den Ergebnissen schließen, dass Kritik an Schwächen der Demokratie deren grundsätzliche Akzeptanz nicht untergrabe. Es gebe daher keinen Grund für Alarmismus.

      Für den Demokratiemonitor wurden zwischen 2019 und 2025 sechsmal jeweils mehr als 5.000 Menschen befragt.

    • Online-Plattform von Elon MuskGrüne, SPD und Linke stellen Aktivitäten auf X ein

      Mehrere Bundestagsparteien stellen ihre Aktivitäten auf der Online-Plattform X des US-Unternehmers Elon Musk ein. Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke teilten mit, X sei in den letzten Jahren im Chaos versunken. Die Parteien verfügen über mehrere hunderttausend Follower auf X.

      Zugleich kündigten die Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion und der -Bundespartei, Dröge, Hasselmann, Brandtner und Banaszak, an, ihre persönlichen Accounts stillzulegen. Das gleiche Vorgehen empfehlen sie ihren entsprechenden Vorständen und anderen Parteimitgliedern. Die Grünen wollen ihre Nutzerkonten allerdings nicht löschen, sondern nur nicht mehr mit Inhalten bespielen.

      Grünen-Geschäftsführerin Edalatian sagte dem Medienhaus Table, X habe nachweislich an Relevanz als politische Informations- und Diskussionsplattform verlorenund sei "zu einem Einfallstor für Desinformation und eine aggressive Debattenkultur" geworden. Man wolle weiterhin im digitalen Raum diskutieren und dabei andere Perspektiven sehen und berücksichtigen. Auf X sei das jedoch kaum noch möglich.

      Die SPD hatte bereits vor zwei Jahren in Teilen ihren Rückzug von X eingeleitet. Auch Teile der Grünen haben X schon vor längerer Zeit den Rücken gekehrt. So teilte der Landesverband der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern mit, man werde X aufgrund der "gravierenden Zunahme von Falschmeldungen, Hassrede und extremistischen Äußerungen" verlassen. Auch andere Institutionen sind schon länger nicht mehr auf der Plattform aktiv, jüngst stellte die Süddeutsche Zeitung ihre Verbreitung von Inhalten auf X ein. Auch die SZ argumentierte mit zunehmender Verrohung.

      Rechtsruck auf Twitter-Nachfolger X als Hauptgrund für Rückzug vieler Institutionen

      X, ehemals Twitter, steht vor allem in der Kritik, weil dort inzwischen oft Akteure dominieren, die mit rechtsradikalen, rassistischen, diffamierenden, beleidigenden oder ähnlichen Äußerungen auffallen. Seit dem Kauf der Plattform durch Tesla-Chef Musk, der wegen rechtspopulistischer Äußerungen selbst in der Kritik steht, hat die Kritik massiv zugenommen. Musk hatte Änderungen unter anderem bei der Moderation von Inhalten umgesetzt, sodass feindliche Äußerungen heute weniger stark reguliert werden.

    • Medien"Gipfelpunkt der Entpolitisierung von Rechtsextremismus"? Debatte über vierstündiges Podcast-Gespräch mit Björn Höcke (AfD)

      Ein mehr als vierstündiger Podcast mit dem Thüringer AfD-Vorsitzenden Höcke hat in den Reihen von Union und SPD teils scharfe Kritik ausgelöst. Der SPD-Innenpolitiker Lindh sprach von einer "Zumutung intellektueller Ignoranz".

      Er selbst habe bereits öffentlich mit Vertretern der AfD diskutiert, sagte Lindh dem Magazin "Focus". Das vom Podcaster Ben Berndt geführte Gespräch mit Höcke sei aber ein "Gipfelpunkt der Entpolitisierung von glasklarem Rechtsextremismus". Berndt habe "einem Mann, der offen mit Nazi-Sprache spielt und der Verharmlosung des Nationalsozialismus tagtäglich Vorschub leistet", durch weitgehend unkritische Fragen eine Plattform geboten.

      Castellucci bezeichnet Höcke-Interview als "eine Art PR-Show"

      Lindhs Parteikollege Castellucci sagte ebenfalls dem "Focus", es sei "Aufgabe der Medien, kritische Fragen zu stellen, vor allem, wenn es sich dabei um Politikerinnen und Politiker handelt, und nochmal mehr, wenn diese Politiker wie Björn Höcke rechtsextrem sind". All das bleibe in dem Podcast aus, der am Ende nicht mehr sei als "eine Art PR-Show für Björn Höcke" - und "mit Sicherheit kein gelungenes Beispiel von 'Mit Rechten reden'".

      Kritik kam auch aus den Reihen der CDU. Der Bundestagsabgeordnete Kölbl, der Mitglied der Jungen Gruppe in der Unionsfraktion ist, sagte dem "Focus", grundsätzlich dürfe man "jeden Hans und Franz zu einem Podcast einladen". Ohne Einordnung jedoch werde "aus einem informativen Podcast schnell eine Propaganda-Sendung".

      Reichweite erst durch kritische Berichte?

      Auch die mediale Kritik an dem Podcast mit Höcke ist wiederum Gegenstand von Diskussionen. So wird vor allem dem Magazin Der Spiegel, der das Format in einem längeren Beitrag kritisiert hat, vorgeworfen, dem Gespräch damit endgültig ein Millionenpublikum beschert zu haben, wie der Cicero schreibt.

      Der Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel warf dem Spiegel in einem Gastbeitrag für Die Welt vor, keine Medienkritik zu betreiben, sondern "Lagerpflege". Zwar sei einiges an dem Podcast mit Höcke diskutabel. Zugleich übe der Spiegel aber keine Kritik an der "strukturellen Höflichkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegenüber dem Regierungslager", behauptete Steinhöfel. Als Beispiel führte er ein 2024 geführtes Interview der ARD-Moderatorin Caren Miosga mit dem damaligen Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) an.

      Debatte über den Umgang mit der AfD in den Medien

      Der mediale Umgang mit der AfD sorgt in der Partei selbst, bei deren Gegnern, aber auch innerhalb der Medien vielfach für Diskussionen. Während sich die AfD, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seiner bestehenden Form abschaffen will, in der Berichterstattung benachteiligt sieht, führten längere Interviews mit Parteivertretern wiederholt zu kritischen Stellungnahmen von dritter Seite - nicht nur Aussagen des Interviewpartners, sondern auch die Leistung des jeweiligen Journalisten betreffend.

      So befand das Onlinemagazin Übermedien nach einem halbstündigen MDR-Sommerinterview mit Björn Höcke im August 2023: "Ein Interview mit ihm könnte eine Abschlussübung für ein Fortgeschrittenen-Seminar an einer Journalistenschule sein". In diesem Fall indes habe Höcke ein Kollege gegenübergesessen, der mit seiner Gesprächsführung "schon das Einsteiger-Seminar nicht bestanden hätte".

      Verfahren gegen Höcke wegen Volksverhetzung

      Gegen Björn Höcke ist ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung anhängig, das sich auf eine Veröffentlichung im Onlinedienst Telegram von 2022 bezieht. In dem Beitrag hatte der Thüringer AfD-Landespartei- und Fraktionschef zu einer Gewalttat in Ludwigshafen Stellung bezogen.

      Der 54-Jährige wurde bereits zweimal rechtskräftig verurteilt. Das Landgericht Halle hatte im Mai und im Juli 2024 jeweils Geldstrafen gegen ihn verhängt, weil er die SA-Parole "Alles für Deutschland" bei Veranstaltungen genutzt hatte. Der Bundesgerichtshof bestätigte im vergangenen Jahr die beiden Urteile. Der Thüringer AfD-Verband wird vom dortigen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

    • SalzwedelUmgang mit todkranker Frau: Merz erneut in der Kritik nach öffentlichen Äußerungen

      Bundeskanzler Merz hat erneut mit einem öffentlichen Auftritt kritische Reaktionen ausgelöst. In mehreren Medien wird ihm vorgeworfen, eine todkranke Bürgerin belehrt oder zurechtgewiesen zu haben, ohne jegliches Einfühlungsvermögen.

      Er habe "angefressen" und "mit Härte" auf die Frau reagiert, die nach eigenen Angaben Hautkrebs im Stadium IV hat, hieß es. Einige sprechen von Eklat.

      Merz war am vergangenen Donnerstag zu Gast bei einem Bürgerdialog im sachsen-anhaltischen Salzwedel. Die Anwesenden durften ihm Fragen stellen.

      Bürgerin fragte Merz nach Einschnitten bei der Krankenkassenreform

      Die Frau begann merklich nervös und unsicher. Sie verwies auf ihre Krebserkrankung und erklärte, dass sie sich nicht mal mehr ihre Beerdigung leisten könne. Dann kritisierte sie die aktuell geplanten Einschnitte bei der Krankenkassenreform und dass Bürgern die Vorsorge genommen werde.

      Sie fragte Merz, warum diese Sparmaßnahmen bei den Bürgern so gewaltig angesetzt würden, während er selbst zum Beispiel versucht habe, sich noch einmal 64.000 Euro im Jahr aufs Konto zu geben. Damit spielte sie auf Berichte über die infolge einer Bundesverfassungsgerichtsentscheidung geplante Erhöhung der Beamtenbesoldung an, an die auch das Gehalt des Kanzlers gekoppelt wäre.

      Bundesinnenminister Dobrindt erklärte inzwischen, dass die Erhöhung geringer ausfalle als ursprünglich geplant.

      Merz zur Krebspatientin in Salzwedel: "Zu keinem Zeitpunkt, zu keinem Zeitpunkt!"

      Die Moderation unterbrach die Frau mehrfach, um sie anzuhalten, schneller zu ihrer Frage zu kommen. Dann setzte der Kanzler an. Vielleicht dürfe er ihr zum letztgenannten Punkt mal etwas sagen: "Zu keinem Zeitpunkt, zu keinem Zeitpunkt", betont Merz, "ist von irgendjemandem erwogen worden, die Bezüge der Mitglieder der Bundesregierung anzuheben. Zu keinem Zeitpunkt. Auch von mir nicht. Alles andere ist eine falsche Behauptung. Und ich wäre Ihnen einfach dankbar, wenn Sie das nicht einfach ungeprüft wiederholen. Zu keinem Zeitpunkt! Und wissen Sie, nein, ich sage es Ihnen nochmal: Zu keinem Zeitpunkt stand diese Frage im Raum." Die Antwort wurde teilweise mit Applaus quittiert, ebenso wie zuvor die Frage der Frau.

      Merz hat in seiner Amtszeit mehrfach mit öffentlichen Äußerungen für Irritationen gesorgt, zuletzt zur Bedeutung der gesetzlichen Rente, zum Stadtbild oder zur Gastgeberstadt der jüngsten Weltklimakonferenz im brasilianischen Belem.

      Auch Ärger mit Trump offenbar nach Äußerungen Merz‘

      Auch Äußerungen zum Vorgehen der USA im Irankrieg werden ihm vorgehalten. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschuss im Europäischen Parlament, Strack-Zimmermann, sagte dem Spiegel, Merz sollte sich zukünftig, bevor er ins Plaudern komme, überlegen, welche Folgen seine Worte hätten.

      Trump will mehr als 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen, laut Medienberichten auch aus Verärgerung über Merz. Die FDP-Politikerin führte aus, der Truppenabzug scheine nicht militärisch-strategischer Natur zu sein, sondern offensichtlich aus der Motivation des US-Präsidenten heraus geschehen, "Bundeskanzler Merz – einfach ausgedrückt – den Mittelfinger zu zeigen". Merz widersprach dem.

    • EPG-Treffen in EriwanStarmer: Großbritannien will sich an Ukraine-Kredit der EU beteiligen

      Großbritannien will sich an dem 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehen der EU für die Ukraine beteiligen.

      Dies teilte Premierminister Starmer beim Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft - EPG - in der armenischen Hauptstadt Eriwan mit. Er betonte, der Kredit verschaffe der Ukraine die Fähigkeiten, die sie im fünften Jahr des Kriegs dringend benötige. In welchem Umfang sich die Briten beteiligen wollen, blieb zunächst offen. Die EU hatte den Weg für den Kredit im April freigemacht.

      In Eriwan beraten fast 50 europäische Länder über Themen wie Sicherheitspolitik, Energie und Wirtschaft. Die EPG war nach der russischen Invasion in der Ukraine 2022 gegründet worden.

    • Europa-Gipfel in EriwanErstmals seit fast 20 Jahren: Hochrangiger türkischer Politiker reist nach Armenien

      Erstmals seit fast 20 Jahren ist ein hochrangiger türkischer Politiker nach Armenien gereist.

      Der türkische Vizepräsident Yilmaz nimmt am Europa-Gipfel von fast 50 Staats- und Regierungschefs in der armenischen Hauptstadt Eriwan teil.

      Der letzte hochrangige Politiker aus der Türkei, der Armenien besuchte, war Ankara zufolge der damalige Präsident Gül im Jahr 2008. 

      Das Verhältnis zwischen der Türkei und Armenien ist von Konflikten belastet, auch wegen der Massaker an Armeniern zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Diese werden von vielen westlichen Ländern als Völkermord eingestuft, was die Türkei zurückweist. Zudem hatte die Türkei die Landgrenze zu Armenien 1993 aus Solidarität mit Aserbaidschan im Konflikt um die Gebirgsregion Berg-Karabach einseitig geschlossen.

    • HauptversammlungUnicredit-Aktionäre stimmen für geplantes Übernahmeangebot für die Commerzbank

      Die italienische Bank Unicredit hat sich für die geplante Übernahme der Commerzbank die Zustimmung der Aktionäre gesichert.

      Auf einer außerordentlichen virtuellen Hauptversammlung genehmigten die Anteilseigner eine Kapitalerhöhung in Höhe von bis zu 6,7 Milliarden Euro. Diese soll durch die Ausgabe von neuen Aktien vollzogen werden. UniCredit will die Papiere den Commerzbank-Aktionären im Tausch anbieten.

      Das italienische Finanzunternehmen ist inzwischen mit Abstand größter Anteilseigner der Commerzbank vor dem deutschen Staat. Die Führung des Frankfurter Dax-Konzerns lehnt eine Übernahme ab. Auch die Bundesregierung hat skeptisch auf die Pläne von UniCredit reagiert.

    • SicherheitspolitikBayern eröffnet Drohnenabwehrzentrum nahe Münchner Flughafen

      In Bayern ist ein Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum der Landespolizei eröffnet worden.

      Ministerpräsident ‌Söder ⁠und Innenminister Herrmann erklärten in Erding bei München, man bündele vorhandene Kompetenzen und verknüpfe modernste Technik mit praxisnaher polizeilicher Einsatzfähigkeit. Dies geschehe in enger Zusammenarbeit mit Bundespolizei und Bundeswehr.

      Hintergrund sind ​wiederholte Drohnensichtungen über sicherheitskritischen Bereichen. Der Münchner Flughafen musste deshalb mehrmals seinen Betrieb einschränken.

    • Chiemgauer AlpenWaldbrand am Saurüsselkopf in Bayern - Landratsamt Traunstein ruft Katastrophenfall aus

      Das Landratsamt Traunstein hat wegen eines Waldbrandes in den Chiemgauer Alpen den Katastrophenfall ausgerufen.

      Ziel sei es, eine weitere Ausbreitung des Feuers innerhalb des schwer zugänglichen Geländes am Berg Saurüsselkopf zu verhindern, teilten die Behörden mit. Mit der Feststellung des Katastrophenfalls werden die Einsatzkräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert. Derzeit sind zwei Hubschrauber der Landespolizei im Löscheinsatz, ein weiterer Hubschrauber ist im Anflug.

      Der Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog im Südwesten Brandenburgs wurden inzwischen nach Angaben der Behörden eingedämmt. Es sei mit keiner weiteren Ausbreitung zu rechnen, sagte Stadtbrandmeister Walentin. Die Feuerwehr werde abrücken. Der Brand war am Freitag ausgebrochen und hatte sich auf dem mit Munition belasteten Gebiet rasch ausgebreitet. Insgesamt waren 152 Hektar betroffen.

    • Drei Jahre nach Diebstahl in BayernErmittler suchen erneut nach gestohlenem Kelten-Goldschatz

      Mehr als drei Jahre nach dem Diebstahl des Kelten-Goldschatzes aus einem Museum in Bayern suchen Ermittler wieder nach einem Großteil der Beute.

      Nach Angaben des Landeskriminalamts in München vermuten die Beamten, dass das fehlende Gold auf dem Grundstück des Hauptverdächtigen und seiner Partnerin in Mecklenburg-Vorpommern versteckt ist. Die Goldmünzen waren 2022 aus dem Kelten-Römer-Museum in Manching gestohlen worden. Vier Täter wurden festgenommen und 2025 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein Großteil der fast 500 Münzen blieb verschwunden. Seit heute früh durchsuchen Kunstfahnder das Anwesen und das Grundstück des Hauptverdächtigen mit Röntgen- und Radartechnik.

    • USAVideospiele-Händler Gamestop kündigt Übernahmeangebot für Ebay an

      Der US-amerikanische Videospiele-Händler Gamestop will die Online-Handelsplattform Ebay übernehmen.

      Gamestop-Chef Cohen sagte dem "Wall Street Journal", das Angebot sei rund 56 Milliarden US-Dollar schwer. Er wolle mit Ebay einen Konkurrenten zum Online-Konzern Amazon aufbauen. Unklar blieb zunächst, wie genau ein Großteil der Kaufsumme finanziert werden soll.

      Gamestop hat vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Amateur-Investoren trieben damals den Kurs der Aktie hoch. Sie positionierten sich dabei gegen Hedgefonds, die auf einen fallenden Aktienkurs gesetzt hatten.

    • Verband kommunaler UnternehmenFolge von Fast Fashion: Entsorgung von Altkleidern wird immer teurer

      Altkleider-Sammlungen stellen Städte und Gemeinden einer Umfrage zufolge vor immer größere Probleme.

      Die Qualität der gesammelten Textilien ist deutlich schlechter geworden, während gleichzeitig die Kosten für Sammlung, Sortierung und Verwertung steigen, wie eine in Berlin und München vorgestellte Umfrage unter kommunalen Entsorgungsbetrieben zeigt. Demnach beobachten 81 Prozent der Befragten eine sinkende Qualität der Alttextilien, mehr als ein Drittel spricht sogar von einer starken Verschlechterung.

      Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) erklärte, parallel dazu verschärfe sich die wirtschaftliche Lage der Entsorger. 72 Prozent der Betriebe müssten inzwischen für die Verwertung der Alttextilien draufzahlen, lediglich 28 Prozent erzielten noch Einnahmen. Damit wird die Alttextilentsorgung laut VKU für viele Kommunen zunehmend zum Zuschussgeschäft.

      Als eine Ursache gilt schon länger die sogenannte "Fast Fashion". Billige Bekleidung wird ein- oder zweimal getragen und dann in der Altkleidersammlung entsorgt.

    • ExpertengremiumBundesregierung soll mehr für Vermögensaufbau der Bürger am Aktienmarkt tun

      Der Investitions- und Innovationsbeirat appelliert an die Bundesregierung, die Bürger beim Vermögensaufbau am Anleihen- und Aktienmarkt mehr zu unterstützen.

      Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Verweis auf ein Papier mit 20 Empfehlungen berichtet, problematisiert das Expertengremium, dass in Deutschland nach wie vor renditeschwache Anlageformen weit verbreitet sind. Damit sind zum Beispiel Sparbücher und Tagesgeld gemeint, die nur vergleichsweise geringe Renditen bringen. Insbesondere hinsichtlich der privaten Altersvorsorge schlägt der Beirat demnach eine automatische Einbeziehung aller Arbeitnehmer vor. Wer nicht wolle, müsse explizit widersprechen. Das könne dazu beitragen, dass mehr Menschen an den Chancen des Kapitalmarkts partizipierten.

      Der von Bundesfinanzminister Klingbeil eingesetzte Beirat hilft bei der Umsetzung des schuldenfinanzierten Investitionspakets für Infrastruktur und Klimaneutralität. Es umfasst 500 Milliarden Euro. Der erste offizielle Bericht wird für Juni erwartet. Der Beiratsvorsitzende Christ sagte, die spürbaren Konsequenzen des Irankriegs zeigten, dass Deutschland mehr für seine wirtschaftliche Resilienz tun müsse.

    • Oberlandesgericht DüsseldorfTodesurteile gegen Politiker und Krypto-Kopfgeld: mutmaßlicher Rechtsextremist bei Prozessauftakt in Hochsicherheitstrakt

      Im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf beginnt heute der Prozess gegen einen 49-jährigen mutmaßlichen Rechtsextremisten, der zu Attentaten auf bekannte Politiker aufgerufen haben soll.

      Die Bundesanwaltschaft erhob Anklage gegen Martin S. wegen Terrorfinanzierung, Anleitung zu Terroranschlägen und weiterer Straftaten. Medienberichten zufolge standen auf seiner Todesliste mehr als 20 Namen – darunter Altbundeskanzler Scholz (SPD), Altbundeskanzlerin Merkel (CDU) und frühere Bundesminister. Der Karlsruher Verteidiger des Angeklagten nahm zu den Vorwürfen vorab keine Stellung.

      Den bisherigen Ermittlungen zufolge betrieb der Verdächtige anonymisiert im Darknet eine Plattform. Sie enthielt offenbar auch sensible personenbezogene Daten seiner ausgewählten Opfer. Zugleich forderte er demnach Spenden in Form von Kryptowährung ein, die als Kopfgeld ausgelobt werden sollten.

      Beamte des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei nahmen den Verdächtigen im vergangenen November fest. Er kam in Untersuchungshaft. Er sei schon früher auf Demonstrationen von Rechtsextremisten aufgefallen, heißt es. Ermittler ordnen ihn als "Reichsbürger" ein, der der Dortmunder-Szene angehören soll.

      Das Gericht hat elf Verhandlungstage eingeplant. Das Prozessende wurde für den 17. Juli terminiert.

    • ReformpläneSteuergewerkschaft: Erst Finanzkriminalität bekämpfen, dann Bürger entlasten

      Der Vorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Köbler, hat die Bundesregierung aufgefordert, bei ihren Plänen für eine Steuerreform den Fokus auf die Finanzkriminalität zu richten.

      Allein durch Umsatzsteuer-Hinterziehung gingen Deutschland nach Zahlen der EU-Kommission jährlich mehr als 31 Milliarden Euro verloren, sagte Köbler im Deutschlandfunk. Gelänge es, dies zu stoppen, könnten die Bürger flächendeckend entlastet werden. Dazu seien ein einfacheres Steuerrecht und mehr Pauschalregelungen für Arbeitnehmer und Rentner nötig. Dies wiederum würde das Personal in der Finanzverwaltung entlasten, betonte der Gewerkschaftschef.

      Köbler empfahl, dabei die Digitalisierung stärker zu nutzen. Wenn Steuerpflichtige auf Wunsch festlegen könnten, dass absetzbare Rechnungen etwa für die Kita-Betreuung ihrer Kinder automatisch der Steuererklärung angefügt würden, brächte dies eine große Erleichterung, sagte Köbler.

    • Nach Merz-InterviewMiersch: Wir sind gleichberechtigte Partner in der Koalition

      Der SPD-Fraktionsvorsitzende Miersch hat gelassen auf die Forderung von Bundeskanzler Merz nach einem faireren Umgang in der Koalition reagiert.

      Man sei im vergangenen Jahr bereits viele Dinge angegangen und habe Kompromisse geschlossen, sagte Miersch den Fernsehsendern RTL und ntv. Die Grundlage sei gar nicht so schlecht, wie es teilweise klinge. Miersch betonte zugleich, dass man gleichberechtigte Partner in einer Koalition sei und man weitere Themen auf Augenhöhe angehen müsse.

      Merz hatte gestern Abend im ARD-Fernsehen von einem größer werdenden Unmut in CDU und CSU über Kompromisse mit der SPD berichtet. Bisher komme die Union zu wenig vor, sagte Merz. Er unterstrich zugleich, dass er mit den Sozialdemokraten weiter regieren wolle und schloss eine Minderheitsregierung aus.

    • Schwarz-rote KoalitionMerz mahnt Koalitionspartner SPD: Handschrift der Union muss erkennbar werden

      Bundeskanzler Merz hat den Koalitionspartner SPD zu einem fairen Umgang aufgefordert. Es gebe in der ‌Union einen ⁠größer werdenden Unmut über Kompromisse, die mit der SPD gemacht worden seien, sagte Merz im ARD-Fernsehen. Steuerplänen von Vizekanzler Klingbeil erteilte der Kanzler eine Absage.

      Merz betonte, er habe von seiner Partei als wiedergewählter Parteivorsitzender einen großen Handlungsspielraum bekommen. "Aber ich habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen." In der Koalition müsse die Union ⁠ausreichend vorkommen ⁠und es müssten auch Reformen umgesetzt werden, die die Handschrift der Union trügen, betonte der Kanzler. ⁠Das sei bisher vielleicht noch nicht gut ⁠genug gelungen. Merz sagte, er sei sich mit den SPD-Vorsitzenden einig, dass es weitere Reformen im Land geben müsse. "Ich suche keine andere Mehrheit. Das sollte die SPD jetzt aber ​nicht zu dem Gedanken verleiten, sie könnte mit uns machen, was ‌sie will", sagte Merz.

      Den Plänen des SPD-Vorsitzenden und Bundesfinanzministers Klingbeil nach einer stärkeren Besteuerung höherer Einkommen erteilte Merz eine Absage. Klingbeil müsse wissen, dass dies mit CDU und CSU und auch mit ihm als Kanzler nicht zu machen sei, erklärte Merz.

      Der SPD-Fraktionsvorsitzende Miersch reagierte gelassen auf die Forderung Merz' nach einem faireren Umgang in der Koalition. Man sei im vergangenen Jahr bereits viele Dinge angegangen und habe Kompromisse geschlossen, sagte Miersch den Fernsehsendern RTL und ntv. Die Grundlage sei gar nicht so schlecht, wie es teilweise klinge. Miersch betonte zugleich, dass man gleichberechtigte Partner in einer Koalition sei und man weitere Themen auf Augenhöhe angehen müsse.

      Bilger: Blockaden und Schuldzuweisungen der SPD kosten Vertrauen

      Unions-Parlamentsgeschäftsführer Bilger hatte zuvor dem Handelsblatt gesagt, Blockade und Schuldzuweisungen, wie sie zuletzt von der SPD zu vernehmen gewesen seien, kosteten Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik. Viele Bürger meldeten sich zurzeit und appellierten an die Verantwortung von Politikern. Zuvor hatte Ex-Bundeswirtschaftsminister Altmaier, CDU, vor einer drohenden "Staatskrise" gewarnt.

      SPD-Parlamentsgeschäftsführer Wiese kritisierte dies als fahrlässig. Altmaiers "Ratschläge von der Seitenlinie" seien unpassend. SPD-Ko-Vorsitzende Bärbel Bas forderte mehr Kompromissbereitschaft und Geschlossenheit in der Koalition. "Was besser werden muss, ist die Abstimmung, eher intern als öffentlich", sagte Bas dem Nachrichtenmagazin "Politico". "Viele Leute nerven diese Streitigkeiten, die man so mitbekommt. Das muss aufhören."

      Gesine Schwan: Der Regierung fehlt der Kompass

      Die Politikwissenschaftlerin Schwan, die auch SPD-Mitglied ist, hielt der Bundesregierung Führungsschwäche vor. Voraussetzung für eine Mehrheit sei persönliche Autorität, sagte sie im Deutschlandfunk. Diese Autorität sprach Schwan sowohl Kanzler Merz als auch Vizekanzler Klingbeil ab.

    • GeburtenJedes dritte Kind in Deutschland kommt per Kaiserschnitt auf die Welt

      Die Zahl der Kaiserschnitte in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Im Jahr 2024 wurde in Krankenhäusern jedes dritte Kind auf diese Weise entbunden, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

      Konkret waren dies fast 216.000 Geburten. Die Kaiserschnitt-Rate hat sich seit 1991 verdoppelt. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. Spitzenreiter war Hamburg mit einer Rate von mehr als 36 Prozent, knapp dahinter folgen das Saarland und Hessen. Den niedrigsten Anteil verzeichnen Sachsen mit rund 27 Prozent, Brandenburg mit etwa 28 Prozent und Berlin mit fast 30 Prozent.

      Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe gibt in ihrer aktuellen Leitlinie zur Sectio - wie die Schnittentbindung wissenschaftlich heißt - keine Vorgabe, wie hoch der Anteil der Kaiserschnittgeburten sein sollte. Als gesichert könne jedoch gelten, dass eine Sectio-Rate über 15 Prozent "keinen günstigen Einfluss" auf Sterblichkeit und Krankheitshäufigkeit von Müttern und Neugeborenen habe und deshalb "gut medizinisch begründet" sein sollte, so die Verfasser.

      Auch finanzielle Gründe

      Die Ursachen für den Anstieg sind komplex. Zum einen steigt das Durchschnittsalter werdender Mütter in Deutschland und damit auch das potenzielle Risiko bei einer Geburt. Andererseits spielen auch organisatorische und finanzielle Faktoren im Gesundheitswesen eine Rolle.

      So kam der Verband der Ersatzkassen 2020 zu dem Schluss, dass Kliniken mit geringerer Geburtenzahl und weniger Personal oft höhere Kaiserschnitt-Raten hätten, während die Zahl bei größeren Krankenhäusern mit genügend Personal niedriger liege. Durch geplante und weniger zeitaufwendige Sectio-Geburten lasse sich für Kliniken zudem der Erlös steigern. In Ländern mit größerem privatem Anteil im Gesundheitswesen sei die Kaiserschnitt-Rate oft noch erheblich höher als in Deutschland.

    • Gesetzliche KrankenkassenMiersch (SPD) und Söder (CSU) fordern Nachbesserungen beim Sparpaket

      SPD-Fraktionschef Miersch sieht mit Blick auf das vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen noch Diskussionsbedarf.

      Die beitragsfreie Mitversicherung sei ein Punkt, über den man auf jeden Fall sprechen wolle, sagte Miersch am Abend im ZDF. Es sei klar, dass das parlamentarische Verfahren kein Abnickverfahren sei.

      CSU-Chef Söder forderte Änderungen bei einer Reihe von Punkten. Es stelle sich etwa die Frage, inwieweit Bürgergeldempfänger von den Beitragszahlern im geplanten Umfang weiter finanziert werden sollten.

      Das Sparpaket soll zu stabilen Beiträgen für die gesetzlichen Krankenkassen führen. Geplant sind darin Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.

    • CDU-PräsidiumssitzungMerz: Jüdisches Leben so bedroht wie lange nicht mehr

      In Deutschland ist jüdisches Leben aus Sicht von Bundeskanzler Merz so bedroht wie lange nicht mehr.

      Die Zahl der antisemitischen Straftaten und Schmierereien steige stark, sagte Merz vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums in der Chabad Synagoge in Berlin-Wilmersdorf. In einem anschließend gefassten Beschluss heißt es, der Schutz jüdischen Lebens sei Ausdruck einer wehrhaften Demokratie und Kern der staatlichen Verantwortung. Die CDU werde jede Erscheinungsform des Antisemitismus, ob von Rechtsextremisten, Linksextremisten oder Islamisten, klar benennen und bekämpfen. Es gelte null Toleranz.

      Die Zahl antisemitischer Straftaten war in den vergangenen Jahren stark gestiegen, insbesondere nach dem Angriff der Hamas auf Israel und dem darauffolgenden Gaza-Krieg.

    • Vor Europäischem ProtesttagBischöfe fordern Recht auf Teilhabe für Menschen mit Behinderungen

      Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen der Gesellschaft gefordert.

      Dies sei noch immer keine Selbstverständlichkeit, teilte die Bischofskonferenz in Bonn mit. Fehlende Barrierefreiheit, lange Wartezeiten bei Leistungen oder unzureichende Assistenz erschwerten den Zugang zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlichem Leben. Die Bischöfe kritisierten, zudem erweckten Diskussionen über Einsparungen zu oft den Eindruck, Teilhabeleistungen seien ein verzichtbarer Luxus. Dem sei jedoch nicht so. Es handle sich um ein grundlegendes Recht.

      Am morgigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung soll mit zahlreichen Aktionen auf Diskriminierung und fehlende Inklusion aufmerksam gemacht werden.

    • Ukraine-KriegDrohne beschädigt Wohnhaus nahe dem Zentrum Moskaus

      Eine ukrainische Drohne ist in der Nacht im Gebiet der russischen Hauptstadt Moskau eingeschlagen.

      Bürgermeister Sobjanin schrieb auf der Plattform Telegram, es sei ein Wohnhaus getroffen worden. Verletzte habe es keine gegeben. Zwei weitere ukrainische Drohnen seien abgeschossen worden. Nach Medienberichten liegt das beschädigte Gebäude in einem Viertel Moskaus, in dem sich auch Botschaften befinden. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Angriffe auf zivile Ziele im Großraum Moskau sind allerdings selten.

      In der nordostukrainischen Region Charkiw wurden Behördenangaben zufolge mindestens drei Menschen bei einem russischen Angriff getötet. Eine Rakete habe mehrere Wohnhäuser und Geschäfte getroffen, hieß es.

    • SicherheitÖsterreich wirft Russland Spionage mit Antennenanlagen auf Botschaftsgebäude in Wien vor

      Österreich wirft Russland vor, mit Antennen auf dem Dach der Botschaft in Wien Spionageaktionen durchzuführen.

      Drei Mitarbeiter der russischen Botschaft seien ausgewiesen worden, teilte das österreichische Außenministerium mit. Moskau habe eine Mitte April gesetzte Frist verstreichen lassen, um die diplomatische Immunität der Betroffenen aufzuheben. Einem Bericht des Österreichischen Rundfunks zufolge hat Russland seit Beginn des Ukraine-Kriegs die Antennenanlagen auf dem Dach seiner Botschaftsgebäude in Wien ausgebaut. Laut dem ORF kann Russland damit Daten abfangen, die beispielsweise von internationalen Organisationen über Satelliteninternet verschickt werden.

      In Wien haben unter anderem die Internationale Atomenergiebehörde und die europäische Sicherheitsorganisation OSZE ihren Hauptsitz.

    • Massenproteste im JanuarDrei weitere Menschen im Iran hingerichtet

      Im Iran sind im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar drei weitere Menschen hingerichtet worden.

      Wie die staatliche Nachrichtenagentur Misan berichtete, wurden die Männer bezichtigt, an Kundgebungen in der Stadt Maschad im Nordosten des Landes teilgenommen zu haben. Außerdem wurde ihnen die Beteiligung an einer Verschwörung mit Verbindungen zu Israel vorgeworfen.

      Seit Beginn des amerikanisch-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran hat die Zahl der Exekutionen dort noch einmal zugenommen. Menschenrechtler werfen dem iranischen Regime vor, mit den Hinrichtungen vor allem die Einschüchterung von politischen Gegnern zu bezwecken. Die Verfahren erfüllen zudem keinerlei rechtsstaatliche Kriterien.

      Schon im vergangenen Jahr waren nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mehr als 2.000 Iraner hingerichtet worden – so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

    • PhilippinenVulkan Mayon stößt Asche aus - Zahlreiche Dörfer evakuiert

      Auf den Philippinen ist der Vulkan Mayon am Wochenende ausgebrochen und hat dicke Aschewolken ausgestoßen.

      Mehrere Dutzend Dörfer in der Umgebung wurden mit Asche bedeckt. Die Agentur PNA berichtet unter Berufung auf die Behörden, erste Lavaströme seien bergab geflossen. Feuerwehren und Hilfstrupps seien in der Region, um die Bevölkerung vor Ort zu unterstützen.

      Der Mayon ist ein 2.462 Meter hoher Vulkan auf den Philippinen, etwa 330 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila. Seit Beginn des Jahres zeigt er erhöhte Aktivität.

    • Soziales NetzwerkEuropäische Plattform "W Social" als X-Alternative sieht kurz vor Start der Testphase weltweites Interesse

      Die Betreiber der geplanten Kommunikationsplattform "W Social" sehen ein großes Interesse an einem Sozialen Netzwerk mit Sitz in Europa.

      Kurz vor dem Start der ersten Testphase habe man bereits Anfragen aus über 180 Ländern erhalten, sagte die Mitgründerin von "W Social", Anna Zeiter, im Deutschlandfunk. Auf "W Social" sollen sich alle Nutzer mit einem Ausweis verifizieren müssen, ohne dass ihre Daten gespeichert werden. So soll verhindert werden, dass künstlich generierte Profile entstehen. Interessierte müssen sich derzeit auf eine Warteliste setzen lassen. Im Jahresverlauf soll "W Social" dann den Regelbetrieb aufnehmen.

      Gängige Social-Media-Plattformen haben ihren Sitz bislang in den USA oder China. Mitgründerin Zeiter kritisierte, dort sehe man immer mehr künstliche Profile. Sie verwies außerdem darauf, dass Nutzerdaten jeweils in den Betreiberländern gespeichert werden.

      Europäische Unternehmen und Investoren finanzieren "W Social"

      Finanziert wird "W Social" nach eigenen Angaben von europäischen Unternehmen und Investoren. Betreiber ist ein schwedisches Start-up, die Daten sollen in Finnland verarbeitet werden. Mitgründerin Zeiter erklärte, entgegen früheren Berichten sei die EU bislang nicht finanziell beteiligt. Für Nutzer soll die Verwendung kostenlos sein.

      "W Social" basiert auf dem sogenannten AT-Protokoll, einer frei zugänglichen und dezentralen Technik für Kommunikationsplattformen. Nutzer sollen dadurch ihre Profile und Inhalte zwischen den Protokoll-zugehörigen Plattformen austauschen können. Auf diesem Prinzip basiert etwa die als Alternative zu "X" (früher "Twitter") gestartete Plattform "Bluesky" mit Sitz in den USA.

    • Nach Plänen für Krankenkassen-ReformVdK warnt Bundesregierung vor Einschnitten bei der Pflege

      Angesichts der Debatte über die geplante Krankenkassen-Reform warnt der Sozialverband VdK vor Kürzungen in der Pflege. Sollte etwa der Zugang zu einem Pflegegrad verzögert werden, verlagere das die Belastung auf die pflegenden Angehörigen, sagte Verbandspräsidentin Bentele der Deutschen Presse-Agentur.

      Direkte Krisensituationen könnten die Folge sein. Anstatt den Zugang zu Leistungen zu erschweren, brauche es den Ausbau von Prävention und Rehabilitation. Insbesondere die Frühphase der Pflege müsse verlässlich abgesichert werden – also die Pflegegrade 2 und 3. Wer hier Geld kürze, belaste Haushalte dort zusätzlich, wo Pflege erst organisiert, Arbeit umgestellt und Versorgung stabilisiert werden müsse.

      Der VdK veröffentlichte eine in Auftrag gegebene Umfrage, wonach eine große Mehrheit der Bevölkerung mögliche Kürzungen bei den Leistungen der Pflegeversicherung ablehnt.

      Warken will Pläne für Reform der Pflegeversicherung im Mitte Mai vorlegen

      Bundesgesundheitsministerin Warken, CDU, will ihre Pläne für eine Pflegereform Mitte Mai vorlegen. Ihr zufolge fehlen allein im kommenden Jahr sechs Milliarden Euro. Medien berichteten unter Bezug auf Koalitionskreise, im Gespräch seien Einschnitte bei den Zuschüssen für Pflegeheimbewohner und höhere Hürden für die Einstufung in die unteren Pflegegrade.

      Im Dezember stellte eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern bereits Reformmöglichkeiten vor - die auf viel Kritik gestoßen waren. Bundesgesundheitsministerin Warken sagte damals, begrenzte Mittel müssten zielgerichteter eingesetzt werden. Angekündigt wurde eine grundlegende Finanzreform für die Pflegeversicherung bis Ende 2026.

      Kabinett billigte diese Woche Reformpläne für gesetzliche Krankenversicherung

      Vergangenen Mittwoch hatte das Bundeskabinett Warkens Gesetzespläne für die gesetzliche Krankenversicherung gebilligt. Auf Versicherte kommen höhere Zuzahlungen und Einschnitte bei Leistungen zu, damit die Krankenkassen nicht noch teurer werden.

    • Pläne der BundesregierungKulturwissenschaftler Hirschfelder verteidigt Zuckersteuer: aus gesundheitspolitischer und historischer Perspektive geboten

      Der Kulturhistoriker Gunther Hirschfelder hat die geplante Zuckersteuer aus gesundheitspolitischer und historischer Perspektive als geboten bezeichnet.

      Einerseits habe man eine Luxusdiskussion, anderseits die enormen Folgen von Fehlernährung in einer Größenordnung von fast 20 Milliarden Euro jährlich, sagte er im Deutschlandfunk. Ein großer Bereich der Bevölkerung konsumiere Zucker oft ungehemmt als billige Energiequelle und vermeintliches Genussmittel. Meist seien es Menschen mit weniger Einkommen, die oft auch ein Bildungsdefizit hätten. Zugleich warnte Hirschfelder vor pauschalen Bewertungen. Zucker sei ambivalent. Die Dosis mache die Wirkung.

      Nach dem Willen der Bundesregierung soll die Zuckerabgabe ab 2028 erhoben werden. Sie ist Teil eines Gesetzespakets zur finanziellen Stabilisierung der Krankenkassen, das das Kabinett verabschiedet hat. Zahlreiche Experten fordern einen solchen Schritt seit Langem. Teile der Wirtschaft lehnen ihn ab. Auch der Bundesparteitag der CDU hatte sich gegen eine Zuckersteuer ausgesprochen.

    • BundesinnenministerDobrindt will Grenzkontrollen fortsetzen

      Bundesinnenminister Dobrindt will die Kontrollen an Deutschlands Grenzen fortsetzen.

      Im ARD-Fernsehen sagte der CSU-Politiker, mittelfristig setze die Bundesregierung darauf, dass das Migrationssystem in Europa so funktioniere, dass man sich aus Grenzkontrollen wieder herausentwickeln könne. Wann dieser Zeitpunkt komme, lasse sich derzeit aber noch nicht sagen.

      Die wiedereingeführten Grenzkontrollen sind umstritten. Kritiker verweisen unter anderem darauf, dass der Schengener Grenzkodex diese nur im Fall außergewöhnlicher Umstände und befristet erlaube. Zuletzt hat das Verwaltungsgericht Koblenz eine Kontrolle an der deutsch-luxemburgischen Grenze für rechtswidrig erklärt. Innenminister Dobrindt kündigte bereits Ende April an, dass die Bundesregierung in Berufung gehen werde. Er betrachtet das Urteil als Einzelfallentscheidung.

    • Nach angekündigtem US-TruppenabzugWehrbeauftragter Otte warnt vor "Lücke in der deutschen Verteidigungsarchitektur"

      Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Otte, hat angesichts des angekündigten Abzugs eines Teils der US-Truppen vor einer Lücke in der deutschen Verteidigungsarchitektur gewarnt. Der CDU-Politiker sagte, der Abzug von US-Kampfeinheiten sei ein schlechtes Signal und müsse kompensiert werden.

      Otte betonte gegenüber dem Magazin "Spiegel", dies bedeute mehr denn je, die eigene Verteidigungsfähigkeit schnell auszubauen. Mit Blick auf die USA sagte er, das Land verzichte mit dem Schritt auf eine vorteilhafte Infrastruktur und gesellschaftliche Rückendeckung.

      Der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter fordert als Konsequenz aus dem möglichen Stopp der Stationierung von US-Raketen in Deutschland eine engere Zusammenarbeit mit der Ukraine. Die USA stünden nicht mehr verlässlich zur militärischen Abschreckung in Europa, sagte Kiesewetter im Deutschlandfunk. Es sei dringend eine Antwort auf die in Kaliningrad stationierten russischen Raketen nötig. Statt abzuwarten, könnte man mit der Ukraine Raketen entwickeln. Kiesewetter betonte, man sollte sich klarmachen, dass Europa bei der konventionellen Verteidigung mehr von der Ukraine abhängig sei als umgekehrt. Der CDU-Politiker bezeichnete einen Stopp der Raketen-Stationierung als deutlich besorgniserregender als den von Präsident Trump angekündigten teilweisen Truppenabzug. Diese Einschätzung teilen auch führende Sicherheitsexperten.

      Merz: US-Ankündigung im Kern nicht neu

      Medien berichteten unter Berufung auf das Pentagon, dass das zuständige Bataillon für die Stationierung von "Tomahawk"-Marschflugkörpern nicht mehr nach Deutschland entsandt werden solle. Die Stationierung war 2024 vom damaligen US-Präsidenten Biden und Kanzler Scholz vereinbart worden und sollte dieses Jahr beginnen.

      Bundeskanzler Merz sieht das deutsch-amerikanische Verhältnis trotz des schärfer werdenden Tons aus dem Weißen Haus nicht in der Krise. Der angekündigte Truppenabzug sei im Kern nicht neu, sagte Merz im ARD-Fernsehen. "Es wird vielleicht ein bisschen zugespitzt, aber neu ist es nicht", fügte der CDU-Vorsitzende hinzu. Er bestätigte außerdem, dass die vom damaligen US-Präsidenten Biden zugesagte Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörper zunächst nicht erfolgen werde. Der Zug sei jedoch noch nicht abgefahren, betonte Merz.

      Bürgermeister von Ramstein: Abzug würde Standort wirtschaftlich hart treffen

      Vertreter von Kommunen und Ländern in Rheinland-Pfalz machten auf weitere mögliche Folgen aufmerksam. Der Bürgermeister der rheinland-pfälzischen Stadt Ramstein, Hechler, sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein Truppenabzug würde die Region mit großer Härte treffen. Bei einem Abzug von insgesamt 5.000 Soldaten seien es mit Familiennachzug 10.000 bis 12.000 Menschen, die aus den deutschen Standorten wegzögen. Dies würde schmerzhafte wirtschaftliche Einschnitte bedeuten. Allerdings sehe er keine Anzeichen für einen Abzug im Raum Ramstein. Der wahrscheinlich künftige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Schieder (CDU), hatte zuvor ebenfalls gesagt, es gehe nicht nur um das Miteinander bei sicherheitspolitischen Fragen, sondern auch um wirtschaftliche Folgen.

      Trump will mehr als 5.000 Soldaten abziehen

      Am Freitag hatten die USA einen Abzug von 5.000 Soldatinnen und Soldaten angeordnet. Inzwischen sagte Präsident Trump vor Journalisten, man werde die Truppenstärke um weit mehr reduzieren. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit angekündigt, er wolle 12.000 der seinerzeit rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Er beschrieb das Vorhaben damals als Strafaktion für die aus seiner Sicht mangelnden deutschen Militärausgaben. Doch sein Nachfolger Biden stoppte die Pläne. 

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    • US-TruppenrückzugKallas: Müssen mehr tun, um europäische Säule der NATO zu stärken - Rutte: Europäer haben Botschaft Trumps vernommen

      Die EU-Außenbeauftragte Kallas hat den Zeitpunkt der Ankündigung von US-Präsident Trump, mehrere tausend Soldaten aus Deutschland abzuziehen, als überraschend bezeichnet.

      Zugleich betonte sie, dies zeige, dass viel mehr getan werden müsse, um die europäische Säule innerhalb der NATO zu stärken. Der Generalsekretär der Allianz, Rutte, sagte vor dem Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Eriwan, es habe auf US-Seite eine gewisse Enttäuschung über das Verhalten der Europäer im Iran-Krieg gegeben. Man habe Trumps Botschaft vernommen. Er verwies darauf, dass immer mehr europäische Länder logistische und andere Unterstützungsleistungen näher an die Einsatzgebiete im Nahen Osten verlagerten, um für die nächste Phase bereit zu sein.

      In Eriwan beraten fast 50 europäsche Länder über die Themen Sicherheitspolitik, Demokratie, Energie und Wirtschaft. Die Europäische Politische Gemeinschaft - kurz EPG - wurde nach der russischen Invasion in der Ukraine 2022 gegründet, um die EU und die anderen europäischen Staaten wie Albanien, die Türkei und die Ukraine enger zusammenzuführen.

    • WetterNachts verbreitet Niederschläge bei 12 bis 6 Grad

      Das Wetter: In der Nacht im Norden niederschlagsfrei. Im Südosten abklingende Schauer und Gewitter. Sonst gebietsweise schauerartiger Regen. Tiefstwerte 12 bis 6 Grad. Morgen im Norden und Nordwesten heiter bis wolkig. Im Süden und Südosten am Nachmittag und Abend aufkommende, teils kräftige Gewitter. In den übrigen Gebieten verbreitet schauerartiger, teils gewittriger Regen. Höchstwerte in der Nordhälfte 12 bis 19, in der Südhälfte 19 bis 27 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Mittwoch nur im äußersten Norden Auflockerungen, sonst wechselnd bewölkt mit kräftigen Schauern und Gewittern. 10 bis 21 Grad.