Die NachrichtenBarrierefrei

  • Mittwoch, 24.06.2026

    • Vorbereitung auf NATO-GipfelBundeskanzler Merz berät in Berlin mit Staats- und Regierungschefs der sogenannten E5-Gruppe

      In Berlin sind die Staats- und Regierungschefs der sogenannten E5-Gruppe zusammengekommen, um den NATO-Gipfel im kommenden Monat vorzubereiten.

      Bundeskanzler Merz empfing den scheidenden britischen Premierminister Starmer, Frankreichs Präsidenten Macron, den polnischen Regierungschef Tusk und Italiens Ministerpräsidentin Meloni. NATO-Generalsekretär Rutte wird zu dem Treffen per Video zugeschaltet. Zentrales Thema der Gespräche soll die weitere Unterstützung der Ukraine durch die europäischen Partner sein. Berlin hatte sich bislang über das Thema vor allem im kleineren E3-Format mit London und Paris abgestimmt, was in Warschau und Rom Verstimmungen auslöste.

      Rutte trifft im Anschluss in Washington mit US-Präsident Trump zusammen. Der NATO-Gipfel findet in zwei Wochen in der türkischen Hauptstadt Ankara statt.

    • Ukraine-KriegUkrainische Angriffe treffen erneut Krim und das russische Hinterland - mehrere Tote bei russischen Luftangriffen

      Die Ukraine hat erneut Angriffe auf die von Russland annektierte Krim sowie auf Ziele im russischen Hinterland geflogen.

      Nach Angaben des Generalstabs in Kiew wurde die Erdgas-Verarbeitungsanlage Orenburg getroffen. Auf dem Gelände sei ein Feuer ausgebrochen. Die Gasanlage befinde sich an der Grenze zu Kasachstan mehr als 1.200 Kilometer von der Front entfernt.

      Laut dem ukrainischen Geheimdienst SBU wurden zudem auf der Krim Luftabwehrsysteme und Militärflugplätze ins Visier genommen. In Sewastopol, der größten Stadt der Halbinsel, fiel nach Attacken auf Energieanlagen der Strom aus.

      Die Ukraine attackiert im Abwehrkampf gegen die russische Invasion regelmäßig militärisch relevante Ziele in Russland.

      Auch Russland griff die Ukraine erneut aus der Luft an. Dabei starben fünf Menschen.

    • VerkehrFunkstörung bei der Bahn - Kritik an alter Technik und Notfallmanagement

      Nach der bundesweiten Störung im Bahnverkehr wegen Problemen mit dem digitalen Funksystem gibt es Kritik an der Deutschen Bahn - unter anderem wegen der alten Technik. Der Konzern untersucht unterdessen die genauen Hintergründe für das Problem.

      Am Dienstagabend hatte eine Störung des digitalen Bahnfunksystems bundesweit rund zwei Stunden lang für Stillstand im Zugverkehr gesorgt. Ursache war dem Konzern zufolge der planmäßige Tausch einer technischen Komponente im Funksystem. Zu Ausfällen und Fehlern im Zugfunk kommt es immer wieder. In diesem Ausmaß waren die Probleme laut Bahn aber einmalig.

      Bundesverkehrsminister Schnieder mahnte eine umfassende Aufklärung an. Die Deutsche Bahn müsse ihre Systeme so aufstellen, dass sich das nicht wiederhole, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

      Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Krischer (Grüne) sagte dem WDR, dass "aufgrund einer technischen Störung zwei Stunden lang alle Züge in Deutschland stehen, das darf eigentlich nicht passieren". Er äußerte auch Kritik am Notfallmanagement der Bahn. In der Nacht waren zahlreiche Reisende an Bahnhöfen gestrandet, vor Bahnhofsinformationen hatten sich sehr lange Warteschlangen gebildet. Viele Reisende saßen durch den Ausfall fest. Taxi‑ und Hotelgutscheine wurden ausgegeben, allerdings waren nicht überall Unterkünfte verfügbar.

      Kritik an altem Funksystem

      Der Grünen-Verkehrsexperte Gastel hält mittel- bis langfristig eine Alternative für notwendig. Zwar gelte das jetzige System GSM-R als zuverlässig, es sei jedoch veraltet, sagte Gastel im Deutschlandfunk. In Finnland etwa nutze man im Eisenbahnverkehr das öffentliche Mobilfunknetz. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Al-Wazir (Grüne), sagte: "GSM ist das, was man heute 2G nennen würde und wir sind ja gerade beim Übergang von 5G auf 6G".

      Das digitale Bahnfunksystem GSM-R ist mehr als 20 Jahre alt. Die Abkürzung steht für "Global System for Mobile Communications - Railway" und ist den Angaben der Bahn zufolge nach wie vor Standard in allen europäischen Ländern. Ein Nachfolgesystem gibt es zwar, das sogenannte Future Railway Mobile Communication System. Doch noch gibt es dafür keine Zulassung von der EU. Ausgerollt werden soll es erst in den kommenden Jahren. 

      Große Folgen für den Güterverkehr

      Starke und vor allem längere Auswirkungen hat der Ausfall auf den Transport von Gütern. Die Geschäftsführerin des Verbands Die Güterbahnen, Wesseln, sagte, Güterzüge seien vor allem nachts unterwegs und deshalb besonders stark von der Störung betroffen. Deshalb habe auch am Morgen nach der Störung noch etwa die Hälfte der Güterzüge stillgestanden. Wesseln zufolge wird es Tage dauern, den entstandenen Logistikstau abzuarbeiten. Sie erwarte nun "lückenlose Aufklärung" von der Bahn.

      Pro Bahn: Mehr Resilienz beim Zugfunk

      Auch der Fahrgastverband Pro Bahn forderte Konsequenzen. "Wir erwarten von der Bahn, dass sie auch beim Zugfunk für mehr Resilienz sorgt", sagte Pro-Bahn-Chef Neuß der "Rheinischen Post". Es könne nicht sein, dass möglicherweise ein Update eine derart massive Störung auslöse.

      Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, Burkert verwies im Sender NTV auf das "marode" Schienennetz: "Es wurde über Jahrzehnte zu wenig investiert und es trifft natürlich auch die Technik."

      DB InfraGo: Fehler nach 90 Minuten entdeckt

      Die Bahn selbst führt die Störung auf einen technischen Fehler bei einer geplanten Instandhaltungsarbeit zurück. Dieser habe das zentrale Funksystem für den Bahnverkehr lahmgelegt, sagte der Chef der Netzsparte der Deutschen Bahn, Nagl. 90 Minuten habe es gedauert, den Fehler zu finden. "Wir konnten dann mithilfe unseres voll redundanten Systems den Zugfunk auch unmittelbar wiederherstellen." Nach weiteren 30 Minuten seien dann die ersten Züge wieder losgefahren. Allein schon wegen des enormen Energiebedarfs beim Anfahren der Züge habe es dann aber noch gedauert, bis alles wieder lief. Nagl betonte, die genauen Hintergründe ⁠würden ⁠noch umfangreich untersucht.

      Aus dem Deutschlandfunk-Programm

      Nach IT-Störung - Zugverkehr läuft wieder an

    • RüstungPistorius begründet Aus für Fregatten-Projekt mit explodierenden Kosten und massiven Verzögerungen - Kritik von Linken und Grünen

      Das Verteidigungsministerium hat das Aus für das Fregattenprojekt F126 bekannt gegeben.

      Ressortchef Pistorius begründete die Entscheidung mit explodierenden Kosten ‌und massiven Verzögerungen. Es seien bereits mehr als 2,3 Milliarden Euro ausgegeben worden, sagte der SPD-Politiker nach einer Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestags in Berlin. Zugleich kündigte er an, Schadenersatzansprüche gegen die ursprünglich beauftragte niederländische Damen-Werft prüfen zu lassen. Laut Verteidigungsministerium soll nun die Thyssenkrupp-Tochter TKMS ‌einen ‌Großauftrag für acht Fregatten des Typs MEKO A-200 erhalten.

      Kritik kam von Linken und Grünen. Der Linken-Politiker Bartsch sprach von einer teuren Blamage. Seit Jahren seien bei dem Projekt die Probleme gewachsen und die Kosten explodiert. Pistorius müsse eine Reform ⁠des Beschaffungswesens auf ‌den Weg bringen. Der Grünen-Politiker Schäfer sagte im Deutschlandfunk, die bislang entstandenen Kosten habe der Verteidigungsminister zu verantworten.

      Hören Sie hier mehr zum Thema.

    • VerbandstreffenBauernpräsident fordert Entlastungen für die Landwirtschaft

      Bauernpräsident Rukwied hat von der Bundesregierung erneut finanzielle Entlastungen für die Landwirtschaft gefordert.

      Beim Deutschen Bauerntag in Freiburg verlangte er eine Verlängerung des Tankrabatts für Diesel für die anstehende Erntezeit. Mit Blick auf Saisonarbeitskräfte sprach er sich für einen Abschlag von 20 Prozent beim gesetzlichen Mindestlohn aus. Vor dem Hintergrund der Reformvorschläge zur Rente warnte der Verbandspräsident zudem vor einer generellen Abschaffung von Minijobs.

      Der baden-württembergische Ministerpräsident Özdemir forderte in seinem Grußwort mehr Geld für eine zukunftsorientierte Tierhaltung. Wenn man aufgrund des Sondervermögens Geld für alles Mögliche habe, dann auch dafür, so der Grünenpolitiker. Der Bauerntag dauert noch bis morgen. Dann wird auch Bundesagrarminister Rainer erwartet.

    • BundestagCDU-Generalsekretär Linnemann bei aktueller Stunde: "Pantisano-Äußerung niederträchtig"

      Der Faschismus-Vergleich des neuen Linken-Co-Vorsitzenden Pantisano hat den Bundestag beschäftigt.

      CDU-Generalsekretär Linnemann sagte in einer aktuellen Stunde, Pantisanos Äußerungen seien infam, geschichtsvergessen und niederträchtig. Er disqualifiziere sich für jede politische Verantwortung. Der innenpolitische Sprecher der SPD, Fiedler, betonte, eine demokratische Partei, die CDU, werde in eine Linie mit Faschisten gesetzt. Zuvor hatte Bundeskanzler Merz einer Kooperation der CDU mit der Linken erneut eine Absage erteilt.

      Pantisano selbst äußerte sich bei der aktuellen Stunde nicht. Er hatte am Wochenende gesagt, es gebe keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik mache, und der AfD oder den Faschisten selbst. Später entschuldigte sich der 46-Jährige.

    • NahostWaffenruhe wird weitgehend eingehalten - Verstöße durch Israel gemeldet

      Trotz der Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah im Libanon gibt es erneut Berichte über Verstöße.

      So griff das israelische Militär nach eigenen Angaben zwei Hisbollah-Kämpfer im Süden des Landes an. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete zudem, dass israelische Soldaten auf zwei zivile Fahrzeuge nahe der Stadt Nabatija geschossen hätten. Über der Küstenstadt Tyrus wurden erneut israelische Drohnen gemeldet. Bereits gestern hatte die israelische Armee bei zwei getrennten Vorfällen auf Gruppen geschossen, die sie als "Terroristen" bezeichnete.

      In den USA gehen die Gespräche zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern weiter. Ziel ist dabei vor allem, die Waffenruhe zu festigen. Die Hisbollah-Miliz lehnt die Verhandlungen ab.

    • Iran-KriegUNO-Evakuierungsaktion von Seeleuten in der Straße von Hormus - Trump: Iran wird in Zukunft keine Maut erheben

      In der Straße von Hormus ist die von den Vereinten Nationen organisierte Evakuierung von rund 11.000 Seeleuten angelaufen.

      Die UNO-Schifffahrtsorganisation IMO bestätigte, dass die ersten Schiffe die Meerenge passiert hätten. Die für den Welthandel bedeutende Seestraße war wegen der Iran-Kriegs wochenlang weitgehend blockiert. Hunderte Schiffe liegen dort vor Anker. Zunächst hatte der Iran zivile Schiffe bedroht und angegriffen, später stoppte die US-Marine den Verkehr aus iranischen Häfen.

      Die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus ist ein Thema der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Nach Angaben von US-Präsident Trump wird der Iran keine Maut erheben. Aus Teheraner Kreisen hieß es dagegen wiederholt, dass der Iran eine Gebühr für die Durchfahrt verlangen werde. Vor dem Krieg war die Durchfahrt kostenlos.

    • ExtremwetterÄrztekammer und Gesundheitsverbände rufen zu gegenseitigem Schutz vor Hitze auf

      Mit Blick auf anhaltend hohe Temperaturen haben die Ärzteschaft und Gesundheitsverbände vor gesundheitlichen Gefahren gewarnt. Die aktuelle Lage sei riskant, teilten die Bundesärztekammer und die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit mit. Nötig sei gegenseitige Hilfe.

      Die Verbände appellierten an die Bürger, gezielt nach Alleinstehenden zu schauen. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Schwangere, kleine Kinder und im Freien arbeitende Menschen.

      Zudem riefen die Organisationen dazu auf, sich selbst und andere vor Hitze und UV-Strahlung zu schützen. Viele seien sich der Gefährdung nicht bewusst.

      Weitere Informationen

      Extremwetter - Warum vor der Hitze gewarnt wird und was wir alle tun können

    • ExtremwetterWest- und Mitteleuropa ächzen unter hohen Temperaturen

      Von der Hitzewelle in Europa sind hunderte Millionen Menschen betroffen.

      In Frankreich gilt weiterhin fast im ganzen Land Hitze-Alarm, hitzebedingt fiel in der Bretagne für zehntausende Haushalte der Strom aus. Die französische Bahn stellte den Verkehr an der Atlantikküste tagsüber größtenteils ein. Gestern hatte das Land den heißesten Tag seiner Geschichte verzeichnet.

      In Großbritannien erwarten die Meteorologen, dass der bisherige Temperaturrekord für Juni gebrochen werden wird.

      Auch in Italien, Spanien und weiteren Ländern gibt es Warnungen vor extremen Temperaturen. In Deutschland ist es im Südwesten und Westen am heißesten, aber außer in einigen Regionen im Norden gibt es auch hierzulande überall Warnungen. Die Stadt Stuttgart untersagte angesichts der Hitze und stark gesunkener Pegelstände ab Freitag die Wasserentnahme aus Gewässern.

      Die Weltgesundheitsorganisation mahnte die Europäer zu mehr Investitionen in den Hitzeschutz. Europa ist laut dem EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt.

      Aus dem Deutschlandfunk-Programm

      Höchste Alarmbereitschaft: Frankreich sucht Umgang mit der Hitzewelle

    • Social MediaExpertenkommission schlägt Verbot privater Handynutzung in Schulen bis zur siebten Klasse vor

      Eine Expertenkommission für Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt hat einen Bericht mit 56 Handlungsempfehlungen an die Politik vorgelegt. Auch Eltern sollen in die Pflicht genommen werden.

      In dem Bericht heißt es zur Lage in den Schulen, die private Gerätenutzung im Unterricht lenke stark ab, erschwere eine gute Lernatmosphäre und schränke in den Pausen das soziale Miteinander ein. Deshalb sollte nach dem Willen der Kommission die private Nutzung von Handys und Tablets für Schulkinder bis zur siebten Klasse verboten werden. Derzeit unterschieden sich die Regelungen stark zwischen Ländern und Schulformen.

      Die Expertenkommission rät zu einer weitgehenden Einschränkung: "An Grundschulen und bis einschließlich der siebten Jahrgangsstufe soll die private Nutzung im Unterricht, in außerunterrichtlichen Angeboten und in den Pausen bundesweit einheitlich untersagt und in den Schulgesetzen verankert werden." Danach sollen Schulen unter Beteiligung der Schüler verbindliche Nutzungskonzepte erarbeiten.

      Verschiedene Ansätze bei Sozialen Medien

      Mit Blick auf digitale Plattformen wie Tiktok, Instagram und Twitch nennen die Experten zwei Alternativen. Zum einen eine gesetzliche Mindestaltersgrenze von 13 Jahren für Social-Media-Accounts mit wirksamer Altersprüfung. Es soll abgestufte Schutzstandards für 13- bis 16-Jährige und 16- bis 18-Jährige geben.

      Zum anderen denkbar sei keine einheitliche Altersgrenze, sondern dienst- und funktionsspezifische Beschränkungen nach Risikobewertung des jeweiligen Angebots. Suchtverstärkende Funktionen wie algorithmische Feeds und manipulative Designmuster sollen nach dem Willen der Kommission in den App-Versionen für Minderjährige verboten sein.

      "KI-Seepferdchen" für die Grundschule

      Eine weitere Forderung ist es, ein "verpflichtendes, online erwerbbares und kindgerechtes Zertifikat zu Chancen und Gefahren von KI" einzuführen, zunächst für das Grundschulalter. Bezeichnet wird dies als "KI-Seepferdchen".

      Auch ältere Kinder sollen mehr Medienkompetenz erlernen. Empfohlen wird, dass die Länder mit Unterstützung durch den Bund eine Datenbank oder Plattform geprüfter Programme aufbauen, ausreichende personelle Ressourcen bereitstellen und dokumentieren lassen, welche Programme die Schulen einsetzen.

      Beratung für Familien - auch wegen Handynutzung der Eltern

      Außerdem raten die Expertinnen und Experten, Familien schon vor der Geburt und in den ersten Lebensmonaten zu beraten und zu unterstützen. "Werden digitale Medien schon in den ersten Lebensjahren zur Beruhigung oder Unterhaltung eingesetzt, drohen Reizüberflutung, eine frühe Gewöhnung an Belohnung durch Mediennutzung und verringerte Zuwendung", heißt es. Mit Blick auf gesundheitliche Probleme wird im Bericht vorgeschlagen, eine Beratung zu Mediennutzung und Medienerziehung verbindlich in die Vorsorgeuntersuchungen aufzunehmen.

      Weiter heißt es, auch eine intensive, ablenkende Mediennutzung der Eltern bringe Entwicklungsrisiken mit sich. Ergänzend wird daher empfohlen, dass der Gesetzgeber ähnlich wie bei der Einführung der gewaltfreien Erziehung im Jahr 2000 das Recht des Kindes auf Pflege und Erziehung um den Schutz vor Vernachlässigung einschließlich digitaler Vernachlässigung erweitert.

      KI-Anbieter in der Pflicht gegen emotionale Abhängigkeit

      Eine weitere Idee für mehr Schutz ist eine "Kinderonlinewache". So plädiert die Kommission für eine bundesweit einheitliche Anzeige- und Meldestelle, die inhaltlich und optisch auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten ist.

      Auch mit Blick auf Künstliche Intelligenz plädieren die Experten für mehr Schutz. Für sogenannte "AI Companions" - KI-Begleiter - wird zu einer gesetzlichen Altersgrenze von 13 Jahren geraten. Anbieter sollen das Alter prüfen und Maßnahmen gegen eine emotionale Abhängigkeit treffen.

      Prien für gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren

      Die Kommission war im September auf Basis des Koalitionsvertrags eingesetzt worden. Die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen selbst flossen den Angaben zufolge über bundesweite Workshops in die Arbeit ein.

      Die zuständige Ministerin Prien lobte die Empfehlung, Plattformanbieter strukturell in die Verantwortung zu nehmen und digitale Angebote von Anfang an sicherer und kindgerechter zu gestalten. Sie sehe für die eigenständige Nutzung sozialer Medien in dem Vorschlag einer gesetzlichen Altersgrenze von 13 Jahren den richtigen Weg. Sie werde sich für eine Lösung auf europäischer Ebene einsetzen.

      Der Ko-Vorsitzende der Kommission, der Professor und Erziehungswissenschaftler Köller, betonte, Deutschland fehle es nicht an Wissen und nicht an Regeln dafür, wie das Internet für Kinder und Jugendliche gestaltet sein sollte. Es mangele an der Umsetzung.

      Aus dem Deutschlandfunk-Programm

      Kinder und Jugendliche - Expertenkommission macht Vorschläge zu Social-Media-Verbot

      Soziale Medien als Gefahr für Kinder und Jugendliche: Was sagt die Forschung?

    • BundestagMerz: "Finanzielle Einigung mit Ländern zur Entlastung der Kommunen notwendig"

      Bundeskanzler Merz hofft auf eine Einigung mit den Bundesländern zu finanziellen Entlastungen von Kommunen.

      Er teile in vollem Umfang die Sorge um die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden, sagte Merz bei einer Anhörung im Bundestag. Für die meisten Menschen finde Demokratie auf der kommunalen Ebene statt. Mit Blick auf die morgigen Beratungen mit den Ministerpräsidenten nannte der Kanzler mögliche Kostensenkungen bei bestimmten Sozialgesetzen. Er wolle sich auf Einsparungen in der Eingliederungshilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe verständigen.

      Gleichzeitig bezeichnete es Merz als oberstes Ziel, Familien zu helfen - vor allem dann, wenn sie mit Menschen mit Behinderungen umzugehen hätten. Diejenigen, die Hilfe von der Solidargemeinschaft benötigten, sollten diese auch in Zukunft erhalten, so der Kanzler.

    • AbschiebungenBundesregierung verteidigt Vereinbarungen mit Taliban-Regime

      Bundeskanzler Merz hat die Vereinbarungen von Bundesinnenminister Dobrindt mit Vertretern des afghanischen Taliban-Regimes verteidigt.

      Dabei geht es um die Abschiebung von afghanischen Straftätern aus Deutschland. Merz wurde mit der Kritik daran während seiner turnusmäßigen Befragung im Bundestag konfrontiert, und zwar seitens der Grünen. Der Kanzler sagte, die Bundesregierung reiche den Islamisten nicht die Hand. Auf der notwendigen technischen Ebene werde aber eine Zusammenarbeit gesucht, die im deutschen Interesse liege.

      Deutschland hatte in den vergangenen Monaten mehrfach rechtskräftig verurteilte Straftäter nach Afghanistan abgeschoben. Grundlage dafür ist eine vom Bundesinnenministerium mit den Machthabern in Kabul verhandelte Vereinbarung. Konsularbeamte aus Afghanistan erhalten im Zuge dessen Zugang zu den Vertretungen ihres Landes in Deutschland.

    • GesundheitFrankreich bestätigt ersten Ebola-Fall

      Frankreich hat seinen ersten Ebola-Fall bestätigt.

      Es handelt sich um einen Arzt, der aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt ist, wie das Gesundheitsministerium in Paris mitteilte. Direkt nach seiner Ankunft sei der Mann in ein Krankenhaus gebracht und isoliert worden.

      Sein Zustand sei stabil.

      Es ist der erste bekannte nach Europa eingeschleppte Ebola-Fall seit Beginn des Ausbruchs. Zwischenzeitlich war lediglich ein US-Arzt nach Deutschland ausgeflogen und in der Berliner Charité behandelt worden. Mittlerweile wurde er nach überstandener Erkrankung entlassen.

      Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros, sagte, es gebe keinen Anlass für Panik. Das Risiko für die Welt sei gering.

      Im Kongo sind mehr als 1.000 Fälle bestätigt worden. Etwa 260 Menschen starben.

    • Ehemaliger BundesfinanzministerSteinbrück drängt die Regierung zu Reformen - SPD muss mehr sein als ein "Krankenwagen der Gesellschaft"

      Der frühere Bundesfinanzminister Steinbrück sieht in Deutschland erhebliche Defizite, aber weiter auch Grund zur Zuversicht. Im Deutschlandfunk appellierte er an seine Partei, die SPD, sich wieder um verschiedene Teile der Gesellschaft zu kümmern.

      Viele Hausaufgaben seien in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht erledigt worden, sagte Steinbrück in der Sendung "Zeitzeugen im Gespräch". Unser Land liege digital zurück, habe eine modernisierungsbedürftige Infrastruktur, einen ineffizienten Staatsapparat und investiere zu wenig in Bildung. Die Wirtschaft müsse produktiver werden und die Sozialsysteme müssten der Demografie Rechnung tragen.

      Bei all dem dürfe Deutschland sich aber nicht dem Defätismus hingeben, warnte Steinbrück. Das Land sei noch sehr stark und habe schon mehrfach bewiesen, dass es große Herausforderungen wie die deutsche Einheit bewältigen könne. Voraussetzung sei aber, dass die Politik die Lage klar benenne und Perspektiven aufzeige. Zumutungen müssten so organisiert werden, dass sie weitgehend als fair akzeptiert würden.

      An seine Partei, die SPD, appellierte Steinbrück, sich wieder um verschiedene Teile der Gesellschaft zu kümmern, also auch um die Belange unternehmerischer und innovativer Kräfte. Es reiche nicht aus, eine Art Krankenwagen der Gesellschaft zu sein.

      Das Gespräch mit Peer Steinbrück hören Sie am 25.6.2026 ab 19:15 Uhr in der Deutschlandfunksendung "Zeitzeugen im Gespräch".

    • Digitale GewaltPetition an Abgeordnete übergeben

      Mehr als 336.000 Menschen haben eine Petition für eine nationale Strategie gegen männliche und digitale Gewalt unterzeichnet.

      Die Organisation HateAid übergab diese gemeinsam mit der Moderatorin Collien Fernandes und den Initiatorinnen an die Fraktionsspitzen und frauenpolitischen Sprecherinnen von SPD, Grünen und Linken. Auch die Union sei angefragt worden, hieß es. Zu den zehn Kernforderungen gehören unter anderem die Strafbarkeit der Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes sowie eine Regulierung der Plattformen.

      Fernandes hatte im März ihr widerfahrene digitale Gewalt öffentlich gemacht. Dies löste gesellschaftliche Debatten und bundesweite Demonstrationen aus.

    • Reise in GolfregionUS-Außenminister Rubio bekräftigt Solidarität mit Vereinigten Arabischen Emiraten

      US-Außenminister Rubio hat zum Auftakt seiner Reise in die Golfregion den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, bin Zayed, getroffen.

      Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen über ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges. Rubio betonte in Abu Dhabi, die USA würden die Sicherheit der Emirate gewährleisten. Ein weiteres Thema war die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Rubio habe die Bemühungen der USA bekräftigt, für eine uneingeschränkte und sichere Durchfahrt zu sorgen, hieß es.

      Der Außenminister wird noch heute in Kuwait erwartet und reist dann nach Bahrain weiter. Dort nimmt er morgen an einem Treffen des Golf-Kooperationsrats teil.
      Rubios Reise gilt als Geste der Solidarität mit den drei Golfstaaten, die Teheran während des Iran-Kriegs unter Beschuss genommen hatte.

    • BundestagMerz nennt Zeitplan für Rentenreform

      Bundeskanzler Merz pocht auf eine gesetzliche Umsetzung der Rentenreformpläne der Regierung bis zum Jahresende.

      Den Bundestag rief er bei einer Regierungsbefragung im Parlament zur konstruktiven Mitarbeit auf. Ein gemeinsamer Erfolg und die dauerhafte Stabilisierung der Altersversorgung in Deutschland seien möglich. Der Kanzler sprach von einem großen Schritt hin zu einem neuen System der Altersvorsorge.

      Merz und Arbeitsministerin Bas hatten am gestern 33 Vorschläge einer Kommission aus 13 Experten und Politikern zum Umbau des Rentensystems entgegengenommen. Sie streben eine möglichst unveränderte Umsetzung der Empfehlungen an, die unter anderem eine schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters vorsehen. 

      In einer Sitzung des Koalitionsausschusses in der kommenden Woche wollen sich die Spitzen von Union und SPD auf einen Zeitplan verständigen.

    • AltersversorgungViel Zustimmung für Vorschläge der Rentenkommission

      Die Vorschläge der Rentenkommission für die zukünftige Alterssicherung erhalten Zustimmung von Verbraucherschützern, aus der Wirtschaft und sogar von der Opposition. Doch es gibt auch Kritik.

      Eine verantwortungsvolle Vermögensanlage an den weltweiten Aktienmärkten sei eine sinnvolle und überfällige Ergänzung, sagte der Finanz- und Verbraucherschutzexperte Hartmut Walz dem Deutschlandfunk. Zwar wiesen Aktien kurzfristige Kursrisiken auf. Jedoch glichen sich diese im Zeitablauf stets wieder aus. Bei einem Anlagehorizont, der weit über einem Jahrzehnt liege, könnten die Kursrisiken einer breit gestreuten Aktienanlage getrost vernachlässigt werden, sagte der Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ludwigshafen. Deshalb wertete er die Idee, einen Teil der gesetzlichen Rente nicht nach dem Umlageverfahren, sondern durch Kapitaldeckung zu erwirtschaften, als "uneingeschränkt zu begrüßen". Das Risiko von Kursverlusten gut diversifizierter Aktienanlagen sinke mit steigendem Zeithorizont stark ab, bei Langfristanlagen sogar auf Null. Auch andere Ökonomen äußerten sich grundsätzlich positiv zur Einführung einer Kapitalrente.

      Grüner Zuspruch und Kritik von links

      Der Grünen-Vorsitzende Banaszak hat die geplante Abschaffung der Rente mit 63 ebenfalls befürwortet. In ihrer Pauschalität passe sie nicht mehr in die Zeit, sagte Banaszak im Deutschlandfunk. Die rentenpolitische Sprecherin der Linken, Vollath, verteidigte dagegen die abschlagsfreie Frühverrentung.Es müsse weiterhin möglich sein, nach 45 Beitragsjahren mit der Arbeit aufzuhören. Es sei eine Frage der Anerkennung von Lebensleistungen der Menschen.

      Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Kampeter, sieht in einer Beendigung der Rente mit 63 eine Möglichkeit, dem Fachkräftemangel in Deutschland vorzubeugen. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass es nicht die Mühseligen und Beladenen gewesen seien, die dieses Modell in Anspruch genommen hätten. Vielmehr seien den Betrieben viele Leistungsträger verloren gegangen.

      Auch die Industriestaaten-Organisation OECD ​hat die von der Rentenkommission vorgelegten Reformen der gesetzlichen Altersvorsorge gelobt. Die in Paris ansässige ⁠Organisation empfahl aber, neben Selbstständigen und Abgeordneten auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung aufzunehmen. "Dies hätte es sicherlich für viele gesetzlich Versicherte aus Fairness-Gesichtspunkten einfacher gemacht, das große Reformpaket zu unterstützen", betonte Grundke. Auch würden die Anreize für einen Wechsel aus dem Staatsdienst in die private Wirtschaft verbessert. Derzeit sei der Verlust der Beamtenpension ein wichtiger Faktor, sich gegen solch einen Stellenwechsel zu entscheiden.

      Experten warnen vor Risiko für Konsum und Jobs

      Kritik an den Plänen der Rentenkommission kommt von gewerkschaftsnahen Ökonomen. Eine Anhebung der Rentenbeiträge zum Aufbau eines ‌Kapitalstocks entziehe Kaufkraft und ⁠dürfte so den ⁠Konsum und das Wirtschaftswachstum dämpfen, heißt es in einer Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Eine Folge davon wären auch niedrigere Einnahmen für Staat und Sozialversicherungen. "Ein Fonds am Aktienmarkt muss erst einmal mühsam aufgefüllt werden, bevor man Erträge auszahlen kann", sagte der Wissenschaftliche Direktor des IMK, Dullien. "Der jetzt gewählte ⁠Weg ⁠bedeutet, dass in den kommenden Jahrzehnten ⁠Erwerbstätige zunächst doppelt bezahlen müssen – einmal für die Rente der Älteren und einmal zum Aufbau ⁠des Kapitalstocks." Von 2028 an könnte ​der Kapitalstock nach dem Vorschlag der Kommission so nach Modellrechnungen von IMK und WSI in der Summe rund ein Prozent Wirtschaftswachstum und knapp 250.000 Jobs kosten. Positiv zu bewerten ist dagegen aus Sicht der Institute die Ausweitung der Versicherungspflicht ​auf Selbstständige.

      Kapitalgedeckte Altersversorgung für "Eckrentner"

      Nach den Vorschlägen der Rentenkommission soll zusätzlich zur bestehenden Umlagerente innerhalb der Rentenversicherung eine kapitalgedeckte Komponente eingeführt werden.Das Geld wird an der Börse angelegt und soll eine Zusatzversorgung für künftige Rentner erbringen. Kommissionsmitglied Bucher-Koenen erklärte, laut den Vorausberechnungen könnte ein sogenannter Eckrentner im Mittel nach 45 Jahren Ansparzeitraum in der Kapitalrente auf über 770 Euro mehr Rente monatlich kommen. Der Begriff ”Eckrentner” bezeichnet eine fiktive Person, die 45 Jahre lang durchschnittlich verdient und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Damit hat sie 45 Entgeltpunkte erworben. Das Verhältnis der Rente dieser Vergleichsperson zum aktuellen Durchschnittseinkommen beziffert das Rentenniveau.

      Mehr zur geplanten Rentenreform können Sie hier hören.

    • Schlag gegen HackerEuropol, BKA und Microsoft gehen gegen Schadsoftware vor

      Ermittler der europäischen Polizeibehörde Europol, des Bundeskriminalamts sowie der US-Konzern Microsoft sind erfolgreich gegen drei Schadsoftware-Programme vorgegangen.

      Wie das BKA mitteilte, richtete sich die Operation gegen die Programme SocGholish, StealC und Amadey. Ziel sei es gewesen, die jeweiligen technischen Infrastrukturen zu zerschlagen. Unter anderem seien rund 15.000 Webseiten, über 320 Server und mehr als 140 Domains unschädlich gemacht worden.

      Medienberichten zufolge kam das US-Gesetz gegen organisierte Kriminalität zur Anwendung. Dieses erlaubt den Ermittlern, verschiedene Akteure als Teil einer einzigen, globalen kriminellen Verschwörung zu belangen und so das gesamte Netzwerk auf einmal anzugreifen.

    • NationalsozialismusMahnmal für verfolgte Zeugen Jehovas in Berlin eingeweiht

      In Berlin ist ein neues Mahnmal eingeweiht worden, das an die während des Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas erinnert.

      Bundestagspräsidentin Klöckner sagte bei dem Festakt, das Mahnmal gelte den Menschen, die bitteres Unrecht erlitten hätten und dennoch immer wieder Menschlichkeit zeigten. Die Bronzeskulptur hat die Form eines fast fünf Meter hohen Baumes, dessen zerklüftete Oberfläche für die während der NS-Zeit erlittenen Verletzungen der Religionsgemeinschaft stehen soll.

      Die Zeugen Jehovas waren ab 1933 verboten. Ihre Mitglieder verweigerten den Hitlergruß, den Kriegsdienst und die Aufnahme in staatliche Organisationen. Rund 14.000 Zeugen Jehovas wurden in Deutschland und in den besetzten Gebieten inhaftiert. Mindestens 1.700 von ihnen starben in Lagern.

    • Sabotage-VerdachtRazzia wegen möglichem Angriff auf Gasversorgung

      Im Zusammenhang mit der früheren Gazprom-Tochter Gazprom Germania hat die Bundesanwaltschaft Räumlichkeiten in Berlin und Frankfurt am Main durchsuchen lassen.

      Es bestehe der Verdacht, dass Verkauf und Liquidierung der Firma 2022 die Gasversorgung in Deutschland beeinträchtigen sollten, teilte die Karlsruher Behörde mit. Gegen einen Russen werde wegen versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage und Beihilfe zu Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz ermittelt.

      Die Gazprom Germania wurde seinerzeit aus dem Gazprom-Konzern herausgelöst. Sie habe damals mindestens 25 Prozent der Erdgasspeicherkapazitäten in Deutschland vorgehalten, erklärte die Bundesanwaltschaft. Inzwischen wurde die Firma von Deutschland verstaatlicht.

    • CLAIMMehr als 4.000 Fälle registriert: Allianz legt Lagebild zum Ausmaß der Islamfeindlichkeit in Deutschland vor

      In Berlin ist ein Lagebild zum Ausmaß der Islamfeindlichkeit in Deutschland vorgestellt worden. Demnach gab es eine deutliche Steigerung.

      Laut dem zivilgesellschaftlichen Bündnis CLAIM wurden im vergangenen Jahr mehr als 4.000 antimuslimische Vorfälle erfasst, gut eintausend mehr als im Jahr davor. Es sei jedoch von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen. Viele Betroffene machten die Erfahrung, dass ihre Erlebnisse relativiert oder nicht ernst genommen würden. Das Lagebild verdeutliche, dass es sich bei antimuslimischem Rassismus nicht um ein Randphänomen handele.

      Den Angaben der Organisation zufolge werden Taten oberhalb und unterhalb der Strafbarkeitsgrenze erfasst. Die Zahlen stammen unter anderem aus elf Melde- und Beratungsstellen sowie aus Polizeimitteilungen.

      Anfang des Monats hatte CLAIM allein für Berlin mit fast 1.000 antimuslimischen Vorfällen einen Höchststand registriert. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, da vieles weder gemeldet noch angezeigt wird. Integrationssenatorin Kiziltepe (SPD) sagte, die Zahlen schockierten sie. CLAIM-Geschäftsführerin Hanano erklärte, besorgniserregend sei, dass viele die Erfahrungen betroffener Menschen noch immer relativierten oder infrage stellten. Das führe zu Verunsicherung, Rückzug und schwäche das Vertrauen in staatliche Institutionen und in Politik.

    • Rheinland-PfalzProzess im Fall des getöteten Zugbegleiters begonnen

      Vor dem Landgericht Zweibrücken in Rheinland-Pfalz hat der Prozess um den Tod eines Zugbegleiters begonnen.

      Dem Angeklagten wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Die von der Staatsanwaltschaft erhobene Anklage wegen Mordes hatte das Gericht aufgrund mangelnder Belege nicht zugelassen.

      Der 26-jährige Beschuldigte soll im Februar in einem Regionalexpress bei einer Fahrkartenkontrolle den Schaffner mit Faustschlägen attackiert haben. Der Mann starb kurz darauf an einer Gehirnblutung.

      Der Fall hatte bundesweite Diskussionen über Sicherheit im öffentlichen Personenverkehr ausgelöst.

    • HamburgEintritt auf Elbphilharmonie-Plaza bald nicht mehr kostenlos

      Der Eintritt auf die Aussichtsplattform der Hamburger Elbphilharmonie soll noch in diesem Jahr nicht mehr kostenlos sein.

      Der allgemeine Eintritt soll fünf Euro kosten, ermäßigt drei Euro, wie aus den Ergebnissen der Haushaltsberatungen des rot-grünen Senats hervorgeht. Wie ein Sprecher der Kulturbehörde der dpa sagte, soll der Eintritt vom 5. Oktober an gezahlt werden. Die Aussichtsplattform - auch Plaza genannt - der Elbphilharmonie in Hamburg verzeichnet jährlich nach eigenen Angaben mehr als 3 Millionen Besucher. Damit gehört sie zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas. Täglich strömen tausende Menschen in die HafenCity, um auf 37 Metern den Ausblick auf Stadt und Hafen zu genießen. Auch die Fahrt mit der Rolltreppe zählt zu den Highlights.

      Erst vor kurzem hatte das Domkapitel in Köln beschlossen, von Touristen 12 Euro für den Besuch des Weltkulturerbes zu verlangen.

    • MesswocheBundesnetzagentur will Funklöcher in Deutschland aufspüren und bittet Mobilfunknutzer um Mithilfe

      Die Bundesnetzagentur misst die Qualität der Mobilfunkversorgung in Deutschland.

      Verbraucher sind bis zum 1. Juli aufgerufen, über eine App Funklöcher zu melden. Das sei auch anonymisiert möglich, teilte ein Sprecher mit. Man führe dann einen Abgleich mit den offiziellen Versorgungsdaten der Netzbetreiber durch. Überall dort, wo eine Abweichung festgestellt werde, erkenne die Bundesnetzagentur Handlungsbedarf.

      Vergangenes Jahr hatte es erstmals eine sogenannte Mobilfunkmesswoche gegeben. Demnach weist das Funknetz in Teilen Deutschlands noch erheblichen Ausbaubedarf auf. Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in Teilen Baden-Württembergs und Rheinland-Pfalz' war gar kein Netz oder nur 2G verfügbar. Mehr als 150.000 Menschen hatten sich an der Messwoche beteiligt.

    • "Gefährliches Signal"SPD-Europaabgeordnete Sippel kritisiert Gespräche der EU-Kommission mit Taliban-Regierung

      Die Europaabgeordnete Sippel hat die Gespräche der EU-Kommission mit Vertretern des terroristischen Taliban-Regimes in Afghanistan über Abschiebungen von Straftätern kritisiert.

      Die SPD-Politikerin sagte im Deutschlandfunk, es sende ein ”gefährliches Signal”, wenn mit einer international nicht anerkannten Regierung verhandelt werde.Außerdem sei das Vorgehen intransparent, da die Gespräche hinter verschlossenen Türen stattfänden. Darüber hinaus gebe es keine konkreten Informationen darüber, ob tatsächlich nur schwere Straftäter abgeschoben würden, und was mit den Abgeschobenen in deren Heimatland geschehe. Sollten sie dort nicht bestraft werden und nach Europa zurückkehren können, wäre das Sicherheitsrisiko durch die Abschiebung nicht beseitigt.

      Gestern waren erstmals Taliban-Vertreter auf Einladung der Europäischen Kommission in Brüssel empfangen worden. Es sei auf "technischer Ebene" um Abschiebungen gegangen, erklärte ein EU-Sprecher.

    • Sachsen-AnhaltOhne Deutschkenntnisse kein Eintritt: Antidiskriminierungsstelle kritisiert Entscheidung eines Strandbads in Halle

      Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat die Entscheidung eines Strandbads im sachsen-anhaltischen Halle kritisiert, Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse nicht mehr einzulassen.

      Das Argument, es ginge um Sicherheit und Baderegeln, erscheine nicht stichhaltig, sagte deren Sprecher Bickerich dem Deutschlandfunk. Viele Bäder mit internationalem Publikum arbeiteten seit Jahren mit Piktogrammen, die Menschen ohne Deutschkenntnisse gut verstünden. Auch international sei dies weitgehend Standard. Man stelle sich vor, wie groß die Aufregung wäre, müssten deutschsprachige Reisende in Mallorca Spanisch- oder Katalanischkenntnisse oder am Roten Meer Arabischkenntnisse nachweisen, bevor sie baden gingen.

      Zudem sieht die Antidiskriminierungsstelle Anhaltspunkte für einen möglichen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Der Ausschluss von Menschen, die nicht Deutsch sprechen, könne grundsätzlich eine unzulässige Benachteiligung sein, auch wenn darüber am Ende Gerichte entscheiden müssten, fügte Bickerich hinzu.

      Der Geschäftsführer des halleschen Strandbads, Nobel, hatte mit Verweis auf die Sicherheit der Badegäste mit konsequentem Handeln argumentiert. Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft indes hält die Entscheidung für nicht vertretbar, auch wenn sie auf den ersten Blick verständlich sei. Ein DLRG-Sprecher sagte dem Magazin Der Spiegel, Sprachbarrieren seien ein Risikofaktor. Es bestehe aber die Gefahr, dass Menschen auf offene Seen oder Flüsse auswichen, wo Unglücksrisiken erheblich größer seien. Auch die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen betonte, das Nichtverstehen von Sicherheitsanweisungen sei eine der größten Herausforderungen. - Die Stadtverwaltung forderte das Strandbad inzwischen zur Rücknahme der Einlass-Kontrollen auf. Das Vorgehen werde als ausländerfeindlich wahrgenommen und beschädige das Ansehen der Stadt, sagte ein Sprecher der Bild-Zeitung.

    • WirtschaftIran-Krieg treibt Preise für Baumaterialien in Deutschland

      Der ​Konflikt am Persischen Golf hat die Preise für Baumaterialien in Deutschland in die Höhe getrieben.

      Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind vor allem auf ‌Erdölbasis oder energieintensiv ⁠hergestellte Produkte betroffen⁠. Bitumen, das etwa im Straßenbau und zur Abdichtung von Gebäuden verwendet wird, kostete 31,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Flachglas verteuerte sich um mehr als 15 Prozent. Auch bei Holz gab ​es zuletzt deutliche Preissteigerungen.

      Hohe Baukosten hätten neben anderen Faktoren dazu geführt, dass zuletzt weniger ⁠Wohnungen ⁠gebaut worden seien, erklärten die Statistiker.

    • StatistikAnteil der Alleinlebenden in Deutschland auf rund 21 Prozent gestiegen

      In Deutschland lebt etwa jeder fünfte Mensch allein in einem Haushalt.

      Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind es rund 17,3 Millionen. 2005 lag der Anteil der Alleinwohnenden rund vier Prozent niedriger. Bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren und Älteren ab 65 Jahren sind es überdurchschnittlich viele.

      Erfasst wurde laut Bundesamt der Anteil von Einpersonenhaushalten, der Familienstand der Befragten blieb dabei unberücksichtigt. Zudem wurden nur private Hauptwohnsitze erfasst. Menschen etwa in Alten- und Pflegeheimen oder in Gemeinschaftsunterkünften flossen nicht in die Betrachtung ein.

      Laut dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung steht die Entwicklung seit Jahrzehnten in engem Zusammenhang mit den niedrigen Kinderzahlen und der alternden Gesellschaft sowie dem steigenden Anteil von Singles und dem Aufschub der Familienbildung in höhere Altersbereiche. Hinzu kämen neue Lebensformen wie "bilokale Paarbeziehungen" – also Partnerschaften mit getrennten Haushalten.

    • SupercomputerSchnellster Rechner der Welt steht in China

      Auf der Rangliste der schnellsten Computer der Welt hat China den Spitzenplatz zurückerobert. Ein deutscher Rechner ist auch vorne mit dabei.

      Das System LineShine aus der südchinesischen Metropole Shenzhen verdrängte den US-Rechner El Capitan vom ersten Platz der neuen TOP500-Liste. Diese wird zweimal jährlich veröffentlicht und gilt als Rangliste der leistungsstärksten bekannten Supercomputer weltweit. Die neue Ausgabe wurde jetzt bei der Supercomputing-Konferenz ISC in Hamburg vorgestellt.

      Zwei Trillionen Operationen pro Sekunde

      Geordnet werden die Systeme nach dem Ergebnis in einem einheitlichen Leistungstest. LineShine erreichte nach Angaben der Tester 2,198 Exaflops. Das bedeutet vereinfacht: Der Rechner schaffte mehr als zwei Trillionen Rechenoperationen pro Sekunde. El Capitan am Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien kam auf "nur" 1,809 Exaflops.

      Auf den weiteren Plätzen folgen in der neuen Liste die Computersysteme Frontier und Aurora aus den USA gefolgt vom Jupiter Booster des Forschungszentrums Jülich in Deutschland.

      Supercomputer werden unter anderem für Klimamodelle, Materialforschung, Industrieanwendungen und Künstliche Intelligenz genutzt. Der Spitzenplatz hat deshalb auch symbolische Bedeutung im Technologiewettbewerb zwischen den USA und China, das erstmals seit 2017 wieder die Nase vorn hat.

      Aus dem Deutschlandfunk-Programm

      Der schnellste Computer der Welt steht jetzt in China

    • CAS-UrteilSportsgerichtshof stärkt Mutterschutz im Profifußball

      Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Mutterschutz im Profifußball gestärkt. Das Gericht entschied, dass der italienische Klub Lazio Rom seiner ehemaligen Verteidigerin Maja Göthberg Schadenersatz zahlen muss, wie die Spielergewerkschaft FIFPRO meldet. Der Verein sei unrechtmäßig vom Vertrag zurückgetreten, als die Schwedin ihre Schwangerschaft mitgeteilt hatte.

      FIFPRO sprach von einem bahnbrechenden Urteil, das auch Gehaltsnachzahlungen beinhalte. Der Richterspruch könne die zukünftige Anwendung des Mutterschutzes im Profifußball prägen.

      Göthberg hatte sich mit Lazio Rom im Sommer 2024 mündlich über eine Verlängerung ihres Vertrags geeinigt. Dann erfuhr die Verteidigerin von ihrer Schwangerschaft und informierte den Verein. Der Vertrag kam nicht zustande. Göthberg sah ihre Schwangerschaft als Grund dafür und klagte. Der CAS entschied, dass auch ohne unterschriebenen Vertrag bereits ein Arbeitsverhältnis bestand. Der ausschlaggebende Grund für die rechtswidrige Beendigung des Arbeitsverhältnisses sei die Schwangerschaft Göthbergs gewesen. Lazio muss ihr nun insgesamt 69.333 Euro zahlen.

      Göthberg selbst sagte laut Mitteilung, das Urteil sende die Botschaft aus, dass eine Schwangerschaft niemals als Problem oder als Grund dafür angesehen werden sollte, einer Spielerin Einsatzmöglichkeiten zu verweigern. 

    • ChartaInternationales Olympisches Komitee bekräftigt Neutralitätsanspruch

      Das Internationale Olympische Komitee hat seinen Neutralitätsanspruch bekräftigt. Auf der Vollversammlung in Lausanne in der Schweiz wurde die Charta geändert. Darin heißt es nun, das IOC wolle die Unabhängigkeit des olympischen Sports "zu allen Zeiten frei von staatlichem, kulturellem, gesellschaftlichem oder wirtschaftlichem Druck" gewährleisten. Dadurch könnte eine Wiedereingliederung Russlands näher kommen.

      IOC-Präsidentin Coventry hatte bei ihrer Amtseinführung im vergangenen Jahr die Autonomie des Sports als eines ihrer Hauptziele formuliert. Bislang äußerte sie sich zurückhaltend zu einer Wiedereingliederung Russlands, unter anderem wegen Bedenken hinsichtlich des Kampfes gegen Doping. Russische Nachwuchssportler sowie Athleten aus Belarus dürfen mittlerweile aber wieder regulär teilnehmen. Mehrere Sportverbände ließen Russland bereits zu, trotz Kritik zahlreicher Nationalverbände, Sportler und Funktionäre.

      Das IOC hatte Russland wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine suspendiert. Seitdem dürfen nur einzelne Sportlerinnen und Sportler unter gewissen Bedingungen und unter neutraler Flagge antreten, so auch zuletzt bei den Winterspielen in Norditalien.

    • WetterAm Donnerstag sonnig, extreme Hitze in Teilen Deutschlands

      Das Wetter: In der Nacht meist gering bewölkt oder klar und überwiegend niederschlagsfrei. Tiefstwerte zwischen 23 und 13 Grad. Morgen sonnig bei bis zu 41 Grad. Für weite Teile Deutschlands wird vor extremer Wärme gewarnt. Bitte beachten Sie die Empfehlungen für Hitzetage, unter anderem vom Deutschen Wetterdienst.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Freitag heiter bis wolkig. Im Westen und Südwesten ab nachmittags vereinzelt Schauer oder Gewitter, lokal mit Unwettergefahr durch Starkregen und Hagel. 31 bis 41 Grad.

  • Dienstag, 23.06.2026

    • FunkstörungDeutsche Bahn stellt bundesweit Zugverkehr ein

      Der Verkehr der Deutschen Bahn ist wegen einer IT-Störung in ganz Deutschland eingestellt worden. Das schreibt die Bahn auf ihrer Website. Demnach ist der digitale Bahnfunk gestört.

      Die Techniker arbeiteten mit Hochdruck daran, die Störung zu beheben. Alle Züge des Regional- und Fernverkehrs sowie S-Bahnen würden vorläufig an Bahnhöfen zurückgehalten, bis eine sichere Weiterfahrt gewährleistet werden könne, heißt es weiter. Es komme zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen. Auch die Eisenbahngesellschaft metronom informierte über massive Einschränkungen und rief Reisende dazu auf, derzeit keine Fahrten mit Zügen anzutreten und geplante Reisen möglichst zu verschieben.

      Die Ursache für die bundesweite Störung war zunächst unklar. Nach Informationen des RBB gehen die Sicherheitsbehörden momentan nicht von Sabotage aus. Vielmehr wird derzeit ein fehlerhaftes Update der Deutschen Bahn als Ursache vermutet.

    • USASenat stimmt für Resolution zur Beendigung der Angriffe auf den Iran

      Nach dem Repräsentantenhaus hat auch der US-Senat eine Resolution gebilligt, die weitere Militäreinsätze der USA gegen den Iran ohne Zustimmung des Kongresses blockieren soll.

      Auch vier Senatoren der Republikaner von US-Präsident Trump stimmten mit den Demokraten für den Beschluss. Das Repräsentantenhaus hatte diesen bereits Anfang des Monats gebilligt, auch dort unterstützten republikanische Abgeordnete die Demokraten.

      Die Resolution hat keine Gesetzeskraft und ist für Trump rechtlich nicht bindend. Das Votum gilt in den USA vor allem als politisches Signal. Laut Umfragen lehnt eine Mehrheit der US-Bürger Angriffe auf den Iran ab.

    • MedienberichtPistorius will Fregatten-Projekt F126 beenden

      Bundesverteidigungsminister Pistorius plant einem Medienbericht zufolge, aus einem der größten Rüstungsprojekte in der Geschichte der Deutschen Marine auszusteigen.

      Wie das Magazin Spiegel meldet, will er das von vielen Problemen geplagte Projekt zum Bau von Fregatten des Typs F126 nicht fortführen. Ursprünglich war die niederländische Werft Damen Naval mit dem Bau der sechs Kriegsschiffe beauftragt. Aufgrund massiver Verzögerungen und drohender Vertragskündigungen sollte nun das Rüstungsunternehmen Rheinmetall als neuer Generalunternehmer übernehmen. Der Konzern hatte angeboten, die Fregatten für knapp 13 Milliarden Euro fertigzustellen. Mehr als zwei Milliarden Euro sind bereits in das 2020 gestartete Projekt geflossen. Dennoch bereitet Pistorius laut Spiegel einen Abbruch vor. Demnach will er alternativ Fregatten des Typs Meko-200 vom deutschen Hersteller TKMS für die Bundeswehr erwerben. Auch die Rückendeckung der Marineführung habe er dafür bereits eingeholt, hieß es.

    • ExpertenkommissionMerz will alle Vorschläge zur Rente umsetzen - Schwesig fordert Debatte

      Bundeskanzler Merz hat angekündigt, die Vorschläge der Rentenkommission vollständig umzusetzen. Dagegen betonte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig, SPD, über die Maßnahmen müsse mit den Ländern, den Sozialpartnern und vor allem mit den Betroffenen diskutiert werden.

      Merz sagte nach der offiziellen Übergabe des Berichts in Berlin, man könne es sich nicht erlauben, einzelne Vorhaben herauszunehmen oder abzulehnen. Die Rentenkommission hatte zuvor einen Katalog mit 33 Empfehlungen vorgelegt. Sie sehen unter anderem vor, dass das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt wird und langsam steigen soll. Zudem soll das System durch eine staatliche kapitalgedeckte Vorsorge gestärkt werden.

      Die Vorschläge waren bereits vor einigen Tagen bekannt geworden und in der Politik sowie bei Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften auf viel Kritik, teils aber auch auf Zustimmung gestoßen.

      Merz und Miersch: "Ausbalancierter Vorschlag"

      Merz sprach von einem "ausbalancierten" Vorschlag. Er sichere langfristig die Rente und verteile die Lasten gerecht auf alle Beteiligten. Die gesetzliche Rente bleibe mit der Reform die zentrale Säule der Altersvorsorge und nehme die Last von den Schultern der jüngeren Generation.

      Zentral sei, dass das Paket der Kommission vollumfänglich umgesetzt werde, da die Vorschläge ineinandergriffen und aufeinander aufbauten, erklärte der CDU-Vorsitzende. Auch SPD-Fraktionschef Miersch warnte, wer an einer Stelle etwas verändern wolle, müsse wissen, dass es dann auch an anderen Stellen Veränderungen gebe.

      Bas: "Freue mich auf anstehende Diskussionen"

      Ähnlich äußerte sich Arbeitsministerin Bas, ebenfalls SPD: Es gebe jetzt kein Rosinenpicken bei den Expertenvorschlägen, sondern diese seien ein "Gesamtkunstwerk". Man könne nicht das eine oder andere weglassen, sondern man müsse den Mut aufbringen, ob man das in der Gesamtheit umsetzen wolle oder ob man es nicht wolle, sagte Bas. Sie jedenfalls wolle dieses Paket umsetzen. Sie freue sich auf die anstehenden Diskussionen.

      Mehr Rente für Durchschnittsverdiener

      Die Rentenkommission erhofft sich von ihrem Vorschlag einer Kapitalrente langfristig ein deutliches Plus für die Versicherten. Kommissionsmitglied Tabea Bucher-Koenen sagte dem Magazin "Der Spiegel", der sogenannte Eckrentner könnte im Mittel nach 20 Jahren Ansparzeitraum in der Kapitalrente auf 150 Euro mehr Rente monatlich kommen. Nach 45 Jahren wären es 770 Euro mehr, erklärte die Wirtschaftswissenschaftlerin.

      Der sogenannte Eckrentner ist eine Bezugsgröße in Rentendebatten: Darunter wird ein fiktiver Rentner verstanden, der 45 Jahre gearbeitet und immer genau das Durchschnittseinkommen verdient hat. Seine Bruttorente liegt nach der im Juli wirksamen Rentenerhöhung bei 1.913,40 Euro. 

      Eintrittsalter soll steigen

      Laut den Empfehlungensoll das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden und langsam steigen - ab 2042 alle zehn Jahre um ein halbes Jahr. Zudem soll das Rentensystem durch eine staatliche kapitalgedeckte Vorsorge gestärkt werden. Die Beiträge sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils hälftig tragen.

      Um die Ausgaben der gesetzlichen Rente zu dämpfen, sollen Optionen für einen vorzeitigen Eintritt eingeschränkt werden. So soll etwa die abschlagsfreie sogenannte "Rente ab 63" entfallen. Zur Stabilisierung sollen zudem zeitnah auch Politiker und Selbstständige in die Rentenkasse einzahlen.

      Kritik aus verschiedenen Richtungen

      Bereits vor der Vorstellung der Reformvorschläge gab es viel Kritik. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Kaiser, warnte, besonders für die Menschen in Ostdeutschland dürfe es keine Absenkung des aktuellen Rentenniveaus ab 2031 geben. Andernfalls drohe vielen Ruheständlern die Armut.

      Die stellvertretende SPD-Fraktionvorsitzende im Bundestag, Schmidt, sagte im Deutschlandfunk, die Vorschläge der Kommission seien keine Gesetzesvorlage, die man unkritisch übernehmen werde. Einzelne Punkte müssten in der Koalition noch diskutiert werden.

      Der Hotel- und Gaststättenverband warnte vor der geplanten Abschaffung der Minijobs. Der Präsident des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Haumann, sagte der "Rheinischen Post", der Vorstoß gehe an der betrieblichen Realität vorbei und wäre für das Gastgewerbe eine Katastrophe. Allein hier gebe es rund 1,1 Millionen geringfügig Beschäftigte.

      Dagegen begrüßte die Ökonomin Grimm den Vorschlag. Das Mitglied im Wirtschafts-Sachverständigenrat sagte derselben Zeitung, eine Abschaffung würde vor allem die Arbeitsanreize für Geringverdiener massiv erhöhen.

      Mehr zur geplanten Rentenreform können Sie hier hören.

    • NahostIranischer Präsident reist für Verhandlungen nach Pakistan

      Im Rahmen der Friedensverhandlungen mit den USA hat sich der iranische Präsident Peseschkian mit hochrangigen pakistanischen Vertretern getroffen.

      Er sei zuversichtlich, dass Frieden und regionale Stabilität erreicht werden könnten, sagte Peseschkian nach Gesprächen mit Pakistans Präsident Zardari und Ministerpräsident Sharif in Islamabad. Die iranische Verteidigungsfähigkeit sei jedoch nicht verhandelbar. Mit Blick auf die USA warnte er, einseitige Erklärungen, die über die schriftlichen Vereinbarungen hinausgingen, trügen nicht zum Fortschritt der Verhandlungen bei.

      Aussagen von US-Präsident Trump, wonach der Iran Inspektionen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA für unbegrenzte Zeit zugesagt habe, waren heute in Teheran dementiert worden. Aus dem iranischen Außenministerium hieß es, der IAEA werde kein Zugang zu den im Krieg beschädigten Atomanlagen gewährt. Es gebe keine diesbezüglichen Gespräche.

      Momentan beraten Arbeitsgruppen in der Schweiz über die Details einer Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran.

    • BundeswehrMonopolkommission warnt vor Abhängigkeit von großen Rüstungsunternehmen

      Die unabhängige Monopolkommission hat die Bundesregierung vor einer Abhängigkeit von wenigen großen Rüstungsunternehmen gewarnt.

      Derzeit fließe die überwiegende Mehrheit der Ausgaben in konventionelle Systeme der großen deutschen Rüstungsfirmen, sagte der Chef der Kommission, Duso, der "Süddeutschen Zeitung". Dies schade Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Duso kritisierte dabei auch die zunehmende Dominanz weniger Konzerne wie zum Beispiel Rheinmetall. Als Konsequenz spricht sich die Monopolkommission dafür aus, dass Bundeskartellamt und EU-Kommission Firmenübernahmen innerhalb der Rüstungsindustrie strenger prüfen sollten. Zudem sollte Deutschland nicht hauptsächlich bei der heimischen Industrie einkaufen.

      Haushaltspolitiker der SPD und Grünen hatten überteuerte Rüstungsgeschäfte angemerkt. Der SPD-Berichterstatter für den Wehretat, Schwarz, sagte, es gebe in dem Bereich eine starke Tendenz zu Preisaufschlägen.

    • BerichtUNO-Kommission spricht von Völkermord: "Israel nahm gezielt palästinensische Kinder ins Visier"

      Eine unabhängige Untersuchungskommission der Vereinten Nationen wirft israelischen Sicherheitskräften vor, gezielt palästinensische Kinder ins Visier genommen zu haben.

      Dies ‌habe zu Völkermord, Verbrechen gegen ⁠die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im ⁠Gazastreifen sowie im besetzten Westjordanland geführt, heißt es in einem Bericht. Allein im Gaza-Krieg seien rund 30 Prozent der Todesopfer Kinder.

      Die vom UNO-Menschenrechtsrat gegründete Kommission warf Israel auch Folter und Misshandlung von palästinensischen Kindern in Gefängnissen vor. Es ist bereits der zweite Völkermord-Vorwurf der UNO-Kommission gegen Israel. Dessen Außenministerium kritisierte den Bericht scharf. Das Dokument sei voller Verzerrungen, deren einziger Zweck darin bestehe, eine politisch motivierte antiisraelische Erzählung voranzutreiben.

      Die Terrororganisation Hamas hatte im Oktober 2023 aus dem Gaza-Streifen heraus Israel überfallen. Das israelische Militär reagierte mit einer massiven Offensive in dem Küstenstreifen. Inzwischen gilt eine Waffenruhe, die jedoch brüchig ist.

    • Fußball-WMPortugal besiegt Usbekistan - Ronaldo trifft auch bei seiner sechsten WM

      Bei der Fußball-WM hat Mitfavorit Portugal gegen Usbekistan mit 5:0 gewonnen. Stürmerstar Christiano Ronaldo erzielte zwei Tore und ist damit der einzige Spieler, der bei sechs WM-Endrunden getroffen hat.

      Die Portugiesen dominierten das Spiel in Houston von Beginn an und gingen früh durch Ronaldo in Führung (6.Minute). Nuno Mendes (17.) per Freistoß und erneut Ronaldo (39.) bauten die Führung aus. Ein Eigentor von Abdukodir Khusanov (60.) und ein Treffer vom Rafael Leao führten zum Endstand. In der ersten Halbzeit wurden ein Treffer der Usbeken wegen eines vorausgegangenen Foulspiels nach Eingriff des Videoschiedsrichters aberkannt.

      Ronaldo zweitältester Torschütze der WM-Geschichte

      Ronaldo ist mit 41 Jahren jetzt der zweitälteste Torschütze der WM-Geschichte hinter Roger Milla, der bei der WM 1994 im Alter von 42 Jahren für Kamerun traf. Außerdem überholte er mit seinem insgesamt zehnten WM-Treffer Eusebio als Portugals Rekordtorschütze.

      Bester Torschütze der WM-Geschichte ist seit gestern der Argentinier Lionel Messi, der beim 2:0-Sieg gegen Österreich seine WM-Tore 17 und 18 erzielte. Auch für Messi ist es die sechste WM. 2010 in Südafrika traf er aber nicht.

      Um 22 Uhr absolviert mit England noch ein weiterer Mitfavorit sein zweites Vorrundenspiel. Das Team von Thomas Tuchel trifft in Boston auf Ghana. Außerdem findet um ein Uhr Nachts im kanadischen Toronto die Partie zwischen Panama und Kroatien statt. Um vier Uhr spielt im mexikanischen Guadalajara Kolumbien gegen die Demokratische Republik Kongo.

    • BrüsselEU-Vertreter empfangen erstmals Taliban - Proteste von Menschenrechtlern

      Vertreter der islamistischen Taliban aus Afghanistan sind erstmals seit ihrer Machtübernahme von der EU-Kommission zu Gesprächen in Brüssel empfangen worden. Ein Kommissionssprecher erklärte, es sei auf "technischer Ebene" um Abschiebungen von Afghanen in ihre Heimat gegangen. Aktivisten von Amnesty International demonstrierten vor dem Sitz der Kommission.

      Der Besuch hatte im Vorfeld Kritik, unter anderem von Menschenrechtsvertretern hervorgerufen. Auch die Grünen kritisierten die diplomatische Öffnung der EU für Taliban-Vertreter. Deren Einladung nach Europa sei ein schwerwiegender Fehler, heißt es in einem offenen Brief mehrerer Bundestags-Abgeordneter an EU-Institutionen. Die Lage für Frauen und Mädchen in Afghanistan habe sich dramatisch verschlechtert; zudem habe sich dort die politische Unterdrückung verschärft.

      Auch die Bundesregierung lässt derzeit zusätzliche afghanische Konsularbeamte nach Deutschland, um mehr Straftäter nach Afghanistan abschieben zu können.

    • PräsidentschaftswahlLinksgerichteter Kandidat Sánchez will Wahlergebnis in Peru nicht akzeptieren

      In Peru droht nach der Präsidentschaftswahl eine politische Krise.

      Der linksgerichtete Kandidat ‌Sanchez ⁠erklärte, das Ergebnis der Stichwahl vor zwei Wochen nicht zu akzeptieren. Er warf der Wahlbehörde ⁠und seiner konservativen Rivalin Fujimori Manipulation vor. Sanchez sagte in Lima, er werde eine Regierung Fujimori nicht anerkennen und rief seine Anhänger zu Protesten auf.

      Nach Auszählung fast aller Stimmen liegt Fujimori knapp in Führung. Laut Wahlbehörde kommt sie auf 50,1 Prozent, Sanchez auf 49,9 Prozent.

      Fujimoris Vater Alberto hatte Peru von 1990 bis 2000 autoritär regiert. Sánchez sieht sich als legitimen Nachfolger des im Jahr 2022 wegen eines Putschversuchs abgesetzten und mittlerweile inhaftierten Ex-Präsidenten Castillo. Peru leidet unter politischer Instabilität, Kriminalität und Korruption. In den vergangenen zehn Jahren hatte das südamerikanische Land acht Präsidenten.

    • SchottlandEhemaliger Chef der schottischen Regierungspartei SNP wegen Veruntreuung von Parteigeldern verurteilt

      In Schottland ist der frühere Vorsitzende der Regierungspartei SNP, Murrell, wegen der Veruntreuung von Parteifinanzen zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

      Der Ex-Mann von Schottlands ehemaliger Regierungschefin Sturgeon hatte sich im vergangenen Monat schuldig bekannt, umgerechnet rund 460.000 Euro Parteivermögen entwendet zu haben. Der Richter sprach bei der Urteilsverkündung von einem erheblichen Vertrauensbruch gegenüber den Parteimitgliedern und Spendern. Der 61-jährige Murrell war zwei Jahrzehnte lang Geschäftsführer der SNP. 2023 wurde er festgenommen. Die frühere schottische Regierungschefin war im Zuge der Ermittlungen ebenfalls vorübergehend festgenommen worden und trat im Februar 2023 zurück. Die Vorwürfe gegen sie wurden jedoch fallen gelassen.

    • VerkehrsprojekteBundesregierung einigt sich auf "Infrastruktur-Zukunftsgesetz" - Schnieder spricht von "Paradigmenwechsel"

      Bundesverkehrsminister Schnieder hat die Einigung der Koalition auf beschleunigte Bahn- und Straßenbauprojekte als "Paradigmenwechsel" bezeichnet.

      Der Gesetzentwurf zeige, wie groß der gemeinsame Wille sei, Planungs- und Genehmigungsverfahren spürbar zu beschleunigen, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Dies sei dringend nötig. Aus dem Umweltministerium hieß es, man trage den Entwurf mit, auch wenn Belange des Umweltschutzes teilweise zurücktreten müssten. Geplant ist, zentrale Projekte zum Bau von Straßen, Brücken und Schienen als Vorhaben des überragenden öffentlichen Interesses einzustufen. Dies soll gerichtlichen und behördlichen Abwägungsentscheidungen ein höheres Gewicht beimessen und so Genehmigungsprozesse beschleunigen.

      Der Naturschutzbund Deutschland reagierte enttäuscht auf die Einigung. Die Maßnahmen zur Planungsbeschleunigung schwächten an vielen Stellen bestehende Naturschutzstandards, sagte Nabu-Präsident Krüger. Unklar bleibe, wie die Risiken für Natur und Umwelt ausgeglichen werden sollten. Über den Gesetzentwurf soll der Bundestag noch in dieser Woche abstimmen.

      Ein Bündnis aus Umwelt- und Verkehrsverbänden hatte zuvor die Bundesregierung aufgefordert, auf den Neubau von Autobahnen zu verzichten und sich auf den Erhalt bestehender Straßen zu konzentrieren.

    • 75 Jahre Kulturarbeit im AuslandBundespräsident Steinmeier würdigt Bedeutung der Goethe-Institute

      Bei einem Festakt zum 75. Gründungsjubiläum des Goethe-Instituts hat Bundespräsident Steinmeier die Bedeutung von dessen Kulturarbeit hervorgehoben.

      Das Institut setze sich in aller Welt mit Enthusiasmus für die Vermittlung der Kultur Deutschlands und den kulturellen Dialog ein, sagte Steinmeier in Berlin. Mit Blick auf die Debatte zur Zukunft des Instituts erklärte das Staatsoberhaupt, angesichts internationaler Krisen und autoritärer Entwicklungen brauche es neben der finanziellen Sicherheit auch politische Rückendeckung. Wer auswärtige Kultur- und Bildungspolitik heute für verzichtbar erkläre, irre gewaltig, betonte Steinmeier.

      Das Goethe-Institut unterhält rund 150 Standorte in 100 Ländern. Seine Aufgabe ist neben der Förderung der deutschen Sprache auch der Kulturaustausch und die Information über Deutschland im Ausland.

    • Sinkende ReservenDRK ruft zu Blutspenden auf

      Der Mangel an Blutreserven in Deutschland spitzt sich zu.

      Das Deutsche Rote Kreuz sprach von einem kritischen Niveau. In den Sommermonaten sinke die Bereitschaft zum Blutspenden erfahrungsgemäß, der Bedarf in den Kliniken und Arztpraxen sei aber konstant hoch. Die aktuellen Reserven reichten nur noch für drei bis vier Tage.

      Blut zu spenden sei auch an sehr heißen Tagen möglich, betonte das DRK. Die tägliche Trinkmenge sollte dann jedoch auf rund drei Liter erhöht werden. Gleichzeitig sollten Blutspender längere Aufenthalte und körperliche Anstrengungen in der Sonne vermeiden.

    • GesellschaftGrönemeyer erhält Deutschen Nationalpreis

      Der Sänger Herbert Grönemeyer hat den diesjährigen Deutschen Nationalpreis erhalten.

      Wie die Jury mitteilte, sollen damit seine künstlerische Leistung und sein Engagement für die Werte der Demokratie gewürdigt werden. Bei der Ehrung in Berlin kritisierte der Sänger führende Politiker dafür, dass sie zu wenig mit den Bürgerinnen und Bürgern sprächen. Der 70-Jährige rief zu mehr politischer Teilhabe auf. Grönemeyer positioniert sich seit Langem gegen Fremdenfeindlichkeit, Hetze und Rechtsextremismus.

      Mit dem Deutschen Nationalpreis ehrt die Deutsche Nationalstiftung seit 1997 jedes Jahr Personen und Organisationen, die sich für eine demokratische Gesellschaft engagieren. Im vergangenen Jahr erhielten die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin den Preis.

    • WHOEbola-Ausbruch im Kongo breitet sich ungewöhnlich schnell aus

      Das Ebola-Virus breitet sich in der Demokratischen Republik Kongo nach Angaben ‌der Weltgesundheitsorganisation ungewöhnlich ⁠schnell aus.

      Laut WHO sind im ersten ⁠Monat seit Ausbruch so viele Infektionen bestätigt worden wie bei keiner anderen Ebola-Epidemie zuvor. Begünstigt wurde dies durch die rasche Ausbreitung in dicht besiedelten städtischen Gebieten. Inzwischen sind den kongolesischen ⁠Behörden zufolge mehr als 1.000 Menschen ‌infiziert und 267 gestorben.

      Experten ⁠zufolge ⁠zirkulierte das Bundibugyo-Virus monatelang ⁠unbemerkt, bevor am 15. Mai offiziell der Ausbruch erklärt ⁠wurde. Das erschwert die Nachverfolgung von Kontakten. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums konnten bisher nur rund 60 Prozent der Menschen, die mit Ebola-Erkrankten im Kontakt gestanden haben, ermittelt werden. Die WHO geht davon aus, dass 90 Prozent nötig sind, um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. Zuletzt wurden auch in mehreren überfüllten Vertriebenenlagern im Osten des Kongo Ebola-Fälle registriert.

    • EnergiewendeDeutschland weltweit auf Platz vier des Solarausbaus

      Deutschland ist beim Ausbau der Solarenergie auf Platz vier der globalen Rangliste vorgerückt.

      Nach vorläufigen Zahlen des Bundesverbands BSW Solar gingen im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik neue Solaranlagen mit einer Leistung von 17,6 Gigawatt ans Stromnetz. Damit liegt Deutschland zwar deutlich hinter China, Indien und den USA, aber vor allen anderen europäischen Ländern.

      Der Zubau im vergangenen Jahr ging nach Daten des Verbands fast zur Hälfte auf neue Großanlagen auf freiem Feld zurück. Sowohl private Hausbesitzer als auch Unternehmen installierten deutlich weniger neue Anlagen als im Vorjahr.

      Verbandschef Körnig appellierte an die Bundesregierung, die Zuschüsse für neue Anlagen auf Wohnhausdächern nicht zu streichen. Dies würde nach Berechnungen des Verbands dazu führen, dass sich die durchschnittliche Solaranlage auf dem Hausdach erst nach 20 Jahren rentiert. Das könnte viele Interessenten künftig abschrecken.

    • VerhandlungenIran will keine Atom-Inspekteure zulassen - Trump besteht auf Kontrollen

      In den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über einen Frieden entwickelt sich die Frage nach Kontrollen der Atomanlagen zu einem zentralen Streitpunkt.

      Das iranische Außenministerium teilte mit, dass der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA kein Zugang zu den im Krieg beschädigten Atomanlagen gewährt werde. Es gebe keine diesbezüglichen Gespräche, hieß es in Teheran.

      US-Präsident Trump beharrte dagegen darauf, dass der Iran IAEA-Inspektionen für unbegrenzte Zeit zugesagt habe. Ohne - Zitat - "atomare Ehrlichkeit" Teherans werde es keine weiteren Verhandlungen geben, schrieb Trump in Sozialen Medien. Gestern hatte bereits US-Vizepräsident Vance nach ersten Gesprächen mit iranischen Vertretern in der Schweiz von einer Rückkehr der Inspektoren in den Iran gesprochen und dies als einen "Meilenstein" bezeichnet.

    • Streit mit PolenUkrainischer Präsident Selenskyj reist nicht zu Wiederaufbaukonferenz nach Danzig

      Der ukrainische Präsident Selenskyj reist nicht zur geplanten Wiederaufbaukonferenz nach Danzig.

      Ministerpräsidentin Swyrydenko teilte in Kiew mit, dass sie die ukrainische Delegation leiten werde. Das zweitägige Treffen über den Wiederaufbau der Ukraine beginnt am Donnerstag. Neben anderen Staats- und Regierungschefs wird auch Bundeskanzler Merz in Danzig erwartet.

      Hintergrund der Absage Selenskyjs ist vermutlich ein Streit zwischen seinem Land und Polen, die bezüglich des russischen Angriffskrieges eigentlich enge Verbündete sind. Zuletzt gab es aber Verstimmungen, nachdem Selenskyj eine Armee-Einheit nach der ukrainischen Partisanengruppe UPA benannte. Diese hatte im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung im heutigen Westen der Ukraine zehntausende Polen ermordet. Der polnische Staatschef Nawrocki entzog Selenskyj wegen des Streits den höchsten Orden seines Landes.

    • AnthropologieFrühmenschen hatten offenbar vor 2 Millionen Jahren einen Wachstumsschub

      Der berühmte Frühmensch Lucy hat nur etwa 30 Kilogramm gewogen. Und auch andere Frühmenschen-Arten waren recht klein im Vergleich zu uns modernen Menschen. Jetzt haben Forschende Hinweise gefunden, dass die frühen Menschen vor rund zwei Millionen Jahren einen Wachstumsschub hatten.

      Sie wollten wissen, wie der Mensch so groß werden konnte. Dazu haben sie knapp 400 Fossilien von 21 verschiedenen Menschenspezies untersucht und deren Körpergewicht berechnet. Sie schreiben im Fachmagazin PNAS, dass der Mensch zwar allmählich und kontinuierlich ein bisschen größer geworden ist, vor über zwei Millionen Jahren gab es aber wohl einen deutlichen Wachstumsschub.

      Das war die Zeit von Homo erectus, als die Menschen begannen, mehr Fleisch zu essen, besser darin wurden, auf zwei Beinen zu gehen und auf der Suche nach Nahrung auch längere Wege zurücklegten. All das könnte mit einem größeren Körper leichter zu bewältigen gewesen sein. Homo erectus war der erste Frühmensch, der 60 Kilogramm und mehr wiegen konnte.

      Frühere Studien waren teils zu anderen und widersprüchlichen Antworten gekommen. Einer der aktuellen Studienautoren sagt, das liege daran, dass frühere Studien unterschiedliche Methoden benutzt hätten, wodurch man die Ergebnisse schwer vergleichen könne.

    • LondonTurner-Preisträgerin zieht Kunstwerk mit Vorwurf an Winston Churchill zurück

      Die Turner Prize-Gewinnerin von 2019, Helen Cammock, hat eine umstrittene Video-Installation aus der National Portrait Gallery in London abgezogen.

      Cammock hatte in ihr aktuelles Werk "The Persistence" eine Referenz auf Winston Churchill eingebaut. Darin wird dem britischen Ex-Premier unterstellt, dass er während seiner Amtszeit 1943 die indische Bevölkerung vorsätzlich aushungern ließ. Zwar gab es damals eine Hungersnot in der damaligen britischen Kolonie Bengalen - und die Rolle Churchills dabei ist umstritten; den Vorwurf des Aushungerns aber wies eine Gruppe von 50 Unterzeichnenden in einem offenen Brief zurück, wie britische Medien berichten.

      Die Künstlerin verteidigte ihr Werk zunächst, zog es nun aber zurück und beklagte einen "unglaublichen" Druck. Sie erklärte, es sei lebensnotwendig für gesunde Gesellschaften, dass Erzählungen hinterfragt werden - und Kunst ist für Cammock dabei ein wesentlicher Bestandteil.

    • CybergroomingBehörden identifizieren zehn Verdächtige nach Anbahnungsversuchen

      Das Cybercrime-Zentrum und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg haben zehn Verdächtige ermittelt, die im Internet Kinder und Jugendliche für sexuelle Kontakte angeschrieben haben sollen.

      Solche Taten sind unter dem Begriff "Cybergrooming" bekannt. Nach Angaben der Behörden hatten sich die Ermittler auf Chatplattformen und in Sozialen Netzwerken selbst als Minderjährige ausgegeben. Daraufhin seien Verdächtige im Alter zwischen 19 und 47 Jahren identifiziert worden. Die Wohnungen von acht Beschuldigten seien durchsucht und Computer, Smartphones sowie andere digitale Speichermedien sichergestellt worden. Der Aufenthalt der beiden weiteren Tatverdächtigen sei unbekannt. 

      Gegen die Beschuldigten wird nun wegen des Verdachts des versuchten sexuellen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt sowie des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte ermittelt.

    • WetterHitze hat Westeuropa fest im Griff - Temperaturrekorde in Frankreich

      Die derzeitige Hitzewelle hat weite Teile Europas erfasst und zu Temperaturrekorden geführt.

      In Frankreich war die vergangene Nacht laut dem nationalen Wetterdienst die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen 1947 – mit einer Tiefsttemperatur von 21,6 Grad. Für mehr als 90 Prozent der Bevölkerung gilt die höchste Warnstufe Rot, im Südwesten werden bis zu 44 Grad erwartet.

      In Spanien gab die Wetterbehörde Aemet für fast das gesamte Land Hitzewarnungen aus – die Stufe Rot gilt unter anderem für Gebiete um Córdoba und im Norden rund um Bilbao. In Italien rief das Gesundheitsministerium für 15 Städte, darunter Rom und Mailand, die höchste Alarmstufe aus. Hohe Temperaturen machen auch Belgien, den Niederlanden und Deutschland zu schaffen.

      Es ist bereits die zweite Hitzewelle in Westeuropa innerhalb eines Monats. Ein Grund dafür ist die sogenannte Omega-Wetterlage.

      Worin die Gefahr durch große Hitze besteht und was man tun kann, um sich zu schützen, haben wir hier zusammengefasst.

    • Appell von VerbändenVerzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen bringt 20 Milliarden Euro

      Ein Bündnis von BUND, Klima-Allianz Deutschland und Auto Club Europa hat Bundesverkehrsminister Schnieder aufgefordert, auf den Neubau von Autobahnen und Bundesstraßen zu verzichten. Stattdessen solle ein klarer Fokus auf den Erhalt gesetzt werden - auch aus Kostengründen.

      Der Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen berge ein Einsparpotenzial von 20 Milliarden Euro, erklärten die Verbände. Das zeige eine Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft. Die Untersuchung komme zu dem Schluss, dass die knappen personellen und finanziellen Kapazitäten beim Planungs- und Bauwesen "zwingend" eine Priorisierung auf den Erhalt der Infrastruktur verlangten.

      Das zur Verfügung stehende Geld werde dringend benötigt, um marode Brücken, Straßen und das Schienennetz für den Alltag der Menschen wieder verlässlich und sicher zu machen. Die Verbände verwiesen dabei auf marode Brücken in Berlin, Dresden und zuletzt Bonn. Das zeige, wie sehr die öffentliche Infrastruktur zu Lasten der Bewegungsfreiheit "kaputtgespart" worden sei. 

      Der Bundestag stimmt in dieser Woche über das neue Infrastruktur-Zukunftsgesetz ab. Verena Graichen vom BUND erklärte, Verkehrsminister Schnieder plane damit eine Reihe neuer, "naturzerstörender" Autobahnen. Der ACE-Vorsitzende Sven-Peter Rudolph nannte es "schwer nachvollziehbar", dass weiterhin erhebliche Mittel und Planungskapazitäten in den Neubau von "wirtschaftlich fragwürdigen" Autobahnprojekten fließen würden, während tausende Brücken im Land sanierungsbedürftig seien.

    • AngriffskriegDrei Todesopfer bei russischem Luftangriff auf ukrainische Stadt Kryvyi Rih

      Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Kryvyi Rih sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden.

      Es gab zudem 19 Verletzte. Außerdem wurden Einrichtungen der Infrastruktur beschädigt.

      Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe ihrerseits erneut Energie-Infrastruktur auf der von Russland besetzten Krim-Halbinsel angegriffen. Getroffen wurden laut Medienberichten Ölanlagen nahe der Großstadt Kertsch. Außerdem sei der Hafen Kawkas im Gebiet Krasnodar unter Beschuss genommen worden, hieß es. Offiziell gibt es bislang keine Bestätigung für die Attacken.

      Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten zur Abwehr der russischen Invasion vermehrt Objekte der Ölindustrie angegriffen. Vor allem die Bewohner der Krim spüren die Folgen deutlich. Seit Tagen können Privatpersonen auf der Halbinsel wegen Benzinmangels nicht mehr tanken.

    • Europa-ParlamentFinanz-Ausschuss stimmt für Einführung von digitalem Euro

      Im EU-Parlament hat es eine erste Abstimmung zur geplanten Einführung des digitalen Euro gegeben. Die Mitglieder des Finanzausschusses votierten für das Vorhaben. Sollte es bei der nächsten Parlamentssitzung im Juli keinen Einspruch geben, können die Verhandlungen mit den EU-Ländern über den finalen Gesetzestext aufgenommen werden.

      Der digitale Euro ist eine elektronische Form des Geldes, die direkt von der Europäischen Zentralbank ausgegeben wird. Er soll als digitales Bargeld funktionieren und eine zusätzliche Bezahlmöglichkeit neben Münzen, Scheinen und Bankkonten bieten. Für Verbraucher soll die Nutzung im Alltag beim Bezahlen ähnlich sein wie heutige digitale Zahlungen.

      Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband drängte darauf, die Digitalwährung in bestehende Zahlungssysteme einzubinden. Verbandspräsident Reuter verwies im Deutschlandfunk auf Girocard, Sepa-Echtzeitüberweisung, Bank-Apps und den europäische Zahlungsdienst Wero.

    • Nach ProtestenKenia stoppt Bau von Ebola-Quarantänezentrum für US-Bürger

      In Kenia ist der Bau eines Ebola-Quarantänezentrums für US-Bürger gestoppt worden.

      Gesundheitsminister Duale erklärte, er habe die Einstellung aller Vorbereitungen und Bauarbeiten auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia angeordnet. Vorausgegangen waren wochenlange Proteste gegen die Einrichtung sowie eine Strafandrohung durch das Oberste Gericht. Die Demonstranten befürchteten, dass sich das Virus von der Einrichtung aus auch in Kenia verbreiten könnte. Menschenrechtsgruppen klagten gegen das Quarantänezentrum und bekamen Recht. Die Regierung ignorierte die Anordnung der Richter jedoch zunächst und verfolgte die Pläne weiter. Zuletzt drohte der Gerichtshof dem Gesundheitsminister deshalb mit einer Strafe.

      In dem Lager sollten US-Bürger aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo unterkommen, die mit dem Virus in Kontakt gekommen waren.

    • Nach VermittlungsgesprächenWieder mehr Schiffsverkehr auf Straße von Hormus

      Nach der grundsätzlichen Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Ende des Krieges nimmt der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus offenbar wieder zu.

      Laut einer Analyseplattform für Schifffahrtsdaten passierten gestern mindestens 36 Frachtschiffe die Meerenge. Das sei der höchste Stand seit Beginn des Iran-Krieges, aber nur knapp ein Drittel der vor dem Krieg üblichen täglichen Fahrten, hieß es.

      Das Regime in Teheran gab heute bekannt, dass der Iran künftig die Straße von Hormus verwalten will. Der iranische Chefunterhändler Ghalibaf sagte, dies werde im Einklang mit dem Völkerrecht geschehen. Die Kontrolle der strategisch wichtigen Wasserstraße und mögliche Durchfahrtsgebühren sind zentrale Punkte bei den Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung.

    • Trotz WaffenstillstandZwei Tote durch israelischen Beschuss im Südlibanon

      Im Südlibanon sind bei einem Einsatz der israelischen Armee zwei Menschen getötet worden.

      Das teilte der libanesische Zivilschutz mit. Die israelische Armee erklärte, sie sei gegen bewaffnete Terroristen vorgegangen, die eine direkte Bedrohung für israelische Soldaten dargestellt hätten. Nach Darstellung der militant-islamistischen Hisbollah handelte es sich bei den Getöteten dagegen um Zivilisten.

      Ungeachtet des Gefechts hält der Waffenstillstand zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah und israelischen Streitkräften im Südlibanon seit Sonntag weitgehend. Die Lage im Libanon ist eine zentrale Frage bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran über einen dauerhaften Frieden.

    • GeowissenschaftenErdbeben-Warnsignale durch KI entdecken

      Künstliche Intelligenz soll künftig helfen, Erdbeben vorherzusagen. Dies galt früher als unmöglich, weil Bruchzonen tief im Untergrund liegen und komplex aufgebaut sind. Forschende unter anderem vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam haben jetzt einen Alogirithmus entwickelt, der verborgene Muster sichtbar machen soll, bevor die Erde heftig bebt.

      Der Algorithmus hat Erdbeben-Daten ausgewertet und sortiert. Dabei hat die KI nicht auf einzelne Erschütterungen geachtet, sondern Gruppen von ähnlichen kleinen Beben zusammengefasst. So lässt sich die Dynamik im Untergrund besser verstehen, sagen die Forschenden. Denn kleine Beben beeinflussen sich gegenseitig - und zwar umso mehr, je näher ein Starkbeben kommt. In Tests mit alten Starkbeben-Daten erkannte die KI kritische Vorbeben um Wochen bis Monate im Voraus.

    • USABundesrichter stoppt Ermittlungen gegen Trump-Gegner in Minnesota

      Ein US-Bundesrichter hat Ermittlungen der Trump-Regierung gegen den Gouverneur von Minnesota, Walz, und andere demokratische Amtsträger gestoppt.

      Ihnen war vorgeworfen worden, Einwanderungsbehörden behindert zu haben. Richter Schiltz erklärte Vorladungen des Justizministeriums an die Beschuldigten nun aber für rechtlich ungültig. Er sagte, der Staat habe Verantwortliche in Minnesota zur Unterstützung der Bundesregierung bei der Durchsetzung des Einwanderungsrechts zwingen wollen.

      Auslöser des Konflikts war eine großangelegte Operation gegen Einwanderer in Minnesota Ende letzten und Anfang dieses Jahres. Nach Gerichtsangaben waren dabei zeitweise mehr als 3.000 Bundesbeamte im Einsatz. Walz gilt als prominenter Trump-Gegner. Er bezeichnete die Aktion als Kampagne organisierter Brutalität und kündigte an, Minnesota werde mutmaßliche Übergriffe von Bundesbeamten untersuchen lassen.

    • USABundesrichterin blockiert Nutzung von Datenbank zur Wählerüberprüfung

      Eine zentrale Datenbank der US-Regierung zur Überprüfung von Wählerregistrierungen ist rechtswidrig.

      Das zuletzt überarbeitete Programm mit dem Namen "SAVE" dürfe nicht weiter genutzt werden, entschied eine US-Bundesrichterin. Sie gab Bürgerrechtsgruppen recht, die gegen "SAVE" geklagt hatten. Der Kongress habe der Regierung ausdrücklich untersagt, persönliche Identifizierungsdaten von US-Bürgern zentral zu sammeln, betonte die Richterin. Die Regierung habe die Datenschutzrechte amerikanischer Bürger wissentlich mit Füßen getreten und damit das Wahlrecht gefährdet.

      US-Präsident Trump will Bundesbehörden einsetzen, um landesweit gegen angeblich rechtswidrig in Wählerverzeichnissen geführte Nicht-Staatsbürger vorzugehen. Das "SAVE"-System galt als ein wichtiger Pfeiler im Bemühen des Präsidenten, die Kontrolle des Bundes über die Wahlen in den Bundesstaaten auszuweiten.

    • WeltraumInterstellarer Komet 3I/ATLAS möglicherweise 12 Milliarden Jahre alt

      Der interstellare Komet 3I/ATLAS, der vor knapp einem Jahr entdeckt wurde, könnte schon rund 12 Milliarden Jahre alt sein. Er wäre damit fast dreimal so alt wie unser Sonnensystem.

      3I/ATLAS war aus den Weiten des Alls durch unser Sonnensystem geflogen und kam im Dezember der Erde am nächsten. Seitdem verschwindet er wieder im All. Mit Hilfe des James-Webb-Teleskops konnten Forschende verschiedene Daten sammeln. Die Auswertung haben sie jetzt im Fachmagazin Nature veröffentlicht. Demnach stammt der Komet vermutlich aus der Frühzeit des Universums und ist sehr weit entfernt von unserem Sonnensystem entstanden, vermutlich unter extrem kalten Bedingungen.

    • RückkehrzentrenAmnesty International spricht von "Guantanamo-Idee"

      Amnesty International befürchtet eine Verletzung von Menschenrechten in geplanten Rückkehrzentren für abgelehnte Asylbewerber in Drittstaaten außerhalb der EU.

      Die Generalsekretärin der Organisation in Deutschland, Duchrow, sprach von einer "Guantanamo-Idee". Mit den Zentren würden Bereiche geschaffen, in denen kein Recht gelte. Betroffene würden dort inhaftiert, hätten keinerlei Zugang zu Anwälten und lebten unter unmenschlichen Bedingungen. Es komme nicht von ungefähr, dass Gerichte entsprechende Vorstöße anderer Staaten für rechtswidrig erklärt hätten, kritisierte Duchrow.

      Dagegen verteidigte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Krösser, den Plan von Deutschland und anderen EU-Staaten zur Einrichtung solcher Zentren. Dort müssten internationale Flüchtlings- und Menschenrechte beachtet werden.

    • BudapestUngarns Parlament verabschiedet Gesetz zur Korruptionsbekämpfung

      In Ungarn hat das Parlament ein Gesetzespaket zur Korruptionsbekämpfung verabschiedet.

      Es soll den Weg für die Freigabe eingefrorener EU-Gelder in Milliardenhöhe ebnen. 142 Abgeordnete stimmten für das Vorhaben der neuen ungarischen Regierung von Ministerpräsident Magyar. 39 waren dagegen. Drei Abgeordnete enthielten sich. 

      Das Paket erweitert die Befugnisse der nationalen Antikorruptionsbehörde. Gemäß den neuen Vorschriften soll die Behörde Vermögensangaben prüfen. Politiker unterliegen künftig strengeren Vorschriften, wenn sie Erklärungen zum Vermögen abgeben. Zudem kann die Behörde vor Gericht die Fortsetzung von Ermittlungen zur Korruptionsbekämpfung beantragen und Vergabeverfahren aussetzen.

      Die EU hält derzeit Milliarden an EU-Förderungen für Ungarn zurück. Im Raum steht eine missbräuchliche Verwendung der Finanzmittel, aber auch Grundrechtsverstöße. Um eine Freigabe zu erreichen, muss die Regierung in Budapest Reformen durchsetzen.

    • Vor NATO-Gipfel in AnkaraBehörden nehmen über 200 mutmaßliche Extremisten fest

      In der türkischen Hauptstadt Ankara sind drei Wochen vor dem NATO-Treffen mehr als 200 mutmaßliche Extremisten festgenommen worden.

      Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, handelt es sich um 209 Personen, die im Verdacht stehen, Verbindungen zu verbotenen linksextremen Gruppen oder zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat zu haben. 32 weitere Verdächtige sind flüchtig. Zu den genannten Organisationen gehört unter anderem die sogenannte "Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front", die seit den 1980er Jahren wiederholt Angriffe in der Türkei verübt hat. Sie wird von Ankara, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

      Ankaras Gouverneursbüro hat ein Verbot aller Demonstrationen ab dem 28. Juni bis zum Ende des NATO-Gipfels angekündigt. Zu dem Treffen werden Staats- und Regierungschefs der 32 Mitgliedstaaten erwartet, darunter US-Präsident Trump.

    • Deutsches SchulbarometerLehrer fühlen sich durch Schüler-Verhalten zunehmend belastet

      Viele Lehrkräfte in Deutschland fühlen sich durch das Verhalten von Schülerinnen und Schülern zunehmend belastet. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Robert-Bosch-Stiftung.

      Laut den Daten des Deutschen Schulbarometers gaben rund 46 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer an, das Verhalten von Schülerinnen und Schülern sei inzwischen zur größten beruflichen Belastung geworden. Dieser Wert ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Robert-Bosch-Stiftung führt die Untersuchung seit 2019 durch.

      Lehrkräfte an Haupt-, Real-, Gesamt- und Berufsschulen nehmen dabei das Verhalten deutlich häufiger als belastend wahr als die Lehrkräfte anderer Schulformen. Als besonders gravierend genannt wurden psychische Probleme der Schüler, Aggressivität, fehlende Motivation und Lernwillen sowie Konzentrationsprobleme. Viele Lehrkräfte wünschen sich Fortbildungen, wie sie mit den Problemen umgehen können.

      Auf Platz zwei der größten Belastungen für Lehrkräfte stehen die teils großen Leistungsunterschiede zwischen den Schülern, gefolgt von hoher Arbeitsbelastung und Zeitmangel. Laut der Robert-Bosch-Stiftung sollten Lehrkräfte dringend mehr unterstützt werden durch Sozialarbeiter, Psychologen und IT-Fachleute. Für die aktuelle Ausgabe des Deutschen Schulbarometers wurden mehr als 1.500 Lehrkräfte von allgemeinbildenden und beruflichen Schulen befragt.

    • Auskunftei CreditreformZahl der Insolvenzen auf höchstem Stand seit 2013

      In der ersten Hälfte dieses Jahres haben so viele Unternehmen in Deutschland eine Insolvenz angemeldet wie seit 2013 nicht mehr.

      Nach Hochrechnungen der Auskunftei Creditreform waren bis zum Ende des ersten Halbjahres 12.900 Unternehmen betroffen. Das seien fast acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Stand seit den ersten sechs Monaten 2013. Auch bei den Privatpersonen stiegen die Insolvenzzahlen demnach weiter, um 2,3 Prozent auf 38.800 Fälle. 

      Die Zahlen offenbarten eine tiefe strukturelle Krise bei den Unternehmen, die durch den Konflikt im Nahen Osten noch mal verschärft worden sei, hieß es. Die Entwicklung werde sich erst wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft wieder wachse.

    • StatistikJeder Fünfte kann sich keine Woche Urlaub leisten

      Selbst eine kurze Urlaubsreise ist für viele Menschen in Deutschland unerschwinglich.

      Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lebte im vergangenen Jahr etwa ein Fünftel der Bevölkerung in Haushalten, die sich nach eigener Einschätzung keine einwöchige Reise leisten konnten. Das waren rund 17,3 Millionen Menschen. Der Anteil blieb im Vergleich zum Jahr 2024 unverändert.

      Besonders häufig betroffen sind Alleinlebende und Alleinerziehende.

      Im EU-Durchschnitt sind mit 28 Prozent der Bevölkerung noch deutlich mehr Menschen betroffen.

    • BundesverfassungsgerichtVerhandlung über Beschwerde gegen ausbleibende Erhöhung des Rundfunkbeitrags

      Vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat heute die Verhandlung über die nicht erfolgte Erhöhung des Rundfunkbeitrags begonnen.

      Anlass ist eine Beschwerde der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Die Bundesländer waren der Empfehlung des zuständigen Gremiums nicht gefolgt, den Beitrag um 58 Cent auf 18,94 Euro im Monat zu erhöhen. Stattdessen hatten die Ministerpräsidenten beschlossen, ihn für die Jahre 2025 und 2026 bei 18,36 Euro zu belassen. Die Sender sehen darin ihr Grundrecht auf Rundfunkfreiheit verletzt. Aus ihrer Sicht geht es auch um die Frage, wie eng die Länder an die Empfehlungen des Gremiums gebunden sind.

      Gerichtspräsident Harbarth sagte zu Beginn der Verhandlung, die Freiheit der Berichterstattung durch den öffentlich-rechtlichen ​Rundfunk sei konstituierend für die demokratische Grundordnung. Deshalb sei auch eine bedarfsgerechte Finanzierung nötig. Ein Urteil dürfte es erst in einigen Monaten geben.

    • Nach Verhandlungen in der SchweizIran will Verwaltung der Straße von Hormus übernehmen

      Nach den Gesprächen mit den USA in der Schweiz hat der Iran erklärt, er werde künftig die Straße von Hormus verwalten. Das werde im Einklang mit dem Völkerrecht geschehen, sagte der iranische Chefunterhändler Ghalibaf der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

      Zudem bestätigte Ghalibaf, dass mit den USA vereinbart worden sei, einen Kommunikationskanal für die Straße von Hormus einzurichten, um eine sichere Schifffahrt durch die Meerenge zu ermöglichen. Bei den Verhandlungen im schweizerischen Bürgenstock verständigten sich die beiden Kriegsparteien auf einen Fahrplan für ein Friedensabkommen, das binnen 60 Tagen geschlossen werden soll. 

      Rubio besucht Golfstaaten

      US-Außenminister Rubio reist ab heute für drei Tage in die Golfregion. Geplant sind Besuche in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Bahrain. Rubio will nach Angaben seines Sprechers das vorläufige Abkommen mit dem Iran sowie die Bemühungen um einen freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erläutern.

      Nach Einschätzung von Beobachtern in Washington soll mit der Reise um neues Vertrauen bei den Golfpartnern geworben werden. Mehrere Länder der Region waren infolge der amerikanisch-israelischen Luftangriffe auf den Iran zum Ziel iranischer Attacken geworden.

    • Ukraine-KriegOffenbar erneut Ölterminal auf der Krim attackiert

      Die Ukraine hat Medienberichten zufolge erneut russische Energie-Infrastruktur angegriffen.

      Getroffen worden seien ein Ölterminal und ein Öldepot nahe der Großstadt Kertsch im Osten der Krim. Außerdem sei der Hafen Kawkas im Gebiet Krasnodar unter Beschuss genommen worden. Offiziell gibt es bislang keine Bestätigung für die Angriffe. Das russische Verteidigungsministerium meldete lediglich den Abschuss von insgesamt 143 ukrainischen Drohnen. In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen Explosionen und dunkle Rauchwolken.

      Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten zur Abwehr der russischen Invasion vermehrt Objekte der Ölindustrie attackiert. Vor allem die Bewohner der von Russland annektierten Krim spüren die Folgen deutlich. Seit Tagen können Privatpersonen auf der Halbinsel wegen Benzinmangels nicht mehr tanken.

    • VersorgungskriseMexikos Präsidentin will Öllieferungen nach Kuba wieder aufnehmen

      Mexikos Präsidentin Sheinbaum hat angekündigt, die Öllieferungen nach Kuba wieder aufzunehmen.

      Das Öl solle künftig über private Unternehmen geliefert werden und nicht mehr über staatliche Firmen wie in der Vergangenheit. Dabei würden kubanische Unternehmen eingebunden, wie Sheinbaum erklärte, ohne Details zu nennen.

      Mexiko hatte seine Lieferungen an Kuba aufgrund von wirtschaftlichem und politischem Druck aus den USA gestoppt.

      Auf Kuba herrscht aufgrund von Kraftstoffmangel eine Versorgungskrise. Es gibt häufige Stromausfälle, reduzierte Arbeitszeiten, Wassermangel, verschobene Operationen und verdorbene Lebensmittel.

    • WirtschaftAbsatz von Elektroautos in EU steigt deutlich

      Jeder fünfte Neuwagen in der Europäischen Union ist nach Angaben des Branchenverbandes ‌ACEA inzwischen ein ⁠Elektroauto.

      Insgesamt seien ⁠im Mai 200.000 dieser Fahrzeuge erstmals zugelassen worden, das seien 43 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Auch Hybridautos verkauften sich stärker.

      Der Verband führte das auf staatliche Kaufprogramme zurück. Zusätzlich dürften aber auch die hohen Kraftstoffpreise infolge des Iran-Kriegs eine Rolle spielen.

      Insgesamt wurden im Mai 3,2 ⁠Prozent mehr Autos neu zugelassen. Der Absatz reiner Verbrennerfahrzeuge sank dabei um rund ein Fünftel.

    • Bundeswehr-BeschaffungenHaushaltspolitiker warnen vor überteuerten Rüstungsgeschäften

      Haushaltspolitiker des Bundestags warnen angesichts des stark gestiegenen Verteidigungsetats vor überhöhten ‌Preisen der Rüstungsindustrie.

      Es gebe in ⁠diesem Bereich eine starke Tendenz zu Aufschlägen, sagte der SPD-Berichterstatter für den Wehretat, Schwarz, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch der Grünen-Haushaltspolitiker Schäfer kritisierte die Kosten für militärische Beschaffungsvorhaben im internationalen Vergleich teils als unangemessen hoch. Als Beispiel ⁠nannten ⁠beide Politiker Tankcontainer ⁠für die Bundeswehr, bei denen nicht nachvollziehbar sei, wo die ⁠gravierenden Mehrkosten entstanden seien. Um den Wettbewerb zu stärken, sprachen sich ​Schwarz und Schäfer dafür aus, auch Start-ups und neue Akteure stärker bei ‌der Beschaffung einzubinden.

      Der ‌Wehretat umfasst in diesem ⁠Jahr rund 108 Milliarden Euro.

    • BMF-MonatsberichtDeutliches Steuerplus im Mai

      Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im Mai deutlich gestiegen.

      Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es ein Plus von 8,2 Prozent auf knapp 68 Milliarden Euro, wie aus dem jüngsten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Demnach gab es einen spürbaren Zuwachs beim Aufkommen ⁠aus der Lohnsteuer, ebenso bei ⁠der Abgeltungssteuer auf Kapital- ⁠und Veräußerungserträge. Auch ‌die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer hätten deutlich zugelegt. Zurückgegangen hingegen seien die ​Einnahmen aus der Kfz-Steuer und der ‌Tabaksteuer. Damit stieg die Gesamt-Summe der Steuereinnahmen in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres auf nunmehr 353 Milliarden Euro, was einem Plus von gut einem Prozent entspricht.

      Die ökonomische Lage wird vom Bundesfinanzministerium als moderat dynamisch und damit weiterhin zurückhaltend bewertet.

    • OstseeForscher finden zufällig die Wracks zweier historischer Schiffe

      Bei einem Routine-Tauchgang in der Ostsee hat ein Forscherteam zufällig die Überreste von zwei vor über 300 Jahren gesunkenen Schiffen entdeckt. Die beiden schwedischen Kriegsschiffe wurden damals offenbar von Eisschollen zerdrückt.

      Die Fundstelle befindet sich zwischen Rüden und Usedom. Ein internationales Forscherteam unter der Federführung des Wrackmuseums Vrak in Stockholm wollte dort eigentlich die Reste von anderen, bekannten Schiffwracks begutachten. Diese wurden vor ebenfalls gut 300 Jahren absichtlich dort versenkt.

      Dabei fanden die Forscherinnen und Forscher dann die Überreste der im Jahr 1714 zerdrückten Kriegsschiffe. Laut dem Mecklenburger Landesamt für Kultur und Denkmalpflege liegen die Überreste auf dem Meeresgrund verteilt über eine Länge von etwa 200 Metern. Masten, Ruder und Segel seien gut erhalten. Weil keine menschlichen Knochen gefunden wurden, konnten sich die Besatzungen vermutlich retten.

    • KulturJapans Kulturbehörde will Manga international stärker vermarkten

      Die japanische Regierung hat angekündigt, Produkte der Manga-Kultur stärker zu vermarkten und gleichzeitig besser zu schützen. Die Kulturbehörde hat dazu gemeinsam mit Verlagen, Übersetzern und Vertriebsunternehmen ein Konsortium gegründet.

      Nach Angaben des Online-Magazins Sumikai ist der Schaden durch illegale Manga-Produkte außerhalb Japans enorm. Er soll jährlich bei rund 15 Milliarden Euro liegen. Der legale Umsatz beläuft sich dagegen auf nur etwa vier Milliarden Euro. Die Kulturbehörde und ihre Partner wollen künftig neue Manga zeitnah für internationale Märkte verfügbar machen, etwa durch schnellere und hochwertige Übersetzungen.

      Derzeit erscheinen Manga oft erst mit großer Verzögerung im Ausland. Dem Bericht zufolge liegt das unter anderem daran, dass Verlage sehr unterschiedliche gesetzliche Vorgaben zu Barrierefreiheit oder zu sexuellen Darstellungen beachten müssen. Manga spielen eine Schlüsselrolle für die japanische Unterhaltungsbranche. Viele erfolgreiche Anime-Serien, Filme und Videospiele basieren auf Manga-Vorlagen.

    • WetterAm Mittwoch heiter bis sonnig mit Hitzegewittern

      Das Wetter: In der Nacht gering bewölkt bis klar, nachlassende Schauer. 21 bis 10 Grad.

      Am Tag heiter bis sonnig. Einzelne Hitzegewitter vor allem über dem Bergland. 27 bis 39 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Donnerstag verbreitet sonnig. Im süddeutschen Bergland erneut Gewitter möglich, lokal auch unwetterartig bei 27 bis 40 Grad.

  • Montag, 22.06.2026

    • Iran - USAIran zeigt sich laut US-Vizepräsident für den Besuch von Atom-Inspekteuren bereit - keine Bestätigung aus Teheran

      Der Iran ist nach den Worten von US-Vizepräsident Vance grundsätzlich bereit, wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Behörde in das Land zu lassen. Dies sei der erste Schritt zu einer endgültigen Beendigung des Atomwaffenprogramms im Iran, sagte Vance nach dem Ende der ersten Verhandlungsrunde in der Schweiz. Er zog eine positive Bilanz.

      Der Iran äußerte sich zurückhaltender zu dem Thema. Das iranische Außenministerium in Teheran teilte mit, bei den Gesprächen in der Schweiz habe eine kurze Debatte über die Atomfrage stattgefunden. Über die von Vance verkündete Zustimmung zur Einladung an IAEA-Inspektoren verlautete zunächst nichts. 

      Vance: Solide Grundlage für endgültige Vereinbarung

      Vance will in die USA zurückkehren. Die Verhandlungen mit dem Iran gingen auf technischer Ebene weiter, sagte er. Nach seinen Angaben wurde ein Prozedere vereinbart, damit die Straße von Hormus, durch die Öl und Dünger aus den Anliegerstaaten auf den Weltmarkt transportiert wird, geöffnet bleibt. Der Iran hatte sie nach Beginn der Angriffe der USA und Israels geschlossen.

      Ebenso vereinbart worden sei ein Mechanismus, um Verstöße gegen die im Rahmenabkommen vereinbarte Waffenrufe auch im Libanon direkt zu besprechen, um eine neue Eskalation zu verhindern.

      "Wir haben eine sehr solide Grundlage für den Abschluss einer erfolgreichen endgültigen Vereinbarung geschaffen", sagte Vance. Dennoch liege noch viel Arbeit vor den Verhandlern. Im Rahmenabkommen steht die Absicht, die endgültige Vereinbarung möglichst innerhalb von 60 Tagen zu erreichen.

      US-Bauern reicher machen

      Über die im Rahmenabkommen erwähnten iranischen Vermögenswerte sagte Vance, die USA und Katar behielten die Aufsicht darüber, was wann ausgezahlt werde. Mit dem Geld würden Sojabohnen, Mais und Weizen aus den USA gekauft. "Sollten die iranischen Vermögenswerte jemals freigegeben werden, werden sie dazu dienen, die amerikanischen Landwirte reicher zu machen und das iranische Volk zu ernähren", sagte Vance.

    • Iran - USAUS-Außenminister Rubio reist in die Golfstaaten

      Vor dem Hintergrund der Iran-Gespräche reist US-Außenminister Rubio ab morgen in drei Golfstaaten.

      Rubio werde ab Dienstag die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain besuchen, erklärte sein Sprecher in Washington. Bis Donnerstag werde der Außenminister das Rahmenabkommen mit dem Iran erläutern sowie die Bemühungen um einen freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus.

      Nach Einschätzung von Beobachtern in Washington will Rubio mit seiner Reise um neues Vertrauen bei den Golfpartnern werben. Nach Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran Ende Februar waren mehrere Länder der Region zur Zielscheibe iranischer Luftangriffe geworden.

      In der Schweiz war zuvor die erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran über das Rahmenabkommen beendet worden. Die Verhandlungen gehen nun auf Arbeitsebene weiter. Ziel ist es demnach, innerhalb von 60 Tagen ein finales Abkommen zu erreichen.

    • StellungnahmeBritischer Premier Starmer kündigt Rücktritt an - Burnham will Nachfolger werden

      Der voraussichtliche Nachfolger des scheidenden britischen Premierministers Starmer, Burnham, ist als Abgeordneter für das britische Unterhaus vereidigt worden. Zuvor hatte der bisherige Bürgermeister von Manchester seine Kandidatur als Vorsitzender der regierenden Labour-Partei angekündigt. Damit wäre automatisch auch das Amt des Regierungschefs verbunden.

      Am Vormittag hatte Starmer seinen Rücktritt als Premierminister und Parteivorsitzender angekündigt. Er habe vor zwei Jahren den Vorsitz der am Boden liegenden Labour-Partei übernommen und sie zum Besseren verändert, sagte der 63-Jährige in einer Ansprache vor dem Regierungssitz in London. Nun werde er alles in seiner Macht Stehende tun, um einen geordneten Wechsel zu gewährleisten und seinen Nachfolger unterstützen. Es wird damit gerechnet, dass dieser seine Ämter im September antreten kann.

      International wurde Starmer vor allem wegen seines Engagements bei der Unterstützung der Ukraine gewürdigt. Der ukrainische Präsident Selenskyj erklärte, Starmers Entscheidungen hätten zum Schutz seines Landes und ganz Europas beigetragen.

      Neuer Premier wohl im September

      Starmer will bis zur Wahl seines Nachfolgers Regierungschef bleiben. Das Verfahren zur Wahl eines neuen Vorsitzenden der Labour-Partei werde im Juli gestartet. Sein Nachfolger könnte den Labour-Vorsitz und das damit verknüpfte Amt des Premierministers dann voraussichtlich im September antreten. Der Nachfolger wird der siebte britische Regierungschef binnen zehn Jahren.

      Starmer hatte das Amt ‌des Premierministers nach dem Wahlsieg seiner sozialdemokratischen Labour-Partei im Juli 2024 übernommen. Nach schweren Verlusten bei den Kommunalwahlen ​im Mai und dem Rücktritt führender Kabinettsmitglieder aus Protest gegen seinen ​Führungsstil war der Druck zuletzt massiv ‌gestiegen.

      Weiter verschärft hatte sich die Lage für Starmer am Freitag, als sein parteiinterner Rivale Burnham einen Sitz im Parlament gewann, ‌was ‌diesem eine formale Kandidatur für den ​Parteivorsitz ermöglicht. Burnham hätte Starmer Berichten zufolge in eine Führungswahl gezwungen, wäre der Premier zu einer anderen Entscheidung gekommen. 

      Farage fordert Neuwahlen

      Der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Farage, forderte nach Starmers Rücktritt Neuwahlen. Es brauche radikale Veränderungen in Großbritannien, erklärte Farage. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen lobte Starmer hingegen als herausragenden Staatsmann. Er habe viel für die Sicherheit Europas und der Ukraine getan.

      In Deutschland wurde der Rücktritt zurückhaltend aufgenommen. "Die Bundesregierung hat in Keir Starmer immer ‌einen verlässlichen und engen Partner gehabt in außenpolitischen und gerade die Ukraine ⁠betreffenden Fragen", sagte Regierungssprecher Kornelius. Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Ahmetovic, sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Für Labour bleiben nicht ‌mehr viele Chancen, diese Entscheidung muss daher ⁠sitzen." Eine stabile britische Regierung liege im ​deutschen und europäischen Interesse.

    • Starmers RücktrittDaran ist der Premier gescheitert

      Nach etwa zwei Jahren ist Schluss für Keir Starmer in der Downing Street. Der 63-Jährige kündigte seinen Rücktritt an - ein Schritt, der sich lange abgezeichnet hatte. Der britische Premierminister hat seit seinem triumphalen Wahlsieg am 5. Juli 2024 etliche Krisen durchlebt - an vielen hatte er selbst großen Anteil. Seit Monaten wuchs der Druck stetig.

      Der politische Schlingerkurs 

      Bei seinem Antritt hat Starmer angekündigt, nach Jahren des Chaos unter den Konservativen wieder mehr Seriosität in den Politikbetrieb zu bringen. Er wollte Sozialreformen anstoßen, das Land wieder näher an Europa führen und das marode Gesundheitssystem sanieren. Doch er konnte nur wenige seiner Versprechen halten und eine große Vision für das oft als "broken Britain" (kaputtes Großbritannien) bezeichnete Land ließ er vermissen.

      Etliche Reformprojekte musste Starmer wieder zurücknehmen, unter anderem die Kürzung staatlicher Zuschüsse zu den Heizkosten für ältere Menschen. Jedes Mal war es der Widerstand in den eigenen Reihen, der ihm ein Bein stellte. Sein zögerliches Vorgehen um den Verteidigungsetat kostete ihn mit John Healey zuletzt sogar seinen Verteidigungsminister.

      Seine große letzte Ankündigung - das Social-Media-Aus für unter 16-Jährige - konnte das Ruder auch nicht mehr rumreißen.

      Der verlorene Superwahltag

      Dass die Stimmung zu Ungunsten Starmers kippte, zeichnete sich schon länger ab. Spätestens die schwere Niederlage der Sozialdemokraten von Labour bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales im Mai galt als Wendepunkt.

      Als großer Sieger gingen die Rechtspopulisten um Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage und seine Partei Reform UK hervor, die in allen Landesteilen ordentlich zulegten. Damals versicherte Starmer noch, er werde seine Zweifler überzeugen. Doch in den Wochen danach kehrten ihm mehrere Minister den Rücken und der Rückhalt innerhalb der Partei schrumpfte.

      Der Umgang mit den Rechtspopulisten

      Von Anfang an hatte der Premier Probleme mit dem Aufstieg von Reform UK. Das Thema Brexit fasste er gar nicht erst an, obwohl die Mehrheit der Briten den EU-Austritt inzwischen skeptisch sieht. 

      Stattdessen versuchte Starmer verzweifelt, die traditionellen Labour-Anhänger aus der Arbeiterschaft mit harten Botschaften zum Thema Einwanderung zurückzugewinnen. Dass er damit moderate Wähler verprellte, merkte er viel zu spät. Etwa als er in einer Rede davor warnte, Großbritannien könne eine "Insel der Fremden" werden - und damit einen Aufschrei auslöste. 

      Der Fall Peter Mandelson

      Zu einem der größten Fallstricke für Starmer wurde seine Entscheidung, den Parteiveteranen und früheren Wirtschaftsminister Peter Mandelson zum Botschafter in den USA zu machen. Anfangs der skandalumwitterte Politiker noch als kluge Wahl, um mit dem wankelmütigen US-Präsidenten Trump umzugehen. Doch bald wurde Mandelson, der einst eng mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befreundet war, zur schweren Hypothek. Die Mandelson-Affäre endete auch nicht mit dessen Rauswurf, sondern haftete Starmer bis zuletzt an. 

      Der Außenpolitiker ohne Autorität

      Immer wieder versuchte Starmer, sich als Vorreiter in europäischen Sicherheitsfragen zu positionieren. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Macron rief er die Unterstützer der Ukraine im Krieg gegen Russland in der sogenannten Koalition der Willigen zusammen. Ein ähnlicher Verbund wurde für die Sicherung der Straße von Hormus nach einem Ende des Iran-Kriegs etabliert, jeweils auch mit deutscher Beteiligung.

      Trotz Schmeicheleien und der historischen Einladung zu einem zweiten Staatsbesuch konnte Starmer das anfänglich gute Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump nicht bewahren. Als Großbritannien zögerlich war mit der Erlaubnis, Stützpunkte auf eigenem Gebiet für den amerikanisch-israelischen Krieg im Iran zur Verfügung zu stellen, kippte die Stimmung.

      Der große Rivale

      Seit Monaten waren die Beliebtheitswerte von Starmer im Keller. Eine Person bildete dabei jedoch die Ausnahme: Manchesters Bürgermeister Andy Burnham. Der sogenannte "König des Nordens", der nun aller Voraussicht nach neuer Partei- und Regierungschef wird, gilt als derzeit beliebtester Labour-Politiker im Land.

      Als Bürgermeister von Manchester hat sich der 56-Jährige den Ruf eines Machers erworben - einer, der die normalen Menschen versteht, weil er selbst einer ist. Im Gegensatz zu Starmer gilt Burnham als charismatisch. 

      Vor knapp zehn Jahren kehrte Burnham nach einem gescheiterten Versuch, an die Parteispitze zu gelangen, London den Rücken und schickte sich an, den wirtschaftlich abgehängten Norden des Landes zu stärken. In Manchester hatte er durchaus Erfolg. Durch den Sieg bei der Nachwahl im Bezirk Makerfield gelang nun die Rückkehr in die Hauptstadt - und mit Starmers Rücktritt die Chance, ihn zu beerben.

    • Nach voraussichtlichem WahlsiegTrump gratuliert kolumbianischem Wahlsieger de la Espriella

      US-Präsident Trump hat dem Sieger der Präsidentenwahl in Kolumbien, de la Espriella, gratuliert.

      Er könne es kaum erwarten, mit ihm zusammenzuarbeiten, um eine starke Beziehung zwischen Kolumbien und den Vereinigten Staaten aufzubauen, schrieb Trump auf seinem Kurznachrichtendienst. Der rechtsgerichtete Anwalt und Politikneuling de la Espriella hatte sich nach vorläufigen Ergebnissen in der Stichwahl mit 49,7 zu 48,7 Prozent knapp gegen den linksgerichteten Senator Cepeda durchgesetzt. De la Espriella ist bekennender Trump-Fan. Diese hatte ihn im Wahlkampf offen unterstützt.

      Kolumbien steht damit nach einer bislang linksgerichteten Regierung ein deutlicher Rechtsruck bevor. Cepeda räumte seine Niederlage inzwischen ein und rief seine Anhänger zur Ruhe auf. Nach der Wahl war es zu teilweise gewaltsamen Protesten gekommen.

    • BundeswehrPistorius will notfalls Soldaten für Litauen verpflichten

      Verteidigungsminister Pistorius sieht den Aufbau der Bundeswehr-Brigade im Nato-Partnerland Litauen auf einem guten Weg. Alles scheine planmäßig zu verlaufen, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch in Vilnius. Zugleich räumte Pistorius bei seinem Besuch der ersten Übung der Panzerbrigade 45 ein, dass voraussichtlich nicht alle 4.800 Soldaten freiwillig rekrutiert werden können.

      Im Zweifel könnte eine Verpflichtung ausgesprochen werden müssen. Die Einsatzbereitschaft habe höchste Priorität, betonte Pistorius mehrfach. Die Stationierung der Panzerbrigade in Litauen wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt. Sie gilt als zentrales Element zur Stärkung der Nato-Ostflanke und soll zur Abschreckung und Verteidigung des Bündnisgebiets beitragen.

      Die Truppe soll bis 2027 mit einer Gesamtstärke von rund 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern als Kampfverband voll einsatzfähig sein. Bislang sind rund 1.800 Angehörige der Bundeswehr in Litauen stationiert.

      Pistorius: Setzen weiter auf Freiwilligkeit

      Engpässe gebe es gelegentlich etwa bei Fachkräften im IT- und Logistikbereich, aber auch anderen Bereichen. Man setzte weiterhin auf Freiwilligkeit und bemühe sich, den Familienangehörigen bestmögliche Bedingungen zu bieten, sagte Pistorius.

      Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Freuding, verwies darauf, dass eine Armee nicht nur durch freiwilligen Dienst funktioniere und Soldaten daran gewöhnt seien. Man werde sicherstellen, dass sie ihre Mission zur richtigen Zeit am richtigen Ort erhalten. "Und wir werden Ende 2027 einsatzbereit sein. Punkt", sagte Freuding. Darauf könne sich Litauen verlassen.

    • HitzewelleRekordtemperaturen im Westen Europas halten an

      Bei der anhaltenden Hitzewelle im Westen Europas wurden vielerorts Rekordtemperaturen von über 40 Grad gemeldet.

      Frankreich verzeichnete die höchste Durchschnittstemperatur, die je im Monat Juni gemessen wurde. Der landesweite Mittelwert aus Tages- und Nachttemperaturen lag bei 29,2 Grad, wie der nationale Wetterdienst France-Météo mitteilte. In mehreren Städten gab es tagsüber neue Temperaturrekorde, in Bordeaux stieg das Thermometer auf 41,9 Grad. Die Behörden riefen für mehr als die Hälfte der Départements die höchste Hitzewarnstufe Rot aus. Landesweit wurden Schulen geschlossen und Zugverbindungen gestrichen.

      Auch in Belgien fielen wegen der Hitze Züge aus. In den Niederlanden rechnen die Behörden in den kommenden Tagen mit für das Land ungewöhnlich hohen Temperaturen von 37 Grad. In Großbritannien gilt zur Wochenmitte in weiten Teilen Englands die höchste Warnstufe. Für London wird mit Spitzenwerten von bis zu 40 Grad gerechnet. Auch der spanische Wetterdienst warnte "vor extrem hohen" Temperaturen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, die Fenster geschlossen zu halten. Auch in Deutschland halten die hohen Temperaturen an, vielerorts gelten Hitzewarnungen.

    • TankrabattDieselpreis unter Vorkriegswert gefallen

      Kurz vor seinem Ende sorgt der Tankrabatt dafür, dass die Dieselpreise aussehen wie vor Beginn des Iran-Krieges. Der bundesweite Tagesdurchschnittspreis am Freitag, Samstag und Sonntag lag für den Kraftstoff knapp unterhalb des Wertes vom 27. Februar, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. 

      Der billigste Tag war dabei der Freitag mit 1,733 Euro pro Liter Diesel, das waren 1,3 Cent weniger als am letzten Tag vor dem Krieg. Am Sonntag waren es immerhin noch 0,8 Cent bei einem Literpreis von 1,738 Euro. 
      Am Montag sanken die Preise zunächst weiter.

      Die Entspannung geht vor allem darauf zurück, dass Öl deutlich günstiger ist als noch Anfang Juni. Hintergrund sind erste Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran für ein Abkommen zur Beilegung des Kriegs. Die Blockade der Straße von Hormus hatte den Ölpreis im März zeitweise über 120 Dollar je Barrel getrieben.

      Zudem spielt auch der Tankrabatt eine wichtige Rolle. Er senkt die Steuern pro Liter um 16,7 Cent. Ohne ihn wären Benzin und Diesel deutlich teurer als vor Kriegsbeginn. Der Steuerrabatt läuft Ende des Monats aus.

    • Nukleare EntsorgungBetreiber stellt Antrag: Gorleben soll weitere 20 Jahre als Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll dienen

      Die 113 Castor-Behälter mit hoch radioaktiven Atommüll könnten länger als gedacht im oberirdischen Zwischenlager Gorleben verbleiben.

      Die Gesellschaft für Zwischenlagerung kündigte an, Ende des Monats einen Antrag auf Verlängerung um weitere 20 Jahre beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung zu stellen. Die aktuelle Genehmigung für den Standort im Wendland war auf 40 Jahre befristet und endet 2034. Ein Standort für ein Endlager dürfte aber erst Mitte dieses Jahrhunderts feststehen.

      Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg sieht in dem Genehmigungsantrag für Gorleben eine Blaupause für alle weiteren Atommülllager. Sie kündigte für morgen in Berlin Proteste an.

    • JustizHaftstrafen für Verkauf von gefälschten Impfpässen während Coronapandemie

      Wegen des Verkaufs gefälschter Impfpässe in der Coronapandemie hat das Landgericht Kassel zwei Männer zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt.

      Sie seien unter anderem wegen der Beihilfe zur Urkundenfälschung schuldig gesprochen worden, teilte das Gericht mit. Laut der Anklage haben die beiden Männer im Jahr 2021 mindestens 7000 Impfpässe mit gefälschten Nachweisen über Impfungen gegen das Corona-Virus verkauft.

      Für die Fälschungen verwendeten sie Nachbildungen der Stempel von Impfzentren. Die mit den falschen Schutzimpfungen vorausgefüllten Pässe boten sie dann für 50 bis 60 Euro zum Verkauf an.

    • LinkePantisano bittet für Äußerung über die CDU um Entschuldigung

      Der neue Linken-Chef Pantisano hat für seine Aussagen über eine angeblich "faschistische Politik" der CDU um Entschuldigung gebeten. Das sei verkürzt und falsch gewesen, sagte er. Die Unterscheidung zwischen politischen Gegnern innerhalb des demokratischen Spektrums und denen, die die Demokratie abschaffen wollten, dürfe man nicht verwischen.

      Pantisano ergänzte: "Meine grundlegende Kritik am Rechtskurs der Union, der aus meiner Sicht auf dem Rücken vieler Menschen im Land ausgetragen wird, bleibt davon unberührt." Ebenso bleibe seine Sorge über ein mögliches weiteres politisches Zusammenrücken von CDU und AfD bestehen. "Diese Entwicklung bereitet mir große Sorgen."

      Linnemann lehnt Pantisano-Entschuldigung ab

      CDU-Generalsekretär Linnemann lehnt die Entschuldigung Pantisanos ab. "Von 'verkürzt' zu sprechen, ist eine Unverschämtheit", sagte Linnemann der Bild-Zeitung. Er fügte hinzu: "Die Aussage von Herrn Pantisano war glasklar. Jetzt versucht er sich rauszuwinden. Linnemann verlangte von der Linken, sich zu distanzieren.

      CSU-Generalsekretär Huber und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther forderten Pantisano zum Rücktritt auf. Auch in der Linken selbst gab es Irritationen.

    • Tag der IndustrieBundesfinanzminister Klingbeil nennt Reformvorschläge der Rentenkommission eine "gute Grundlage"

      Bundesfinanzminister Klingbeil hat die Reformvorschläge der Rentenkommission als eine ‌gute ⁠Arbeitsgrundlage für die Koalition gewürdigt.

      Diese hätten eine unfassbare Tragweite, sagte der SPD-Politiker auf dem Tag der Industrie in Berlin. Dass damit eine Debatte ausgelöst ‌werde, müsse man aushalten. Es liege nun in der Verantwortung der Koalition, Entscheidungen zu treffen.

      Die Vorschläge des Beratungsgremiums waren am Wochenende bekannt geworden und auf viel Kritik, aber auch auf Zustimmung gestoßen. Sie sollen morgen offiziell vorgestellt werden. Den Berichten zufolge soll unter anderem mit der Einführung einer Kapitalrente das künftige Rentenniveau auf 50 Prozent steigen.

      Arbeitgeberpräsident Dulger kritisierte, dieses Vorhaben würde zu jährlichen Mehrbelastungen in Höhe von 40 Milliarden Euro führen. Er sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Zusatzbeitrag von zwei Prozentpunkten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer würde für weniger Netto vom Brutto sorgen und Arbeit unattraktiver machen.

    • SozialpolitikArbeitgeber kritisieren Empfehlung für staatliche Kapitalrente - Kosten von 40 Milliarden Euro pro Jahr

      ⁠Die von der Rentenkommission empfohlene staatliche Kapitalrente führt nach Berechnungen der Arbeitgeber zu jährlichen Mehrbelastungen in Höhe von 40 Milliarden Euro.

      Arbeitgeberpräsident Dulger sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Zusatzbeitrag von zwei Prozentpunkten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer würde für weniger Netto vom Brutto sorgen und Arbeit unattraktiver machen. Unter anderem die Grünen bewerteten die Ideen zur Kapitaldeckung positiv. Fraktionschefin Haßelmann sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Stärkung dieser Säule der Rente sei richtig und notwendig.

      Berichten zufolge soll mit der Einführung einer Kapitalrente das künftige Rentenniveau auf 50 Prozent steigen. Ein Teil der Beiträge soll am Aktienmarkt angelegt werden. Als Vorbild dient das Modell in Schweden.

      Die Rentenkommission will morgen ihre Vorschläge offiziell präsentieren.

    • New YorkZweitägiger Aids-Gipfel der UNO - Guterres: Epidemie ist nicht vorbei

      UNO-Generalsekretär Guterres hat die Welt aufgerufen, im Kampf gegen HIV und Aids nicht nachzulassen.

      Die Aids-Epidemie sei nicht vorbei, sagte Guterres in New York. Auf einem Aids-Gipfel der Vereinten Nationen betonte der Generalsekretär, dass 2024 rund 630.000 Menschen im Zusammenhang mit der Immunschwächekrankheit gestorben seien. Rund 1,3 Millionen hätten sich neu mit HIV infiziert. Zudem seien 9,2 Millionen Menschen, vor allem in armen Ländern, von einer Therapie mit lebensverlängernden Medikamenten abgeschnitten. Die Kürzungen der internationalen Finanzmittel wirken sich laut Guterres unmittelbar auf die Präventionsmaßnahmen gegen die Krankheit aus.

      Auf dem zweitägigen Aids-Gipfel der Vereinten Nationen sollen die Länder eine politische Erklärung verabschieden, in der sie ihren Willen zu einem weiteren Kampf gegen Aids bekunden.

    • Grooming und KI-DeepfakesEU einigt sich auf neue Straftatbestände bei Kindesmissbrauch

      In der EU soll das Strafrecht bei Fällen sexualisierter Gewalt gegen Kinder verschärft werden.

      Unterhändler des Europäischen Parlaments und der Mitgliedsstaaten verständigten sich über die Details des Vorhabens, wie der Europäische Rat in Brüssel mitteilte.
      Mit den Änderungen soll vor allem den technologischen Entwicklungen und deren Nutzung für den Missbrauch von Kindern stärker Rechnung getragen werden. So wird das sogenannte "Grooming" - also die Anbahnung von Übergriffen über Onlinedienste - als neue Straftat aufgenommen. Auch soll es künftig unter Strafe stehen, für Livestreams zu zahlen, in denen sexualisierte Gewalt gegen Kinder gezeigt wird. Darüber hinaus wird der Zeitraum verlängert, in dem solche Straftaten verfolgt werden können, und der Strafrahmen für bestimmte Delikte wird erhöht.

      Damit die Änderungen in den Mitgliedsstaaten Anwendung finden, ist noch deren formale Zustimmung sowie jene des EU-Parlaments nötig.

    • Mobbing und KonflikteUntersuchung verzeichnet mehr Gewalt an Berliner Schulen

      An vielen Berliner Schulen gehören Gewalt und Mobbing inzwischen zum Alltag. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die Berlins Bildungssenatorin Günther-Wünsch vorgestellt hat. Die Daten seien ein deutliches Warnsignal, sagte die CDU-Politikerin. 

      Mehr als die Hälfte der befragten Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiter bewerte Gewalt und Konflikte an der eigenen Schule als großes oder sehr großes Problem, heißt es im Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer. Fast zwei Drittel berichteten von einer Zunahme der Gewalt in den vergangenen Jahren vor allem im digitalen Bereich. Auch religiöser Konformitätsdruck werde stärker wahrgenommen. Viele dieser Entwicklungen seien bereits an Grundschulen sichtbar. Die Ergebnisse decken sich mit den Angaben der befragten Schülerinnen und Schüler. Diese berichteten von einem breiten Spektrum an Gewalterlebnissen - von Beleidigungen bis hin zu Schlägen.

      Berlin ist das erste Bundesland, das eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung zu dem Themenfeld vorgelegt hat. Insgesamt wurden mehr als 14.000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 2.500 Lehrkräfte befragt.

    • Bundesweiter AktionstagKommunen warnen vor weiteren Einsparungen - "Kassen sind leer"

      Die Kommunen haben Bund und Länder vor weiteren Einsparungen zu ihren Lasten gewarnt. So seien die Krankenhausreform und die geplanten Änderungen bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung untragbare Mehrbelastungen, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme des Deutschen Städtetags, des Deutschen Landkreistags sowie des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.

      Sämtliche finanzielle Reserven seien aufgebraucht. Landkreistags-Präsident Brötel sagte in Berlin, laut der jüngsten Finanzplanung erwarteten die Kommunen für das laufende, das nächste und das übernächste Jahr jeweils Defizite von fast 30 Milliarden Euro. Anlass der Äußerungen ist ein heutiger gemeinsamer Aktionstag der drei Verbände mit dem Titel "Kommunen am Limit".

      Bundeskanzler Merz kündigte an, die Sozialprogramme für den Unterhaltsvorschuss, die Jugendhilfe und die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung zu überprüfen.

    • Kooperation mit AfghanistanDeutschland lässt mehr diplomatische Vertreter der Taliban-Regierung einreisen - Hilfe bei Abschiebungen

      Die Bundesregierung will mehr diplomatische Vertreter der international nicht anerkannten Taliban-Regierung Afghanistans nach Deutschland einreisen lassen.

      Dabei handle es sich um bis zu vier zusätzliche Konsularbeamte, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Die personelle Verstärkung sei notwendig, um mehr afghanische Straftäter in ihre Heimat abschieben zu können. Dafür brauche es die Mitarbeit afghanischer Beamter, etwa beim Ausstellen von Pässen und der Überprüfung von Identitäten, erklärte der Sprecher.

      Das Bundesinnenministerium hatte gestern angekündigt, die Abschiebungen nach Afghanistan auszuweiten. Künftig seien dafür bis zu drei Charterflüge pro Monat möglich. Dies sei das Ergebnis von Verhandlungen auf technischer Ebene mit Vertretern der Taliban-Führung, hieß es.

      Auch Deutschland erkennt die Regierung der radikal-islamischen Taliban nicht an. Allerdings unterhält die Bundesregierung Kontakte mit Taliban-Vertretern und hat diese zuletzt weiter ausgebaut.

    • Krieg gegen die UkraineUkrainische Armee greift russische Rüstungsfabrik und größtes Satelliten-Kommunikationszentrum ⁠an

      Die ukrainische Armee hat nach eigenen ‌Angaben eine Rüstungsfabrik im westrussischen Woronesch angegriffen.

      Der Generalstab in Kiew erklärte in einer Mitteilung, dort würden elektronische Bauteile für Raketen produziert, mit denen Russland die Ukraine beschieße. Die Produktionsstätte sei von Marschflugkörpern getroffen und beschädigt worden. Der Gouverneur der Region Woronesch, Gussew, bestätigte einen Angriff auf ein Unternehmen. Dabei seien fünf Menschen getötet worden. Ein Brand in dem Werk sei inzwischen gelöscht.

      Zuvor hatte die Ukraine das russische Satellitenkommunikationszentrum ⁠in der Stadt Dubna mit Drohnen angegriffen. Bei der Anlage nahe Moskau handelt es sich um die größte Station für Satellitenübertragungen Russlands. Nach Angaben des Betreibers wurde die Funktionstüchtigkeit des Zentrums durch den Angriff nicht beeinträchtigt.

    • NordirlandFrüherer Vorsitzender von DUP-Partei wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt

      In Nordirland ist der frühere Vorsitzende der pro-britischen Partei DUP, Donaldson, wegen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt worden.

      Das Gericht befand ihn für schuldig, zwischen 1985 und 2008 insgesamt 18 sexuelle Übergriffe an damals minderjährigen Mädchen begangen zu haben, darunter eine Vergewaltigung. Donaldson hat die Vorwürfe in dem Prozess bestritten.

      Bei der Urteilsverkündung ordnete der Richter Untersuchungshaft für den 63-Jährigen an und erklärte, eine "lange Haftstrafe" sei unvermeidlich. Das Strafmaß soll am 25. September festgelegt werden.

      Donaldson galt als einer der führenden Vertreter Nordirlands, die sich für die Aufrechterhaltung der engen Bindungen zum Vereinigten Königreich einsetzten. Nach seiner Festnahme vor zwei Jahren trat er als Vorsitzender der DUP zurück und gab auch seinen Sitz im britischen Parlament ab.

    • MusikbrancheProduzent Clive Davis tot - Entdecker von Whitney Houston

      Der legendäre Musikproduzent Clive Davis, der Stars wie Whitney Houston und Barry Manilow entdeckt hat, ist tot. Mehrere US-Medien berichte, dass Davis im Alter von 94 Jahren in New York gestorben ist. Zuvor war der Musikproduzent Medienberichten zufolge mit Atemwegsproblemen in einem Krankenhaus gewesen.

      Er sei friedlich im Kreise seiner Familie gestorben, zitierte das Musikmagazin "Rolling Stone" seine langjährige Agentin.

      Neben Houston und Manilow förderte Davis auch Stars und Bands wie Janis Joplin, Santana, Bruce Springsteen, Billy Joel, Pink Floyd, Patti Smith, Alicia Keys und Aerosmith - und prägte damit die Musikgeschichte der vergangenen Jahrzehnte entscheidend mit. Zu seinem 90. Geburtstag hatte sich der Produzent selbst noch eine riesige Party in New York mit Dutzenden Stargästen und eine Mini-Dokuserie geschenkt. Ansonsten hatte er sich aber bereits weitgehend aus der Öffentlichkeit herausgezogen. 

      Davis musste sich das College selbst verdienen

      Geboren wurde der Produzent 1932 im New Yorker Stadtteil Brooklyn in eine jüdische Familie hinein. Seine Eltern starben kurz nacheinander, als Davis gerade ins College gekommen war. "Ich hatte dann noch 4.000 Dollar, um durch das College und das Jura-Studium zu kommen", sagte der Star-Produzent einmal in einem Interview. Um Stipendien zu bekommen, musste Davis seinen Notendurchschnitt hoch halten. "Das hat mir eine gute Arbeitsmoral eingebracht."

      Nach dem Abschluss arbeitete er als Anwalt und kam schließlich zur Musik-Firma Columbia, bevor er mehrere eigene Labels gründete. Der mehrfache Grammy-Gewinner ist seit dem Jahr 2000 auch Mitglied der Ruhmeshalle des Rock and Roll. Privat scheiterten zwei Ehen, aus denen Davis vier Kinder hat. In seiner 2013 erschienenen Autobiografie «The Soundtrack of My Life» bekannte sich Davis zu seiner Bisexualität.

    • "Unfall"Katar: 13 Tote bei Explosion in Gasanlage

      Bei einer Explosion in einem Gas-Terminal in Katar sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen.

      Außerdem gab es mehr als 60 Verletzte. Das katarische Energieministerium sprach von einem Unfall, nannte aber keine Details.

      Die Explosion ereignete sich in der Industrieanlage Ras Laffan an der Nordküste des Landes. Das Terminal war erst vor wenigen Woche nach Schäden durch einen iranischen Angriff wieder in Betrieb genommen worden.

    • UngarnMinisterpräsident Magyar kündigt neue Verfassung an, um Spitzenposten im Staatsapparat neu besetzen zu können

      In einer Rede vor dem Budapester Parlament hat Ungarns Ministerpräsident Magyar eine neue Verfassung für das Land angekündigt.

      Mit den Änderungen soll es möglich werden, Amtsträger des Staatsapparates auszutauschen, die noch unter dem früheren Ministerpräsidenten Orban eingesetzt worden waren. Betroffen sein könnten auch Präsident Sulyok und der Präsident des Verfassungsgerichts Polt. Sie gelten als Gefolgsleute von Orban. Magyar kündigte zudem Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption an. Zu diesem Zwecke soll auch eine neue Behörde geschaffen werden. Die Europäische Union hält wegen der mutmaßlichen Korruption in Ungarn einen Teil der Fördergelder für das Land zurück. 

      Im Parlament hat Magyars Partei Tisza eine Zweidrittelmehrheit, mit der sie Verfassungsänderungen beschließen kann.

    • Demokratische Republik KongoZahl der Ebola-Fälle steigt auf mehr als 1.000

      Gut einen Monat nach Beginn des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Fälle auf mehr als 1.000 gestiegen.

      Nach Angaben des Informationsministeriums in Kinshasa starben in den betroffenen drei Provinzen im Osten des Landes 254 Menschen. 100 Patienten gelten als genesen. Im Nachbarland Uganda gibt es bisher 19 Erkrankte und zwei Todesfälle.

      Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den festgestellten Erreger-Typ weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

    • GeldpolitikEx-Fed-Chef Greenspan im Alter von 100 Jahren gestorben

      ​Der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan ‌ist ⁠tot. Er starb im Alter von 100 Jahren gestorben, wie die Federal Reserve mitteillte. Greenspan hatte von 1987 bis ⁠2006 ⁠die Zentralbank ⁠geleitet ⁠und maßgeblich geprägt.

      Greenspan war Befürworter der Deregulierung des Finanzsektors. Der Notenbankchef hatte in seinen fünf Amtszeiten immer wieder bewusst vermieden, sich konkret festzulegen. Auch seine Kommunikation hatte großen Einfluss auf die Finanzmärkte.

      "Er war eine herausragende Persönlichkeit, die jahrzehntelang unter Präsidenten beider Parteien die US-Wirtschaft mitgeprägt hat", erklärte Mitchell. Greenspan sei aber auch "stets ehrlich genug" gewesen, "seine Fehler einzugestehen", fügte sie hinzu. Kritiker warfen dem ehemaligen Fed-Chef vor, er habe mit seiner Niedrigzinspolitik der Finanzkrise von 2008 und 2009 den Boden bereitet. 

    • KorruptionSpanien: Lange Haftstrafe für früheren Sánchez-Vertrauten

      In Spanien ist der frühere Verkehrsminister Ábalos in einem Korruptionsprozess zu einer Haftstrafe von 24 Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

      Der Oberste Gerichtshof in Madrid befand ihn für schuldig, sich im Zusammenhang mit der Beschaffung von Schutzmasken während der Corona-Pandemie unrechtmäßig bereichert zu haben. Er soll Schmiergeld für die Vergabe millionenschwerer öffentlicher Aufträge kassiert haben. Ein mitangeklagter Ex-Berater des Politikers erhielt eine Haftstrafe von 19 Jahren.

      Ábalos war ein enger Vertrauter von Ministerpräsident Sánchez, der derzeit wegen weiterer Korruptionsaffären im Umfeld seiner Regierung in der Kritik steht. Unter anderem gibt es Ermittlungen gegen die Ehefrau und den Bruder des Regierungschefs. Gegen Sánchez selbst wird nicht ermittelt.

    • Fußball-WMMessi alleiniger WM-Rekordtorschütze - Argentinien gewinnt gegen Österreich

      Lionel Messi ist zum Rekordtorschützen bei Fußball-Weltmeisterschaften aufgestiegen. Der argentinische Offensivstar schaffte im Spiel gegen Österreich seinen 17. und 18. WM-Treffer und überholte damit den deutschen Ex-Weltmeister Miroslav Klose.

      Argentinien hat das Spiel gegen Österreich mit 2:0 gewonnen. Der Titelverteidiger steht damit vorzeitig in der K.o.-Runde.

      Gefahr droht Messi aber noch von Kylian Mbappé. Der Franzose kommt vor dem Spiel gegen Irak auf 14 WM-Tore. Mbappé ist elf Jahre jünger und hat wohl mindestens noch ein weiteres Turnier vor sich, während Messi seine sechste und letzte Weltmeisterschaft spielt. Der Weltmeister-Kapitän wird in zwei Tagen 39 Jahre alt.

      Auch einen anderen Rekord stellte Ausnahmekönner Messi ein: In sechs aufeinanderfolgenden WM-Spielen jeweils getroffen zu haben, war laut FIFA zuvor nur dem Franzosen Just Fontaine und dem Brasilianer Jairzinho gelungen.

    • DFBWM-Aus für Schlotterbeck wegen Bänderriss

      Der deutsche Fußball-Nationalspieler Nico Schlotterbeck fällt für den Rest der Weltmeisterschaft aus. Der Verteidiger von Borussia Dortmund hat sich laut Deutschem Fußball-Bund beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste einen Bänderriss im linken Sprunggelenk zugezogen.

      Er falle "mehrere Monate" und damit auch für den Rest des Turniers aus. "Schlotti wird uns auf dem Platz als herausragender Verteidiger sehr fehlen, vor allem auch sein exzellenter Spielaufbau", sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann. Schlotterbeck gilt als wichtig für den Spielaufbau aus der Abwehr heraus und war als einziger Linksfuß unter den Innenverteidigern Stammkraft.

      Es ist der zweite Turnierausfall für das deutsche Team - Lennart Karl musste wegen einer Muskelverletzung abreisen. Da die FIFA-Frist abgelaufen ist, kann Bundestrainer Julian Nagelsmann keinen Spieler mehr nachnominieren. Der Weltverband erlaubt nach der ersten Partie jedes Teams nur noch eine neue Berufung von Torhütern ins Aufgebot. 

    • Fußball-BundesligaMartín Demichelis wird neuer Trainer des RB Leipzig

      Fußball-Bundesligist RB Leipzig hat Martín Demichelis als neuen Trainer verpflichtet.

      Der 45 Jahre alte Argentinier erhält einen Zweijahresvertrag, wie der Verein mitteilte. Demichelis folgt auf den bisherigen Cheftrainer Ole Werner. Der RB Leipzig hatte vergangene Woche die Zusammenarbeit mit Werner beendet. In Medienberichten war von inhaltlichen Bedenken und vermeintlich fragwürdiger Kommunikation die Rede.

    • GewaltNach Angriff auf Reisende am Kölner Bahnhof: Polizei nimmt 22-jährigen Syrer in Gewahrsam

      Die Kölner Polizei hat einen Syrer festgenommen, der am Hauptbahnhof und an einer S-Bahn-Haltestelle mehrere Reisende angegriffen haben soll.

      Der Verdächtige habe gestern Nachmittag auch versucht, einen Reisenden in Richtung der Gleise zu ziehen, heißt es in einer Mitteilung. Der Mann stand den Angaben zufolge unter Einfluss von Betäubungsmitteln und war bereits in der Vergangenheit mehrfach wegen Gewaltdelikten polizeilich in Erscheinung getreten. Gegen den 22-Jährigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Polizei erklärte, der Mann sei in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen worden.

    • Halle in Sachsen-AnhaltStrandbad verweigert Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse den Eintritt

      Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse werden in ein Strandbad in Halle in Sachsen-Anhalt nicht mehr eingelassen.

      Das sagte der Geschäftsführer des Heidebades in Halle, Nobel, der Deutschen Presse-Agentur. Ein konsequentes Handeln sei wichtig, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können. Wenn beim Einlass auffalle, dass es Verständnisprobleme gebe, werde im Einzelfall über das weitere Verfahren entschieden. Es gehe vor allem darum, dass die Badegäste wüssten, wie sie sich am Wasser verhalten müssten.

      Hintergrund ist ein Einsatz, als unlängst ein Kleinkind aus dem tiefem Wasser gerettet werden musste. Vor allem Kinder und die Aufsichtspersonen müssten die Baderegeln verstehen. In der Haus- und Badeordnung des Strandbades in Halle ist die Regelung explizit nicht aufgeführt.

    • WalfangIsland jagt nach zwei Jahren Pause wieder Wale

      Nach zwei Jahren Pause haben isländische Walfänger wieder Wale getötet. Wie der Sender RUV berichtete, handelt es sich bei den zwei Finnwalen um die ersten in Island getöteten Wale seit 2023.

      Das Walfangunternehmen Hvalur erklärte, die Meeressäuger seien am Sonntagabend "erfolgreich" erlegt worden und würden nun an Land gebracht. Von Tierschützern kam scharfe Kritik.

      Neben Island erlauben nur noch Norwegen und Japan den Fang von Walen zu kommerziellen Zwecken, was von Tierschützern heftig kritisiert wird. In Island war der Walfang, der immer zwischen Mitte Juni und Mitte September stattfindet, in den vergangenen zwei Jahren aber aufgrund wirtschaftlicher Probleme und sinkender Rentabilität abgesagt worden.

      In dieser Saison nahm Hvalur, das eines von zwei verbliebenen Walfangunternehmen in Island ist, den Walfang dann wieder auf. Zwei Walfangschiffe legten am Freitagabend vom Hafen der Hauptstadt Reykjavik ab. Beim Auslaufen der Schiffe kettete sich an einem der Masten kurzzeitig ein Aktivist fest, um gegen den Walfang zu protestieren.

      "Die ersten Finnwal-Tötungen in diesem Jahr sind erschütternd", hieß es von der Tierschutzorganisation Humane World for Animals. Island habe in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 1000 Finnwale getötet, obwohl es sich um eine "weltweit als gefährdet eingestufte Art" handele.

      Laut einer offiziellen Empfehlung des isländischen Instituts für Meeres- und Süßwasserforschung sollen in diesem Jahr nicht mehr als 150 Finnwale erlegt werden. Im Herbst soll in Island ein Gesetzentwurf zum Verbot des Walfangs eingebracht werden.

    • VerkehrsprojektFehmarnbelt-Projekt kämpft mit Rückstand

      Der Bau der Fehmarnbeltquerung hat auf deutscher wie auch auf dänischer Seite mit Verzögerungen zu kämpfen. Wie und wann genau es weitergeht, soll laut Bundesverkehrsminister Schnieder im Herbst geklärt werden.

      "Ich gehe davon aus, dass wir uns im Oktober etwa dann wieder auf Regierungsseite zusammentun werden, um dann klar zu kommunizieren, wie der weitere Ablauf auch und gerade in zeitlicher Hinsicht aussehen wird", sagte der CDU-Politiker beim Besuch der Baustelle in Puttgarden mit der dänischen Verkehrsministerin Signe Munk und dem schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Madsen (CDU). 

      Bereits in der Vergangenheit gab es bei der deutschen Schieneneinbindung sowie beim Bau des Tunnels auf dänischer Seite Verzögerungen im Bau. Der geplante Bau sei nicht nur eine wichtige Verbindung für Dänemark und Deutschland - sondern für ganz Europa, so Schnieder. "Es ist ja Bestandteil auch eines transeuropäischen Korridors, der große Bedeutung hat für Skandinavien insgesamt und die EU als Ganzes", führte der Bundesverkehrsminister aus.

      Munk sieht Nutzen für die gesamte Region

      Mit Fertigstellung der Verbindung reduziert sich die Zeit, die Reisende zwischen Kopenhagen und Hamburg benötigen, um zwei Stunden, sagte die dänische Verkehrsministerin Munk. "Ich glaube, dass das Projekt für die Region von großem Nutzen sein wird, sowohl hier auf deutscher Seite als auch insbesondere auf dänischer Seite für die Gemeinde Lolland", betonte sie. 

      Tunnelelemente müssen in die Ostsee

      Anfang Mai wurde das erste Tunnelelement für den Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark in die Ostsee abgesenkt. Doch bis zur Fertigstellung der 18 Kilometer langen Eisenbahn und Autotunnels müssen noch 88 weitere Elemente ins Meer gelassen werden. 

      Aufgrund von Verzögerungen beim Bau des Fehmarnbelt-Tunnels und der zugehörigen Hinterlandanbindung auf deutscher Seite arbeite die dänische Projektgesellschaft Sund & Bælt auf eine Eröffnung des Tunnels in zwei Etappen hin. Zuerst soll der Straßenteil in Betrieb gehen, während die Eisenbahnverbindung später folgt, sobald die Anlagen auf deutscher Seite fertig sind, erklärte die Sprecherin.

      Ursprünglich sollte der Tunnel 2029 fertig werden. Doch der Bau des 18 Kilometer langen Eisenbahn- und Autotunnels liegt laut der Projektgesellschaft mindestens zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Auch Deutschland rechnet damit, dass sich der Bau der Hinterlandanbindung per Schiene über 2029 hinaus verzögern wird. 

    • RüstungDeutschland und Frankreich erzielen Einigung zu deutscher Beteiligung an Panzerbauer KNDS

      Deutschland und Frankreich haben eine Einigung zur Beteiligung des Bundes an dem deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS erzielt. Regierungssprecher Kornelius teilte in Berlin mit, die Bundesregierung strebe eine Beteiligung in Höhe von 40 Prozent der Anteile an.

      Damit sichere man die Produktion des "Leopard 2"-Herstellers im Land und die eigenen Sicherheitsinteressen ab. Mit dem Vorhaben befasst sich nun der Haushaltsausschuss des Bundestags, der am Mittwoch letztmals vor der Sommerpause tagt.

      Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, verständigte sich der Bund mit der Wegmann-Holding, in der die Eigentümer-Familien zusammengeschlossen sind. Die Holding hält derzeit 50 Prozent an KNDS. Der Bund übernimmt 40 Prozent der Anteile. Jeweils zehn Prozent aus dem Besitz der Familien und des französischen Staates sollen an die Börse gebracht werden.

      KNDS stellt neben dem Kampfpanzer Leopard 2 auch Schützenpanzer, Artilleriesysteme und Munition her.

    • Reform der AltersvorsorgeSozialverbände kritisieren Empfehlungen der Rentenkommission - Lob vor allem für Kapitaldeckung

      Die Diskussion über die bekannt gewordenen Vorschläge der Rentenkommission hält an. Die Empfehlungen etwa zum steigenden Eintrittsalter und zur Kapitaldeckung rufen gemischte Reaktionen hervor.

      Laut Medienberichten sehen die Vorschläge des Gremiums unter anderem vor, durch Geldanlagen am Aktienmarkt das Rentenniveau auf 50 Prozent zu steigern und das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln, sodass es in den 2090er-Jahren bei 70 Jahren liegen könnte.

      Juso-Chef Türmer hält höheres Eintrittsalter für "nicht hinnehmbar"

      Der Juso-Vorsitzende Türmer sagte im Deutschlandfunk, es sei nicht hinnehmbar, dass für alle das Renteneintrittsalter an die allgemeine Lebenserwartung gekoppelt werden solle. Eine Kopplung des Renteneintritts an die Beitragsjahre sei die gerechtere Option, betonte Türmer.

      Lob kommt hingegen von Vertretern der Koalitionspartner: Der Vorsitzende der Senioren-Union, Hüppe, bezeichnete die Vorschläge als ausgewogen und maßvoll. Die Bundesregierung sollte ihnen im Grundsatz folgen und sie rasch umsetzen, sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA, Radtke, bezeichnete die Vorschläge in den Zeitungen der Funke Mediengruppe als "starke Grundlage".

      AfD sieht "brauchbare Vorschläge", Grüne loben Kapitaldeckung

      Auch die Opposition findet in den Empfehlungen sinnvolle Aspekte. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der AfD, Springer, wies auf "brauchbare Vorschläge" hin - etwa, Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Springer kritisierte, dass Medien den Bericht bereits kennen, während das Parlament außen vor bleibe. Die Vorschläge sollen offiziell erst morgen vorgelegt werden.

      Die Grünen bewerteten die Ideen zur Kapitaldeckung positiv. Die Stärkung dieser Säule der Rente sei richtig und notwendig, sagte die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Haßelmann. Sie begrüßte eine weitgehende Abschaffung der sogenannten Rente mit 63. Es müsse lediglich ein einfacherer Renteneintritt für jene gesichert sein, die tatsächlich nicht mehr arbeiten könnten.

      Die Chefin der Linken-Bundestagsfraktion, Reichinnek, wies die Vorschläge als "Schlag in die Magengrube" zurück. Es werde mehr Druck auf die Menschen gemacht, anstatt ein Rentensystem anzugehen, in das alle Erwerbstätigen einzahlten, sagte sie dem Portal "web.de".

      Ökonomen: Vorschläge gehen in die richtige Richtung

      Mehrere Ökonomen reagierten zurückhaltend positiv: Die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Schnitzer, äußerte sich weitgehend zufrieden. Viele der Vorschläge deckten sich mit den eigenen von 2023, sagte die Ökonomin dem "Handelsblatt".

      Der Wirtschaftsweise Felbermayr bewertete die Empfehlungen im Deutschlandfunk als zu unambitioniert. Sie wiesen in Teilen in die richtige Richtung, blieben aber hinter den Forderungen der Wirtschaftsweisen zurück. Der Ökonom sprach sich für eine zielgenauere Ausschüttung der Mütterrente, eine Kopplung der Altersversorgung an die Inflation und eine Einbeziehung der Beamten in die Rentenkasse aus.

      Laut dem Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Fratzscher, sind die Vorschläge richtig. Es fehlten jedoch Mut und Konsequenz, betonte er. Sie änderten auf absehbare Zeit nichts Grundlegendes an den drei größten Problemen: der Altersarmut, der zu starken Belastung der jungen Generation und der Schieflage bei der Gerechtigkeit.

      Gewerkschaften lehnen höheres Eintrittsalter ab

      Gewerkschaften und Sozialverbände kritisierten vor allem eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erklärte, die Pläne gingen an der Lebenswirklichkeit der arbeitenden Menschen vorbei. Man lehne die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters ab.

      Die IG Metall warnte, sollte das Niveau der Alterssicherung gesenkt oder die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren abgeschafft werden, werde dies in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie heftige Ablehnung hervorrufen. Der Sozialverband Deutschland erklärte, die Chance sei vertan worden, alle Beschäftigten in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen.

      Weiterführende Informationen

      Die Vorschläge der Rentenkommission im Überblick

      Kommission empfiehlt Fondsmodell und steigendes Eintrittsalter (Audio)

    • VerkehrADAC rechnet wegen Ferienbeginn in drei Bundesländern mit Reisewelle und Staus

      Wegen des Ferienbeginns in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland rechnet der ADAC für das kommende Wochenende mit einer ersten großen Sommerreisewelle.

      Auch in mehreren europäischen Nachbarländern wie der Schweiz, Polen und Dänemark begännen die Ferien, teilte der Automobilclub in München mit. Deshalb sei auf vielen Autobahnen mit deutlich mehr Verkehr und längeren Staus zu rechnen. Hinzu kämen die Belastungen durch mehr als 1.000 Baustellen.

      Der ADAC warnte, auf den klassischen Reiserouten in Richtung Süden sowie zur Nord- und zur Ostsee sei bereits ab Freitagmittag mit starkem Verkehr zu rechnen.

    • TschechienProtest gegen Abschaffung der Rundfunkgebühren

      In Tschechien haben tausende Beschäftigte der öffentlich-rechtlichen Medien gegen die geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren protestiert.

      Zahlreiche Fernsehsendungen begannen mit einer einminütigen Verspätung. Auf den Online-Seiten, in den sozialen Medien und im Videotext hatte das Angebot einen geringeren Umfang als üblich.

      Das Kabinett des rechtspopulistischen Regierungschefs Babis hatte vor einer Woche die Abschaffung der Rundfunkgebühren beschlossen. Die öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender sollen künftig aus dem staatlichen Haushalt finanziert werden und weniger Geld erhalten als bisher. Kritiker sehen in dem Schritt einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Medien. Auch Präsident Pavel steht der Reform kritisch gegenüber. Mit dem Regierungsvorhaben befasst sich nun das Parlament.

    • BerichtÜberraschend weiteres Treffen zwischen Bundesregierung und Sozialpartnern anberaumt

      Die Bundesregierung hat einem Medienbericht zufolge überraschend ein weiteres Treffen mit den Sozialpartnern anberaumt. Das Treffen soll laut dem ARD-Hauptstadtstudio bereits heute Nachmittag stattfinden.

      Erste Gespräche zwischen der Regierung, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden hatte es am 10. Juni gegeben. Damals zogen die Teilnehmer eine positive Bilanz und zeigten sich einig darüber, dass Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland nötig seien. Bundeskanzler Merz warb um Unterstützung bei den anstehenden Änderungen im Sozialbereich. Er sagte, das Land stehe vor großen Herausforderungen und müsse seine Stärken und Potenziale nutzen, um das Ruder für alle herumzureißen.

    • Öffentlicher DienstZahl der Beschäftigten nimmt zu - Zuwachs in Schulen und Kitas

      Der Öffentliche Dienst in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen.

      Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, waren dort nach vorläufigen Zahlen rund 5,5 Millionen Menschen beschäftigt. Das entspricht einem Plus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit arbeiten etwa zwölf Prozent aller Erwerbstätigen im Staatsdienst. Besonders stark wuchs der Personalbestand in Schulen, Hochschulen und Kindertageseinrichtungen.

    • Kritik an ParteitagsbeschlussSchuster: Linke leistet Antisemitismus Vorschub

      Nach dem Parteitag der Linken hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Schuster, der Partei vorgeworfen, Antisemitismus Vorschub zu leisten.

      Die Delegierten hatten sich in einem Beschluss zur historischen Verantwortung gegenüber Israel bekannt, sich aber gleichzeitig dem Genozid-Vorwurf internationaler Organisationen gegen das Land angeschlossen.

      Schuster sagte dem "Tagesspiegel", die Linke gebe Lippenbekenntnisse zum Schutz jüdischen Lebens ab, die aber zwischen Boykottunterstützung und 'Genozid'-Vorwürfen gegen Israel jede Glaubwürdigkeit verlören.

    • KriegUSA und Iran einigen sich in der Schweiz auf Vorgehen für endgültiges Friedensabkommen

      Die USA und der Iran haben sich bei ihren Verhandlungen in der Schweiz auf das ‌weitere Vorgehen für ein ⁠endgültiges Abkommen innerhalb von 60 Tagen geeinigt. Nach 18-stündigen Gesprächen auf Spitzenebene gaben die Vermittler Katar und Pakistan in der Nacht den Abschluss der ersten Runde bekannt.

      Das erste direkte Gespräch der beiden Delegationen dauerte den Angaben zufolge gut eine Stunde. Zu den zentralen Ergebnissen gehören ein Kommunikationskanal zur Sicherung der Handelsschifffahrt durch die Straße ⁠von ⁠Hormus sowie die Einrichtung einer Koordinierungsstelle, die die Einstellung der Kampfhandlungen im Libanon überwachen soll. Die Verhandlungen auf ⁠technischer Ebene werden den Rest der Woche in dem Bergresort ⁠auf dem Bürgenstock am Vierwaldstättersee fortgesetzt werden.

      "Positive und konstruktive Atmosphäre"

      Irans Außenminister Araghtschi teilte mit, Teheran ‌habe Ausnahmegenehmigungen für Öl- und Petrochemie-Exporte, die Freigabe eingefrorener Gelder sowie einen Wiederaufbauplan ausgehandelt. US-Vizepräsident Vance erklärte, Präsident Trump habe darum gebeten, ein neues Kapitel aufzuschlagen, ‌um die Beziehungen zum iranischen Volk zu verändern. Die Vermittler aus Katar und Pakistan teilten mit, die Gespräche hätten in einer positiven und konstruktiven Atmosphäre stattgefunden. Es seien ermutigende Fortschritte erzielt worden.

      Die israelische Regierung, die nicht Teil der Verhandlungen ist, lehnt ein Ende der Kämpfe im Libanon ab. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass sich das Militär des Landes aus der Region zurückzieht. Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon hatten die von den USA und dem Iran ausgehandelte Absichtserklärung vorübergehend infrage gestellt.

    • Iran-KriegMöglicher Einsatz der Bundeswehr in der Straße von Hormus derzeit unwahrscheinlich

      Der CDU-Verteidigungsexperte Röwekamp sieht die Voraussetzungen für einen Einsatz der Bundeswehr in der Straße von Hormus noch nicht erfüllt. Es müsse sichergestellt sein, dass die Kampfhandlungen eingestellt seien, sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag im Deutschlandfunk.

      Nötig sei darüber hinaus eine völkerrechtliche Grundlage. So müssten der Iran und auch der Oman einverstanden sein, dass Deutschland sich an einem solchen Mandat beteilige, betonte Röwekamp.

      Auch Verteidigungsminister Pistorius zeigte sich zurückhaltend zu einem baldigen Bundestagsbeschluss für einen Einsatz der Truppe in der Straße von Hormus. Ob der Bundestag noch vor der Sommerpause im Juli einen Entschluss fasse, sei völlig offen, sagte der SPD-Politiker im ARD-Fernsehen. Die Bundesregierung hat zugesagt, ein Minenjagdboot und ein Versorgungsschiff für einen internationalen Einsatz zur Verfügung zu stellen. Beide Schiffe wurden bereits in das östliche Mittelmeer verlegt.

    • BevölkerungsschutzDeutsche Allianz Klimawandel sieht Deutschland schlecht vorbereitet auf Hitzewellen

      Die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit hält Deutschland nicht ausreichend für hohe Temperaturen gerüstet. Der Vorsitzende Martin Herrmann sagte, Deutschland sei nach wie vor für einen Katastrophenfall durch Hitze schlecht oder nicht vorbereitet.

      Studien zeigten, dass bei einem Hitzedom, also bei länger anhaltenden, sehr hohen Temperaturen, Zehntausende Todesfälle möglich seien. Herrmann verlangt, den Hitzeschutz in der Katastrophen- und Krisenvorsorge zu verankern. Beispielsweise bräuchte es größere gekühlte Liegenschaften, um Pflegeheime bei extremer Hitze evakuieren zu können.

      Herrmann räumte ein, dass das Verständnis für die Gefahr und den Hitzeschutz gestiegen sei. Allerdings mangele es an einer konsistenten Umsetzung und Investitionen in Schutzmaßnahmen. Dabei gehe es etwa um die Stadtentwicklung und die Begrünung von Flächen und Fassaden.

      3.000 Hitzetote pro Sommer

      Vor zwei Jahren hatte der damalige Gesundheitsminister Lauterbach einen nationalen Hitzschutzplan vorgestellt. In den Sommern 2023 und 2024 starben laut Umweltbundesamt jeweils rund 3.000 Menschen an den Folgen hoher Temperaturen.

      Die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit ist ein Netzwerk von Organisationen und Verbänden aus dem Gesundheitsbereich. Der Verein will auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit aufmerksam machen.

      Wie hohe Temperaturen der Gesundheit schaden, erfahren Sie hier.

    • HitzewelleMehrere Badetote: DLRG warnt vor Gefahren beim Schwimmen

      Inmitten der Hitzewelle hat die DLRG allein von Freitag bis Sonntag mindestens sechs tödliche Badeunfälle erfasst. Die Befürchtung, dass es wieder zu vielen tödlichen Unfällen komme, habe sich leider bestätigt, sagte ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Weitere Fälle könnten noch nachgemeldet werden.

      Ums Leben kamen den DLRG-Angaben zufolge überwiegend junge Männer: ein 22-Jähriger im Tegernsee und ein 24-Jähriger in einem See im Landkreis Coburg in Bayern, ein 16-Jähriger im Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen und ein 53-Jähriger in einem Baggersee in Kleve in Nordrhein-Westfalen, ein 23-Jähriger im Epplesee in Baden-Württemberg sowie ein 29-Jähriger im Wandlitzsee in Brandenburg. Hinzu kommen mehrere Vermisste. So wurde nach drei Männern, die im hessischen Biblis im Rhein gebadet hatten, gesucht. Im rheinland-pfälzischen Altrip wurde ein Schwimmer, der in einem Weiher unterging, vermisst. 

      Bereits am Donnerstag waren den Erkenntnissen der DLRG zufolge drei Menschen tödlich verunglückt. Die Lebensretter hatten bereits vergangene Woche dazu aufgerufen, die Gefahren beim Baden und Schwimmen in der Hitze nicht zu unterschätzen.

      Die DLRG empfiehlt, bewachte Badestellen aufzusuchen und nicht alleine schwimmen zu gehen. Außerdem solle man nicht überhitzt ins Wasser springen, sondern sich vorher abkühlen.

    • PoetikvorlesungenClemens Meyer doziert an Universität Heidelberg

      Der renommierte ostdeutsche Autor Clemens Meyer übernimmt die Heidelberger Poetikdozentur 2026 und hält in diesem Rahmen an der Universität drei Vorlesungen über seine literarische Arbeit.

      Hinzu kommt eine Lesung aus seinem jüngsten, mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichneten Roman "Die Projektoren". Nach Angaben der Uni will Meyer in seinen Vorlesungen erörtern, wie Literatur Gesellschaft verändert. Dabei gehe es auch um die Erfahrungen des Autors vor und nach der deutschen Wiedervereinigung.

      Einer der wichtigsten Autoren Ostdeutschlands

      Meyer ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren aus dem Osten Deutschlands. Neben Romanen und Erzählungen schreibt er auch fürs Theater und den Hörfunk.

      Das Germanistische Seminar der Uni Heidelberg lädt für die Poetikdozentur jährlich einen Autoren oder eine Autorin nach Heidelberg ein, um Einblicke in Schreiben und Arbeiten zu geben. Zuletzt waren Julia Franck, Andreas Maier und Nora Gomringer zu Gast.

    • Kerstin Claus"Das Thema geht nicht mehr weg" - Beauftragte gegen Kindesmissbrauch mahnt Bedeutung des Schutzes Minderjähriger an

      Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Claus, hat gemahnt, den Schutz Minderjähriger niemals zu vernachlässigen.

      Das Thema gehe nicht mehr weg, sagte sie der Katholischen Nachrichten-Agentur. Es bleibe auf der Tagesordnung und rutsche womöglich weiter nach vorne. Das sei auch durch das sogenannte UBSKM-Gesetz sichergestellt. Es trat vor einem Jahr in Kraft. Im Oktober wird Claus im Rahmen dessen erstmals einen Bericht vorstellen, mit dem sich dann der Bundestag beschäftigen muss. Darin werde dargelegt, wo Deutschland bei Prävention und Aufarbeitung stehe, führte Claus aus. Zudem werde es konkrete Handlungsempfehlungen geben. Ihrem Büro stünden rund eineinhalb Millionen Euro jährlich für Prävalenzforschung zur Verfügung, also dafür, der tatsächlichen Zahl der Betroffenen von sexueller Gewalt näherzukommen und das Dunkelfeld zu erhellen. Erste Ergebnisse sollen Ende 2027 vorliegen.

    • Entlastung der KommunenKanzler Merz will Einsparungen bei Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und Unterhaltsvorschuss prüfen lassen

      Bundeskanzler Merz will zur Entlastung der Kommunen mehrere Sozialprogramme prüfen lassen. Man müsse schauen, ob diese Gesetze noch den Zweck erfüllten, den sie eigentlich mal erfüllen sollten, sagte Merz während des Tags der offenen Tür der Bundesregierung in Berlin.

      Konkret benannte der CDU-Politiker die Gesetze für Unterhaltsvorschuss, Jugendhilfe und die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Merz sagte, es gebe in den Bereichen eine Kostenexplosion für die Kommunen. Er äußerte sich optimistisch, in den kommenden Tagen eine Einigung mit den Ländern zu erzielen.

      Sozialverbände kritisieren mögliche Einsparungen in den von Merz benannten Bereichen. Sie erklärten mehrfach, dass die Kostensteigerungen nicht auf die Gesetze an sich zurückzuführen seien und warnten vor den gesellschaftlichen Folgen von Kürzungen.

    • Sieg gegen BayernAlba Berlin neuer deutscher Basketball-Meister

      Alba Berlin ist neuer deutscher Basketball-Meister. Das entscheidende Spiel der Finalserie gegen Bayern München endete 84:81.

      Für Berlin ist es die insgesamt zwölfte Meisterschaft und der erste Meistertitel seit 2022. Für die Münchner Trainerlegende Svetislav Pesic endet die Erfolgskarriere mit einer Enttäuschung. Der 76-Jährige hört nach mehr als 40 Jahren auf. Die Münchner verpassten nach den Titeln 2024 und 2025 den erträumten ersten "Threepeat".

    • Fußball-WMSpanien - Saudi-Arabien 4:0, Belgien - Iran 0:0

      Bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat Spanien mit 4:0 gegen Saudi-Arabien gewonnen.

      Das Spiel fand in Atlanta statt. Anschließend standen sich in Los Angeles Belgien und der Iran gegenüber. Die Partie endete 0:0. Derzeit spielt Uruguay gegen Kap Verde in Miami.

    • WetterAm Dienstag verbreitet sonnig, im Südosten Gewitter

      Das Wetter: In der Nacht teils klar, teils wolkig, abklingende Schauer und Gewitter. Temperaturen 22 bis 9 Grad.

      Morgen viel Sonne. Über dem Bergland und im Südosten Gewitter. 26 bis 37 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Mittwoch heiter bis wolkig. Über dem Bergland weiterhin vereinzelte kräftige Gewitter. 27 bis 39 Grad.

  • Sonntag, 21.06.2026

    • IsraelKriegsbedingte Einschränkungen in Grenzregionen zu Libanon werden aufgehoben

      Israel hat angekündigt, alle wegen des Krieges mit der Hisbollah im Libanon erlassenen Einschränkungen in seinen nördlichen Grenzregionen aufzuheben.

      Die Maßnahme gelte ab morgen früh, teilte das Militär mit. Die Anpassung der Vorschriften für die Bevölkerung sei nach einer Lagebeurteilung beschlossen worden, hieß es weiter. Zuletzt hatten die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Südlibanon nachgelassen.

      Weiterführende Informationen

      Die wichtigsten Entwicklungen gibt es auch in unseren Newsblog zur Lage im Nahen Osten.

    • ARD-FernsehenPistorius: Bundestagsbeschluss für Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus vor Sommerpause "völlig offen"

      Bundesverteidigungsminister Pistorius hat sich zurückhaltend zu einem baldigen Bundestagsbeschluss für einen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus gezeigt.

      Ob der Bundestag noch vor der Sommerpause im Juli einen Entschluss fasse, sei völlig offen, sagte Pistorius im ARD-Fernsehen. Voraussetzung sei ein stabiler Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran. Ob die Verhandlungen in der Schweiz dazu führten, sei aber unklar, betonte der SPD-Politiker. Ein internationaler Rahmen sei durch die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen aber gegeben,

      Die Bundesregierung hat zugesagt, ein Minenjagdboot und ein Versorgungsschiff für einen internationalen Einsatz in der Straße von Hormus zur Verfügung zu stellen. Beide Schiffe wurden bereits in das östliche Mittelmeer verlegt. Ein Mandat für den Einsatz muss der Bundestag erteilen.

      Weiterführende Informationen

      Die wichtigsten Entwicklungen gibt es auch in unseren Newsblog zur Lage im Nahen Osten.

    • Nach Trump-DrohungenMedienbericht: Irans Delegation verlässt Verhandlungsort in der Schweiz

      Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz sind unterbrochen.

      Die Delegation Teherans verließ das Hotel auf dem Bürgenstock bei Luzern, wo die Gespräche stattfanden. Dabei handelte es sich offenbar um eine Reaktion auf eine neue Drohung von US-Präsident Trump. Mehrere Medien berichten aber über laufende Bemühungen, um eine Fortsetzung der Gespräche zu erreichen.

      Trump hatte in seinem Online-Netzwerk den Iran aufgefordert, die Hisbollah im Libanon umgehend davon abzuhalten, weiter Unruhe zu stiften. Ansonsten könnte es neue Angriffe auf den Iran geben.

      Zum Auftakt des Treffens hatte US-Vizepräsident Vance noch von einer Annäherung an den Iran gesprochen. Vance nimmt zusammen mit dem Sondergesandten Witkoff und Trumps Schwiegersohn Kushner teil. Für den Iran verhandeln der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf und Außenminister Araghtschi. Als Vermittler nehmen auch Delegationen aus Pakistan und Katar teil.

      Weiterführende Informationen

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    • TschechienProteste gegen geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren - Warnung vor Verlust der Unabhängigkeit öffentlich-rechtlicher Sender

      In Tschechien haben Tausende Menschen gegen die von der Regierung geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren protestiert.

      Die Kundgebung fand vor den Büros großer Sender in der Hauptstadt Prag statt. Dort wurde vor einem Verlust der Pressefreiheit und einer unabhängigen Berichterstattung gewarnt. Für morgen haben Beschäftigte öffentlich-rechtlicher Radio- und Fernsehsender aus Protest gegen die Pläne einen Warnstreik angekündigt.

      Ministerpräsident Babis will die Sender künftig direkt aus dem Staatshaushalt finanzieren. Das hätte eine direkte Abhängigkeit von der rechtsgerichteten Regierung zur Folge. Außerdem sehen die Pläne vor, dass rund 15 Prozent der finanziellen Mittel gekürzt werden.

    • AltersvorsorgeGemischte Reaktionen auf Vorschläge der Rentenkommission

      Die Vorschläge der Rentenkommission, die am Wochenende bekannt geworden sind, haben eine breite Debatte ausgelöst. Bundesarbeitsministerin Bas sprach von einem "Gesamtkunstwerk", das nun diskutiert werden müsse. Aus der Opposition und von Arbeitnehmer- und Sozialverbänden kommt vorwiegend Kritik. Ein Überblick.

      Die geplante Abschaffung der abschlagsfreien früheren Rente soll nach Aussage von Bundesarbeitsministerin Bas von Schritten zum Schutz von unmittelbar Betroffenen flankiert werden. Die Regierung müsse schauen, dass die Frühverrentungen reduziert werden, allerdings sollten ein Vertrauensschutz Übergangsfristen gelten. 

      Im Grundsatz lobte Bas bei einem Bürgerdialog in Berlin die am Vortag bekanntgewordenen Empfehlungen der Regierungskommission zur Alterssicherung. Gut sei, "dass über alle Generationen jetzt geguckt wird: Wie können wir die Rentenversicherung für alle Generationen bezahlbar halten?" Ansonsten würden die Beiträge in den nächsten Jahren laut Bas enorm steigen, weil die Babyboomer in Rente gingen. Alle müssten ein Stück weit dazu beitragen, dass dies nicht passiere.

      Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA, Radtke, wertete die Vorschläge in den Zeitungen der Funke Mediengruppe als "starke Grundlage". Zu Details wollte er sich zwar noch nicht äußern, aber das wichtigste Signal sei, dass es ein einstimmiges Votum gebe. Dennoch könnte es auch innerhalb der Koalition aus CDU, CSU und SPD weiterhin Konfliktpotenzial geben. Die SPD will das Rentenniveau sichern und Einschnitte bei langjährig Versicherten vermeiden. Die Union dringt stärker auf Generationengerechtigkeit, längeres Arbeiten und Begrenzung des Beitragsanstiegs.

      Haßelmann (Grüne): "Fehler, das Rentenniveau nicht bei 48 Prozent zu stabilisieren"

      Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Haßelmann betonte, es sei ein Fehler das Rentenniveau nicht bei 48 Prozent zu stabilisieren. In Ostdeutschland etwa seien mehr als 70 Prozent der Menschen auf die Gesetzliche Rentenversicherung angewiesen, erklärte Haßelmann der Nachrichtenagentur AFP. Diese hätten keine Sicherheit, falls die Kommissionsempfehlungen umgesetzt würden. Positiv bewertete es Haßelmann, dass die Kommission eine Stärkung der Kapitaldeckung bei der Rente und eine weitgehende Abschaffung der so genannten Rente mit 63 vorschlägt.

      Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Springer, wies auf "brauchbare Vorschläge" in der Kommissionsbericht hin - etwa, Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Dies sei eine Forderung der AfD, sagte Springer ebenfalls der Nachrichtenagentur AFP. Generell liefen die Empfehlungen aber darauf hinaus, dass Menschen länger arbeiten und höhere Beiträge zahlen müssten. Das sei Rentenpolitik zulasten der Beschäftigten.

      Die Linken-Fraktionsvorsitzende Reichinnek wies die Vorschläge als "Schlag in die Magengrube" zurück. Es werde mehr Druck auf die Menschen gemacht, anstatt ein Rentensystem anzugehen, in das alle Erwerbstätigen einzahlten, sagte sie dem Portal "web.de". 

      Fratzscher: Vorschläge gehen nicht weit genug

      Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Fratzscher, forderte Änderungen an den Empfehlungen der Rentenkommission. Der "Rheinischen Post" sagte Fratzscher, die Vorschläge gingen in die richtige Richtung, seien aber nicht weitreichend genug. Auf absehbare Zeit würde nichts Grundlegendes an den drei größten Problemen geändert: der hohen Altersarmut, der starken Belastung der jungen Generation und der Schieflage bei der Gerechtigkeit, so Fratzscher. So sei die empfohlene schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters zu langsam.

      Die Vorsitzende des Wirtschaftsweisen-Gremiums, Schnitzer, lobte die Empfehlungen hingegen. An die Regierungsparteien appellierte Schnitzer im "Handelsblatt", dass sie sich die Vorschläge zu eigen machen und damit das Rentensystem zukunftsfähig und generationengerechter gestalten sollten.

      Arbeitnehmer und Sozialverbände zeigen sich enttäuscht

      Enttäuscht zeigte sich der Sozialverband Deutschland. Vor allem der Einstieg in die Kapitaldeckung mache ihr Sorgen, sagte die Verbandsvorsitzende Engelmeier. Erträge aus der Kapitaldeckung an die gesetzliche Rentenversicherung seien nicht kalkulierbar. Es sei zudem die Chance vertan worden, alle Beschäftigten in die Gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. 

      Verdi-Chef Werneke kritisierte, trotz mancher guter Vorschläge gingen die Pläne der Kommission im Kern an der Lebenswirklichkeit der arbeitenden Menschen vorbei. In sehr vielen Berufen seien die körperlichen und psychischen Belastungen so hoch, dass schon ein Renteneintrittsalter mit 67 Jahren für viele Menschen unerreichbar sei. Kritik ‌kam auch von ‌der IG Metall. Sollte geplant sein, das beitragsfinanzierte Rentenniveau abzusenken und die Rente ​ohne Abschläge nach 45 Versicherungsjahren abzuschaffen, werde dies in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie auf heftige Ablehnung treffen.

      Der Handelsverband Deutschland teilte mit, die in den Kommissionsvorschlägen vorgesehene Abschaffung von Minijobs wäre ein gefährlicher Irrweg. "Das vernichtet Hunderttausende Jobs im Einzelhandel. Denn viele Minijobber können beispielsweise wegen fehlender Möglichkeiten zur Kinderbetreuung gar nicht Vollzeit arbeiten", ​sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Genth der Nachrichtenagentur Reuters.

      Weiterführende Informationen

      Die Vorschläge der Rentenkommission im Überblick

      Kommission empfiehlt Fondsmodell und steigendes Eintrittsalter (Audio)

    • Entlastung der KommunenKanzler Merz will Einsparungen bei Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und Unterhaltsvorschuss prüfen lassen

      Bundeskanzler Merz will zur Entlastung der Kommunen mehrere Sozialprogramme prüfen lassen.

      Man müsse schauen, ob diese Gesetze noch den Zweck erfüllten, den sie eigentlich mal erfüllen sollten, sagte Merz während des Tags der offenen Tür der Bundesregierung in Berlin. Konkret benannte der CDU-Politiker die Gesetze für Unterhaltsvorschuss, Jugendhilfe und die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Merz sagte, es gebe in den Bereichen eine Kostenexplosion für die Kommunen. Er äußerte sich optimistisch, in den kommenden Tagen eine Einigung mit den Ländern zu erzielen.

      Sozialverbände kritisieren mögliche Einsparungen in den von Merz benannten Bereichen. Sie erklärten mehrfach, dass die Kostensteigerungen nicht auf die Gesetze an sich zurückzuführen seien und warnten vor den gesellschaftlichen Folgen von Kürzungen.

    • Fußball-WMSpanien siegt deutlich mit 4:0 gegen Saudi-Arabien - Belgien und Iran trennen sich torlos

      Bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat Spanien mit 4:0 gegen Saudi-Arabien gewonnen. Den ersten Treffer erzielte Yamal in der 10. Minute.

      Kurz hintereinander traf Mikel Oyarzabal zweimal für die Spanier (21./24.). Ein Eigentor von Hassan Al-Tambakti (49.) machte die Lage für den WM-Gastgeber von 2034 noch aussichtsloser.

      Das Spiel fand in Atlanta statt.

      Im zweiten Abendspiel trennten sich Belgien und Iran 0:0.

    • Tag der offenen TürGesundheitsministerin Warken stößt bei Dialog auf Bürgerproteste

      Bundesgesundheitsministerin Warken ist bei einem Bürgerdialog in ihrem Ministerium auf Proteste von Besucherinnen und Besuchern gestoßen.

      Die CDU-Politikerin verteidigte ihren Sparkurs im Gesundheitswesen. Viele kritische Fragen von Patienten sowie Angehörigen des Gesundheitswesens wurden immer wieder von lautem Klatschen begleitet. Warken argumentierte unter anderem, die Krankenhausstruktur in Deutschland sei nicht mehr zukunftsfähig. Man habe einfach eine Überkapazität und zu wenig Auslastung.

      Die Veranstaltung war Teil des Tags der offenen Tür der Bundesregierung. Bereits gestern hatten sich die Besucher in Berlin ein Bild vom Politikbetrieb in der Hauptstadt machen können.

    • Wahl in ÄthiopienRegierungspartei setzt sich klar durch

      Die Regierungspartei PP des äthiopischen Regierungschefs Ahmed hat die Parlamentswahl in dem Land am Horn von Afrika gewonnen.

      Sie erhielt 438 von 501 Abgeordnetenmandaten, wie die Nationale Wahlbehörde mitteilte. Den Angaben zufolge lag die Beteiligung an der Abstimmung vom 1. Juni bei 94 Prozent. Ahmed wurde 2019 wegen der Versöhnung mit dem Nachbarland Eritrea mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Sein Vorgehen gegen Aufständische in der Region Tigray stieß zugleich auf heftige Kritik von Menschenrechtlern.

    • Katholische KircheNeuer Bischof von Münster in Amt eingeführt

      Mit Übergabe der päpstlichen Ernennungsurkunde ist der neue Bischof von Münster, Heiner Wilmer, in sein Amt eingeführt worden.

      Wilmer war bisher Bischof von Hildesheim. Er ist zugleich der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Papst Leo XIV. hatte ihn im März zum Nachfolger von Felix Genn ernannt, der im vergangenen Jahr aus Altersgründen ausgeschieden war. In seiner Predigt rief Wilmer dazu auf, bei Machtmissbrauch und Gewalt nicht wegzusehen, die Wahrheit auszuhalten und an der Seite der Verwundeten zu stehen.

      Der neue Bischof steht dem größten deutschen Bistum vor, es zählt 1,6 Millionen Mitglieder. Neben dem Münsterland, Teilen des Niederrheins und dem Nordrand des Ruhrgebiets gehören auch Teile von Niedersachsen zum Bistum. 

    • Sieg gegen BayernAlba Berlin neuer deutscher Basketball-Meister

      Alba Berlin ist neuer deutscher Basketball-Meister. Das entscheidende Spiel der Finalserie gegen Bayern München endete 84:81.

      Für Berlin ist es die insgesamt zwölfte Meisterschaft und der erste Meistertitel seit 2022. Für die Münchner Trainerlegende Svetislav Pesic endet die Erfolgskarriere mit einer Enttäuschung. Der 76-Jährige hört nach mehr als 40 Jahren auf. Die Münchner verpassten nach den Titeln 2024 und 2025 den erträumten ersten "Threepeat".

    • ParteitagLinke beschließt Gehaltsdeckel für ihre Abgeordneten

      Die Linke hat zum Abschluss ihres Parteitags in Potsdam einen verbindlichen Gehaltsdeckel für ihre Abgeordneten beschlossen. Rund zwei Drittel der Delegierten stimmten für einen Kompromissantrag des Parteivorstands sowie mehrerer Landesverbände, die Bezüge bei 5.300 Euro brutto zu deckeln.

      Der Betrag orientiert sich am Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst und entspricht derzeit etwa 3.300 Euro netto für Alleinstehende in Steuerklasse eins - sowie auch ungefähr dem aktuellen Durchschnittslohn von Vollzeitbeschäftigten. Es soll aber Ausnahmen geben für finanziell besonders belastete Abgeordnete sowie zusätzliche Zulagen für Abgeordnete mit Kindern oder mit einem Pflegegrad.

      Die Regelung soll für alle Abgeordneten des Bundestags und des Europaparlaments verpflichtend sein. Gelten soll sie ab der nächsten Bundestags- beziehungsweise Europawahl. Es gehe um politische Glaubwürdigkeit, sagte die Co-Vorsitzende der Linken, Schwerdtner. Sie selbst deckele ihre Abgeordnetendiät bereits, um den Rest an die Menschen in ihrem direkt gewonnenen Wahlkreis Lichtenberg weiterzugeben.

      Holpriger Start für neuen Co-Vorsitzenden Pantisano

      Auf dem Parteitag hatten zuvor die neu gewählten Vorsitzenden der Partei zu den Delegierten gesprochen. Der Co-Vorsitzende Pantisano äußerte sich selbstkritisch. Das Wahlergebnis von 53 Prozent sei nicht das, was er sich gewünscht habe. Es liege nun am ihm, sich das Vertrauen zu erarbeiten und in den nächsten Monaten in seine Rolle reinzuwachsen. Inhaltlich will Pantisano sich auf die anstehenden Landtagswahlkämpfe in Ostdeutschland konzentrieren und Widerstand gegen die Pläne zu den Sozialreformen organisieren. Über die Vorschläge der Rentenkommission sagte er, es handele sich um ein Kürzungsprogramm, das den "feuchten Träumchen" von Bundeskanzler Merz gerecht werde: "noch länger arbeiten, noch mehr arbeiten".

      Die mit 86 Prozent wiedergewählte Vorsitzende Schwerdtner kritisierte unter anderem den geplanten Ausbau der Bundeswehr. Wenn Merz sage, dass er die größte konventionelle Armee Europas haben wolle, sei das kompletter Wahnsinn, dem man sich entgegenstellen müsse.

    • GuerillaStellvertreter des meistgesuchten Kriminellen in Kolumbien getötet

      In Kolumbien ist ein hochrangiges Mitglied einer Guerillagruppe getötet worden.

      Wie die Behörden mitteilten, haben Sicherheitskräfte den stellvertretenden Anführer der EMC mit dem Kampfnamen "Marlon" ausgeschaltet. Er sei der Stellvertreter von Iván Mordisco gewesen, der als meistgesuchter Krimineller des Landes gilt. Den Angaben zufolge war "Marlon" für einen Bombenanschlag im April mit 21 Toten verantwortlich. Staatspräsident Petro sagte, bei dem Mann habe es sich um den gefährlichsten Mörder, Terroristen und Anwerber von Minderjährigen im Südwesten des Landes gehandelt. In den vergangenen Jahren hatte sich die Sicherheitslage im Land deutlich verschlechtert.

      In Kolumbien findet heute die Stichwahl um das Präsidentenamt statt. Es stehen sich der rechtsgerichtete Anwalt de la Espriella und der linke Senator Cepeda gegenüber. Amtsinhaber Petro durfte gemäß Verfassung nicht erneut antreten.

    • NahostIsrael will keine Einschränkungen bei Vorgehen im Südlibanon akzeptieren

      Israel ist nach Worten von Verteidigungsminister Katz nicht bereit, Einschränkungen beim Vorgehen seiner Armee im Südlibanon zu akzeptieren.

      Dort würden weiterhin "Maßnahmen zur Beseitigung von Bedrohungen" ergriffen, erklärte Katz. Nach tödlichen Angriffen auf israelische Truppen habe die Armee zuletzt mit großer Härte reagiert und eine sehr große Zahl von Hisbollah-Kämpfern ausgeschaltet, hieß es weiter. Der Schutz des Lebens von Soldaten und Bürgern habe oberste Priorität. Die israelischen Truppen blieben auch nach Verkündung einer Waffenruhe im Südlibanon, bekräftigte Katz.

      Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.

      Die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah ließen heute nach Berichten aus dem Südlibanon nach. Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben Anweisungen erhalten, die Waffenruhe zu respektieren und sich ausschließlich defensiv zu verhalten.

      Weiterführende Informationen

      Die wichtigsten Entwicklungen gibt es auch in unseren Newsblog zur Lage im Nahen Osten.

    • UkrainePräsident Selenskyj meldet ukrainische Drohnenangriffe auf Öl- und Militäranlagen auf Krim und in Krasnodar

      Russland und die Ukraine haben sich auch in der vergangenen Nacht wieder gegenseitig aus der Luft angegriffen.

      Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von mehr als 230 ukrainischen Drohnen. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj wurden auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim und in der benachbarten Region Krasnodar ein Öldepot, Infrastruktur und militärische Ausrüstung getroffen, wie etwa Radarstationen. Nach russischen Angaben wurden vier Menschen getötet und 28 verletzt. Der Verkauf von Treibstoff auf der Krim sei eingestellt worden, hieß es weiter.

      Die ukrainische Luftwaffe konnte Medienberichten zufolge 96 russische Drohnen abschießen oder am Flug stören. In den Regionen Poltawa und Dnipropetrowsk meldeten die Behörden drei Todesopfer und mehrere Verletzte.

    • RentenreformDie Vorschläge der Rentenkommission im Überblick

      Die Bundesregierung will die Altersvorsorge reformieren und hat dazu eine Expertenkommission eingesetzt. Nach fünfeinhalb Monaten Beratungszeit hat sich das aus Fachleuten und Politikern bestehende Gremium Medienberichten zufolge auf 30 Vorschläge für die Rente der Zukunft geeinigt. Ein Überblick über die wichtigsten Empfehlungen.

      Steigendes Eintrittsalter - Frührente entfällt

      Das Renteneintrittsalter soll an die Lebenserwartung gekoppelt werden und in den kommenden Jahren langsam ansteigen - ab 2041 alle zehn Jahre um ein halbes Jahr. Den Berechnungen der Kommission nach bedeutet das, dass Beschäftige 2041 erst mit 67,5 Jahren und 2051 dann mit 68 in Rente gehen können. In den 2090er-Jahren würde dann die Rente mit 70 gelten. Die Berechnungen sollen regelmäßig überprüft werden.

      Um die Ausgaben für die Rente zu senken soll den Empfehlungen zufolge ein früherer Renteneintritt ohne Abschläge wie die sogenannte "Rente mit 63" nicht mehr möglich sein. Für Menschen mit belastenden Arbeitsbiographien und gesundheitlichen Problemen soll es aber neue Regelungen geben.

      Kapitalgedeckte Zusatzrente

      Ein Teil der Rentenbeiträge soll künftig am Aktienmarkt angelegt werden. In diese neue Kapitalsäule sollen später bis zu zwei Prozent vom Bruttolohn fließen, zu Beginn sind 0,5 Prozent angedacht. Davon wird je die Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern eingezahlt. Diese kapitalgedeckte Zusatzrente folgt dem schwedischem Modell, sie soll von einem Staatsfonds verwaltet werden und verpflichtend sein. 

      Mit den erhofften Erträgen will die Kommission das Rentenniveau bei 48 Prozent stabil halten. Langfristig soll es für Neurentner sogar ein Rentenniveau von 50 Prozent geben. An der bisherigen Prognose, dass der Beitragssatz bis 2028 von heute 18,6 auf 19,9 Prozent ansteigt, ändert sich dadurch nichts.

      Mehr Einzahlende in die Rentenkasse

      In Zukunft sollen mehr Menschen in Deutschland in die Rentenkasse einzahlen. Dazu gehören nach den Vorschlägen der Experten Berufspolitiker wie zum Beispiel Abgeordnete. Geplant ist zudem die Einbindung von Selbstständigen in die gesetzliche Rente, wenn diese nicht schon über eine berufsspezifische Kasse abgesichert sind. Eine Einbindung von Beamten ist vorerst allerdings nicht geplant. Minijobs, die von Beiträgen für die Rentenkasse befreit sind, soll es künftig nur noch für Schüler geben.

      Laut der Kommission unter der Verwaltungswissenschaftlerin Constanze Janda und dem früheren Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sollen die Maßnahmen in Zukunft die Sicherung des Lebensstandards im Alter auch für kleinere und mittlere Einkommen garantieren.

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      Gemischte Reaktionen zu Vorschlägen der Rentenkommission

      Kommission empfiehlt Fondsmodell und steigendes Eintrittsalter (Audio)

    • Sozialleistungs-DebatteSöder (CSU) fordert Bürgergeld-Kürzung

      Die CSU pocht weiter auf Kürzungen beim Bürgergeld.

      Der Parteivorsitzende Söder sagte der "Bild am Sonntag", die generellen Regelsätze müssten bis auf das absolut verfassungsrechtliche Minimum reduziert werden. Nehme man etwa zusammen, was jemand mit Kindern, Wohnung und Zuschüssen insgesamt erhalten könne, dann sei das nach wie vor ein sehr hoher Betrag, der auf wenig Verständnis in der Bevölkerung stoße. Ähnlich hatte sich zuletzt Söders Parteikollege und Bundesinnenminister Dobrindt geäußert. Für die rund 5,5 Millionen Bürgergeld-Bezieher gelten ab dem 1. Juli neue Regeln mit schärferen Sanktionen. Der Name ändert sich in Grundsicherung, die Höhe der Sozialleistung jedoch nicht.

      Das Bürgergeld hatte 2023 das "Hartz IV"-System abgelöst, das aus der Reformagenda des früheren SPD-Bundeskanzlers Schröder hervorgegangen war.

    • RückführungenInnenministerium weitet Abschiebungen nach Afghanistan aus

      Die Bundesregierung weitet die Abschiebungen afghanischer Straftäter aus. Künftig seien dafür drei Charterflüge pro Monat möglich, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Darüber hinaus könne es jederzeit auch Einzelrückführungen über Linienflüge geben.

      Vorausgegangen seien Verhandlungen auf technischer Arbeitsebene zwischen Vertretern des Ministeriums und der afghanischen Taliban-Führung. Bundesinnenminister Dobrindt sagte der "Bild am Sonntag", wer den Schutz in Deutschland missbrauche und hier schwere Straftaten begehe, müsse seine Perspektive in seinem Heimatland suchen. Die Gesellschaft habe ein legitimes Interesse daran, dass Straftäter das Land verließen. Nach Informationen der Zeitung befinden sich derzeit noch mindestens einhundert abschiebebereite afghanische Straftäter in regulärer Haft oder in Abschiebehaft.

    • FeuerwehrMehrere Verletze bei Brand in Hotel in Hamburg

      Bei einem Brand in einem Hamburger Hotel sind 14 Menschen verletzt worden.

      Wie die Feuerwehr mitteilte, wurde eine Person schwer verletzt, alle anderen leicht. Der Brand wurde kurz nach Mitternacht gemeldet. Ersten Erkenntnissen zufolge brach das Feuer im Keller des Gebäudes aus und drohte auf weitere Stockwerke überzugreifen. Aufgrund der starken Rauchentwicklung konnten die Gäste das Hotel nicht mehr eigenständig verlassen. Die Feuerwehr setzte zur Evakuierung Drehleitern ein. 

      Zur Brandursache und zum Sachschaden konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

    • GroßbritannienStarmers Umfeld weist Bericht über Rücktrittspläne zurück

      Der britische Wirtschaftsminister Kyle hat Berichte über einen bevorstehenden Rücktritt von Premierminister Starmer zurückgewiesen.

      Er habe keinen Grund zu der Annahme, dass diese wahr seien, sagte Kyle dem Sender Sky News. Es gebe derzeit viele Spekulationen. Er habe am Freitag ein langes und offenes Gespräch mit dem Regierungschef geführt.

      Die Zeitung "The Observer" hatte zuvor berichtet, dass Starmer voraussichtlich am Montag seinen Rücktritt ankündigen und einen Zeitplan für sein Ausscheiden vorlegen werde. Der Druck auf den Premierminister hatte sich am Freitag deutlich erhöht, als sein parteiinterner Rivale Burnham einen Sitz im Parlament gewann. Dies ermöglicht ihm eine formale Kandidatur für den Labour-Vorsitz.

    • SchottlandMann in Edinburgh nach mutmaßlich muslimfeindlichen Angriffen festgenommen

      Nach einer Reihe gewalttätiger Angriffe mit fünf Verletzten in Edinburgh ermittelt die schottische Anti-Terror-Einheit der Polizei.

      Nach Angaben von zwei Organisationen waren unter den Opfern mehrere Muslime.
      Wie die Polizei mitteilte, befindet sich ein 36-jähriger Mann in Gewahrsam und wird bald einem Gericht vorgeführt. Premierminister Starmer erklärte, der Verdächtige scheine durch Hass auf Muslime motiviert gewesen zu sein.

      In Großbritannien hatte es in den vergangenen Wochen nach zwei Messerangriffen wiederholt rassistische Ausschreitungen gegeben.

    • New YorkUNO-Sicherheitsrat warnt vor Gräueltaten im Sudan

      Der UNO-Sicherheitsrat hat vor Gräueltaten im Kriegsland Sudan gewarnt.

      Das Gremium der Vereinten Nationen äußerte sich in New York besorgt darüber, dass solche Taten angesichts der Belagerung der Stadt Al-Obeid durch die Milizionäre unmittelbar bevorstehen könnten. Der Sicherheitsrat forderte die Paramilitärs auf, ihre Offensive unverzüglich einzustellen und sich zurückzuziehen. Zudem wurde von den Konfliktparteien die sofortige Einstellung ihrer Kämpfe verlangt. Im Sudan liefern sich die offizielle Armee von Militärherrscher Burhan und die RSF-Miliz seines ehemaligen Stellvertreters Daglo seit mehr als drei Jahren erbitterte Gefechte.

      Dabei wurden im drittgrößten Land Afrikas bereits zehntausende Menschen getötet. Mehr als elf Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen auf der Flucht. 

    • USAPräsident Trump gibt Vandalismus Schuld für Probleme an saniertem Wasserbecken am Lincoln-Denkmal in Washington

      Das jüngst blau gestrichene Wasserbecken am Lincoln-Denkmal in Washington muss saniert werden.

      In dem 610 Meter langen Becken hat sich das Wasser blau-grün verfärbt. Im Wasser waren abgeblätterte blaue Farbpartikel zu sehen. Arbeiter versuchten, die Farbreste zusammen mit Algen aus dem Becken zu entfernen.

      Präsident Trump machte angeblichen Vandalismus für die Schäden verantwortlich. Nach seinen Angaben gab es mehrere Festnahmen.

      Das berühmte Becken - sein offizieller Name lautet: "Lincoln Memorial Reflecting Pool" - gehört zu den Wahrzeichen Washingtons. Es war auf Trumps Anordnung für mehrere Millionen Dollar in der Farbe der Nationalflagge blau gestrichen worden. Probleme mit Algen gibt es an dem Bauwerk schon seit seiner Eröffnung im Jahr 1922.

    • Debatte über MilitärgruppeSelenskyj gibt höchsten polnischen Orden zurück

      Im Konflikt um die Benennung einer ukrainischen Militäreinheit hat Präsident Selenskyj einen polnischen Orden zurück nach Warschau gesendet.

      Er teilte mit, er habe geglaubt, die Auszeichnung sei für das ukrainische Volk und die Armee bestimmt gewesen. Zugleich betonte Selenskyj seine Dankbarkeit für Polens Unterstützung und erklärte, er sei offen für einen Dialog über widersprüchliche Interpretationen der gemeinsamen Vergangenheit. Hintergrund ist die Benennung einer ukrainischen Militäreinheit nach der sogenannten „Aufständischen Armee“ aus dem Zweiten Weltkrieg, die für Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung verantwortlich gemacht wird. Deshalb hatte Polens Präsident Nawrocki Selenskyj die Ehrung aberkannt.

      Der "Orden des Weißen Adlers" gilt als höchste Auszeichnung Polens, er war Selenskyj 2023 verliehen worden.

    • Krieg gegen die UkraineTote bei russischem Luftangriff

      Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Stadt Saporischschja sind nach Angaben örtlicher Behörden mindestens vier Menschen ums Leben gekommen.

      Weitere sechs Bewohner seien verletzt worden, hieß es. Das Stadtzentrum sei von mehreren Fliegerbomben getroffen worden. Unter einem zerstörten Gebäude würden Opfer vermutet. Zuvor war die ukrainische Region Dnipro von mehreren russischen Kampfdrohnen sowie Artillerie angegriffen worden. Dabei seien an verschiedenen Orten des Gebiets mindestens neun Menschen verletzt worden, erklärte das Militär. In seiner abendlichen Videoansprache warnte der ukrainische Präsident Selenskyj seine Landsleute vor weiteren bevorstehenden Angriffen der russischen Streitkräfte.

      Moskau stelle den Krieg nicht ein, obwohl alle Vorschläge und möglichen Gesprächsformate schon lange auf dem Tisch lägen.

    • InterviewWirtschaftsweise Schnitzer fordert Streichung von Steuervergünstigungen

      Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer spricht sich für eine Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie aus.

      Sie sagte dem Magazin "Der Spiegel", der verringerte Steuersatz koste rund 3,4 Milliarden Euro pro Jahr und rette nicht wie versprochen die Landgasthäuser. Stattdessen profitierten Ketten wie McDonald's und Burger King. Die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sprach von einer der überflüssigsten Subventionen seit langem.

      Die Insolvenzen in der Gastronomie sind laut einer Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform im Jahr 2025 zum vierten Mal in Folge gestiegen. Um die Branche zu entlasten, wurde die Mehrwertsteuer für Speisen zu Jahresbeginn von 19 auf 7 Prozent gesenkt. 

      Schnitzer sagte weiter, auch die Steuervergünstigung beim Diesel gehöre abgeschafft.

    • Interview der WocheUkrainischer Schriftsteller Zhadan sieht auch russische Gesellschaft für Krieg gegen die Ukraine in der Verantwortung

      Der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan sieht auch die Menschen in Russland in der Verantwortung für den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zhadan sagte im Interview der Woche des Deutschlandfunks, die russische Gesellschaft müsse begreifen, dass auch sie es sei, die den Krieg führe.

      Ein Teil der europäischen Bevölkerung sei der Ansicht, dass nur Russlands Präsident Putin und sein Umfeld diesen Krieg führten. Das sei aber eine "infantile Illusion". Es handele sich vielmehr um eine "schmerzhafte Frage von kollektiver Verantwortung". Der Schriftsteller, der 2022 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, verwies auf insgesamt rund zwei Millionen russische Bürger, die als Soldaten an dem Krieg teilnähmen oder teilgenommen hätten. Es sei daher der richtige Weg, dass der Krieg nach Russland getragen werde.

      Krieg als "verlorene Jahre"

      Mit Blick auf die Menschen in der Ukraine bezeichnete Zhadan die Kriegszeit als "verlorene Jahre für alle". Betroffen sei mit Kultur, Bildung und Medizin die gesamte Gesellschaft. Der Schriftsteller führte aus, der Krieg verändere die Realität und nehme überall Einfluss in Form von Einschränkungen und Grenzen. Auch positive Entwicklungen etwa in der Rüstungsindustrie oder in der Versorgung von Schwerverletzten änderten daran nichts. Die Erinnerung an Verstorbene müsse als Impuls dienen, Veränderungen anzustreben.

      Bewertung von außen unwichtig geworden

      Bei der Zusammenarbeit mit anderen Ländern sei es den Ukrainern mittlerweile nicht mehr wichtig, wie sie von der Welt wahrgenommen würden, sagte Zhadan. Bei Kriegsbeginn habe man auf Reaktionen aus den USA und Deutschland gewartet. Nachdem diese verspätet und ungelenk erfolgt seien, habe man verstanden, dass man sich nur auf sich verlassen könne. Zugleich hob der Autor hervor, dass man mit internationalen Partnern konstruktive Beziehungen führen müsse.

      Das ganze Interview der Woche mit Serhij Zhadan hören Sie hier.

    • Debatte um GedenkveranstaltungMusikwissenschaftler Nemtsov fordert Abkehr von Wagner-Kanon bei Bayreuther Festspielen

      Der Musikwissenschaftler Jascha Nemtsov fordert eine Abkehr vom Wagner-Kanon bei den Bayreuther Festspielen. Eine thematische Öffnung zu anderen Komponisten sei der "einzige Weg", die Festspiele langfristig zu erhalten und mit demokratischen Werten in Einklang zu bringen, sagte Nemtsov im Deutschlandfunk.

      Die Aufarbeitung der Bayreuther Nazi-Vergangenheit und der antisemitischen Gesinnung Richard Wagners werde bis heute nur ”halbherzig” betrieben, so der Musikwissenschaftler. Es gehe dabei eher darum, "möglichst viel zu verdrängen und zu verstecken, als aufzuklären". Dies habe die Debatte um die geplante Gedenkveranstaltung zum 150. Jubiläum erneut gezeigt. Man müsse sich stattdessen damit auseinandersetzen, dass Wagners Werk von dessen Weltbild und antisemitischen Schriften nicht zu trennen sei, erklärte Nemtsov.

      Die Leiterin des Bayreuther Festivals, Katharina Wagner, hatte eine für das erste Festspielwochenende geplante Gedenkveranstaltung mit dem jüdischen Publizist Michel Friedman unter Verweis auf "Sicherheitsbedenken" zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben. Nach scharfer Kritik auch aus der Politik bat sie Friedmann nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" um Entschuldigung, die dieser auch angenommen habe. Die Veranstaltung soll demnach am 26. Juli stattfinden.

    • WetterNachts teils wolkig, teils klar, abklingende Gewitter

      Das Wetter: In der Nacht teils wolkig, teils klar. Im Norden meist trocken, über der Mitte und dem Süden abklingende Schauer und Gewitter. Für Sachsen, Rheinland-Pfalz und Teilen Bayerns sowie Hessens gilt eine amtliche Unwetterwarnung. Tiefsttemperaturen im Norden 16 bis 10 Grad, sonst 22 bis 15 Grad.

      Morgen heiter, zeitweise wolkig. Im Norden trocken, in der Südhälfte örtlich erneut teils kräftige Schauer und Gewitter mit lokaler Unwettergefahr. 24 bis 38 Grad.

  • Samstag, 20.06.2026

    • Reform der AltersvorsorgeExpertenkommission: Langsamer Anstieg des Eintrittsalters, Rentenniveau soll sich stabilisieren

      Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission für die Rentenreform hat sich auf Empfehlungen geeinigt. Der Bericht, der am Dienstag übergeben werden soll, liegt mehreren Medien bereits vor. Demnach soll das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden und langsam steigen - ab 2042 alle zehn Jahre um ein halbes Jahr.

      In den 2090er-Jahren würde dann die Rente mit 70 gelten. Zudem soll das Rentensystem durch eine staatliche, kapitalgedeckte Vorsorge gestärkt werden. Die Beiträge sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils hälftig tragen, das Rentenniveau soll damit stabilisiert werden.

      Frührente-Optionen sollen eingeschränkt werden

      Um die Ausgaben der gesetzlichen Rente zu dämpfen, sollen Optionen für einen vorzeitigen Eintritt eingeschränkt werden. So soll etwa die abschlagsfreie sogenannte "Rente ab 63" entfallen. Für Menschen mit gesundheitlichen Problemen oder erschwerten Arbeitsbiografien soll es neue Regelungen geben.

      Den Empfehlungen der Expertenkommission nach sollen zeitnah außerdem Politiker und Selbstständige in die Rentenkasse einzahlen. Überlegt wird
      nach Medienberichten außerdem, langfristig auch Beamte miteinzubeziehen.

    • ParteitagSchwerdtner und Pantisano zu Linken-Vorsitzenden gewählt

      Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano sind die neue Doppelspitze der Linken. Die Delegierten des Bundesparteitags in Potsdam bestätigten Schwerdtner mit 85,7 Prozent im Amt. Pantisano wurde mit nur 53,3 Prozent zum Nachfolger von Jan van Aken gewählt, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte.

      Schwerdtner war zum ersten Mal im Oktober 2024 zur Parteichefin gewählt worden. Sie und van Aken hätten von den Delegierten damals einen Vertrauensvorschuss bekommen, sagte Schwerdtner in ihrer Bewerbungsrede. Sie wolle mit der Partei weiter gegen die von der schwarz-roten Bundesregierung geplanten Kürzungen kämpfen.

      Pantisano machte in seiner Rede deutlich, dass er verstärkt Arbeiterinnen und Arbeiter erreichen wolle. Er sprach von den "echten Leistungsträgern im Gegensatz zu den Konzernbossen". Der 46-jährige ist aktuell Vizechef der Linken-Bundestagsfraktion.

      Van Aken wünscht sich sozialistische Volkspartei in Deutschland

      Zuvor hatte sich der nun scheidende Linken-Vorsitzende van Aken von den Delegierten verabschiedet. In seiner Rede sagte er, er sehe für seine Partei ein Wählerpotenzial von 20 Prozent der Stimmen. Forderungen nach einer Vermögensteuer, einem Mietendeckel oder der Rente ab 65 hätten in der Bevölkerung breite Unterstützung. Seine Vision sei eine sozialistische Volkspartei in Deutschland, betonte van Aken.

      Gestern war auf dem Bundesparteitag der Beschluss gefasst worden, Israels Vorgehen im Gazakrieg als ”Völkermord” zu bezeichnen. Im Vorfeld der Abstimmung gab es eine lebhafte Debatte zu dem Thema. Im Beschluss enthalten ist ein Bekenntnis zum Existenzrecht des Staates Israel und Palästinas.

      Aus dem Deutschlandfunk-Programm:

      Bundesparteitag in Potsdam: Die Linke ringt um Position zu Israel (Audio)

    • Krieg gegen die UkraineTote bei russischem Luftangriff

      Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Stadt Saporischschja sind nach Angaben örtlicher Behörden mindestens vier Menschen ums Leben gekommen.

      Weitere sechs Bewohner seien verletzt worden, hieß es. Das Stadtzentrum sei von mehreren Fliegerbomben getroffen worden. Unter einem zerstörten Gebäude würden Opfer vermutet. Zuvor war die ukrainische Region Dnipro von mehreren russischen Kampfdrohnen sowie Artillerie angegriffen worden. Dabei seien an verschiedenen Orten des Gebiets mindestens neun Menschen verletzt worden, erklärte das Militär.

    • Debatte über MilitärgruppeSelenskyj gibt höchsten polnischen Orden zurück

      In der Debatte über die Benennung einer ukrainischen Militäreinheit hat Präsident Selenskyj einen polnischen Orden zurück nach Warschau geschickt.

      Er teilte mit, er habe geglaubt, die Auszeichnung sei für das ukrainische Volk und die Armee bestimmt gewesen. Heute habe er sie zurückgesandt. Zugleich betonte Selenskyj seine Dankbarkeit für Polens Unterstützung und erklärte, er sei offen für einen Dialog über widersprüchliche Interpretationen der gemeinsamen Vergangenheit. Hintergrund des Konflikts ist die Benennung einer ukrainischen Armee-Einheit nach der sogenannten „Aufständischen Armee“ aus dem Zweiten Weltkrieg, die für Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung verantwortlich gemacht wird. Polens Präsident Nawrocki hatte Selenskyj die Ehrung unlängst aberkannt. Der "Orden des Weißen Adlers" gilt als höchste Auszeichnung Polens, er war Selenskyj 2023 verliehen worden.

    • InterviewWirtschaftsweise Schnitzer fordert Streichung von Steuervergünstigungen

      Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer spricht sich für eine Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie aus.

      Sie sagte dem Magazin "Der Spiegel", der verringerte Steuersatz koste rund 3,4 Milliarden Euro pro Jahr und rette nicht wie versprochen die Landgasthäuser. Stattdessen profitierten Ketten wie McDonald's und Burger King. Die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sprach von einer der überflüssigsten Subventionen seit langem.

      Die Insolvenzen in der Gastronomie sind laut einer Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform im Jahr 2025 zum vierten Mal in Folge gestiegen. Um die Branche zu entlasten, wurde die Mehrwertsteuer für Speisen zu Jahresbeginn von 19 auf 7 Prozent gesenkt. 

      Schnitzer sagte weiter, auch die Steuervergünstigung beim Diesel gehöre abgeschafft.

    • SozialesKritik an Kürzungen beim Wohngeld

      An den Plänen von Bundesbauministerin Hubertz für Kürzungen beim Wohngeld gibt es Kritik auch aus den eigenen Reihen.

      Der rheinland-pfälzische Bauminister Teuber, wie Hubertz bei der SPD, sagte der Deutschen Presse-Agentur, das sei das völlig falsche Signal. Das Wohngeld sei eine wichtige soziale Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen.

      Die Mieten stiegen, und mietgebundene Wohnungen verschwänden seit Jahrzehnten zugunsten des freien Marktes, sagte Teuber weiter. Ausgerechnet jetzt kürze der Bund die Unterstützung für zehntausende Haushalte, die trotz täglicher Arbeit kaum noch bezahlbare Wohnungen fänden.

      Hubertz hatte der Rheinischen Post gesagt, sie wolle beim Wohngeld zwei Milliarden Euro einsparen. Ein Drittel der Wohngeld-Haushalte könnte im Zuge dessen den Anspruch ganz verlieren, wie die Ministerin ausführte.

    • Kieler WocheVeranstaltung jährt sich zum 132. Mal

      Bundespräsident Steinmeier hat am Abend die 132. Kieler Woche eröffnet.

      Sie gilt als eine der größten Segelsportveranstaltungen der Welt und ist gleichzeitig ein Volksfest mit zahlreichen Konzerten und anderen kulturellen Darbietungen. Die Kieler Woche dauert bis zum 28. Juni. Im vergangenen Jahr hatten rund 3,3 Millionen Menschen die Veranstaltungswoche besucht.

    • SchifffahrtIran schließt erneut Straße von Hormus

      Der Iran schließt offenbar erneut die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr.

      Grund seien Verstöße gegen das Waffenstillstandsabkommen durch Israel und die USA, teilte das Militär mit. Dies sei der erste Schritt. Weitere Maßnahmen würden ergriffen, sollten die Verstöße anhalten.

      Hintergrund sind die fortgesetzten Angriffe Israels im Südlibanon mit zahlreichen Toten. Die israelische Armee macht geltend, damit auf Angriffe der Hisbollah zu reagieren. Seit gestern gilt eigentlich eine neu ausgehandelte Waffenruhe zwischen der vom Iran unterstützten Miliz und Israel.

    • LandesparteitagCDU-Politikerin Winter zur Spitzenkandidatin in Bremen gewählt

      Auf einem Landesparteitag der CDU in Bremen ist die Politikerin Winter zur Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl in knapp einem Jahr gewählt worden.

      Sie erhielt 92 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die 30-Jährige könnte damit die erste Frau im Amt des Bremer Bürgermeisters werden. - Seit 1946 stellt allerdings die SPD den Regierungschef, derzeit mit Andreas Bovenschulte.

      Winter, die Fraktionsvorsitzende der CDU ist, drängte ihre Partei zum Aufbruch. Bremen sei das Land mit der bundesweit höchsten Armutsquote, der höchsten Arbeitslosenquote und dem letzten Platz in Bildungsrankings, sagte sie auf dem Parteitag. Sie kündigte an, sich für Sicherheit, Digitalisierung, weniger Bürokratie und verlässliche Kinderbetreuung einzusetzen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss sie aus.

    • GedenkenDobrindt zum Weltflüchtlingstag

      Bundesinnenminister Dobrindt hat an Leid und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert.

      Anlass ist der heutige Weltflüchtlingstag. Der CSU-Politiker berichtete bei der Gedenkstunde der Bundesregierung für die Opfer von Flucht und Vertreibung von seinem Besuch im tschechischen Brno. Dort fand Ende Mai der Sudetentag statt, zum ersten Mal in Tschechien. Das Engagement junger Menschen dort, die sich für ein einiges und friedliches Europa einsetzten, habe ihn tief beeindruckt.

      Gleichzeitig hätten sie an den "Brünner Todesmarsch" erinnert, die Vertreibung der deutschen Bevölkerung im Nachgang des Zweiten Weltkriegs. Die Erinnerung daran sei wichtig, um der Versöhnung ein Denkmal zu setzen, sagte Dobrindt.

    • ErzgebirgeFreie Sachsen gehen gegen OB-Wahlergebnis in Aue vor

      Die rechtsextreme Partei Freie Sachsen geht nach eigenen Angaben gegen das Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema vor.

      Der CDU-Kandidat Hoffmann hatte in der Stichwahl mit rund 500 Stimmen Vorsprung gewonnen. Der unterlegene Kandidat Hartung macht nun angebliche Rechtsverstöße geltend - darunter Wahlbeeinflussung durch Dritte. Unklar ist, ob er seinen Widerspruch bereits offiziell beim Landratsamt des Erzgebirgskreises eingereicht hat.

      Hartung war jahrelang Funktionär der NPD. Heute ist er Vizechef der Freien Sachsen, die vom Verfassungsschutz als Gruppierung von "Neonationalsozialisten" und anderen Rechtsextremen bezeichnet wird. Er sitzt im Stadt- und Kreistag und organisiert regelmäßig Proteste gegen Asylbewerberunterkünfte.

    • NahostTrotz neuer Waffenruhe: Israelische Angriffe im Südlibanon gemeldet - Bericht über Sorge von US-Geheimdiensten

      Trotz der ausgerufenen Waffenruhe hat es im Libanon neue Angriffe Israels gegeben.

      Wie die libanesische Nachrichtenagentur NNA mitteilte, wurden mindestens 16 Menschen durch israelische Luftangriffe im Süden des Landes getötet. Darunter befindet sich auch ein Soldat der libanesischen Armee, wie diese bestätigte. In einer Erklärung des Militärs wird Israel wird vorgeworfen, durch seine Fortsetzung der Angriffe jede Lösung zu behindern, die eine Wiederherstellung der Stabilität im Libanon ermöglichen würde. Libanons Armee ist an den Kämpfen im Land nicht beteiligt.

      Seit gestern gilt eigentlich eine neu ausgehandelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Beide Seiten werfen sich jedoch vor, dagegen verstoßen zu haben und auf Angriffe des jeweils anderen zu reagieren.

      Das israelische Vorgehen im Libanon belastet zunehmend das Verhältnis mit den USA. Wie die "Washington Post" berichtet, warnten US-Geheimdienste nun die Regierung, dass Israel das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran beeinträchtigen könnte. Darin wurde vereinbart, dass auch die Kämpfe im Libanon eingestellt werden sollen.

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      Die wichtigsten Entwicklungen gibt es auch in unseren Newsblog zur Lage im Nahen Osten.

    • PakistanSieben Tote bei Bombenanschlag

      Im Nordwesten Pakistans sind bei einem Anschlag mindestens sieben Menschen getötet und drei weitere verletzt worden.

      Nach Angaben der Polizei wurde in der Nähe der Grenze zu Afghanistan ein erster Sprengsatz gezündet, als ein Geländewagen passierte. Die zweite Detonation erfolgte, als Rettungskräfte zum Einsatz kamen. Es gab zunächst kein Bekennerschreiben.

      Pakistans Premierminister Sharif verurteilte den Anschlag. Seine Regierung sei weiterhin entschlossen, Terrorismus zu bekämpfen. Die pakistanische Regierung wirft dem Taliban-Regime in Afghanistan vor, extremistischen Gruppen Unterschlupf zu gewähren, die immer wieder Anschläge in Pakistan verüben. Kabul weist das zurück.

    • Naher OstenBericht: US-Sondergesandter Witkoff soll auf dem Weg in die Schweiz sein

      Der Sondergesandte ⁠des Weißen Hauses, Witkoff, soll sich nach Medienberichten auf den Weg in die Schweiz gemacht haben.

      Dort wolle er erste Gespräche über die konkrete Ausgestaltung des Rahmenabkommens mit dem Iran führen, berichtet das ‌Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf einen Washingtoner Regierungsvertreter. Demnach hält sich der Schwiegersohn von Präsident Trump, Kushner, bereits in der Schweiz auf. Ein erster Termin für Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran war gestern abgesagt worden. Ebenfalls "Axios" berichtet, US-Außenminister Rubio plane in der kommenden Woche eine Reise in den Nahen Osten. Besuchen werde er voraussichtlich Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain.

      Weiter heißt es, Rubio wolle in Bahrain ein Gipfeltreffen mit den Außenministern des Golf-Kooperationsrats abhalten.

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      Deal zwischen Iran und USA – Wo bleibt da der Gazastreifen? (Audio)

    • Straße von HormusSPD-Verteidigungsexperte Schmid: "Halte Mehrheit im Bundestag für einen Bundeswehr-Einsatz perspektivisch für realistisch"

      Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Schmid, sieht noch Klärungsbedarf für eine Beteiligung der Bundeswehr an einem internationalen Einsatz in der Straße von Hormus.

      Schmid sagte im Deutschlandfunk, es brauche noch ausführliche parlamentarische Beratungen. Letztlich müssten viele Voraussetzungen erfüllt sein, um grünes Licht für einen möglichen Einsatz der Bundeswehr zu geben - wichtig sei vor allem, dass vorher über längere Zeit keine Kampfhandlungen mehr in der Meerenge erfolgten. Zudem müsse es ein von Iran und USA unterschriebenes Dokument geben, das international anerkannt werde und ein Ende der Kämpfe absichere, betonte der SPD-Politiker. Grundsätzlich hält Schmid eine Mehrheit im Bundestag für den Einsatz aber für realistisch.

      Bundesverteidigungsminister Pistorius, ebenfalls SPD, hatte vor wenigen Tagen zwei Schiffe der Deutschen Marine in Richtung Rotes Meer geschickt, um sich für einen möglichen Einsatz zur Minenräumung in der Straße von Hormus bereitzuhalten. Dafür seien aber die Zustimmung des Iran und des Oman sowie ein Bundestagsbeschluss erforderlich, betonte Pistorius.

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    • BayernEin Toter nach Güterzug-Unfall in München

      Bei dem Güterzug-Unfall in München ist ein Mensch ums Leben gekommen.

      Das teilte die Polizei am Vormittag mit. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. In der Nacht waren im Münchener Stadtteil Milbertshofen zwei Güterzüge aus noch ungeklärten Gründen beim Rangieren kollidiert. Zwei Waggons stürzten auf eine darunterliegende Straße. Danach hieß es zunächst, eine Person sei lebensgefährlich verletzt worden.

      Derzeit laufen die Bergungsarbeiten. Laut der Deutschen Bahn ist der Personenverkehr nicht eingeschränkt.

    • UnwetterNeun Verletzte nach Blitzeinschlag auf Sportplatz in Rastatt - Festival in Schleswig-Holstein geräumt

      In einigen Teilen Deutschlands hat es Verletzte und Schäden durch Unwetter gegeben.

      Im baden-württembergischen Rastatt wurden bei einem Gewitter neun Menschen durch einen Blitzeinschlag auf einem Sportplatz verletzt, eine Person davon schwer. In Rheinland-Pfalz gab es an mehreren kleinen Flüssen plötzliche Hochwasser. In Mannheim und im brandenburgischen Neuruppin gab es Schäden durch umgestürzte Bäume und überflutete Straßen. In Schleswig-Holstein, südlich von Flensburg, wurde ein Festival mit rund 5.000 Besuchern zwischenzeitlich geräumt. Wegen der hohen Temperaturen kam es zu Straßenschäden, etwa in Brandenburg an der Autobahn 13 und in Schleswig-Holstein an der A1.

      Bei Hitze kann die Fahrbahndecke von älteren Straßen aus Beton aufbrechen oder sich aufwölben.

    • Bis zu 40 GradMeteorologen warnen vor Hitzewelle über Teilen Westeuropas

      Eine Hitzewelle führt in großen Teilen Westeuropas zu Belastungen.

      Der Deutsche Wetterdienst warnte für weite Teile der Bundesrepublik vor starker bis extremer Hitze. Auch in Frankreich, Spanien, Großbritannien und der Schweiz gaben die Behörden entsprechende Hinweise heraus. In Spanien werden am Wochenende in einigen Landesteilen bis zu 40 Grad erwartet, in Frankreich am Montag sogar 42 Grad.

    • Giftiges GasChempark Dormagen: 25 Menschen nach Austritt von phosgenhaltiger Lösung in Krankenhäuser gebracht

      Nach einem Chemikalienaustritt im Chempark Dormagen in Nordrhein-Westfalen werden mindestens 25 Menschen im Krankenhaus behandelt.

      Dabei handelt es sich einer Mitteilung zufolge um Beschäftigte des Chemparks. Aus bisher unbekannter Ursache sei eine phosgenhaltige Lösung ausgetreten. Der Einsatz der Werkfeuerwehr sei inzwischen beendet. In angrenzenden Wohngebieten seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Die Kriminalpolizei habe Ermittlungen zur Ursache übernommen.

      Phosgen wird laut dem Chempark Dormagen als Ausgangsstoff zur Herstellung von Vorprodukten für Pflanzenschutzmittel und Pharmazeutika genutzt. Das Gas ist hochgiftig und kann Lungenschäden verursachen.

    • Interview der WocheUkrainischer Schriftsteller Zhadan sieht auch russische Gesellschaft für Krieg gegen die Ukraine in der Verantwortung

      Der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan sieht auch die Menschen in Russland in der Verantwortung für den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zhadan sagte im Interview der Woche des Deutschlandfunks, die russische Gesellschaft müsse begreifen, dass auch sie es sei, die den Krieg führe.

      Ein Teil der europäischen Bevölkerung sei der Ansicht, dass nur Russlands Präsident Putin und sein Umfeld diesen Krieg führten. Das sei aber eine "infantile Illusion". Es handele sich vielmehr um eine "schmerzhafte Frage von kollektiver Verantwortung". Der Schriftsteller, der 2022 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, verwies auf insgesamt rund zwei Millionen russische Bürger, die als Soldaten an dem Krieg teilnähmen oder teilgenommen hätten. Es sei daher der richtige Weg, dass der Krieg nach Russland getragen werde.

      Krieg als "verlorene Jahre"

      Mit Blick auf die Menschen in der Ukraine bezeichnete Zhadan die Kriegszeit als "verlorene Jahre für alle". Betroffen sei mit Kultur, Bildung und Medizin die gesamte Gesellschaft. Der Schriftsteller führte aus, der Krieg verändere die Realität und nehme überall Einfluss in Form von Einschränkungen und Grenzen. Auch positive Entwicklungen etwa in der Rüstungsindustrie oder in der Versorgung von Schwerverletzten änderten daran nichts. Die Erinnerung an Verstorbene müsse als Impuls dienen, Veränderungen anzustreben.

      Bewertung von außen unwichtig geworden

      Bei der Zusammenarbeit mit anderen Ländern sei es den Ukrainern mittlerweile nicht mehr wichtig, wie sie von der Welt wahrgenommen würden, sagte Zhadan. Bei Kriegsbeginn habe man auf Reaktionen aus den USA und Deutschland gewartet. Nachdem diese verspätet und ungelenk erfolgt seien, habe man verstanden, dass man sich nur auf sich verlassen könne. Zugleich hob der Autor hervor, dass man mit internationalen Partnern konstruktive Beziehungen führen müsse.

      Mehr zum Thema:

      Das ganze Interview der Woche mit Serhij Zhadan hören Sie am Sonntag ab 11.05 Uhr im Deutschlandfunk oder schon jetzt in der Deutschlandfunk-App.

    • Ukraine-KriegSelenskyj wirft Belarus Unterstützung russischer Drohnenangriffe vor

      Der ukrainische Präsident Selenskyj wirft Belarus vor, an der Grenze Signalverstärker für russische Drohnen aufgestellt zu haben.

      Mit Hilfe dieser Technik würden Drohnen auf die ukrainische Bevölkerung gelenkt, sagte Selenskyj in Kiew und forderte den belarussischen Machthaber Lukaschenko auf, die Einrichtungen innerhalb einer Woche zu entfernen. Ansonsten würden die Ukrainer dies tun. Belarus gilt als Russlands engster Verbündeter. Erst kürzlich hatte Lukaschenko Moskau und Kiew zu Kompromissbereitschaft aufgerufen, um den Krieg zu beenden. Ein militärischer Sieg sei für beide Seiten unrealistisch. Weiter gab er an, dass ⁠die Ukraine von seinem Land ‌nichts zu befürchten habe.

      Bei ihrem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 war die russische Armee auch von Belarus aus in Richtung der Hauptstadt Kiew vorgestoßen.

    • GipfeltreffenEU-Debatte über mögliche Verhandlungen mit Russland

      Die Europäische Union will bei möglichen Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland keine Vermittlerrolle einnehmen. Ratspräsident Costa erklärte nach Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel, nur Präsident Selenskyj habe die Legitimität, im Namen der Ukraine zu verhandeln. Ähnlich hatten sich zuvor Bundeskanzler Merz und der französische Präsident Macron geäußert.

      Merz sagte, die Europäische Union sei kein neutraler Dritter, sondern Partei auf der Seite der Ukraine. Deshalb sollte auch die Ukraine entscheiden, wer für sie verhandele. Macron erklärte, die Frage sei nicht, wer mit Russland verhandeln werde. Vielmehr müsse die EU zunächst ihre eigene Position klären.

      Eine telefonische Kontaktaufnahme von Costas Büro zum ⁠Kreml hatte ⁠bei dem EU-Gipfeltreffen Meinungsverschiedenheiten darüber offenbart, wie die EU mit Russland in dieser Frage umgehen soll. Kommissionspräsidentin von der Leyen mahnte eine gemeinsame Haltung der EU an, sollte Russland an den Verhandlungstisch kommen. EVP-Chef Weber sagte im Deutschlandfunk, Europa müsse mit Russland verhandeln, aber man sei auch bereit, Sanktionen zu verschärfen.

      Keine Einigung auf Finanzrahmen

      Bei dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs ging es auch um den Plan für den mehrjährigen Finanzrahmen. Der Europäische Rat konnte sich nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Nettozahler-Länder wie Deutschland drängen auf ein geringeres Haushaltsvolumen. Irland, das Anfang Juli den Ratsvorsitz übernimmt, soll nun bis Oktober die Arbeiten vorantreiben, heißt es in der Schlusserklärung.

      Einen ausführlichen Beitrag zum EU-Gipfel können Sie hier hören.

    • EU-GipfelCSU-Europapolitiker Ferber: "Dürfen im Dialog mit Handelspartnern wie China und den USA nicht unterwürfig auftreten"

      Der CSU-Europaabgeordnete Ferber plädiert für mehr Schutz der europäischen Wirtschaft vor wettbewerbschädigendem Verhalten durch China und die USA. Er sagte im Deutschlandfunk, man müsse überlegen, ob man mit regelbasiertem Handel und der Welthandelsorganisation als Schiedsrichter noch weiterkomme.

      Es gebe keine Spielregeln im internationalen Handel mehr, die USA hätten ”die Strukturen zerstört”. Ferber appellierte, dass sich Europa auf eigene Stärken besinnen müsse. Vieles in der Welt funktioniere nur, weil europäische Firmen Unternehmen in den anderen Ländern etwa mit Produkten und Maschinen ausrüsteten. Hier dürfe man nicht unterwürfig auftreten. Auf wettbewerbsverzerrende Subventionierungen von Industrie und Überkapazitäten müsse man angemessen reagieren, so der CSU-Politiker. Er verwies auf ein entsprechendes Maßnahmenpaket der EU-Kommission.

      Der Dialog mit China zum Thema Wettbewerbsverzerrung war auch Thema beim zweitägigen EU-Gipfel in Brüssel.

    • SüdamerikaBolivianischer Präsident Paz verhängt wegen Protesten den Ausnahmezustand

      In Bolivien hat Präsident Paz wegen der anhaltenden Proteste im Land den Ausnahmezustand verhängt.

      Das Militär erhält dadurch zusätzliche Rechte, um beispielsweise Blockaden zu räumen. Kurz zuvor hatte Paz mit einem Gewerkschaftsbund eine Vereinbarung geschlossen, um die Lage zu beruhigen. Teile der Protestbewegung waren daran aber nicht beteiligt.

      Auslöser waren die von der bolivianischen Regierung angekündigten Maßnahmen, um die Wirtschaft des südamerikanischen Landes zu stabilieren. Dazu gehört etwa die Streichung von Subventionen für Treibstoff. Regierungsgegner blockierten anschließend wichtige Transportwege unter anderem nach La Paz, wo sich der Regierungssitz befindet. Außerdem kam es zu gewaltsamen Protesten.

    • BerlinBundesregierung lädt zum Tag der offenen Tür

      Die Bundesregierung hat an diesem Wochenende zum Tag der Offenen Tür eingeladen.

      Am heutigen ersten Tag konnten sich die Besucher in Berlin ein Bild von der Politik machen. Auf der Tagesordnung stand etwa eine Pressekonferenz mit Regierungssprecher Kornelius für Kinder und Jugendliche. Zudem gab es Gelegenheit zu Begegnungen mit Bundesforschungsministerin Bär, Entwicklungsministerin Alabali Radovan und Umweltminister Schneider. Morgen soll auch Kanzler Merz teilnehmen. Rund um das Reichstagsgebäude wird zudem der im vergangenen Jahr eingeführte Nationale Veteranentag gefeiert.

    • BundestagLauterbach sieht gute Chance auf Widerspruchslösung bei Organspende

      Der frühere Bundesgesundheitsminister Lauterbach setzt sich beim Thema Organspende weiter für einen Paradigmenwechsel ein.

      Er hoffe, dass der Bundestag im Herbst einen entsprechenden Beschluss fasse, sagte der SPD-Politiker der Funke Mediengruppe. Lauterbach befürwortet die sogenannte Widerspruchslösung, die auch in vielen anderen europäischen Ländern gilt. Danach wären alle Menschen Organspender, die dem zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprechen. Aktuell gilt in Deutschland die sogenannte Zustimmungsregelung. Organe dürfen einer Person nach Eintreten des Hirntodes nur dann entnommen werden, wenn sie dem vor dem Tod ausdrücklich zustimmt oder wenn Angehörige einwilligen. In der Folge werden hierzulande seit Jahren deutlich weniger Organe gespendet als benötigt.

      In der kommenden Woche debattiert der Bundestag über das Thema.

    • SachverständigenratPolitikprofessorin Töller verlangt besser umsetzbare Gesetze im Umweltrecht

      Das Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen, Töller, hat dazu aufgerufen, Umweltgesetze besser zu formulieren.

      Töller sagte im Deutschlandfunk, schon bei der Gesetzgebung müsse man die Umsetzung mitdenken. Häufig herrsche der Eindruck, wenn ein Gesetz verabschiedet worden sei, sei auch das Problem gelöst. Die Professorin für Politikwissenschaft der Fernuniversität Hagen verwies etwa auf Luftqualitätsgrenzwerte für Stickstoffoxid, die erst 14 Jahre nach der Verabschiedung in allen Kommunen umgesetzt worden seien. Laut Töller liegt das etwa an unklaren Rechtstexten, einer zu dezentralen Umsetzung und zu wenig Personal.

      In dieser Woche hatte der Sachverständigenrat für Umweltfragen angesichts von Bemühungen um Bürokratieabbau vor Rückschritten beim Umweltschutz gewarnt. Das Gremium besteht aus sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und berät die Bundesregierung.

    • FinanzaufsichtBaFin entmachtet Berenberg-Bank-Leitung wegen möglicher Verstöße

      In Hamburg ist die Geschäftsleitung der Privatbank Berenberg wegen möglicher Verstöße entmachtet worden.

      Die Finanzaufsicht ordnete an, dass die Befugnisse der drei Geschäftsleitungs-Mitglieder ruhen. Als neue Chefs setzte die BaFin zwei Sonderbeauftragte ein. Hintergrund der Entscheidung sind laut einer Mitteilung der Bank Hinweise ⁠auf mögliche Verstöße gegen die ⁠Grundsätze guter Unternehmensführung, der sogenannten Corporate Governance. Diese seien während der Prüfung des Jahresabschlusses für 2025 aufgetaucht und hätten Transaktionen mit unklarem Hintergrund betroffen, bei deren Aufklärung die nötige Transparenz gefehlt habe. Der Mitteilung zufolge soll das Kundengeschäft nicht betroffen gewesen sein.

      Die Ersetzung des Bankvorstands durch einen Sonderbeauftragten ist die schärfste personelle Maßnahme, die die BaFin treffen kann.

    • GroßbritannienEin Toter und viele teils Schwerverletzte bei Zugunglück nördlich von London

      Bei einem Zugunglück nördlich von London sind ein Mensch getötet und mehr als 80 weitere verletzt worden.

      Nach Angaben des Bahnunternehmens East Midlands Railway kollidierten zwei Personenzüge, die auf dem selben Gleis in Richtung London unterwegs waren. Einer der beiden Lokführer kam dabei ums Leben.

      Die genaue Ursache ist noch unklar.

      33 Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht, elf von ihnen mit schweren Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Weitere 56 Menschen wurden leicht verletzt und vor Ort behandelt.

    • AustralienBehörden melden ersten Fall der Vogelgrippe H5N1 auf dem Festland

      In Australien ist erstmals ein Fall der hochansteckenden Vogelgrippe H5N1 nachgewiesen worden. Laut dem Landwirtschaftsministerium wurde die Krankheit bei einem Zugvogel - einem Subantarktikskua - im Westen des Landes mehr als 600 Kilometer südöstlich der Stadt Perth festgestellt.

      Es handele sich um den ersten Fall der für Vögel meist tödlichen Viruserkrankung auf dem australischen Festland. Vorher war es der letzte Kontinent gewesen, auf dem es die Variante noch nicht gab.

      Landwirtschaftsministerin Collins erklärte, dass das Virus nun auch Australien erreicht habe, sei zwar enttäuschend, angesichts der weltweiten Ausbreitung der H5-Variante aber erwartbar gewesen. Momentan gebe es noch keine Anzeichen für Infektionen bei Nutztieren. Eine Krisensitzung von Vertretern der Tier- und Landwirtschaftsbehörden sei einberufen worden. Laut Premierminister Albanese will die Regierung Maßnahmen ergreifen, um eine Ausbreitung des Virus einzudämmen.

      Sorge um seltene Tierarten

      Fachleute äußerten sich besorgt, dass die Vogelgrippe gerade in Australien zum Aussterben seltener Tierarten beitragen könnte. Fast die Hälfte der wildlebenden Vogelarten Australiens und mehr als drei Viertel der Säugetiere kommen ausschließlich dort vor.

      Bisher gab es nur einzelne Fälle, bei denen sich Menschen bei Tieren angesteckt haben, zum Beispiel Farmarbeiter auf Rinderfarmen in den USA. Die Betroffenen hatten engen Kontakt zu infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen. Zuletzt schätzte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das Risiko für eine Übertragung des Virus von Tieren für die allgemeine Bevölkerung als gering ein.

    • RegierungsdatenZahl der Ebola-Toten in DR Kongo auf über 240 gestiegen

      Gut einen Monat nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der Todesopfer auf 245 gestiegen.

      Wie die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union mitteilte, wurden mittlerweile 933 Infektionsfälle bestätigt. Demnach liegt die Sterblichkeitsrate in dem Land bei nunmehr 23 Prozent. Besonders drei Provinzen im Osten des Landes sind vom aktuellen Ausbruch betroffen. Für den aktuell grassierenden "Bundibugyo"-Typ des Virus gibt es derzeit weder einen Impfstoff noch eine zugelassene Therapie. Das von dem Erreger ausgelöste Ebola-Fieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Übertragen wird es durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten.

      Die Demokratische Republik Kongo liegt in Zentralafrika und hat bereits mehrere Ebola-Ausbrüche erlebt.

    • Plan gegen WohnungsmangelBundesbauministerin Hubertz will Baukosten senken: Anträge ab 2028 nur noch digital

      Bundesbauministerin Hubertz hat einen Aktionsplan vorgelegt, mit dem die Baukosten gesenkt und dem Wohnungsmangel in Deutschland begegnet werden soll. Demnach sollen Bauanträge ab 2028 nur noch digital akzeptiert werden.

      Papieranträge sollen nur in Ausnahmefällen möglich sein. Außerdem ist geplant, die Fördermöglichkeiten für Bauherren übersichtlicher zu gestalten und Planungsprozesse mit standardisierten Datenmodellen zu beschleunigen. Ziel ist, dass Planungen maximal zwei Jahre dauern. Das Modulare Bauen soll häufiger eingesetzt werden, das nach einem Baukastenprinzip mit vorgefertigten Teilen und Räumen funktioniert.

      Die Baukosten seien auf ein "unsägliches Niveau" gestiegen, sagte Hubertz bei der Vorstellung des Aktionsplans auf einer Konferenz der Bau- und Immobilienbranche in Frankfurt am Main. Man müsse dafür sorgen, dass Bauprojekte überhaupt noch realisiert würden. Die Maßnahmen sollen in einen Gesetzentwurf fließen, der in diesem Jahr vorgelegt werden soll.

      Neubau in der Krise: Tiefstand seit 2012 

      Der Neubau in Deutschland stockt seit Jahren. 2025 wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge 206.600 Wohnungen fertiggestellt, gut 45.000 weniger als im Vorjahr und ein Tiefstand seit 2012. Der Mangel an Wohnraum treibt die Mieten, vor allem in Städten.

      Experten erwarten im laufenden Jahr nur wenig Besserung. Zwar sind die Baugenehmigungen zuletzt stark gestiegen, aber der Einbruch in den Vorjahren wirkt nach. Zudem verteuert der Iran-Krieg das Bauen und gestiegene Zinsen erschweren Finanzierungen. 

      Immobilienverband fordert Deregulierung

      Branchenvertreter kritisieren, die Politik habe in den letzten Jahren mit einer "Regulierungswut" das Bauen teurer gemacht. Dazu gehörten etwa energetische Standards oder Vorschriften für die Trittschalldämmung, erklärte die Makler-Vereinigung Immobilienverband Deutschland. Statt die Vorgaben immer weiter zu erhöhen, brauche es Mindeststandards und mehr Freiraum für Bauherren. Nur bei Statik und Brandschutz dürfe es keine Abstriche geben.

      Ein Mittel gegen die Wohnungsknappheit könnte auch der Umbau leer stehender Bürogebäude in Wohnungen sein. Lesen Sie dazu hier mehr.

    • Machtkampf in GroßbritannienNach Einzug ins Unterhaus: Labour-Politiker Burnham verlangt umfassenden Wandel - Starmer will um sein Amt kämpfen

      Der Labour-Politiker und derzeitige Bürgermeister von Manchester, Burnham, fordert nach seinem Einzug ins Unterhaus grundlegende Veränderungen in Großbritannien. Es wird erwartet, dass er Premierminister Starmer als Parteichef herausfordert. Dieser gab sich kämpferisch.

      Burnham gewann bei der Nachwahl im englischen Wahlkreis Makerfield einen Sitz im britischen Unterhaus. Damit kann er für den Parteivorsitz kandidieren. Der Vorsitzende der Regierungspartei wird in der Regel auch Premierminister.

      Nach seinem Wahlsieg sprach Burnham von einer "letzten Chance für den Wandel" in Großbritannien. Konkret nannte er die Bereiche Einwanderung, Bildung und Wirtschaft. So solle etwa der Norden von England reindustrialisiert werden. Seinen Wahlsieg bezeichnete er als Wendepunkt für die britische Politik.

      Premier Starmer erklärte, er werde sein Amt nicht kampflos aufgeben. Sollte es zu einer Wahl um den Parteivorsitz kommen, werde er sich dieser stellen und sich nicht einfach zurückziehen. Es sei wichtig, dass die Labour-Partei "an einem Strang ziehe."

      Starmer steht vor allem seit der Niederlage seiner Partei bei den Kommunalwahlen im Mai unter Druck. Mehrere Minister traten zurück. Zahlreiche Abgeordnete entzogen ihm öffentlich das Vertrauen.

      Reform-UK-Kandidat kann sich nicht durchsetzen

      Den Weg für die Nachwahl im Wahlkreis Makerfield hatte ein Parteikollege Burnhams frei gemacht, der dafür gezielt zurücktrat. Gegen Burnham trat der Gemeinderat Robert Kenyon von der rechten Partei Reform UK an, der sich mit seiner einwanderungsfeindlichen Botschaft in der traditionellen Labour-Hochburg aber nicht durchsetzen konnte.

      Lesen Sie hier mehr zur Bilanz von zehn Jahren Brexit.

      Aus dem Deutschlandfunk-Programm:

      Machtkampf in der Labour-Partei – Nach Andy Burnhams Sieg in Makerfield (Audio)

    • SyrienInhaftierte deutsche Journalistin wieder frei

      Die in Syrien festgenommene deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann ist freigelassen worden.

      Das bestätigten ihr Bruder und der Anwalt der 36-Jährigen. Michelmann ist demnach bereits nach Deutschland zurückgekehrt. Die aus Köln stammende Journalistin war im Januar nach Angaben der syrischen Behörden in der Stadt Al-Rakka festgenommen worden. Anlass war eine Militäroperation von Regierungstruppen in einem Gebäude, das von der kurdisch geführten Miliz SDF als Sicherheitsquartier genutzt worden sein soll.

      Nach syrischer Darstellung gab Michelmann damals an, spanische Staatsbürgerin zu sein und für eine mit den Vereinten Nationen verbundene Organisation zu arbeiten. Man habe letztlich festgestellt, dass es sich um eine deutsche Journalistin handle, die keine Dokumente zur Bestätigung ihres Auftrags habe vorlegen können. Zudem hätten Michelmann und ihr Begleiter versucht, aus dem Gewahrsam zu fliehen.

      Der Anwalt hatte zuletzt berichtet, die 36-Jährige befinde sich in einem schlechten Gesundheitszustand. Neben der deutschen Botschaft in Damaskus hatte sich auch das Auswärtige Amt für die Freilassung der Frau eingesetzt.

    • "Um Foto gebettelt"Empörung nach Aussage von US-Präsident Trump über Italiens Regierungschefin Meloni

      Eine Bemerkung von US-Präsident Trump über die italienische Regierungschefin Meloni hat in Italien für Empörung gesorgt.

      Trump hatte in einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender La7 gesagt, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel um ein gemeinsames Foto angefleht. Er habe zugesagt, weil er Mitleid mit ihr gehabt habe. Sie könne sich glücklich schätzen, dass er sich ohne Anlass mit ihr unterhalten habe. Meloni wies Trumps Aussagen als "frei erfunden" zurück. Sie schrieb im Onlinedienst X wörtlich: "Ich und Italien betteln nie".

      Der italienische Außenminister Tajani sagte aus Protest über Trumps Äußerungen einen geplanten Besuch in den USA ab.

    • Wahl 2027Bundespräsident Steinmeier spricht sich für Amtsnachfolge mit politischem Hintergrund aus

      Bundespräsident Steinmeier hat sich für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für sein Amt aus der Politik ausgesprochen.

      Er empfehle jemanden, der Kontakte in die Parteien hinein habe, sagte Steinmeier im ARD-Interview der Woche. Hintergrund ist Steinmeiers Befürchtung, dass es auch in Zukunft zu schwierigen Regierungsbildungen kommen wird. Nach der Bundestagswahl 2017 hatte Steinmeier CDU, CSU und SPD zur Bildung einer Koalition gemahnt, um Neuwahlen zu vermeiden. Zuvor war die Bildung eines sogenannten Jamaika-Bündnisses aus Union, FDP und Grünen gescheitert.

      Gewählt wird das neue Staatsoberhaupt am 30. Januar nächsten Jahres von der Bundesversammlung. Steinmeier darf nicht noch einmal antreten.

    • Fußball-WeltmeisterschaftTürkei scheidet nach Gruppenphase aus, erste rote Karte wegen Mundzuhaltens

      Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada kann die Türkei das Sechzehntelfinale nicht mehr erreichen. Sie unterlag gegen Paraguay mit 0:1 und verlor damit auch ihr zweites Gruppenspiel.

      Im kalifornischen Santa Clara ging Paraguay schon in der zweiten Minute in Führung. Die Türkei schaffte es trotz langer Überzahl nicht, den Rückstand aufzuholen. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit sah der paraguayanische Offensivspieler Miguel Almirón die rote Karte. Er hatte sich bei einem Disput mit einem Gegenspieler die Hand vor den Mund gehalten. Mit dem Platzverweis wandte Schiedsrichter Ivan Barton erstmals eine neue Regel bei diesem Turnier an.

      Haiti scheidet aus, Marokko siegt gegen Schottland

      In der Nacht besiegte Brasilien Haiti mit 3:0. In Philadelphia machten der frühere Bundesligaprofi Matheus Cunha und der Real Madrid-Angreifer Vinícius Júnior drei Tore in nur rund 15 Minuten. Haiti scheidet damit nach der Gruppenphase aus.

      Im zweiten Spiel der Gruppe B dieses Spieltags ging Marokko als Sieger vom Spielfeld. Gegen Schottland reichte den Marokkanern ein frühes Tor von Ismael Saibari. Beide Teams haben noch die Chance aufs Weiterkommen.

      USA im Sechzehntelfinale, Deutschland vor zweitem Gruppenspiel

      Bereits am Abend hatten die USA in Seattle gegen Australien mit 2:0 gewonnen. Ein Eigentor von Cameron Burgess und ein Treffer von Alex Freeman sorgten für den souveränen Sieg. Die USA sind damit als Ko-Gastgeber schon vor dem letzten Gruppenspiel für die nächste Runde qualifiziert.

      Die deutsche Nationalmannschaft trifft heute Abend in ihrem zweiten Gruppenspiel auf die Elfenbeinküste. Das Spiel im kanadischen Toronto beginnt um 22 Uhr. Zuvor spielen die Niederlande gegen Schweden.

    • SchwimmenKate Douglass steigert Weltrekord über 50 Meter Freistil auf 23,59 Sekunden

      US-Schwimmerin Kate Douglass hat den Weltrekord über 50 Meter Freistil auf 23,59 Sekunden gesteigert.

      Im US-Bundesstaat Indianapolis war die 24-Jährige zwei Hundertstelsekunden schneller als die Schwedin Sara Sjöström vor drei Jahren bei den Weltmeisterschaften im japanischen Fukuoka.

      Douglass hat bei Olympischen Spielen schon fünf Medaillen geholt und 2024 in Paris Gold über 200 Meter Brust. Über 50 Meter Freistil war sie damals nicht angetreten. Ihre bisherige Bestzeit stand bei 23,91 Sekunden.

    • ATP-Turnier in HalleZverev verliert Halbfinale

      French-Open-Sieger Alexander Zverev ist im Halbfinale des Tennisturniers von Halle/Westfalen ausgeschieden.

      Er musste sich dem Amerikaner Taylor Fritz geschlagen geben. Der Neunte der Weltrangliste gewann mit 6:7, 6:4 und 7:5.

    • SaarbrückenRund 110.000 Menschen besuchen Special Olympics

      Im Saarland sind die Nationalen Spiele der Special Olympics zu Ende gegangen. Rund 110.000 Menschen haben die Turniere nach Veranstalterangaben besucht, darunter die 4.300 Athletinnen und Athleten.

      Zudem hätten mehr als 9.500 Schülerinnen und Schüler inklusive Betreuungspersonal die Spiele vor Ort erlebt, hieß es vom Veranstalter.

      Bei den Special Olympics treten Menschen mit geistigen Behinderungen an. Die Athletinnen und Athleten konnten sich seit Montag in 27 Sportarten an 23 Sportstätten im Saarland und im französischen Forbach messen. Die Nationalen Spiele dienen auch der Qualifikation für die Weltspiele im kommenden Jahr in Santiago de Chile.

    • Fußball-WMNiederlande besiegen Schweden

      Bei der Fußball-Weltmeisterschaft haben die Niederlande in Houston mit 5:1 gegen Schweden gewonnen.

      In einer weiteren Begegnung steht Deutschland der Elfenbeinküste gegenüber. Das Spiel findet am späten Abend in Toronto statt.

    • WetterIn der Mitte und im Osten Schauer, sonst wechselhaft bis sonnig, 30 bis 38 Grad

      Das Wetter: Von der Mitte bis in den Osten Schauer und Gewitter. Im Tagesverlauf lokal mit Unwettern. Sonst sonnig und meist trocken, bei schwülheißen Temperaturen von 30 bis 38 Grad.

      Morgen vielerorts Sonne. Im Westen teils Schauer und Gewitter, im Verlauf auch in der Mitte. Werte von Nord nach Süd 24 bis 39 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Montag oft sonnig und trocken. Im Tagesverlauf Schauer mit Gewittern zunächst in der Mitte, später auch im Süden. 26 bis 40 Grad.

  • Freitag, 19.06.2026

    • GipfeltreffenEU-Debatte über mögliche Verhandlungen mit Russland

      Die Europäische Union will bei möglichen Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland keine Vermittlerrolle einnehmen. Ratspräsident Costa erklärte nach Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel, nur Präsident Selenskyj habe die Legitimität, im Namen der Ukraine zu verhandeln. Ähnlich hatten sich zuvor Bundeskanzler Merz und der französische Präsident Macron geäußert.

      Merz sagte, die Europäische Union sei kein neutraler Dritter, sondern Partei auf der Seite der Ukraine. Deshalb sollte auch die Ukraine entscheiden, wer für sie verhandele. Macron erklärte, die Frage sei nicht, wer mit Russland verhandeln werde. Vielmehr müsse die EU zunächst ihre eigene Position klären.

      Eine telefonische Kontaktaufnahme von Costas Büro zum ⁠Kreml hatte ⁠bei dem EU-Gipfeltreffen hatte Meinungsverschiedenheiten darüber offenbart, wie die EU mit Russland in dieser Frage umgehen soll. Kommissionspräsidentin von der Leyen mahnte eine gemeinsame Haltung der EU an, sollte Russland an den Verhandlungstisch kommen. EVP-Chef Weber sagte imDeutschlandfunk, Europa müsse mit Russland verhandeln, aber man sei auch bereit, Sanktionen zu verschärfen.

      Keine Einigung auf Finanzrahmen

      Bei dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs ging es auch um den Plan für den mehrjährigen Finanzrahmen. Der Europäische Rat konnte sich nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Nettozahler-Länder wie Deutschland drängen auf ein geringeres Haushaltsvolumen. Irland, das Anfang Juli den Ratsvorsitz übernimmt, soll nun bis Oktober die Arbeiten vorantreiben, heißt es in der Schlusserklärung.

      Einen ausführlichen Beitrag zum EU-Gipfel können Sie hier hören.

    • Ukraine-KriegPräsident Selenskyj wirft Belarus Unterstützung russischer Drohnenangriffe vor

      Der ukrainische Präsident Selenskyj hat Belarus vorgeworfen, Signalverstärker für russische Drohnen an der Grenze zur Ukraine aufgestellt zu haben.

      Mit Hilfe dieser Technik würden Drohen auf die ukrainische Bevölkerung gelenkt, sagte er. Selenskyj forderte den belarussischen Machthaber Lukaschenko auf, die Einrichtungen innerhalb einer Woche zu entfernen. Ansonsten würden die Ukrainer dies tun, drohte Selenskyj in Kiew.

      Belarus gilt als Russlands engster Verbündeter. Bei ihrem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stieß die russische Armee auch von belarussischem Gebiet in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor.

    • BundesparteitagDie Linke stimmt für Bezeichnung von Israels Vorgehen im Gazakrieg als "Völkermord"

      Bei ihrem Bundesparteitag hat die Linke mit großer Mehrheit den Beschluss gefasst, Israels Vorgehen im Gazakrieg als "Völkermord" zu bezeichnen.

      Damit haben die Mitglieder in Potsdam offiziell ihre Parteilinie geändert. Im Vorfeld gab es zu dieser Thematik häufig Diskussionen. Im Beschluss enthalten ist auch ein Bekenntnis zum Existenzrecht des Staates Israel.

      Weitere Themen auf dem Parteitag waren geplante Sozialreformen der Bundesregierung, darunter die zu gesetzlichen Krankenkassen und zur Arbeitszeit. Linken-Chefin Schwerdtner kündigte einen "Klassenkampf von unten" als Protest gegen die geplanten Kürzungen an. Fraktionschefin Reichinnek sagte, Kanzler Merz' Mission sei die Zerstörung des Acht-Stunden-Tages. Außerdem verursache die geplante Krankenkassenreform mehr Kosten bei weniger Leistung.

      Spitzenvertreter der Linken versprachen zudem alles zu tun, um die AfD von der Macht fernzuhalten und gegen einen Rechtsruck im Land zu kämpfen. Der Parteitag dauert bis Sonntag.

    • GroßbritannienEin Toter und mehrere Verletzte bei Zugunglück nördlich von London

      Bei einem Zusammenstoß zweier Züge nördlich von London ist laut britischen Behörden ein Mensch ums Leben gekommen.

      Außerdem seien mehrere Personen verletzt worden, teilte der britische Gesundheitsminister Murray im Kurznachrichtendienst X mit. Die Kollision hatte sich zwischen Bedford und Luton ereignet. Die Strecke wurde daraufhin gesperrt. Nach Angaben von Verkehrsministerin Alexander wurden die Züge vom Unternehmen East Midlands Railway betrieben.

    • Debatte um MilitäreinheitPolnischer Präsident Nawrocki erkennt ukrainischem Präsidenten Selenskyj höchsten Orden ab

      Der polnische Präsident Nawrocki hat angekündigt, dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj die höchste staatliche Auszeichnung Polens wieder abzuerkennen.

      Hintergrund ist ein Konflikt um die Benennung einer ukrainischen Militäreinheit nach der "Ukrainischen Aufständischen Armee" aus dem zweiten Weltkrieg. Diese wird für Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung verantwortlich gemacht. Auch Polens Ministerpräsident Tusk hatte die Entscheidung kritisiert und erklärt, diese verletze die historische Sensibilität seines Landes.

      Die höchste Auszeichnung Polens ist der Orden des weißen Adlers. Selenskyj hatte sie 2023 entgegengenommen.

    • Nach WaffenruheWeitere Gesprächsrunde zwischen Israel und Libanon in Washington geplant

      Israel und der Libanon wollen ihre Gespräche in der kommenden Woche in Washington fortsetzen.

      Dies teilt das US-Außenministerium nach einem Telefonat von Außenminister Rubio mit dem libanesischen Präsidenten Aoun mit. Rubio habe dabei erneut ‌auf die Notwendigkeit einer Entwaffnung der Hisbollah-Miliz hingewiesen, erklärte das Ministerium. Aoun wiederum forderte nach Angaben des libanesischen Präsidialamts ein Ende der israelischen Angriffe auf libanesischem Territorium. Dies sei eine grundlegende Voraussetzung für eine umfassende Waffenruhe.

      Zuvor hatten sich Israel und die Hisbollah auf eine neue Waffenruhe verständigt. Die Feuerpause für das Staatsgebiet des Libanon war Teil der Rahmenvereinbarung zwischen dem Iran und den USA. Allerdings waren weder Israel noch die Hisbollah-Miliz an den Verhandlungen beteiligt.

      In den ersten Stunden nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe gab es libanesischen Sicherheitskreisen zufolge noch mehrere israelische Luftangriffe. Das israelische Militär bestritt dies.

    • Bis zu 40 GradMeteorologen warnen vor Hitzewelle über Teilen Westeuropas

      Eine Hitzewelle führt in großen Teilen Westeuropas zu Belastungen.

      Der Deutsche Wetterdienst warnte für weite Teile der Bundesrepublik vor starker bis extremer Hitze. Auch in Frankreich, Spanien, Großbritannien und der Schweiz gaben die Behörden entsprechende Hinweise heraus. In Spanien werden am Wochenende in einigen Landesteilen bis zu 40 Grad erwartet, in Frankreich am Montag sogar 42 Grad.

    • Plan gegen WohnungsmangelBundesbauministerin Hubertz will Baukosten senken: Anträge ab 2028 nur noch digital

      Bundesbauministerin Hubertz hat einen Aktionsplan vorgelegt, mit dem die Baukosten gesenkt und dem Wohnungsmangel in Deutschland begegnet werden soll. So sollen ab 2028 Bauanträge nur noch digital akzeptiert werden, wie die SPD-Politikerin erklärte.

      Papieranträge sollen nur in Ausnahmefällen möglich sein. Außerdem ist geplant, die Fördermöglichkeiten für Bauherren übersichtlicher zu gestalten und Planungsprozesse mit standardisierten Datenmodellen zu beschleunigen. Ziel ist, dass Planungen maximal zwei Jahre dauern. Das Modulare Bauen soll häufiger eingesetzt werden, das nach einem Baukastenprinzip mit vorgefertigten Teilen und Räumen funktioniert.

      Die Baukosten seien auf ein "unsägliches Niveau" gestiegen, sagte Hubertz bei der Vorstellung des Aktionsplans auf einer Konferenz der Bau- und Immobilienbranche in Frankfurt am Main. Man müsse dafür sorgen, dass Bauprojekte überhaupt noch realisiert würden. Die Maßnahmen sollen in einen Gesetzentwurf fließen, der in diesem Jahr vorgelegt werden soll.

      Neubau in der Krise: Tiefstand seit 2012 

      Der Neubau in Deutschland stockt seit Jahren. 2025 wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge 206.600 Wohnungen fertiggestellt, gut 45.000 weniger als im Vorjahr und ein Tiefstand seit 2012. Der Mangel an Wohnraum treibt die Mieten, vor allem in Städten.

      Experten erwarten im laufenden Jahr nur wenig Besserung. Zwar sind die Baugenehmigungen zuletzt stark gestiegen, aber der Einbruch in den Vorjahren wirkt nach. Zudem verteuert der Iran-Krieg das Bauen und gestiegene Zinsen erschweren Finanzierungen. 

      Immobilienverband fordert Deregulierung

      Branchenvertreter kritisieren, die Politik habe in den letzten Jahren mit einer "Regulierungswut" das Bauen teurer gemacht. Dazu gehörten etwa energetische Standards oder Vorschriften für die Trittschalldämmung, erklärte die Makler-Vereinigung Immobilienverband Deutschland. Statt die Vorgaben immer weiter zu erhöhen, brauche es Mindeststandards und mehr Freiraum für Bauherren. Nur bei Statik und Brandschutz dürfe es keine Abstriche geben.

      Ein Mittel gegen die Wohnungsknappheit könnte auch der Umbau leer stehender Bürogebäude in Wohnungen sein. Lesen Sie dazu hier mehr.

    • Fußball-WeltmeisterschaftCo-Gastgeber USA qualifizert sich nach Sieg gegen Australien vorzeitig für die nächste Runde

      Bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat Co-Gastgeber USA sein zweites Gruppenspiel gewonnen und sich damit vorzeitig für die K.o.-Runde qualifiziert. In Seattle schlug das Team Australien mit 2:0.

      Ein Eigentor von Cameron Burgess (11. Minute) sowie ein Treffer von Alex Freeman (43.) sorgten im Stadion "Lumen Field" für die Entscheidung zugunsten der Amerikaner. Das erste Spiel gegen Paraguay hatte die Mannschaft von Trainer Pochettino mit 4:1 für sich entschieden. Für Australien ist das Weiterkommen nach dem 2:0-Sieg gegen die Türkei weiterhin möglich.

      In der Nacht trifft zunächst Schottland auf Marokko, Brasilien hat Haiti als Gegner und die Türkei spiel gegen Paraguay.

    • Schäden zu großBonner Rheinbrücke bleibt bis 2028 gesperrt - teilweise Neubau nötig

      Die gesperrte Bonner Nordbrücke wird bis auf weiteres nicht wieder für den Verkehr freigegeben. Die Schäden seien so groß, dass die Verbindung zum Teil neu gebaut werden müsse, erklärte Bundesverkehrsminister Schnieder in Bonn.

      Das Vergabeverfahren werde sofort starten, so dass möglichst noch im Juli mit dem Abriss begonnen werden könne, sagte Schnieder. Ziel sei es, dass die neue Brücke spätestens Ende 2028 für den Verkehr geöffnet werden könne.

      Die A565-Rheinbrücke war Anfang Juni wegen neu entdeckter Schäden überraschend gesperrt worden. Sie ist die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region rund um Bonn und Köln.

      Brücke in den 1960er Jahren gebaut

      Die Bonner Nordbrücke ist Teil der A565 und die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region. Sie stammt aus den 1960er Jahren und ist marode. Bereits seit Februar galt ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Anfang Juni wurde die Autobahnbrücke über den Rhein dann unerwartet komplett für den Verkehr gesperrt. Aktuelle Prüfungen hätten strukturelle Schäden am Tragwerk ergeben, teilte die Autobahn GmbH zur Begründung mit.

      Landesverkehrsminister Krischer sagte, durch die andauernde Sperrung werde die Region intensiv belastet. Der Bonner Oberbürgermeister Déus sprach von einer schlimmen Botschaft. Positiv sei einzig, dass zumindest Radfahrer und Fußgänger die Brücke voraussichtlich ab Spätsommer wieder nutzen könnten.

      Der ADAC sprach von einer "Vollkatastrophe". Viele Autofahrer würden in den Kölner Raum ausweichen und dort das ohnehin schon am Limit laufende Verkehrssystem belasten. Auch die Wirtschaft zeigte sich besorgt.

    • Machtkampf in GroßbritannienNach Einzug ins Unterhaus: Labour-Politiker Burnham verlangt umfassenden Wandel - Starmer will um sein Amt kämpfen

      Der Labour-Politiker und derzeitige Bürgermeister von Manchester, Burnham, fordert nach seinem Einzug ins Unterhaus grundlegende Veränderungen in Großbritannien. Es wird erwartet, dass er Premierminister Starmer als Parteichef herausfordert. Dieser gab sich kämpferisch.

      Burnham gewann bei der Nachwahl im englischen Wahlkreis Makerfield einen Sitz im britischen Unterhaus. Damit kann er für den Parteivorsitz kandidieren. Der Vorsitzende der Regierungspartei wird in der Regel auch Premierminister.

      Nach seinem Wahlsieg sprach Burnham von einer "letzten Chance für den Wandel" in Großbritannien. Konkret nannte er die Bereiche Einwanderung, Bildung und Wirtschaft. So solle etwa der Norden von England reindustrialisiert werden. Seinen Wahlsieg bezeichnete er als Wendepunkt für die britische Politik.

      Premier Starmer erklärte, er werde sein Amt nicht kampflos aufgeben. Sollte es zu einer Wahl um den Parteivorsitz kommen, werde er sich dieser stellen und sich nicht einfach zurückziehen. Es sei wichtig, dass die Labour-Partei "an einem Strang ziehe."

      Starmer steht vor allem seit der Niederlage seiner Partei bei den Kommunalwahlen im Mai unter Druck. Mehrere Minister traten zurück. Zahlreiche Abgeordnete entzogen ihm öffentlich das Vertrauen.

      Reform-UK-Kandidat kann sich nicht durchsetzen

      Den Weg für die Nachwahl im Wahlkreis Makerfield hatte ein Parteikollege Burnhams frei gemacht, der dafür gezielt zurücktrat. Gegen Burnham trat der Gemeinderat Robert Kenyon von der rechten Partei Reform UK an, der sich mit seiner einwanderungsfeindlichen Botschaft in der traditionellen Labour-Hochburg aber nicht durchsetzen konnte.

      Lesen Sie hier mehr zur Bilanz von zehn Jahren Brexit.

    • BundesregierungBauministerin Hubertz verteidigt geplante Milliarden-Kürzung beim Wohngeld

      Bundesbauministerin Hubertz hat die geplanten Kürzungen beim Wohngeld verteidigt.

      Die SPD-Politikerin sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post", jedes Ministerium müsse sparen, damit man in Zukunft wieder größere Handlungsspielräume habe. Der Etat ihres Hauses gebe leider keine andere Möglichkeit her. Von den bisher rund fünf Milliarden Euro jährlich für das Wohngeld sollen den Plänen zufolge zwei eingespart werden - eine Milliarde im Bauministerium sowie eine bei den Ländern. Ein Drittel der Haushalte werde rausfallen, so die Ministerin. Die Einschnitte seien nicht nur schmerzhaft für die Menschen, die es betreffe, sondern auch für die Sozialdemokraten. Die Kürzungen müssen noch vom Kabinett auf den Weg gebracht werden.

      Wohngeld können Menschen beantragen, deren Einkommen nicht ausreicht, um angemessenen Wohnraum zu bezahlen. Den Zuschuss bezogen im Jahr 2023 laut Statistischem Bundesamt mehr als 1,2 Millionen Haushalte.

    • SyrienInhaftierte deutsche Journalistin wieder frei

      Die in Syrien festgenommene deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann ist freigelassen worden.

      Das bestätigten ihr Bruder und der Anwalt der 36-Jährigen. Michelmann ist demnach bereits nach Deutschland zurückgekehrt. Die aus Köln stammende Journalistin war im Januar nach Angaben der syrischen Behörden in der Stadt Al-Rakka festgenommen worden. Anlass war eine Militäroperation von Regierungstruppen in einem Gebäude, das von der kurdisch geführten Miliz SDF als Sicherheitsquartier genutzt worden sein soll.

      Nach syrischer Darstellung gab Michelmann damals an, spanische Staatsbürgerin zu sein und für eine mit den Vereinten Nationen verbundene Organisation zu arbeiten. Man habe letztlich festgestellt, dass es sich um eine deutsche Journalistin handle, die keine Dokumente zur Bestätigung ihres Auftrags habe vorlegen können. Zudem hätten Michelmann und ihr Begleiter versucht, aus dem Gewahrsam zu fliehen.

      Der Anwalt hatte zuletzt berichtet, die 36-Jährige befinde sich in einem schlechten Gesundheitszustand. Neben der deutschen Botschaft in Damaskus hatte sich auch das Auswärtige Amt für die Freilassung der Frau eingesetzt.

    • "Um Foto gebettelt"Empörung nach Aussage von US-Präsident Trump über Italiens Regierungschefin Meloni

      Eine Bemerkung von US-Präsident Trump über die italienische Regierungschefin Meloni hat in Italien für Empörung gesorgt.

      Trump hatte in einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender La7 gesagt, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel um ein gemeinsames Foto angefleht. Er habe zugesagt, weil er Mitleid mit ihr gehabt habe. Sie könne sich glücklich schätzen, dass er sich ohne Anlass mit ihr unterhalten habe. Melonie wies Trumps Aussagen als "frei erfunden" zurück. Sie schrieb im Onlinedienst X wörtlich: "Ich und Italien betteln nie".

      Der italienische Außenminister Tajani sagte aus Protest über Trumps Äußerungen einen geplanten Besuch in den USA ab.

    • Wahl 2027Bundespräsident Steinmeier spricht sich für Amtsnachfolge mit politischem Hintergrund aus

      Bundespräsident Steinmeier hat sich für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin aus der Politik ausgesprochen.

      Für sein Amt empfehle er jemanden, der Kontakte in die Parteien hinein habe, sagte Steinmeier im ARD-Interview der Woche. Hintergrund ist Steinmeiers Befürchtung, dass es auch in Zukunft zu schwierigen Regierungsbildungen kommen wird. Nach der Bundestagswahl 2017 hatte Steinmeier CDU, CSU und SPD zur Bildung einer Koalition gemahnt, um Neuwahlen zu vermeiden. Zuvor war die Bildung eines sogenannten Jamaika-Bündnisses aus Union, FDP und Grünen gescheitert.

      Gewählt wird das neue Staatsoberhaupt am 30. Januar nächsten Jahres von der Bundesversammlung. Steinmeier darf nicht noch einmal antreten.

    • Drogen-StudieLegalisierung erhöht Cannabis-Konsum nicht - Kommerzialisierung schon

      Die Legalisierung von Cannabis führt laut einer neuen Studie nicht zu mehr Konsum, wenn der Verkauf streng kontrolliert wird. Ein freier und kommerziell orientierter Verkauf kann dagegen negative Folgen haben.

      Forschende haben im Fachmagazin The Lancet aufgeschrieben, wie sich unterschiedliche Regelungen auf den Konsum auswirken: Ein Beispiel ist Uruguay, das 2013 als erstes Land der Welt Cannabis vollständig legalisiert hat. Der Verkauf wird dort aber streng kontrolliert. Ähnlich wie bei uns in Deutschland können Erwachsene Cannabisprodukte in Apotheken kaufen oder unter bestimmten Bedingungen selbst anbauen. Das hat in Uruguay die Nutzung von Cannabis laut der Studie kaum verändert. Das gilt auch für Länder, in denen der Konsum von Cannabis nur entkriminalisiert wurde.

      Anders ist es der Studie zufolge in Kanada und in vielen Bundesstaaten der USA, wo Cannabis legal - und kommerziell - verkauft werden darf. Dort habe der Konsum der Droge zugenommen, das verkaufte Cannabis sei stärker geworden und es gebe auch mehr Menschen, die von der Droge nicht mehr loskommen und krank werden. In den USA konsumieren demnach inzwischen mehr Menschen jeden Tag Cannabis als Alkohol. Ob die Zahl der Akoholsüchtigen dadurch abgenommen hat, wurde nicht untersucht.

      Cannabis bei jungen Erwachsenen in Deutschland weiter verbreitet

      Etwas andere Zahlen hat vor neun Monaten das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit veröffentlicht. Danach ist der Cannabis-Konsum bei jungen Erwachsenen heute sehr viel weiter verbreitet als vor zehn Jahren. Der kommissarische Leiter des Bundesinstituts, Nießen, forderte damals, die Entwicklung sehr aufmerksam zu beobachten, denn ffür junge Menschen sei Cannabis besonders gesundheitsschädlich.

      Der Facharzt für Psychiatrie, Bastian Willenborg, sagte bei Deutschlandfunk Nova, der Konsum von Cannabis sei durch die Legalisierung vor zwei Jahren nicht gestiegen. Die Entkriminalisierung sei positiv zu bewerten. Auch er hält die Prävention bei Jugendlichen aber für besonders wichtig.

    • ItalienVenezianischer Bürgermeister schlägt bis zu 50 Euro Zutrittsgebühr für Touristen vor

      In Venedig gibt es Überlegungen, die Zutrittsgebühren für Touristen auf bis zu 50 Euro zu erhöhen.

      Bürgermeister Venturini sagte in einem Zeitungsinterview, er spreche mit der Regierung in Rom über die Idee. Aktuell zahlen Tagestouristen in bestimmten Monaten fünf bis zehn Euro für den Eintritt zur Lagunenstadt. Mit der Maßnahme soll der Touristenansturm gemindert werden. Venedigs ehemaliger Bürgermeister Cacciari lehnt den Vorstoß ab und bezeichnete die Erhöhung der Gebühr als Barbarei.

    • PotsdamLinken-Chefin Schwerdtner kündigt Kampf gegen Sozialkürzungen an

      Linken-Chefin Schwerdtner hat ihre Partei dazu aufgerufen, mit aller Kraft gegen einen Rechtsruck im Land zu kämpfen.

      Auf dem Bundesparteitag der Linken in Potsdam sagte sie, man werde alles tun, um die AfD von den Schalthebeln der Macht fernzuhalten. Als Protest gegen die Bundesregierung und geplante Kürzungen im Sozialbereich kündigte sie einen "Klassenkampf von unten" an.

      Schwerdtner bemühte sich in ihrer Rede um Ausgleich beim Thema Nahost. Die unterschiedlichen Positionen in der Partei müsse man aushalten. Zugleich sei klar, dass die Zahl der antisemitischen Angriffe steige. Keine Mutter und kein Vater sollte in Deutschland Angst haben müssen, das eigene Kind auf eine jüdische Schule zu schicken, so die Vorsitzende. Im Vorfeld des Parteitags hatten Äußerungen aus dem Umfeld der Linken-Jugendorganisation Solid zu Israel eine Diskussion über Antisemitismus ausgelöst.

      Der Bundesparteitag der Linken dauert bis Sonntag. Dabei wird auch eine neue Führung gewählt. Die Vorsitzende Schwerdtner kandidiert erneut, der Co-Vorsitzende van Aken verzichtet aus gesundheitlichen Gründen. Um seine Nachfolge bewirbt sich Bundestagsfraktionsvize Pantisano.

    • NahostIsrael und Hisbollah vereinbaren erneute Waffenruhe

      Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz haben sich laut Medienberichten auf eine erneute Waffenruhe verständigt.

      Die Abmachung sei von den USA und Katar vermittelt worden, heißt es unter Berufung auf US-Regierungskreise.

      Die Kämpfe zwischen Israel und der mit dem Iran verbündeten Hisbollah hatten die Rahmenvereinbarung zwischen Teheran und Washington gefährdet und die Gespräche darüber in der Schweiz verzögert. Teil der Rahmenvereinbarung ist eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA. Teheran besteht darauf, dass diese auch für die Kämpfe zwischen Israel ‌und ‌der Hisbollah gilt. Allerdings waren weder Israel noch die Hisbollah-Miliz an den Verhandlungen beteiligt.  

      Zuletzt wurden bei israelischen Angriffen nach libanesischen Angaben 47 Menschen getötet. Israel meldete den Tod von vier seiner Soldaten.

    • Oberlandesgericht DüsseldorfDrei Jahre Haft für Aufrufe zu Anschlägen

      Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat einen Rechtsextremisten aus Dortmund zu drei Jahren Haft verurteilt.

      Der 50-jährige Informatiker wurde unter anderem wegen der Anleitung zur Begehung einer terroristischen Straftat schuldig gesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann eine anonyme Plattform im sogenannten Darknet betrieb, wo er zu Anschlägen auf Politiker, Richter und Wissenschaftler aufrief. Außerdem habe er Krypto-Kopfgeld für deren Ermordung eingeworben und Anleitungen zum Bombenbau veröffentlicht.

      Auf den von dem Rechtsextremisten veröffentlichten Namenslisten standen unter anderem die frühere Bundeskanzlerin Merkel und der ehemalige Bundeskanzler Scholz.

    • IndonesienTierschützer wollen bedrohtes Borneo-Nashorn einfangen und künstlich befurchten

      Im Inselstaat Indonesien wollen Tierschützer das letzte noch in freier Wildbahn lebende Borneo-Nashorn einfangen, um die Art durch künstliche Befruchtung vor dem Aussterben zu retten.

      Dem Weibchen Pari, das im indonesischen Teil der Insel Borneo lebt, sollten später Eizellen entnommen werden, erklärte der Leiter der Naturschutzbehörde in der Provinz Ost-Kalimantan. Die Eizellen würden dann mit Spermien eines ebenfalls vom Aussterben bedrohten Sumatra-Nashorns befruchtet. Außer Pari gibt es nur noch ein einziges Borneo-Nashorn: das Weibchen Pahu im Kelian-Nashornschutzgebiet in Indonesien. Tierschützer haben bereits versucht, Pahu Eizellen zu entnehmen - vergeblich. Pahu sei schon etwa 40 Jahre alt und habe zudem verschiedene gesundheitliche Probleme, erklärte Behördenleiter Ari.

      Nashorn-Weibchen soll nicht unter Stress geraten

      Auf Borneo laufen bereits die Vorbereitungen. Ziel ist es, Pari so schonend wie möglich einzufangen und umzusiedeln. Die Tierschützer hoben Fallgruben aus, die sie bereits mit Rindern testeten. Auch die restlichen Abläufe wurden geübt, "damit das Tier nicht unter Stress gerät", wie Ari sagte. Nach dem Einfangen soll Pari in eine Einrichtung gebracht werden, wo sie vor der Eizellentnahme erst einmal beobachtet wird. Wenn die künstliche Befruchtung im Labor gelingt, soll das Nashorn-Baby wahrscheinlich von einem Leihmuttertier ausgetragen werden.

      Das Borneo-Nashorn ist eine Unterart des Sumatra-Nashorns, das einst in weiten Teilen Südostasiens verbreitet war, dessen Bestand aber ebenfalls auf einige Dutzend Exemplare geschrumpft ist. Fachleute hoffen, dass die Tiere nah genug verwandt für eine Kreuzung sind - und so zumindest ein Teil der Erbanlagen des Borneo-Nashorns erhalten werden kann.

    • KlassikNeue Kompositionen von Mozart entdeckt

      In der Französischen Nationalbibliothek ist ein bisher unbekanntes Manuskript von Wolfgang Amadeus Mozart entdeckt worden. Laut dem Direktor der Bibliothek ist es einer der bedeutendsten Funde der vergangenen Jahrzehnte.

      Einem Musikwissenschaftler waren bei der Untersuchung der Kladde die "rundlichen, leicht nach vorn geneigten Violinschlüssel" aufgefallen. Außerdem waren die Bassschlüssel anders notiert als in Frankreich üblich. Auch Vergleiche mit anderen Manuskripten und das verwendete Papier sprachen dafür, dass die Noten von Mozart stammen. Das Mozarteum in Salzburg hat dies bestätigt.

      In dem Kompositionsbuch hat der österreichische Komponist sieben Stücke für Flöte und Harfe sowie Übungen für die Herzogin von Guînes, eine Harfenistin, festgehalten. Mozart hielt sich von Mai bis Juli 1778 in Paris auf. Aus dieser Zeit stammt das Manuskript. Die neuen Stücke sollen am Sonntag erstmals aufgeführt werden, es spielen zwei Musiker des Orchesters von Radio France vor Gästen in der Nationalbibliothek.

    • Ukraine-KriegMindestens sieben Tote durch russische Angriffe

      Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Luftangriffe fortgesetzt.

      Ukrainischen Behörden zufolge wurden bei russischen Angriffen mindestens sieben Menschen getötet sowie mehrere verletzt. Bei Angriffen mit Gleitbomben auf die Großstadt Charkiw seien mehr als 40 Wohnhäuser beschädigt worden. Zudem wurden Schäden an Energieanlagen in der Region Dnipropetrowsk gemeldet.

      Das ukrainische Militär nahm nach eigenen Angaben Eisenbahnbrücken auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim ins Visier. Diese würden für Militärtransporte genutzt. Gestern hatte die Ukraine Moskau mit Drohnen attackiert und unter anderem eine Ölraffinerie getroffen. Ein Mensch wurde getötet.

    • Sicherheitskonferenz in KielAußenminister Wadephul betont Bedeutung der Ostsee für die NATO

      Die Ostsee wird nach Einschätzungen von Bundesaußenminister Wadephul vermehrt Schauplatz von Sabotageakten, Spionage und GPS-Störungen.

      Wadephul sagte auf der Kiel Security Conference, die Ostsee diene als strategischer Weg für Verstärkung und Nachschub im Verteidigungsbündnis NATO. Dies wisse auch Russland, betonte der Minister. Er erwarte deshalb von den USA auch in Zukunft weiteres Engagement im Ostseeraum. Man müsse zusammenstehen. Auch der deutsche Vizeadmiral Deertz hatte gestern erklärt, dass die Aggressivität in der Ostsee zunehme.

      Die USA hatten in der Vergangenheit vermehrt darauf verwiesen, dass Europa selbst in seine Sicherheit investieren müsse. Wadephul sagte dazu in Kiel, die Zeiten hätten sich grundlegend geändert. Heute würden die meisten europäischen Länder in ihre Streitkräfte investieren.

    • Gedenken in FrankfurtBundespräsident Steinmeier: Habermas' Stimme wird fehlen

      Bundespräsident Steinmeier hat in der Frankfurter Paulskirche den verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas gewürdigt.

      Seine Stimme werde in diesen unübersichtlichen Zeiten fehlen, sagte Steinmeier beim offiziellen Gedenkakt von Stadt Frankfurt, Goethe-Universität und Suhrkamp Verlag. Kern des Lebenswerks des Wissenschaftlers sei der Versuch gewesen, eine Begründung für die Demokratie zu liefern. Sein Erbe verpflichte die Gesellschaft, ihre Kraft dafür einzusetzen, nicht von Irrationalität und dem Rückfall in die Gewalt überwältigt zu werden.

      Steinmeier und Habermas kannten sich seit Ende der 1970er Jahre persönlich. Habermas starb Mitte März im Alter von 96 Jahren im bayerischen Starnberg.

    • Reaktion auf russische BedrohungNotfall-Rucksack und Übungen an Schulen - Innenminister wollen Zivilschutz bis 2029 stärken

      Die Innenminister von Bund und Ländern haben sich auf Maßnahmen zum besseren Schutz der Zivilbevölkerung verständigt.

      Das geht aus einem Beschluss zum Ende der Innenministerkonferenz in Hamburg hervor. Bis 2029 sollen eine widerstandsfähige IT-Infrastruktur, abgesicherte Kommunikationswege und eine bessere Selbstschutzkompetenz der Bevölkerung geschaffen werden – durch Übungen, Kurse und Unterricht an Schulen. Bundesinnenminister Dobrindt soll außerdem ein Schutzraumkonzept vorlegen.

      Der Hamburger Innensenator Grote sagte als Konferenzvorsitzender, Deutschland sei ein Hauptziel russischer Destabilisierung. Niedersachsens Innenministerin Behrens mahnte mehr Tempo an: Beschlüsse allein würden Putin nicht aufhalten, sagte sie.

      Bundesverteidigungsminister Pistorius erinnerte an die 80er und frühen 90er Jahre: Übungen und gemeinsame Krisenplanung zwischen Militär und zivilen Stellen müssten jetzt wieder Standard werden.

    • Bertelsmann StiftungKommunaler Finanzreport 2025: Rekorddefizit bei Städten, Landkreisen und Gemeinden

      Mit einem Defizit von fast 32 Milliarden Euro hat sich die Haushaltskrise der deutschen Kommunen im vergangenen Jahr weiter verschärft.

      Laut dem Kommunalen Finanzreport der Bertelsmann Stiftung ist das der höchste Fehlbetrag in der Geschichte der Städte, Landkreise und Gemeinden. Die Gesamtverschuldung ist der Stiftung zufolge damit auf annähernd 200 Milliarden Euro gewachsen. Als Hauptursache sieht der Report hohe Ausgaben vor allem im Sozial- und Personalbereich. Zugleich machten sich die Folgen der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung bei den Einnahmen bemerkbar. Der Report hebt hervor, dass durch Sparmaßnahmen vielerorts die Infrastruktur verfalle, etwa bei Straßen und Schulen.

      Als Sofortmaßnahme wird unter anderem die Erhöhung des kommunalen Anteils an der Umsatzsteuer vorgeschlagen.

    • ErhebungReichstes zehn Prozent für Billionenschäden an der Umwelt verantwortlich

      Das reichste Zehntel der Weltbevölkerung verursacht Schäden an der Umwelt in Billionenhöhe. Das hat ein Forscher-Team aus Großbritannien und den Niederlanden berechnet.

      Demnach verursachen die reichsten zehn Prozent mit ihrem Konsum jedes Jahr Umwelt- und Klimaschäden zwischen 1,7 und 5,7 Billionen US-Dollar. Ein Großteil dieser Schäden entstehe durch das Artensterben, dann folgten die Auswirkungen durch den Klimawandel.

      Das reichste Zehntel verursacht demnach pro Person Umweltkosten in Höhe von 2.300 bis 7.500 US-Dollar pro Jahr, heißt es in dem Beitrag im Fachjournal "Communications Sustainability" weiter. Rund 60 Prozent dieser Menschen lebten in den USA und in der Europäischen Union, nur rund zwei Prozent in Indien.

      Schätzungen auf Basis eines Referenzhandbuchs

      Die Forschenden der niederländischen Universität Leiden und der englischen Universität Oxford berechneten die Kosten nach eigenen Angaben auf Basis von Zahlen aus dem Jahr 2017. Demnach nutzten sie ein sogenanntes Environmental Prices Handbook, ein Referenzhandbuch für die Monetarisierung von Umweltschäden. Die Spannweite der Geldsummen ergebe sich aus der Unsicherheit der Schätzung, heißt es. Dabei bezögen sich die Angaben lediglich auf den Konsum, Folgen von Finanzinvestitionen seien nicht berücksichtigt worden.

      Forscherin Inge Schrijver sagte, die Geldbeträge machten das Ausmaß der Schäden und der Verantwortung der obersten zehn Prozent deutlich. Mit ihren Kollegen spricht sie sich dafür aus, die Umwelt stärker zu schützen und die Verursacher von Schäden in die Pflicht zu nehmen. Schrijver erläutert, falls der Verursacher zahlen und dieses Geld in Lösungen fließen würde, könnte das einen enormen Unterschied machen.

    • SchweizGeplante Gespräche zwischen USA und Iran abgesagt

      Die ursprünglich für heute vorgesehenen Gespräche in der Schweiz zwischen ⁠den USA ⁠und dem Iran finden nicht statt.

      Das teilte das Außenministerium in Bern mit. Das Treffen war auf dem Bürgenstock in der Nähe von Luzern geplant. ⁠Dort sollten die Unterhändler beider ⁠Seiten über einen ⁠dauerhaften Waffenstillstand verhandeln. ‌US-Vizepräsident Vance hatte seine ‌Teilnahme bereits ‌abgesagt, und zwar aus "logistischen Gründen", wie es hieß. Aus dem Iran gibt es bisher keine Stellungnahme.

      Das Schweizer Außenministerium erklärte weiter, man sei weiterhin bereit, die Gespräche zu moderieren. Die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten würden fortgesetzt.

      Ischinger warnt vor wachsender Bedrohung für Israel

      Der Präsident der Stiftung Münchener Sicherheitskonferenz, Ischinger, sieht in dem Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran eine Stärkung des Iran. Er warnte im Deutschlandfunk vor einer wachsenden Bedrohung gegen Israel, da das amerikanisch-israelische Verhältnis schwer belastet sei. Auch könnte dies dazu führen, dass etwa Saudi-Arabien oder die Türkei vorsorglich über eine atomare Bewaffnung nachdächten.

      In dem von Washington und Teheran unterzeichneten Papier wurden eine Beendigung der Kampfhandlungen und die Öffnung der Straße von Hormus vereinbart. Beide Seiten verwiesen aber darauf, dass es sich nur um eine vorläufige Erklärung handele.

    • ExtremwetterImmer mehr Menschen müssen wegen Naturkatastrophen Heimat verlassen

      Im vergangenen Jahr sind deutlich mehr Menschen durch Naturkatastrophen und Extremwetter aus ihrer Heimat vertrieben worden als im Vorjahr.

      Laut einer Studie der Universität Hamburg im Auftrag von Greenpeace waren 13,6 Millionen Menschen betroffen und damit rund 3,7 Millionen mehr als im Jahr 2024. Als Beispiel nennt die Studie Afghanistan und die dortigen Auswirkungen von abschmelzenden Gletschern. Auf Dürren folgten katastrophale Sturzfluten, hieß es. Dies vertreibe Menschen innerhalb des Landes.

      Greenpeace kritisierte, während Familien im Globalen Süden ihre Heimat durch Klimakatastrophen verlören, kürzten wohlhabende Nationen die Hilfsgelder. Die Umweltorganisation forderte die Industriestaaten auf, ihre Emissionen schneller zu senken sowie stärker in die Anpassung besonders betroffener Länder an die Folgen des Klimawandels zu investieren.

    • VerbraucherschutzOnline-Shops müssen ab heute "Widerrufsbutton" anbieten

      Im Internet geschlossene Verträge können ab heute einfacher widerrufen werden.

      Ein in Kraft getretenes Gesetz verpflichtet Händler dazu, auf ihren Online-Seiten und in ihren Apps einen sogenannten "Widerrufsbutton" bereitzustellen. Das muss eine leicht auffindbare, jederzeit verfügbare und einfach zu nutzende Schaltfläche sein. Der Button ist überall dort Pflicht, wo Verbrauchern ein gesetzliches Widerrufsrecht zusteht. Er greift somit beim klassischen Einkauf von Waren und Dienstleistungen im Internet, bei digitalen Gütern wie Streaming-Abonnements und bei online abgeschlossenen Finanzdienstleistungen.

      Bundesjustizministerin Hubig (SPD) sagte, wenn ein Vertragsabschluss im Netz kinderleicht sei, müsse es auch der Widerruf sein. Der Verbraucherzentrale Bundesverband betonte, die neue Regelung bringe für Verbraucher mehr Komfort, Sicherheit und Transparenz. Kritik übten hingegen Branchenverbände: So hieß es vom Handelsverband Deutschland, die neuen Vorgaben seien vor allem für kleinere Unternehmen mit erheblichen Bürokratielasten verbunden.

    • "Außenpolitischer Lapsus"Republikanische US-Senatoren kritisieren Absichtsklärung mit dem Iran

      In den USA wächst die Kritik am Rahmenabkommen mit dem Iran - auch aus den Reihen der Republikaner. Vor allem der vorgesehene Wiederaufbaufonds für Teheran stößt auf Widerstand.

      Er soll 300 Milliarden US-Dollar umfassen. Geplant ist, dass die USA und regionale Partner diesen gemeinsam aufstellen.

      Der einflussreiche Vorsitzende des für die Streitkräfte zuständigen Senatsausschusses, Roger Wicker, erklärte, die 300 Milliarden Dollar ließen die Zahlungen im Rahmen des Abkommens von Präsident Obama aus dem Jahr 2015 wie einen "Klacks" erscheinen. Die USA könnten ihre im Iran-Krieg erzielten Erfolge damit wieder aus der Hand geben. Wicker hatte Trump bislang nicht öffentlich kritisiert.

      Ted Cruz, Senator aus Texas, sagte, die Geschichte zeige, dass es eine außerordentlich schlechte Idee sei, Milliarden von Dollar an theokratische Fanatiker zu geben, die einen umbringen wollen. Er hoffe, dass die USA dies nicht tun würden. Cruz war 2016 gegen Trump als Präsidentschaftskandidat angetreten, gilt mittlerweile aber als Unterstützer.

      "Schlimmster außenpolitischer Lapsus seit Jahrzehnten"

      Der republikanische Senator für Louisiana, Bill Cassidy, bemängelte das Rahmenabkommen als "schlimmsten außenpolitischen Lapsus seit Jahrzehnten". Er verwies in einem Post auf X unter anderem auf die 13 getöteten US-Soldaten.

      Auch konservative und rechte Medienschaffende äußerten sich negativ über die Einigung. Der Podcaster Ben Shapiro kritisierte diese als "Katastrophe". Sie erreiche keines der eigentlichen Ziele der Regierung, sagte er dem US-Fernsehsender Fox News. Auch einer der bekanntesten Unterstützer Trumps, der Fox-News-Moderator Mark Levin, distanzierte sich vom Präsidenten. Es sei ein Skandal, dass ballistische Raketen nicht in das Rahmenabkommen aufgenommen worden seien.

      Trump verunglimpft Kritiker: "neidisch, schlechte Menschen oder dumm"

      Trump attackiert seine Kritiker auf seiner Online-Plattform Truth Social. Er verunglimpfte sie als Dummköpfe. Sie seien entweder "neidisch, schlechte Menschen oder dumm". Er verwies auf Rekordwerte an der Börse. Trump hatte bereits Anfang der Woche bekräftigt, dass es keine Zahlungen von den USA an den Iran geben werde.

      Mit Blick auf die negativen Stellungnahmen in den USA sprach der Präsident der Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz, Ischinger, von einer "gewaltigen Aufwallung von Kritik". Er betonte im Deutschlandfunk, Schadenfreude sei nicht angebracht, sondern tiefe Sorge. Die Instabilitäten verhießen nichts Gutes - auch für Europa.

      Alle aktuellen Entwicklungen finden Sie im Newsblog zur Lage im Nahen Osten.

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      Abkommen mit dem Iran 2026 und 2015: Was die Vereinbarungen von Trump und Obama gemeinsam haben – und was nicht

    • "Unrechtsregime"Peitschenhiebe und Berufsverbot: Nouripour und Amnesty International kritisieren Verurteilung von Sängerin Parastoo Ahmadi im Iran

      Nach einem Online-Konzert ohne Kopftuch ist die bekannte iranische Sängerin Parastoo Ahmadi zu Peitschenhieben und einem Berufsverbot verurteilt worden. Bundestagsvizepräsident Nouripour und Menschenrechtsorganisationen üben scharfe Kritik.

      Nouripour teilte dem Deutschlandfunk mit, ein Regime, das Frauen auspeitschen lässt, sei ein Unrechtsregime. Ausdrücklich bezog sich der Grünen-Politiker auch auf das jüngste Rahmenabkommen zwischen dem Iran und dem USA. Statt dem Regime in Teheran für einen bizarren Deal zu danken, sollte Bundeskanzler Merz besser klare Worte für "diese inakzeptable und brutale Unterdrückung von Frauen" finden. Im Umgang mit den brutalen Mullahs dürfe es keine Normalität geben.

      "Angriff auf Meinungsfreiheit und Frauenrechte"

      Amnesty International teilte dem Deutschlandfunk mit, das Urteil sei ein Angriff der Behörden auf die Meinungsfreiheit und die Frauenrechtsbewegung im Iran. Die Organisation "Centre for Human Rights in Iran" mit Sitz in den USA betonte laut dem britischen Guardian, das Urteil zeige die Kluft zwischen der Regimepropaganda und der Realität.

      Hintergrund der Strafe ist ein Konzert ohne Publikum im Innenhof einer ehemaligen Karawanserai im Iran im Dezember 2024, das bei Youtube fast drei Millionen Aufrufe erzielte. Dort war die Sängerin in einem schwarzen, schulterfreien Kleid aufgetreten. Die Haar trug sie die ganze Zeit offen.

      Der Auftritt stellte einen doppelten Tabubruch dar: Im Iran gelten strike Bekleidungsregeln für Frauen, die durch ein neues Gesetz mit teils drastischen Strafen weiter verschärft werden. Zudem ist es Frauen schon seit der Revolution von 1979 untersagt, in der Öffentlichkeit solo zu singen.

      "Vulgäre und unmoralische Inhalte"

      Im Beschluss des Gerichts in der Provinz Ghom heißt es, die Sängerin und ihre Musiker hätten "vulgäre und unmoralische Inhalte" online verbreitet. Das Urteil gegen Parastoo Ahmadi und acht Mitglieder ihrer Band und des Produktionsteams umfasst 74 Peitschenhiebe und zwei Jahre Berufs- und Reiseverbot. Gegen die Entscheidung können noch Rechtsmittel eingelegt werden. Die Sängerin und mehrere Musiker waren nach dem Konzert bereits kurzzeitig festgenommen worden.

    • AnklageschriftPortugiesische Neonazis sollen Anschlag auf Regierungschef Montenegro geplant haben

      Ein Jahr nach der Festnahme von mutmaßlichen Rechtsterroristen in Portugal hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben und Details über umfangreiche Anschlagspläne bekannt gemacht.

      Portugiesische Medien berichten, in der Anklageschrift werde der Gruppe vorgeworfen, die Wohnung von Premierminister Montenegro ausgespäht und einen Granatenangriff auf den Regierungschef diskutiert zu haben. Insgesamt sollen die Terroristen 120 Menschen des öffentlichen Lebens als potenzielle Angriffsziele ausgemacht haben. Darunter seien vierzig Politiker, aber auch Prominente aus Journalismus, Kultur und Wissenschaft sowie Bürgerrechtsaktivisten.

      Die Gruppierung, zu der auch ein hochrangiger Polizist zählen soll, habe sogenannte "Volkstribunale" erwogen, um Prozesse wegen eines angeblichen Verfalls der portugiesischen Nation abzuhalten. Im Ganzen richtet sich die Anklage gegen neun Personen wegen 29 Straftaten.

    • Europa-Universität Viadrina"Fake News Festival" in Frankfurt (Oder): Forscherin warnt vor Zunahme von Desinformationen durch KI

      Die Wirtschaftswissenschaftlerin Charlotte Köhler warnt davor, dass Desinformation durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz deutlich einfacher geworden sei.

      Köhler ist eine der Initiatorinnen des "Fake-News-Festivals", das gerade an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) läuft. Köhler sagte dem Sender rbb, heute könne jeder mit den verfügbaren KI-Modellen Fake News produzieren. Das gehe ohne große Vorkenntnisse oder Erfahrung mit Programmen wie Photoshop. Auf dem Festival beleuchte man die rechtliche und die wirtschaftliche Perspektive von KI und Desinformation, etwa beim Einsatz für das Marketing. Es gehe auch um die Frage, wie sich Medien veränderten und wie beispielsweise in Computerspielen Desinformation und Künstliche Intelligenz spielerisch umgesetzt würden.

      Das Fake News Festival dauert noch bis morgen und ist kostenlos. Die Veranstaltung bietet Vorträge und Gesprächsrunden und wird auch online übertragen.

    • Schwarz-Rote KoalitionReform des "Heizungsgesetzes": Gutachten sieht verfassungsrechtliche Zweifel

      Zum geplanten neuen Heizgesetz der schwarz-roten Koalition gibt es verfassungsrechtliche Bedenken. Das geht aus einem Gutachten der wissenschaftlichen Dienste des Bundestags hervor.

      Darin wird insbesondere die Neuregelung der Emissionen hervorgehoben. Reduktionslasten könnten so unverhältnismäßig auf die Zukunft verschoben werden, heißt es. - Das Grundgesetz verpflichtet den Bund dazu, in Verantwortung für künftige Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen.

      Die Partei Die Linke prüft bereits nach eigenen Angaben eine Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht. Der Grünen-Abgeordnete Keller sagte der dpa, Union und SPD sollten in sich gehen, sonst drohe ihnen eine Blamage in Karlsruhe. Ähnlich hatten sich Lobbygruppen wie die Deutsche Umwelthilfe geäußert.

      Gesetzentwurf im Bundestag erstmals beraten

      Der Bundestag hatte vergangene Woche in Erster Lesung über den Entwurf für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz beraten. Schwarz-Rot will Kernpunkte der früheren Ampel-Regierung ändern. Auch nach 2045 soll man demnach noch neue Gas- und Ölheizungen einbauen dürfen. Allerdings soll schrittweise der Anteil von CO2-neutralen Brennstoffen erhöht werden. Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) erklärte, man ersetze "Heizungszwänge" durch Technologieoffenheit.

    • Krefeld"Muslime vergasen": Bestürzung in der CDU nach Hass-Äußerungen eines 23-Jährigen

      In Nordrhein-Westfalen haben menschenfeindliche Äußerungen, die einem 23-jährigen CDU-Mitglied zugeschrieben werden, Bestürzung ausgelöst.

      Der Krefelder ist in einem Video auf Tiktok mit den Worten zu hören: "Wir haben früher die Juden vergast, und jetzt vergasen wir die Muslime." Die Partei erstattete Strafanzeige und kündigte ein Parteiausschlussverfahren an. Ein Sprecher der Landes-CDU äußerte sich fassungslos. Man verurteile diese ekelhaften Aussagen auf das Schärfste. Auch Örtliche Christdemokraten erklärten, man sei geschockt. Einem Influencer zufolge, der via Instagram auf das Video aufmerksam gemacht hatte, handelt es sich um einen Politikwissenschaftsstudenten. Nach Informationen des WDR ist der Beschuldigte bereits früher auffällig geworden. Er selbst habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

    • Nach DatenleckJens Spahn bestätigt Teilnahme an Veranstaltungen von Peter Thiel

      Der heutige Unions-Fraktionschef Spahn hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren fünfmal an Veranstaltungen der "Dialog"-Organisation des US-Tech-Milliardärs Peter Thiel teilgenommen.

      Das bestätigte sein Sprecher mehreren Medien. Spahn sei in "unregelmäßigen Abständen" zwischen 2018 und 2024 dabei gewesen. Der Einladung zum Treffen in diesem August in Irland werde Spahn aber nicht nachkommen.

      Das Magazin Wired hatte vor kurzem über Informationen zu dem geheim agierenden Netzwerk um Thiel berichtet, die durch ein Datenleck offengelegt wurden. Der Kreis versammelt Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Militär und Wissenschaft, von denen viele als Unterstützer des MAGA-Lagers von US-Präsident Trump gelten.

      Die Organisation Lobby Control forderte die CDU auf, Abstand zu Thiel zu halten. Eine Sprecherin erklärte gegen über dem Deutschlandfunk Spahn habe sich fahrlässig in antidemokratische Kreise begeben, die Europa spalten und die AfD stärken wollten.

    • NahostUNO-Nothilfekoordinator fordert mehr Aufmerksamkeit für Menschen im Gazastreifen

      Der UNO-Nothilfekoordinator Fletcher fordert wieder mehr Aufmerksamkeit für die Menschen im Gazastreifen.

      Das Gebiet befinde sich weiter in einer schweren Krise, sagte er im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York. Kein einziges Krankenhaus sei vollständig funktionsfähig. 70 Prozent der Bevölkerung Gazas hätten nur unangemessene Unterkünfte. Fletcher rief die Staatengemeinschaft zudem auf, den Druck auf Israel zu erhöhen, um die Lieferung von Hilfsgütern zu erleichtern. Die israelische Armee hält weite Teile des Gazastreifens besetzt und kontrolliert die Grenzübergänge. Offiziell gilt zwar seit Oktober eine Waffenruhe mit der Terrorbewegung Hamas. Trotzdem gibt es immer wieder Angriffe mit zahlreichen Toten.

    • SozialismusKubanische Regierung stellt 176 Maßnahmen zur Liberalisierung der Wirtschaft vor

      Kubas Regierung hat ausgeführt, wie die Wirtschaft des Landes liberalisiert werden soll.

      Ministerpräsident Marrero stellte im Parlament von Havanna einen 176 Maßnahmen umfassenden Plan vor. Darin vorgesehen sind etwa die Zulassung privater Immobilienprojekte, der Zugang privater Banken zum Finanzsektor und die Umwandlung von Staatsbetrieben in private Unternehmen. Es handelt sich nach Angaben der kubanischen Regierung um die größten Veränderungen seit der Revolution von 1959 unter Fidel Castro. Am Sozialismus will Kuba aber festhalten.

      Die Abkehr von Teilen der Planwirtschaft geschieht auf Druck der USA, die zahlreiche Sanktionen gegen Kuba verhängt haben. Der Karibikstaat befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise.

    • BadeunfälleDas rät die DLRG beim Schwimmen in Fluss, Meer, See oder Freibad

      Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt angesichts der aktuellen hohen Temperaturen vor Unaufmerksamkeit beim Schwimmen. Wenn Badegäste einige Regeln beachteten, sei das Risiko eines tödlichen Unfalls deutlich geringer.

      Am Pfingstwochenende sind in diesem Jahr laut DLRG deutschlandweit mindestens elf Menschen ertrunken. Die Präsidentin der DLRG, Vogt, sprach von "alarmierenden Zahlen". Im Verlauf des Jahres 2025 ertranken laut DLRG fast 400 Menschen - viele davon an unbewachten Badestellen.

      Selbstüberschätzung, hohe Temperaturen, schlechte Schwimmkenntnisse

      Die häufigsten Gründe für tödliche Badeunfälle sind laut DLRG Hitze, Übermut und Selbstüberschätzung. Ein Sprung in trübes Wasser, ohne den Grund sehen zu können, Flüsse oder Meere mit Strömungen sowie zu weite Schwimmstrecken sind Beispiele. Auch Alkoholkonsum führe häufig dazu, dass Menschen ihre eigenen Fähigkeiten nicht mehr einschätzen könnten und zu hohe Risiken eingingen. Gerade an unbeaufsichtigten Badestellen ohne Rettungsschwimmer vor Ort ist die Gefahr groß.

      Besonders häufig verunglückten ältere Menschen, zugleich stieg die Zahl der Todesfälle unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Eine große Gruppe unter den Unfallopfern sind junge Männer. DLRG-Präsidenten Vogt erklärte dazu, diese Gruppe gehe besonders häufig vermeidbare Risiken ein.

      Richtlinien und Tipps der DLRG

      Die DLRG mahnt an, prinzipiell nur an bewachten Stelle baden zu gehen und niemals unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Um Auswirkungen auf den Kreislauf zu minimieren, sollten Schwimmer sich kurz abkühlen und nicht überhitzt direkt ins Wasser springen.
      Die DLRG erinnert auch noch einmal alle Eltern und weitere Aufsichtspersonen, insbesondere Kinder, die noch nicht schwimmen können, jederzeit zu beobachten.

      Schwimmflügel oder eine Schwimmweste genügten im Zweifelsfalle nicht aus, um das Kind zu sichern. Auch das Seepferdchenabzeichen bedeute nicht, dass Kinder ohne Aufsicht im Wasser bleiben können. Häufig sind die Anzeichen für lebensbedrohliche Situationen im Wasser kaum zu erkennen, weil die Betroffenen keine Luft haben, um zu schreien und auf sich aufmerksam zu machen.

    • WetterIn der Nacht kräftige Gewitter, 23 bis 16 Grad

      Das Wetter: Am Abend und in der Nacht wechselnd bewölkt und stellenweise Schauer und teils kräftige Gewitter, örtlich Unwetter. Im Nordwesten häufiger Gewitter mit Unwettergefahr. Im Osten später trocken. Tiefstwerte 23 bis 16 Grad. Morgen wechselhaft mit Unwettergefahr. 30 bis 38 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Sonntag viel Sonne. Später wieder Schauer und Gewitter. 24 bis 39 Grad.

  • Donnerstag, 18.06.2026

    • Zweitägiger EU-GipfelStaats- und Regierungschefs verlängern EU-Sanktionspaket gegen Russland

      In Brüssel sind die Staats- und Regierungschefs der EU zu einem Gipfeltreffen zusammengekommen und haben ein bestehendes Sanktionspaket gegen Russland verlängert. Für ein weiteres Sanktionspaket hatte Bulgariens neuer Ministerpräsident Radew jedoch gleich zu Beginn ein Veto angekündigt.

      Zur Begründung erklärte er, die geplanten Strafmaßnahmen könnten sich negativ auf die bulgarische Wirtschaft auswirken. Weiteres Thema des zweitägigen Treffens sind Maßnahmen gegen das Handelsungleichgewicht mit China. Die EU wirft Peking eine Wettbewerbsverzerrung vor, indem es Unternehmen mit massiven Staatshilfen fördere und ihnen dadurch einen Vorteil gegenüber europäischen Firmen verschaffe. EU-Handelskommissar Sefcovic forderte im Vorfeld einen Neustart der Handelsbeziehungen mit China.

      Außerdem beraten die 27 Mitgliedsstaaten über den Haushalt der Europäischen Union für die Jahre 2028 bis 2034. Der jüngste Vorschlag der zyprischen Ratspräsidentschaft sieht ein Budget von rund 1,8 Billionen Euro vor. Deutschland, die Niederlande und andere Länder verlangen erhebliche Kürzungen.

    • "Beratungsbedarf"Abstimmung über Gesundheitsreform wird verschoben

      Die für kommende Woche geplante Abstimmung im Bundestag über die Gesundheitsreform wird verschoben.

      Nach Angaben des gesundheitspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Pantazis, ist der geplante Termin nun der 10. Juli, der letzte Sitzungstag vor der Sommerpause. Pantazis begründete die Verschiebung mit weiterem Beratungsbedarf. Die Koalitionsfraktionen wollten die Beratungen über den Entwurf von Gesundheitsministerin Warken mit der notwendigen Sorgfalt führen, sagte er.

      Die Pläne der Bundesregierung für die Gesundheitsreform waren bei der ersten Lesung im Bundestag vor einer Woche auf Kritik der Oppositionsparteien gestoßen. Auch im Bundesrat gab es Widerstand.

      Der Gesetzentwurf sieht Einschnitte sowie zusätzliche Kosten für Versicherte vor, die bereits im kommenden Jahr wirksam werden sollen. Ziel ist, die zuletzt stark gestiegenen Beiträge zur Krankenversicherung zu stabilisieren.

    • NATO-TreffenDeutschland will Luftverteidigungssystem mit Ukraine bauen

      Deutschland und die Ukraine haben den Grundstein für die gemeinsame Entwicklung eines Luftverteidigungssystems gegen ballistische Raketen gelegt.

      Dazu sei eine Übereinkunft unterzeichnet worden, sagte Verteidigungsminister Pistorius in Brüssel, wo sich die NATO-Verteidigungsminister und die sogenannte Ukraine-Kontaktgruppe trafen.

      Die Unterstützer der Ukraine mobilisierten in Brüssel weitere Militärhilfe für das Land. Deutschland beteiligt sich mit 400 Millionen US-Dollar.

      Bei dem NATO-Treffen kündigte US-Verteidigungsminister Hegseth eine Untersuchung zur Truppenpräsenz und Stationierung amerikanischer Streitkräfte an. Europa müsse die Hauptverantwortung für die Verteidigung Europas übernehmen. Den Bündnispartnern warf er Trittbrettfahrerei vor.

    • Nach Unterzeichnung des AbkommensUSA erklären Blockade iranischer Häfen für beendet

      Die USA haben die Blockade iranischer Häfen offiziell für beendet erklärt.

      Die Durchfahrt von Schiffen mit Start oder Ziel im Iran werde auf Anweisung von Präsident Trump nicht mehr verhindert, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando mit. Man habe sämtliche militärischen Maßnahmen zur Durchsetzung der Blockade eingestellt. Das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran sah ein Ende der Blockade sowie im Gegenzug die freie Durchfahrt von Schiffen in der Straße von Hormus vor. Die Führung in Teheran erklärte, man verzichte gemäß der Vereinbarung für 60 Tage auf Gebühren für den Transit. Eine neu geschaffene Behörde werde Genehmigungen ⁠zur Passage erteilen. Aus Sicherheitsgründen müssten sich Schiffe ⁠an die zugewiesenen Routen und Zeiten halten.

      Nach Angaben von Tracking-Diensten passierten im Laufe des Tages mehrere Frachtschiffe die Meerenge. Allerdings lag die Zahl weit unter dem Niveau vor dem Krieg. Der Verband Deutscher Reeder erklärte, vor dem Iran-Krieg seien es täglich mehr als 100 Schiffe gewesen. ;Man rechne nicht mit der unmittelbaren Rückkehr zum normalen Schiffsverkehr. Zunächst müssten die Risiken für die Schifffahrt beseitigt werden, etwa durch die Räumung von Seeminen.

    • Fußball-WeltmeisterschaftSchweiz besiegt Bosnien-Herzegowina, Tschechien spielt unentschieden gegen Südafrika

      Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika hat die Schweiz gegen Bosnien-Herzegowina mit 4:1 gewonnen.

      Damit haben die Schweizer beste Aussichten auf das Erreichen der K.o.-Runde.

      Zuvor hatte Tschechien gegen Südafrika 1:1 unentschieden gespielt. Beide Mannschaften hatten ihr Auftaktspiel verloren und müssen deshalb um den Einzug ins Sechzehntelfinale bangen.

      Die weiteren Begegnungen in der Nacht sind Kanada gegen Katar und Mexiko gegen Südkorea.

    • NahostNetanjahu schließt Truppenabzug aus dem Südlibanon aus

      Israels Ministerpräsident Netanjahu hat einen Truppenabzug aus dem Südlibanon vorerst ausgeschlossen.

      Netanjahu erklärte, die von der Armee errichtete Sicherheitszone sei eine Barriere zwischen der Hisbollah-Miliz im Libanon und den Menschen in Nordisrael. Israel werde sich nicht zurückziehen, solange es seine Sicherheitsbedürfnisse erforderten. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal hingegen als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein. Das Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA sieht zwar eine umfassende Beendigung der militärischen Konflikte in der Region vor, enthält aber keine explizite Klausel über einen Abzug der israelischen Truppen.

      Auch ist unklar, inwieweit sich Israel an das Abkommen gebunden fühlt. Das Land war an den Verhandlungen nicht beteiligt worden.

    • RegierungsdatenZahl der Ebola-Toten in DR Kongo auf über 230 gestiegen

      Gut einen Monat nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der Todesopfer auf 232 gestiegen.

      Wie die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union mitteilte, wurden mittlerweile 896 Infektionsfälle bestätigt. Demnach liegt die Sterblichkeitsrate in dem zentralafrikanischen Land bei nunmehr 23 Prozent. Besonders drei Provinzen im Osten des Landes sind vom aktuellen Ausbruch betroffen. Für den aktuell grassierenden "Bundibugyo"-Typ des Virus gibt es derzeit weder einen Impfstoff noch eine zugelassene Therapie. Das von dem Virus ausgelöste Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Übertragen wird es durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten.

      Die Demokratische Republik Kongo liegt in Zentralafrika und hat bereits mehrere Ebola-Ausbrüche erlebt.

    • Nach Attacken auf MoskauRussland droht Ukraine mit Vergeltung

      Nach dem ukrainischen Großangriff auf Ziele in Moskau hat Russland mit Vergeltung gedroht.

      Außenminister Lawrow sagte in Moskau, Kreml-Chef Putin habe bereits angekündigt, dass Russland weitere massive Angriffe gegen die Ukraine ausführen werde.

      Zuvor war bei einem Großangriff der Ukraine auf die russische Hauptstadt eine wichtige Ölraffinerie getroffen worden.

      Auch die Ukraine wurde in der vergangenen Nacht wieder zum Ziel russischer Angriffe.

    • Kiel International Seapower SymposiumMarine Vizeadmiral Deertz: "Aggressivität in der Ostsee nimmt zu"

      Die deutsche Marine beobachtet die Präsenz russischer Kriegsschiffe im Ostseeraum weiter aufmerksam. Die sicherheitspolitische Lage habe sich spürbar verdichtet, sagte Vizeadmiral Axel Deertz am Rande einer Sicherheitskonferenz in Kiel. Beim Kiel International Seapower Symposium (KISS) beraten führende Offiziere aus Deutschland, den USA und anderen NATO-Staaten darüber, wie Europas Nordflanke geschützt werden kann.

      Graduell nehme die Aggressivität zu, sagte Deertz. "Wir haben aus dem Kalten Krieg Regeln, die wir von beiden Seiten nach wie vor beherzigen." Man halte Abstände ein. Ziel ist es dem Befehlshaber zufolge, Missverständnisse zu vermeiden. Es sei unredlich zu sagen, dass das Risiko eines militärischen Zwischenfalls bei null liege. "Es muss sich jetzt keiner Sorgen machen, dass er morgen angegriffen wird. Aber wir müssen die Augen eben aufhalten", so Deertz.

      Großmanöver zur Sicherung des freien Seeverkehrs

      In den vergangenen Tagen hatten rund 6.000 Soldaten aus 15 Nationen auf 20 Schiffen beim NATO-Manöver "Baltops" in der Ostsee trainiert. Die Übung wurde erneut von der US Navy angeführt. Die Sicherheit der Ostsee sei entscheidend für die Sicherheit Europas und damit auch der Vereinigten Staaten, betonte Vizeadmiral Jeffrey T. Anderson, der Befehlshaber der 6. US-Flotte.

      Schwerpunkt des Großmanövers war die Sicherung des freien Seeverkehrs in der Ostsee. Außerdem ging es nach Marineangaben um robuste Abschreckung. Die Ostsee gilt auch angesichts des andauernden russischen Angriffskrieges auf die Ukraine als strategisch wichtiges Meer. Russland ist als einziger der neun Ostseeanrainerstaaten kein NATO-Mitglied.

      Abgestimmtes Lagebild durch Zusammenarbeit mit Küstenwache, Fischerei und Zoll

      Deertz verwies auf die Zusammenarbeit nicht nur zwischen den Militärs, sondern auch mit der Küstenwache, der Fischerei oder dem Zoll. Das ergebe ein abgestimmtes Lagebild, auf das schneller reagiert werden könne. Mit Blick auf die sogenannte Schattenflotte, mit der Russland Sanktionen von westlichen Unterstützern der Ukraine umgehen will, sprach der Befehlshaber von einem "gegenseitigen Hochstacheln". "Es ist durchaus in unserem Interesse, dass sie mit ihren Marineeinheiten mehr auf ihre Handelsschiffe gucken müssen."

    • Kehrtwende in BayreuthKatharina Wagner entschuldigt sich bei Friedman

      Kehrtwende in Bayreuth: Nach der Absage einer Gedenkveranstaltung und einer damit verbundenen Ansprache von Michel Friedman hat sich Festspielleiterin Katharina Wagner nun bei ihm entschuldigt.

      Der Auftritt des jüdischen Publizisten soll wie geplant stattfinden. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte der 70-Jährige: "Katharina Wagner persönlich hat sich [...] nie mit dem das ganze Land prägenden Antisemitismus ihrer Vorfahren gemein gemacht – sehr im Gegenteil! Ich finde ihre Worte des Bedauerns an mich ernsthaft und glaubwürdig, und ich nehme ihre persönliche Bitte um Entschuldigung gerne an.“

      Friedman sollte bei den 150. Bayreuther Festspielen über Antisemitismus, den Komponisten Richard Wagner und den Umgang mit der Nazi-Vergangenheit der Festspiele sprechen. Die Veranstaltung wurde mit dem Verweis auf "Sicherheitsbedenken" auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Absage war seit Tagen scharf kritisiert worden.

    • Angeblicher Apartheid-VergleichIsrael bricht Kontakt zur EU-Außenbeauftragten Kallas ab

      Israel bricht den Kontakt zur EU-Außenbeauftragten Kallas wegen eines angeblichen Vergleichs mit dem Apartheid-Regime in Südafrika ab.

      Der israelische Außenminister Saar erklärte, dies gelte solange, bis Kallas ihre Äußerungen zurücknehme. Er bezog sich auf einen Bericht des Nachrichtenportals "Euractiv". Kallas soll bei einem Besuch in Mexiko das israelische Vorgehen im Westjordanland und im Gazastreifen mit der früheren südafrikanischen Politik der Rassentrennung gleichgesetzt haben.

      Bundeskanzler Merz sagte, er teile Kallas' Wortwahl nicht. Man werde darüber noch zu sprechen haben.

    • StraßburgEU-Parlament beschließt Recycling-Regeln für Autos

      Das EU-Parlament in Straßburg hat neue Regeln zum Recycling von Autos beschlossen.

      Die Vorgaben sehen vor, dass Autobauer ihre Fahrzeuge künftig so produzieren müssen, dass einzelne Teile leichter ausgebaut und ersetzt werden können. Dies soll dazu führen, dass Aluminium, Kupfer und seltene Erden verstärkt wiederverwendet werden. Europa soll so unabhängiger von Einfuhren werden. Die Verordnung umfasst auch einen Mindestanteil für recyceltes Plastik in Neuwagen. Die Regelung gilt auch für Lastwagen, Motorräder und Spezialfahrzeuge.

      Zudem soll es Kriterien geben, wann ein Auto als Schrott eingestuft wird. Der Export solcher Schrottautos, um sie illegal außerhalb der EU zu entsorgen, ist verboten.

      Die 27 EU-Mitgliedstaaten müssen über den Parlamentsbeschluss noch abstimmen. Dies gilt aber als Formalie.

    • Iran-USAVance: 60-Tage Frist für Verhandlungen mit Iran hat begonnen

      Nach dem Abschluss eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran hat laut US-Vizepräsident Vance die 60-tägige Frist für ⁠weitere Verhandlungen begonnen.

      Vance sagte vor Journalisten in Washington, die Vereinigten Staaten blieben bei ihrer Position, dass die Durchfahrt duch die Straße von Hormus mautfrei bleiben müsse. In der vorläufigen Absichtserklärung hatten sich beide Seiten darauf verständigt, Verhandlungen über die schwierigsten Konfliktpunkte aufzunehmen. Dazu gehört auch die Sicherheit in der wichtigen Versorgungsroute für Öl und Gas. Vance kündigte an, dass er das Verhandlungsteam der USA leiten werde. Die Gespräche in der Schweiz würden voraussichtlich am Wochenende beginnen, erklärte er. Voraussetzung sei jedoch, dass die iranische Delegation anreisen könne.

      Der iranische Revolutionsführer Chamenei erklärte inzwischen, er habe die vorläufige Erklärung mit den USA nur unter Vorbehalten gebilligt. Die anstehenden Verhandlungen bedeuteten nicht, dass der Standpunkt des Gegners akzeptiert werde.

      US-Präsident Trump hatte das Rahmenabkommen überraschend bereits gestern Abend im Schloss Versailles bei Paris unterzeichnet. Auch Irans Präsident Peseschkian zeichnete das Dokument ab. Es sieht unter anderem ein Ende aller Kämpfe vor. Die USA machen Zugeständnisse an den Iran, indem internationale Sanktionen aufgehoben und umfassende Wiederaufbauzahlungen an Teheran geleistet werden sollen. Der Iran bekräftigte seinerseits den Verzicht auf Atomwaffen.

    • UNO-Klimakonferenz in BonnUmweltschutzorganisationen registrieren nur "Trippelschritte"

      Umweltschutzorganisationen haben sich zum Ende der UNO-Klimakonferenz in Bonn verhalten geäußert.

      Greenpeace-Klimaschutzexperte Stoppel sagte, der Streit um fehlende Klimafinanzierung und gegensätzliche geopolitische Interessen zwängen die Verhandlungen zu Trippelschritten. Eine Vertreterin von WWF Deutschland meinte, bereits im Vorlauf der nächsten Konferenz im türkischen Antalya im November müssten klare Finanzzusagen und konkrete Umsetzungspläne auf den Tisch. Andere Organisationen würdigten hingegen den Vorschlag der türkischen Regierung, den globalen Anteil von Strom am Endenergieverbrauch bis 2035 von derzeit 20 auf 35 Prozent zu steigern. Die Türkei plädiert dafür, etwa Fabriken und Autos stärker mit Strom zu versorgen und weniger klimaschädliche Energieträger wie Kohle, Öl und Gas einzusetzen.

      Bundesumweltminister Schneider sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Pariser Klimaabkommen bleibe trotz aller Spannungen der Maßstab. Die Umsetzung müsse aber deutlich schneller werden. An der Bonner Konferenz hatten seit Anfang vergangener Woche 6.500 Delegierte fast aller UNO-Mitgliedstaaten teilgenommen.

    • Reform des ArbeitszeitgesetzesZukunft des Acht-Stunden-Tags steht zur Debatte: Unmut bei Unternehmen und Beschäftigten

      Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat Überlegungen des Bundesarbeitsministeriums zur Reform des Arbeitszeitgesetzes als "Rückfall in alte Regulierungsmuster" kritisiert. Der Entwurf missachte ‌den Koalitionsvertrag und sei ⁠in wesentlichen Teilen ⁠eine Neuauflage eines bereits 2023 gescheiterten Vorschlags, erklärte der Verband in Berlin.

      Das grenze an "Arbeitsverweigerung" und habe mit einer pragmatischen Anpassung an die Realität der Arbeitswelt nichts zu tun, sagte Hauptgeschäftsführer Zander. Besonders kritisch bewertete der Verband, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Möglichkeit einer wöchentlichen statt täglichen Höchstarbeitszeit nur unter strengen Bedingungen und mit Tarifvorbehalt umgesetzt werden soll.

      Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dulger, sagte, der Entwurf strotze vor Misstrauen.

      Wöchentliche Höchstarbeitszeit soll längere Arbeitstage ermöglichen

      Laut dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Referentenentwurf will das Arbeitsministerium unter SPD-Chefin Bas den Acht-Stunden-Tag nicht pauschal abschaffen, aber den Tarifparteien mehr Spielraum für ​längere Arbeitstage geben. Künftig sollen sie anstelle einer täglichen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vereinbaren können. Der Entwurf greift damit zwar eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD auf. Darin hatte die ​Koalition angekündigt, die Möglichkeit einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit zu schaffen. Dem Entwurf zufolge will das Arbeitsministerium ‌diese Öffnung aber auf tarifgebundene Betriebe beschränken.

      Gewerkschaften warnen vor Mehrbelastung der Beschäftigten

      Aus dem Ministerium hieß es, es handele sich um einen Arbeitsentwurf, der nicht final abgestimmt sei. Die Debatte über eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes war bei den Gewerkschaften auf scharfe Kritik gestoßen, während die Arbeitgeber eine weitergehende Öffnung forderten. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund warnte vor einer erheblichen Mehrbelastung für die Beschäftigten im Gesundheitswesen und einer Gefährdung der Patientensicherheit.

    • Siri, Alexa & Co.Forscher: Beschimpfungen von KI-Assistenten weit verbreitet

      Nach Einschätzung des Wirtschaftsinformatikers Alfred Benedikt Brendel ist das Beschimpfen von KI-Assistenten wie Siri oder Alexa ein verbreitetes Phänomen. Zudem zeigt es laut dem Professor an der Indiana University in den USA, dass Ki-Assistenten menschliches Handeln verändern.

      Wenn etwa die KI einen Fehler mache, würden einige Menschen wütend, sagte er dem Deutschlandfunk. Paradoxerweise wollten sie dem Assistenten gewissermaßen wehtun, als wäre er ein Mensch, hielten sich aber weniger zurück, weil er eben keiner sei. Hier zeige sich, dass KI-Assistenten zu neuem Verhalten führten. Sie passten nicht in die bekannten Kategorien "Mensch" und "Maschine". Sie seien irgendwie beides. Entsprechend würden KI-Assistenten beschimpft, auch wenn das keinen Sinn ergebe. Brendel führte aus, generell werde noch sehr wenig zu diesem Thema geforscht. Es gebe aber gezielte Projekte dazu, unter anderem von ihm.

      Robotern werden Gegenstände in den Weg gelegt, um sie zu "ärgern"

      Auch nach Einschätzung der deutschen IT-Beratung Viadee gibt es regelmäßig solche Fälle. Das reiche vons Beleidigungen gegenüber den Systemen bis hin zu Manipulationsversuchen, teilte das Unternehmen dem Handelsblatt mit. Experten beobachteten zudem Szenen, wie Mitarbeiter in Logistikzentren die Arbeit von Robotern gezielt sabotieren, indem sie etwa den Maschinen mit Gegenständen den Weg versperrten. Die Rede bei solchen Vorkommnissen ist von "Robomobbing". Die Menschen hätten Angst, ersetzt zu werden, und niemand nehme ihnen diese Sorgen, sagte der Hamburger Organisationspsychologe Florian Schweden dem Handelsblatt.

      Robomobbing ist auch ein Symptom der Angst, von Maschinen ersetzt zu werden

      LautBranchenverband Bitkomhaben 70 Prozent der Bundesbürger Angst vor KI. 22 Prozent befürchten, durch KI ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Rund zwei Drittel fühlen sich von KI überfordert und würden sogar gänzlich lieber in einer Welt ohne leben. Unter aktiven KI-Nutzern fallen die Zahlen zwar geringer aus, bewegen sich aber auch zwischen 20 und 50 Prozent.

    • MedienberichtRussischer Geheimdienst soll belarussischen Dissidenten Anatol Kotau von Yacht im Schwarzen Meer entführt haben

      Ein belarussischer Oppositionspolitiker könnte laut einer Recherche der Deutschen Welle von russischen Behörden im Schwarzen Meer entführt worden sein. Darauf deuteten Dokumente, Satellitenbilder und weitere Daten hin, die man ausgewertet habe, teilte der Sender mit.

      Es geht dabei um den belarussischen Oppositionspolitiker Anatol Kotau. Der 46-Jährige war im August 2025 in der Türkei spurlos verschwunden. Die Deutsche Welle geht davon aus, dass die russische Küstenwache Kotau von einer Yacht geholt hat, die er in der türkischen Hafenstadt Trabzon betreten haben soll. Laut Deutsche Welle brachte die russische Küstenwache Kotau wahrscheinlich in Abchasien an Land.

      Abchasien ist eine Region am Schwarzen Meer, die sich von Georgien abgespalten hat und deren Regierung enge Beziehungen zu Russland pflegt. Ob sich Kotau weiter dort befindet oder in ein anderes Land gebracht wurde, ist unklar. Anhand der Daten der Yacht seien zahlreiche Verbindungen zu belarussischen Personen und Unternehmen rekonstruiert worden, die dem Geheimdienst KGB nahestünden, führte der Sender aus.

      Kotau floh nach der Niederschlagung der Protest gegen Staatschef Lukaschenko 2020 nach Polen

      Anatol Kotau arbeitete zunächst für die Regierung des belarussischen Staatschefs Lukaschenko. Er war zuerst Diplomat an der belarussischen Botschaft in Polen, ab 2015 dann Generalsekretär des Belarussischen Olympischen Komitees. Anatol ging in die Opposition, nachdem Regierungstruppen Proteste gegen Fälschungen bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 niederschlugen. Er floh nach Polen, ließ sich dort als Flüchtling registrieren und begann von Warschau aus, sich für einen Wandel in Belarus einzusetzen.

      Die Deutsche Welle hat die Recherche eigenen Angaben zufolge zusammen mit dem Belarusian Investigative Center und dem Organized Crime and Corruption Reporting Project durchgeführt.

    • Anschläge und DrohungenEx-BND-Mitarbeiter und Grünen-Politikerin warnen vor Staatsterrorismus

      Der Mordanschlag auf einen russischen Aktionskünstler und Putin-Gegner in Polen hat die Debatte über Staatsterrorismus verstärkt.

      Der frühere leitende Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes, Conrad, sagte im Deutschlandfunk, Gewalttaten wie der Mord an dem Karikaturisten Semjon Skrepezki sollten Oppositionelle entmutigen. Das Signal sei, dass es selbst im Exil keine Sicherheit gebe. Er habe den Eindruck, dass die Zahl grenzüberschreitender politischer Verbrechen zugenommen habe, und zwar nicht nur gegen Regimekritiker. Conrad nannte als Beispiel mutmaßlich russische Pläne für einen Anschlag auf Rheinmetall-Chef Pappberger vor zwei Jahren.

      Die Grünen-Europaabgeordnete Neumann warnte vor einer sich ausweitenden Einschüchterung Andersdenkender durch ihre autoritären Heimatregime auf dem Boden der EU. Dies geschehe auch unterhalb der Schwelle physischer Gewalt, sagte Neumann in einem Gespräch unter anderem mit der "Frankfurter Rundschau". Häufig würde die Bankbonität durch Terrorvermerke aus dem Herkunftsland eingeschränkt oder es kämen SMS mit Drohungen gegen Angehörige. Sie selbst habe wegen ihrer politischen Arbeit iranische Cyberangriffe erlebt, sagte Neumann. Sie ist Vorsitzende der Iran-Delegation des Europäischen Parlaments.

    • Hessischer Wissenschaftsminister"Bedrohungen an Hochschulen Teil eines gesellschaftlichen Problems"

      Der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels sieht Bedrohungen an Hochschulen als Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung.

      Der SPD-Politiker sagte im Deutschlandfunk, das Phänomen in polarisierten Zeiten gehe nicht nur von rechtsextremen oder rassistischen Kreisen aus, sondern auch von antisemitischen Kräften. Allerdings verlaufe der Wissenschaftsbetrieb in aller Regel störungsfrei. Auch an der Universität Marburg gebe es keine objektive Gefahrenlage, auch wenn er die anders ausfallende subjektive Einschätzung einer Professorin verstehen könne.

      Gremmels bezog sich auf die Historikerin Christina Brüning, die über zwei mutmaßlich rechtsextrem motivierte Morddrohungen berichtet hatte. Die Professorin erklärte, Marburg sei für sie ein "Angst-Ort" geworden, und fühlt sich nicht ausreichend unterstützt.

      Der Flensburger Wissenschaftler Christoph Haker, Co-Autor einer Studie zu diesem Thema, sieht Universitäten verstärkt als Ziel rechtsextremer Einflussnahme. Haker meinte, Angriffe auf einzelne Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler seien eine übliche Taktik.

    • DeutschlandfunkIntendant Raue nennt Programmreform eine notwendige Kraftanstrengung

      Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue hat die geplante Deutschlandfunk-Programmreform als notwendige Kraftanstrengung bezeichnet. Der neue Medienstaatsvertrag der Bundesländer fordere von den öffentlich-rechtlichen Medien mehr Dialogangebote und mehr Wirksamkeit in der nicht-linearen, digitalen Welt, sagte Raue im Deutschlandfunk.

      Auch das Bundesverfassungsgericht habe wiederholt mehr Relevanz im Digitalen angemahnt. Deshalb soll es ab Ende November weniger kleinteilige Fachsendungen geben.

      Die Fachredaktionen blieben aber bestehen, versicherte der Intendant. Sie könnten Arbeitszeit und Kreativität stärker für Vertiefung und Recherche nutzen. Das solle der Qualität des erfolgreichen Radioprogramms ebenso zugutekommen wie den digitalen Angeboten.

      Der Hörfunkrat des Deutschlandradios hat heute in Köln in öffentlicher Sitzung unter anderem über die Programmreform beraten.

      Hier können Sie das Interview nachhören.

    • Nach DatenleckJens Spahn bestätigt Teilnahme an Veranstaltungen von Peter Thiel

      Der heutige Unions-Fraktionschef Spahn hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren fünfmal an Veranstaltungen der "Dialog"-Organisation des US-Tech-Milliardärs Peter Thiel teilgenommen.

      Das bestätigte ein Sprecher von Spahn der Rechercheplattform Correctiv. Spahn sei in "unregelmäßigen Abständen" zwischen 2018 und 2024 dabei gewesen. Der Einladung zum Treffen in diesem August in Irland werde Spahn aber nicht nachkommen.

      Das US-Magazin Wired hatte vor kurzem über Informationen zu dem geheim agierenden Netzwerk um Thiel berichtet, die durch ein Datenleck offengelegt wurden. Der Kreis versammelt Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Militär und Wissenschaft, von denen viele als Unterstützer des MAGA-Lagers von US-Präsident Trump gelten.

    • Deckelung von DiätenGehaltsverzicht für Abgeordnete: Linken-Bundestagspolitiker beklagen innerparteilichen Umgang mit sich

      In der Partei Die Linke ist ein offener Streit über den geplanten Gehaltsdeckel für Mandatsträger entbrannt.

      In einem Brief an die Parteivorsitzenden, aus dem das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zitiert, fordern 23 von 64 Mitgliedern der Bundestagsfraktion, die Debatte über einen Gehaltsdeckel für Mandatsträger abzusagen. Die Abgeordneten kritisieren demnach, dass sie nicht an den Planungen für den Parteitagsbeschluss beteiligt worden seien. Wörtlich heißt es in dem Schreiben an die Parteivorsitzenden Schwerdtner und van Aken: "Wir sind auch eure gewählten Bundestagsabgeordneten". Was wäre denn "so schlimm daran, uns als Betroffene zu beteiligen, so wie wir als Partei es für jede landläufige Tarifverhandlung fordern würden?" Nicht sie seien das Problem, sondern die kapitalistischen Verhältnisse, unter denen die Menschen litten und gegen die man zusammen kämpfe. 

      Schwerdtner und van Aken deckeln ihre Diäten seit Beginn der Legislaturperiode bei einem Durchschnittslohn von 2850 Euro. Andere Abgeordnete tun es ihnen gleich. Beim Parteitag stehen verschiedene Anträge mit unterschiedlichen Summen zur Abstimmung.

      Designierter Parteichef Pantisano verteidigte Diskussion über Gehaltsdeckel

      Der designierte Parteichef Pantisano, der van Aken ablösen soll, verteidigte die Diskussion. "Die Debatte über den Gehaltsdeckel ist älter als die Partei Die Linke: Die italienischen Kommunisten hatten ihn, viele unserer Mandatsträger haben ihn freiwillig eingeführt", sagte er dem RND. Er selbst deckele sein Gehalt. "Die Gelder der Abgeordneten sollen in einen Sozialfonds fließen, auf den alle Orts- und Kreisverbände Zugriff haben, die in ihren Sozialsprechstunden dann konkrete Hilfe leisten können".

      Van Aken tritt aus gesundheitlichen Gründen auf dem Bundesparteitag der Linken in Potsdam am Wochenende nicht mehr als Parteichef an. Pantisano will sich zu seinem Nachfolger wählen lassen. Bislang gibt es keine weiteren Kandidaten.

    • ParteienEx-CDU-Chefin warnt vor Minderheitsregierung - "de facto nichts anderes als Koalition mit AfD"

      Die Chefin der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung und ehemalige Parteivorsitzende, Kramp-Karrenbauer, hat ihre Partei vor Gedankenspielen über eine Minderheitsregierung gewarnt. De facto bedeute das nichts anderes als eine informelle Koalition mit der AfD, sagte sie den Funke-Medien.

      Die Vorstellung, dass man montags mit Stimmen der SPD, dienstags vielleicht mit Stimmen von SPD und Grünen etwas durchsetzt, mittwochs mit der AfD und donnerstags das Spiel wieder von vorne anfängt, habe "mit politischer Realität überhaupt nichts zu tun". In der demokratischen Mitte stehe keine alternative Mehrheit zur Verfügung.

      Auch politische Vorgaben für die Landtagswahlen im Herbst lehnte Kramp-Karrenbauer ab. Die Bundespartei könne dem Landesverband nicht einfach verordnen, wie er sich bei der absehbar schwierigen Regierungsbildung zu verhalten habe. Das Adenauer-Haus in Berlin, also die CDU-Zentrale, sei kein "Zentralorgan". Es werde nach der Wahl zwar Gespräche mit dem Bundesvorsitzenden Merz geben. Aber zu sagen, das Adenauer-Haus lege jetzt den Schalter nach links oder nach rechts um, werde schwierig sein, sagte Kramp-Karrenbauer. - In Sachsen-Anhalt sehen aktuelle Umfragen die AfD derzeit mit mehr als 40 Prozent vorne.

      MV-Spitzenkandidat Peters kann sich CDU-Minderheitsregierung vorstellen

      Der Spitzenkandidat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, Peters, hält eine Minderheitsregierung nach der Landtagswahl am 20. September für möglich, falls es nicht für eine Mehrheit ohne AfD oder Linkspartei reicht. Das sei zwar nicht sein Wunschmodell, sagte er der Zeitung "Die Welt". Stabile Koalitionen seien meist verlässlicher. Aber man brauche in Deutschland mehr parlamentarischen Pragmatismus. In Skandinavien werde seit Jahren unaufgeregt mit Minderheitsregierungen gearbeitet, meinte Peters.

      Laumann und andere kündigen Parteiaustritt für den Fall einer Kooperation von CDU und AfD an

      Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Laumann hatte für den Fall einer Kooperation seiner CDU mit der AfD nach den Landtagswahlen im Herbst den Parteiaustritt angekündigt. Viele Mitglieder, die er kenne, würden dann ebenfalls austreten, erklärte der frühere, langjährige CDA-Vorsitzende. Eine Zusammenarbeit wäre das Ende der CDU. Ähnlich äußerten sich andere CDU-Politiker.

    • "Gesicht zeigen!"Bundesregierung aufgefordert, "zynische Doppelmoral" gegenüber islamistischem Taliban-Regime in Afghanistan sofort zu beenden

      Die Initiative "Gesicht Zeigen!" hat die Bundesregierung aufgefordert, die "zynische Doppelmoral" gegenüber dem islamistischen Taliban-Regime in Afghanistan umgehend zu beenden.

      Innenminister Dobrindt müsse sich im Umgang mit Schutzsuchenden aus Afghanistan an Recht und Gesetz halten, teilte Geschäftsführerin Oppermann mit. Dass der CSU-Politiker Gerichtsurteile ignoriere und Geflüchtete an den Grenzen abweisen lasse, sei ein Angriff auf den Rechtsstaat. Die Menschenrechtslage unter den Taliban sei katastrophal: Frauen und Mädchen würden entrechtet, Kritiker, LGBTQ+-Personen sowie Angehörige von Minderheiten verfolgt. Dennoch habe die Bundesregierung Taliban-Vertreter für das Generalkonsulat in Bonn akkreditiert, um Abschiebungen voranzutreiben.

      Die Grünen hatten Dobrindt als - Zitat - "Türöffner der Taliban" kritisiert. Das ZDF und der NDR hatten zuerst berichtet, dass Dutzende in Deutschland lebende afghanische Staatsbürger Vertretern der Taliban vorgeführt worden seien, um deren Abschiebung voranzutreiben.

    • KriegUkraine und Russland tauschen erneut gefallene Soldaten aus

      Die Ukraine und Russland haben erneut Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht.

      Der zuständige ukrainische Koordinationsstab in Kiew teilte mit, man habe die sterblichen Überreste von 522 Gefallenen erhalten. Aus Moskau hieß es, die Ukraine habe im Gegenzug 33 russische Soldaten überstellt.

      Die Zahl der getöteten Soldaten seit Beginn der russischen Invasion vor vier Jahren unterliegt auf beiden Seiten der Geheimhaltung. Schätzungen gehen von bis zu 190.000 getöteten oder vermissten ukrainischen Soldaten aus. Auf russischer Seite sollen es mehr als 350.000 sein.

    • USABaerbock legt mit FIFA-Kritik nach - Fußballweltverband soll Einreise-Ärger bei der WM aufarbeiten

      Die Präsidentin der UNO-Generalversammlung, Baerbock, hat ihre Kritik am Fußballweltverband FIFA in der Debatte um verweigerte Einreisen in die USA erneuert.

      Der Sport lebe davon, dass er verbinde und dass Menschen durch ihn zusammenkommen könnten, sagte die 45-Jährige bei einer Veranstaltung im German House of Soccer in New York. Daher sei der Punkt keine Nebensächlichkeit. Menschen könnten nur zusammenkommen, wenn ihnen das auch überall ermöglicht werde. Die frühere Bundesaußenministerin von den Grünen, forderte die FIFA auf, die Angelegenheit während und nach dieser WM aufzuarbeiten. Baerbock hatte die FIFA zuletzt in einem Podcast kritisiert - vor allem wegen des somalischen Schiedsrichters Omar Artan, der trotz Visum nicht ins Land durfte. Die Einreisebestimmungen in den USA sind ein großes Thema rund um das Turnier. Mehrere Nationen sind davon betroffen.

    • MedienberichtNach rassistischem Putz-Video: Parteien einigen sich auf Abwahl des Gelsenkirchener AfD-Bürgermeisters Emmerich

      Nach dem rassistischen Video-Skandal in Gelsenkirchen haben sich CDU, SPD, Grüne und FDP im Stadtrat darauf geeinigt, einen Antrag zur Abberufung von AfD-Politiker Emmerich als Bürgermeister vorzubereiten.

      Das bestätigten Parteienvertreter dem WDR. In welcher Sitzung abgestimmt werden solle, sei noch unklar. Die letzte Sitzung vor der Sommerpause ist der 9. Juli. Da die AfD 20 der 66 gewählten Ratsmitglieder stellt, müssten fast alle anderen für die Abberufung stimmen.

      Hintergrund ist ein Video, dass Emmerich und die AfD-Landtagsabgeordnete Seli-Zacharias zeigen. Sie drücken Anwohnern, denen sie einen Migrationshintergrund unterstellen, Besen und Kehrblech in die Hand und lassen sie die Straße fegen. Zudem fordert Seli-Zacharias, diese Menschen müssten die Stadt verlassen. Das Video ist inzwischen nicht mehr abrufbar. Laut WDR erstattete das Landesnetzwerk der Sinti und Roma Anzeige. Die Generalstaatsanwaltschaft Köln prüfe strafrechtliche Konsequenzen.

    • VivatechDeutschland und Frankreich planen gemeinsames KI-Zentrum

      Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und sein französisches Pendant, das Inria, werden bis zum Jahresende gemeinsam ein deutsch-französisches Zentrum für Künstliche Intelligenz aufbauen.

      Das vereinbarten beide Forschungsinstitute heute bei der internationalen Hightech-Messe Vivatech in der französischen Hauptstadt Paris. Zentrales Ziel der neuen Einrichtung sei es, die Unabhängigkeit der EU bei Entwicklung und Einsatz der Künstlichen Intelligenz sicherzustellen, sagte DFKI-Geschäftsführer Antonio Krüger am Rande der Vivatech-Messe. Bundesforschungsministerin Bär erklärte, man werde gemeinsam an sicherer und vertrauenswürdiger KI nach europäischen Standards forschen. Mit Büros an mehreren Standorten - darunter Berlin, Saarbrücken und Paris - sollen sich sowohl Forschende beider Länder im Bereich KI besser vernetzen als auch die Wirtschaft mit der Forschung. Das neue Zentrum soll Ende das Jahres die Arbeit aufnehmen.

      Zuletzt hatte die Sperrung des KI Modells Claude Fable viel Augenmerk auf die Bedeutung einer europäischen Souveränität im Bereich der Künstlichen Intelligenz gelenkt. Um einer Anordnung der US-Behörden wegen nationaler Sicherheitsbedenken nachzukommen, musste das Unternehmen Anthropic den Zugriff auf seine beiden leistungsstarken KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 sperren.

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    • BadeunfälleDas rät die DLRG beim Schwimmen in Fluss, Meer, See oder Freibad

      Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt angesichts der aktuellen hohen Temperaturen vor Unaufmerksamkeit beim Schwimmen. Wenn Badegäste einige Regeln beachteten, sei das Risiko eines tödlichen Unfalls deutlich geringer.

      Am Pfingstwochenende sind in diesem Jahr laut DLRG deutschlandweit mindestens elf Menschen ertrunken. Die Präsidentin der DLRG, Vogt, sprach von "alarmierenden Zahlen". Im Verlauf des Jahres 2025 ertranken laut DLRG fast 400 Menschen - viele davon an unbewachten Badestellen.

      Selbstüberschätzung, hohe Temperaturen, schlechte Schwimmkenntnisse

      Die häufigsten Gründe für tödliche Badeunfälle sind laut DLRG Hitze, Übermut und Selbstüberschätzung. Ein Sprung in trübes Wasser, ohne den Grund sehen zu können, Flüsse oder Meere mit Strömungen sowie zu weite Schwimmstrecken sind Beispiele. Auch Alkoholkonsum führe häufig dazu, dass Menschen ihre eigenen Fähigkeiten nicht mehr einschätzen könnten und zu hohe Risiken eingingen. Gerade an unbeaufsichtigten Badestellen ohne Rettungsschwimmer vor Ort ist die Gefahr groß.

      Besonders häufig verunglückten ältere Menschen, zugleich stieg die Zahl der Todesfälle unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Eine große Gruppe unter den Unfallopfern sind junge Männer. DLRG-Präsidenten Vogt erklärte dazu, diese Gruppe gehe besonders häufig vermeidbare Risiken ein.

      Richtlinien und Tipps der DLRG

      Die DLRG mahnt an, prinzipiell nur an bewachten Stelle baden zu gehen und niemals unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Um Auswirkungen auf den Kreislauf zu minimieren, sollten Schwimmer sich kurz abkühlen und nicht überhitzt direkt ins Wasser springen.
      Die DLRG erinnert auch noch einmal alle Eltern und weitere Aufsichtspersonen, insbesondere Kinder, die noch nicht schwimmen können, jederzeit zu beobachten.

      Schwimmflügel oder eine Schwimmweste genügten im Zweifelsfalle nicht aus, um das Kind zu sichern. Auch das Seepferdchenabzeichen bedeute nicht, dass Kinder ohne Aufsicht im Wasser bleiben können. Häufig sind die Anzeichen für lebensbedrohliche Situationen im Wasser kaum zu erkennen, weil die Betroffenen keine Luft haben, um zu schreien und auf sich aufmerksam zu machen.

    • EröffnungProminente Gäste aus Politik und Kultur bei Feier zu neuem Obama-Center - darunter auch Angela Merkel

      In Chicago ist das Museum für den früheren US-Präsidenten Obama eröffnet worden - mit dabei waren viele prominente Gäste. Neben Musikern und anderen ehemaligen Präsidenten gab es auch Besuch von Altkanzlerin Merkel.

      Das Museum soll sowohl politische, als auch persönliche Aspekte der Obamas aufgreifen, auf dem umliegenden Campus sind außerdem Spielplätze, ein Sportplatz und Basketballplätze angesiedelt.

      Künstler und Künstlerinnen sowie ehemalige Präsidenten unter den Gästen

      Neben Barack Obama und der früheren First Lady Michelle Obama besuchten die ehemaligen Präsidenten Biden, Bush und Clinton die Veranstaltung. Auch die ehemalige Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Clinton, und die ehemaligen First Ladies Jill Biden und Laura Bush waren vor Ort, ebenso die frühere Vizepräsidentin und Präsidentschaftskandidatin Harris. Neben Altkanzlerin Merkel gehörten auch der frühere kanadische Premierminister Trudeau und der italienische Ex-Premierminister Renzi zu den Gästen aus dem Ausland.

      Eine Reihe berühmter Künstler und Künstlerinnen traten bei der Eröffnungszeremonie auf, darunter Bruce Springsteen, Christina Aguilera, Stevie Wonder, Jennifer Hudson, John Legend, Bono, Marc Anthony und Common, ebenso die Band The Roots. Auch im Publikum saßen viele prominente Gäste, darunter Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey, Komiker Stephen Colbert, Schauspieler Tom Hanks und Tennisspielerin Billie Jean King. US-Präsident Trump war bei der Veranstaltung nicht anwesend. Er hatte das Museum zuvor als "totales Desaster" bezeichnet.

    • GremiumExpertenrat warnt wegen Bürokratieabbau vor Rückschritten beim Umwelt und Gesundheit

      Der Sachverständigenrat für Umweltfragen hat angesichts von Bürokratieabbau-Bemühungen vor Rückschritten beim Umweltschutz gewarnt.

      Verwaltungsaufwand für Betriebe zu reduzieren und Verfahren zu beschleunigen, sei ein berechtigtes Anliegen, dürfe aber den Schutz von Umwelt und Gesundheit nicht schwächen, heißt es in einem Gutachten des Expertengremiums. In Anbetracht ökologischer Krisen sei eine Deregulierung hochproblematisch. Bund und Länder sollten stattdessen mehr darauf achten, Gesetze leicht umsetzbar zu machen, erklärte der Sachverständigenrat. Ausnahmeregeln, wie es sie vielfach gebe, sollten vermieden werden. Verstöße gegen Auflagen sollten stattdessen konsequenter geahndet werden, hieß es.

      Das Expertengremium, das die Bundesregierung berät, besteht aus sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Vorsitzende ist die Umweltmedizinerin Claudia Hornberg.

    • Bundesweite AnlaufstelleHunderte Kommunalpolitiker ließen sich wegen Bedrohungen und Anfeindungen beraten

      Vor etwa zwei Jahren wurde eine bundesweite Anlaufstelle für Kommunalpolitiker eingerichtet, die von Anfeindungen und Bedrohungen betroffen sind. Das Bundesinnenministerium zieht nun eine erste Bilanz.

      Das Angebot werde rege genutzt, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Hass und Hetze gegen Engagierte in der Kommunalpolitik seien nach wie vor ein großes Thema. 320 bedrohte Kommunalpolitiker hätten sich bislang bei der bundesweiten Anlaufstelle beraten lassen. Das seien im Schnitt über 14 Ratsuchende pro Monat. Dabei gehe es vor allem um Beleidigungen, üble Nachrede und Verleumdungen.

      Die meisten betroffenen Kommunalpolitiker meldeten sich nicht gleich beim ersten Vorfall bei der sogenannten "starken Stelle", wie die Hotline heißt. Laut Innenministerium handelt es sich oft um eskalierte Konflikte mit einer längeren Vorgeschichte. Die vor etwa zwei Jahren eingerichtete Beratungsstelle hilft bei straf- oder zivilrechtlichen Fragen. Darüber hinaus werden die Betroffenen an spezialisierte Anlaufstellen bei Polizei und Justiz vermittelt.

      5.800 Fälle von Beleidigungen oder Nötigungen gegen Amts- und Mandatsträger

      Im vergangenen Jahr war die Zahl der Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger gegenüber 2024 zwar leicht zurückgegangen, aber mit fast 5.800 Fällen immer noch höher als in früheren Jahren. Zu den häufigsten Delikten zählen Beleidigungen, Sachbeschädigungen, Nötigungen und Bedrohungen. In 85 Fällen wurden im vergangenen Jahr Amts- und Mandatsträger Opfer von Gewalt.

    • Innenminister-KonferenzOstdeutsche Bundesländer wollen bei Feuerwehr-Technik stärker kooperieren

      Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wollen bei der Beschaffung von Fahrzeugen und Technik der Feuerwehr stärker kooperieren.

      Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten die Ressortchefs der vier Länder bei der Innenministerkonferenz in Hamburg. Das Abkommen umfasst nach Angaben des thüringischen Ministers Maier auch mehr Zusammenarbeit beim Zivilschutz. Das Hauptziel seien Einsparungen, sagte er. Dies sei etwa durch größere Beschaffungsmengen bei gemeinsamen Ausschreibungen möglich.

      Sachsen wird mit der Vereinbarung neuer Kooperationspartner in diesem Bereich. Die anderen drei Länder hatten bereits zuvor in geringerem Ausmaß zusammengearbeitet.

    • FriedensschlussVerhandlungen der USA und des Iran morgen in der Schweiz geplant

      Nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens sollen Vertreter der USA und des Iran morgen in der Schweiz zu ersten Gesprächen über ⁠noch ⁠offene ⁠Fragen zusammenkommen. Die Verhandlungen sollen in einem Resort im Kanton Nidwalden stattfinden, wie das ‌Schweizer Außenministerium mitteilte.

      Neben Vertretern aus Washington und Teheran ​werden demnach auch Gesandte der Vermittlerstaaten Pakistan und Katar sowie weiterer Länder erwartet. ‌

      Ende aller Kämpfe und Öffnung der Straße von Hormus

      Die Präsidenten der USA und des Iran, Trump und Peseschkian, hatten in der vergangenen Nacht die Absichtserklärung für ein Ende des Krieges unterzeichnet. Das Rahmenabkommen sieht unter anderem ein Ende aller Kämpfe und die Öffnung der Straße von Hormus vor.

      Die USA machten Zugeständnisse an den Iran, indem internationale Sanktionen aufgehoben und umfassende Wiederaufbauzahlungen an Teheran geleistet werden sollen. Der Iran bekräftigte seinerseits den Verzicht auf Atomwaffen.

      Zwei Schiffe der Deutschen Marine auf dem Weg zum Roten Meer

      Unterdessen sind zwei Schiffe der Deutschen Marine auf dem Weg zum Roten Meer. Das gab Bundesverteidigungsminister Pistorius vor einem Treffen mit seinen Kollegen der NATO-Staaten in Brüssel bekannt. Demnach haben das Minensuchboot "Fulda" und der Tender "Mosel" in Begleitung eines britischen Versorgungsschiffes bereits den Suez-Kanal passiert. Sie sollen sich in einem Hafen im afrikanischen Dschibuti am Horn von Afrika für einen möglichen Einsatz zur Minenräumung in der Straße von Hormus bereithalten. Für diese Mission seien aber die Zustimmung des Iran und des Oman sowie ein Beschluss des Deutschen Bundestages erforderlich, betonte Pistorius. Außerdem müsse der weitere Verlauf der amerikanisch-iranischen Verhandlungen abgewartet werden.

    • FriedensschlussWas im Rahmenabkommen der USA und des Irans steht

      Drei Tage, nachdem sich die USA und der Iran auf eine Rahmenvereinbarung verständigt haben, haben mehrere Medien Details des inzwischen unterzeichneten Memorandums veröffentlicht. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter bestätigte die Angaben. Vorgesehen sind demnach große Zugeständnisse der USA an das Regime in Teheran. Ein Überblick.

      Ende der Kampfhandlungen

      In der Vereinbarung ist den Berichten zufolge das sofortige und dauerhafte Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten vereinbart - das beinhaltet explizit auch den Libanon. Beide Seiten verpflichten sich demnach, die territoriale Integrität der jeweils anderen Seite zu achten. Nach Abschluss des endgültigen Abkommens - spätestens innerhalb der nächsten 60 Tage - sollen alle US-Truppen aus den umliegenden Gebieten abgezogen werden.

      Straße von Hormus

      Wie Bloomberg und Al-Arabija berichten, haben sich die USA verpflichtet, ihre Blockade der Straße von Hormus aufzuheben und den Schiffsverkehr innerhalb von maximal 30 Tagen in vollem Umfang wiederherzustellen. Auch der Iran ist demnach bereit, den freien Verkehr von Handelsschiffen vom Persischen Golf zum Golf von Oman zuzulassen. So solle innerhalb von 30 Tagen wieder das Vorkriegsniveau erreicht werden.

      Mehrere iranische Öltanker haben bereits das bislang von der US-Marine blockierte Seegebiet am Persischen Golf verlassen. Das teilte die Webseite "TankerTrackers" mit, die Schiffsdaten veröffentlicht und über den Transport von Erdöl informiert. Es seien die ersten Rohölexporte des Iran seit zwei Monaten, hieß es.

      Aufhebung aller Sanktionen

      Die USA verpflichten sich laut Bloomberg und Al-Arabija, sämtliche Sanktionen gegen den Iran aufzuheben. Neben einseitigen US-Sanktionen sind auch Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats und des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde betroffen. Die Aufhebung solle schrittweise nach einem noch zu vereinbarenden Zeitplan umgesetzt werden. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, haben die USA dem Iran bereits den sofortigen Verkauf von Öl und Kraftstoffen erlaubt. Die Regelung soll auch Dienstleistungen in den Bereichen Banken, Transport und Versicherungen umfassen, um die Abwicklung der Geschäfte zu vereinfachen. Zudem sollen eingefrorene Vermögenswerte Irans freigegeben werden.

      300 Milliarden Dollar Wiederaufbauhilfe

      Im Rahmen des geplanten Abkommens ist den Berichten zufolge ein privater Investitionsfonds von 300 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau des Irans vorgesehen. Mehr als die Hälfte dieser Summe sei bereits zugesagt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Bei dem geplanten "Fonds für Wiederaufbau und Entwicklung" handelt es ​sich dem Insider zufolge um ein privates Investitionsinstrument ohne staatliche Gelder oder Zuschüsse. Zusagen lägen von Unternehmen aus den USA, den Golfstaaten, Asien, ​Südamerika und Afrika vor, hieß es. Die Führung in ‌Teheran ‌hatte iranischen Regierungskreisen zufolge ursprünglich 400 Milliarden Dollar an Kriegsentschädigungen ​von den USA gefordert, was Washington jedoch ablehnte.

      Verzicht auf Atomwaffen

      Mit Blick auf das iranische Atomprogramm bekräftigt Iran erneut, dass das Land nicht anstrebt, Atomwaffen herzustellen und zu besitzen. Iran werde den Status quo seines Atomprogramms beibehalten. Der Verbleib des angereicherten Materials sollen in dem endgültigen Abkommen "angemessen geregelt" werden.

      Weitere aktuelle Entwicklungen lesen Sie in unserem Newsblog.

    • KriegUkraine und Russland tauschen erneut gefallene Soldaten aus

      Die Ukraine und Russland haben erneut Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht.

      Der zuständige ukrainische Koordinationsstab in Kiew teilte mit, man habe die sterblichen Überreste von 522 Gefallenen erhalten. Aus Moskau hieß es, die Ukraine habe im Gegenzug 33 russische Soldaten überstellt.

      Die Zahl der getöteten Soldaten seit Beginn der russischen Invasion vor vier Jahren unterliegt auf beiden Seiten der Geheimhaltung. Schätzungen gehen von bis zu 190.000 getöteten oder vermissten ukrainischen Soldaten aus. Auf russischer Seite sollen es mehr als 350.000 sein.

    • Ukraine-KriegUkraine trifft bei Gegenangriff Moskauer Ölraffinerie

      Die Ukraine hat einen umfangreichen Drohnenangriff auf russisches Gebiet ausgeführt.

      Die russische Luftabwehr fing ⁠nach Angaben der Regierung in der Nacht landesweit mehr als 550 Drohnen ab. Allein Moskau erreichten laut Bürgermeister Sobjanin über 180 Flugobjekte, von denen einige eine Ölraffinerie trafen. Es entstand laut Medienberichten ein Feuer. Beeinträchtigt war erneut auch der Luftverkehr an allen vier Flughäfen der Hauptstadt. Südlich von Moskau wurde laut Berichten ein Wohnblock und in einem weiteren Vorort ein Einkaufszentrum getroffen. Im Kampf gegen den Aggressor Russland attackiert die Ukraine immer wieder auch Ziele jenseits der Grenze.

      Russland griff in der Nacht seinerseits ukrainisches Gebiet mit Raketen und Drohnen an. Medien berichteten von Explosionen in Kiew. Auch in anderen Städten wie Sumy gab es demnach Einschläge. Über mögliche Opfer und das Ausmaß der Schäden war zunächst nichts bekannnt.

    • Ex-BundesbildungsministerinEuropaweit erste Islamische Fakultät: Schavan (CDU) lobt Gründung an Uni Münster als Meilenstein

      Die frühere Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) hat die Gründung der europaweit ersten Islamisch-Theologischen Fakultät an der Universität Münster als Meilenstein gewürdigt.

      Die Fakultät werde wahrgenommen werden, erklärte die katholische Theologin in einem Gastbeitrag für das Kölner Internetportal domradio.de. Die Gründung bedeute eine Stärkung der wissenschaftlichen Theologie insgesamt. Es sei sehr wichtig, dass die Theologien an den Universitäten verankert und im Dialog mit anderen Wissenschaften seien. Sie würden gemessen an den allgemeinen wissenschaftlichen Standards; sie kooperierten mit anderen Fakultäten. Das seien Voraussetzungen für Glaubwürdigkeit und Akzeptanz in der internationalen Wissenschaftswelt, führte die frühere deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl aus. Diese Fakultät und der Campus der Religionen könnten nicht zuletzt helfen zu verstehen, dass Religionen weltweit einflussreich seien und es ohne den Frieden der Religionen keinen Frieden der Nationen geben werd.

      Als erste deutsche Hochschule wird die Universität Münster zum 1. Juli eine "Islamisch-Theologische Fakultät" gründen. Es bildet unter anderem Lehrkräfte für den islamischen Religionsunterricht aus.

    • ArbeitsmarktIndustrie-Beschäftigung fällt auf Zehnjahrestief

      Die Zahl der Beschäftigten in der Industrie in Deutschland ist auf ein Zehnjahrestief gesunken.

      Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Im Jahr 2025 arbeiteten demnach 6,6 Millionen Menschen im Verarbeitenden Gewerbe. Das sind rund 124.000 weniger als im Vorjahr. Der Hauptgrund sei, dass die Industrie angesichts wirtschaftlicher Risiken zögere, frei werdende Stellen neu zu besetzen, teilte die Bertelsmann Stiftung mit. Der Anteil der Industriebeschäftigten am gesamten Arbeitsmarkt sank von 22 Prozent im Jahr 2014 auf aktuell 19 Prozent. Der Studie zufolge ging in der Industrie auch der Lohnvorsprung gegenüber anderen Branchen deutlich zurück.

    • EssenChemiekonzern Evonik streicht weitere 3.200 Stellen

      ​Der Essener Chemiekonzern Evonik will ab dem nächsten Jahr weitere rund 3.200 Stellen abbauen, die meisten davon in Deutschland.

      Konzernchef Kullmann verwies zur Begründung auf große Unsicherheiten durch die weltpolitische Lage, wodurch das Wachstum geschwächt bleibe. Gleichzeitig werde der internationale Wettbewerb härter, so dass Evonik aus der Polyester-Branche aussteige.

      Derzeit läuft bereits ein Sparprogramm des Chemie-Unternehmens, mit dem 2.800 Stellen wegfallen. Evonik beschäftigte Ende März rund 30.000 Menschen weltweit.

    • Deutsche BahnSanierung: Strecke Hannover-Berlin dauert ab Oktober bis zu 80 Minuten länger

      Auf der Zugstrecke zwischen Berlin und Hannover müssen sich Bahnreisende ab Oktober auf deutlich längere Fahrzeiten einstellen.

      Nach Angaben der Deutschen Bahn wird der Abschnitt saniert. Damit fallen bis Dezember nächsten Jahres einige Haltestellen zeitweise komplett weg. Die Züge werden dann umgeleitet. Eine Fahrt von Hannover bis Berlin soll dann nicht mehr wie bisher rund 100, sondern voraussichtlich bis zu 180 Minuten dauern. Die Sanierung endet planmäßig im Dezember 2027. Auch im Nahverkehr wird es Verzögerungen und Ersatzverkehr geben.

      Kürzlich war bereits die Strecke Hannover-Hamburg bis mindestens zum 10. Juli ebenfalls wegen Bauarbeiten gesperrt worden. Die Zugstrecke zwischen Berlin und Hamburg wurde dagegen nach monatelanger Sanierung wieder freigegeben.

    • KlimawandelDeutsche Krankenhäuser fordern Milliarden für Hitzeschutz

      Die deutschen Krankenhäuser haben mehr Mittel für den Hitzeschutz gefordert.

      Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gaß, sagte der Düssseldorfer Zeitung "Rheinische Post", schon in den kommenden heißen Tagen würden viele Patientinnen und Patienten, aber auch die Klinik-Beschäftigten spüren, welche Folgen die chronische Unterfinanzierung der Krankenhäuser habe. Für Klimaanlagen oder andere Kühltechnik bleibe nichts übrig. Die Kliniken müssten deshalb weiterhin mit Verschattung, Ventilatoren und Kühlakkus improvisieren, so Gaß. Er warnte, sollten sich die aktuellen Streichungspläne im Zuge der geplanten Gesundheitsreform durchsetzen, blieben gekühlte Krankenhäuser endgültig illusorisch.

    • Sieben BehälterVoraussichtlich letzter Atommüll-Transport aus England erreicht Zwischenlager Brokdorf

      Der voraussichtlich letzte Transport von radioaktiven Abfällen aus der britischen Aufarbeitungsanlage Sellafield hat das Zwischenlager in Brokdorf erreicht.

      Das teilte die Gesellschaft für Nuklear-Service mit, die für die Abwicklung zuständig war. Die sieben Castor-Behälter bleiben demnach in Brokdorf, bis es in Deutschland einen Ort für die Endlagerung gibt. Die Behälter waren mit dem Schiff von Großbritannien zum Hafen von Brunsbüttel gebracht worden. Dort wurden sie auf Spezial-Laster verladen. Das Zwischenlager Brokdorf befindet sich auf dem Gelände des gleichnamigen, ehemaligen Atomkraftwerks. Deutschland hat sich völkerrechtlich zur Rücknahme des Mülls verpflichtet, der bei der Aufbereitung von deutschen Brennelementen in Sellafield entstanden war.

    • Große MehrheitStadtrat von Aachen fordert Ende der Grenzkontrollen

      Der Aachener Stadtrat hat mit großer Mehrheit ein Ende der Kontrollen an den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden gefordert.

      In einer gemeinsamen Resolution treten CDU, Grüne, SPD, Linke, Volt, FDP und der Zusammenschluss UP dafür ein, die Kontrollen Ende September auslaufen zu lassen. Die AfD stimmte dagegen. In der Resolution heißt es, die Kontrollen an den EU-Binnengrenzen belasteten die Grenzregion Aachen in besonderem Maße. Vor allem Pendler seien betroffen, ebenso wie Besucher aus den Niederlanden und Belgien.

      In Deutschland gibt es seit September 2024 wieder stationäre und mobile Kontrollen an allen Landesgrenzen. Das Bundesinnenministerium hatte sie angeordnet, um gegen unerlaubte Einreisen vorzugehen. Die Kontrollen wurden zuletzt bis September dieses Jahres verlängert. Anfang Juni empfahl die EU-Kommission der Bundesregierung, die Kontrollen auslaufen zu lassen.

    • Naher OstenHamas-Ministerium: Mehr als 1.000 Tote durch israelischen Beschuss seit Beginn der Waffenruhe

      Im Gazastreifen sind laut dem von der militant-islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium seit Beginn der Waffenruhe mehr als 1.000 Menschen durch israelischen Beschuss getötet worden.

      Das Ministerium teilte mit, es habe seit dem vergangenen Oktober insgesamt 1.005 Todesopfer gegeben. Den Angaben zufolge wurden seit Beginn des Krieges im Oktober 2023 mehr als 73.000 Menschen getötet. Das Ministerium unterscheidet bei seinen Zahlen nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten.

      Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Sie werden jedoch international als weitgehend zuverlässig angesehen. Anfang des Jahres hatte das israelische Militär damalige Opferzahlen der Hamas bestätigt.

    • PolenVerdächtiger nach Schüssen auf russischen Exilkünstler festgenommen

      In Polen ist nach der Tötung eines regimekritischen russischen Künstlers ein Verdächtiger festgenommen worden.

      Ministerpräsident Tusk sagte in Warschau, der Mann mit einem georgischen Pass sei möglicherweise an der Tat beteiligt gewesen. Der russische Aktionskünstler mit dem Pseudonym Semjon Skrepezki war am Montag in einer Kleinstadt im Osten Polens auf der Straße mit fünf Schüssen getötet worden. Tusk erklärte, dass vieles auf einen politischen Mord hindeute, selbst wenn man noch mehr Beweise benötige.

      Nach der Tat waren zunächst zwei Männer aus Belarus festgenommen worden. Sie wurden aber wieder freigelassen, weil eine Beteiligung nicht nachgewiesen werden konnte.

    • USAApple und Intel einigen sich auf Chipproduktion in den USA

      Die amerikanischen Konzerne Apple und Intel haben sich auf eine Zusammenarbeit für die Entwicklung und Produktion von Computerchips in den USA geeinigt.

      Dies gab US-Präsident Trump auf seiner Kurznachrichten-Plattform "Truth Social" bekannt. Für Apple bedeutet der Schritt eine Diversifizierung seiner Lieferkette. Bislang war der Konzern hier stark vom taiwanischen Konzern TSMC abhängig. Der Halbleiter-Produzent Intel wiederum ⁠sichert sich durch den Auftrag eine stetige Nachfrage ⁠eines der weltgrößten Elektronikkonzerne.

      Die US-Regierung verstärkt derzeit ihre ‌Bemühungen, die heimischen ‌Lieferketten für kritische Mineralien sowie Halbleiter abzusichern und die Abhängigkeit von China zu verringern. Dazu gehört ​auch der Erwerb von Unternehmensanteilen. Bei Intel ist der Staat seit dem vergangenen Jahr mit zehn Prozent beteiligt.

    • TechnologiekonzernBosch zahlt Millionenstrafe in den USA wegen Lieferungen an Huawei

      Der Technologiekonzern Bosch muss in den USA eine Millionenstrafe zahlen.

      Grund sind Lieferungen von Bosch an den chinesischen Huawei-Konzern. Dieser steht wegen seiner Verbindungen zum chinesischen Staat und der Sorge vor möglicher Spionage oder Sabotage auf einer schwarzen Liste der US-Regierung. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, erklärte sich Bosch zu einer Zahlung von 36 Millionen Dollar bereit.

      Zwei ausländische Tochtergesellschaften des Konzerns in den USA hatten zwischen 2020 und 2024 in mehr als 100 Fällen Sensoren und Software für Mobiltelefone an Huawei geliefert, ohne über die nötige Ausfuhrgenehmigung Washingtons verfügt zu haben.

      Das ​US-Justizministerium stellte Ermittlungen gegen Bosch ein, da der Konzern sein Fehlverhalten selbst offengelegt hatte. Laut dem in schwäbischen Gerlingen ansässigen Unternehmen geschahen die Verstöße unbeabsichtigt.

    • MakerfieldNachwahl in Großbritannien: Labour-Politiker Burnham will sich gegen Premierminister Starmer in Stellung bringen

      Bei einer Nachwahl für das britische Unterhaus entscheidet sich heute, ob der Labour-Politiker Burnham als Herausforderer von Premierminister Starmer antreten kann.

      Die Stimmlokale öffneten am Morgen. Burnham ist Bürgermeister von Manchester und kandidiert bei der Abstimmung in einem nahegelegenen Wahlkreis. Es gilt als sicher, dass er im Falle eines Sieges auch für den Parteivorsitz kandidiert - mit dem Ziel, Starmer als Premier abzulösen. Das ist aber nur möglich, wenn Burnham einen Sitz im Unterhaus hat. Der bisherige Labour-Abgeordnete des Wahlkreises war eigens zurückgetreten, um den Weg für ihn freizumachen.

      Premierminister Starmer steht vor allem seit der Niederlage seiner Partei bei den Kommunalwahlen im Mai unter zunehmendem Druck. Auch der zurückgetretene Gesundheitsminister Streeting erwägt, Starmer herauszufordern.

    • DesertifikationBekämpfung von Wüstenbildung: UNO-Generalsekretär Guterres mahnt Staatengemeinschaft zum Handeln

      UNO-Generalsekretär Guterres hat die internationale Staatengemeinschaft aufgerufen, mehr gegen die Ausbreitung von Wüstengebieten auf der Erde zu tun.

      Es sei dringend nötig, in Renaturierung und Wasserversorgungssicherheit zu investieren, erklärte er anlässlich des heutigen Welttags zur Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre. Guterres hob vor allem die Bedeutung von Weidegebieten hervor. Sie müssten anerkannt und respektiert werden. Sie bedeckten die Hälfte der Landfläche der Erde, lieferten lebenswichtige Nahrungsmittel und Fasern. Mehr als zwei Milliarden sicherten ihren Lebensunterhalt durch Weideflächen. Zudem spielten sie eine entscheidende Rolle als Lebensraum für Wildtiere und als Kohlenstoffsenke. Laut Guterres sind jedoch bis zu fünfzig Prozent des weltweiten Weidelands mittlerweile degradiert oder gefährdet. Die Staaten seien hier gefordert, grenzüberschreitende Lösungen gegen Desertifikation zu entwickeln.

      Bei der Desertifikation verschlechtern sich die Böden in trockenen Regionen dauerhaft. Fruchtbares Land wird unbrauchbar und Wüsten breiten sich aus. Experten zufolge beschleunigt der Klimawandel den Prozess.

    • BiBZahl der Einwanderer mit Hochschulabschluss in Deutschland stark gestiegen

      In Deutschland ist die Zahl der Zuwanderer mit einem Hochschulabschluss im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen.

      Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden mitteilte, während vor 2015 im Schnitt rund 73.000 hochqualifizierte Personen pro Jahr nach Deutschland gekommen seien, seien es inzwischen etwa 133.000. Generell sei der Akademikeranteil unter Einwanderern hoch: Zwischen 2005 und 2023 verfügte den Angaben zufolge nahezu jede dritte zugewanderte Person über einen Hochschulabschluss, insgesamt 1,9 Millionen Menschen. Zuwanderung sei neben einer stärkeren Arbeitsmarkteinbindung von Frauen, einer Erhöhung der Lebensarbeitszeit und der besseren Ausbildung der Wohnbevölkerung eine der am meisten diskutierten Handlungsoptionen, um dem demografisch bedingten Fachkräftemangel zu begegnen, hieß es.

    • KlimakriseUNO-Bericht: 2025 gab es Millionen Opfer von Extremwetter in Afrika

      Der afrikanische Kontinent erwärmt sich nach Angaben der Vereinten Nationen schneller als die Erde im Ganzen.

      Dort hätten im vergangenen Jahr extreme Wetterereignisse mindestens 13 Millionen Menschen betroffen, schreibt die Weltorganisation für Meteorologie, WMO, in ihrem jährlichen UNO-Bericht zum Klima in Afrika. Mehr als 3.000 Menschen seien ums Leben gekommen - etwa bei Überschwemmungen in Nigeria im Mai oder an den Folgen einer Dürre in Ostafrika im vergangenen Jahr.

      WMO-Generalsekretärin Saulo sagte, der Bericht verdeutliche die Bedeutung von Frühwarn-Systemen und koordinierten Maßnahmen, die Menschen und ihre Lebensgrundlagen schützen könnten.

      Für den UNO-Bericht werden Daten von meteorologischen und hydrologischen Diensten sowie wissenschaftlichen Institutionen zusammengetragen. Das Dokument soll der Politik Entscheidungshilfen bieten.

    • WetterAm Freitag weiter heiß bei 30 bis 38 Grad, im Tagesverlauf Gewitter

      Das Wetter: In der Nacht im Süden und Osten teils klar, sonst wolkig. Im Nordwesten und Westen dichtere Wolkenfelder, einzelne kräftige Gewitter, vereinzelt unwetterartig. 21 bis 13 Grad. Morgen im Norden bewölkt mit Schauern oder kurzen Gewittern, die im Tagesverlauf in den Osten ziehen. Sonst heiter bis sonnig, ab nachmittags teils kräftige Gewitter, örtlich Unwettergefahr. 30 bis 38 Grad.

      Die weiteren Aussichten:
      Am Samstag teils Sonne, teils Quellwolken und örtlich kräftige Schauer und Gewitter mit Unwettergefahr. 30 bis 38 Grad.