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  • InfektionsschutzgesetzSPD und CSU für bundeseinheitliche Regeln

    SPD und CSU unterstützen bundeseinheitliche Corona-Regelungen im Infektionsschutzgesetz.

    SPD-Kanzlerkandidat Scholz sagte im ZDF, er habe mit den Ministerpräsidenten seiner Partei gesprochen. Sie stünden alle hinter dem Vorhaben. Der Gesetzentwurf bewege sich im Rahmen der bisherigen Beschlüsse und werde am Dienstag im Kabinett beschlossen. Auch Bayerns Ministerpräsident Söder von der CSU kündigte in der ARD seine Zustimmung an, weil einige Bundesländer die vereinbarte Notbremse nicht konsequent umsetzten.

    Durch die Änderung des Infektionsschutzgesetzes könnte die Bundesregierung bundesweit einheitliche Corona-Regeln erlassen. Geplant sind etwa nächtliche Ausgangssperren, wenn in einem Landkreis die Inzidenz über 100 steigt. Ab einer Inzidenz von 200 sollen Schulen nur noch Distanzunterricht anbieten. Kritik kam vom sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer. Der CDU-Politiker wehrt sich dagegen, dass der Bund Regelungen für Schulen vorgibt. Außerdem will Kretschmer eine nächtliche Ausgangssperre erst ab einer Inzidenz von 200 verhängen.

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    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 09.04.)

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  • CoronavirusAuslastung der Intensivbetten auf Rekordhoch

    Die Situation auf den Intensivstationen hat sich weiter verschärft.

    Nach Angaben des Leiters des Intensivregisters, Karagiannidis, ist die Auslastung aller Intensivbetten so hoch wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie. Bundesweit sind demnach noch 1.426 Intensivbetten für Covid-Patientinnen und Patienten frei. Allerdings nähmen Krankmeldungen des Personals deutlich zu. Dadurch könnten möglicherweise nicht alle Betten belegt werden. Karagiannidis forderte auf Twitter sofortige Gegenmaßnahmen. Er wies darauf hin, dass die Zahl der Covid-Patienten selbst bei einem sofortigen Lockdown noch für 10 bis 14 Tage weiter steigen würde.

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  • SaarlandCorona-Ampel jetzt auf "Gelb"

    Im Saarland hat die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge über 100 gelegen.

    Die Corona-Ampel im Land springt damit von Grün auf Gelb. Das bedeutet, dass ab morgen eine erweiterte Testpflicht gilt. Das Gesundheitsministerium in Saarbrücken teilte mit, die bestehende Testpflicht werde auf alle bisher geöffneten Bereiche ausgeweitet - dazu zählten auch der Einzelhandel sowie die körpernahen Dienstleistungen.

    Am vergangenen Dienstag hatte das Saarland trotz steigender Infektionszahlen mit einem Ausstieg aus dem Corona-Lockdown begonnen. Eine ganze Reihe von Einrichtungen und Häusern durfte wieder öffnen, neben der Außengastronomie zählen auch Kinos, Theater und Sportstätten dazu. Wer das Angebot nutzt, braucht in der Regel einen negativen Corona-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

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  • KanzlerkandidaturLaschet erwartet von CDU-Gremien Empfehlung

    Das CDU-Präsidium wird sich nach Angaben von Parteichef Laschet mit der Frage der Kanzlerkandidatur befassen und möglicherweise eine Empfehlung aussprechen. Er werde sich zur Kandidatur bereit erklären wie bereits in der Sitzung des geschäftsführenden Vorstands der Unions-Bundestagsfraktion und um Vertrauen bitten, sagte Laschet am Abend im ARD-Fernsehen.

    Über das Ergebnis wolle er nicht spekulieren. Es gebe bereits viele Rückmeldungen aus den Landesverbänden. Der CSU-Vorsitzende Söder hatte zuvor gesagt, er rechne morgen noch nicht mit einer Entscheidung des CDU-Präsidiums. Wie Laschet hatte auch Söder heute erstmals seine Bereitschaft erklärt, die Kanzlerkandidatur der Union zu übernehmen. Söder sagte nach einer Klausurtagung der Unionsfraktionsspitze in Berlin, er wolle antreten, wenn neben seiner Partei auch die verschiedenen Gremien der CDU seine Kandidatur unterstützten. Sollte dies nicht der Fall sein, werde er sich ohne Gram zurückziehen und in Bayern bleiben.

    Laschet betonte auf der gemeinsamen Pressekonferenz, man werde die Frage nach der Kanzlerkandidatur in einem Abstimmungsprozess beider Parteien in naher Zukunft klären. Es solle derjenige ins Rennen gehen, der nach Ansicht der Union die besten Chancen habe, die Bundestagswahl zu gewinnen. Laschet fügte hinzu, man habe sich gegenseitig attestiert, dass es beide könnten.

    Spitzenpolitiker der Fraktion wollen schnelle Entscheidung

    In der Geschichte der Bundesrepublik ist es erst zwei Mal vorgekommen, dass die CDU die Kandidatur der CSU überließ (Strauß 1980 und Stoiber 2002). Der Unions-Fraktionsvorsitzende Brinkhaus von der CDU mahnte eine rasche Klärung der Kandidaturfrage an. CSU-Landesgruppenchef Dobrindt betonte, die Zeit sei reif, um zügig eine Entscheidung zu treffen. Morgen tagen die Präsidien beider Parteien in separaten Präsenzsitzungen.

    Merkel pro Laschet, Fraktion pro Söder?

    Kanzlerin Merkel hat sich Teilnehmern zufolge nicht zur Kandidatenfrage geäußert. Allerdings sei auffällig gewesen, dass sie sich klar für den von Laschet stammenden "Brücken-Lockdown" ausgesprochen habe. Das wurde als Zeichen ihrer Unterstützung gedeutet. Zuletzt hatten sich in der CDU/CSU-Fraktion die Gewichte eher zugunsten von Söder verschoben. In einem von mehr als 60 CDU-Abgeordneten unterzeichneten Aufruf wird verlangt, dass die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten in einer Fraktionssitzung "diskutiert und im Zweifel auch dort entschieden wird". Zu den Unterzeichnern zählen mehrere erklärte Söder-Unterstützer.

    Der CSU-Chef betonte, dass die Fraktion eines der entscheidenden Gremien bei der Bestimmung des Kandidaten sei. Laschet hingegen lehnt eine Entscheidung der Kandidatenfrage durch die Fraktion bislang ab.

  • KirgistanPräsident Schaparow bekommt mehr Macht

    Der kirgisische Präsident Schaparow hat sich mit größeren Vollmachten ausstatten lassen.

    Wie die Wahlkommission des zentralasiatischen Landes mitteilte, stimmten in einem Referendum 79 Prozent der Teilnehmer für die dafür nötige Verfassungsänderung. Der Präsident erhält damit unter anderem das Recht, Richter und die Leiter von Polizeibehörden zu ernennen. Die neue Verfassung sieht auch eine Verkleinerung des Parlaments um 25 Prozent vor.

    Schaparow hatte im vergangenen Herbst Präsident Dscheenbekow gewaltsam aus dem Amt gedrängt und sich selbst in einer umstrittenen Abstimmung zu dessen Nachfolger wählen lassen.

  • Mittelmeer - FlüchtlingeSeenot-Rettungsschiff "Alan Kurdi" wieder frei

    Nach sechs Monaten darf das deutsche Seenot-Rettungsschiff "Alan Kurdi" nicht länger von der italienischen Küstenwache festgehalten werden.

    Der Betreiberverein Sea-Eye teilte mit, das habe ein Gericht auf Sardinien entschieden. Der Richter habe seine Anweisung damit begründet, dass Sea-Eye schwere finanzielle Schäden durch die Festsetzung erleide. Die "Alan Kurdi" werde nun für die Wartungsarbeiten auf die Überfahrt nach Spanien vorbereitet.

    Die italienische Küstenwache hatte die "Alan Kurdi" Anfang Oktober 2020 in der Hafenstadt Olbia festgesetzt und dies mit gravierenden Sicherheitsmängeln begründet.

  • SuezkanalBetreiber will Streit um Schadenersatz ohne Gerichte lösen

    Im Streit um Schadenersatz wegen der Blockade des Suezkanals bemühen sich die Verantwortlichen um eine Einigung ohne Gerichtsverfahren.

    Derzeit werde berechnet, wie hoch der Schaden sei, den das Containerschiff "Ever Given" verursacht habe, teilte die Kanalbehörde mit. Anschließend wolle man eine finanzielle Einigung mit den Eigentümern des Schiffs aushandeln.

    Das 400 Meter lange Containerschiff war Ende März auf Grund gelaufen, stellte sich quer und blockierte sechs Tage lang den Suezkanal. Hunderte Schiffe mussten wegen der Blockade auf Durchfahrt warten. Einer ersten Schätzung zufolge entgingen Ägypten Einnahmen in Höhe von rund einer Milliarde Dollar.

  • MyanmarOrganisation: Mehr als 700 Zivilisten getötet

    In Myanmar sind seit dem Militärputsch Anfang Februar mehr als 700 Zivilisten getötet worden.

    Das geht aus Statistiken der Menschenrechtsorganisation AAPP hervor. Ein Sprecher der Militärs gab die Zahl der Toten dagegen mit 248 an. Allein am Freitag waren bei Ausschreitungen in der Stadt Bago mehr als 80 Menschen von Einsatzkräften getötet worden. Die Proteste gegen das Militärregime setzten sich auch heute fort.

  • GedenkenSteinmeier erinnert an Opfer des NS-Konzentrationslagers Buchenwald

    Bundespräsident Steinmeier hat in Weimar der Opfer des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Buchenwald gedacht.

    Er warnte davor, die Barbarei in der deutschen Geschichte vergessen zu wollen. Buchenwald stehe für Rassenwahn, Mord und Vernichtung. Nach Steinmeiers Worten war es die NS-Diktatur, die für grausamste Verbrechen und Völkermord verantwortlich war. Aber es seien auch Menschen gewesen, Deutsche, die anderen Menschen das angetan hätten. Der thüringische Ministerpräsident Ramelow betonte, man werde die Erinnerung nicht in ein Museum überstellen können. Sie bleibe Tagesaufgabe.

    Das KZ Buchenwald war am 11. April 1945 von der US-Armee befreit worden. Mindestens 56.000 Menschen wurden dort ermordet oder starben wegen Hunger und Krankheiten oder an den Folgen von Zwangsarbeit.

  • Corona-PandemieAfD lehnt Pflicht zum Tragen von Masken ab

    Die AfD hat sich auf ihrem Parteitag in Dresden generell gegen eine Maskenpflicht in der Corona-Pandemie ausgesprochen.

    Die Delegierten beschlossen mit knapper Mehrheit, diesen Punkt in ihr Wahlprogramm aufzunehmen. Die Antragsteller begründeten dies damit, dass die Verpflichtung zum Tragen von Masken auf nicht aussagefähigen Zahlen beruhe. Der ursprüngliche Entwurf der Parteispitze hatte sich lediglich gegen das Tragen von Masken in Kindertagesstätten, Horten und Schulen gewandt. Verlangt wird zudem ein sofortiges Ende des Lockdowns. Auch müsse "jedweder, auch indirekter Zwang" zu Impfungen, Tests oder Apps unterlassen werden.

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  • JordanienKönig Abdullah II. und Prinz Hamsa treten gemeinsam auf

    In Jordanien sind König Abdullah II und Prinz Hamsa zum ersten Mal seit einer Palastfehde wieder gemeinsam aufgetreten.

    Die Mitglieder der Königsfamilie begingen den 100. Jahrestag der Gründung des Emirats Transjordanien. - Die jordanische Regierung hatte dem Halbbruder des Königs vorgeworfen, gemeinsam mit ausländischen Kräften die Destabilisierung des Landes geplant zu haben. Er wurde vorübergehend unter Hausarrest gestellt. Abdullah hatte die Krise vor wenigen Tagen für beendet erklärt. Der Prinz habe dem Palast wieder die Treue geschworen und stehe unter seinem Schutz.

  • InfektionsschutzgesetzGeplante Kompetenzverschiebung sorgt für geteiltes Echo

    Die deutschen Landkreise haben grundlegende Bedenken gegen die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes geäußert.

    Der Präsident des deutschen Landkreistages, Sager, nannte den vorliegenden Entwurf ein "in Gesetz gegossenes Misstrauensvotum gegenüber Ländern und Kommunen". Niedersachsens Innenminister Pistorius warnte ebenfalls vor einer Kompetenzverschiebung zugunsten des Bundes. Er sagte der Zeitung "Die Welt", dort, wo der Bund zuständig sei, habe er zum Teil kläglich versagt. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer von der CDU forderte, eine nächtliche Ausgangssperre erst ab einer Inzidenz von 200 zu verhängen. Außerdem dürfe der Bund keine Regelungen für Schulen vorgeben. Ziel der Gesetzesänderung ist aber, bundesweit einheitliche Regeln zu erlassen. Dazu zählen Ausgangssperren ab einer Inzidenz von 100 und Distanzunterricht, sobald die Inzidenz über 200 liegt.

    FDP mit Fundamentalkritik

    Der erste parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, Buschmann, betonte im Deutschlandfunk, man dürfe nicht das ganze Land über einen Kamm scheren, sondern müsse den Weg der Regionalisierung gehen. Ausgangssperren bezeichnete Buschmann als unverhältnismäßig. FDP-Fraktionschef Lindner hat in einem Brief an Kanzlerin Merkel und Gesundheitsminister Spahn (beide CDU) betont, der Gesetzentwurf sei in der vorliegenden Fassung für die FDP-Fraktion "nicht zustimmungsfähig". Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Konkret kritisiert die FDP, dass keine testbasierten Öffnungskonzepte und Raum für Modellprojekte vorgesehen seien. Außerdem fehlten Ausnahmen für Geimpfte. Die geplanten Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 und 5 Uhr seien bei einer Inzidenz von 100 "ein unverhältnismäßiger und epidemiologisch unbegründeter Eingriff in die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger." Der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Korte, sprach von "hoch problematischen" Vorschlägen.

    Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt forderte in den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" eine Testpflicht in Unternehmen. Außerdem sollten Schulen schon ab einer Inzidenz von 100 auf Wechselunterricht umstellen - und Kitas auf Notbetreuung.

    Scholz wirbt für Umsetzung, Weil mit zögerlicher Zustimmung

    Niedersachsens Ministerpräsident Weil (SPD) hat sich "im Grundsatz" mit mehr bundeseinheitlichen Regelungen im Infektionsschutzgesetz einverstanden erklärt. Er wies darauf hin, dass der Entwurf zur Änderung des Gesetzes überarbeitet werden müsse. Den Juristinnen und Juristen im Bund fehlten die in den Ländern gemachten Erfahrungen. Vizekanzler Scholz, ebenfalls SPD, warb für die bundesweit einheitlichen Regelungen. Es gehe um Klarheit überall in Deutschland, sodass alle wüssten, woran sie seien und nicht jeden Tag etwas Neues erzählt werde. Auch der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Laschet, spricht sich für die bundesweite Vereinheitlichung aus. Der CDU-Vorsitzende habe bereits zu Beginn der Woche auf den dringenden Handlungsbedarf in der Pandemiebekämpfung hingewiesen, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatskanzlei dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

    Notbremse soll verbindlich werden

    Die Bundesregierung will das Infektionsschutzgesetz im Eilverfahren ändern, um bundesweit einheitliche und verpflichtende Corona-Schutzmaßnahmen festzulegen. Die "Notbremse" bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 Fälle pro 100.000 Einwohner soll damit verpflichtend werden und der Bund soll dieselben Handlungsmöglichkeiten wie die Länder erhalten.

    Wird diese Schwelle an drei aufeinander folgenden Tagen überschritten, greifen ab dem übernächsten Tag schärfere Maßnahmen. Umgekehrt wird die Notbremse wieder außer Kraft gesetzt, wenn die Inzidenz an drei Tagen unter 100 sinkt. Zu den Notbremse-Regelungen gehören unter anderem strikte Kontaktbeschränkungen und nächtliche Ausgangssperren, Präsenzunterricht in Schulen soll untersagt werden. Der Einzelhandel bleibt oder wird geschlossen, Urlaubsreisen sind untersagt.

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  • Corona-PandemiePatientenschützer gegen Aufhebung der Impfpriorisierung

    Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat den Vorstoß des CDU-Vorsitzenden Laschet kritisiert, wonach die Priorisierung beim Impfen gegen das Coronavirus aufgehoben werden soll.

    Dadurch werde die nach ethischen Gesichtspunkten festgelegte Reihenfolge zerlegt, sagte Stiftungsvorstand Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Würde Laschets Vorschlag umgesetzt, könne man nicht mehr garantieren, dass die Schwächsten der Gesellschaft geschützt würden, hieß es weiter.

    Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident hatte angesichts steigender Impfstofflieferungen in der 'Bild am Sonntag' dafür plädiert, zum Ende des Frühjahrs die Impfungen für alle Menschen zu öffnen.

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  • Covid-19China räumt geringe Wirksamkeit eigener Impfstoffe ein

    China hat erstmals öffentlich eine vergleichsweise geringe Wirksamkeit der eigenen Impfstoffe eingeräumt.

    Staatsmedien zitieren den Leiter des Zentrums für Krankheitskontrolle und -prävention, Gao, mit den Worten, die Behörden müssten darüber nachdenken, wie das Problem einer geringen Wirksamkeit der existierenden Impfstoffe gelöst werden könne. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wird diesbezüglich erwogen, verschiedene Präparate zu mischen. Gao betonte bei einer Konferenz in Chengdu, man dürfe die Vorteile von mRNA-Impfstoffen nicht außer Acht lassen, auch, wenn man bereits mehrere eigene Arten von Impfstoffen habe.

    In China haben bislang vier Präparate eine bedingte Marktzulassung erhalten. Keiner davon nutzt eine mRNA-Technologie. Über die Wirksamkeit der chinesischen Präparate lässt sich keine abschließende Aussage treffen, da nicht alle Studiendaten veröffentlicht wurden.

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  • BundesregierungHeil will Corona-Testpflicht für Betriebe

    Bundesarbeitsminister Heil will eine Corona-Testpflicht am Arbeitsplatz durchsetzen.

    Das Kabinett solle am Dienstag einen entsprechenden Beschluss fassen, sagte der SPD-Politiker der Bild am Sonntag. Alle müssten jetzt ihren Beitrag im Kampf gegen Corona leisten, auch die Arbeitswelt. Finanzminister Scholz, ebenfalls SPD, sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, nur sechs von zehn Beschäftigten erhielten bislang ein Angebot ihres Arbeitgebers, sich regelmäßig testen zu lassen. Das sei deutlich zu wenig.

    Die Pläne des Bundesarbeitsministeriums sehen nach Informationen der Bild am Sonntag vor, dass alle Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice sind, das Recht auf einen Corona-Test pro Woche bekommen. Wer viel Kundenkontakt habe oder mit Lebensmitteln arbeite, solle Anspruch auf zwei Tests pro Woche haben.

    Die Union lehnt eine Testpflicht für Betriebe bislang ab.

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  • Deutsche BahnErste bundesweite Zugverbote gegen Maskenverweigerer

    Die Deutsche Bahn hat einem Bericht zufolge erste bundesweite Zugverbote gegen Maskenverweigerer verhängt.

    Nach Informationen der Zeitung Welt am Sonntag gibt es eine niedrige zweistellige Zahl von, wie die Bahn es bezeichnet, Beförderungsausschlüssen. Die Maßnahmen gelten dem Bericht zufolge für sechs Monate und bedeuten, dass die betroffenen Personen in dieser Zeit nicht mit der Bahn im Regional- oder Fernverkehr reisen oder einen Bahnhof betreten dürfen.

    Einige der Betroffenen gehörten Ende Dezember zu einer Gruppe von Corona-Leugnern, die sich bei Dresden in einem Regionalexpress dabei filmten, wie sie ohne Maske andere Passagiere belästigten. Das Video stellten sie im Anschluss ins Internet.

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  • DresdenAfD spricht sich gegen Familiennachzug für Flüchtlinge aus

    Die AfD hat sich auf ihren Bundesparteitag in Dresden gegen den Familiennachzug für Flüchtlinge ausgesprochen.

    Die Delegierten beschlossen, eine entsprechende Verschärfung in ihr Wahlprogramm aufzunehmen. Der Leitantrag der Parteispitze hatte die Formulierung 'Familiennachzug zu Anerkannten nur unter strengen Bedingungen' vorgesehen. Nach kontroverser Debatte heißt es nun, dass jeglicher Familiennachzug abgelehnt werde. Zudem will die Partei Möglichkeiten für eine Liberalisierung des Waffenrechts prüfen. Insbesondere soll der bislang selten vergebene Waffenschein für besonders gefährdete Personen leichter zugänglich gemacht werden, heißt es in einem Antrag, der an einen Parteiausschuss verwiesen wurde.

    Die AfD will noch heute ihr Programm für die Bundestagswahl im September beschließen. Gestern wurde darin bereits die Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union aufgenommen. Außerdem positionierte sich die Partei mit einer Corona-Resolution, in der ein Ende des Lockdowns gefordert wird.

  • Aufarbeitung sexuellen MissbrauchsRörig erwartet baldige Regelung mit Protestanten

    Der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs, Rörig, erwartet, dass bald auch für die evangelische Kirche entsprechende Gremien geschaffen werden.

    Rörig sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sei optimistisch, dass eine solche Erklärung noch vor dem Sommer unterzeichnet werden könne. Darin werde vermutlich die Einrichtung von vier bis sechs regionalen Aufarbeitungskommissionen festgeschrieben. Ähnliches gelte für die katholischen Orden, die von der bisherigen Regelung noch nicht erfasst wurden.

    Vor einem Jahr hatte sich Rörig mit der katholischen Bischofskonferenz darauf geeinigt, dass alle 27 Bistümer eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs schaffen müssen. Rörig lobte vor allem deren Zusammensetzung als Ankerpunkt der Unabhängigkeit. Die Gremien bestehen aus je zwei Betroffenen, zwei externen, jeweils von der Landesregierung benannten Experten und maximal drei Kirchenleuten.

  • IranParlament zeigt Präsident Ruhani an

    Das iranische Parlament hat Anzeige gegen Präsident Ruhani erstattet.

    Wie die deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet, stimmten 190 der 235 Abgeordneten für diesen Schritt. Sie werfen Ruhani demnach vor, gegen vom Parlament verabschiedete Gesetze verstoßen zu haben. Näheres wurde nicht bekannt.

    Beobachter sehen einen Zusammenhang mit den internationalen Gesprächen zur Rettung des Atomabkommens mit dem Iran, die in der vergangenen Woche wieder aufgenommen worden waren. Ziel ist, dass die USA dem Vertrag wieder beitreten und der Iran wieder alle Verpflichtungen einhält. Konservative Politiker im Iran werfen Präsident Ruhani unter anderem vor, sich mit einer prowestlichen Politik von den Zielen der Islamischen Republik zu entfernen.

  • IranZwischenfall bei Stromversorgung der iranischen Atomanlage Natans

    In der iranischen Atomanlage Natans hat es laut Staatsfernsehen einen Zwischenfall gegeben, von dem das Stromverteilnetz betroffen war.

    Es habe keine Verletzten gegeben und es seien keine Schadstoffe ausgetreten, hieß es. Stunden zuvor hatte der Iran begonnen, neue Zentrifugen einzusetzen, die Uran schneller anreichern können. In Natans hatte es im Juli vergangenen Jahres eine Explosion gegeben. Teheran bezeichnete den Vorfall damals als Versuch, das iranische Atomprogramm zu sabotieren.

  • CoronavirusRKI meldet knapp 18.000 Neuinfektionen

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 17.855 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

    Das sind rund 5.600 mehr als am Sonntag vor einer Woche. Insgesamt sind damit in Deutschland seit Ausbruch der Pandemie fast drei Millionen Ansteckungen dokumentiert worden. Seit gestern wurden außerdem 104 neue Todesfälle verzeichnet. Damit sind bisher etwa 78.350 Menschen an oder mit einer Covid-19-Infektion gestorben.

    Die bundesweite Inzidenz gibt das RKI mit 129 an. Gestern lag sie bei knapp 121.

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    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 09.04.)

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  • BildungKonzept des Lehrerverbandes für freiwilliges zusätzliches Lernjahr

    Der Deutsche Lehrerverband will die durch die Schulschließungen im Corona-Jahr entstandenen Lernrückstände bei Schülern mit einem zwei Milliarden Euro teuren Förderkonzept ausgleichen.

    Es sieht vor, dass Kinder und Jugendliche mit eher geringen Lücken im nächsten Schuljahr eine individuelle Zusatzförderung erhalten sollen. Schülerinnen und Schülern mit größeren Defiziten soll die Möglichkeit eines freiwilligen zusätzlichen Lernjahres angeboten werden. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe, denen das Papier vorliegt.

    Bund und Länder sind sich grundsätzlich einig darüber, benachteiligte Schüler zu fördern. Über die Details wird derzeit noch verhandelt - etwa, in welcher Höhe sich Bund und Länder beteiligen und welche Schüler konkret ein Förderangebot bekommen sollen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • KriminalstatistikZahl der Straftaten rückläufig, vor allem der Einbrüche

    In Deutschland ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent auf 5,31 Millionen gesunken.

    Wie die Zeitung "Welt am Sonntag" berichtet, verzeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik zudem eine leichte Verbesserung der Aufklärungsquote auf 58,4 Prozent. Am gefährlichsten ist es den Angaben zufolge in Berlin, am sichersten in Bayern. Die Anzahl der Wohnungseinbrüche sank um 13,9 Prozent. Grund sei die Corona-Pandemie, unter anderem, weil viele Bürger im Home-Office arbeiteten.

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  • RaumfahrtErstflug von Hubschrauber "Ingenuity" über dem Mars verschoben

    Der Mars-Hubschrauber "Ingenuity" wird doch nicht in der kommenden Nacht seinen ersten Testflug über den roten Planeten starten.

    Wegen technischer Probleme hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa den Flug verschoben. Neuer Termin ist jetzt der 14. April. Der rund 1,8 Kilogramm schwerre "Ingenuity" soll auf eine Höhe von etwa drei Metern steigen, dort für dreißig Sekunden auf der Stelle schweben und dann wieder auf der Oberfläche des Mars landen. Es wäre der erste Flug eines Luftfahrzeugs auf einem anderen Planeten.

  • EcuadorStichwahl um Präsidentenamt

    In Ecuador wird heute in einer Stichwahl ein neuer Präsident gewählt.

    Zur Wahl stehen der linksgerichtete Politiker Arauz, der in der ersten Wahlrunde im Februar in Führung lag, sowie sein konservativer Gegenkandidat Lasso. Nach jüngsten Umfragen könnte es ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben. Der amtierende Präsident Moreno tritt nicht wieder an. Ecuador leidet unter einer Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit und schrumpfender Wirtschaft.

    Auch im Nachbarstaat Peru finden Präsidentschaftswahlen statt. Unter den zahlreichen Bewerbern gibt es keinen klaren Favoriten, so dass mit einer Stichwahl im Juni gerechnet wird.

  • Tschad und BeninPräsidentschaftswahlen in zwei afrikanischen Staaten

    In den westafrikanischen Staaten Tschad und Benin finden heute Präsidentschafswahlen statt.

    Im Tschad wird der seit 30 Jahren regierende Amtsinhaber Déby von zahlreichen Gegenkandidaten herausgefordert. Der Opposition werden jedoch kaum Chancen eingeräumt, weil viele Gegner Debys inhaftiert sind. Der Tschad gilt als wichtiger Partner im Kampf gegen den islamistischen Terror in Afrika.

    Im Benin hat Präsident Talon zwei Gegenkandidaten, denen jedoch nur geringe Chancen eingeräumt werden. Talon gilt als Modernisierer, doch werfen Kritiker ihm vor, zunehmend autokratisch zu regieren.

  • RusslandWeber (CSU) regt schärfere Sanktionen an

    Der Vorsitzende der Christdemokraten im Europaparlament, Weber, hat schärfere Sanktionen gegen Russland ins Gespräch gebracht.

    Der CSU-Politiker sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die russische Führung setze ihren Kurs der gefährlichen Provokationen fort. Ein weitgehendes Einfrieren von Oligarchen-Konten oder ein Abtrennen Russlands vom Swift-Zahlungssystem sei im Eskalationsfall denkbar. Auch das Projekt der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 wäre dann auf keinen Fall mehr haltbar.

    Den russischen Truppenaufmarsch im Umfeld der Ostukraine nannte Weber einen Test für den Westen. Die Antwort darauf müsse unmissverständlich und stark sein. Ähnliches gelte für die anscheinend vorsätzliche Gefährdung der Gesundheit des Kreml-Kritikers Nawalny. Weber betonte, Russlands Präsident Putin müsse den Preis für sein Handeln kennen.

  • BundestagCDU-Abgeordneter Pfeiffer kündigt seinen Rückzug an

    Der CDU-Bundestagsabgeordnete Pfeiffer hat sein Amt als energie- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion niedergelegt und seinen Rückzug aus dem Parlament angekündigt.

    Er werde die bereits erfolgte Nominierung als Kandidat in seinem Wahlkreis zurückgeben, heißt es laut dpa in einer Erklärung des Politikers. Er begründete die Entscheidung mit einem Hackerangriff auf seine Person und seine Vertragspartner, aber auch mit dem Verhaltenskodex, den die Unionsfraktion wegen der Masken-Affäre beschließen will. Zunächst hatte die Zeitung "Welt am Sonntag" über den Rückzug des Abgeordneten berichtet. Nach Informationen des Blatts hatten Hacker vertrauliche Finanzdaten veröffentlicht, die im Zusammenhang mit Unternehmensbeteiligungen Pfeiffers stünden. Der Waiblinger Abgeordneter stand bereits wegen des Vorwurfs von Interessenkonflikten in der Kritik.

  • WetterAm Montag teils Niederschläge, teils Auflockerungen

    Das Wetter: In der Nacht verbreitet Niederschläge, teilweise bis in tiefe Lagen mit Schnee vermischt. Im Nordwesten und Südosten überwiegend trocken. Tiefstwerte +6 bis -3 Grad. Morgen teils bedeckt mit Regen oder Schneeregen, teils Auflockerungen. Tageshöchstwerte 4 bis 9 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Dienstag wechselnd bewölkt mit einzelnen Regen-, Schnee- und Graupelschauern bei Temperaturen zwischen 4 und 11 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut 17.855 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

    Das sind gut 5.600 mehr als am Sonntag vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf gut 129 - gestern lag sie bei knapp 121. Laut RKI wurden seit gestern 104 weitere Todesfälle registriert. Seit Beginn der Pandemie starben damit offiziellen Angaben zufolge 78.353 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit Beginn der Pandemie wurden insgesamt 2.998.268 Neuinfektionen registriert.

    Als politische Grenzwerte, bei denen Schutzvorschriften gelockert werden könnten, gelten seit einem Bund-Länder-Beschluss Inzidenzen von 50 beziehungsweise 100. Ab 100 müssten sie wieder verschärft werden, was in den meisten Bundesländern bereits der Fall ist.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen mit 218,5. Am niedrigsten ist sie in Schleswig-Holstein mit 71,8.

    (Stand: 11.4., 6 Uhr)

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Demnach steigt diese derzeit. Aktuell liegen dort 4.538 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.548 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 3.181 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet, unter ihnen 1.380 "Covid-spezifische Intensivbetten". Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 11.4., 6.30 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impf-Zahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben 12.670.288 Menschen in Deutschland (15,2 Prozent) mindestens eine Impfdosis erhalten. 4.910.308 Menschen, also 5,9 Prozent der Bevölkerung, haben den vollen Schutz mit zwei Impfdosen bekommen. Zuletzt wurden 547.726 Impfdosen innerhalb eines Tages verabreicht, insgesamt steht dieser Wert bei 17.580.596 Impfdosen. (Zahlen für den 9.4.)

    Tests: Positivrate steigt

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 13 fielen demnach 11,1 Prozent der Tests positiv aus. Das ist ein Anstieg im Vergleich zur Vorwoche (9,3). In der Kalenderwoche 1 lag dieser Wert bei knapp 13 Prozent. Das RKI registrierte in der 13. Kalenderwoche 1.149.279 Labortestungen, rund 260.000 weniger als in der Woche davor - was laut RKI vor allem an den Osterferien und teilweise geschlossenen Praxen liegt. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein. (Stand: 7.4.)

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    Ansteckung und Übertragung

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  • Corona-ImpfstoffDie wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung

    In Deutschland wird der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca nur noch Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Wir haben für Sie zusammengefasst, was der Beschluss für unterschiedliche Gruppen und die Impfkampagne bedeutet - und welche Fragen noch offen sind.

    Die Ständige Impfkommission hat ihre Altersempfehlung für den Impfstoff geändert. Hintergrund sind seltene Fälle von Thrombosen in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung. Davon betroffen sind vor allem jüngere Frauen. Auch in anderen Ländern, etwa Italien und Spanien, wird der Impfstoff inzwischen vor allem für Menschen ab 60 Jahren empfohlen, Frankreich und Belgien empfehlen die Impfung vor allem für Menschen ab 55 Jahre.

    Die europäischen Arzneimittelagentur EMA kam nach erneuten Beratungen zu weiteren vereinzelten Thrombosefällen zu dem Schluss, dass der Nutzen des Wirkstoffes nach wie vor höher zu bewerten sei als die Risiken. Deshalb werde er weiterhin ohne Einschränkungen für alle Erwachsenen empfohlen. Wie die Behörde weiter mitteilte, wurde zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen unter 60 Jahren aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen nicht bestätigt worden. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen aufgenommen werden.

    Ist der Einsatz von Astrazeneca bei den unter 60-Jährigen jetzt ausgeschlossen?

    Impfberechtigte Personen unter 60 Jahren sollen sich nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung auch weiterhin mit Astrazeneca impfen lassen können. Das gilt vor allem für Hochrisikopatienten, bei denen die Gefahr eines schweren Covid-19-Verlaufs besonders hoch ist. Die betroffenen Personen sollen vom impfenden Arzt sorgfältig beraten und aufgeklärt werden, die Entscheidung liegt bei der zu impfenden Person selbst. Wenn Menschen unter 60 sich für Astrazeneca entscheiden, sollen diese Impfungen grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärzte erfolgen.

    Allerdings sagte mittlerweile der Vizechef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Hofmeister, man empfehle den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Astrazeneca nur bei Menschen über 60 zu verimpfen. Hofmeister begründete die Position im Interview des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ mit dem hohen Zeitbedarf für die Beratung und intensive Aufklärung jüngerer Patienten.

    Was passiert, wenn ich als Unter-60-Jähriger bei meiner ersten Impfung Astrazeneca erhalten habe, die zweite Impfung aber noch aussteht?

    Die Ständige Impfkommission empfiehlt, dass unter 60-Jährige, die eine erste Impfung mit dem Astrazeneca-Präparat bekamen, bei der zweiten ein anderes Mittel erhalten sollen. Zwar gebe es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Impfungen mit verschiedenen Mitteln, Studien dazu laufen aber bereits länger. Bis entsprechende Daten vorlägen, werde jedoch eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung empfohlen. Zu dieser Klasse gehören die Produkte von Pfizer/Biontech und von Moderna. Bundesgesundheitsminister Spahn und seine Länder-Kollegen haben die konkrete Entscheidung vorerst vertagt. Sie wollen nun am Dienstag (13.4.) darüber beraten. Laut Spahn haben 2,2 Millionen Bürger unter 60 eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten.

    Was ist, wenn ich als Unter-60-Jähriger bereits einen Termin für die Erstimpfung mit Astrazeneca habe?

    Die Bundesländer versuchen in der Regel, die bereits vereinbarten Impftermine trotzdem stattfinden zu lassen, und die Menschen statt mit Astrazeneca mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna zu impfen. Sollte das nicht gelingen, müssen die Impftermine vorerst storniert und später nachgeholt werden.

    Was bedeutet die Entscheidung für die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen?

    Diese zahlenmäßig große Altersgruppe könnte nun früher als geplant geimpft werden. Den Bundesländern steht es jetzt frei, auch die 60- bis 69-Jährigen in die Impfkampagne mit Astrazeneca miteinzubeziehen; für die Organisation sind die einzelnen Bundesländer zuständig. Bundesgesundheitsminister Spahn rief die Über-60-Jährigen auf, das Impfangebot auch wahrzunehmen.

    Beim Umgang mit der Option driften die Bundesländer allerdings auseinander. Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen und Schleswig-Holstein kündigten an, dass sie keinen Gebrauch von der Möglichkeit machen wollen. Die Zahl der älteren Menschen, die noch nicht geimpft seien, sei noch zu groß, hieß es übereinstimmend zur Begründung. Dagegen impfen etwa Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen nun auch Personen ab 60, die zu keiner Risikogruppe gehören. Entsprechende Termine für rund 370.000 Erstimpfungen mit Astrazeneca waren etwa in Nordrhein-Westfalen nach rund anderthalb Tagen ausgebucht, erste Impfungen fanden über die Ostertage statt.

    Wie wirkt sich die Entscheidung auf die Impfung der Lehrkräfte aus?

    Der Deutsche Lehrerverband zeigt sich angesichts der neuen Altersempfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff alarmiert. Verbandspräsident Meidinger sprach von einem "katastrophalen Rückschlag für die gerade Fahrt aufnehmende Impfung von Lehrkräften". Er forderte eine schnelle Möglichkeit für jüngere Lehrerinnen und Lehrer, sich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und demnächst mit Johnson & Johnson impfen lassen zu können. Wenn dieser Wechsel auf andere Vakzine nicht sofort stattfinde, werde die Durchimpfung von Lehrkräften im April nicht mehr zu schaffen sein, sagte er. Dies gefährde neben den steigenden Inzidenzen die Chancen, Schulen weiter offen zu halten.

    Verzögert der Verzicht auf den Impfstoff für Jüngere die gesamte Impfkampagne?

    Gesundheitsminister Spahn versicherte, dass man trotz der neuen Einschränkungen wahrscheinlich weiterhin allen Erwachsenen bis Ende des Sommers ein Impfangebot werde machen können.

    Der SPD-Politiker Lauterbach geht davon aus, dass die Entscheidung zum Verzicht auf das Astrazeneca-Vakzin bei unter 60-Jährigen kaum Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland haben wird.

    Was bedeutet die Einbeziehung der Hausärzte in die Impfkampagne für die Verwendung des Astrazeneca-Impfstoffs?

    Laut Bundesgesundheitsminister Spahn soll das Präparat den Hausarztpraxen ab der Kalenderwoche 16 zusammen mit weiteren Impfstoffen zur Verfügung gestellt werden. Astrazeneca solle zunehmend nicht mehr in Impfzentren, sondern nur noch durch niedergelassene Ärzte verimpft werden. Diese sollen auch die Aufklärung und Risikoanalyse für die Impflinge vornehmen.

    (Stand: 8.4.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Corona-PandemieImpfungen jetzt auch in Arztpraxen

    Ende Dezember 2020 sind in Deutschland die ersten Personen erstmals gegen das Coronavirus geimpft worden. Der Impf-Fortschritt lässt Kritikern zufolge allerdings zu wünschen übrig. Nach Ostern wurden nun auch Hausarztpraxen mit einbezogen. Wer kann wann und wo womit geimpft werden? Ein Überblick.

    Rund 35.000 Hausarztpraxen in Deutschland hatten Interesse angemeldet, in die Impfkampagne mit einzusteigen. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn haben sie für die Woche nach Ostern insgesamt 1,4 Millionen Corona-Impfdosen bestellt - geliefert werden könnten demnach vorerst nur 940.000 Dosen. Rechnerisch bekommt jede Praxis damit in dieser Woche nur gut 26 Dosen. In der Folgewoche noch einmal so viele, und bis Ende April soll es dann die dreifache Menge sein.

    Welcher Impfstoff landet in den Praxen?

    Grundsätzlich hat sich Spahn dafür ausgesprochen, vor allem den Impfstoff von Astrazeneca zu verabreichen. Denn dieser ist - ähnlich wie der künftig auch in Deutschland verfügbare Impfstoff von Johnson&Johnson - für die Arztpraxen pragmatischer einsetzbar, weil er nicht bei extremen Minusgraden aufbewahrt werden muss. Mögliche Nebenwirkungen haben den Impfstoff von Astrazeneca in den vergangenen Wochen jedoch in einem ungünstigen Licht erscheinen lassen. Spahn bemüht sich mit Aufrufen darum, sich ausdrücklich mit diesem Impfstoff schützen zu lassen: Es gebe noch Millionen ungeimpfte Menschen über 60. Er sei überzeugt davon, dass viele von ihnen sich mit Astrazeneca impfen lassen würden.

    Die Hausarztpraxen erhalten seinen Worten nach in den ersten zwei Wochen ausschließlich den Impfstoff von Biontech/Pfizer, da diese Hersteller in diesen Wochen die größten Liefermengen bieten. Danach komme noch Astrazeneca hinzu und später Johnson&Johnson. Der Impfstoff von Moderna soll zunächst noch weiter in den Impfzentren verabreicht werden, weil unklar ist, ob das Vakzin stabil bleibt, wenn es zu häufig von Ort zu Ort transportiert wird. Ende April nehme die Impfkampagne an Fahrt auf und es werde möglich sein, den Arztpraxen wöchentlich mehr als drei Millionen Impfdosen zur Verfügung zu stellen, versicherte Spahn. Alle angebotenen Impfdosen sollten umgehend verimpft werden.

    Auch das Vakzin von Biontech/Pfizer ist nach dem Auftauen nur eine begrenzte Zeit haltbar und muss verhältnismäßig schnell verimpft werden. Doch bei der zu erwartenden Impfstoffmenge kann jede mit einbezogene Hausarztpraxis in den nächsten beiden Wochen jeweils rund sechs Impfungen pro Tag durchführen - das ist auch bei der begrenzten Haltbarkeit nach dem Auftauen eines sogenannten mRNA-Impfstoffs wie dem von Bontech/Pfizer darstellbar.

    Wie läuft die Verteilung der Impfdosen ab?

    Wo mittelfristig welche Mengen der jeweiligen Impfstoffe landen, ist derzeit nicht klar zu beziffern. Der CDU-Politiker und zuständige Ressortleiter Spahn versichert, dass bei der Lieferung von Impfstoff an die 35.000 Hausarztpraxen darauf geachtet werde, dass die Bundesländer gleichmäßig und anteilig ihrer Bevölkerungsstärke bedacht werden. Das betont auch der Vize-Vorsitzende des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels, Freitag. Hamburg oder Bremen beispielsweise würden nicht überproportional viele Impfdosen erhalten.

    Der Hausärzteverband kritisierte die in den ersten Wochen geringe Menge der Impfdosen für die Hausarztpraxen. Darüber sei man nicht ganz glücklich, sagte Verbandschef Weigeldt im RBB-Hörfunk. Zunächst erhielten Praxen im Schnitt 26 Dosen pro Woche, obwohl 60, 70 oder auch 100 Patienten wöchentlich geimpft werden könnten. Dagegen sieht der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Henke, einen Vorteil darin, dass die Praxen vorerst lediglich eine geringere Menge Präparate erhalten. So könne man die Prozesse vor Ort einüben und sei vorbereitet, wenn die Impfmengen wüchsen, sagte er im Deutschlandfunk. Im Übrigen bedeute die Einbeziehung der Hausärzte einen großen Fortschritt.

    Wer kann sich beim Hausarzt oder bei der Hausärztin impfen lassen?

    Eine weitere Herausforderung ist die Antwort auf die Frage, wer sich in den Praxen impfen lassen kann. Das handhaben die Bundesländer sehr unterschiedlich: Sachsen zum Beispiel hat sich von der sogenannten Impfpriorisierung ganz verabschiedet und gibt keine verbindliche Reihenfolge nach Altersklassen, Gesundheitsgefährdung und Berufsgruppen mehr aus. In manchen Ländern werden einige Berufsgruppen bei der Impfreihenfolge bevorzugt (Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen etwa), in anderen nicht. Die jeweiligen Landesgesundheitsämter halten Informationen über das bei ihnen angewandte Prozedere vor. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Weigelt, kündigte im Deutschlandfunk an, die Hausärzte würden sich an die Vorschriften halten, aber "pragmatisch".

    Spahn forderte die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, wegen des Impfstarts in den Arztpraxen nicht auf Termine in den Impfzentren zu verzichten. Wer einen Termin habe, solle diesen "idealerweise" wahrnehmen.

    Jetzt die Hausärzte - und wie geht es weiter?

    Der Bundesgesundheitsminister stuft die Einbeziehung der Hausarztpraxen als ersten Schritt ein. Es werde nun zwar mit den niedergelassenen Hausärzten im vertragsärztlichen System begonnen, aber danach sollen auch Fach- und Privatärzte hinzugezogen werden. Später sollen auch Betriebsärzte impfen. Mit der Einbeziehung der Arztpraxen werde die Impfkampagne entscheidend an Fahrt aufnehmen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen. Er spricht von einem "Riesenpotenzial". Zehntausende Mediziner impften in Deutschland regelmäßig Patienten. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es "trotz geringer Menge einen guten und professionellen Start" geben werde.

    Nach Angaben der "Wirtschaftswoche" denkt die Bundesregierung auch darüber nach, Tierärzte und Zahnarztpraxen in die Impfkampagne einzubinden. Dies werde regelmäßig geprüft.

    Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, appellierte an die Hausärzte, ihre Aufklärungspflicht bei der Impfung ernst zu nehmen. Umfassende Information und Beratung seien Voraussetzungen, damit jeder Impfwillige sein Risiko einschätzen könne. In den Impfzentren gebe es dafür ein obligatorisches Verfahren, in dem die Krankengeschichte, mögliche Impfreaktionen und Risikofaktoren in den Blick genommen würden. Dieses Vorgehen müsse auch für die niedergelassenen Ärzte gelten.

    (Stand: 06.04.2021)

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  • Corona-PandemieWann auch Kinder geimpft werden könnten

    Neue Studien legen nahe, dass sich die britische Coronavirus-Variante besonders unter Kindern und Jugendlichen ausbreitet. Bislang gibt es für diese Gruppe keinen Impfstoff. Nun wollen die Hersteller Pfizer und Biontech ihren Corona-Impfstoff in den USA künftig auch bei Jugendlichen ab zwölf Jahren einsetzen.

    Ein Antrag auf die Erweiterung der bestehenden Notfallzulassung für den Impfstoff sei bei der Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, erklärte Pfizer. Ähnliche Anträge sollten in den kommenden Tagen weltweit auch bei anderen Zulassungsbehörden gestellt werden. Bislang ist der Einsatz des Impfstoffs in den USA erst ab 16 Jahren zugelassen. Eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, erklärten der US-Konzern Pfizer und das deutsche Unternehmen Biontech.

    Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass die zuerst in Großbritannien aufgetretene Corona-Mutante B.1.1.7 ansteckender und gefährlicher ist als das ursprüngliche Sars-Cov-2-Virus. Zugleich verdichten sich die Hinweise, dass die mittlerweile dominante Virusvariante vor allem Kinder und Jugendliche befällt.

    Das Magazin "Der Spiegel" berichtet von einer Analyse aus Großbritannien, in der eine Mathematikerin mit einem ausgeklügelten Verfahren nachweisen konnte, dass die Mutante sich wohl tatsächlich bevorzugt unter Kindern verbreitet.

    "Die Kinder infizieren ihre Eltern"

    Ähnlich eindeutige Erkenntnisse gibt es auch in Belgien. "Wir konnten hier in den letzten Wochen ein lebhaftes Infektionsgeschehen bei Kindern beobachten", zitiert das Magazin den Medizinprofessor und Public-Health-Experten Dirk Devroey von der Freien Universität Brüssel. "Speziell bei den Sechs- bis Zwölfjährigen." Er hält die Schulen für einen "Motor des Infektionsgeschehens".

    Auch in Deutschland werden laut "Spiegel" seit Mitte Februar zunehmend Kinder bis 14 positiv auf das Coronavirus getestet. Drei Wochen später zeigten RKI-Tabellen, dass die Fallzahlen bei Jugendlichen und ungeimpften Erwachsenen sprunghaft anstiegen – auch in der Generation der Eltern. Das RKI selbst betont: Die COVID-19-Fallzahlen steigen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen."

    "Long Covid" und "Post Covid" trifft auch Minderjährige

    Nach Einschätzung des pädiatrischen Infektiologen Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg sind auch in dieser Altersgruppe mehr Spätfolgen zu erwarten, weil aus politischen Gründen Schulen und Kitas teilweise wieder geöffnet wurden. "Wir rechnen durch die Lockerungen der Maßnahmen mit mehr Betroffenen mit meist diffusen, länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen", sagte Hufnagel der Deutschen Presse-Agentur. "Darauf ist die Pädiatrie im Vergleich zur Versorgungssituation bei Erwachsenen nach überstandener Infektion noch nicht vorbereitet."

    Akute Corona-Infektionen laufen bei Kindern oft symptomlos ab, schwere Krankheitsverläufe sind auch noch bei Jugendlichen eher selten. Von Spätfolgen wird aber auch bei Minderjährigen berichtet. In der Fachsprache ist bei dem Phänomen von "Long Covid" oder "Post Covid" die Rede. Da für Kinder und Jugendliche noch keine Corona-Impfstoffe zugelassen sind, zählen sie zu den Gruppen, die noch einige Monate empfänglich für das Virus sein werden.

    Dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch für Kinder und Jugendliche gravierende Langzeitfolgen haben kann, ist mittlerweile in der Medizin bekannt. Als mögliche Reaktion nach einer meist symptomlosen Infektion rückte zuletzt das Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) in den Blick. Eines von 1.000 Kindern wird vier bis sechs Wochen nach der Infektion plötzlich krank und entwickelt Symptome wie hohes Fieber, Probleme am Herzen, im Darm und Hautausschlag. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie hat 245 Kinder mit PIMS registriert, sieben haben bisher Folgeschäden behalten, vor allem am Herzen.

    Schnelltests oder Schulschließungen als Mittel der Wahl

    Solange es keinen Impfstoff für Kinder und Jugendliche gibt, könnte es schwierig sein, das Problem in den Griff zu bekommen. Derzeit kommen vor allem regelmäßige Schnelltests oder eine Schließung der Schulen in Frage, um zumindest die Infektionsketten zu unterbrechen. Doch eine dauerhafte Schulschließung hat immer gravierende Auswirkungen auf die Bildung der Kinder.

    Alle großen Hersteller testen bereits

    Einen nachhaltigen Ausweg bietet deshalb wohl nur der Impfstoff. Aktuell laufen mehrere klinische Studien zur Impfung von Kindern. Auch der US-Hersteller Moderna ist laut einem Bericht von tagesschau.de im März in die klinischen Studien eingestiegen. Getestet werden demnach 6.750 gesunde Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 11 Jahren und in einer weiteren Studie 3.000 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Moderna wolle bis zum Sommer erste Ergebnisse vorlegen.

    Ebenfalls bis zum Sommer rechneten das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca und die Universität Oxford mit Ergebnissen. Sie testen ihren Corona-Impfstoff den Angaben zufolge seit Februar an 300 Freiwilligen im Alter von 6 bis 17 Jahren.

    Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft. Seit August würden Teilnehmer ab 12 Jahren getestet.

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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

    Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

    Wer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung mögliche Reaktionen an sich beobachtet, sollte diese in jedem Fall melden, etwa beim Hausarzt oder über das Nebenwirkungsportal des Bundes. Erstmals in Deutschland gibt es dazu auch eine App, sie heißt "SafeVac".

    Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte über die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe. Demnach gibt es bislang keine Sicherheitsbedenken gegen die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna. In den Prüfberichten heißt es, es seien bekannte Nebenwirkungen - bei Impfstoffen spricht man von Impfreaktionen - aufgetreten. Dabei hätten sich keine statistischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Nutzen der Impfstoffe sei weitaus größer als die Risiken, betont die Aufsichtsbehörde.

    Verschiedene Impfreaktionen möglich

    Zu den häufigeren Reaktionen bei allen Impfstoffen zählen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen oder Übelkeit; auch Fieber kann auftreten. Für diese Impfreaktionen gilt: Sie halten nur kurze Zeit an und klingen von selbst wieder ab. Zudem zeigen sie an, dass das Immunsystem arbeitet. Generell treten sie bei jüngeren Menschen eher häufiger auf und nehmen mit dem Alter ab.

    Sehr selten kommt es zu einem allergischen Schock. Dieser tritt unmittelbar nach der Impfung auf und kann lebensbedrohlich sein, ist aber bei schneller ärztlicher Hilfe gut zu überstehen. Deshalb muss man nach der Impfung sicherheitshalber noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben, meist sind es 30 Minuten.

    Der Impfstoff von Astrazeneca

    Die Immunisierungen mit dem bislang dritten in Deutschland zugelassenen Impfstoff - dem Mittel von Astrazeneca - waren nach Berichten über Todesfälle durch Blutgerinnsel zunächst im März vorübergehend ausgesetzt worden, Ende März dann eingeschränkt.

    Mitte März hatten sowohl die Europäische Arzneimittelagentur EMA als auch die Ständige Impfkommission in Deutschland nach einer Prüfung den weiteren Einsatz des Mittels von Astrazeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, hieß es in einer Stellungnahme der STIKO.

    Auch die EMA bezeichnete den Impfstoff von Astrazeneca als "sicher und wirksam". EMA-Direktorin Cooke sagte, derzeit könne man keinen Zusammenhang zwischen den Impfungen und einem erhöhten Risiko von Blutgerinnseln nachweisen. Man könne das aber auch noch nicht ausschließen. Darum werde es weitere Untersuchungen geben. Cooke betonte, es gehe bisher um einige wenige Einzelfälle.

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in der Corona-Pandemie die zentrale Sammelstelle für Informationen über Impfnebenwirkungen und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Bericht dazu. Den Angaben zufolge sind inzwischen 31 Fälle einer Sinus-Venen-Thrombose nach Impfung mit Astrazeneca bekannt. In 19 Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet worden. In neun Fällen war der Ausgang demnach tödlich. Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut Institut alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt.

    Astrazeneca nur noch bei Menschen über 60

    Wegen der gehäuften Einzelfälle setzten Ende März zunächst einige Städte und Kliniken die Impfung mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren aus. Am 30.3. beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hingegen hielt nun nach einer erneuten Prüfung der Thrombosefälle weiter an ihrer Empfehlung des Impfstoffes für alle Menschen ab 18 Jahren fest. Die EMA erklärte, der Nutzen des Wirkstoffes sei nach wie vor höher zu bewerten als die Risiken. Es wurde zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen unter 60 Jahren aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen aber nicht bestätigt worden, hieß es. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen als "sehr selten" aufgenommen werden.

    Bei Personen unter 60 Jahren kann die Impfung mit Astrazeneca für die Prioritätengruppen eins und zwei nach sorgfältiger ärztlicher Beratung ebenfalls fortgesetzt werden, hieß es. Dies soll nur noch in Hausarztpraxen geschehen. Dabei geht es um Hochrisikopatienten, für die eine erhöhte Gefahr eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung besteht.

    Zudem wird das Produkt von Astrazeneca nun bei Menschen zwischen 60 und 70 Jahren eingesetzt werden, obwohl diese in der Regel erst in der dritten Impfgruppe sind. Das soll das Impftempo erhöhen.

    EMA überprüft auch Vakzin von Johnson & Johnson

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft nun auch beim Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson, ob es einen Zusammenhang mit Thrombose-Fällen gibt. Laut EMA gibt es Berichte über vier Thrombose-Fälle nach einer Impfung mit dem Mittel, drei davon in den USA. Ein Mensch starb. Der Impfstoff war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist dort aber - anders als in den USA - noch nicht im Einsatz. Er soll ab dem 19. April geliefert werden.

    Forschende aus Greifswald finden Ursache für Thrombosen

    Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben inzwischen herausgefunden, wie die Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe hätten bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämatostaseforschung hat bereits entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

    Paul-Ehrlich-Institut sammelt Meldungen

    Bis Mitte März wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt 19.194 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Komplikationen nach Covid-Impfungen registriert, bei insgesamt bis dahin 8.863.270 durchgeführten Impfungen.

    Die Melderate betrug den Angaben für alle Impfungen mit COVID-19-Impfstoffen 2,2 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle betrug sie 0,3 pro 1.000 Impfdosen. Bei Astrazeneca liege die Melderate etwas höher als bei den anderen Impfstoffen (5,2 Fälle pro 1.000 Dosen und bei schwerwiegenden Fällen 0,5 pro 1.000). Das könne aber auch mit der medialen Berichterstattung über den Impfstoff zu tun haben, hieß es.

    Was sollte man tun, wenn Beschwerden auftreten?

    Wer geimpft wurde und den Verdacht hat, dass Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Auch eine Online-Meldung direkt bei dem Institut ist möglich. Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen zu melden. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter.

    App "SafeVac" fragt nach

    Zum ersten Mal in Deutschland werden Geimpfte aber auch aktiv nach ihrem Befinden befragt. Dazu wurde die App "SafeVac" entwickelt. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktion zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben.

    Weil die App aktiv nachfragt, erhoffen sich die Forscher ein statistisch besseres Bild, wie häufig tatsächlich Nebenwirkungen auftreten. Sieben Mal nach der ersten Dosis und achtmal nach der zweiten fragt das Programm in den ersten Wochen nach den Impfungen ab, ob die Userin oder der User Beschwerden hat. Und dann noch einmal nach sechs und nach zwölf Monaten.

    Klaus Cichutek, der PEI-Präsident, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren. Knapp 50.000 Menschen speisen Daten in "SafeVac" ein. Der älteste Teilnehmer sei über 100 Jahre alt. "Die Größenordnung aller Teilnehmer liegt etwa bei zwei Prozent der geimpften Personen, das ist ein sehr guter Wert."

    (Stand: 08.04.2021)

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  • Covid-19Auf der Suche nach wirkungsvollen Medikamenten

    Der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist das wirkungsvollste Mittel, um dessen Ausbreitung und auch die Bildung neuer Virus-Varianten einzudämmen. Hier kommt die Entwicklung von Impfstoffen schnell voran. Was aber hilft, um schwere Verläufe von Covid-19 zu verhindern? Noch immer werden viele Patientinnen und Patienten im Krankenhaus behandelt, täglich sterben zahlreiche Menschen an oder mit einer Corona-Infektion. Ein einzelnes Medikament gegen Covid-19 gibt es bisher nicht. Machtlos sind Ärztinnen und Ärzte dennoch nicht. Ein Überblick.

    Was muss ein Medikament gegen Covid-19 können?

    Covid-19 verläuft in mehreren Stadien - die bestimmen, ob und wann ein Wirkstoff nützlich ist oder sogar schädlich sein kann. Ein Beispiel: Zu Beginn der Infektion vermehrt sich das Virus in den Körperzellen. Das Immunsystem des Körpers wird aktiv und bekämpft die Infektion. Hier sind Medikamente sinnvoll, die das Immunsystem bei seiner Arbeit unterstützen oder selbst gegen das Virus oder dessen Vermehrung wirken. Verläuft die Infektion schwer und der Patient oder die Patientin muss ins Krankenhaus und bekommt es mit einer überschießenden Immunreaktion zu tun, wäre es schädlich, ein Medikament zu geben, das das Immunsystem zusätzlich anheizt. Außerdem ist eine Gabe von Medikamenten immer mit Nebenwirkungen verbunden.

    Welche Ansätze zur Medikamentenentwicklung gibt es?

    Die Entwicklung neuer Präparate ist - ähnlich wie bei Impfstoffen - ein aufwändiger und meist zeitraubender Prozess. Darüber hinaus gibt es Projekte, um bereits für andere Erkrankungen zugelassene Medikamente auch für die Behandlung von Covid-19 zu nutzen. Im Fokus stehen Präparate aus einer der folgenden Gruppen:

    - Antivirale Medikamente
    - Entzündungshemmer
    - Herz-Kreislauf-Medikamente
    - Antikörper; Rekonvaleszentenplasma

    Antivirale Medikamente

    Sie sollen direkt gegen die Vermehrung der Viren wirken. Denn Viren können sich nicht etwa teilen, wie es Bakterien oder andere Zellen tun: Sie dringen in Zellen ein und zwingen diese, ihre Aktivität auf die Produktion neuer Viren umzustellen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es zwei grobe Strategien: Man hemmt etwa Funktionsmoleküle, die das Virus braucht, um die Zelle zu kapern. Oder man hemmt essenzielle Teile der zellulären Produktionsmaschinerie, die auf Virenproduktion umprogrammiert wurde.

    In Deutschland ist Remdesivir als einziges antivirales Präparat zur Behandlung von Covid-19 zugelassen, allerdings nur in ausgewählten Fällen und möglichst für ein frühes Stadium der Erkrankung. Studiendaten belegen eine Verkürzung der Krankheitsdauer um 33 Prozent, allerdings nur in schweren Fällen. Für einen milden bis moderaten Verlauf ist ein Nutzen von Remdesivir nicht belegt.

    Diskutiert, aber nicht nachgewiesen wurde ein Nutzen zur Behandlung von Covid-19 mit Präparaten wie Lopinavir und Ritonavir. Beide werden bei der Behandlung von HIV-Infektionen genutzt und wirken auf Enzyme, die das Virus braucht, um funktionsfähige Moleküle herzustellen.

    Insbesondere in Lateinamerika wurde häufig mit Ivermectin behandelt, einem Mittel, das in der Tiermedizin gegen bestimmte Wurmparasiten eingesetzt wird. Eine Laborstudie schürte zunächst die Hoffnung, dass sich die hier beobachtete antivirale Wirkung gegen Sars-CoV-2 auch beim Menschen nachweisen ließe. Eine im Fachportal JAMA publizierte Arbeit kommt allerdings auf Grundlage einer randomisierten Patientenstudie zu dem Schluss, dass - zumindest bei mildem Krankheitsverlauf - keine eindeutige Wirkung vorliegt.

    Entzündungshemmer

    Ein Problem bei schweren Covid-19-Verläufen ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Mit anderen Worten: Es ist nicht mehr das Virus, das die Hauptprobleme verursacht, sondern die Reaktion des Körpers. Hier kommen Steroide wie Dexamethason ins Spiel. Dexamethason gehört zur Gruppe der Kortisone, die das Immunsystem bremsen. Vorläufige Patientendaten aus Großbritannien zeigen, dass eine Gabe von Dexamethason bei schweren Fällen die Sterblichkeit an Covid-19 verringert. Auch in Deutschland wird Dexamethason in schweren Fällen eingesetzt - das heißt, wenn der Patient oder die Patientin zusätzlich Sauerstoff bekommt.

    Auch bei entzündungshemmenden Therapieansätzen wird am Einsatz monoklonaler Antikörper geforscht. Das Prinzip: gezielt eine Schaltstelle der überschießenden Immunreaktion zu hemmen. Dazu konstruiert man die Antikörper so, dass sie gegen Strukturen des Immunsystems gerichtet sind. Hier sind die Medikamente Tocilizumab und Anakinra in den Fokus geraten, die normalerweise gegen Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Zur Behandlung schwer erkrankter Covid-19-Patientinnen und -patienten mit Tocilizumab gibt es mehrere Studien, von denen noch keine das Peer-Review-Kontrollverfahren durchlaufen hat. Einige, darunter die umfangreichste aus Großbritannien, legen nahe, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Tocilizumab und Dexamethason die Sterblichkeit bei schwer kranken Covid-19-Patientinnen und -patienten verringern kann. Das Robert Koch-Institut stuft Tocilizumab als Medikament mit einem nachgewiesenen Nutzen in der Behandlung von Covid-19 ein. Für Anakinra wurde ein solcher Nutzen bislang nicht nachgewiesen. Beide Präparate sind in Deutschland für eine Behandlung von Covid-19 zurzeit nicht zugelassen.

    Herz-Kreislauf-Medikamente

    Hier geht es vor allem um eine Anwendung bereits zugelassener Präparate. Im Laufe der Pandemie hat sich herausgestellt, dass die Bildung von Thrombosen, also Blutgerinnseln, eine häufige Komplikation von Covid-19-Patientinnen und -patienten ist, die im Krankenhaus behandelt werden müsssen. Das Risiko dafür ist offenbar besonders bei schwer Erkrankten erhöht. Das Robert Koch-Institut empfiehlt, solche Gerinnungshemmer frühzeitig prophylaktisch einzusetzen.

    Antikörper

    Zu den antiviralen Medikamenten gehören die Antikörperpräparate REGN-CoV-2 von Regeneron und Bamlanivimab der Firma Eli Lilly, die in Deutschland noch nicht zugelassen sind. Die Bundesregierung hat beide Mittel für die Behandlung von Risikopatienten gekauft. REGN-CoV-2 besteht aus einer Kombination zweier monoklonaler Antikörper, Bamlanivimab beinhaltet eine Sorte monoklonaler Antikörper. Beide wirken wie eine passive Impfung und sollen verhindern, dass Sars-CoV-2 in menschliche Zellen eindringt. Sie wirken, indem sie an charakteristische Strukturen auf der Oberfläche von Sars-CoV-2 binden, genauer gesagt, an das Spike-Protein, mit dem es an Rezeptoren auf der Oberfläche menschlicher Zellen bindet. Die Präparate sind vor allem in einer frühen Phase der Infektion sinnvoll, wenn sich das Virus stark vermehrt. Hier lesen Sie mehr zur Funktionsweise, Vor- und Nachteilen von Antikörper-Medikamenten.

    Auch in Rekonvaleszentenplasma - also im Blutplasma genesener Covid-19-Patientinnen und -patienten - sind Antikörper enthalten. Ihre Wirkung ist abhängig von der Schwere der durchgemachten Erkrankung und davon, wie lange diese zurückliegt. Anders als die monoklonalen Antikörper aus dem Labor handelt es sich hier um eine Mischung von Antikörpern gegen verschiedene Virusstrukturen, die der Körper im Verlauf einer Infektion mit Sars-CoV-2 selbst gebildet hat. Man kann ein solches gereinigtes Serum in einer frühen Phase der Erkrankung verabreichen, um vor einem schweren Verlauf zu schützen. Diese Methode wurde auch bei anderen Virusausbrüchen angewandt, etwa in der Ebola-Epidemie 2014 in Westafrika. Für eine Behandlung von Covid-19 ist Rekonvaleszentenplasma in Deutschland bislang nicht zugelassen. Das Robert Koch-Institut hält einen Einsatz in individuellen, schweren Fällen für denkbar.

    Forschungsansätze:Ein Nasenspray als Virus-Prophylaxe?

    Geforscht wird auch an Medikamenten, die verhindern sollen, dass sich Viren - etwa nach Kontakt mit einem Infizierten - in der Schleimhaut einnisten. Dazu arbeitet ein internationales Wissenschafts-Team etwa an einem Nasenspray, das den Eintritt der Viren in die Zellen der Nasenschleimhaut verhindern soll. Im Tierversuch mit Frettchen hat das funktioniert, wie die Forschenden im Fachmagazin Science schreiben. Die Tiere, die zuvor mit dem Spray behandelt worden waren, erkrankten nach längerem Kontakt mit infizierten Artgenossen nicht. Die Virologin Sandra Ciesek spricht im NDR von einem wichtigen Forschungsansatz, betont aber, der Weg bis zu einem möglichen Prophylaxe-Medikament dieser Art sei "ein langer", der "eher Jahre dauern" werde.

    Ein Beispiel für die Forschung an neuen antiviralen Medikamenten ist Molnupiravir: Zunächst für die Behandlung von Grippe entwickelt, dafür aber vor der Zulassung gescheitert. Jetzt meldet der Hersteller, der US-Pharmakonzern Merck & Co, erste Erfolge aus Versuchen mit Frettchen: 24 Stunden nach Beginn der antiviralen Behandlung waren keine infektiösen Partikel mehr in den Abstrichen nachweisbar. Ähnliche Ergebnisse lieferten Studien an Mäusen. Molnupiravir wird derzeit in klinischen Studien für die Anwendung bei Menschen erprobt.

    Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung neuer antiviraler Medikamente liefert die deutsche Firma Formycon. Sie entwickelt ein Präparat, dessen Wirkstoff-Molekül dem Zell-Rezeptor nachgebildet ist, den das Virus nutzt. Das Unternehmen argumentiert, dadurch sei für das Präparat auch eine gute Wirkung gegen Virus-Varianten zu erwarten. Ein Problem für diese Art Wirkstoff besteht darin, die ursprüngliche Funktion des Zell-Rezeptors im Organismus zu erhalten. Formicon versucht dies zu lösen, indem es sein Wirkstoff-Molekül mit einer weiteren Funktionseinheit ausstattet. Das Präparat befindet sich am Anfang der sogenannten präklinischen Entwicklung, also noch vor den klinischen Studien, deren Erfolg für eine Zulassung notwendig ist. Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben eine Notfallzulassung im kommenden Jahr an.

    Das Milken-Institut - ein US-amerikanischer Think Tank, der unter anderem Forschungsergebnisse zu Covid-19 sammelt - pflegt eine Liste der Präparate, die als Impfstoff oder Therapeutikum in der Pandemie untersucht werden.
    Einzelheiten zur Forschung an weiteren Medikamenten hat unsere Forschungsredaktion zusammengestellt. Vor allem an Fachleute richtet sich die Leitlinie zur stationären Behandlung von COVID-19-Patienten, die von mehreren Fachgesellschaften zusammengestellt wurde.

    (Stand: 8.3.21)

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Inwiefern kann das Coronavirus über Aerosole übertragen werden?

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Ein Experiment des Fraunhofer Instituts für Nachrichtentechnik im Dortmunder Konzerthaus lieferte im November zum ersten Mal Ergebnisse über die Aerosol-Verbreitung in Konzertsälen und zeigt: Die Aerosol-Verteilung auf direkten Nachbarplätzen ist minimal. Die Lüftungsanlage im Konzerthaus erzeugte beim Experiment schon auf kurze Distanz erhebliche Verdünnungseffekte von konzentriert eingeleiteten Aerosolen und CO2.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Die Effektivität der Fensterlüftung hängt davon ab, wie stark der Wind draußen weht und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen ist. Generell gilt jedoch: Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnet, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren.

    Mit Blick auf Schulen empfiehlt Martin Kriegel, der Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert Kriegel dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 22.01.2021)

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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit wollen diese Frage beantworten. Doch zumindest in Deutschland ergibt sich mit Blick auf den bisherigen Pandemieverlauf kein klares Bild.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen mehr gestorben sind im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Die Zahlen zur Übersterblichkeit sind mit zahlreichen Ungewissheiten behaftet. Klar scheint aber, dass die Übersterblichkeit ohne die Corona-Maßnahmen wohl deutlich höher gelegen hätte. Die Übersterblichkeit während der Schutzmaßnahmen sagt also nur bedingt etwas darüber aus, wie tödlich das Coronavirus ist.

    Der Vergleich mit dem Durchschnitt der Todeszahlen aus den Vorjahren hinkt zudem, da sich die Todesfälle durch verschiedene Faktoren ändern: zum Beispiel einerseits durch die längere Lebenserwartung, andererseits durch die Bevölkerungsentwicklung - denn in Deutschland gibt es immer mehr ältere Menschen. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke schlechter versorgt würden. Auch zeigten die vergangenen Monate, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben.

    Welche Zahlen zur Übersterblichkeit in Deutschland gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. Während das Robert Koch-Institut im Jahr 2020 mehr als 39.000 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registrierte, verzeichnet das Statistische Bundesamt eine allgemeine Übersterblichkeit von rund 48.000 Menschen. Wie der Spiegel schreibt, lassen sich aber einige Fälle dieser Übersterblichkeit auch auf die starke Hitze im Sommer zurückführen.

    Eine Untersuchung des in München ansässigen ifo-Instituts kommt zu dem Schluss, dass besonders die Altersgruppen der 60- bis 79-Jährigen sowie der über 80-Jährigen von einem Anstieg der Sterblichkeit in der Corona-Pandemie betroffen waren. Zuletzt gingen die Todesfälle in Deutschland nach Höchstständen allerdings zurück. Als ein Grund dafür wird immer wieder die mittlerweile hohe Impfquote bei älteren Menschen genannt, vor allem bei den über 80-Jährigen.

    Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, der Rückgang der Corona-bedingten Todesfälle hat laut einem Papier des Bundesgesundheitsministeriums vorerst auch die Übersterblichkeit beendet. Seit Mitte Februar 2021 liegen demnach die Sterbefallzahlen erstmals wieder unter dem Durchschnitt der Vorjahre.

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind im Februar 2021 in Deutschland trotz der Corona-Pandemie weniger Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahresmonate. Grund dafür sind nach Angaben der Behörde die niedrigen Fallzahlen von Atemwegserkrankungen wie der Grippe. Normalerweise hingen diese zu Jahresbeginn mit einem Anstieg der Sterbefallzahlen zusammen. In dieser Wintersaison gebe es aber so wenig herkömmliche Atemwegserkrankungen wie noch nie.

    Das Statistische Bundesamt verwies allerdings auf regionale Unterschiede. Im Saarland, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg lagen die Todesfallzahlen im Februar über dem Durchschnitt, in den anderen Bundesländern darunter. Im Januar waren trotz milder Grippewelle noch deutlich mehr Menschen als im Durchschnitt der Vorjahresmonate gestorben.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen Ländern?

    Die italienische Statistikbehörde Istat hatte Mitte Dezember etwa gemeldet, dass man einer Prognose zufolge in Italien 2020 so viele Tote verzeichnet habe, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Einen aktuellen Überblick über die Lage in den unterschiedlichen Ländern liefert das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen.

    Die Übersterblichkeit in Russland lag zwischen Januar und November 2020 nach Regierungsangaben bei mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rund 81 Prozent der zusätzlichen Todesfälle seien auf das Coronavirus zurückzuführen.

    Hohe Übersterblichkeit in den USA

    Im Oktober 2020 veröffentlichte die Gesundheitsbehörde CDC eine Untersuchung zur Übersterblichkeit in den USA. Anfang Oktober verzeichneten die Vereinigten Staaten in den offiziellen Statistiken rund 200.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Laut der CDC-Berechnung gab es 2020 bis dahin eine Übersterblichkeit von knapp 300.000 Menschen. Rund zwei Drittel der Fälle seien sicher auf Covid-19 zurückzuführen, hieß es von der CDC. Bei weiteren Todesfälle geht die CDC davon aus, dass die Todesursache zum Teil fälschlicherweise bei anderen Krankheiten gesehen wurde. Die Studienautoren erklärten die allgemeine Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war.

    (Stand 02.04.2021)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat wegen der Corona-Pandemie Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Sie werden regelmäßig aktualisiert. Das Auswärtige Amt warnt dabei nicht nur vor Reisen in Gebiete mit besonders hohen Wocheninzidenzen, sondern auch in Regionen, in denen bestimmte Varianten des Coronavirus verbreitet auftreten.

    Die Warnungen des Auswärtigen Amtes orientieren sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, wo die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus besonders hoch ist. Sie betreffen folgende Staaten und Regionen:

    Benelux-Region

    Laut RKI gelten die gesamten Niederlande inklusive der autonomen Länder und der karibischen Teile als Hochinzidenzgebiet. Auch ganz Belgien und ganz Luxemburg sind inzwischen (wieder) Risikogebiete.

    Frankreich

    Das gesamte Land inklusive aller Übersee-Départments gilt nun als Hochinzidenzgebiet. Das Département Moselle, das an Rheinland-Pfalz und das Saarland grenzt, gilt zusätzlich weiterhin als Virusvarianten-Gebiet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist ganz Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal als Risikogebiet aus. Das Bundesland Tirol gilt nicht länger als Virusvarianten-Gebiet, sondern auch als Risikogebiet. Das gesamte Land Ungarn gilt als Hochinzidenzgebiet.

    Schweiz

    Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Schweiz.

    Großbritannien und Irland

    Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland zählen als Risiko-Gebiet. Auch Irland gilt als Risikogebiet - mit Ausnahme der Region South-West. Bis 20. März wurden beide Staaten als Virus-Variantengebiete geführt.

    Spanien und Portugal

    Das spanische Festland mit Ausnahme der autonomen Gemeinschaften Kastilien - La Mancha, Valencia, Extremadura, und Murci - sowie die Kanarischen Inseln gelten als Risikogebiet. Neu hinzugekommen als Risikogebiet ist die autonome Gemeinschaft La Rioja. Die Balearen inklusive der Insel Mallorca gelten aufgrund gesunkener Inzidenz-Zahlen nicht mehr als Risikogebiet.

    Auch Portugal ist nicht mehr als Risikogebiet eingestuft, eine Ausnahme bildet die Atlantikinsel Madeira.

    Italien

    Italien gilt derzeit komplett als Risikogebiet. Das gilt auch für den Vatikan.

    Tschechien und Slowakei

    Ganz Tschechien gilt als Hochinzidenzgebiet, die Slowakei nur noch als "normales" Risikogebiet.

    Slowenien und Kroatien

    Sowohl Kroatien als auch Slowenien sind komplett als Hochinzidenzgebiet eingestuft.

    Türkei und Griechenland

    Die Türkei ist als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden. Ganz Griechenland gilt mittlerweile als Risikogebiet.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Dänemark gilt (mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönlands) als Risikogebiet. Als Hochinzidenzgebiet ist ganz Schweden eingestuft. In Norwegen sind die Provinzen Rogaland, Oslo und Viken Risikogebiete.
    In Finnland gelten die Regionen Uusimaa (mit Großraum Helsinki), Kanta-Häme, Päijät-Häme und Pirkanmaa, Varsinais-Suomi, Etelä-Karjala als Risikogebiete. Die Region Åland wird vom 3. April an dagegen nicht mehr so eingestuft.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Ganz Rumänien wird als Risikogebiet eingestuft. Bulgarien und die Republik Moldau gelten als Hochinzidenz-Gebiete.

    Polen und Baltikum

    Litauen und Lettland sind laut RKI Risikogebiete, Polen und Estland gelten als Hochinzidenzgebiete.

    Risikogebiete im Rest der Welt

    Eine pauschale Reisewarnung für etwa 160 außereuropäische Länder ist Ende September ausgelaufen. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage nun wieder für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Virusvarianten-Gebiete

    Neben Regionen mit besonders hohen Fallzahlen und anderen Faktoren, die eine Infektionsgefahr vor Ort erhöhen, stuft das RKI inzwischen auch Regionen, in denen sich bestimmte Virusvarianten ausgebreitet haben, als Risikogebiet ein. Für Einreisen aus diesen Gebieten gelten besondere Test-Vorgaben.

    Als Virusvarianten-Gebiete gelten aktuell Botswana, Brasilien, Eswatini (früher als Swasiland bekannt), Lesotho, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe, Südafrika sowie die französische Region Moselle.

    Hochinzidenz-Gebiete

    Im Januar hat die Bundesregierung zudem erstmals mehr als 20 Staaten als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft. Dazu zählen in der Regel Staaten mit einer Wocheninzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohner. Nicht-EU-Länder und -Regionen, die als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft werden, sind Ägypten, Albanien, Andorra, Bahrain, Bolivien, Bosnien, Ecuador, Iran, Israel, Jordanien, Kolumbien, Kosovo, Kuwait, Libanon, Malta, Mexiko, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Niederlande, Palästinensische Gebiete, Paraguay, Serbien, Seychellen, St. Lucia, Sudan, Syrische Arabische Republik, Tansania, Uruguay sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.

    Strengere Einreiseregelungen für Länder der neuen Kategorien

    Für Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten gelten verschärfte Einreiseregeln. So muss ein Corona-Test bereits vor der Einreise aus diesen Ländern nach Deutschland erfolgen. Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen spätestens 48 Stunden nach Ankunft einen negativen Corona-Test vorweisen.

    (Stand: 09.04.2021)

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  • ParteitagAfD für EU-Austritt und Ende des Lockdowns

    Die AfD hat sich auf ihrem Bundesparteitag für einen Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union ausgesprochen. Eine deutliche Mehrheit der 600 Delegierten nahm in Dresden einen Antrag an, der eine entsprechende Änderung im Wahlprogramm für die Bundestagswahl vorsieht.

    In der vorangegangenen Debatte hatte sich unter anderem Parteichef Meuthen dagegen ausgesprochen. In dem Änderungsantrag heißt es, man halte einen Austritt Deutschlands aus der EU und die Gründung einer neuen europäischen Wirtschafts- und Interessengemeinschaft für notwendig. In dem Leitantrag für das Bundestagswahlprogramm war ein Austritt dagegen nur als Option aufgeführt.

    Mit großer Mehrheit beschloss der Parteitag auch eine Corona-Resolution. Darin fordert die AfD ein Ende des Lockdowns, die Frage des Infektionsschutzes solle den "mündigen Bürgern" überlassen bleiben. Den Regierenden wird eine "Politik der Angst" vorgeworfen. "Auch indirekter" Zwang zu Impfungen, aber auch zu Corona-Tests, werde abgelehnt.

    Zuvor hatte eine Mehrheit der Delegierten entschieden, noch keinen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl zu bestimmen. Stattdessen soll zu einem späteren Zeitpunkt die Basis entscheiden.

  • "Bundes-Coronanotbremse"FDP bewertet Bundes-Entwurf als "äußerst kritisch"

    Die FDP sieht den Entwurf für eine bundesgesetzliche Corona-Notbremse "äußerst kritisch". Die Regierungsfraktionen sollten die Idee verwerfen, dass die Bundesregierung mit "Rechtsverordnungen ohne Beteiligung des Parlaments" zukünftig Grundrechte einschränken dürfen, forderte der Vorsitzende Lindner nach Beratungen mit den Fachleuten seiner Partei.

    Falsch sei auch eine alleinige Orientierung an dem Inzidenzwert von 100 Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche. Dieser bilde das Pandemiegeschehen vor Ort nur unzureichend ab. "Als Auslöser für massive Freiheitseinschränkungen ist eine schwankende Zahl, die auch nur politisch gegriffen ist, nicht geeignet", so Lindner. Die vorgesehene scharfe Ausgangssperre schließlich sei unverhältnismäßig. Beispielsweise geht vom abendlichen Spaziergang eines geimpften Paares keinerlei Infektionsgefahr aus. "Diese Bestimmung ist verfassungsrechtlich höchst angreifbar", erklärte Lindner weiter.

    Zuvor hatte die Bundesregierung einen Entwurf für das geplante Gesetz mit bundeseinheitlichen Maßnahmen gegen die dritte Coronawelle vorgelegt. Vorgeschlagen werden demnach unter anderem Ausgangsbeschränkungen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, wie mehrere Medien berichten. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern sollen zudem strenge Kontaktregeln gelten. Für die Ausgangsbeschränkungen könnte es nur wenige Ausnahmen geben, etwa für medizinische Notfälle und den Weg zur Arbeit, nicht aber für abendliche Spaziergänge alleine. Die Öffnung der meisten Läden soll untersagt werden, ebenso Sport in der Gruppe.

    Testpflicht an Schulen

    Für Schüler ist eine Testpflicht vorgesehen. Ab einer Inzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen sollen Schulen schließen. Es darf aber eine Notbetreuung geben und Abschlussklassen können von der Schließung ausgenommen werden. Auch die Bundesschülerkonferenz forderte eine bundesweite Corona-Testpflicht für Schülerinnen und Schüler. Angesichts der gestiegenen Infektionsgefahr durch die Mutation reichten freiwillige Testangebote nicht aus, sagte Generalsekretär Schramm den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Jede Schülerin und jeder Schüler müsse mindestens drei Mal die Woche in der Schule auf Corona getestet werden, möglichst sogar jeden Tag. Wer den Corona-Test verweigere, solle in den Distanzunterricht wechseln. Schramm erklärte, diese Forderung falle der Bundesschülerkonferenz nicht leicht, aber es gehe darum, das Recht auf Bildung und Gesundheitsschutz möglichst gut zusammenzubringen.

    Debatte über Zuständigkeiten der Länder

    Bundeskanzlerin Merkel sowie der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Müller, und dessen Stellvertreter Söder hatten gestern eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Eilverfahren vereinbart. Dies kann laut den Angaben Müllers bis zu zwei Wochen dauern. Die Pläne stoßen aber nicht in allen Bundesländern auf Zustimmung: Thüringens Bildungsminister Holter sagte im Deutschlandfunk, er befürchte, dass der Bund den Ländern in dieser Frage die Kompetenzen und die Entscheidungshoheit entziehe. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke von der SPD begrüßte das Vorhaben dagegen. Zustimmung kam auch von den Bundestagsfraktionen der Koalition. SPD-Fraktionschef Mützenich sagte ebenfalls im Deutschlandfunk, er glaube, dass es auch in der Bevölkerung eine Mehrheit für ein bundeseinheitliches Vorgehen gebe. Der Unions-Fraktionsvorsitzende Brinkhaus unterstützte das Vorhaben ebenfalls.

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  • BundestagCDU-Abgeordneter Pfeiffer kündigt seinen Rückzug an

    Der CDU-Bundestagsabgeordnete Pfeiffer hat sein Amt als energie- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion niedergelegt und seinen Rückzug aus dem Parlament angekündigt.

    Er werde die bereits erfolgte Nominierung als Kandidat in seinem Wahlkreis zurückgeben, heißt es laut dpa in einer Erklärung des Politikers. Er begründete die Entscheidung mit einem Hackerangriff auf seine Person und seine Vertragspartner, aber auch mit dem Verhaltenskodex, den die Unionsfraktion wegen der Masken-Affäre beschließen will. Zunächst hatte die Zeitung "Welt am Sonntag" über den Rückzug des Abgeordneten berichtet. Nach Informationen des Blatts hatten Hacker vertrauliche Finanzdaten veröffentlicht, die im Zusammenhang mit Unternehmensbeteiligungen Pfeiffers stünden. Der Waiblinger Abgeordnete stand bereits wegen des Vorwurfs von Interessenkonflikten in der Kritik.

  • MyanmarHilfsorganisation meldet mehr als 80 Tote bei Protesten gegen Militärmachthaber

    In Myanmar hat das Militär erneut gewaltsam Proteste niedergeschlagen.

    Dabei kamen gestern in der Stadt Bago 82 Menschen ums Leben, wie die Hilfsorganisation AAPP mitteilte. Das Vorgehen der Junta sei erst heute bekannt geworden. Es seien Gewehrgranaten eingesetzt worden, um die Demonstrierenden auseinanderzutreiben.

    Das Büro der Vereinten Nationen in dem südostasiatischen Land erklärte auf Twitter, man gehe den Berichten nach. Den Verletzten sei offenbar medizinische Behandlung verweigert worden.

    Gewaltsame Zusammenstöße wurden heute auch aus der Stadt Tamu im Nordwesten Myanmars gemeldet. Landesweit gibt es seit Wochen Proteste gegen das Militär, das Anfang Februar durch einen Putsch an die Macht kam.

  • Corona-PandemieDemos für "Zero-Covid"-Strategie

    Für strengere Corona-Maßnahmen sind heute Menschen in mehreren Städten auf die Straße gegangen.

    Nach Angaben der Veranstalter von der Initiative "Zero Covid" gab es bei den Kundgebungen in mehr als 30 Städten in Deutschland und Österreich insgesamt tausende Teilnehmer. Laut Polizei demonstrierten zum Beispiel in Bremen und Hannover insgesamt mehr als 200 Menschen, in Göttingen etwa 50.

    "Zero Covid" ist eine Initiative mit dem Ziel, die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner auf nahezu Null zu drücken.

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  • Leipzig und HallePolizei verhindert verbotene "Querdenken"-Demonstrationen

    Mit einem starken Aufgebot hat die Polizei in Leipzig eine geplante "Querdenken"-Kundgebung verhindert.

    Ein von der Stadt erlassenes Verbot der Versammlung war am Mittag in einem Eilverfahren vom Sächsischen Oberverwaltungsgericht in Bautzen bestätigt worden. Begründet wurde das Verbot damit, dass bei ähnlichen Veranstaltungen die Hygieneregeln nicht befolgt worden seien und daher von der Demonstration eine potenzielle Gefahr ausgehe. Um einen Zustrom von möglichen Versammlungsteilnehmern zu verhindern, richtete die Polizei in Leipzig zahlreiche Kontrollpunkte ein. 1.700 Beamte waren im Einsatz.

    Eine Demonstration in Halle gegen die Corona-Maßnahmen, zu der als Ersatz aufgerufen worden war, wurde ebenfalls verboten. Um das Verbot durchzusetzen, hatte die Leipziger Polizei nach eigenen Angaben Einsatzkräfte in die Nachbarstadt entsandt.

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  • GroßbritannienTrauerfeier für Prinz Philip nur im privaten Kreis

    Der verstorbene Ehemann der britischen Königin Elizabeth der Zweiten, Prinz Philip, soll am kommenden Samstag beigesetzt werden.

    Die Trauerfeier werde auf Schloss Windsor im privaten Kreis stattfinden, teilte der Buckingham-Palast mit. Wegen der Corona-Auflagen sind bei Begräbnissen in England derzeit nur 30 Gäste erlaubt. Trotz der reduzierten Größe werde bei der Feier das Leben und Wirken des Herzogs von Edinburgh ausführlich gewürdigt werden, sagte ein Sprecher.

    Prinz Philip war gestern im Alter von 99 Jahren gestorben. In ganz Großbritannnien wurde heute mit Salutschüssen des Verstorbenen gedacht. Thronfolger Prinz Charles bedankte sich in einer schriftlichen Erklärung für die weltweite Anteilnahme. Sein "lieber Papa", so Charles, sei eine sehr besondere Person gewesen. Prinz Philip wäre selbst über die bewegenden Dinge erstaunt gewesen, die über ihn gesagt wurden.

  • Saudi-ArabienDrei Soldaten wegen "Hochverrats" hingerichtet

    Saudi-Arabien hat unter dem Vorwurf des Hochverrats drei Soldaten hinrichten lassen.

    Sie seien wegen der Zusammenarbeit mit einem Feind der Monarchie zum Tode verurteilt worden, teilte die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Riad mit. Wer genau dieser Feind sei, sagte die Behörde nicht. Die Männer wurden demnach an der Grenze zum Jemen hingerichtet. Saudi-Arabien führt im Nachbarland seit sechs Jahren einen Militäreinsatz gegen die dortigen Huthi-Rebellen. Das sunnitische Königreich betrachtet sie als Verbündete des Iran.

  • St. VincentHeftiger Ascheregen nach Vulkanausbruch auf Karibikinsel

    Nach dem Ausbruch des Vulkans "La Soufrière" auf St. Vincent ist in weiten Teilen der Karibikinsel ein heftiger Ascheregen niedergegangen.

    Das Gesundheitsministerium warnte, die Asche könne zu Atemproblemen und Augenirritationen führen. Zuvor waren mehr als 16.000 Menschen aus der Gefahrenzone in Sicherheit gebracht worden. Mehrere Kreuzfahrtschiffe wurden umgelenkt und der internationale Flughafen geschlossen. Die Regierung hatte die Insel mit ihren insgesamt rund 100.000 Einwohnern bereits vorab in Erwartung des Ausbruchs in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

    Seismologen gehen davon aus, dass sich die Eruptionen über mehrere Tage oder gar Wochen hinziehen werden.

  • Verstoß gegen AtomabkommenIran nimmt neue Zentrifugen in Urananreicherungsanlage in Betrieb

    Der Iran hat ungeachtet internationaler Warnungen mit der Inbetriebnahme neuer Zentrifugen zur Anreicherung von Uran begonnen.

    Präsident Ruhani weihte die 164 Zentrifugen der unterirdischen Anlage in Natans in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Zeremonie ein. Damit verstößt der Iran erneut gegen den internationalen Atomvertrag. Dieser gestattet nur den Betrieb älterer Modelle, da die neuen, leistungsfähigeren Typen eine deutlich schnellere Urananreicherung ermöglichen.

    In Wien laufen derzeit internationale Gespräche zur Rettung des Atomabkommens mit dem Iran. Bundesaußenminister Maas erklärte auf Twitter, die erste Woche sei konstruktiv gewesen. Man stehe jedoch erst am Anfang intensiver Verhandlungen.

  • UnionsparteienHessens Ministerpräsident Bouffier dringt auf Klärung der Kanzlerkandidatur

    Der hessische Ministerpräsident Bouffier drängt auf eine rasche Klärung der Kanzlerkandidatur der Unionsparteien.

    Man müsse jetzt sehr schnell entscheiden, sagte Bouffier der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Es sei nicht sinnvoll, noch Wochen zu warten und auf ein Pfingstwunder zu hoffen. Der CDU-Politiker betonte, er halte es für denkbar, bereits in der kommenden Woche eine Einigung zu erzielen. Ähnlich äußerte sich Unionsfraktionschef Brinkhaus. Er sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die Entscheidung für einen Kandidaten sollte innerhalb der nächsten zwei Wochen fallen. Er wünsche sich, dass die beiden Parteivorsitzenden Laschet und Söder mit einem gemeinsamen Vorschlag auf die Unionsfraktion und die Gremien von CDU und CSU zugingen.

  • LinksparteiWagenknecht erneut Spitzenkandidatin in Nordrhein-Westfalen

    Die Linken-Politikerin Wagenknecht ist trotz innerparteilicher Kritik an ihrem neuen Buch erneut zur Spitzenkandidatin der nordrhein-westfälischen Linken für den Bundestag nominiert worden.

    Bei einer Abstimmung um Platz 1 der Aufstellungsversammlung in Essen erhielt sie 127 Stimmen, wie die Versammlungsleitung mitteilte. Das entspreche 61 Prozent. Nach den Abstimmungen über die Plätze muss die gesamte Liste von den Vertretern noch gewählt werden.

    Wagenknecht hatte überraschend gleich zwei Gegenkandidatinnen bei ihrer Bewerbung um den Spitzenplatz in Nordrhein-Westfalen. Zuvor war nur eine Konkurrentin bekannt.

    Vorzeitig veröffentlichte Passagen aus dem neuen Buch Wagenknechts hatten bei Teilen der Linken für Empörung gesorgt. Sie sehen darin eine Generalabrechnung der 51-Jährigen mit der eigenen Partei.

    In ihrer Rede in Essen sagte sie, ihr Buch sei ein Vorschlag für eine stärkere Linke. Ihren Gegnern warf sie vor, mit aus dem Zusammenhang gerissenen und teils auch verfälschten Zitaten ein Zerrbild zu vermitteln.

  • NordirlandRegierungschef Martin warnt vor "Spirale der Gewalt" in seinem Land

    Nordirlands Regierungschef Martin hat angesichts der jüngsten Unruhen vor einer Spirale der Gewalt gewarnt.

    Für alle Generationen bestehe die Verpflichtung, nicht in einen Modus zurückzukehren, der fanatische Morde und politische Zwietracht mit sich bringe, sagte Martin. In der Nacht hatte es erneut Ausschreitungen gegeben. In der Hauptstadt Belfast attackierten Randalierer laut Medienberichten die Polizei mit Molotowcocktails, Feuerwerkskörpern sowie Flaschen und Steinen. In Nordirland kommt es seit mehr als einer Woche zu Unruhen. Anlass sind die Folgen des Brexits. Die Unionisten lehnen die Vereinbarung zwischen London und Brüssel ab, wonach aus Großbritannien nach Nordirland eingeführte Waren kontrolliert werden müssen.

  • JemenViele Tote bei Kämpfen um die Stadt Marib

    Im Jemen setzen sich die Kämpfe zwischen der Armee und den Huthi-Rebellen um die Stadt Marib im Nordwesten fort.

    Wie ein Sprecher der Armee mitteilte, wurden dabei innerhalb eines Tages 53 Rebellen und Soldaten getötet. Den Aufständischen sei die Eroberung eines kleinen Gebiets rund um die Regionalhauptstadt Marib gelungen, hieß es weiter. Das Stadtzentrum selbst sei jedoch nicht bedroht. Zudem habe die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition Luftangriffe gegen die Huthis geflogen. Die Region um Marib hat eine besondere strategische Bedeutung. Sie gilt als letzte Hochburg der jemenitischen Regierung und besitzt große Ölvorkommen.

    Im Jemen herrscht seit fast sechs Jahren Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Regierungstruppen und den Huthi-Rebellen. Zehntausende Menschen wurden getötet.

  • Kreml-Kritiker NawalnyBundestagsabgeordnete kritisieren Haftbedingungen als "gezielte Folter"

    Abgeordnete des Deutschen Bundestags haben die Haftbedingungen für den russischen Kreml-Kritiker Nawalny als "gezielte Folter" bezeichnet und eine Untersuchung des Europarats gefordert.

    Ein Brief an Nawalny wurde von Parlamentariern der Grünen, der Union, der SPD und der FDP unterzeichnet. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" sichern sie Nawalny darin ihre "volle Solidarität" zu. Der Sprecher der Grünen für Osteuropapolitik und Initiator des Briefes, Sarrazin, sagte, man dürfe nicht wegsehen, wenn das System Putin den 44-Jährigen erneut in Gefahr bringe.

    Nawalnys Unterstützer hatten zuletzt über eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustands berichtet. Er habe Schmerzen im Rücken und Taubheitsgefühle in den Beinen und Armen. Eine angemessene medizinische Versorgung werde ihm vorenthalten.

    Wegen angeblicher Verstöße gegen Bewährungsauflagen war Nawalny im Februar zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er befindet sich zur Zeit in einem Straflager in der Kleinstadt Pokrow, rund 200 Kilometer östlich von Moskau.

  • DschibutiPräsident Guelleh laut Regierung im Amt bestätigt

    Im ostafrikanischen Dschibuti ist der langjährige Staatschef Guelleh laut Regierungsangaben in seinem Amt bestätigt worden.

    Der Innenminister des Landes gab bekannt, Guelleh habe bei der Präsidentenwahl mehr als 98 Prozent der Stimmen erhalten. Es gab nur einen einzigen Gegenkandidaten; andere Oppositionelle hatten die Wahl boykottiert. Für den 73-jährigen Präsidenten, der seit 1999 an der Spitze des Landes steht, dürfte es die letzte Amtszeit sein. Die Verfassung Dschibutis sieht vor, dass ein Staatschef beim Amtsamtritt jünger als 75 Jahre sein muss.

    Kritiker bezeichnen Guelleh als einen Diktator, andere halten ihm zugute, dass das Land politisch relativ stabil ist. Wegen seiner strategisch wichtigen Lage am Roten Meer befinden sich in Dschibuti Militärstützpunkte mehrerer anderer Staaten, darunter der USA, Frankreichs und Chinas.

  • Corona-ImpfstoffCurevac hofft auf Zulassung in Europa im Mai

    Der Corona-Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac könnte nach Einschätzung des Unternehmens bereits im Mai in Europa zugelassen werden.

    Ein Sprecher von Curevac sagte der "Augsburger Allgemeinen", man befinde sich bereits in der dritten klinischen Testphase und erwarte jetzt die Daten für das abschließende Zulassungspaket. Man hoffe daher auf eine frühere Genehmigung. Bisher war Curevac von einer Zulassung durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA bis Ende Juni ausgegangen.

    Das Unternehmen plant die Produktion von bis zu 300 Millionen Impfdosen in diesem Jahr. Für das kommende Jahr seien dann eine Milliarde Dosen vorgesehen, hieß es.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 10.04.)

    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 09.04.)

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  • Robert Koch-Institut24.097 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages

    Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 24.097 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

    Das sind knapp 6.000 mehr als eine Woche zuvor. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 120,6. Die Zahl der neuen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung lag bei 246 und damit insgesamt bei 78.249.

    Wegen der Feiertage und der Schulferien sind die Zahlen des RKI möglicherweise noch nicht vergleichbar mit den Werten von vor Ostern.

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  • ReligionImmer weniger Schüler besuchen konfessionellen Unterricht

    In Deutschland besuchen immer weniger Schüler den katholischen oder evangelischen Religionsunterricht.

    Das hat eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes unter den Bundesländern ergeben. Der Rückgang fällt dabei unterschiedlich aus: In Nordrhein-Westfalen wurde der Religionsunterricht vor gut zehn Jahren noch von etwa 66 Prozent der Schülerinnen und Schüler besucht. Aktuell nutzen etwa 60 Prozent das Angebot.

    Auch im traditionell stark katholisch geprägten Bayern sind die Zahlen deutlich zurückgegangen. Aktuell belegen knapp 67 Prozent der Schüler das Fach Religion. Vor gut zehn Jahren waren es noch an die 80 Prozent.

  • Corona-PandemieMüttergenesungswerk: "Mütter sind am Anschlag und allein gelassen"

    Die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks, Schilling, hat auf die schwierige Lage von Müttern in der Corona-Krise hingewiesen.

    In den Kurmaßnahmen erlebe man, dass die Mütter durch den Wegfall von Kinderbetreuung und Schule inzwischen "am Anschlag" seien, sagte Schilling im Deutschlandfunk. Sie stünden unter einem "unglaublichen Druck" und würden damit allein gelassen. Diesen Druck hätten auch die Kinder, denn "das ist ja eine Einheit, Mutter und Kind".

    Schilling berichtete, in der ersten Zeit der Pandemie hätten Mütter häufig Kuren abgesagt, weil sie dachten, sie müssten in dieser Situation zu Hause sein. In diesem Jahr habe sich das aber geändert, weil viele "so nicht mehr können, dass sie jetzt sagen, ich komme, egal wie".

    Die Geschäftsführerin sieht sie die Politik in der Pflicht. Das ständige Hin und Her bei den Maßnahmen verunsichere die Mütter. "Ich finde Schulunterricht, wenigstens in Teilmodellen, Kinderbetreuung, wenigstens in irgendeiner Art von Wechsel oder an bestimmten Tagen - es müssen Angebote da sein, damit irgendwie noch mal Licht am Horizont ist", meinte Schilling.

    Insgesamt gebe es zu wenig Therapieangebote. In den Kliniken reichten die Kapazitäten für erschöpfte Mütter und ihre Kinder nicht aus. Ein Problem sei auch, dass die Kliniken derzeit nicht voll ausgelastet sein dürften. Sie hoffe daher, dass sie die Pandemie überlebten, sagte Schilling. Es gebe zwar einen Rettungsschirm, dieser reiche aber nicht aus und werde immer nur für kurze Zeit verlängert. Dadurch entstünden Defizite und es fehle die Planungssicherheit.

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  • NordirlandWeitere Ausschreitungen trotz Appellen zur Ruhe

    In Nordirland ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen.

    In der Hauptstadt Belfast attackierten Randalierer gestern Abend laut Medienberichten die Polizei mit Molotowcocktails, Feuerwerkskörpern sowie Flaschen und Steinen. Mehrere Sicherheitskräfte wurden verletzt. Die Krawalle ereigneten sich, obwohl Vertreter der Loyalisten - also der Anhänger eines Verbleibs von Nordirland im Vereinigten Königreich - dazu aufgerufen hatten, wegen des gestrigen Todes von Prinz Philip vorerst auf Proteste zu verzichten.

    In Nordirland kommt es seit mehr als einer Woche zu nächtlichen Aussschreitungen. Anlass sind die Folgen des Brexits. Die Unionisten lehnen die Vereinbarung zwischen London und Brüssel ab, wonach aus Großbritannien nach Nordirland eingeführte Waren kontrolliert werden müssen.

  • USAKongress leitet Untersuchung im Fall des republikanischen Abgeordneten Gaetz ein

    Das US-Repräsentantenhaus hat die Untersuchung von Vorwürfen gegen den republikanischen Abgeordneten Gaetz eingeleitet.

    Der Ethikausschuss der Kongresskammer begründete die Entscheidung in Washington mit öffentlichen Anschuldigungen des sexuellen Fehlverhaltens, des illegalen Drogenkonsums und der Korruption.

    Die "New York Times" hatte zuvor bereits über Ermittlungen der Justiz gegen den rechtspopulistischen Abgeordneten aus dem Bundesstaat Florida berichtet. Gaetz wird demnach unter anderem vorgeworfen, minderjährige Frauen für Sex bezahlt, Wahlkampfmittel für persönliche Zwecke genutzt und Bestechungsgelder angenommen zu haben. Er weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer Rufmordkampagne. Der Anhänger von Ex-Präsident Trump ist unter anderem auch wegen Gewaltaufrufen gegen Linke umstritten.

  • Paul-Ehrlich-InstitutBisher 42 Fälle von Sinusvenenthrombose nach Astrazeneca-Impfung

    In Deutschland sind 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach einer Corona-Schutzimpfung mit dem Präparat von Astrazeneca bekannt.

    Das teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. In 35 Fällen seien Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen gewesen. Allerdings seien Frauen auch häufiger als Männer mit dem Produkt geimpft worden. Die Männer seien 24 bis 58 Jahre alt gewesen. Acht Betroffene seien gestorben. - Inzwischen wird der Impfstoff in Deutschland in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren verwendet.

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft nun auch beim Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson einen Zusammenhang mit Thrombose-Fällen. Den Angaben zufolge gibt es Berichte über vier Vorkommnisse nach einer Impfung, drei davon in den Vereinigten Staaten. Ein Mensch sei gestorben. Dieser Impfstoff ist in der EU derzeit noch nicht im Einsatz. Auch die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Untersuchungen aufgenommen.

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  • CoronaPfizer und Biontech beantragen Impfstoffzulassung auch für Jüngere

    Die Hersteller Pfizer und Biontech wollen ihren Corona-Impfstoff in den USA künftig auch bei Jugendlichen ab zwölf Jahren einsetzen.

    Ein Antrag auf die Erweiterung der bestehenden Notfallzulassung für den Impfstoff sei bei der Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, erklärte Pfizer. Ähnliche Anträge sollten in den kommenden Tagen weltweit auch bei anderen Zulassungsbehörden eingereicht werden. Bislang ist der Einsatz des Impfstoffs in den USA erst ab 16 Jahren zugelassen. Eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, hieß es.

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  • SPDEsken für Koalition mit Grünen und Linken

    Die SPD-Co-Vorsitzende Esken hat sich dafür ausgesprochen, nach der Bundestagswahl eine Regierungskoalition aus SPD, Grünen und Linken zu bilden.

    Diese Kombination stehe für eine sehr progressive Politik, mehr noch als die Ampel, sagte Esken der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Kanzler solle Olaf Scholz sein. Zugleich sehe sie aber auch eine Regierungsbeteiligung unter grüner Kanzlerschaft als realistisches Szenario, auch wenn sie schon oft dafür kritisiert worden sei, meinte die SPD-Vorsitzende.

  • BundesligaBielefeld gewinnt gegen Freiburg

    Im Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga hat Arminia Bielefeld am Abend gegen den SC Freiburg mit 1:0 gewonnen.

    Der Freiburger Baptiste Santamaria schoss ein Eigentor.

  • Die LinkeWagenknecht hält trotz Kritik an Kandidatur fest

    Trotz Kritik an ihrem noch unveröffentlichten neuen Buch hält die Linken-Politikerin Wagenknecht an ihrer Kandidatur für den Spitzenplatz auf der Landesliste Nordrhein-Westfalen fest.

    Mehrere Linken-Politiker hatten nach Angaben des Magazins "Der Spiegel" die ehemalige Fraktionsvorsitzende im Bundestag zu einem Verzicht auf eine erneute Kandidatur aufgefordert. Vorzeitig veröffentlichte Passagen aus dem neuen Buch Wagenknechts hatten bei Teilen der Partei für Empörung gesorgt. Kritiker sehen darin eine Generalabrechnung der 51-Jährigen mit der eigenen Partei.

    Der nordrhein-westfälische Landesverband der Linken stimmt heute und morgen auf einem Online-Parteitag über die Landesliste für die Bundestagswahl ab.

  • ChinaMilliardenstrafe für weltgrößte Online-Plattform Alibaba

    Chinas Marktaufsicht hat eine Strafe von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro gegen den Alibaba-Konzern wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht verhängt.

    Chinesische Staatsmedien berichteten, der weltgrößte Online-Händler habe seine beherrschende Marktposition ausgenutzt, um Verkäufer zu bestrafen, die ihre Waren auf konkurrierenden Plattformen angeboten hätten.

    Anfang November hatte die Behörde den geplanten Börsengang der Alibaba-Finanztochter Ant Group mit Verweis auf neue Regeln gestoppt. Es hätte der bislang größte Börsengang werden sollen. Ermittelt wird zudem gegen den Alibaba-Gründer Jack Ma.

  • UkraineMaas spricht von "russischer Provokation"

    Deutschland, Frankreich und die USA haben der Ukraine angesichts von russischen Truppenbewegungen an der Ostgrenze des Landes ihre Unterstützung zugesagt.

    Die Außenminister der drei Länder telefonierten unabhängig voneinander mit ihrem ukrainischen Amtskollegen. Bundesaußenminister Maas sprach von einer "einseitigen russischen Provokation".

    Die USA wollen offenbar zwei Kriegsschiffe ins Schwarze Meer entsenden. Das türkische Außenministerium erklärte, die Regierung in Washington habe die baldige Durchfahrt durch den Bosporus angekündigt. Die Schiffe sollen demnach bis Anfang Mai im Schwarzen Meer bleiben. Das Pentagon erklärte, die USA hätten routinemäßig Kriegsschiffe im Schwarzen Meer im Einsatz.

    Ein Kremlsprecher kündigte an, im Falle eines Aufflammens von Kampfhandlungen werde man Maßnahmen zum Schutz seiner Bürger ergreifen. Moskau gewährt den russischsprachigen Bewohnern in der Ostukraine die Staatsbürgerschaft.

  • PortugalEx-Regierungschef Sócrates muss wegen Geldwäsche vor Gericht

    In Portugal hat ein Gericht den Weg für einen Prozess gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Sócrates frei gemacht.

    Ein Ermittlungsrichter entschied, ihn wegen Geldwäsche und Urkundenfälschung vor Gericht zu stellen. Eine von der Staatsanwaltschaft geforderte Anklage wegen Korruption ließ er wegen Verjährung allerdings nicht zu.

    Sócrates war von 2005 bis 2011 Regierungschef. Im November 2014 wurde er festgenommen. Er saß neun Monate in Untersuchungshaft und stand dann noch wochenlang unter Hausarrest.

    Den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft zufolge kassierte Sócrates während und nach seiner Amtszeit etwa 34 Millionen Euro. Er hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

  • FlugverkehrWieder Probleme bei Boeing 737 Max

    Der US-Flugzeughersteller Boeing hat seine Kunden auf ein Problem bei bestimmten Versionen des Modells 737 Max hingewiesen.

    Wie das Unternehmen mitteilte, wurde 16 Fluggesellschaften empfohlen, den Betrieb der Maschinen vorerst auszusetzen. Mängel am Stromversorgungssystem könnten nicht ausgeschlossen werden.

    Die 737 Max ist Boeings meistverkauftes Modell. Die Baureihe war nach zwei Abstürzen mit 346 Toten rund 20 Monate mit Flugverboten belegt und im November in den USA wieder zum Betrieb zugelassen worden.

  • GewerkschaftenKeine Mehrheit bei Amazon für Mitarbeiter-Vertretung

    Mitarbeiter des Online-Versandhändlers Amazon haben mehrheitlich gegen die Einführung einer Gewerkschafts-Vertretung gestimmt.

    Abgestimmt wurde in einer Niederlassung in Bessemer im Bundesstaat Alabama. Das Ergebnis war mit Spannung erwartet worden, weil es der erste US-Standort mit einer Arbeitnehmervertretung in der 26-jährigen Firmengeschichte gewesen wäre. Amazon hat in der Vergangenheit immer wieder die gewerkschaftliche Organisation von Mitarbeitern verhindert. In dem Konflikt sprachen sich auch Profisportler, Hollywood-Stars und US-Präsident Biden für eine Gewerkschaftsvertretung aus. Die Handelsgewerkschaft hat angekündigt, das Ergebnis anzufechten.

    Amazon beschäftigt in den USA über 950.000 Voll- und Teilzeitkräfte sowie fast 1,3 Millionen Menschen weltweit. Auch in Deutschland sind die Arbeitsbedingungen bei Amazon ein Streitthema. Seit 2013 wird immer wieder gestreikt, zuletzt vor Ostern an sechs Standorten.

  • GroßbritannienTrauer um Prinz Philip

    Bundespräsident Steinmeier hat den Einsatz des gestorbenen britischen Prinzen Philip für Demokratie und Freiheit gewürdigt. In Steinmeiers Kondolenzbotschaft heißt es, die Deutschen trauerten um eine gewinnende Persönlichkeit, die einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung beider Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg geleistet habe.

    Bundeskanzlerin Merkel erklärte, Philips Freundschaft zu Deutschland, seine Geradlinigkeit und sein Pflichtbewusstsein blieben unvergessen.

    Beileidsbekundungen aus aller Welt

    US-Präsident Biden sprach der Queen, ihrer Familie und dem britischen Volk sein Beileid aus. Der Prinzgemahl habe im Laufe seines Lebens erlebt, wie sich die Welt dramatisch verändert habe, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme Bidens.
    Prinz Philip habe sein Leben den Menschen im Vereinigten Königreich gewidmet. Sein Erbe werde nicht nur durch seine Familie weiterleben, sondern auch durch die vielen wohltätigen Zwecke, für die er sich eingesetzt habe. UNO-Generalsekretär Guterres würdigte Prinz Philips Engagement für wohltätige Zwecke als Förderer von Hunderten Organisationen. Frankreichs Präsident Macron bezeichnete Philips Leben als "vorbildhaft".

    Wie der Buckingham-Palast mitteilte, starb der Ehemann von Königin Elisabeth II. wenige Wochen vor seinem 100. Geburtstag in Windsor. Hunderte Menschen versammelten sich am Buckingham-Palast und in Windsor, legten Blumen nieder und hielten inne. Sie wurden von der Regierung gebeten, sich wegen der Corona-Pandemie nicht lange aufzuhalten. Zur Beisetzung von Prinz Philip werde es coronabedingt keine großen öffentlichen Trauerfeiern geben, hieß es. Eine öffentliche Aufbahrung und ein Staatsbegräbnis hätte es wohl ohnehin nicht gegeben - weil Philip dies nicht wollte.

    Flaggen auf Halbmast

    Philip sei "friedlich entschlafen", heißt es in der Mitteilung im Namen der "zutiefst betrübten" Queen. Es ist ein großer Einschnitt für die britischen Royals und Großbritannien. Der Buckingham-Palast setzte die Flaggen auf Halbmast. Die BBC spielte die Nationalhymne im Fernsehen. Premierminister Boris Johnson hielt eine live im Fernsehen übertragene Ansprache und würdigte Philip als "Stärke und Stütze" der Queen. "Wir trauern heute mit Ihrer Majestät der Queen", erklärte der Premier. Johnson erklärte, die ganze Nation danke Prinz Philip für sein Lebenswerk. Er habe stets dabei geholfen, die königliche Familie und die Monarchie auf Kurs zu halten. Der Verstorbene habe dabei vor allem junge Menschen geprägt und inspiriert.

    Labour-Chef Keir Starmer erklärte, das Vereinigte Königreich habe einen außerordentlichen Menschen verloren, der sein Leben dem Land gewidmet habe. Bundesaußenminister Maas schrieb auf Twitter, man sei tief traurig über den Tod des Prinzen. Dieser habe ein langes Leben im Dienste seines Land verbracht. Der deutsche Botschafter in London, Andreas Michaelis, würdigte Philip als Brückenbauer zwischen Großbritannien und Deutschland. Er habe dabei geholfen, eine enge Partnerschaft zwischen beiden Ländern zu entwickeln, twitterte der Diplomat.

    Seit 1947 mit der Königin verheiratet

    Der Herzog von Edinburgh, so sein offizieller Titel, war seit 1947 mit Elisabeth verheiratet. Seit deren Krönung 1953 war er Prinzgemahl und galt als wichtigste Stütze der heute 94 Jahre alten Queen. Er war einer der markantesten Köpfe des europäischen Hochadels und hatte auch deutsche Wurzeln.

    Philip galt als fleißiger Royal und ging erst im Alter von 96 Jahren in den Ruhestand. Sein letzter offizieller Auftritt war bei einer Militärparade der Royal Marines im August 2017 vor dem Buckingham-Palast. Ein Hintertürchen hatte sich "Rentner Philip" offen gehalten, nämlich als gelegentlicher Begleiter der Queen bei Terminen. Zuletzt wurde er aber kaum noch in der Öffentlichkeit gesehen. Er war der dienstälteste Prinzgemahl der britischen Geschichte.

    Große Teile der Corona-Pandemie verbrachte Philip gemeinsam mit der Queen auf Schloss Windsor in der Nähe von London - abgeschottet durch einen stark reduzierten Kreis an Hofpersonal. Selten hatte das Paar in den vergangenen Jahren ähnlich viel Zeit gemeinsam verbracht.

    Viel Humor und einige rhetorische Fehltritte

    Der Prinzgemahl war für seinen Charme und Humor bekannt - und zugleich für seine rhetorischen Fehltritte. Bei den von Prinz Harry und seiner Frau Meghan erhobenen Rassismusvorwürfen gegen den Palast wurden er und die Queen jedoch nachträglich aus der Schusslinie genommen.

    Auch über das Alter machte Philip seine Witze: "Nichts baut einen mehr auf, als wenn man daran erinnert wird, dass die Jahre immer schneller vergehen und dass der Lack beginnt, vom alten Rahmen abzublättern", schrieb er in einem Brief, als er 2011 den Titel "Oldie des Jahres" bekam.

    Geboren als Prinz von Griechenland in Korfu

    Philip wurde am 10. Juni 1921 als Prinz von Griechenland und Dänemark auf Korfu geboren. Er stammte aus einer Königsfamilie Griechenlands und war Spross des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Seine Familie musste von Griechenland ins Exil nach Frankreich fliehen.

    Im Zweiten Weltkrieg diente Philip bei der britischen Marine. Im Jahr 1939 traf er als Kadett erstmals die damals 13-jährige Elisabeth. Es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Sechs Jahre nach der Hochzeit fand 1953 Elizabeths Krönung in der Westminster Abbey in London statt. Als Prinzgemahl musste Philip seine militärische Karriere aufgeben.

    Obwohl er für sein hohes Alter als erstaunlich rüstig galt, litt Philip in den vergangenen Jahren mehrfach unter gesundheitlichen Problemen: Das Herz machte ihm zu schaffen, er hatte Blasenentzündungen, musste an der Hand operiert werden und bekam mit 96 Jahren ein neues Hüftgelenk. Bei seinem letzten und längsten Aufenthalt im Krankenhaus 2021 unterzog er sich einem Eingriff am Herzen.

  • US-MusikerRapper DMX mit 50 Jahren gestorben

    Der US-amerikanische Rapper DMX ist im Alter von 50 Jahren nach einem Herzstillstand gestorben.

    Das gab seine Familie bekannt. DMX wurde 1998 auf einen Schlag bekannt mit seinem Debütalbum "It's Dark and Hell is Hot". Er veröffentlichte insgesamt sieben Alben und war drei Mal für den Grammy nominiert. Zudem war der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Earl Simmons hieß, als Schauspieler in mehreren Filmen zu sehen. DMX sprach öffentlich über seine Probleme mit Drogen. Laut Medienberichten soll eine Überdosis das Herzversagen ausgelöst haben.

  • NordirlandWas steckt hinter den Krawallen in Belfast?

    Schon die achte Nacht in Folge kam es zu Ausschreitungen in Nordirland. Die Spannungen in der früheren Bürgerkriegsregion haben sich wieder erhöht - und das nicht nur wegen des Brexits.

    Molotow-Cocktails, brennende Autos und verletzte Polizisten – anhaltende nächtliche Krawalle in Belfast haben die Regierung in London auf den Plan gerufen. Premierminister Johnson schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, er sei sehr besorgt. Der Weg, Differenzen zu lösen, sei der Dialog, nicht Gewalt oder Kriminalität. Auch Nordirlands Regierungschefin Foster von der pro-britischen DUP kritisierte die Ausschreitungen. Sie seien kein Protest, sondern Vandalismus und versuchter Mord. Ähnlich äußerte sich Fosters Stellvertreter O'Neill von der Sinn-Féin-Partei.

    Hintergrund der Krawalle sind politische Spannungen zwischen den pro-britischen Unionisten und den Anhängern eines vereinigten Irlands sowie der Polizei. Brennpunkte sind überwiegend protestantisch geprägte, pro-britische Gebiete in der nordirischen Hauptstadt und deren Umgebung sowie Londonderry. Dort haben Randalierer Autos angezündet und Polizisten mit Molotowcocktails und anderen Gegenständen beworfen. Dutzende Einsatzkräfte wurden nach Angaben der Polizei verletzt.

    Unzufriedenheit mit den Brexit-Folgen wächst

    In Nordirland wächst die Unzufriedenheit mit den Folgen des Austritts Großbritanniens aus der EU, der am 1. Januar vollständig vollzogen wurde. Die Unionisten lehnen die Vereinbarung zwischen London und Brüssel ab, wonach aus Großbritannien nach Nordirland eingeführte Waren kontrolliert werden müssen. Sie befürchten, dass Nordirland als Provinz im Vereinigten Königreich zunehmend abgekoppelt und benachteiligt wird. Die Provinz ist weiter Teil des EU-Handelsraums, um Warenkontrollen an der Grenze zum EU-Mitglied Irland zu verhindern.

    Die Zollregelung trifft die Bevölkerung hart. Wegen der zeitraubenden Kontrollen blieben die Regale großer Supermarktketten in Nordirland zuletzt immer wieder leer. Auch die Post liefert nicht mehr zuverlässig zwischen Großbritannien und Nordirland. Die politische Brisanz der Brexit-Folgen ergibt sich auch daraus, dass 56 Prozent der Nordiren 2016 angaben, in der EU bleiben zu wollen. Eine knappe Mehrheit in einem gespaltenen Land.

    Zudem gilt eine offene irische Grenze als eine Säule des Friedensprozesses, der auf dem Karfreitagsabkommen von 1998 beruht. Der Pakt setzte jahrzehntelanger Gewalt zwischen irischen Republikanern, britischen Loyalisten und britischen Streitkräften ein Ende, bei der mehr als 3.000 Menschen getötet wurden.

    Zerstrittene Regierung, umstrittene Justizentscheidung

    Knapp 100 Tage nach dem Brexit steuert Nordirland einer schweren politischen Krise entgegen. Wie zerstritten die Regierung ist, zeigte sich auch an der kürzlichen Forderung von Ministerpräsidentin Foster, den nordirischen Polizeipräsidenten zu entlassen. Die zuständige Justizministerin Long wies die Forderung als unbegründet zurück und stellte die Regierungschefin damit bloß.

    Zu dieser ohnehin instabilen Gemengelage kam eine umstrittene Justizentscheidung: Die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren gegen führende Vertreter von Sinn Féin ein, der größten irisch-katholischen Nationalistenpartei. Deren ehemaliger Vorsitzender Adams, dessen Nachfolgerin McDonald sowie die Ko-Leiterin der Allparteienregierung, O’Neill, hatten im Juni mit rund 2.000 anderen Personen am Begräbnis des legendären IRA-Führers Storey teilgenommen.

    Damit demonstrierten sie nicht nur Solidarität mit der irisch-republikanischen Terrorgruppe, die am 30 Jahre langen Bürgerkrieg beteiligt war. Kritiker werfen der Staatsanwaltschaft und Polizei ein Einknicken vor der Republikaner-Elite vor. Die alten Spannungen aus dem Bürgerkrieg treten im aktuellen Konflikt wieder offen zutage.

    Weitere Informationen zu den Hintergründen der Konflikte in Nordirland können Sie auch in der Dlf-Sendung "Der Tag - Brodeln in Nordirland" nachhören.

  • WetterVerbreitet Regen

    Das Wetter: In der Nacht im Südosten teils aufgelockert und trocken. Sonst wolkig, in der Nordwesthälfte mitunter kräftiger Regen. 9 bis 0 Grad. Morgen im Nordwesten und Westen Regen oder Schneeregen bei 3 bis 8 Grad. Im Osten und Süden heiter und meist trocken bei 18 bis 21 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Montag im Nordwesten und Westen aufgelockert bewölkt und trocken. Im Südwesten und Süden meist bedeckt mit Regen oder Schneeregen, im Südosten noch länger freundlich. Temperaturen 5 bis 10, im Südosten bis 13 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut 24.097 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

    Das sind knapp 6.000 mehr als am Samstag vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 120,6. Laut RKI wurden 246 weitere Todesfälle registriert, vor einer Woche waren es 120. Seit Beginn der Pandemie starben damit offiziellen Angaben zufolge 78.249 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit Beginn der Pandemie wurden insgesamt 2.980.413 Neuinfektionen registriert.

    Als politische Grenzwerte, bei denen Schutzvorschriften gelockert werden könnten, gelten seit einem Bund-Länder-Beschluss Inzidenzen von 50 beziehungsweise 100. Ab 100 müssten sie wieder verschärft werden, was in den meisten Bundesländern bereits der Fall ist.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen mit 206,3. Am niedrigsten ist sie in Schleswig-Holstein mit 65,8.

    (Stand: 10.4., 8.45 Uhr)

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Demnach steigt diese derzeit. Aktuell liegen dort 4.502 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.540 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 3.010 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet, unter ihnen 1.356 "Covid-spezifische Intensivbetten". Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 10.4., 8.19 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impf-Zahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben 12.204.176 Menschen in Deutschland (14,7 Prozent) mindestens eine Impfdosis erhalten. 4.831.522 Menschen, also 5,8 Prozent der Bevölkerung, haben den vollen Schutz mit zwei Impfdosen bekommen. Zuletzt wurden 719.927 Impfdosen innerhalb eines Tages verabreicht, insgesamt steht dieser Wert bei 17.035.698 Impfdosen. (Zahlen für den 8.4.)

    Tests: Positivrate steigt

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 13 fielen demnach 11,1 Prozent der Tests positiv aus. Das ist ein Anstieg im Vergleich zur Vorwoche (9,3). In der Kalenderwoche 1 lag dieser Wert bei knapp 13 Prozent. Das RKI registrierte in der 13. Kalenderwoche 1.149.279 Labortestungen, rund 260.000 weniger als in der Woche davor - was laut RKI vor allem an den Osterferien und teilweise geschlossenen Praxen liegt. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein. (Stand: 7.4.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 10.04.)

    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 06.04.)

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  • Corona-ImpfstoffDie wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung

    In Deutschland wird der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca nur noch Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Wir haben für Sie zusammengefasst, was der Beschluss für unterschiedliche Gruppen und die Impfkampagne bedeutet - und welche Fragen noch offen sind.

    Die Ständige Impfkommission hat ihre Altersempfehlung für den Impfstoff geändert. Hintergrund sind seltene Fälle von Thrombosen in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung. Davon betroffen sind vor allem jüngere Frauen. Auch in anderen Ländern, etwa Italien und Spanien, wird der Impfstoff inzwischen vor allem für Menschen ab 60 Jahren empfohlen, Frankreich und Belgien empfehlen die Impfung vor allem für Menschen ab 55 Jahre.

    Die europäischen Arzneimittelagentur EMA kam nach erneuten Beratungen zu weiteren vereinzelten Thrombosefällen zu dem Schluss, dass der Nutzen des Wirkstoffes nach wie vor höher zu bewerten sei als die Risiken. Deshalb werde er weiterhin ohne Einschränkungen für alle Erwachsenen empfohlen. Wie die Behörde weiter mitteilte, wurde zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen unter 60 Jahren aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen nicht bestätigt worden. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen aufgenommen werden.

    Ist der Einsatz von Astrazeneca bei den unter 60-Jährigen jetzt ausgeschlossen?

    Impfberechtigte Personen unter 60 Jahren sollen sich nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung auch weiterhin mit Astrazeneca impfen lassen können. Das gilt vor allem für Hochrisikopatienten, bei denen die Gefahr eines schweren Covid-19-Verlaufs besonders hoch ist. Die betroffenen Personen sollen vom impfenden Arzt sorgfältig beraten und aufgeklärt werden, die Entscheidung liegt bei der zu impfenden Person selbst. Wenn Menschen unter 60 sich für Astrazeneca entscheiden, sollen diese Impfungen grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärzte erfolgen.

    Allerdings sagte mittlerweile der Vizechef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Hofmeister, man empfehle den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Astrazeneca nur bei Menschen über 60 zu verimpfen. Hofmeister begründete die Position im Interview des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ mit dem hohen Zeitbedarf für die Beratung und intensive Aufklärung jüngerer Patienten.

    Was passiert, wenn ich als Unter-60-Jähriger bei meiner ersten Impfung Astrazeneca erhalten habe, die zweite Impfung aber noch aussteht?

    Die Ständige Impfkommission empfiehlt, dass unter 60-Jährige, die eine erste Impfung mit dem Astrazeneca-Präparat bekamen, bei der zweiten ein anderes Mittel erhalten sollen. Zwar gebe es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Impfungen mit verschiedenen Mitteln, Studien dazu laufen aber bereits länger. Bis entsprechende Daten vorlägen, werde jedoch eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung empfohlen. Zu dieser Klasse gehören die Produkte von Pfizer/Biontech und von Moderna. Bundesgesundheitsminister Spahn und seine Länder-Kollegen haben die konkrete Entscheidung vorerst vertagt. Sie wollen nun am Dienstag (13.4.) darüber beraten. Laut Spahn haben 2,2 Millionen Bürger unter 60 eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten.

    Was ist, wenn ich als Unter-60-Jähriger bereits einen Termin für die Erstimpfung mit Astrazeneca habe?

    Die Bundesländer versuchen in der Regel, die bereits vereinbarten Impftermine trotzdem stattfinden zu lassen, und die Menschen statt mit Astrazeneca mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna zu impfen. Sollte das nicht gelingen, müssen die Impftermine vorerst storniert und später nachgeholt werden.

    Was bedeutet die Entscheidung für die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen?

    Diese zahlenmäßig große Altersgruppe könnte nun früher als geplant geimpft werden. Den Bundesländern steht es jetzt frei, auch die 60- bis 69-Jährigen in die Impfkampagne mit Astrazeneca miteinzubeziehen; für die Organisation sind die einzelnen Bundesländer zuständig. Bundesgesundheitsminister Spahn rief die Über-60-Jährigen auf, das Impfangebot auch wahrzunehmen.

    Beim Umgang mit der Option driften die Bundesländer allerdings auseinander. Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen und Schleswig-Holstein kündigten an, dass sie keinen Gebrauch von der Möglichkeit machen wollen. Die Zahl der älteren Menschen, die noch nicht geimpft seien, sei noch zu groß, hieß es übereinstimmend zur Begründung. Dagegen impfen etwa Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen nun auch Personen ab 60, die zu keiner Risikogruppe gehören. Entsprechende Termine für rund 370.000 Erstimpfungen mit Astrazeneca waren etwa in Nordrhein-Westfalen nach rund anderthalb Tagen ausgebucht, erste Impfungen fanden über die Ostertage statt.

    Wie wirkt sich die Entscheidung auf die Impfung der Lehrkräfte aus?

    Der Deutsche Lehrerverband zeigt sich angesichts der neuen Altersempfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff alarmiert. Verbandspräsident Meidinger sprach von einem "katastrophalen Rückschlag für die gerade Fahrt aufnehmende Impfung von Lehrkräften". Er forderte eine schnelle Möglichkeit für jüngere Lehrerinnen und Lehrer, sich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und demnächst mit Johnson & Johnson impfen lassen zu können. Wenn dieser Wechsel auf andere Vakzine nicht sofort stattfinde, werde die Durchimpfung von Lehrkräften im April nicht mehr zu schaffen sein, sagte er. Dies gefährde neben den steigenden Inzidenzen die Chancen, Schulen weiter offen zu halten.

    Verzögert der Verzicht auf den Impfstoff für Jüngere die gesamte Impfkampagne?

    Gesundheitsminister Spahn versicherte, dass man trotz der neuen Einschränkungen wahrscheinlich weiterhin allen Erwachsenen bis Ende des Sommers ein Impfangebot werde machen können.

    Der SPD-Politiker Lauterbach geht davon aus, dass die Entscheidung zum Verzicht auf das Astrazeneca-Vakzin bei unter 60-Jährigen kaum Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland haben wird.

    Was bedeutet die Einbeziehung der Hausärzte in die Impfkampagne für die Verwendung des Astrazeneca-Impfstoffs?

    Laut Bundesgesundheitsminister Spahn soll das Präparat den Hausarztpraxen ab der Kalenderwoche 16 zusammen mit weiteren Impfstoffen zur Verfügung gestellt werden. Astrazeneca solle zunehmend nicht mehr in Impfzentren, sondern nur noch durch niedergelassene Ärzte verimpft werden. Diese sollen auch die Aufklärung und Risikoanalyse für die Impflinge vornehmen.

    (Stand: 8.4.)

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    Test und Schutz

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  • Corona-PandemieImpfungen jetzt auch in Arztpraxen

    Ende Dezember 2020 sind in Deutschland die ersten Personen erstmals gegen das Coronavirus geimpft worden. Der Impf-Fortschritt lässt Kritikern zufolge allerdings zu wünschen übrig. Nach Ostern wurden nun auch Hausarztpraxen mit einbezogen. Wer kann wann und wo womit geimpft werden? Ein Überblick.

    Rund 35.000 Hausarztpraxen in Deutschland hatten Interesse angemeldet, in die Impfkampagne mit einzusteigen. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn haben sie für die Woche nach Ostern insgesamt 1,4 Millionen Corona-Impfdosen bestellt - geliefert werden könnten demnach vorerst nur 940.000 Dosen. Rechnerisch bekommt jede Praxis damit in dieser Woche nur gut 26 Dosen. In der Folgewoche noch einmal so viele, und bis Ende April soll es dann die dreifache Menge sein.

    Welcher Impfstoff landet in den Praxen?

    Grundsätzlich hat sich Spahn dafür ausgesprochen, vor allem den Impfstoff von Astrazeneca zu verabreichen. Denn dieser ist - ähnlich wie der künftig auch in Deutschland verfügbare Impfstoff von Johnson&Johnson - für die Arztpraxen pragmatischer einsetzbar, weil er nicht bei extremen Minusgraden aufbewahrt werden muss. Mögliche Nebenwirkungen haben den Impfstoff von Astrazeneca in den vergangenen Wochen jedoch in einem ungünstigen Licht erscheinen lassen. Spahn bemüht sich mit Aufrufen darum, sich ausdrücklich mit diesem Impfstoff schützen zu lassen: Es gebe noch Millionen ungeimpfte Menschen über 60. Er sei überzeugt davon, dass viele von ihnen sich mit Astrazeneca impfen lassen würden.

    Die Hausarztpraxen erhalten seinen Worten nach in den ersten zwei Wochen ausschließlich den Impfstoff von Biontech/Pfizer, da diese Hersteller in diesen Wochen die größten Liefermengen bieten. Danach komme noch Astrazeneca hinzu und später Johnson&Johnson. Der Impfstoff von Moderna soll zunächst noch weiter in den Impfzentren verabreicht werden, weil unklar ist, ob das Vakzin stabil bleibt, wenn es zu häufig von Ort zu Ort transportiert wird. Ende April nehme die Impfkampagne an Fahrt auf und es werde möglich sein, den Arztpraxen wöchentlich mehr als drei Millionen Impfdosen zur Verfügung zu stellen, versicherte Spahn. Alle angebotenen Impfdosen sollten umgehend verimpft werden.

    Auch das Vakzin von Biontech/Pfizer ist nach dem Auftauen nur eine begrenzte Zeit haltbar und muss verhältnismäßig schnell verimpft werden. Doch bei der zu erwartenden Impfstoffmenge kann jede mit einbezogene Hausarztpraxis in den nächsten beiden Wochen jeweils rund sechs Impfungen pro Tag durchführen - das ist auch bei der begrenzten Haltbarkeit nach dem Auftauen eines sogenannten mRNA-Impfstoffs wie dem von Bontech/Pfizer darstellbar.

    Wie läuft die Verteilung der Impfdosen ab?

    Wo mittelfristig welche Mengen der jeweiligen Impfstoffe landen, ist derzeit nicht klar zu beziffern. Der CDU-Politiker und zuständige Ressortleiter Spahn versichert, dass bei der Lieferung von Impfstoff an die 35.000 Hausarztpraxen darauf geachtet werde, dass die Bundesländer gleichmäßig und anteilig ihrer Bevölkerungsstärke bedacht werden. Das betont auch der Vize-Vorsitzende des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels, Freitag. Hamburg oder Bremen beispielsweise würden nicht überproportional viele Impfdosen erhalten.

    Der Hausärzteverband kritisierte die in den ersten Wochen geringe Menge der Impfdosen für die Hausarztpraxen. Darüber sei man nicht ganz glücklich, sagte Verbandschef Weigeldt im RBB-Hörfunk. Zunächst erhielten Praxen im Schnitt 26 Dosen pro Woche, obwohl 60, 70 oder auch 100 Patienten wöchentlich geimpft werden könnten. Dagegen sieht der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Henke, einen Vorteil darin, dass die Praxen vorerst lediglich eine geringere Menge Präparate erhalten. So könne man die Prozesse vor Ort einüben und sei vorbereitet, wenn die Impfmengen wüchsen, sagte er im Deutschlandfunk. Im Übrigen bedeute die Einbeziehung der Hausärzte einen großen Fortschritt.

    Wer kann sich beim Hausarzt oder bei der Hausärztin impfen lassen?

    Eine weitere Herausforderung ist die Antwort auf die Frage, wer sich in den Praxen impfen lassen kann. Das handhaben die Bundesländer sehr unterschiedlich: Sachsen zum Beispiel hat sich von der sogenannten Impfpriorisierung ganz verabschiedet und gibt keine verbindliche Reihenfolge nach Altersklassen, Gesundheitsgefährdung und Berufsgruppen mehr aus. In manchen Ländern werden einige Berufsgruppen bei der Impfreihenfolge bevorzugt (Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen etwa), in anderen nicht. Die jeweiligen Landesgesundheitsämter halten Informationen über das bei ihnen angewandte Prozedere vor. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Weigelt, kündigte im Deutschlandfunk an, die Hausärzte würden sich an die Vorschriften halten, aber "pragmatisch".

    Spahn forderte die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, wegen des Impfstarts in den Arztpraxen nicht auf Termine in den Impfzentren zu verzichten. Wer einen Termin habe, solle diesen "idealerweise" wahrnehmen.

    Jetzt die Hausärzte - und wie geht es weiter?

    Der Bundesgesundheitsminister stuft die Einbeziehung der Hausarztpraxen als ersten Schritt ein. Es werde nun zwar mit den niedergelassenen Hausärzten im vertragsärztlichen System begonnen, aber danach sollen auch Fach- und Privatärzte hinzugezogen werden. Später sollen auch Betriebsärzte impfen. Mit der Einbeziehung der Arztpraxen werde die Impfkampagne entscheidend an Fahrt aufnehmen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen. Er spricht von einem "Riesenpotenzial". Zehntausende Mediziner impften in Deutschland regelmäßig Patienten. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es "trotz geringer Menge einen guten und professionellen Start" geben werde.

    Nach Angaben der "Wirtschaftswoche" denkt die Bundesregierung auch darüber nach, Tierärzte und Zahnarztpraxen in die Impfkampagne einzubinden. Dies werde regelmäßig geprüft.

    Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, appellierte an die Hausärzte, ihre Aufklärungspflicht bei der Impfung ernst zu nehmen. Umfassende Information und Beratung seien Voraussetzungen, damit jeder Impfwillige sein Risiko einschätzen könne. In den Impfzentren gebe es dafür ein obligatorisches Verfahren, in dem die Krankengeschichte, mögliche Impfreaktionen und Risikofaktoren in den Blick genommen würden. Dieses Vorgehen müsse auch für die niedergelassenen Ärzte gelten.

    (Stand: 06.04.2021)

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  • Corona-PandemieWann auch Kinder geimpft werden könnten

    Neue Studien legen nahe, dass sich die britische Coronavirus-Variante besonders unter Kindern und Jugendlichen ausbreitet. Bislang gibt es für diese Gruppe keinen Impfstoff. Nun wollen die Hersteller Pfizer und Biontech ihren Corona-Impfstoff in den USA künftig auch bei Jugendlichen ab zwölf Jahren einsetzen.

    Ein Antrag auf die Erweiterung der bestehenden Notfallzulassung für den Impfstoff sei bei der Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, erklärte Pfizer. Ähnliche Anträge sollten in den kommenden Tagen weltweit auch bei anderen Zulassungsbehörden gestellt werden. Bislang ist der Einsatz des Impfstoffs in den USA erst ab 16 Jahren zugelassen. Eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, erklärten der US-Konzern Pfizer und das deutsche Unternehmen Biontech.

    Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass die zuerst in Großbritannien aufgetretene Corona-Mutante B.1.1.7 ansteckender und gefährlicher ist als das ursprüngliche Sars-Cov-2-Virus. Zugleich verdichten sich die Hinweise, dass die mittlerweile dominante Virusvariante vor allem Kinder und Jugendliche befällt.

    Das Magazin "Der Spiegel" berichtet von einer Analyse aus Großbritannien, in der eine Mathematikerin mit einem ausgeklügelten Verfahren nachweisen konnte, dass die Mutante sich wohl tatsächlich bevorzugt unter Kindern verbreitet.

    "Die Kinder infizieren ihre Eltern"

    Ähnlich eindeutige Erkenntnisse gibt es auch in Belgien. "Wir konnten hier in den letzten Wochen ein lebhaftes Infektionsgeschehen bei Kindern beobachten", zitiert das Magazin den Medizinprofessor und Public-Health-Experten Dirk Devroey von der Freien Universität Brüssel. "Speziell bei den Sechs- bis Zwölfjährigen." Er hält die Schulen für einen "Motor des Infektionsgeschehens".

    Auch in Deutschland werden laut "Spiegel" seit Mitte Februar zunehmend Kinder bis 14 positiv auf das Coronavirus getestet. Drei Wochen später zeigten RKI-Tabellen, dass die Fallzahlen bei Jugendlichen und ungeimpften Erwachsenen sprunghaft anstiegen – auch in der Generation der Eltern. Das RKI selbst betont: Die COVID-19-Fallzahlen steigen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen."

    "Long Covid" und "Post Covid" trifft auch Minderjährige

    Nach Einschätzung des pädiatrischen Infektiologen Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg sind auch in dieser Altersgruppe mehr Spätfolgen zu erwarten, weil aus politischen Gründen Schulen und Kitas teilweise wieder geöffnet wurden. "Wir rechnen durch die Lockerungen der Maßnahmen mit mehr Betroffenen mit meist diffusen, länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen", sagte Hufnagel der Deutschen Presse-Agentur. "Darauf ist die Pädiatrie im Vergleich zur Versorgungssituation bei Erwachsenen nach überstandener Infektion noch nicht vorbereitet."

    Akute Corona-Infektionen laufen bei Kindern oft symptomlos ab, schwere Krankheitsverläufe sind auch noch bei Jugendlichen eher selten. Von Spätfolgen wird aber auch bei Minderjährigen berichtet. In der Fachsprache ist bei dem Phänomen von "Long Covid" oder "Post Covid" die Rede. Da für Kinder und Jugendliche noch keine Corona-Impfstoffe zugelassen sind, zählen sie zu den Gruppen, die noch einige Monate empfänglich für das Virus sein werden.

    Dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch für Kinder und Jugendliche gravierende Langzeitfolgen haben kann, ist mittlerweile in der Medizin bekannt. Als mögliche Reaktion nach einer meist symptomlosen Infektion rückte zuletzt das Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) in den Blick. Eines von 1.000 Kindern wird vier bis sechs Wochen nach der Infektion plötzlich krank und entwickelt Symptome wie hohes Fieber, Probleme am Herzen, im Darm und Hautausschlag. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie hat 245 Kinder mit PIMS registriert, sieben haben bisher Folgeschäden behalten, vor allem am Herzen.

    Schnelltests oder Schulschließungen als Mittel der Wahl

    Solange es keinen Impfstoff für Kinder und Jugendliche gibt, könnte es schwierig sein, das Problem in den Griff zu bekommen. Derzeit kommen vor allem regelmäßige Schnelltests oder eine Schließung der Schulen in Frage, um zumindest die Infektionsketten zu unterbrechen. Doch eine dauerhafte Schulschließung hat immer gravierende Auswirkungen auf die Bildung der Kinder.

    Alle großen Hersteller testen bereits

    Einen nachhaltigen Ausweg bietet deshalb wohl nur der Impfstoff. Aktuell laufen mehrere klinische Studien zur Impfung von Kindern. Auch der US-Hersteller Moderna ist laut einem Bericht von tagesschau.de im März in die klinischen Studien eingestiegen. Getestet werden demnach 6.750 gesunde Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 11 Jahren und in einer weiteren Studie 3.000 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Moderna wolle bis zum Sommer erste Ergebnisse vorlegen.

    Ebenfalls bis zum Sommer rechneten das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca und die Universität Oxford mit Ergebnissen. Sie testen ihren Corona-Impfstoff den Angaben zufolge seit Februar an 300 Freiwilligen im Alter von 6 bis 17 Jahren.

    Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft. Seit August würden Teilnehmer ab 12 Jahren getestet.

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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

    Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

    Wer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung mögliche Reaktionen an sich beobachtet, sollte diese in jedem Fall melden, etwa beim Hausarzt oder über das Nebenwirkungsportal des Bundes. Erstmals in Deutschland gibt es dazu auch eine App, sie heißt "SafeVac".

    Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte über die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe. Demnach gibt es bislang keine Sicherheitsbedenken gegen die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna. In den Prüfberichten heißt es, es seien bekannte Nebenwirkungen - bei Impfstoffen spricht man von Impfreaktionen - aufgetreten. Dabei hätten sich keine statistischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Nutzen der Impfstoffe sei weitaus größer als die Risiken, betont die Aufsichtsbehörde.

    Verschiedene Impfreaktionen möglich

    Zu den häufigeren Reaktionen bei allen Impfstoffen zählen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen oder Übelkeit; auch Fieber kann auftreten. Für diese Impfreaktionen gilt: Sie halten nur kurze Zeit an und klingen von selbst wieder ab. Zudem zeigen sie an, dass das Immunsystem arbeitet. Generell treten sie bei jüngeren Menschen eher häufiger auf und nehmen mit dem Alter ab.

    Sehr selten kommt es zu einem allergischen Schock. Dieser tritt unmittelbar nach der Impfung auf und kann lebensbedrohlich sein, ist aber bei schneller ärztlicher Hilfe gut zu überstehen. Deshalb muss man nach der Impfung sicherheitshalber noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben, meist sind es 30 Minuten.

    Der Impfstoff von Astrazeneca

    Die Immunisierungen mit dem bislang dritten in Deutschland zugelassenen Impfstoff - dem Mittel von Astrazeneca - waren nach Berichten über Todesfälle durch Blutgerinnsel zunächst im März vorübergehend ausgesetzt worden, Ende März dann eingeschränkt.

    Mitte März hatten sowohl die Europäische Arzneimittelagentur EMA als auch die Ständige Impfkommission in Deutschland nach einer Prüfung den weiteren Einsatz des Mittels von Astrazeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, hieß es in einer Stellungnahme der STIKO.

    Auch die EMA bezeichnete den Impfstoff von Astrazeneca als "sicher und wirksam". EMA-Direktorin Cooke sagte, derzeit könne man keinen Zusammenhang zwischen den Impfungen und einem erhöhten Risiko von Blutgerinnseln nachweisen. Man könne das aber auch noch nicht ausschließen. Darum werde es weitere Untersuchungen geben. Cooke betonte, es gehe bisher um einige wenige Einzelfälle.

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in der Corona-Pandemie die zentrale Sammelstelle für Informationen über Impfnebenwirkungen und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Bericht dazu. Den Angaben zufolge sind inzwischen 31 Fälle einer Sinus-Venen-Thrombose nach Impfung mit Astrazeneca bekannt. In 19 Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet worden. In neun Fällen war der Ausgang demnach tödlich. Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut Institut alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt.

    Astrazeneca nur noch bei Menschen über 60

    Wegen der gehäuften Einzelfälle setzten Ende März zunächst einige Städte und Kliniken die Impfung mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren aus. Am 30.3. beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hingegen hielt nun nach einer erneuten Prüfung der Thrombosefälle weiter an ihrer Empfehlung des Impfstoffes für alle Menschen ab 18 Jahren fest. Die EMA erklärte, der Nutzen des Wirkstoffes sei nach wie vor höher zu bewerten als die Risiken. Es wurde zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen unter 60 Jahren aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen aber nicht bestätigt worden, hieß es. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen als "sehr selten" aufgenommen werden.

    Bei Personen unter 60 Jahren kann die Impfung mit Astrazeneca für die Prioritätengruppen eins und zwei nach sorgfältiger ärztlicher Beratung ebenfalls fortgesetzt werden, hieß es. Dies soll nur noch in Hausarztpraxen geschehen. Dabei geht es um Hochrisikopatienten, für die eine erhöhte Gefahr eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung besteht.

    Zudem wird das Produkt von Astrazeneca nun bei Menschen zwischen 60 und 70 Jahren eingesetzt werden, obwohl diese in der Regel erst in der dritten Impfgruppe sind. Das soll das Impftempo erhöhen.

    EMA überprüft auch Vakzin von Johnson & Johnson

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft nun auch beim Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson, ob es einen Zusammenhang mit Thrombose-Fällen gibt. Laut EMA gibt es Berichte über vier Thrombose-Fälle nach einer Impfung mit dem Mittel, drei davon in den USA. Ein Mensch starb. Der Impfstoff war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist dort aber - anders als in den USA - noch nicht im Einsatz. Er soll ab dem 19. April geliefert werden.

    Forschende aus Greifswald finden Ursache für Thrombosen

    Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben inzwischen herausgefunden, wie die Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe hätten bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämatostaseforschung hat bereits entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

    Paul-Ehrlich-Institut sammelt Meldungen

    Bis Mitte März wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt 19.194 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Komplikationen nach Covid-Impfungen registriert, bei insgesamt bis dahin 8.863.270 durchgeführten Impfungen.

    Die Melderate betrug den Angaben für alle Impfungen mit COVID-19-Impfstoffen 2,2 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle betrug sie 0,3 pro 1.000 Impfdosen. Bei Astrazeneca liege die Melderate etwas höher als bei den anderen Impfstoffen (5,2 Fälle pro 1.000 Dosen und bei schwerwiegenden Fällen 0,5 pro 1.000). Das könne aber auch mit der medialen Berichterstattung über den Impfstoff zu tun haben, hieß es.

    Was sollte man tun, wenn Beschwerden auftreten?

    Wer geimpft wurde und den Verdacht hat, dass Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Auch eine Online-Meldung direkt bei dem Institut ist möglich. Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen zu melden. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter.

    App "SafeVac" fragt nach

    Zum ersten Mal in Deutschland werden Geimpfte aber auch aktiv nach ihrem Befinden befragt. Dazu wurde die App "SafeVac" entwickelt. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktion zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben.

    Weil die App aktiv nachfragt, erhoffen sich die Forscher ein statistisch besseres Bild, wie häufig tatsächlich Nebenwirkungen auftreten. Sieben Mal nach der ersten Dosis und achtmal nach der zweiten fragt das Programm in den ersten Wochen nach den Impfungen ab, ob die Userin oder der User Beschwerden hat. Und dann noch einmal nach sechs und nach zwölf Monaten.

    Klaus Cichutek, der PEI-Präsident, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren. Knapp 50.000 Menschen speisen Daten in "SafeVac" ein. Der älteste Teilnehmer sei über 100 Jahre alt. "Die Größenordnung aller Teilnehmer liegt etwa bei zwei Prozent der geimpften Personen, das ist ein sehr guter Wert."

    (Stand: 08.04.2021)

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    Test und Schutz

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    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 09.04.)

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  • Covid-19Auf der Suche nach wirkungsvollen Medikamenten

    Der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist das wirkungsvollste Mittel, um dessen Ausbreitung und auch die Bildung neuer Virus-Varianten einzudämmen. Hier kommt die Entwicklung von Impfstoffen schnell voran. Was aber hilft, um schwere Verläufe von Covid-19 zu verhindern? Noch immer werden viele Patientinnen und Patienten im Krankenhaus behandelt, täglich sterben zahlreiche Menschen an oder mit einer Corona-Infektion. Ein einzelnes Medikament gegen Covid-19 gibt es bisher nicht. Machtlos sind Ärztinnen und Ärzte dennoch nicht. Ein Überblick.

    Was muss ein Medikament gegen Covid-19 können?

    Covid-19 verläuft in mehreren Stadien - die bestimmen, ob und wann ein Wirkstoff nützlich ist oder sogar schädlich sein kann. Ein Beispiel: Zu Beginn der Infektion vermehrt sich das Virus in den Körperzellen. Das Immunsystem des Körpers wird aktiv und bekämpft die Infektion. Hier sind Medikamente sinnvoll, die das Immunsystem bei seiner Arbeit unterstützen oder selbst gegen das Virus oder dessen Vermehrung wirken. Verläuft die Infektion schwer und der Patient oder die Patientin muss ins Krankenhaus und bekommt es mit einer überschießenden Immunreaktion zu tun, wäre es schädlich, ein Medikament zu geben, das das Immunsystem zusätzlich anheizt. Außerdem ist eine Gabe von Medikamenten immer mit Nebenwirkungen verbunden.

    Welche Ansätze zur Medikamentenentwicklung gibt es?

    Die Entwicklung neuer Präparate ist - ähnlich wie bei Impfstoffen - ein aufwändiger und meist zeitraubender Prozess. Darüber hinaus gibt es Projekte, um bereits für andere Erkrankungen zugelassene Medikamente auch für die Behandlung von Covid-19 zu nutzen. Im Fokus stehen Präparate aus einer der folgenden Gruppen:

    - Antivirale Medikamente
    - Entzündungshemmer
    - Herz-Kreislauf-Medikamente
    - Antikörper; Rekonvaleszentenplasma

    Antivirale Medikamente

    Sie sollen direkt gegen die Vermehrung der Viren wirken. Denn Viren können sich nicht etwa teilen, wie es Bakterien oder andere Zellen tun: Sie dringen in Zellen ein und zwingen diese, ihre Aktivität auf die Produktion neuer Viren umzustellen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es zwei grobe Strategien: Man hemmt etwa Funktionsmoleküle, die das Virus braucht, um die Zelle zu kapern. Oder man hemmt essenzielle Teile der zellulären Produktionsmaschinerie, die auf Virenproduktion umprogrammiert wurde.

    In Deutschland ist Remdesivir als einziges antivirales Präparat zur Behandlung von Covid-19 zugelassen, allerdings nur in ausgewählten Fällen und möglichst für ein frühes Stadium der Erkrankung. Studiendaten belegen eine Verkürzung der Krankheitsdauer um 33 Prozent, allerdings nur in schweren Fällen. Für einen milden bis moderaten Verlauf ist ein Nutzen von Remdesivir nicht belegt.

    Diskutiert, aber nicht nachgewiesen wurde ein Nutzen zur Behandlung von Covid-19 mit Präparaten wie Lopinavir und Ritonavir. Beide werden bei der Behandlung von HIV-Infektionen genutzt und wirken auf Enzyme, die das Virus braucht, um funktionsfähige Moleküle herzustellen.

    Insbesondere in Lateinamerika wurde häufig mit Ivermectin behandelt, einem Mittel, das in der Tiermedizin gegen bestimmte Wurmparasiten eingesetzt wird. Eine Laborstudie schürte zunächst die Hoffnung, dass sich die hier beobachtete antivirale Wirkung gegen Sars-CoV-2 auch beim Menschen nachweisen ließe. Eine im Fachportal JAMA publizierte Arbeit kommt allerdings auf Grundlage einer randomisierten Patientenstudie zu dem Schluss, dass - zumindest bei mildem Krankheitsverlauf - keine eindeutige Wirkung vorliegt.

    Entzündungshemmer

    Ein Problem bei schweren Covid-19-Verläufen ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Mit anderen Worten: Es ist nicht mehr das Virus, das die Hauptprobleme verursacht, sondern die Reaktion des Körpers. Hier kommen Steroide wie Dexamethason ins Spiel. Dexamethason gehört zur Gruppe der Kortisone, die das Immunsystem bremsen. Vorläufige Patientendaten aus Großbritannien zeigen, dass eine Gabe von Dexamethason bei schweren Fällen die Sterblichkeit an Covid-19 verringert. Auch in Deutschland wird Dexamethason in schweren Fällen eingesetzt - das heißt, wenn der Patient oder die Patientin zusätzlich Sauerstoff bekommt.

    Auch bei entzündungshemmenden Therapieansätzen wird am Einsatz monoklonaler Antikörper geforscht. Das Prinzip: gezielt eine Schaltstelle der überschießenden Immunreaktion zu hemmen. Dazu konstruiert man die Antikörper so, dass sie gegen Strukturen des Immunsystems gerichtet sind. Hier sind die Medikamente Tocilizumab und Anakinra in den Fokus geraten, die normalerweise gegen Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Zur Behandlung schwer erkrankter Covid-19-Patientinnen und -patienten mit Tocilizumab gibt es mehrere Studien, von denen noch keine das Peer-Review-Kontrollverfahren durchlaufen hat. Einige, darunter die umfangreichste aus Großbritannien, legen nahe, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Tocilizumab und Dexamethason die Sterblichkeit bei schwer kranken Covid-19-Patientinnen und -patienten verringern kann. Das Robert Koch-Institut stuft Tocilizumab als Medikament mit einem nachgewiesenen Nutzen in der Behandlung von Covid-19 ein. Für Anakinra wurde ein solcher Nutzen bislang nicht nachgewiesen. Beide Präparate sind in Deutschland für eine Behandlung von Covid-19 zurzeit nicht zugelassen.

    Herz-Kreislauf-Medikamente

    Hier geht es vor allem um eine Anwendung bereits zugelassener Präparate. Im Laufe der Pandemie hat sich herausgestellt, dass die Bildung von Thrombosen, also Blutgerinnseln, eine häufige Komplikation von Covid-19-Patientinnen und -patienten ist, die im Krankenhaus behandelt werden müsssen. Das Risiko dafür ist offenbar besonders bei schwer Erkrankten erhöht. Das Robert Koch-Institut empfiehlt, solche Gerinnungshemmer frühzeitig prophylaktisch einzusetzen.

    Antikörper

    Zu den antiviralen Medikamenten gehören die Antikörperpräparate REGN-CoV-2 von Regeneron und Bamlanivimab der Firma Eli Lilly, die in Deutschland noch nicht zugelassen sind. Die Bundesregierung hat beide Mittel für die Behandlung von Risikopatienten gekauft. REGN-CoV-2 besteht aus einer Kombination zweier monoklonaler Antikörper, Bamlanivimab beinhaltet eine Sorte monoklonaler Antikörper. Beide wirken wie eine passive Impfung und sollen verhindern, dass Sars-CoV-2 in menschliche Zellen eindringt. Sie wirken, indem sie an charakteristische Strukturen auf der Oberfläche von Sars-CoV-2 binden, genauer gesagt, an das Spike-Protein, mit dem es an Rezeptoren auf der Oberfläche menschlicher Zellen bindet. Die Präparate sind vor allem in einer frühen Phase der Infektion sinnvoll, wenn sich das Virus stark vermehrt. Hier lesen Sie mehr zur Funktionsweise, Vor- und Nachteilen von Antikörper-Medikamenten.

    Auch in Rekonvaleszentenplasma - also im Blutplasma genesener Covid-19-Patientinnen und -patienten - sind Antikörper enthalten. Ihre Wirkung ist abhängig von der Schwere der durchgemachten Erkrankung und davon, wie lange diese zurückliegt. Anders als die monoklonalen Antikörper aus dem Labor handelt es sich hier um eine Mischung von Antikörpern gegen verschiedene Virusstrukturen, die der Körper im Verlauf einer Infektion mit Sars-CoV-2 selbst gebildet hat. Man kann ein solches gereinigtes Serum in einer frühen Phase der Erkrankung verabreichen, um vor einem schweren Verlauf zu schützen. Diese Methode wurde auch bei anderen Virusausbrüchen angewandt, etwa in der Ebola-Epidemie 2014 in Westafrika. Für eine Behandlung von Covid-19 ist Rekonvaleszentenplasma in Deutschland bislang nicht zugelassen. Das Robert Koch-Institut hält einen Einsatz in individuellen, schweren Fällen für denkbar.

    Forschungsansätze:Ein Nasenspray als Virus-Prophylaxe?

    Geforscht wird auch an Medikamenten, die verhindern sollen, dass sich Viren - etwa nach Kontakt mit einem Infizierten - in der Schleimhaut einnisten. Dazu arbeitet ein internationales Wissenschafts-Team etwa an einem Nasenspray, das den Eintritt der Viren in die Zellen der Nasenschleimhaut verhindern soll. Im Tierversuch mit Frettchen hat das funktioniert, wie die Forschenden im Fachmagazin Science schreiben. Die Tiere, die zuvor mit dem Spray behandelt worden waren, erkrankten nach längerem Kontakt mit infizierten Artgenossen nicht. Die Virologin Sandra Ciesek spricht im NDR von einem wichtigen Forschungsansatz, betont aber, der Weg bis zu einem möglichen Prophylaxe-Medikament dieser Art sei "ein langer", der "eher Jahre dauern" werde.

    Ein Beispiel für die Forschung an neuen antiviralen Medikamenten ist Molnupiravir: Zunächst für die Behandlung von Grippe entwickelt, dafür aber vor der Zulassung gescheitert. Jetzt meldet der Hersteller, der US-Pharmakonzern Merck & Co, erste Erfolge aus Versuchen mit Frettchen: 24 Stunden nach Beginn der antiviralen Behandlung waren keine infektiösen Partikel mehr in den Abstrichen nachweisbar. Ähnliche Ergebnisse lieferten Studien an Mäusen. Molnupiravir wird derzeit in klinischen Studien für die Anwendung bei Menschen erprobt.

    Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung neuer antiviraler Medikamente liefert die deutsche Firma Formycon. Sie entwickelt ein Präparat, dessen Wirkstoff-Molekül dem Zell-Rezeptor nachgebildet ist, den das Virus nutzt. Das Unternehmen argumentiert, dadurch sei für das Präparat auch eine gute Wirkung gegen Virus-Varianten zu erwarten. Ein Problem für diese Art Wirkstoff besteht darin, die ursprüngliche Funktion des Zell-Rezeptors im Organismus zu erhalten. Formicon versucht dies zu lösen, indem es sein Wirkstoff-Molekül mit einer weiteren Funktionseinheit ausstattet. Das Präparat befindet sich am Anfang der sogenannten präklinischen Entwicklung, also noch vor den klinischen Studien, deren Erfolg für eine Zulassung notwendig ist. Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben eine Notfallzulassung im kommenden Jahr an.

    Das Milken-Institut - ein US-amerikanischer Think Tank, der unter anderem Forschungsergebnisse zu Covid-19 sammelt - pflegt eine Liste der Präparate, die als Impfstoff oder Therapeutikum in der Pandemie untersucht werden.
    Einzelheiten zur Forschung an weiteren Medikamenten hat unsere Forschungsredaktion zusammengestellt. Vor allem an Fachleute richtet sich die Leitlinie zur stationären Behandlung von COVID-19-Patienten, die von mehreren Fachgesellschaften zusammengestellt wurde.

    (Stand: 8.3.21)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 10.04.)

    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 09.04.)

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Inwiefern kann das Coronavirus über Aerosole übertragen werden?

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Ein Experiment des Fraunhofer Instituts für Nachrichtentechnik im Dortmunder Konzerthaus lieferte im November zum ersten Mal Ergebnisse über die Aerosol-Verbreitung in Konzertsälen und zeigt: Die Aerosol-Verteilung auf direkten Nachbarplätzen ist minimal. Die Lüftungsanlage im Konzerthaus erzeugte beim Experiment schon auf kurze Distanz erhebliche Verdünnungseffekte von konzentriert eingeleiteten Aerosolen und CO2.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Die Effektivität der Fensterlüftung hängt davon ab, wie stark der Wind draußen weht und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen ist. Generell gilt jedoch: Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnet, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren.

    Mit Blick auf Schulen empfiehlt Martin Kriegel, der Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert Kriegel dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 22.01.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 10.04.)

    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 09.04.)

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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit wollen diese Frage beantworten. Doch zumindest in Deutschland ergibt sich mit Blick auf den bisherigen Pandemieverlauf kein klares Bild.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen mehr gestorben sind im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Die Zahlen zur Übersterblichkeit sind mit zahlreichen Ungewissheiten behaftet. Klar scheint aber, dass die Übersterblichkeit ohne die Corona-Maßnahmen wohl deutlich höher gelegen hätte. Die Übersterblichkeit während der Schutzmaßnahmen sagt also nur bedingt etwas darüber aus, wie tödlich das Coronavirus ist.

    Der Vergleich mit dem Durchschnitt der Todeszahlen aus den Vorjahren hinkt zudem, da sich die Todesfälle durch verschiedene Faktoren ändern: zum Beispiel einerseits durch die längere Lebenserwartung, andererseits durch die Bevölkerungsentwicklung - denn in Deutschland gibt es immer mehr ältere Menschen. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke schlechter versorgt würden. Auch zeigten die vergangenen Monate, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben.

    Welche Zahlen zur Übersterblichkeit in Deutschland gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. Während das Robert Koch-Institut im Jahr 2020 mehr als 39.000 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registrierte, verzeichnet das Statistische Bundesamt eine allgemeine Übersterblichkeit von rund 48.000 Menschen. Wie der Spiegel schreibt, lassen sich aber einige Fälle dieser Übersterblichkeit auch auf die starke Hitze im Sommer zurückführen.

    Eine Untersuchung des in München ansässigen ifo-Instituts kommt zu dem Schluss, dass besonders die Altersgruppen der 60- bis 79-Jährigen sowie der über 80-Jährigen von einem Anstieg der Sterblichkeit in der Corona-Pandemie betroffen waren. Zuletzt gingen die Todesfälle in Deutschland nach Höchstständen allerdings zurück. Als ein Grund dafür wird immer wieder die mittlerweile hohe Impfquote bei älteren Menschen genannt, vor allem bei den über 80-Jährigen.

    Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, der Rückgang der Corona-bedingten Todesfälle hat laut einem Papier des Bundesgesundheitsministeriums vorerst auch die Übersterblichkeit beendet. Seit Mitte Februar 2021 liegen demnach die Sterbefallzahlen erstmals wieder unter dem Durchschnitt der Vorjahre.

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind im Februar 2021 in Deutschland trotz der Corona-Pandemie weniger Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahresmonate. Grund dafür sind nach Angaben der Behörde die niedrigen Fallzahlen von Atemwegserkrankungen wie der Grippe. Normalerweise hingen diese zu Jahresbeginn mit einem Anstieg der Sterbefallzahlen zusammen. In dieser Wintersaison gebe es aber so wenig herkömmliche Atemwegserkrankungen wie noch nie.

    Das Statistische Bundesamt verwies allerdings auf regionale Unterschiede. Im Saarland, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg lagen die Todesfallzahlen im Februar über dem Durchschnitt, in den anderen Bundesländern darunter. Im Januar waren trotz milder Grippewelle noch deutlich mehr Menschen als im Durchschnitt der Vorjahresmonate gestorben.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen Ländern?

    Die italienische Statistikbehörde Istat hatte Mitte Dezember etwa gemeldet, dass man einer Prognose zufolge in Italien 2020 so viele Tote verzeichnet habe, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Einen aktuellen Überblick über die Lage in den unterschiedlichen Ländern liefert das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen.

    Die Übersterblichkeit in Russland lag zwischen Januar und November 2020 nach Regierungsangaben bei mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rund 81 Prozent der zusätzlichen Todesfälle seien auf das Coronavirus zurückzuführen.

    Hohe Übersterblichkeit in den USA

    Im Oktober 2020 veröffentlichte die Gesundheitsbehörde CDC eine Untersuchung zur Übersterblichkeit in den USA. Anfang Oktober verzeichneten die Vereinigten Staaten in den offiziellen Statistiken rund 200.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Laut der CDC-Berechnung gab es 2020 bis dahin eine Übersterblichkeit von knapp 300.000 Menschen. Rund zwei Drittel der Fälle seien sicher auf Covid-19 zurückzuführen, hieß es von der CDC. Bei weiteren Todesfälle geht die CDC davon aus, dass die Todesursache zum Teil fälschlicherweise bei anderen Krankheiten gesehen wurde. Die Studienautoren erklärten die allgemeine Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war.

    (Stand 02.04.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 09.04.)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat wegen der Corona-Pandemie Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Sie werden regelmäßig aktualisiert. Das Auswärtige Amt warnt dabei nicht nur vor Reisen in Gebiete mit besonders hohen Wocheninzidenzen, sondern auch in Regionen, in denen bestimmte Varianten des Coronavirus verbreitet auftreten.

    Die Warnungen des Auswärtigen Amtes orientieren sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, wo die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus besonders hoch ist. Sie betreffen folgende Staaten und Regionen:

    Benelux-Region

    Laut RKI gelten die gesamten Niederlande inklusive der autonomen Länder und der karibischen Teile als Hochinzidenzgebiet. Auch ganz Belgien und ganz Luxemburg sind inzwischen (wieder) Risikogebiete.

    Frankreich

    Das gesamte Land inklusive aller Übersee-Départments gilt nun als Hochinzidenzgebiet. Das Département Moselle, das an Rheinland-Pfalz und das Saarland grenzt, gilt zusätzlich weiterhin als Virusvarianten-Gebiet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist ganz Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal als Risikogebiet aus. Das Bundesland Tirol gilt nicht länger als Virusvarianten-Gebiet, sondern auch als Risikogebiet. Das gesamte Land Ungarn gilt als Hochinzidenzgebiet.

    Schweiz

    Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Schweiz.

    Großbritannien und Irland

    Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland zählen als Risiko-Gebiet. Auch Irland gilt als Risikogebiet - mit Ausnahme der Region South-West. Bis 20. März wurden beide Staaten als Virus-Variantengebiete geführt.

    Spanien und Portugal

    Das spanische Festland mit Ausnahme der autonomen Gemeinschaften Kastilien - La Mancha, Valencia, Extremadura, und Murci - sowie die Kanarischen Inseln gelten als Risikogebiet. Neu hinzugekommen als Risikogebiet ist die autonome Gemeinschaft La Rioja. Die Balearen inklusive der Insel Mallorca gelten aufgrund gesunkener Inzidenz-Zahlen nicht mehr als Risikogebiet.

    Auch Portugal ist nicht mehr als Risikogebiet eingestuft, eine Ausnahme bildet die Atlantikinsel Madeira.

    Italien

    Italien gilt derzeit komplett als Risikogebiet. Das gilt auch für den Vatikan.

    Tschechien und Slowakei

    Ganz Tschechien gilt als Hochinzidenzgebiet, die Slowakei nur noch als "normales" Risikogebiet.

    Slowenien und Kroatien

    Sowohl Kroatien als auch Slowenien sind komplett als Hochinzidenzgebiet eingestuft.

    Türkei und Griechenland

    Die Türkei ist als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden. Ganz Griechenland gilt mittlerweile als Risikogebiet.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Dänemark gilt (mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönlands) als Risikogebiet. Als Hochinzidenzgebiet ist ganz Schweden eingestuft. In Norwegen sind die Provinzen Rogaland, Oslo und Viken Risikogebiete.
    In Finnland gelten die Regionen Uusimaa (mit Großraum Helsinki), Kanta-Häme, Päijät-Häme und Pirkanmaa, Varsinais-Suomi, Etelä-Karjala als Risikogebiete. Die Region Åland wird vom 3. April an dagegen nicht mehr so eingestuft.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Ganz Rumänien wird als Risikogebiet eingestuft. Bulgarien und die Republik Moldau gelten als Hochinzidenz-Gebiete.

    Polen und Baltikum

    Litauen und Lettland sind laut RKI Risikogebiete, Polen und Estland gelten als Hochinzidenzgebiete.

    Risikogebiete im Rest der Welt

    Eine pauschale Reisewarnung für etwa 160 außereuropäische Länder ist Ende September ausgelaufen. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage nun wieder für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Virusvarianten-Gebiete

    Neben Regionen mit besonders hohen Fallzahlen und anderen Faktoren, die eine Infektionsgefahr vor Ort erhöhen, stuft das RKI inzwischen auch Regionen, in denen sich bestimmte Virusvarianten ausgebreitet haben, als Risikogebiet ein. Für Einreisen aus diesen Gebieten gelten besondere Test-Vorgaben.

    Als Virusvarianten-Gebiete gelten aktuell Botswana, Brasilien, Eswatini (früher als Swasiland bekannt), Lesotho, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe, Südafrika sowie die französische Region Moselle.

    Hochinzidenz-Gebiete

    Im Januar hat die Bundesregierung zudem erstmals mehr als 20 Staaten als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft. Dazu zählen in der Regel Staaten mit einer Wocheninzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohner. Nicht-EU-Länder und -Regionen, die als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft werden, sind Ägypten, Albanien, Andorra, Bahrain, Bolivien, Bosnien, Ecuador, Iran, Israel, Jordanien, Kolumbien, Kosovo, Kuwait, Libanon, Malta, Mexiko, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Niederlande, Palästinensische Gebiete, Paraguay, Serbien, Seychellen, St. Lucia, Sudan, Syrische Arabische Republik, Tansania, Uruguay sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.

    Strengere Einreiseregelungen für Länder der neuen Kategorien

    Für Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten gelten verschärfte Einreiseregeln. So muss ein Corona-Test bereits vor der Einreise aus diesen Ländern nach Deutschland erfolgen. Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen spätestens 48 Stunden nach Ankunft einen negativen Corona-Test vorweisen.

    (Stand: 09.04.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 09.04.)

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  • KanzlerkandidaturMehr als 50 Unionsabgeordnete fordern Mitsprache bei Kanzlerkandidatur

    Mehr als 50 Bundestagsabgeordnete der Union fordern eine Mitsprache der Fraktion bei der Entscheidung über den Kanzlerkandidaten.

    Über eine entsprechende Erklärung berichten mehrere Medien. Sie wurde bisher von 54 Parlamentariern unterzeichnet und sei für weitere Unterschriften offen. Unterschrieben haben unter anderem der Chef des Parlamentskreises Mittelstand, von Stetten und der Vorsitzende des Europaausschusses, Krichbaum.

    Die bisherige Planung sieht vor, dass der CDU-Vorsitzende Laschet und CSU-Chef Söder untereinander und einvernehmlich ausmachen, wer als Kanzlerkandidat der Union in die Bundestagswahl ziehen soll. Es gibt aber in der CDU sowohl Vorbehalte gegenüber Laschet als auch gegenüber Söder.

  • UkraineMaas spricht von "russischer Provokation"

    Deutschland, Frankreich und die USA haben der Ukraine angesichts von russischen Truppenbewegungen an der Ostgrenze des Landes ihre Unterstützung zugesagt.

    Die Außenminister der drei Länder telefonierten unabhängig voneinander mit ihrem ukrainischen Amtskollegen. Bundesaußenminister Maas sprach von einer "einseitigen russischen Provokation".

    Die USA wollen offenbar zwei Kriegsschiffe ins Schwarze Meer entsenden. Das türkische Außenministerium erklärte, die Regierung in Washington habe die baldige Durchfahrt durch den Bosporus angekündigt. Die Schiffe sollen demnach bis Anfang Mai im Schwarzen Meer bleiben. Das Pentagon erklärte, die USA hätten routinemäßig Kriegsschiffe im Schwarzen Meer im Einsatz.

    Ein Kremlsprecher kündigte heute an, im Falle eines Aufflammens von Kampfhandlungen werde man Maßnahmen zum Schutz seiner Bürger ergreifen. Moskau gewährt den russischsprachigen Bewohnern in der Ostukraine die Staatsbürgerschaft.

  • USABiontech und Pfizer wollen Impfstoff ab 12 Jahren einsetzen

    Die Hersteller Pfizer und Biontech wollen ihren Corona-Impfstoff in den USA künftig auch bei Jugendlichen ab zwölf Jahren einsetzen.

    Ein Antrag auf die Erweiterung der bestehenden Notfallzulassung für den Impfstoff sei bei der Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, erklärte Pfizer. Ähnliche Anträge sollten in den kommenden Tagen weltweit auch bei anderen Zulassungsbehörden eingereicht werden. Bislang ist der Einsatz des Impfstoffs in den USA erst ab 16 Jahren zugelassen. Eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, hieß es.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 09.04.)

    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

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  • Corona-PandemieEU will 1,8 Milliarden Impfdosen bestellen

    Die EU-Kommission hat in Brüssel Pläne vorgestellt, bis zu 1,8 Milliarden Corona-Impfdosen für Auffrischungen und für Kinder zu bestellen. Aus EU-Kommissionskreisen verlautete, man werde zunächst mit dem Hersteller Biontech/Pfizer verhandeln. Konkret soll es um eine Bestellung von 900 Millionen Dosen sowie eine Option auf weitere 900 Millionen gehen, wie es hieß.

    Bislang ist in der EU kein Impfstoff für Kinder und Jugendliche zugelassen. Nach einer entsprechenden Freigabe sollen die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU gegen das Corona-Virus immunisiert werden. Außerdem soll der Schutz bereits geimpfter Menschen aufgefrischt werden.

    Voraussetzung für die Bestellung ist laut Medienberichten, dass der Impfstoff in Europa produziert wird und dass es sich um ein mRNA-Präparat handelt. Mit Biontech/Pfizer und Moderna sind bislang zwei Impfstoffe dieser Art in der EU zugelassen. Im Sommer könnte das Mittel von Curevac hinzukommen.

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  • FlugverkehrWieder Probleme bei Boeings Maschine 737 Max

    Das US-Luftfahrtunternehmen Boeing hat Fluggesellschaften auf ein Produktionsproblem bei bestimmten Versionen des Krisenmodells 737 Max hingewiesen.

    Nach Unternehmensangaben empfahl Boeing 16 Kunden, den Betrieb der Maschinen vorerst auszusetzen. Mängel am Stromversorgungssystem könnten nicht ausgeschlossen werden. Mehrere US-Fluggesellschaften haben daraufhin betroffene Maschinen aus dem Flugplan genommen.

    Die 737 Max ist Boeings meistverkauftes Modell. Die Baureihe war nach zwei Abstürzen mit 346 Toten rund 20 Monate mit Flugverboten belegt und erst im November wieder in den USA zum Betrieb zugelassen worden. Als Grund für die Unglücke galt eine defekte Steuerungssoftware. Das aktuelle Problem stehe nicht im Zusammenhang damit, sagte eine Boeing-Sprecherin.

  • GewerkschaftenKeine Mehrheit bei Amazon für Mitarbeiter-Vertretung

    Mitarbeiter des Online-Versandhändlers Amazon haben mehrheitlich gegen die Einführung einer Gewerkschafts-Vertretung gestimmt.

    Abgestimmt wurde in einer Niederlassung in Bessemer im Bundesstaat Alabama. Das Ergebnis war mit Spannung erwartet worden, weil es der erste US-Standort mit einer Arbeitnehmervertretung in der 26-jährigen Firmengeschichte gewesen wäre. Amazon hat in der Vergangenheit immer wieder die gewerkschaftliche Organisation von Mitarbeitern verhindert. In dem Konflikt meldeten sich auch Profisportler, Hollywood-Stars und US-Präsident Biden zu Wort.

    Amazon beschäftigt in den USA über 950.000 Voll- und Teilzeitkräfte sowie fast 1,3 Millionen Menschen weltweit.

  • GroßbritannienTrauer um Prinz Philip

    Bundespräsident Steinmeier hat den Einsatz des gestorbenen britischen Prinzen Philip für Demokratie und Freiheit gewürdigt. In Steinmeiers Kondolenzbotschaft heißt es, die Deutschen trauerten um eine gewinnende Persönlichkeit, die einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung beider Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg geleistet habe.

    Bundeskanzlerin Merkel erklärte, Philips Freundschaft zu Deutschland, seine Geradlinigkeit und sein Pflichtbewusstsein blieben unvergessen.

    Beileidsbekundungen aus aller Welt

    US-Präsident Biden sprach der Queen, ihrer Familie und dem britischen Volk sein Beileid aus. Der Prinzgemahl habe im Laufe seines Lebens erlebt, wie sich die Welt dramatisch verändert habe, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme Bidens.
    Prinz Philip habe sein Leben den Menschen im Vereinigten Königreich gewidmet. Sein Erbe werde nicht nur durch seine Familie weiterleben, sondern auch durch die vielen wohltätigen Zwecke, für die er sich eingesetzt habe. UNO-Generalsekretär Guterres würdigte Prinz Philips Engagement für wohltätige Zwecke als Förderer von Hunderten Organisationen. Frankreichs Präsident Macron bezeichnete Philips Leben als "vorbildhaft".

    Wie der Buckingham-Palast mitteilte, starb der Ehemann von Königin Elisabeth II. wenige Wochen vor seinem 100. Geburtstag in Windsor. Hunderte Menschen versammelten sich am Buckingham-Palast und in Windsor, legten Blumen nieder und hielten inne. Sie wurden von der Regierung gebeten, sich wegen der Corona-Pandemie nicht lange aufzuhalten. Zur Beisetzung von Prinz Philip werde es coronabedingt keine großen öffentlichen Trauerfeiern geben, hieß es. Eine öffentliche Aufbahrung und ein Staatsbegräbnis hätte es wohl ohnehin nicht gegeben - weil Philip dies nicht wollte.

    Flaggen auf Halbmast

    Philip sei "friedlich entschlafen", heißt es in der Mitteilung im Namen der "zutiefst betrübten" Queen. Es ist ein großer Einschnitt für die britischen Royals und Großbritannien. Der Buckingham-Palast setzte die Flaggen auf Halbmast. Die BBC spielte die Nationalhymne im Fernsehen. Premierminister Boris Johnson hielt eine live im Fernsehen übertragene Ansprache und würdigte Philip als "Stärke und Stütze" der Queen. "Wir trauern heute mit Ihrer Majestät der Queen", erklärte der Premier. Johnson erklärte, die ganze Nation danke Prinz Philip für sein Lebenswerk. Er habe stets dabei geholfen, die königliche Familie und die Monarchie auf Kurs zu halten. Der Verstorbene habe dabei vor allem junge Menschen geprägt und inspiriert.

    Labour-Chef Keir Starmer erklärte, das Vereinigte Königreich habe einen außerordentlichen Menschen verloren, der sein Leben dem Land gewidmet habe. Bundesaußenminister Maas schrieb auf Twitter, man sei tief traurig über den Tod des Prinzen. Dieser habe ein langes Leben im Dienste seines Land verbracht. Der deutsche Botschafter in London, Andreas Michaelis, würdigte Philip als Brückenbauer zwischen Großbritannien und Deutschland. Er habe dabei geholfen, eine enge Partnerschaft zwischen beiden Ländern zu entwickeln, twitterte der Diplomat.

    Seit 1947 mit der Königin verheiratet

    Der Herzog von Edinburgh, so sein offizieller Titel, war seit 1947 mit Elisabeth verheiratet. Seit deren Krönung 1953 war er Prinzgemahl und galt als wichtigste Stütze der heute 94 Jahre alten Queen. Er war einer der markantesten Köpfe des europäischen Hochadels und hatte auch deutsche Wurzeln.

    Philip galt als fleißiger Royal und ging erst im Alter von 96 Jahren in den Ruhestand. Sein letzter offizieller Auftritt war bei einer Militärparade der Royal Marines im August 2017 vor dem Buckingham-Palast. Ein Hintertürchen hatte sich "Rentner Philip" offen gehalten, nämlich als gelegentlicher Begleiter der Queen bei Terminen. Zuletzt wurde er aber kaum noch in der Öffentlichkeit gesehen. Er war der dienstälteste Prinzgemahl der britischen Geschichte.

    Große Teile der Corona-Pandemie verbrachte Philip gemeinsam mit der Queen auf Schloss Windsor in der Nähe von London - abgeschottet durch einen stark reduzierten Kreis an Hofpersonal. Selten hatte das Paar in den vergangenen Jahren ähnlich viel Zeit gemeinsam verbracht.

    Viel Humor und einige rhetorische Fehltritte

    Der Prinzgemahl war für seinen Charme und Humor bekannt - und zugleich für seine rhetorischen Fehltritte. Bei den von Prinz Harry und seiner Frau Meghan erhobenen Rassismusvorwürfen gegen den Palast wurden er und die Queen jedoch nachträglich aus der Schusslinie genommen.

    Auch über das Alter machte Philip seine Witze: "Nichts baut einen mehr auf, als wenn man daran erinnert wird, dass die Jahre immer schneller vergehen und dass der Lack beginnt, vom alten Rahmen abzublättern", schrieb er in einem Brief, als er 2011 den Titel "Oldie des Jahres" bekam.

    Geboren als Prinz von Griechenland in Korfu

    Philip wurde am 10. Juni 1921 als Prinz von Griechenland und Dänemark auf Korfu geboren. Er stammte aus einer Königsfamilie Griechenlands und war Spross des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Seine Familie musste von Griechenland ins Exil nach Frankreich fliehen.

    Im Zweiten Weltkrieg diente Philip bei der britischen Marine. Im Jahr 1939 traf er als Kadett erstmals die damals 13-jährige Elisabeth. Es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Sechs Jahre nach der Hochzeit fand 1953 Elizabeths Krönung in der Westminster Abbey in London statt. Als Prinzgemahl musste Philip seine militärische Karriere aufgeben.

    Obwohl er für sein hohes Alter als erstaunlich rüstig galt, litt Philip in den vergangenen Jahren mehrfach unter gesundheitlichen Problemen: Das Herz machte ihm zu schaffen, er hatte Blasenentzündungen, musste an der Hand operiert werden und bekam mit 96 Jahren ein neues Hüftgelenk. Bei seinem letzten und längsten Aufenthalt im Krankenhaus 2021 unterzog er sich einem Eingriff am Herzen.

  • Covid-19Bundestag macht Abgeordneten über 60 Jahren ein Impfangebot

    Bundestagsabgeordnete über 60 Jahren können sich in der kommenden Sitzungswoche mit dem Vakzin von Astrazeneca gegen das Coronavirus impfen lassen.

    Dies gab die Parlamentsverwaltung bekannt. Insgesamt knapp 200 Parlamentarier können das Angebot nutzen. Den Angaben zufolge sollen in der Sommerpause auch Termine für die Zweitimpfung angeboten werden.

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  • MyanmarMilitär setzt zunehmend schwere Waffen gegen Demonstrierende ein

    Die Militärführung in Myanmar setzt offenbar zunehmend schwere Waffen zur Niederschlagung der Proteste ein.

    Onlinemedien des Landes berichteten, Einsatzkräfte gingen an einigen Orten mit Maschinengewehren, Panzerfäusten und Splittergranaten gegen Demonstrierende vor. Es habe erneut Tote gegeben.

    15 Botschafter aus Europa, Amerika, Asien und Australien, darunter der deutsche, verlangten in einer gemeinsamen Erklärung ein Ende der Gewalt, die Freilassung aller politischen Gefangenen und Wiederherstellung der Demokratie. Ein Besuch der UNO-Sondergesandten Schraner Burgener in dem Land wurde von der Armeeführung abgelehnt. Die Diplomatin wollte im Zuge einer Asien-Reise auch mit den Militärs sprechen.

    Die Armee hatte vor rund zwei Monaten die Regierung der De-Facto-Ministerpräsidentin Aung San Suu Kyi gestürzt. Heute nannte die Militärführung in der Hauptstadt Naypyitaw erstmals einen groben Zeitrahmen für Parlamentswahlen. Diese sollten innerhalb von zwei Jahren stattfinden, hieß es.

  • Corona-ImpfungenEMA prüft Zusammenhang zwischen Vakzin von Johnson & Johnson und Blutgerinnseln

    Die Europäische Arzneimittelbehörde prüft nun auch beim Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson einen Zusammenhang mit Thrombose-Fällen.

    Dies teilte die EMA in Amsterdam mit. Demnach gibt es Berichte über vier Thrombose-Fälle nach einer Impfung mit dem Vakzin, drei davon in den USA. Ein Mensch starb. Der Impfstoff war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist dort aber - anders als in den USA - noch nicht im Einsatz. Er soll ab dem 19. April geliefert werden.

    Die EMA hatte zuvor bereits einen möglichen Zusammenhang zwischen seltenen Thrombose-Fällen und dem Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca festgestellt. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission deshalb, dieses Vakzin nur bei über 60-jährigen Menschen einzusetzen.

    Wie die EMA heute weiter mitteilte, untersucht sie inzwischen beim Astra-Zeneca-Impfstoff auch einen möglichen Zusammenhang mit fünf Fällen des sogenannten Kapillarlecksyndroms. Bei dem seltenen Leiden kann es zu Wassereinlagerungen und einem Abfall des Blutdrucks kommen.

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  • Covid-19Ramelow kritisiert Absage der Bund-Länder Gespräche

    Thüringens Ministerpräsident Ramelow hat empört auf die Absage der geplanten Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Eindämmung reagiert.

    Der Linken-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur, so zerstöre man das Ansehen der Ministerpräsidentenkonferenz in der Öffentlichkeit. Er habe von der Entscheidung zunächst nur aus den Medien erfahren. Wenn die Ministerpräsidenten zur Staffage würden für ein Schauspiel innerhalb der Union, dann sei dies für die Pandemiebekämpfung ein Bärendienst, kritisierte Ramelow.

    Die Bundesregierung hatte zuvor die für kommenden Montag geplanten Gespräche ersatzlos gestrichen. Nach Angaben ihrer Sprecherin Demmer streben Bund und Länder nun gemeinsam eine stärkere Vereinheitlichung der Corona-Schutzmaßnahmen an. Künftig soll es deutschlandweit geltende Regelungen geben, wenn der Inzidenzwert in einem Landkreis über den Wert von 100 steigt. Unterhalb dieser Marke sollen die bestehenden Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz gelten und die Länder damit ihre Zuständigkeit behalten.

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  • ISSRaumfahrer aus USA und Russland angedockt

    Drei Raumfahrer aus den USA und Russland haben nach einem erfolgreichen Start vom Weltraumstützpunkt Baikonur die Internationale Raumstation erreicht.

    Nach einem etwas mehr als dreistündigen Flug dockten sie an der ISS an. Das Trio aus zwei Russen und einem US-Amerikaner war heute an Bord der Sojus MS-18 in Kasachstan gestartet.

    Die Mission erfolgte drei Tage vor dem 60. Jahrestag des ersten bemannten Weltraumflugs, den der sowjetische Kosmonaut Jury Gagarin bestritt. Zudem steht der 40. Jahrestag des ersten Flugs des Nasa-Spaceshuttles an.

  • Ostukraine-KonfliktUSA schicken Kriegsschiffe ins Schwarze Meer

    Die USA wollen nach Angaben aus der Türkei zwei Kriegsschiffe ins Schwarze Meer entsenden.

    Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete unter Berufung auf diplomatische Quellen, die Regierung in Washington habe die Durchfahrt durch den Bosporus angekündigt. Die Schiffe sollen demnach bis zum 4. Mai im Schwarzen Meer bleiben.

    Die US-Aktion könnte in Verbindung mit der jüngsten Verschärfung des Konflikts in der Ostukraine stehen. Dort kämpfen Separatisten gegen die ukrainische Armee und werden dabei von russischen Soldaten unterstützt - was Moskau bislang allerdings abstreitet. Zuletzt hatte Russland seine Truppen an der Grenze zur Ukraine deutlich verstärkt. Der Kreml drohte heute mit einem offenen militärischen Eingreifen. Sein Sprecher Peskow sagte in Moskau, im Falle eines Aufflammens von Kampfhandlungen werde Russland Maßnahmen zum Schutz seiner Bürger ergreifen. Moskau gewährt den russischsprachigen Bewohnern in der Ostukraine die russische Staatsbürgerschaft.

  • Missbrauchskomplex MünsterMehr als fünf Jahre Haft für sexuellen Missbrauch

    Im Missbrauchskomplex Münster hat das Landgericht einen weiteren Angeklagten schuldig gesprochen.

    Es handelt sich um einen Mann aus Berlin, der nach Erkenntnissen der Richter einem Kind mehrfach schwere sexuelle Gewalt angetan hat. Außerdem besaß der 45-Jährige kinderpornografische Schriften. Er muss nun für fünf Jahre und drei Monate in Haft. Die Richter ließen strafmildernd gelten, dass der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und dem Opfer damit eine Zeugenaussage erspart hatte.

    Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Tatkomplexen in Nordrhein-Westfalen. Im Frühjahr wird das Urteil gegen die Hauptangeklagten in Münster erwartet.

  • Corona-PandemieBund und Länder wollen Infektionsschutzgesetz verschärfen

    Das Infektionsschutzgesetz soll im Eilverfahren geändert werden, um die Corona-Regeln in Deutschland zu vereinheitlichen. Regierungssprecherin Demmer sagte, Bund und Länder hätten sich mit den Fraktionen im Bundestag über das Vorgehen verständigt. Nach ihren Angaben soll das Kabinett am kommenden Dienstag über den Entwurf entscheiden. Der für Montag geplante Bund-Länder-Gipfel fällt aus.

    Wie schnell ein neues Gesetz verabschiedet werden kann, ist noch offen. Der Bundestag kommt zwar bereits nächste Woche wieder zusammen, der Bundesrat aber regulär erst wieder am 7. Mai. Mit der Neuregelung soll der Bund mehr Kompetenzen bei der Entscheidungsfindung erhalten. Vizekanzler Scholz teilte mit, unter anderem seien deutschlandweite Regeln zu Corona-Ausgangssperren und zu Schulschließungen vorgesehen.

    Den bisherigen Plänen zufolge sollen einheitliche Einschränkungen für alle Landkreise in Deutschland gelten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz höher als 100 liegt. Diese sogenannte Notbremse wurde zuletzt in den einzelnen Bundesländern ganz unterschiedlich ausgelegt und umgesetzt, so dass ein Flickenteppich an Regeln entstand. Liegt die Inzidenz künftig unter 100, können die Länder wie bisher selbst entscheiden, und zwar gemäß den Beschlüssen aus den Konferenzen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten.

    CDU-Chef Laschet: Bund soll Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen regeln

    Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet hatte den Vorstoß für mehr Rechte des Bundes im Vorfeld befürwortet. Der CDU-Bundesvorsitzende sagte der Deutschen Presse-Agentur, die vergangenen Tage und Wochen hätten gezeigt, dass zu wesentlichen Fragen keine Einigkeit unter den Ländern bestehe. Abstandsgebote, Maskenpflicht, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sollten bundeseinheitlich geregelt werden, so Laschet. Die einzelnen Länder müssten weiterhin die Verantwortung für Maßnahmen der Pandemiebekämpfung übernehmen, die keine länderübergreifenden Auswirkungen hätten, wie etwa die Öffnung von Museen.

    Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Röttgen wies Kritik an einer möglichen Änderung des Infektionsschutzgesetzes zurück. Im Deutschlandfunk sagte er, es gehe dabei nicht um eine Entmachtung der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. Wenn nun neben den Ländern auch dem Bund die Möglichkeit für Rechtsverordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingeräumt werden solle, sei das Föderalismus wie er im Grundgesetz stehe. Das, was der Bund dann regele, verdränge zwar Regelungen auf Landesebene. Er gehe aber davon aus, dass der Bund klugen Gebrauch von den möglichen neuen Rechten machen würde, sagte Röttgen.

    Schäuble (CDU): Infektionsschutzgesetz lässt sich in kürzester Zeit ändern

    Kritiker wie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach merken an, dass eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes angesichts der täglich steigenden Infektionszahlen zu viel Zeit koste. Und Bundeskanzlerin Merkel bräuchte auch die Zustimmung der Länder im Bundesrat, wie sie vor Ostern schon deutlich gemacht habe. Nach Darstellung des Bundestagspräsidenten Schäuble lässt sich das Infektionsschutzgesetz allerdings in kürzester Zeit ändern. In den beiden nächsten Sitzungswochen könne man entweder den Bund ermächtigen, bundeseinheitliche Regelungen für Corona-Maßnahmen zu erlassen. Dazu brauche man eine Zustimmung des Bundesrats. Oder man könne "bestimmte Regeln für die Länder verbindlich vorgeben durch Bundesgesetze". Dem müsse der Bundesrat nicht zustimmen, sagte Schäuble. Zur Not könne dies auch in einer Sitzungswoche passieren.

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  • Sputnik VBundesregierung bestätigt Verhandlungen über russischen Impfstoff

    Die Bundesregierung hat Verhandlungen über den Kauf des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V bestätigt.

    Bundesgesundheitsminister Spahn erklärte, man sei in Gesprächen über einen Vorvertrag. Nach Angaben des Herstellers führen auf russischer Seite Vertreter des Staatsfonds RDIF die Verhandlungen. Spahn bekräftigte, ein Einsatz des Impfstoffs komme erst in Frage, wenn er die Zulassung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA habe. Der Minister hatte die Verhandlungen gestern angekündigt und sie damit begründet, dass die EU keinen entsprechenden Schritt unternehme. Auch Bayern und Mecklenburg-Vorpommern verhandeln über den Kauf von Sputnik V. Dies stößt bei anderen Bundesländern auf Kritik, weil sie den Bund zuständig sehen.

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  • AtomabkommenGespräche mit dem Iran sollen nächste Woche fortgesetzt werden

    Die internationalen Verhandlungen zur Rettung des Atomabkommens zwischen dem Westen und dem Iran werden in der kommenden Woche fortgesetzt.

    Dies teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Teilnehmer äußerten sich vor der heutigen letzten Sitzung der ersten Runde in Wien optimistisch. Der iranische Vize-Außenminister Araghchi sagte, es gebe Anzeichen, dass die USA ihre Sanktionen gegen sein Land aufheben wollten.

    Die Gespräche auf Expertenebene mit Vertretern auch aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China sowie EU-Diplomaten hatten am Dienstag begonnen. Vertreter der USA werden in separaten Gesprächen in die Beratungen einbezogen. Die EU tritt als Vermittlerin auf. Ziel ist, dass Washington wieder zu dem Abkommen zurückkehrt. Dieses soll verhindern, dass der Iran sein Atomprogramm zur Herstellung von Nuklearwaffen nutzt.

  • BundesverfassungsgerichtKleinpartei ÖDP fordert niedrigere Zulassungshürden zur Bundestagswahl

    Die Kleinpartei ÖDP will über das Bundesverfassungsgericht eine Änderung des Wahlrechts für die Bundestagswahl erreichen.

    In einer Mitteilung der Ökologisch-Demokratischen Partei heißt es, man habe gestern Abend ein Organstreitverfahren bei dem Gericht eingeleitet. Der Bundestag habe es bisher versäumt, die Voraussetzungen der Zulassung zur Bundestagswahl an die Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie anzupassen. Konkret geht es darum, die benötigte Zahl der Unterschriften zu senken, die Kleinstparteien für eine Wahlteilnahme sammeln und einreichen müssen. Solche Unterschriften werden meist bei Veranstaltungen oder in Fußgängerzonen gesammelt. Dies sei jedoch angesichts der Kontaktbeschränkungen derzeit nur noch sehr eingeschränkt möglich, schreibt die ÖDP. Die Anzahl der beizubringenden Unterschriften müsse deshalb deutlich reduziert werden. Laut Bundesverfassungsgericht liegen auf Dlf-Anfrage ähnliche Anliegen von zwei weiteren Kleinparteien vor.

    Piratenpartei: "Undemokratische Hürde zulasten der demokratischen Vielfalt"

    Auch andere kleinere Parteien fordern, die Hürden für die Zulassung zur Bundestagswahl zu senken. Der politische Geschäftsführer der Piratenpartei, Mönch, sagte dem "Spiegel", aktuell habe man nur die Möglichkeit, bei der Sammlung der Unterschriften ein Infektionsrisiko einzugehen - oder nicht an der Wahl teilzunehmen. Er spricht von einer "undemokratischen Hürde zulasten der demokratischen Vielfalt". Die Piraten schlagen vor, einfach alle bei der letzten Bundestagswahl oder Europawahl zugelassenen Parteien antreten zu lassen. Das würde allerdings Parteien ausschließen, die bei der Bundestagswahl zum ersten Mal antreten wollen - wie etwa die Liberal-Konservativen Reformer (LKR). In einem dem Spiegel vorliegenden Brief an alle Bundestagsfraktionen sowie Bundesinnenminister Seehofer und Bundestagspräsident Schäuble fordert die LKR, die derzeit geltenden Bestimmungen zu den Unterschriften "unverzüglich aufzuheben, zumindest aber signifikant zu senken". Es gehe um den "verfassungsmäßigen Auftrag" der Parteien sowie ihr Recht, an Wahlen teilzunehmen.

    In Berlin hat das Landesverfassungsgericht bereits eine Reduzierung der Unterschriftenzahl für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus auf 20 bis 30 Prozent des Niveaus vor der Corona-Krise angemahnt. Anfang März hatte auch Bundestagspräsident eine entsprechende Änderung des Wahlrechts für die Bundestagswahl gefordert. Es gehe um die Chancengleichheit der kleineren Parteien gegenüber denen, die bereits im Bundestag sitzen, sagte er.

  • Heilbronn und RastattVerbot für weitere Demos gegen Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg

    Nach der vielkritisierten "Querdenken"-Demonstration am Karsamstag in Stuttgart sind in Baden-Württemberg weitere Kundgebungen gegen die Corona-Auflagen untersagt worden.

    Betroffen sind für Samstag geplante Veranstaltungen in Heilbronn und Rastatt. Die Stadt Heilbronn begründete die Absage damit, dass die Initiative "Querdenken" nicht zugesagt habe, die geltende Maskenpflicht durchzusetzen. Das Landratsamt in Rastatt verwies auf ein ohnehin diffuses Infektionsgeschehen, das durch die Anreise von Menschen aus anderen Landkreisen zusätzlich verstärkt werden könnte.

    In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart waren am Oster-Wochenende rund 15.000 Menschen gegen die staatlichen Corona-Auflagen auf die Straße gegangen - größtenteils ohne Maske und Abstand. Dass die Polizei kaum eingriff, stieß bundesweit auf Kritik. Zwei weitere für den 17. April geplante "Querdenken"-Demonstrationen in Stuttgart wurden gestern untersagt.

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 09.04.)

    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 06.04.)

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  • PressekonferenzSpahn für Lockdown mit nächtlichen Ausgangssperren

    Bundesgesundheitsminister Spahn fordert einen härteren Lockdown, um die dritte Corona-Infektionswelle zu brechen.

    Der CDU-Politiker sagte bei einer Pressekonferenz in Berlin, die sozialen Kontakte müssten eingeschränkt werden, notfalls auch mit nächtlichen Ausgangssperren. Es würden schon wieder fast 4.500 Menschen auf Intensivstationen behandelt. Wenn es so weitergehe, werde es zu viel für das Gesundheitssystem. Spahn betonte, es gehe darum, Menschenleben zu schützen. Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass durch die Spätfolgen von Corona-Infektionen, das sogenannte Long Covid, großes Leid entstehe.

    Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Wieler, verwies darauf, dass nach den Osterfeiertagen erst ab Mitte nächster Woche wieder verlässliche Zahlen zu erwarten seien. Entscheidend sei aber die Entwicklung in den Krankenhäusern, die zeige, dass die Lage sehr ernst sei. Immer mehr und zunehmend jüngere Menschen müssten mit schweren Atemwegserkrankungen behandelt werden. Die Intensivstationen füllten sich rasant, so Wieler.

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  • USAExporte an chinesische Supercomputer-Firmen verboten

    Die USA haben eine Liste mit Ausfuhrverboten um mehrere chinesische Forschungseinrichtungen und Hersteller für Supercomputer ergänzt.

    Laut dem Handelsministerium wird die US-Technologie vom chinesischen Militär für die Waffenentwicklung eingesetzt. Die in China entwickelten Supercomputer beinhalten Prozessoren und andere Bauteile von amerikanischen Unternehmen. Sie können beispielsweise für die Simulation von Atombomben-Detonationen eingesetzt werden.

    Wie sein Vorgänger Trump betrachtet offenbar auch der amtierende US-Präsident Biden chinesische Technologiebranchen als Bedrohung. Das chinesische Außenministerium kündigte Gegenmaßnahmen an.

  • Covid-19Bundesregierung stuft auch Türkei und Kroatien als Corona-Hochinzidenzgebiete ein

    Die Bundesregierung stuft nun auch die Türkei und Kroatien als Corona-Hochinzidenzgebiete ein.

    Dies gilt von Sonntag an, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte. Es verwies darauf, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den beiden Ländern die Schwelle von 200 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten habe. Aus diesem Grund wurden auch Armenien und die Ukraine zu weiteren Hochinzidenzgebieten erklärt. Die Einstufung zieht besondere Beschränkungen bei der Einreise nach Deutschland nach sich. Als Hochinzidenzgebiete gelten unter anderem bereits die Niederlande, Frankreich, Tschechien und Polen.

  • SchulenPrien (CDU) verteidigt unterschiedliche Regeln der Bundesländer

    Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien hat sich zufrieden über die Ergebnisse der gestrigen Kultusministerkonferenz geäußert.

    Die CDU-Politikerin sagte im Deutschlandfunk (Audio-Link), man habe noch einmal bekräftigt, wie groß die Bedeutung die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs trotz der Corona-Pandemie sei. Zudem habe man sich bei den flächendeckenden Tests verständigt und sich beim Abitur klar positioniert. Prien verteidigte den unterschiedlichen Umgang der Bundesländer mit der Frage des Präsenzunterrichts. Schleswig-Holstein könne in Landkreisen mit sehr niedrigen Inzidenzen nicht die gleichen Regeln anwenden wie sie in Hochinzidenzgebieten etwa in Sachsen oder Bayern nötig seien. Der Verband Bildung und Erziehung äußerte sich empört, dass einige Bundesländer offenbar auch bei hohen Inzidenzwerten die Schulen offen halten wollen. Der Vorsitzende Beckmann sagte, man bekomme fast den Eindruck, dass mit der Gesundheit von Lehrkräften und Kindern eine Form russisches Roulette gespielt werde.

    Kultusministerkonferenz für möglichst viel Präsenzunterricht

    Die Kultusministerkonferenz hatte gestern unter anderem beschlossen, dass die Abitur-Prüfungen trotz der Pandemie stattfinden sollen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte sollen zwei Mal in der Woche die Möglichkeit für einen Corona-Selbsttest erhalten. Die KMK-Vorsitzende Ernst, sagte nach den KMK-Beratungen, Schulen könnten zwar nicht vom Pandemie-Geschehen abgekoppelt werden, die Länder wollten "gleichwohl begleitet durch eine umfassende Test- und Impfstrategie so viel Präsenzunterricht wie möglich anbieten - sei es im modifizierten Regelbetrieb oder im Wechselmodell." Alle Schulen und Bildungsverwaltungen hätten zudem dafür gesorgt, "alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen, um die Abschlussprüfungen nach den geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen zu ermöglichen".

    NRW kehrt zum Distanzunterricht zurück

    Ungeachtet aller Aufrufe für eine einheitliche Linie für Deutschlands Schulen in der dritten Corona-Welle hatten mehrere Länder bereits vor der Kultusministerkonferenz ihre Entscheidungen bekannt gegeben. In Nordrhein-Westfalen kündigte Schulministerin Gebauer an, für die meisten der 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler werde es ab Montag keinen Präsenzunterricht mehr geben. Die FDP-Politikerin erklärte, nach den Osterferien werde für zunächst eine Woche wieder auf Distanzunterricht umgestellt. Es solle allerdings Ausnahmen für die Abschlussklassen geben.

    Weiterhin unterschiedliche Regelungen in den Ländern

    Auch Brandenburg schickt ältere Schüler oberhalb der Grundschule erst einmal wieder in den Distanzunterricht. In Baden-Württemberg kündigte die Landesregierung eine neue Teststrategie an. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und auch Hausmeister dürfen ab dem 19. April ohne negativen Corona-Test nicht mehr das Schulgelände betreten, wenn es mehr als 100 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen gibt. Allerdings gibt es Präsenzunterricht in der Woche nach den Osterferien zunächst nur für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen. Für Schüler der Klassen 1 bis 7 wird nur eine Notbetreuung angeboten.

    In Mecklenburg-Vorpommern hat der Unterricht nach zehntägiger Osterpause bereits begonnen. Dabei kehrten in weiten Teilen des Landes die Schüler der Klassen eins bis sechs sowie der Abschlussklassen zum Präsenzunterricht in ihre Schulen zurück. Die Schüler der anderen Klassenstufen werden abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet.

    In Bayern schalten Schulen in der Regel ab einem Inzidenzwert von 100 in einer Stadt oder einem Landkreis wieder von Präsenz- auf Fernunterricht um. Hamburg tut das erst, wenn der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei über 200 liegt. Sachsen verabschiedet sich nach der Osterpause ganz von der Kopplung an den Inzidenzwert und hält Schulen und Kitas unabhängig davon offen.

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 09.04.)

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  • Corona-LageIntensivmediziner fordern harten Lockdown

    Die Intensivmediziner in Deutschland haben die Corona-Lage als sehr dramatisch bezeichnet.

    Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Marx, sagte im ZDF, bis Ende April werde sich die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen auf mehr als 5.000 erhöhen. Aktuell sind 4.474 Intensivbetten mit mit Covid-19-Patienten belegt. Nötig sei ein harter Lockdown. Es mache überhaupt keinen Sinn, über Öffnungen nachzudenken, betonte Marx.

    Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 25.464 Corona-Neuinfektionen. Das waren 3.576 mehr als am vergangenen Freitag. Zudem wurden rund 300 neue Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bei gut 110, das ist etwas mehr als gestern. Die Zahlen sind wegen der Osterfeiertage und des Meldeverzugs immer noch nicht belastbar.

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  • VdK-Präsidentin BenteleSozialsysteme sollen umgebaut werden

    Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Bentele, hat sich für einen Umbau der Sozialsysteme ausgesprochen.

    Dazu gehöre auch die Einführung einer Vermögensabgabe, sagte Bentele in Berlin. Gerade in der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie notwendig ein solcher Schritt sei. Zudem müsse es für Kinder, deren Eltern wenig Einkommen haben, eine Kindergrundsicherung geben. Weiter sprach sie sich dafür aus, dass alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherungssystem einzahlen. Vorbilder seien für sie die skandinavischen Länder.

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  • MexikoSeit 2006 85.000 Menschen verschwunden

    In Mexiko sind nach Regierungsangaben in den vergangenen 15 Jahren mehr als 85.000 Menschen verschwunden.

    Diese Zahl nannte der Staatssekretär für Menschenrechte, Encinas Rodrigues, in Mexiko-Stadt. Allein seit der Amtsübernahme des jetzigen Präsidenten López Obrador 2018 seien 44.000 Personen als vermisst gemeldet worden. Zudem habe man mehr als 1.600 Gräber mit den sterblichen Überresten von Verschwundenen entdeckt.

    2006 hatte der damalige mexikanische Präsident Calderón angekündigt, verstärkt gegen Drogenkartelle vorzugehen. Seitdem wurden zunehmend Menschen verschleppt und getötet oder beispielsweise in die Prostitution gezwungen.

  • Corona-TestsNach Datenleck Informationen von 17.000 Kunden im Netz

    Wegen einer Sicherheitslücke sind Corona-Testergebnisse und persönliche Daten ungeschützt ins Internet gelangt.

    Nach Recherchen von NDR, RBB und MDR sind 17.000 Kunden in Hamburg, Berlin, Leipzig, Dortmund und Schwerte betroffen. Unter den veröffentlichten Daten befanden sich Wohn- und Mailadressen, Telefonnummern, Geburts- und Testdatum sowie das Testergebnis. Grund für die Datenpanne war eine Sicherheitslücke auf einer Webseite. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nannte das Datenleck gravierend.

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  • NordirlandErneut Unruhen in Belfast

    In der nordirischen Hauptstadt Belfast ist es in der Nacht erneut zu Randalen gekommen. Jugendliche warfen im Westen der Stadt Steine, Feuerwerkskörper und Molotowcocktails auf Polizisten, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

    Insgesamt hätten sich hunderte Menschen versammelt. Über Verletzte ist bislang nichts bekannt. In der britischen Provinz Nordirland kommt es seit Tagen zu Ausschreitungen, bei denen inzwischen Dutzende Polizisten verletzt wurden. Gestern hatten Politiker aller Lager zur Ruhe aufgerufen. Nordirland wird von einer Einheitsregierung der jeweils größten Parteien von protestantisch-unionistischer und katholisch-republikanischer Seite regiert. Auch der britische Premierminister Johnson und die USA verurteilten die Krawalle.

    Unzufriedenheit mit den Brexit-Folgen wächst

    Hintergrund der Krawalle sind politische Spannungen zwischen den pro-britischen Unionisten und den Anhängern eines vereinigten Irlands sowie der Polizei. In Nordirland wächst die Unzufriedenheit mit den Folgen des Austritts Großbritanniens aus der EU, der am 1. Januar vollständig vollzogen wurde. Die Unionisten lehnen die Vereinbarung zwischen London und Brüssel ab, wonach aus Großbritannien nach Nordirland eingeführte Waren kontrolliert werden müssen. Sie befürchten, dass Nordirland als Provinz im Vereinigten Königreich zunehmend abgekoppelt und benachteiligt wird. Die Provinz ist weiter Teil des EU-Handelsraums, um Warenkontrollen an der Grenze zum EU-Mitglied Irland zu verhindern.

    Die Zollregelung trifft die Bevölkerung hart. Wegen der zeitraubenden Kontrollen blieben die Regale großer Supermarktketten in Nordirland zuletzt immer wieder leer. Auch die Post liefert nicht mehr zuverlässig zwischen Großbritannien und Nordirland. Die politische Brisanz der Brexit-Folgen ergibt sich auch daraus, dass 56 Prozent der Nordiren 2016 angaben, in der EU bleiben zu wollen. Eine knappe Mehrheit in einem gespaltenen Land.

    Zudem gilt eine offene irische Grenze als eine Säule des Friedensprozesses, der auf dem Karfreitagsabkommen von 1998 beruht. Der Pakt setzte jahrzehntelanger Gewalt zwischen irischen Republikanern, britischen Loyalisten und britischen Streitkräften ein Ende, bei der mehr als 3.000 Menschen getötet wurden.

    Zerstrittene Regierung, umstrittene Justizentscheidung

    Knapp 100 Tage nach dem Brexit steuert Nordirland einer schweren politischen Krise entgegen. Wie zerstritten die Regierung ist, zeigte sich auch an der kürzlichen Forderung von Ministerpräsidentin Foster, den nordirischen Polizeipräsidenten zu entlassen. Die zuständige Justizministerin Long wies die Forderung als unbegründet zurück und stellte die Regierungschefin damit bloß.

    Zu dieser ohnehin instabilen Gemengelage kam eine umstrittene Justizentscheidung: Die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren gegen führende Vertreter von Sinn Féin ein, der größten irisch-katholischen Nationalistenpartei. Deren ehemaliger Vorsitzender Adams, dessen Nachfolgerin McDonald sowie die Ko-Leiterin der Allparteienregierung, O’Neill, hatten im Juni mit rund 2.000 anderen Personen am Begräbnis des legendären IRA-Führers Storey teilgenommen.

    Damit demonstrierten sie nicht nur Solidarität mit der irisch-republikanischen Terrorgruppe, die am 30 Jahre langen Bürgerkrieg beteiligt war. Kritiker werfen der Staatsanwaltschaft und Polizei ein Einknicken vor der Republikaner-Elite vor. Die alten Spannungen aus dem Bürgerkrieg treten im aktuellen Konflikt wieder offen zutage.

    Weitere Informationen zu den Hintergründen der Konflikte in Nordirland können Sie auch in der Dlf-Sendung "Der Tag - Brodeln in Nordirland" nachhören.

  • Covid-19RKI registriert 25.464 Neuinfektionen

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 25.464 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

    Das waren 3.576 mehr als am vergangenen Freitag. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 296 neue Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet nach 232 vor einer Woche. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner beträgt laut RKI nun 110,4. Gestern lag die Inzidenz bei 105,7.

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  • Corona-ImpfstoffStiko-Mitglied Bogdan verteidigt deutsche Astrazeneca-Empfehlung

    Der Mikrobiologe Bogdan hat die Entscheidung der Ständigen Impfkommission verteidigt, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur noch für über 60-Jährige zu empfehlen.

    Man müsse beim Aspekt der Sicherheit die Daten berücksichtigen, die hierzulande zur Verfügung stünden, sagte Bogdan, der selbst Mitglied der Stiko ist, im Deutschlandfunk (Audiolink). Deshalb könne eine nationale Impfentscheidung von einer europäischen abweichen.

    Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und seltenen Fällen von Hirnvenenthrombosen bestätigt, empfiehlt das Vakzin aber weiterhin für alle Altersgruppen. Bogdan erklärte, er könne die Entscheidung nachvollziehen, weil es nach der jetzigen Datenlage Variabilität zwischen den einzelnen Ländern gebe. Zudem stünden nicht in jedem Land so wie in Deutschland drei oder vier verschiedene Impfstoffe zur Verfügung, die man zwischen den Altersgruppen umverteilen könne. Hier müsse man dann unter dem Aspekt der Pandemiebekämpfung und der Gesamt-Todeszahlen abwägen.

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  • USAJeder Fünfte voll gegen Corona geimpft

    In den USA ist inzwischen etwa jeder Fünfte vollständig gegen Corona geimpft.

    Nach Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC haben von den rund 330 Millionen Einwohnern des Landes 66 Millionen bereits alle Dosen erhalten. In Bezug auf die Zahl der bislang impfberechtigten Erwachsenen ergebe sich eine Impfquote von 25 Prozent.

    Ein Drittel der Gesamtbevölkerung habe zumindest eine Erstimpfung erhalten. In den USA wird neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer auch das Vakzin von Johnson & Johnson eingesetzt, das bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist in den USA ab 16 Jahren zugelassen, die übrigen nur für Erwachsene.

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  • ChileInzwischen mehr jüngere als ältere Covid-Patienten auf Intensivstationen

    In Chile befinden sich inzwischen mehr jüngere als ältere Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen.

    Das südamerikanische Land verzeichnet trotz des hohen Impftempos derzeit drastisch steigende Zahlen bei den Coronaneuinfektionen, was vor allem auf die Verbreitung der in Brasilien entdeckten Virusmutation zurückgeführt wird. Die rasche Impfkampagne ändert allerdings die Alterstruktur der schwer Erkrankten, wie das Gesundheitsministerium in Santiago de Chile mitteilte. Demnach geht die Zahl der über-70-jährigen Intensivpatienten zurück, bei den 60- bis 70-Jährigen stabilisiert sich die Zahl, bei Menschen unter 59 steigt sie aber dramatisch an. Inzwischen gebe es mehr Patienten unter 39 als über 70.

    Chile befindet sich seit einigen Tagen wieder in einem totalen Lockdown mit Ausgangssperren, die Grenzen des Landes sind geschlossen.

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  • ÄgyptenAnführer der Muslimbruderschaft zu lebenslanger Haft verurteilt

    In Ägypten ist der oberste Anführer der verbotenen Muslimbruderschaft, Mahmud Essat, zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

    Ein Gericht in Kairo befand ihn des Terrorismus für schuldig, wie die staatliche Nachrichtenagentur Mena berichtete. Er soll nach dem Sturz des ersten demokratisch gewählten Präsidenten Mursi im Jahr 2013 zu Gewalt angestachelt haben.

    Essat war jahrelang untergetaucht, bevor er im vergangenen Jahr in Kairo festgenommen wurde. Er war in Abwesenheit bereits zwei Mal zum Tod verurteilt worden. Nach seiner Festnahme wurde ihm ein neuer Prozess gemacht.

  • USABiden will Waffenrecht per Erlass verschärfen

    US-Präsident Biden will das Waffenrecht in einzelnen Punkten verschärfen.

    In Washington kündigte er mehrere Erlasse an, unter anderem um die Verbreitung von selbst zusammengebauten Schusswaffen einzudämmen. Diese können im Internet gekauft werden und haben keine Seriennummer - was die Strafverfolgung im Falle eines Verbrechens erschwert. Biden rief zudem einzelne Bundesstaaten und den Kongress auf, strengere Gesetze zu erlassen. So dürften Waffenhersteller nicht länger vor Klagen geschützt werden.

    Schon jetzt ist klar, dass der US-Präsident mit seiner Initiative auf deutlichen Widerstand stoßen wird. Hochrangige Republikaner warfen Biden bereits vor seiner Ankündigung vor, er würde das in der Verfassung verankerte Recht auf Waffenbesitz angreifen. Auch die Lobbyorganisation NRA kündigte Protest an.

    Unterdessen schoss in Texas ein Mann in einem Industriekomplex um sich. Nach Angaben der Polizei wurde mindestens ein Mensch getötet, vier weitere wurden schwer verletzt. Bei dem Schützen soll es sich um einen Angestellten handeln

  • USAVerteidigungsminister Austin kommt nach Berlin

    Der neue US-Verteidigungsminister Austin wird am Dienstag in Deutschland erwartet.

    Das bestätigte das Pentagon in Washington. In Berlin ist demnach ein Gespräch mit Austins Amtskollegin Kramp-Karrenbauer geplant. Außerdem will er den außen- und sicherheitspolitischen Berater der Bundeskanzlerin, Hecker, treffen. Themen dürften die Zukunft des Nato-Einsatzes in Afghanistan und die Stationierung von US-Truppen in Deutschland sein. Im Anschluss reist Austin weiter nach Brüssel. Dort ist ein Besuch des Nato-Hauptquartiers geplant.

  • Nach "Sofa-Eklat"Italiens Ministerpräsident Draghi nennt Erdogan einen "Diktator"

    Der Umgang des türkischen Präsidenten Erdogan mit EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat zu diplomatischen Spannungen zwischen Italien und der Türkei geführt.

    Italiens Ministerpräsident Draghi warf Erdogan vor, von der Leyen gedehmütigt zu haben, als sie bei ihrem jüngsten Besuch in Ankara nur auf einem Sofa Platz nehmen durfte. Draghi nannte das Verhalten unangebracht und Erdogan einen Diktator, bei dem man unterschiedliche Meinungen offen ansprechen müsse.

    Der türkische Außenminister Cavusoglu verurteilte Draghis Aussage auf Twitter als "hässliche und ungezügelte Bemerkungen". Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge bestellte das türkische Außenministerium den italienischen Botschafter ein. Cavusoglu hatte zuvor erklärt, die Anordnung der Sitze haben den Forderungen der EU entsprochen. Sein Land sehe sich "ungerechten Vorwürfen" ausgesetzt.

  • Corona-Tests in UnternehmenNoch kein Test-Angebot für 40 Prozent der Beschäftigten

    Viele Unternehmen erfüllen die Vorgaben für regelmäßige Corona-Tests ihrer Beschäftigten noch nicht - geben sich aber offenbar Mühe, das zu tun.

    Zu diesem Schluss kommen Umfragen des Arbeits- und des Wirtschaftsministeriums. Etwa zwei von drei Firmen seien "auf Kurs", heißt es darin. Die Ergebnisse sollen jetzt Grundlage für weitere Beratungen innerhalb der Bundesregierung sein. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte, es sei nicht zufriedenstellend, dass rund 40 Prozent der Beschäftigten bisher kein Testangebot erhalten habe.

    Die Bundesregierung hatte der Wirtschaft zuletzt mit Auflagen gedroht, wenn nicht mindestens 90 Prozent der Firmen regelmäßige Testmöglichkeiten schaffen. Das Thema hatte auch den heutigen Gipfel von Wirtschaftsminister Altmaier mit mehr als 40 Spitzenverbänden dominiert. Die Wirtschaft hat sich klar gegen eine Testpflicht ausgesprochen und fürchtet zusätzliche Bürokratie.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 09.04.)

    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 06.04.)

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  • UNOGuterres: Weitere Staaten sollen sich Abkommen zum Verbot von Anti-Personen-Minen anschließen

    UNO-Generalsekretär Guterres hat alle Nicht-Unterzeichner-Staaten des Abkommens zum Verbot von Anti-Personen-Minen aufgefordert, ihre Haltung zu überdenken.

    Guterres erinnerte vor dem UNO-Sicherheitsrat in New York daran, dass bereits mehr als 160 Staaten dem 1999 verabschiedeten Vertrag beigetreten seien. Zu den Nicht-Unterzeichnern zählen etwa die USA, China, Russland und Indien, aber auch der Iran, Israel, Myanmar und Nordkorea.

    Im dem Abkommen verpflichten sich die Staaten unter anderem, keine Anti-Personen-Minen zu produzieren und zu entwickeln. Sie müssen alle gelagerten Vorräte innerhalb von zehn Jahren vernichten.

  • IsraelNetanjahu will Internationalen Strafgerichtshof nicht unterstützen

    Israel weigert sich, bei den Ermittlungen zu mutmaßlichen Verbrechen in den Palästinensergebieten mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammenzuarbeiten.

    Ministerpräsident Netanjahu ließ eine entsprechende Erklärung veröffentlichen. Darin heißt es, Israel werde das Gericht darüber informieren, dass es keine Befugnis habe, eine Untersuchung einzuleiten. Zuvor hatte Netanjahu dem Gerichtshof wegen dessen Tätigkeit Antisemitismus vorgeworfen.

    Der Internationale Strafgerichtshof hatte Anfang März bekannt gegeben, Ermittlungen zu Vorfällen während des Gazakriegs im Sommer 2014 aufzunehmen. Chefanklägerin Bensouda hatte bereits früher erklärt, es gebe ausreichend Anhaltspunkte für Verbrechen der israelischen Armee, der Hamas und bewaffneter Palästinensergruppen während des Kriegs.

  • PersonalieSöder warnt CDU vor Bundestagskandidatur von Maaßen

    CSU-Chef Söder hat die Thüringer CDU vor einer Aufstellung des früheren Verfassungsschutzpräsidenten Maaßen als Kandidat für die Bundestagswahl gewarnt.

    Das wäre ein schwieriges Signal, sagte Söder dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Er hoffe auf eine kluge Entscheidung. Die Pläne für eine mögliche Kandidatur Maaßens in Südthüringen sind in der Union umstritten. Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Maaßen stand mehrere Jahre an der Spitze des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Er geriet 2018 nach relativierenden Äußerungen über rechtsextreme Ausschreitungen in Chemnitz in die Kritik.

  • Ständige ImpfkommissionNach Erstimpfung mit AstraZeneca kann anderes Vakzin eingesetzt werden

    Die Ständige Impfkommission hält so genannte Kreuzimpfungen mit Astrazeneca und einem anderen Vakzin für unbedenklich.

    Man sei in der Kommission "absolut überzeugt", dass es kein Sicherheitsrisiko darstelle, wenn die erste Impfdosis mit einem anderen Präparat erfolge als die zweite Impfung, sagte der Vorsitzende der Kommission, Mertens, den Fernsehsendern RTL und ntv. Bei einer solchen Kreuzimpfung komme es nicht zur Konkurrenz zwischen den Impfstoffen im menschlichen Körper. Die Stoffe seien nach etwa zehn Tagen abgebaut.

    Die Impfkommission bleibt aber weiter bei ihrer Empfehlung, das Präparat von Astrazeneca nur bei Menschen über 60 Jahren einzusetzen. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte den Impfstoff zuletzt für alle Altersgruppen empfohlen.

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  • Corona-PandemieWeniger als zwei Prozent aller Corona-Impfungen in Afrika

    Die Weltgesundheitsorganisation kritisiert eine mangelhafte Versorgung Afrikas mit Impfstoffen gegen Covid-19.

    An die 1,3 Milliarden Menschen dort seien bisher weniger als zwei Prozent aller weltweit ausgelieferten Impfdosen verabreicht worden, sagte die zuständige WHO-Regionaldirektorin, Moeti, in Brazzaville. Sie befürchtet weitere Verzögerungen der Vakzin-Lieferungen an die afrikanischen Länder, nachdem Indien den Export von Impfstoffen vorübergehend untersagt hat. Indiens Pharmaindustrie sollte eigentlich im Auftrag des UNO-Programms Covax massenhaft Impfdosen nach Afrika ausführen.

    Auf dem afrikanischen Kontinent wurden laut WHO bislang 4,3 Millionen Covid-19-Fälle erfasst. Rund 114.000 Menschen seien an oder mit der Krankheit gestorben.

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  • AfrikaSADC-Staatschefs besorgt über Lage in Mosambik - aber bisher ohne konkreten Plan

    Die Staatengemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) hat mit Sorge auf die Terrorattacken in Mosambiks Nordprovinz Cabo Delgado reagiert.

    Die sechs Staats- und Regierungschefs, die sich zu einer Konferenz in Mosambiks Hauptstadt Maputo getroffen haben, sagten, man wolle auf die Angriffe reagieren. Konkrete Angaben dazu gab es aber nicht; die weiteren Schritte sollen jetzt auf einem weiteren Krisengipfel Ende des Monats beraten werden.

    Vorausgegangen waren wochenlange Angriffe auf die Stadt Palma im Norden von Mosambik. Mehr als zehn Tage lang hielten die Rebellen einen Teil des Stadtzentrums in ihrer Gewalt. Die Terrormiliz IS hat sich zu den Angriffen bekannt. In der Provinz Cabo Delgado kommt es immer wieder zu Überfällen islamistischer Rebellen. Dem UNO-Flüchtlingshilfswerk zufolge wurden bisher mehr als eine halbe Million Menschen vertrieben. Beobachter warnen vor einem Übergreifen des Terrors auf die Nachbarländer.

  • USAPsaki: Stärkste russische Truppenpräsenz an Grenze zur Ukraine seit 1994

    Russland hat nach US-Angaben an der Grenze zur Ukraine eine so starke Truppenpräsenz aufgebaut wie zuletzt bei Beginn des Konflikts in der Region vor sieben Jahren.

    Das erklärte Regierungssprecherin Psaki in Washington. Die Vereinigten Staaten seien zunehmend besorgt über eskalierende russische Aggressionen in der Ost-Ukraine. Bundeskanzlerin Merkel mahnte Schritte zur Deeskalation an. In einem Telefonat forderte sie den russischen Präsidenten Putin auf, die Truppen seines Landes an der Grenze zur Ukraine abzuziehen. Dieser warf Kiew provokative Handlungen vor.

    In der Ostukraine kämpfen russische Separatisten gegen die ukrainische Armee. Die Aufständischen werden dabei von russischen Soldaten unterstützt - was Moskau bislang allerdings abstreitet.

  • TageshöchstwertDurch Hausärzte deutlich mehr Impfungen

    Der Einsatz der Hausärzte hat das Tempo bei den Corona-Impfungen in Deutschland offenbar deutlich erhöht. Gestern wurden mehr als 650.000 Menschen geimpft.

    Das sind fast doppelt so viele wie am Tag davor, wie aus dem aktuellen Impfstatus-Bericht des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Mehr als 300.000 der Dosen wurden von niedergelassenen Ärzten verabreicht. Damit sind nun über 4.7Millionen Personen vollständig geimpft. Das entspricht 5,7 % der Gesamtbevölkerung. Insgesamt haben 11.515.936 Personen mindestens eine Impfdosis erhalten.

    Bislang wollen 35.000 Ärztinnen und Ärzte impfen

    In die Impfkampagne gegen das Corona-Virus werden seit Dienstag auch die Hausarztpraxen einbezogen. Bislang haben 35.000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte ihre Bereitschaft erklärt, mitzumachen. Im Laufe der Zeit sollen es 100.000 werden. In der ersten Woche stehen allerdings weniger als eine Million Impfdosen zur Verfügung; Ende des Monats sollen die Praxen pro Woche mehr als drei Millionen Impfdosen erhalten.

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  • Prozeß in USASachverständiger: George Floyd starb an Sauerstoffmangel

    In den USA hat ein Lungenfacharzt im Gerichtsprozess um den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners Floyd ausgesagt und Sauerstoffmangel als Todesursache festgemacht.

    Ein Polizist habe sein Knie lange Zeit auf Floyds Hals gedrückt, sagte der Mediziner vor den Geschworenen im Gericht der Stadt Minneapolis. Er wies Aussagen der Verteidigung zurück, wonach medizinische Vorerkrankungen zu Floyds Tod beigetragen haben könnten. Auch nach Floyds letztem Atemzug habe ihn der Polizist weiter auf die Straße gedrückt. Ein gesunder Mensch, der erlebt hätte, was Floyd wiederfahren sei, wäre in Folge dessen gestorben, betonte der Experte. Die Tat des weißen Beamten hatte in den USA beispiellose Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.

  • FrankreichMacron gibt Auflösung der ENA bekannt

    Frankreichs Präsident Macron hat die Auflösung der umstrittenen Elite-Hochschule ENA bekanntgegeben.

    Sie solle durch eine breiter aufgestellte Einrichtung ersetzt werden, sagte Macron in Paris. Geplant sei ein "Institut du Service Public", ISP, als große Ausbildungsstätte für den gehobenen Verwaltungsdienst. Er sprach von einer "tiefgreifenden Umwälzung".

    Die École Nationale d'Administration, ENA, war in den vergangenen Jahren immer wieder in die Kritik geraten. Für Gegner gilt sie als Ausbildungsstätte für einen kleinen Zirkel abgehobener Elite-Technokraten. Macron, der selbst Absolvent der ENA ist, hatte bereits vor rund zwei Jahren nach den Dauerprotesten der "Gelbwesten"-Bewegung angekündigt, dass die ENA abgeschafft werden solle.

    Die ENA war 1945 ins Leben gerufen worden. Ein Abschluss dort öffnet in Frankreich weiter die Türen für die Topetagen in Verwaltung, Diplomatie, Politik und Privatwirtschaft.

  • WetterIm Norden Regen, sonst heiter

    Das Wetter: Im Norden etwas Regen, sonst meist heiter bis wolkig und trocken. Temperaturen 8 bis 16 Grad. Morgen im Norden bewölkt, in der Mitte regnerisch und im Süden wechselnd wolkig. Im Norden 7 bis 11, sonst 12 bis 18 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Sonntag im Westen und Nordwesten teils länger anhaltende Regenfälle. In der Südosthälfte dagegen meist trocken. 6 bis 15 Grad im Norden und Westen, sonst 16 bis 21 Grad.

  • NordirlandWas steckt hinter den Krawallen in Belfast?

    Schon die achte Nacht in Folge kam es zu Ausschreitungen in Nordirland. Die Spannungen in der früheren Bürgerkriegsregion haben sich wieder erhöht - und das nicht nur wegen des Brexits.

    Molotow-Cocktails, brennende Autos und verletzte Polizisten – anhaltende nächtliche Krawalle in Belfast haben die Regierung in London auf den Plan gerufen. Premierminister Johnson schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, er sei sehr besorgt. Der Weg, Differenzen zu lösen, sei der Dialog, nicht Gewalt oder Kriminalität. Auch Nordirlands Regierungschefin Foster von der pro-britischen DUP kritisierte die Ausschreitungen. Sie seien kein Protest, sondern Vandalismus und versuchter Mord. Ähnlich äußerte sich Fosters Stellvertreter O'Neill von der Sinn-Féin-Partei.

    Hintergrund der Krawalle sind politische Spannungen zwischen den pro-britischen Unionisten und den Anhängern eines vereinigten Irlands sowie der Polizei. Brennpunkte sind überwiegend protestantisch geprägte, pro-britische Gebiete in der nordirischen Hauptstadt und deren Umgebung sowie Londonderry. Dort haben Randalierer Autos angezündet und Polizisten mit Molotowcocktails und anderen Gegenständen beworfen. Dutzende Einsatzkräfte wurden nach Angaben der Polizei verletzt.

    Unzufriedenheit mit den Brexit-Folgen wächst

    In Nordirland wächst die Unzufriedenheit mit den Folgen des Austritts Großbritanniens aus der EU, der am 1. Januar vollständig vollzogen wurde. Die Unionisten lehnen die Vereinbarung zwischen London und Brüssel ab, wonach aus Großbritannien nach Nordirland eingeführte Waren kontrolliert werden müssen. Sie befürchten, dass Nordirland als Provinz im Vereinigten Königreich zunehmend abgekoppelt und benachteiligt wird. Die Provinz ist weiter Teil des EU-Handelsraums, um Warenkontrollen an der Grenze zum EU-Mitglied Irland zu verhindern.

    Die Zollregelung trifft die Bevölkerung hart. Wegen der zeitraubenden Kontrollen blieben die Regale großer Supermarktketten in Nordirland zuletzt immer wieder leer. Auch die Post liefert nicht mehr zuverlässig zwischen Großbritannien und Nordirland. Die politische Brisanz der Brexit-Folgen ergibt sich auch daraus, dass 56 Prozent der Nordiren 2016 angaben, in der EU bleiben zu wollen. Eine knappe Mehrheit in einem gespaltenen Land.

    Zudem gilt eine offene irische Grenze als eine Säule des Friedensprozesses, der auf dem Karfreitagsabkommen von 1998 beruht. Der Pakt setzte jahrzehntelanger Gewalt zwischen irischen Republikanern, britischen Loyalisten und britischen Streitkräften ein Ende, bei der mehr als 3.000 Menschen getötet wurden.

    Zerstrittene Regierung, umstrittene Justizentscheidung

    Knapp 100 Tage nach dem Brexit steuert Nordirland einer schweren politischen Krise entgegen. Wie zerstritten die Regierung ist, zeigte sich auch an der kürzlichen Forderung von Ministerpräsidentin Foster, den nordirischen Polizeipräsidenten zu entlassen. Die zuständige Justizministerin Long wies die Forderung als unbegründet zurück und stellte die Regierungschefin damit bloß.

    Zu dieser ohnehin instabilen Gemengelage kam eine umstrittene Justizentscheidung: Die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren gegen führende Vertreter von Sinn Féin ein, der größten irisch-katholischen Nationalistenpartei. Deren ehemaliger Vorsitzender Adams, dessen Nachfolgerin McDonald sowie die Ko-Leiterin der Allparteienregierung, O’Neill, hatten im Juni mit rund 2.000 anderen Personen am Begräbnis des legendären IRA-Führers Storey teilgenommen.

    Damit demonstrierten sie nicht nur Solidarität mit der irisch-republikanischen Terrorgruppe, die am 30 Jahre langen Bürgerkrieg beteiligt war. Kritiker werfen der Staatsanwaltschaft und Polizei ein Einknicken vor der Republikaner-Elite vor. Die alten Spannungen aus dem Bürgerkrieg treten im aktuellen Konflikt wieder offen zutage.

    Weitere Informationen zu den Hintergründen der Konflikte in Nordirland können Sie auch in der Dlf-Sendung "Der Tag - Brodeln in Nordirland" nachhören.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut 25.464 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

    Das sind rund 3.576 mehr als am Freitag vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 110,4. Laut RKI wurden 296 weitere Todesfälle registriert, vor einer Woche waren es 232. Seit Beginn der Pandemie starben damit offiziellen Angaben zufolge 78.003 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit Beginn der Pandemie wurden insgesamt 2.956.316 Neuinfektionen registriert. Als von einer Infektion mit dem Virus rechnerisch genesen gelten den Angaben zufolge rund 2.647.600 Personen in Deutschland.

    Als politische Grenzwerte, bei denen Schutzvorschriften gelockert werden könnten, gelten seit einem Bund-Länder-Beschluss Inzidenzen von 50 bzw. 100. Ab 100 müssten sie wieder verschärft werden, was in den meisten Bundesländern bereits der Fall ist.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen mit 186,8. Am niedrigsten ist sie in Schleswig-Holstein mit 64,5.

    (Stand: 9.4., 0.00 Uhr)

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Demnach steigt diese derzeit. Aktuell liegen dort 4.456 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.530 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 2.999 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet, unter ihnen 1.370 "Covid-spezifische Intensivbetten". Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 9.4., 6.30 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impf-Zahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben 12.204.176 Menschen in Deutschland (14,7 Prozent) mindestens eine Impfdosis erhalten. 4.831.522 Menschen, also 5,8 Prozent der Bevölkerung, haben den vollen Schutz mit zwei Impfdosen bekommen. Zuletzt wurden 719.927 Impfdosen innerhalb eines Tages verabreicht, insgesamt steht dieser Wert bei 17.035.698 Impfdosen. (Zahlen für den 8.4.)

    Tests: Positivrate steigt

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 13 fielen demnach 11,1 Prozent der Tests positiv aus. Das ist ein Anstieg im Vergleich zur Vorwoche (9,3). In der Kalenderwoche 1 lag dieser Wert bei knapp 13 Prozent. Das RKI registrierte in der 13. Kalenderwoche 1.149.279 Labortestungen, rund 260.000 weniger als in der Woche davor - was laut RKI vor allem an den Osterferien und teilweise geschlossenen Praxen liegt. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein. (Stand: 7.4.)

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  • Corona-ImpfstoffDie wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung

    In Deutschland wird der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca nur noch Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Wir haben für Sie zusammengefasst, was der Beschluss für unterschiedliche Gruppen und die Impfkampagne bedeutet - und welche Fragen noch offen sind.

    Die Ständige Impfkommission hat ihre Altersempfehlung für den Impfstoff geändert. Hintergrund sind seltene Fälle von Thrombosen in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung. Davon betroffen sind vor allem jüngere Frauen. Auch in anderen Ländern, etwa Italien und Spanien, wird der Impfstoff inzwischen vor allem für Menschen ab 60 Jahren empfohlen, Frankreich und Belgien empfehlen die Impfung vor allem für Menschen ab 55 Jahre.

    Die europäischen Arzneimittelagentur EMA kam nach erneuten Beratungen zu weiteren vereinzelten Thrombosefällen zu dem Schluss, dass der Nutzen des Wirkstoffes nach wie vor höher zu bewerten sei als die Risiken. Deshalb werde er weiterhin ohne Einschränkungen für alle Erwachsenen empfohlen. Wie die Behörde weiter mitteilte, wurde zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen unter 60 Jahren aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen nicht bestätigt worden. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen aufgenommen werden.

    Ist der Einsatz von Astrazeneca bei den unter 60-Jährigen jetzt ausgeschlossen?

    Impfberechtigte Personen unter 60 Jahren sollen sich nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung auch weiterhin mit Astrazeneca impfen lassen können. Das gilt vor allem für Hochrisikopatienten, bei denen die Gefahr eines schweren Covid-19-Verlaufs besonders hoch ist. Die betroffenen Personen sollen vom impfenden Arzt sorgfältig beraten und aufgeklärt werden, die Entscheidung liegt bei der zu impfenden Person selbst. Wenn Menschen unter 60 sich für Astrazeneca entscheiden, sollen diese Impfungen grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärzte erfolgen.

    Allerdings sagte mittlerweile der Vizechef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Hofmeister, man empfehle den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Astrazeneca nur bei Menschen über 60 zu verimpfen. Hofmeister begründete die Position im Interview des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ mit dem hohen Zeitbedarf für die Beratung und intensive Aufklärung jüngerer Patienten.

    Was passiert, wenn ich als Unter-60-Jähriger bei meiner ersten Impfung Astrazeneca erhalten habe, die zweite Impfung aber noch aussteht?

    Die Ständige Impfkommission empfiehlt, dass unter 60-Jährige, die eine erste Impfung mit dem Astrazeneca-Präparat bekamen, bei der zweiten ein anderes Mittel erhalten sollen. Zwar gebe es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Impfungen mit verschiedenen Mitteln, Studien dazu laufen aber bereits länger. Bis entsprechende Daten vorlägen, werde jedoch eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung empfohlen. Zu dieser Klasse gehören die Produkte von Pfizer/Biontech und von Moderna. Bundesgesundheitsminister Spahn und seine Länder-Kollegen haben die konkrete Entscheidung vorerst vertagt. Sie wollen nun am Dienstag (13.4.) darüber beraten. Laut Spahn haben 2,2 Millionen Bürger unter 60 eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten.

    Was ist, wenn ich als Unter-60-Jähriger bereits einen Termin für die Erstimpfung mit Astrazeneca habe?

    Die Bundesländer versuchen in der Regel, die bereits vereinbarten Impftermine trotzdem stattfinden zu lassen, und die Menschen statt mit Astrazeneca mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna zu impfen. Sollte das nicht gelingen, müssen die Impftermine vorerst storniert und später nachgeholt werden.

    Was bedeutet die Entscheidung für die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen?

    Diese zahlenmäßig große Altersgruppe könnte nun früher als geplant geimpft werden. Den Bundesländern steht es jetzt frei, auch die 60- bis 69-Jährigen in die Impfkampagne mit Astrazeneca miteinzubeziehen; für die Organisation sind die einzelnen Bundesländer zuständig. Bundesgesundheitsminister Spahn rief die Über-60-Jährigen auf, das Impfangebot auch wahrzunehmen.

    Beim Umgang mit der Option driften die Bundesländer allerdings auseinander. Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen und Schleswig-Holstein kündigten an, dass sie keinen Gebrauch von der Möglichkeit machen wollen. Die Zahl der älteren Menschen, die noch nicht geimpft seien, sei noch zu groß, hieß es übereinstimmend zur Begründung. Dagegen impfen etwa Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen nun auch Personen ab 60, die zu keiner Risikogruppe gehören. Entsprechende Termine für rund 370.000 Erstimpfungen mit Astrazeneca waren etwa in Nordrhein-Westfalen nach rund anderthalb Tagen ausgebucht, erste Impfungen fanden über die Ostertage statt.

    Wie wirkt sich die Entscheidung auf die Impfung der Lehrkräfte aus?

    Der Deutsche Lehrerverband zeigt sich angesichts der neuen Altersempfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff alarmiert. Verbandspräsident Meidinger sprach von einem "katastrophalen Rückschlag für die gerade Fahrt aufnehmende Impfung von Lehrkräften". Er forderte eine schnelle Möglichkeit für jüngere Lehrerinnen und Lehrer, sich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und demnächst mit Johnson & Johnson impfen lassen zu können. Wenn dieser Wechsel auf andere Vakzine nicht sofort stattfinde, werde die Durchimpfung von Lehrkräften im April nicht mehr zu schaffen sein, sagte er. Dies gefährde neben den steigenden Inzidenzen die Chancen, Schulen weiter offen zu halten.

    Verzögert der Verzicht auf den Impfstoff für Jüngere die gesamte Impfkampagne?

    Gesundheitsminister Spahn versicherte, dass man trotz der neuen Einschränkungen wahrscheinlich weiterhin allen Erwachsenen bis Ende des Sommers ein Impfangebot werde machen können.

    Der SPD-Politiker Lauterbach geht davon aus, dass die Entscheidung zum Verzicht auf das Astrazeneca-Vakzin bei unter 60-Jährigen kaum Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland haben wird.

    Was bedeutet die Einbeziehung der Hausärzte in die Impfkampagne für die Verwendung des Astrazeneca-Impfstoffs?

    Laut Bundesgesundheitsminister Spahn soll das Präparat den Hausarztpraxen ab der Kalenderwoche 16 zusammen mit weiteren Impfstoffen zur Verfügung gestellt werden. Astrazeneca solle zunehmend nicht mehr in Impfzentren, sondern nur noch durch niedergelassene Ärzte verimpft werden. Diese sollen auch die Aufklärung und Risikoanalyse für die Impflinge vornehmen.

    (Stand: 8.4.)

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 09.04.)

    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
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  • Corona-PandemieImpfungen jetzt auch in Arztpraxen

    Ende Dezember 2020 sind in Deutschland die ersten Personen erstmals gegen das Coronavirus geimpft worden. Der Impf-Fortschritt lässt Kritikern zufolge allerdings zu wünschen übrig. Nach Ostern wurden nun auch Hausarztpraxen mit einbezogen. Wer kann wann und wo womit geimpft werden? Ein Überblick.

    Rund 35.000 Hausarztpraxen in Deutschland hatten Interesse angemeldet, in die Impfkampagne mit einzusteigen. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn haben sie für die Woche nach Ostern insgesamt 1,4 Millionen Corona-Impfdosen bestellt - geliefert werden könnten demnach vorerst nur 940.000 Dosen. Rechnerisch bekommt jede Praxis damit in dieser Woche nur gut 26 Dosen. In der Folgewoche noch einmal so viele, und bis Ende April soll es dann die dreifache Menge sein.

    Welcher Impfstoff landet in den Praxen?

    Grundsätzlich hat sich Spahn dafür ausgesprochen, vor allem den Impfstoff von Astrazeneca zu verabreichen. Denn dieser ist - ähnlich wie der künftig auch in Deutschland verfügbare Impfstoff von Johnson&Johnson - für die Arztpraxen pragmatischer einsetzbar, weil er nicht bei extremen Minusgraden aufbewahrt werden muss. Mögliche Nebenwirkungen haben den Impfstoff von Astrazeneca in den vergangenen Wochen jedoch in einem ungünstigen Licht erscheinen lassen. Spahn bemüht sich mit Aufrufen darum, sich ausdrücklich mit diesem Impfstoff schützen zu lassen: Es gebe noch Millionen ungeimpfte Menschen über 60. Er sei überzeugt davon, dass viele von ihnen sich mit Astrazeneca impfen lassen würden.

    Die Hausarztpraxen erhalten seinen Worten nach in den ersten zwei Wochen ausschließlich den Impfstoff von Biontech/Pfizer, da diese Hersteller in diesen Wochen die größten Liefermengen bieten. Danach komme noch Astrazeneca hinzu und später Johnson&Johnson. Der Impfstoff von Moderna soll zunächst noch weiter in den Impfzentren verabreicht werden, weil unklar ist, ob das Vakzin stabil bleibt, wenn es zu häufig von Ort zu Ort transportiert wird. Ende April nehme die Impfkampagne an Fahrt auf und es werde möglich sein, den Arztpraxen wöchentlich mehr als drei Millionen Impfdosen zur Verfügung zu stellen, versicherte Spahn. Alle angebotenen Impfdosen sollten umgehend verimpft werden.

    Auch das Vakzin von Biontech/Pfizer ist nach dem Auftauen nur eine begrenzte Zeit haltbar und muss verhältnismäßig schnell verimpft werden. Doch bei der zu erwartenden Impfstoffmenge kann jede mit einbezogene Hausarztpraxis in den nächsten beiden Wochen jeweils rund sechs Impfungen pro Tag durchführen - das ist auch bei der begrenzten Haltbarkeit nach dem Auftauen eines sogenannten mRNA-Impfstoffs wie dem von Bontech/Pfizer darstellbar.

    Wie läuft die Verteilung der Impfdosen ab?

    Wo mittelfristig welche Mengen der jeweiligen Impfstoffe landen, ist derzeit nicht klar zu beziffern. Der CDU-Politiker und zuständige Ressortleiter Spahn versichert, dass bei der Lieferung von Impfstoff an die 35.000 Hausarztpraxen darauf geachtet werde, dass die Bundesländer gleichmäßig und anteilig ihrer Bevölkerungsstärke bedacht werden. Das betont auch der Vize-Vorsitzende des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels, Freitag. Hamburg oder Bremen beispielsweise würden nicht überproportional viele Impfdosen erhalten.

    Der Hausärzteverband kritisierte die in den ersten Wochen geringe Menge der Impfdosen für die Hausarztpraxen. Darüber sei man nicht ganz glücklich, sagte Verbandschef Weigeldt im RBB-Hörfunk. Zunächst erhielten Praxen im Schnitt 26 Dosen pro Woche, obwohl 60, 70 oder auch 100 Patienten wöchentlich geimpft werden könnten. Dagegen sieht der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Henke, einen Vorteil darin, dass die Praxen vorerst lediglich eine geringere Menge Präparate erhalten. So könne man die Prozesse vor Ort einüben und sei vorbereitet, wenn die Impfmengen wüchsen, sagte er im Deutschlandfunk. Im Übrigen bedeute die Einbeziehung der Hausärzte einen großen Fortschritt.

    Wer kann sich beim Hausarzt oder bei der Hausärztin impfen lassen?

    Eine weitere Herausforderung ist die Antwort auf die Frage, wer sich in den Praxen impfen lassen kann. Das handhaben die Bundesländer sehr unterschiedlich: Sachsen zum Beispiel hat sich von der sogenannten Impfpriorisierung ganz verabschiedet und gibt keine verbindliche Reihenfolge nach Altersklassen, Gesundheitsgefährdung und Berufsgruppen mehr aus. In manchen Ländern werden einige Berufsgruppen bei der Impfreihenfolge bevorzugt (Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen etwa), in anderen nicht. Die jeweiligen Landesgesundheitsämter halten Informationen über das bei ihnen angewandte Prozedere vor. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Weigelt, kündigte im Deutschlandfunk an, die Hausärzte würden sich an die Vorschriften halten, aber "pragmatisch".

    Spahn forderte die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, wegen des Impfstarts in den Arztpraxen nicht auf Termine in den Impfzentren zu verzichten. Wer einen Termin habe, solle diesen "idealerweise" wahrnehmen.

    Jetzt die Hausärzte - und wie geht es weiter?

    Der Bundesgesundheitsminister stuft die Einbeziehung der Hausarztpraxen als ersten Schritt ein. Es werde nun zwar mit den niedergelassenen Hausärzten im vertragsärztlichen System begonnen, aber danach sollen auch Fach- und Privatärzte hinzugezogen werden. Später sollen auch Betriebsärzte impfen. Mit der Einbeziehung der Arztpraxen werde die Impfkampagne entscheidend an Fahrt aufnehmen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen. Er spricht von einem "Riesenpotenzial". Zehntausende Mediziner impften in Deutschland regelmäßig Patienten. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es "trotz geringer Menge einen guten und professionellen Start" geben werde.

    Nach Angaben der "Wirtschaftswoche" denkt die Bundesregierung auch darüber nach, Tierärzte und Zahnarztpraxen in die Impfkampagne einzubinden. Dies werde regelmäßig geprüft.

    Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, appellierte an die Hausärzte, ihre Aufklärungspflicht bei der Impfung ernst zu nehmen. Umfassende Information und Beratung seien Voraussetzungen, damit jeder Impfwillige sein Risiko einschätzen könne. In den Impfzentren gebe es dafür ein obligatorisches Verfahren, in dem die Krankengeschichte, mögliche Impfreaktionen und Risikofaktoren in den Blick genommen würden. Dieses Vorgehen müsse auch für die niedergelassenen Ärzte gelten.

    (Stand: 06.04.2021)

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  • Corona-PandemieWann auch Kinder geimpft werden könnten

    Neue Studien legen nahe, dass sich die britische Coronavirus-Variante besonders unter Kindern und Jugendlichen ausbreitet. Für diese Personengruppe gibt es aber noch keinen Impfstoff. Welche Gefahren sehen Experten und wann ist mit einem Vakzin für Kinder zu rechnen?

    Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass die zuerst in Großbritannien aufgetretene Corona-Mutante B.1.1.7 ansteckender und gefährlicher ist als das ursprüngliche Sars-Cov-2-Virus. Zugleich verdichten sich die Hinweise, dass die mittlerweile dominante Virusvariante vor allem Kinder und Jugendliche befällt.

    Das Magazin "Der Spiegel" berichtet von einer Analyse aus Großbritannien, in der eine Mathematikerin mit einem ausgeklügelten Verfahren nachweisen konnte, dass die Mutante sich wohl tatsächlich bevorzugt unter Kindern verbreitet. Eine Studie des Londoner Imperial College habe dies bereits im Januar nahegelegt.

    "Die Kinder infizieren ihre Eltern"

    Ähnlich eindeutige Erkenntnisse gibt es auch in Belgien. "Wir konnten hier in den letzten Wochen ein lebhaftes Infektionsgeschehen bei Kindern beobachten", zitiert das Magazin den Medizinprofessor und Public-Health-Experten Dirk Devroey von der Freien Universität Brüssel. "Speziell bei den Sechs- bis Zwölfjährigen."

    Das sei für ihn keine Überraschung, da diese Altersgruppe vor Ort in den Schulen unterrichtet werde. "Die Kinder stecken sich an, gehen nach Hause, infizieren ihre Eltern, die es wiederum an ihren Arbeitsplatz tragen." Devroey hält die Schulen für einen "Motor des Infektionsgeschehens".

    Auch in Deutschland werden laut "Spiegel" seit Mitte Februar zunehmend Kinder bis 14 positiv auf das Coronavirus getestet. Drei Wochen später zeigten RKI-Tabellen, dass die Fallzahlen bei Jugendlichen und ungeimpften Erwachsenen sprunghaft anstiegen – auch in der Generation der Eltern. Das RKI selbst betont: Die COVID-19-Fallzahlen steigen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen."

    "Long Covid" und "Post Covid" trifft auch Minderjährige

    Mit der Zunahme der Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen sind nach Einschätzung des pädiatrischen Infektiologen Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg aber auch für diese selbst mehr Spätfolgen zu erwarten, nicht zuletzt infolge politisch motivierter Öffnungsschritte. "Wir rechnen durch die Lockerungen der Maßnahmen mit mehr Betroffenen mit meist diffusen, länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen", sagte Hufnagel der Deutschen Presse-Agentur. "Darauf ist die Pädiatrie im Vergleich zur Versorgungssituation bei Erwachsenen nach überstandener Infektion noch nicht vorbereitet."

    Akute Corona-Infektionen laufen bei Kindern oft symptomlos ab, schwere Krankheitsverläufe sind auch noch bei Jugendlichen eher selten. Von Spätfolgen wird aber auch bei Minderjährigen berichtet. In der Fachsprache ist bei dem Phänomen von "Long Covid" oder "Post Covid" die Rede. Da für Kinder und Jugendliche noch keine Corona-Impfstoffe zugelassen sind, zählen sie zu den Gruppen, die noch einige Monate empfänglich für das Virus sein werden.

    Dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch für Kinder und Jugendliche gravierende Langzeitfolgen haben kann, ist mittlerweile in der Medizin bekannt. Als mögliche Reaktion nach einer meist symptomlosen Infektion rückte zuletzt das Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) in den Blick. Eines von 1.000 Kindern wird vier bis sechs Wochen nach der Infektion plötzlich krank und entwickelt Sympomtome wie hohes Fieber, Probleme am Herzen, im Darm und Hautausschlag. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie hat 245 Kinder mit PIMS registriert, sieben haben bisher Folgeschäden behalten, vor allem am Herzen.

    Schnelltests oder Schulschließungen als Mittel der Wahl

    Solange es keinen Impfstoff für Kinder und Jugendliche gibt, könnte es schwierig sein, das Problem in den Griff zu bekommen. Derzeit kommen vor allem regelmäßige Schnelltests oder eine Schließung der Schulen in Frage, um zumindest die Infektionsketten zu unterbrechen. Doch eine dauerhafte Schulschließung hat immer gravierende Auswirkungen auf die Bildung der Kinder. Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass fast jedes dritte Kind im Alter zwischen sieben und 17 Jahren psychische Auffälligkeiten zeigt, kurzum auch die "Seele leidet", wie es die DLF-Sendung "Lebenszeit" nennt. Die DLF-Sendung "Campus und Karriere" berichtet von der Erfahrungen mit Schnelltests an Schulen in Sachsen.

    Die freiwilligen Corona-Schnelltests an Bremer Schulen haben unterdessen in eineinhalb Wochen neun Infektionen zutage gefördert. Seit 15. März seien etwa 20.000 Tests mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt worden und 4.700 Tests mit Beschäftigten der Schulen, teilte die Bildungsbehörde mit. Bei den Schülern hätten 13 Schnelltests eine Infektion angezeigt, die sich in 8 Fällen durch einen PCR-Test bestätigt habe. Bei den Beschäftigten gab es zwei positive Schnelltests, von denen sich einer hinterher als Infektion bestätigte.

    Eine nachhaltigen Ausweg bietet deshalb wohl nur der Impfstoff. Aktuell laufen mehrere klinische Studien zur Impfung von Kindern.

    Alle großen Hersteller testen bereits

    Die Unternehmen Biontech und Pfizer haben gerade mit Studien zu Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern unter 11 Jahren begonnen. Bisher ist der Covid-19-Impfstoff, den das Mainzer Unternehmen zusammen mit dem US-Hersteller entwickelt hat, erst für Jugendliche ab 16 bedingt zugelassen. Nun wurden Kinder zwischen 11 Jahren und 6 Monaten in die Studien einbezogen, wie eine Biontech-Sprecherin mitteilte. Wenn Sicherheit und Wirksamkeit bestätigt würden und die Behörden die Zulassung genehmigten, könne der Impfstoff für jüngere Kinder Anfang 2022 verfügbar sein.

    Auch der US-Hersteller Moderna ist laut einem Bericht von tagesschau.de im März in die klinischen Studien eingestiegen. Getestet werden demnach 6.750 gesunde Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 11 Jahren und in einer weiteren Studie 3.000 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Moderna wolle bis zum Sommer erste Ergebnisse vorlegen.

    Ebenfalls bis zum Sommer rechneten das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca und die Universität Oxford mit Ergebnissen. Sie testen ihren Corona-Impfstoff den Angaben zufolge seit Februar an 300 Freiwilligen im Alter von 6 bis 17 Jahren.

    Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft. Seit August würden Teilnehmer ab 12 Jahren getestet.

    STIKO-Chef rechnet mit Impfstoff zum Jahresende

    Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, zeigte sich zuletzt zuversichtlich, dass es in Deutschland zum Jahresende einen Corona-Impfstoff für Kinder gibt.

    Es zeichnet sich ab, dass andere Länder schneller sind: Großbritannien will laut einem Bericht der Zeitung "The Telegraph" bereits im August mit der Impfung von Kindern beginnen.

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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

    Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

    Wer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung mögliche Reaktionen an sich beobachtet, sollte diese in jedem Fall melden, etwa beim Hausarzt oder über das Nebenwirkungsportal des Bundes. Erstmals in Deutschland gibt es dazu auch eine App, sie heißt "SafeVac".

    Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte über die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe. Demnach gibt es bislang keine Sicherheitsbedenken gegen die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna. In den Prüfberichten heißt es, es seien bekannte Nebenwirkungen - bei Impfstoffen spricht man von Impfreaktionen - aufgetreten. Dabei hätten sich keine statistischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Nutzen der Impfstoffe sei weitaus größer als die Risiken, betont die Aufsichtsbehörde.

    Verschiedene Impfreaktionen möglich

    Zu den häufigeren Reaktionen bei allen Impfstoffen zählen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen oder Übelkeit; auch Fieber kann auftreten. Für diese Impfreaktionen gilt: Sie halten nur kurze Zeit an und klingen von selbst wieder ab. Zudem zeigen sie an, dass das Immunsystem arbeitet. Generell treten sie bei jüngeren Menschen eher häufiger auf und nehmen mit dem Alter ab.

    Sehr selten kommt es zu einem allergischen Schock. Dieser tritt unmittelbar nach der Impfung auf und kann lebensbedrohlich sein, ist aber bei schneller ärztlicher Hilfe gut zu überstehen. Deshalb muss man nach der Impfung sicherheitshalber noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben, meist sind es 30 Minuten.

    Der Impfstoff von Astrazeneca

    Die Immunisierungen mit dem bislang dritten in Deutschland zugelassenen Impfstoff - dem Mittel von Astrazeneca - waren nach Berichten über Todesfälle durch Blutgerinnsel zunächst im März vorübergehend ausgesetzt worden, Ende März dann eingeschränkt.

    Mitte März hatten sowohl die Europäische Arzneimittelagentur EMA als auch die Ständige Impfkommission in Deutschland nach einer Prüfung den weiteren Einsatz des Mittels von Astrazeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, hieß es in einer Stellungnahme der STIKO.

    Auch die EMA bezeichnete den Impfstoff von Astrazeneca als "sicher und wirksam". EMA-Direktorin Cooke sagte, derzeit könne man keinen Zusammenhang zwischen den Impfungen und einem erhöhten Risiko von Blutgerinnseln nachweisen. Man könne das aber auch noch nicht ausschließen. Darum werde es weitere Untersuchungen geben. Cooke betonte, es gehe bisher um einige wenige Einzelfälle.

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in der Corona-Pandemie die zentrale Sammelstelle für Informationen über Impfnebenwirkungen und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Bericht dazu. Den Angaben zufolge sind inzwischen 31 Fälle einer Sinus-Venen-Thrombose nach Impfung mit Astrazeneca bekannt. In 19 Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet worden. In neun Fällen war der Ausgang demnach tödlich. Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut Institut alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt.

    Astrazeneca nur noch bei Menschen über 60

    Wegen der gehäuften Einzelfälle setzten Ende März zunächst einige Städte und Kliniken die Impfung mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren aus. Am 30.3. beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hingegen hielt nun nach einer erneuten Prüfung der Thrombosefälle weiter an ihrer Empfehlung des Impfstoffes für alle Menschen ab 18 Jahren fest. Die EMA erklärte, der Nutzen des Wirkstoffes sei nach wie vor höher zu bewerten als die Risiken. Es wurde zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen unter 60 Jahren aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen aber nicht bestätigt worden, hieß es. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen als "sehr selten" aufgenommen werden.

    Bei Personen unter 60 Jahren kann die Impfung mit Astrazeneca für die Prioritätengruppen eins und zwei nach sorgfältiger ärztlicher Beratung ebenfalls fortgesetzt werden, hieß es. Dies soll nur noch in Hausarztpraxen geschehen. Dabei geht es um Hochrisikopatienten, für die eine erhöhte Gefahr eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung besteht.

    Zudem wird das Produkt von Astrazeneca nun bei Menschen zwischen 60 und 70 Jahren eingesetzt werden, obwohl diese in der Regel erst in der dritten Impfgruppe sind. Das soll das Impftempo erhöhen.

    Forschende aus Greifswald finden Ursache für Thrombosen

    Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben inzwischen herausgefunden, wie die Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe hätten bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämatostaseforschung hat bereits entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

    Paul-Ehrlich-Institut sammelt Meldungen

    Bis Mitte März wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt 19.194 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Komplikationen nach Covid-Impfungen registriert, bei insgesamt bis dahin 8.863.270 durchgeführten Impfungen.

    Die Melderate betrug den Angaben für alle Impfungen mit COVID-19-Impfstoffen 2,2 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle betrug sie 0,3 pro 1.000 Impfdosen. Bei Astrazeneca liege die Melderate etwas höher als bei den anderen Impfstoffen (5,2 Fälle pro 1.000 Dosen und bei schwerwiegenden Fällen 0,5 pro 1.000). Das könne aber auch mit der medialen Berichterstattung über den Impfstoff zu tun haben, hieß es.

    Was sollte man tun, wenn Beschwerden auftreten?

    Wer geimpft wurde und den Verdacht hat, dass Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Auch eine Online-Meldung direkt bei dem Institut ist möglich. Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen zu melden. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter.

    App "SafeVac" fragt nach

    Zum ersten Mal in Deutschland werden Geimpfte aber auch aktiv nach ihrem Befinden befragt. Dazu wurde die App "SafeVac" entwickelt. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktion zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben.

    Weil die App aktiv nachfragt, erhoffen sich die Forscher ein statistisch besseres Bild, wie häufig tatsächlich Nebenwirkungen auftreten. Sieben Mal nach der ersten Dosis und achtmal nach der zweiten fragt das Programm in den ersten Wochen nach den Impfungen ab, ob die Userin oder der User Beschwerden hat. Und dann noch einmal nach sechs und nach zwölf Monaten.

    Klaus Cichutek, der PEI-Präsident, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren. Knapp 50.000 Menschen speisen Daten in "SafeVac" ein. Der älteste Teilnehmer sei über 100 Jahre alt. "Die Größenordnung aller Teilnehmer liegt etwa bei zwei Prozent der geimpften Personen, das ist ein sehr guter Wert."

    (Stand: 08.04.2021)

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  • Covid-19Auf der Suche nach wirkungsvollen Medikamenten

    Der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist das wirkungsvollste Mittel, um dessen Ausbreitung und auch die Bildung neuer Virus-Varianten einzudämmen. Hier kommt die Entwicklung von Impfstoffen schnell voran. Was aber hilft, um schwere Verläufe von Covid-19 zu verhindern? Noch immer werden viele Patientinnen und Patienten im Krankenhaus behandelt, täglich sterben zahlreiche Menschen an oder mit einer Corona-Infektion. Ein einzelnes Medikament gegen Covid-19 gibt es bisher nicht. Machtlos sind Ärztinnen und Ärzte dennoch nicht. Ein Überblick.

    Was muss ein Medikament gegen Covid-19 können?

    Covid-19 verläuft in mehreren Stadien - die bestimmen, ob und wann ein Wirkstoff nützlich ist oder sogar schädlich sein kann. Ein Beispiel: Zu Beginn der Infektion vermehrt sich das Virus in den Körperzellen. Das Immunsystem des Körpers wird aktiv und bekämpft die Infektion. Hier sind Medikamente sinnvoll, die das Immunsystem bei seiner Arbeit unterstützen oder selbst gegen das Virus oder dessen Vermehrung wirken. Verläuft die Infektion schwer und der Patient oder die Patientin muss ins Krankenhaus und bekommt es mit einer überschießenden Immunreaktion zu tun, wäre es schädlich, ein Medikament zu geben, das das Immunsystem zusätzlich anheizt. Außerdem ist eine Gabe von Medikamenten immer mit Nebenwirkungen verbunden.

    Welche Ansätze zur Medikamentenentwicklung gibt es?

    Die Entwicklung neuer Präparate ist - ähnlich wie bei Impfstoffen - ein aufwändiger und meist zeitraubender Prozess. Darüber hinaus gibt es Projekte, um bereits für andere Erkrankungen zugelassene Medikamente auch für die Behandlung von Covid-19 zu nutzen. Im Fokus stehen Präparate aus einer der folgenden Gruppen:

    - Antivirale Medikamente
    - Entzündungshemmer
    - Herz-Kreislauf-Medikamente
    - Antikörper; Rekonvaleszentenplasma

    Antivirale Medikamente

    Sie sollen direkt gegen die Vermehrung der Viren wirken. Denn Viren können sich nicht etwa teilen, wie es Bakterien oder andere Zellen tun: Sie dringen in Zellen ein und zwingen diese, ihre Aktivität auf die Produktion neuer Viren umzustellen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es zwei grobe Strategien: Man hemmt etwa Funktionsmoleküle, die das Virus braucht, um die Zelle zu kapern. Oder man hemmt essenzielle Teile der zellulären Produktionsmaschinerie, die auf Virenproduktion umprogrammiert wurde.

    In Deutschland ist Remdesivir als einziges antivirales Präparat zur Behandlung von Covid-19 zugelassen, allerdings nur in ausgewählten Fällen und möglichst für ein frühes Stadium der Erkrankung. Studiendaten belegen eine Verkürzung der Krankheitsdauer um 33 Prozent, allerdings nur in schweren Fällen. Für einen milden bis moderaten Verlauf ist ein Nutzen von Remdesivir nicht belegt.

    Diskutiert, aber nicht nachgewiesen wurde ein Nutzen zur Behandlung von Covid-19 mit Präparaten wie Lopinavir und Ritonavir. Beide werden bei der Behandlung von HIV-Infektionen genutzt und wirken auf Enzyme, die das Virus braucht, um funktionsfähige Moleküle herzustellen.

    Insbesondere in Lateinamerika wurde häufig mit Ivermectin behandelt, einem Mittel, das in der Tiermedizin gegen bestimmte Wurmparasiten eingesetzt wird. Eine Laborstudie schürte zunächst die Hoffnung, dass sich die hier beobachtete antivirale Wirkung gegen Sars-CoV-2 auch beim Menschen nachweisen ließe. Eine im Fachportal JAMA publizierte Arbeit kommt allerdings auf Grundlage einer randomisierten Patientenstudie zu dem Schluss, dass - zumindest bei mildem Krankheitsverlauf - keine eindeutige Wirkung vorliegt.

    Entzündungshemmer

    Ein Problem bei schweren Covid-19-Verläufen ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Mit anderen Worten: Es ist nicht mehr das Virus, das die Hauptprobleme verursacht, sondern die Reaktion des Körpers. Hier kommen Steroide wie Dexamethason ins Spiel. Dexamethason gehört zur Gruppe der Kortisone, die das Immunsystem bremsen. Vorläufige Patientendaten aus Großbritannien zeigen, dass eine Gabe von Dexamethason bei schweren Fällen die Sterblichkeit an Covid-19 verringert. Auch in Deutschland wird Dexamethason in schweren Fällen eingesetzt - das heißt, wenn der Patient oder die Patientin zusätzlich Sauerstoff bekommt.

    Auch bei entzündungshemmenden Therapieansätzen wird am Einsatz monoklonaler Antikörper geforscht. Das Prinzip: gezielt eine Schaltstelle der überschießenden Immunreaktion zu hemmen. Dazu konstruiert man die Antikörper so, dass sie gegen Strukturen des Immunsystems gerichtet sind. Hier sind die Medikamente Tocilizumab und Anakinra in den Fokus geraten, die normalerweise gegen Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Zur Behandlung schwer erkrankter Covid-19-Patientinnen und -patienten mit Tocilizumab gibt es mehrere Studien, von denen noch keine das Peer-Review-Kontrollverfahren durchlaufen hat. Einige, darunter die umfangreichste aus Großbritannien, legen nahe, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Tocilizumab und Dexamethason die Sterblichkeit bei schwer kranken Covid-19-Patientinnen und -patienten verringern kann. Das Robert Koch-Institut stuft Tocilizumab als Medikament mit einem nachgewiesenen Nutzen in der Behandlung von Covid-19 ein. Für Anakinra wurde ein solcher Nutzen bislang nicht nachgewiesen. Beide Präparate sind in Deutschland für eine Behandlung von Covid-19 zurzeit nicht zugelassen.

    Herz-Kreislauf-Medikamente

    Hier geht es vor allem um eine Anwendung bereits zugelassener Präparate. Im Laufe der Pandemie hat sich herausgestellt, dass die Bildung von Thrombosen, also Blutgerinnseln, eine häufige Komplikation von Covid-19-Patientinnen und -patienten ist, die im Krankenhaus behandelt werden müsssen. Das Risiko dafür ist offenbar besonders bei schwer Erkrankten erhöht. Das Robert Koch-Institut empfiehlt, solche Gerinnungshemmer frühzeitig prophylaktisch einzusetzen.

    Antikörper

    Zu den antiviralen Medikamenten gehören die Antikörperpräparate REGN-CoV-2 von Regeneron und Bamlanivimab der Firma Eli Lilly, die in Deutschland noch nicht zugelassen sind. Die Bundesregierung hat beide Mittel für die Behandlung von Risikopatienten gekauft. REGN-CoV-2 besteht aus einer Kombination zweier monoklonaler Antikörper, Bamlanivimab beinhaltet eine Sorte monoklonaler Antikörper. Beide wirken wie eine passive Impfung und sollen verhindern, dass Sars-CoV-2 in menschliche Zellen eindringt. Sie wirken, indem sie an charakteristische Strukturen auf der Oberfläche von Sars-CoV-2 binden, genauer gesagt, an das Spike-Protein, mit dem es an Rezeptoren auf der Oberfläche menschlicher Zellen bindet. Die Präparate sind vor allem in einer frühen Phase der Infektion sinnvoll, wenn sich das Virus stark vermehrt. Hier lesen Sie mehr zur Funktionsweise, Vor- und Nachteilen von Antikörper-Medikamenten.

    Auch in Rekonvaleszentenplasma - also im Blutplasma genesener Covid-19-Patientinnen und -patienten - sind Antikörper enthalten. Ihre Wirkung ist abhängig von der Schwere der durchgemachten Erkrankung und davon, wie lange diese zurückliegt. Anders als die monoklonalen Antikörper aus dem Labor handelt es sich hier um eine Mischung von Antikörpern gegen verschiedene Virusstrukturen, die der Körper im Verlauf einer Infektion mit Sars-CoV-2 selbst gebildet hat. Man kann ein solches gereinigtes Serum in einer frühen Phase der Erkrankung verabreichen, um vor einem schweren Verlauf zu schützen. Diese Methode wurde auch bei anderen Virusausbrüchen angewandt, etwa in der Ebola-Epidemie 2014 in Westafrika. Für eine Behandlung von Covid-19 ist Rekonvaleszentenplasma in Deutschland bislang nicht zugelassen. Das Robert Koch-Institut hält einen Einsatz in individuellen, schweren Fällen für denkbar.

    Forschungsansätze:Ein Nasenspray als Virus-Prophylaxe?

    Geforscht wird auch an Medikamenten, die verhindern sollen, dass sich Viren - etwa nach Kontakt mit einem Infizierten - in der Schleimhaut einnisten. Dazu arbeitet ein internationales Wissenschafts-Team etwa an einem Nasenspray, das den Eintritt der Viren in die Zellen der Nasenschleimhaut verhindern soll. Im Tierversuch mit Frettchen hat das funktioniert, wie die Forschenden im Fachmagazin Science schreiben. Die Tiere, die zuvor mit dem Spray behandelt worden waren, erkrankten nach längerem Kontakt mit infizierten Artgenossen nicht. Die Virologin Sandra Ciesek spricht im NDR von einem wichtigen Forschungsansatz, betont aber, der Weg bis zu einem möglichen Prophylaxe-Medikament dieser Art sei "ein langer", der "eher Jahre dauern" werde.

    Ein Beispiel für die Forschung an neuen antiviralen Medikamenten ist Molnupiravir: Zunächst für die Behandlung von Grippe entwickelt, dafür aber vor der Zulassung gescheitert. Jetzt meldet der Hersteller, der US-Pharmakonzern Merck & Co, erste Erfolge aus Versuchen mit Frettchen: 24 Stunden nach Beginn der antiviralen Behandlung waren keine infektiösen Partikel mehr in den Abstrichen nachweisbar. Ähnliche Ergebnisse lieferten Studien an Mäusen. Molnupiravir wird derzeit in klinischen Studien für die Anwendung bei Menschen erprobt.

    Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung neuer antiviraler Medikamente liefert die deutsche Firma Formycon. Sie entwickelt ein Präparat, dessen Wirkstoff-Molekül dem Zell-Rezeptor nachgebildet ist, den das Virus nutzt. Das Unternehmen argumentiert, dadurch sei für das Präparat auch eine gute Wirkung gegen Virus-Varianten zu erwarten. Ein Problem für diese Art Wirkstoff besteht darin, die ursprüngliche Funktion des Zell-Rezeptors im Organismus zu erhalten. Formicon versucht dies zu lösen, indem es sein Wirkstoff-Molekül mit einer weiteren Funktionseinheit ausstattet. Das Präparat befindet sich am Anfang der sogenannten präklinischen Entwicklung, also noch vor den klinischen Studien, deren Erfolg für eine Zulassung notwendig ist. Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben eine Notfallzulassung im kommenden Jahr an.

    Das Milken-Institut - ein US-amerikanischer Think Tank, der unter anderem Forschungsergebnisse zu Covid-19 sammelt - pflegt eine Liste der Präparate, die als Impfstoff oder Therapeutikum in der Pandemie untersucht werden.
    Einzelheiten zur Forschung an weiteren Medikamenten hat unsere Forschungsredaktion zusammengestellt. Vor allem an Fachleute richtet sich die Leitlinie zur stationären Behandlung von COVID-19-Patienten, die von mehreren Fachgesellschaften zusammengestellt wurde.

    (Stand: 8.3.21)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 09.04.)

    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 06.04.)

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Inwiefern kann das Coronavirus über Aerosole übertragen werden?

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Ein Experiment des Fraunhofer Instituts für Nachrichtentechnik im Dortmunder Konzerthaus lieferte im November zum ersten Mal Ergebnisse über die Aerosol-Verbreitung in Konzertsälen und zeigt: Die Aerosol-Verteilung auf direkten Nachbarplätzen ist minimal. Die Lüftungsanlage im Konzerthaus erzeugte beim Experiment schon auf kurze Distanz erhebliche Verdünnungseffekte von konzentriert eingeleiteten Aerosolen und CO2.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Die Effektivität der Fensterlüftung hängt davon ab, wie stark der Wind draußen weht und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen ist. Generell gilt jedoch: Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnet, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren.

    Mit Blick auf Schulen empfiehlt Martin Kriegel, der Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert Kriegel dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 22.01.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit wollen diese Frage beantworten. Doch zumindest in Deutschland ergibt sich mit Blick auf den bisherigen Pandemieverlauf kein klares Bild.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen mehr gestorben sind im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Die Zahlen zur Übersterblichkeit sind mit zahlreichen Ungewissheiten behaftet. Klar scheint aber, dass die Übersterblichkeit ohne die Corona-Maßnahmen wohl deutlich höher gelegen hätte. Die Übersterblichkeit während der Schutzmaßnahmen sagt also nur bedingt etwas darüber aus, wie tödlich das Coronavirus ist.

    Der Vergleich mit dem Durchschnitt der Todeszahlen aus den Vorjahren hinkt zudem, da sich die Todesfälle durch verschiedene Faktoren ändern: zum Beispiel einerseits durch die längere Lebenserwartung, andererseits durch die Bevölkerungsentwicklung - denn in Deutschland gibt es immer mehr ältere Menschen. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke schlechter versorgt würden. Auch zeigten die vergangenen Monate, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben.

    Welche Zahlen zur Übersterblichkeit in Deutschland gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. Während das Robert Koch-Institut im Jahr 2020 mehr als 39.000 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registrierte, verzeichnet das Statistische Bundesamt eine allgemeine Übersterblichkeit von rund 48.000 Menschen. Wie der Spiegel schreibt, lassen sich aber einige Fälle dieser Übersterblichkeit auch auf die starke Hitze im Sommer zurückführen.

    Eine Untersuchung des in München ansässigen ifo-Instituts kommt zu dem Schluss, dass besonders die Altersgruppen der 60- bis 79-Jährigen sowie der über 80-Jährigen von einem Anstieg der Sterblichkeit in der Corona-Pandemie betroffen waren. Zuletzt gingen die Todesfälle in Deutschland nach Höchstständen allerdings zurück. Als ein Grund dafür wird immer wieder die mittlerweile hohe Impfquote bei älteren Menschen genannt, vor allem bei den über 80-Jährigen.

    Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, der Rückgang der Corona-bedingten Todesfälle hat laut einem Papier des Bundesgesundheitsministeriums vorerst auch die Übersterblichkeit beendet. Seit Mitte Februar 2021 liegen demnach die Sterbefallzahlen erstmals wieder unter dem Durchschnitt der Vorjahre.

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind im Februar 2021 in Deutschland trotz der Corona-Pandemie weniger Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahresmonate. Grund dafür sind nach Angaben der Behörde die niedrigen Fallzahlen von Atemwegserkrankungen wie der Grippe. Normalerweise hingen diese zu Jahresbeginn mit einem Anstieg der Sterbefallzahlen zusammen. In dieser Wintersaison gebe es aber so wenig herkömmliche Atemwegserkrankungen wie noch nie.

    Das Statistische Bundesamt verwies allerdings auf regionale Unterschiede. Im Saarland, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg lagen die Todesfallzahlen im Februar über dem Durchschnitt, in den anderen Bundesländern darunter. Im Januar waren trotz milder Grippewelle noch deutlich mehr Menschen als im Durchschnitt der Vorjahresmonate gestorben.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen Ländern?

    Die italienische Statistikbehörde Istat hatte Mitte Dezember etwa gemeldet, dass man einer Prognose zufolge in Italien 2020 so viele Tote verzeichnet habe, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Einen aktuellen Überblick über die Lage in den unterschiedlichen Ländern liefert das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen.

    Die Übersterblichkeit in Russland lag zwischen Januar und November 2020 nach Regierungsangaben bei mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rund 81 Prozent der zusätzlichen Todesfälle seien auf das Coronavirus zurückzuführen.

    Hohe Übersterblichkeit in den USA

    Im Oktober 2020 veröffentlichte die Gesundheitsbehörde CDC eine Untersuchung zur Übersterblichkeit in den USA. Anfang Oktober verzeichneten die Vereinigten Staaten in den offiziellen Statistiken rund 200.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Laut der CDC-Berechnung gab es 2020 bis dahin eine Übersterblichkeit von knapp 300.000 Menschen. Rund zwei Drittel der Fälle seien sicher auf Covid-19 zurückzuführen, hieß es von der CDC. Bei weiteren Todesfälle geht die CDC davon aus, dass die Todesursache zum Teil fälschlicherweise bei anderen Krankheiten gesehen wurde. Die Studienautoren erklärten die allgemeine Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war.

    (Stand 02.04.2021)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat wegen der Corona-Pandemie Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Sie werden regelmäßig aktualisiert. Das Auswärtige Amt warnt dabei nicht nur vor Reisen in Gebiete mit besonders hohen Wocheninzidenzen, sondern auch in Regionen, in denen bestimmte Varianten des Coronavirus verbreitet auftreten.

    Die Warnungen des Auswärtigen Amtes orientieren sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, wo die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus besonders hoch ist. Sie betreffen folgende Staaten und Regionen:

    Benelux-Region

    Laut RKI gelten die gesamten Niederlande inklusive der autonomen Länder und der karibischen Teile als Hochinzidenzgebiet. Auch ganz Belgien und ganz Luxemburg sind inzwischen (wieder) Risikogebiete.

    Frankreich

    Das gesamte Land inklusive aller Übersee-Départments gilt nun als Hochinzidenzgebiet. Das Département Moselle, das an Rheinland-Pfalz und das Saarland grenzt, gilt zusätzlich weiterhin als Virusvarianten-Gebiet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist ganz Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal als Risikogebiet aus. Das Bundesland Tirol gilt nicht länger als Virusvarianten-Gebiet, sondern auch als Risikogebiet. Das gesamte Land Ungarn gilt als Hochinzidenzgebiet.

    Schweiz

    Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Schweiz.

    Großbritannien und Irland

    Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland zählen als Risiko-Gebiet. Auch Irland gilt als Risikogebiet - mit Ausnahme der Region South-West. Bis 20. März wurden beide Staaten als Virus-Variantengebiete geführt.

    Spanien und Portugal

    Das spanische Festland mit Ausnahme der autonomen Gemeinschaften Kastilien - La Mancha, Valencia, Extremadura, und Murci - sowie die Kanarischen Inseln gelten als Risikogebiet. Neu hinzugekommen als Risikogebiet ist die autonome Gemeinschaft La Rioja. Die Balearen inklusive der Insel Mallorca gelten aufgrund gesunkener Inzidenz-Zahlen nicht mehr als Risikogebiet.

    Auch Portugal ist nicht mehr als Risikogebiet eingestuft, eine Ausnahme bildet die Atlantikinsel Madeira.

    Italien

    Italien gilt derzeit komplett als Risikogebiet. Das gilt auch für den Vatikan.

    Tschechien und Slowakei

    Ganz Tschechien gilt als Hochinzidenzgebiet, die Slowakei nur noch als "normales" Risikogebiet.

    Slowenien und Kroatien

    Sowohl Kroatien als auch Slowenien sind komplett als Hochinzidenzgebiet eingestuft.

    Türkei und Griechenland

    Die Türkei ist als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden. Ganz Griechenland gilt mittlerweile als Risikogebiet.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Dänemark gilt (mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönlands) als Risikogebiet. Als Hochinzidenzgebiet ist ganz Schweden eingestuft. In Norwegen sind die Provinzen Rogaland, Oslo und Viken Risikogebiete.
    In Finnland gelten die Regionen Uusimaa (mit Großraum Helsinki), Kanta-Häme, Päijät-Häme und Pirkanmaa, Varsinais-Suomi, Etelä-Karjala als Risikogebiete. Die Region Åland wird vom 3. April an dagegen nicht mehr so eingestuft.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Ganz Rumänien wird als Risikogebiet eingestuft. Bulgarien und die Republik Moldau gelten als Hochinzidenz-Gebiete.

    Polen und Baltikum

    Litauen und Lettland sind laut RKI Risikogebiete, Polen und Estland gelten als Hochinzidenzgebiete.

    Risikogebiete im Rest der Welt

    Eine pauschale Reisewarnung für etwa 160 außereuropäische Länder ist Ende September ausgelaufen. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage nun wieder für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Virusvarianten-Gebiete

    Neben Regionen mit besonders hohen Fallzahlen und anderen Faktoren, die eine Infektionsgefahr vor Ort erhöhen, stuft das RKI inzwischen auch Regionen, in denen sich bestimmte Virusvarianten ausgebreitet haben, als Risikogebiet ein. Für Einreisen aus diesen Gebieten gelten besondere Test-Vorgaben.

    Als Virusvarianten-Gebiete gelten aktuell Botswana, Brasilien, Eswatini (früher als Swasiland bekannt), Lesotho, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe, Südafrika sowie die französische Region Moselle.

    Hochinzidenz-Gebiete

    Im Januar hat die Bundesregierung zudem erstmals mehr als 20 Staaten als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft. Dazu zählen in der Regel Staaten mit einer Wocheninzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohner. Nicht-EU-Länder und -Regionen, die als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft werden, sind Ägypten, Albanien, Andorra, Bahrain, Bolivien, Bosnien, Ecuador, Iran, Israel, Jordanien, Kolumbien, Kosovo, Kuwait, Libanon, Malta, Mexiko, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Niederlande, Palästinensische Gebiete, Paraguay, Serbien, Seychellen, St. Lucia, Sudan, Syrische Arabische Republik, Tansania, Uruguay sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.

    Strengere Einreiseregelungen für Länder der neuen Kategorien

    Für Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten gelten verschärfte Einreiseregeln. So muss ein Corona-Test bereits vor der Einreise aus diesen Ländern nach Deutschland erfolgen. Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen spätestens 48 Stunden nach Ankunft einen negativen Corona-Test vorweisen.

    (Stand: 09.04.2021)

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  • KultusministerkonferenzAbiturprüfungen finden statt, flächendeckende Corona-Tests geplant

    Die Kultusminister der Länder wollen vor allem mit umfassenden Corona-Tests dafür sorgen, dass an den Schulen möglichst viel Präsenzunterricht stattfindet. Zudem werden die Abiturprüfungen in diesem Jahr trotz Pandemie stattfinden. In Nordrhein-Westfalen kehren die Schülerinnen und Schüler hingegen ab Montag in den Distanzunterricht zurück.

    Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Ernst, sagte nach den KMK-Beratungen, bundesweit sollte allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften und sonstigen an Schulen Beschäftigten zweimal wöchentlich die Möglichkeit für einen Selbsttest angeboten werden. Es sei das gemeinsame Ziel der Kultusminister, so viel Präsenzunterricht wie möglich anzubieten, hob Ernst hervor. Sie versicherte zudem, dass die Abschlussjahrgänge ihre Prüfungen ablegen könnten. Zuletzt war eine Debatte darüber entstanden, ob die Abiturprüfungen trotz Pandemie in diesem Jahr stattfinden sollten.

    Schulen könnten zwar nicht vom Pandemie-Geschehen abgekoppelt werden, die Länder wollten "gleichwohl begleitet durch eine umfassende Test- und Impfstrategie so viel Präsenzunterricht wie möglich anbieten - sei es im modifizierten Regelbetrieb oder im Wechselmodell", betonte Ernst. Alle Schulen und Bildungsverwaltungen hätten zudem dafür gesorgt, "alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen, um die Abschlussprüfungen nach den geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen zu ermöglichen".

    NRW kehrt zum Distanzunterricht zurück

    Ungeachtet aller Aufrufe für eine einheitliche Linie für Deutschlands Schulen in der dritten Corona-Welle gaben mehrere Länder bereits vor der Kultusministerkonferenz ihre Entscheidungen bekannt. In Nordrhein-Westfalen kündigte Schulministerin Gebauer an, für die meisten der 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler werde es ab Montag keinen Präsenzunterricht mehr geben. Die FDP-Politikerin erklärte, nach den Osterferien werde wieder auf Distanzunterricht umgestellt. Es solle allerdings Ausnahmen für die Abschlussklassen geben.

    NRW-Ministerpräsident Laschet hatte zuvor betont, dass eine Öffnung der Schulen nur infrage komme, wenn überall ausreichend Corona-Tests verfügbar seien - doch die Auslieferungen hatten sich wiederholt verzögert. Die Landesregierung geht von einem wöchentlichen Bedarf von 5,5 Millionen Selbsttests für die Schulen aus.

    Weiterhin unterschiedliche Regelungen in den Ländern

    Auch Brandenburg schickt ältere Schüler oberhalb der Grundschule erst einmal wieder in den Distanzunterricht. In Baden-Württemberg kündigte die Landesregierung eine neue Teststrategie an. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und auch Hausmeister dürfen ab dem 19. April ohne negativen Corona-Test nicht mehr das Schulgelände betreten, wenn es mehr als 100 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen gibt. Allerdings gibt es Präsenzunterricht in der Woche nach den Osterferien zunächst nur für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen. Für Schüler der Klassen 1 bis 7 wird nur eine Notbetreuung angeboten.

    In Mecklenburg-Vorpommern hat der Unterricht nach zehntägiger Osterpause bereits begonnen. Dabei kehrten in weiten Teilen des Landes die Schüler der Klassen eins bis sechs sowie der Abschlussklassen zum Präsenzunterricht in ihre Schulen zurück. Die Schüler der anderen Klassenstufen werden abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet.

    In Bayern schalten Schulen in der Regel ab einem Inzidenzwert von 100 in einer Stadt oder einem Landkreis wieder von Präsenz- auf Fernunterricht um. Hamburg tut das erst, wenn der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei über 200 liegt. Sachsen verabschiedet sich nach der Osterpause ganz von der Kopplung an den Inzidenzwert und hält Schulen und Kitas unabhängig davon offen.

    Verbände hatten für einheitliche Linie plädiert

    Vor der Sitzung der Kultusministerkonferenz hatten Lehrerverbände und Schülervertreter die Minister dazu aufgefordert, zu bundeseinheitlichen Regeln bei Schulöffnungen und Corona-Tests zu kommen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Meidinger, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, der Ball liege jetzt bei den Kultusministern. Sie können nun zeigen, ob sie es schaffen, mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie endlich bundeseinheitliche Vorgaben zum Thema Schule vorzulegen. Es könne nicht angehen, dass jedes Bundesland mache, was es wolle.

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  • Sputnik VDeutschland startet nach russischer Darstellung Kaufverhandlungen

    Deutschland hat nach Angaben Moskaus Verhandlungen mit Russland über den Kauf des Corona-Impfstoffs Sputnik V begonnen.

    Das teilte der Hersteller des Vakzins per Twitter mit. Auf russischer Seite führten Vertreter des Staatsfonds RDIF die Gespräche. Bundesgesundheitsminister Spahn hatte angekündigt, ohne Einbindung der Europäischen Union mit Moskau über eine Lieferung von Sputnik V zu sprechen. Deutschland werde sich auf bilateralem Weg um den Impfstoff bemühen, betonte der CDU-Politiker.

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    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 06.04.)

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  • USAPsaki: Stärkste russische Truppenpräsenz an Grenze zur Ukraine seit 1994

    Russland hat nach US-Angaben an der Grenze zur Ukraine eine so starke Truppenpräsenz aufgebaut wie zuletzt bei Beginn des Konflikts in der Region vor sieben Jahren.

    Das erklärte Regierungssprecherin Psaki in Washington. Die Vereinigten Staaten seien zunehmend besorgt über eskalierende russische Aggressionen in der Ost-Ukraine. Bundeskanzlerin Merkel mahnte Schritte zur Deeskalation an. In einem Telefonat forderte sie den russischen Präsidenten Putin auf, die Truppen seines Landes an der Grenze zur Ukraine abzuziehen. Dieser warf Kiew provokative Handlungen vor.

    In der Ostukraine kämpfen russische Separatisten gegen die ukrainische Armee. Die Aufständischen werden dabei von russischen Soldaten unterstützt - was Moskau bislang allerdings abstreitet.

  • Prozeß in USASachverständiger: George Floyd starb an Sauerstoffmangel

    In den USA hat ein Lungenfacharzt im Gerichtsprozess um den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners Floyd ausgesagt und Sauerstoffmangel als Todesursache festgemacht.

    Ein Polizist habe sein Knie lange Zeit auf Floyds Hals gedrückt, sagte der Mediziner vor den Geschworenen im Gericht der Stadt Minneapolis. Er wies Aussagen der Verteidigung zurück, wonach medizinische Vorerkrankungen zu Floyds Tod beigetragen haben könnten. Auch nach Floyds letztem Atemzug habe ihn der Polizist weiter auf die Straße gedrückt. Ein gesunder Mensch, der erlebt hätte, was Floyd wiederfahren sei, wäre in Folge dessen gestorben, betonte der Experte. Die Tat des weißen Beamten hatte in den USA beispiellose Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.

  • MedienberichtUS-Verteidigungsminister Austin kommt nach Berlin

    Der neue US-Verteidigungsminister Austin wird nach einem Medienbericht am Dienstag in Deutschland erwartet.

    In Berlin sei ein Gespräch mit seiner Amtskollegin Kramp-Karrenbauer geplant, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf Regierungskreise. Bei dem Treffen dürfte es vor allem um die Zukunft des Nato-Einsatzes in Afghanistan gehen, hieß es weiter. Austin solle während seiner Reise auch die US-Kommandozentrale für Europa in Stuttgart besuchen wie auch das Nato-Hauptquartier in Brüssel.

  • IsraelNetanjahu will Internationalen Strafgerichtshof nicht unterstützen

    Israel weigert sich, bei den Ermittlungen zu mutmaßlichen Verbrechen in den Palästinensergebieten mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammenzuarbeiten.

    Ministerpräsident Netanjahu ließ eine entsprechende Erklärung veröffentlichen. Darin heißt es, Israel werde das Gericht darüber informieren, dass es keine Befugnis habe, eine Untersuchung einzuleiten. Zuvor hatte Netanjahu dem Gerichtshof wegen dessen Tätigkeit Antisemitismus vorgeworfen.

    Der Internationale Strafgerichtshof hatte Anfang März bekannt gegeben, Ermittlungen zu Vorfällen während des Gazakriegs im Sommer 2014 aufzunehmen. Chefanklägerin Bensouda hatte bereits früher erklärt, es gebe ausreichend Anhaltspunkte für Verbrechen der israelischen Armee, der Hamas und bewaffneter Palästinensergruppen während des Kriegs.

  • Corona-Tests in UnternehmenNoch kein Angebot für 40 Prozent der Beschäftigten

    Viele Unternehmen erfüllen die Vorgaben für regelmäßige Corona-Tests ihrer Beschäftigten noch nicht - geben sich aber offenbar Mühe, das zu tun.

    Zu diesem Schluss kommen Umfragen des Arbeits- und des Wirtschaftsministeriums. Etwa zwei von drei Firmen seien "auf Kurs", heißt es darin. Die Ergebnisse sollen jetzt Grundlage für weitere Beratungen innerhalb der Bundesregierung sein. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte, es sei nicht zufriedenstellend, dass rund 40 Prozent der Beschäftigten bisher kein Testangebot erhalten habe.

    Die Bundesregierung hatte der Wirtschaft zuletzt mit Auflagen gedroht, wenn nicht mindestens 90 Prozent der Firmen regelmäßige Testmöglichkeiten schaffen. Das Thema hatte auch den heutigen Gipfel von Wirtschaftsminister Altmaier mit mehr als 40 Spitzenverbänden dominiert. Die Wirtschaft hat sich klar gegen eine Testpflicht ausgesprochen und fürchtet zusätzliche Bürokratie.

  • Ständige ImpfkommissionNach Erstimpfung mit AstraZeneca kann anderes Vakzin eingesetzt werden

    Die Ständige Impfkommission hält so genannte Kreuzimpfungen mit Astrazeneca und einem anderen Vakzin für unbedenklich.

    Man sei in der Kommission "absolut überzeugt", dass es kein Sicherheitsrisiko darstelle, wenn die erste Impfdosis mit einem anderen Präparat erfolge als die zweite Impfung, sagte der Vorsitzende der Kommission, Mertens, den Fernsehsendern RTL und ntv. Bei einer solchen Kreuzimpfung komme es nicht zur Konkurrenz zwischen den Impfstoffen im menschlichen Körper. Die Stoffe seien nach etwa zehn Tagen abgebaut.

    Die Impfkommission bleibt aber weiter bei ihrer Empfehlung, das Präparat von Astrazeneca nur bei Menschen über 60 Jahren einzusetzen. Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte den Impfstoff zuletzt für alle Altersgruppen empfohlen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 08.04.)

    Test und Schutz

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  • FrankreichMacron gibt Auflösung der ENA bekannt

    Frankreichs Präsident Macron hat die Auflösung der umstrittenen Elite-Hochschule ENA bekanntgegeben.

    Sie solle durch eine breiter aufgestellte Einrichtung ersetzt werden, sagte Macron in Paris. Geplant sei ein "Institut du Service Public", ISP, als große Ausbildungsstätte für den gehobenen Verwaltungsdienst. Er sprach von einer "tiefgreifenden Umwälzung".

    Die École Nationale d'Administration, ENA, war in den vergangenen Jahren immer wieder in die Kritik geraten. Für Gegner gilt sie als Ausbildungsstätte für einen kleinen Zirkel abgehobener Elite-Technokraten. Macron, der selbst Absolvent der ENA ist, hatte bereits vor rund zwei Jahren nach den Dauerprotesten der "Gelbwesten"-Bewegung angekündigt, dass die ENA abgeschafft werden solle.

    Die ENA war 1945 ins Leben gerufen worden. Ein Abschluss dort öffnet in Frankreich weiter die Türen für die Topetagen in Verwaltung, Diplomatie, Politik und Privatwirtschaft.

  • TageshöchstwertDurch Hausärzte deutlich mehr Impfungen

    Der Einsatz der Hausärzte hat das Tempo bei den Corona-Impfungen in Deutschland offenbar deutlich erhöht. Gestern wurden mehr als 650.000 Menschen geimpft.

    Das sind fast doppelt so viele wie am Tag davor, wie aus dem aktuellen Impfstatus-Bericht des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Mehr als 300.000 der Dosen wurden von niedergelassenen Ärzten verabreicht. Damit sind nun über 4.7Millionen Personen vollständig geimpft. Das entspricht 5,7 % der Gesamtbevölkerung. Insgesamt haben 11.515.936 Personen mindestens eine Impfdosis erhalten.

    Bislang wollen 35.000 Ärztinnen und Ärzte impfen

    In die Impfkampagne gegen das Corona-Virus werden seit Dienstag auch die Hausarztpraxen einbezogen. Bislang haben 35.000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte ihre Bereitschaft erklärt, mitzumachen. Im Laufe der Zeit sollen es 100.000 werden. In der ersten Woche stehen allerdings weniger als eine Million Impfdosen zur Verfügung; Ende des Monats sollen die Praxen pro Woche mehr als drei Millionen Impfdosen erhalten.

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  • UNOGuterres: Weitere Staaten sollen sich Abkommen zum Verbot von Anti-Personen-Minen anschließen

    UNO-Generalsekretär Guterres hat alle Nicht-Unterzeichner-Staaten des Abkommens zum Verbot von Anti-Personen-Minen aufgefordert, ihre Haltung zu überdenken.

    Guterres erinnerte vor dem UNO-Sicherheitsrat in New York daran, dass bereits mehr als 160 Staaten dem 1999 verabschiedeten Vertrag beigetreten seien. Zu den Nicht-Unterzeichnern zählen etwa die USA, China, Russland und Indien, aber auch der Iran, Israel, Myanmar und Nordkorea.

    Im dem Abkommen verpflichten sich die Staaten unter anderem, keine Anti-Personen-Minen zu produzieren und zu entwickeln. Sie müssen alle gelagerten Vorräte innerhalb von zehn Jahren vernichten.

  • USABiden will Waffenrecht per Erlass verschärfen

    US-Präsident Biden will das Waffenrecht in einzelnen Punkten verschärfen.

    In Washington kündigte er mehrere Erlasse an, unter anderem um die Verbreitung von selbst zusammengebauten Schusswaffen einzudämmen. Diese können im Internet gekauft werden und haben keine Seriennummer - was die Strafverfolgung im Falle eines Verbrechens erschwert. Biden rief zudem einzelne Bundesstaaten und den Kongress auf, strengere Gesetze zu erlassen. So dürften Waffenhersteller nicht länger vor Klagen geschützt werden.

    Schon jetzt ist klar, dass der US-Präsident mit seiner Initiative auf deutlichen Widerstand stoßen wird. Hochrangige Republikaner warfen Biden bereits vor seiner Ankündigung vor, er würde das in der Verfassung verankerte Recht auf Waffenbesitz angreifen. Auch die Lobbyorganisation NRA kündigte Protest an.

  • PersonalieSöder warnt CDU vor Bundestagskandidatur von Maaßen

    CSU-Chef Söder hat die Thüringer CDU vor einer Aufstellung des früheren Verfassungsschutzpräsidenten Maaßen als Kandidat für die Bundestagswahl gewarnt.

    Das wäre ein schwieriges Signal, sagte Söder dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Er hoffe auf eine kluge Entscheidung. Die Pläne für eine mögliche Kandidatur Maaßens in Südthüringen sind in der Union umstritten. Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Maaßen stand mehrere Jahre an der Spitze des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Er geriet 2018 nach relativierenden Äußerungen über rechtsextreme Ausschreitungen in Chemnitz in die Kritik.

  • Corona-ImpfstoffSlowakische Arzneimittelbehörde äußert Zweifel an Charge von Sputnik V

    Die slowakische Arzneimittelbehörde hat Zweifel an der Sicherheit einer Charge des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V geäußert.

    Die gelieferten Dosen seien nicht in allen Details identisch mit den zuvor in der Fachzeitschrift "The Lancet" beschriebenen, erklärte die Behörde. Allein auf der Grundlage von Labortests sei es nicht möglich, auf die Wirksamkeit und Sicherheit beim Menschen zu schließen.

    Die Slowakei hatte im März eine erste Lieferung von 200.000 Dosen des russischen Impfstoffes erhalten, der bisher nicht in der EU zugelassen ist. Bisher wurde das Vakzin nicht verimpft, da eine vorherige Prüfung angeordnet wurde.

    Der Streit um Sputnik V hatte in der vergangenen Woche zum Rücktritt des slowakischen Ministerpräsidenten Matovic geführt. Ihm wurde neben Fehlern im Corona-Krisenmanagement auch der hastige Ankauf des russischen Impfstoffs vorgeworfen. Matovic selbst, der noch Finanzminister ist, kritisierte negative Medienberichte auf Facebook als böswillige Verschwörung.

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 08.04.)

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  • RusslandNawalny-Unterstützer zu mehrtägigen Haftstrafen verurteilt

    Nach Protesten vor dem Haftlager des russischen Kreml-Kritikers Nawalny sind mehrere seiner Unterstützer zu kurzen Gefängnisstrafen verurteilt worden.

    Anwälte einer Menschenrechtsorganisation teilten mit, einer ihrer Mandanten habe eine zehntägige Haftstrafe erhalten. Bereits gestern seien vier Menschen zu Strafen zwischen acht und neun Tagen Gefängnis verurteilt worden.

    Die Aktivisten hatten vor dem Straflager Pokrow demonstriert, nachdem sich der Gesundheitszustand Nawalnys in den vergangenen Tagen zunehmend verschlechtert hatte. Dieser hatte vor gut einer Woche einen Hungerstreik begonnen, um eine bessere ärztliche Behandlung zu erhalten.

    Bundeskanzlerin Merkel hat die Situation Nawalnys heute in einem Telefonat mit Russlands Präsident Putin erörtert. Was genau besprochen wurde, ist nicht bekannt.

  • Corona-PandemieWeniger als zwei Prozent aller Corona-Impfungen in Afrika

    Die Weltgesundheitsorganisation kritisiert eine mangelhafte Versorgung Afrikas mit Impfstoffen gegen Covid-19.

    An die 1,3 Milliarden Menschen dort seien bisher weniger als zwei Prozent aller weltweit ausgelieferten Impfdosen verabreicht worden, sagte die zuständige WHO-Regionaldirektorin, Moeti, in Brazzaville. Sie befürchtet weitere Verzögerungen der Vakzin-Lieferungen an die afrikanischen Länder, nachdem Indien den Export von Impfstoffen vorübergehend untersagt hat. Indiens Pharmaindustrie sollte eigentlich im Auftrag des UNO-Programms Covax massenhaft Impfdosen nach Afrika ausführen.

    Auf dem afrikanischen Kontinent wurden laut WHO bislang 4,3 Millionen Covid-19-Fälle erfasst. Rund 114.000 Menschen seien an oder mit der Krankheit gestorben.

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  • Baden-WürttembergKoalitionsverhandlungen haben begonnen

    Dreieinhalb Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben Grüne und CDU die Verhandlungen über eine Neuauflage ihrer Koalition aufgenommen.

    Zum Auftakt legten beide Seiten den Zeitplan für die Gespräche fest und befassten sich mit der schwierigen Finanzlage des Bundeslandes. Ministerpräsident Kretschmann von den Grünen sagte, er schätze die Defizite im Haushalt als sehr dramatisch ein. CDU-Landeschef Strobl sprach von einem Rendezvous mit der Realität.

    Am 8. Mai wollen die beiden Parteien ihr Regierungsprogramm auf Landesparteitagen bestätigen lassen. Vier Tage später ist Kretschmanns Wiederwahl zum Regierungschef geplant.

    Beide Parteien regieren Baden-Württemberg seit 2016 gemeinsam. Nach der Wahl hatte es bei den Grünen eine kontroverse Debatte über Koalitions-Optionen gegeben. Teile der Landespartei sprachen sich für ein rechnerisch ebenfalls mögliches Bündnis mit SPD und FDP aus. Am Ende setzte sich aber Ministerpräsident Kretschmann durch, der die Koalition mit der CDU fortsetzen wollte.

  • Corona-PandemieBundesländer begrüßen Verhandlungen Spahns über Impfstoff Sputnik V

    Die angekündigten Verhandlungen von Bundesgesundheitsminister Spahn mit Russland über den Ankauf des Corona-Impfstoffs Sputnik V stoßen in einigen Bundesländern auf Zustimmung.

    Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Schwesig, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, wenn der Bund Sputnik-Impfstoffdosen für Deutschland sichern wolle, habe dies ihre volle Unterstützung. Auch Thüringens Ministerpräsident Ramelow befürwortete die Initiative Spahns. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke bekundete ebenfalls Interesse.

    Vorstoß einzelner Bundesländer sorgt auch für Kritik

    Niedersachsens Ministerpräsident Weil sagte im ZDF, er werde sich – anders als Bayern – an das vereinbarte gemeinsame Vorgehen bei der Impfstoffbestellung halten. Ähnlich äußerte sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer. Der Vorsitzende der ständigen Impfkommission, Mertens, sagte ebenfalls im ZDF, prinzipiell sei es gut, dass man jetzt versuche, sich Impfstoff zu sichern, der bayerische Alleingang überzeuge ihn allerdings nicht. Die bislang publizierten Daten über Sputnik V bezeichnete Mertens als "sehr gut" und ergänzte: "Wenn der Impfstoff geprüft und zugelassen wird, hätte ich persönlich auch nichts gegen den Einsatz des Impfstoffes einzuwenden."

    Spahn: EU-Zulassung ist Voraussetzung

    Spahn hatte angekündigt, mit Russland einen Vorvertrag für Sputnik V auszuhandeln, da die EU-Kommission keine entsprechenden Verträge mit Moskau abschließe. Voraussetzung sei die Zulassung des Vakzins in der EU, sagte Spahn im WDR-Hörfunk. Hierzu müsse Russland Daten liefern. Gestern hatte der bayerische Ministerpräsident Söder bekanntgegeben, dass sein Bundesland einen Vorvertrag über den Bezug von 2,5 Millionen Dosen Sputnik V abgeschlossen hat. Laut einer Umfrage des Instituts "Yougov" im Auftrag des "Handelsblatts" würden sich 55 Prozent der Befragten mit Sputnik V impfen lassen.

    Lesetipp: Eine Übersicht über die Impfstoffe finden Sie hier.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • NordirlandWas steckt hinter den Krawallen in Belfast?

    Schon die vierte Nacht in Folge kam es zu Ausschreitungen in Nordirland. Die Spannungen in der früheren Bürgerkriegsregion haben sich wieder erhöht - und das nicht nur wegen des Brexits.

    Molotow-Cocktails, brennende Autos und verletzte Polizisten – anhaltende nächtliche Krawalle in Belfast haben die Regierung in London auf den Plan gerufen. Premierminister Johnson schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, er sei sehr besorgt. Der Weg, Differenzen zu lösen, sei der Dialog, nicht Gewalt oder Kriminalität. Auch Nordirlands Regierungschefin Foster von der pro-britischen DUP kritisierte die Ausschreitungen. Sie seien kein Protest, sondern Vandalismus und versuchter Mord. Ähnlich äußerte sich Fosters Stellvertreter O'Neill von der Sinn-Féin-Partei.

    Hintergrund der Krawalle sind politische Spannungen zwischen den pro-britischen Unionisten und den Anhängern eines vereinigten Irlands sowie der Polizei. Brennpunkte sind überwiegend protestantisch geprägte, pro-britische Gebiete in der nordirischen Hauptstadt und deren Umgebung sowie Londonderry. Dort haben Randalierer Autos angezündet und Polizisten mit Molotowcocktails und anderen Gegenständen beworfen. Dutzende Einsatzkräfte wurden nach Angaben der Polizei verletzt.

    Unzufriedenheit mit den Brexit-Folgen wächst

    In Nordirland wächst die Unzufriedenheit mit den Folgen des Austritts Großbritanniens aus der EU, der am 1. Januar vollständig vollzogen wurde. Die Unionisten lehnen die Vereinbarung zwischen London und Brüssel ab, wonach aus Großbritannien nach Nordirland eingeführte Waren kontrolliert werden müssen. Sie befürchten, dass Nordirland als Provinz im Vereinigten Königreich zunehmend abgekoppelt und benachteiligt wird. Die Provinz ist weiter Teil des EU-Handelsraums, um Warenkontrollen an der Grenze zum EU-Mitglied Irland zu verhindern.

    Die Zollregelung trifft die Bevölkerung hart. Wegen der zeitraubenden Kontrollen blieben die Regale großer Supermarktketten in Nordirland zuletzt immer wieder leer. Auch die Post liefert nicht mehr zuverlässig zwischen Großbritannien und Nordirland. Die politische Brisanz der Brexit-Folgen ergibt sich auch daraus, dass 56 Prozent der Nordiren 2016 angaben, in der EU bleiben zu wollen. Eine knappe Mehrheit in einem gespaltenen Land.

    Zudem gilt eine offene irische Grenze als eine Säule des Friedensprozesses, der auf dem Karfreitagsabkommen von 1998 beruht. Der Pakt setzte jahrzehntelanger Gewalt zwischen irischen Republikanern, britischen Loyalisten und britischen Streitkräften ein Ende, bei der mehr als 3.000 Menschen getötet wurden.

    Zerstrittene Regierung, umstrittene Justizentscheidung

    Knapp 100 Tage nach dem Brexit steuert Nordirland einer schweren politischen Krise entgegen. Wie zerstritten die Regierung ist, zeigte sich auch an der kürzlichen Forderung von Ministerpräsidentin Foster, den nordirischen Polizeipräsidenten zu entlassen. Die zuständige Justizministerin Long wies die Forderung als unbegründet zurück und stellte die Regierungschefin damit bloß.

    Zu dieser ohnehin instabilen Gemengelage kam eine umstrittene Justizentscheidung: Die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren gegen führende Vertreter von Sinn Féin ein, der größten irisch-katholischen Nationalistenpartei. Deren ehemaliger Vorsitzender Adams, dessen Nachfolgerin McDonald sowie die Ko-Leiterin der Allparteienregierung, O’Neill, hatten im Juni mit rund 2.000 anderen Personen am Begräbnis des legendären IRA-Führers Storey teilgenommen.

    Damit demonstrierten sie nicht nur Solidarität mit der irisch-republikanischen Terrorgruppe, die am 30 Jahre langen Bürgerkrieg beteiligt war. Kritiker werfen der Staatsanwaltschaft und Polizei ein Einknicken vor der Republikaner-Elite vor. Die alten Spannungen aus dem Bürgerkrieg treten im aktuellen Konflikt wieder offen zutage.

    Weitere Informationen zu den Hintergründen der Konflikte in Nordirland können Sie auch in der Dlf-Sendung "Der Tag - Brodeln in Nordirland" nachhören.

  • WirtschaftsgipfelKeine konkreten Beschlüsse gebracht

    Bundeswirtschaftsminister Altmaier sieht mögliche gesetzliche Vorgaben für Unternehmen skeptisch, Corona-Tests für Beschäftigte anzubieten.

    Das machte der CDU-Politiker bei einer Videokonferenz mit Vertretern von mehr als 40 Wirtschaftsverbänden deutlich. Die Unternehmen nähmen ihre Verantwortung wahr. Das entsprechende Angebot sei zuletzt deutlich ausgebaut worden.

    Der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes HDE, Genth, sagte, der Wirtschaftsgipfel dürfe kein reiner Gesprächskreis bleiben, es müssten auch Taten folgen. Für Teile der Branche sei die Lage nach Monaten des Lockdowns desaströs. Schnellstens abgeschafft werden müssten die Höchstsummen für Nothilfen auf nationaler und auf EU-Ebene. Ansonsten seien viele größere, filialisierte Händler nicht zu retten, betonte Genth.

    Anlässlich des Treffens mit Altmaier forderten mehrere Verbände eine Ausweitung staatlicher Hilfen sowie ein Lockerungskonzept. Die Reise- und Tourismuswirtschaft regte einen Wiederaufbaufonds an.

  • "Sofagate"Türkischer Umgang mit von der Leyen beschäftigt EU-Parlament

    Die beiden größten Fraktionen im Europaparlament haben eine Plenardebatte über den Umgang der Türkei mit EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen bei ihrem jüngsten Besuch in Ankara gefordert.

    Die konservative EVP und die Sozialdemokraten verlangen, dass von der Leyen und EU-Ratspräsident Michel dazu Ende April ins Parlament geladen werden. Beide Politiker hatten am Dienstag mit dem türkischen Präsidenten Erdogan über die weitere Zusammenarbeit beraten. Dabei hatten sich Erdogan und Michel in zwei nebeneinander stehende Sessel gesetzt. Von der Leyen musste in gewissem Abstand auf einem Sofa Platz nehmen. Dies wurde von Beoachtern als frauenfeindlich interpretiert und löste Kritik an der türkischen Regierung aus. Deren Außenminister Cavusoglu wies die Vorwürfe zurück. Er erklärte, die Sitzordnung sei in Übereinstimmung mit der EU festgelegt worden.

  • Hertha BSCUngarn bestellt nach Rauswurf von Torwarttrainer deutschen Botschaftsvertreter ein

    Nach der Entlassung des ungarischen Torwarttrainers Zsolt Petry beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC hat die Regierung in Budapest einen Vertreter der deutschen Botschaft einbestellt.

    Petry war wegen umstrittener Äußerungen zu Migration und Homosexualität entlassen worden. Damit habe der Verein die freie Meinungsäußerung eingeschränkt, erklärte das ungarische Außenministerium. Deutschland habe wie Ungarn historische Erfahrungen mit Meinungsterror. Deshalb sei der Schutz des Grundrechts auf freie Rede die gemeinsame moralische Pflicht beider Staaten.

    Petry hatte in einem Interview mit einer ungarischen Zeitung die europäische Einwanderungspolitik als "Ausdruck des moralischen Verfalls" bezeichnet und sich unter anderem kritisch zu Homosexualität geäußert. Hertha BSC hatte die Entlassung des Torwarttrainers damit begründet, das seine Äußerungen unvereinbar mit dem Bekenntnis des Vereins zu Werten wie Vielfalt und Toleranz seien.

  • Ibiza-VideoMutmaßlicher Drahtzieher kritisiert Ermittler scharf

    Rund zwei Jahre nach Bekanntwerden des Ibiza-Videos hat der mutmaßliche Drahtzieher vor dem Untersuchungsausschuss in Wien ausgesagt.

    Der Privatdeketiv erklärte, es habe keine weiteren Beteiligten oder Hintermänner gegeben. Die Idee zu dem Video sei ihm angesichts der Untätigkeit der Polizei gekommen. Ein ehemaliger Leibwächter hatte zuvor belastendes Material gegen den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Strache gesammelt und diesen bei der Polizei angezeigt. Die Beamten seien der Anzeige aber nicht wirklich nachgegangen.

    Der Untersuchungsausschuss soll aus Anlass des Ibiza-Videos die mutmaßliche Käuflichkeit der damaligen ÖVP-FPÖ-Regierung untersuchen. Eine zentrale Rolle spielen dabei etwaige Parteispenden und der Verdacht, dass für sie Gegenleistungen erbracht worden sein könnten.

    Der mutmaßliche Drahtzieher wurde Ende 2020 in Berlin festgenommen und Anfang März an Österreich ausgeliefert. Dort sitzt er in Untersuchungshaft. Die österreichische Justiz ermittelt gegen ihn wegen Drogenhandels und Erpressung.

    In dem Video, das 2017 in einer Villa auf Ibiza aufgenommen wurde, hatte der spätere österreichische Vizekanzler Strache mit einer angeblichen russischen Oligarchin über illegale Parteispenden und Großaufträge gesprochen. Der Privatdetektiv hatte das Haus zuvor verwanzt und war nach Bekanntwerden des Videos untergetaucht. Die Affäre hatte zum Rücktritt Straches und zu Neuwahlen in Österreich geführt.

  • KinderhilfswerkOrganisation beklagt anhaltend hohes Niveau der Kinderarmut in Deutschland

    Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland.

    Berechnungen der Organisation zufolge ist jeder dritte Hartz-IV-Empfänger ein Kind. Vor fünf Jahren lag der Wert noch etwas niedriger. Damit seien Kinder und Jugendliche mit ihren Familien in besonderem Maße von Armut betroffen, erklärte der Präsident des Kinderhilfswerks, Krüger. Die finanziellen Leistungen für Familien während der Corona-Pandemie seien zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Die Organisation fordert jedoch für die Dauer der Pandemie 100 Euro pro Kopf und Monat mehr. Mit dem Geld sollen zum Beispiel wegfallende Schul- und Kitaessen, Preissteigerungen bei Obst und Gemüse sowie Mehrausgaben für Masken kompensiert werden.

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  • Corona-PandemieSpahn will mit Russland über Sputnik-V-Impfstoff verhandeln

    Bundesgesundheitsminister Spahn hat Gespräche mit Russland über den Ankauf des Corona-Impfstoffs Sputnik V angekündigt. Der CDU-Politiker sagte, die EU-Kommission werde ihrerseits keine Verträge mit Moskau über Impfstoff-Lieferungen abschließen. Deshalb werde es bilaterale Verhandlungen geben. Wie stehen die Chancen für eine Zulassung in der EU? Und welche Bundesländer wagen einen Alleingang? Ein Überblick.

    Spahn hatte das deutsche Vorgehen nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters gestern Abend im Kreis der EU-Gesundheitsminister bekanntgegeben. Zuvor hatte die EU-Kommission erneut kein Interesse an einem Vorvertrag zu Sputnik V signalisiert. Im WDR-Hörfunk erklärte Spahn, vor einer deutschen Bestellung gehe es zunächst um die Zulassung von Sputnik V in der EU. Dafür müsse Russland Daten liefern. Solange das nicht geschehe, könne es keine Zulassung geben.

    Der Minister betonte, er erwarte von Russland zudem verbindliche Aussagen dazu, wann und wie viel Impfstoff geliefert werden könnte. Um wirklich einen Unterschied für die aktuelle Infektionslage zu machen, müsste die Lieferung schon in den nächsten zwei bis vier Monaten kommen. "Ansonsten haben wir so oder so mehr als genug Impfstoff", erklärte der CDU-Politiker.

    Lesetipp: Eine Übersicht über die Impfstoffe finden Sie hier.

    Erste Bundesländer wagen einen Alleingang

    Gestern hatte der bayerische Ministerpräsident Söder bekanntgegeben, dass sein Bundesland einen Vorvertrag über den Bezug von 2,5 Millionen Dosen Sputnik V abgeschlossen hat. Geplant sei, dass ein Werk in Illertissen das Vakzin im Auftrag der Sputnik-Entwickler produziert.

    Auch Mecklenburg-Vorpommern will nach Angaben von Gesundheitsminister Glawe einen Vertrag mit dem Sputnik-V-Hersteller schließen. Der NDR berichtet, dass der Vertrag die Lieferung von einer Million Impfdosen für das Bundesland beinhalten solle. Glawe rechne Ende Mai oder Anfang Juni mit einem Einsatz des Impfstoffs. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke bekundete ebenfalls Interesse.

    Der Vorstoß einzelner Bundesländer hatte auch für Kritik gesorgt. Niedersachsens Ministerpräsident Weil sagte im ZDF, er werde sich – anders als Bayern – an das vereinbarte gemeinsame Vorgehen bei der Impfstoffbestellung halten. Ähnlich äußerte sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer. Der Vorsitzende der ständigen Impfkommission, Mertens, sagte ebenfalls im ZDF, prinzipiell sei es gut, dass man jetzt versuche, sich Impfstoff zu sichern, der bayerische Alleingang überzeuge ihn allerdings nicht. Die bislang publizierten Daten über Sputnik V bezeichnete Mertens als "sehr gut" und ergänzte: "Wenn der Impfstoff geprüft und zugelassen wird, hätte ich persönlich auch nichts gegen den Einsatz des Impfstoffes einzuwenden."

    Impfstoff nur zu "Propagandazwecken" oder gutes Vakzin?

    Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit den Antrag auf Zulassung von Sputnik V in der EU. Im April werden Experten der EMA in Russland zur Begutachtung der Produktion und Lagerung des Impfstoffs erwartet. Erst wenn die EMA erste Ergebnisse wissenschaftlicher und klinischer Tests ausgewertet hat, kann das eigentliche Zulassungsverfahren beginnen. Dies dürfte einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Als Reaktion auf den Start der EMA-Prüfung stellte Russland die Belieferung der EU mit 50 Millionen Impfdosen ab Juni in Aussicht.

    Russland gab das Mittel bereits Mitte August 2020 als weltweit ersten Corona-Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung frei – noch vor dem Abschluss aller wissenschaftlichen Studien. Dies stieß international auf scharfe Kritik. EU-Ratspräsident Michel warf Russland wie auch China vor, ihre Corona-Impfstoffe "für Propagandazwecke" einzusetzen. Auch internationale Experten sehen diese Gefahr. Der New Yorker Think Tank "The Soufan Center" verglich das Vorgehen Russlands und Chinas gar mit einem "neuen Rüstungswettlauf".

    Mittlerweile haben in der medizinischen Fachpresse publizierte Daten dem Vektorimpfstoff hohe Wirksamkeit bescheinigt. Nach einer Anfang Februar in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie schützt das Vakzin zu mehr als 90 Prozent vor einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung. Damit hätte Sputnik V eine ähnlich hohe Wirksamkeit wie die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

    Problematische Lieferung in der Slowakei

    Nach russischen Angaben ist Sputnik V weltweit in mehr als 50 Ländern zugelassen. Auch etliche EU-Staaten haben sich auf bilateralem Weg bereits Dosen von Sputnik V gesichert. Sputnik V könnte der erste nicht-westliche Corona-Impfstoff werden, der in der EU eine Zulassung erhält.

    Das EU-Mitglied Ungarn hat Sputnik V im Februar eine nationale Zulassung erteilt und setzt das Mittel bereits ein. Ende Februar nahm Österreich Verhandlungen mit Moskau über die Lieferung von einer Million Impfstoffdosen auf. Auch die Slowakei und Tschechien haben Sputnik-V-Dosen bestellt und angekündigt, für deren Einsatz nicht auf die EMA-Zulassung warten zu wollen.

    Doch in der Slowakei gibt es bereits Probleme mit Sputnik V. Der slowakischen Arzneimittelbehörde SUKL zufolge unterscheidet sich die in die Slowakei gelieferte Charge des russischen Impfstoffs Sputnik-V sich von denen, die von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" geprüft wurden. Die Behörde betont, dass sie die Vorteile und Risiken der 200.000 gelieferten Impfdosen nicht einschätzen könne. Aufgrund fehlender Angaben des Herstellers wird der Impfstoff noch nicht verwendet.

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  • Gewalt in MyanmarLambsdorff (FDP) fordert Ausweisung von Militärattaché

    FDP-Fraktionsvize Lambsdorff hat die Bundesregierung aufgefordert, den Militärattaché von Myanmar sofort auszuweisen.

    An der Botschaft des Landes in Berlin dürfe es keinen "diplomatischen Putsch" geben wie in London, sagte Lambsdorff. Er bezog sich dabei auf einen Vorfall an der myanmarischen Botschaft in Großbritannien. Dort war der Botschafter vom Militärattaché seines eigenen Landes ausgesperrt worden. Er hatte sich als Gegner des Militärputsches von Anfang Februar positioniert und die Freilassung der entmachteten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi gefordert.

    Die britische Regierung erklärte, sie sei von der Militärjunta in Myanmar über die Abberufung des Botschafters unterrichtet worden. Entsprechend den diplomatischen Regeln müsse man die Entscheidung anerkennen.

    In Myanmar selbst wurden bei Protesten gegen das Militärregime erneut mehrere Menschen getötet. Örtliche Medien berichten von mindestens elf Toten in der Stadt Taze im Nordwesten des Landes.

  • MenschenrechtePflichtimpfungen für Kinder in Tschechien rechtens

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat mehrere Klagen gegen Pflichtimpfungen für Kinder abgewiesen.

    Die Richter entschieden, dass es nicht gegen die Menschenrechtskonvention verstößt, wenn Eltern verpflichtet werden, ihre Kinder gegen ansteckende Krankheiten zu impfen. Vielmehr sei es verhältnismäßig, wenn ein Staat seine Bürgerinnen und Bürger auf diese Art schützen wolle.

    Im konkreten Fall ging es um die Impfpflicht in Tschechien. Dort müssen Kinder gegen insgesamt neun Krankheiten wie Masern, Tetanus und Hepatitis B immunisiert werden. Ansonsten droht beispielsweise der Ausschluss von der Vorschule sowie eine Geldstrafe. Dazu entschied der Gerichtshof, diese Konsequenzen stellten keine Menschenrechtsverletzung dar, weil sie im Interesse der Kinder und der öffentlichen Gesundheit und dabei verhältnismäßig seien.

    Das Straßburger Urteil ist auch für Deutschland relevant. Hier gibt es zum Teil Widerstand gegen die neue Impfpflicht gegen Masern.

    (AZ: 47621/13, 3867/14, 73094/14, 19306/15, 19298/15 und 43883/15)

  • Covid-19Corona-Krise lässt Löhne und Gehälter sinken

    Die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland sind erstmals seit der deutschen Vereinigung 1990 gesunken.

    Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, gingen sie im Jahr 2020 um 0,1 Prozent zurück im Vergleich zu 2019. Grund sei die Corona-Krise mit einem drastischen Anstieg der Kurzarbeit und einem starken Rückgang der Zahl der geringfügig Beschäftigten.

    Deutlich weniger verdienten laut dem Statistikamt Mitarbeitende in der Luftfahrt-Branche. Auch die Gehälter in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern, im Gastgewerbe und im Handel seien niedriger gewesen. Vergleicht man den Zeitraum von 2010 bis 2020, seien die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland allerdings um 28,5 Prozent gestiegen.

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  • CoronavirusBerliner Charité schränkt Klinikbetrieb wieder stark ein

    Europas größte Uniklinik, die Berliner Charité, schränkt wegen steigender Covid-19-Fälle den regulären Klinikbetrieb wieder stark ein.

    Ab kommender Woche würden die Beschäftigen vermehrt für Corona-Patienten eingesetzt, teilte die Uniklinik mit. Planbare Eingriffe bei anderen Krankheiten würden zurückgefahren. Notfälle und zeitkritische Eingriffe sollen von der Regelung vorerst ausgenommen bleiben.

    In der Charité werden vor allem Patientinnen und Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen behandelt. Die Klinik hatte schon im Dezember und Januar wegen steigender Corona-Fallzahlen auf ein Notprogramm umgestellt.

    Seit Mitte März steigt bundesweit die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 wieder deutlich an auf nun mehr als 4.400. In Berlin nähert sich die Auslastung der Intensivbetten mit dieser Art von Erkrankten wieder der als kritisch definierten Schwelle von 25 Prozent an.

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  • Corona und InfektionsschutzgesetzUnionsabgeordnete wollen mehr Kompetenzen für den Bund

    Abgeordnete der Unionsfraktion im Bundestag wollen dem Bund mehr Kompetenzen in der Pandemie-Bekämpfung verschaffen. Das Ziel: mehr Einheitlichkeit bei den Auflagen. Im Gespräch ist dabei eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Die SPD zeigt sich grundsätzlich bereit zu solchen Reformen.

    Das Schreiben aus der Unionsfraktion liegt auch unserem Hauptstadtstudio vor. Demnach soll es dem Bund ermöglicht werden, Corona-Maßnahmen per Rechtsverordnung zu erlassen. In der Folge könnte dann neben den Landesregierungen auch die Bundesregierung Beschränkungen verhängen. Dazu müsse jedoch das Infektionsschutzgesetz geändert werden, hieß es weiter.

    Die derzeit gültige Fassung des Gesetzes sieht vor, dass es Aufgabe der Länder ist, Corona-Schutzmaßnahmen zu erlassen und durchzusetzen. Die CDU-Abgeordneten Röttgen, Wadephul und Magwas kritisieren in einem Schreiben an ihre Fraktionskollegen aber die zunehmend uneinheitliche Auslegung der Maßnahmen von Land zu Land. Der Vorstoß wird inzwischen von mehr als 50 Unionsabgeordneten unterstützt.

    SPD grundsätzlich offen

    Die SPD-Fraktion im Bundestag zeigte sich grundsätzlich offen. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiese sagte im Deutschlandfunk, in bestimmten Bereichen könne man über klarere bundeseinheitliche Rahmenbedingungen nachdenken, etwa durch Änderungen am Infektionsschutzgesetz. Zugleich warnte er davor, dem Föderalismus an allem die Schuld zu geben, was im Kampf gegen das Coronavirus nicht richtig laufe. Dass mehr Zentralismus nicht zu besseren Ergebnissen führen müsse, sehe man am Beispiel Frankreichs. Wiese vermisst zudem eine einheitliche Linie beim Koalitionspartner. Bei CDU und CSU gebe es ein Wirrwarr verschiedener Stimmen, kritisierte er.

    Linkspartei lehnt Vorstoß ab

    Die Linkspartei lehnt die Initiative aus der Unionsfraktion prinzipiell ab. Bevor der Bund das Infektionsschutzgesetz ändere, müsse er erst einmal die bestehenden Möglichkeiten ausschöpfen, sagte Fraktionschef Bartsch der "Augsburger Allgemeinen". Ähnlich äußerte sich der thüringische Ministerpräsident Ramelow.

    Auch Merkel für Gesetzesänderung

    Laut der "Bild"-Zeitung strebt auch Bundeskanzlerin Merkel eine entsprechende Gesetzesänderung an. Ziel sei, das Vorgehen zu vereinheitlichen, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Demnach sollen Landkreise bei erhöhten Inzidenz- und R-Werten dazu verpflichtet werden, ihre Maßnahmen zu verschärfen.

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  • Konflikt mit der UkraineRussland verlegt laut Medien Kriegsschiffe ins Schwarze Meer

    Russland verlegt einem Medienbericht zufolge mehrere Kriegsschiffe ins Schwarze Meer.

    Wie Reuters unter Berufung auf die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet, sollen die Artillerie- und Ladungsschiffe dort an Übungen teilnehmen. An das Schwarze Meer grenzt unter anderem die Ukraine mit der von Russland annektierten Halbinsel Krim.

    Der ukrainische Präsident Selenskyj kündigte für heute einen Besuch an der Frontlinie in der Ost-Ukraine an. Das Büro des Staatschefs in Kiew teilte mit, Selenskyj werde zu Stellungen fahren, an denen der vereinbarte Waffenstillstand in den vergangenen Tagen systematisch verletzt worden sei. Die Regierung in Kiew wirft Russland vor, seit Wochen Truppen an der Grenze zur Ukraine zu verstärken. Russland widersprach den Berichten nicht, betonte aber, niemanden zu bedrohen.

  • NordirlandPolitiker verurteilen Krawalle in Belfast

    Britische Politiker haben die erneuten Krawalle in der nordirischen Hauptstadt Belfast verurteilt.

    Premierminister Johnson schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, er sei sehr besorgt. Der Weg, Differenzen zu lösen, sei der Dialog, nicht Gewalt oder Kriminalität. Auch Nordirlands Regierungschefin Foster von der pro-britischen DUP kritisierte die Ausschreitungen. Sie seien kein Protest, sondern Vandalismus und versuchter Mord. Ähnlich äußerte sich Fosters Stellvertreter O'Neill von der Sinn-Féin-Partei.

    In Nordirland wächst die Unzufriedenheit mit den Folgen des Austritts Großbritanniens aus der EU, der am 1. Januar vollständig vollzogen wurde. Die Unionisten lehnen die Vereinbarung zwischen London und Brüssel ab, wonach aus Großbritannien nach Nordirland eingeführte Waren kontrolliert werden müssen. Seit vergangener Woche kommt es wiederholt zu Krawallen.

  • Ständige ImpfkommissionAstrazeneca-Vakzin auch weiterhin nur für über 60-Jährige

    Die Ständige Impfkommission bleibt bei ihrer Empfehlung, das Astrazeneca-Vakzin nur bei über 60-jährigen Menschen einzusetzen.

    Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte den Impfstoff zuletzt für alle Altersgruppen empfohlen. Stiko-Chef Mertens sagte im ZDF, die Arzneimittelbehörde bewerte auf Grundlage der Frage, was für die gesamte Bevölkerung der Europäischen Union von Vorteil sei. In Deutschland sei die Situation dagegen etwas anders. Man sei hierzulande nicht so abhängig von Astrazeneca und könne Impfstoffe verschieben. Damit werde derselbe Effekt erzielt, aber das Risiko für schwere Nebenwirkungen in einer bestimmten Altersgruppe deutlich reduziert. Mertens betonte, man halte solche sogenannten Kreuzimpfungen für unbedenklich.

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  • IsraelGedenken an Holocaust-Opfer

    Israel hat der Opfer des Holocaust gedacht.

    Landesweit heulten am Vormittag zwei Minuten lang die Sirenen. Die Menschen verharrten in stillem Gedenken an die sechs Millionen Juden, die von den Nazis ermordet wurden. Anschließend begannen zahlreiche Veranstaltungen. In Israel leben nach offiziellen Angaben noch etwa 175.000 Holocaust-Überlebende.

  • CoronaWeil gegen bundesweiten Lockdown

    Der niedersächsische Ministerpräsident Weil lehnt einen bundesweiten Lockdown ab.

    Der SPD-Politiker sagte im ZDF, er sei gegen einen - Zitat - "kurzatmigen Aktionismus" und habe große Zweifel, dass sein Land diese Maßnahme mittragen würde. Dafür sehe er schlicht die Umstände nicht. Weil ergänzte, die Infektionszahlen in Niedersachen gingen zurück, die Lage sei entspannt.

    Bundeskanzlerin Merkel und weitere Spitzenpolitiker hatten einen bundesweit einheitlichen Lockdown gefordert. Einem Medienbericht zufolge strebt Bundeskanzlerin Merkel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes an. Ziel sei es, das Vorgehen bundesweit zu vereinheitlichen, meldet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise.

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  • Schule in Corona-Krise"Arche"-Gründer: "Wir haben eine Generation der Verlierer gezüchtet"

    Der Gründer des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks "Die Arche", Bernd Siggelkow, hat die Bildungspolitik der Länder in der Corona-Pandemie scharf kritisiert.

    Im Deutschlandfunk sagte der Pfarrer, man habe seit zwölf Monaten ein Schulsystem, das kollabiere. Kinder, die vorher abgehängt waren, seien nun noch schlechter in der Schule, weil sie keine Förderung erfahren hätten. Er kritisierte, dass Kinder während der Pandemie nicht zumindest einmal pro Woche in die Schule geschickt worden seien, etwa in Kleingruppen. Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hätten den Kopf in den Sand gesteckt.

    Siggelkow geht von steigender Quote funktionaler Analpabeten aus

    Stattdessen hätte man etwa Lehramtsstudenten in den Schuldienst integrieren können, um abgehängte Schüler und deren Eltern zu unterstützen, sagte Siggelkow. Nun habe man eine Generation der Verlierer gezüchtet. Die Folgen werde man nach der Pandemie noch deutlicher sehen. Er geht davon aus, dass dann mehr Kinder aufgrund ihrer Symptome in psychiatrische Behandlung kommen und die Quote der funktionalen Analphabeten steigt.

    Die Kultusminister und -ministerinnen der Länder beraten am Nachmittag über das weitere Vorgehen an den Schulen nach den Osterferien. Lehrer- und Schülervertreter forderten zuvor unter anderem einheitliche Regeln für Schulöffnungen und Corona-Tests.

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  • Covid-19RKI registriert 20.407 Neuinfektionen

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 20.407 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

    Das waren 3.893 weniger als am vergangenen Donnerstag. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 306 neue Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet nach 201 vor einer Woche. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner beträgt laut RKI nun 105,7. Gestern lag die Inzidenz noch bei 110,1.

    Das RKI geht davon aus, dass sich um die Osterfeiertage herum weniger Menschen testen ließen. Auch sei es möglich, dass nicht alle Gesundheitsämter an allen Tagen Daten übermittelt hätten, so dass beides zu einer geringeren Meldezahl geführt haben könnte.

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  • CoronaTourismuswirtschaft für Verlängerung der Überbrückungshilfen

    Die deutsche Reise- und Tourismuswirtschaft fordert eine Verlängerung der staatlichen Überbrückungshilfen.

    Der Präsident des Bundesverbands, Frenzel, sagte der "Augsburger Allgemeinen", es sei absehbar, dass es dauern werde, bis man wieder zu einem annähernd normalen Geschäft komme. Daher müssten die Hilfen über den 30. Juni hinaus verlängert werden. Die Betriebe benötigten weiter finanzielle Unterstützung, selbst wenn in den nächsten Wochen und Monaten Angebote schrittweise wieder ermöglicht würden. Trotz der dritten Corona-Infektionswelle seien aber auch Öffnungsschritte nötig, meinte Frenzel.

    Bundeswirtschaftsminister Altmaier spricht heute erneut mit Vertretern von mehr als 40 Wirtschaftsverbänden aus zahlreichen Branchen.

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  • KlimawandelTesla kritisiert Genehmigungsverfahren rund um deutsches Werk

    Der amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla mahnt eine Reform der Genehmigungsverfahren für Projekte in Deutschland zugunsten des Klimaschutzes an.

    In einer Stellungnahme hieß es, die Behörden sollten Verfahren und Gesetze, die den Klimawandel bekämpften und solche, die ihn beschleunigten, nicht länger gleich behandeln. Die im Bau befindliche Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin helfe durch Verbreitung von E-Mobilität im Kampf gegen die Erderwärmung. Es sei deshalb besonders irritierend, dass es 16 Monate nach dem Antrag noch keinen Zeitplan für die Erteilung einer endgültigen Genehmigung gebe. - Der US-Konzern will in seinem ersten europäischen Werk in Grünheide im Sommer die Produktion aufnehmen.

  • Corona-BeschränkungenEx-Verfassungsrichter Di Fabio gegen drastische Verschärfungen

    In der Diskussion über Verschärfungen der Corona-Politik warnt der frühere Bundesverfassungsrichter Di Fabio vor zu weitgehenden Einschränkungen der Grundrechte.

    Er sagte der "Rheinischen Post", zwar dürfe der Staat sehr weitreichend eingreifen, wenn etwa das medizinische Versorgungssystem tatsächlich vor einem Kollaps stehe. Maßnahmen wie etwa Ausgangssperren aber dürften nur verhängt werden, wenn schonendere Mittel nicht mehr greifen. Er habe ein ungutes Gefühl, wenn solche weitreichenden Grundrechtseinschränkungen verfügt werden. Der Bonner Rechtsprofessor hält es auch nicht für statthaft, die Bewegungsfreiheit für Geimpfte eingeschränkt zu halten. Wenn feststehe, dass von einem Menschen keine Übertragungsgefahr ausgehe, dürfe er dem Grunde nach nicht in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden.

    Bestehe bei der Beurteilung dieser Frage eine Unsicherheit, könne zwar etwas anderes gelten. Aber allgemeine Solidaritätsappelle rechtfertigten keine Grundrechtseingriffe mehr, betonte Di Fabio.

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  • NordmeerFrachter vor Norwegens Küste gesichert

    Vor der norwegischen Küste haben Spezialkräfte den antriebslosen Frachter gesichert.

    Wie die Küstenverwaltung mitteilte, wird das Schiff jetzt in den nächstgelegenen Hafen geschleppt. Anfang der Woche hatte die "Eemslift Hendrika" bei schlechtem Wetter Schlagseite bekommen. Die Besatzung wurde per Hubschrauber von Bord geholt. Seitdem trieb das Schiff vor der Küste - mit 350 Tonnen Schweröl. Fachleute hatten befürchtet, dass der Frachter auf Grund laufen und Naturgebiete verschmutzen könnte.

  • Myanmar-KonfliktBotschaft in London sperrt eigenen Vertreter aus

    In London ist dem myanmarischen Botschafter in Großbritannien der Zutritt zu seinem eigenen Dienstgebäude verwehrt worden.

    Wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete, wurde Kyaw Zwar Minn von seinem Militärattaché unterrichtet, dass er nicht länger die Interessen Myanmars vertreten dürfe. Der Attaché habe auf Anweisung der Militärregierung gehandelt, hieß es weiter.

    Kyaw Zwar Minn hatte sich als Gegner des Militärputsches von Anfang Februar positioniert. Der Diplomat forderte die Freilassung der entmachteten Regierungschefin Aung San Suu Kyi. In Myanmar gehen landesweit seit Wochen zahlreiche Menschen auf die Straße, um gegen die Militärregierung zu protestieren. Schätzungen zufolge sind bei den Ausschreitungen mehr als 580 Menschen getötet worden.

  • WetterAm Freitag im Norden Regen, sonst heiter

    Das Wetter: In der Nacht im Norden stark bewölkt, gelegentlich etwas Regen. Sonst unterschiedlich bewölkt und trocken. Tiefstwerte plus 5 bis minus 7 Grad. Am Tag im Norden etwas Regen. Im Rest des Landes meist heiter bis wolkig und trocken. Temperaturen 8 bis 16 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Samstag im Norden bewölkt, in der Mitte regnerisch und im Süden wechselnd wolkig. Im Norden 7 bis 11, sonst 12 bis 18 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut 20.407 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

    Das sind rund 4.000 weniger als am Donnerstag vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz sank auf 105,7. Laut RKI wurden 306 weitere Todesfälle registriert. Seit Beginn der Pandemie starben damit offiziellen Angaben zufolge 77.707 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit Beginn der Pandemie wurden insgesamt 2.930.852 Neuinfektionen registriert. Als von einer Infektion mit dem Virus genesen gelten den Angaben zufolge rund 2.631.400 Personen in Deutschland.

    Als politische Grenzwerte, bei denen Schutzvorschriften gelockert werden könnten, gelten seit einem Bund-Länder-Beschluss Inzidenzen von 50 bzw. 100. Ab 100 müssten sie wieder verschärft werden, was in den meisten Bundesländern bereits der Fall ist. Der deutschlandweite Höchstwert für ein Bundesland lag bisher am 23. Dezember 2020 bei 217.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen mit 181. Am niedrigsten ist sie in Schleswig-Holstein mit 63,4.

    (Stand: 8.4., 0.00 Uhr)

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Demnach steigt diese derzeit wieder. Aktuell liegen dort 4.400 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.474 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 3.095 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet, unter ihnen 1.370 "Covid-spezifische Intensivbetten". Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 8.4., 6.30 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impf-Zahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben 11.515.936 Menschen in Deutschland (13,8 Prozent) mindestens eine Impfdosis erhalten. 4.737.605 Menschen, also 5,7 Prozent der Bevölkerung, haben den vollen Schutz mit zwei Impfdosen bekommen. Zuletzt wurden 656.357 Impfdosen innerhalb eines Tages verabreicht, insgesamt steht dieser Wert bei 16.253.541 Impfdosen. (Zahlen für den 7.4.)

    Tests: Positivrate steigt

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 13 fielen demnach 11,1 Prozent der Tests positiv aus. Das ist ein Anstieg im Vergleich zur Vorwoche (9,3). In der Kalenderwoche 1 lag dieser Wert bei knapp 13 Prozent. Das RKI registrierte in der 13. Kalenderwoche 1.149.279 Labortestungen, rund 260.000 weniger als in der Woche davor - was laut RKI vor allem an den Osterferien und teilweise geschlossenen Praxen liegt. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein. (Stand: 7.4.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 08.04.)

    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 06.04.)

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  • Corona-ImpfstoffDie wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung

    In Deutschland wird der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca nur noch Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Wir haben für Sie zusammengefasst, was der Beschluss für unterschiedliche Gruppen und die Impfkampagne bedeutet - und welche Fragen noch offen sind.

    Die Ständige Impfkommission hat ihre Altersempfehlung für den Impfstoff geändert. Hintergrund sind seltene Fälle von Thrombosen in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung. Davon betroffen sind vor allem jüngere Frauen. Auch in anderen Ländern, etwa Italien und Spanien, wird der Impfstoff inzwischen vor allem für Menschen ab 60 Jahren empfohlen, Frankreich und Belgien empfehlen die Impfung vor allem für Menschen ab 55 Jahre.

    Die europäischen Arzneimittelagentur EMA kam nach erneuten Beratungen zu weiteren vereinzelten Thrombosefällen zu dem Schluss, dass der Nutzen des Wirkstoffes nach wie vor höher zu bewerten sei als die Risiken. Deshalb werde er weiterhin ohne Einschränkungen für alle Erwachsenen empfohlen. Wie die Behörde weiter mitteilte, wurde zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen unter 60 Jahren aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen nicht bestätigt worden. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen aufgenommen werden.

    Ist der Einsatz von Astrazeneca bei den unter 60-Jährigen jetzt ausgeschlossen?

    Impfberechtigte Personen unter 60 Jahren sollen sich nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung auch weiterhin mit Astrazeneca impfen lassen können. Das gilt vor allem für Hochrisikopatienten, bei denen die Gefahr eines schweren Covid-19-Verlaufs besonders hoch ist. Die betroffenen Personen sollen vom impfenden Arzt sorgfältig beraten und aufgeklärt werden, die Entscheidung liegt bei der zu impfenden Person selbst. Wenn Menschen unter 60 sich für Astrazeneca entscheiden, sollen diese Impfungen grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärzte erfolgen.

    Allerdings sagte mittlerweile der Vizechef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Hofmeister, man empfehle den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Astrazeneca nur bei Menschen über 60 zu verimpfen. Hofmeister begründete die Position im Interview des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ mit dem hohen Zeitbedarf für die Beratung und intensive Aufklärung jüngerer Patienten.

    Was passiert, wenn ich als Unter-60-Jähriger bei meiner ersten Impfung Astrazeneca erhalten habe, die zweite Impfung aber noch aussteht?

    Die Ständige Impfkommission empfiehlt, dass unter 60-Jährige, die eine erste Impfung mit dem Astrazeneca-Präparat bekamen, bei der zweiten ein anderes Mittel erhalten sollen. Zwar gebe es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Impfungen mit verschiedenen Mitteln, Studien dazu laufen aber bereits länger. Bis entsprechende Daten vorlägen, werde jedoch eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung empfohlen. Zu dieser Klasse gehören die Produkte von Pfizer/Biontech und von Moderna. Bundesgesundheitsminister Spahn und seine Länder-Kollegen haben die konkrete Entscheidung vorerst vertagt. Sie wollen nun am Dienstag (13.4.) darüber beraten. Laut Spahn haben 2,2 Millionen Bürger unter 60 eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten.

    Was ist, wenn ich als Unter-60-Jähriger bereits einen Termin für die Erstimpfung mit Astrazeneca habe?

    Die Bundesländer versuchen in der Regel, die bereits vereinbarten Impftermine trotzdem stattfinden zu lassen, und die Menschen statt mit Astrazeneca mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna zu impfen. Sollte das nicht gelingen, müssen die Impftermine vorerst storniert und später nachgeholt werden.

    Was bedeutet die Entscheidung für die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen?

    Diese zahlenmäßig große Altersgruppe könnte nun früher als geplant geimpft werden. Den Bundesländern steht es jetzt frei, auch die 60- bis 69-Jährigen in die Impfkampagne mit Astrazeneca miteinzubeziehen; für die Organisation sind die einzelnen Bundesländer zuständig. Bundesgesundheitsminister Spahn rief die Über-60-Jährigen auf, das Impfangebot auch wahrzunehmen.

    Beim Umgang mit der Option driften die Bundesländer allerdings auseinander. Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen und Schleswig-Holstein kündigten an, dass sie keinen Gebrauch von der Möglichkeit machen wollen. Die Zahl der älteren Menschen, die noch nicht geimpft seien, sei noch zu groß, hieß es übereinstimmend zur Begründung. Dagegen impfen etwa Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen nun auch Personen ab 60, die zu keiner Risikogruppe gehören. Entsprechende Termine für rund 370.000 Erstimpfungen mit Astrazeneca waren etwa in Nordrhein-Westfalen nach rund anderthalb Tagen ausgebucht, erste Impfungen fanden über die Ostertage statt.

    Wie wirkt sich die Entscheidung auf die Impfung der Lehrkräfte aus?

    Der Deutsche Lehrerverband zeigt sich angesichts der neuen Altersempfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff alarmiert. Verbandspräsident Meidinger sprach von einem "katastrophalen Rückschlag für die gerade Fahrt aufnehmende Impfung von Lehrkräften". Er forderte eine schnelle Möglichkeit für jüngere Lehrerinnen und Lehrer, sich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und demnächst mit Johnson & Johnson impfen lassen zu können. Wenn dieser Wechsel auf andere Vakzine nicht sofort stattfinde, werde die Durchimpfung von Lehrkräften im April nicht mehr zu schaffen sein, sagte er. Dies gefährde neben den steigenden Inzidenzen die Chancen, Schulen weiter offen zu halten.

    Verzögert der Verzicht auf den Impfstoff für Jüngere die gesamte Impfkampagne?

    Gesundheitsminister Spahn versicherte, dass man trotz der neuen Einschränkungen wahrscheinlich weiterhin allen Erwachsenen bis Ende des Sommers ein Impfangebot werde machen können.

    Der SPD-Politiker Lauterbach geht davon aus, dass die Entscheidung zum Verzicht auf das Astrazeneca-Vakzin bei unter 60-Jährigen kaum Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland haben wird.

    Was bedeutet die Einbeziehung der Hausärzte in die Impfkampagne für die Verwendung des Astrazeneca-Impfstoffs?

    Laut Bundesgesundheitsminister Spahn soll das Präparat den Hausarztpraxen ab der Kalenderwoche 16 zusammen mit weiteren Impfstoffen zur Verfügung gestellt werden. Astrazeneca solle zunehmend nicht mehr in Impfzentren, sondern nur noch durch niedergelassene Ärzte verimpft werden. Diese sollen auch die Aufklärung und Risikoanalyse für die Impflinge vornehmen.

    (Stand: 8.4.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 08.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
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    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
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  • Corona-PandemieImpfungen jetzt auch in Arztpraxen

    Ende Dezember 2020 sind in Deutschland die ersten Personen erstmals gegen das Coronavirus geimpft worden. Der Impf-Fortschritt lässt Kritikern zufolge allerdings zu wünschen übrig: Bisher haben seit dem Impfstart knapp 13 Prozent der Bevölkerung eine erste Impfung erhalten, bald sechs Prozent den vollen Schutz. Nach Ostern wurden nun auch Hausarztpraxen mit einbezogen. Wer kann wann und wo womit geimpft werden? Ein Überblick.

    Rund 35.000 Hausarztpraxen in Deutschland hatten Interesse angemeldet, in die Impfkampagne mit einzusteigen. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn haben sie für die Woche nach Ostern insgesamt 1,4 Millionen Corona-Impfdosen bestellt - geliefert werden könnten demnach vorerst nur 940.000 Dosen. Rechnerisch bekommt jede Praxis damit in dieser Woche nur gut 26 Dosen. In der Folgewoche noch einmal so viele, und bis Ende April soll es dann die dreifache Menge sein.

    Welcher Impfstoff landet in den Praxen?

    Grundsätzlich hat sich Spahn dafür ausgesprochen, vor allem den Impfstoff von Astrazeneca zu verabreichen. Denn dieser ist - ähnlich wie der künftig auch in Deutschland verfügbare Impfstoff von Johnson&Johnson - für die Arztpraxen pragmatischer einsetzbar, weil er nicht bei extremen Minusgraden aufbewahrt werden muss. Mögliche Nebenwirkungen haben den Impfstoff von Astrazeneca in den vergangenen Wochen jedoch in einem ungünstigen Licht erscheinen lassen. Spahn bemüht sich mit Aufrufen darum, sich ausdrücklich mit diesem Impfstoff schützen zu lassen: Es gebe noch Millionen ungeimpfte Menschen über 60. Er sei überzeugt davon, dass viele von ihnen sich mit Astrazeneca impfen lassen würden.

    Die Hausarztpraxen erhalten seinen Worten nach in den ersten zwei Wochen ausschließlich den Impfstoff von Biontech/Pfizer, da diese Hersteller in diesen Wochen die größten Liefermengen bieten. Danach komme noch Astrazeneca hinzu und später Johnson&Johnson. Der Impfstoff von Moderna soll zunächst noch weiter in den Impfzentren verabreicht werden, weil unklar ist, ob das Vakzin stabil bleibt, wenn es zu häufig von Ort zu Ort transportiert wird. Ende April nehme die Impfkampagne an Fahrt auf und es werde möglich sein, den Arztpraxen wöchentlich mehr als drei Millionen Impfdosen zur Verfügung zu stellen, versicherte Spahn. Alle angebotenen Impfdosen sollten umgehend verimpft werden.

    Auch das Vakzin von Biontech/Pfizer ist nach dem Auftauen nur eine begrenzte Zeit haltbar und muss verhältnismäßig schnell verimpft werden. Doch bei der zu erwartenden Impfstoffmenge kann jede mit einbezogene Hausarztpraxis in den nächsten beiden Wochen jeweils rund sechs Impfungen pro Tag durchführen - das ist auch bei der begrenzten Haltbarkeit nach dem Auftauen eines sogenannten mRNA-Impfstoffs wie dem von Bontech/Pfizer darstellbar.

    Wie läuft die Verteilung der Impfdosen ab?

    Wo mittelfristig welche Mengen der jeweiligen Impfstoffe landen, ist derzeit nicht klar zu beziffern. Der CDU-Politiker und zuständige Ressortleiter Spahn versichert, dass bei der Lieferung von Impfstoff an die 35.000 Hausarztpraxen darauf geachtet werde, dass die Bundesländer gleichmäßig und anteilig ihrer Bevölkerungsstärke bedacht werden. Das betont auch der Vize-Vorsitzende des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels, Freitag. Hamburg oder Bremen beispielsweise würden nicht überproportional viele Impfdosen erhalten.

    Der Hausärzteverband kritisierte die in den ersten Wochen geringe Menge der Impfdosen für die Hausarztpraxen. Darüber sei man nicht ganz glücklich, sagte Verbandschef Weigeldt im RBB-Hörfunk. Zunächst erhielten Praxen im Schnitt 26 Dosen pro Woche, obwohl 60, 70 oder auch 100 Patienten wöchentlich geimpft werden könnten. Dagegen sieht der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Henke, einen Vorteil darin, dass die Praxen vorerst lediglich eine geringere Menge Präparate erhalten. So könne man die Prozesse vor Ort einüben und sei vorbereitet, wenn die Impfmengen wüchsen, sagte er im Deutschlandfunk. Im Übrigen bedeute die Einbeziehung der Hausärzte einen großen Fortschritt.

    Wer kann sich beim Hausarzt oder bei der Hausärztin impfen lassen?

    Eine weitere Herausforderung ist die Antwort auf die Frage, wer sich in den Praxen impfen lassen kann. Das handhaben die Bundesländer sehr unterschiedlich: Sachsen zum Beispiel hat sich von der sogenannten Impfpriorisierung ganz verabschiedet und gibt keine verbindliche Reihenfolge nach Altersklassen, Gesundheitsgefährdung und Berufsgruppen mehr aus. In manchen Ländern werden einige Berufsgruppen bei der Impfreihenfolge bevorzugt (Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen etwa), in anderen nicht. Die jeweiligen Landesgesundheitsämter halten Informationen über das bei ihnen angewandte Prozedere vor. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Weigelt, kündigte im Deutschlandfunk an, die Hausärzte würden sich an die Vorschriften halten, aber "pragmatisch".

    Spahn forderte die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, wegen des Impfstarts in den Arztpraxen nicht auf Termine in den Impfzentren zu verzichten. Wer einen Termin habe, solle diesen "idealerweise" wahrnehmen.

    Jetzt die Hausärzte - und wie geht es weiter?

    Der Bundesgesundheitsminister stuft die Einbeziehung der Hausarztpraxen als ersten Schritt ein. Es werde nun zwar mit den niedergelassenen Hausärzten im vertragsärztlichen System begonnen, aber danach sollen auch Fach- und Privatärzte hinzugezogen werden. Später sollen auch Betriebsärzte impfen. Mit der Einbeziehung der Arztpraxen werde die Impfkampagne entscheidend an Fahrt aufnehmen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen. Er spricht von einem "Riesenpotenzial". Zehntausende Mediziner impften in Deutschland regelmäßig Patienten. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es "trotz geringer Menge einen guten und professionellen Start" geben werde.

    Nach Angaben der "Wirtschaftswoche" denkt die Bundesregierung auch darüber nach, Tierärzte und Zahnarztpraxen in die Impfkampagne einzubinden. Dies werde regelmäßig geprüft.

    Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, appellierte an die Hausärzte, ihre Aufklärungspflicht bei der Impfung ernst zu nehmen. Umfassende Information und Beratung seien Voraussetzungen, damit jeder Impfwillige sein Risiko einschätzen könne. In den Impfzentren gebe es dafür ein obligatorisches Verfahren, in dem die Krankengeschichte, mögliche Impfreaktionen und Risikofaktoren in den Blick genommen würden. Dieses Vorgehen müsse auch für die niedergelassenen Ärzte gelten.

    (Stand: 06.04.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Test und Schutz

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    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
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    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
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  • Corona-PandemieWann auch Kinder geimpft werden könnten

    Neue Studien legen nahe, dass sich die britische Coronavirus-Variante besonders unter Kindern und Jugendlichen ausbreitet. Für diese Personengruppe gibt es aber noch keinen Impfstoff. Welche Gefahren sehen Experten und wann ist mit einem Vakzin für Kinder zu rechnen?

    Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass die zuerst in Großbritannien aufgetretene Corona-Mutante B.1.1.7 ansteckender und gefährlicher ist als das ursprüngliche Sars-Cov-2-Virus. Zugleich verdichten sich die Hinweise, dass die mittlerweile dominante Virusvariante vor allem Kinder und Jugendliche befällt.

    Das Magazin "Der Spiegel" berichtet von einer Analyse aus Großbritannien, in der eine Mathematikerin mit einem ausgeklügelten Verfahren nachweisen konnte, dass die Mutante sich wohl tatsächlich bevorzugt unter Kindern verbreitet. Eine Studie des Londoner Imperial College habe dies bereits im Januar nahegelegt.

    "Die Kinder infizieren ihre Eltern"

    Ähnlich eindeutige Erkenntnisse gibt es auch in Belgien. "Wir konnten hier in den letzten Wochen ein lebhaftes Infektionsgeschehen bei Kindern beobachten", zitiert das Magazin den Medizinprofessor und Public-Health-Experten Dirk Devroey von der Freien Universität Brüssel. "Speziell bei den Sechs- bis Zwölfjährigen."

    Das sei für ihn keine Überraschung, da diese Altersgruppe vor Ort in den Schulen unterrichtet werde. "Die Kinder stecken sich an, gehen nach Hause, infizieren ihre Eltern, die es wiederum an ihren Arbeitsplatz tragen." Devroey hält die Schulen für einen "Motor des Infektionsgeschehens".

    Auch in Deutschland werden laut "Spiegel" seit Mitte Februar zunehmend Kinder bis 14 positiv auf das Coronavirus getestet. Drei Wochen später zeigten RKI-Tabellen, dass die Fallzahlen bei Jugendlichen und ungeimpften Erwachsenen sprunghaft anstiegen – auch in der Generation der Eltern. Das RKI selbst betont: Die COVID-19-Fallzahlen steigen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen."

    "Long Covid" und "Post Covid" trifft auch Minderjährige

    Mit der Zunahme der Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen sind nach Einschätzung des pädiatrischen Infektiologen Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg aber auch für diese selbst mehr Spätfolgen zu erwarten, nicht zuletzt infolge politisch motivierter Öffnungsschritte. "Wir rechnen durch die Lockerungen der Maßnahmen mit mehr Betroffenen mit meist diffusen, länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen", sagte Hufnagel der Deutschen Presse-Agentur. "Darauf ist die Pädiatrie im Vergleich zur Versorgungssituation bei Erwachsenen nach überstandener Infektion noch nicht vorbereitet."

    Akute Corona-Infektionen laufen bei Kindern oft symptomlos ab, schwere Krankheitsverläufe sind auch noch bei Jugendlichen eher selten. Von Spätfolgen wird aber auch bei Minderjährigen berichtet. In der Fachsprache ist bei dem Phänomen von "Long Covid" oder "Post Covid" die Rede. Da für Kinder und Jugendliche noch keine Corona-Impfstoffe zugelassen sind, zählen sie zu den Gruppen, die noch einige Monate empfänglich für das Virus sein werden.

    Dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch für Kinder und Jugendliche gravierende Langzeitfolgen haben kann, ist mittlerweile in der Medizin bekannt. Als mögliche Reaktion nach einer meist symptomlosen Infektion rückte zuletzt das Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) in den Blick. Eines von 1.000 Kindern wird vier bis sechs Wochen nach der Infektion plötzlich krank und entwickelt Sympomtome wie hohes Fieber, Probleme am Herzen, im Darm und Hautausschlag. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie hat 245 Kinder mit PIMS registriert, sieben haben bisher Folgeschäden behalten, vor allem am Herzen.

    Schnelltests oder Schulschließungen als Mittel der Wahl

    Solange es keinen Impfstoff für Kinder und Jugendliche gibt, könnte es schwierig sein, das Problem in den Griff zu bekommen. Derzeit kommen vor allem regelmäßige Schnelltests oder eine Schließung der Schulen in Frage, um zumindest die Infektionsketten zu unterbrechen. Doch eine dauerhafte Schulschließung hat immer gravierende Auswirkungen auf die Bildung der Kinder. Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass fast jedes dritte Kind im Alter zwischen sieben und 17 Jahren psychische Auffälligkeiten zeigt, kurzum auch die "Seele leidet", wie es die DLF-Sendung "Lebenszeit" nennt. Die DLF-Sendung "Campus und Karriere" berichtet von der Erfahrungen mit Schnelltests an Schulen in Sachsen.

    Die freiwilligen Corona-Schnelltests an Bremer Schulen haben unterdessen in eineinhalb Wochen neun Infektionen zutage gefördert. Seit 15. März seien etwa 20.000 Tests mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt worden und 4.700 Tests mit Beschäftigten der Schulen, teilte die Bildungsbehörde mit. Bei den Schülern hätten 13 Schnelltests eine Infektion angezeigt, die sich in 8 Fällen durch einen PCR-Test bestätigt habe. Bei den Beschäftigten gab es zwei positive Schnelltests, von denen sich einer hinterher als Infektion bestätigte.

    Eine nachhaltigen Ausweg bietet deshalb wohl nur der Impfstoff. Aktuell laufen mehrere klinische Studien zur Impfung von Kindern.

    Alle großen Hersteller testen bereits

    Die Unternehmen Biontech und Pfizer haben gerade mit Studien zu Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern unter 11 Jahren begonnen. Bisher ist der Covid-19-Impfstoff, den das Mainzer Unternehmen zusammen mit dem US-Hersteller entwickelt hat, erst für Jugendliche ab 16 bedingt zugelassen. Nun wurden Kinder zwischen 11 Jahren und 6 Monaten in die Studien einbezogen, wie eine Biontech-Sprecherin mitteilte. Wenn Sicherheit und Wirksamkeit bestätigt würden und die Behörden die Zulassung genehmigten, könne der Impfstoff für jüngere Kinder Anfang 2022 verfügbar sein.

    Auch der US-Hersteller Moderna ist laut einem Bericht von tagesschau.de im März in die klinischen Studien eingestiegen. Getestet werden demnach 6.750 gesunde Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 11 Jahren und in einer weiteren Studie 3.000 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Moderna wolle bis zum Sommer erste Ergebnisse vorlegen.

    Ebenfalls bis zum Sommer rechneten das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca und die Universität Oxford mit Ergebnissen. Sie testen ihren Corona-Impfstoff den Angaben zufolge seit Februar an 300 Freiwilligen im Alter von 6 bis 17 Jahren.

    Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft. Seit August würden Teilnehmer ab 12 Jahren getestet.

    STIKO-Chef rechnet mit Impfstoff zum Jahresende

    Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, zeigte sich zuletzt zuversichtlich, dass es in Deutschland zum Jahresende einen Corona-Impfstoff für Kinder gibt.

    Es zeichnet sich ab, dass andere Länder schneller sind: Großbritannien will laut einem Bericht der Zeitung "The Telegraph" bereits im August mit der Impfung von Kindern beginnen.

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    Test und Schutz

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    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 08.04.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

    Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

    Wer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung mögliche Reaktionen an sich beobachtet, sollte diese in jedem Fall melden, etwa beim Hausarzt oder über das Nebenwirkungsportal des Bundes. Erstmals in Deutschland gibt es dazu auch eine App, sie heißt "SafeVac".

    Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte über die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe. Demnach gibt es bislang keine Sicherheitsbedenken gegen die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna. In den Prüfberichten heißt es, es seien bekannte Nebenwirkungen - bei Impfstoffen spricht man von Impfreaktionen - aufgetreten. Dabei hätten sich keine statistischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Nutzen der Impfstoffe sei weitaus größer als die Risiken, betont die Aufsichtsbehörde.

    Verschiedene Impfreaktionen möglich

    Zu den häufigeren Reaktionen bei allen Impfstoffen zählen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen oder Übelkeit; auch Fieber kann auftreten. Für diese Impfreaktionen gilt: Sie halten nur kurze Zeit an und klingen von selbst wieder ab. Zudem zeigen sie an, dass das Immunsystem arbeitet. Generell treten sie bei jüngeren Menschen eher häufiger auf und nehmen mit dem Alter ab.

    Sehr selten kommt es zu einem allergischen Schock. Dieser tritt unmittelbar nach der Impfung auf und kann lebensbedrohlich sein, ist aber bei schneller ärztlicher Hilfe gut zu überstehen. Deshalb muss man nach der Impfung sicherheitshalber noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben, meist sind es 30 Minuten.

    Der Impfstoff von Astrazeneca

    Die Immunisierungen mit dem bislang dritten in Deutschland zugelassenen Impfstoff - dem Mittel von Astrazeneca - waren nach Berichten über Todesfälle durch Blutgerinnsel zunächst im März vorübergehend ausgesetzt worden, Ende März dann eingeschränkt.

    Mitte März hatten sowohl die Europäische Arzneimittelagentur EMA als auch die Ständige Impfkommission in Deutschland nach einer Prüfung den weiteren Einsatz des Mittels von Astrazeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, hieß es in einer Stellungnahme der STIKO.

    Auch die EMA bezeichnete den Impfstoff von Astrazeneca als "sicher und wirksam". EMA-Direktorin Cooke sagte, derzeit könne man keinen Zusammenhang zwischen den Impfungen und einem erhöhten Risiko von Blutgerinnseln nachweisen. Man könne das aber auch noch nicht ausschließen. Darum werde es weitere Untersuchungen geben. Cooke betonte, es gehe bisher um einige wenige Einzelfälle.

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in der Corona-Pandemie die zentrale Sammelstelle für Informationen über Impfnebenwirkungen und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Bericht dazu. Den Angaben zufolge sind inzwischen 31 Fälle einer Sinus-Venen-Thrombose nach Impfung mit Astrazeneca bekannt. In 19 Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet worden. In neun Fällen war der Ausgang demnach tödlich. Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut Institut alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt.

    Astrazeneca nur noch bei Menschen über 60

    Wegen der gehäuften Einzelfälle setzten Ende März zunächst einige Städte und Kliniken die Impfung mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren aus. Am 30.3. beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hingegen hielt nun nach einer erneuten Prüfung der Thrombosefälle weiter an ihrer Empfehlung des Impfstoffes für alle Menschen ab 18 Jahren fest. Die EMA erklärte, der Nutzen des Wirkstoffes sei nach wie vor höher zu bewerten als die Risiken. Es wurde zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen unter 60 Jahren aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen aber nicht bestätigt worden, hieß es. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen als "sehr selten" aufgenommen werden.

    Bei Personen unter 60 Jahren kann die Impfung mit Astrazeneca für die Prioritätengruppen eins und zwei nach sorgfältiger ärztlicher Beratung ebenfalls fortgesetzt werden, hieß es. Dies soll nur noch in Hausarztpraxen geschehen. Dabei geht es um Hochrisikopatienten, für die eine erhöhte Gefahr eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung besteht.

    Zudem wird das Produkt von Astrazeneca nun bei Menschen zwischen 60 und 70 Jahren eingesetzt werden, obwohl diese in der Regel erst in der dritten Impfgruppe sind. Das soll das Impftempo erhöhen.

    Forschende aus Greifswald finden Ursache für Thrombosen

    Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben inzwischen herausgefunden, wie die Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe hätten bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämatostaseforschung hat bereits entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

    Paul-Ehrlich-Institut sammelt Meldungen

    Bis Mitte März wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt 19.194 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Komplikationen nach Covid-Impfungen registriert, bei insgesamt bis dahin 8.863.270 durchgeführten Impfungen.

    Die Melderate betrug den Angaben für alle Impfungen mit COVID-19-Impfstoffen 2,2 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle betrug sie 0,3 pro 1.000 Impfdosen. Bei Astrazeneca liege die Melderate etwas höher als bei den anderen Impfstoffen (5,2 Fälle pro 1.000 Dosen und bei schwerwiegenden Fällen 0,5 pro 1.000). Das könne aber auch mit der medialen Berichterstattung über den Impfstoff zu tun haben, hieß es.

    Was sollte man tun, wenn Beschwerden auftreten?

    Wer geimpft wurde und den Verdacht hat, dass Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Auch eine Online-Meldung direkt bei dem Institut ist möglich. Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen zu melden. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter.

    App "SafeVac" fragt nach

    Zum ersten Mal in Deutschland werden Geimpfte aber auch aktiv nach ihrem Befinden befragt. Dazu wurde die App "SafeVac" entwickelt. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktion zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben.

    Weil die App aktiv nachfragt, erhoffen sich die Forscher ein statistisch besseres Bild, wie häufig tatsächlich Nebenwirkungen auftreten. Sieben Mal nach der ersten Dosis und achtmal nach der zweiten fragt das Programm in den ersten Wochen nach den Impfungen ab, ob die Userin oder der User Beschwerden hat. Und dann noch einmal nach sechs und nach zwölf Monaten.

    Klaus Cichutek, der PEI-Präsident, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren. Knapp 50.000 Menschen speisen Daten in "SafeVac" ein. Der älteste Teilnehmer sei über 100 Jahre alt. "Die Größenordnung aller Teilnehmer liegt etwa bei zwei Prozent der geimpften Personen, das ist ein sehr guter Wert."

    (Stand: 08.04.2021)

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  • Covid-19Auf der Suche nach wirkungsvollen Medikamenten

    Der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist das wirkungsvollste Mittel, um dessen Ausbreitung und auch die Bildung neuer Virus-Varianten einzudämmen. Hier kommt die Entwicklung von Impfstoffen schnell voran. Was aber hilft, um schwere Verläufe von Covid-19 zu verhindern? Noch immer werden viele Patientinnen und Patienten im Krankenhaus behandelt, täglich sterben zahlreiche Menschen an oder mit einer Corona-Infektion. Ein einzelnes Medikament gegen Covid-19 gibt es bisher nicht. Machtlos sind Ärztinnen und Ärzte dennoch nicht. Ein Überblick.

    Was muss ein Medikament gegen Covid-19 können?

    Covid-19 verläuft in mehreren Stadien - die bestimmen, ob und wann ein Wirkstoff nützlich ist oder sogar schädlich sein kann. Ein Beispiel: Zu Beginn der Infektion vermehrt sich das Virus in den Körperzellen. Das Immunsystem des Körpers wird aktiv und bekämpft die Infektion. Hier sind Medikamente sinnvoll, die das Immunsystem bei seiner Arbeit unterstützen oder selbst gegen das Virus oder dessen Vermehrung wirken. Verläuft die Infektion schwer und der Patient oder die Patientin muss ins Krankenhaus und bekommt es mit einer überschießenden Immunreaktion zu tun, wäre es schädlich, ein Medikament zu geben, das das Immunsystem zusätzlich anheizt. Außerdem ist eine Gabe von Medikamenten immer mit Nebenwirkungen verbunden.

    Welche Ansätze zur Medikamentenentwicklung gibt es?

    Die Entwicklung neuer Präparate ist - ähnlich wie bei Impfstoffen - ein aufwändiger und meist zeitraubender Prozess. Darüber hinaus gibt es Projekte, um bereits für andere Erkrankungen zugelassene Medikamente auch für die Behandlung von Covid-19 zu nutzen. Im Fokus stehen Präparate aus einer der folgenden Gruppen:

    - Antivirale Medikamente
    - Entzündungshemmer
    - Herz-Kreislauf-Medikamente
    - Antikörper; Rekonvaleszentenplasma

    Antivirale Medikamente

    Sie sollen direkt gegen die Vermehrung der Viren wirken. Denn Viren können sich nicht etwa teilen, wie es Bakterien oder andere Zellen tun: Sie dringen in Zellen ein und zwingen diese, ihre Aktivität auf die Produktion neuer Viren umzustellen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es zwei grobe Strategien: Man hemmt etwa Funktionsmoleküle, die das Virus braucht, um die Zelle zu kapern. Oder man hemmt essenzielle Teile der zellulären Produktionsmaschinerie, die auf Virenproduktion umprogrammiert wurde.

    In Deutschland ist Remdesivir als einziges antivirales Präparat zur Behandlung von Covid-19 zugelassen, allerdings nur in ausgewählten Fällen und möglichst für ein frühes Stadium der Erkrankung. Studiendaten belegen eine Verkürzung der Krankheitsdauer um 33 Prozent, allerdings nur in schweren Fällen. Für einen milden bis moderaten Verlauf ist ein Nutzen von Remdesivir nicht belegt.

    Diskutiert, aber nicht nachgewiesen wurde ein Nutzen zur Behandlung von Covid-19 mit Präparaten wie Lopinavir und Ritonavir. Beide werden bei der Behandlung von HIV-Infektionen genutzt und wirken auf Enzyme, die das Virus braucht, um funktionsfähige Moleküle herzustellen.

    Insbesondere in Lateinamerika wurde häufig mit Ivermectin behandelt, einem Mittel, das in der Tiermedizin gegen bestimmte Wurmparasiten eingesetzt wird. Eine Laborstudie schürte zunächst die Hoffnung, dass sich die hier beobachtete antivirale Wirkung gegen Sars-CoV-2 auch beim Menschen nachweisen ließe. Eine im Fachportal JAMA publizierte Arbeit kommt allerdings auf Grundlage einer randomisierten Patientenstudie zu dem Schluss, dass - zumindest bei mildem Krankheitsverlauf - keine eindeutige Wirkung vorliegt.

    Entzündungshemmer

    Ein Problem bei schweren Covid-19-Verläufen ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Mit anderen Worten: Es ist nicht mehr das Virus, das die Hauptprobleme verursacht, sondern die Reaktion des Körpers. Hier kommen Steroide wie Dexamethason ins Spiel. Dexamethason gehört zur Gruppe der Kortisone, die das Immunsystem bremsen. Vorläufige Patientendaten aus Großbritannien zeigen, dass eine Gabe von Dexamethason bei schweren Fällen die Sterblichkeit an Covid-19 verringert. Auch in Deutschland wird Dexamethason in schweren Fällen eingesetzt - das heißt, wenn der Patient oder die Patientin zusätzlich Sauerstoff bekommt.

    Auch bei entzündungshemmenden Therapieansätzen wird am Einsatz monoklonaler Antikörper geforscht. Das Prinzip: gezielt eine Schaltstelle der überschießenden Immunreaktion zu hemmen. Dazu konstruiert man die Antikörper so, dass sie gegen Strukturen des Immunsystems gerichtet sind. Hier sind die Medikamente Tocilizumab und Anakinra in den Fokus geraten, die normalerweise gegen Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Zur Behandlung schwer erkrankter Covid-19-Patientinnen und -patienten mit Tocilizumab gibt es mehrere Studien, von denen noch keine das Peer-Review-Kontrollverfahren durchlaufen hat. Einige, darunter die umfangreichste aus Großbritannien, legen nahe, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Tocilizumab und Dexamethason die Sterblichkeit bei schwer kranken Covid-19-Patientinnen und -patienten verringern kann. Das Robert Koch-Institut stuft Tocilizumab als Medikament mit einem nachgewiesenen Nutzen in der Behandlung von Covid-19 ein. Für Anakinra wurde ein solcher Nutzen bislang nicht nachgewiesen. Beide Präparate sind in Deutschland für eine Behandlung von Covid-19 zurzeit nicht zugelassen.

    Herz-Kreislauf-Medikamente

    Hier geht es vor allem um eine Anwendung bereits zugelassener Präparate. Im Laufe der Pandemie hat sich herausgestellt, dass die Bildung von Thrombosen, also Blutgerinnseln, eine häufige Komplikation von Covid-19-Patientinnen und -patienten ist, die im Krankenhaus behandelt werden müsssen. Das Risiko dafür ist offenbar besonders bei schwer Erkrankten erhöht. Das Robert Koch-Institut empfiehlt, solche Gerinnungshemmer frühzeitig prophylaktisch einzusetzen.

    Antikörper

    Zu den antiviralen Medikamenten gehören die Antikörperpräparate REGN-CoV-2 von Regeneron und Bamlanivimab der Firma Eli Lilly, die in Deutschland noch nicht zugelassen sind. Die Bundesregierung hat beide Mittel für die Behandlung von Risikopatienten gekauft. REGN-CoV-2 besteht aus einer Kombination zweier monoklonaler Antikörper, Bamlanivimab beinhaltet eine Sorte monoklonaler Antikörper. Beide wirken wie eine passive Impfung und sollen verhindern, dass Sars-CoV-2 in menschliche Zellen eindringt. Sie wirken, indem sie an charakteristische Strukturen auf der Oberfläche von Sars-CoV-2 binden, genauer gesagt, an das Spike-Protein, mit dem es an Rezeptoren auf der Oberfläche menschlicher Zellen bindet. Die Präparate sind vor allem in einer frühen Phase der Infektion sinnvoll, wenn sich das Virus stark vermehrt. Hier lesen Sie mehr zur Funktionsweise, Vor- und Nachteilen von Antikörper-Medikamenten.

    Auch in Rekonvaleszentenplasma - also im Blutplasma genesener Covid-19-Patientinnen und -patienten - sind Antikörper enthalten. Ihre Wirkung ist abhängig von der Schwere der durchgemachten Erkrankung und davon, wie lange diese zurückliegt. Anders als die monoklonalen Antikörper aus dem Labor handelt es sich hier um eine Mischung von Antikörpern gegen verschiedene Virusstrukturen, die der Körper im Verlauf einer Infektion mit Sars-CoV-2 selbst gebildet hat. Man kann ein solches gereinigtes Serum in einer frühen Phase der Erkrankung verabreichen, um vor einem schweren Verlauf zu schützen. Diese Methode wurde auch bei anderen Virusausbrüchen angewandt, etwa in der Ebola-Epidemie 2014 in Westafrika. Für eine Behandlung von Covid-19 ist Rekonvaleszentenplasma in Deutschland bislang nicht zugelassen. Das Robert Koch-Institut hält einen Einsatz in individuellen, schweren Fällen für denkbar.

    Forschungsansätze:Ein Nasenspray als Virus-Prophylaxe?

    Geforscht wird auch an Medikamenten, die verhindern sollen, dass sich Viren - etwa nach Kontakt mit einem Infizierten - in der Schleimhaut einnisten. Dazu arbeitet ein internationales Wissenschafts-Team etwa an einem Nasenspray, das den Eintritt der Viren in die Zellen der Nasenschleimhaut verhindern soll. Im Tierversuch mit Frettchen hat das funktioniert, wie die Forschenden im Fachmagazin Science schreiben. Die Tiere, die zuvor mit dem Spray behandelt worden waren, erkrankten nach längerem Kontakt mit infizierten Artgenossen nicht. Die Virologin Sandra Ciesek spricht im NDR von einem wichtigen Forschungsansatz, betont aber, der Weg bis zu einem möglichen Prophylaxe-Medikament dieser Art sei "ein langer", der "eher Jahre dauern" werde.

    Ein Beispiel für die Forschung an neuen antiviralen Medikamenten ist Molnupiravir: Zunächst für die Behandlung von Grippe entwickelt, dafür aber vor der Zulassung gescheitert. Jetzt meldet der Hersteller, der US-Pharmakonzern Merck & Co, erste Erfolge aus Versuchen mit Frettchen: 24 Stunden nach Beginn der antiviralen Behandlung waren keine infektiösen Partikel mehr in den Abstrichen nachweisbar. Ähnliche Ergebnisse lieferten Studien an Mäusen. Molnupiravir wird derzeit in klinischen Studien für die Anwendung bei Menschen erprobt.

    Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung neuer antiviraler Medikamente liefert die deutsche Firma Formycon. Sie entwickelt ein Präparat, dessen Wirkstoff-Molekül dem Zell-Rezeptor nachgebildet ist, den das Virus nutzt. Das Unternehmen argumentiert, dadurch sei für das Präparat auch eine gute Wirkung gegen Virus-Varianten zu erwarten. Ein Problem für diese Art Wirkstoff besteht darin, die ursprüngliche Funktion des Zell-Rezeptors im Organismus zu erhalten. Formicon versucht dies zu lösen, indem es sein Wirkstoff-Molekül mit einer weiteren Funktionseinheit ausstattet. Das Präparat befindet sich am Anfang der sogenannten präklinischen Entwicklung, also noch vor den klinischen Studien, deren Erfolg für eine Zulassung notwendig ist. Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben eine Notfallzulassung im kommenden Jahr an.

    Das Milken-Institut - ein US-amerikanischer Think Tank, der unter anderem Forschungsergebnisse zu Covid-19 sammelt - pflegt eine Liste der Präparate, die als Impfstoff oder Therapeutikum in der Pandemie untersucht werden.
    Einzelheiten zur Forschung an weiteren Medikamenten hat unsere Forschungsredaktion zusammengestellt. Vor allem an Fachleute richtet sich die Leitlinie zur stationären Behandlung von COVID-19-Patienten, die von mehreren Fachgesellschaften zusammengestellt wurde.

    (Stand: 8.3.21)

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Inwiefern kann das Coronavirus über Aerosole übertragen werden?

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Ein Experiment des Fraunhofer Instituts für Nachrichtentechnik im Dortmunder Konzerthaus lieferte im November zum ersten Mal Ergebnisse über die Aerosol-Verbreitung in Konzertsälen und zeigt: Die Aerosol-Verteilung auf direkten Nachbarplätzen ist minimal. Die Lüftungsanlage im Konzerthaus erzeugte beim Experiment schon auf kurze Distanz erhebliche Verdünnungseffekte von konzentriert eingeleiteten Aerosolen und CO2.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Die Effektivität der Fensterlüftung hängt davon ab, wie stark der Wind draußen weht und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen ist. Generell gilt jedoch: Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnet, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren.

    Mit Blick auf Schulen empfiehlt Martin Kriegel, der Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert Kriegel dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 22.01.2021)

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    Ansteckung und Übertragung

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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit wollen diese Frage beantworten. Doch zumindest in Deutschland ergibt sich mit Blick auf den bisherigen Pandemieverlauf kein klares Bild.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen mehr gestorben sind im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Die Zahlen zur Übersterblichkeit sind mit zahlreichen Ungewissheiten behaftet. Klar scheint aber, dass die Übersterblichkeit ohne die Corona-Maßnahmen wohl deutlich höher gelegen hätte. Die Übersterblichkeit während der Schutzmaßnahmen sagt also nur bedingt etwas darüber aus, wie tödlich das Coronavirus ist.

    Der Vergleich mit dem Durchschnitt der Todeszahlen aus den Vorjahren hinkt zudem, da sich die Todesfälle durch verschiedene Faktoren ändern: zum Beispiel einerseits durch die längere Lebenserwartung, andererseits durch die Bevölkerungsentwicklung - denn in Deutschland gibt es immer mehr ältere Menschen. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke schlechter versorgt würden. Auch zeigten die vergangenen Monate, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben.

    Welche Zahlen zur Übersterblichkeit in Deutschland gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. Während das Robert Koch-Institut im Jahr 2020 mehr als 39.000 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registrierte, verzeichnet das Statistische Bundesamt eine allgemeine Übersterblichkeit von rund 48.000 Menschen. Wie der Spiegel schreibt, lassen sich aber einige Fälle dieser Übersterblichkeit auch auf die starke Hitze im Sommer zurückführen.

    Eine Untersuchung des in München ansässigen ifo-Instituts kommt zu dem Schluss, dass besonders die Altersgruppen der 60- bis 79-Jährigen sowie der über 80-Jährigen von einem Anstieg der Sterblichkeit in der Corona-Pandemie betroffen waren. Zuletzt gingen die Todesfälle in Deutschland nach Höchstständen allerdings zurück. Als ein Grund dafür wird immer wieder die mittlerweile hohe Impfquote bei älteren Menschen genannt, vor allem bei den über 80-Jährigen.

    Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, der Rückgang der Corona-bedingten Todesfälle hat laut einem Papier des Bundesgesundheitsministeriums vorerst auch die Übersterblichkeit beendet. Seit Mitte Februar 2021 liegen demnach die Sterbefallzahlen erstmals wieder unter dem Durchschnitt der Vorjahre.

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind im Februar 2021 in Deutschland trotz der Corona-Pandemie weniger Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahresmonate. Grund dafür sind nach Angaben der Behörde die niedrigen Fallzahlen von Atemwegserkrankungen wie der Grippe. Normalerweise hingen diese zu Jahresbeginn mit einem Anstieg der Sterbefallzahlen zusammen. In dieser Wintersaison gebe es aber so wenig herkömmliche Atemwegserkrankungen wie noch nie.

    Das Statistische Bundesamt verwies allerdings auf regionale Unterschiede. Im Saarland, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg lagen die Todesfallzahlen im Februar über dem Durchschnitt, in den anderen Bundesländern darunter. Im Januar waren trotz milder Grippewelle noch deutlich mehr Menschen als im Durchschnitt der Vorjahresmonate gestorben.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen Ländern?

    Die italienische Statistikbehörde Istat hatte Mitte Dezember etwa gemeldet, dass man einer Prognose zufolge in Italien 2020 so viele Tote verzeichnet habe, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Einen aktuellen Überblick über die Lage in den unterschiedlichen Ländern liefert das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen.

    Die Übersterblichkeit in Russland lag zwischen Januar und November 2020 nach Regierungsangaben bei mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rund 81 Prozent der zusätzlichen Todesfälle seien auf das Coronavirus zurückzuführen.

    Hohe Übersterblichkeit in den USA

    Im Oktober 2020 veröffentlichte die Gesundheitsbehörde CDC eine Untersuchung zur Übersterblichkeit in den USA. Anfang Oktober verzeichneten die Vereinigten Staaten in den offiziellen Statistiken rund 200.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Laut der CDC-Berechnung gab es 2020 bis dahin eine Übersterblichkeit von knapp 300.000 Menschen. Rund zwei Drittel der Fälle seien sicher auf Covid-19 zurückzuführen, hieß es von der CDC. Bei weiteren Todesfälle geht die CDC davon aus, dass die Todesursache zum Teil fälschlicherweise bei anderen Krankheiten gesehen wurde. Die Studienautoren erklärten die allgemeine Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war.

    (Stand 02.04.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Test und Schutz

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    Ansteckung und Übertragung

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat wegen der Corona-Pandemie Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Sie werden regelmäßig aktualisiert. Das Auswärtige Amt warnt dabei nicht nur vor Reisen in Gebiete mit besonders hohen Wocheninzidenzen, sondern auch in Regionen, in denen bestimmte Varianten des Coronavirus verbreitet auftreten.

    Die Warnungen des Auswärtigen Amtes orientieren sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, wo die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus besonders hoch ist. Sie betreffen folgende Staaten und Regionen:

    Benelux-Region

    Laut RKI gelten die gesamten Niederlande inklusive der autonomen Länder und der karibischen Teile als Hochinzidenzgebiet. Auch ganz Belgien und ganz Luxemburg sind inzwischen (wieder) Risikogebiete.

    Frankreich

    Das gesamte Land inklusive aller Übersee-Départments gilt nun als Hochinzidenzgebiet. Das Département Moselle, das an Rheinland-Pfalz und das Saarland grenzt, gilt zusätzlich weiterhin als Virusvarianten-Gebiet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist ganz Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal als Risikogebiet aus. Das Bundesland Tirol gilt nicht länger als Virusvarianten-Gebiet, sondern auch als Risikogebiet. Das gesamte Land Ungarn gilt als Hochinzidenzgebiet.

    Schweiz

    Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Schweiz.

    Großbritannien und Irland

    Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland zählen als Risiko-Gebiet. Auch Irland gilt als Risikogebiet - mit Ausnahme der Region South-West. Bis 20. März wurden beide Staaten als Virus-Variantengebiete geführt.

    Spanien und Portugal

    Das spanische Festland mit Ausnahme der autonomen Gemeinschaften Kastilien - La Mancha, Valencia, Extremadura, und Murci - sowie die Kanarischen Inseln gelten als Risikogebiet. Neu hinzugekommen als Risikogebiet ist die autonome Gemeinschaft La Rioja. Die Balearen inklusive der Insel Mallorca gelten aufgrund gesunkener Inzidenz-Zahlen nicht mehr als Risikogebiet.

    Auch Portugal ist nicht mehr als Risikogebiet eingestuft, eine Ausnahme bildet die Atlantikinsel Madeira.

    Italien

    Italien gilt derzeit komplett als Risikogebiet. Das gilt auch für den Vatikan.

    Tschechien und Slowakei

    Ganz Tschechien sowie die Slowakei gelten jetzt als Hochinzidenzgebiete (vorher: Virusvarianten-Gebiete).

    Slowenien und Kroatien

    Das ganze Land Kroatien gilt als Risikogebiet. Slowenien ist komplett als Hochinzidenzgebiet eingestuft.

    Türkei und Griechenland

    Von Reisen in die Türkei wird abgeraten. Auch ganz Griechenland gilt mittlerweile als Risikogebiet.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Dänemark gilt (mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönlands) als Risikogebiet. Als Hochinzidenzgebiet ist ganz Schweden eingestuft. In Norwegen sind die Provinzen Rogaland, Oslo und Viken Risikogebiete.
    In Finnland gelten die Regionen Uusimaa (mit Großraum Helsinki), Kanta-Häme, Päijät-Häme und Pirkanmaa, Varsinais-Suomi, Etelä-Karjala als Risikogebiete. Die Region Åland wird vom 3. April an dagegen nicht mehr so eingestuft.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Ganz Rumänien wird als Risikogebiet eingestuft. Bulgarien und die Republik Moldau gelten als Hochinzidenz-Gebiete.

    Polen und Baltikum

    Litauen ist laut RKI Risikogebiet, Polen, Estland und Lettland gelten als Hochinzidenzgebiete.

    Risikogebiete im Rest der Welt

    Eine pauschale Reisewarnung für etwa 160 außereuropäische Länder ist Ende September ausgelaufen. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage nun wieder für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Virusvarianten-Gebiete

    Neben Regionen mit besonders hohen Fallzahlen und anderen Faktoren, die eine Infektionsgefahr vor Ort erhöhen, stuft das RKI inzwischen auch Regionen, in denen sich bestimmte Virusvarianten ausgebreitet haben, als Risikogebiet ein. Für Einreisen aus diesen Gebieten gelten besondere Test-Vorgaben.

    Als Virusvarianten-Gebiete gelten aktuell Botswana, Brasilien, Eswatini (früher als Swasiland bekannt), Lesotho, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe, Südafrika sowie die französische Region Moselle.

    Hochinzidenz-Gebiete

    Im Januar hat die Bundesregierung zudem erstmals mehr als 20 Staaten als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft. Dazu zählen in der Regel Staaten mit einer Wocheninzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohner. Nicht-EU-Länder und -Regionen, die als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft werden, sind Ägypten, Albanien, Andorra, Bahrain, Bolivien, Bosnien, Ecuador, Iran, Israel, Jordanien, Kolumbien, Kosovo, Kuwait, Libanon, Malta, Mexiko, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Niederlande, Palästinensische Gebiete, Paraguay, Serbien, Seychellen, St. Lucia, Sudan, Syrische Arabische Republik, Tansania, Uruguay sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.

    Strengere Einreiseregelungen für Länder der neuen Kategorien

    Für Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten gelten verschärfte Einreiseregeln. So muss ein Corona-Test bereits vor der Einreise aus diesen Ländern nach Deutschland erfolgen. Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen spätestens 48 Stunden nach Ankunft einen negativen Corona-Test vorweisen.

    (Stand: 06.04.2021)

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  • MedienberichtBundeskanzlerin Merkel strebt Änderung des Infektionsschutzgesetzes an

    Bundeskanzlerin Merkel strebt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie offenbar eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes an. Ziel sei es, die Corona-Maßnahmen bundesweit zu vereinheitlichen, meldet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise.

    Demnach sollen Landkreise bei erhöhten Inzidenz- und R-Werten dazu verpflichtet werden, ihre Maßnahmen zu verschärfen. Dem Bericht zufolge planen Unions-Abgeordnete mit Unterstützung der Fraktionsspitze eine Initiative, die es auch der Bundesregierung ermöglichen soll, Corona-Maßnahmen per Rechtsverordnung zu erlassen. Dann wäre diese ebenso wie die Landesregierungen ermächtigt, Corona-Beschränkungen zu verhängen. Einer der Initiatoren des Vorstoßes, das CDU-Präsidiumsmitglied Röttgen, erklärte der Zeitung zufolge, es gehe nicht darum, die Länder zu schwächen, sondern darum, dass der Bund überhaupt handeln könne. Bislang hätten sich rund zwei Dutzend Fraktionsmitglieder hinter die Initiative gestellt.

    Bundeskanzlerin Merkel hatte sich zuvor für einen kurzen und bundesweit einheitlichen Lockdown ausgesprochen, um die Zahl der Corona-Infektionen zu senken.

  • ItalienAstrazeneca-Impfstoff nur für über 60-Jährige

    Auch Italien ändert seine Impfrichtlinien und empfiehlt das Präparat von Astrazeneca jetzt für Menschen über 60 Jahre.

    Das gab der Präsident des obersten Gesundheitsinstituts, Locatelli, am Abend in Rom bekannt. Zugleich verwies er darauf, dass der Impfstoff in Italien weiter als ein sehr gutes Mittel eingestuft werde. Aufgrund von sehr seltenen Vorkommnissen von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit dem Präparat habe man sich aber für die bevorzugte Verwendung von Astrazeneca bei Menschen über 60 Jahre entschieden.

  • Nathan LawHongkonger Aktivist bekommt Asyl in Großbritannien

    Der Hongkonger Demokratie-Aktivist Nathan Law hat Asyl in Großbritannien erhalten.

    Das teilte der 27-Jährige per Twitter mit. Law war im Juli 2020 wegen des umstrittenen chinesischen Sicherheitsgesetzes nach London geflohen. Wenige Jahre zuvor war er als jüngster Abgeordneter ins Hongkonger Parlament gewählt worden. Wegen seiner Beteiligung an der studentischen Regenschirm-Bewegung
    musste Law eine achtmonatige Haftstrafe in der Sonderverwaltungszone verbüßen.

  • BrandenburgProteste gegen Abschiebungen nach Afghanistan am Hauptstadtflughafen BER

    Am Terminal 5 des Hauptstadtflughafens BER haben zahlreiche Menschen gegen die geplante Abschiebung Asylsuchender nach Afghanistan protestiert.

    Nach Angaben der Polizei waren 50 bis 75 Personen für die Demonstration angemeldet, erschienen seien jedoch etwa 350 Menschen. Ein Teil der Demonstrierenden habe Zufahrtsstraßen blockiert, bis zu 150 Personen seien auf das Betriebsgelände vorgedrungen. Die Polizei sprach mehrere Platzverweise aus. Vor einem Gebäude sei es zu einer Rangelei mit den Einsatzkräften gekommen.

    Zu den Protesten aufgerufen hatte der Flüchtlingsrat Brandenburg, der für den Abend mit einer Sammelabschiebung nach Afghanistan rechnet. Offiziell bestätigt wurde das jedoch nicht.

  • Fußball-Champions-LeagueMünchen unterliegt Paris

    In der Fußballl-Champions-League gab es am Abend folgendes Ergebnis:

    Bayern München -Paris St. Germain 2:3

    Im DFB-Pokal hatte Fußball-Bundesligist Werder Bremen zuvor mit einem 1:0-Sieg
    gegen Jahn Regensburg das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht.

  • USARegierung gibt wieder Geld für Palästinenser

    Die US-Regierung will ihre unter dem früheren Präsidenten Trump gestoppte Unterstützung für die Palästinenser wieder aufnehmen.

    Für humanitäre Hilfe sollten zunächst 150 Millionen US-Dollar an die zuständige UNO-Organisation gehen, teilte das US-Außenministerium mit. Zudem solle es 75 Millionen Dollar Entwicklungshilfe für Projekte im Gazastreifen und im Westjordanland geben. Weitere 10 Millionen Dollar dienten Maßnahmen zur Friedensbildung. Die Mittel sollten den Palästinensern unter anderem auch dabei helfen, die Corona-Krise zu bewältigen. Außenminister Maas zeigte sich erfreut über die Entscheidung der USA.

  • CoronavirusEU genehmigt Milliardenhilfe wegen getöteter Nerze in Dänemark

    Nach der umstrittenen Massentötung von Millionen Nerzen in Dänemark hat die EU-Kommission Staatshilfen für die betroffenen Firmen in Höhe von rund 1,75 Milliarden Euro genehmigt.

    Die Regelung erlaube es, Nerzzüchter und andere Betriebe der Nerzbranche für Einbußen zu entschädigen, teilte die für Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin mit. Um zu vermeiden, dass sich Ähnliches im Jahr 2021 wiederholt, hat die Regierung das Halten von Nerzen bis Anfang 2022 zudem verboten, heißt es in der Mitteilung.

    Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hatte Anfang November angekündigt, dass alle Zuchtnerze in Dänemark getötet werden sollen. Als Begründung hatte die Regierung angeführt, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Etwa vier Millionen der mehr als 15 Millionen getöteten Tiere wurden auf Militärgeländen vergraben, viele traten aber im Zuge der Verwesung wieder an die Erdoberfläche. Eine Mehrheit der dänischen Parlamentsparteien hatte sich Ende 2020 darauf geeinigt, dass die Nerze wieder ausgegraben und weggeschafft werden. Bis Mitte Juli sollen die Tiere verbrannt werden.

  • CoronaGesundheitsminister vertagen Entscheidung zu Astrazeneca-Zweitimpfungen

    Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben eine Entscheidung über den Umgang mit Zweitimpfungen von Menschen, die bereits einmal mit dem Präparat von Astrazeneca geimpft wurden, vertagt.

    Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Abend mit. Nun solle es am Dienstag neue Beratungen unter Einbeziehung der Ständigen Impfkommission (Stiko) geben. Hintergrund ist der Beschluss, den Astrazeneca-Impfstoff nur noch bei über 60-jährigen einzusetzen, weil in seltenen Fällen Hirnthrombosen vor allem bei jüngeren Frauen eingetreten waren. Jüngeren Menschen soll das Vakzin nur noch auf deren Wunsch hin und nach ärztlicher Beratung angeboten werden.

    Die Stiko hatte empfohlen, auch bei einer bereits erfolgten Erstimpfung mit Astrazeneca für die Zweitimpfung auf die Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna auszuweichen. Alternativ war im Gespräch, im Einzelfall nach ärztlichem Ermessen eine Zweitimpfung mit Astrazeneca in Arztpraxen zu ermöglichen.

    Der Stiko-Vorsitzender Mertens hatte vor den Ministerberatungen diese Empfehlung noch einmal begründet. Das Risiko bei einer großen Zahl von Astrazeneca-Zweitimpfungen in der Altersgruppe unter 60 sei "nicht einschätzbar", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Die Europäische Arzneimittelbehörde hatte heute empfohlen, den Einsatz des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca für alle Altersgruppen ab 18 Jahren weiterhin einzusetzen. Wie die EMA in Amsterdam mitteilte, wurde zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen im Alter von unter 60 Jahren innerhalb zwei Wochen nach der Impfung aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen nicht bestätigt worden. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll aber in die Liste der Nebenwirkungen aufgenommen werden.

    Die EMA betonte, der Nutzen des Wirkstoffes sei weiterhin höher zu bewerten als die Risiken. Die Behörde empfahl daher keine Einschränkungen für den Einsatz des Mittels von Astrazeneca. Großbritannien legte dagegen fest, nur Menschen ab 30 mit dem Präparat zu impfen.

    In mehreren EU-Ländern, darunter Deutschland, wird der Impfstoff meist nur für Menschen ab 60 Jahren verwendet. In Deutschland hat es bisher mehr als 30 Fälle der seltenen Hirnvenenthrombosen nach einer Impfung gegeben.

    Bundesgesundheitsminister Spahn und seine Länderkollegen beraten seit dem Nachmittag über die Zweitimpfungen für jüngere Menschen, die bereits mit Astrazeneca geimpft wurden. Die Ständige Impfkommission hatte empfohlen, für die zweite Dosis einen anderen Wirkstoff zu verwenden.

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  • Ukraine-KonfliktRussland spricht von aggressiver Kampagne der Nato

    Russland hat der Nato im Ukraine-Konflikt Hysterie vorgeworfen und das Militärbündnis zu einem Ende seiner - Zitat - "aggressiven Kampagne" aufgefordert.

    Der Westen versuche, Moskau für die Eskalation der Spannungen im Donbass und an der russisch-ukrainischen Grenze verantwortlich zu machen, kritisierte eine Sprecherin des Außenministeriums in Moskau. Sie beklagte unter anderem eine Intensivierung von Aufklärungsflügen und eine Fortsetzung der militärischen Hilfe für Kiew seitens der Nato-Staaten. Das trage nicht zur Sicherheit in der Region bei.

  • JordanienKönig Abdullah II. erklärt politische Krise für beendet

    In Jordanien hat König Abdullah die politische Krise der vergangenen Tage für beendet erklärt.

    Der Aufstand sei vorbei, hieß es in einer Erklärung des Monarchen, die im staatlichen Fernsehen verlesen wurde. Die Lage sei nicht die gefährlichste für die Stabilität der Nation gewesen, für ihn persönlich jedoch sehr schmerzlich, betonte Abdullah. Die jordanische Regierung hatte am Wochenende nach eigenen Angaben einen Komplott vereitelt und den Halbbruder des Königs, Prinz Hamsa bin Hussein, unter Hausarrest gestellt. Ihm wurde vorgeworfen, gemeinsam mit ausländischen Kräften die Destabilisierung des Landes geplant zu haben. Abdullah erklärte, der Prinz habe dem Palast wieder die Treue geschworen und stehe unter seinem Schutz.

  • HalleStadtrat: Oberbürgermeister soll wegen Impfaffäre suspendiert werden

    Halles Oberbürgermeister Wiegand soll wegen der Impfaffäre vom Dienst suspendiert werden.

    Das teilte die Stadtratsvorsitzende Müller nach einer Sondersitzung mit. Grund für das zeitweise Verbot seiner Dienstgeschäfte ist Wiegands vorzeitige Impfung gegen das Corona-Virus.

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  • Föderalismus-DebatteDe Maiziere, Stamp und Reker sehen Reformbedarf beim Krisenmanagement

    Ex-Bundesinnenminister de Maizière, der stellvertretende NRW-Ministerpräsident Stamp und die Kölner Oberbürgermeisterin Reker sehen die Notwendigkeit, das Krisenmanagement in Deutschland neu zu organisieren.

    De Maizière (CDU), Stamp (FDP) und Reker (parteilos) äußerten sich in der Deutschlandfunk-Sendung "Zur Diskussion" (Audio-Link). Alle drei waren sich einig, dass die Corona-Pandemie alle Ebenen des Föderalismus vor große Herausforderungen gestellt hat. Stamp und Reker zeigten sich offen für den Vorschlag von de Maizière, das Grundgesetz zu ändern, um neue Weisungsbefugnisse in einer Krise zu ermöglichen. De Maizière regte einen länderübergreifenden Krisenstab unter Einbeziehung der Kommunen an.

    Bestandsaufnahme nötig

    Die Diskutierenden erklärten, aus den Fehlern in der Corona-Pandemie müsse gelernt werden. Eine Bestandsaufnahme des aktuellen, unzureichenden Krisenmanagements sei daher nötig. Falsch sei beispielsweise die Überfrachtung der Ministerpräsidenten-Konferenz mit Erwartungen. Sie sei eigentlich ein Beratungs- und kein Beschluss-Gremium. Nach Auffassung von de Maizière sollten dort nur die großen Leitlinien festgelegt werden, aber keine Feinabstimmungen wie die Frage, wie viele Kunden pro Quadratmeter in einem Baumarkt einkaufen dürfen.

    Der stellvertretende NRW-Ministerpräsident Stamp mahnte ein besseres Meldewesen an. Es könne nicht sein, dass nach einem Jahr Pandemie die Gesundheitsämter an Wochenenden und an Feiertagen nur unzureichend Daten zur Infektionslage liefern. "Wo wir jetzt stehen, wissen wir nicht" beklagte Stamp, es bestehe eine große Schwierigkeit, die Lage zu beurteilen.

    Die Kölner Oberbürgermeisterin machte die Erfahrung: "Unser Krisenstab ist nicht dafür ausgerichtet, über ein Jahr lang zu tagen." Man brauche Strukturen, die einem Krisenmanagement neue Mitarbeitende zuführten, beispielsweise aus der Verwaltung.

    Chance einer neuen Bundesregierung

    De Maizière zeigte sich am Ende zuversichtlich, dass nach der Bundestagswahl im September mit einer neuen Bundesregierung die Chance bestehe, "die Dinge besser zu machen".

  • MaskenaffäreHaftbefehl gegen Beschuldigten aufgehoben - Name ist nicht bekannt

    Ein in der Maskenaffäre um Korruptionsverdacht erlassener Haftbefehl gegen einen der Beschuldigten ist aufgehoben worden.

    Das entschied das Oberlandesgericht München auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft, wie die Behörde mitteilte. Zuvor habe der Betroffene Auflagen zur Abwendung einer Fluchtgefahr erfüllt, hieß es. Der Name des Verdächtigen wurde nicht veröffentlicht. Angeblich handelt es sich es um einen CSU-Politiker.

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  • RusslandAnwälte: Nawalny geht es im Straflager immer schlechter

    Der Gesundheitszustand des inhaftierten Kremlkritikers Nawalny hat sich nach Angaben seiner Anwältin weiter verschlechtert.

    Nawalny verliere nun auch das Gefühl in seinen Händen, sagte die Juristin dem unabhängigen Internetfernsehsender Doschd. Zuvor hatte Nawalny unter anderem über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen im Bein geklagt. Bei einer MRT-Untersuchung sei zudem ein Bauchwandbruch festgestellt worden. Ein weiterer Anwalt erklärte auf Twitter, Nawalny verliere durch seinen Hungerstreik jeden Tag ein Kilogramm Körpergewicht. Nawalny befindet sich noch immer in einer medizinischen Abteilung des Straflagers. Gestern hatten Ärzte vergeblich versucht, Zugang zu dem Lager in Pokrow zu erhalten.

  • CoronavirusEMA empfiehlt weiterhin Impfung mit Astrazeneca für alle Erwachsenen

    Die Europäische Arzneimittelbehörde empfiehlt weiterhin den Einsatz des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca, und zwar für alle Erwachsenen. Sie sieht dennoch einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Vakzin und sehr selten auftretenden Thrombosen bei Geimpften.

    Wie die EMA am Nachmittag in Amsterdam mitteilte, wurde zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen im Alter von unter 60 Jahren innerhalb zwei Wochen nach der Impfung aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen nicht bestätigt worden. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll aber in die Liste der Nebenwirkungen aufgenommen werden.

    Die EMA betonte, der Nutzen des Wirkstoffes sei weiterhin höher zu bewerten als die Risiken. Die Behörde empfahl daher keine Einschränkungen für den Einsatz des Mittels von Astrazeneca. Großbritannien legte dagegen fest, nur Menschen ab 30 mit dem Präparat zu impfen.

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  • BerlinVerwaltungsgericht kippt Kundenbegrenzung im Einzelhandel

    Das Verwaltungsgericht Berlin hat die Begrenzung der Kundenzahl im Einzelhandel gekippt.

    In der Entscheidung heißt es, der Richtwert von einer Person pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche bringe angesichts der weiteren Maßnahmen kein signifikantes Mehr an Infektionsschutz und stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu den dadurch erwartbaren Umsatzeinbußen. Dagegen wies das Gericht die Eilanträge gegen die Testpflicht für Kundinnen und Kunden sowie gegen die vorgeschriebene elektronische Kontaktverfolgung zurück. Diese Maßnahmen seien geeignet und erforderlich. Gegen die Entscheidung kann beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Beschwerde eingelegt werden.

  • WHO-ChefTedros kritisiert ungleiche Verteilung der Corona-Impfstoffe

    Der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros, hat eine ungerechte Verteilung von Corona-Impfstoffen angeprangert.

    Tedros sagte anlässlich des Weltgesundheitstages, Länder mit geringen Einkommen hätten erst 0,1 Prozent der Impfstoffe erhalten. Die Pandemie habe das Beste, aber auch das Schlechteste der Menschheit zum Vorschein gebracht. So hätten viele Arbeiterinnen und Arbeiter im Gesundheitswesen Mut gezeigt und es habe auch gute Ideen von Firmen gegeben. Dennoch sei die Ungleichheit in der Welt größer geworden und es habe Unternehmen gegeben, die von der Not anderer profitieren wollten. Tedros betonte, die Pandemie sei noch lange nicht vorbei.

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  • TürkeiHaftstrafen gegen Ex-Militärs wegen Putschversuchs 2016

    Ein türkisches Gericht hat 22 frühere Militärangehörige wegen Beteiligung an dem Putschversuch von 2016 zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP und beruft sich auf einen Anwalt des türkischen Präsidialamtes, das als Kläger auftritt. Die Urteile gehören zu einem größeren Verfahren, das sich gegen fast 500 Beschuldigte richtet.

    Viele von ihnen waren in ihrer militärischen Laufbahn Teil der Präsidentengarde. In dem Prozess, der im Herbst 2017 begann, geht es konkret um die Besetzung der staatlichen Rundfunkanstalt TRT.

    Die türkische Regierung macht für den gescheiterten Putsch den islamischen Prediger Gülen verantwortlich. Zehntausende Menschen wurden seither festgenommen und unter anderem der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation beschuldigt. Mehr als 100.000 Menschen wurden aus dem Staatsdienst entlassen. Es laufen noch zahlreiche weitere Verfahren.

  • Corona-ImpfungHilfswerk Adveniat fordert Patente-Freigabe

    Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat eine Freigabe der Patente von Corona-Impfstoffen gefordert, damit ärmere Länder eine Chance erhalten, mit Vakzinen versorgt zu werden.

    Adveniat-Projektabteilungsleiter Thomas Wieland sagte am Mittwoch dem kirchlichen Online-Portal domradio.de, es könnten mehr Menschenleben gerettet werden, "wenn die Patente freigegeben würden oder wenn die Produktion von Impfstoff auch dezentral erfolgen kann".

    Nicht funktionierende Staaten wie Brasilien seien nicht in der Lage, das Virus einzudämmen, so Wieland. Die Pandemie lege die Schwächen des Gesundheitswesens in diesen Ländern frei. Konservative lateinamerikanische Staaten hätten in den vergangenen Jahren die medizinische Versorgung vermehrt privatisiert. Die Basis-Gesundheitsversorgung der Bevölkerung müsse jedoch gestärkt werden. Als Positiv-Beispiel hebt Wieland Chile hervor: "Dort gibt es eine stabile Regierung und die Bevölkerung konnte durchgeimpft werden."

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 07.04.)

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  • CoronaBhutan impft 60 Prozent seiner Bevölkerung in neun Tagen

    Seit Beginn der Corona-Impfkampagne in Bhutan vor neun Tagen haben bereits 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger eine erste Impfdosis erhalten.

    Wie die Behörden des kleinen Landes zwischen Indien und China mitteilten, wurden 470.000 der insgesamt 770.000 Einwohner geimpft. Die Gesundheitsbehörden nutzten dazu den von Indien gespendeten Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca.

    Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass sich die Behörde nun auf die Impfung von Bürgerinnen und Bürgern über 70 Jahren sowie von Menschen mit Behinderung konzentriere. Mit seiner Geschwindigkeit bei den Impfungen liegt Bhutan noch vor Israel, den Seychellen und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Israel ist weltweit führend bei der Zahl der Einwohner, die bereits zwei Dosen erhalten haben. Bhutan verzeichnete bislang 896 Corona-Infektionen und einen Todesfall in Zusammenhang mit dem neuartigen Virus.

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  • WienAuswärtiges Amt zufrieden mit Atomgesprächen

    Die Bundesregierung hat sich positiv zur ersten Runde der Atomgespräche mit dem Iran in Wien geäußert.

    Ein Vertreter des Auswärtigen Amts sagte in Berlin, die Verhandlungen seien konstruktiv gewesen. Alle Beteiligten hätten sich für eine vollständige Rückkehr zum Atomabkommen ausgesprochen. Bedingung sei allerdings, dass der Iran die Auflagen aus dem Vertrag wieder vollständig umsetze. Zudem müssten die USA ihrerseits die Sanktionen gegen Teheran abbauen. Es gebe eine reale Chance, das Atomabkommen zu bewahren. Zuvor hatte sich bereits der Iran positiv über die ersten Gespräche geäußert.

    Die Verhandlungen waren gestern zwischen den verbliebenen Vertragspartnern aufgenommen worden. Ziel ist, dass die USA dem Vertrag wieder beitreten und der Iran alle Verpflichtungen einhält.

  • SachsenLKA-Chef Kleine muss wegen Munitionsskandal gehen

    Der Präsident des sächsischen Landeskriminalamts, Kleine, muss nach dem Munitionsskandal seinen Posten räumen.

    Das teilte Landesinnenminister Wöller in Dresden mit. Auch der für Spezialeinheiten zuständige Abteilungsleiter Mewes werde von seinen Aufgaben entbunden. Es sei ein personeller Neuanfang erforderlich, um das Vertrauen in die Behörde und ihre Führung wiederherzustellen, sagte Wöller. Neue Chefin des Landeskriminalamtes soll die bisherige Präsidentin der Polizeidirektion Chemnitz, Penzel, werden.

    Hintergrund sind Ermittlungen, wonach Polizisten eines mobilen Einsatzkommandos ohne Erlaubnis an einem Schießtraining auf einem Privatgelände teilgenommen hatten. Dabei sollen sie mindestens 7.000 Schuss Munition aus den Beständen des LKA entwendet haben.

  • Corona-PandemieAuch Merkel für kurzen, bundeseinheitlichen Lockdown

    Bundeskanzlerin Merkel hält einen kurzen und einheitlichen Lockdown in Deutschland für geboten, um die Zahl der Corona-Infektionen zu senken. Regierungssprecherin Demmer sagte in Berlin, die derzeitige Vielfalt der beschlossenen Regeln trage nicht zur Sicherheit und zur Akzeptanz bei.

    Sie betonte, das Ziel sei eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Noch besser wäre ein Wert von 50 oder bestenfalls von unter 30. Derzeit liegt die Inzidenz bei 110. Demmer ergänzte, richtig sei ein gemeinsames Vorgehen. Dazu würden bereits Gespräche geführt, die man nun abwarte. Es gebe aber derzeit erkennbar keine Mehrheit dafür, die nächste Ministerpräsidentenkonferenz vorzuziehen. Bund und Länder wollen am kommenden Montag wieder über das weitere Vorgehen beraten.

    Söder für gesetzliche Verankerung der "Notbremse"

    CSU-Chef Söder sagte im ZDF, er halte einen kurzen, konsequenten Lockdown für möglich. Dieser ergebe allerdings nur dann Sinn, wenn alle mitmachten. Er kritisierte, bei den SPD-Ländern, aber bei auch einigen CDU-geführten Ländern sehe er dafür keine Bereitschaft. Söder hat sich schon mehrfach für bundeseinheitliche Regeln ausgesprochen. Im ZDF schlug er vor, man könne etwa die sogenannte "Notbremse" bundesgesetzlich verankern. Die Notbremse sieht vor, dass Lockerungen wieder rückgängig gemacht werden, wenn die Inzidenz drei Tage in Folge über 100 liegt.

    Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Brinkhaus, sprach sich ebenfalls für ein bundeseinheitliches Vorgehen in der Corona-Pandemie aus. Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk (Audio-Link), dies gelte beispielsweise mit Blick auf die Schulen und Kitas. Es müsse jetzt eine Entscheidung getroffen werden, wie es nach den Osterferien weitergehe. Insofern unterstütze er die Forderung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet, dass sich Bund und Länder früher zusammensetzen sollten. Dies gelte allerdings nur, wenn es zu einer Entscheidung komme und man sich nicht wieder zwölf Stunden bespreche mit einem kleinen Ergebnis, meinte Brinkhaus.

    Kritik an Forderungen

    Von Seiten der Länderchefs kam jedoch auch Kritik an Laschets Vorschlägen. Berlins Regierender Bürgermeister Müller lehnte es ab, die für den kommenden Montag geplante Ministerpräsidentenkonferenz vorzuziehen und über schärfere Corona-Regeln zu beraten. Dazu seien zu viele Fragen offen, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Ähnlich äußerte sich der saarländische Ministerpräsident Hans von der CDU.

    Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer plädierte für die Einhaltung der Notbremse, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Schwesig von der SPD argumentierte gegen einen vorgezogenen Termin mit dem Hinweis auf eine ausreichende Vorbereitungszeit für die Bund-Länder-Runde.

    Unterstützung erfuhr Laschet von seinem Partei- und Amtskollegen Bouffier aus Hessen. Die aktuelle Lage sei unsicher, die Intensivstationen hätten immer weniger Kapazitäten. In einer solchen Situation sei Vorsicht geboten. Zustimmung für einen erneuten Lockdown kam auch aus Sachsen.

    Mehr Rechte für Geimpfte?

    Nach Gesundheitsminister Spahn hat sich auch Bundesjustizministerin Lambrecht dafür ausgesprochen, Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft sind, mehr Freiheiten einzuräumen. Die SPD-Politikerin sagte der "Bild"-Zeitung, wenn wissenschaftlich belegt werde, dass von Geimpften keine höhere Gefahr für andere ausgehe als von negativ getesteten Personen, entfalle eine wichtige Begründung für die Einschränkung ihrer Grundrechte. Deshalb sei es ein logischer Schritt, Geimpfte in Zukunft mit dieser Personengruppe gleichzustellen. Dies hatte am Wochenende auch Spahn angeregt und war damit auf ein geteiltes Echo gestoßen.

    Mehr zur Frage, ob Geimpfte weiter ansteckend sein könne, finden Sie hier.

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  • GrüneVorentscheidung über Kanzlerkandidatur am 19. April

    Die Grünen wollen bald über ihre Kanzler-Kandidatin oder ihren -Kandidaten für die Bundestagswahl entscheiden.

    Geschäftsführer Kellner sagte, der Bundesvorstand werde am 19. April einen Vorschlag machen. Die endgültige Entscheidung fällt auf dem Parteitag im Juni.

    Die Grünen wollen zwar mit ihren Parteivorsitzenden Baerbock und Habeck als Spitzenduo in den Wahlkampf ziehen. Trotzdem soll es erstmals in der Geschichte der Partei eine Kanzlerkandidatin oder einen Kanzlerkandidaten geben.

    Die Bundestagswahl findet am 26. September statt.

  • Öffentliche HaushalteHöchstes Defizit seit der deutschen Einheit

    Die öffentlichen Haushalte in Deutschland haben als Folge der Coronakrise das Jahr 2020 mit einem Defizit von mehr als 189 Milliarden Euro abgeschlossen.

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, war es das erste Defizit seit 2013 und das höchste seit der deutschen Einheit. Demnach stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um gut 12 Prozent auf über 1.678 Milliarden Euro. Die Einnahmen gingen hingegen um 3,5 Prozent auf etwa 1.489 Milliarden Euro zurück. 2019 war noch ein Finanzierungsüberschuss von gut 45 Milliarden Euro erzielt worden.

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  • Amnesty International"Menschenrechtslage in Corona-Krise deutlich verschlechtert"

    Die weltweite Menschenrechtslage hat sich nach Auffassung von Amnesty International im Zuge der Coronakrise deutlich verschlechtert. Die Krise sei für staatliche Repression missbraucht worden. Zudem gibt es Kritik an den reichen Ländern und deren mangelnder Solidarität in der Pandemie. Im Kapitel zu Deutschland werden rechte Aktivitäten der Polizei und von Sicherheitskräften hervorgehoben.

    In vielen Regionen habe die Pandemie Ungleichheit, Diskriminierung und Unterdrückung verstärkt, erklärte die Organisation anlässlich der Veröffentlichung ihres Jahresberichts. Die Krise sei von zahlreichen Staaten missbraucht worden, um Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit weiter einzuschränken.

    Kritik an "Verlogenheit und Egoismus" der reichen Länder

    Amnesty übt scharfe Kritik an den reichen Ländern im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Sie habe "die Mittelmäßigkeit und Verlogenheit, den Egoismus und den Betrug unter den Machthabenden dieser Welt verstärkt", schreibt Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard im Vorwort.

    Der Bericht hebt besonders die Benachteiligung ärmerer Länder bei der Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus hervor. Die für eine gerechte Versorgung gegründete Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation sei von Russland, den USA und anderen Ländern unterminiert worden. Auch hätten mehr als 90 Länder Exportbeschränkungen für medizinisches Gerät, Schutzausrüstung, Arznei- und Nahrungsmittel verhängt. Die Welt sei derzeit unfähig, bei einem globalen Ereignis mit großen Auswirkungen effektiv und gerecht zusammenzuarbeiten.

    Laut Bericht sind die Misstände in diesen Bereichen besonders groß:

    Gesundheitswesen

    Beschäftigte würden nicht ausreichend vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt. Es sei bezeichnend, dass statistisch betrachtet im Jahr 2020 alle 30 Minuten eine im Gesundheitswesen arbeitende Person mit Covid-19 gestorben sei, sagt Amnesty-Deutschlandchef Markus Beeko. Zudem hätten in 42 der untersuchten 149 Länder staatliche Stellen Gesundheitspersonal im Zusammenhang mit der Pandemie drangsaliert und eingeschüchtert.

    Flucht und Migration

    In 42 Staaten habe es Berichte über Abschiebungen von Geflüchteten und Migranten in Länder gegeben, in denen ihnen Menschenrechtsverletzungen drohten. Zudem fehlte es oft an der Grundversorgung.

    Repression

    Gewalt in politischen Konflikten habe ebenso zugenommen wie Einschränkungen von Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit. Kritiker der Corona-Politik ihrer Regierungen seien vielerorts gezielt verfolgt und unterdrückt worden. Die Gesundheitskrise sei dazu missbraucht worden.

    Diskriminierung

    In vielen Regionen sei ein erheblicher Anstieg der häuslichen Gewalt festgestellt worden. Hilfsangebote für Frauen und LGBTI-Menschen seien in der Pandemie nicht verfügbar gewesen. In mindestens 24 Länder dokumentierte Amnesty "glaubwürdige Vorwürfe", dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität festgenommen worden seien - ein Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Im Kapitel zu Deutschland im Amnesty-Bericht werden unter anderem rechte Aktivitäten bei der Polizei und anderen Sicherheitskräften kritisiert. Unabhängige Beschwerdestellen auf Bundes- oder Landesebene fehlten. Der Rechtsstaat weise ausgerechnet dort Lücken auf, wo es um Transparenz gehe, hebt Amnesty hervor. Zudem bleibe in Deutschland die Bekämpfung rassistischer Gewalt vorrangig.

    Die Organisation fand aber auch lobende Worte für die Bundesrepublik. Sie hob hervor, dass in Deutschland der weltweit erste Strafprozess wegen mutmaßlicher Staatsfolter in Syrien mit anschließender Verurteilung stattfand. Von Deutschland sei ein unübersehbares Signal nach Syrien und in die Welt gegangen: Die internationale Gemeinschaft ziehe diejenigen zur Verantwortung, die sich wegen schwerster Menschenrechtsverbrechen strafbar gemacht haben.

    Der Bericht wird heute offiziell vorgestellt. Mehr dazu hören Sie hier.

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  • ErnährungWWF macht Vorschläge zur Reduzierung des Fleischkonsums

    Die Umweltschutzorganisation WWF hat eine Studie zu den ökologischen Folgen unserer Ernährungsweise vorgelegt und fordert eine Halbierung des Konsums tierischer Produkte.

    "Die Zukunft liegt auf unserem Teller" ist eine am Mittwoch in Berlin veröffentlichte WWF-Studie überschrieben, die sich mit den Folgen der gegenwärtigen Ernährungsweise für den ökologischen Fußabdruck der Deutschen auseinandersetzt. Auf mehr als einem Drittel der bewohnbaren Fläche der Erde wird Landwirtschaft betrieben. Sie ist laut WWF weltweit verantwortlich für 70 Prozent des Verlustes an biologischer Vielfalt und 80 Prozent der Entwaldung. Zwischen 21 und 37 Prozent der gesamten globalen Treibhausgasemissionen seien auf die Ernährung zurückzuführen.

    Laut Studie stehen heute jedem Erdenbewohner durchschnittlich rund 2.000 Quadratmeter Ackerfläche zur Verfügung. Davon entfallen 75 Prozent auf die Produktion tierischer Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Milch oder Eier. Nur 25 Prozent werden für den Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln genutzt, sagte WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran im Deutschlandfunk (Audio-Link). Eine Reduzierung des Fleischkonsums sei nicht nur aus ökologischen Gründen anzuraten, so Dräger de Teran. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehle aus gesundheitlichen Gründen, den Fleischkonsum zu halbieren.

    Die Einsparungen fürs Klima

    Weniger Fleischkonsum würde auch die Treibhausgas-Emissionen deutlich verringern: Der bundesdeutsche Verbrauch von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch und Wurst liegt im Schnitt laut WWF bei 817 Gramm pro Woche. Zusammen mit Milch und Milchprodukten verursache das aktuell rund 70 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen.
    Halbiere sich der Fleischkonsum der Deutschen auf 470 Gramm pro Woche, sähe die Öko-Bilanz schon wesentlich besser aus: Dies würde zu einer Einsparung an Treibhausgasemissionen von etwa 56 Millionen Tonnen CO2 führen.

    Tipps für die Umstellung

    Der WWF sieht nicht nur die Verbraucher in der Verantwortung, sondern wünscht sich auch eine stärkere Regulierung durch die Politik, zum Beispiel durch eine Steuer auf tierische Produkte. Aber auch die Gesellschaft müsse umdenken. Als praktisches Beispiel nannte Tanja Dräger de Teran die Präsentation von vegetarischen und veganen Gerichten in Kantinen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass es die Nachfrage beeinflusse, ob diese Gerichte am Anfang des Tresens stünden oder ganz hinten. Zudem forderte Dräger de Teran eine Änderung der Ausbildungsverordnung für Köchinnen und Köche. Sie stamme noch aus dem letzten Jahrhundert und enthalte keine vegane oder vegetarische Ernährung: "Wenn es nicht schmeckt, werden wir die Leute nicht dafür gewinnen, umzudenken."

  • MyanmarErneut Tote bei Demonstration gegen Militärregime

    In Myanmar geht das Militärregime weiter mit Gewalt gegen die Opposition vor.

    Medienberichten zufolge erschossen Soldaten in der nordwestlich gelegenen Stadt Kale mindestens fünf Menschen bei einer Demonstration. Es habe zudem Verletzte gegeben. Laut der Nachrichtenagentur AP soll die Armee versucht haben, die Stadt zu stürmen, stieß dabei aber offenbar auf bewaffneten Widerstand in der Bevölkerung.

    Seit dem Putsch Anfang Februar kommt es vielerorts immer wieder zu Demonstrationen gegen die Militärführung. Nach Angaben von Bürgerrechtlern wurden bislang mehr als 580 Menschen getötet und tausende festgenommen.

  • Völkermord in RuandaFrankreich öffnet Archive

    Frankreich hat seine Archive zum Völkermord in Ruanda vor 27 Jahren geöffnet.

    Damit sind bisher als Verschlusssache geltende Dokumente aus den Jahren 1990 bis 1994 öffentlich zugänglich, wie aus der im Amtsblatt veröffentlichten Entscheidung hervorgeht. Bei den Unterlagen handelt es sich unter anderem um diplomatische Noten und Telegramme der Regierung.

    Ende März hatte eine Historikerkommission Frankreich eine politische Mitverantwortung für den Völkermord in Ruanda gegeben. Sie warf der Staatsführung unter dem damaligen Präsidenten Mitterrand Versagen vor, weil sie den Genozid nicht verhindert habe.

    In Ruanda hatten Angehörige der Volksgruppe der Hutu 1994 binnen drei Monaten mindestens 800.000 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren Angehörige der Minderheit der Tutsi. Die französische Armee war 1994 mit einem UNO-Mandat in der Region.

    In Paris wurde heute mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht.

  • BGH-EntscheidungCorona-Soforthilfe ist nicht pfändbar

    Die Corona-Soforthilfe für Selbstständige und Kleinstunternehmen ist nicht pfändbar.

    Das entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Demnach dient die Soforthilfe nicht der Befriedigung von Gläubigeransprüchen, die vor dem 1. März 2020 entstanden sind. Die Coronahilfe sei zweckgebunden und diene der Existenzsicherung, erklärten die Richter. Damit scheiterte ein Gläubiger mit dem Versuch, die Corona-Soforthilfe einer Schuldnerin in Höhe von 9.000 Euro von einem Pfändungsschutzkonto zu pfänden.

    (Az. VII ZB 24/20)

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  • Corona-PandemieMünchner Flughafen verzeichnet Millionenverlust

    Der Flughafen München hat wegen der Corona-Pandemie einen hohen finanziellen Verlust zu verzeichnen.

    Vorläufigen Berechnungen des Airports zufolge machte die Betreibergesellschaft 2020 rund 320 Millionen Euro Verlust. 2019 hatte der Flughafen nach eigenen Angaben noch einen Rekordgewinn von 178 Millionen Euro ausweisen können. Hauptursache für den Millionenverlust war demnach die Pandemie. Sie hatte das Passagieraufkommen von zuletzt 48 auf 11 Millionen Reisende sinken lassen und auch für einen deutlichen Rückgang bei der Luftfracht und der Luftpost gesorgt. Die Flughafengesellschaft hatte deshalb im vergangenen Jahr für einen Großteil der 10.000 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt.

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  • Studie des IWFachkräftemangel in Deutschland droht sich zu vergrößern

    Der Fachkräftemangel in Deutschland könnte sich in den kommenden Jahrzehnten deutlich verschärfen.

    Nach einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft droht den Unternehmen im schlimmsten Szenario der Verlust jeder achten Fachkraft. Demnach könnte deren Zahl bis 2040 um 4,2 Millionen sinken. Wahrscheinlicher sei aber ein Verlust von etwas mehr als drei Millionen Fachkräften.

    Die Autoren betonen, dass es eine gezielte Zuwanderung sowie ein höheres Renteneintrittsalter in Deutschland braucht, um diese Entwicklung aufzuhalten. Die Forschenden hatten untersucht, wie sich das bevorstehende Ausscheiden der sogenannten Babyboomer-Generation aus dem Arbeitsleben auswirken könnte.

  • HannoverNächtliche Ausgangssperre nach Gerichtsurteil aufgehoben

    Die Region Hannover hat die in der Corona-Krise verhängte nächtliche Ausgangssperre nach einer neuen Niederlage vor Gericht wieder aufgehoben.

    Die Regionalverwaltung erklärte, die Regelung werde mit sofortiger Wirkung zurückgenommen. Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Ausgangssperre in zweiter Instanz per Eilverfahren als unverhältnismäßig eingestuft. Die Beschränkungen in der niedersächsischen Landeshauptstadt und den umliegenden Kreisen und Gemeinden sollten eigentlich noch bis zum 12. April gelten. Das Verlassen des Hauses war demnach von 22 bis 5 Uhr nur aus triftigen Gründen erlaubt.

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  • SeenotSchlepper sollen Frachter vor Norwegen sichern

    Zwei Schlepper sollen den vor der Küste Norwegens treibenden Frachter sichern und in einen Hafen ziehen.

    Wie die norwegische Küstenverwaltung mitteilte, trafen die beiden Boote in der vergangenen Nacht bei der "Eemslift Hendrika" ein. Mit einem Hubschrauber sollen Einsatzkräfte an Bord des verlassenen Frachters gebracht werden, um die Schlepptaue zu befestigen.

    Die zwölfköpfige Besatzung war gestern von dem Schiff gerettet worden, nachdem es in stürmischer See Schlagseite bekommen hatte.

  • AstrazenecaGesundheitsminister beraten über Zweitimpfung

    Bundesgesundheitsminister Spahn berät am Nachmittag mit den Ländern über das künftige Vorgehen bei Zweitimpfungen gegen das Coronavirus.

    Die Ständige Impfkommission hatte empfohlen, dass Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca erhalten haben, bei der zweiten einen anderen Impfstoff erhalten sollten. Grund sind einige Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung auftraten. Bund und Länder hatten deshalb beschlossen, das Astrazeneca-Mittel in der Regel nur noch Menschen über 60 Jahren verabreichen zu lassen. Nach Angaben Spahns haben bereits 2,2 Millionen Jüngere eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten.

    Die Europäische Arzneimittelbehörde will heute oder morgen ihre Bewertung zu möglichen Nebenwirkungen des Mittels abgeben.

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  • ThüringenLandes-CDU verschiebt Entscheidung über Maaßens Bundestagskandidatur

    Die thüringische CDU will vorerst nicht über eine Nominierung des früheren Verfassungsschutzpräsidenten Maaßen als Kandidat für die Bundestagswahl entscheiden.

    Die ursprünglich für den 16. April geplante Wahlkreisversammlung werde nicht stattfinden, sagte CDU-Landeschef Hirte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dem Vernehmen nach will Hirte parteiinterne Gespräche führen. Weiter heißt es, in der Bundes-CDU gebe es Bemühungen, Maaßens Nominierung zu verhindern. Der Ex-Verfassungsschutzchef wird vom CDU-Kreisverband Schmalkalden-Meiningen favorisiert. Insgesamt umfasst der Wahlkreis in Südthüringen vier Landkreise.

    Maaßen stand bis 2018 an der Spitze des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Nach relativierenden Äußerungen über rechtsextreme Ausschreitungen in Chemnitz geriet er in die Kritik und wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

  • DiplomatieBarley (SPD) sieht EU-Türkei-Treffen kritisch

    Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Barley, hat das gestrige Spitzentreffen von EU-Vertretern mit der Türkei kritisiert.

    Auch das Europäische Parlament sei interessiert an guten Beziehungen zur Türkei und Diplomatie immer ein gutes Mittel, sagte die SPD-Politikerin bei Deutschlandfunk Nova. Sie zweifele aber auch im Nachhinein noch am Zeitpunkt des Treffens, nachdem die Türkei gerade erst aus der Istanbul-Konvention zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen ausgetreten sei. Unmittelbar nach diesem fast schon provokativen Akt in die Türkei zu reisen, sei das falsche Signal, meinte Barley.

    EU-Komissionspräsidentin von der Leyen und Ratspräsident Michel hatten sich in Ankara mit dem türkischen Staatschef Erdogan getroffen. Dabei ging es unter anderem um eine Stärkung der wirtschaftlichen Kooperation und die Zusammenarbeit in der Flüchtlings- und Migrationspolitik.

  • Covid-19Mehr als 4.000 Tote in Brasilien an einem Tag

    In Brasilien sind erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 4.000 Corona-Tote innerhalb eines Tages registriert worden.

    Wie das Gesundheitsministerium in Brasilia mitteilte, starben 4.195 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Medienberichten zufolge wurden allerdings Fälle von den Osterfeiertagen nachgemeldet. Insgesamt haben sich in Brasilien mehr als 13 Millionen Menschen nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert, etwa 337.000 starben. Die Intensivstationen in vielen Bundesstaaten sind beinahe komplett ausgelastet.

    Für die hohen Infektionszahlen wird unter anderem die im Amazonasgebiet entstandene Mutation P1 verantwortlich gemacht, die als deutlich ansteckender gilt als das ursprüngliche Virus.

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    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 02.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 30.03.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 06.04.)

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  • Covid-19RKI registriert 9.677 Corona-Neuinfektionen

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 9.677 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

    Das sind rund 7.300 weniger als vor einer Woche. Allerdings geht das RKI davon aus, dass wegen der Osterferien und der Feiertage weniger Tests durchgeführt wurden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus betrug demnach 298. Vor einer Woche waren es 249. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 110 gegenüber 123 am Vortag.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • USABiden: Schon ab Mitte April Corona-Impfangebot an alle Erwachsenen

    In den USA wird die Impfkampagne gegen das Coronavirus noch einmal beschleunigt.

    Dort sollen bereits vom 19. April an und damit zwei Wochen früher als bislang vorgesehen alle Erwachsenen das Anrecht auf eine Immunisierung bekommen. Dies kündigte US-Präsident Biden im Weißen Haus in Washington an. Er sagte, die USA hätten bereits jetzt mehr Menschen geimpft als jede andere Nation der Welt. Bislang haben dort 42 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mindestens eine Dosis erhalten. Zunächst waren Senioren, Gesundheitspersonal sowie Menschen aus anderen Risikogruppen geimpft worden. Der Kreis der Empfänger wurde dann schrittweise ausgeweitet.

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  • Epidemiologe StöhrEuropas Impfstoffsolidarität "fällt Politikern jetzt auf die Füße"

    Der Epidemiologe und frühere Leiter des WHO-Influenza-Programms, Stöhr, hat eine weitsichtige Planung der Impfstoffverteilung in der Corona-Pandemie angemahnt.

    Stöhr sagte im Deutschlandfunk, rund 20 Prozent der Weltbevölkerung hätten sich 60 Prozent des Impfstoffs gesichert. Im südlichen Afrika und großen Teilen Asiens gebe es einfach keinen Impfstoff zu kaufen. Von der Lage in Europa könnten Entwicklungsländer nur träumen.

    Der Epidemiologe regte an, Situationen wie die aktuelle vorher zu planen. Die Verteilung der Impfstoffabgabe könne nicht mitten in der Krise erfolgen. In Zukunft müssten die entwickelten Staaten international besser zusammenarbeiten, um dem moralischen Anspruch einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden.

    Stöhr lobte, dass Deutschland und die EU viel Geld für die internationale Impf-Initiative Covax gegeben hätten. Er sei überrascht, dass Europa im Sommer überhaupt Impfsolidarität gezeigt habe. Diese falle den Politikern nun aber auf die Füße, da die Wählerinnen und Wähler erwarteten, dass die Regierungen für sie einträten.

    Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert eine gerechte globale Verteilung von Impfstoffen. Die Pandemie sei zudem von vielen Regierungen als Vorwand benutzt worden, Menschenrechte einzuschränken. Daher seien die Bekämpfung des Coronavirus und die Impfstoffverteilung ein Hauptanliegen von Amnesty geworden, sagte die neue Generalsekretärin Callamard.

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  • USABehandlungsverbot von Transjugendlichen in Arkansas beschlossen

    Im US-Bundesstaat Arkansas hat das Parlament ein umstrittenes Gesetz beschlossen, das geschlechtsangleichende Maßnahmen für Transjugendliche verbietet.

    Ärzten ist damit untersagt, unter 18-Jährige für die Geschlechtsanpassung mit Hormonen oder Pubertätsblockern zu behandeln oder sie zu operieren. Das Parlament überstimmte damit ein Veto des republikanischen Gouverneurs Hutchinson gegen das Gesetz. Er hatte argumentiert, wenn man Transjugendlichen die beste medizinische Versorgung verwehre, könne dies bei ihnen zu erheblichen Schäden führen sowie zu Suizidtendenzen, sozialer Isolation und erhöhtem Drogenkonsum. Das Gesetz sei extrem und ein Produkt des Kulturkampfes in den USA. Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU kündigte eine Klage an. Im Gesetzestext ist unter anderem die Rede davon, Jugendliche vor dem "Experimentieren" zu bewahren. Zudem wird auf die Risiken solcher Operationen hingewiesen.

  • FloridaDammbruchgefahr an Abwasserbecken vorerst gebannt

    Im US-Bundesstaat Florida ist die Gefahr eines Dammbruchs am Abwasserbecken eines Phosphatwerks vorerst gebannt.

    Die Bezirksregierung erklärte, das Leck sei zwar noch nicht völlig geschlossen, es trete aber weniger Wasser aus. Eine Evakuierungsanordnung für mehr als 300 Wohnhäuser und andere Gebäude wurde aufgehoben.

    In dem etwa 33 Hektar großen Becken in der Region Tampa Bay war in der vergangenen Woche ein Riss festgestellt worden. Für den Fall eines Dammbruchs wurde vor einer meterhohen Flutwelle und einer Umweltkatastrophe gewarnt.

  • SudanRegierung will Gesetz zum Boykott Israels aufheben

    Im Sudan will die Regierung ein jahrzehnte altes Gesetz aufheben, das diplomatische und geschäftliche Beziehungen zu Israel verbietet.

    Das Kabinett stimmte in Khartum für einen solchen Schritt. Nötig ist noch die Zustimmung des sogenannten "Souveränen Rats", der in dem Land am Horn von Afrika ebenfalls für die Gesetzgebung zuständig ist.

    Im Januar hatte die sudanesische Regierung bereits ein Abkommen unterzeichnet, das die Aufnahme vollständiger diplomatischer Beziehungen sowie Wirtschafts- und Handelskontakte zu Israel voranbringen soll. Zuletzt hatten auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Marokko Schritte hin zu einer Normalisierung der Beziehungen zu Israel unternommen.

  • ReligionBreite Würdigung des gestorbenen Theologen Küng

    Der Theologe Hans Küng ist mit 93 Jahren in Tübingen gestorben. Der gebürtige Schweizer galt nicht nur im deutschsprachigen Raum als einer der bekanntesten Kirchenkritiker unter den katholischen Theologen. Bekanntheit über Kirchenkreise hinaus erlangte Küng, als ihm Rom die Lehrerlaubnis entzog, unter anderem wegen Kritik an der Lehre der Unfehlbarkeit des Papstes. Aus Kirche und Politik kamen zahlreiche Würdigungen.

    Bundespräsident Steinmeier bezeichnete Küng als "brillanten Denker mit scharfem Verstand". Er habe "über Jahrzehnte hinweg weltweit den Ruf unseres Landes als Ort von Theologie und Universitätsgelehrsamkeit gestärkt". Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann sagte, Küng sei zeitlebens für den Dialog der Religionen und Kulturen eingetreten.

    Die Deutsche Bischofskonferenz nannte Küng einen anerkannten und streitbaren Forscher. "Hans Küng hat es sich nie nehmen lassen, für seine Überzeugungen einzutreten. Auch wenn es diesbezüglich Spannungen und Konflikte gab, danke ich ihm in dieser Stunde des Abschieds ausdrücklich für sein jahrelanges Engagement als katholischer Theologe in der Vermittlung des Evangeliums", erklärte der Konferenzvorsitzende, der Limburger Bischof Bätzing.

    Die Organisation "Wir sind Kirche" verwies auf Küngs "lebenslange Beharrlichkeit in der Erneuerung der römisch-katholischen Kirche sowie seinen Einsatz für die Ökumene und den Dialog der Weltreligionen". Das von Küng ins Leben gerufene "Projekt Weltethos" würdigte den Theologen als Visionär. Er habe seit Jahrzehnten daran gearbeitet, mit der Weltethos-Idee Verantwortung in der Wirtschaft und Frieden zwischen den Kulturen zu fördern.

    Auch die Universität Tübingen bekundete ihre Trauer. Rektor Engler betonte, mit Küng verliere die Hochschule "einen produktiven Forscher, einen überaus schöpferischen Gelehrten und einen exzellenten Theologen".

    Schnelle Karriere bis zum Entzug der Lehrerlaubnis

    Küng wurde nach dem Studium in Rom mit gerade einmal 32 Jahren jüngster deutschsprachiger katholischer Theologieprofessor. Zwei Jahre später ernannte ihn Papst Johannes XXIII. zu einem von nur drei deutschen Beratern auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil – zusammen mit Karl Rahner und Joseph Ratzinger. Von 1960 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996 war er Theologie-Professor an der Eberhard Karls Universität in Tübingen, zuletzt für Ökumenische Theologie. 1979 aber entzog ihm der Rottenburger Bischof Georg Moser in Absprache mit Rom die katholische Lehrerlaubnis. Hintergrund war ein zuvor von beiden Seiten hart geführter Disput um Küngs Buch: „Unfehlbar – eine Anfrage“, in dem er das Amt des Papstes unter die Lupe nahm.

    "Große Befreiung"

    Dieser Schritt aber brachte Küng größere Bekanntheit ein und öffnete ihm auch thematisch neue Türen, wie es in einem Porträt zu Küngs 90. Geburtstag im Deutschlandfunk hieß: "Er widmete sich nämlich von nun an – als Direktor des unabhängigen Tübinger Instituts für ökumenische Forschung – den großen Weltreligionen, gründete die 'Stiftung Weltethos', die sich dem Gespräch und der Versöhnung zwischen den Religionen und Konfessionen widmet, drehte mit dem Südwestrundfunk die siebenteilige Fernsehserie 'Spurensuche' über die Weltreligionen und sprach im November 2001 vor der UNO.

    Auch Küng selbst sprach von einer "großen Befreiung, die Öffnung für völlig neue Gebiete, Probleme, Menschen sein würde. Aber im Nachhinein kann ich tatsächlich sagen: Ich fühle doch, dass Seine Hand mich geleitet hat. Dass ich dankbar bin über diesen zwar schwierigen, aber doch letztlich fruchtbaren Weg.“

    Hans Küng sah sich als "loyalen katholischen Theologen". Seine Bücher mit Millionenauflage wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. 2015 begann der Herder Verlag eine auf 48 Bände angelegte Herausgabe seiner gesammelten Werke. Zu den bekanntesten Büchern zählen neben "Unfehlbar?" "Christ sein", "Existiert Gott?" und "Projekt Weltethos".

  • Sachsen-AnhaltSven Schulze neuer CDU-Chef in Magdeburg

    Neuer Vorsitzender der CDU in Sachsen-Anhalt ist Sven Schulze.

    Zwei Wochen nach der bereits erteilten Zustimmung auf dem Online-Parteitag bestätigten die Delegierten ihre Entscheidung per Briefwahl. Schulze tritt die Nachfolge des früheren CDU-Landesvorsitzenden Stahlknecht an, der nach umstrittenen Äußerungen zu einer möglichen Kooperation der CDU mit der AfD im Dezember als Innenminister entlassen worden war und auch als Parteichef zurücktreten musste.

  • WetterWechselnd bewölkt mit Niederschlägen

    Das Wetter: In der Nacht nachlassende Niederschläge. Im Westen und Südwesten Auflockerungen. Tiefstwerte plus 3 bis minus 5 Grad. Am Tag in der Nordhälfte wechselnd bis stark bewölkt mit Schauern. In der Südhälfte gering bewölkt, teils länger sonnig und weitgehend trocken. Temperaturen 5 bis 11 Grad.

    Die weiteren Aussichten: Am Freitag im Norden überwiegend bewölkt, gelegentlich Regen. Sonst wolkig, im Süden längere sonnige Abschnitte. 10 bis 18 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut 9.677 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

    Das sind rund 7.000 weniger als am Mittwoch vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz sank auf 110,1. Laut RKI wurden 298 weitere Todesfälle registriert. Seit Beginn der Pandemie starben damit offiziellen Angaben zufolge 77.404 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Als von einer Infektion mit dem Virus genesen gelten den Angaben zufolge rund 2.614.500 Personen in Deutschland.

    Als politische Grenzwerte, bei denen Schutzvorschriften gelockert werden könnten, gelten seit einem Bund-Länder-Beschluss Inzidenzen von 50 bzw. 100. Ab 100 müssten sie wieder verschärft werden, was in den meisten Bundesländern bereits der Fall ist. Der deutschlandweite Höchstwert lag bisher am 23. Dezember 2020 bei 217.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen mit 188,2. Am niedrigsten ist sie in Schleswig-Holstein mit 62,4.

    (Stand: 7.4., 6.30 Uhr)

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Demnach steigt diese derzeit wieder. Aktuell liegen dort 4.356 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.407 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 3.409 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet, unter ihnen 1.461 "Covid-spezifische Intensivbetten". Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 7.4., 6.30 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impf-Zahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben 10.793.677 Menschen in Deutschland (13,0 Prozent) mindestens eine Impfdosis erhalten. 4.633.839 Menschen, also 5,6 Prozent der Bevölkerung, haben den vollen Schutz mit zwei Impfdosen bekommen. Zuletzt wurden 322.039 Impfdosen innerhalb eines Tages verabreicht, insgesamt steht dieser Wert bei 15.427.514 Impfdosen. (Zahlen für den 6.4.)

    Tests: Positivrate steigt

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 12 fielen demnach 9,3 Prozent der Tests positiv aus. Das ist ein Anstieg im Vergleich zur Vorwoche (7,9). In der Kalenderwoche 1 lag dieser Wert bei knapp 13 Prozent. Das RKI registrierte in der 12. Kalenderwoche 1.401.576 Labortestungen, rund 37.000 mehr als in der Woche davor. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein. (Stand: 31.3.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 07.04.)

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    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 02.04.)
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    Ansteckung und Übertragung

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  • Corona-ImpfstoffDie wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung

    In Deutschland wird der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca nur noch Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Wir haben für Sie zusammengefasst, was der Beschluss für unterschiedliche Gruppen und die Impfkampagne bedeutet - und welche Fragen noch offen sind.

    Die ständige Impfkommission der Bundesregierung hatte zunächst ihre Altersempfehlung für den Impfstoff geändert. Hintergrund sind seltene Fälle von Thrombosen in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung. Davon betroffen waren vor allem jüngere Frauen.

    Die Bewertung der europäischen Arzneimittelagentur EMA steht noch aus. Sie will nach eigenen Angaben am Mittwoch oder Donnerstag (7. oder 8.4.) mitteilen, zu welchem Schluss sie bei der Untersuchung der Thrombose-Gefahr beim Impfstoff von Astrazeneca gekommen ist.

    Ist der Einsatz von Astrazeneca bei den unter 60-Jährigen jetzt ausgeschlossen?

    Impfberechtigte Personen unter 60 Jahren sollen sich nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung auch weiterhin mit Astrazeneca impfen lassen können. Das gilt vor allem für Hochrisikopatienten, bei denen die Gefahr eines schweren Covid-19-Verlaufs besonders hoch ist. Die betroffenen Personen sollen vom impfenden Arzt sorgfältig beraten und aufgeklärt werden, die Entscheidung liegt bei der zu impfenden Person selbst. Wenn Menschen unter 60 sich für Astrazeneca entscheiden, sollen diese Impfungen grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärzte erfolgen.

    Allerdings sagte mittlerweile der Vizechef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Hofmeister, man empfehle den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Astrazeneca nur bei Menschen über 60 zu verimpfen. Hofmeister begründete die Position im Interview des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ mit dem hohen Zeitbedarf für die Beratung und intensive Aufklärung jüngerer Patienten.

    Was passiert, wenn ich als Unter-60-Jähriger bei meiner ersten Impfung Astrazeneca erhalten habe, die zweite Impfung aber noch aussteht?

    Die Ständige Impfkommission empfiehlt, dass unter 60-Jährige, die eine erste Impfung mit dem Astrazeneca-Präparat bekamen, bei der zweiten ein anderes Mittel erhalten sollen. Zwar gebe es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Impfungen mit verschiedenen Mitteln. Bis entsprechende Daten vorlägen, werde jedoch eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung empfohlen. Zu dieser Klasse gehören die Produkte von Pfizer/Biontech und von Moderna. Bundesgesundheitsminister Spahn und seine Länder-Kollegen wollen am Mittwoch (7.4.) darüber beraten. Laut Spahn haben 2,2 Millionen Bürger unter 60 eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten.

    Was ist, wenn ich als Unter-60-Jähriger bereits einen Termin für die Erstimpfung mit Astrazeneca habe?

    Die Bundesländer versuchen in der Regel, die bereits vereinbarten Impftermine trotzdem stattfinden zu lassen, und die Menschen statt mit Astrazeneca mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna zu impfen. Sollte das nicht gelingen, müssen die Impftermine vorerst storniert und später nachgeholt werden.

    Was bedeutet die Entscheidung für die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen?

    Diese zahlenmäßig große Altersgruppe könnte nun früher als geplant geimpft werden. Den Bundesländern steht es jetzt frei, auch die 60- bis 69-Jährigen in die Impfkampagne mit Astrazeneca miteinzubeziehen; für die Organisation sind die einzelnen Bundesländer zuständig. Bundesgesundheitsminister Spahn rief die Über-60-Jährigen auf, das Impfangebot auch wahrzunehmen.

    Beim Umgang mit der Option driften die Bundesländer allerdings auseinander. Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen und Schleswig-Holstein kündigten an, dass sie keinen Gebrauch von der Möglichkeit machen wollen. Die Zahl der älteren Menschen, die noch nicht geimpft seien, sei noch zu groß, hieß es übereinstimmend zur Begründung. Dagegen wollen etwa Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen künftig auch Personen ab 60 impfen lassen, die zu keiner Risikogruppe gehören.

    Wie wirkt sich die Entscheidung auf die Impfung der Lehrkräfte aus?

    Der Deutsche Lehrerverband zeigt sich angesichts der neuen Altersempfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff alarmiert. Verbandspräsident Meidinger sprach von einem "katastrophalen Rückschlag für die gerade Fahrt aufnehmende Impfung von Lehrkräften". Er forderte eine schnelle Möglichkeit für jüngere Lehrerinnen und Lehrer, sich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und demnächst mit Johnson & Johnson impfen lassen zu können. Wenn dieser Wechsel auf andere Vakzine nicht sofort stattfinde, werde die Durchimpfung von Lehrkräften im April nicht mehr zu schaffen sein, sagte er. Dies gefährde neben den steigenden Inzidenzen die Chancen, Schulen weiter offen zu halten.

    Verzögert der Verzicht auf den Impfstoff die gesamte Impfkampagne?

    Gesundheitsminister Spahn versicherte, dass man trotz der neuen Einschränkungen wahrscheinlich weiterhin allen Erwachsenen bis Ende des Sommers ein Impfangebot werde machen können.

    Der SPD-Politiker Lauterbach geht davon aus, dass die Entscheidung zum Verzicht auf das Astrazeneca-Vakzin bei unter 60-Jährigen kaum Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland haben wird.

    Was bedeutet die Einbeziehung der Hausärzte in die Impfkampagne für die Verwendung des Astrazeneca-Impfstoffs?

    Laut Bundesgesundheitsminister Spahn soll das Präparat den Hausarztpraxen ab der Kalenderwoche 16 zusammen mit weiteren Impfstoffen zur Verfügung gestellt werden. Astrazeneca solle zunehmend nicht mehr in Impfzentren, sondern nur noch durch niedergelassene Ärzte verimpft werden. Diese sollen auch die Aufklärung und Risikoanalyse für die Impflinge vornehmen.

    Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wird auf Basis neuer Informationen fortlaufend aktualisiert.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Corona-PandemieWann auch Kinder geimpft werden könnten

    Neue Studien legen nahe, dass sich die britische Coronavirus-Variante besonders unter Kindern und Jugendlichen ausbreitet. Für diese Personengruppe gibt es aber noch keinen Impfstoff. Welche Gefahren sehen Experten und wann ist mit einem Vakzin für Kinder zu rechnen?

    Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass die zuerst in Großbritannien aufgetretene Corona-Mutante B.1.1.7 ansteckender und gefährlicher ist als das ursprüngliche Sars-Cov-2-Virus. Zugleich verdichten sich die Hinweise, dass die mittlerweile dominante Virusvariante vor allem Kinder und Jugendliche befällt.

    Das Magazin "Der Spiegel" berichtet von einer Analyse aus Großbritannien, in der eine Mathematikerin mit einem ausgeklügelten Verfahren nachweisen konnte, dass die Mutante sich wohl tatsächlich bevorzugt unter Kindern verbreitet. Eine Studie des Londoner Imperial College habe dies bereits im Januar nahegelegt.

    "Die Kinder infizieren ihre Eltern"

    Ähnlich eindeutige Erkenntnisse gibt es auch in Belgien. "Wir konnten hier in den letzten Wochen ein lebhaftes Infektionsgeschehen bei Kindern beobachten", zitiert das Magazin den Medizinprofessor und Public-Health-Experten Dirk Devroey von der Freien Universität Brüssel. "Speziell bei den Sechs- bis Zwölfjährigen."

    Das sei für ihn keine Überraschung, da diese Altersgruppe vor Ort in den Schulen unterrichtet werde. "Die Kinder stecken sich an, gehen nach Hause, infizieren ihre Eltern, die es wiederum an ihren Arbeitsplatz tragen." Devroey hält die Schulen für einen "Motor des Infektionsgeschehens".

    Auch in Deutschland werden laut "Spiegel" seit Mitte Februar zunehmend Kinder bis 14 positiv auf das Coronavirus getestet. Drei Wochen später zeigten RKI-Tabellen, dass die Fallzahlen bei Jugendlichen und ungeimpften Erwachsenen sprunghaft anstiegen – auch in der Generation der Eltern. Das RKI selbst betont: Die COVID-19-Fallzahlen steigen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen."

    "Long Covid" und "Post Covid" trifft auch Minderjährige

    Mit der Zunahme der Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen sind nach Einschätzung des pädiatrischen Infektiologen Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg aber auch für diese selbst mehr Spätfolgen zu erwarten, nicht zuletzt infolge politisch motivierter Öffnungsschritte. "Wir rechnen durch die Lockerungen der Maßnahmen mit mehr Betroffenen mit meist diffusen, länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen", sagte Hufnagel der Deutschen Presse-Agentur. "Darauf ist die Pädiatrie im Vergleich zur Versorgungssituation bei Erwachsenen nach überstandener Infektion noch nicht vorbereitet."

    Akute Corona-Infektionen laufen bei Kindern oft symptomlos ab, schwere Krankheitsverläufe sind auch noch bei Jugendlichen eher selten. Von Spätfolgen wird aber auch bei Minderjährigen berichtet. In der Fachsprache ist bei dem Phänomen von "Long Covid" oder "Post Covid" die Rede. Da für Kinder und Jugendliche noch keine Corona-Impfstoffe zugelassen sind, zählen sie zu den Gruppen, die noch einige Monate empfänglich für das Virus sein werden.

    Dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch für Kinder und Jugendliche gravierende Langzeitfolgen haben kann, ist mittlerweile in der Medizin bekannt. Als mögliche Reaktion nach einer meist symptomlosen Infektion rückte zuletzt das Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) in den Blick. Eines von 1.000 Kindern wird vier bis sechs Wochen nach der Infektion plötzlich krank und entwickelt Sympomtome wie hohes Fieber, Probleme am Herzen, im Darm und Hautausschlag. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie hat 245 Kinder mit PIMS registriert, sieben haben bisher Folgeschäden behalten, vor allem am Herzen.

    Schnelltests oder Schulschließungen als Mittel der Wahl

    Solange es keinen Impfstoff für Kinder und Jugendliche gibt, könnte es schwierig sein, das Problem in den Griff zu bekommen. Derzeit kommen vor allem regelmäßige Schnelltests oder eine Schließung der Schulen in Frage, um zumindest die Infektionsketten zu unterbrechen. Doch eine dauerhafte Schulschließung hat immer gravierende Auswirkungen auf die Bildung der Kinder. Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass fast jedes dritte Kind im Alter zwischen sieben und 17 Jahren psychische Auffälligkeiten zeigt, kurzum auch die "Seele leidet", wie es die DLF-Sendung "Lebenszeit" nennt. Die DLF-Sendung "Campus und Karriere" berichtet von der Erfahrungen mit Schnelltests an Schulen in Sachsen.

    Die freiwilligen Corona-Schnelltests an Bremer Schulen haben unterdessen in eineinhalb Wochen neun Infektionen zutage gefördert. Seit 15. März seien etwa 20.000 Tests mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt worden und 4.700 Tests mit Beschäftigten der Schulen, teilte die Bildungsbehörde mit. Bei den Schülern hätten 13 Schnelltests eine Infektion angezeigt, die sich in 8 Fällen durch einen PCR-Test bestätigt habe. Bei den Beschäftigten gab es zwei positive Schnelltests, von denen sich einer hinterher als Infektion bestätigte.

    Eine nachhaltigen Ausweg bietet deshalb wohl nur der Impfstoff. Aktuell laufen mehrere klinische Studien zur Impfung von Kindern.

    Alle großen Hersteller testen bereits

    Die Unternehmen Biontech und Pfizer haben gerade mit Studien zu Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern unter 11 Jahren begonnen. Bisher ist der Covid-19-Impfstoff, den das Mainzer Unternehmen zusammen mit dem US-Hersteller entwickelt hat, erst für Jugendliche ab 16 bedingt zugelassen. Nun wurden Kinder zwischen 11 Jahren und 6 Monaten in die Studien einbezogen, wie eine Biontech-Sprecherin mitteilte. Wenn Sicherheit und Wirksamkeit bestätigt würden und die Behörden die Zulassung genehmigten, könne der Impfstoff für jüngere Kinder Anfang 2022 verfügbar sein.

    Auch der US-Hersteller Moderna ist laut einem Bericht von tagesschau.de im März in die klinischen Studien eingestiegen. Getestet werden demnach 6.750 gesunde Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 11 Jahren und in einer weiteren Studie 3.000 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Moderna wolle bis zum Sommer erste Ergebnisse vorlegen.

    Ebenfalls bis zum Sommer rechneten das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca und die Universität Oxford mit Ergebnissen. Sie testen ihren Corona-Impfstoff den Angaben zufolge seit Februar an 300 Freiwilligen im Alter von 6 bis 17 Jahren.

    Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft. Seit August würden Teilnehmer ab 12 Jahren getestet.

    STIKO-Chef rechnet mit Impfstoff zum Jahresende

    Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, zeigte sich zuletzt zuversichtlich, dass es in Deutschland zum Jahresende einen Corona-Impfstoff für Kinder gibt.

    Es zeichnet sich ab, dass andere Länder schneller sind: Großbritannien will laut einem Bericht der Zeitung "The Telegraph" bereits im August mit der Impfung von Kindern beginnen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

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    Test und Schutz

    + Neue Empfehlung: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung (Stand: 02.04.)
    + Impfungen: Nun auch in Arztpraxen (Stand: 06.04.)
    + Impfstoffe: Wann auch Kinder geimpft werden könnten (Stand 26.03.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 30.03.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 08.03.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 22.01.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 02.04.)
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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

    Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

    Wer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung mögliche Reaktionen an sich beobachtet, sollte diese in jedem Fall melden. Erstmals in Deutschland gibt es dazu auch eine App.

    Lese-Tipp

    Der neue Beschluss zu Astrazeneca sorgt für viele Fragen. Wir haben für Sie zusammengefasst, was er für unterschiedliche Gruppen und die Impfkampagne bedeutet.

    Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte über die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe. Demnach gibt es bislang keine Sicherheitsbedenken gegen die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna. In den Prüfberichten heißt es, es seien bekannte Nebenwirkungen - bei Impfstoffen spricht man von Impfreaktionen - aufgetreten. Dabei hätten sich keine statistischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Nutzen der Impfstoffe sei weitaus größer als die Risiken, betont die Aufsichtsbehörde.

    Verschiedene Impfreaktionen möglich

    Zu den häufigeren Reaktionen zählen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen oder Übelkeit; auch Fieber kann auftreten. Für diese Impfreaktionen gilt: Sie halten nur kurze Zeit an und klingen von selbst wieder ab. Sehr selten kommt es zu einem allergischen Schock. Dieser tritt unmittelbar nach der Impfung auf und kann lebensbedrohlich sein, ist aber bei schneller ärztlicher Hilfe gut zu überstehen. Deshalb muss man nach der Impfung sicherheitshalber noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben, meist sind es 30 Minuten.

    Der Impfstoff von Astrazeneca

    Die Immunisierungen mit dem bislang dritten in Deutschland zugelassenen Impfstoff - dem Mittel von Astrazeneca - waren nach Berichten über Todesfälle durch Blutgerinsel zunächst im März vorübergehend ausgesetzt worden, Ende März dann eingeschränkt.

    Noch Mitte März hatten sowohl die Europäische Arzneimittelagentur EMA als auch die Ständige Impfkommission in Deutschland nach einer Prüfung den weiteren Einsatz des Mittels von Astrazeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, heißt es in einer Stellungnahme der STIKO.

    Auch die EMA bezeichnete den Impfstoff von Astrazeneca damals als "sicher und wirksam". EMA-Direktorin Cooke sagte, derzeit könne man keinen Zusammenhang zwischen den Impfungen und einem erhöhten Risiko von Blutgerinnseln nachweisen. Man könne das aber auch noch nicht ausschließen. Darum werde es weitere Untersuchungen geben. Cooke betonte, es gehe bisher um einige wenige Einzelfälle.

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in der Corona-Pandemie die zentrale Sammelstelle für Informationen über Impfnebenwirkungen und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Bericht dazu. Den Angaben zufolge sind inzwischen 31 Fälle einer Sinus-Venen-Thrombose nach Impfung mit Astrazeneca bekannt. In 19 Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet worden. In neun Fällen war der Ausgang demnach tödlich. Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut Institut alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt.

    Astrazeneca nur noch bei Menschen über 60

    Wegen der gehäuften Fälle setzten Ende März zunächst einzelne Städte und Kliniken die Impfung mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren aus. Am 30.3. beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll.

    Bei Personen unter 60 Jahren könnte die Impfung mit Astrazeneca für die Prioritätengruppen eins und zwei nach sorgfältiger ärztlicher Beratung ebenfalls fortgesetzt werden, hieß es. Dies soll nur noch in Hausarztpraxen geschehen. Dabei geht es um Hochrisikopatienten, für die eine erhöhte Gefahr eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung besteht.

    Zudem kann das Produkt von Astrazeneca bei Menschen zwischen 60 und 70 Jahren eingesetzt werden, obwohl diese in der Regel erst in der dritten Impfgruppe sind. Das soll das Impftempo erhöhen.

    Forschende aus Greifswald finden Ursache für Thrombosen

    Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben inzwischen herausgefunden, wie die Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe hätten bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämatostaseforschung hat bereits entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

    Paul-Ehrlich-Institut sammelt Meldungen

    Bis Mitte März wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt 19.194 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Komplikationen nach Covid-Impfungen registriert, bei insgesamt bis dahin 8.863.270 durchgeführten Impfungen.

    Die Melderate betrug den Angaben für alle Impfungen mit COVID-19-Impfstoffen 2,2 Fälle pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Fälle betrug sie 0,3 pro 1.000 Impfdosen. Bei Astrazeneca liege die Melderate etwas höher als bei den anderen Impfstoffen (5,2 Fälle pro 1.000 Dosen und bei schwerwiegenden Fällen 0,5 pro 1.000). Das könne aber auch mit der medialen Berichterstattung über den Impfstoff zu tun haben, hieß es.

    Was sollte man tun, wenn Beschwerden auftreten?

    Wer geimpft wurde und den Verdacht hat, dass Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Auch eine Online-Meldung direkt bei dem Institut ist möglich. Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen zu melden. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter.

    App "SafeVac" fragt nach

    Zum ersten Mal in Deutschland werden Geimpfte aber auch aktiv nach ihrem Befinden befragt. Dazu wurde die App "SafeVac" entwickelt. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktion zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben.

    Weil die App aktiv nachfragt, erhoffen sich die Forscher ein statistisch besseres Bild, wie häufig tatsächlich Nebenwirkungen auftreten. Sieben Mal nach der ersten Dosis und achtmal nach der zweiten fragt das Programm in den ersten Wochen nach den Impfungen ab, ob die Userin oder der User Beschwerden hat. Und dann noch einmal nach sechs und nach zwölf Monaten.

    Klaus Cichutek, der PEI-Präsident, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren. Knapp 50.000 Menschen speisen Daten in "SafeVac" ein. Der älteste Teilnehmer sei über 100 Jahre alt. "Die Größenordnung aller Teilnehmer liegt etwa bei 2 Prozent der geimpften Personen, das ist ein sehr guter Wert."

    (Stand: 30.03.2021)

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  • Covid-19Auf der Suche nach wirkungsvollen Medikamenten

    Der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist das wirkungsvollste Mittel, um dessen Ausbreitung und auch die Bildung neuer Virus-Varianten einzudämmen. Hier kommt die Entwicklung von Impfstoffen schnell voran. Was aber hilft, um schwere Verläufe von Covid-19 zu verhindern? Noch immer werden viele Patientinnen und Patienten im Krankenhaus behandelt, täglich sterben zahlreiche Menschen an oder mit einer Corona-Infektion. Ein einzelnes Medikament gegen Covid-19 gibt es bisher nicht. Machtlos sind Ärztinnen und Ärzte dennoch nicht. Ein Überblick.

    Was muss ein Medikament gegen Covid-19 können?

    Covid-19 verläuft in mehreren Stadien - die bestimmen, ob und wann ein Wirkstoff nützlich ist oder sogar schädlich sein kann. Ein Beispiel: Zu Beginn der Infektion vermehrt sich das Virus in den Körperzellen. Das Immunsystem des Körpers wird aktiv und bekämpft die Infektion. Hier sind Medikamente sinnvoll, die das Immunsystem bei seiner Arbeit unterstützen oder selbst gegen das Virus oder dessen Vermehrung wirken. Verläuft die Infektion schwer und der Patient oder die Patientin muss ins Krankenhaus und bekommt es mit einer überschießenden Immunreaktion zu tun, wäre es schädlich, ein Medikament zu geben, das das Immunsystem zusätzlich anheizt. Außerdem ist eine Gabe von Medikamenten immer mit Nebenwirkungen verbunden.

    Welche Ansätze zur Medikamentenentwicklung gibt es?

    Die Entwicklung neuer Präparate ist - ähnlich wie bei Impfstoffen - ein aufwändiger und meist zeitraubender Prozess. Darüber hinaus gibt es Projekte, um bereits für andere Erkrankungen zugelassene Medikamente auch für die Behandlung von Covid-19 zu nutzen. Im Fokus stehen Präparate aus einer der folgenden Gruppen:

    - Antivirale Medikamente
    - Entzündungshemmer
    - Herz-Kreislauf-Medikamente
    - Antikörper; Rekonvaleszentenplasma

    Antivirale Medikamente

    Sie sollen direkt gegen die Vermehrung der Viren wirken. Denn Viren können sich nicht etwa teilen, wie es Bakterien oder andere Zellen tun: Sie dringen in Zellen ein und zwingen diese, ihre Aktivität auf die Produktion neuer Viren umzustellen. Um dem entgegenzuwirken, gibt es zwei grobe Strategien: Man hemmt etwa Funktionsmoleküle, die das Virus braucht, um die Zelle zu kapern. Oder man hemmt essenzielle Teile der zellulären Produktionsmaschinerie, die auf Virenproduktion umprogrammiert wurde.

    In Deutschland ist Remdesivir als einziges antivirales Präparat zur Behandlung von Covid-19 zugelassen, allerdings nur in ausgewählten Fällen und möglichst für ein frühes Stadium der Erkrankung. Studiendaten belegen eine Verkürzung der Krankheitsdauer um 33 Prozent, allerdings nur in schweren Fällen. Für einen milden bis moderaten Verlauf ist ein Nutzen von Remdesivir nicht belegt.

    Diskutiert, aber nicht nachgewiesen wurde ein Nutzen zur Behandlung von Covid-19 mit Präparaten wie Lopinavir und Ritonavir. Beide werden bei der Behandlung von HIV-Infektionen genutzt und wirken auf Enzyme, die das Virus braucht, um funktionsfähige Moleküle herzustellen.

    Insbesondere in Lateinamerika wurde häufig mit Ivermectin behandelt, einem Mittel, das in der Tiermedizin gegen bestimmte Wurmparasiten eingesetzt wird. Eine Laborstudie schürte zunächst die Hoffnung, dass sich die hier beobachtete antivirale Wirkung gegen Sars-CoV-2 auch beim Menschen nachweisen ließe. Eine im Fachportal JAMA publizierte Arbeit kommt allerdings auf Grundlage einer randomisierten Patientenstudie zu dem Schluss, dass - zumindest bei mildem Krankheitsverlauf - keine eindeutige Wirkung vorliegt.

    Entzündungshemmer

    Ein Problem bei schweren Covid-19-Verläufen ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Mit anderen Worten: Es ist nicht mehr das Virus, das die Hauptprobleme verursacht, sondern die Reaktion des Körpers. Hier kommen Steroide wie Dexamethason ins Spiel. Dexamethason gehört zur Gruppe der Kortisone, die das Immunsystem bremsen. Vorläufige Patientendaten aus Großbritannien zeigen, dass eine Gabe von Dexamethason bei schweren Fällen die Sterblichkeit an Covid-19 verringert. Auch in Deutschland wird Dexamethason in schweren Fällen eingesetzt - das heißt, wenn der Patient oder die Patientin zusätzlich Sauerstoff bekommt.

    Auch bei entzündungshemmenden Therapieansätzen wird am Einsatz monoklonaler Antikörper geforscht. Das Prinzip: gezielt eine Schaltstelle der überschießenden Immunreaktion zu hemmen. Dazu konstruiert man die Antikörper so, dass sie gegen Strukturen des Immunsystems gerichtet sind. Hier sind die Medikamente Tocilizumab und Anakinra in den Fokus geraten, die normalerweise gegen Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Zur Behandlung schwer erkrankter Covid-19-Patientinnen und -patienten mit Tocilizumab gibt es mehrere Studien, von denen noch keine das Peer-Review-Kontrollverfahren durchlaufen hat. Einige, darunter die umfangreichste aus Großbritannien, legen nahe, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Tocilizumab und Dexamethason die Sterblichkeit bei schwer kranken Covid-19-Patientinnen und -patienten verringern kann. Das Robert Koch-Institut stuft Tocilizumab als Medikament mit einem nachgewiesenen Nutzen in der Behandlung von Covid-19 ein. Für Anakinra wurde ein solcher Nutzen bislang nicht nachgewiesen. Beide Präparate sind in Deutschland für eine Behandlung von Covid-19 zurzeit nicht zugelassen.

    Herz-Kreislauf-Medikamente

    Hier geht es vor allem um eine Anwendung bereits zugelassener Präparate. Im Laufe der Pandemie hat sich herausgestellt, dass die Bildung von Thrombosen, also Blutgerinnseln, eine häufige Komplikation von Covid-19-Patientinnen und -patienten ist, die im Krankenhaus behandelt werden müsssen. Das Risiko dafür ist offenbar besonders bei schwer Erkrankten erhöht. Das Robert Koch-Institut empfiehlt, solche Gerinnungshemmer frühzeitig prophylaktisch einzusetzen.

    Antikörper

    Zu den antiviralen Medikamenten gehören die Antikörperpräparate REGN-CoV-2 von Regeneron und Bamlanivimab der Firma Eli Lilly, die in Deutschland noch nicht zugelassen sind. Die Bundesregierung hat beide Mittel für die Behandlung von Risikopatienten gekauft. REGN-CoV-2 besteht aus einer Kombination zweier monoklonaler Antikörper, Bamlanivimab beinhaltet eine Sorte monoklonaler Antikörper. Beide wirken wie eine passive Impfung und sollen verhindern, dass Sars-CoV-2 in menschliche Zellen eindringt. Sie wirken, indem sie an charakteristische Strukturen auf der Oberfläche von Sars-CoV-2 binden, genauer gesagt, an das Spike-Protein, mit dem es an Rezeptoren auf der Oberfläche menschlicher Zellen bindet. Die Präparate sind vor allem in einer frühen Phase der Infektion sinnvoll, wenn sich das Virus stark vermehrt. Hier lesen Sie mehr zur Funktionsweise, Vor- und Nachteilen von Antikörper-Medikamenten.

    Auch in Rekonvaleszentenplasma - also im Blutplasma genesener Covid-19-Patientinnen und -patienten - sind Antikörper enthalten. Ihre Wirkung ist abhängig von der Schwere der durchgemachten Erkrankung und davon, wie lange diese zurückliegt. Anders als die monoklonalen Antikörper aus dem Labor handelt es sich hier um eine Mischung von Antikörpern gegen verschiedene Virusstrukturen, die der Körper im Verlauf einer Infektion mit Sars-CoV-2 selbst gebildet hat. Man kann ein solches gereinigtes Serum in einer frühen Phase der Erkrankung verabreichen, um vor einem schweren Verlauf zu schützen. Diese Methode wurde auch bei anderen Virusausbrüchen angewandt, etwa in der Ebola-Epidemie 2014 in Westafrika. Für eine Behandlung von Covid-19 ist Rekonvaleszentenplasma in Deutschland bislang nicht zugelassen. Das Robert Koch-Institut hält einen Einsatz in individuellen, schweren Fällen für denkbar.

    Forschungsansätze:Ein Nasenspray als Virus-Prophylaxe?

    Geforscht wird auch an Medikamenten, die verhindern sollen, dass sich Viren - etwa nach Kontakt mit einem Infizierten - in der Schleimhaut einnisten. Dazu arbeitet ein internationales Wissenschafts-Team etwa an einem Nasenspray, das den Eintritt der Viren in die Zellen der Nasenschleimhaut verhindern soll. Im Tierversuch mit Frettchen hat das funktioniert, wie die Forschenden im Fachmagazin Science schreiben. Die Tiere, die zuvor mit dem Spray behandelt worden waren, erkrankten nach längerem Kontakt mit infizierten Artgenossen nicht. Die Virologin Sandra Ciesek spricht im NDR von einem wichtigen Forschungsansatz, betont aber, der Weg bis zu einem möglichen Prophylaxe-Medikament dieser Art sei "ein langer", der "eher Jahre dauern" werde.

    Ein Beispiel für die Forschung an neuen antiviralen Medikamenten ist Molnupiravir: Zunächst für die Behandlung von Grippe entwickelt, dafür aber vor der Zulassung gescheitert. Jetzt meldet der Hersteller, der US-Pharmakonzern Merck & Co, erste Erfolge aus Versuchen mit Frettchen: 24 Stunden nach Beginn der antiviralen Behandlung waren keine infektiösen Partikel mehr in den Abstrichen nachweisbar. Ähnliche Ergebnisse lieferten Studien an Mäusen. Molnupiravir wird derzeit in klinischen Studien für die Anwendung bei Menschen erprobt.

    Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung neuer antiviraler Medikamente liefert die deutsche Firma Formycon. Sie entwickelt ein Präparat, dessen Wirkstoff-Molekül dem Zell-Rezeptor nachgebildet ist, den das Virus nutzt. Das Unternehmen argumentiert, dadurch sei für das Präparat auch eine gute Wirkung gegen Virus-Varianten zu erwarten. Ein Problem für diese Art Wirkstoff besteht darin, die ursprüngliche Funktion des Zell-Rezeptors im Organismus zu erhalten. Formicon versucht dies zu lösen, indem es sein Wirkstoff-Molekül mit einer weiteren Funktionseinheit ausstattet. Das Präparat befindet sich am Anfang der sogenannten präklinischen Entwicklung, also noch vor den klinischen Studien, deren Erfolg für eine Zulassung notwendig ist. Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben eine Notfallzulassung im kommenden Jahr an.

    Das Milken-Institut - ein US-amerikanischer Think Tank, der unter anderem Forschungsergebnisse zu Covid-19 sammelt - pflegt eine Liste der Präparate, die als Impfstoff oder Therapeutikum in der Pandemie untersucht werden.
    Einzelheiten zur Forschung an weiteren Medikamenten hat unsere Forschungsredaktion zusammengestellt. Vor allem an Fachleute richtet sich die Leitlinie zur stationären Behandlung von COVID-19-Patienten, die von mehreren Fachgesellschaften zusammengestellt wurde.

    (Stand: 8.3.21)

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Inwiefern kann das Coronavirus über Aerosole übertragen werden?

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Ein Experiment des Fraunhofer Instituts für Nachrichtentechnik im Dortmunder Konzerthaus lieferte im November zum ersten Mal Ergebnisse über die Aerosol-Verbreitung in Konzertsälen und zeigt: Die Aerosol-Verteilung auf direkten Nachbarplätzen ist minimal. Die Lüftungsanlage im Konzerthaus erzeugte beim Experiment schon auf kurze Distanz erhebliche Verdünnungseffekte von konzentriert eingeleiteten Aerosolen und CO2.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Die Effektivität der Fensterlüftung hängt davon ab, wie stark der Wind draußen weht und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen ist. Generell gilt jedoch: Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnet, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren.

    Mit Blick auf Schulen empfiehlt Martin Kriegel, der Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert Kriegel dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 22.01.2021)

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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit wollen diese Frage beantworten. Doch zumindest in Deutschland ergibt sich mit Blick auf den bisherigen Pandemieverlauf kein klares Bild.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen mehr gestorben sind im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Die Zahlen zur Übersterblichkeit sind mit zahlreichen Ungewissheiten behaftet. Klar scheint aber, dass die Übersterblichkeit ohne die Corona-Maßnahmen wohl deutlich höher gelegen hätte. Die Übersterblichkeit während der Schutzmaßnahmen sagt also nur bedingt etwas darüber aus, wie tödlich das Coronavirus ist.

    Der Vergleich mit dem Durchschnitt der Todeszahlen aus den Vorjahren hinkt zudem, da sich die Todesfälle durch verschiedene Faktoren ändern: zum Beispiel einerseits durch die längere Lebenserwartung, andererseits durch die Bevölkerungsentwicklung - denn in Deutschland gibt es immer mehr ältere Menschen. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke schlechter versorgt würden. Auch zeigten die vergangenen Monate, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben.

    Welche Zahlen zur Übersterblichkeit in Deutschland gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. Während das Robert Koch-Institut im Jahr 2020 mehr als 39.000 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registrierte, verzeichnet das Statistische Bundesamt eine allgemeine Übersterblichkeit von rund 48.000 Menschen. Wie der Spiegel schreibt, lassen sich aber einige Fälle dieser Übersterblichkeit auch auf die starke Hitze im Sommer zurückführen.

    Eine Untersuchung des in München ansässigen ifo-Instituts kommt zu dem Schluss, dass besonders die Altersgruppen der 60- bis 79-Jährigen sowie der über 80-Jährigen von einem Anstieg der Sterblichkeit in der Corona-Pandemie betroffen waren. Zuletzt gingen die Todesfälle in Deutschland nach Höchstständen allerdings zurück. Als ein Grund dafür wird immer wieder die mittlerweile hohe Impfquote bei älteren Menschen genannt, vor allem bei den über 80-Jährigen.

    Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, der Rückgang der Corona-bedingten Todesfälle hat laut einem Papier des Bundesgesundheitsministeriums vorerst auch die Übersterblichkeit beendet. Seit Mitte Februar 2021 liegen demnach die Sterbefallzahlen erstmals wieder unter dem Durchschnitt der Vorjahre.

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind im Februar 2021 in Deutschland trotz der Corona-Pandemie weniger Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahresmonate. Grund dafür sind nach Angaben der Behörde die niedrigen Fallzahlen von Atemwegserkrankungen wie der Grippe. Normalerweise hingen diese zu Jahresbeginn mit einem Anstieg der Sterbefallzahlen zusammen. In dieser Wintersaison gebe es aber so wenig herkömmliche Atemwegserkrankungen