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  • SondergipfelEU uneins wegen Erdgaskonflikt mit der Türkei

    Die EU-Staats- und Regierungschefs haben zum Auftakt ihres Sondergipfels eine gemeinsame Linie im Streit mit der Türkei um die Erdgasvorkommen im Mittelmeer gesucht. Griechenlands Regierungschef Mitsotakis sagte in Brüssel, die Provokationen der Türkei könnten nicht länger toleriert werden. Bundeskanzlerin Merkel warb für eine diplomatische Lösung.

    Trotz aller Schwierigkeiten gebe es das europäische Interesse, ein konstruktives Verhältnis zu Ankara zu entwickeln. Seit der Entdeckung der Gasvorkommen gibt es Streit um deren Ausbeutung. Sowohl Griechenland und Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betreffenden Seegebiete. Frankreichs Präsident Macron sagte, die Solidarität mit Griechenland und Zypern sei nicht verhandelbar. Zypern fordert weitere Sanktionen der EU gegen Ankara, dies findet aber bisher keine ausreichende Unterstützung. Der türkische Präsident Erdogan kritisierte das Vorgehen der EU, sagte aber, dass die Türkei zum Dialog bereit sei.

    Die Regierungen Griechenlands und der Türkei verständigten sich auf einen Mechanismus zur Vermeidung eines militärischen Konflikts. Eine entsprechende Vereinbarung trat heute in Kraft, wie die Nato in Brüssel mitteilte.

  • Pkw-MautVorwürfe von Betreibern im Untersuchungsausschuss gegen Scheuer

    Bundesverkehrsminister Scheuer sieht sich im Bundestags-Untersuchungsausschuss zur gescheiterten Pkw-Maut mit schweren Vorwürfen konfrontiert.

    Der Chef der beteiligten Firma CTS Eventim, Schulenberg, sagte bei der Anhörung, er habe dem Minister bei einem Treffen im November 2018 angeboten, mit der Unterzeichnung der Verträge bis zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu warten. Grund dafür sei auch gewesen, dass die Finanzierung des Angebotspreises nicht durch entsprechende Haushaltsmittel gedeckt gewesen sei. Scheuer habe dies jedoch abgelehnt. Zuvor hatte der Geschäftsführer der Gemeinschaftsfirma Autoticket, Schneble, die Kündigung der Verträge durch den Bund als Kurzschlussreaktion bezeichnet. Sie sei spontan und politisch motiviert gewesen. Eine Umsetzung der Maut wäre auch nach dem EuGH-Urteil rechtskonform möglich gewesen, betonte er vor dem Ausschuss.

    Das Bundesverkehrsministerium hatte als Gründe für die Kündigung neben dem Gerichtsurteil mangelnde Leistung und Probleme in der Zusammenarbeit genannt. Vor dem Untersuchungsausschuss soll im Laufe des Abends auch Scheuer selbst aussagen.

    Das Bundesverkehrsministerium hatte als Gründe für die Kündigung neben dem Gerichtsurteil mangelnde Leistung und Probleme in der Zusammenarbeit genannt. Vor dem Untersuchungsausschuss soll im Laufe des Abends auch Scheuer selbst aussagen.

  • Innenminister ReulRechtsextreme Tendenzen auch beim NRW-Verfassungsschutz

    Der nordrhein-westfälische Innenminister Reul hat Medienberichte über mutmaßliche rechtsextreme Tendenzen auch beim Landesverfassungsschutz bestätigt.

    Reul sagte in Düsseldorf, drei Beamte einer Observationsgruppe würden verdächtigt, in einer Chatgruppe Inhalte mit islam- und fremdenfeindlichem Bezug ausgetauscht zu haben. Ein vierter Verdachtsfall richte sich gegen einen Verwaltungsmitarbeiter. Es seien personal- und disziplinarrechtliche Maßnahmen eingeleitet worden. Der CDU-Politiker fügte hinzu, der Inhalt der Chats sei weniger gravierend als in den Fällen bei der Landespolizei. Vor zwei Wochen waren rechtsextreme Chatgruppen mit rund 30 Polizisten aufgedeckt worden.

    Das ARD-Magazin "Monitor" berichtete zudem von einem ähnlichen Fall bei der Berliner Polizei. Im Bundestag sicherte Bundesinnenminister Seehofer heute ein rigoroses Vorgehen gegen rechtsextreme Umtriebe in den Sicherheitsbehörden zu.

  • TarifstreitWeitere Warnstreiks im öffentlichen Dienst

    Bundesweit hat es heute weitere Warnstreiks im öffentlichen Dienst gegeben.

    In Nordrhein-Westfalen wurde bei den Kommunalverwaltungen in mehreren Städten die Arbeit niedergelegt - so etwa in Düsseldorf, Dortmund, Mönchengladbach und Recklinghausen. In Magdeburg in Sachsen-Anhalt streikten Beschäftigte der Müllabfuhr und Wertstoffhöfe. Zu Ausfällen bei der Abfall-Entsorgung kam es auch in den Städten Chemnitz in Sachsen sowie in Erfurt und Weimar in Thüringen. In Brandenburg blieben Bürgerservice-Einrichtungen sowie Bibliotheken geschlossen.

    Mit den Warnstreiks will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst bei den Kommunen und im Bund erhöhen. Die Gewerkschaft und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten ein Plus von 4,8 Prozent für ein Jahr.

  • Covid-19US-Präsident Trump verantwortlich für 38 Prozent der Desinformationen über Coronavirus

    Einer Studie der Cornell University zufolge ist US-Präsident Trump für einen erheblichen Teil der Falschinformationen verantwortlich, die über die Corona-Pandemie im englischsprachigen Raum im Umlauf sind.

    Darüber berichtet die New York Times. Forschende der Universität im Bundesstaat New York hatten rund 38 Millionen englischsprachige Artikel analysiert, die über die Pandemie in traditionellen Medien und per Online veröffentlicht wurden. Dabei habe sich gezeigt, dass Trump der größte Verbreiter von Desinformation rund um das Coronavirus gewesen sei, erklärte die Hauptautorin der Studie, Evanega. Insgesamt sei er für 38 Prozent der Falschinformationen verantwortlich. Die Studie ist nach Angaben der New York Times die erste umfassende Untersuchung von Desinformation über die Corona-Pandemie in Medien.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 1.10.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • USAZwischenfinanzierung von Bundesbehörden bis Mitte Dezember gesichert

    In den USA ist die Finanzierung der Regierung und der Bundesbehörden bis Mitte Dezember gesichert.

    Präsident Trump unterzeichnete in der vergangenen Nacht mit Beginn des neuen Haushaltsjahres eine Kongressvorlage für einen Überbrückungsetat bis zum 11. Dezember. Zuvor hatte der Senat die Vorlage verabschiedet. Damit wird ein sogenannter Shutdown, also eine Stilllegung, verhindert. Unter anderem werden mit dem Überbrückungshaushalt knapp acht Milliarden Euro an Lebensmittelhilfen für bedürftige Familien bereitgestellt. Zudem erhalten Gesundheitszentren während der Corona-Pandemie weitere finanzielle Mittel.

    Allerdings müssen sich die Kongressabgeordneten zwischen der
    Wahl und der Vereidigung eines neuen Präsidenten erneut mit dem Haushalt befassen.

  • UNO-Generalsekretär Guterres"Gerechtigkeit zwischen Geschlechtern muss verwirklicht werden, auch mit Quoten"

    Die Vereinten Nationen haben an die Weltfrauenkonferenz in Peking vor 25 Jahren erinnert.

    UNO-Generalsekretär Guterres sagte in New York, bis heute würden Frauenrechte verweigert oder mit Füßen getreten. Die Corona-Pandemie bedrohe die fragilen Fortschritte bei der Gleichberechtigung. Weltweit gebe es eine Zurückdrängung der Frauenrechte. In der Corona-Pandemie hätten Frauen die Hauptlast zu tragen und seien die ersten, die ihre Jobs verlören.

    Frauen und Mädchen würden bei Bildung und Einkommen immer noch benachteiligt, kritisierte Guterres. Viele würden Opfer von Gewalt, und zu viele Mädchen würden verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt werden. Guterres rief dazu auf, Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu verwirklichen. Dies sei zum Wohl aller. Dazu seien auch Quoten notwendig. Das sei eine Frage der Menschenrechte, betonte er.

    Die Vereinten Nationen haben nach Guterres Worten in diesem Jahr mit jeweils 90 Männern und Frauen auf Führungsebene Parität erreicht. Mit Blick auf die in Peking 1995 beschlossenen Aktionsplattform zu den Rechten von Frauen sagte er: "Lassen sie uns zu Ende führen, was sie damals angefangen haben."

  • RuhestandMänner in NRW beziehen bundesweit die höchsten Renten

    Männer in Nordrhein-Westfalen beziehen bundesweit die höchsten Renten.

    Im Bundesdurchschnitt erhalten sie nach 35 Jahren Arbeit eine Rente von 1.689 Euro brutto. Das sind gut 100 Euro mehr als der Bundesschnitt, der bei Männern bei 1.570 Euro liegt. Das geht aus einer Übersicht der Deutschen Rentenversicherung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

    Die Rentenfachleute führen die hohen Renten für Männer in NRW auf gut bezahlte Arbeit in der Montanindustrie zurück. Diese Stellen wurden allerdings in den vergangenen Jahrzehnten in NRW stark abgebaut.

    Frauen liegen in NRW mit durchschnittlich 1.186 Euro nur knapp über dem Bundesdurchschnitt von 1.173 Euro. In der Gesamtbetrachtung von Männern und Frauen belegt Nordrhein-Westfalen mit 1.522 Euro Durchschnittsrente bundesweit den zweiten Platz hinter dem Saarland.

    Die geringste Rente im Bundesdurchschnitt erhalten die Rentner in Thüringen (1.292 Euro), in Sachsen-Anhalt (1.299 Euro), in Mecklenburg Vorpommern (1.306 Euro) und in Sachsen (1.309 Euro). In allen Bundesländern erhalten Frauen im Schnitt weniger Rente. Allerdings ist der Unterschied im Osten Deutschlands deutlich kleiner. Als wichtigsten Grund nennt die Rentenversicherung, dass Frauen im Osten weniger teilzeitbeschäftigt waren.

  • EU-KommissionKaufland darf real.de übernehmen

    Die EU-Kommission genehmigt die Übernahme des Online-Marktplatzes "real.de" durch die Handelskette "Kaufland".

    Es gebe keine Wettbewerbsbedenken, teilte die EU-Kommission mit. Die Schwarz-Gruppe, zu der neben Kaufland auch Lidl gehört, kann somit wie geplant ihr bislang stationäres Geschäft im E-Commerce deutlich ausbauen. Die Übernahme war bereits im Sommer unter dem Vorbehalt der Zustimmung aus Brüssel erfolgt.

    In der Corona-Krise hatte real.de einen starken Zuwachs beim Verkauf von Lebensmitteln verzeichnet.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 1.10.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

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    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
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  • Sexuelle GewaltMissbrauchsbeauftragter kritisiert fehlende Schutzkonzepte in Schulen

    Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, hat verpflichtende Schutzkonzepte an Schulen gegen sexuellen Missbrauch gefordert.

    Nur 16 Prozent der Schulen wendeten derzeit solche Schutzkonzepte an, sagte Rörig auf einer Tagung in Berlin. Diese seien jedoch eine Voraussetzung dafür, dass man unter den Mädchen und Jungen Opfer von Missbrauch erkenne.

    Freiwilligkeit führe in dieser Frage nicht zum Ziel, fügte Rörig hinzu. Daher rufe er die Kultusminister auf, die Schulen gesetzlich in die Pflicht zu nehmen. Zur Bewältigung dieser Aufgabe müssten sie jedoch auch mit mehr Personal ausgestattet werden.

  • Nordrhein-WestfalenErneut Razzien wegen Verdachts der Kinderpornografie

    In Nordrhein-Westfalen hat es erneut Razzien wegen des Verdachts der Kinderpornographie gegeben.

    Wie die Staatsanwaltschaft Köln mitteilte, gab es Durchsuchungen in 64 Objekten. Rund 80 Personen werden der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von Kinderpornografie verdächtigt. Zahlreiche Datenträger wurden demnach sichergestellt. Es gebe bereits erste Geständnisse, hieß es. Haftbefehle wurden aber nicht vollstreckt. An den Einsätzen waren Polizeidienststellen unter anderem in Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen und Köln beteiligt.

    Die Durchsuchungen stehen nicht im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach. Dort wird gegen ein weitverzweigtes Pädophilen-Netzwerk ermittelt.

  • Mecklenburg-VorpommernRazzien gegen Rechtsextreme

    In Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen Wohnungen und Gebäude mutmaßlicher Rechtsradikaler durchsucht.

    Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Rostock besteht der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Einzelheiten hierzu wurden nicht genannt. Die Razzien fanden demnach im Landkreis Vorpommern-Greifswald statt und richteten sich gegen zwei Personen. Es wurde nach Waffen, Munition, Unterlagen und elektronischen Medien gesucht. Ob etwas beschlagnahmt wurde, teilte die Staatsanwaltschaft ebenfalls nicht mit. An den Razzien waren 160 Polizisten beteiligt.

    Mitte September waren wegen Extremismusverdachts bereits Wohn- und Geschäftsräume eines Mannes bei Neubrandenburg durchsucht worden.

  • Berg-KarabachUSA, Russland und Frankreich fordern sofortiges Ende der Kämpfe

    Die USA, Russland und Frankreich haben in einer gemeinsamen Erklärung die Gewalt in der Konfliktregion Berg-Karabach verurteilt.

    Die Präsidenten Trump, Putin und Macron forderten zudem die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und die Aufnahme diplomatischer Verhandlungen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Das teilte der Kreml in Moskau mit. Die drei Staaten leiten die sogenannte Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die seit 1992 in dem Konflikt vermittelt.

    Die Türkei, die Aserbaidschan unterstützt, lehnte eine Vermittlung der USA, Russlands und Frankreichs ab. Zur Begründung sagte Präsident Erdogan in Ankara, die Länder hätten das Problem seit 30 Jahren vernachlässigt. Deshalb sei man jetzt mit diesen Entwicklungen konfrontiert. Mit dem Thema befasst sich auch der EU-Gipfel in Brüssel. Im Entwurf der Abschlusserklärung wird ebenfalls ein Ende der Gewalt gefordert.

    Nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums haben sich die Kämpfe in der Krisenregion verstärkt. Aserbaidschan zufolge gab es während der gesamten vergangenen Nacht Gefechte. Der Konflikt war am vergangenen Sonntag wieder aufgeflammt.

  • WirecardBundestags-Untersuchungsausschuss beschlossen

    Im Wirecard-Skandal hat der Bundestag die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses beschlossen.

    Dafür stimmten AfD, FDP, Grüne und Linkspartei; Union und SPD enthielten sich. Der Untersuchungsausschuss soll klären, inwiefern die Bundesregierung sowie Behörden über Vorkommnisse bei dem insolventen Zahlungsdienstleister
    informiert waren und ob sie ihren Aufsichtspflichten nachgekommen sind. In dem Wirecard-Skandal geht es um gefälschte Bilanzen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro.

    Der gesuchte frühere Vorstand Marsalek ist Recherchen zufolge zunächst über Österreich nach Belarus geflohen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, Marsalek sei am 19. Juni vom österreichischen Flughafen Vöslau-Kottingbrunn in der Nähe von Wien in die belarussische Hauptstadt Minsk geflogen. Dort verliere sich seine Spur. Der Zeitung zufolge stützen diese Erkenntnisse die These anderer Medien, dass sich Marsalek in Russland aufhält.

  • Covid-19Müller: Bundeswehr-Hilfe in Berlin weiter willkommen

    Berlins Regierender Bürgermeister Müller hat betont, dass Hilfe der Bundeswehr zur Eingrenzung der Corona-Infektionen in der Hauptstadt auch weiterhin willkommen ist.

    Müller sagte im Abgeordnetenhaus der Hauptstadt, man würde sich über weitere Unterstützung der Truppe sehr freuen. Er reagierte damit auf Kritik von Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Spahn am Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Dieser lehnt Hilfe der Bundeswehr bislang ab. Spahn sagte im ARD-Fensehen, bei steigenden Infektionszahlen kämen die Beschäftigten in den Gesundheitsämtern irgendwann an ihre Belastungsgrenzen. Es sei irritierend, wenn in dieser Situation Berlin-Friedrichshain aus ideologischen Gründen mitten in der Pandemie keine Hilfe von der Truppe wolle.

    In elf Berliner Bezirken kommen Soldaten vor allem bei der oft telefonischen Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten sowie in Teams für Tests zum Einsatz.

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 1.10.)
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    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

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    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
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    Urlaub und Freizeit

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    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
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  • KremlkritikerRussland weist Nawalnys Vorwürfe zurück

    Russland hat die Vorwürfe des Kremlkritikers Nawalny, Putin sei für seine Vergiftung verantwortlich, zurückgewiesen.

    Regierungssprecher Peskow sagte in Moskau, die Anschuldigungen Nawalnys seien haltlos, beleidigend und unentschuldbar. Weiter warf er Nawalny vor, vom US-Geheimdienst CIA gesteuert zu werden. Nawalny hatte in einem ersten Interview nach seiner Entlassung aus der Berliner Charité dem Magazin "Der Spiegel" wörtlich gesagt: "Ich behaupte, dass hinter der Tat Putin steht." Andere Versionen des Tathergangs habe er nicht. Er bezeichnete sein Überleben nach dem Anschlag als eine Verkettung glücklicher Umstände: Die Piloten während seines Flugs seien in Omsk notgelandet, die Ambulanz sei gleich am Flughafen gewesen, und er habe innerhalb von eineinhalb Stunden das Gegenmittel Atropin erhalten. Anderenfalls wäre er gestorben. Der Oppositionspolitiker kündigte an, nach Russland zurückzukehren.

    Nawalny war vergangene Woche aus der Berliner Klinik Charité entlassen worden, wo er seit Ende August behandelt wurde. Nawalny war am 20. August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen und wenige Tage später auf Drängen seiner Familie und Unterstützer nach Deutschland geflogen worden. Nach Erkenntnissen internationaler Speziallabors wurde er mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Nawalny war am 20. August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen und wenige Tage später auf Drängen seiner Familie und Unterstützer nach Deutschland geflogen worden.

    Der Fall hat für erhebliche Spannungen zwischen Berlin und Moskau gesorgt. Die Bundesregierung erwartet, dass die EU-Staats- und Regierungschef den Giftanschlag bei ihrem am Nachmittag beginnenden Gipfeltreffen gemeinsam verurteilen.

  • MedienberichtBelgische Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 sollen spätestens 2025 abgeschaltet werden

    Die belgischen Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 sollen nach Informationen des Westdeutschen Rundfunks voraussichtlich in fünf Jahren abgeschaltet werden.

    Wie der WDR berichtet, bestätigt ein vertrauliches Abkommen der belgischen Regierung den Atomausstieg für das Jahr 2025. Eine darin enthaltene Klausel sehe demnach zwar vor, dass bei Engpässen in der Energieversorgung die Atomreaktoren weiterlaufen könnten. Dies gelte nach WDR-Informationen aber nicht für die Pannenreaktoren Tihange 2 und Doel 3. Sie wären damit spätestens 2025 vom Netz. Der Ausstieg aus der Atomkraft war schon 2003 beschlossen worden, nun könnte er aber endgültig durch die neue Regierung bestätigt werden.

    Die Städteregion Aachen war erst im September vor einem belgischen Gericht mit einer Klage auf Stilllegung des Atomkraftwerks Tihange 2 gescheitert. Sie hatte Gefahren für Leib und Leben durch das Kraftwerk geltend gemacht. Der Reaktorblock 2 des nahe der Grenze zu Deutschland gelegenen AKW Tihange war 2012 wegen Materialfehlern abgeschaltet worden. 2015 erlaubte die belgische Atomaufsicht die Wiederinbetriebnahme, die von einer Pannenserie begleitet war.

  • GriechenlandDutzende Migranten vor Kreta gerettet

    Die griechische Küstenwache hat rund 60 Migranten von einem havarierten Boot vor Kreta gerettet.

    Wie die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA berichtete, hatten die Küstenwache und ein Schlepperboot auf das havarierte Segelboot aufmerksam gemacht. Die Menschen sollen nun im Süden Kretas an Land gebracht werden.

    Schleuser versuchen immer wieder, Migranten von der türkischen Ägäisküste auf einer Route südlich von Kreta nach Italien zu bringen. Wegen der langen Fahrt kommt es nach Angaben der griechischen Küstenwache häufig zu Maschinenschäden der häufig uralten Boote. Beim Untergang eines ähnlichen Schiffs waren Mitte September mindestens vier Menschen ums Leben gekommen.

  • DatenschutzH&M droht wegen Überwachung von Mitarbeitenden 35 Millionen Euro Strafe

    Der schwedische Modekonzern Hennes & Mauritz soll 35 Millionen Euro Strafe zahlen, weil er gegen den Datenschutz verstoßen hat.

    Der Konzern habe Hunderte Mitarbeitende des Servicecenters in Nürnberg überwachen lassen, hieß es in der Begründung des zuständigen Datenschutzbeauftragten. So seien zum Teil intime Details zu den privaten Lebensumständen umfangreich erfasst und gespeichert worden. Nach Urlaubs- und Krankheitsabwesenheiten hätten Vorgesetzte Gespräche geführt und in etlichen Fällen nicht nur konkrete Urlaubserlebnisse, sondern auch Krankheitssymptome und Diagnosen dokumentiert. Einige Vorgesetzte hätten sich auch "über Einzel- und Flurgespräche ein breites Wissen über das Privatleben ihrer Mitarbeitenden angeeignet, das von eher harmlosen Details bis zu familiären Problemen sowie religiösen Bekenntnissen reichte", hieß es.

    H&M kündigte an, den Bescheid eingehend zu prüfen. Der Konzern entschuldigte sich zugleich bei den betroffenen Mitarbeitenden und erklärte, er übernehme die volle Verantwortung. Gleich nach Bekanntwerden des Falls habe man Verbesserungen in dem Servicecenter vorgenommen, unter anderem seien die interne Kontrolle des Datenschutzes gestärkt und Führungskräfte und Mitarbeitende geschult worden, hieß es. Zudem kündigte H&M an, alle betroffenen Mitarbeitenden zu entschädigen.

    Nach Angaben des zuständigen Datenschutzbeauftragten handelt es sich um das bisher höchste in Deutschland verhängte Bußgeld nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung im Mai 2018 und das zweithöchste in Europa. Im vergangenen Jahr wurde gegen Google von Frankreichs Datenschutzbehörde eine Strafe von 50 Millionen Euro verhängt.

  • Covid-19Deutschland hebt globale Reisewarnung für Länder außerhalb Europas auf

    Die Bundesregierung hat die globale Reisewarnung für Länder außerhalb der Europäischen Union aufgehoben.

    Das Auswärtige Amt erklärte auf seiner Internetseite, stattdessen gelten wieder differenzierte Reise- und Sicherheitshinweise beziehungsweise Reisewarnungen für einzelne Länder. Reisewarnungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie soll es künftig nur noch für Risikogebiete geben. Zu diesen zählen allerdings noch immer die meisten Länder der Welt. Der Deutsche Reiseverband erklärte deshalb, für die meisten Reisenden und somit auch für die Branche ändere sich damit so gut wie nichts.

    Wegen der Pandemie hatte Deutschland im März eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen und hunderttausende deutsche Urlauber bei der Heimkehr nach Deutschland unterstützt. Im Juni wurden dann zunächst die EU-Staaten von der weltweiten Warnung ausgenommen.

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 1.10.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

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    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
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    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
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  • Corona-PandemieArbeitslosigkeit in Eurozone erneut gestiegen

    Die Arbeitslosigkeit innerhalb der Eurozone ist angesichts der Corona-Pandemie erneut gestiegen.

    Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote stieg im August auf 8,1 Prozent - von 8,0 Prozent im Vormonat, wie Eurostat mitteilte. Laut der Statistikbehörde waren rund 13,2 Millionen Menschen ohne Job, 251.000 mehr als im Juli.

    Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und dem Auslaufen staatlicher Hilfsprogramme für Löhne wird ein weiterer Anstieg der Quote befürchtet. Die Arbeitsmarktdaten von Eurostat basieren auf Erhebungsmethoden der Internationalen Arbeitsorganisation und können nicht mit nationalen Daten der deutschen Bundesagentur für Arbeit verglichen werden.

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    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • StudieTarifbindung in deutschen Betrieben weiter rückläufig

    In Deutschland ist die Zahl der Beschäftigten mit einem Tarifvertrag weiter gesunken.

    Die Quote ging im Vergleich zu 2018 von 53 auf 52 Prozent zurück. Das ergab eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die heute in Düsseldorf vorgestellt wurde. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen lagen mit jeweils 60 Prozent der Beschäftigten mit Tarifbindung bundesweit vorne. Den letzten Platz belegt Sachsen mit etwa 40 Prozent. Zu den weiteren Ergebnissen der Studie gehört, dass Vollzeitbeschäftigte in tariflosen Betrieben durchschnittlich wöchentlich 53 Minuten länger arbeiten und elf Prozent weniger verdienen. Die Böckler-Stiftung erklärt die Entwicklung unter anderem mit dem anhaltenden Strukturwandel. Vor allem in den industriellen Großbetrieben seien in den vergangenen Jahren Arbeitsplätze verloren gegangen.

  • BelarusVon Cramon (Grüne): "Sanktionen zielgerichtet verhängen"

    Die Grünen-Abgeordnete im Europäischen Parlament, von Cramon, hat sich zuversichtlich geäußert, dass die EU Sanktionen gegen die Führung in Belarus verhängen wird.

    Es sei wichtig, dass sich die Strafmaßnahmen gegen Personen richteten, die etwa für Wahlfäschung und Folter von Oppositionellen verantwortlich seien, sagte von Cramon im Deutschlandfunk. Sie bezeichnete es als extrem misslich, dass man mit möglichen Sanktionen so lange warte. Ein Problem sei, dass Zypern mit seiner Weigerung einen ganzen Kontinent in Geiselhaft nehme könne. Hier müsse mehr Druck ausgeübt werden. Zugleich hielt von Cramon jedoch am Einstimmigkeitsprinzip der Europäischen Union fest.

    Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten auf ihrem zweitägigen Sondertreffen in Brüssel, das heute beginnt, über mögliche Sanktionen gegen Belarus. Weitere Themen werden die Eskalation in der Konfliktregion Berg-Karabach und der Erdgaskonflikt zwischen Griechenland und der Türkei sein.

  • BinnenmarktgesetzEU-Kommission startet Verfahren gegen Großbritannien

    Wegen der geplanten Änderungen am Brexit-Vertrag hat die EU ein Verfahren gegen Großbritannien gestartet.

    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte, ihre Behörde habe an die Regierung in London ein Schreiben geschickt, das der erste Schritt in einem Vertragsverletzungsverfahren sei. Dies kann zu einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof führen, der Geldbußen gegen Großbritannien verhängen könnte.

    Das sogenannte Binnenmarktgesetz war vom britischen Unterhaus gebilligt worden. Es bedarf jetzt noch der Zustimmung des Oberhauses. Premierminister Johnson gibt offen zu, dass das Gesetz einen Vertragsbruch darstellt. Es hebelt Schlüsselregelungen zum Handel zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Republik Irland aus. Johnson betrachtet das Gesetz als "Sicherheit", falls bis Ende dieses Jahres kein Handelsabkommen mit der EU zustandekommt. Die Verhandlungen darüber machen seit Monaten keine Fortschritte.

  • Lübcke-ProzessMitangeklagter wird aus Untersuchungshaft entlassen

    Im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke wird der Mitangeklagte Markus H. aus der Untersuchungshaft entlassen.

    Wie das Oberlandesgericht in Frankfurt am Main in der heutigen Verhandlung mitteilte, ist er nicht mehr verdächtig, sich der Beihilfe strafbar gemacht zu haben. Die Bundesanwaltschaft hatte Markus H. vorgeworfen, den Hauptangeklagten ideologisch beeinflusst zu haben.

    Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 vom Hauptangeklagten Stephan E. auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha erschossen worden. Stephan E. hat die Tat bereits gestanden und rechtsextreme Motive angegeben.

  • BundesverdienstkreuzDrosten, Levit und Mai Thi Nguyen-Kim geehrt

    Der Virologe Christian Drosten, der Pianist Igor Levit und die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim sind gemeinsam mit zwölf weiteren Männern und Frauen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

    Bundespräsident Steinmeier sagte anlässlich der Ordensverleihung in Schloss Bellevue, zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit würden Menschen ausgezeichnet, die sich um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft verdient gemacht hätten.

    Weitere prominente Ausgezeichnete sind die Schauspielerin Sandra Hüller, der Schriftsteller Ingo Schulze und der ehemalige Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger.

  • Covid-19Bundesweite Studie zu Antikörper-Status

    Das Robert Koch-Institut und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung starten eine bundesweite Studie zum Corona-Infektionsgeschehen.

    Ziel ist herauszufinden, wie viele Menschen schon eine Corona-Infektion durchgemacht haben. Man erhoffe sich unter anderem Erkenntnisse, wie hoch die Dunkelziffer bislang unentdeckter Infektionen sei, erklärten beide Institute in Berlin. In den kommenden Wochen sollen rund 34.000 Erwachsene in Deutschland zur Teilnahme an der Studie aufgefordert werden. Für den Test wird ein Mund-Nase-Abstrich gemacht und Blut aus dem Finger genommen. Ergebnisse sollen bis zum Jahresende vorliegen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 1.10.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
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    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Gescheiterte Pkw-MautHat Verkehrsminister Scheuer den Bundestag belogen?

    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer soll heute zum ersten Mal vor dem parlamentarischen Unterschungsausschuss Rede und Antwort zur gescheiterten Pkw-Maut stehen. Im Kern geht es um die Frage, ob Scheuer das Parlament belogen hat.

    Auf dem Spiel steht die politische Glaubwürdigkeit des CSU-Politikers - aber auch eine Menge Geld. Die Pläne für die Pkw-Maut waren im Juni 2019 vom Europäischen Gerichtshof gestoppt worden. Bundesregierung, Bundestag und das Verkehrsministerium hatten zuvor alles getan, um sie zügig einführen zu können. Dazu gehörten nicht nur die entsprechenden nationalen Gesetze; das Verkehrsministerium sprach auch mit Unternehmen, die die Maut technisch umsetzen sollten.

    Vertrag schon unterzeichnet - obwohl das EuGH-Urteil noch ausstand

    Das ging so weit, dass Verkehrsminister Scheuer Ende 2018 entsprechende Verträge unterzeichnete - obwohl das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu dem Zeitpunkt noch ausstand. Nach dem Urteil wurden die Verträge dann vom Ministerium gekündigt, was wiederum die Unternehmen auf den Plan rief. Sie fordern jetzt insgesamt 560 Millionen Euro Entschädigung.

    Strittig ist dabei vor allem die Frage, warum das Ministerium die Verträge mit den Mautbetreibern schon so frühzeitig unterzeichnet hat. Das sei gar nicht nötig gewesen - sagen die Betreiberfirmen. Sie boten Verkehrsminister Scheuer nach eigenen Angaben an, mit der Vertragsunterzeichnung zu warten, bis das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vorliegt. Scheuer widersprach dieser Darstellung. Im Bundestag sagte er, von den Betreiberfirmen habe es kein entsprechendes Angebot gegeben. Am Ende könnte also Aussage gegen Aussage stehen.

    Wer hat was gesagt - wer hat was gehört?

    Denn im Untersuchungsausschuss sollen heute auch Vertreter der Firmen befragt werden, die die Pkw-Maut in Deutschland betreiben sollten: Klaus-Peter Schulenberg, der Vorstandschef von CTS Eventim, Georg Kapsch, Vorstandschef des Unternehmens Kapsch TrafficCom, und Volker Schneble, Geschäftsführer des Gemeinschaftsunternehmens Autoticket GmbH. Außerdem soll der frühere Staatssekretär im Verkehrsministerium, Gerhard Schulz, angehört werden, der bei dem entscheidenden Gespräch zwischen Scheuer und den Betreiberfirmen ebenfalls anwesend gewesen sein soll.

    Beobachter erwarten eine lange Sitzung. Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann, sagte im Deutschlandfunk (Audio-Link), dass man die Aussage von Verkehrsminister Scheuer aber auch dann nicht verschieben werde, wenn es sehr spät werde.

    Druck auch vom Koalitionspartner SPD

    Lührmann sagte außerdem im Dlf-Interview, Scheuer müsse den vorhandenen Widerspruch im Untersuchungsausschuss aufklären. Ein Minister, der das Parlament belüge, habe ein Vertrauensproblem.

    Auch der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Udo Schiefner, macht Druck. Der SPD-Politiker sagte der "Rheinischen Post", sollte Scheuer den Bundestag nachgewiesenermaßen belogen haben, könne das zu einem Glaubwürdigkeitsproblem für die gesamte Regierung werden. Schiefner erwartet für heute einen "vorentscheidenden Showdown" in der Maut-Aufklärung.

  • Corona-PandemieDefizit der Kommunen steigt sprunghaft

    Die Corona-Pandemie belastet die Finanzen der Kommunen in Deutschland.

    Im ersten Halbjahr betrug das Defizit der Gemeinden und Gemeindeverbände 9,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im ersten Halbjahr des Vorjahres war das Defizit mit knapp 0,3 Milliarden Euro noch deutlich geringer.

    Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer brachen im April, Mai und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Milliarden auf 7 Milliarden Euro ein.

    Vorgezogene Zahlungen der Bundesländer hätten ein noch größeres Minus verhindert, berichtete das Bundesamt. Das Konjunkturpaket des Bundes mit dem kommunalen Solidarpakt werde aber erst im zweiten Halbjahr wirksam.

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  • Alternativer NobelpreisAuszeichnung geht unter anderem nach Belarus

    Der sogenannte Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr unter anderem in den Iran und nach Belarus.

    Ausgezeichnet werden die inhaftierte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh sowie der belarussische Demokratie-Aktivist Ales Beljazki und das von ihm gegründete Menschenrechtszentrum Wesna.

    Der Preis geht zudem an den US-Bürgerrechtsanwalt Bryan Stevenson und die Aktivistin Lottie Cunningham Wren aus Nicaragua.

    Die seit 1980 von einer Stiftung verliehene Auszeichnung heißt offiziell Right Livelihood Award. Die Verleihung findet am 3. Dezember statt. Die Preisträger erhalten jeweils 95.000 Euro.

  • HessenPolizei beginnt Großeinsatz für Weiterbau der A49

    Die Polizei in Hessen hat einen Großeinsatz begonnen, um Rodungsarbeiten für den Weiterbau der Autobahn 49 durchzusetzen.

    Beamte rückten in den Herrenwald bei Stadtallendorf vor. Das Gebiet soll geräumt werden. Aus Protest gegen die geplante Fällung von Bäumen haben Aktivisten dort Barrikaden errichtet. Die Polizei rechnet mit einem wochenlangen Großeinsatz und massivem Widerstand.

    Die A49 soll nach der Fertigstellung Kassel und Gießen miteinander verbinden. Umweltschützer halten das Projekt für überholt, weil es einer Verkehrswende entgegenstehe. Die Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrslärm in den umliegenden Dörfern und kürzere Wege für Pendler.

  • Covid-19RKI meldet 2.503 neue Corona-Infektionen

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 2.503 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet.

    Das waren 705 mehr als am Vortag. Damit sind rechnerisch derzeit etwa 24.300 aktive Fälle bekannt. Zwölf weitere Menschen starben. Die Zahl der Menschen in Deutschland, deren Tod mit Covid-19 in Verbindung steht, stieg damit auf 9.500.

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  • Covid-19Israel verzeichnet starken Anstieg von Coronavirus-Neuinfektionen

    Israel verzeichnet erneut einen deutlichen Anstieg von Neuinfektionen mit dem Coronavirus.

    Das Gesundheitsministerium teilte mit, binnen 24 Stunden seien 8.919 neue Fälle registriert worden. Die Zahl der Schwerkranken lag mit 810 weiterhin oberhalb einer von Experten als kritisch bezeichneten Marke. Dem Gesundheitssystem droht die Überlastung. Von allen gestern durchgeführten Tests fielen 13,6 Prozent positiv aus. Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach von Experten kritisierten Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe.

    Seit dem 18. September gilt in Israel ein Lockdown. In diesen Zeitraum fielen wichtige jüdische Feiertage wie das Neujahrsfest Rosch Haschana und das Versöhnungsfest Jom Kippur, an denen traditionell Familien zusammenkommen. Medienberichten zufolge hielten sich viele Strengreligiöse nicht an die Corona-Vorschriften der Regierung.

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  • TarifstreitIn mehreren deutschen Städten streikt die Müllabfuhr

    Bundesweit gibt es heute wieder Warnstreiks im öffentlichen Dienst.

    In Nordrhein-Westfalen haben die Kommunalverwaltungen in Düsseldorf, Dortmund, Herne, Lünen, Mönchengladbach, Viersen und Recklinghausen ihre Arbeit niedergelegt. In Magdeburg in Sachsen-Anhalt streiken Beschäftigte der Müllabfuhr und Wertstoffhöfe. Zu Ausfällen bei der Abfall-Entsorgung kommt es auch in den Städten Chemnitz in Sachsen sowie in Erfurt und Weimar in Thüringen. In Brandenburg bleiben heute in Potsdam, Henningsdorf und Kremmen Bürgerservice-Einrichtungen sowie Bibliotheken geschlossen.

    Mit den Warnstreiks will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst bei den Kommunen und im Bund erhöhen. Die Gewerkschaft und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten ein Plus von 4,8 Prozent für ein Jahr.

  • EU-KommissionTimmermans fordert nachhaltigeres Wirtschaften in Europa

    Der Vize-Präsident der EU-Kommission, Timmermans, hält den Umbau der europäischen Volkswirtschaften hin zu mehr Nachhaltigkeit für unverzichtbar.

    Angesichts des Klimawandels habe man keine andere Wahl, sagte Timmermans im Deutschlandfunk. Man müsse in Zukunft anders wirtschaften. Ängste der Menschen vor Veränderungen seien zwar nachvollziehbar. Nachhaltiges Wirtschaften biete aber auch Chancen. So könnten in vielen Bereichen neue Arbeitsplätze entstehen, erklärte Timmermans.

    Die EU-Umweltminister beraten heute über das Klima- und Umweltschutzprogramm der EU. Es sieht vor, den CO2-Ausstoß des Staatenverbundes bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Bislang lag dieses Ziel bei einem Minus von 40 Prozent. Zudem sollen Energieeffizienz und erneuerbare Energien gefördert werden. Gegen den sogenannten Green Deal regt sich Widerstand aus der Wirtschaft.

  • Corona-PandemieGastgewerbe: Rund ein Drittel der Minijobs weggefallen

    In der Corona-Krise sind im Gastgewerbe 325.000 Minijobs weggefallen.

    Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von fast 36 Prozent, wie aus Daten der Minijobzentrale hervorgeht. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Zimmermann hatte sie abgefragt und ausgewertet. Das Gastgewerbe war von den Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie vor allem im Frühjahr besonders betroffen.

    Weitere Branchen, in denen zahlreiche Stellen mit geringfügiger Beschäftigung wegfielen, sind unter anderem der Handel und das verarbeitende Gewerbe.

    Insgesamt ging die Zahl der Minijobber den Angaben zufolge bundesweit um 837.000 zurück.

    Zimmermann sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass Minijobs keine sichere Beschäftigungsform seien. Sie seien die ersten, die in der Krise wegbrächen.

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  • Corona-PandemieBundesregierung weist Belgien und Teile Großbritanniens als Risikogebiete aus

    Deutschland hat wegen hoher Corona-Infektionszahlen Belgien und Island als Risikogebiete eingestuft.

    Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Liste am Abend entsprechend und nahm mit Wales und Nordirland erstmals auch Teile Großbritanniens auf.

    In Frankreich kamen die Regionen Pays de la Loire und Burgogne hinzu. Damit ist im größten Nachbarland Deutschlands nur noch die einst besonders stark von der Pandemie betroffene Grenzregion Grand Est von der Einstufung als Risikogebiet ausgenommen.

    Dass Auswärtige Amt veröffentlichte noch am Abend eine Reisewarnung für Belgien, Rumänien und Litauen im Internet.

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    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • TürkeiExperten kritisieren Social-Media-Gesetz

    Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat die neuen Regeln für Twitter, Facebook und andere soziale Medien in der Türkei kritisiert.

    Eine Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur dpa, das Gesetz sei der Versuch, eine deutlich stärkere Zensur durchzusetzen, als man sie bisher gesehen habe. Die türkische Regierung argumentiert dagegen, man folge dem Beispiel europäischer Länder wie Deutschland.

    Das Parlament in Ankara hatte im Juli ein Gesetz verabschiedet, das soziale Medien einer schärferen Kontrolle unterzieht. Es umfasst verschiedene Regelungen. Seit heute gilt beispielsweise, dass Anbieter mit täglich mehr als einer Million türkischen Nutzern Niederlassungen in der Türkei mit einem türkischen Staatsbürger als Vertreter eröffnen müssen.

    Der Cyberrechts-Aktivist Yaman Akdeniz sagte, Soziale Medien würden zum langen Arm der türkischen Justiz. Er empfehle keinem Anbieter, Geschäfte in einem derart feindlichen Umfeld zu machen.

  • UNO-Gipfel zu BiodiversitätMerkel fordert globale Trendwende für mehr Artenschutz

    Wegen des drohenden Verlusts von immer mehr Tier- und Pflanzenarten hat Bundeskanzlerin Merkel eine globale Trendwende angemahnt.

    Man müsse Schutzgebiete ausweiten und Ökosysteme renaturieren, forderte sie bei einem virtuellen UNO-Gipfel zur Biodiversität. Insgesamt müssten Land und Meer nachhaltiger genutzt und naturverträglicher bewirtschaftet werden. Auch Frankreichs Präsident Macron, Chinas Staatschef Xi und EU-Kommissionschefin von der Leyen bekräftigten ihre Verpflichtungen beim Artenschutz. UNO-Generalsekretär Guterres sagte, die Menschheit müsse aufhören, - Zitat - einen Krieg gegen die Natur zu führen. Kritiker betonten, die Politik müsse an ihren Taten gemessen werden. Die USA nahmen an dem Gipfeltreffen nicht teil.

    Vor zwei Wochen hatten die Vereinten Nationen einen Bericht vorgelegt, wonach keines der 20 Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt auf der Welt erreicht wurde. Diese Ziele hatte sich die Staatengemeinschaft 2010 für dieses Jahr selbst gesteckt.

  • Bundeswehr-Hilfe abgelehntKramp-Karrenbauer kritisiert Berliner Bezirk

    Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat kritisiert, dass der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Hilfe der Bundeswehr zur Nachverfolgung von Kontakten bei Corona-Infizierten ablehnt.

    Die CDU-Vorsitzende sagte dem "Tagesspiegel", das berge die Gefahr, eine Verschärfung der Lage für ganz Berlin zu riskieren. Kramp-Karrenbauer sieht ideologische Gründe hinter der Entscheidung des Bezirks. Überall sonst werde die Hilfe der Soldaten dankbar angenommen.

    In Friedrichshain-Kreuzberg liegt die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner an den vergangenen sieben Tagen knapp unter dem kritischen Wert von 50.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
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    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
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    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Pauschale Reisewarnung für Länder außerhalb der EU aufgehoben

    Nach mehr als einem halben Jahr hat die Bundesregierung die pauschale Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union aufgehoben.

    Jedes Land der Welt wird nun einzeln bewertet - so wie die Länder der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums. Reisewarnungen werden nur für Länder ausgesprochen, die den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten haben. Das gilt derzeit für mehr als 130 Staaten ganz oder teilweise.

    Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Dort gelten noch Einreisebeschränkungen oder eine Ausreisesperre in die EU. Dazu gehört beispielsweise Thailand.

    Unter dem Strich bleiben nur noch wenige Länder übrig, bei denen die Bundesregierung weder vor Reisen warnt noch von ihnen abrät. In der EU waren es zuletzt nur noch neun von 26 Staaten. Die weltweite pauschale Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie war am 17. März vom Auswärtigen Amt erlassen worden.

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  • Covid-19Armut in Argentinien nimmt in Corona-Pandemie drastisch zu

    In Argentinien hat sich die Armut während der Corona-Pandemie deutlich verschärft.

    Nach Angaben der Statistikbehörde leben inzwischen 40,9 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Die Zahl sei damit um 5,5 Prozentpunkte im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres gestiegen, hieß es. 10,5 Prozent der Menschen lebten in extremer Armut. Das seien 2,8 Prozentpunkte mehr als im Vergleichszeitraum.

    Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, hatte die Regierung Mitte März strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen, die zumindest im Großraum Buenos Aires noch immer gelten. Vor allem informell Beschäftigte können daher ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Zudem steckt das wirtschaftlich angeschlagene südamerikanische Land seit 2018 in einer Rezession.

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  • Corona-PandemieSpahn: "Es sind harte Monate für viele Menschen"

    In der Corona-Pandemie könnten nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn künftig auch Tests für Zuhause zum Einsatz kommen.

    Man werde in den kommenden Wochen und Monaten immer mehr Ergänzungen der Testmöglichkeiten sehen, sagte Spahn nach Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder in Berlin. Ab wann es sogenannte Heimtests geben wird, sagte er nicht. Mit Blick auf die für Mitte Oktober angekündigte neue Teststrategie betonte der CDU-Politiker, er sei zuversichtlich, dass mit sogenannten Antigen-Tests zusätzlich in großer Millionenzahl pro Monat Tests gemacht werden könnten. Übereinstimmend mahnten die Minister die Bevölkerung zur weiteren Beachtung der Schutzmaßnahmen. Hauptrisiken seien die Bereiche, in denen man gesellig sei und feiere, erklärte Spahn. Zugleich stellte er sich hinter den Appell von Bundeskanzlerin Merkel zum Durchhalten in der Corona-Krise. Es seien harte Monate für viele Menschen.

    Merkel hatte gestern im Bundestag erklärt, sie erlebe derzeit, dass die Vorsicht der Menschen nachlasse.

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  • LandwirtschaftKlöckner will Umbaupläne für bessere Tierhaltung voranbringen

    Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner will die Pläne zu einem grundlegenden Umbau der Tierhaltung weiter voranbringen.

    Sie halte daran fest, noch in dieser Wahlperiode Schlussfolgerungen für einen Systemwechsel zu ziehen, sagte die CDU-Politikerin nach Gesprächen mit Vertretern von Bundestagsfraktionen in Berlin. Dazu sollten im Frühjahr Ergebnisse zweier jetzt ausgeschriebener Studien zu möglichen Finanzierungswegen für mehr Tierwohl vorliegen. Klöckner führte aus, es gehe um gesellschaftliche Erwartungen, aber auch um eine wettbewerbsfähige Nutztierhaltung. Daher sei Planungssicherheit für die Bauern bei der Finanzierung von Stallumbauten wichtig.

    Eine Expertenkommission um Ex-Agrarminister Borchert hatte Vorschläge für weitreichende Tierwohl-Verbesserungen vorgelegt. Zur Finanzierung wird eine "Tierwohlabgabe" angeregt. Denkbar sei unter anderem ein Aufschlag von 40 Cent pro Kilogramm Fleisch und Wurst, heiß es.

  • WetterAm Freitag im Westen Regen, im Nordosten heiter

    Das Wetter: In der Nacht bewölkt, im äußersten Norden und Nordosten sowie im Südwesten etwas Regen. Tiefstwerte 11 bis 6 Grad. Morgen im Westen und Südwesten bewölkt mit etwas Regen. Sonst wechselnd bewölkt, im Nordosten am Nachmittag auch länger sonnig. Temperaturen 15 bis 24 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Samstag im Nordosten und Osten zunächst aufgelockert, später dicht bewölkt. Von Westen und Südwesten her aufkommender Regen. 11 bis 24 Grad.

  • Covid-19Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie?

    Tests auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 gelten als Schlüssel zur Eindämmung der Pandemie. Seit dem Ausbruch in Deutschland sind die Testkapazitäten in Laboren erheblich ausgeweitet worden. Ende September kamen neue Antigentests auf dem Markt. Damit sollen Infektionen schneller und unkomplizierter erkannt werden. Was bringen sie?

    Anders als die üblicherweise durchgeführten Polymerase-Kettenreaktionstests (PCR-Tests) suchen Antigentests in Abstrich-Proben nicht nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person demnach infiziert ist oder nicht.

    In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche Antigentests entwickelt und erprobt - so etwa in der Berliner Charité. Die Ergebnisse sähen gut aus, sagte der Virologe Drosten kürzlich in seinem NDR-Podcast. Etwa am Eingangstor von Seniorenwohnheimen könnten sie "unglaublich viel Gutes" bewirken: Sie brächten die Möglichkeit mit sich, harte Besuchsverbote zu vermeiden.

    An einigen deutschen Kliniken kommen die Schnelltests bereits zum Einsatz. Zwar erkennen Antigentests eine Infektion insbesondere in den Anfangstagen und im späteren Verlauf deutlich weniger zuverlässig als die PCR-Methode, welche selbst kleinste Mengen des Erbguts korrekt anzeigen kann. Doch die Ergebnisse der aufwändigeren und teureren PCR-Tests sind im Normalfall erst frühestens nach einem Tag verfügbar. In der Praxis dauert es oft noch deutlich länger, bis Betroffene ihr Ergebnis erfahren.

    Testkapazitäten an Laboren deutlich gestiegen

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. Diese liegen inzwischen regelmäßig bei mehr als einer Million pro Woche. Bis in die 27. Kalenderwoche (Anfang Juli) wurden weniger als 500.000 Tests pro Woche durchgeführt. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Bald Quarantäne statt Test-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

    Die Zahl der Tests war zuletzt auch deshalb angestiegen, weil sich aus dem Ausland zurückkehrende Urlauber bis zum 15. September kostenlos auf das Coronavirus testen lassen konnten. Seitdem müssen viele Reiserückkehrer den Corona-Test wieder selbst zahlen. Sie werden etwa in Einrichtungen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern sowie Arztpraxen durchgeführt.

    Weiterhin kostenlos sind Corona-Tests für Reisende aus Risikogebieten. Dafür müssen sie einen Nachweis für ihren Auslandsaufenthalt erbringen, etwa durch ein Flugticket oder eine Hotelrechnung. Auch die Kosten für eine Wiederholungs-Untersuchung wenige Tage später werden übernommen.

    Auch diese Regelung soll zum 15. Oktober abgeschafft werden. Stattdessen sollen sich die Urlauber unverzüglich nach ihrer Einreise für 14 Tage in Quarantäne begeben. Nach mindestens fünf Tagen sollen sie dann einen Corona-Test machen können, um bei einem negativen Ergebnis die Quarantäne-Pflicht aufzuheben.

    Die Risikogebiete können auf den Internet-Seiten des Robert Koch-Instituts eingesehen werden.

    Wer kann und soll sich außerdem testen lassen?

    Während zu Beginn der Pandemie lediglich Personen mit starken Symptomen und/oder Kontakt zu Infizierten getestet wurden, empfiehlt das RKI inzwischen auch Tests bei nur leichten Atemwegsbeschwerden wie zum Beispiel Husten.

    Nicht zuletzt sei es nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen "besonders wichtig", Corona-Infektionen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen, betonte RKI-Vizepräsident Schaade in Berlin. Es werde dringend empfohlen, "dass jeder mit einem Atemwegsinfekt, ob Husten oder Fieber, auch getestet werden sollte".

    Wo sind aktuell Tests möglich?

    Für alle Verdachtsfälle gilt, dass man nicht unangemeldet in die nächste Arztpraxis gehen soll. Die Empfehlung lautet: Melden Sie sich telefonisch beim Hausarzt, der Hausärztin oder - wenn diese nicht zu erreichen sind - bei der bundesweiten Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 (Informationen des Bereitschaftsdienstes hier auch online). Auch das örtliche Gesundheitsamt sollte bei Bedarf zunächst telefonisch kontaktiert werden, das zuständige Gesundheitsamt findet man beim Robert Koch-Institut durch Eingabe der eigenen Postleitzahl.

    Ärztinnen und Ärzte führen den Test entweder selbst durch, oder sie überweisen an örtliche Test- und Abstrichzentren. Auch dort gilt in der Regel, dass man nicht unangemeldet vorbeikommen sollte. In Kreisen, die von einem lokalen Corona-Ausbruch betroffen waren und Testzentren eingerichtet wurden, war mitunter keine Voranmeldung erforderlich.

    Vielerorts sind auch sogenannte Drive-In-Tests möglich. Dabei wird der Abstrich durch das geöffnete Autofenster hindurch genommen. Wer sich testen lässt, muss im Auto sitzen bleiben, um so das Ansteckungsrisiko für andere so gering wie möglich zu halten.

    Wie läuft ein Test auf das Coronavirus ab?

    Für den Test wird in Deutschland üblicherweise ein Rachenabstrich verwendet. Das bedeutet, dass eine Pflegekraft mit einem speziellen Wattestäbchen etwas Sekret aus dem Hals entnimmt.

    Die reine Testzeit zur Auswertung der Probe beträgt nach Angaben des Robert Koch Instituts etwa vier bis fünf Stunden. In der Praxis vergehen derzeit in der Regel 24 bis 48 Stunden, bis der Patient oder die Patientin das Ergebnis erfährt, über das Wochenende kann sich das weiter verzögern.

    Solange das Ergebnis noch nicht vorliegt, sollte man davon ausgehen, dass man andere Menschen anstecken kann, und deshalb zuhause bleiben und Kontakte vermeiden.

    Das RKI weist darauf hin: Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (diese kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf das Coronavirus nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann.

    (Stand 28.09.2020)

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  • Covid-19Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen - ein Überblick

    Die Zahl der täglichen Neu-Infektionen mit dem Coronavirus steigt in vielen Ländern seit Wochen wieder an. Viele Staaten haben neue Rekorde erreicht und liegen damit über den Zahlen vom Frühjahr. Ein Überblick über die aktuelle Lage in einigen ausgewählten Regionen.

    Viele Experten sehen den Grund in einem zunehmend sorglosen Umgang mit den Sicherheitsmaßnahmen und den Hygieneregeln. In den Sommermonaten habe die Aufmerksamkeit nachgelassen. In vielen Ländern wurden deshalb die Corona-Beschränkungen wieder verschärft. Bundesgesundheitsminister Spahn zeigte sich zuletzt besorgt über die Dynamik der Infektionen in ganz Europa. Man müsse verhindern, dass die Entwicklungen in den Nachbarländern auf Deutschland übergreife, sagte er.

    Bei der Interpretation der Werte ist allerdings Vorsicht geboten. Die absoluten Zahlen sind zwischen den Ländern nicht vergleichbar, da die Staaten unterschiedliche Einwohnerzahlen haben. In vielen Staaten ist es zudem so, dass mittlerweile deutlich mehr getestet wird als noch zu Beginn der Pandemie. Daher ist ein Abgleich mit Werten aus dem Frühjahr nur eine ungefähre Vergleichsgröße.

    Rekord in Ungarn vor dem Supercup-Finale

    Ungarn meldete am Sonntag einen Rekord mit 1.070 nachgewiesenen Neuansteckungen innerhalb von 24 Stunden. Die Hauptstadt Budapest wurde von der Bundesregierung schon am Mittwoch zum Risikogebiet erklärt. Dort soll am kommenden Donnerstag das Finale im europäischen Fußball-Supercup stattfinden, zwischen Champions-League-Sieger Bayern München und Europa-League-Sieger FC Sevilla. Die Verantwortlichen des FC Bayern kritisierten die Europäische Fußball-Union (UEFA) dafür, dass sie am Austragungsort festhält. Etwa 2.100 Bayern-Fans wollen ihre Mannschaft nach Budapest begleiten. Sie sollen nach ihrer Rückkehr auf Corona getestet werden.

    Fast 13.500 Neuansteckungen in Frankreich

    In Frankreich wurden am Samstag fast 13.500 Neuinfektionen registriert, auch das so viele wie noch nie - auch nicht während der ersten Welle im Frühjahr. Dort sind seit der Wiederaufnahme des Unterrichts an den französischen Schulen und Hochschulen in diesem Monat mindestens ein Dutzend Infektionscluster bekanntgeworden. Während in anderen Ländern Europas vielfach weiter auf Online-Veranstaltungen gesetzt wird, ist an den Universitäten in Frankreich wieder mehr Präsenz angesagt. In Sozialen Medien rufen Studierende unter dem Hashtag #Balancetafac (etwa: Verpetze deine Uni) dazu auf, Bilder von überfüllten Sälen und Korridoren zu verbreiten.

    Spanien bei über 12.000

    In Spanien ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen am 11. September auf den Rekordwert von 12.183 geklettert. Es handele sich um den höchsten Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie, schrieb die Zeitung "El País". Dem Gesundheitsministerium in Madrid zufolge wurden in den vorangegangenen 14 Tagen insgesamt 112.364 Neuinfektionen registriert. Das Robert Koch-Institut hat Spanien schon seit längerem als Corona-Risikogebiet eingestuft.

    Tschechiens Gesundheitsminister hält Ausnahmezustand für möglich

    Tschechien meldete am Freitag einen Rekord mit 3.130 neuen Fällen. Am Sonntag war die Zahl zwar etwas niedriger, aber höher als an allen Wochenenden zuvor, an denen weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten hat sich in Tschechien innerhalb von rund drei Wochen auf mehr als 46.000 verdoppelt. Einen noch größeren Anstieg gemessen an der Gesamtbevölkerung gab es innerhalb der Europäischen Union zuletzt in Spanien und Frankreich. Gesundheitsminister Vojtech sagte in einer Fernsehdiskussion, die tschechische Regierung könne den Ausnahmezustand erklären, sollte der deutliche Anstieg an Infektionen anhalten. Die Regierung solle am Montag darüber beraten.

    Auch Polen, Slowakei und Litauen melden höchste Zahlen seit Beginn der Pandemie

    Gleich mehrere osteuropäische Länder haben am Samstag neue Rekordstände ihrer Corona-Neuinfektionen gemeldet. In Polen wurden binnen 24 Stunden 1.002 Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Auch die Slowakei und Litauen meldeten den höchsten Stand der Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. "Die Zahlen, die wir heute haben, sind das Ergebnis einer Rückkehr der Menschen zu einem normalen Alltag, der Rückkehr an die Arbeit", erklärte ein Sprecher des polnischen Gesundheitsministeriums.

    Österreich nähert sich dem Rekord

    Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen in Österreich erreichte Mitte September einen Stand wie zuletzt Ende März. Das Robert Koch-Institut warnte wegen hoher Corona-Infektionszahlen vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das österreichische Bundesland Wien.

    Steigende Zahl an Neuinfektionen in NRW

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut zuletzt mehrfach täglich rund 2.000 Neuinfektionen gemeldet. Auffällig ist eine starke Zunahme der Neuinfektionen in einigen Städten Nordrhein-Westfalens.

    Auch Asien meldet Rekordzahlen

    Auch in einigen asiatischen Ländern breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Indonesien meldete am Samstag mit 4.168 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 112 auf 9.448. Es ist höchste Totenzahl in Südostasien. Die Philippinen verzeichneten einen Anstieg bei den Ansteckungen binnen 24 Stunden um 3.962 auf 283.460. Der Inselstaat weist die meisten Infektionen in der Region auf. Indien meldete Anfang September einen Rekord an Corona-Neuinfektionen nach dem anderen. Zuletzt waren es fast 100.000. Damit löst der Subkontinent Brasilien als Land mit den weltweit zweitmeisten Coronavirus-Fällen nach den USA ab - Indien hat allerdings deutlich mehr Einwohner. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf mehr als 4,2 Millionen, wie das Gesundheitsministerium in Neu Delhi mitteilte.

    Die Weltgesundheitsorganisation meldete Mitte September einen Rekord an neu gemeldeten Corona-Fällen innerhalb eines Tages. Weltweit wurden demnach zuletzt 307.930 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das waren rund 1.000 Fälle mehr als beim jüngsten Höchststand eine Woche zuvor. Spitzenreiter bei den neuen Fällen war Mitte September nach absoluten Zahlen Indien, die USA und Brasilien. Auf Platz vier lag Spanien. Inzwischen wurde es von Frankreich überholt.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist

    Weltweit haben sich nach Angaben der Johns Hopkins University fast 26 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Klar ist, dass die offiziell angegebenen Zahlen die Realität nicht ganz widerspiegeln und es eine Dunkelziffer gibt. Zu deren Höhe gibt es verschiedene Berechnungen.

    Generell gilt: Die Bestimmung der Dunkelziffer ist schwierig. Mit Blick auf die Corona-Pandemie liegt das unter anderem daran, dass sehr viele Infektionen mild verlaufen. Und wer gar nicht merkt, dass er sich infiziert hat, lässt sich in der Regel auch nicht testen und isoliert sich nicht. Die Epidemiologin Nicola Low von der Universität Bern geht etwa davon aus, dass der Anteil der Corona-Infizierten, die keine Symptome haben, bei 20 bis 30 Prozent liegt. Die Zahlen aus unterschiedlichen Studien zu dem Thema schwanken insgesamt aber erheblich. In Studien des Robert Koch-Instituts (RKI) in Hot-Spots hatten 15 bzw. gut 16 Prozent der Infizierten keinerlei Symptome.

    Die Dunkelziffer hängt zudem davon ab, wie viel und wer getestet wird: Werden in einem Ort oder Betrieb alle Menschen regelmäßig getestet oder nur die, die Symptome haben oder reichen die Tests - wie in manchen Ländern schon vorgekommen - selbst dafür nicht? Und: Die Dunkelziffer wird auch dadurch beeinflusst, welche Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung getroffen werden, wie Claudia Santos Hövener vom RKI in der Sendung "Forschung aktuell" erklärte.

    Studien untersuchen Dunkelziffer anhand von Antikörper-Nachweisen

    RKI-Präsident Wieler hatte anfänglich noch erklärt, es gebe keinen Anlass, in Deutschland von einer besonders hohen Dunkelziffer auszugehen, weil hierzulande schon früh mit Tests begonnen worden sei und generell sehr viel getestet werde. Wie für andere Länder rechnen Experten inzwischen aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

    Um die tatsächliche Verbreitung des Coronavirus zu untersuchen, führt das RKI mehrere Studien durch, sowohl bundesweit als auch an besonders betroffenen Orten. Untersucht wurden und werden unter anderem, ob sich im Blut der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachweisen lassen. Damit soll ermittelt werden, wie viele Menschen eine Infektion durchgemacht haben. Das RKI hat demnach in den Hot-Spots Bad Feilnbach und Kupferzell verschiedene Dunkelziffern gemessen: In Bad Feilnbach war die Zahl der tatsächlichen Infektionen 2,6-fach höher, in Kupferzell 3,9-fach. Allerdings wies das RKI darauf hin, dass diese Zahlen aus den Hot-Spots nicht auf ganz Deutschland übertragbar sind.

    Für die sogenannte "Serologische Untersuchung an Blutspendern in Deutschland" liegt seit Ende Juni ein Zwischenergebnis vor. Dort wurden bei 1,3 Prozent der Untersuchten Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachgewiesen. Der Anteil sei gering, weswegen ein Großteil der Bevölkerung weiterhin für eine Infektion empfänglich sei, hieß es. Die Daten sind allerdings nicht für die Allgemeinbevölkerung repräsentativ. Noch bis Ende September werden für die Studie alle 14 Tage jeweils circa 5.000 anonyme Restproben von Blutspenden aus 28 Regionen in ganz Deutschland auf Antikörper untersucht werden.

    Die "Heinsberg-Studie" in der im gleichnamigen Kreis gelegenen nordrhein-westfälischen Gemeinde Gangelt kam zu dem Ergebnis, dass die Dunkelziffer der Coronavirus-Infektionen bundesweit um den Faktor zehn größer sein könnte, als die Zahl der offiziell gemeldeten Fälle. In Gangelt im Kreis Heinsberg hatten sich Mitte Februar auf einer Karnevalssitzung zahlreiche Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Allerdings ist umstritten, wie valide die Ergebnisse der Studie sind. Als Anfang April erste Ergebnisse veröffentlicht wurden, kam bereits Kritik auf. So soll unter anderem nicht klar sein, wie genau die von den Forschenden verwendeten Antikörper-Tests und somit die Ergebnisse sind.

    Nicht jeder Infizierte bildet Antikörper

    Inzwischen ist allerdings bekannt, dass die Zahl der Antikörper bei vielen Menschen zwei bis drei Monate nach der Infektion absinkt beziehungsweise manche Menschen anscheinend keine Antikörper bilden. Bei der Studie in Bad Feilnbach etwa berichtete das RKI, dass bei rund 40 Prozent der Menschen, bei denen zuvor eine Coronainfektion nachgewiesen wurde, keine Antikörper mehr im Blut waren. In Kupferzell war das bei gut 28 Prozent der Fall. Wie die Sendung "Forschung aktuell" berichtet, reagiert der Körper auf das Virus auch mit einer "T-Zell-Antwort", bei der spezialisierte Immunzellen die Viren angreifen. Der Nachweis dieser auch "zelluläre Immunantwort" genannten Reaktion ist deutlich komplizierter als der von Antikörpern im Blut.

    Weitere Studien geben Hinweise auf das Ausmaß der Verbreitung

    Der Ski-Ort Ischgl in Österreich galt als einer der ersten Corona-Hotspots. Eine Antikörper-Studie der Medizinischen Universität Innsbruck hat ergeben, dass etwa 42 Prozent der knapp 1.500 getesteten Bürger Antikörper auf das Coronavirus gebildet haben. Der Anteil der durch die Studie positiv Getesteten liege damit etwa sechs Mal, bei Kindern sogar zehn Mal höher, als die Zahl der zuvor mittels PCR-Verfahren positiv getesteten Personen.

    Zu einem ähnlichen Wert kam eine Untersuchung in Italien. Das Gesundheitsministerium und das Statistikamt veröffentlichten Anfang August eine Studie, nach der knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper gegen das Virus entwickelt haben, also schon einmal infiziert waren. Nach Daten der Johns Hopkins Universität gab es zu diesem Zeitpunkt knapp 250.000 nachgewiesene Fälle in Italien. Demnach wären rund 2,5 Prozent der italienischen Bevölkerung schon einmal mit dem Coronavirus infiziert gewesen - rund sechs Mal so viele wie bisher bekannt.

    Modellrechnungen zur Dunkelziffer zu Beginn der Pandemie

    Das Max-Planck-Institut (MPI) für demografische Forschung geht davon aus, dass es zu Beginn der Pandemie in den zehn am meisten betroffenen Ländern im Schnitt vier mal so viele Infizierte wie bestätigte Fälle gab. Die Ergebnisse einer demographischen Modellrechnung, die im Juni veröffentlich wurden, beziehen sich auf Fall-Zahlen aus dem Frühjahr. Demnach lag die Zahl der Infizierten laut MPI in Deutschland rund 1,8 Mal höher als die bestätigte Zahl. In Italien hätten sich gemäß dieser Rechnung sechs Mal so viele Menschen angesteckt wie offiziell gemeldet wurde, erklärt das MPI. Bezogen auf die Vereinigten Staaten gingen die Forschenden aus Helsinki und Rostock von mehr als doppelt so vielen Infizierten wie gemeldeten Fällen aus.

    Eine Modellrechnung ist ebenso die Grundlage für eine Dunkelzifferstudie, die ein chinesisches Forscherteam der "Huazhong University of Science and Technology" in Wuhan in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht hat. Sie haben die Ausbreitungsdynamik des Coronavirus im Zeitraum Januar bis März rekonstruiert, während dem die Pandemie in der chinesischen Stadt begonnen hatte. Die Forscher schätzen, dass möglicherweise bis zu 87 Prozent der Infektionen nicht festgestellt worden sind - asymptomatische und milde Verläufe eingeschlossen. 

    Forscherinnen und Forscher der Columbia University kamen schon früher auf eine ähnlich hohe Dunkelziffer. Die Daten für ihre Berechnungen stammten ebenso aus der frühen Phase der Pandemie in China, als es noch keine Kontaktbeschränkungen gab. Die im Fachmagazin "Science" veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass zu diesem Zeitpunkt etwa 86 Prozent der Fälle unentdeckt blieben.

    (Stand 02.09.)

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    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
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  • Covid-19Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektions-Zahl so hoch ist

    In Deutschland nehmen die registrierten Corona-Neuinfektionen seit einigen Wochen wieder zu. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus sterben, wie auch anderen europäischen Ländern deutlich geringer als zu Beginn der Pandemie. Experten haben dafür verschiedene Erklärungen. Ein Überblick.

    Statistiken des Robert Koch-Instituts und aus den Bundesländern zeigen: Viele Menschen bringen das Virus aus dem Urlaub mit. Trotzdem sind einige der Ansicht, dass der Anstieg der Neuinfektionen mit vermehrten Tests zu tun hat. Fakt ist, dass die Gesamtzahl der Tests kontinuierlich steigt. Seit Monaten werden die Kapazitäten ausgebaut. Dem Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten Labore seit Ende Juni jede Woche eine Test-Zahl von mehr als 500.000, Ende August waren es sogar mehr als 1,1 Millionen in einer Woche. Zum Vergleich: In der Woche zwischen 27. April und 3. Mai waren es rund 327.000 Tests.

    Mehr Tests heißt nicht gleich mehr Neuinfektionen

    Das Science Media Center (SMC) hat in einer Auswertung der RKI-Daten untersucht, wie sich die Zahl der Corona-Nachweise im Verhältnis zur Gesamtzahl der Tests entwickelt hat. Demnach war zum Beispiel zwischen Anfang April und Mitte Juni die Zahl gemeldeter Coronafälle Woche für Woche gesunken, während die Zahl der durchgeführten Tests zuweilen stieg - oder auch sank.

    In jüngster Zeit hat sich die Zahl der Tests teilweise nur leicht erhöht, während die gemeldeten Positiv-Ergebnisse höhere Wachstumsraten verzeichneten. Ein Beispiel: In der Woche zwischen 6. und 12. Juli waren unter gut 510.000 Tests knapp 3.000 Positiv-Befunde. Vier Wochen später (3. bis 7. August) wurden 672.000 Resultate übermittelt, davon etwa 6.900 positive. Während also die Anzahl der Tests um knapp 32 Prozent anstieg, sprang die Zahl der Corona-Fälle um 131 Prozent.

    Das RKI hält sich allerdings zurück, diese beiden Angaben aus unterschiedlichen Datenquellen miteinander ins Verhältnis zu setzen. Während festgestellte Corona-Infektionen verpflichtend übermittelt werden müssten, sei die Zahl der durchgeführten Tests eine freiwillige Angabe der Labore. Diese Zahl schwanke, es gebe Nachmeldungen.

    Zweite Welle an Corona-Neuinfektionen in ganz Europa

    Die Zahl der Corona-Neuinfektionen war europaweit bis Juli rückläufig, seitdem nimmt sie wieder stetig zu. Besonders besorgniserregend sind die Anstiege aus deutscher Sicht in europäischen Reiseländern wie Spanien und Frankreich. Lesen Sie hier, wie es um eine zweite Welle der Corona-Infektionen steht.

    Nicht in demselben Maße wachsen allerdings die Zahlen schwerer Erkrankungen und Todesfälle. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden vor allem Personen untersucht, deren Krankheitszeichen auf eine mögliche Covid-19-Diagnose hindeuteten. Aktuell werden im Verhältnis mehr Personen im arbeitsfähigen Alter getestet - etwa Reisende oder Lehrer.

    Vor allem junge Menschen infizieren sich

    Der Virologe Christian Drosten sieht auch einen Grund in der Altersstruktur. Im April lag das Durchschnittsalter der vom RKI erfassten Infizierten bei 50 Jahren, aktuell bei 34 Jahren. Bei jüngeren Menschen treten schwere Verläufe seltener auf als bei älteren. Alte Menschen blieben jetzt eher zu Hause, solche Veränderungen im Verhalten seien mit entscheidend für die niedrigere Todesrate, sagte Drosten im Wissenschaftspodcast "This Week in Virology". Familien würden es zum Beispiel mehr vermeiden, die Großeltern zu besuchen.

    Generell gilt: Es gibt wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer an Infizierten und Genesenen. Das liegt unter anderem daran, dass sehr viele Infektionen mild verlaufen. Die Epidemiologin Nicola Low von der Universität Bern geht etwa davon aus, dass der Anteil der Corona-Infizierten, die keine Symptome haben, bei 20 bis 30 Prozent liegt. Die Zahlen aus unterschiedlichen Studien zu dem Thema schwanken insgesamt aber erheblich. Laut RKI liegt die Zahl der asymptomatisch Erkrankten bei etwa 35 Prozent.

    In Spanien ist die Situation noch extremer. Das beliebte Urlaubsland verzeichnet derzeit höhere Corona-Neuinfektionen als zu Beginn der Pandemie, zuletzt waren es über 10.000 Neuinfizierte am Tag. Im täglichen Corona-Bericht des Gesundheitsministeriums wird auch der Anteil der Infizierten erfasst, die Corona-Symptome zeigen: In Madrid (31.146 Neuinfizierte in den letzten 14 Tagen) hatte nur jeder zehnte Infizierte Corona-Symptome (3.152).

    (Stand: 04.09.2020)

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    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
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  • Covid-19So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus

    Als wirksamstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gilt ein Impfstoff. Weltweit wird daran geforscht, auch von deutschen Firmen. Welche Perspektiven gibt es? Ein Überblick zum Stand der Forschung.

    Weltweit laufen mehrere Tests zu potenziellen Impfstoffen gegen das Coronavirus. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO befinden sich gegenwärtig 38 Projekte in der klinischen Entwicklung.

    Wer soll zuerst geimpft werden?

    Die internationale Initiative "Covax" will einen fairen weltweiten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen ermöglichen. Sie wird federführend von der Weltgesundheitsorganisation WHO und den Impfallianzen "Gavi" und "Cepi" getragen. Sobald ein Impfstoff sich als effektiv und sicher herausgestellt hat, sollen bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen hergestellt werden.

    Ziel ist, dass weltweit Pflegekräfte und durch Alter oder Vorerkrankung besonders gefährdete Menschen geschützt werden. Es gibt auch Länder, die sich nicht an der Initiative beteiligen. So erklärte die US-Regierung Anfang September, die USA ließen sich nicht durch multilaterale Projekte einschränken, die unter dem Einfluss der Weltgesundheitsorganisation und Chinas stünden.

    Wie eine optimale Impfstoffverteilung aussehen könnte, modellierten vier US-amerikanische Wissenschaftlerinnen. Demnach werde entscheidend sein, wie viele Menschen überhaupt geimpft werden könnten und wie wirksam die Impfstoffe seien, die es möglicherweise bald geben werde.

    Bei einer geringeren Wirksamkeit des Impfstoffes sei es optimal, zunächst ältere Altersgruppen zu impfen, um die Anzahl der Todesfälle zu minimieren. Im Gegensatz dazu sollten bei einer höheren Wirksamkeit des Impfstoffs zuerst jüngere Altersgruppen geimpft werden, da diese eher zu Verbreitung des Virus beitragen. Auf diese Weise könne man die Pandemie generell eindämmen, indem man die neuen Infektionszahlen möglichst gering hält.

    Forschende aus Deutschland sehen die Studienergebnisse kritisch. Die Vorstellung, dass zum Zeitpunkt der Einführung eines neuen Impfstoffs alle Isolations-Maßnahmen gelockert seien – bei nur 20 Prozent Herdenimmunität – simplifiziere zwar das Modell, sei aber nicht ganz realistisch. Zudem sei die Studie eine Berechnung für die USA und nicht auf andere Länder übertragbar, weil die Infektionslage überall anders sei.

    Interessant sei jedoch die Berechnung, ab wann ein Impfstoff wirklich helfen würde. Die Wirksamkeit müsste eben nicht unbedingt bei 100 Prozent liegen. Ein Impfstoff könnte schon viel bringen, wenn die Wirksamkeit bei mehr als 50 Prozent liege, sodass das Gesundheitssystem nicht mehr überlastet wäre. Wenn die Wirksamkeit bei 70 Prozent liege, könnte die Pandemie nach den Rechnungen der US-Wissenschaftlerinnen völlig eingedämmt werden.

    Während dessen bereitet sich das Kinderhilfswerk Unicef auf die bisher größte Impfkampagne seiner Geschichte vor. In einer in New York veröffentlichten Mitteilung heißt es, Unicef werde 92 armen Ländern beim Kauf und bei der Verteilung helfen. Außerdem werde man Erwerb und Verteilung eines Impfstoffs für 80 wohlhabende Länder koordinieren. Ziel ist es den Angaben zufolge, dass alle Staaten gleichermaßen schnell und sicher beliefert werden. Unicef arbeitet dabei mit der Weltgesundheitsorganisation zusammen.

    Wie wird ein Impfstoff bis zur Zulassung getestet?

    Über 150 mögliche Impfstoffe sind in der Entwicklung, mindestens 34 werden bereits an Menschen getestet. Ein Impfstoff durchläuft bis zur Zulassung mehrere Phasen. In Phase I geht es noch nicht um die Wirksamkeit eines Präparats, sondern um dessen Sicherheit. Tests erfolgen an einer kleinen Gruppe unter 100 Personen. In Phase II wird der Stoff an bis zu 1.000 Menschen getestet und sichergestellt, dass der Körper einen Schutz gegen das Virus entwickelt. In Phase III wird der Stoff mehreren Tausend Freiwilligen verabreicht. Es geht unter anderem um die Bestätigung der Dosierung sowie um Wechsel- und Nebenwirkungen.

    Mehrere Studien haben bereits die dritte und letzte Phase vor der Zulassung erreicht.

    Wo stehen Studien für einen Covid-19-Impfstoff?

    Russland hat als erstes Land der Welt einen Impfstoff gegen das Corona-Virus zugelassen. Er wurde vom Moskauer Gamaleja-Institut entwickelt und noch vor Abschluss der Phase III registriert. Derzeit lassen sich deshalb weder die Wirksamkeit noch die Nebenwirkungen fundiert beurteilen. Präsident Putin erklärte am 11. August, der Impfstoff sei sicher. Man habe alle notwendigen Tests durchgeführt. Dem widersprachen russische Forscher. In der Fachzeitschrift "The Lancet" schrieben sie, vorläufige Ergebnisse zeigten, dass der Impfstoff zwar verträglich sei und eine Immunantwort hervorrufe, allerdings seien noch umfangreichere Studien und eine langfristige Überwachung notwendig.

    Im September soll die Massenproduktion des Mittels beginnen, anschließend sollen freiwillige Impfungen starten. Kritik am Vorgehen Russlands kam unter anderem aus den USA und aus Deutschland. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) bewertete die Zulassung im Deutschlandfunk als gefährlich. Russland habe das Mittel - nach allem was man wisse - nicht ausreichend erprobt. Das könne schiefgehen und die Akzeptanz des Impfens schmälern.

    Deutschland unterstützt die Impfstoffentwicklung in Deutschland mit 750 Millionen Euro. Sowohl Spahn als auch Forschungsministerin Karliczek betonten, dass es bei der Entwicklung keine "riskanten Abkürzungen" geben werde. Absolute Priorität habe die Sicherheit. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte Karliczek.

    In Deutschland hat das Tübinger Unternehmen Curevac für eine Studie in der klinischen Phase grünes Licht bekommen. Das heißt: Der entwickelte Wirkstoff wird an Menschen erprobt. Ergebnisse erwartet das Unternehmen Ende des Jahres. Bis Mitte nächsten Jahres soll der Impfstoff marktreif sein, wenn die Studien erfolgreich sind.

    Auch ein Wirkstoff aus Neuss in Nordrhein-Westfalen ist zu Tests am Menschen zugelassen: Das Pharmaunternehmen Janssen darf einen möglichen Impfstoff in Deutschland in einem Phase-II-Test am Menschen prüfen. Bei dem Impfstoffkandidaten handele es sich um einen Vektor-Impfstoff, bei dem ein abgeschwächtes Virus genutzt werde, damit der Körper eine Immunantwort auf das Virus Sars-CoV-2 produziere, erklärte das Paul-Ehrlich-Institut.

    Mögliche Vakzine der Unternehmen AstraZeneca, Sanofi, Moderna und BioNTech durchlaufen nach deren Angaben bereits die wichtige Testphase III, in der überprüft wird, ob das Mittel nicht nur verträglich, sondern auch tatsächlich wirksam ist.

    Beim Impfstoff des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca, der mit der Universität Oxford zusammenarbeitet wurde der Test allerdings vorrübergehend unterbrochen, nachdem bei einem Studienteilnehmer aus Großbritannien gesundheitliche Probleme aufgetreten waren. Inzwischen wurden die Tests wieder aufgenommen. Der Wirkstoff hatte zuvor bei 1.000 Probanden schon positive Ergebnisse gezeigt. Er gehört zu den am weitesten fortgeschrittenen Impfstoff-Kandidaten.

    30.000 Menschen nehmen an Studie teil

    In den Vereinigten Staaten ist eine der größten Impfstoff-Studien in die dritte Phase eingetreten. Das US-Unternehmen Moderna testet sein Präparat in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Institut für Infektionskrankheiten an 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie wissen jeweils nicht, ob sie den Impfstoff oder ein Placebo erhalten. Getestet wird in 30 Bundesstaaten, darunter Texas, Kalifornien und Florida. Erste Ergebnisse sollen im November vorliegen. US-Präsident Trump hatte zuletzt allerdings auch schon die Zulassung eines Impfstoffes im Oktober in Aussicht gestellt.

    Auch das deutsche Pharmaunternehmen Biontech und sein US-amerikanischer Partner Pfizer haben die Erlaubnis für den Start einer Phase 2/3 Studie mit rund 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter von 18 bis 85 Jahren erhalten. Die Untersuchung läuft in den Vereinigten Staaten und seit September auch in Deutschland an. Bald sollen weltweit rund 120 Studienzentren eingeschlossen werden, unter anderem in Argentinien und Brasilien. Bei Erfolg der Studie wollen Pfizer und Biontech nach eigenen Angaben bereits im Oktober 2020 das Zulassungsverfahren beantragen und im Falle einer Genehmigung bis Ende des Jahres bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen herstellen.

    Der chinesische Pharmakonzern Sinovac ist in Brasilien ebenso in die entscheidende Phase III gestartet. In der Metropole São Paulo sollen 9.000 Angestellte aus dem Gesundheitssektor den Impfstoff erhalten.

    Zudem gibt es Berichte über Spionageversuche. So sollen nach einem Bericht der "New York Times", China und Russland ihre Bemühungen ausgeweitet, amerikanische Forschungsergebnisse von Instituten und Unternehmen zu stehlen.

    "Human Challenge" als umstrittene Methode

    In London sollen einem Medienbericht zufolge Menschen für Impfstoff-Tests absichtlich mit dem Coronavirus infiziert werden. Diese "Human Challenge Trials" können auf der Suche nach einem Impfstoff zwar schneller zum Ziel führen; sie sind wegen möglicher Gesundheitsgefahren für die Probanden aber umstritten.

    Bei den "Human Challenge Trials" werden gesunde, erwachsene Freiwillige unter kontrollierten Quarantäne-Bedingungen dem Coronavirus ausgesetzt, nachdem sie einige Wochen zuvor einen Impfstoff-Kandidaten verabreicht bekommen haben. Das meldet die "Financial Times" unter Berufung auf Projektbeteiligte. Ein Sprecher der britischen Regierung bestätigte die Tests. Man arbeite mit Partnern zusammen, um die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen.

    "Human Challenge"-Tests haben den Vorteil, dass die Wirksamkeit eines Impfstoffs unmittelbar festgestellt werden kann. Im Gegensatz dazu sieht das übliche Verfahren vor, oft Zehntausende Menschen zu impfen und dann festzustellen, ob sich weniger Menschen auf natürliche Weise infizieren als in einer ungeimpften Kontrollgruppe. "Human Challenge"-Tests sind in der Wissenschaft allerdings umstritten. Einige Forschende betonen den großen Nutzen, den solche Studien für eine ganze Gesellschaft haben könnten. Andere äußern ethische Bedenken und verweisen auf enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion mit einem in vieler Hinsicht noch unerforschten Erreger wie Sars-CoV-2 haben könnte.

    Deutschland und EU-Länder sichern sich Impfdosen

    Eine Allianz aus Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden hat einen Vorvertrag mit AstraZeneca geschlossen. Er sichert diesen Staaten 400 Millionen Impfdosen, wenn ein Produkt zur Marktreife gelangt. Bundesgesundheitsminister Spahn betonte, es sollten alle EU-Mitgliedsstaaten profitieren. Die Impfdosen würden relativ zur Bevölkerungsgröße aufgeteilt. Ähnliche Vereinbarungen hat AstraZeneca etwa mit den USA und Großbritannien geschlossen. Verhandelt werde auch mit Japan, Russland, Brasilien und China, heißt es von Unternehmensseite.

    Impfstoff-Entwicklung ist langwierig - und riskant

    Normalerweise dauert es viele Jahre, bis ein Impfstoff gegen einen Krankheitserreger gefunden ist - und der Prozess kann in jeder Phase scheitern. Im Fall von Sars-CoV-2 hatten die Forschenden Glück: Die Sequenz des Viren-Erbguts - in diesem Fall einzelsträngige RNA - war schnell bekannt - und damit auch eine nahe Verwandtschaft mit den Coronaviren, die SARS und MERS verursachen. Von Impfstoffen gegen diese Viren wusste man, dass es für eine gute Wirkung vor allem auf das Protein ankommt, das dem Virus sein typisches Aussehen mit den hervorstehenden "Zacken" auf der Virushülle verleiht. Die meisten Projekte, die an einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 forschen, haben das bei ihren Studien berücksichtigt. Warum es so lange dauert, einen Impfstoff zu entwickeln, haben die Kollegen von "Forschung aktuell" hier erklärt.

    Massenproduktion ist die nächste Hürde

    Sollte die Entwicklung eines Impfstoffs gelingen, wartet die nächste Herausforderung: die massenhafte Produktion. Die Hamburger Virologin Marylyn Addo sagte dazu im Deutschlandfunk, momentan stünden in der Welt nicht genug Herstellungskapazitäten zur Verfügung. Daher werde es in den kommenden Monaten zu einem Ressourcenkampf kommen: "Es ist wichtig, dass man sich damit beschäftigt und dass man versucht, eine faire Verteilung der Herstellungskapazitäten, aber auch später eine faire Verteilung des Impfstoffs zu gewährleisten."

    Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) nennt deshalb das Ziel, für möglichst viele Impfstoffe eine Zulassung zu erreichen und sicherzustellen, dass diese Präparate unter Nutzung vieler Produktionsanlagen hergestellt werden können. Demnach haben mehrere potenzielle Hersteller, darunter AstraZeneca, angekündigt, ihre Impfstoffe für die Dauer der Pandemie zu Herstellerkosten zu liefern. Diese lägen bei rund 2,50 Euro pro Dosis, hieß es.

    (Stand 25.09.2020)

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    Zahlen und Daten

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    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß

    In den vergangenen Tagen wurde mehrfach über einzelne Personen berichtet, die sich zum zweiten Mal mit dem neuen Coronavirus infiziert haben. Was sagt das über Immunität und die Impfstoffsuche aus?

    Was ist über Reinfektionen mit dem Coronavirus bekannt?

    Seit das neue Coronavirus in der Welt kursiert, wird darüber gerätselt, ob und wann jemand nach einer Coronainfektion erneut an Covid-19 erkranken kann - eine wichtige Frage auch mit Blick auf die Anforderungen an Impfstoffe. Schon im Frühjahr wurden einige Fälle bekannt, bei denen das Coronavirus nach einem negativen Test einige Wochen später erneut nachgewiesen werden konnte. Forschende gehen in diesen Fällen von verschiedenen Szenarien aus: Das Virus könnte im Körper geblieben und die Erkrankung später neu aufgeflammt sein - oder aber die Tests waren irreführend, da totes Virenmaterial nachgewiesen worden sein könnte.

    Nun gab es Meldungen von einigen Patienten - etwa in Belgien, den Niederlanden, den USA, Ecuador und Hongkong -, die sich Wochen bis Monate nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 erneut mit dem Virus angesteckt haben. Dabei handelt es sich recht sicher um Reinfektionen: Denn wie etwa die Virologin und Beraterin der niederländischen Regierung, Marion Koopmans, mitteilte, unterscheidet sich bei der niederländischen Patientin der genetische Code - eine Art Fingerabdruck des Virus - bei der zweiten Infektion deutlich von der ersten. Das spreche gegen ein Wiederaufflammen der ersten Infektion, sagte sie im niederländischen Radio.

    Auch bei der neu erkrankten Patientin aus Belgien wurde ein anderer genetischer Fingerabdruck gefunden. Sie war drei Monate nach der ersten Infektion erneut erkrankt. Kurz zuvor berichtete die University of Hong Kong über einen Mann, der sich nach viereinhalb Monaten erneut infiziert hatte - auch bei ihm wurden andere Virussequenzen gefunden als bei der Erstinfektion. Ebenso war es bei einem Mann im US-Bundesstaat Nevada und einem Ecuadorianer, wie Forschende aus beiden Ländern mitteilten.

    Wie verläuft eine Reinfektion?

    Dazu gibt es bisher keine Forschungsergebnisse, da erst diese drei Fälle von Reinfektionen sicher dokumentiert sind. Im Fall des Mannes aus Hongkong ist bekannt, dass er nach Angaben der Universität bei der zweiten Infektion keine Symptome gezeigt hat. Im Fall der Patientin in Belgien spricht der Virologe Marc Van Ranst von milden Symptomen. In den Niederlanden geht es um einen älteren Patienten mit einem schwachen Immunsystem, Einzelheiten zu seinem Krankheitsverlauf sind nicht bekannt. Es könne sein, dass der Verlauf bei einer zweiten Infektion zumindest leichter ist - oder dass man nicht mehr ansteckend ist, vermutet etwa Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

    Dagegen sprechen derzeit die Einzelfälle aus den USA und Ecuador. Der 25-Jährige US-Amerikaner war zunächst Mitte April nach milderen Erkältungssymptomen und Durchfall positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Ende Mai wurde er dann erneut positiv getestet - dieses Mal mit Fieber, Kopfweh und Husten, auch musste er zeitweise beatmet werden. Der Mann aus Ecuador hatte bei seiner ersten Infektion im Mai nur milde Symptome, im August zeigte die Erkrankung einen mittelschweren Verlauf.

    Wie lange ist man nach einer Coronainfektion immun?

    Diese Frage ist weitgehend ungeklärt. Forschende gehen zumindest davon aus, dass wie bei ähnlichen viralen Infektionen in den meisten Fällen zumindest eine einige Monate währende Immunität besteht. Möglich ist auch, dass sich die Dauer der Immunität von Mensch zu Mensch unterscheidet, wie es vom Robert Koch-Institut heißt. Angesichts Millionen Infizierter weltweit geht die Weltgesundheitsorganisation derzeit davon aus, dass es sich bei den Reinfektionen nach wenigen Monaten eher um Einzelfälle handelt.

    Bei dem neuen Coronavirus haben verschiedene Messungen bisher gezeigt: Die Menge der Antikörper im Blut sinkt meist nach zwei bis drei Monaten nach einer Infektion wieder ab. Ob damit auch die Immunität geringer wird, ist jedoch unklar. Bei einigen nachweislich Infizierten werden zudem gar keine Antikörper gefunden, wie aktuell wieder eine Studie des Universitätsklinikums Jena zeigt: Im ehemaligen Corona-Quarantäneort Neustadt am Rennsteig ließen sich demnach bei rund der Hälfte der Infizierten keine Antikörper gegen den Erreger nachweisen. Auch eine Studie des Lübecker Gesundheitsamts war zu dem Schluss gekommen, dass nur 70 Prozent der Infizierten Antikörper gebildet hatten, 30 Prozent hingegen nicht. Die Forschenden in Neustadt hatten bei 49 Infizierten mit sechs verschiedenen Tests nach Antikörpern gesucht. Nun soll bei den Studienteilnehmern, die trotz Infektion keine Antikörper gebildet haben, noch nach anderen Abwehrzellen im Organismus gesucht werden.

    Denn: Wenige oder keine Antikörper im Blut bedeuten nicht zwangsläufig, dass jemand keine Abwehr mehr gegen das Coronavirus hat. Denn neben den Antikörpern, die eine Infektion akut bekämpfen, gibt es weitere Immunreaktionen. So erinnern sich sogenannte T-Gedächtniszellen oft auch noch Jahre später an eine bestimmte Infektion und können die Immunreaktion gegen den bereits bekannten Erreger schnell wieder ankurbeln, wie unsere Forschungsredaktion erklärt. Im Gegensatz zu den spezifischen Antikörpern nimmt die Menge dieser T-Gedächtniszellen demnach über Jahre kaum ab.

    Test auf diese Immunzellen sind allerdings deutlich aufwendiger als Antikörpertests, wie Gerard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung im Deutschlandfunk sagte. Forscher des Karolinska Instituts in Stockholm haben in einer kleinen Studie die Blutproben von 2.000 Menschen in der schwedischen Hauptstadt auch nach Hinweisen auf eine T-Zell Immunität gegen Sars-Cov-2 getestet. Dabei haben sie gesehen, dass manche Personen zwar keine Antikörper hatten, aber dennoch eine T-Zell-Immunität aufwiesen - vor allem Menschen, die nur sehr milde oder kaum nachweisbare Symptome gezeigt hatten. Der tatsächliche Prozentsatz an Personen, die bereits eine Coronainfektion durchgemacht haben und wohl vorerst immun sind, könnte also höher liegen, als Antikörper-Studien nahelegen. Das wurde bei entsprechenden Studien zuletzt auch kommuniziert.

    Was bedeutet das für die Impfstoffentwicklung?

    Wenn bei Impfstudien von einer Immunreaktion die Rede ist, bezieht sich das laut unserer Forschungsredaktion auf die Antikörperproduktion. Unklar ist, ab welcher Menge eine Immunität erreicht ist und wie lange diese anhält. Zudem ist bisher nur bei dem Impfstoffkandidaten der Universität Oxford klar, dass durch die Impfung auch passende T-Gedächtniszellen gebildet werden - das wäre aber für eine langfristige Immunität durchaus relevant. Informationen zum Stand der Impfstoffforschung hat die DLF-Redaktion Forschung Aktuell hier zusammengestellt.

    Was bringt eine Plasmabehandlung mit Antikörpern?

    In den USA wurde nun die Behandlung von Covid-19-Erkankten mit Plasma von bereits genesenen Patienten per Notfallgenehmigung erlaubt. In dem Blutplasma finden sich Antikörper, die Erkrankten helfen sollen - ein Verfahren, dass schon seit über einem Jahrhundert praktiziert wird. Bisher gibt es in Bezug auf Covid-19 Hinweise, dass schwer kranke Patienten durch die Gabe von Plasma mit Antikörpern etwas häufiger überleben als ohne. Eindeutig sind die Ergebnisse nicht, denn die Patienten bekamen neben dem Plasma meist auch andere Medikamente. Auch eine offizielle Zulassung der Behandlung steht in den USA deshalb noch aus. Kritiker werfen US-Präsident Trump vor, die Notfallgenehmigung vor allem wegen des Präsidentschaftswahlkampfes auf den Weg gebracht zu haben.

    Weitere Informationen zur Immunität gegen das neue Coronavirus hat DLF-Wissenschaftskorrespondent Volkart Wildermuth hier zusammengestellt.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
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    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
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    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

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    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
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  • Covid-19Coronavirus: Was man zu Schutzmasken wissen sollte

    Zum Thema Mundschutz und Atemschutzmasken kursieren viele Informationen. Welche Arten von Schutzmasken es gibt, wie sie wirken und wen sie schützen, beantworten wir hier.

    Wie sinnvoll ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes?

    Mit Blick auf die kühleren Monate plädieren die Präsidenten von vier großen deutschen Forschungsorganisationen am 24. September für konsequentes Masken-Tragen in Innenräumen. Die Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft schrieben in einer gemeinsamen Stellungnahme, ein wesentlicher saisonaler Faktor werde in der kalten Jahreszeit der Aufenthalt in geschlossenen Räumen sein. Dem könne durch ein konsequentes Tragen von Masken entgegengewirkt werden, hieß es.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zur Eindämmung von Infektionen das Tragen von Schutzmasken generell dort, wo Abstand halten nur schwer möglich ist. Menschen, die über 60 Jahre alt seien oder Vorerkrankungen hätten, sollten eine medizinische Maske nutzen.

    Der Meinungs-Umschwung

    Wichtige Organisationen, wie die WHO und das RKI waren im Frühjahr skeptisch, und entschieden sich gegen die Empfehlung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, lehnte im April eine Maskenpflicht sogar für gefährlich: Im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut. Schneller könne man sich kaum infizieren, warnte Montgomery. Auch die Politik zögerte, eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen einzuführen. Der Grund war unter anderem, dass der Vorrat an medizinischen Schutzmasken so knapp war, dass selbst das Fachpersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unterversorgt war.

    Die WHO hatte ihren Standpunkt zum Tragen von Masken Anfang Juni geändert. Auf der Webseite des RKI heißt seit Mitte März, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes könne helfen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen, wenn man öffentliche Räume betrete, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könne. Das RKI weist eindringlich darauf hin, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf keinen Fall dazu führen dürfe, Abstandsregeln zu missachten oder Husten- und Niesregeln und die Händehygiene nicht mehr einzuhalten.

    Und Weltärztepräsident Montgomery sagte Anfang August im Deutschlandfunk: "Ich habe hier auch einen Irrtum selber, einen wissenschaftlichen Irrtum in der Vergangenheit begangen, indem ich gesagt habe, Masken sind Unsinn. Wir wissen heute wissenschaftlich, dass Masken jeder Form von einfachem Schutz hilft, zwar nicht zu 100 Prozent, aber doch eine ganze Menge hilft." Wenn es weiterhin Menschen gebe, die bei steigenden Infektionszahlen "so unvernünftig sind, oft ja auch gezielt und bewusst ohne Maske und dann auch noch teilweise sich über die lustig machen, die eine Maske tragen, wenn Leute das bewusst machen, dann muss man ihnen auch mit den Mitteln unseres Staates ein bisschen besseres Benehmen beibringen. Da finde ich 150 Euro Bußgeld durchaus für angebracht nach der heutigen Wissenslage."

    Liefer-Engpässe längst beseitigt

    Die ursprünglichen Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken konnten beseitigt werden. Bei mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen seien die Lager voll, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums Mitte Juni. Gesundheitsminister Spahn hat mit deutschen Unternehmen Vereinbarungen für die Produktion medizinischer Schutzmasken getroffen. Zudem gibt es mittlerweile im Einzelhandel eine reiche Auswahl an sogenannten Alltagsmasken zu kaufen. Und viele haben das Nähen und Basteln für sich entdeckt und eigene Masken erstellt.

    Hat das Zögern die Ausbreitung unterstützt?

    Forschende sind nach einem Bericht von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" der Ansicht, dass eine früh angeordnete Maskenpflicht die Ansteckungsrate in Europa reduziert hätte. Klaus-Dieter Zastrow, Professor für Hygiene an der THM Gießen sagte, es sei "ein Skandal, dass sich WHO und RKI dagegen gestellt hätten."

    Welche Masken unterscheidet man?

    Fällt das Stichwort "Atemschutzmaske" ist nicht immer klar, um welche Masken es genau geht: Der einfache Mund-Nasen-Schutz schützt vor allem andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, weniger den Träger selbst. Man nennt sie auch "Alltagsmasken".

    In Krankenhäusern werden verschiedene Maskentypen benutzt, wie ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft erklärt: einfache OP-Masken aus Vlies, die Patienten bei einer Operation vor dem Speichel von Medizinern und Pflegepersonal schützen sollen, sowie Schutzmasken der Standards FFP2 und FFP3 (Filtering Face Pieces). Diese bestehen aus festerem Material und können ein Atemventil haben. Das Coronavirus sei recht klein, erklärt der Sprecher, nur die FFP-Masken seien so gebaut, dass es nicht durchkomme.

    Allerdings: Masken ohne Ventil filtern laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz. Masken mit Ventil filtern demnach nur die eingeatmete Luft und sind daher nicht für den Fremdschutz ausgelegt.

    Was sagt die Forschung zur Wirksamkeit verschiedener Masken?

    Nicht jede Form von Corona-Masken hält beim Ausatmen oder Sprechen mit Viren belastete Tröpfchen gleich wirksam zurück. Während etwa chirurgische Masken äußerst effektiv sind, erhöhen andere Schutzformen sogar den Ausstoß von ausgestoßenen Tröpfchen. Das Wissenschaftsmagazin "Science Advances" hat im August einen wissenschaftlichen Vergleich von 14 verschiedenen Maskentypen veröffentlicht. Der Co-Autor der Studie, Eric Westman, erklärt, die Vorstellung, dass alles besser sei als nichts, habe sich nicht bewahrheitet.

    Für den Vergleich nutzten die Forschenden der Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina eine einfache Testmethode. Sie ließen ihre Versuchspersonen in einem dunklen Raum fünfmal hintereinander mit unterschiedlichen Masken und ohne Mundschutz die Worte "Stay healthy, people" (Bleibt gesund, Leute) in einen erweiterten Laserstrahl sprechen und dies von einer Smartphone-Kamera aufnehmen. Ein Computer-Algorithmus zählte anschließend die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen.

    Am besten schnitten die in den USA für das Krankenhauspersonal reservierten Atemschutzmasken vom Typ N95 (FFP2-Masken in Europa) ab. Die ausgestoßenen Aerosole wurden auf weniger als 0,1 Prozent der Menge ohne Maske reduziert. Chirurgische Masken fingen demnach mehr als 90 Prozent ab. Selbstgenähte Baumwollmasken filterten je nach Zahl ihrer Stofflagen und Falten immer noch zwischen 70 und 90 Prozent der Tröpfchen. Dagegen ließen Halstücher rund die Hälfte der Tröpfchen durch. Am schlechtesten schloss ein Schlauchschal aus Polarfleece ab. Dieser erhöhte nach Angaben der Forschenden sogar die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen - möglicherweise, weil das Gewebe die größeren Tröpfchen in kleinere zerlegte.

    N95-Masken mit Ausatmungsventil schützten bei dem Test weniger als die N95-Masken ohne Ventil - sie waren in etwa mit simplen Baumwollmasken zu vergleichen. Diese Masken werden als "erträglicher" beworben, doch Gesundheitsbehörden und -experten raten von ihnen ab, da sie zwar ihren Träger schützen, dafür jedoch dessen kontaminierte Atemluft leichter abgeben als die anderen Masken.

    Was muss ich generell beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beachten?

    Ein Mundschutz kann - wie nicht zuletzt die oben genannte Studie zeigt - die Ansteckung anderer nicht vollständig verhindern. Er verringert jedoch die Gefahr, da infektiöse Tröpfchen beim Husten oder Niesen abgefangen werden. Dafür ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz möglichst fest sitzt und gewechselt wird, wenn er feucht geworden ist.

    Anschließend sollte er bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Ein gängiges Vollwaschmittel reicht dafür aus. Die Alltagsmasken lassen sich auch im Backofen desinfizieren: 30 Minuten bei 70 Grad reichen nach Angaben des Virologen Christian Drosten aus. Eine weitere Methode ist das heiße Bügeln. Dies muss allerdings sorgfältig geschehen, und die Falten müssen lange erhitzt werden. Einfacher ist die Desinfektion in der Mikrowelle. Dafür darf der Mund-Nasen-Schutz aber keine Metallteile enthalten. Die Maske sollte mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäße mit Wasser gelegt werden. Dann wird sie zwei Minuten lang bei 750 Watt erhitzt. Der entstehende Wasserdampf tötet Viren ab.

    Ausführliche Hinweise zum richtigen Tragen des Mund-Nasen-Schutzes liefert die Webseite "Maske zeigen".

    Hypothese: Masken könnten Immunisierung unterstützen

    Forschende aus den USA argumentieren, das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit könne zur Immunisierung der Bevölkerung gegen das Coronavirus beitragen. Die Maske könne nicht alle Atemlufttröpfchen oder Aerosole abhalten, deshalb könnten Menschen im Umfeld einer infizierten Person damit in Berührung kommen. Allerdings sei dabei die Menge an Viruspartikeln so gering, dass bei gesunden Menschen nur eine schwache oder sogar symptomfreie Infektion ausgelöste werde – die aber dennoch eine Immunisierung bewirken könne.

    Wie lange halten FFP-Masken?

    Die FFP-Masken für medizinisches Personal werden normalerweise beim Kontakt mit infizierten Patienten sowie bei Verdachtsfällen getragen. Die Trageempfehlung ist etwa zwei Stunden, spätestens dann sollen sie abgelegt oder gewechselt werden.

    (Stand: 24.09.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Das neue Coronavirus wird nicht nur über die Tröpfcheninfektion verbreitet. Eine wichtige Rolle spielen auch die sogenannten Aerosol-Partikel, also kleine Schwebeteile in der Luft. Sie sind insbesondere seit den Corona-Ausbrüchen in deutschen Schlachthöfen in den Fokus gerückt.

    Was sind Aerosole?

    Aerosole sind feine Partikel, die anders als die beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen, nicht schnell zu Boden sinken, sondern länger in der Luft schweben - teilweise Minuten oder sogar Stunden. Also kann jemand, der nach einem Infizierten einen nicht gelüfteten Raum betritt, sich anstecken. Bei einigen Krankheiten ist bekannt, dass sie zum Teil auf diesem Weg übertragen werden, zum Beispiel Tuberkulose. Ein direkter Kontakt zu einem Infizierten ist also nicht notwendig, um sich anzustecken.

    Welche Erkenntnisse gibt es dabei in Bezug auf das Coronavirus?

    Die Weltgesundheitsorganisation sieht zunehmende Indizien dafür, dass sich das neuartige Coronavirus auch über mehrere Meter hinweg in der Luft übertragen kann. WHO-Expertin Benedetta Allegranzi spricht von möglichen Beweisen für diese These. Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, "offen" für diese Erkenntnisse zu sein - und für "die Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden müssen". Eine Gruppe aus 239 internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hatte angesichts der weltweiten Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen Alarm geschlagen und auf Studien verwiesen, wonach sich das Coronavirus auch über einen Abstand von mehr als zwei Metern in der Luft übertragen kann.

    Aufenthalt in schlecht belüfteten Räumen erhöht Risiko

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen. Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen.

    Übertragung im Umkreis von mehr als acht Metern

    Auch im Zusammenhang mit den Corona-Ausbrüchen in Schlachtbetrieben in NRW und Niedersachsen ist der Übertragungsweg über Aerosole nochmal stärker in den Fokus gerückt. Das Helmholtz-Institut für Infektionsforschung veröffentlichte im Juli erste Ergebnisse einer Studie über den Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Demnach hat ein Mitarbeiter in der Rinderzerlegung das Virus im Mai auf mehrere Personen übertragen, und zwar im Umkreis von mehr als acht Metern. Die Studie habe auch gezeigt, dass die Wohnsituation der Arbeiter keine wesentliche Rolle gespielt habe, so die Forscher. Bei den Ergebnissen der Forschenden handelt es sich um eine Vorabveröffentlichung, die noch von unabhängigen Experten begutachtet werden muss.

    Aerosol-Studie soll Corona-Gefahr bei Chor und Orchester klären

    Der Freistaat Bayern fördert eine Studie zur Ausbreitung von Corona durch Aerosole bei Gesang und beim Spielen von Blasinstrumenten. 120.000 Euro sollen Forschende von den Universitätskliniken München und Erlangen nach Angaben des Wissenschafts- und Kunstministeriums in München erhalten. Diese arbeiten für die Studie mit dem Chor und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zusammen.

    Ziel der Untersuchung ist es laut Mitteilung, die maximale Ausbreitung der Aerosol- und Tröpfchenwolke nach dem Ausstoß direkt zu messen und so eine Grundlage für eine weitere Wiederaufnahme von Kulturveranstaltungen zu bekommen.

    Dominanter Infektionsweg über Aerosole?

    Es gibt auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der sie argumentieren, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Corona-Virus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht der Flugzeugbauer und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit COVID-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert-Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    (Stand: 12.8.2020)

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  • Covid-19Wie es um eine zweite Welle der Corona-Infektionen in Deutschland steht

    Nach dem erneuten Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland und weiteren Ländern haben etliche Menschen Sorge vor einer sogenannten zweiten Welle. Sind diese Sorgen begründet? Und was heißt "zweite Welle" überhaupt? Expertinnen und Experten sind sich uneins.

    Was sagen Experten in Deutschland?

    Für den Leipziger Epidemiologen Markus Scholz zeichnete sich am 14. August deutlich ab, dass eine zweite Welle komme. Zehn Tage zuvor war sich der Ärzteverband Marburger Bund sicher, dass die zweite Welle Deutschland bereits erfasst habe. Die Vorsitzende der Organisation, Johna, sprach von einer zweiten, "flachen" Anstiegswelle. Diese sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April, sagte sie der "Augsburger Allgemeinen".

    Doch nach Einschätzung des Weltärztebundes erlebt Deutschland derzeit weniger eine zweite Corona-Welle als vielmehr eine dauerhafte Infektionswelle. Der Vorstandsvorsitzende Montgomery warnte am 05. August im Deutschlandfunk (Audio-Link), die Pandemie werde uns noch lange begleiten. Das Problem sei die lange Inkubationszeit des Coronavirus.

    Auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck, Verfasser der Heinsberg-Studie, vermeidet die Bezeichnung "zweite Welle". Es handele sich vielmehr um eine kontinuierliche Welle, eine "Dauerwelle, die immer wieder hoch- und runtergeht", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung" bereits Ende Juni.

    Doch ganz gleich, ob wir uns nach der ersten und vor der zweiten Welle befinden oder irgendwo in den Höhen und Tiefen einer Dauerwelle – Fakt ist, dass die Zahlen in Deutschland wieder steigen. Und nicht nur in Deutschland.

    Wie ist die Lage in anderen Ländern?

    In einigen Ländern, in denen das Coronavirus eigentlich als eingedämmt galt, sind die Fallzahlen zwischenzeitlich wieder angestiegen - wenn auch häufig lokal begrenzt und in unterschiedlichem Ausmaß.

    Besonders besorgniserregend sind die Anstiege aus deutscher Sicht in europäischen Reiseländern wie Spanien und Frankreich. Das Land wurde von der Bundesregierung weitestgehend zum Risikogebiet erklärt, ebenso Teile von Südfrankreich sowie Paris. Hier gilt wegen der steigenden Fallzahlen die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel.

    Für Großbritannien warnen 37 renommierte Wissenschaftler vor einer zweiten Coronavirus-Welle mit bis zu 120.000 Toten als "Worst-Case-Szenario". Demnach könnte der Höhepunkt im kommenden Januar und Februar erreicht werden. Die Forschenden warnen, ein zweiter Corona-Ausbruch zwischen kommendem September und Juni 2021 könne durch ein Zusammentreffen mit der Grippewelle deutlich schlimmer ausfallen als der erste.

    In Südkorea galt das Coronavirus zunächst als schon unter Kontrolle. Ende Juni stiegen die Fallzahlen dann aber so stark, dass die Regierung in Seoul von einer möglichen "zweiten Welle" sprach. Im Iran, einem der ersten Hotspots weltweit, geht die Zahl der Ansteckungen ebenso kontinuierlich nach oben. Die seit Anfang Juni um sich greifende zweite Welle sei weitaus schwerer als die erste, sagt ein Vertreter des iranischen Coronavirus-Krisenstabs.

    Auch in Israel geht man von einer zweiten Welle aus. Die Infektionszahlen sind so stark gestiegen, dass die Corona-Einschränkungen wieder verschärft wurden. Mittlerweile steht das Krisenmanagement der Regierung in der Kritik.

    Und selbst in Neuseeland, wo über 100 Tage lang keine Corona-Neuinfektionen nachgewiesen worden waren, gibt es wieder Covid-19-Fälle. Darum wurde die ursprünglich für den 19. September geplante Parlamentswahl um vier Wochen verschoben.

    Was sagt die WHO?

    Auch die Weltgesundheitsorganisation sieht bislang davon ab, von einer "zweiten Welle" zu sprechen. Allerdings rechnet die WHO damit, dass das Risiko neuer Infektionen nach dem Ende der Sommerurlaubszeit wieder ansteigt. Bei sinkenden Temperaturen würden sich die Menschen dann wieder mehr in geschlossenen Räumen aufhalten, wo sich das Virus stärker verbreite.

    In einer Zwischenbilanz ein halbes Jahr nach Ausbruch der Pandemie wies WHO-Generaldirektor Tedros darauf hin, dass sich die Pandemie weiterhin beschleunige. Allerdings hatte die WHO schon früher angemerkt, dass ein Anstieg der globalen Fallzahlen erst die zweite Spitze der ersten Corona-Welle sei. Länder müssten immer wieder mit dem Aufflackern von Covid-19 rechnen.

    Weltweit haben sich laut der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität bislang mehr als 24,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, über 826.000 Menschen sind nachweislich an oder mit dem Virus gestorben (Stand 27.08.2020).

    Was bedeutet "zweite Welle" überhaupt?

    
Dlf-Autor Volkart Wildermuth hat in der Sendung "Sprechstunde" unter anderem darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Begriff "zweite Welle" keineswegs um einen wissenschaftlich exakt definierten Begriff handele. Für den einen sei jeder Neuanstieg der Fallzahlen eine zweite Welle. Andere würden erst davon sprechen, wenn es zu einer Überforderung der Gesundheitssysteme komme. Das sei aber in Deutschland derzeit nicht der Fall. Wirtschaftsverbände nennen den Begriff "zweite Welle" im Zusammenhang mit einem erneuten Lockdown.

    Der Ökonom Thomas Straubhaar hat vor einem zweiten, bundesweiten Lockdown gewarnt. Im Deutschlandfunk sagte er, dieser könne dazu führen, dass auch die Bekämpfung des Corona-Virus schwieriger werde, da die Wirtschaft letzlich die Mittel erwirtschaften würde, um Menschen zu helfen und auch den medizinischen Fortschritt voranzutreiben. Straubhaar plädiert daher für eine "Zulassungsstrategie" - Deutschland solle lernen, mit den steigenden Infektionszahlen umzugehen. Einfache Maßnahmen wie Abstandsregeln, das Tragen von Gesichtsmasken und Hygieneregeln sollten aber weiterhin eingehalten werden; diese Regeln würden niemanden in seinen Grundrechten einschränken.

    (Stand 27.08.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Coronavirus und Grippewelle treffen aufeinander - was nun zu tun ist

    Während in der Corona-Pandemie weltweit die Infektionszahlen wieder ansteigen, diskutieren Experten die Auswirkungen auf Erkrankungen im Winter. Dann könnten Corona und die Grippewelle aufeinandertreffen. Deutschland hält dafür eine Rekordmenge an Impfstoff bereit.

    Wissenschaftler warnen vor Zusammentreffen

    37 britische Wissenschaftler warnten in einer Studie dezidiert vor dem Zusammentreffen der Corona-Pandemie mit einer Grippewelle. Dazu komme ein höheres Infektionsrisiko im Winter, weil sich die Menschen dann mehr in geschlossenen Räumen aufhielten. Dadurch könne ein zweiter Corona-Ausbruch zwischen September und Juni 2021 deutlich schlimmer ausfallen als der erste, betonen die Forscher. Sie gehen für Großbritannien von einem "Worst-Case-Szenario" mit bis zu 120.000 Toten aus. Bisher verzeichnet das Vereinigte Königreich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 42.000 an oder mit dem Coronavirus Verstorbene.

    Auch nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation muss sich Europa auf eine Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle im Herbst einstellen. WHO-Regionaldirektor Kluge sagte der Nachrichtenagentur AFP, im Oktober und November werde man eine höhere Sterblichkeit beobachten. Er warnte zudem davor, zu große Erwartungen in Impfstoffe zu setzen. Bisher sei noch unklar, ob ein Impfstoff allen Bevölkerungsgruppen helfen könne, betonte Kluge.

    Masken und Abstand - wie hoch ist überhaupt das Ansteckungsrisiko?

    Durch die Abstandsregeln und das verstärkte Hygieneverhalten sei das allgemeine Ansteckungsrisiko im Moment aber insgesamt niedriger als sonst, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der Funke-Mediengruppe. Er wirbt dafür, die nun eingeprobten Verhaltensregeln auch nach dem Ende der Pandemie beizubehalten: "Vor allem das häufige und gründliche Händewaschen und das Lüften."

    Die Ansteckungen mit Grippeviren sind in Ländern der Südhalbkugel offenbar durch die Corona-Maßnahmen deutlich zurückgegangen. Das zeigen Daten, die die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC ausgewertet hat. Demnach wurde eine entsprechende Influenza-Infektion zwischen April und Juli nur in 51 von mehr als 83.000 Proben aus Australien, Chile und Südafrika nachgewiesen. In den Jahren zuvor hatte es in diesen Ländern im Schnitt noch 24.000 positive Befunde unter 178.000 Proben gegeben. Die CDC hält einen Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Corona-Eindämmung wie Abstandhalten oder Masken zwar nicht für nachgewiesen - aber für plausibel. Die Erkenntnisse würden darauf hinweisen, dass entsprechende Maßnahmen eine sinnvolle Ergänzung zur Grippeimpfung sein könnten, um besonders Risikogruppen zu schützen, heißt es. Die CDC vermutet, dass die Grippewelle in diesem Winter auf der Nordhalbkugel deutlich kleiner ausfallen könnte, wenn die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weiter eingehalten werden.

    Wegen geringer Grippefälle im Frühjahr hatte das RKI zwei Monate früher als sonst die Influenza-Saison beendet. Im Normalfall dauert diese von Anfang Oktober bis Mitte Mai. Der Virologe an der Uni Münster, Stephan Ludwig, sagte im Deutschlandfunk, die grippalen Infekte in Deutschland während des Lockdowns im Frühjahr seien zwar schlagartig zurückgegangen, doch das SARS-CoV-2-Virus habe sich "wacker gehalten", auch in die warmen Tage hinein. Corona zeige nicht diese Art von Saisonalität, die man beispielsweise bei Grippe sehen könne, betonte er: "Das könnte im Umkehrschluss bedeuten, dass es dann auch im Winter oder im Herbst, wenn es kühler wird, nicht so schlimm kommt, wie das beispielsweise bei einer Grippewelle passieren kann." Ludwig betonte allerdings, dass sich all solche Überlegungen derzeit eher "auf der Ebene der Hoffnung als auf der Ebene des Wissens" bewegten.

    Spahn plädiert für Fieberambulanzen

    Bundesgesundheitsminister Spahn plädiert dafür, sogenannte Fieberambulanzen einzurichten. Es gehe darum, eine Infrastruktur zu haben, die sicherstelle, dass sich die Menschen nicht im Wartezimmer untereinander ansteckten, sagte der CDU-Politiker. Er sprach von Schwerpunktsprechstunden, Schwerpunktpraxen und regionalen Fieberambulanzen, an die sich Patienten "klassischen Atemwegssymptomen wie Corona und Grippe" künftig wenden können sollen. Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie eine kostenlose Grippeschutzimpfung für alle Versicherten gefordert. Bisher werden die Kosten meist nur übernommen, wenn die Patienten zu einer Risikogruppe zählen.

    Breites Werben für Impfungen

    Deutsche Kinderärzte raten Eltern dringend, ihre Kinder in diesem Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. Kinder übertrügen das Influenza-Virus maßgeblich, sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädriatische Infektiologie, Johannes Hübner, der "Welt am Sonntag". In jedem Winter müssten viele Kinder wegen Grippe stationär aufgenommen und sogar mit Sauerstoff versorgt werden. Abgesehen von den Risiken für die Gesundheit der Kinder gebe es in Zeiten der Corona-Pandemie eine gesellschaftliche Verpflichtung zum Schutz anderer.

    Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die Influenza-Regelimpfung sogar für alle Kinder ab einem Alter von sechs Monaten. In den USA sind derzeit fast 60 Prozent der Kinder geimpft, mit steigender Tendenz. In der EU folgen erste Länder der WHO-Empfehlung, grundsätzlich alle Kinder auch gegen Grippe impfen zu lassen, etwa Großbritannien oder Finnland.

    Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, rief Lehrkräfte und Kita-Personal auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Die zu erwartende Grippewelle dürfe nicht den Betrieb von Schulen und Kitas gefährden, sagte er der Funke Mediengruppe. Aufgrund der geltenden Abstands- und Hygieneregeln könnte die Grippewelle harmloser ausfallen als in früheren Jahren. Dennoch sei die Impfung wichtig, auch im Hinblick auf die Pandemie. Zwar wirke der Grippe-Impfstoff nicht gegen das Coronavirus, er sei aber wie jede Impfung ein Trainingsprogramm für das Immunsystem.

    STIKO ändert Impfempfehlungen bislang nicht

    Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlungen bisher noch nicht geändert und diese etwa auf Kinder ausgeweitet (Stand: 29.9.). Bei der STIKO heißt es weiterhin, die jährliche Impfung gegen Grippe sollten alle vornehmen lassen, "die ein erhöhtes Risiko haben, besonders schwer zu erkranken. Hierzu gehören Menschen ab 60 Jahre, chronisch Kranke jeden Alters, Schwangere sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen."

    Wie viel Impfdosen braucht Deutschland?

    Bereits vor Wochen hatte Bundesgesundheitsminister Spahn unter den aktuellen Voraussetzungen zur Grippeimpfung geraten: Gleichzeitig eine größere Grippewelle und die Pandemie könne das Gesundheitssystem nur schwer verkraften, sagte der CDU-Politiker. Für die nächste Grippesaison werde es deshalb mit rund 26 Millionen Stück so viele Impfdosen geben wie noch nie.

    Das Paul-Ehrlich-Institut hält die Mengen an Grippeimpfstoff zum Start der neuen Influenzasaison für ausreichend. Man könne derzeit keinen Mangel an Grippeimpfstoff für die Influenzasaison 2020/21 in Deutschland erkennen, sagte Präsident Klaus Cichutek der Deutschen Presse-Agentur vor einigen Wochen. "Wir gehen davon aus, dass die Hersteller mindestens 21 Millionen Dosen bereitstellen werden." 13,6 Millionen Dosen seien nach Chargenprüfung bereits für Deutschland freigegeben. Für diese Jahreszeit sei das eine übliche Menge.

    Die EU-Kommission appellierte mit Blick auf Grippe-Erkrankungen, zusätzlich müsse zum Beispiel die grenzüberschreitende Verlegung von medizinischem Personal und Patienten erleichtert werden.

    RKI zur Gefahr von Grippeviren

    Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Wieler, verwies darauf, dass in manchen Weltregionen die Influenza-Überwachung aus Kostengründen vernachlässigt werde. Es sei aber gerade für die Impfstoffentwicklung wichtig, dass die Untersuchungen weiterliefen. Der Grippeimpfstoff wird jedes Jahr an die sich verändernden Virusstämme angepasst.

    Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts werden im Verlauf einer Grippewelle fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung angesteckt. Die Zahl der Toten fällt je nach Heftigkeit des Ausbruches unterschiedlich aus. In der Saison 2017/2018 starben laut RKI besonders viele Menschen durch die Grippe, nämlich rund 25.000. Dennoch ist nur etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung geimpft. Ziel der WHO und der EU sind 75 Prozent.

    Impfungen auch in Apotheken möglich

    Um diesem Durchimpfungsgrad näher zu kommen, können sich gesetzlich Versicherte in Teilen Nordrhein-Westfalens ab der nächsten Grippesaison grundsätzlich auch in Apotheken gegen Influenza impfen lassen. Das Modellvorhaben ist bundesweit einzigartig und zunächst auf drei Jahre angelegt. Impfungen in den Arztpraxen seien weiter möglich, hieß es. Die Grippesaison beginnt im Herbst. Dann ist auch der beste Zeitpunkt für eine Impfung. Höhepunkt der Grippewelle ist meist im Januar/Februar.

    Jeder zweite Deutsche will sich gegen die Grippe impfen lassen

    Rund jeder zweite Deutsche will sich laut einer Umfrage dieses Jahr gegen Grippe impfen lassen. In der Erhebung des Instituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" planten von den 5.002 Befragten 51,5 Prozent bereits im August, sich in diesem Jahr impfen lassen. 41,3 Prozent lehnten eine Impfung hingegen ab. Besonders Menschen im höherem Alter bekundeten eine Bereitschaft zur Impfung gegen Influenza. In einer ähnlichen Befragung aus dem Vorjahr hatten nur rund 30 Prozent der Befragten angegeben, sich impfen lassen zu wollen.

    Andere Zahlen nennt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und verweist auf eine repräsentative Umfrage: Demnach will sich hierzulande fast jeder zweite Erwachsene, der zu einer Risikogruppe gehört, trotzdem nicht gegen Grippe impfen lassen.

    (Stand: 29.09.2020)

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  • Covid-19Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus?

    Über die akuten Symptome und Auswirkungen einer Infektion mit dem Coronavirus ist inzwischen viel bekannt. Wie aber sehen die Langzeitfolgen der Erkrankung COVID 19 aus, wenn die eigentliche Infektion überstanden ist? Die Forschung ist noch ganz am Anfang, es gibt aber erste Erkenntnisse. Ein Überblick.

    NDR und MDR berichten zum Beispiel über eine aktuelle Studie aus Italien mit 143 Patientinnen und Patienten im mittleren Alter, die wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus waren. Mehr als die Hälfte klagte nach der Genesung noch über Atemnot und Müdigkeit, auch Brust- und Gelenkschmerzen traten weiterhin auf.

    Forscher warnen vor Spätfolgen für Organe und das zentrale Nervensystem

    Schon zu einem frühen Zeitpunkt der Pandemie beobachteten Wissenschaftler, wie das Corona-Virus nicht nur die Atemwege und die Lunge, sondern auch das zentrale Nervensystem beziehungsweise das Gehirn befällt. Hinweise darauf gab es unter anderem durch einen Fall in Japan: Bei einem Corona-Patienten konnte das Virus im Nervenwasser nachgewiesen werden.

    Hinzu kam eine Untersuchung aus Wuhan in China, wo die Pandemie ihren Anfang genommen hatte. Die Forscher befassten sich schon im Frühjahr mit den neurologischen Symptomen einer Corona-Infektion, dazu zählten Schwindel, Riech- und Geschmacksstörungen. Bei einem Drittel der für diese Studie untersuchten Patienten konnten solche Symptome nachgewiesen werden. Fünf hatten sogar einen Schlaganfall.

    Wie das ARD-Magazin "Kontraste" berichtet, könnten solche neurologischen Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus eine größere und vor allem eine langfristigere Rolle spielen, als bislang angenommen. Bei ungefähr einem Drittel der Corona-Patienten auf den Intensivstationen seien diffuse Hirnschädigungen aufgetreten, die zu Gedächtnisproblemen sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten führen könnten, zitiert Kontraste den Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Peter Berlit. Solche Patienten könnten verwirrt sein, hätten Fehlwahrnehmungen und Halluzinationen, so Berlit weiter. Schäden, die auch längerfristig anhalten könnten.

    Auch Nieren sind betroffen

    Wie auch die Forscher aus Wuhan vermutet Berlit, das Corona-Virus könne das Gehirn direkt über die Nasenhöhlen befallen. Darüber hinaus werden laut dem ARD-Bericht besonders häufig die Nieren angegriffen. Das könne zu einem Niereninfarkt und damit zu irreversiblen Schädigungen der Organe führen, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, Jan Galle.

    Zu einem ähnlichen Ergebnis sind auch britische Neurologen des University College London in der Fachzeitschrift "Brain" gekommen - allerdings fällt ihre Diagnose noch drastischer aus. Die Forscher haben bei insgesamt 43 Corona-Patientinnen und -Patienten die neurologischen Symptome einer Infektion mit Sars-Cov-2 untersucht. Das Ergebnis: Selbst bei Infizierten mit nur leichtem Verlauf der Erkrankung konnten - häufig erst nachträglich - gravierende Folgen wie Hirnfunktionsstörungen, Schlaganfälle oder schwere Gehirnhautentzündungen diagnostiziert werden. Die Anzahl der neurologischen Auffälligkeiten sei höher als erwartet, schreibt das Forschungs-Team aus London.

    Das Coronavirus kann auch das Herz befallen

    Betroffen kann auch das Herz sein. Das ergab eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Nach Angaben des Studienleiters Dirk Westermann besteht die Möglichkeit, dass der Erreger Herzzellen infiziert und sich darin vermehrt. Außerdem sei das Coronavirus in der Lage, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern. Es ließe sich allerdings noch nicht abschließend klären, ob dies Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf von Herzpatienten habe, erklärte der Mediziner. Die veränderte Genaktivität könne jedoch Langzeitfolgen für die Gesundheit von Betroffenen haben.

    Um zu weiteren Erkenntnissen zu gelangen, sind zukünftig Untersuchungen des Herzens an lebenden Covid-19-Patienten geplant. Darin sind sich Forschende insgesamt einig: Die Corona-Langzeitfolgen müssten dringend weiter untersucht werden.

    (Stand: 08.08.)

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  • Covid-19Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält

    Kann ich mich mit dem Coronavirus infizieren, wenn ich im Supermarkt einen Einkaufswagen oder die Türklinke im Büro anfasse? Diese Fragen stellen sich seit Ausbruch der Pandemie viele Menschen. Endgültige Antworten gibt es noch nicht, aber die Bedeutung sogenannter Schmierinfektionen wird von Experten mittlerweile geringer als bisher vermutet eingestuft.

    Unter Laborbedingungen wurde nachgewiesen, dass SARS-CoV-2-Viren auf Flächen einige Zeit infektiös bleiben können, schreibt das Robert Koch-Institut. Die wohl am häufigsten zitierte Studie zum Thema wurde von Experten des US-Gesundheitsinstituts NIH und der Seuchenschutzbehörde CSC erstellt. Danach ergeben sich auf verschiedenen Oberflächen folgende Überlebenszeiten für das Virus:

    Kunststoff: 72 Stunden
    Edelstahl: 48 Stunden
    Papier, Karton: 24 Stunden
    Kupfer: 4 Stunden
    Aerosole (als Partikel in der Luft): bis zu drei Stunden.

    Allerdings verweist das Bundesinstitut für Risikobewertung auf die relativ geringe Stabilität von Coronaviren in der Umwelt.

    Virologe Schmidt-Chanasit: "sehr viel dazugelernt"

    Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit verweist im Deutschlandfunk auf Erkenntnisse der vergangenen Monate. Mittlerweile wisse man sehr viel besser als noch im März oder April, wie sich das Virus verbreite, "dass auch Aerosole, insbesondere in geschlossenen Räumen, eine Rolle spielen, dass Schmierinfektionen keine Rolle spielen."

    Erkenntnisse der "Heinsberg-Studie"

    Der Virologe Hendrick Streeck sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass Oberflächen bei der Übertragung offenbar nur eine untergeordnete Rolle spielten. Dies habe die "Heinsberg-Studie" ergeben, die zusammen mit Hygienikern der Uniklinik Bonn erarbeitet wurden. Bei Abstrichen von Oberflächen aus Quarantäne-Haushalten im Ort Gangelt, in dem sich das Coronavirus im Frühjahr ausgebreitet hatte, fand sich der Erreger demnach nur in vier von 119 Proben. Streeck betonte allerdings, die Aussagekraft werde dadurch eingeschränkt, dass Menschen in Quarantäne häufig viel putzten. Deshalb seien die Ergebnisse möglicherweise nicht repräsentativ.

    Die Forschenden raten eindringlich, sich regelmäßig die Hände zu waschen, in die Armbeuge zu husten und nicht das Gesicht zu berühren.

    Eher Hände waschen als desinfizieren?

    Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hält das Waschen der Hände allerdings im Vergleich zum Desinfizieren eher für nachteilig. Denn häufiges Händewaschen entferne nicht nur Schmutz und Viren, sondern auch wichtige Bestandteile, die die Haut schützen, erklärte der Direktor der Klinik für Hautkrankheiten in Jena, Peter Elsner, in der Deutschlandfunk-Sendung „Umwelt und Verbraucher“ (Audio-Link). Wenn das zu häufig passiere, könnten Hautkrankheiten, insbesondere Handekzeme, die Folge sein. Grundsätzlich gilt, dass eine zusätzliche Pflege hilft, die Haut zu schützen.

    (Stand: 08.08.2020)

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    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
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  • Covid-19Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session

    Den typischen Straßenkarneval wird es dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht geben. Dazu zählen die klassischen Karnevalssitzungen, mitunter mit tausenden Teilnehmern, sowie Karnevalsumzüge. Die rheinischen Jecken und Narren wollen ihr Fest nun auf neue Art feiern.

    Es gehe nicht darum, um jeden Preis den Karneval zu feiern, teilte der Präsident des Festkomitees Kölner Karnevals, Christoph Kuckelkorn, mit. Dennoch soll auch Zeiten der Pandemie das Brauchtum gepflegt werden. Sitzungen unter strikter Auflage der Hygienebedingungen mit stark reduzierter Teilnehmerzahl seien aber gerade für kleinere Veranstalter finanziell nicht tragbar. Die Karnevalisten müssten jetzt "kreativ werden und das Herz des Fastelovends herausarbeiten". (Erklärung: "Fastelovend" ist der traditionelle Kölner Begriff für Karneval.)

    Welche Veranstaltungen sind erlaubt?

    Erlaubt werden nach Angaben der NRW-Landesregierung "kleinere karnevalistische Kulturveranstaltungen" wie etwa Konzerte oder Sitzungen mit überschaubarer Teilnehmerzahl. Auch hier müssen die Vorgaben der Coronaschutzverordnung eingehalten werden, Veranstalter müssen Hygienekonzepte vorlegen.

    Die Absage der Großveranstaltungen nannte Kuckelkorn den "einzigen Weg". Trotzdem soll am 11.11., dem offiziellen Beginn der Karnevalszeit, sowohl die traditionelle Eröffnungsveranstaltung in Düsseldorf - Hoppeditz' Erwachen - stattfinden als auch die Auftaktfeier in Köln.

    Diese Feier mit bekannten Karnevalsbands werde allerdings nicht wie sonst auf dem Heumarkt in der Altstadt mit vielen tausend Zuschauern abgehalten, sondern unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Kölner Wagenbauhalle. Der Westdeutsche Rundfunk werde die ganze fünfeinhalb Stunden lange Show live im Fernsehen übertragen. Es solle auch niemand zum Feiern in die Stadt fahren. Normalerweise kommen am 11. November mehrere hunderttausend Menschen in die Kölner Innenstadt, viele auch von auswärts.

    Karneval soll in kleiner Runde gefeiert werden

    Am Freitag hatten die großen Karnevalsverbände von Köln, Düsseldorf, Aachen und Bonn mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung abgesprochen, dass es in der Saison 2020/21 keinen Sitzungskarneval geben soll und keine Karnevalszüge in bekannter Form.

    Ministerpräsident Laschet (CDU) kündigte via Twitter an, dass es keine Karnevalsumzüge und "Party auf engem Raum" geben werde. Gesellige Feiern mit schunkelnden Menschen seien in Corona-Zeiten "nicht denkbar", betonte auch Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski. Für den Karneval gälten die gleichen Vorschriften wie für andere Veranstaltungen auch.

    Der Aachener Karnevalschef Frank Prömpeler sagte, der Karneval habe sich immer schon weiterentwickelt, und jetzt seien Ideen im kleinen Rahmen, etwa in Pfarr- und Vereinsheimen, gefragt. Gerade dieser versteckte Karneval sei der, bei dem es auch viele persönliche Momente gebe, sagte Prömpeler.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für mehrere Regionen in Europa ausgesprochen, die regelmäßig aktualisiert werden. Dabei orientiert es sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, das in diesen Regionen die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus für besonders hoch hält. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den Risikogebieten zusammengestellt und erklären, was das aktuell für das Reisen bedeutet.

    Welche Regelungen bezüglich Einreise und Hygiene in beliebten Urlaubsländern gelten, haben wir zudem in dem Stück "Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern?" zusammengestellt. Sie finden es unter diesem Text unter "Weiterführende Artikel zum Coronavirus". Im Folgenden haben wir den aktuellen Stand der Risikogebiete zusammengefasst.

    Tschechien und Luxemburg

    Beide Länder gelten jetzt ohne Ausnahmen als Risikogebiete. In Tschechien betraf das zuvor bereits den Großteil des Landes, ausgenommen waren bis zum 25. September nur die Aussiger Region (Ústecký) und der Mährisch-Schlesischen Region (Moravskloslezský).

    Österreich und Ungarn

    Auf der Risikogebiete-Liste des RKI stehen auch Teile Österreichs. Neuerdings gilt auch das Bundesland Tirol als Risikogebiet. Zuvor wurde bereits die kompletten Bundesländer Wien und Vorarlberg in die Liste aufgenommen worden. Mitte September hatte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärt, in seinem Land habe seiner Einschätzung nach die zweite Infektionswelle begonnen. In Ungarn wurden die Hauptstadt Budapest sowie die Region Györ-Moson-Sopron zum Corona-Risikogebiet erklärt.

    Frankreich, Belgien und Niederlande

    Auch weite Teile Frankreichs stehen auf der Liste: Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Regionen Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d’Azur, Auvergne-Rhône-Alpes, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Hauts-de-France, Centre-Val-de-Loire, Normandie, Bretagne sowie Corse (Korsika) wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt.

    In Belgien gilt eine Warnung für Brüssel.

    In den Niederlanden werden die Provinzen Utrecht, Nordholland (Noord-Holland) und Südholland (Zuid-Holland) geführt. Hinzu kommen schon seit Längerem die zu den Niederlanden gehörenden Inseln Aruba und Sint Maarten.

    Spanien, Portugal und Gibraltar

    Das ganze Land gilt als Risikogebiet inklusive der Kanarischen Inseln. Auch das an Spanien grenzende britische Überseegebiet Gibraltar steht auf der Liste. In Portugal werden die Neuinfizierungen in der Metropolregion Lissabon als so gravierend eingestuft, dass für dieses Gebiet ebenfalls eine Reisewarnung herausgegeben wurde.

    Schweiz und Kroatien

    Ebenso warnt das Auswärtige Amt nun vor Reisen in die Schweizer Kantone Freiburg (Fribourg), Genf und Waadt. In Kroatien sind es die Regionen Lika-Senj, Brod-Posavina, Virovitica-Podravina, Dubrovnik, Pozega-Slavonia, Sibenik-Knin, Split-Dalmatien und Zadar.

    Dänemark

    Seit dem 23. September ist die Region Hovedstaden (einschließlich der Hauptstadt Kopenhagen) als Risikogebiet ausgewiesen.

    Irland

    In Irland gilt die Hauptstadt Dublin gilt als Risikogebiet.

    Rumänien

    In Rumänien gelten die Warnungen für die die Kreise Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, Caraș-Severin, Covasna, Iaşi, Ilfov, Neamt, Prahova, Vâlcea und Vaslui sowie für die Hauptstadt Bukarest.

    Risikogebiete im Rest Europas und der Welt

    In Europa gelten Reisewarnungen außerdem für Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Bosnien und Herzegowina, den Bezirk Blagoevgrad in Bulgarien, das Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, die Republik Moldau, Russland, Serbien und die Ukraine.

    Eine pauschale Reisewarnung gilt für etwa 160 außereuropäische Länder bis Ende September. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage ab Oktober für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt ab dann für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Quarantäne und Testpflicht

    Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Quarantäne begeben und das jeweils zuständige Gesundheitsamt informieren. Zudem müssen Einreisende aus Risikogebieten aktuell einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Alternativ kann man sich innerhalb von 72 Stunden nach Ankunft auf eine Corona-Infektion testen lassen, etwa in Testzentren an Flughäfen.

    Bei einem negativen Testergebnis kann die Quarantäne aufgehoben werden. Ab dem 1. Oktober soll die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen mit einem Negativtest aufgehoben werden können. 

    Für Fluggäste und Schiffspassagiere besteht laut dem Auswärtigen Amt die Pflicht, ihre Identität, Reiseroute und Kontaktdaten weiterzugeben. Die jeweiligen Beförderer müssen diese – zum Beispiel über eine Aussteigekarte - sammeln und an die zuständigen Behörden übermitteln. 

    Keine kostenlosen Tests mehr

    Bis Mitte September konnte sich jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreiste, innerhalb von 72 Stunden kostenlos auf das Coronavirus testen lassen - auch wenn er aus einem Nicht-Risikogebiet kam. Diese Regelung ist jetzt aufgehoben. Man wolle mit Blick auf Herbst und Winter die Tests wieder stärker auf das Inland konzentrieren, erklärte Gesundheitsminister Spahn.

    (Stand: 30.09.)

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  • CoronavirusVolle Erstattung auch ohne Reisewarnung

    Für viele Urlauberinnen und Urlauber in Deutschland sind die Ferien vorbei - der Ärger mit Reisen, die wegen der Corona-Krise storniert wurden sowie mit Kosten, die Veranstalter oder Flugunternehmen nicht erstatten wollen, bleibt.

    Anfang Juli hatte der Bundestag per Gesetz beschlossen, dass Kunden bei einer geplatzten Reise auf Wunsch ihr Geld zurückbekommen und keine Gutscheine akzeptieren müssen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt gilt für einen Pauschalreisevertrag: "Verbraucher, die einen Gutschein ablehnen, behalten entsprechend der Vorgaben der EU-Pauschalreiserichtlinie ihren Erstattungsanspruch in Geld."

    Kunden werden hingehalten

    Die Reiseveranstalter müssten demnach das Geld innerhalb von 14 Tagen zurückzahlen. Eine Rückzahlung der bereits gezahlten Gelder erfolge allerdings nur selten, Gutscheine würden oft trotz Ablehnung einfach zugesandt.

    Bei einer drohenden Insolvenz des Reiseveranstalters könnten Verbraucher leer ausgehen. Die Verbraucherzentrale Bremen empfiehlt, in solch einem Fall, per Einschreiben mit Rückschein dem Unternehmen eine Frist zu setzen und den vollständigen Reisepreis zurückzufordern.

    Urteil: Erstattung auch ohne Reisewarnung denkbar

    Am 17.8.2020 hat das Amtgericht Frankfurt/Main entschieden: Bei einer vom Kunden wegen der Corona-Gefahr stornierten Reise muss der Veranstalter unter Umständen auch ohne vorliegende Reisewarnung den Preis voll erstatten (32 C 2136/20).

    Der Kläger hatte am 7. März dieses Jahres eine für Mitte April geplante Reise in den Golf von Neapel storniert. Der Veranstalter hatte auf einem Teil des Reisepreises als Stornierungsgebühr bestanden, weil zu diesem Zeitpunkt noch keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorgelegen habe.

    Das Gericht stellte aber geringere Ansprüche an einen Rücktritt vom Reisevertrag aus unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umständen, bei denen der Veranstalter voll erstatten muss. Grundsätzlich seien hier keine allzu strengen Anforderungen zu stellen, führte das Gericht aus. Reisewarnungen für das Reisegebiet seien nicht zwingend erforderlich und es genüge bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Virus. Dies sei zum Zeitpunkt der Reisestornierung bereits für ganz Italien der Fall gewesen. Das Urteil ist rechtskräftig.

    (Stand 06.09.2020)

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    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
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  • CoronavirusWie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern?

    Die Sommerferien sind in vielen Bundesländern vorbei, doch gereist wird weiterhin. Das ist auch möglich, denn die Grenzen in Europa sind weitgehend offen. Aber wie sehen die Vorschriften in den einzelnen Ländern für Reisende aus Deutschland aus? Und wie steht es um das Infektionsgeschehen? Eine Übersicht.

    Erste Anlaufstelle für Urlauber ist die Internetseite "Sicheres Reisen" des Auswärtigen Amts. Dort sind für viele Länder aktuelle Informationen über das Infektionsgeschehen verzeichnet. Die jüngsten Hinweise finden sich unter der Rubrik "Letzte Aktualisierung". Für den Einsatz von Smartphones bietet das Auswärtige Amt eine App "Sicher Reisen" an. Reisende werden bei kritischen Situationen in ihrem Gastland automatisch informiert. Oftmals verweist das Auswärtige Amt auf Informationsangebote der zuständigen Behörden im Gastland, um spezifische Hinweise für einzelne Regionen zu erfahren.

    Eine Liste der aktuell als Risikogebiet erklärten Städte, Länder und Staaten findet sich beim Robert Koch-Institut.

    Bundesgesundheitsminister Spahn hat Mitte September zum Verzicht auf Auslandsurlaube im Winter geraten: "Ich denke, man kann auch in Deutschland einen schönen Urlaub verbringen", sagte er.

    Niederlande, Belgien, Luxemburg

    Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung die niederländischen Provinzen Nordholland, Südholland und Utrecht zum Risikogebiet erklärt - und entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen. Bei der Rückkehr aus Risikogebieten ist eine 14-tägige Quarantäne verpflichtend.

    Die Einreise in die Niederlande ist grundsätzlich möglich. Flugreisende müssen bereits am Startflughafen ein Formular ausfüllen, das unter anderem mit Covid-19 in Verbindung stehende Symptome abfragt. Wer solche Symptome aufweist, darf den Flug nicht antreten. In der Öffentlichkeit müssen 1,5 Meter Abstand zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts gehalten werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht, in Teilen von Amsterdam und Rotterdam auch im Freien; Restaurants und Cafés sind unter Auflagen geöffnet. An Stränden kann es zu örtlichen Sperrungen kommen, wenn es zu voll wird. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Überseegebiete Aruba und St. Maarten wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt.

    Als Risikogebiet eingestuft ist auch die belgische Hauptstadt Brüssel. Belgien ist von Covid-19 im europäischen Vergleich eher stark betroffen. Seit 14. August 2020 stuft das belgische Außenministerium eine Reihe von Regionen in EU-Ländern als "orange Zonen" ein, darunter in Deutschland etliche Regierungsbezirke wie Ober- und Niederbayern, Darmstadt, Stuttgart, Karlsruhe, Tübingen und Düsseldorf. Einreisenden aus diesen Gebieten wird eine 14-tägige häusliche Quarantäne oder ein Corona-Test nach der Einreise nach Belgien dringend empfohlen. Am Flughafen Brüssel erfolgen Temperaturmessungen bei allen Passagieren mit Wärmekameras. Zutritt wird bei über 38°C verweigert. Es gelten auch im Land etliche Abstands- und Hygieneregelungen, Strandzugänge für Touristen können Beschränkungen unterliegen.

    In Luxemburg sind die Infektionszahlen zuletzt wieder stark gestiegen. Die Inzidenz von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage wird wieder seit einiger Zeit überschritten, so dass das Robert-Koch-Institut Luxemburg erneut zum Risikogebiet erklärt hat. Restaurants, Gaststätten, Bars, Sport- und Kulturinstitute sind geöffnet, häufig muss jedoch reserviert werden. Im Freien und auf öffentlichen Plätzen dürfen höchstens zehn Menschen zusammenkommen, es gilt ein Mindestabstand von zwei Metern. Im öffentlichen Raum wird die Durchsetzung verstärkt kontrolliert.

    Österreich

    Auch in Österreich ist die Zahl der Corona-Infektionen wieder angestiegen. Die Bundesregierung hat deshalb die Bundesländer Wien, Tirol und Vorarlberg zum Risikogebiet erklärt. Daraus resultiert bei Einreise nach Deutschland ein verpflichtender kostenloser COVID-19-PCR-Test und gegebenenfalls eine Quarantäneverpflichtung.

    Deutsche können nach und durch Österreich fahren. In Grenznähe finden jedoch stichprobenartige Kontrollen statt. Das Land hatte als Reaktion auf die gestiegenen Fallzahlen Ende Juli die Maskenpflicht verschärft. Sie gilt unter anderem in Supermärkten, in Bank- und Post-Filialen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxen, Seil- und Zahnradbahnen, Reisebussen und im Innenbereich von Ausflugsschiffen. Neuerdings müssen Masken auch im Restaurant getragen werden und dürfen nur am Platz abgesetzt werden. Auch auf Märkten und Messen gilt inzwischen die Maskenpflicht. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ohne zugewiesenen Sitzplatz muss ebenfalls eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In einigen Orten Kärntens gilt abends eine generelle Maskenpflicht. Der Mindestabstand muss weiterhin beachtet werden - auch beim Baden und Wandern.

    Im September wurden die Regeln erneut verschärft. Bei privaten Feiern und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind nur noch zehn Teilnehmer erlaubt.

    Italien

    Reisende aus Deutschland müssen in Italien nicht in Quarantäne. Für einige Regionen müssen sich Touristen vorab registrieren. An Flughäfen und Häfen, aber auch bei der Einreise im Überlandverkehr kann es zu Gesundheitskontrollen kommen. Ein Mund-Nasen-Schutz und Einweghandschuhe sind vielerorts vorgeschrieben, etwa in Geschäften, wenn der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. Im öffentlichen Raum gilt an Orten, an denen sich Menschen versammeln können, von 18 Uhr bis 6 Uhr eine generelle Maskenpflicht. Eine Maske ist daher stets mitzuführen. Verstöße gegen die Tragepflicht können mit Geldstrafen geahndet werden. Es gelten Abstandsregeln von 1- 2 Metern zwischen Personen. Es werden häufig Temperaturmessungen (meist mit Stirn-Scannern) vor dem Betreten von Behörden, Museen und Geschäften durchgeführt. Bei zu hoher Temperatur wird der Zutritt verwehrt und unter Umständen auch die staatliche Gesundheitsbehörde informiert. Für den Zutritt zu vielen Einrichtungen ist Händedesinfektion Pflicht.

    Balkan

    Die Länder der Balkanregion verzeichnen deutliche Anstiege bei den Corona-Neuinfektionen. Kroatien: Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Gespanschaften Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Zadar, Dubrovnik-Neretva, Požega-Slawonien, Brod-Posavina, Virovitica-Podravina wird gewarnt. Touristen wird grundsätzlich empfohlen, außerhalb der Unterkunft einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, mindestens 1,5 Meter Abstand zu Dritten zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen; soziale Kontakte sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Sollte das Infektionsgeschehen auf den kroatischen Inseln ansteigen, müssen Reisende damit rechnen, dass Brücken- und Fährverbindungen kurzfristig stark eingeschränkt werden und ein Verlassen bzw. Betreten der Inseln nicht möglich ist. Eine Quarantäne-Pflicht besteht für Einreisende aus Deutschland nicht, Reisende müssen aber erklären, wo sie sich aufhalten werden.

    Das Nachbarland Slowenien hat Kroatien von der Liste der sicheren Länder gestrichen. Urlauber aus Deutschland, die mit dem Auto unterwegs sind, sollten dies beachten: Sie müssen Slowenien von Kroatien kommend innerhalb von zwölf Stunden durchfahren und dürfen nur zum Tanken anhalten. Bei einem längeren Aufenthalt kann es Auflagen in Form von Quarantäne geben. Das gilt auch für die Einreise nach Slowenien nach einem Aufenthalt in Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien oder Serbien. In Slowenien gelten Abstandsregeln, in geschlossenen öffentlichen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Maske getragen werden.

    Österreich hat eine Reisewarnung für den gesamten Westbalkan ausgesprochen und verschärfte zuletzt die Grenzkontrollen.

    Spanien und die Balearen

    Mittlerweile warnt das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen Reisen nach ganz Spanien. Daraus resultiert bei Einreise nach Deutschland ein kostenloser verpflichtender PCR-Test und eine Quarantäneverpflichtung. Auch andere europäische Staaten haben Spanien oder Teile davon zum Risikogebiet erklärt.

    In der spanischen Hauptstadt Madrid und dem Umland wurden drastische Einschränkungen der Bewegungsfreiheit erlassen. Bewohner von besonders betroffenen Vierteln dürfen diese nur noch verlassen, wenn sie zur Arbeit gehen, zum Arzt oder die Kinder zur Schule bringen. Parks und öffentliche Plätze wurden gesperrt.

    Im ganzen Land gilt Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in öffentlichen Gebäuden. Wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht gewahrt werden kann - zum Beispiel an vollen Strandpromenaden - muss man auch im Freien eine Maske tragen. In einigen Städten und Regionen herrscht eine generelle Maskenpflicht, unter anderem in der Hauptstadt Madrid. Die Lokale am Ballermann auf Mallorca mussten nach zahlreichen Verstößen gegen die Auflagen wieder schließen. Spanische Häfen sind für Kreuzfahrtschiffe bis auf weiteres gesperrt.

    Portugal

    Portugal ist inzischen von Covid-19 stärker betroffen als zu Beginn der Pandemie und erlebt aktuell eine steigende Zahl an Neuinfektionen. Die Metropolregion Lissabon wurde deshalb inzwischen als Risikogebiet eingestuft. Auch im Norden des Landes zeichnet sich derzeit ein hohes Infektionsgeschehen ab. Einreisebeschränkungen aus Deutschland gibt es derzeit keine. Es müssen jedoch persönliche Angaben zum Zielort, zum Reisegrund und der Erreichbarkeit gemacht werden. Bei der Einreise wird die Temperatur gemessen, bei mehr als 38 Grad Celsius ist mit weiteren Untersuchungen bis hin zu Quarantäne zu rechnen.

    Restaurants sind momentan auch abends wieder geöffnet, Supermärkte schließen allerdings um 22 Uhr. Bars und Diskotheken bleiben ganz geschlossen. Im öffentlichen Raum darf kein Alkohol konsumiert werden. Auch bei Hotels ist mit Einschränkungen zu rechnen. Im öffentlichen Raum muss ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften gilt eine Maskenpflicht, bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen. Die Strände sind unter bestimmten Auflagen geöffnet. Die portugiesische Umweltbehörde hat die App "Info Praia" entwickelt, die die Auslastung von Stränden anzeigt.

    Griechenland

    Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie den meisten EU-Staaten können frei nach Griechenland einreisen. Alle müssen sich aber spätestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus bestimmt auf Grundlage der eingegebenen Daten, ob bei der Einreise ein Corona-Test durchgeführt wird. Wer positiv getestet wird, muss 14 Tage in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Griechenland. Außerdem werden Einreisende an Flughäfen und Häfen stichprobenartig Corona-Tests unterzogen.

    Die Maskenpflicht gilt in allen geschlossenen Einrichtungen, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln und Supermärkten. In stärker frequentierten Regionen können die Regeln jedoch auch verschärft werden: So gilt in Athen und Thessaloniki oder auf Kreta Maskenpflicht sogar im Freien, Bars und Restaurants müssen dort um Mitternacht schließen. Masken müssen auf Fähren immer getragen werden - auch auf den offenen Decks. Zudem wird überall geraten, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen zu halten, auch an den Stränden. Hotels unterliegen strengen Hygieneregelungen. Griechenland ist von Coronavirus-Infektionen vergleichsweise wenig betroffen, vermeldet aber einen Anstieg der Fallzahlen - vor allem in Ballungsräumen wie Thessaloniki. Es gelten regionale Einschränkungen, etwa seit Ende August für Mykonos und Chalkidiki.

    Frankreich

    Wegen der hohen Fallzahlen gelten mehrere Regionen in Frankreich wieder als Risikogebiete: Derzeit sind das Île-de-France, Auvergne-Rhône-Alpes, Nouvelle-Aquitaine, Occitanie, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Hauts-de-France, Centre-Val-de-Loire, Normandie, Bretagne sowie Corse (Insel Korsika). Zuletzt verschärften etwa Paris, Nizza und Toulouse ihre Coronavorschriften. So sollen in Paris private Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen vermieden werden. Das Auswärtige Amt rät dringend von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Französisch Guyana, La Réunion, St. Martin und Guadeloupe wird aufgrund hoher Infektionszahlen ab.

    Reisende aus Deutschland können in den meisten Fällen nach wie vor nach Frankreich einreisen, Grenzkontrollen finden aber bis mindestens Oktober statt. Zuletzt sind die Corona-Fallzahlen in Frankreich wieder deutlich gestiegen. Die französische Regierung hat ihrerseits eine Reihe von Départements als Gebiete mit erhöhter Virusverbreitung eingestuft, mit der Folge, dass die dortigen Behörden ausgewählte Bereiche des öffentlichen Lebens einschränken können.

    In ganz Frankreich gilt eine Maskenpflicht für alle Menschen ab elf Jahren in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Museen sowie in allen öffentlichen Verkehrsmitteln. In mehreren Städten und Gemeinden muss auch auf öffentlichen Plätzen und Straßen ein Mund-Nasen-Schutze getragen werden, zum Beispiel in Paris, Marseille, Toulouse und Straßburg.

    Schweiz

    Die Einreise in die Schweiz ist möglich, allerdings gelten folgende Kantone derzeit als Risikogebiete: Genf, Waadt (Vaud) und Freiburg. Seit dem 6. Juli gilt für Menschen, die in die Schweiz aus Risikoländern einreisen grundsätzlich eine 10-tägige Quarantänepflicht: Touristen oder Reiserückkehrer müssen sich für diesen Zeitraum in ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft begeben und ihre Einreise zudem innerhalb von zwei Tagen der zuständigen kantonalen Behörde melden. Mit einem negativen PCR-Test kann die Quarantänepflicht nicht aufgehoben werden. Wer aus Deutschland kommt, ist von den Einschränkungen bisher nicht betroffen.

    Ein Mund-Nasen-Schutz ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und Seilbahnen vorgeschrieben. In Hotels, Restaurants oder Museen gelten weiterhin Abstands- und Hygieneregeln - die Details regeln die Kantone unterschiedlich. Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in der Schweiz war zuletzt wieder gestiegen.

    Türkei

    Für die Türkei gilt grundsätzlich die Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Hiervon ausgenommen sind die Provinzen Aydin, Izmir und Muğla in der Ägäisregion sowie die Provinz Antalya in der Mittelmeerregion. Hier muss das von der türkischen Regierung verfügte Tourismus- und Hygienekonzept strikt eingehalten werden. Das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen wird abgesehen davon aber weiter als Corona-Risikogebiet eingestuft. Daher müssen Türkei-Urlauber bei ihrer Rückkehr nach Deutschland mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Ausnahmen können gemacht werden, wenn bei der Einreise nach Deutschland ein negativer Corona-Test vorgelegt wird, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Kosten müssen die Reisenden tragen.

    Bei Reisen in die Türkei wird am Flughafen die Temperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen wie zum Beispiel Quarantänemaßnahmen. Auf Marktplätzen, in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht, an den Stränden ein Sicherheitsabstand. In Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. In einigen Provinzen (u.a. Ankara, Izmir) wurden für Personen über 65 Jahren erneut Zugangsbeschränkungen zum öffentlichen Personennahverkehr, in Supermärkten und weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens eingeführt, welche jedoch nach Provinz unterschiedlich ausgestaltet sind. Diese Regelungen gelten nicht für Touristen.

    Skandinavien

    Für Schweden gilt keine Reisewarnung mehr. Die schwedischen Grenzen sind für Deutsche offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen. Auch eine Maskenpflicht besteht nicht: Hygiene- und Abstandsregeln sind grundsätzlich freiwillig, die Behörden bitten aber eindringlich um die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln. Schweden war von Covid-19 zeitweise sehr stark betroffen, seit Juli gehen die Zahlen zurück.

    Reisende aus Deutschland, die nach Norwegen kommen, müssen seit dem 29. August für zehn Tage in Quarantäne. Bei einer Einreise über einen Flughafen in einem von Norwegen als quarantänepflichtig eingestuften Gebiet - dazu zählen derzeit zum Beispiel Kopenhagen, Stockholm und Amsterdam - gilt ebenfalls die Quarantänepflicht, selbst wenn der Transitbereich des Flughafens nicht verlassen wurde. Vor diesem Hintergrund wird von touristischen Reisen nach Norwegen abgeraten. In Norwegen gibt es keine Maskenpflicht, es wird aber darum gebeten, eine Masken in Situationen zu tragen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann. Einschränkungen gibt es für Kreuzfahrtschiffe. Das Land war vom Coronavirus weniger betroffen, Schwerpunkt war die Region Oslo.

    Seit dem 28. September 2020 gelten Einreisebeschränkungen für die Einreise aus Deutschland nach Finnland. Nicht notwendige, touristische Reisen nach Finnland sind dann nicht mehr gestattet. Für die Personengruppen, die noch einreisen dürfen (siehe Informationen des Grenzschutzes), gilt eine Pflicht zur 14-tägigen Selbstisolierung nach Einreise. Die Dauer der Selbstisolierung kann durch einen negativen Corona-Test verkürzt werden.

    Nach Dänemark dürfen Deutsche derzeit einreisen. Das gilt auch für Reisende aus allen anderen Ländern, die epidemiologisch als sicher eingestuft werden. Aber: Jeder Einreisefall wird durch die Grenzbeamten im Rahmen ihres Ermessens geprüft und entschieden. Nichtdänischen Staatsangehörigen, die deutliche Symptome von Covid-19 zeigen, beispielsweise Husten oder Fieber, wird die Einreise nach Dänemark unabhängig vom Grund verwehrt. Auch ist die Ankunft über Land nicht an allen Übergängen möglich, weitere Informationen gibt es beim Auswärtigen Amt. Es wird empfohlen, für Situationen mit stärkerem Gedränge einen Mundschutz bei sich zu haben - eine Maskenpflicht besteht jedoch nicht flächendeckend. Ist stärker vom Virus betroffenen Gemeinden gilt teilweise eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Es gilt zudem ein Verbot von Versammlungen von mehr als 50 Personen. Restaurants dürfen bis 22 Uhr geöffnet haben. Auch in Dänemark sind die Infektionszahlen steigend.

    Informationen über Reiseziele finden Sie auch auf dieser Seite der Europäischen Union.

    (Stand: 28.09.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • CoronavirusReise-Rückkehrer und Party-Gänger - wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt

    Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland steigt weiter. Statistiken des Robert Koch-Instituts und aus den Bundesländern zeigen: Viele Menschen bringen das Virus aus dem Urlaub mit.

    In seinem Lagebericht vom Donnerstag (27.08.2020) stellte das Robert Koch-Institut (RKI) fest, dass es bundesweit "eine große Anzahl kleinerer Ausbruchgeschehen in verschiedenen Landkreisen" gibt, "die mit unterschiedlichen Situationen in Zusammenhang stehen, z.B. größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis." Hinzu komme, dass Covid-19-Fälle zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen, identifiziert würden.

    Das RKI erklärte das spanische Festland sowie die Balearen zum Risikogebiet, ebenso Teile von Südfrankreich und die französische Hauptstadtregion Ile-de-France. Außerdem gelten Teile Kroatiens seit dem 20. August als Risikogebiet: die Urlaubsregionen Sibenik-Knin und Split-Dalmatien.

    Wird ein Gebiet vom RKI als Risikogebiet eingestuft, ist für Rückkehrer ein Corona-Test Pflicht. Voraussichtlich ab dem 1. Oktober soll eine neue Regelung gelten: Urlauber aus Risikogebieten müssen sich erstmal in die Quarantäne begeben. Frühestens fünf Tage nach Rückkehr kann die Quarantäne durch einen negativen Corona-Test beendet werden. Derzeit wird geprüft, ob Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihren Test selbst zahlen sollen. Zudem fordert der Bund die Länder auf, die Quarantänepflichten vor Ort schärfer zu kontrollieren und bei Pflichtverstößen Bußgelder zu verhängen.

    Viele Balkan-Reiserückkehrer sind infiziert

    Bei den Reiserückkehrern stehen der Kosovo und die Türkei im Fokus. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen kamen 36,3 Prozent der positiv getesteten Rückkehrer zwischen dem 1. Juli und dem 16. August aus dem Kosovo. Mit 19,9 Prozent liegt die Türkei an zweiter Stelle. Danach folgen mit weitem Abstand Kroatien mit 6,2 und Serbien mit 4,1 Prozent. Diese Zahlen teilte das NRW-Gesundheitsministerium mit.

    Als Ursache für die hohen Kosovo- und Türkei-Zahlen werden bei Corona-Experten Familienbesuche von in Deutschland lebenden Personen vermutet. Für die klassischen Urlaubsländer wie Spanien oder Griechenland sind in NRW nur sehr niedrige Infektionszahlen mit 2,5 und 0,5 Prozent Positiv-Testungen verzeichnet.

    Auf Bundesebene ist der Trend dem Robert Koch-Institut zufolge ähnlich: Der Anteil der positiv getesteten Rückkehrer bei allen Neuinfektionen liege demnach bei 39 Prozent. Davon steckten sich rund 20 Prozent entweder im Kosovo oder in der Türkei an. Kroatien folgt in der bundesweiten RKI-Statistik über infizierte Rückkehrer an dritter Stelle, es folgen Bulgarien, Bosnien-Herzegowina, Spanien, Serbien und Rumänien.

    Zuvor hatte das RKI mitgeteilt, dass unter den Fällen mit Angabe Kosovo und Türkei eher Kinder und Personen mittleren Alters betroffen sind, was auf Reisen im Familienverbund hinweisen könnte. Unter den Fällen mit wahrscheinlichem Ursprung in Spanien und Kroatien seien hingegen eher Personen zwischen 20 und 24 Jahren betroffen, was laut RKI eher auf Vergnügungstourismus hindeutet.

    Dirk Brockmann, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin und Epidemiologe am Robert Koch-Institut, sagte in der DLF-Sendung "Forschung aktuell", Urlaub sei immer auch mit Ausgelassenheit verbunden, etwa beim Aufenthalt am Strand oder bei Feiern in engen Räumen. Reiserückkehrer kämen also aus Kontexten zurück, in denen Infektionen stärker stattfinden.

    Höhere Positivraten an Flughäfen

    Seit Einführung der kostenlosen Tests für Reiserückkehrer, unter anderem an Flughäfen, lassen sich dort zahlreiche Menschen testen. Dabei liegen die Positivraten oft höher als im deutschlandweiten Durchschnitt, was die Bedeutung der Reiserückkehrer für den Anstieg der Zahlen untermauert. So waren laut den Zahlen des Gesundheitsministeriums sowie der Kassenärztlichen Vereinigungen von über 58.000 Tests an nordrhein-westfälischen Flughäfen mehr als 1.200 positiv, das entspricht 2,1 Prozent. Zuletzt lag die Positivrate der deutschlandweiten Tests bei einem Prozent.

    Kostenlose Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten sollen zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September beendet werden. Bayerns Ministerpräsident Söder will aber an seinem Angebot für kostenlose Tests an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen festhalten.

    120 Menschen in Bayern nach Party in Quarantäne

    Im bayerischen Landkreis Schwandorf mussten Mitte August nach der Corona-Infektion eines Italien-Urlaubers 120 Menschen in Quarantäne. Wie die "Mittelbayerische Zeitung" berichtet, hatte sich der Mann bei seiner Rückkehr am Donnerstag an der Grenze bei Kiefersfelden testen lassen und am Sonntag sein Ergebnis erhalten. Zu dem Zeitpunkt hatte er aber schon an einer Geburtstagsfeier mit rund 100 Gästen teilgenommen. Ihm war nach eigenen Angaben von den Behörden zugesagt worden, innerhalb von 24 Stunden über das Testergebnis informiert zu werden. Weil ein Anruf ausblieb, habe er am Samstag an der Party teilgenommen.

    Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass in Bayern 44.000 auf das Covid-19 getestete Reiserückkehrer teilweise wochenlang auf ihren Befund warteten - darunter mehr als 900 positiv Getestete.

    Obergrenzen für Privatpartys

    Große Familienfeste waren von Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) als mögliche Infektionsquelle genannt worden. Die Regierungschefs von Bund und Ländern konnten sich jedoch nicht auf eine Begrenzung der Teilnehmerzahl für Privatfeiern verständigen. Das Bundeskanzleramt hatte vorgeschlagen, die Zahl der Teilnehmer an Privatfeiern auf 25 zu begrenzen - dagegen gab es aber Widerstand auf Seiten der Ministerpräsidenten.

    In den Bundesländern wird die Obergrenze für Privatfeiern unterschiedlich geregelt. So sind in Berlin Innenveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen erlaubt. In Nordrhein-Westfalen dürfen bei "geselligen Veranstaltungen wie Hochzeiten" drinnen maximal 150 Gäste anwesend sein, in Bayern maximal 100.

    Viele jüngere Menschen infiziert

    Unter den Neuinfizierten sind vermehrt Jüngere, was die Hinweise auf die Rolle von Partys stützen könnte: Während das Wachstum der gemeldeten Fälle in allen Altersgruppen anfangs noch einigermaßen gleichmäßig verlief, nehmen nun die Zahlen in jüngeren Altersgruppen auch laut Berechnungen des Science Media Centers deutlich zu. Innerhalb von sechs Wochen sind demnach die Fälle pro 100.000 Personen in der Altersgruppe der 20- bis 25-Jährigen von fünf auf 25 gestiegen.

    (Stand: 27.08.2020)

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    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 30.09.)
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    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • CoronavirusDie aktuellen Reiseregelungen in Deutschland

    Die Urlaubsplanung ist in diesem Jahr schwierig, viele beliebte internationale Ziele womöglich wegen der Coronakrise unerreichbar. Für Ferien innerhalb Deutschlands gibt es inzwischen aber wieder viele Möglichkeiten.

    In allen Bundesländern kann man wieder in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen übernachten. Eine Sonderregelung gilt für Menschen aus Kreisen mit hohem Infektionsgeschehen: Sie dürfen etwa nur dann in einem Hotel untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie nicht infiziert sind. Darauf haben sich Bund und Länder nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischunternehmen Tönnies verständigt. Die konkreten Regelungen sind allerdings Ländersache.

    Strenge Hygienevorschriften

    Oft ist der Wellness-Bereich von Hotels von der Öffnung ausgenommen oder Gäste müssen sich vorher für die Nutzung anmelden. Auf das Frühstücksbuffet muss man zudem mancherorts verzichten, stattdessen wird das Essen von Kellnern an den Tisch gebracht. Aber nicht alles, was erlaubt ist, wird auch überall umgesetzt. Es empfiehlt sich daher, vor der Reise beim betreffenden Hotel Auskünfte einzuholen.

    Selbstredend muss man sich überall an Hygienevorschriften halten - die wiederum von Bundesland zu Bundesland variieren können. Restaurants sind ebenfalls in allen 16 Bundesländern geöffnet, meist auch Kneipen. Unterschiede gibt es zuweilen bei den Öffnungszeiten. Organisierte Urlaubsreisen mit dem Reisebus sind überall erlaubt. Freizeitparks und Freibäder dürfen öffnen.

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  • Trump vs. BidenAblauf von TV-Duell soll geändert werden

    Nach dem chaotischen Verlauf des ersten TV-Duells zwischen Präsident Trump und seinem Herausforderer Biden will die zuständige Kommission das Format verändern. In einer Erklärung heißt es, das Streitgespräch habe klargemacht, dass "zusätzliche Strukturen" benötigt würden, um bei den nächsten beiden Terminen eine geordnetere Diskussion zu gewährleisten.

    Ausdrücklich dankt die Kommission dem Moderator Chris Wallace und kündigt an, bald Details über die geplanten Maßnahmen mitzuteilen. Das parteiunabhängige Gremium organisiert seit 1988 die Fernsehduelle vor Präsidentschaftswahlen. Das nächste Aufeinandertreffen von Trump und Biden soll am 15. Oktober in Miami stattfinden. Es ist ohnehin in einem anderen Format vorgesehen - als Fragestunde für Wähler. Die dritte Debatte ist nach jetzigem Stand wieder als 90-minütiges Rededuell mit Moderator geplant.

    Lesen Sie die Erklärung der Kommission hier nach.

    Hitziges Wortgefecht

    Das erste Fernsehduell in der vergangenen Nacht war als hitziges Wortgefecht mit gegenseitigen Angriffen abgelaufen. Dabei fiel Trump seinem Konkurrenten Biden immer wieder ins Wort. Biden bezeichnete Trump seinerseits als "Clown". Moderator Chris Wallace hatte Schwierigkeiten, bei dem Schlagabtausch der beiden Bewerber um das Amt des Präsidenten überhaupt zu Wort zu kommen und für Ordnung zu sorgen.

    Für Kritik sorgte auch, dass Trump sich direkt an die rechtsextreme US-Gruppierung der "Proud Boys" wandte, mit den Worten: "Haltet euch zurück, haltet euch bereit".

    Unsere Korrespondentin Doris Simon kommentierte im Dlf, Trump habe in der TV-Debatte ein beunruhigendes Verständnis von Demokratie offenbart. Bidens Auftritt sei zwar nur solide gewesen. Aber in Zeiten von Pandemie und Wirtschaftskrise sei solide eine ernsthafte Alternative.

  • Corona-PandemieAuswärtiges Amt nimmt Reisewarnung für ganz Belgien kurzfristig zurück

    Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für ganz Belgien am Mittwochabend vorübergehend wieder von seiner Internetseite genommen.

    Ein Sprecher des Ministeriums begründete das damit, dass das Robert Koch-Institut Belgien noch nicht offiziell als Corona-Risikogebiet ausgewiesen habe. Die Entscheidung sei aber gefallen, und die Reisewarnung werde in Kürze wieder eingestellt.

    Zuvor hatte es auf der Seite des Auswärtigen Amtes bereits geheißen, vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Belgien werde aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt. Belgien sei von der Corona-Pandemie im europäischen Vergleich weiterhin relativ stark betroffen.

    Zuletzt war nur vor Reisen in die Hauptstadt Brüssel gewarnt worden.

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  • SpanienZentralregierung kündigt Abriegelung Madrids an

    Die Zentralregierung in Spanien hat ungeachtet des Widerstands mehrerer Landesregionen die Abriegelung von Großstädten im Falle weiter steigender Coronavirus-Infektionen angekündigt.

    Die Anordnung werde mit Veröffentlichung im Amtsblatt in den nächsten Tagen in Kraft treten, sagte Gesundheitsminister Illa in Madrid. Nach den aktuell vorliegenden Zahlen wären von den Abschottungsmaßnahmen die Hauptstadt
    und neun weitere Städte betroffen. Demnach sollen Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte immer dann eingeschränkt werden, wenn unter anderem in einer Stadt mit mindestens 100.000 Einwohnern die 14-Tage-Inzidenz über 500 Neuinfektionen liegt und die Betten auf Intensivstationen zu mehr als 35 Prozent mit Corona-Patienten belegt sind. Illa erklärte, der Vorschlag sei beim Treffen des Interterritorialen Gesundheitsrates mit großer Mehrheit angenommen worden.

    Die konservative Regionalpräsidentin Madrids, Ayuso, weigerte sich bisher wegen der Folgen für die Wirtschaft, die Hauptstadt abzuriegeln. Bisher sind 45 Gebiete Madrids teilweise abgesperrt.

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  • TV-Duell gegen BidenKritik an Trump nach Appell an rechtsextreme "Proud Boys"

    US-Präsident Trump hat sich im TV-Duell mit seinem Herausforderer Joe Biden geweigert, rechtsradikale Gruppen zu verurteilen. Für die rechtsextreme Gruppierung "Proud Boys" hatte er zudem eine Botschaft: "Haltet euch zurück und haltet euch bereit". Das löste viel Kritik aus, während die "Proud Boys" begeistert reagieren. Trump ruderte später zurück.

    Es war in einem teils chaotischen TV-Duell zwischen Trump und Biden wohl einer der aufsehenerregendsten Momente. Als Moderator Chris Wallace den US-Präsidenten fragte, ob er sich von rassistischen Gruppierungen und Milizen distanzieren würde, meinte Trump nur: "Proud Boys - stand back and stand by". Also in etwa: Tretet einen Schritt zurück und haltet euch bereit. Er ließ offen, wofür. Statt sich von weißen Rechtsradikalen zu distanzieren, behauptete Trump sogar noch, dass von Linken deutlich mehr Gewalt ausgehen würde. Für den demokratischen Politikberater Van Jones war dies die zentrale Aussage des gesamten TV-Duells.

    Trump ruderte am Abend nach dem Streitgespräch zurück und sagte, er wisse gar nicht, wer die "Proud Boys" seien, und sie sollten sich zurückhalten und die Polizei ihre Arbeit tun lassen. Im übrigen habe er die Anhänger einer Überlegenheit weißer Menschen stets verurteilt.

    Auf Facebook, Twitter und Instagram schon lange gesperrt

    Die Anhänger der "Proud Boys" jedenfalls feierten Trumps Aussagen im TV-Duell als historischen Moment einer Anerkennung. Mehrere der Organisation nahestehende Accounts fügten "stand back, stand by" sogleich ihrem Logo hinzu. Auf Facebook, Twitter oder Instagram sind die Proud Boys, die 2018 vom FBI als "extremistische Gruppe" eingestuft wurde, zwar längst gesperrt. Immerhin folgten den Accounts laut "Forbes" bis dahin 20.000 Menschen.

    Dafür breitet sie sich auf anderen sozialen Kanälen immer stärker aus. An Sichtbarkeit haben die Proud Boys jedoch vor allem durch ihre Auftritte bei Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen gewonnen.

    Rund 1.000 Unterstützer der Organisation versammelten sich am vergangenen Wochenende in Portland im US-Bundesstaat Oregon. Einige von ihnen waren bewaffnet. Ihnen entgegengestellt hatten sich Aktivisten der "Black Live Matters"-Bewegung. Am Ende kam es wie so oft zu Zusammenstößen mit der Polizei.

    "Stolze weiße Chauvinisten"

    Der 2016 gegründeten Organisation dürfen nur Männer angehören. Man verstehe sich als "stolze weiße Chauvinisten", heißt es auf der Webseite, und man sei "stolz auf die westliche Zivilisation". Für das Southern Poverty Law Center sind die Proud Boys eine extremistische Hassgruppe, eine Bezeichnung, gegen welche die ultrarechte Männergruppe juristisch vorgeht.

    Die US-amerikanische Anti-Defamation-League stuft die Gruppierung, der 1.000 Mitglieder angehören sollen, als gewalttätig, nationalistisch und islamophob ein. Ihr Chef Greenblatt forderte Trump zu einer Entschuldigung auf. Aus Sicht der ADL sind die Proud Boys eine unkonventionelle Strömung im rechten amerikanischen Extremismus. Es sei bekannt, dass Mitglieder gewalttätige Taktiken anwenden, heißt es. Mehrere Mitglieder seien wegen Gewaltverbrechen verurteilt worden.

    "Katastrophale" Äußerungen von Trump

    FBI-Direktor Christopher Wray hatte erst in der vergangenen Woche erklärt, dass weiße Rassisten für die meisten tödlichen Attacken verantwortlich seien, die von extremistischen Gruppen in den USA verübt worden seien. Umso gefährlicher sind aus Sicht der Historikerin Kathleen Belew Trumps Äußerungen, sie bezeichnete diese auf Twitter schlichtweg als "katastrophal", wie der britische Guardian berichtet.

    Das republikanische Lager versuchte Trumps Äußerungen indes herunterzuspielen. Der Sohn des US-Präsidenten, Trump Jr., glaubte einen Versprecher seines Vaters gehört zu haben. Und Präsidentenberater Miller sagte der "New York Times", Trump habe lediglich deutlich gemacht, dass die Proud Boys Gewalt beenden sollten.

  • SupercupBayern München zum achten Mal Sieger

    Bayern München hat zum achten Mal den Supercup der Fußball-Bundesliga gewonnen.

    Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick siegte in München mit 3:2 gegen Borussia Dortmund. Die Torschützen waren Corentin Tolisso, Thomas Müller und Joshua Kimmich für die Münchner sowie Julian Brandt und Erling Haaland für Dortmund.

  • Corona-PandemieSpahn stellt Tests für Zuhause in Aussicht

    In der Corona-Pandemie könnten nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn künftig auch Tests für Zuhause zum Einsatz kommen.

    Man werde in den kommenden Wochen und Monaten immer mehr Ergänzungen der Testmöglichkeiten sehen, sagte Spahn nach Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder in Berlin. Ab wann es sogenannte Heimtests geben wird, sagte er nicht. Mit Blick auf die für Mitte Oktober angekündigte neue Teststrategie betonte der CDU-Politiker, er sei zuversichtlich, dass mit sogenannten Antigen-Tests zusätzlich in großer Millionenzahl pro Monat Tests gemacht werden könnten.

    Übereinstimmend mahnten die Minister die Bevölkerung zur weiteren Beachtung der Schutzmaßnahmen. Hauptrisiken seien die Bereiche, in denen man gesellig sei und feiere, erklärte Spahn. Zugleich stellte er sich hinter den Appell von Bundeskanzlerin Merkel zum Durchhalten in der Corona-Krise. Es seien harte Monate für viele Menschen.

    Merkel hatte heute im Bundestag erklärt, sie erlebe derzeit, dass die Vorsicht der Menschen nachlasse. Man riskiere gerade alles, was man in den vergangenen Monaten erreicht habe. Daher müssten alle als Bürgerinnen und Bürger dieser Gesellschaft wieder mehr aufeinander achten.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 29.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Guterres verlangt mehr Unterstützung für Impf-Kooperation gegen Coronavirus

    UNO-Generalsekretär Guterres hat angesichts der Corona-Pandemie zu einer besseren Finanzierung der Impf-Kooperation der Vereinten Nationen aufgerufen.

    Es brauche eine deutlich höhere Unterstützung als die bislang zugesagten drei Milliarden Dollar für das Programm, erklärte Guterres bei einer virtuellen Konferenz der Vereinten Nationen. Für eine maximale Wirkung benötige man 35 weitere Milliarden.

    Bundeskanzlerin Merkel sagte bei der Konferenz, Deutschland werde seinen Beitrag um 100 Millionen Euro aufstocken. Dieses Geld erhöhe den Beitrag der Bundesrepublik von bereits 675 versprochenen Millionen. Unter anderem sagten auch Kanada und Schweden neue Gelder zu. Die UNO-Kooperation soll die internationale Zusammenarbeit zur Finanzierung von Test-Kapazitäten und Behandlungsmöglichkeiten stärken und sie auch Menschen in Ländern zugänglich machen, die finanziell keinen Beitrag leisten können.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
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    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
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    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
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  • StuttgartBahnhofsgegner erinnern an Polizeigewalt bei Demo 2010

    In Stuttgart haben Demonstranten mit einem Schweigemarsch an den sogenannten schwarzen Donnerstag vor zehn Jahren erinnert.

    Auf dem Höhepunkt der Proteste gegen den Bahnhofsneubau Stuttgart 21 wurden bei der Räumung des Schlossgartens durch die Polizei am 30. September 2010 nach offiziellen Angaben 160 Menschen verletzt. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart war der Polizeieinsatz damals rechtswidrig.

    Nach jüngsten Schätzungen wird der neue Bahnhof mindestens 8,2 Milliarden Euro kosten. Der Bundesrechnungshof nannte das Projekt kürzlich unwirtschaftlich. Der unterirdische gelegene Neubau soll 2030 fertiggestellt werden.

  • Europäische UnionStrafen bei Verstößen gegen Rechtsstaatlichkeit

    In der Europäischen Union soll es künftig Strafen für Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit geben.

    Eine Mehrheit der EU-Staaten brachte trotz Widerstands aus Ungarn und Polen ein entsprechendes Verfahren auf den Weg. Der Vorschlag der deutschen Ratspräsidentschaft sieht vor, dass die EU-Kommission künftig Finanzhilfen für Mitgliedsstaaten kürzen können soll. Der Vorstoß wurde gegenüber früheren Fassungen abgeschwächt. Den Niederlanden, Finnland, Österreich und anderen Ländern gehen die Formulierungen nicht weit genug. Das Europaparlament könnte den Vorstoß noch verschärfen.

    Erstmals Bericht zur Lage der Rechtsstaatlichkeit

    Die EU-Kommission stellte heute zudem erstmals einen Bericht zur Lage der Rechtsstaatlichkeit in allen 27 Mitgliedsstaaten vor. Darin werden unter anderem eklatante Mängel in Ungarn festgestellt. Dort würden unabhängige Medien systematisch behindert und eingeschüchtert. Mängel gebe es auch beim Kampf gegen Korruption. Auch im Fall von Deutschland wurden einzelne Punkte kritisiert. Besorgniserregend seien etwa Angriffe auf Journalisten und unzureichende Regeln zur Transparenz bei Lobby-Aktivitäten.

    Barley: Ungarn und Polen "finanziell aushungern"

    Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes, Barley, forderte im Deutschlandfunk mehr Druck auf Ungarn und Polen, damit diese die Rechtsstaatlichkeit wahren. Es gebe nicht nur einzelne Verfehlungen, sondern der Rechtsstaat werde systematisch umgebaut. Staaten wie Polen und Ungarn müssten finanziell ausgehungert werden.

  • PolenPiS-Chef Kazcynski wird Vize-Ministerpräsident

    Der Chef der polnischen Partei Recht und Gerechtigkeit, Kaczynski, gehört wieder der Regierung des Landes an.

    Ministerpräsident Morawiecki erklärte, er habe Kaczynski zu seinem Stellvertreter ernannt. Dieser werde die Regierung sicher deutlich stärken. Kaczynski bekleidete seit Jahren kein Regierungsamt, gilt aber dennoch als einer der mächtigsten Politiker Polens. Unter seinem Einfluss rückten in den vergangenen Jahren die nationalen Interessen ins Zentrum des Regierungshandelns - etwa bei der Klima- oder der Migrationspolitik.

  • AutozuliefererContinental schließt Werk in Aachen

    Ungeachtet der Proteste der Beschäftigten hat der Aufsichtsrat des Autozulieferers Continental den angekündigten Umbauplan samt Werksschließungen beschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, werden das Reifenwerk in Aachen bis Ende 2021 und der Standort für Automobilelektronik in Karben bei Frankfurt bis Ende 2024 geschlossen.

    Auch in Regensburg soll es - wie es hieß - "Strukturanpassungen" geben. Insgesamt sind an den drei Standorten nach Agenturberichten rund 4800 Arbeitsplätze betroffen. Hier können Sie Mitteilung des Unternehmens nachlesen.

    "Gegen die Stimmen der Arbeitnehmer"

    Die Gewerkschaften IG BCE und IG Metall erklärten, die Arbeitgebervertreter hätten das Sparprogramm gegen die Stimmen der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat verabschiedet. Betroffen davon sind weltweit rund 30.000 Arbeitsplätze, davon 13.000 in Deutschland. Nach Angaben des Managements sollen zunächst neue Beschäftigungsperspektiven für die Mitarbeiter gesucht werden. Entlassungen seien nur das allerletzte Mittel.

    Der Continental-Vorstand hatte den wegen der Corona-Krise verschärften Sparplan Anfang September angekündigt. Als Grund nannte der Konzern die mit der Pandemie verschärfte, schon länger anhaltende Talfahrt am Automobilmarkt. bereits im März war die Rede von betriebsbedingten Kündigungen, wie die Sendung "Wirtschaft am Mittag" damals berichtete.

  • BayernKeine Verlängerung für Corona-Teststationen an Autobahnen

    In Bayern wird es doch keine Verlängerung für die Corona-Teststationen an Autobahnen geben.

    Das teilte das Gesundheitsministerium im München mit. Die Landesregierung hatte wegen der gestiegenen Infektionszahlen in Österreich und Tschechien zuletzt erwogen, die Teststationen vorerst weiterzubetreiben. Zur Begründung der jetzigen Entscheidung hieß es, beim Infektionsgeschehen in Bayern sei der Anteil der Reiserückkehrer in den letzten zwei Wochen kontinuierlich zurückgegangen. Zudem sei der Höhepunkt des Reise- und Urlaubsverkehrs vorbei.

    Tschechien und die Slowakei haben wegen der Ausbreitung des Coronavirus erneut den Notstand ausgerufen. Dies bedeutet vor allem mehr Befugnisse für die Behörden zur Einschränkung des öffentlichen Lebens.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
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  • BundestagOpposition kritisiert die Corona-Politik der Regierung

    Die Opposiionsparteien im Bundestag haben sich in der Haushaltsdebatte wie erwartet kritisch mit der Politik der Großen Koalition auseinandergesetzt.

    Die AfD-Fraktionsvorsitzende Weidel sprach mit Blick auf die Unterstützung für die Wirtschaft von "Corona-Sozialismus". Sie bezeichnete die Maßnahmen als überzogen und warf der Regierung vor, damit eine Rezession ausgelöst zu haben und Panik zu schüren. FDP-Chef Lindner forderte eine Rückkehr zur Haushaltsdisziplin und die Einhaltung der Schuldenbremse. Der Vorsitzende der Linken-Fraktion, Bartsch, warf der Großen Koalition falsche Prioritäten in der Haushaltspolitik vor. Statt in Rüstung sollte mehr in Bildung und Gesundheit investiert werden. Grünen-Fraktionschef Hofreiter forderte mehr Weitsicht im Umgang mit Corona, etwa in Form einer vorausschauenden Teststrategie. Der Etat-Entwurf von Finanzminister Scholz sieht für das kommende Jahr Ausgaben von mehr als 413 Milliarden Euro vor, bei gut 96 Milliarden Euro neuen Schulden.

  • FußballSchiedsrichterin Steinhaus beendet ihre Karriere

    Bibiana Steinhaus beendet ihre Schiedsrichter-Karriere.

    Das heutige Supercup-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund werde ihr letzter Einsatz sein, bestätigte Steinhaus. Die 41-Jährige Polizistin aus Hannover war seit 2017 als bislang einzige Frau in der Bundesliga aktiv. Sechsmal wurde Steinhaus Schiedsrichterin des Jahres, jeweils dreimal vertrat sie Deutschland bei der WM und EM der Frauen.

    Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Keller, erklärte, er bedaure das frühzeitige Karriereende sehr. Der deutsche Fußball müsse künftig nicht nur auf eine herausragende Schiedsrichterin verzichten, sondern verliere auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit und Pionierin in einer Männerdomäne.

  • WirecardUntersuchungsausschuss kommt in Minimalbesetzung

    Die Fraktionen im Bundestag haben sich auf einen deutlich kleineren Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Bilanzskandal geeinigt.

    Laut FDP-Finanzpolitiker Toncar sollen dem Gremium auf Druck von Union und SPD nur neun Abgeordnete angehören. Das entspricht dem gesetzlichen Minimum. Die Opposition hatte doppelt so viele Mitglieder gefordert. Toncar kritisierte, dadurch erscheine die Ankündigung der Regierung, bei der Aufklärung mitzuwirken, als Lippenbekenntnis.

    Der Bundestag soll noch in dieser Woche die Einsetzung formell bestätigen. Der Ausschuss soll klären, wann die Regierung in welchem Umfang von Unregelmäßigkeiten bei Wirecard erfahren hatte. Der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister musste im Juni einräumen, dass die Bilanzsumme um 1,9 Milliarden Euro zu hoch ausgewiesen war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bilanzfälschung, Betrug, Marktmanipulation und Geldwäsche.

  • Corona-KriseMerkel appelliert an Bürger zum Durchhalten

    Bundeskanzlerin Merkel hat die Bevölkerung eindringlich zum Durchhalten in der Corona-Krise aufgerufen.

    Sie erlebe derzeit, dass die Vorsicht der Menschen nachlasse, sagte sie im Bundestag. Man riskiere gerade alles, was man in den letzten Monaten erreicht habe. Wörtlich sagte Merkel: "Geben wir alle als Bürgerinnen und Bürger dieser Gesellschaft wieder mehr aufeinander acht." Die steigenden Infektionszahlen seien ein Zeichen dafür, dass die Pandemie noch lange nicht vorbei sei. Die CDU-Politikerin betonte, sie sei sicher, dass das Leben, wie man es gekannt habe, zurückkehren werde. Die Familien würden wieder feiern, die Clubs und Theater und Fußballstadien wieder voll sein. Jetzt aber müsse man zeigen, dass man weiter geduldig und vernünftig handle und so Leben rette.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Test und Schutz

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    Ansteckung und Übertragung

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    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
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    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 29.09.)
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    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
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  • Internationale BeziehungenMacron rät Europäern zu Dialog mit Russland

    Der französische Präsident Macron setzt trotz jüngster Spannungen auf Gespräche mit Russland über europäischen Sicherheitsfragen.

    Das sei besser, als vorrangig auf die Nato zu setzen, sagte Macron bei einem Besuch in der lettischen Hauptstadt Riga. Die Beziehungen zu Russland seien lange über die westliche Allianz entwickelt worden; sie müssten jedoch jetzt mehr von Europa selbst bestimmt werden. Es sei notwendig, eine Architektur der Sicherheit, der Zusammenarbeit und des Vertrauens zu schaffen.

    Macron bekräftigte seine Forderung, dass Russland die Vergiftung des Kreml-Kritikers Nawalny aufklären müsse. Ansonsten werde es internationale Konsequenzen geben, betonte Macron, ohne Einzelheiten zu nennen.

  • ParisTerroranklage nach Messerangriff

    Nach einem Messerangriff nahe dem früheren "Charlie Hebdo"-Bürogebäude in Paris ist gegen einen Mann aus Pakistan eine vorläufige Terroranklage erhoben worden.

    Der 25-Jährige werde des Mordversuchs im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung verdächtigt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Mann bleibe in Untersuchungshaft. Verwandte und Bekannte des Verdächtigen kamen auf freien Fuß.

    Bei dem Angriff in der vergangenen Woche wurden zwei Menschen schwer verletzt. Er geschah vor den einstigen Redaktionsräumen des Satiremagazins "Charlie Hebdo", wo islamistische Extremisten im Januar 2015 zwölf Menschen getötet hatten. Nach dem Messerangriff sagte der Verdächtige gegenüber Ermittlern, er habe aus Wut gehandelt, weil die Karikaturen zuletzt erneut veröffentlicht worden seien.

  • NahverkehrVerdi droht mit weiteren Warnstreiks

    In Bussen und Bahnen im Nahverkehr könnte es weitere Warnstreiks geben.

    Sollten die Arbeitgeber nicht bis Freitagmorgen in Verhandlungen über einen bundesweiten Rahmentarifvertrag einwilligen, müsse man noch am selben Tag weitere Warnstreiks ankündigen, erklärte die Gewerkschaft Verdi. Die Verdi-Vizevorsitzende Behle rief die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände auf, Verhandlungen in der kommenden Woche zu ermöglichen. Gestern hatte es einen bundesweiten Warnstreik im Nahverkehr gegeben.

    Heute gab es zudem Streiks im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen. Unter anderem legten Beschäftigte an Krankenhäusern in Berlin und Nordrhein-Westfalen vorübergehend die Arbeit nieder.

  • Lager MoriaErste Flüchtlinge in Deutschland angekommen

    Drei Wochen nach dem verheerenden Brand des Lagers Moria in Griechenland sind die ersten Flüchtlinge von dort in Deutschland angekommen.

    Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, landete ein Flug mit 139 Menschen in Hannover. Darunter waren 51 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die nach dem Brand auf der Insel Lesbos zunächst aufs griechische Festland gebracht worden waren. An Bord waren außerdem 17 kranke Kinder mit ihren engsten Familienmitgliedern.

    Nach der Zerstörung des Lagers in Moria hatten mehrere europäische Staaten die Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen aus dem Lager zugesagt, bis zu 150 davon will Deutschland aufnehmen. Insgesamt wird Deutschland nach den bisherigen Plänen rund 2.750 Flüchtlinge von den griechischen Inseln übernehmen.

  • Fußball-BundesligaManuel Baum wird neuer Schalke-Trainer

    Manuel Baum wird neuer Trainer beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04.

    Der bisherige Coach der deutschen U18-Junioren folgt auf den beurlaubten David Wagner, wie der Verein mitteilte. Als Assistent steht dem 41-Jährigen der Ex-Profi Naldo zur Seite. Man habe mit Manuel Baum einen absoluten Fachmann für Schalke 04 gewinnen können, sagte Sportvorstand Jochen Schneider. Wer sich seine Stationen anschaue, werde feststellen, dass seine Mannschaften immer klare Strukturen und Abläufe auf dem Platz gahabt hätten: "Das ist in unserer aktuellen Situation ein ganz wichtiger Faktor."

    Schalke hatte sich am Sonntag nach 18 Bundesligaspielen in Folge ohne Sieg von Wagner getrennt. Mit 1:11 Toren und null Punkten ist die Mannschaft so schlecht wie noch nie ein Klub in 58 Jahren Bundesliga in die neue Saison gestartet.

  • Britische Studie Zwei von fünf Pflanzen weltweit sind vom Aussterben bedroht

    Zwei von fünf Pflanzenarten weltweit sind einer aktuellen Studie zufolge vom Aussterben bedroht.

    Zu diesem Ergebnis kommt der "State of the World's Plants Reports", den ein Team der britischen Forschungseinrichtung Kew Gardens in London jährlich herausgibt. 2016 war noch eine von fünf Pflanzen bedroht. Die Wissenschaftler betonten, mittlerweile gebe es noch feinere Analysemethoden und präzisere Einschätzungen. Zu den Risikofaktoren gehörten intensive Landwirtschaft und Flächenverbrauch, aber auch der Klimawandel.

    Die Forscher warnten vor möglichen Engpässen in der Ernährung, da nur drei Pflanzen als Hauptnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung dienten. Sie regten an, die Abhängigkeit von Reis, Mais und Weizen zu verringern. Stattdessen sollte Pflanzen mehr Bedeutung zukommen, die in heißen, trockenen Erdteilen heimisch sind.

  • BelgienDe Croo führt neue Regierungskoalition an

    Sechzehn Monate nach der Parlamentswahl in Belgien soll der bisherige Finanzminister De Croo neuer Ministerpräsident werden.

    Dies bestätigte der flämische Liberale gemeinsam mit dem zweiten Unterhändler, dem wallonischen Sozialdemokraten Magnette. Dem Mitte-Links-Bündnis gehören insgesamt sieben Parteien aus beiden Sprachregionen des Landes an. Nicht dabei sind die flämischen Nationalisten der Partei N-VA, die bei der Wahl im Mai 2019 mit 16 Prozent stärkste Kraft wurde.

    Seit einem Zerwürfnis der damaligen Regierung Ende 2018 über den UNO-Migrationspakt wurde Belgien von einer Minderheitsregierung geführt. Der liberalen Ministerpräsidentin Wilmès wurde in der Corona-Krise übergangsweise die Unterstützung einer Mehrheit im Parlament zugesichert.

    Bei der nun verkündeten Regierungsbildung handelt es sich mit knapp 500 Tagen um die zweitlängste in der jüngeren belgischen Geschichte. König Philippe hatte den beiden Unterhändlern zuletzt noch einmal mehr Zeit eingeräumt, weil es trotz einer grundsätzlichen Einigung noch Streit über den Haushalt und die Besetzung des Kabinetts gegeben hatte.

  • HongkongDemokratieaktivist Wong gegen Kaution freigelassen

    Der prominente Hongkonger Demokratieaktivist Joshua Wong ist auf Kaution aus der Haft entlassen worden.

    Er habe die Anhörung vor Gericht überstanden und müsse vorerst keine Strafe mehr verbüßen, teilte Wong über Twitter mit. Der Beginn des Hauptprozesses sei für den 18. Dezember angesetzt worden. Bis dahin dürfe er Hongkong nicht verlassen.

    Der 23-Jährige war vergangene Woche von Sicherheitskräften festgenommen worden. Ihm wurde die Teilnahme an einer nicht genehmigten Versammlung im Oktober vorigen Jahres vorgeworfen. Zudem soll er gegen das Vermummungsverbot verstoßen haben. Wong selbst vermutete eine politische Motivation hinter seiner Festnahme.

  • US-PräsidentschaftswahlkampfChaotisches TV-Duell zwischen Trump und Biden

    Fünf Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl haben sich Amtsinhaber Trump und sein Herausforderer Biden in ihrem ersten TV-Duell einen unwürdigen Schlagabtausch geliefert. Beobachter äußerten sich im Anschluss schockiert über das Niveau und sprachen von der chaotischsten Fernsehdebatte zweier Kandidaten in der Geschichte.

    Bereits zum Auftakt des auf 90 Minuten angesetzten Duells fiel Trump dem Kandidaten der Demokraten, Biden, regelmäßig ins Wort und wurde dafür von Moderator Wallace mehrfach zur Ordnung gerufen. Biden reagierte mit den Worten, Trump sei ein Clown, er möge "die Klappe halten" und ihn ausreden lassen.

    Neubesetzung des Supreme Court

    Erstes Thema der Debatte war die von Trump angestrebte zügige Neubesetzung am Obersten Gerichtshof. Dabei rechtfertigte er die Nominierung der erzkonservativen Juristin Barrett als Nachfolgerin der verstorbenen liberalen Richterin Ginsburg mit dem immer noch laufenden Mandat, das die Wähler ihm und der republikanischen Mehrheit im Senat erteilt hätten. Biden hielt dem entgegen, dass die Präsidentschaftswahl bereits begonnen habe, da viele US-Bürger ihre Stimmen schon per Brief abgegeben hätten. Darum sollte erst der Wahlsieger über die wichtige Personalie am Obersten Gerichtshof entscheiden.

    Mit Barrett hätte der Supreme Court eine konservative Mehrheit. Experten halten es für möglich, dass am Ende das höchste Gericht über die US-Wahl entscheiden könnte. Auch in der Debatte säte Trump wieder Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl, insbesondere der Briefwahl. Trump sagte in der Debatte nicht, dass er sich an das Wahlergebnis halten wird. Stattdessen kündigte er an, im Zweifelsfall die Gerichte anzurufen.

    Gesundheitspolitik, Corona, Rassismus

    Trump warf Biden vor, die Demokraten strebten eine sozialistische Gesundheitsversorgung an, die privat Versicherten ihre Policen kosten würde. Biden konterte, Trump habe in fast vier Jahren Amtszeit kein eigenes Konzept vorgelegt und wolle lediglich das "Obama-Care" genannte Gesetz seines Vorgängers abschaffen.

    Mit Blick auf die Corona-Pandemie wiederholte Trump seinen Vorwurf, China sei Schuld an dem Virus. Er habe schnell reagiert und die Grenzen geschlossen. Biden bezeichnete Trumps Verhalten hingegen als unverantwortlich und planlos. Der Präsident solle endlich von seinem Golfplatz kommen und anfangen, Leben zu retten.

    Auch beim Thema Rassismus lieferten sich Biden und Trump ein Wortgefecht. Auf den Vorwurf, nichts für die afroamerikanische Bevölkerung zu tun, erwiderte Trump, die Demokraten unternähmen nichts gegen die Unruhen während der Proteste gegen Polizeigewalt. Zugleich verweigerte er eine klare Abgrenzung zur politischen Rechten und lobte stattdessen einzelne Akteure der White-Supremacy-Bewegung, die als rassistisch gilt.

    Fazit

    Der Koordinator der Bundesregierung für Transatlantische Zusammenarbeit, Beyer, nannte die Debatte aggressiv und chaotisch. Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, auch wenn vor allem Präsident Trump durch ständige Unterbrechungen und persönliche Angriffe gegen Biden aufgefallen sei, könnte die Debatte viele unentschlossene Bürger verschreckt haben, im November zur Wahl zu gehen.

    Thilo Kößler, Deutschlandradio-Korrespondent in den USA, sprach von einer "furchterregenden Debatte". In allen politischen Magazinen mit Ausnahme von Fox habe im Anschluss an das Duell das Verhalten von Trump im Mittelpunkt gestanden, sagte Kößler.

    Kein Handschlag, kein Publikum

    Die Debatte fand unter den Bedingungen der Corona-Pandemie statt. Die Kontrahenten hatten sich darauf verständigt, sich nicht die Hand zu reichen. Publikum war von den Mitarbeiterstäben abgesehen weitgehend ausgeschlossen.

    Bis zur Präsidentschaftswahl am 3. November sind zwei weitere TV-Debatten Mitte und Ende Oktober geplant. Vorher treffen noch die beiden Vize-Kandidaten Pence und Harris aufeinander.

  • Krieg um Berg-KarabachTürkei schließt Hilfe für Aserbaidschan nicht aus

    Im Konflikt um Berg-Karabach schließt die Türkei eine militärische Unterstützung Aserbaidschans nicht grundsätzlich aus.

    Außenminister Cavusoglu erklärte, wenn man gebeten werde, werde man das Nötige tun. Derzeit brauche Aserbaidschan allerdings keine Hilfe, betonte Cavusoglu.

    Der seit Jahrzehnten dauernde Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien um die Region Berg-Karabach war am Sonntag wieder eskaliert. Bei militärischen Auseinandersetzungen sollen mehr als 100 Menschen getötet worden sein. Die Türkei ist ein Verbündeter Aserbaidschans, während Armenien auf Russland als Schutzmacht setzt.

  • Nach dem BrexitNorweger und Briten schließen Fischerei-Abkommen

    Norwegen und Großbritannien haben sich auf ein Fischereiabkommen verständigt.

    Nach Angaben des norwegischen Industrie- und Fischereiministeriums soll der Vertrag am 1. Januar in Kraft treten, wenn die Übergangsphase nach dem Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union beendet ist. Norwegen gehört zwar nicht der EU an, ist aber in den Binnenmarkt integriert. Deshalb muss das Land im Zuge des Brexits neue Handelsabkommen mit den Briten abschließen.

    Bei den Verhandlungen der Briten mit der EU gehören Fischereirechte zu den Streitpunkten. Die EU pocht auf eine Vereinbarung, die Schiffen von Mitgliedsstaaten den Zugang zu britischen Gewässern sichert. Großbritannien hält dem entgegen, dass es mit dem Ende der Übergangszeit unabhängig sei und wieder allein über den Gewässerzugang entscheiden könne.

  • BKADeutlich mehr Cyberkriminalität

    Die Fälle von Cyberkriminalität haben im vergangenen Jahr deutlich zugenommen.

    Die Polizei registrierte 2019 rund 100.500 Taten - rund 15 Prozent mehr als 2018. Damit sei ein neuer Höchststand erreicht worden, teilte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden bei der Vorstellung des "Bundeslagebildes Cybercrime" mit. Die Täter hätten es insbesondere auf Unternehmen und öffentliche Einrichtungen abgesehen. Zur Cyberkriminalität zählen unter anderem Computerbetrug, Hacker-Attacken auf Datennetze oder Datendiebstahl.

    Die Kriminellen machten sich in den vergangenen Monaten auch die Coronavirus-Pandemie zunutze, hieß es: Täter hätten beispielsweise in angeblichen Mails von staatlichen Stellen mit Informationen zu Corona Schadsoftware versteckt. Die Entwicklungen zeigten, wie wichtig der Schutz der eigenen Daten und Computer sei, betonte das BKA.

  • RechtsstaatsberichtEU-Vizepräsidentin Barley: "Ungarn und Polen finanziell aushungern"

    Die Vizepräsidentin des Europaparlaments, Barley, hat mehr Druck auf Ungarn und Polen gefordert, damit diese die Rechtsstaatlichkeit wahren.

    Die Lage in den beiden Mitgliedsstaaten sei besonders ernst, sagte die SPD-Politikerin im Deutschlandfunk (Audio-Link). Es gebe nicht nur einzelne Verfehlungen, sondern der Rechtsstaat werde systematisch umgebaut.
    Staaten wie Polen und Ungarn müssten finanziell ausgehungert werden. Die EU-Subventionen seien ein wirksamer Hebel. Barley bekräftigte die Ankündigung der vier großen Fraktionen im Europaparlament, den EU-Haushalt zu blockieren, wenn nicht klare Sanktionen bei Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit vereinbart würden.

    Der Haushalt umfasst einen Planungszeitraum von sieben Jahren. Jetzt würden die entscheidenden Weichen für die nächsten Jahre gestellt, betonte Barley: "Wenn wir jetzt aufgeben, dann haben wir sieben Jahre Verhältnisse in Europa, die wir nicht wollen, die mit den Werten der EU nichts mehr zu tun haben."

    Rechtsstaats-Mechanismus zahnlos?

    Der Rechtsstaats-Mechanismus der EU, der eigentlich vorsieht, dass Staaten bei Verstößen gegen das Rechtsstaatsprinzip sanktioniert werden können, ist seit Jahren in der EU umstritten. Insbesondere die Mitglieder, denen schwere Verstöße vorgeworfen werden, sind dagegen. Unter der aktuellen deutschen EU-Ratspräsidentschaft wurde ein Kompromiss vorgeschlagen, der laut Barley vorsieht, dass nur dann Sanktionen greifen können, wenn auch EU-Subventionen vom Verstoß betroffen sind. Die SPD-Politikerin lehnt dies ab: "So langsam verliert der Mechanismus alle Zähne."

    Erstmals EU-Rechtsstaatsbericht

    Heute Mittag stellt die EU-Kommission erstmals einen Bericht zur Lage der Rechtsstaatlichkeit in allen 27 Mitgliedstaaten vor. Vorab bekannt geworden ist, dass in einer Reihe von Mitgliedstaaten Verstöße festgestellt wurden. Neben Polen und Ungarn würden auch Bulgarien, Rumänien, Kroatien, die Slowakei, Tschechien, Malta, Spanien und Deutschland erwähnt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Für die Bundesrepublik werfe der Bericht die Frage auf, ob Justizminister in Bund und Ländern gegenüber Staatsanwälten weisungsbefugt sein sollten.

    Weiterführende Links:

    Niederländische EU-Parlamentarierin: "Regierungschefs schauen bei Rechtsstaatlichkeit weg"
    EU-Kommission: Graf Lambsdorff: Keine Abstriche bei Rechtsstaatlichkeit machen

  • BundestagMerkel verteidigt weitere Neuverschuldung von 96 Mrd. Euro

    In der Generaldebatte im Bundestag hat Kanzlerin Merkel den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr verteidigt.

    In der gegenwärtigen Lage sei die hohe Schuldenaufnahme von 96 Milliarden Euro das Richtige, sagte die CDU-Politikerin. Es gehe darum, in der Krise in ein innovatives Deutschland zu investieren und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land zu stärken. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Mützenich betonte in der Debatte, die Maßnahmen schafften den Boden für zukünftiges Wachstum und neue Steuereinnahmen. Angesichts steigender Neuinfektionen bezeichnete Mützenich - ebenso wie Merkel - die gestrigen Beschlüsse zu einheitlichen Corona-Maßnahmen als wichtigen Schritt, damit die Situation nicht außer Kontrolle gerate.

    Die AfD-Fraktionsvorsitzende Weidel kritisierte die Auflagen als völlig überzogen. Sie würden die Bundesrepublik in die schwerste Rezession ihrer Geschichte führen. Weidel bescheinigte der Regierung ein Versagen auf ganzer Linie. FDP-Parteichef Lindner mahnte, statt schon jetzt über eine Neuverschuldung für 2021 zu diskutieren, sollte man sich besser zunächst mit einer nationalen Corona-Teststrategie oder einem Ampelmodell für alle Bundesländer befassen. Zudem fehle noch immer ein gezieltes Programm zur Unterstützung von Soloselbstständigen und Kulturschaffenden, so Lindner.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 29.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • CoronaPflegebevollmächtigter forderte einheitliche Besucher-Regelung in Heimen

    Der Pflegebevollmächtige der Bundesregierung, Westerfellhaus, hat bei den Corona-Schutzmaßnahmen in Pflegeheimen mehr Mitsprache von Bewohnern und Angehörigen verlangt.

    Es gehe nicht darum Hygiene-Standards abzubauen, sagte er im Deutschlandfunk. Der Isolation der alten- und pflegebedürftigen Menschen dürfe aber nicht Vorschub geleistet werden. Für die meisten alten Menschen sei das Heim mehr als eine Pflegeeinrichtung, es sei ihr Zuhause. Da habe man kein Recht zu sagen: "Ich schließe die Tür ab."

    Westerfellhaus plädierte in diesem Zusammenhang für bundeseinheitliche Regelungen bei den Corona-Schutzmaßnahmen. Er können nicht verstehen, warum es im Saarland die strengsten Vorgaben gebe, während Nordrhein-Westfalen in den meisten Einrichtungen Besuche erlaube. Mit dieser Frage beschäftigen sich am Mittag auch die Gesundheitsminister der Länder in einer Videoschalte. Mehr dazu in diesem Beitrag.

    Auch der Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, Loheide, betonte, Menschen ab 60 Jahren pauschal als 'Risikogruppe' zu etikettieren und sie besonders abzuschirmen, grenze aus. Zudem werde einer Gesellschaft der Erfahrungsschatz der älteren Generation genommen.

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    ührende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
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    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

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    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
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    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
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    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 29.09.)
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  • DieselskandalProzess gegen Ex-Audi-Chef Stadler hat begonnen

    Fünf Jahre nach der Aufdeckung des Dieselskandals muss sich der frühere Audi-Vorstandschef Stadler vor dem Landgericht München verantworten.

    Die Staatsanwaltschaft hat ihn und drei frühere leitende Audi-Ingenieure wegen Betruges angeklagt. Die Ingenieure sollen Dieselmotoren ab 2008 so manipuliert haben, dass sie Abgastests bestehen, aber im normalen Betrieb deutlich mehr Stickoxide ausstoßen. Die Ermittler gehen davon aus, dass Stadler erst nach Aufdeckung des Skandals durch die US-Umweltbehörde im September 2015 von der Sache erfahren hat. Trotzdem habe er die Produktion und den Verkauf manipulierter Autos in Europa erst später gestoppt. Stadler weist die Vorwürfe zurück. Der Prozess soll zwei Jahre dauern, das Urteil wird Ende 2022 erwartet.

  • Bundesagentur für ArbeitArbeitslosigkeit im September leicht gesunken

    Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im September leicht zurückgegangen.

    Die Zahl der Arbeitslosen sank im Vergleich zum Vormonat um 108.000 auf rund 2,85 Millionen, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl dagegen um 613.000. Die Quote ging auf 6,2 Prozent zurück.

    Die Zahl der Kurzarbeiter gab die Bundesagentur mit 4,24 Millionen an. Der bisherige Höchststand war im April mit 5,95 Millionen erreicht worden.

  • Nordrhein-WestfalenLaumann: Weihnachtsmärkte unter Auflagen erlaubt

    Nordrhein-Westfalen will Weihnachtsmärkte grundsätzlich erlauben.

    Landesgesundheitsminister Laumann sagte in Düsseldorf, Voraussetzungen seien unter anderem eine Zugangssteuerung, ein Hygienekonzept und Namenslisten für Stehtische an Glühweinständen.

    Der CDU-Politiker kündigte zudem eine Ausweitung von Corona-Schnelltests an. Details dazu werde er Anfang November bekannt geben. Laumann betonte, er rechne damit, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Tests, die innerhalb von 15 oder 30 Minuten ein Ergebnis brächten, bezahlen würden.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 30.09.)
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    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

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    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
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  • Corona-Maßnahmen"Mehr Maske, weniger Alkohol und weniger Feiern"

    Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen haben Bund und Länder weitere Auflagen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen. Die Menschen in Deutschland müssen sich im Alltag also wieder auf strengere Einschränkungen einstellen. Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick.

    Feiern in öffentlichen und privaten Räumen:

    Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs haben sich im Kanzleramt auf ein Zwei-Stufen-Modell geeinigt. Wenn in einem Landkreis binnen sieben Tagen mehr als 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner auftreten, soll die Teilnehmerzahl auf 50 in öffentlichen oder angemieteten Räumen begrenzt werden. Für Feiern in Privaträumen gilt als "dringende Empfehlung" eine Obergrenze von 25 Gästen. Steigt die Sieben-Tages-Inzidenz auf über 50, greift die nächste Stufe. Dann sind maximal 25 Teilnehmer bei Feiern in öffentlichen Räumen erlaubt - in Privaträumen sind es zehn.

    Bei den Obergrenzen für Privatwohnungen handele es sich jedoch lediglich um Empfehlungen, betonte Merkel. Auch stehe es den einzelnen Bundesländern offen, selbst schärfere Regeln einzuführen. Bayerns Ministerpräsident Söder betonte, bei jeder Steigerung der Infektionszahlen gelte der Grundsatz "mehr Maske, weniger Alkohol und weniger Feiern." Auch von Reisen in Risikogebiete werde mit Blick auf die bevorstehenden Herbstferien dringend abgeraten.

    Gastronomie:

    Wer in Restaurants und Cafés falsche Kontaktdaten auf die Gästelisten schreibt, muss künftig mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro rechnen. Das Bußgeld gilt aber nur für jene Länder, in denen solche Listen vorgeschrieben sind - etwa nicht in Sachsen-Anhalt. In Schleswig-Holstein sollen nach Angaben von Ministerpräsident Günther Bußgelder von bis zu 1.000 Euro möglich sein.

    Bund und Länder fordern Gastronomiebetreiber zu "Plausibilitätskontrollen" auf, die dazu beitragen sollen, dass die Gästelisten richtig und vollständig geführt werden. Merkel erklärte, Gastronomen sollten sich im Zweifelsfall den Ausweis oder Führerschein der Besucher zeigen lassen.

    Wo die Infektionszahlen ansteigen, sollen regional "zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote für Alkohol" erlassen werden, um Ansteckungen in der Gastronomie zu verhindern.

    Regional statt national:

    Nach Angaben von Merkel verständigten sich Bund und Länder auf zwei Prioritäten, an denen sich sämtliche Corona-Auflangen fortan orientieren sollen: Die Wirtschaft solle am Laufen gehalten werden, und zudem sollten Kinder "so weit wie möglich" in die Schule oder in die Kita gehen dürfen. Es dürfe nicht wieder einen "Lockdown" für das gesamte Land geben, bekräftigte Merkel erneut. Vielmehr erlaube das jetzt beschlossene Konzept den Behörden, "regional, spezifisch und zielgenau zu agieren".

    Die Kanzlerin stellte aber auch klar, dass es Lockerungen der Auflagen vorerst nicht geben werde. Der zum Teil sehr deutliche Anstieg der Infektionszahlen sei ein Grund zur Beunruhigung. Mit den richtigen Maßnahmen könne man sich der Pandemie aber entgegenstellen.

    Richtig lüften:

    Vor dem Hintergrund des vermehrten Aufenthalts in geschlossenen Räumen in Herbst und Winter verweist das Bund-Länder-Papier erneut auf die Bedeutung des Lüftens zur Eindämmung der Pandemie. Regelmäßiges Stoßlüften in öffentlichen und privaten Räumen könne die Gefahr der Ansteckung erheblich verringern. Auch CO2-Messungen werden empfohlen, damit das Lüften nicht vergessen wird. Darüber hinaus soll ein spezielles Förderprogramm in diesem und im nächsten Jahr die Umrüstung von Belüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden vorantreiben - zum Beispiel in Schulen.

    Fieberambulanzen, Grippe-Impfung, Corona-Warn-App:

    Der öffentliche Gesundheitsdienst wird mit vier Milliarden Euro gefördert. Die Gelder stellt der Bund bis 2026 zur Verfügung. Damit sollen bei den Ländern bis zu 5.000 neue Stellen geschaffen werden und die Digitalisierung in den Gesundheitsämtern vorangetrieben werden. Grundsätzlich soll das Gesundheitswesen in der bevorstehenden Grippesaison durch die Einrichtung sogenannter Fieberambulanzen und Schwerpunktpraxen entlastet werden.

    Zudem haben Bund und Länder erneut darauf hingewiesen, dass sich Risikopatienten wie etwa Senioren vorsorglich gegen Grippe impfen lassen sollten. Empfohlen werde allen zudem die Nutzung der Corona-App - sie ist jetzt, ebenso wie das Lüften, auch Teil der sogenannten AHA-Regeln.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
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    Ansteckung und Übertragung

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    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
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    Urlaub und Freizeit

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    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 29.09.)
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  • US-WahlkampfBiden legt Steuererklärung offen

    Kurz vor der ersten Fernsehdebatte mit US-Präsident Trump fünf Wochen vor der Wahl hat dessen Herausforderer Biden seine Steuererklärung für das vergangene Jahr veröffentlicht.

    Er reagierte damit auf einen Bericht der "New York Times", nach dem Trump in den Jahren 2016 und 2017 jeweils lediglich 750 Dollar Einkommensteuer auf Bundesebene bezahlt habe. Aus den Unterlagen Bidens geht hervor, dass er und sein Ehefrau ein Gesamteinkommen von gut 985.000 Dollar erzielten und rund 300.000 Dollar Steuern zahlten. Trump hatte den Zeitungsbericht zurückgewiesen. Er weigert sich seit Jahren, seine Steuererklärungen öffentlich zu machen und verweist auf eine laufende Buchprüfung durch die Steuerbehörde IRS.

  • WetterVerbreitet Auflockerungen, teils auch sonnig

    Der Wetterbericht, die Lage: Deutschland liegt im Bereich geringer Luftdruckgegensätze. Dabei dauert das leicht wechselhafte Wetter bis auf Weiteres an.

    Die Vorhersage:
    Verbreitet Auflockerungen, im Nordosten und Südwesten sonnig. Höchstwerte 14 bis 20 Grad. Morgen von Westen her aufkommender Regen, im Osten und Südosten heiter bis wolkig. Temperaturen 14 bis 20 Grad.

    Die weiteren Aussichten: Am Freitag meist wechselnd bewölkt, im Westen und Südwesten etwas Regen. 17 bis 23 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 1.789 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet.

    Das sind 300 weniger als am Vortag. Zur Einordnung der Entwicklung sind die Meldungsverzögerungen der Gesundheitsämter am Wochenende zu beachten. Denn an Sonntagen wie auch an Montagen werden die Zahlen nicht von allen Gesundheitsämtern an das RKI übermittelt. Darum kann die Zahl am Dienstag mehr Fälle ausweisen, als nur von diesem Tag. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen liegt jetzt bei 289.219. Damit sind rechnerisch derzeit rund 35.000 aktive Infektionsfälle bekannt (Stand 30.9.).

    Neu gemeldet wurden 17 Todesfälle. Die Zahl der Menschen in Deutschland, deren Tod mit Covid-19 in Verbindung steht, stieg damit auf 9.488.

    Die Johns-Hopkins-University, die häufiger aktualisierte Daten veröffentlicht und verschiedene Quellen dafür nutzt, meldet für Deutschland 290.471 bestätigte Fälle. Diesen Daten zufolge sind 9.483 Menschen an oder mit einer Corona-Infektion gestorben (Stand: 30.9., 7:23 Uhr).

    Das RKI weist darauf hin, dass die übermittelten und ausgewiesenen Fallzahlen den Verlauf der Neuerkrankungen nicht vollständig widerspiegelten, da es unterschiedlich lange dauere, bis es nach dem Erkrankungsbeginn "zu einer Covid-19-Diagnose, zur Meldung und zur Übermittlung des Falls an das RKI" komme. Hier erklären wir, wie wir mit den Zahlen umgehen.

    Testzahlen stagnieren - Positivquote steigt

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 39 fielen demnach 1,22 Prozent der Tests positiv aus. In der Woche zuvor waren es 1,16. Insgesamt wurden dem RKI in der Kalenderwoche 39 mehr als 1.153.000 Millionen durchgeführte Tests übermittelt (Vorwoche: mehr als 1.148.000). Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Die Lage in den Bundesländern

    Mit 520 Infektionen pro 100.000 Einwohnern wurde weiterhin in Bayern die höchste Zahl an Infektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl festgestellt. Danach folgen Baden-Württemberg (447) und Hamburg (426). Die wenigsten Fälle gibt es demnach in Mecklenburg-Vorpommern (73).

    In absoluten Zahlen hat Nordrhein-Westfalen laut RKI mit 69.822 bestätigten Infektionen (1.872 Tote) die meisten Fälle. In Bayern wurden bisher 67.996 Infektionen bestätigt (2.664 Tote). An dritter Stelle rangiert Baden-Württemberg mit 49.421 erfassten laborbestätigten Infektionen (1.88 Tote), dann folgt mit relativ großem Abstand Niedersachsen mit 20.162 Infektionen (684 Tote). Die geringsten Zahlen weist laut RKI Mecklenburg-Vorpommern auf (1.180 Infektionen/20 Tote) (Stand: 30.09., 0:00 Uhr).

    In fünf Bundesländern hohe 7-Tages-Inzidenz

    Im Lagebericht des Robert Koch-Instituts wurde zuletzt darauf hingewiesen, dass die sogenannte 7-Tage-Inzidenz in den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg sehr deutlich, in Nordrhein-Westfalen deutlich und in Bayern und Hessen leicht über dem bundesweiten Durchschnittswert liegt. (Stand: 30.09.)

    Derzeit keine Engpässe bei Intensivbetten

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen - auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit werden im Register knapp 30.700 Intensivbetten gemeldet, von denen gut 8.700 frei sind (28 Prozent). Innerhalb von sieben Tagen könnten zudem mehr als 12.000 Intensivbetten zusätzlich aufgebaut werden.

    Auf Intensivstationen liegen aktuell 355 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 195 beatmet werden (Stand 30.09.). Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher rund 24 Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten verstorben. (Stand 30.9.)

    Geringer Anteil an Hospitalisierungen

    Immer dienstags macht das Robert Koch-Institut in seinem Lagebericht auch Angaben zur Hospitalisierung, also zu Infizierten, die ins Krankenhaus müssen. In Kalenderwoche 39 waren das 509 Personen und damit rund 6 Prozent. Der Alterdurchschnitt der Hospitalisierten lag bei 37 Jahren. Zum Vergleich: In der Woche mit dem höchsten Hospitalisierungsanteil (22 Prozent in KW 16) lag der Altersdurchschnitt bei 51 Jahren.

    Hier spiegelt sich die Tatsache wider, dass der Altersdurchschnitt auch bei den Infektionen seit der ersten Hochphase im April deutlich gesunken ist. Das RKI warnt allerdings: "Bei stärkerer Verbreitung in höheren Altersgruppen muss weiterhin mit vermehrten schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen gerechnet werden".

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    Test und Schutz

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    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
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    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 29.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie?

    Tests auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 gelten als Schlüssel zur Eindämmung der Pandemie. Seit dem Ausbruch in Deutschland sind die Testkapazitäten in Laboren erheblich ausgeweitet worden. Ende September kamen neue Antigentests auf dem Markt. Damit sollen Infektionen schneller und unkomplizierter erkannt werden. Was bringen sie?

    Anders als die üblicherweise durchgeführten Polymerase-Kettenreaktionstests (PCR-Tests) suchen Antigentests in Abstrich-Proben nicht nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person demnach infiziert ist oder nicht.

    In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche Antigentests entwickelt und erprobt - so etwa in der Berliner Charité. Die Ergebnisse sähen gut aus, sagte der Virologe Drosten kürzlich in seinem NDR-Podcast. Etwa am Eingangstor von Seniorenwohnheimen könnten sie "unglaublich viel Gutes" bewirken: Sie brächten die Möglichkeit mit sich, harte Besuchsverbote zu vermeiden.

    An einigen deutschen Kliniken kommen die Schnelltests bereits zum Einsatz. Zwar erkennen Antigentests eine Infektion insbesondere in den Anfangstagen und im späteren Verlauf deutlich weniger zuverlässig als die PCR-Methode, welche selbst kleinste Mengen des Erbguts korrekt anzeigen kann. Doch die Ergebnisse der aufwändigeren und teureren PCR-Tests sind im Normalfall erst frühestens nach einem Tag verfügbar. In der Praxis dauert es oft noch deutlich länger, bis Betroffene ihr Ergebnis erfahren.

    Testkapazitäten an Laboren deutlich gestiegen

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. Diese liegen inzwischen regelmäßig bei mehr als einer Million pro Woche. Bis in die 27. Kalenderwoche (Anfang Juli) wurden weniger als 500.000 Tests pro Woche durchgeführt. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Bald Quarantäne statt Test-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

    Die Zahl der Tests war zuletzt auch deshalb angestiegen, weil sich aus dem Ausland zurückkehrende Urlauber bis zum 15. September kostenlos auf das Coronavirus testen lassen konnten. Seitdem müssen viele Reiserückkehrer den Corona-Test wieder selbst zahlen. Sie werden etwa in Einrichtungen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern sowie Arztpraxen durchgeführt.

    Weiterhin kostenlos sind Corona-Tests für Reisende aus Risikogebieten. Dafür müssen sie einen Nachweis für ihren Auslandsaufenthalt erbringen, etwa durch ein Flugticket oder eine Hotelrechnung. Auch die Kosten für eine Wiederholungs-Untersuchung wenige Tage später werden übernommen.

    Auch diese Regelung soll zum 15. Oktober abgeschafft werden. Stattdessen sollen sich die Urlauber unverzüglich nach ihrer Einreise für 14 Tage in Quarantäne begeben. Nach mindestens fünf Tagen sollen sie dann einen Corona-Test machen können, um bei einem negativen Ergebnis die Quarantäne-Pflicht aufzuheben.

    Die Risikogebiete können auf den Internet-Seiten des Robert Koch-Instituts eingesehen werden.

    Wer kann und soll sich außerdem testen lassen?

    Während zu Beginn der Pandemie lediglich Personen mit starken Symptomen und/oder Kontakt zu Infizierten getestet wurden, empfiehlt das RKI inzwischen auch Tests bei nur leichten Atemwegsbeschwerden wie zum Beispiel Husten.

    Nicht zuletzt sei es nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen "besonders wichtig", Corona-Infektionen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen, betonte RKI-Vizepräsident Schaade in Berlin. Es werde dringend empfohlen, "dass jeder mit einem Atemwegsinfekt, ob Husten oder Fieber, auch getestet werden sollte".

    Wo sind aktuell Tests möglich?

    Für alle Verdachtsfälle gilt, dass man nicht unangemeldet in die nächste Arztpraxis gehen soll. Die Empfehlung lautet: Melden Sie sich telefonisch beim Hausarzt, der Hausärztin oder - wenn diese nicht zu erreichen sind - bei der bundesweiten Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 (Informationen des Bereitschaftsdienstes hier auch online). Auch das örtliche Gesundheitsamt sollte bei Bedarf zunächst telefonisch kontaktiert werden, das zuständige Gesundheitsamt findet man beim Robert Koch-Institut durch Eingabe der eigenen Postleitzahl.

    Ärztinnen und Ärzte führen den Test entweder selbst durch, oder sie überweisen an örtliche Test- und Abstrichzentren. Auch dort gilt in der Regel, dass man nicht unangemeldet vorbeikommen sollte. In Kreisen, die von einem lokalen Corona-Ausbruch betroffen waren und Testzentren eingerichtet wurden, war mitunter keine Voranmeldung erforderlich.

    Vielerorts sind auch sogenannte Drive-In-Tests möglich. Dabei wird der Abstrich durch das geöffnete Autofenster hindurch genommen. Wer sich testen lässt, muss im Auto sitzen bleiben, um so das Ansteckungsrisiko für andere so gering wie möglich zu halten.

    Wie läuft ein Test auf das Coronavirus ab?

    Für den Test wird in Deutschland üblicherweise ein Rachenabstrich verwendet. Das bedeutet, dass eine Pflegekraft mit einem speziellen Wattestäbchen etwas Sekret aus dem Hals entnimmt.

    Die reine Testzeit zur Auswertung der Probe beträgt nach Angaben des Robert Koch Instituts etwa vier bis fünf Stunden. In der Praxis vergehen derzeit in der Regel 24 bis 48 Stunden, bis der Patient oder die Patientin das Ergebnis erfährt, über das Wochenende kann sich das weiter verzögern.

    Solange das Ergebnis noch nicht vorliegt, sollte man davon ausgehen, dass man andere Menschen anstecken kann, und deshalb zuhause bleiben und Kontakte vermeiden.

    Das RKI weist darauf hin: Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (diese kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf das Coronavirus nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann.

    (Stand 28.09.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
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  • Covid-19Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen - ein Überblick

    Die Zahl der täglichen Neu-Infektionen mit dem Coronavirus steigt in vielen Ländern seit Wochen wieder an. Viele Staaten haben neue Rekorde erreicht und liegen damit über den Zahlen vom Frühjahr. Ein Überblick über die aktuelle Lage in einigen ausgewählten Regionen.

    Viele Experten sehen den Grund in einem zunehmend sorglosen Umgang mit den Sicherheitsmaßnahmen und den Hygieneregeln. In den Sommermonaten habe die Aufmerksamkeit nachgelassen. In vielen Ländern wurden deshalb die Corona-Beschränkungen wieder verschärft. Bundesgesundheitsminister Spahn zeigte sich zuletzt besorgt über die Dynamik der Infektionen in ganz Europa. Man müsse verhindern, dass die Entwicklungen in den Nachbarländern auf Deutschland übergreife, sagte er.

    Bei der Interpretation der Werte ist allerdings Vorsicht geboten. Die absoluten Zahlen sind zwischen den Ländern nicht vergleichbar, da die Staaten unterschiedliche Einwohnerzahlen haben. In vielen Staaten ist es zudem so, dass mittlerweile deutlich mehr getestet wird als noch zu Beginn der Pandemie. Daher ist ein Abgleich mit Werten aus dem Frühjahr nur eine ungefähre Vergleichsgröße.

    Rekord in Ungarn vor dem Supercup-Finale

    Ungarn meldete am Sonntag einen Rekord mit 1.070 nachgewiesenen Neuansteckungen innerhalb von 24 Stunden. Die Hauptstadt Budapest wurde von der Bundesregierung schon am Mittwoch zum Risikogebiet erklärt. Dort soll am kommenden Donnerstag das Finale im europäischen Fußball-Supercup stattfinden, zwischen Champions-League-Sieger Bayern München und Europa-League-Sieger FC Sevilla. Die Verantwortlichen des FC Bayern kritisierten die Europäische Fußball-Union (UEFA) dafür, dass sie am Austragungsort festhält. Etwa 2.100 Bayern-Fans wollen ihre Mannschaft nach Budapest begleiten. Sie sollen nach ihrer Rückkehr auf Corona getestet werden.

    Fast 13.500 Neuansteckungen in Frankreich

    In Frankreich wurden am Samstag fast 13.500 Neuinfektionen registriert, auch das so viele wie noch nie - auch nicht während der ersten Welle im Frühjahr. Dort sind seit der Wiederaufnahme des Unterrichts an den französischen Schulen und Hochschulen in diesem Monat mindestens ein Dutzend Infektionscluster bekanntgeworden. Während in anderen Ländern Europas vielfach weiter auf Online-Veranstaltungen gesetzt wird, ist an den Universitäten in Frankreich wieder mehr Präsenz angesagt. In Sozialen Medien rufen Studierende unter dem Hashtag #Balancetafac (etwa: Verpetze deine Uni) dazu auf, Bilder von überfüllten Sälen und Korridoren zu verbreiten.

    Spanien bei über 12.000

    In Spanien ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen am 11. September auf den Rekordwert von 12.183 geklettert. Es handele sich um den höchsten Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie, schrieb die Zeitung "El País". Dem Gesundheitsministerium in Madrid zufolge wurden in den vorangegangenen 14 Tagen insgesamt 112.364 Neuinfektionen registriert. Das Robert Koch-Institut hat Spanien schon seit längerem als Corona-Risikogebiet eingestuft.

    Tschechiens Gesundheitsminister hält Ausnahmezustand für möglich

    Tschechien meldete am Freitag einen Rekord mit 3.130 neuen Fällen. Am Sonntag war die Zahl zwar etwas niedriger, aber höher als an allen Wochenenden zuvor, an denen weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten hat sich in Tschechien innerhalb von rund drei Wochen auf mehr als 46.000 verdoppelt. Einen noch größeren Anstieg gemessen an der Gesamtbevölkerung gab es innerhalb der Europäischen Union zuletzt in Spanien und Frankreich. Gesundheitsminister Vojtech sagte in einer Fernsehdiskussion, die tschechische Regierung könne den Ausnahmezustand erklären, sollte der deutliche Anstieg an Infektionen anhalten. Die Regierung solle am Montag darüber beraten.

    Auch Polen, Slowakei und Litauen melden höchste Zahlen seit Beginn der Pandemie

    Gleich mehrere osteuropäische Länder haben am Samstag neue Rekordstände ihrer Corona-Neuinfektionen gemeldet. In Polen wurden binnen 24 Stunden 1.002 Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Auch die Slowakei und Litauen meldeten den höchsten Stand der Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. "Die Zahlen, die wir heute haben, sind das Ergebnis einer Rückkehr der Menschen zu einem normalen Alltag, der Rückkehr an die Arbeit", erklärte ein Sprecher des polnischen Gesundheitsministeriums.

    Österreich nähert sich dem Rekord

    Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen in Österreich erreichte Mitte September einen Stand wie zuletzt Ende März. Das Robert Koch-Institut warnte wegen hoher Corona-Infektionszahlen vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das österreichische Bundesland Wien.

    Steigende Zahl an Neuinfektionen in NRW

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut zuletzt mehrfach täglich rund 2.000 Neuinfektionen gemeldet. Auffällig ist eine starke Zunahme der Neuinfektionen in einigen Städten Nordrhein-Westfalens.

    Auch Asien meldet Rekordzahlen

    Auch in einigen asiatischen Ländern breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Indonesien meldete am Samstag mit 4.168 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 112 auf 9.448. Es ist höchste Totenzahl in Südostasien. Die Philippinen verzeichneten einen Anstieg bei den Ansteckungen binnen 24 Stunden um 3.962 auf 283.460. Der Inselstaat weist die meisten Infektionen in der Region auf. Indien meldete Anfang September einen Rekord an Corona-Neuinfektionen nach dem anderen. Zuletzt waren es fast 100.000. Damit löst der Subkontinent Brasilien als Land mit den weltweit zweitmeisten Coronavirus-Fällen nach den USA ab - Indien hat allerdings deutlich mehr Einwohner. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf mehr als 4,2 Millionen, wie das Gesundheitsministerium in Neu Delhi mitteilte.

    Die Weltgesundheitsorganisation meldete Mitte September einen Rekord an neu gemeldeten Corona-Fällen innerhalb eines Tages. Weltweit wurden demnach zuletzt 307.930 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das waren rund 1.000 Fälle mehr als beim jüngsten Höchststand eine Woche zuvor. Spitzenreiter bei den neuen Fällen war Mitte September nach absoluten Zahlen Indien, die USA und Brasilien. Auf Platz vier lag Spanien. Inzwischen wurde es von Frankreich überholt.

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    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
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  • Covid-19Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist

    Weltweit haben sich nach Angaben der Johns Hopkins University fast 26 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Klar ist, dass die offiziell angegebenen Zahlen die Realität nicht ganz widerspiegeln und es eine Dunkelziffer gibt. Zu deren Höhe gibt es verschiedene Berechnungen.

    Generell gilt: Die Bestimmung der Dunkelziffer ist schwierig. Mit Blick auf die Corona-Pandemie liegt das unter anderem daran, dass sehr viele Infektionen mild verlaufen. Und wer gar nicht merkt, dass er sich infiziert hat, lässt sich in der Regel auch nicht testen und isoliert sich nicht. Die Epidemiologin Nicola Low von der Universität Bern geht etwa davon aus, dass der Anteil der Corona-Infizierten, die keine Symptome haben, bei 20 bis 30 Prozent liegt. Die Zahlen aus unterschiedlichen Studien zu dem Thema schwanken insgesamt aber erheblich. In Studien des Robert Koch-Instituts (RKI) in Hot-Spots hatten 15 bzw. gut 16 Prozent der Infizierten keinerlei Symptome.

    Die Dunkelziffer hängt zudem davon ab, wie viel und wer getestet wird: Werden in einem Ort oder Betrieb alle Menschen regelmäßig getestet oder nur die, die Symptome haben oder reichen die Tests - wie in manchen Ländern schon vorgekommen - selbst dafür nicht? Und: Die Dunkelziffer wird auch dadurch beeinflusst, welche Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung getroffen werden, wie Claudia Santos Hövener vom RKI in der Sendung "Forschung aktuell" erklärte.

    Studien untersuchen Dunkelziffer anhand von Antikörper-Nachweisen

    RKI-Präsident Wieler hatte anfänglich noch erklärt, es gebe keinen Anlass, in Deutschland von einer besonders hohen Dunkelziffer auszugehen, weil hierzulande schon früh mit Tests begonnen worden sei und generell sehr viel getestet werde. Wie für andere Länder rechnen Experten inzwischen aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

    Um die tatsächliche Verbreitung des Coronavirus zu untersuchen, führt das RKI mehrere Studien durch, sowohl bundesweit als auch an besonders betroffenen Orten. Untersucht wurden und werden unter anderem, ob sich im Blut der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachweisen lassen. Damit soll ermittelt werden, wie viele Menschen eine Infektion durchgemacht haben. Das RKI hat demnach in den Hot-Spots Bad Feilnbach und Kupferzell verschiedene Dunkelziffern gemessen: In Bad Feilnbach war die Zahl der tatsächlichen Infektionen 2,6-fach höher, in Kupferzell 3,9-fach. Allerdings wies das RKI darauf hin, dass diese Zahlen aus den Hot-Spots nicht auf ganz Deutschland übertragbar sind.

    Für die sogenannte "Serologische Untersuchung an Blutspendern in Deutschland" liegt seit Ende Juni ein Zwischenergebnis vor. Dort wurden bei 1,3 Prozent der Untersuchten Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachgewiesen. Der Anteil sei gering, weswegen ein Großteil der Bevölkerung weiterhin für eine Infektion empfänglich sei, hieß es. Die Daten sind allerdings nicht für die Allgemeinbevölkerung repräsentativ. Noch bis Ende September werden für die Studie alle 14 Tage jeweils circa 5.000 anonyme Restproben von Blutspenden aus 28 Regionen in ganz Deutschland auf Antikörper untersucht werden.

    Die "Heinsberg-Studie" in der im gleichnamigen Kreis gelegenen nordrhein-westfälischen Gemeinde Gangelt kam zu dem Ergebnis, dass die Dunkelziffer der Coronavirus-Infektionen bundesweit um den Faktor zehn größer sein könnte, als die Zahl der offiziell gemeldeten Fälle. In Gangelt im Kreis Heinsberg hatten sich Mitte Februar auf einer Karnevalssitzung zahlreiche Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Allerdings ist umstritten, wie valide die Ergebnisse der Studie sind. Als Anfang April erste Ergebnisse veröffentlicht wurden, kam bereits Kritik auf. So soll unter anderem nicht klar sein, wie genau die von den Forschenden verwendeten Antikörper-Tests und somit die Ergebnisse sind.

    Nicht jeder Infizierte bildet Antikörper

    Inzwischen ist allerdings bekannt, dass die Zahl der Antikörper bei vielen Menschen zwei bis drei Monate nach der Infektion absinkt beziehungsweise manche Menschen anscheinend keine Antikörper bilden. Bei der Studie in Bad Feilnbach etwa berichtete das RKI, dass bei rund 40 Prozent der Menschen, bei denen zuvor eine Coronainfektion nachgewiesen wurde, keine Antikörper mehr im Blut waren. In Kupferzell war das bei gut 28 Prozent der Fall. Wie die Sendung "Forschung aktuell" berichtet, reagiert der Körper auf das Virus auch mit einer "T-Zell-Antwort", bei der spezialisierte Immunzellen die Viren angreifen. Der Nachweis dieser auch "zelluläre Immunantwort" genannten Reaktion ist deutlich komplizierter als der von Antikörpern im Blut.

    Weitere Studien geben Hinweise auf das Ausmaß der Verbreitung

    Der Ski-Ort Ischgl in Österreich galt als einer der ersten Corona-Hotspots. Eine Antikörper-Studie der Medizinischen Universität Innsbruck hat ergeben, dass etwa 42 Prozent der knapp 1.500 getesteten Bürger Antikörper auf das Coronavirus gebildet haben. Der Anteil der durch die Studie positiv Getesteten liege damit etwa sechs Mal, bei Kindern sogar zehn Mal höher, als die Zahl der zuvor mittels PCR-Verfahren positiv getesteten Personen.

    Zu einem ähnlichen Wert kam eine Untersuchung in Italien. Das Gesundheitsministerium und das Statistikamt veröffentlichten Anfang August eine Studie, nach der knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper gegen das Virus entwickelt haben, also schon einmal infiziert waren. Nach Daten der Johns Hopkins Universität gab es zu diesem Zeitpunkt knapp 250.000 nachgewiesene Fälle in Italien. Demnach wären rund 2,5 Prozent der italienischen Bevölkerung schon einmal mit dem Coronavirus infiziert gewesen - rund sechs Mal so viele wie bisher bekannt.

    Modellrechnungen zur Dunkelziffer zu Beginn der Pandemie

    Das Max-Planck-Institut (MPI) für demografische Forschung geht davon aus, dass es zu Beginn der Pandemie in den zehn am meisten betroffenen Ländern im Schnitt vier mal so viele Infizierte wie bestätigte Fälle gab. Die Ergebnisse einer demographischen Modellrechnung, die im Juni veröffentlich wurden, beziehen sich auf Fall-Zahlen aus dem Frühjahr. Demnach lag die Zahl der Infizierten laut MPI in Deutschland rund 1,8 Mal höher als die bestätigte Zahl. In Italien hätten sich gemäß dieser Rechnung sechs Mal so viele Menschen angesteckt wie offiziell gemeldet wurde, erklärt das MPI. Bezogen auf die Vereinigten Staaten gingen die Forschenden aus Helsinki und Rostock von mehr als doppelt so vielen Infizierten wie gemeldeten Fällen aus.

    Eine Modellrechnung ist ebenso die Grundlage für eine Dunkelzifferstudie, die ein chinesisches Forscherteam der "Huazhong University of Science and Technology" in Wuhan in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht hat. Sie haben die Ausbreitungsdynamik des Coronavirus im Zeitraum Januar bis März rekonstruiert, während dem die Pandemie in der chinesischen Stadt begonnen hatte. Die Forscher schätzen, dass möglicherweise bis zu 87 Prozent der Infektionen nicht festgestellt worden sind - asymptomatische und milde Verläufe eingeschlossen. 

    Forscherinnen und Forscher der Columbia University kamen schon früher auf eine ähnlich hohe Dunkelziffer. Die Daten für ihre Berechnungen stammten ebenso aus der frühen Phase der Pandemie in China, als es noch keine Kontaktbeschränkungen gab. Die im Fachmagazin "Science" veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass zu diesem Zeitpunkt etwa 86 Prozent der Fälle unentdeckt blieben.

    (Stand 02.09.)

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  • Covid-19Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektions-Zahl so hoch ist

    In Deutschland nehmen die registrierten Corona-Neuinfektionen seit einigen Wochen wieder zu. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus sterben, wie auch anderen europäischen Ländern deutlich geringer als zu Beginn der Pandemie. Experten haben dafür verschiedene Erklärungen. Ein Überblick.

    Statistiken des Robert Koch-Instituts und aus den Bundesländern zeigen: Viele Menschen bringen das Virus aus dem Urlaub mit. Trotzdem sind einige der Ansicht, dass der Anstieg der Neuinfektionen mit vermehrten Tests zu tun hat. Fakt ist, dass die Gesamtzahl der Tests kontinuierlich steigt. Seit Monaten werden die Kapazitäten ausgebaut. Dem Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten Labore seit Ende Juni jede Woche eine Test-Zahl von mehr als 500.000, Ende August waren es sogar mehr als 1,1 Millionen in einer Woche. Zum Vergleich: In der Woche zwischen 27. April und 3. Mai waren es rund 327.000 Tests.

    Mehr Tests heißt nicht gleich mehr Neuinfektionen

    Das Science Media Center (SMC) hat in einer Auswertung der RKI-Daten untersucht, wie sich die Zahl der Corona-Nachweise im Verhältnis zur Gesamtzahl der Tests entwickelt hat. Demnach war zum Beispiel zwischen Anfang April und Mitte Juni die Zahl gemeldeter Coronafälle Woche für Woche gesunken, während die Zahl der durchgeführten Tests zuweilen stieg - oder auch sank.

    In jüngster Zeit hat sich die Zahl der Tests teilweise nur leicht erhöht, während die gemeldeten Positiv-Ergebnisse höhere Wachstumsraten verzeichneten. Ein Beispiel: In der Woche zwischen 6. und 12. Juli waren unter gut 510.000 Tests knapp 3.000 Positiv-Befunde. Vier Wochen später (3. bis 7. August) wurden 672.000 Resultate übermittelt, davon etwa 6.900 positive. Während also die Anzahl der Tests um knapp 32 Prozent anstieg, sprang die Zahl der Corona-Fälle um 131 Prozent.

    Das RKI hält sich allerdings zurück, diese beiden Angaben aus unterschiedlichen Datenquellen miteinander ins Verhältnis zu setzen. Während festgestellte Corona-Infektionen verpflichtend übermittelt werden müssten, sei die Zahl der durchgeführten Tests eine freiwillige Angabe der Labore. Diese Zahl schwanke, es gebe Nachmeldungen.

    Zweite Welle an Corona-Neuinfektionen in ganz Europa

    Die Zahl der Corona-Neuinfektionen war europaweit bis Juli rückläufig, seitdem nimmt sie wieder stetig zu. Besonders besorgniserregend sind die Anstiege aus deutscher Sicht in europäischen Reiseländern wie Spanien und Frankreich. Lesen Sie hier, wie es um eine zweite Welle der Corona-Infektionen steht.

    Nicht in demselben Maße wachsen allerdings die Zahlen schwerer Erkrankungen und Todesfälle. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden vor allem Personen untersucht, deren Krankheitszeichen auf eine mögliche Covid-19-Diagnose hindeuteten. Aktuell werden im Verhältnis mehr Personen im arbeitsfähigen Alter getestet - etwa Reisende oder Lehrer.

    Vor allem junge Menschen infizieren sich

    Der Virologe Christian Drosten sieht auch einen Grund in der Altersstruktur. Im April lag das Durchschnittsalter der vom RKI erfassten Infizierten bei 50 Jahren, aktuell bei 34 Jahren. Bei jüngeren Menschen treten schwere Verläufe seltener auf als bei älteren. Alte Menschen blieben jetzt eher zu Hause, solche Veränderungen im Verhalten seien mit entscheidend für die niedrigere Todesrate, sagte Drosten im Wissenschaftspodcast "This Week in Virology". Familien würden es zum Beispiel mehr vermeiden, die Großeltern zu besuchen.

    Generell gilt: Es gibt wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer an Infizierten und Genesenen. Das liegt unter anderem daran, dass sehr viele Infektionen mild verlaufen. Die Epidemiologin Nicola Low von der Universität Bern geht etwa davon aus, dass der Anteil der Corona-Infizierten, die keine Symptome haben, bei 20 bis 30 Prozent liegt. Die Zahlen aus unterschiedlichen Studien zu dem Thema schwanken insgesamt aber erheblich. Laut RKI liegt die Zahl der asymptomatisch Erkrankten bei etwa 35 Prozent.

    In Spanien ist die Situation noch extremer. Das beliebte Urlaubsland verzeichnet derzeit höhere Corona-Neuinfektionen als zu Beginn der Pandemie, zuletzt waren es über 10.000 Neuinfizierte am Tag. Im täglichen Corona-Bericht des Gesundheitsministeriums wird auch der Anteil der Infizierten erfasst, die Corona-Symptome zeigen: In Madrid (31.146 Neuinfizierte in den letzten 14 Tagen) hatte nur jeder zehnte Infizierte Corona-Symptome (3.152).

    (Stand: 04.09.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 25.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus

    Als wirksamstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gilt ein Impfstoff. Weltweit wird daran geforscht, auch von deutschen Firmen. Welche Perspektiven gibt es? Ein Überblick zum Stand der Forschung.

    Weltweit laufen mehrere Tests zu potenziellen Impfstoffen gegen das Coronavirus. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO befinden sich gegenwärtig 38 Projekte in der klinischen Entwicklung.

    Wer soll zuerst geimpft werden?

    Die internationale Initiative "Covax" will einen fairen weltweiten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen ermöglichen. Sie wird federführend von der Weltgesundheitsorganisation WHO und den Impfallianzen "Gavi" und "Cepi" getragen. Sobald ein Impfstoff sich als effektiv und sicher herausgestellt hat, sollen bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen hergestellt werden.

    Ziel ist, dass weltweit Pflegekräfte und durch Alter oder Vorerkrankung besonders gefährdete Menschen geschützt werden. Es gibt auch Länder, die sich nicht an der Initiative beteiligen. So erklärte die US-Regierung Anfang September, die USA ließen sich nicht durch multilaterale Projekte einschränken, die unter dem Einfluss der Weltgesundheitsorganisation und Chinas stünden.

    Wie eine optimale Impfstoffverteilung aussehen könnte, modellierten vier US-amerikanische Wissenschaftlerinnen. Demnach werde entscheidend sein, wie viele Menschen überhaupt geimpft werden könnten und wie wirksam die Impfstoffe seien, die es möglicherweise bald geben werde.

    Bei einer geringeren Wirksamkeit des Impfstoffes sei es optimal, zunächst ältere Altersgruppen zu impfen, um die Anzahl der Todesfälle zu minimieren. Im Gegensatz dazu sollten bei einer höheren Wirksamkeit des Impfstoffs zuerst jüngere Altersgruppen geimpft werden, da diese eher zu Verbreitung des Virus beitragen. Auf diese Weise könne man die Pandemie generell eindämmen, indem man die neuen Infektionszahlen möglichst gering hält.

    Forschende aus Deutschland sehen die Studienergebnisse kritisch. Die Vorstellung, dass zum Zeitpunkt der Einführung eines neuen Impfstoffs alle Isolations-Maßnahmen gelockert seien – bei nur 20 Prozent Herdenimmunität – simplifiziere zwar das Modell, sei aber nicht ganz realistisch. Zudem sei die Studie eine Berechnung für die USA und nicht auf andere Länder übertragbar, weil die Infektionslage überall anders sei.

    Interessant sei jedoch die Berechnung, ab wann ein Impfstoff wirklich helfen würde. Die Wirksamkeit müsste eben nicht unbedingt bei 100 Prozent liegen. Ein Impfstoff könnte schon viel bringen, wenn die Wirksamkeit bei mehr als 50 Prozent liege, sodass das Gesundheitssystem nicht mehr überlastet wäre. Wenn die Wirksamkeit bei 70 Prozent liege, könnte die Pandemie nach den Rechnungen der US-Wissenschaftlerinnen völlig eingedämmt werden.

    Während dessen bereitet sich das Kinderhilfswerk Unicef auf die bisher größte Impfkampagne seiner Geschichte vor. In einer in New York veröffentlichten Mitteilung heißt es, Unicef werde 92 armen Ländern beim Kauf und bei der Verteilung helfen. Außerdem werde man Erwerb und Verteilung eines Impfstoffs für 80 wohlhabende Länder koordinieren. Ziel ist es den Angaben zufolge, dass alle Staaten gleichermaßen schnell und sicher beliefert werden. Unicef arbeitet dabei mit der Weltgesundheitsorganisation zusammen.

    Wie wird ein Impfstoff bis zur Zulassung getestet?

    Über 150 mögliche Impfstoffe sind in der Entwicklung, mindestens 34 werden bereits an Menschen getestet. Ein Impfstoff durchläuft bis zur Zulassung mehrere Phasen. In Phase I geht es noch nicht um die Wirksamkeit eines Präparats, sondern um dessen Sicherheit. Tests erfolgen an einer kleinen Gruppe unter 100 Personen. In Phase II wird der Stoff an bis zu 1.000 Menschen getestet und sichergestellt, dass der Körper einen Schutz gegen das Virus entwickelt. In Phase III wird der Stoff mehreren Tausend Freiwilligen verabreicht. Es geht unter anderem um die Bestätigung der Dosierung sowie um Wechsel- und Nebenwirkungen.

    Mehrere Studien haben bereits die dritte und letzte Phase vor der Zulassung erreicht.

    Wo stehen Studien für einen Covid-19-Impfstoff?

    Russland hat als erstes Land der Welt einen Impfstoff gegen das Corona-Virus zugelassen. Er wurde vom Moskauer Gamaleja-Institut entwickelt und noch vor Abschluss der Phase III registriert. Derzeit lassen sich deshalb weder die Wirksamkeit noch die Nebenwirkungen fundiert beurteilen. Präsident Putin erklärte am 11. August, der Impfstoff sei sicher. Man habe alle notwendigen Tests durchgeführt. Dem widersprachen russische Forscher. In der Fachzeitschrift "The Lancet" schrieben sie, vorläufige Ergebnisse zeigten, dass der Impfstoff zwar verträglich sei und eine Immunantwort hervorrufe, allerdings seien noch umfangreichere Studien und eine langfristige Überwachung notwendig.

    Im September soll die Massenproduktion des Mittels beginnen, anschließend sollen freiwillige Impfungen starten. Kritik am Vorgehen Russlands kam unter anderem aus den USA und aus Deutschland. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) bewertete die Zulassung im Deutschlandfunk als gefährlich. Russland habe das Mittel - nach allem was man wisse - nicht ausreichend erprobt. Das könne schiefgehen und die Akzeptanz des Impfens schmälern.

    Deutschland unterstützt die Impfstoffentwicklung in Deutschland mit 750 Millionen Euro. Sowohl Spahn als auch Forschungsministerin Karliczek betonten, dass es bei der Entwicklung keine "riskanten Abkürzungen" geben werde. Absolute Priorität habe die Sicherheit. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte Karliczek.

    In Deutschland hat das Tübinger Unternehmen Curevac für eine Studie in der klinischen Phase grünes Licht bekommen. Das heißt: Der entwickelte Wirkstoff wird an Menschen erprobt. Ergebnisse erwartet das Unternehmen Ende des Jahres. Bis Mitte nächsten Jahres soll der Impfstoff marktreif sein, wenn die Studien erfolgreich sind.

    Auch ein Wirkstoff aus Neuss in Nordrhein-Westfalen ist zu Tests am Menschen zugelassen: Das Pharmaunternehmen Janssen darf einen möglichen Impfstoff in Deutschland in einem Phase-II-Test am Menschen prüfen. Bei dem Impfstoffkandidaten handele es sich um einen Vektor-Impfstoff, bei dem ein abgeschwächtes Virus genutzt werde, damit der Körper eine Immunantwort auf das Virus Sars-CoV-2 produziere, erklärte das Paul-Ehrlich-Institut.

    Mögliche Vakzine der Unternehmen AstraZeneca, Sanofi, Moderna und BioNTech durchlaufen nach deren Angaben bereits die wichtige Testphase III, in der überprüft wird, ob das Mittel nicht nur verträglich, sondern auch tatsächlich wirksam ist.

    Beim Impfstoff des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca, der mit der Universität Oxford zusammenarbeitet wurde der Test allerdings vorrübergehend unterbrochen, nachdem bei einem Studienteilnehmer aus Großbritannien gesundheitliche Probleme aufgetreten waren. Inzwischen wurden die Tests wieder aufgenommen. Der Wirkstoff hatte zuvor bei 1.000 Probanden schon positive Ergebnisse gezeigt. Er gehört zu den am weitesten fortgeschrittenen Impfstoff-Kandidaten.

    30.000 Menschen nehmen an Studie teil

    In den Vereinigten Staaten ist eine der größten Impfstoff-Studien in die dritte Phase eingetreten. Das US-Unternehmen Moderna testet sein Präparat in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Institut für Infektionskrankheiten an 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie wissen jeweils nicht, ob sie den Impfstoff oder ein Placebo erhalten. Getestet wird in 30 Bundesstaaten, darunter Texas, Kalifornien und Florida. Erste Ergebnisse sollen im November vorliegen. US-Präsident Trump hatte zuletzt allerdings auch schon die Zulassung eines Impfstoffes im Oktober in Aussicht gestellt.

    Auch das deutsche Pharmaunternehmen Biontech und sein US-amerikanischer Partner Pfizer haben die Erlaubnis für den Start einer Phase 2/3 Studie mit rund 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter von 18 bis 85 Jahren erhalten. Die Untersuchung läuft in den Vereinigten Staaten und seit September auch in Deutschland an. Bald sollen weltweit rund 120 Studienzentren eingeschlossen werden, unter anderem in Argentinien und Brasilien. Bei Erfolg der Studie wollen Pfizer und Biontech nach eigenen Angaben bereits im Oktober 2020 das Zulassungsverfahren beantragen und im Falle einer Genehmigung bis Ende des Jahres bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen herstellen.

    Der chinesische Pharmakonzern Sinovac ist in Brasilien ebenso in die entscheidende Phase III gestartet. In der Metropole São Paulo sollen 9.000 Angestellte aus dem Gesundheitssektor den Impfstoff erhalten.

    Zudem gibt es Berichte über Spionageversuche. So sollen nach einem Bericht der "New York Times", China und Russland ihre Bemühungen ausgeweitet, amerikanische Forschungsergebnisse von Instituten und Unternehmen zu stehlen.

    "Human Challenge" als umstrittene Methode

    In London sollen einem Medienbericht zufolge Menschen für Impfstoff-Tests absichtlich mit dem Coronavirus infiziert werden. Diese "Human Challenge Trials" können auf der Suche nach einem Impfstoff zwar schneller zum Ziel führen; sie sind wegen möglicher Gesundheitsgefahren für die Probanden aber umstritten.

    Bei den "Human Challenge Trials" werden gesunde, erwachsene Freiwillige unter kontrollierten Quarantäne-Bedingungen dem Coronavirus ausgesetzt, nachdem sie einige Wochen zuvor einen Impfstoff-Kandidaten verabreicht bekommen haben. Das meldet die "Financial Times" unter Berufung auf Projektbeteiligte. Ein Sprecher der britischen Regierung bestätigte die Tests. Man arbeite mit Partnern zusammen, um die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen.

    "Human Challenge"-Tests haben den Vorteil, dass die Wirksamkeit eines Impfstoffs unmittelbar festgestellt werden kann. Im Gegensatz dazu sieht das übliche Verfahren vor, oft Zehntausende Menschen zu impfen und dann festzustellen, ob sich weniger Menschen auf natürliche Weise infizieren als in einer ungeimpften Kontrollgruppe. "Human Challenge"-Tests sind in der Wissenschaft allerdings umstritten. Einige Forschende betonen den großen Nutzen, den solche Studien für eine ganze Gesellschaft haben könnten. Andere äußern ethische Bedenken und verweisen auf enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion mit einem in vieler Hinsicht noch unerforschten Erreger wie Sars-CoV-2 haben könnte.

    Deutschland und EU-Länder sichern sich Impfdosen

    Eine Allianz aus Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden hat einen Vorvertrag mit AstraZeneca geschlossen. Er sichert diesen Staaten 400 Millionen Impfdosen, wenn ein Produkt zur Marktreife gelangt. Bundesgesundheitsminister Spahn betonte, es sollten alle EU-Mitgliedsstaaten profitieren. Die Impfdosen würden relativ zur Bevölkerungsgröße aufgeteilt. Ähnliche Vereinbarungen hat AstraZeneca etwa mit den USA und Großbritannien geschlossen. Verhandelt werde auch mit Japan, Russland, Brasilien und China, heißt es von Unternehmensseite.

    Impfstoff-Entwicklung ist langwierig - und riskant

    Normalerweise dauert es viele Jahre, bis ein Impfstoff gegen einen Krankheitserreger gefunden ist - und der Prozess kann in jeder Phase scheitern. Im Fall von Sars-CoV-2 hatten die Forschenden Glück: Die Sequenz des Viren-Erbguts - in diesem Fall einzelsträngige RNA - war schnell bekannt - und damit auch eine nahe Verwandtschaft mit den Coronaviren, die SARS und MERS verursachen. Von Impfstoffen gegen diese Viren wusste man, dass es für eine gute Wirkung vor allem auf das Protein ankommt, das dem Virus sein typisches Aussehen mit den hervorstehenden "Zacken" auf der Virushülle verleiht. Die meisten Projekte, die an einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 forschen, haben das bei ihren Studien berücksichtigt. Warum es so lange dauert, einen Impfstoff zu entwickeln, haben die Kollegen von "Forschung aktuell" hier erklärt.

    Massenproduktion ist die nächste Hürde

    Sollte die Entwicklung eines Impfstoffs gelingen, wartet die nächste Herausforderung: die massenhafte Produktion. Die Hamburger Virologin Marylyn Addo sagte dazu im Deutschlandfunk, momentan stünden in der Welt nicht genug Herstellungskapazitäten zur Verfügung. Daher werde es in den kommenden Monaten zu einem Ressourcenkampf kommen: "Es ist wichtig, dass man sich damit beschäftigt und dass man versucht, eine faire Verteilung der Herstellungskapazitäten, aber auch später eine faire Verteilung des Impfstoffs zu gewährleisten."

    Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) nennt deshalb das Ziel, für möglichst viele Impfstoffe eine Zulassung zu erreichen und sicherzustellen, dass diese Präparate unter Nutzung vieler Produktionsanlagen hergestellt werden können. Demnach haben mehrere potenzielle Hersteller, darunter AstraZeneca, angekündigt, ihre Impfstoffe für die Dauer der Pandemie zu Herstellerkosten zu liefern. Diese lägen bei rund 2,50 Euro pro Dosis, hieß es.

    (Stand 25.09.2020)

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  • Covid-19Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß

    In den vergangenen Tagen wurde mehrfach über einzelne Personen berichtet, die sich zum zweiten Mal mit dem neuen Coronavirus infiziert haben. Was sagt das über Immunität und die Impfstoffsuche aus?

    Was ist über Reinfektionen mit dem Coronavirus bekannt?

    Seit das neue Coronavirus in der Welt kursiert, wird darüber gerätselt, ob und wann jemand nach einer Coronainfektion erneut an Covid-19 erkranken kann - eine wichtige Frage auch mit Blick auf die Anforderungen an Impfstoffe. Schon im Frühjahr wurden einige Fälle bekannt, bei denen das Coronavirus nach einem negativen Test einige Wochen später erneut nachgewiesen werden konnte. Forschende gehen in diesen Fällen von verschiedenen Szenarien aus: Das Virus könnte im Körper geblieben und die Erkrankung später neu aufgeflammt sein - oder aber die Tests waren irreführend, da totes Virenmaterial nachgewiesen worden sein könnte.

    Nun gab es Meldungen von einigen Patienten - etwa in Belgien, den Niederlanden, den USA, Ecuador und Hongkong -, die sich Wochen bis Monate nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 erneut mit dem Virus angesteckt haben. Dabei handelt es sich recht sicher um Reinfektionen: Denn wie etwa die Virologin und Beraterin der niederländischen Regierung, Marion Koopmans, mitteilte, unterscheidet sich bei der niederländischen Patientin der genetische Code - eine Art Fingerabdruck des Virus - bei der zweiten Infektion deutlich von der ersten. Das spreche gegen ein Wiederaufflammen der ersten Infektion, sagte sie im niederländischen Radio.

    Auch bei der neu erkrankten Patientin aus Belgien wurde ein anderer genetischer Fingerabdruck gefunden. Sie war drei Monate nach der ersten Infektion erneut erkrankt. Kurz zuvor berichtete die University of Hong Kong über einen Mann, der sich nach viereinhalb Monaten erneut infiziert hatte - auch bei ihm wurden andere Virussequenzen gefunden als bei der Erstinfektion. Ebenso war es bei einem Mann im US-Bundesstaat Nevada und einem Ecuadorianer, wie Forschende aus beiden Ländern mitteilten.

    Wie verläuft eine Reinfektion?

    Dazu gibt es bisher keine Forschungsergebnisse, da erst diese drei Fälle von Reinfektionen sicher dokumentiert sind. Im Fall des Mannes aus Hongkong ist bekannt, dass er nach Angaben der Universität bei der zweiten Infektion keine Symptome gezeigt hat. Im Fall der Patientin in Belgien spricht der Virologe Marc Van Ranst von milden Symptomen. In den Niederlanden geht es um einen älteren Patienten mit einem schwachen Immunsystem, Einzelheiten zu seinem Krankheitsverlauf sind nicht bekannt. Es könne sein, dass der Verlauf bei einer zweiten Infektion zumindest leichter ist - oder dass man nicht mehr ansteckend ist, vermutet etwa Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

    Dagegen sprechen derzeit die Einzelfälle aus den USA und Ecuador. Der 25-Jährige US-Amerikaner war zunächst Mitte April nach milderen Erkältungssymptomen und Durchfall positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Ende Mai wurde er dann erneut positiv getestet - dieses Mal mit Fieber, Kopfweh und Husten, auch musste er zeitweise beatmet werden. Der Mann aus Ecuador hatte bei seiner ersten Infektion im Mai nur milde Symptome, im August zeigte die Erkrankung einen mittelschweren Verlauf.

    Wie lange ist man nach einer Coronainfektion immun?

    Diese Frage ist weitgehend ungeklärt. Forschende gehen zumindest davon aus, dass wie bei ähnlichen viralen Infektionen in den meisten Fällen zumindest eine einige Monate währende Immunität besteht. Möglich ist auch, dass sich die Dauer der Immunität von Mensch zu Mensch unterscheidet, wie es vom Robert Koch-Institut heißt. Angesichts Millionen Infizierter weltweit geht die Weltgesundheitsorganisation derzeit davon aus, dass es sich bei den Reinfektionen nach wenigen Monaten eher um Einzelfälle handelt.

    Bei dem neuen Coronavirus haben verschiedene Messungen bisher gezeigt: Die Menge der Antikörper im Blut sinkt meist nach zwei bis drei Monaten nach einer Infektion wieder ab. Ob damit auch die Immunität geringer wird, ist jedoch unklar. Bei einigen nachweislich Infizierten werden zudem gar keine Antikörper gefunden, wie aktuell wieder eine Studie des Universitätsklinikums Jena zeigt: Im ehemaligen Corona-Quarantäneort Neustadt am Rennsteig ließen sich demnach bei rund der Hälfte der Infizierten keine Antikörper gegen den Erreger nachweisen. Auch eine Studie des Lübecker Gesundheitsamts war zu dem Schluss gekommen, dass nur 70 Prozent der Infizierten Antikörper gebildet hatten, 30 Prozent hingegen nicht. Die Forschenden in Neustadt hatten bei 49 Infizierten mit sechs verschiedenen Tests nach Antikörpern gesucht. Nun soll bei den Studienteilnehmern, die trotz Infektion keine Antikörper gebildet haben, noch nach anderen Abwehrzellen im Organismus gesucht werden.

    Denn: Wenige oder keine Antikörper im Blut bedeuten nicht zwangsläufig, dass jemand keine Abwehr mehr gegen das Coronavirus hat. Denn neben den Antikörpern, die eine Infektion akut bekämpfen, gibt es weitere Immunreaktionen. So erinnern sich sogenannte T-Gedächtniszellen oft auch noch Jahre später an eine bestimmte Infektion und können die Immunreaktion gegen den bereits bekannten Erreger schnell wieder ankurbeln, wie unsere Forschungsredaktion erklärt. Im Gegensatz zu den spezifischen Antikörpern nimmt die Menge dieser T-Gedächtniszellen demnach über Jahre kaum ab.

    Test auf diese Immunzellen sind allerdings deutlich aufwendiger als Antikörpertests, wie Gerard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung im Deutschlandfunk sagte. Forscher des Karolinska Instituts in Stockholm haben in einer kleinen Studie die Blutproben von 2.000 Menschen in der schwedischen Hauptstadt auch nach Hinweisen auf eine T-Zell Immunität gegen Sars-Cov-2 getestet. Dabei haben sie gesehen, dass manche Personen zwar keine Antikörper hatten, aber dennoch eine T-Zell-Immunität aufwiesen - vor allem Menschen, die nur sehr milde oder kaum nachweisbare Symptome gezeigt hatten. Der tatsächliche Prozentsatz an Personen, die bereits eine Coronainfektion durchgemacht haben und wohl vorerst immun sind, könnte also höher liegen, als Antikörper-Studien nahelegen. Das wurde bei entsprechenden Studien zuletzt auch kommuniziert.

    Was bedeutet das für die Impfstoffentwicklung?

    Wenn bei Impfstudien von einer Immunreaktion die Rede ist, bezieht sich das laut unserer Forschungsredaktion auf die Antikörperproduktion. Unklar ist, ab welcher Menge eine Immunität erreicht ist und wie lange diese anhält. Zudem ist bisher nur bei dem Impfstoffkandidaten der Universität Oxford klar, dass durch die Impfung auch passende T-Gedächtniszellen gebildet werden - das wäre aber für eine langfristige Immunität durchaus relevant. Informationen zum Stand der Impfstoffforschung hat die DLF-Redaktion Forschung Aktuell hier zusammengestellt.

    Was bringt eine Plasmabehandlung mit Antikörpern?

    In den USA wurde nun die Behandlung von Covid-19-Erkankten mit Plasma von bereits genesenen Patienten per Notfallgenehmigung erlaubt. In dem Blutplasma finden sich Antikörper, die Erkrankten helfen sollen - ein Verfahren, dass schon seit über einem Jahrhundert praktiziert wird. Bisher gibt es in Bezug auf Covid-19 Hinweise, dass schwer kranke Patienten durch die Gabe von Plasma mit Antikörpern etwas häufiger überleben als ohne. Eindeutig sind die Ergebnisse nicht, denn die Patienten bekamen neben dem Plasma meist auch andere Medikamente. Auch eine offizielle Zulassung der Behandlung steht in den USA deshalb noch aus. Kritiker werfen US-Präsident Trump vor, die Notfallgenehmigung vor allem wegen des Präsidentschaftswahlkampfes auf den Weg gebracht zu haben.

    Weitere Informationen zur Immunität gegen das neue Coronavirus hat DLF-Wissenschaftskorrespondent Volkart Wildermuth hier zusammengestellt.

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  • Covid-19Coronavirus: Was man zu Schutzmasken wissen sollte

    Zum Thema Mundschutz und Atemschutzmasken kursieren viele Informationen. Welche Arten von Schutzmasken es gibt, wie sie wirken und wen sie schützen, beantworten wir hier.

    Wie sinnvoll ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes?

    Mit Blick auf die kühleren Monate plädieren die Präsidenten von vier großen deutschen Forschungsorganisationen am 24. September für konsequentes Masken-Tragen in Innenräumen. Die Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft schrieben in einer gemeinsamen Stellungnahme, ein wesentlicher saisonaler Faktor werde in der kalten Jahreszeit der Aufenthalt in geschlossenen Räumen sein. Dem könne durch ein konsequentes Tragen von Masken entgegengewirkt werden, hieß es.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zur Eindämmung von Infektionen das Tragen von Schutzmasken generell dort, wo Abstand halten nur schwer möglich ist. Menschen, die über 60 Jahre alt seien oder Vorerkrankungen hätten, sollten eine medizinische Maske nutzen.

    Der Meinungs-Umschwung

    Wichtige Organisationen, wie die WHO und das RKI waren im Frühjahr skeptisch, und entschieden sich gegen die Empfehlung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, lehnte im April eine Maskenpflicht sogar für gefährlich: Im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut. Schneller könne man sich kaum infizieren, warnte Montgomery. Auch die Politik zögerte, eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen einzuführen. Der Grund war unter anderem, dass der Vorrat an medizinischen Schutzmasken so knapp war, dass selbst das Fachpersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unterversorgt war.

    Die WHO hatte ihren Standpunkt zum Tragen von Masken Anfang Juni geändert. Auf der Webseite des RKI heißt seit Mitte März, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes könne helfen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen, wenn man öffentliche Räume betrete, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könne. Das RKI weist eindringlich darauf hin, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf keinen Fall dazu führen dürfe, Abstandsregeln zu missachten oder Husten- und Niesregeln und die Händehygiene nicht mehr einzuhalten.

    Und Weltärztepräsident Montgomery sagte Anfang August im Deutschlandfunk: "Ich habe hier auch einen Irrtum selber, einen wissenschaftlichen Irrtum in der Vergangenheit begangen, indem ich gesagt habe, Masken sind Unsinn. Wir wissen heute wissenschaftlich, dass Masken jeder Form von einfachem Schutz hilft, zwar nicht zu 100 Prozent, aber doch eine ganze Menge hilft." Wenn es weiterhin Menschen gebe, die bei steigenden Infektionszahlen "so unvernünftig sind, oft ja auch gezielt und bewusst ohne Maske und dann auch noch teilweise sich über die lustig machen, die eine Maske tragen, wenn Leute das bewusst machen, dann muss man ihnen auch mit den Mitteln unseres Staates ein bisschen besseres Benehmen beibringen. Da finde ich 150 Euro Bußgeld durchaus für angebracht nach der heutigen Wissenslage."

    Liefer-Engpässe längst beseitigt

    Die ursprünglichen Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken konnten beseitigt werden. Bei mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen seien die Lager voll, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums Mitte Juni. Gesundheitsminister Spahn hat mit deutschen Unternehmen Vereinbarungen für die Produktion medizinischer Schutzmasken getroffen. Zudem gibt es mittlerweile im Einzelhandel eine reiche Auswahl an sogenannten Alltagsmasken zu kaufen. Und viele haben das Nähen und Basteln für sich entdeckt und eigene Masken erstellt.

    Hat das Zögern die Ausbreitung unterstützt?

    Forschende sind nach einem Bericht von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" der Ansicht, dass eine früh angeordnete Maskenpflicht die Ansteckungsrate in Europa reduziert hätte. Klaus-Dieter Zastrow, Professor für Hygiene an der THM Gießen sagte, es sei "ein Skandal, dass sich WHO und RKI dagegen gestellt hätten."

    Welche Masken unterscheidet man?

    Fällt das Stichwort "Atemschutzmaske" ist nicht immer klar, um welche Masken es genau geht: Der einfache Mund-Nasen-Schutz schützt vor allem andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, weniger den Träger selbst. Man nennt sie auch "Alltagsmasken".

    In Krankenhäusern werden verschiedene Maskentypen benutzt, wie ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft erklärt: einfache OP-Masken aus Vlies, die Patienten bei einer Operation vor dem Speichel von Medizinern und Pflegepersonal schützen sollen, sowie Schutzmasken der Standards FFP2 und FFP3 (Filtering Face Pieces). Diese bestehen aus festerem Material und können ein Atemventil haben. Das Coronavirus sei recht klein, erklärt der Sprecher, nur die FFP-Masken seien so gebaut, dass es nicht durchkomme.

    Allerdings: Masken ohne Ventil filtern laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz. Masken mit Ventil filtern demnach nur die eingeatmete Luft und sind daher nicht für den Fremdschutz ausgelegt.

    Was sagt die Forschung zur Wirksamkeit verschiedener Masken?

    Nicht jede Form von Corona-Masken hält beim Ausatmen oder Sprechen mit Viren belastete Tröpfchen gleich wirksam zurück. Während etwa chirurgische Masken äußerst effektiv sind, erhöhen andere Schutzformen sogar den Ausstoß von ausgestoßenen Tröpfchen. Das Wissenschaftsmagazin "Science Advances" hat im August einen wissenschaftlichen Vergleich von 14 verschiedenen Maskentypen veröffentlicht. Der Co-Autor der Studie, Eric Westman, erklärt, die Vorstellung, dass alles besser sei als nichts, habe sich nicht bewahrheitet.

    Für den Vergleich nutzten die Forschenden der Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina eine einfache Testmethode. Sie ließen ihre Versuchspersonen in einem dunklen Raum fünfmal hintereinander mit unterschiedlichen Masken und ohne Mundschutz die Worte "Stay healthy, people" (Bleibt gesund, Leute) in einen erweiterten Laserstrahl sprechen und dies von einer Smartphone-Kamera aufnehmen. Ein Computer-Algorithmus zählte anschließend die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen.

    Am besten schnitten die in den USA für das Krankenhauspersonal reservierten Atemschutzmasken vom Typ N95 (FFP2-Masken in Europa) ab. Die ausgestoßenen Aerosole wurden auf weniger als 0,1 Prozent der Menge ohne Maske reduziert. Chirurgische Masken fingen demnach mehr als 90 Prozent ab. Selbstgenähte Baumwollmasken filterten je nach Zahl ihrer Stofflagen und Falten immer noch zwischen 70 und 90 Prozent der Tröpfchen. Dagegen ließen Halstücher rund die Hälfte der Tröpfchen durch. Am schlechtesten schloss ein Schlauchschal aus Polarfleece ab. Dieser erhöhte nach Angaben der Forschenden sogar die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen - möglicherweise, weil das Gewebe die größeren Tröpfchen in kleinere zerlegte.

    N95-Masken mit Ausatmungsventil schützten bei dem Test weniger als die N95-Masken ohne Ventil - sie waren in etwa mit simplen Baumwollmasken zu vergleichen. Diese Masken werden als "erträglicher" beworben, doch Gesundheitsbehörden und -experten raten von ihnen ab, da sie zwar ihren Träger schützen, dafür jedoch dessen kontaminierte Atemluft leichter abgeben als die anderen Masken.

    Was muss ich generell beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beachten?

    Ein Mundschutz kann - wie nicht zuletzt die oben genannte Studie zeigt - die Ansteckung anderer nicht vollständig verhindern. Er verringert jedoch die Gefahr, da infektiöse Tröpfchen beim Husten oder Niesen abgefangen werden. Dafür ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz möglichst fest sitzt und gewechselt wird, wenn er feucht geworden ist.

    Anschließend sollte er bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Ein gängiges Vollwaschmittel reicht dafür aus. Die Alltagsmasken lassen sich auch im Backofen desinfizieren: 30 Minuten bei 70 Grad reichen nach Angaben des Virologen Christian Drosten aus. Eine weitere Methode ist das heiße Bügeln. Dies muss allerdings sorgfältig geschehen, und die Falten müssen lange erhitzt werden. Einfacher ist die Desinfektion in der Mikrowelle. Dafür darf der Mund-Nasen-Schutz aber keine Metallteile enthalten. Die Maske sollte mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäße mit Wasser gelegt werden. Dann wird sie zwei Minuten lang bei 750 Watt erhitzt. Der entstehende Wasserdampf tötet Viren ab.

    Ausführliche Hinweise zum richtigen Tragen des Mund-Nasen-Schutzes liefert die Webseite "Maske zeigen".

    Hypothese: Masken könnten Immunisierung unterstützen

    Forschende aus den USA argumentieren, das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit könne zur Immunisierung der Bevölkerung gegen das Coronavirus beitragen. Die Maske könne nicht alle Atemlufttröpfchen oder Aerosole abhalten, deshalb könnten Menschen im Umfeld einer infizierten Person damit in Berührung kommen. Allerdings sei dabei die Menge an Viruspartikeln so gering, dass bei gesunden Menschen nur eine schwache oder sogar symptomfreie Infektion ausgelöste werde – die aber dennoch eine Immunisierung bewirken könne.

    Wie lange halten FFP-Masken?

    Die FFP-Masken für medizinisches Personal werden normalerweise beim Kontakt mit infizierten Patienten sowie bei Verdachtsfällen getragen. Die Trageempfehlung ist etwa zwei Stunden, spätestens dann sollen sie abgelegt oder gewechselt werden.

    (Stand: 24.09.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
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    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
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    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
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    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Das neue Coronavirus wird nicht nur über die Tröpfcheninfektion verbreitet. Eine wichtige Rolle spielen auch die sogenannten Aerosol-Partikel, also kleine Schwebeteile in der Luft. Sie sind insbesondere seit den Corona-Ausbrüchen in deutschen Schlachthöfen in den Fokus gerückt.

    Was sind Aerosole?

    Aerosole sind feine Partikel, die anders als die beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen, nicht schnell zu Boden sinken, sondern länger in der Luft schweben - teilweise Minuten oder sogar Stunden. Also kann jemand, der nach einem Infizierten einen nicht gelüfteten Raum betritt, sich anstecken. Bei einigen Krankheiten ist bekannt, dass sie zum Teil auf diesem Weg übertragen werden, zum Beispiel Tuberkulose. Ein direkter Kontakt zu einem Infizierten ist also nicht notwendig, um sich anzustecken.

    Welche Erkenntnisse gibt es dabei in Bezug auf das Coronavirus?

    Die Weltgesundheitsorganisation sieht zunehmende Indizien dafür, dass sich das neuartige Coronavirus auch über mehrere Meter hinweg in der Luft übertragen kann. WHO-Expertin Benedetta Allegranzi spricht von möglichen Beweisen für diese These. Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, "offen" für diese Erkenntnisse zu sein - und für "die Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden müssen". Eine Gruppe aus 239 internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hatte angesichts der weltweiten Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen Alarm geschlagen und auf Studien verwiesen, wonach sich das Coronavirus auch über einen Abstand von mehr als zwei Metern in der Luft übertragen kann.

    Aufenthalt in schlecht belüfteten Räumen erhöht Risiko

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen. Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen.

    Übertragung im Umkreis von mehr als acht Metern

    Auch im Zusammenhang mit den Corona-Ausbrüchen in Schlachtbetrieben in NRW und Niedersachsen ist der Übertragungsweg über Aerosole nochmal stärker in den Fokus gerückt. Das Helmholtz-Institut für Infektionsforschung veröffentlichte im Juli erste Ergebnisse einer Studie über den Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Demnach hat ein Mitarbeiter in der Rinderzerlegung das Virus im Mai auf mehrere Personen übertragen, und zwar im Umkreis von mehr als acht Metern. Die Studie habe auch gezeigt, dass die Wohnsituation der Arbeiter keine wesentliche Rolle gespielt habe, so die Forscher. Bei den Ergebnissen der Forschenden handelt es sich um eine Vorabveröffentlichung, die noch von unabhängigen Experten begutachtet werden muss.

    Aerosol-Studie soll Corona-Gefahr bei Chor und Orchester klären

    Der Freistaat Bayern fördert eine Studie zur Ausbreitung von Corona durch Aerosole bei Gesang und beim Spielen von Blasinstrumenten. 120.000 Euro sollen Forschende von den Universitätskliniken München und Erlangen nach Angaben des Wissenschafts- und Kunstministeriums in München erhalten. Diese arbeiten für die Studie mit dem Chor und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zusammen.

    Ziel der Untersuchung ist es laut Mitteilung, die maximale Ausbreitung der Aerosol- und Tröpfchenwolke nach dem Ausstoß direkt zu messen und so eine Grundlage für eine weitere Wiederaufnahme von Kulturveranstaltungen zu bekommen.

    Dominanter Infektionsweg über Aerosole?

    Es gibt auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der sie argumentieren, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Corona-Virus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht der Flugzeugbauer und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit COVID-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert-Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    (Stand: 12.8.2020)

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  • Covid-19Wie es um eine zweite Welle der Corona-Infektionen in Deutschland steht

    Nach dem erneuten Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland und weiteren Ländern haben etliche Menschen Sorge vor einer sogenannten zweiten Welle. Sind diese Sorgen begründet? Und was heißt "zweite Welle" überhaupt? Expertinnen und Experten sind sich uneins.

    Was sagen Experten in Deutschland?

    Für den Leipziger Epidemiologen Markus Scholz zeichnete sich am 14. August deutlich ab, dass eine zweite Welle komme. Zehn Tage zuvor war sich der Ärzteverband Marburger Bund sicher, dass die zweite Welle Deutschland bereits erfasst habe. Die Vorsitzende der Organisation, Johna, sprach von einer zweiten, "flachen" Anstiegswelle. Diese sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April, sagte sie der "Augsburger Allgemeinen".

    Doch nach Einschätzung des Weltärztebundes erlebt Deutschland derzeit weniger eine zweite Corona-Welle als vielmehr eine dauerhafte Infektionswelle. Der Vorstandsvorsitzende Montgomery warnte am 05. August im Deutschlandfunk (Audio-Link), die Pandemie werde uns noch lange begleiten. Das Problem sei die lange Inkubationszeit des Coronavirus.

    Auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck, Verfasser der Heinsberg-Studie, vermeidet die Bezeichnung "zweite Welle". Es handele sich vielmehr um eine kontinuierliche Welle, eine "Dauerwelle, die immer wieder hoch- und runtergeht", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung" bereits Ende Juni.

    Doch ganz gleich, ob wir uns nach der ersten und vor der zweiten Welle befinden oder irgendwo in den Höhen und Tiefen einer Dauerwelle – Fakt ist, dass die Zahlen in Deutschland wieder steigen. Und nicht nur in Deutschland.

    Wie ist die Lage in anderen Ländern?

    In einigen Ländern, in denen das Coronavirus eigentlich als eingedämmt galt, sind die Fallzahlen zwischenzeitlich wieder angestiegen - wenn auch häufig lokal begrenzt und in unterschiedlichem Ausmaß.

    Besonders besorgniserregend sind die Anstiege aus deutscher Sicht in europäischen Reiseländern wie Spanien und Frankreich. Das Land wurde von der Bundesregierung weitestgehend zum Risikogebiet erklärt, ebenso Teile von Südfrankreich sowie Paris. Hier gilt wegen der steigenden Fallzahlen die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel.

    Für Großbritannien warnen 37 renommierte Wissenschaftler vor einer zweiten Coronavirus-Welle mit bis zu 120.000 Toten als "Worst-Case-Szenario". Demnach könnte der Höhepunkt im kommenden Januar und Februar erreicht werden. Die Forschenden warnen, ein zweiter Corona-Ausbruch zwischen kommendem September und Juni 2021 könne durch ein Zusammentreffen mit der Grippewelle deutlich schlimmer ausfallen als der erste.

    In Südkorea galt das Coronavirus zunächst als schon unter Kontrolle. Ende Juni stiegen die Fallzahlen dann aber so stark, dass die Regierung in Seoul von einer möglichen "zweiten Welle" sprach. Im Iran, einem der ersten Hotspots weltweit, geht die Zahl der Ansteckungen ebenso kontinuierlich nach oben. Die seit Anfang Juni um sich greifende zweite Welle sei weitaus schwerer als die erste, sagt ein Vertreter des iranischen Coronavirus-Krisenstabs.

    Auch in Israel geht man von einer zweiten Welle aus. Die Infektionszahlen sind so stark gestiegen, dass die Corona-Einschränkungen wieder verschärft wurden. Mittlerweile steht das Krisenmanagement der Regierung in der Kritik.

    Und selbst in Neuseeland, wo über 100 Tage lang keine Corona-Neuinfektionen nachgewiesen worden waren, gibt es wieder Covid-19-Fälle. Darum wurde die ursprünglich für den 19. September geplante Parlamentswahl um vier Wochen verschoben.

    Was sagt die WHO?

    Auch die Weltgesundheitsorganisation sieht bislang davon ab, von einer "zweiten Welle" zu sprechen. Allerdings rechnet die WHO damit, dass das Risiko neuer Infektionen nach dem Ende der Sommerurlaubszeit wieder ansteigt. Bei sinkenden Temperaturen würden sich die Menschen dann wieder mehr in geschlossenen Räumen aufhalten, wo sich das Virus stärker verbreite.

    In einer Zwischenbilanz ein halbes Jahr nach Ausbruch der Pandemie wies WHO-Generaldirektor Tedros darauf hin, dass sich die Pandemie weiterhin beschleunige. Allerdings hatte die WHO schon früher angemerkt, dass ein Anstieg der globalen Fallzahlen erst die zweite Spitze der ersten Corona-Welle sei. Länder müssten immer wieder mit dem Aufflackern von Covid-19 rechnen.

    Weltweit haben sich laut der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität bislang mehr als 24,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, über 826.000 Menschen sind nachweislich an oder mit dem Virus gestorben (Stand 27.08.2020).

    Was bedeutet "zweite Welle" überhaupt?

    
Dlf-Autor Volkart Wildermuth hat in der Sendung "Sprechstunde" unter anderem darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Begriff "zweite Welle" keineswegs um einen wissenschaftlich exakt definierten Begriff handele. Für den einen sei jeder Neuanstieg der Fallzahlen eine zweite Welle. Andere würden erst davon sprechen, wenn es zu einer Überforderung der Gesundheitssysteme komme. Das sei aber in Deutschland derzeit nicht der Fall. Wirtschaftsverbände nennen den Begriff "zweite Welle" im Zusammenhang mit einem erneuten Lockdown.

    Der Ökonom Thomas Straubhaar hat vor einem zweiten, bundesweiten Lockdown gewarnt. Im Deutschlandfunk sagte er, dieser könne dazu führen, dass auch die Bekämpfung des Corona-Virus schwieriger werde, da die Wirtschaft letzlich die Mittel erwirtschaften würde, um Menschen zu helfen und auch den medizinischen Fortschritt voranzutreiben. Straubhaar plädiert daher für eine "Zulassungsstrategie" - Deutschland solle lernen, mit den steigenden Infektionszahlen umzugehen. Einfache Maßnahmen wie Abstandsregeln, das Tragen von Gesichtsmasken und Hygieneregeln sollten aber weiterhin eingehalten werden; diese Regeln würden niemanden in seinen Grundrechten einschränken.

    (Stand 27.08.2020)

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  • Covid-19Coronavirus und Grippewelle treffen aufeinander - was nun zu tun ist

    Während in der Corona-Pandemie weltweit die Infektionszahlen wieder ansteigen, diskutieren Experten die Auswirkungen auf Erkrankungen im Winter. Dann könnten Corona und die Grippewelle aufeinandertreffen. Deutschland hält dafür eine Rekordmenge an Impfstoff bereit.

    Wissenschaftler warnen vor Zusammentreffen

    37 britische Wissenschaftler warnten in einer Studie dezidiert vor dem Zusammentreffen der Corona-Pandemie mit einer Grippewelle. Dazu komme ein höheres Infektionsrisiko im Winter, weil sich die Menschen dann mehr in geschlossenen Räumen aufhielten. Dadurch könne ein zweiter Corona-Ausbruch zwischen September und Juni 2021 deutlich schlimmer ausfallen als der erste, betonen die Forscher. Sie gehen für Großbritannien von einem "Worst-Case-Szenario" mit bis zu 120.000 Toten aus. Bisher verzeichnet das Vereinigte Königreich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 42.000 an oder mit dem Coronavirus Verstorbene.

    Auch nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation muss sich Europa auf eine Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle im Herbst einstellen. WHO-Regionaldirektor Kluge sagte der Nachrichtenagentur AFP, im Oktober und November werde man eine höhere Sterblichkeit beobachten. Er warnte zudem davor, zu große Erwartungen in Impfstoffe zu setzen. Bisher sei noch unklar, ob ein Impfstoff allen Bevölkerungsgruppen helfen könne, betonte Kluge.

    Masken und Abstand - wie hoch ist überhaupt das Ansteckungsrisiko?

    Durch die Abstandsregeln und das verstärkte Hygieneverhalten sei das allgemeine Ansteckungsrisiko im Moment aber insgesamt niedriger als sonst, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der Funke-Mediengruppe. Er wirbt dafür, die nun eingeprobten Verhaltensregeln auch nach dem Ende der Pandemie beizubehalten: "Vor allem das häufige und gründliche Händewaschen und das Lüften."

    Die Ansteckungen mit Grippeviren sind in Ländern der Südhalbkugel offenbar durch die Corona-Maßnahmen deutlich zurückgegangen. Das zeigen Daten, die die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC ausgewertet hat. Demnach wurde eine entsprechende Influenza-Infektion zwischen April und Juli nur in 51 von mehr als 83.000 Proben aus Australien, Chile und Südafrika nachgewiesen. In den Jahren zuvor hatte es in diesen Ländern im Schnitt noch 24.000 positive Befunde unter 178.000 Proben gegeben. Die CDC hält einen Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Corona-Eindämmung wie Abstandhalten oder Masken zwar nicht für nachgewiesen - aber für plausibel. Die Erkenntnisse würden darauf hinweisen, dass entsprechende Maßnahmen eine sinnvolle Ergänzung zur Grippeimpfung sein könnten, um besonders Risikogruppen zu schützen, heißt es. Die CDC vermutet, dass die Grippewelle in diesem Winter auf der Nordhalbkugel deutlich kleiner ausfallen könnte, wenn die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weiter eingehalten werden.

    Wegen geringer Grippefälle im Frühjahr hatte das RKI zwei Monate früher als sonst die Influenza-Saison beendet. Im Normalfall dauert diese von Anfang Oktober bis Mitte Mai. Der Virologe an der Uni Münster, Stephan Ludwig, sagte im Deutschlandfunk, die grippalen Infekte in Deutschland während des Lockdowns im Frühjahr seien zwar schlagartig zurückgegangen, doch das SARS-CoV-2-Virus habe sich "wacker gehalten", auch in die warmen Tage hinein. Corona zeige nicht diese Art von Saisonalität, die man beispielsweise bei Grippe sehen könne, betonte er: "Das könnte im Umkehrschluss bedeuten, dass es dann auch im Winter oder im Herbst, wenn es kühler wird, nicht so schlimm kommt, wie das beispielsweise bei einer Grippewelle passieren kann." Ludwig betonte allerdings, dass sich all solche Überlegungen derzeit eher "auf der Ebene der Hoffnung als auf der Ebene des Wissens" bewegten.

    Spahn plädiert für Fieberambulanzen

    Bundesgesundheitsminister Spahn plädiert dafür, sogenannte Fieberambulanzen einzurichten. Es gehe darum, eine Infrastruktur zu haben, die sicherstelle, dass sich die Menschen nicht im Wartezimmer untereinander ansteckten, sagte der CDU-Politiker. Er sprach von Schwerpunktsprechstunden, Schwerpunktpraxen und regionalen Fieberambulanzen, an die sich Patienten "klassischen Atemwegssymptomen wie Corona und Grippe" künftig wenden können sollen. Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie eine kostenlose Grippeschutzimpfung für alle Versicherten gefordert. Bisher werden die Kosten meist nur übernommen, wenn die Patienten zu einer Risikogruppe zählen.

    Breites Werben für Impfungen

    Deutsche Kinderärzte raten Eltern dringend, ihre Kinder in diesem Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. Kinder übertrügen das Influenza-Virus maßgeblich, sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädriatische Infektiologie, Johannes Hübner, der "Welt am Sonntag". In jedem Winter müssten viele Kinder wegen Grippe stationär aufgenommen und sogar mit Sauerstoff versorgt werden. Abgesehen von den Risiken für die Gesundheit der Kinder gebe es in Zeiten der Corona-Pandemie eine gesellschaftliche Verpflichtung zum Schutz anderer.

    Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die Influenza-Regelimpfung sogar für alle Kinder ab einem Alter von sechs Monaten. In den USA sind derzeit fast 60 Prozent der Kinder geimpft, mit steigender Tendenz. In der EU folgen erste Länder der WHO-Empfehlung, grundsätzlich alle Kinder auch gegen Grippe impfen zu lassen, etwa Großbritannien oder Finnland.

    Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, rief Lehrkräfte und Kita-Personal auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Die zu erwartende Grippewelle dürfe nicht den Betrieb von Schulen und Kitas gefährden, sagte er der Funke Mediengruppe. Aufgrund der geltenden Abstands- und Hygieneregeln könnte die Grippewelle harmloser ausfallen als in früheren Jahren. Dennoch sei die Impfung wichtig, auch im Hinblick auf die Pandemie. Zwar wirke der Grippe-Impfstoff nicht gegen das Coronavirus, er sei aber wie jede Impfung ein Trainingsprogramm für das Immunsystem.

    STIKO ändert Impfempfehlungen bislang nicht

    Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlungen bisher noch nicht geändert und diese etwa auf Kinder ausgeweitet (Stand: 29.9.). Bei der STIKO heißt es weiterhin, die jährliche Impfung gegen Grippe sollten alle vornehmen lassen, "die ein erhöhtes Risiko haben, besonders schwer zu erkranken. Hierzu gehören Menschen ab 60 Jahre, chronisch Kranke jeden Alters, Schwangere sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen."

    Wie viel Impfdosen braucht Deutschland?

    Bereits vor Wochen hatte Bundesgesundheitsminister Spahn unter den aktuellen Voraussetzungen zur Grippeimpfung geraten: Gleichzeitig eine größere Grippewelle und die Pandemie könne das Gesundheitssystem nur schwer verkraften, sagte der CDU-Politiker. Für die nächste Grippesaison werde es deshalb mit rund 26 Millionen Stück so viele Impfdosen geben wie noch nie.

    Das Paul-Ehrlich-Institut hält die Mengen an Grippeimpfstoff zum Start der neuen Influenzasaison für ausreichend. Man könne derzeit keinen Mangel an Grippeimpfstoff für die Influenzasaison 2020/21 in Deutschland erkennen, sagte Präsident Klaus Cichutek der Deutschen Presse-Agentur vor einigen Wochen. "Wir gehen davon aus, dass die Hersteller mindestens 21 Millionen Dosen bereitstellen werden." 13,6 Millionen Dosen seien nach Chargenprüfung bereits für Deutschland freigegeben. Für diese Jahreszeit sei das eine übliche Menge.

    Die EU-Kommission appellierte mit Blick auf Grippe-Erkrankungen, zusätzlich müsse zum Beispiel die grenzüberschreitende Verlegung von medizinischem Personal und Patienten erleichtert werden.

    RKI zur Gefahr von Grippeviren

    Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Wieler, verwies darauf, dass in manchen Weltregionen die Influenza-Überwachung aus Kostengründen vernachlässigt werde. Es sei aber gerade für die Impfstoffentwicklung wichtig, dass die Untersuchungen weiterliefen. Der Grippeimpfstoff wird jedes Jahr an die sich verändernden Virusstämme angepasst.

    Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts werden im Verlauf einer Grippewelle fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung angesteckt. Die Zahl der Toten fällt je nach Heftigkeit des Ausbruches unterschiedlich aus. In der Saison 2017/2018 starben laut RKI besonders viele Menschen durch die Grippe, nämlich rund 25.000. Dennoch ist nur etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung geimpft. Ziel der WHO und der EU sind 75 Prozent.

    Impfungen auch in Apotheken möglich

    Um diesem Durchimpfungsgrad näher zu kommen, können sich gesetzlich Versicherte in Teilen Nordrhein-Westfalens ab der nächsten Grippesaison grundsätzlich auch in Apotheken gegen Influenza impfen lassen. Das Modellvorhaben ist bundesweit einzigartig und zunächst auf drei Jahre angelegt. Impfungen in den Arztpraxen seien weiter möglich, hieß es. Die Grippesaison beginnt im Herbst. Dann ist auch der beste Zeitpunkt für eine Impfung. Höhepunkt der Grippewelle ist meist im Januar/Februar.

    Jeder zweite Deutsche will sich gegen die Grippe impfen lassen

    Rund jeder zweite Deutsche will sich laut einer Umfrage dieses Jahr gegen Grippe impfen lassen. In der Erhebung des Instituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" planten von den 5.002 Befragten 51,5 Prozent bereits im August, sich in diesem Jahr impfen lassen. 41,3 Prozent lehnten eine Impfung hingegen ab. Besonders Menschen im höherem Alter bekundeten eine Bereitschaft zur Impfung gegen Influenza. In einer ähnlichen Befragung aus dem Vorjahr hatten nur rund 30 Prozent der Befragten angegeben, sich impfen lassen zu wollen.

    Andere Zahlen nennt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und verweist auf eine repräsentative Umfrage: Demnach will sich hierzulande fast jeder zweite Erwachsene, der zu einer Risikogruppe gehört, trotzdem nicht gegen Grippe impfen lassen.

    (Stand: 29.09.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 22.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 15.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 27.08.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 16.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 05.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus?

    Über die akuten Symptome und Auswirkungen einer Infektion mit dem Coronavirus ist inzwischen viel bekannt. Wie aber sehen die Langzeitfolgen der Erkrankung COVID 19 aus, wenn die eigentliche Infektion überstanden ist? Die Forschung ist noch ganz am Anfang, es gibt aber erste Erkenntnisse. Ein Überblick.

    NDR und MDR berichten zum Beispiel über eine aktuelle Studie aus Italien mit 143 Patientinnen und Patienten im mittleren Alter, die wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus waren. Mehr als die Hälfte klagte nach der Genesung noch über Atemnot und Müdigkeit, auch Brust- und Gelenkschmerzen traten weiterhin auf.

    Forscher warnen vor Spätfolgen für Organe und das zentrale Nervensystem

    Schon zu einem frühen Zeitpunkt der Pandemie beobachteten Wissenschaftler, wie das Corona-Virus nicht nur die Atemwege und die Lunge, sondern auch das zentrale Nervensystem beziehungsweise das Gehirn befällt. Hinweise darauf gab es unter anderem durch einen Fall in Japan: Bei einem Corona-Patienten konnte das Virus im Nervenwasser nachgewiesen werden.

    Hinzu kam eine Untersuchung aus Wuhan in China, wo die Pandemie ihren Anfang genommen hatte. Die Forscher befassten sich schon im Frühjahr mit den neurologischen Symptomen einer Corona-Infektion, dazu zählten Schwindel, Riech- und Geschmacksstörungen. Bei einem Drittel der für diese Studie untersuchten Patienten konnten solche Symptome nachgewiesen werden. Fünf hatten sogar einen Schlaganfall.

    Wie das ARD-Magazin "Kontraste" berichtet, könnten solche neurologischen Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus eine größere und vor allem eine langfristigere Rolle spielen, als bislang angenommen. Bei ungefähr einem Drittel der Corona-Patienten auf den Intensivstationen seien diffuse Hirnschädigungen aufgetreten, die zu Gedächtnisproblemen sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten führen könnten, zitiert Kontraste den Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Peter Berlit. Solche Patienten könnten verwirrt sein, hätten Fehlwahrnehmungen und Halluzinationen, so Berlit weiter. Schäden, die auch längerfristig anhalten könnten.

    Auch Nieren sind betroffen

    Wie auch die Forscher aus Wuhan vermutet Berlit, das Corona-Virus könne das Gehirn direkt über die Nasenhöhlen befallen. Darüber hinaus werden laut dem ARD-Bericht besonders häufig die Nieren angegriffen. Das könne zu einem Niereninfarkt und damit zu irreversiblen Schädigungen der Organe führen, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, Jan Galle.

    Zu einem ähnlichen Ergebnis sind auch britische Neurologen des University College London in der Fachzeitschrift "Brain" gekommen - allerdings fällt ihre Diagnose noch drastischer aus. Die Forscher haben bei insgesamt 43 Corona-Patientinnen und -Patienten die neurologischen Symptome einer Infektion mit Sars-Cov-2 untersucht. Das Ergebnis: Selbst bei Infizierten mit nur leichtem Verlauf der Erkrankung konnten - häufig erst nachträglich - gravierende Folgen wie Hirnfunktionsstörungen, Schlaganfälle oder schwere Gehirnhautentzündungen diagnostiziert werden. Die Anzahl der neurologischen Auffälligkeiten sei höher als erwartet, schreibt das Forschungs-Team aus London.

    Das Coronavirus kann auch das Herz befallen

    Betroffen kann auch das Herz sein. Das ergab eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Nach Angaben des Studienleiters Dirk Westermann besteht die Möglichkeit, dass der Erreger Herzzellen infiziert und sich darin vermehrt. Außerdem sei das Coronavirus in der Lage, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern. Es ließe sich allerdings noch nicht abschließend klären, ob dies Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf von Herzpatienten habe, erklärte der Mediziner. Die veränderte Genaktivität könne jedoch Langzeitfolgen für die Gesundheit von Betroffenen haben.

    Um zu weiteren Erkenntnissen zu gelangen, sind zukünftig Untersuchungen des Herzens an lebenden Covid-19-Patienten geplant. Darin sind sich Forschende insgesamt einig: Die Corona-Langzeitfolgen müssten dringend weiter untersucht werden.

    (Stand: 08.08.)

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    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
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    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält

    Kann ich mich mit dem Coronavirus infizieren, wenn ich im Supermarkt einen Einkaufswagen oder die Türklinke im Büro anfasse? Diese Fragen stellen sich seit Ausbruch der Pandemie viele Menschen. Endgültige Antworten gibt es noch nicht, aber die Bedeutung sogenannter Schmierinfektionen wird von Experten mittlerweile geringer als bisher vermutet eingestuft.

    Unter Laborbedingungen wurde nachgewiesen, dass SARS-CoV-2-Viren auf Flächen einige Zeit infektiös bleiben können, schreibt das Robert Koch-Institut. Die wohl am häufigsten zitierte Studie zum Thema wurde von Experten des US-Gesundheitsinstituts NIH und der Seuchenschutzbehörde CSC erstellt. Danach ergeben sich auf verschiedenen Oberflächen folgende Überlebenszeiten für das Virus:

    Kunststoff: 72 Stunden
    Edelstahl: 48 Stunden
    Papier, Karton: 24 Stunden
    Kupfer: 4 Stunden
    Aerosole (als Partikel in der Luft): bis zu drei Stunden.

    Allerdings verweist das Bundesinstitut für Risikobewertung auf die relativ geringe Stabilität von Coronaviren in der Umwelt.

    Virologe Schmidt-Chanasit: "sehr viel dazugelernt"

    Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit verweist im Deutschlandfunk auf Erkenntnisse der vergangenen Monate. Mittlerweile wisse man sehr viel besser als noch im März oder April, wie sich das Virus verbreite, "dass auch Aerosole, insbesondere in geschlossenen Räumen, eine Rolle spielen, dass Schmierinfektionen keine Rolle spielen."

    Erkenntnisse der "Heinsberg-Studie"

    Der Virologe Hendrick Streeck sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass Oberflächen bei der Übertragung offenbar nur eine untergeordnete Rolle spielten. Dies habe die "Heinsberg-Studie" ergeben, die zusammen mit Hygienikern der Uniklinik Bonn erarbeitet wurden. Bei Abstrichen von Oberflächen aus Quarantäne-Haushalten im Ort Gangelt, in dem sich das Coronavirus im Frühjahr ausgebreitet hatte, fand sich der Erreger demnach nur in vier von 119 Proben. Streeck betonte allerdings, die Aussagekraft werde dadurch eingeschränkt, dass Menschen in Quarantäne häufig viel putzten. Deshalb seien die Ergebnisse möglicherweise nicht repräsentativ.

    Die Forschenden raten eindringlich, sich regelmäßig die Hände zu waschen, in die Armbeuge zu husten und nicht das Gesicht zu berühren.

    Eher Hände waschen als desinfizieren?

    Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hält das Waschen der Hände allerdings im Vergleich zum Desinfizieren eher für nachteilig. Denn häufiges Händewaschen entferne nicht nur Schmutz und Viren, sondern auch wichtige Bestandteile, die die Haut schützen, erklärte der Direktor der Klinik für Hautkrankheiten in Jena, Peter Elsner, in der Deutschlandfunk-Sendung „Umwelt und Verbraucher“ (Audio-Link). Wenn das zu häufig passiere, könnten Hautkrankheiten, insbesondere Handekzeme, die Folge sein. Grundsätzlich gilt, dass eine zusätzliche Pflege hilft, die Haut zu schützen.

    (Stand: 08.08.2020)

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    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
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  • Covid-19Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session

    Den typischen Straßenkarneval wird es dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht geben. Dazu zählen die klassischen Karnevalssitzungen, mitunter mit tausenden Teilnehmern, sowie Karnevalsumzüge. Die rheinischen Jecken und Narren wollen ihr Fest nun auf neue Art feiern.

    Es gehe nicht darum, um jeden Preis den Karneval zu feiern, teilte der Präsident des Festkomitees Kölner Karnevals, Christoph Kuckelkorn, mit. Dennoch soll auch Zeiten der Pandemie das Brauchtum gepflegt werden. Sitzungen unter strikter Auflage der Hygienebedingungen mit stark reduzierter Teilnehmerzahl seien aber gerade für kleinere Veranstalter finanziell nicht tragbar. Die Karnevalisten müssten jetzt "kreativ werden und das Herz des Fastelovends herausarbeiten". (Erklärung: "Fastelovend" ist der traditionelle Kölner Begriff für Karneval.)

    Welche Veranstaltungen sind erlaubt?

    Erlaubt werden nach Angaben der NRW-Landesregierung "kleinere karnevalistische Kulturveranstaltungen" wie etwa Konzerte oder Sitzungen mit überschaubarer Teilnehmerzahl. Auch hier müssen die Vorgaben der Coronaschutzverordnung eingehalten werden, Veranstalter müssen Hygienekonzepte vorlegen.

    Die Absage der Großveranstaltungen nannte Kuckelkorn den "einzigen Weg". Trotzdem soll am 11.11., dem offiziellen Beginn der Karnevalszeit, sowohl die traditionelle Eröffnungsveranstaltung in Düsseldorf - Hoppeditz' Erwachen - stattfinden als auch die Auftaktfeier in Köln.

    Diese Feier mit bekannten Karnevalsbands werde allerdings nicht wie sonst auf dem Heumarkt in der Altstadt mit vielen tausend Zuschauern abgehalten, sondern unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Kölner Wagenbauhalle. Der Westdeutsche Rundfunk werde die ganze fünfeinhalb Stunden lange Show live im Fernsehen übertragen. Es solle auch niemand zum Feiern in die Stadt fahren. Normalerweise kommen am 11. November mehrere hunderttausend Menschen in die Kölner Innenstadt, viele auch von auswärts.

    Karneval soll in kleiner Runde gefeiert werden

    Am Freitag hatten die großen Karnevalsverbände von Köln, Düsseldorf, Aachen und Bonn mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung abgesprochen, dass es in der Saison 2020/21 keinen Sitzungskarneval geben soll und keine Karnevalszüge in bekannter Form.

    Ministerpräsident Laschet (CDU) kündigte via Twitter an, dass es keine Karnevalsumzüge und "Party auf engem Raum" geben werde. Gesellige Feiern mit schunkelnden Menschen seien in Corona-Zeiten "nicht denkbar", betonte auch Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski. Für den Karneval gälten die gleichen Vorschriften wie für andere Veranstaltungen auch.

    Der Aachener Karnevalschef Frank Prömpeler sagte, der Karneval habe sich immer schon weiterentwickelt, und jetzt seien Ideen im kleinen Rahmen, etwa in Pfarr- und Vereinsheimen, gefragt. Gerade dieser versteckte Karneval sei der, bei dem es auch viele persönliche Momente gebe, sagte Prömpeler.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für mehrere Regionen in Europa ausgesprochen, die regelmäßig aktualisiert werden. Dabei orientiert es sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, das in diesen Regionen die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus für besonders hoch hält. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den Risikogebieten zusammengestellt und erklären, was das aktuell für das Reisen bedeutet.

    Welche Regelungen bezüglich Einreise und Hygiene in beliebten Urlaubsländern gelten, haben wir zudem in dem Stück "Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern?" zusammengestellt. Sie finden es unter diesem Text unter "Weiterführende Artikel zum Coronavirus". Im Folgenden haben wir den aktuellen Stand der Risikogebiete zusammengefasst.

    Tschechien und Luxemburg

    Beide Länder gelten jetzt ohne Ausnahmen als Risikogebiete. In Tschechien betraf das zuvor bereits den Großteil des Landes, ausgenommen waren bis zum 25. September nur die Aussiger Region (Ústecký) und der Mährisch-Schlesischen Region (Moravskloslezský).

    Österreich und Ungarn

    Auf der Risikogebiete-Liste des RKI stehen auch Teile Österreichs. Neuerdings gilt auch das Bundesland Tirol als Risikogebiet. Zuvor wurde bereits die kompletten Bundesländer Wien und Vorarlberg in die Liste aufgenommen worden. Mitte September hatte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärt, in seinem Land habe seiner Einschätzung nach die zweite Infektionswelle begonnen. In Ungarn wurden die Hauptstadt Budapest sowie die Region Györ-Moson-Sopron zum Corona-Risikogebiet erklärt.

    Frankreich, Belgien und Niederlande

    Auch weite Teile Frankreichs stehen auf der Liste: Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Regionen Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d’Azur, Auvergne-Rhône-Alpes, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Hauts-de-France, Centre-Val-de-Loire, Normandie, Bretagne sowie Corse (Korsika) wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt.

    In Belgien gilt eine Warnung für Brüssel.

    In den Niederlanden werden die Provinzen Utrecht, Nordholland (Noord-Holland) und Südholland (Zuid-Holland) geführt. Hinzu kommen schon seit Längerem die zu den Niederlanden gehörenden Inseln Aruba und Sint Maarten.

    Spanien, Portugal und Gibraltar

    Das ganze Land gilt als Risikogebiet inklusive der Kanarischen Inseln. Auch das an Spanien grenzende britische Überseegebiet Gibraltar steht auf der Liste. In Portugal werden die Neuinfizierungen in der Metropolregion Lissabon als so gravierend eingestuft, dass für dieses Gebiet ebenfalls eine Reisewarnung herausgegeben wurde.

    Schweiz und Kroatien

    Ebenso warnt das Auswärtige Amt nun vor Reisen in die Schweizer Kantone Freiburg (Fribourg), Genf und Waadt. In Kroatien sind es die Regionen Lika-Senj, Brod-Posavina, Virovitica-Podravina, Dubrovnik, Pozega-Slavonia, Sibenik-Knin, Split-Dalmatien und Zadar.

    Dänemark

    Seit dem 23. September ist die Region Hovedstaden (einschließlich der Hauptstadt Kopenhagen) als Risikogebiet ausgewiesen.

    Irland

    In Irland gilt die Hauptstadt Dublin gilt als Risikogebiet.

    Rumänien

    In Rumänien gelten die Warnungen für die die Kreise Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, Caraș-Severin, Covasna, Iaşi, Ilfov, Neamt, Prahova, Vâlcea und Vaslui sowie für die Hauptstadt Bukarest.

    Risikogebiete im Rest Europas und der Welt

    In Europa gelten Reisewarnungen außerdem für Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Bosnien und Herzegowina, den Bezirk Blagoevgrad in Bulgarien, das Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, die Republik Moldau, Russland, Serbien und die Ukraine.

    Eine pauschale Reisewarnung gilt für etwa 160 außereuropäische Länder bis Ende September. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage ab Oktober für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt ab dann für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Quarantäne und Testpflicht

    Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Quarantäne begeben und das jeweils zuständige Gesundheitsamt informieren. Zudem müssen Einreisende aus Risikogebieten aktuell einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Alternativ kann man sich innerhalb von 72 Stunden nach Ankunft auf eine Corona-Infektion testen lassen, etwa in Testzentren an Flughäfen.

    Bei einem negativen Testergebnis kann die Quarantäne aufgehoben werden. Ab dem 1. Oktober soll die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen mit einem Negativtest aufgehoben werden können. 

    Für Fluggäste und Schiffspassagiere besteht laut dem Auswärtigen Amt die Pflicht, ihre Identität, Reiseroute und Kontaktdaten weiterzugeben. Die jeweiligen Beförderer müssen diese – zum Beispiel über eine Aussteigekarte - sammeln und an die zuständigen Behörden übermitteln. 

    Keine kostenlosen Tests mehr

    Bis Mitte September konnte sich jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreiste, innerhalb von 72 Stunden kostenlos auf das Coronavirus testen lassen - auch wenn er aus einem Nicht-Risikogebiet kam. Diese Regelung ist jetzt aufgehoben. Man wolle mit Blick auf Herbst und Winter die Tests wieder stärker auf das Inland konzentrieren, erklärte Gesundheitsminister Spahn.

    (Stand: 30.09.)

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  • CoronavirusVolle Erstattung auch ohne Reisewarnung

    Für viele Urlauberinnen und Urlauber in Deutschland sind die Ferien vorbei - der Ärger mit Reisen, die wegen der Corona-Krise storniert wurden sowie mit Kosten, die Veranstalter oder Flugunternehmen nicht erstatten wollen, bleibt.

    Anfang Juli hatte der Bundestag per Gesetz beschlossen, dass Kunden bei einer geplatzten Reise auf Wunsch ihr Geld zurückbekommen und keine Gutscheine akzeptieren müssen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt gilt für einen Pauschalreisevertrag: "Verbraucher, die einen Gutschein ablehnen, behalten entsprechend der Vorgaben der EU-Pauschalreiserichtlinie ihren Erstattungsanspruch in Geld."

    Kunden werden hingehalten

    Die Reiseveranstalter müssten demnach das Geld innerhalb von 14 Tagen zurückzahlen. Eine Rückzahlung der bereits gezahlten Gelder erfolge allerdings nur selten, Gutscheine würden oft trotz Ablehnung einfach zugesandt.

    Bei einer drohenden Insolvenz des Reiseveranstalters könnten Verbraucher leer ausgehen. Die Verbraucherzentrale Bremen empfiehlt, in solch einem Fall, per Einschreiben mit Rückschein dem Unternehmen eine Frist zu setzen und den vollständigen Reisepreis zurückzufordern.

    Urteil: Erstattung auch ohne Reisewarnung denkbar

    Am 17.8.2020 hat das Amtgericht Frankfurt/Main entschieden: Bei einer vom Kunden wegen der Corona-Gefahr stornierten Reise muss der Veranstalter unter Umständen auch ohne vorliegende Reisewarnung den Preis voll erstatten (32 C 2136/20).

    Der Kläger hatte am 7. März dieses Jahres eine für Mitte April geplante Reise in den Golf von Neapel storniert. Der Veranstalter hatte auf einem Teil des Reisepreises als Stornierungsgebühr bestanden, weil zu diesem Zeitpunkt noch keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorgelegen habe.

    Das Gericht stellte aber geringere Ansprüche an einen Rücktritt vom Reisevertrag aus unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umständen, bei denen der Veranstalter voll erstatten muss. Grundsätzlich seien hier keine allzu strengen Anforderungen zu stellen, führte das Gericht aus. Reisewarnungen für das Reisegebiet seien nicht zwingend erforderlich und es genüge bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Virus. Dies sei zum Zeitpunkt der Reisestornierung bereits für ganz Italien der Fall gewesen. Das Urteil ist rechtskräftig.

    (Stand 06.09.2020)

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 29.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • CoronavirusWie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern?

    Die Sommerferien sind in vielen Bundesländern vorbei, doch gereist wird weiterhin. Das ist auch möglich, denn die Grenzen in Europa sind weitgehend offen. Aber wie sehen die Vorschriften in den einzelnen Ländern für Reisende aus Deutschland aus? Und wie steht es um das Infektionsgeschehen? Eine Übersicht.

    Erste Anlaufstelle für Urlauber ist die Internetseite "Sicheres Reisen" des Auswärtigen Amts. Dort sind für viele Länder aktuelle Informationen über das Infektionsgeschehen verzeichnet. Die jüngsten Hinweise finden sich unter der Rubrik "Letzte Aktualisierung". Für den Einsatz von Smartphones bietet das Auswärtige Amt eine App "Sicher Reisen" an. Reisende werden bei kritischen Situationen in ihrem Gastland automatisch informiert. Oftmals verweist das Auswärtige Amt auf Informationsangebote der zuständigen Behörden im Gastland, um spezifische Hinweise für einzelne Regionen zu erfahren.

    Eine Liste der aktuell als Risikogebiet erklärten Städte, Länder und Staaten findet sich beim Robert Koch-Institut.

    Bundesgesundheitsminister Spahn hat Mitte September zum Verzicht auf Auslandsurlaube im Winter geraten: "Ich denke, man kann auch in Deutschland einen schönen Urlaub verbringen", sagte er.

    Niederlande, Belgien, Luxemburg

    Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung die niederländischen Provinzen Nordholland, Südholland und Utrecht zum Risikogebiet erklärt - und entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen. Bei der Rückkehr aus Risikogebieten ist eine 14-tägige Quarantäne verpflichtend.

    Die Einreise in die Niederlande ist grundsätzlich möglich. Flugreisende müssen bereits am Startflughafen ein Formular ausfüllen, das unter anderem mit Covid-19 in Verbindung stehende Symptome abfragt. Wer solche Symptome aufweist, darf den Flug nicht antreten. In der Öffentlichkeit müssen 1,5 Meter Abstand zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts gehalten werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht, in Teilen von Amsterdam und Rotterdam auch im Freien; Restaurants und Cafés sind unter Auflagen geöffnet. An Stränden kann es zu örtlichen Sperrungen kommen, wenn es zu voll wird. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Überseegebiete Aruba und St. Maarten wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt.

    Als Risikogebiet eingestuft ist auch die belgische Hauptstadt Brüssel. Belgien ist von Covid-19 im europäischen Vergleich eher stark betroffen. Seit 14. August 2020 stuft das belgische Außenministerium eine Reihe von Regionen in EU-Ländern als "orange Zonen" ein, darunter in Deutschland etliche Regierungsbezirke wie Ober- und Niederbayern, Darmstadt, Stuttgart, Karlsruhe, Tübingen und Düsseldorf. Einreisenden aus diesen Gebieten wird eine 14-tägige häusliche Quarantäne oder ein Corona-Test nach der Einreise nach Belgien dringend empfohlen. Am Flughafen Brüssel erfolgen Temperaturmessungen bei allen Passagieren mit Wärmekameras. Zutritt wird bei über 38°C verweigert. Es gelten auch im Land etliche Abstands- und Hygieneregelungen, Strandzugänge für Touristen können Beschränkungen unterliegen.

    In Luxemburg sind die Infektionszahlen zuletzt wieder stark gestiegen. Die Inzidenz von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage wird wieder seit einiger Zeit überschritten, so dass das Robert-Koch-Institut Luxemburg erneut zum Risikogebiet erklärt hat. Restaurants, Gaststätten, Bars, Sport- und Kulturinstitute sind geöffnet, häufig muss jedoch reserviert werden. Im Freien und auf öffentlichen Plätzen dürfen höchstens zehn Menschen zusammenkommen, es gilt ein Mindestabstand von zwei Metern. Im öffentlichen Raum wird die Durchsetzung verstärkt kontrolliert.

    Österreich

    Auch in Österreich ist die Zahl der Corona-Infektionen wieder angestiegen. Die Bundesregierung hat deshalb die Bundesländer Wien, Tirol und Vorarlberg zum Risikogebiet erklärt. Daraus resultiert bei Einreise nach Deutschland ein verpflichtender kostenloser COVID-19-PCR-Test und gegebenenfalls eine Quarantäneverpflichtung.

    Deutsche können nach und durch Österreich fahren. In Grenznähe finden jedoch stichprobenartige Kontrollen statt. Das Land hatte als Reaktion auf die gestiegenen Fallzahlen Ende Juli die Maskenpflicht verschärft. Sie gilt unter anderem in Supermärkten, in Bank- und Post-Filialen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxen, Seil- und Zahnradbahnen, Reisebussen und im Innenbereich von Ausflugsschiffen. Neuerdings müssen Masken auch im Restaurant getragen werden und dürfen nur am Platz abgesetzt werden. Auch auf Märkten und Messen gilt inzwischen die Maskenpflicht. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ohne zugewiesenen Sitzplatz muss ebenfalls eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In einigen Orten Kärntens gilt abends eine generelle Maskenpflicht. Der Mindestabstand muss weiterhin beachtet werden - auch beim Baden und Wandern.

    Im September wurden die Regeln erneut verschärft. Bei privaten Feiern und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind nur noch zehn Teilnehmer erlaubt.

    Italien

    Reisende aus Deutschland müssen in Italien nicht in Quarantäne. Für einige Regionen müssen sich Touristen vorab registrieren. An Flughäfen und Häfen, aber auch bei der Einreise im Überlandverkehr kann es zu Gesundheitskontrollen kommen. Ein Mund-Nasen-Schutz und Einweghandschuhe sind vielerorts vorgeschrieben, etwa in Geschäften, wenn der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. Im öffentlichen Raum gilt an Orten, an denen sich Menschen versammeln können, von 18 Uhr bis 6 Uhr eine generelle Maskenpflicht. Eine Maske ist daher stets mitzuführen. Verstöße gegen die Tragepflicht können mit Geldstrafen geahndet werden. Es gelten Abstandsregeln von 1- 2 Metern zwischen Personen. Es werden häufig Temperaturmessungen (meist mit Stirn-Scannern) vor dem Betreten von Behörden, Museen und Geschäften durchgeführt. Bei zu hoher Temperatur wird der Zutritt verwehrt und unter Umständen auch die staatliche Gesundheitsbehörde informiert. Für den Zutritt zu vielen Einrichtungen ist Händedesinfektion Pflicht.

    Balkan

    Die Länder der Balkanregion verzeichnen deutliche Anstiege bei den Corona-Neuinfektionen. Kroatien: Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Gespanschaften Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Zadar, Dubrovnik-Neretva, Požega-Slawonien, Brod-Posavina, Virovitica-Podravina wird gewarnt. Touristen wird grundsätzlich empfohlen, außerhalb der Unterkunft einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, mindestens 1,5 Meter Abstand zu Dritten zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen; soziale Kontakte sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Sollte das Infektionsgeschehen auf den kroatischen Inseln ansteigen, müssen Reisende damit rechnen, dass Brücken- und Fährverbindungen kurzfristig stark eingeschränkt werden und ein Verlassen bzw. Betreten der Inseln nicht möglich ist. Eine Quarantäne-Pflicht besteht für Einreisende aus Deutschland nicht, Reisende müssen aber erklären, wo sie sich aufhalten werden.

    Das Nachbarland Slowenien hat Kroatien von der Liste der sicheren Länder gestrichen. Urlauber aus Deutschland, die mit dem Auto unterwegs sind, sollten dies beachten: Sie müssen Slowenien von Kroatien kommend innerhalb von zwölf Stunden durchfahren und dürfen nur zum Tanken anhalten. Bei einem längeren Aufenthalt kann es Auflagen in Form von Quarantäne geben. Das gilt auch für die Einreise nach Slowenien nach einem Aufenthalt in Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien oder Serbien. In Slowenien gelten Abstandsregeln, in geschlossenen öffentlichen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Maske getragen werden.

    Österreich hat eine Reisewarnung für den gesamten Westbalkan ausgesprochen und verschärfte zuletzt die Grenzkontrollen.

    Spanien und die Balearen

    Mittlerweile warnt das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen Reisen nach ganz Spanien. Daraus resultiert bei Einreise nach Deutschland ein kostenloser verpflichtender PCR-Test und eine Quarantäneverpflichtung. Auch andere europäische Staaten haben Spanien oder Teile davon zum Risikogebiet erklärt.

    In der spanischen Hauptstadt Madrid und dem Umland wurden drastische Einschränkungen der Bewegungsfreiheit erlassen. Bewohner von besonders betroffenen Vierteln dürfen diese nur noch verlassen, wenn sie zur Arbeit gehen, zum Arzt oder die Kinder zur Schule bringen. Parks und öffentliche Plätze wurden gesperrt.

    Im ganzen Land gilt Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in öffentlichen Gebäuden. Wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht gewahrt werden kann - zum Beispiel an vollen Strandpromenaden - muss man auch im Freien eine Maske tragen. In einigen Städten und Regionen herrscht eine generelle Maskenpflicht, unter anderem in der Hauptstadt Madrid. Die Lokale am Ballermann auf Mallorca mussten nach zahlreichen Verstößen gegen die Auflagen wieder schließen. Spanische Häfen sind für Kreuzfahrtschiffe bis auf weiteres gesperrt.

    Portugal

    Portugal ist inzischen von Covid-19 stärker betroffen als zu Beginn der Pandemie und erlebt aktuell eine steigende Zahl an Neuinfektionen. Die Metropolregion Lissabon wurde deshalb inzwischen als Risikogebiet eingestuft. Auch im Norden des Landes zeichnet sich derzeit ein hohes Infektionsgeschehen ab. Einreisebeschränkungen aus Deutschland gibt es derzeit keine. Es müssen jedoch persönliche Angaben zum Zielort, zum Reisegrund und der Erreichbarkeit gemacht werden. Bei der Einreise wird die Temperatur gemessen, bei mehr als 38 Grad Celsius ist mit weiteren Untersuchungen bis hin zu Quarantäne zu rechnen.

    Restaurants sind momentan auch abends wieder geöffnet, Supermärkte schließen allerdings um 22 Uhr. Bars und Diskotheken bleiben ganz geschlossen. Im öffentlichen Raum darf kein Alkohol konsumiert werden. Auch bei Hotels ist mit Einschränkungen zu rechnen. Im öffentlichen Raum muss ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften gilt eine Maskenpflicht, bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen. Die Strände sind unter bestimmten Auflagen geöffnet. Die portugiesische Umweltbehörde hat die App "Info Praia" entwickelt, die die Auslastung von Stränden anzeigt.

    Griechenland

    Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie den meisten EU-Staaten können frei nach Griechenland einreisen. Alle müssen sich aber spätestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus bestimmt auf Grundlage der eingegebenen Daten, ob bei der Einreise ein Corona-Test durchgeführt wird. Wer positiv getestet wird, muss 14 Tage in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Griechenland. Außerdem werden Einreisende an Flughäfen und Häfen stichprobenartig Corona-Tests unterzogen.

    Die Maskenpflicht gilt in allen geschlossenen Einrichtungen, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln und Supermärkten. In stärker frequentierten Regionen können die Regeln jedoch auch verschärft werden: So gilt in Athen und Thessaloniki oder auf Kreta Maskenpflicht sogar im Freien, Bars und Restaurants müssen dort um Mitternacht schließen. Masken müssen auf Fähren immer getragen werden - auch auf den offenen Decks. Zudem wird überall geraten, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen zu halten, auch an den Stränden. Hotels unterliegen strengen Hygieneregelungen. Griechenland ist von Coronavirus-Infektionen vergleichsweise wenig betroffen, vermeldet aber einen Anstieg der Fallzahlen - vor allem in Ballungsräumen wie Thessaloniki. Es gelten regionale Einschränkungen, etwa seit Ende August für Mykonos und Chalkidiki.

    Frankreich

    Wegen der hohen Fallzahlen gelten mehrere Regionen in Frankreich wieder als Risikogebiete: Derzeit sind das Île-de-France, Auvergne-Rhône-Alpes, Nouvelle-Aquitaine, Occitanie, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Hauts-de-France, Centre-Val-de-Loire, Normandie, Bretagne sowie Corse (Insel Korsika). Zuletzt verschärften etwa Paris, Nizza und Toulouse ihre Coronavorschriften. So sollen in Paris private Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen vermieden werden. Das Auswärtige Amt rät dringend von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Französisch Guyana, La Réunion, St. Martin und Guadeloupe wird aufgrund hoher Infektionszahlen ab.

    Reisende aus Deutschland können in den meisten Fällen nach wie vor nach Frankreich einreisen, Grenzkontrollen finden aber bis mindestens Oktober statt. Zuletzt sind die Corona-Fallzahlen in Frankreich wieder deutlich gestiegen. Die französische Regierung hat ihrerseits eine Reihe von Départements als Gebiete mit erhöhter Virusverbreitung eingestuft, mit der Folge, dass die dortigen Behörden ausgewählte Bereiche des öffentlichen Lebens einschränken können.

    In ganz Frankreich gilt eine Maskenpflicht für alle Menschen ab elf Jahren in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Museen sowie in allen öffentlichen Verkehrsmitteln. In mehreren Städten und Gemeinden muss auch auf öffentlichen Plätzen und Straßen ein Mund-Nasen-Schutze getragen werden, zum Beispiel in Paris, Marseille, Toulouse und Straßburg.

    Schweiz

    Die Einreise in die Schweiz ist möglich, allerdings gelten folgende Kantone derzeit als Risikogebiete: Genf, Waadt (Vaud) und Freiburg. Seit dem 6. Juli gilt für Menschen, die in die Schweiz aus Risikoländern einreisen grundsätzlich eine 10-tägige Quarantänepflicht: Touristen oder Reiserückkehrer müssen sich für diesen Zeitraum in ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft begeben und ihre Einreise zudem innerhalb von zwei Tagen der zuständigen kantonalen Behörde melden. Mit einem negativen PCR-Test kann die Quarantänepflicht nicht aufgehoben werden. Wer aus Deutschland kommt, ist von den Einschränkungen bisher nicht betroffen.

    Ein Mund-Nasen-Schutz ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und Seilbahnen vorgeschrieben. In Hotels, Restaurants oder Museen gelten weiterhin Abstands- und Hygieneregeln - die Details regeln die Kantone unterschiedlich. Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in der Schweiz war zuletzt wieder gestiegen.

    Türkei

    Für die Türkei gilt grundsätzlich die Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Hiervon ausgenommen sind die Provinzen Aydin, Izmir und Muğla in der Ägäisregion sowie die Provinz Antalya in der Mittelmeerregion. Hier muss das von der türkischen Regierung verfügte Tourismus- und Hygienekonzept strikt eingehalten werden. Das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen wird abgesehen davon aber weiter als Corona-Risikogebiet eingestuft. Daher müssen Türkei-Urlauber bei ihrer Rückkehr nach Deutschland mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Ausnahmen können gemacht werden, wenn bei der Einreise nach Deutschland ein negativer Corona-Test vorgelegt wird, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Kosten müssen die Reisenden tragen.

    Bei Reisen in die Türkei wird am Flughafen die Temperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen wie zum Beispiel Quarantänemaßnahmen. Auf Marktplätzen, in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht, an den Stränden ein Sicherheitsabstand. In Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. In einigen Provinzen (u.a. Ankara, Izmir) wurden für Personen über 65 Jahren erneut Zugangsbeschränkungen zum öffentlichen Personennahverkehr, in Supermärkten und weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens eingeführt, welche jedoch nach Provinz unterschiedlich ausgestaltet sind. Diese Regelungen gelten nicht für Touristen.

    Skandinavien

    Für Schweden gilt keine Reisewarnung mehr. Die schwedischen Grenzen sind für Deutsche offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen. Auch eine Maskenpflicht besteht nicht: Hygiene- und Abstandsregeln sind grundsätzlich freiwillig, die Behörden bitten aber eindringlich um die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln. Schweden war von Covid-19 zeitweise sehr stark betroffen, seit Juli gehen die Zahlen zurück.

    Reisende aus Deutschland, die nach Norwegen kommen, müssen seit dem 29. August für zehn Tage in Quarantäne. Bei einer Einreise über einen Flughafen in einem von Norwegen als quarantänepflichtig eingestuften Gebiet - dazu zählen derzeit zum Beispiel Kopenhagen, Stockholm und Amsterdam - gilt ebenfalls die Quarantänepflicht, selbst wenn der Transitbereich des Flughafens nicht verlassen wurde. Vor diesem Hintergrund wird von touristischen Reisen nach Norwegen abgeraten. In Norwegen gibt es keine Maskenpflicht, es wird aber darum gebeten, eine Masken in Situationen zu tragen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann. Einschränkungen gibt es für Kreuzfahrtschiffe. Das Land war vom Coronavirus weniger betroffen, Schwerpunkt war die Region Oslo.

    Seit dem 28. September 2020 gelten Einreisebeschränkungen für die Einreise aus Deutschland nach Finnland. Nicht notwendige, touristische Reisen nach Finnland sind dann nicht mehr gestattet. Für die Personengruppen, die noch einreisen dürfen (siehe Informationen des Grenzschutzes), gilt eine Pflicht zur 14-tägigen Selbstisolierung nach Einreise. Die Dauer der Selbstisolierung kann durch einen negativen Corona-Test verkürzt werden.

    Nach Dänemark dürfen Deutsche derzeit einreisen. Das gilt auch für Reisende aus allen anderen Ländern, die epidemiologisch als sicher eingestuft werden. Aber: Jeder Einreisefall wird durch die Grenzbeamten im Rahmen ihres Ermessens geprüft und entschieden. Nichtdänischen Staatsangehörigen, die deutliche Symptome von Covid-19 zeigen, beispielsweise Husten oder Fieber, wird die Einreise nach Dänemark unabhängig vom Grund verwehrt. Auch ist die Ankunft über Land nicht an allen Übergängen möglich, weitere Informationen gibt es beim Auswärtigen Amt. Es wird empfohlen, für Situationen mit stärkerem Gedränge einen Mundschutz bei sich zu haben - eine Maskenpflicht besteht jedoch nicht flächendeckend. Ist stärker vom Virus betroffenen Gemeinden gilt teilweise eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Es gilt zudem ein Verbot von Versammlungen von mehr als 50 Personen. Restaurants dürfen bis 22 Uhr geöffnet haben. Auch in Dänemark sind die Infektionszahlen steigend.

    Informationen über Reiseziele finden Sie auch auf dieser Seite der Europäischen Union.

    (Stand: 28.09.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
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    Test und Schutz

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    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
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    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
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    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
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    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • CoronavirusReise-Rückkehrer und Party-Gänger - wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt

    Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland steigt weiter. Statistiken des Robert Koch-Instituts und aus den Bundesländern zeigen: Viele Menschen bringen das Virus aus dem Urlaub mit.

    In seinem Lagebericht vom Donnerstag (27.08.2020) stellte das Robert Koch-Institut (RKI) fest, dass es bundesweit "eine große Anzahl kleinerer Ausbruchgeschehen in verschiedenen Landkreisen" gibt, "die mit unterschiedlichen Situationen in Zusammenhang stehen, z.B. größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis." Hinzu komme, dass Covid-19-Fälle zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen, identifiziert würden.

    Das RKI erklärte das spanische Festland sowie die Balearen zum Risikogebiet, ebenso Teile von Südfrankreich und die französische Hauptstadtregion Ile-de-France. Außerdem gelten Teile Kroatiens seit dem 20. August als Risikogebiet: die Urlaubsregionen Sibenik-Knin und Split-Dalmatien.

    Wird ein Gebiet vom RKI als Risikogebiet eingestuft, ist für Rückkehrer ein Corona-Test Pflicht. Voraussichtlich ab dem 1. Oktober soll eine neue Regelung gelten: Urlauber aus Risikogebieten müssen sich erstmal in die Quarantäne begeben. Frühestens fünf Tage nach Rückkehr kann die Quarantäne durch einen negativen Corona-Test beendet werden. Derzeit wird geprüft, ob Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihren Test selbst zahlen sollen. Zudem fordert der Bund die Länder auf, die Quarantänepflichten vor Ort schärfer zu kontrollieren und bei Pflichtverstößen Bußgelder zu verhängen.

    Viele Balkan-Reiserückkehrer sind infiziert

    Bei den Reiserückkehrern stehen der Kosovo und die Türkei im Fokus. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen kamen 36,3 Prozent der positiv getesteten Rückkehrer zwischen dem 1. Juli und dem 16. August aus dem Kosovo. Mit 19,9 Prozent liegt die Türkei an zweiter Stelle. Danach folgen mit weitem Abstand Kroatien mit 6,2 und Serbien mit 4,1 Prozent. Diese Zahlen teilte das NRW-Gesundheitsministerium mit.

    Als Ursache für die hohen Kosovo- und Türkei-Zahlen werden bei Corona-Experten Familienbesuche von in Deutschland lebenden Personen vermutet. Für die klassischen Urlaubsländer wie Spanien oder Griechenland sind in NRW nur sehr niedrige Infektionszahlen mit 2,5 und 0,5 Prozent Positiv-Testungen verzeichnet.

    Auf Bundesebene ist der Trend dem Robert Koch-Institut zufolge ähnlich: Der Anteil der positiv getesteten Rückkehrer bei allen Neuinfektionen liege demnach bei 39 Prozent. Davon steckten sich rund 20 Prozent entweder im Kosovo oder in der Türkei an. Kroatien folgt in der bundesweiten RKI-Statistik über infizierte Rückkehrer an dritter Stelle, es folgen Bulgarien, Bosnien-Herzegowina, Spanien, Serbien und Rumänien.

    Zuvor hatte das RKI mitgeteilt, dass unter den Fällen mit Angabe Kosovo und Türkei eher Kinder und Personen mittleren Alters betroffen sind, was auf Reisen im Familienverbund hinweisen könnte. Unter den Fällen mit wahrscheinlichem Ursprung in Spanien und Kroatien seien hingegen eher Personen zwischen 20 und 24 Jahren betroffen, was laut RKI eher auf Vergnügungstourismus hindeutet.

    Dirk Brockmann, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin und Epidemiologe am Robert Koch-Institut, sagte in der DLF-Sendung "Forschung aktuell", Urlaub sei immer auch mit Ausgelassenheit verbunden, etwa beim Aufenthalt am Strand oder bei Feiern in engen Räumen. Reiserückkehrer kämen also aus Kontexten zurück, in denen Infektionen stärker stattfinden.

    Höhere Positivraten an Flughäfen

    Seit Einführung der kostenlosen Tests für Reiserückkehrer, unter anderem an Flughäfen, lassen sich dort zahlreiche Menschen testen. Dabei liegen die Positivraten oft höher als im deutschlandweiten Durchschnitt, was die Bedeutung der Reiserückkehrer für den Anstieg der Zahlen untermauert. So waren laut den Zahlen des Gesundheitsministeriums sowie der Kassenärztlichen Vereinigungen von über 58.000 Tests an nordrhein-westfälischen Flughäfen mehr als 1.200 positiv, das entspricht 2,1 Prozent. Zuletzt lag die Positivrate der deutschlandweiten Tests bei einem Prozent.

    Kostenlose Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten sollen zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September beendet werden. Bayerns Ministerpräsident Söder will aber an seinem Angebot für kostenlose Tests an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen festhalten.

    120 Menschen in Bayern nach Party in Quarantäne

    Im bayerischen Landkreis Schwandorf mussten Mitte August nach der Corona-Infektion eines Italien-Urlaubers 120 Menschen in Quarantäne. Wie die "Mittelbayerische Zeitung" berichtet, hatte sich der Mann bei seiner Rückkehr am Donnerstag an der Grenze bei Kiefersfelden testen lassen und am Sonntag sein Ergebnis erhalten. Zu dem Zeitpunkt hatte er aber schon an einer Geburtstagsfeier mit rund 100 Gästen teilgenommen. Ihm war nach eigenen Angaben von den Behörden zugesagt worden, innerhalb von 24 Stunden über das Testergebnis informiert zu werden. Weil ein Anruf ausblieb, habe er am Samstag an der Party teilgenommen.

    Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass in Bayern 44.000 auf das Covid-19 getestete Reiserückkehrer teilweise wochenlang auf ihren Befund warteten - darunter mehr als 900 positiv Getestete.

    Obergrenzen für Privatpartys

    Große Familienfeste waren von Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) als mögliche Infektionsquelle genannt worden. Die Regierungschefs von Bund und Ländern konnten sich jedoch nicht auf eine Begrenzung der Teilnehmerzahl für Privatfeiern verständigen. Das Bundeskanzleramt hatte vorgeschlagen, die Zahl der Teilnehmer an Privatfeiern auf 25 zu begrenzen - dagegen gab es aber Widerstand auf Seiten der Ministerpräsidenten.

    In den Bundesländern wird die Obergrenze für Privatfeiern unterschiedlich geregelt. So sind in Berlin Innenveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen erlaubt. In Nordrhein-Westfalen dürfen bei "geselligen Veranstaltungen wie Hochzeiten" drinnen maximal 150 Gäste anwesend sein, in Bayern maximal 100.

    Viele jüngere Menschen infiziert

    Unter den Neuinfizierten sind vermehrt Jüngere, was die Hinweise auf die Rolle von Partys stützen könnte: Während das Wachstum der gemeldeten Fälle in allen Altersgruppen anfangs noch einigermaßen gleichmäßig verlief, nehmen nun die Zahlen in jüngeren Altersgruppen auch laut Berechnungen des Science Media Centers deutlich zu. Innerhalb von sechs Wochen sind demnach die Fälle pro 100.000 Personen in der Altersgruppe der 20- bis 25-Jährigen von fünf auf 25 gestiegen.

    (Stand: 27.08.2020)

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  • CoronavirusDie aktuellen Reiseregelungen in Deutschland

    Die Urlaubsplanung ist in diesem Jahr schwierig, viele beliebte internationale Ziele womöglich wegen der Coronakrise unerreichbar. Für Ferien innerhalb Deutschlands gibt es inzwischen aber wieder viele Möglichkeiten.

    In allen Bundesländern kann man wieder in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen übernachten. Eine Sonderregelung gilt für Menschen aus Kreisen mit hohem Infektionsgeschehen: Sie dürfen etwa nur dann in einem Hotel untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie nicht infiziert sind. Darauf haben sich Bund und Länder nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischunternehmen Tönnies verständigt. Die konkreten Regelungen sind allerdings Ländersache.

    Strenge Hygienevorschriften

    Oft ist der Wellness-Bereich von Hotels von der Öffnung ausgenommen oder Gäste müssen sich vorher für die Nutzung anmelden. Auf das Frühstücksbuffet muss man zudem mancherorts verzichten, stattdessen wird das Essen von Kellnern an den Tisch gebracht. Aber nicht alles, was erlaubt ist, wird auch überall umgesetzt. Es empfiehlt sich daher, vor der Reise beim betreffenden Hotel Auskünfte einzuholen.

    Selbstredend muss man sich überall an Hygienevorschriften halten - die wiederum von Bundesland zu Bundesland variieren können. Restaurants sind ebenfalls in allen 16 Bundesländern geöffnet, meist auch Kneipen. Unterschiede gibt es zuweilen bei den Öffnungszeiten. Organisierte Urlaubsreisen mit dem Reisebus sind überall erlaubt. Freizeitparks und Freibäder dürfen öffnen.

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    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 29.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 29.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Verstoß gegen Brexit-VertragBritisches Unterhaus billigt Binnenmarktgesetz

    Das britische Unterhaus hat einen Gesetzentwurf gebilligt, der in Teilen gegen den Brexit-Vertrag mit der EU verstößt. Die Vorlage wurde in London mit 340 zu 256 Stimmen angenommen. Die EU wertet das Gesetz als Vertrauensbruch.

    Bevor das sogenannte Binnenmarktgesetz in Kraft treten kann, muss es allerdings noch das Oberhaus passieren. Dort hat die Regierung keine Mehrheit.

    Premierminister Johnson gibt offen zu, dass das Gesetz einen Vertragsbruch darstellt. Es hebelt Schlüsselregelungen zum Handel zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Republik Irland aus. Johnson betrachtet das Gesetz als "Sicherheit", falls bis Ende dieses Jahres kein Handelsabkommen mit der EU zustandekommt. Die Verhandlungen darüber machen seit Monaten keine Fortschritte.

    Hochrangige EU-Vertreter warfen Johnson vor, mit dem Binnenmarktgesetz Vertrauen zu verspielen und den irischen Friedensprozess zu gefährden. Auch in Großbritannien gab es viel Widerstand - unter anderem von früheren Premierministern und in Johnsons eigener konservativer Partei.

  • Corona-Maßnahmen"Mehr Maske, weniger Alkohol, weniger Feiern"

    Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen haben Bund und Länder weitere Auflagen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen. Die Menschen in Deutschland müssen sich im Alltag also wieder auf strengere Einschränkungen einstellen. Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick.

    Feiern in öffentlichen und privaten Räumen:

    Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs haben sich im Kanzleramt auf ein Zwei-Stufen-Modell geeinigt. Wenn in einem Landkreis binnen sieben Tagen mehr als 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner auftreten, soll die Teilnehmerzahl auf 50 in öffentlichen oder angemieteten Räumen begrenzt werden. Für Feiern in Privaträumen gilt als "dringende Empfehlung" eine Obergrenze von 25 Gästen. Steigt die Sieben-Tages-Inzidenz auf über 50, greift die nächste Stufe. Dann sind maximal 25 Teilnehmer bei Feiern in öffentlichen Räumen erlaubt - in Privaträumen sind es zehn.

    Bei den Obergrenzen für Privatwohnungen handele es sich jedoch lediglich um Empfehlungen, betonte Merkel. Auch stehe es den einzelnen Bundesländern offen, selbst schärfere Regeln einzuführen. Bayerns Ministerpräsident Söder betonte, bei jeder Steigerung der Infektionszahlen gelte der Grundsatz "mehr Maske, weniger Alkohol und weniger Feiern." Auch von Reisen in Risikogebiete werde mit Blick auf die bevorstehenden Herbstferien dringend abgeraten.

    Gastronomie:

    Wer in Restaurants und Cafés falsche Kontaktdaten auf die Gästelisten schreibt, muss künftig mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro rechnen. Das Bußgeld gilt aber nur für jene Länder, in denen solche Listen vorgeschrieben sind - etwa nicht in Sachsen-Anhalt. In Schleswig-Holstein sollen nach Angaben von Ministerpräsident Günther Bußgelder von bis zu 1.000 Euro möglich sein.

    Bund und Länder fordern Gastronomiebetreiber zu "Plausibilitätskontrollen" auf, die dazu beitragen sollen, dass die Gästelisten richtig und vollständig geführt werden. Merkel erklärte, Gastronomen sollten sich im Zweifelsfall den Ausweis oder Führerschein der Besucher zeigen lassen.

    Wo die Infektionszahlen ansteigen, sollen regional "zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote für Alkohol" erlassen werden, um Ansteckungen in der Gastronomie zu verhindern.

    Regional statt national:

    Nach Angaben von Merkel verständigten sich Bund und Länder auf zwei Prioritäten, an denen sich sämtliche Corona-Auflangen fortan orientieren sollen: Die Wirtschaft solle am Laufen gehalten werden, und zudem sollten Kinder "so weit wie möglich" in die Schule oder in die Kita gehen dürfen. Es dürfe nicht wieder einen "Lockdown" für das gesamte Land geben, bekräftigte Merkel erneut. Vielmehr erlaube das jetzt beschlossene Konzept den Behörden, "regional, spezifisch und zielgenau zu agieren".

    Die Kanzlerin stellte aber auch klar, dass es Lockerungen der Auflagen vorerst nicht geben werde. Der zum Teil sehr deutliche Anstieg der Infektionszahlen sei ein Grund zur Beunruhigung. Mit den richtigen Maßnahmen könne man sich der Pandemie aber entgegenstellen.

    Richtig lüften:

    Vor dem Hintergrund des vermehrten Aufenthalts in geschlossenen Räumen in Herbst und Winter verweist das Bund-Länder-Papier erneut auf die Bedeutung des Lüftens zur Eindämmung der Pandemie. Regelmäßiges Stoßlüften in öffentlichen und privaten Räumen könne die Gefahr der Ansteckung erheblich verringern. Auch CO2-Messungen werden empfohlen, damit das Lüften nicht vergessen wird. Darüber hinaus soll ein spezielles Förderprogramm in diesem und im nächsten Jahr die Umrüstung von Belüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden vorantreiben - zum Beispiel in Schulen.

    Fieberambulanzen, Grippe-Impfung, Corona-Warn-App:

    Der öffentliche Gesundheitsdienst wird mit vier Milliarden Euro gefördert. Die Gelder stellt der Bund bis 2026 zur Verfügung. Damit sollen bei den Ländern bis zu 5.000 neue Stellen geschaffen werden und die Digitalisierung in den Gesundheitsämtern vorangetrieben werden. Grundsätzlich soll das Gesundheitswesen in der bevorstehenden Grippesaison durch die Einrichtung sogenannter Fieberambulanzen und Schwerpunktpraxen entlastet werden.

    Zudem haben Bund und Länder erneut darauf hingewiesen, dass sich Risikopatienten wie etwa Senioren vorsorglich gegen Grippe impfen lassen sollten. Empfohlen werde allen zudem die Nutzung der Corona-App - sie ist jetzt, ebenso wie das Lüften, auch Teil der sogenannten AHA-Regeln.

  • US-WahlkampfBiden legt seine Steuererklärung offen

    Kurz vor der ersten Fernsehdebatte mit US-Präsident Trump fünf Wochen vor der Wahl hat dessen Herausforderer Biden seine Steuererklärung für das vergangene Jahr veröffentlicht.

    Er reagierte damit auf einen Bericht der "New York Times", nach dem Trump in den Jahren 2016 und 2017 jeweils lediglich 750 Dollar Einkommensteuer auf Bundesebene bezahlt haben soll. Aus den Unterlagen Bidens geht hervor, dass er und seine Ehefrau ein Gesamteinkommen von gut 985.000 Dollar erzielten und rund 300.000 Dollar Steuern zahlten. Trump hatte den Zeitungsbericht zurückgewiesen. Er weigert sich seit Jahren, seine Steuererklärungen öffentlich zu machen, und verweist auf eine laufende Buchprüfung durch die Steuerbehörde IRS.

    In dieser Nacht treten Trump und Biden zu einer ersten Fernsehdebatte im Wahlkampfendspurt an. Themen werden unter anderem die Corona-Pandemie, die Wirtschaft und die Rassismus-Diskussion sein. Moderiert wird die Sendung von einem Journalisten des konservativen Nachrichtensenders Fox News. Der in Umfragen zurückliegende Republikaner Trump und der Demokrat Biden werden vor der Wahl am 3. November noch in zwei weiteren Fernsehdebatten aufeinandertreffen.

  • Berg-KarabachOSZE will so bald wie möglich Beobachter ins Kriegsgebiet schicken

    Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa will so bald wie möglich wieder Beobachter im Kriegsgebiet Berg-Karabach einsetzen.

    Sie stünden bereit, sobald es die Lage wieder erlaube, sagte der OSZE-Sondergesandte für die Region, Kasprzyk, in Wien. Er stehe mit den Konfliktparteien in Kontakt. Bei einem Sondertreffen tauschten sich Diplomaten der OSZE-Mitgliedstaaten über die Lage in dem Konflikt im Südkaukasus aus.

    Armenien wirft der Türkei vor, ein armenisches Militärflugzeug abgeschossen zu haben. Die Türkei wies den Vorwurf zurück und nannte die Äußerungen des Verteidigungsministeriums in Eriwan Propaganda. Auch das Militär in Aserbeidschan widersprach. Aserbaidschan erhält nach eigenen Angaben keine militärische Unterstützung aus der Türkei. Nach armenischer Darstellung wurde das Kampfflugzeug von einer türkischen F-16 abgeschossen. Dabei sei der Pilot getötet worden.

    Die Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach dauern seit Sonntag an. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Tote und Verletzte.

  • WarnstreiksÖffentlicher Nahverkehr vielerorts lahmgelegt

    In zahlreichen Städten ist es heute wegen bundesweiter Warnstreiks zu starken Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr gekommen.

    Vielerorts blieben Straßenbahnen und Busse in den Depots. Betroffen waren unter anderem Berlin, Hamburg, Magdeburg, Kiel, Erfurt und München.

    Die Gewerkschaft Verdi will mit den Warnstreiks Verhandlungen über einen bundesweiten Tarifvertrag für die rund 87.000 kommunalen Beschäftigten im ÖPNV durchsetzen. Derzeit werden in den 16 Bundesländern jeweils eigene Tarifverträge mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden ausgehandelt. Dabei haben sich aus Sicht der Gewerkschaft viele Regelungen auseinander entwickelt, etwa was Arbeits- und Urlaubszeiten betrifft.

    Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände erklärte, man habe mehrfach deutlich gemacht, dass man nicht dafür zuständig sei, Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr zu führen. Daran änderten auch Warnstreiks nichts.

  • Krise in BelarusGroßbritannien und Kanada verhängen Sanktionen gegen Lukaschenko

    Großbritannien und Kanada haben Sanktionen gegen den belarussischen Präsidenten Lukaschenko sowie dessen Sohn und sechs weitere Vertreter der Regierung verhängt.

    Für sie gelte ein Einreiseverbot, zudem werde das Vermögen der Betroffenen eingefroren, teilte der britische Außenminister Raab mit. Er sprach von einer klaren Botschaft an das Regime in Minsk und bekräftigte den Vorwurf, dass die Präsidentenwahl im August gefälscht gewesen sei. Ähnliche Sanktions-Pläne der EU gegen Belarus scheitern bisher am Widerstand Zyperns, das verlangt, dass gleichzeitig auch Maßnahmen gegen die Türkei beschlossen werden.

  • "SZ"Erneute Razzia in Wirecard-Firmensitz

    Der Firmensitz des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard in der Nähe von München ist einem Medienbericht zufolge erneut durchsucht worden.

    Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" waren dabei auch Beamte des Bundeskriminalamts im Einsatz. Es handle sich um ein weiteres Verfahren; nun werde auch dem Verdacht der Geldwäsche nachgegangen. Bisher wurde wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs ermittelt.

    Die Staatsanwaltschaft München wollte den Bericht auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren.

    Wirecard soll jahrelang seine Bilanzen gefälscht haben. Insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die auf Konten in Asien liegen sollten, sind nicht auffindbar.

  • MonarchieEmir von Kuwait mit 91 Jahren gestorben

    Der Emir von Kuwait, Scheich Sabah, ist im Alter von 91 Jahren gestorben.

    Das teilte ein Minister im Staatsfernsehen mit. Als Nachfolger soll der 83-jährige Kronprinz Scheich Nawaf vereidigt werden, ein Halbbruder des Verstorbenen. Das Emirat am Persischen Golf verfügt über die sechstgrößten Ölreserven der Welt.

  • Green DealEU fördert klimaschonende Verkehrsprojekte

    Die Europäische Union will den Umbau zu einem klimaschonenderen Verkehrssystem voranbringen.

    Wie die EU-Kommission ankündigte, sollen zusätzliche 54 Millionen Euro in mehrere Projekte fließen. Darunter ist die Umrüstung von Zügen in Baden-Württemberg für das einheitliche europäische Zugleit- und -sicherungssystem. Andere Vorhaben betreffen etwa weitere Ladestationen für E-Autos in Italien oder klimafreundliche Nahverkehrsbusse in Paris oder Barcelona.

    Die Projekte sollen zu den Zielen des "Green Deal" beitragen, denen zufolge der CO2-Ausstoß in der EU bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter das Niveau von 1990 gedrückt werden soll.

  • US-PräsidentschaftswahlErstes TV-Duell zwischen Trump und Biden

    In der Nacht zu Mittwoch treffen sich US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden zum ersten TV-Duell des Präsidentschaftswahlkampfs. Fünf Fragen und Antworten zur bevorstehenden Debatte.

    Wie viele TV-Duelle gibt es?

    Das erste von drei TV-Duellen findet am 29. September um 21 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ) in Cleveland im Bundesstaat Ohio statt. Weitere Debatten wird es am 15.Oktober in Miami, Florida und am 22. Oktober in Nashville, Tennessee geben. Am 7. Oktober debattieren Vizepräsident Mike Pence und Bidens Kandidatin für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, ebenfalls live im TV.

    Wie läuft das erste Duell ab?

    Die 90-minütige Sendung wird sechs Teile à 15 Minuten haben, ohne Werbeunterbrechungen. Sie beginnt ohne Eröffnungsreden der Kandidaten mit der ersten Frage an Präsident Trump. Moderiert wird das Duell von Chris Wallace vom Sender Fox News. Zwar gilt Fox News als dem Präsidenten Trump zugeneigt, doch Moderator Chris Wallace gilt als moderat. Für Aufsehen sorgte etwa ein Interview mit Wallace und Trump im Juli, in dem der Moderator den Präsidenten mehrere Male mit seinen Fragen herausforderte. Wallace kündigte im Vorfeld des TV-Duells an, er wolle sich so unsichtbar wie möglich verhalten.

    Was wird im Mittelpunkt stehen?

    Die offizielle Liste der Themen, die debattiert werden sollen, umfasst sechs Punkte. Darunter unter anderem die wirtschaftliche Lage der USA, Rasse und Gewalt in US-Städten, sowie die Corona-Pandemie.

    Aus dem Wahlkampf-Team des demokratischen Kandidaten heißt es, Biden werde sich auf das vermeintliche Versagen Trumps in der Corona-Krise konzentrieren. Biden selbst erwartet direkte Angriffe auf seine Person vom US-Präsidenten. Trumps Kommunikationsdirektor Tim Murtaug sagte, die Hauptbotschaft des republikanischen Präsidenten werde sein, dass Joe Biden extrem linke Positionen vertrete.

    Joe Biden hat sich vor dem Duell einige Tage zurückgezogen und mit seinem Wahlkampfteam für das Duell trainiert. Trump hingegen hat laut eigener Aussage nicht gesondert für die TV-Debatte geübt.

    Welche Bedeutung hat das TV-Duell für den Wahlkampf?

    Präsident Trump steht im Mittel der landesweiten Vorwahl-Umfragen knapp sieben Prozentpunkte hinter Biden. Der Ex-Berater des früheren Präsidenten Obama, David Plouffe, sagte unserem Korrespondenten in Washington, Trump müsse im TV-Duell jetzt angreifen, um die Stimmung zu seinen Gunsten zu drehen. Nach Plouffes Einschätzung ist dieses erste TV-Duell das wichtigste Ereignis im verbleibenden Wahlkampf.

    In der Geschichte der TV-Duelle gab es jedoch erst eines, nach welchem sich die Umfragewerte noch einmal signifikant drehten – 1960 nach dem Duell des amtierenden Präsidenten Richard Nixon gegen seinen Herausforderer John F. Kennedy.

    Wo ist das TV-Duell zu sehen?

    Das ZDF überträgt die Debatte live im TV und als Stream online. Zudem kann man das Duell live auf dem YouTube-Kanal des US-Kabelsenders C-Span verfolgen.

    Wie wirkmächtig solche US-Präsidentschaftsdebatten sind, hören Sie in der Sendung @mediasres ab 15:35 Uhr in unserem Programm.

  • UNO-VollversammlungMaas droht Russland mit Sanktionen

    Bundesaußenminister Maas hat für die internationale Zusammenarbeit bei der Bewältigung großer Krisen geworben.

    In einer Videoansprache vor der UNO-Vollversammlung sagte der SPD-Politiker, die Corona-Pandemie zeige, dass internationale Kooperation keine Ideologie und kein Selbstzweck sei, sondern Ergebnisse liefere. Die Pandemie könne nur überwunden werden, wenn sie überall auf der Welt unter Kontrolle gebracht werde. Dagegen könnten mangelnde Transparenz, Desinformation und Verschwörungstheorien töten.

    Maas äußerte sich auch zur Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Nawalny. Es handle sich um einen Verstoß gegen das Chemiewaffenverbot und damit um die Missachtung eines existenziellen Prinzips internationaler Zusammenarbeit. Die EU berate deshalb über Sanktionen gegen Russland.

    Die Generaldebatte der Vereinten Nationen endet heute. Die virtuelle Konferenz hatte vor einer Woche begonnen und war vor allem von den Spannungen zwischen den USA und China geprägt.

  • Brexit-VerhandlungenFinale Runde mit hoher Hürde

    In der offiziell letzten Verhandlungsrunde haben Vertreter der Europäischen Union und Großbritanniens die Gespräche über ein Handelsabkommen wieder aufgenommen.

    Die Delegationen beider Seiten kamen am Vormittag in Brüssel zusammen. Der deutsche Europa-Staatsminister Roth beschwor zum Auftakt die Einigungschancen. Zugleich kritisierte der SPD-Politiker erneut britische Pläne, den bereits gültigen Brexit-Vertrag per Gesetz teilweise auszuhebeln. Das laste als dunkler Schatten auf den Verhandlungen, erklärte er. Das britische Unterhaus stimmt am Abend über den Entwurf ab. Nötig ist auch die Zustimmung des Oberhauses.

    Großbritannien war zum 1. Februar aus der Europäischen Union ausgetreten. Bis Ende des Jahres bleibt es aber noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion.

  • Corona-Warn-AppEU-Länder tauschen Daten aus

    Nutzer von Corona-Warn-Apps sollen noch in diesem Herbst in elf EU-Staaten ihre Kontakt-Daten anonym länderübergreifend abgleichen können.

    Eine entsprechende Schnittstelle für Smartphones in einer ersten Staatengruppe sei seit Anfang dieser Woche aktiv, hieß es aus Kreisen der Europäischen Kommission in Brüssel. Das sogenannte Gateway soll demnach am 17. Oktober mit den Datenbeständen der jeweiligen nationalen Corona-Warn-Apps verbunden werden. Anwender müssen dazu ihre Apps aktualisieren und dem Datenaustausch auf EU-Ebene explizit zustimmen.

  • Pisa-StudieGEW: Bildungserfolg darf nicht von der Postleitzahl abhängig sein

    Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert eine grundlegende Reform des Schulsystems in Deutschland.

    Nur durch andere Strukturen könne es gelingen, mehr Chancengleichheit für Schüler in finanzschwächeren Städten und Gemeinden zu schaffen, sagte GEW-Vorstandsmitglied Hoffmann. Bildungserfolg dürfe nicht von der Postleitzahl abhängig sein.

    Eine Sonderauswertung von Daten der Pisa-Studie von 2018 hatte ergeben, dass in Deutschland bei der Digitalisierung ein Gefälle zwischen Schulen in sozial benachteiligten und bessergestellten Gegenden zu beobachten ist. In der ersten Gruppe hätten nur 30 Prozent der Schüler Zugang zu digitalen Lernplattformen, in der zweiten Gruppe seien es 37 Prozent. Insgesamt hinkt Deutschland damit hinter anderen Industrieländern her. Im Durchschnitt der OECD-Staaten können mehr als die Hälfte der Schüler auf eine effektive Lernplattform im Internet zugreifen.

    OECD-Bildungsdirektor Schleicher sagte im Deutschlandfunk (Audio-Link), Chancengleichheit bleibe hierzulande die große Herausforderung. So gebe es in Deutschland zwar insgesamt ausreichend Lehrkräfte, Brennpunktschulen hätten jedoch sehr oft Probleme, geeignetes Personal zu finden. Man müsse also vor allem an der Verteilung der Ressourcen arbeiten. Negativ auf die Chancengleichheit wirkt sich laut Schleicher zudem aus, dass im deutschen Bildungssystem so früh wie in kaum einem anderen Land selektiert wird, die Schüler also nach Schulformen getrennt unterrichtet werden. Je früher in einem Land selektiert werde, desto stärker sei der Einfluss des sozialen Hintergrundes auf den Bildungserfolg des Einzelnen.

  • KommunenRund 8.100 Bürgerbegehren seit 1956

    In Deutschland hat es seit 1956 rund 8.100 Bürgerbegehren in den Kommunen gegeben.

    Die meisten davon wurden nach der Wiedervereinigung gestartet, wie der Verein "Mehr Demokratie" mitteilte. Allein im vergangenen Jahr wurden bundesweit mehr als 350 neue Verfahren auf kommunaler Ebene registriert, im Jahr davor waren es knapp 270. Ein wachsendes Interesse gebe es bei ökologischen und klimapolitischen Themen, erklärte der Vorstandssprecher des Vereins, Beck. Direkte Demokratie habe eine besondere Rolle, weil sie vom Regierungshandeln unabhängig sei. Die größte Demokratiebaustelle bleibe das Fehlen der Möglicheit von bundesweiten Volksentscheiden. Deutschland sei der einzige Staat in der Europäischen Union, wo das nicht möglich sei.

  • VerfassungsschutzIn Schleswig-Holstein besteht der "Flügel" der AfD fort

    Die Strukturen des offiziell aufgelösten sogenannten Flügels der AfD in Schleswig-Holstein bestehen nach Einschätzung der dortigen Sicherheitsbehörden fort.

    Wie das Innenministerium in Kiel mitteilte, sind die Aktivitäten ab sofort ein Beobachtungsobjekt für den Landesverfassungsschutz. Es lägen Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen vor. Innenministerin Sütterlin-Waack von der CDU erklärte, man interessiere sich besonders für die Frage, inwieweit Mitglieder des "Flügels" weiter Einfluss auf den schleswig-holsteinischen Landesverband der AfD hätten.

    Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte den "Flügel" vor einem halben Jahr zum Beobachtungsfall erklärt. Daraufhin löste er sich offiziell auf.

  • BundestagFinanzminister Scholz rechtfertigt Neuverschuldung

    Die Neuverschuldung im kommenden Jahr ist nach den Worten von Bundesfinanzminister Scholz die Voraussetzung dafür, dass Deutschland gut durch die Corona-Krise kommt.

    Die Hilfsmaßnahmen dürften nicht abrupt enden, sagte der SPD-Politiker bei der Einbringung des Haushaltsentwurfs für 2021 im Bundestag. In der Krise müsse man zeigen, wer man sei, betonte der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten. Der Haushaltsentwurf sieht eine Neuverschuldung von rund 92 Milliarden Euro vor. Wenn der Staat dies nicht mache, riskiere er, später noch viel mehr Geld auszugeben und die Zukunft aufs Spiel zu setzen. Scholz hob unter anderem die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes hervor. Der Haushaltsentwurf umfasst insgesamt Ausgaben in Höhe von 413,4 Milliarden Euro.

    "Nicht bei sozialer Sicherheit und kommunaler Infrastruktur sparen"

    Der Fraktionsvorsitzende der Union, Brinkhaus, sagte in der Debatte, nach dem kommenden Jahr müsse man wieder eine schwarze Null erreichen. Der Grünen-Haushaltsexperte Kindler entgegnete, man dürfe nicht bei sozialer Sicherheit und kommunaler Infrastruktur sparen, nur um 2022 wieder zur Schuldenbremse zurückzukehren.

    Für die AfD zog deren haushaltspolitischer Sprecher Boehringer die Notwendigkeit der Hilfsmaßnahmen in der Coronakrise grundsätzlich in Zweifel. Der FDP-Abgeordneter Fricke warf die Frage auf, ob Rekordschulden wirklich das seien, was Bundeskanzlerin Merkel nach der Legislaturperiode hinterlassen wolle. Die Linken-Abgeordnete Lötzsch verlangte als Antwort auf die Corona-Krise die Abschaffung der Schuldenbremse und eine Vermögenssteuer für Millionäre.

    Steuerzahlerbund: "Polster für das Wahljahr"

    Der Präsident des Steuerzahlerbundes, Holznagel, hat die Haushaltspolitik der Bundesregierung kritisiert. Mit der geplanten Neuverschuldung schaffe sich die Regierung ein Polster für das Wahljahr, sagte Holznagel im Deutschlandfunk. Besser wäre es, auf Sicht zu fahren und Geld dort einzusetzen, wo es tatsächlich einen Bedarf gebe. Zudem werde derzeit gar nicht über mögliche Sparmaßnahmen geredet, bemängelte Holznagel. Viele Ausgaben wären zur Überprüfung geeignet. Als Beispiele nannte er das Beschaffungswesen der Bundeswehr, die Grundrente und die Kosten für einen Bundestag, der nach der Wahl im kommenden Jahr eine Rekordgröße erreichen könne.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 25.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Lkw-HerstellerMAN kündigt Verträge über Beschäftigungs- und Standortsicherung

    Zehn Jahre vor ihrem geplanten Auslaufen hat der Lkw- und Bushersteller MAN eine Vereinbarung zur Standort- und Beschäftigungssicherung gekündigt.

    Man sehe sich aus wirtschaftlichen Gründen zu dem Schritt gezwungen, teilte das Unternehmen mit. Der Konzernbetriebsrat der MAN-Mutter Volkswagen reagierte empört und sprach von einem Bruch mit der Kultur des Unternehmens. Nun seien betriebsbedingte Kündigungen flächendeckend ab Oktober 2021 möglich.

    MAN will weltweit bis zu 9.500 Stellen streichen. Der Personalvorstand, Rabe, betonte jedoch, dass man zeitnah zu konstruktiven Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern kommen könne. Bei einer Einigung bis zum Jahresende könne MAN die Sicherungsverträge wieder in Kraft setzen.

  • UngarnEU-Kommission weist Rücktritts-Forderung zurück

    Die EU-Kommission hat die Forderung Ungarns nach einem Rücktritt von Vizepräsidentin Jourova zurückgewiesen.

    Jourova habe das volle Vertrauen von Kommissionspräsidentin von der Leyen, teilte eine Sprecherin in Brüssel mit. Ungarns Ministerpräsident Orban hatte der Vizepräsidentin in einem Brief vorgeworfen, sich abfällig über sein Land geäußert zu haben. Es geht um ein Interview mit dem Magazin "Der Spiegel", in dem Jourova die Lage der Rechtsstaatlichkeit und Medienfreiheit in Ungarn kritisiert und von einer - Zitat - "kranken Demokratie" spricht.

    Wie gegen Polen läuft gegen Ungarn seit Jahren ein Strafverfahren wegen Einschränkung der Rechtsstaatlichkeit. Es kann bis zum Entzug von Stimmrechten auf EU-Ebene führen.

  • KonfliktPutin beklagt massiven Druck von außen auf Belarus

    Russlands Staatschef Putin sieht in einer Einflussnahme aus dem Ausland den Grund für die politische Krise in Belarus.

    Der Nachbarstaat befinde sich in einer schwierigen Situation, sagte Putin in einer Videobotschaft. Darin beklagte er einen beispiellosen Druck von außen auf das Land. Moskau stehe weiterhin an der Seite der Führung in Minsk. In Belarus gibt es seit der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentenwahl Massenproteste gegen den autoritär regierenden Staatschef Lukaschenko.

    Frankreichs Präsident Macron hat derweil die belarussische Oppositionspolitikerin Tichanowskaja getroffen. In dem Gespräch, das in der litauischen Hauptstadt Vilnius stattfand, bot er eine Vermittlung in der politischen Krise in Belarus an.

    Die 38-Jährige war bei der Präsidentschaftswahl gegen den langjährigen Machthaber Lukaschenko angetreten. Wegen des gewaltsamen Vorgehens der Sicherheitskräfte bei den anschließenden Protesten war sie nach Litauen geflohen.

  • Bundesweite MessungenKein Ort in Deutschland frei von Pestiziden

    Einer Studie zufolge ist kein Ort in Deutschland frei von Pestiziden. Das ARD-Fernsehen berichtet über die breitangelegte Erhebung eines Ingenieurbüros für Umweltüberwachung, die das bisher umfangreichste Messprogramm für sogenannte Pflanzenschutzmittel darstellt, welche in der Luft nachweisbar sind.

    Die leitende Wissenschaftlerin sagte dem ARD-Magazin, es gebe in ganz Deutschland höchstwahrscheinlich keinen Standort, an dem keine Pestizide zu finden seien. Selbst mitten im bundesweit größten Nationalpark, im Bayerischen Wald, seien fünf verschiedene Chemikalien nachgewiesen worden.

    Bundesumweltministerin Schulze drang als Reaktion auf Maßnahmen gegen die Verbreitung von Pestiziden über die Luft. Die Pestizide seien besorgniserregend für den Ökolandbau und die Natur, sagte die SPD-Politikerin in Berlin.

    Mehr als 160 Standorte geprüft

    Für das Messungsprojekt waren mehr als 160 Standorte in einem Zeitraum von fünf Jahren geprüft worden. Insgesamt fanden die Wissenschaftler mehr als 150 Wirkstoffe, von denen 30 in Deutschland nicht mehr zugelassen sind. Großen Schaden erwartet vor allem die Bio-Landwirtschaft, die weitgehend auf Anbau mit Chemikalien verzichtet und durch die Verbreitung der Pestizide über den Wind beeinträchtigt wird.

    Der Bericht zitiert etwa eine Imkerin, deren Bienen an einem Acker standen, wo Löwenzahn blühte: "Da wurde in der Vollblüte bei gutem Wetter gespritzt, und zwar das Totalherbizid Glyphosat." Im Ergebnis war ihr Honig laut dem Bericht dann bis zum 152-fachen des Grenzwerts belastet. Die Imkerei hat inzwischen den Betrieb aufgegeben.

    Bündnis für Enkeltaugliche Landwirtschaft

    Die Messstudie geht auf das Bündnis für eine Enkeltaugliche Landwirtschaft zurück. Sie setzen sich auch für Entschädigungen ein, weil die herangewehten Pestizide ihre Produkte ohne eigene Schuld belasten. Dort sind Firmen wie Rapunzel, Ökoland, Biovegan und basic zusammengeschlossen.

    Die gesamte Studie finden Sie hier.

  • "Operation Aderlass"Mediziner gesteht jahrelanges Blutdoping

    Im größten deutschen Doping-Prozess seit Jahren hat der Hauptangeklagte, der Mediziner Mark S., ein umfassendes Geständnis abgelegt.

    Der Arzt aus Erfurt räumte in einer von seinen Anwälten verlesenen Erklärung vor dem Landgericht München ein, seit 2012 Manipulationen durch Blutdoping begangen zu haben. Er habe von jenem Jahr an vor allem Winter- und Radsportler betreut. Es sei ihm beim Doping jedoch nicht um Geld gegangen, er habe damit keinen Gewinn erzielt.

    Auch widersprach der Mediziner dem Vorwurf, die Athleten durch seine Behandlungen in Gefahr gebracht zu haben. Die Staatsanwaltschaft München wirft dem 42-Jährigen fast 150 Vergehen vor - unter anderem während der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang. Ein Urteil wird kurz vor Weihnachten erwartet.

  • GriechenlandCoronainfektionen auf Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" offenbar Fehlalarm

    Bei den angeblichen Corona-Infektionen unter Crew-Mitgliedern des Kreuzfahrtschiffes "Mein Schiff 6" handelt es sich offenbar um einen Fehlalarm.

    Die Seeleute wurden heute erneut getestet, und zwar sowohl von der Reederei Tui Cruises als auch zwei Mal von den griechischen Behörden. Die Ergebnisse waren dabei stets negativ, teilte Tui Cruises mit. Auch die Ergebnisse der abschließenden dritten Testreihe der Behörden stellten sich schließlich am Mittag als negativ heraus, wie das griechische Staatsfernsehen berichtete.

    Das Kreuzfahrtschiff mit mehr als 600 Besatzungsmitgliedern und über 900 Touristen an Bord war heute in den Hafen von Piräus eingelaufen; zunächst durfte niemand an Land gehen.

    Gestern waren zwölf Seeleuten an Bord positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Ansicht von Experten ist es rätselhaft, wie ein so hoher Anteil der Tests zunächst positiv und danach negativ ausfallen konnte.

  • Bericht von Channel 4Trump-Kampagne 2016 wollte 3,5 Millionen schwarze Bürgerinnen und Bürger von Präsidentschaftswahl fernhalten

    Nach einer Recherche des britischen Fernsehsenders Channel 4 wollte das Team des damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump im Wahlkampf 2016 gezielt schwarze Bürgerinnen und Bürger von der Abstimmung fernhalten.

    Es seien Profile von 3,5 Millionen Menschen erstellt und unter dem Schlagwort "Abschreckung" kategorisiert worden, berichtet Channel 4. Man habe Daten des Trump-Teams zu 200 Millionen Amerikanerinnen und Amerikanern einsehen können. Das Material umfasse fünf Terabyte. Es zeige nicht nur, welche Informationen zu jeder Wählerin und jedem Wähler angelegt worden seien, sondern auch, wie sie genutzt wurden.

    3,5 Millionen Schwarze betroffen

    In 16 wahlentscheidenden Bundesstaaten seien Millionen Amerikaner durch Algorithmen in acht Kategorien eingeteilt worden, um sie gezielt auf Facebook und anderen Plattformen mit Werbung zu adressieren. Eine Kategorie hieß "Abschreckung". Diese Personengruppe sollte vom Wählen abgehalten werden. Nach Analysen von Channel 4 sind schwarze Bürgerinnen und Bürger überproportional in dieser Kategorie vertreten. In Summe seien es 3,5 Millionen Menschen.

    Weder das Trump-Wahlkampfteam, noch die Republikanische Partei oder das Weiße Haus haben dem Sender einen Kommentar zur Recherche gegeben. Zuvor habe das Trump-Team wiederholt beteuert, nicht gezielt schwarze Bürger im Wahlkampf mit Werbung angesprochen zu haben.

    Bereits 2018 hatten Channel 4 sowie die Zeitungen Oberserver und New York Times in einer investigativen Recherche enthüllt, wie das Trump-Team mit Cambridge Analytica (CA) zusammenarbeitete. Das Unternehmen nutzte von Facebook bereitgestellte Daten. Nach den Berichten meldete CA Insolvenz an. 2020 sind laut Channel 4 zwei ehemalige Cambridge-Analytica-Mitarbeiter an der Trump-Kampagne beteiligt.

    Weiterführende Links:

    Cambridge Analytica: Happy new Leak!
    Cambridge Analytica: Innenansichten eines Manipulateurs
    Cambridge Analytica: Jede Minute, die Facebook verzögern kann, ist extrem viel wert

  • EuGH-GeneralanwaltBarzahlung muss auch beim Rundfunkbeitrag grundsätzlich möglich sein

    Der Rundfunkbeitrag kann grundsätzlich in bar bezahlt werden, allerdings können Mitgliedsstaaten der EU in Ausnahmefällen andere Regelungen erlassen.

    Das geht aus einem Gutachten des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs hervor. Hintergrund des Rechtsstreits sind die Klagen von zwei Einwohnern Hessens, die ihre Beiträge an den Hessischen Rundfunk bar entrichten wollten. Die Rundfunkanstalt lehnte dies unter Verweis auf ihre Satzung ab, die nur die Zahlung per Lastschrift oder Überweisung vorsieht. Das Bundesverwaltungsgericht legte den durch mehrere Instanzen gegangenen Fall dem EuGH zur Auslegung des EU-Rechts vor. Das Urteil wird in einigen Wochen erwartet.

    Der EuGH muss der Einschätzung des Generalanwalts bei seinem Urteil nicht folgen, in der Regel ist dies aber oft der Fall.

  • MenschenrechteAmnesty International stellt Arbeit in Indien ein

    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International beendet ihre Arbeit in Indien.

    Als Grund wurden Repressalien seitens der Regierung angegeben. Weil die Behörden die Bankkonten eingefroren hätten, hätten Mitarbeiter entlassen und alle Kampagnen eingestellt werden müssen, teilte Amnesty in London mit. Die Organisation sieht einen Zusammenhang mit ihren Berichten etwa über interreligiöse Unruhen und die Kaschmir-Region und betrachtet sich als Opfer einer "Hexenjagd". Die Rede ist von einem Ansturm von Angriffen, Belästigungen und Schikanen. Von der indischen Regierung hieß es hingegen, dass Amnesty ausländische Gelder erhalten und damit gegen Gesetze verstoßen habe.

  • Proteste seit 2019Amnesty wirft Frankreich Behördenwillkür und Angriff auf Demonstrationsfreiheit vor

    Amnesty International wirft dem französischen Staat einen "beispiellosen Angriff" auf die Demonstrationsfreiheit vor. Die Menschenrechtsorganisation hat den Zeitraum von Sommer 2019 bis Sommer 2020 beobachtet und spicht von Behördenwillkür und Gesetzesmissbrauch.

    In einem Bericht der Menschenrechtsorganisation heißt es, die Behörden hätten vielfach Gesetze missbraucht, um Protestierende mit Geldbußen zu belegen, sie willkürlich festzunehmen und strafrechtlich zu verfolgen. Der Bericht beruht auf Recherchen zwischen Juni 2019 und August 2020 und umfasst Interviews mit 66 Personen. Die Teilnahme an Protesten berge das Risiko, Tränengas, Gummigeschossen und anderen gefährlichen Waffen ausgesetzt zu werden, eine Geldstrafe zu erhalten, ein oder zwei Tage im Gefängnis zu verbringen und strafrechtlich angeklagt zu werden, ohne Gewalttaten begangen zu haben.

    Kritik auch an Beschränkungen wegen Corona

    Beispielhaft werden auch die Demonstrationsbeschränkungen nach dem Ende der Ausgangssperre im Zuge der Corona-Pandemie erwähnt. Damals kippte das höchste Verwaltungsgericht ein Demonstrationsverbot, weil es sich um eine unverhältnismäßige Beeinträchtigung von Grundrechten handle. Gerügt wird aber auch das Vorgehen der Polizei bei Protesten der "Gelbwesten"-Bewegung ab November 2018 ebenso wie bei Demonstrationen für Klimaschutz und gegen Rassismus.

    Schwammige Vorwürfe

    Laut Amnesty wurden mehr als 40.000 Menschen wegen schwammiger Vorwürfe verurteilt, so wie dem aus Sicht der Menschenrechtler problematischen Straftatbestand der "Missachtung von Amtspersonen".

    Weiter heißt es, es sei seit Jahrhunderten Teil der französischen Kultur, sich durch Proteste und kollektive Aktionen politisch zu engagieren. Festnahmen und Strafverfolgung hätten jedoch eine abschreckende Wirkung auf die Versammlungsfreiheit. Die Behörden müssten damit aufhören, Menschen zu kriminalisieren und alle Gesetze zu ändern, die das Recht auf friedliche Versammlung beeinträchtigen.

    Gewalt bei Gelbwesten-Protesten - auch aus den Reihen der Demonstrierenden

    Die Proteste der "Gelbwesten"-Bewegung haben immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, weil es dort wiederholt zu schweren Krawallen vor allem in Paris kam - mit Gewalt auf beiden Seiten, also sowohl bei Demonstrierenden als auch bei den Sicherheitskräften. Damit hat sich schon im Februar 2019 der ARD-Faktenfinder befasst.

    Zum Gesamtbild gehört aber auch, dass es in Frankreich zuletzt auch Proteste von Polizistinnen und Polizisten gegeben hat, die sich dauerhaft überlastet sehen - durch die Terroranschläge vor allem seit 2015, aber auch durch die Gelbwesten-Proteste. Es gibt immer wieder Berichte über Suizide in den Reihen der Polizei.

    Den gesamten Bericht von Amnesty in englischer Sprache finden Sie hier.

  • OECDDeutschland hinkt bei Digitalisierung deutlich hinterher

    Deutschland hinkt bei der Digitalisierung der Schulen deutlich hinter anderen Industrieländern her.

    2018 habe nur ein Drittel der Schüler und Schülerinnen eine Schule besucht, die über eine effektive Lernplattform im Internet verfügte, heißt es in der Sonderauswertung von Daten der Bildungsstudie Pisa. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung veröffentlichte jetzt die Ergebnisse. Im Durchschnitt der OECD-Staaten sei dies bei mehr als der Hälfte der Schüler der Fall gewesen. Auch bei der Digitalisierung sei in Deutschland ein Gefälle zwischen Schulen in sozial benachteiligten und sozial bessergestellten Gegenden zu beobachten, heißt es weiter. Auch die Zahl der verfügbaren Schul-Computer lag in Deutschland mit 0,61 pro Schüler unter dem OECD-Durchschnitt von 0,85.

  • Covid-19Wieder mehr als 2.000 Infektionen in Deutschland gemeldet

    In Deutschland haben die Gesundheitsämter innerhalb eines Tages 2089 neue Corona-Infektionen gemeldet.

    Dies teilte das Robert Koch-Institut in Berlin mit. Damit geht die Zahl der Ansteckungen im Vergleich zum Wochenende und zum Vortag wieder nach oben. Am Samstag war mit 2507 neuen Fällen der höchste Wert seit April erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach Angaben des Instituts bei 9460. Das sind elf mehr als am Vortag. Heute nachmittag wollen sich Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder über die Schutzmaßnahmen abstimmen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 25.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • LebenserwartungMädchen werden jetzt im Schnitt 83,4 Jahre

    Neugeborene Mädchen haben derzeit in Deutschland eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,4 Jahre.

    Bei neugeborenen Jungen sind es 78,6 Jahre, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit ist die Lebenserwartung gegenüber den letzten Berechnungen bei Mädchen und Jungen erneut leicht gestiegen.

    Im Ländervergleich haben den jüngsten Angaben zufolge Mädchen in Baden-Württemberg mit 84,2 Jahren sowie die dort geborenen Jungen mit 79,8 Jahren die höchste Lebenserwartung. Den niedrigsten Wert weisen Mädchen im Saarland und Jungen in Sachsen-Anhalt auf.

  • CoronakriseDeutscher Staat hat so viele Schulden wie nie

    Die Schulden des deutschen Staates sind durch die Coronakrise und die damit verbundene Wirtschaftsschwäche so hoch wie nie.

    Das Statistische Bundesamt meldet, dass die finanziellen Verbindlichkeiten von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung Mitte des Jahres bei mehr als 2,1 Billionen Euro lagen - ein neuer Rekordwert. Die Verschuldung stieg im Vergleich zum Jahresende 2019 um mehr als 11 Prozent. Nach Angaben des Bundesamts stieg die Summe der Schulden vor allem deshalb merklich an, weil die öffentlichen Haushalte Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise finanzieren mussten. Am stärksten nahm dabei die Verschuldung des Bundes zu, gefolgt von den Verbindlichkeiten der Länder.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

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    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
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    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
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  • Covid-19Weltweit jetzt über eine Million Tote

    Die Gesamtzahl der weltweiten Todesfälle, die mit dem Corona-Virus in Verbindung gebracht werden, hat die Schwelle von einer Million überstiegen. Laut den Daten der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität sind es derzeit eine Million und 555 Tote. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus.

    UNO-Generalsekretär Guterres sprach angesichts der neuen Todeszahlen von einem "qualvollen Meilenstein". Um die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen, seien verantwortungsbewusste Führungskraft und weltweite Zusammenarbeit erforderlich, sagte er in New York.

    Die meisten Toten in den USA

    Rund ein Fünftel aller erfassten Todesfälle gibt es in den USA, dort sind es mehr als 205.000. Es folgen Brasilien und Indien. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl betrachtet ist die Zahl der Toten in den USA allerdings niedriger als etwa in einigen europäischen Ländern wie Belgien oder Spanien. Die Zahl der weltweit registrierten Infektionen beträgt demnach rund 33,2 Millionen.

    WHO-Zahlen niedriger

    Die Webseite der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation. In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO erfasste bis Montag mehr als 996.000 Todesfälle und gut 33 Millionen bekannte Infektionen.

    Die Coronavirus-Pandemie begann um den Jahreswechsel in China. Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann.

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    Zahlen und Daten

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    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

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  • Covid-19Niederlande verschärfen ihre Corona-Auflagen

    Wegen deutlich steigender Infektionszahlen und Krankenhaus-Aufnahmen verschärfen die Niederlande in der Coronavirus-Pandemie ihre Auflagen.

    Ministerpräsident Rutte kündigte für die Städte Amsterdam, Rotterdam und Den Haag eine Maskenpflicht in Geschäften an. Für das übrige Land wird der Mund-Nasen-Schutz empfohlen. Bars und Restaurants müssten um 22 Uhr schließen und dürften ab 21 Uhr keine neuen Gäste mehr einlassen , erklärte er. Sportveranstaltungen wie Fußballspiele müssten über einen Zeitraum von drei Wochen ohne Zuschauer stattfinden. Die Niederländer seien zudem angehalten, so oft wie möglich von zu Hause zu arbeiten. Außerdem sollten Reisen auf das Nötigste reduziert werden. Rutte sprach von einer angespannten Lage. Es müsse nun alles unternommen werden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

    Derzeit infizieren sich in den Niederlanden täglich über 3.000 Menschen mit dem Coronavirus. Die Regierung befürchtet einen Anstieg auf bis zu 5.000 Neuinfektionen pro Tag, sollten die Maßnahmen nicht konsequent umgesetzt werden.

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    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
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    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
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  • AfDMit Konrad Adam verlässt das letzte Gründungsmitglied die Partei

    Das letzte Gründungsmitglied der AfD, Adam, verlässt zum Jahreswechsel die Partei.

    Der ehemalige FAZ-Journalist sagte zur Begründung, er sehe keine Zukunft mehr für die AfD als bürgerlich-konservative Kraft. Adam warf dem Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Gauland, vor, er habe sich immer schützend vor - so wörtlich - Rechtsausleger wie den ehemaligen AfD-Landesvorsitzenden in Brandenburg, Kalbitz, oder den Thüringer Parteivorsitzenden Höcke gestellt. Damit habe er dazu beigetragen, dass der Einfluss des Rechtsaußen-Flügels in der Partei ständig gewachsen sei.

    Der AfD-Fraktionsvorstand hatte gestern seinen früheren Pressesprecher Lüth nach Berichten über menschenverachtende Äußerungen über Migranten fristlos entlassen.

  • Deutsche EinheitWagenknecht mahnt stärkere Industriepolitik an

    Die Linken-Politikerin Wagenknecht hat 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung die Hoffnung geäußert, dass eine Ost-West-Spaltung insgesamt an Bedeutung verliert.

    In 30 Jahren hätten die Menschen viele gemeinsame Erlebnisse geteilt, sagte die frühere Fraktionsvorsitzende im Deutschlandfunk. Allerdings gebe es noch deutliche Unterschiede in der Lohnhöhe oder im Ausmaß des Niedriglohnsektors, fügte Wagenknecht hinzu. Sie verwies darauf, dass sich nach dem Fall der Mauer viele Menschen in Ostdeutschland lange aus dem Westen bevormundet gefühlt hätten.

    Wagenknecht für verstärkte Industrie-Politik

    Wagenknecht sagte weiter, sie selbst habe als Studentin an der Universität in Jena erlebt, wie alle Professoren ihre Arbeit verloren hätten und nur noch Personal aus dem Westen eingestellt worden sei. Die Linken-Politikerin mahnte eine verstärkte Industrie-Politik in Ost- und Westdeutschland an. Es gebe Regionen, die man völlig alleine lasse und wo die Infrastruktur verrotte.

  • Konjunktur-UmfrageZahl der Kurzarbeiter in Deutschland gesunken

    Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts im September deutlich gesunken.

    Insgesamt sind in diesem Monat demnach noch 3,7 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit, eine Million weniger als noch im August. Die Münchner Forscher machen dafür eine Erholung des Arbeitsmarkts nach dem Einbruch im Frühjahr und Sommer in der Corona-Pandemie verantwortlich.

    Viel Kurzarbeit vor allem in der Industrie

    Besonders hoch bleibe allerdings der Anteil der in Kurzarbeit Beschäftigten in der Industrie, sagte ein Ifo-Sprecher. Dort sind im Moment noch etwas mehr als 20 Prozent der Mitarbeiter mit reduzierter Arbeitszeit beschäftigt. Bei Dienstleistungsunternehmen sind es zwölf Prozent, im Handel rund neun Prozent. Insgesamt rechnen die Konjunktur-Experten im letzten Quartal des Jahres mit einer weiteren Erholung der deutschen Wirtschaft nach der Corona-Rezession.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
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    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
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    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
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  • USARegierungsberater Fauci kritisiert Kollegen und Trump-Vertrauten

    Der US-Regierungsberater und Immunologe Fauci hat die Befürchtung geäußert, dass Präsident Trump von einem Fachkollegen falsch über die Corona-Pandemie informiert wird.

    Ziel der Kritik ist der Radiologe Atlas, der wie Fauci zur Corona-Taskforce der Regierung zählt. Atlas ist gegen strenge Corona-Schutzmaßnahmen und gilt als Vertrauter Trumps. Fauci sagte nun im Nachrichtensender CNN, er habe die Sorge, dass der Radiologe bestimmte Informationen falsch oder aus dem Zusammenhang gerissen an den Präsidenten weitergebe.

    Atlas sieht seine Empfehlungen abgesichert

    Auch zwei weitere prominente Mitglieder der Task Force, der Virologe Redfield und die Ärztin Birx, haben Atlas bereits mehrmals öffentlich wiedersprochen. Dieser verteidigte sich gegen die Kritik. Er erklärte, seine Empfehlungen zur Pandemie basierten stets auf wissenschaftlichen Daten.

    Trump steht wegen seiner Corona-Politik in der Kritik vor allem der oppositionellen Demokraten.

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    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
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    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
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    Test und Schutz

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    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 25.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • USATrump kündigt Verteilung von 150 Millionen Schnelltests an

    US-Präsident Trump hat einen deutlichen Ausbau der Corona-Testkapazitäten in seinem Land angekündigt.

    Trump sagte im Weißen Haus in Washington, in den kommenden Wochen werde seine Regierung 150 Millionen Coronavirus-Schnelltests verteilen. 50 Millionen von ihnen gingen an bedrohte Bevölkerungsgruppen, etwa an Menschen in Alten- oder Pflegeheimen. Die anderen 100 Millionen Tests würden den Bundesstaaten zur Verfügung gestellt. Damit sollten Bemühungen unterstützt werden, die Geschäfte und Schulen dort wieder zu öffnen, fügte Trump hinzu.

    Die USA sind mit bislang mehr als sieben Millionen Infektionen und über 205.000 Todesfällen das in absoluten Zahlen am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Kritiker werfen Trump vor, die Gefahren durch das Virus lange verharmlost zu haben. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegen die USA unter den am stärksten betroffenen Ländern bei den Infektionen hinter Israel, Peru, Chile und Brasilien an fünfter Stelle.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 25.09.)
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  • Covid-19Bayern prüft Verlängerung für Corona-Teststationen an Autobahnen

    Angesichts der steigenden Zahl von Coronavirus-Neuinfektionen unter anderem in Teilen Österreichs erwägt Bayern eine Verlängerung für die Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe.

    Das teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Abend in München mit. Dies geschehe auch mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen in grenznahen Regionen, die in den vergangenen Tagen zu Risikogebieten erklärt worden seien. Zudem seien die neuen, überarbeiteten Einreisequarantäneregeln des Bundes für Rückkehrer aus Risikogebieten noch nicht veröffentlicht worden.

    Ursprünglich hatte das Kabinett von Ministerpräsident Söder beschlossen, die Corona-Teststationen an den Autobahnen, an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie am Zentralen Omnibusbahnhof der Landeshauptstadt zum Ende der Sommer-Hauptreisezeit am Mittwoch zu schließen. Die freiwerdenden Kapazitäten sollten bedarfsorientiert beispielsweise für die kommunalen Testzentren zur Verfügung gestellt werden. Die Stationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen sollen bestehen bleiben.

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  • TschechienRegierung will wegen Corona wieder Ausnahmezustand verhängen

    In Tschechien soll wegen der Ausbreitung des Coronavirus erneut der Ausnahmezustand verhängt werden.

    Regierungschef Babis erklärte, er gehe davon aus, dass das Kabinett am Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammenkommen werde, um diesen Schritt zu beschließen. Der Ausnahmezustand galt bereits im Frühjahr zwei Monate lang. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können die Gerichte höhere Strafen verhängen.

    Tschechien hatte in den vergangenen zwei Wochen die höchste Zahl an Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in Europa nach Spanien und Frankreich. Auch in der Slowakei erwägt die Regierung, zum zweiten Mal den Notstand auszurufen.

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  • Covid-19WHO will ärmeren Ländern Coronavirus-Tests zur Verfügung stellen

    Die Weltgesundheitsorganisation will ärmeren Ländern vor allem in Afrika und Lateinamerika 120 Millionen Schnelltests auf das Coronavirus zur Verfügung stellen.

    Generaldirektor Tedros sagte in Genf, damit solle der Kampf gegen die Pandemie verstärkt werden. Die Tests seien in der Lage, bereits nach 15 bis 30 Minuten ein Ergebnis anzuzeigen. Bei anderen Verfahren müssten die Menschen meist mehrere Tage auf die Resultate warten. Zudem seien die Tests mit fünf US-Dollar pro Einheit preiswert, erklärte Tedros. Das Projekt soll durch Beiträge der WHO, von Hilfsorganisationen und anderen Institutionen wie der Weltbank finanziert werden.

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  • Europäische UnionRatschef Michel für strategische Debatte über Russland

    Nach dem Mordanschlag auf den russischen Oppositionspolitiker Nawalny hat sich der EU-Ratsvorsitzende Michel für eine strategische Debatte über das Verhältnis zu Russland ausgesprochen.

    Eine solche Diskussion wolle er in den kommenden Monaten im Europäischen Rat der Staats- und Regierungschefs beginnen, sagte Michel in Brüssel. Es sei wichtig, gemeinsame Ziele und Visionen zu haben.

    Die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind aufgrund der Ereignisse der zurückliegenden Jahre angespannt. Dazu zählt die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014. In Deutschland wird derzeit darüber diskutiert, ob als Reaktion auf die Vergiftung Nawalnys der Bau der Gaspipeline "Nord Stream 2" gestoppt werden sollte.

  • WetterAufgelockert bewölkt, im Westen geringe Niederschlagsneigung

    Der Wetterbericht, die Lage: Deutschland liegt im Bereich geringer Luftdruckgegensätze. Dabei dauert das leicht wechselhafte Wetter bis auf Weiteres an.

    Die Vorhersage:
    Nachts im Westen gebietsweise Regen, im Osten unterschiedlich bewölkt, teils auch klar. Örtlich Nebel. Tiefstwerte 13 bis 6 Grad. Am Tag aufgelockert bewölkt oder sonnig, im Nordwesten und Westen bei vielen Wolken noch geringe Niederschlagsneigung. Temperaturen 14 bis 20 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Donnerstag von Westen her aufkommender Regen. Im Osten und Südosten nach Nebelauflösung heiter bis wolkig. 14 bis 20 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 2.089 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet.

    Das sind 897 mehr als am Vortag. Bei diesem Anstieg sind Meldungsverzögerungen zu beachten. Denn an Sonntagen wie auch an Montagen werden die Zahlen nicht von allen Gesundheitsämtern an das RKI übermittelt. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen liegt jetzt bei 287.421. Damit sind rechnerisch derzeit etwa knapp 35.000 aktive Infektionsfälle bekannt (Stand 29.9.).

    Neu gemeldet wurden elf Todesfälle. Die Zahl der Menschen in Deutschland, deren Tod mit Covid-19 in Verbindung steht, stieg damit auf 9.471.

    Die Johns-Hopkins-University, die häufiger aktualisierte Daten veröffentlicht und verschiedene Quellen dafür nutzt, meldet für Deutschland 288.631 bestätigte Fälle. Diesen Daten zufolge sind 9.468 Menschen an oder mit einer Corona-Infektion gestorben (Stand: 29.9., 8:23 Uhr).

    Das RKI weist darauf hin, dass die übermittelten und ausgewiesenen Fallzahlen den Verlauf der Neuerkrankungen nicht vollständig widerspiegelten, da es unterschiedlich lange dauere, bis es nach dem Erkrankungsbeginn "zu einer Covid-19-Diagnose, zur Meldung und zur Übermittlung des Falls an das RKI" komme. Hier erklären wir, wie wir mit den Zahlen umgehen.

    Testzahlen stagnieren - Positivquote steigt

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 38 fielen demnach 1,19 Prozent der Tests positiv aus. In der Woche zuvor waren es 0,86. Insgesamt wurden dem RKI in der Kalenderwoche 38 mehr als 1.085.000 durchgeführte Tests übermittelt (Vorwoche: mehr als 1.120.000). Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Die Lage in den Bundesländern

    Mit 518 Infektionen pro 100.000 Einwohnern wurde weiterhin in Bayern die höchste Zahl an Infektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl festgestellt. Danach folgen Baden-Württemberg (445) und Hamburg (421). Die wenigsten Fälle gibt es demnach in Mecklenburg-Vorpommern (72).

    In absoluten Zahlen hat Nordrhein-Westfalen laut RKI mit 69.284 bestätigten Infektionen (1.867 Tote) die meisten Fälle. In Bayern wurden bisher 67.763 Infektionen bestätigt (2.664 Tote). An dritter Stelle rangiert Baden-Württemberg mit 49.208 erfassten laborbestätigten Infektionen (1.880 Tote), dann folgt mit relativ großem Abstand Niedersachsen mit 20.026 Infektionen (682 Tote). Die geringsten Zahlen weist laut RKI Mecklenburg-Vorpommern auf (1.168 Infektionen/20 Tote) (Stand: 29.09., 0:00 Uhr).

    In fünf Bundesländern hohe 7-Tages-Inzidenz

    Im Lagebericht des Robert Koch-Instituts wurde zuletzt darauf hingewiesen, dass die sogenannte 7-Tage-Inzidenz in den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg sehr deutlich, in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen deutlich über dem bundesweiten Durchschnittswert liegt. (Stand: 28.09.)

    Derzeit keine Engpässe bei Intensivbetten

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen - auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit werden im Register knapp 30.700 Intensivbetten gemeldet, von denen knapp 9.300 frei sind (30 Prozent). Innerhalb von sieben Tagen könnten zudem mehr als 12.000 Intensivbetten zusätzlich aufgebaut werden.

    Auf Intensivstationen liegen aktuell 304 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 164 beatmet werden (Stand 25.09.). Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher rund 24 Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten verstorben. (Stand 29.9.)

    Geringer Anteil an Hospitalisierungen

    Immer dienstags macht das Robert Koch-Institut in seinem Lagebericht auch Angaben zur Hospitalisierung, also zu Infizierten, die ins Krankenhaus müssen. In Kalenderwoche 38 waren das 437 Personen und damit rund 5 Prozent. Der Alterdurchschnitt der Hospitalisierten lag bei 36 Jahren. Zum Vergleich: In der Woche mit dem höchsten Hospitalisierungsanteil (22 Prozent in KW 16) lag der Altersdurchschnitt bei 51 Jahren.

    Hier spiegelt sich die Tatsache wider, dass der Altersdurchschnitt auch bei den Infektionen seit der ersten Hochphase im April deutlich gesunken ist. Das RKI warnt allerdings: "Bei stärkerer Verbreitung in höheren Altersgruppen muss weiterhin mit vermehrten schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen gerechnet werden".

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  • Covid-19Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie?

    Tests auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 gelten als Schlüssel zur Eindämmung der Pandemie. Seit dem Ausbruch in Deutschland sind die Testkapazitäten in Laboren erheblich ausgeweitet worden. Ende September kamen neue Antigentests auf dem Markt. Damit sollen Infektionen schneller und unkomplizierter erkannt werden. Was bringen sie?

    Anders als die üblicherweise durchgeführten Polymerase-Kettenreaktionstests (PCR-Tests) suchen Antigentests in Abstrich-Proben nicht nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person demnach infiziert ist oder nicht.

    In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche Antigentests entwickelt und erprobt - so etwa in der Berliner Charité. Die Ergebnisse sähen gut aus, sagte der Virologe Drosten kürzlich in seinem NDR-Podcast. Etwa am Eingangstor von Seniorenwohnheimen könnten sie "unglaublich viel Gutes" bewirken: Sie brächten die Möglichkeit mit sich, harte Besuchsverbote zu vermeiden.

    An einigen deutschen Kliniken kommen die Schnelltests bereits zum Einsatz. Zwar erkennen Antigentests eine Infektion insbesondere in den Anfangstagen und im späteren Verlauf deutlich weniger zuverlässig als die PCR-Methode, welche selbst kleinste Mengen des Erbguts korrekt anzeigen kann. Doch die Ergebnisse der aufwändigeren und teureren PCR-Tests sind im Normalfall erst frühestens nach einem Tag verfügbar. In der Praxis dauert es oft noch deutlich länger, bis Betroffene ihr Ergebnis erfahren.

    Testkapazitäten an Laboren deutlich gestiegen

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. Diese liegen inzwischen regelmäßig bei mehr als einer Million pro Woche. Bis in die 27. Kalenderwoche (Anfang Juli) wurden weniger als 500.000 Tests pro Woche durchgeführt. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Bald Quarantäne statt Test-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

    Die Zahl der Tests war zuletzt auch deshalb angestiegen, weil sich aus dem Ausland zurückkehrende Urlauber bis zum 15. September kostenlos auf das Coronavirus testen lassen konnten. Seitdem müssen viele Reiserückkehrer den Corona-Test wieder selbst zahlen. Sie werden etwa in Einrichtungen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern sowie Arztpraxen durchgeführt.

    Weiterhin kostenlos sind Corona-Tests für Reisende aus Risikogebieten. Dafür müssen sie einen Nachweis für ihren Auslandsaufenthalt erbringen, etwa durch ein Flugticket oder eine Hotelrechnung. Auch die Kosten für eine Wiederholungs-Untersuchung wenige Tage später werden übernommen.

    Auch diese Regelung soll zum 15. Oktober abgeschafft werden. Stattdessen sollen sich die Urlauber unverzüglich nach ihrer Einreise für 14 Tage in Quarantäne begeben. Nach mindestens fünf Tagen sollen sie dann einen Corona-Test machen können, um bei einem negativen Ergebnis die Quarantäne-Pflicht aufzuheben.

    Die Risikogebiete können auf den Internet-Seiten des Robert Koch-Instituts eingesehen werden.

    Wer kann und soll sich außerdem testen lassen?

    Während zu Beginn der Pandemie lediglich Personen mit starken Symptomen und/oder Kontakt zu Infizierten getestet wurden, empfiehlt das RKI inzwischen auch Tests bei nur leichten Atemwegsbeschwerden wie zum Beispiel Husten.

    Nicht zuletzt sei es nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen "besonders wichtig", Corona-Infektionen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen, betonte RKI-Vizepräsident Schaade in Berlin. Es werde dringend empfohlen, "dass jeder mit einem Atemwegsinfekt, ob Husten oder Fieber, auch getestet werden sollte".

    Wo sind aktuell Tests möglich?

    Für alle Verdachtsfälle gilt, dass man nicht unangemeldet in die nächste Arztpraxis gehen soll. Die Empfehlung lautet: Melden Sie sich telefonisch beim Hausarzt, der Hausärztin oder - wenn diese nicht zu erreichen sind - bei der bundesweiten Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 (Informationen des Bereitschaftsdienstes hier auch online). Auch das örtliche Gesundheitsamt sollte bei Bedarf zunächst telefonisch kontaktiert werden, das zuständige Gesundheitsamt findet man beim Robert Koch-Institut durch Eingabe der eigenen Postleitzahl.

    Ärztinnen und Ärzte führen den Test entweder selbst durch, oder sie überweisen an örtliche Test- und Abstrichzentren. Auch dort gilt in der Regel, dass man nicht unangemeldet vorbeikommen sollte. In Kreisen, die von einem lokalen Corona-Ausbruch betroffen waren und Testzentren eingerichtet wurden, war mitunter keine Voranmeldung erforderlich.

    Vielerorts sind auch sogenannte Drive-In-Tests möglich. Dabei wird der Abstrich durch das geöffnete Autofenster hindurch genommen. Wer sich testen lässt, muss im Auto sitzen bleiben, um so das Ansteckungsrisiko für andere so gering wie möglich zu halten.

    Wie läuft ein Test auf das Coronavirus ab?

    Für den Test wird in Deutschland üblicherweise ein Rachenabstrich verwendet. Das bedeutet, dass eine Pflegekraft mit einem speziellen Wattestäbchen etwas Sekret aus dem Hals entnimmt.

    Die reine Testzeit zur Auswertung der Probe beträgt nach Angaben des Robert Koch Instituts etwa vier bis fünf Stunden. In der Praxis vergehen derzeit in der Regel 24 bis 48 Stunden, bis der Patient oder die Patientin das Ergebnis erfährt, über das Wochenende kann sich das weiter verzögern.

    Solange das Ergebnis noch nicht vorliegt, sollte man davon ausgehen, dass man andere Menschen anstecken kann, und deshalb zuhause bleiben und Kontakte vermeiden.

    Das RKI weist darauf hin: Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (diese kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf das Coronavirus nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann.

    (Stand 28.09.2020)

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    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen - ein Überblick

    Die Zahl der täglichen Neu-Infektionen mit dem Coronavirus steigt in vielen Ländern seit Wochen wieder an. Viele Staaten haben neue Rekorde erreicht und liegen damit über den Zahlen vom Frühjahr. Ein Überblick über die aktuelle Lage in einigen ausgewählten Regionen.

    Viele Experten sehen den Grund in einem zunehmend sorglosen Umgang mit den Sicherheitsmaßnahmen und den Hygieneregeln. In den Sommermonaten habe die Aufmerksamkeit nachgelassen. In vielen Ländern wurden deshalb die Corona-Beschränkungen wieder verschärft. Bundesgesundheitsminister Spahn zeigte sich zuletzt besorgt über die Dynamik der Infektionen in ganz Europa. Man müsse verhindern, dass die Entwicklungen in den Nachbarländern auf Deutschland übergreife, sagte er.

    Bei der Interpretation der Werte ist allerdings Vorsicht geboten. Die absoluten Zahlen sind zwischen den Ländern nicht vergleichbar, da die Staaten unterschiedliche Einwohnerzahlen haben. In vielen Staaten ist es zudem so, dass mittlerweile deutlich mehr getestet wird als noch zu Beginn der Pandemie. Daher ist ein Abgleich mit Werten aus dem Frühjahr nur eine ungefähre Vergleichsgröße.

    Rekord in Ungarn vor dem Supercup-Finale

    Ungarn meldete am Sonntag einen Rekord mit 1.070 nachgewiesenen Neuansteckungen innerhalb von 24 Stunden. Die Hauptstadt Budapest wurde von der Bundesregierung schon am Mittwoch zum Risikogebiet erklärt. Dort soll am kommenden Donnerstag das Finale im europäischen Fußball-Supercup stattfinden, zwischen Champions-League-Sieger Bayern München und Europa-League-Sieger FC Sevilla. Die Verantwortlichen des FC Bayern kritisierten die Europäische Fußball-Union (UEFA) dafür, dass sie am Austragungsort festhält. Etwa 2.100 Bayern-Fans wollen ihre Mannschaft nach Budapest begleiten. Sie sollen nach ihrer Rückkehr auf Corona getestet werden.

    Fast 13.500 Neuansteckungen in Frankreich

    In Frankreich wurden am Samstag fast 13.500 Neuinfektionen registriert, auch das so viele wie noch nie - auch nicht während der ersten Welle im Frühjahr. Dort sind seit der Wiederaufnahme des Unterrichts an den französischen Schulen und Hochschulen in diesem Monat mindestens ein Dutzend Infektionscluster bekanntgeworden. Während in anderen Ländern Europas vielfach weiter auf Online-Veranstaltungen gesetzt wird, ist an den Universitäten in Frankreich wieder mehr Präsenz angesagt. In Sozialen Medien rufen Studierende unter dem Hashtag #Balancetafac (etwa: Verpetze deine Uni) dazu auf, Bilder von überfüllten Sälen und Korridoren zu verbreiten.

    Spanien bei über 12.000

    In Spanien ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen am 11. September auf den Rekordwert von 12.183 geklettert. Es handele sich um den höchsten Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie, schrieb die Zeitung "El País". Dem Gesundheitsministerium in Madrid zufolge wurden in den vorangegangenen 14 Tagen insgesamt 112.364 Neuinfektionen registriert. Das Robert Koch-Institut hat Spanien schon seit längerem als Corona-Risikogebiet eingestuft.

    Tschechiens Gesundheitsminister hält Ausnahmezustand für möglich

    Tschechien meldete am Freitag einen Rekord mit 3.130 neuen Fällen. Am Sonntag war die Zahl zwar etwas niedriger, aber höher als an allen Wochenenden zuvor, an denen weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten hat sich in Tschechien innerhalb von rund drei Wochen auf mehr als 46.000 verdoppelt. Einen noch größeren Anstieg gemessen an der Gesamtbevölkerung gab es innerhalb der Europäischen Union zuletzt in Spanien und Frankreich. Gesundheitsminister Vojtech sagte in einer Fernsehdiskussion, die tschechische Regierung könne den Ausnahmezustand erklären, sollte der deutliche Anstieg an Infektionen anhalten. Die Regierung solle am Montag darüber beraten.

    Auch Polen, Slowakei und Litauen melden höchste Zahlen seit Beginn der Pandemie

    Gleich mehrere osteuropäische Länder haben am Samstag neue Rekordstände ihrer Corona-Neuinfektionen gemeldet. In Polen wurden binnen 24 Stunden 1.002 Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Auch die Slowakei und Litauen meldeten den höchsten Stand der Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. "Die Zahlen, die wir heute haben, sind das Ergebnis einer Rückkehr der Menschen zu einem normalen Alltag, der Rückkehr an die Arbeit", erklärte ein Sprecher des polnischen Gesundheitsministeriums.

    Österreich nähert sich dem Rekord

    Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen in Österreich erreichte Mitte September einen Stand wie zuletzt Ende März. Das Robert Koch-Institut warnte wegen hoher Corona-Infektionszahlen vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das österreichische Bundesland Wien.

    Steigende Zahl an Neuinfektionen in NRW

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut zuletzt mehrfach täglich rund 2.000 Neuinfektionen gemeldet. Auffällig ist eine starke Zunahme der Neuinfektionen in einigen Städten Nordrhein-Westfalens.

    Auch Asien meldet Rekordzahlen

    Auch in einigen asiatischen Ländern breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Indonesien meldete am Samstag mit 4.168 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 112 auf 9.448. Es ist höchste Totenzahl in Südostasien. Die Philippinen verzeichneten einen Anstieg bei den Ansteckungen binnen 24 Stunden um 3.962 auf 283.460. Der Inselstaat weist die meisten Infektionen in der Region auf. Indien meldete Anfang September einen Rekord an Corona-Neuinfektionen nach dem anderen. Zuletzt waren es fast 100.000. Damit löst der Subkontinent Brasilien als Land mit den weltweit zweitmeisten Coronavirus-Fällen nach den USA ab - Indien hat allerdings deutlich mehr Einwohner. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf mehr als 4,2 Millionen, wie das Gesundheitsministerium in Neu Delhi mitteilte.

    Die Weltgesundheitsorganisation meldete Mitte September einen Rekord an neu gemeldeten Corona-Fällen innerhalb eines Tages. Weltweit wurden demnach zuletzt 307.930 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das waren rund 1.000 Fälle mehr als beim jüngsten Höchststand eine Woche zuvor. Spitzenreiter bei den neuen Fällen war Mitte September nach absoluten Zahlen Indien, die USA und Brasilien. Auf Platz vier lag Spanien. Inzwischen wurde es von Frankreich überholt.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: Was vom Karneval übrig bleibt in dieser Session (Stand 19.09)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 25.09.)
    + Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
    + Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 28.09.)
    + Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
    + Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)

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  • Covid-19Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist

    Weltweit haben sich nach Angaben der Johns Hopkins University fast 26 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Klar ist, dass die offiziell angegebenen Zahlen die Realität nicht ganz widerspiegeln und es eine Dunkelziffer gibt. Zu deren Höhe gibt es verschiedene Berechnungen.

    Generell gilt: Die Bestimmung der Dunkelziffer ist schwierig. Mit Blick auf die Corona-Pandemie liegt das unter anderem daran, dass sehr viele Infektionen mild verlaufen. Und wer gar nicht merkt, dass er sich infiziert hat, lässt sich in der Regel auch nicht testen und isoliert sich nicht. Die Epidemiologin Nicola Low von der Universität Bern geht etwa davon aus, dass der Anteil der Corona-Infizierten, die keine Symptome haben, bei 20 bis 30 Prozent liegt. Die Zahlen aus unterschiedlichen Studien zu dem Thema schwanken insgesamt aber erheblich. In Studien des Robert Koch-Instituts (RKI) in Hot-Spots hatten 15 bzw. gut 16 Prozent der Infizierten keinerlei Symptome.

    Die Dunkelziffer hängt zudem davon ab, wie viel und wer getestet wird: Werden in einem Ort oder Betrieb alle Menschen regelmäßig getestet oder nur die, die Symptome haben oder reichen die Tests - wie in manchen Ländern schon vorgekommen - selbst dafür nicht? Und: Die Dunkelziffer wird auch dadurch beeinflusst, welche Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung getroffen werden, wie Claudia Santos Hövener vom RKI in der Sendung "Forschung aktuell" erklärte.

    Studien untersuchen Dunkelziffer anhand von Antikörper-Nachweisen

    RKI-Präsident Wieler hatte anfänglich noch erklärt, es gebe keinen Anlass, in Deutschland von einer besonders hohen Dunkelziffer auszugehen, weil hierzulande schon früh mit Tests begonnen worden sei und generell sehr viel getestet werde. Wie für andere Länder rechnen Experten inzwischen aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

    Um die tatsächliche Verbreitung des Coronavirus zu untersuchen, führt das RKI mehrere Studien durch, sowohl bundesweit als auch an besonders betroffenen Orten. Untersucht wurden und werden unter anderem, ob sich im Blut der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachweisen lassen. Damit soll ermittelt werden, wie viele Menschen eine Infektion durchgemacht haben. Das RKI hat demnach in den Hot-Spots Bad Feilnbach und Kupferzell verschiedene Dunkelziffern gemessen: In Bad Feilnbach war die Zahl der tatsächlichen Infektionen 2,6-fach höher, in Kupferzell 3,9-fach. Allerdings wies das RKI darauf hin, dass diese Zahlen aus den Hot-Spots nicht auf ganz Deutschland übertragbar sind.

    Für die sogenannte "Serologische Untersuchung an Blutspendern in Deutschland" liegt seit Ende Juni ein Zwischenergebnis vor. Dort wurden bei 1,3 Prozent der Untersuchten Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachgewiesen. Der Anteil sei gering, weswegen ein Großteil der Bevölkerung weiterhin für eine Infektion empfänglich sei, hieß es. Die Daten sind allerdings nicht für die Allgemeinbevölkerung repräsentativ. Noch bis Ende September werden für die Studie alle 14 Tage jeweils circa 5.000 anonyme Restproben von Blutspenden aus 28 Regionen in ganz Deutschland auf Antikörper untersucht werden.

    Die "Heinsberg-Studie" in der im gleichnamigen Kreis gelegenen nordrhein-westfälischen Gemeinde Gangelt kam zu dem Ergebnis, dass die Dunkelziffer der Coronavirus-Infektionen bundesweit um den Faktor zehn größer sein könnte, als die Zahl der offiziell gemeldeten Fälle. In Gangelt im Kreis Heinsberg hatten sich Mitte Februar auf einer Karnevalssitzung zahlreiche Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Allerdings ist umstritten, wie valide die Ergebnisse der Studie sind. Als Anfang April erste Ergebnisse veröffentlicht wurden, kam bereits Kritik auf. So soll unter anderem nicht klar sein, wie genau die von den Forschenden verwendeten Antikörper-Tests und somit die Ergebnisse sind.

    Nicht jeder Infizierte bildet Antikörper

    Inzwischen ist allerdings bekannt, dass die Zahl der Antikörper bei vielen Menschen zwei bis drei Monate nach der Infektion absinkt beziehungsweise manche Menschen anscheinend keine Antikörper bilden. Bei der Studie in Bad Feilnbach etwa berichtete das RKI, dass bei rund 40 Prozent der Menschen, bei denen zuvor eine Coronainfektion nachgewiesen wurde, keine Antikörper mehr im Blut waren. In Kupferzell war das bei gut 28 Prozent der Fall. Wie die Sendung "Forschung aktuell" berichtet, reagiert der Körper auf das Virus auch mit einer "T-Zell-Antwort", bei der spezialisierte Immunzellen die Viren angreifen. Der Nachweis dieser auch "zelluläre Immunantwort" genannten Reaktion ist deutlich komplizierter als der von Antikörpern im Blut.

    Weitere Studien geben Hinweise auf das Ausmaß der Verbreitung

    Der Ski-Ort Ischgl in Österreich galt als einer der ersten Corona-Hotspots. Eine Antikörper-Studie der Medizinischen Universität Innsbruck hat ergeben, dass etwa 42 Prozent der knapp 1.500 getesteten Bürger Antikörper auf das Coronavirus gebildet haben. Der Anteil der durch die Studie positiv Getesteten liege damit etwa sechs Mal, bei Kindern sogar zehn Mal höher, als die Zahl der zuvor mittels PCR-Verfahren positiv getesteten Personen.

    Zu einem ähnlichen Wert kam eine Untersuchung in Italien. Das Gesundheitsministerium und das Statistikamt veröffentlichten Anfang August eine Studie, nach der knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper gegen das Virus entwickelt haben, also schon einmal infiziert waren. Nach Daten der Johns Hopkins Universität gab es zu diesem Zeitpunkt knapp 250.000 nachgewiesene Fälle in Italien. Demnach wären rund 2,5 Prozent der italienischen Bevölkerung schon einmal mit dem Coronavirus infiziert gewesen - rund sechs Mal so viele wie bisher bekannt.

    Modellrechnungen zur Dunkelziffer zu Beginn der Pandemie

    Das Max-Planck-Institut (MPI) für demografische Forschung geht davon aus, dass es zu Beginn der Pandemie in den zehn am meisten betroffenen Ländern im Schnitt vier mal so viele Infizierte wie bestätigte Fälle gab. Die Ergebnisse einer demographischen Modellrechnung, die im Juni veröffentlich wurden, beziehen sich auf Fall-Zahlen aus dem Frühjahr. Demnach lag die Zahl der Infizierten laut MPI in Deutschland rund 1,8 Mal höher als die bestätigte Zahl. In Italien hätten sich gemäß dieser Rechnung sechs Mal so viele Menschen angesteckt wie offiziell gemeldet wurde, erklärt das MPI. Bezogen auf die Vereinigten Staaten gingen die Forschenden aus Helsinki und Rostock von mehr als doppelt so vielen Infizierten wie gemeldeten Fällen aus.

    Eine Modellrechnung ist ebenso die Grundlage für eine Dunkelzifferstudie, die ein chinesisches Forscherteam der "Huazhong University of Science and Technology" in Wuhan in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht hat. Sie haben die Ausbreitungsdynamik des Coronavirus im Zeitraum Januar bis März rekonstruiert, während dem die Pandemie in der chinesischen Stadt begonnen hatte. Die Forscher schätzen, dass möglicherweise bis zu 87 Prozent der Infektionen nicht festgestellt worden sind - asymptomatische und milde Verläufe eingeschlossen. 

    Forscherinnen und Forscher der Columbia University kamen schon früher auf eine ähnlich hohe Dunkelziffer. Die Daten für ihre Berechnungen stammten ebenso aus der frühen Phase der Pandemie in China, als es noch keine Kontaktbeschränkungen gab. Die im Fachmagazin "Science" veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass zu diesem Zeitpunkt etwa 86 Prozent der Fälle unentdeckt blieben.

    (Stand 02.09.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 29.09.)
    + Weltweit Rekord-Zahlen bei Corona-Neuinfektionen (Stand: 21.09.)
    + Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
    + Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)

    Test und Schutz

    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 28.09.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 25.09.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 24.09.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
    + Prävention: Wie es derzeit um eine zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
    + Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 21.09.)
    + Symptome: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
    + Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

    Urlaub und Freizeit

    + Brauchtum: