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  • ZwischenanalyseImpfstoff-Kandidat von Curevac nur zu 47 Prozent wirksam

    Der Impfstoffkandidat des Tübinger Unternehmens Curevac hat nach einer Zwischenanalyse nicht die erhofften Ergebnisse erzielt. In einer Mitteilung der Firma heißt es, das Präparat habe in der Studie mit 40.000 Probanden eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades.

    Die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien seien damit nicht erreicht worden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA etwa verlangt eine Wirksamkeit von mindestens 50 Prozent, die WHO strebt mindestens 70 Prozent an.

    Für die Zwischenanalyse wurden demnach 134 Covid-19-Fälle untersucht. Dabei seien mindestens 13 verschiedene Virus-Varianten festgestellt worden, bei denen es sich nur in einem einzigen Fall um die Ursprungsvariante gehandelt habe. Der Curevac-Vorstandsvorsitzende Haas sprach von einer "beispiellosen Bandbreite an Varianten", die eine hohe Wirksamkeit zu einer Herausforderung machten. Außerdem habe das Vakzim bei jüngeren Menschen eine deutlich höhere Wirksamkeit gezeigt als bei der Altergruppe über 60.

    Die Studie werde aber bis zur finalen Analyse mit mindestens 80 weiteren Fällen fortgesetzt. Die endgültige Wirksamkeit des Impfstoff-Kandidaten könne sich noch verändern.

    Die verfügbaren Daten wurden an die Europäische Arzneimittel-Agentur übermittelt. Die Curevac-Aktie, die in den USA gehandelt wird, verzeichnete deutliche Verluste.

    Zuletzt hatte das Bundesgesundheitsministerium den mRNA-Impfstoff von Curevac bereits aus der Planung für die Impfkampagne gestrichen.

  • CoronavirusHäufigkeit der "Delta"-Variante nimmt in Deutschland langsam zu

    Die Delta-Variante des Coronavirus wird inzwischen auch in Deutschland etwas häufiger nachgewiesen.

    Im jüngsten Bericht des Robert-Koch-Instituts wird der Anteil der Mutation, die zuerst in Indien festgestellt wurde, für die vorletzte Woche mit 6,2 Prozent angegeben. In der Woche zuvor lag der Wert bei 3,7 Prozent. Der größte Teil der Infektionen in Deutschland geht weiterhin auf die zuerst in England nachgewiesene Alpha-Variante zurück.

    Die Delta-Mutation hat in Großbritannien inzwischen andere Varianten des Coronavirus verdrängt. Wegen ihrer Ausbreitung wurde die Aufhebung der Alltagsbeschränkungen dort um einen Monat verschoben. Die Variante gilt als deutlich ansteckender als andere.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 16.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
    + Corona und Urlaub: Das ist in den Bundesländern möglich (Stand 16.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 14.06.)
    + Impfungen: Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat? (Stand 14.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • Biden über Gespräch mit Putin"Ton des Gesprächs war gut"

    US-Präsident Biden und Russlands Staatschef Putin haben ein positives Fazit ihres Treffens in Genf gezogen. Biden sagte im Anschluss, ein direkter Dialog sei wichtig. Beide Länder brauchten eine stabile und berechenbare Beziehung. Er habe Putin gesagt, dass er keine Agenda gegen Russland habe. Ihm gehe es darum, demokratische Werte zu verteidigen und das amerikanische Volk zu schützen.

    Putin sagte, es habe bei dem Treffen keine Feindseligkeiten gegeben. Beide Seiten hätten gezeigt, dass ihnen trotz unterschiedlicher Einschätzungen zu vielen Themen daran gelegen sei, einander zu verstehen. Der russische Präsident sprach von einem intensiven und konstruktiven Dialog. Auch Biden erklärte, der "Ton" sei gut und positiv gewesen, auch wenn man nicht immer einer Meinung gewesen sei.

    Den Angaben zufolge vereinbarten beide Länder einen bilateralen strategischen Stabilitätsdialog. Militärexperten und Diplomaten beider Länder sollen demnach an einem Mechanismus arbeiten, der zu einer Kontrolle neuer und hochentwickelter Waffen führen könne. Zudem verständigten sie sich darauf, dass ihre jeweiligen Botschafter wieder auf ihre Posten in Moskau und Washington zurückkehren werden. Die Diplomaten waren im Frühjahr wegen wachsender Spannungen zwischen den Ländern abgezogen worden.

  • BaltikumEstland und Litauen melden Luftraumverletzung durch russische Flugzeuge

    Estland und Litauen haben erneut eine Verletzung ihres Luftraums durch russische Flugzeuge gemeldet.

    Das estnische Militär erklärte, zwei Maschinen vom Typ Sukhoi Su-35 seien unerlaubt in den Luftraum des Landes eingedrungen. Die Flugzeuge hätten weder die elektronische Kennung eingeschaltet noch einen Flugplan übermittelt. Das Außenministerium habe deswegen den Geschäftsträger der russischen Botschaft einbestellt. Den Angaben zufolge war es der vierte Vorfall dieser Art im laufenden Jahr.

    Auch Litauen berichtete vom Eindringen zweier russischer Flugzeuge in den eigenen Luftraum.

  • 17. Juni 1953Gedenken an DDR-Volksaufstand auch dieses Jahr ohne Besucher

    Mit einem zentralen Gedenken in Berlin wird heute an die Opfer des DDR-Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 erinnert.

    Kanzleramtsminister Braun und Berlins Regierender Bürgermeister Müller wollen Kränze am Mahnmal für die Opfer des Aufstands niederlegen und Ansprachen halten. Auch Angehörige werden erwartet. Geplant ist zudem eine Gedenkminute.

    Wegen der noch geltenden Corona-Beschränkungen sind wie im Vorjahr keine Besucher zugelassen. Das Gedenken wird als Livestream im Internet zu sehen sein. Auch das Berliner Abgeordnetenhaus erinnert heute an den Aufstand von 1953.

    Damals hatten Volkspolizisten und sowjetischen Soldaten mit Panzern die Proteste in der DDR blutig aufgelöst. Es gab Tote, mehr als 1500 Demonstranten wurden anschließend zu Haftstrafen und einige sogar zum Tode verurteilt.

  • "Rigaer 94"Bezirksbürgermeisterin Herrmann verurteilt "Gewalt und Chaos" bei Angriffen auf Polizei

    In Berlin hat die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Herrmann, die Angriffe auf die Polizei vor dem besetzen Haus "Rigaer 94" verurteilt.

    Die Grünen-Politikerin sagte, sie sei bestürzt und verärgert. Es könne nicht sein, dass Kinder aus ihren Kitas und Schulen geholt werden müssten und Menschen sich um ihre Sicherheit im Wohn- und Arbeitsumfeld sorgten, weil eine gewaltbereite Minderheit für derartige Gefahr sorge.

    Zuvor hatten rund 200 vermummte Linksradikale die Polizistinnen und Polizisten von Dächern mit Steinen beworfen. Die Einsatzkräfte wurden attackiert, als sie brennende Barrikaden löschten und wegräumten. Hintergrund ist eine für heute angekündigte Brandschutzprüfung in dem Haus durch den Eigentümer. Die linksradikalen Besetzer und ihre Unterstützer hatten seit Wochen Widerstand angekündigt.

  • UkrainePolizei deckt international arbeitenden Hackerring auf

    In der Ukraine ist die Polizei nach eigenen Angaben gegen einen weltweit agierenden Hackerring vorgegangen.

    Laut einer Erklärung wurden Häuser und Wohnungen durchsucht und Technik sowie Bargeld beschlagnahmt. Die Verdächtigen sollen für Cyberangriffe auf Universitäten in den USA und Firmen in Südkorea verantwortlich sein. So hätten sie beispielsweise mit einem Verschlüsselungsvirus die Server und Computer von Mitarbeitern blockiert und von Unternehmen Lösegeld erpresst. Der Hackerring habe so einen Schaden von einer halben Milliarde US-Dollar verursacht.

  • Union und SPDKoalition einigt sich auf weitere Gesetze gegen Hass im Netz und Stalking

    Union und SPD haben sich im Vorfeld der letzten regulären Bundestagssitzung vor der Wahl im Herbst über weitere Gesetze gegen Hass im Netz und Stalking geeinigt.

    So soll es ausdrücklich unter Strafe gestellt werden, sogenannte "Feindeslisten" mit Namen und Adressen zum Beispiel von Politikerinnen und Politikern zu veröffentlichen. Der CDU-Rechtspolitiker Luczak sagte, vor allem in rechtsextremen Kreisen habe sich diese, Zitat, "widerliche Praxis" etabliert.

    Beim Stalking - also dem absichtlichen und wiederholten Nachstellen und Belästigen von Personen - sollen laut Agenturen die Strafen verschärft und die Voraussetzungen für den Straftatbestand abgesenkt werden. Zudem sollen Nacktaufnahmen an öffentlichen Orten, etwa in der Sauna oder im FKK-Bereich, strafbar werden.

    Die Vorhaben sollen noch in der kommenden Woche von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

  • EU-UmweltagenturSauberste Luft in Europa gemessen - neue Rangliste

    Das schwedische Umeå und Tampere in Finnland haben nach Angaben der EU-Umweltagentur EEA die sauberste Luft in Europa.

    Das geht aus einer neuen Luftqualitäts-Rangliste mit Daten aus mehr als 320 europäischen Städten hervor. Demnach ist auch in Funchal auf der portugiesischen Insel Madeira, in Estlands Hauptstadt Tallinn sowie im norwegischen Bergen die Feinstaubbelastung in den vergangenen beiden Jahren besonders gering gewesen. Die Schlusslichter der Auflistung finden sich überwiegend in Polen und im Norden Italiens.

    Für die Übersicht bewertete die in Kopenhagen ansässige EEA die Belastung mit Feinstaub. 127 der 323 Städte wurde eine gute Luftqualität bescheinigt, in 73 wurde sie als schlecht oder sehr schlecht eingestuft. Als beste deutsche Stadt landet Göttingen auf Rang 29.

  • USANotenbank Fed bringt Zinserhöhung für 2023 ins Gespräch

    Die US-Notenbank hält vorerst noch an ihrer Niedrigzins-Politik fest.

    Die Fed teilte in Washington mit, dass sie den Leitzins weiterhin bei einer Spanne von null bis 0,25 Prozent belässt.

    Die Notenbank machte allerdings zugleich deutlich, dass es 2023 wieder eine Zinserhöhung geben könnte. Bislang hatte die Fed einen solchen Kurswechsel erst für das darauffolgende Jahr in Erwägung gezogen.

  • DOSBHörmann tritt nicht zur Wiederwahl an

    Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Hörmann, wird sein Amt aufgeben.

    Wie der DOSB mitteilte, wird Hörmann bei vorgezogenen Neuwahlen auf der Mitgliederversammlung im Dezember nicht mehr antreten. Auf die für September angekündigte Vertrauensabstimmung werde verzichtet. Neben Hörmann werde auch Vizepräsident Niroomand nicht erneut kandidieren. Hörmann sagte laut Mitteilung, er wolle den Weg frei machen für einen Neuanfang an der Spitze des DOSB. Es gehe jetzt darum, einen geordneten Übergang zu organisieren.

    Zuvor hatten Mitarbeiter des Sportbundes dem Präsidium um Hörmann mangelnde Führungsqualitäten und die Schaffung eines "Klimas der Angst" vorgeworfen. Die Ethikkommission hatte sich daraufhin für vorgezogene Neuwahlen ausgesprochen.

  • Fußball-EuropameisterschaftItalien zieht ins Achtelfinale ein

    Bei der Fußball-Europameisterschaft hat Italien gegen die Schweiz mit 3:0 gewonnen.

    Manuel Locatelli schoss zwei der Tore, Ciro Immobile traf einmal. Damit zieht die Mannschaft ins Achtelfinale ein. Zuvor hatte die Türkei mit 0:2 gegen Wales verloren. Finnland unterlag Russland mit 1:0.

  • Deutscher Fußball-BundEthikkommission nach Neuwahl nicht mehr handlungsfähig

    Die Wahl der Personalberaterin Irina Kummert zur Vorsitzenden der Ethikkommission hat beim Deutschen Fußball-Bund neue Turbulenzen ausgelöst.

    Wie der DFB mitteilte, haben die übrigen Mitglieder der Kommission nach der Abstimmung ihren Rücktritt erklärt. Zu den Gründen lagen zunächst keine Angaben vor. Dem DFB zufolge sollen Kummert und der Büroleiter der Kommission nun so schnell wie möglich unabhängige Vorschläge für eine Neubesetzung des Gremiums unterbreiten - die das Präsidium akzeptieren werde. Die Ethikkommission müsse so schnell wie möglich handlungsfähig werden.

    In geheimer Abstimmung hatten sieben der zwölf Präsidiumsmitglieder für Kummert votiert. Sie ist auch Präsidentin des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft und tritt beim DFB die Nachfolge des im vergangenen Oktober verstorbenen SPD-Politikers Oppermann an.

  • WetterMorgen viel Sonne, im Westen später Gewitter, 30 bis 36 Grad

    Das Wetter:
    In der Nacht gering bewölkt oder klar. 20 bis 12 Grad. Tagsüber viel Sonnenschein und meist trocken. Im Westen und Nordwesten gebietsweise wolkig, nachmittags und abends vereinzelt Gewitter mit Starkregen. 30 bis 36 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Freitag in der Westhälfte wolkig, teils mit Schauern und Gewittern. Sonst sonnig oder locker bewölkt und trocken. 28 bis 37 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt aktuell bei 13,2.

    Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Gestern betrug sie bundesweit 15,5. Innerhalb eines Tages wurden zuletzt 1.455 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Vor einer Woche hatte der Wert der Neuansteckungen bei gut 3.254 gelegen. 137 weitere Menschen starben. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt gemeldeten Todesfälle auf 90.074. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit rund 3,59 Millionen an. Das Robert Koch-Institut weist allerdings darauf hin, dass der Algorithmus zur Schätzung der Genesenen zwar Angaben zum Erkrankungsbeginn und zur Hospitalisierung berücksichtige - jedoch nicht, ob gegebenenfalls Spätfolgen der Erkrankung vorliegen. Diese Daten würden nicht regulär im Meldesystem erfasst. Viele Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, leiden auch Monate später an Symptomen wie schneller Erschöpfung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Das Phänomen wird Long Covid genannt.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Saarland (19,4). Inzwischen liegen alle Bundesländer deutlich unter 50. Am niedrigsten ist die Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern (4,3).

    (Stand: 16.6., 6.00 Uhr)

    So steht es um die Belegung der Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit sinkt die Belegung der Betten mit Covid-Patientinnen und Patienten. Aktuell liegen dort 1.200 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 825 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 3.568 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 16.6., 6.00 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impfzahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben inzwischen fast 49 Prozent der Bevölkerung (rund 40,5 Millionen Menschen) mindestens eine Impfdosis erhalten. 26,8  Prozent (mehr als 22 Millionen) sind vollständig geimpft.

    (Zahlen für den 14.6., veröffentlicht am 15.6.)

    Tests: Positivrate zuletzt gesunken

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 22 fielen demnach 3,12 Prozent der Tests positiv aus - in der Vorwoche waren es 4,16 und davor 5,77 Prozent. Das RKI registrierte in der 22. Kalenderwoche 871.457 Labortestungen, gut 73.000 weniger als in der Woche zuvor. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    (Stand: 9.6.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 16.06.)
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    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • Covid-19Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten?

    Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken und die Sehnsucht nach Normalität wächst. Während etliche Beschränkungen wegfallen, bleibt die Maskenpflicht bisher bestehen. In der Politik gibt es Bestrebungen, sie aufzuheben. In der Forschung herrscht Skepsis.

    Wie stehen die verschiedenen Parteien zur Maskenpflicht?

    Die FDP wirbt schon länger für eine möglichst weitgehende Rücknahme der Corona-Maßnahmen. So passt es ins Bild, dass Bundestagsvizepräsident Kubicki nun ein komplettes Ende der Maskenpflicht verlangt. "Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken", meint er. Ähnlich sieht es die AfD, die das Thema sogar in ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl aufgenommen hat. Konkret heißt es dort: "Das Tragen von Masken in Kindertagesstätten, Horten und Schulen lehnen wir ab."

    Justizministerin Lambrecht hatte die Länder aufgefordert, die Maskenpflicht zu überprüfen. Die SPD-Politikerin, derzeit auch zuständig für das Ressort Familie, Senioren, Frauen und Jugend, greift in ihrer Argumentation gezielt die Situation an Bildungseinrichtungen auf. Schülerinnen und Schüler seien von der Maskenpflicht besonders betroffen, sagte Lambrecht der "Bild am Sonntag".

    Eine Regierungssprecherin erklärte jedoch heute, die Maskenpflicht solle nicht zu schnell gelockert werden, vor allem nicht in Innenräumen. Alle hätten mehr davon, "wenn wir uns noch ein wenig disziplinieren und vorsichtig sind". Die Sprecherin verwies auf neue Virusvarianten, die gefährlich werden könnten. In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen derzeit wegen der Delta-Variante, die urprünglich in Indien festgestellt wurde.

    Bundesgesundheitsminister Spahn plädierte dafür, die Maskenpflicht bei fallenden Corona-Inzidenzen und steigender Impfquote zunächst in Innenräumen aufzuheben. Der CDU-Politiker warb in den Zeitungen der Funke Mediengruppe aber dafür, zum Beispiel auf Reisen auch künftig eine Maske zu tragen - freiwillig.

    Auch Bayerns Ministerpräsident Söder warnte davor, die Maskenpflicht voreilig aufzuheben, insbesondere in Innenräumen. Sie habe "sehr gute Dienste geleistet", sagt der CSU-Vorsitzende in München.

    Dagegen forderte Linken-Fraktionschef Bartsch in der Zeitung "Die Welt", die Maskenpflicht in Schulen nach den Sommerferien zu beenden. Masken im Freien seien angesichts der niedrigen Inzidenzen "absurd".

    Was sagen Bildungsverbände?

    Der Deutsche Lehrerverband ist dagegen, die Maskenpflicht an Schulen jetzt schon aufzuheben. Verbandspräsident Meidinger sagte der Deutschen Presse-Agentur, er rate insbesondere während des Unterrichts zu "größtmöglicher Vorsicht". Denn das Virus sei noch da, und in der in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die bisher kaum geimpft seien, gebe es immer noch erhöhte Infektionszahlen. Laut Meidinger sind auch etwa die Hälfte der Lehrkräfte bisher nicht vollständig geimpft. Er verwies zudem auf die Möglichkeit einer vierten Pandemie-Welle. In Großbritannien treibt derzeit die Delta-Variante des Coronavirus die Zahl der Neuinfektionen in die Höhe.

    Welche Regelungen gelten derzeit?

    Nicht nur an den Schulen sind Masken noch Alltag. Bereits am 25. November 2020 hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass jede Person in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss. Mitte Januar 2021 wurde diese Vorschrift unter dem Eindruck hoher Corona-Infektionszahlen verschärft. Fortan sollten in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte medizinische Masken getragen werden - also OP-Masken oder Masken mit den Standards KN95/N95 oder FFP2. Eine Stoffmaske reicht seitdem nicht mehr aus.

    Nun aber ist kein einziges Bundesland mehr über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Deshalb erlassen erste Kommunen und Landesregierungen Lockerungen. In Nordrhein-Westfalen reichen etwa im Öffentlichen Nahverkehr wieder sogenannte OP-Masken aus. Andere Länder, wie beispielsweise Berlin, halten dagegen weiter an der Maskenpflicht im öffentlichen Raum fest - und zwar überall dort, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist, also auch in Warteschlangen draußen oder in belebten Einkaufsstraßen. Selbst in Alten- und Pflegeheimen müssen in der Hauptstadt noch FFP2-Masken getragen werden, obwohl dort die meisten Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal zweifach geimpft sind.

    Wie sinnvoll sind Masken?

    Es bleibt umstritten, ob Masken bei einer niedrigen Inzidenz und steigender Impfquote weiter nötig sind. "Im Außenbereich macht eine Maskenpflicht nur noch in sehr kritischen Situationen Sinn", sagte etwa Peter Walger von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene der "Bild am Sonntag" und nannte als Beispiel einen Stadion-Besuch auf der ausverkauften Tribüne. Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hält zumindest eine FFP2-Maske bei Inzidenzen unter 10 für unnötig - wohlgemerkt aber ebenfalls "außerhalb von geschlossenen Räumen".

    Ähnlich sieht das der Aerosolforscher Gerhard Scheuch. In großen Theatern und Museen, Freibädern, Schwimm- und Sporthallen sei das Ansteckungsrisiko nicht so hoch, weil dort sehr viel Raum und Luft seien, erklärte Scheuch der Nachrichtenagentur dpa. "Da reicht die Aerosolkonzentration kaum aus, um andere zu gefährden." In kleinen, engen, unbelüfteten Räumen wie Aufzügen aber sei die Gefahr sehr hoch. Hier könne man sich sogar während einer kurzen Fahrt alleine anstecken, denn: "Die Wolke bleibt drin."

    Der Virologe Ralf Bartenschlager von der Universität Heidelberg dagegen betonte gegenüber "T-Online": "Das Tragen von Masken ist eine der wichtigsten Kontrollmaßnahme bei der Virusausbreitung. Es ist zumutbar, wenn auch im Sommer nicht besonders angenehm." Ähnlich sieht das Markus Scholz, Epidemiologe an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Er gibt zu bedenken, dass Geimpfte zwar vor schweren Krankheitsverläufen geschützt seien, Menschen ohne die Immunität einer Impfung jedoch nicht. "Hier geht es vor allem um Fremdschutz."

    Was sagen die wissenschaftlichen Untersuchungen?

    Mit Blick auf den Effekt von Masken in der Pandemiebekämpfung kam zum Beispiel eine Untersuchung an der McMaster Universität in Kanada in einer großangelegten Metaanalyse zu dem Schluss: Masken senken das relative Risiko, sich zu infizieren, um etwa 80 Prozent. Wenn das Basis-Ansteckungsrisiko bei etwa 50 Prozent liege - wie etwa bei Chorproben - verringere sich das Risiko schon mit einer einfachen OP-Maske auf 10 Prozent, schrieben die Forscher im Fachmagazin "The Lancet".
    Eine statistische Studie der Universität Kassel untersuchte die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Covid-19-Eindämmung in der ersten Welle 2020 und kam zu dem Ergebnis: Die Masken-Pflicht in Bussen, Bahnen, Supermärkten und an anderen öffentlichen Orten reduzierte den Anstieg der Corona-Infektionen um 13,5 Prozentpunkte - und damit um mehr als doppelt so viel wie die Schließung von Schulen und Kitas.

    Andersherum stiegen bei Spielen der Fußball-Bundesliga mit Fans im Stadion die Corona-Infektionszahlen - und zwar ausgerechnet nach den Spielen, bei denen Schutzmasken lediglich auf den Wegen zum Platz getragen werden mussten. Bei einer Tragepflicht auch am zugewiesenen Platz seien dagegen keine erhöhten Infektionszahlen aufgetreten.

    Wie gehen andere Länder mit der Maskenpflicht um?

    Als Vorbild für ein Ende der Maskenpflicht wird in der Diskussion gerne Dänemark genannt. Dort ist die Pflicht zum Tragen einer Maske ab sofort für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr - dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt.

    Auch die USA haben die Maskenpflicht weitestgehend aufgehoben - allerdings nur für vollständig gegen Covid-19 Geimpfte. Ausnahmen gibt es in Krankenhäusern, öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Flughäfen und Bahnhöfen. Eine Maskenpflicht gilt auch weiter, wenn sie beispielsweise von örtlichen Behörden, Arbeitgebern oder Geschäften vorgeschrieben wird.

    Österreich plant, die Maskenpflicht ab 1. Juli deutlich zu lockern. Selbst bei Veranstaltungen in vollen Stadien, Konzertsälen oder Theatern muss dann keine Maske mehr getragen werden. Voraussetzung ist aber immer, dass die Besucherinnen und Besucher getestet, genesen oder geimpft sind. Schon vorher fällt die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler im Unterricht. Im Schulhaus, also beispielsweise auf Gängen oder auf den Toiletten, gilt die Maskenpflicht aber auch künftig. Auch hier wird - ähnlich wie Deutschland - regelmäßig getestet.

    Andere Länder aber halten weiterhin an den Regelungen fest. In ganz Frankreich etwa gilt weiterhin eine Maskenpflicht in den Geschäften und Restaurants, außer während dem Essen und Trinken. In Paris muss die Maske auch an der frischen Luft über Mund und Nase, wie auch in ganz Italien. Das wird sich auch dann nicht ändern, wenn in den kommenden Tagen fast alle italienischen Regionen wieder als "weiße Zone" eingestuft werden und etliche andere Beschränkungen fallen.

    (Stand: 14.6.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
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    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Fast ein Jahr lang hatte das Auswärtige Amt wegen der Corona-Pandemie eine generelle Reisewarnung für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Ab dem 1. Juli gilt sie erst ab einer Inzidenz von 200 und für Gebiete, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen wird dann lediglich "abgeraten". Die Liste der Risikogebiete wird aber weiterhin regelmäßig aktualisiert.

    Das Robert Koch-Institut führt derzeit folgende Gebiete als Risikogebiet:

    Benelux-Region

    Die gesamten Niederlande inklusive der autonomen Länder und der überseeischen Teile sind einfaches Risikogebiet, ebenso ganz Belgien und ganz Luxemburg.

    Frankreich und Andorra

    Ganz Frankreich gilt als Risikogebiet, ausgenommen sind Korsika sowie die französischen Überseegebiete Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna, Französisch-Polynesien, Neukaledonien. Auch Andorra wird als einfaches Risikogebiet gelistet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist Österreich nicht mehr als Risikogebiet aus. Zuletzt wurden auch die Bundesländer Tirol und Vorarlberg heruntergestuft. Auch das gesamte Land Ungarn ist kein Risikogebiet mehr.

    Schweiz

    Viele Kantone in der Schweiz werden nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Zuletzt wurden Bern und Thurgau aus der Liste herausgenommen.

    Großbritannien und Irland

    Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland, einschließlich der Isle of Man, aller Kanalinseln sowie der britischen Überseegebiete gelten nach wie vor als Virusvariantengebiet. Begründet wurde das mit dem Vorkommen der Virusvariante B.1.617.2 im Vereinigten Königreich. Diese wurde zunächst in Indien nachgewiesen und wurde von der Weltgesundheitsorganisation als besorgniserregend eingestuft.

    In Irland gelten die Regionen Border, Dublin und Mid-East als einfaches Risikogebiet.

    Spanien und Portugal

    In Spanien werden die folgenden autonomen Gemeinschaften und Städte derzeit als Risikogebiete eingestuft: Andalusien, Aragonien, Kastilien-Léon, Katalonien, Madrid, Navarra, La Rioja, das Baskenland und die Exklave Melilla sowie neu dazugekommen Ceuta. Die Balearen inklusive der Insel Mallorca gelten nicht mehr als Risikogebiet.

    In Portugal gelten die autonome Region Azoren und - neu - nun auch die Hauptstadt Lissabon nun als einfaches Risikogebiet. Madeira gilt nicht mehr als solches.

    Italien

    Italien und auch Vatikanstadt gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Malta

    Malta gilt nicht mehr als Risikogebiet.

    Tschechien und Slowakei

    Tschechien und die Slowakei gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Slowenien, Kroatien, Montenegro, Serbien

    Das gesamte Land Kroatien mit Ausnahme der Gespanschaften Medimurje und Varazdin gilt nicht mehr als Risikogebiet. Slowenien gilt noch als einfaches Risikogebiet. Montenegro und Serbien gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Türkei und Griechenland

    Die Türkei gilt weiterhin als einfaches Risikogebiet. In Griechenland sind die Regionen Berg Athos, die Nördliche Ägäis, Ostmakedonien und Thrakien sowie Peloponnes kein Risikogebiet mehr.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Dänemark gilt (mit Ausnahme der Färöer und Grönlands) als Risikogebiet. Als einfaches Risikogebiet ist ganz Schweden eingestuft. In Norwegen gelten die Provinzen Troms of Finnmark und Trondelag als einfache Risikogebiete, die Provinzen Innlandet und Viken stehen nicht mehr auf der Liste. Finnland gilt inzwischen nicht mehr als Risikogebiet.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Die Republik Moldau wird nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Auch Rumänien und Bulgarien sind keine Risikogebiete mehr.

    Polen und Baltikum

    Lettland und Estland gelten laut RKI als Risikogebiet, auch Litauen wird nicht mehr als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Polen ist kein Risikogebiet mehr.

    Zypern

    Zypern ist aus der Liste der Risikogebiete entfernt worden.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Virusvarianten, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Virusvarianten-Gebiete

    Neben Regionen mit besonders hohen Fallzahlen und anderen Faktoren, die eine Infektionsgefahr vor Ort erhöhen, stuft das RKI auch Regionen, in denen sich bestimmte Virusvarianten ausgebreitet haben, als Risikogebiet ein. Für Einreisen aus diesen Gebieten gelten besondere Vorgaben.

    Als Virusvarianten-Gebiete gelten aktuell Botswana, Brasilien, Eswatini (früher als Swasiland bekannt), Indien, Lesotho, Malawi, Mosambik, Nepal, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Uruguay sowie das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland.

    Hochinzidenz-Gebiete

    Im Januar hat die Bundesregierung zudem erstmals mehr als 20 Staaten als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft. Dazu zählen in der Regel Staaten mit einer Wocheninzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohner. Nicht-EU-Länder und -Regionen, die als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft werden, sind Ägypten, Argentinien, Bahrain, Bolivien, Cabo Verde, Chile, Costa Rica, Ecuador, Iran, Kolumbien, Kuwait, Malaysia, Malediven, Mongolei, Namibia, Paraguay, Peru, Seychellen, Sri Lanka, Sudan, Suriname, Syrische Arabische Republik, Tansania, Trinidad und Tobago sowie Tunesien.

    Für Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete gelten verschärfte Einreiseregeln.

    (Stand: 13.06.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Corona und Urlaub: Das ist in den Bundesländern möglich (Stand 16.06.)
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    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
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  • PandemieCorona und Urlaub: Das ist in den Bundesländern möglich

    Die Sommerferien stehen vor der Tür und in vielen Bundesländern werden die Corona-Regeln gelockert. Doch was ist angesichts bundesweit niedriger Inzidenzen schon wieder erlaubt? Ein Überblick.

    Baden-Württemberg: Gasthäuser, Pensionen, Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen Gäste empfangen. Wenn diese weder vollständig geimpft noch genesen sind, müssen sie alle drei Tage einen negativen Schnelltest vorlegen. Die Gastronomie darf zwischen 6.00 und 21.00 Uhr öffnen. In Innenräumen sind pro Gast je 2,5 Quadratmeter Fläche erlaubt. Im Außenbereich gilt keine Personenbegrenzung. Der Abstand zwischen den Tischen sollte mindestens 1,5 Metern sein. In der zweiten Öffnungsstufe gelten bei anhaltend niedrigeren Infektionszahlen weitere Lockerungen. So dürfen Beherbergungsbetriebe beispielsweise Saunen, Bäder und Wellnessbereiche für ihre Übernachtungsgäste öffnen. Die Maskenpflicht besteht weiterhin.

    Bayern: In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer über fünf Tage hinweg stabilen Inzidenz unter 100 dürfen Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze, Berghütten und Jugendherbergen öffnen. Gäste müssen einen höchstens 24 Stunden alten negativen Corona-Test mitbringen. Bei einer Inzidenz über 50 müssen sich Besucher zudem während des Aufenthalts mindestens alle zwei Tage erneut testen lassen. Bei Inzidenzen unter 100 ebenfalls geöffnet sind etwa Seilbahnen und Schifffahrt, die Gastronomie bis 24.00 Uhr sowie Saunen, Bäder und Freizeitparks. Bleibt die Inzidenz unter 50, entfällt für Gäste die Testpflicht.

    Berlin: In der Hauptstadt sind seit dem 11. Juni wieder private Übernachtungen in Hotels und Pensionen möglich. Dabei müssen die Gäste alle drei Tage einen negativen Corona-Test vorlegen. Seit Freitag können sich Gäste mit negativem Testergebnis auch wieder in Innenräumen von Kneipen und Restaurants bedienen lassen. In der Außengastronomie gibt es keine Testpflicht mehr. Auch Kinos, Theater, Opern- und Konzerthäuser dürfen seit Freitag mit Testpflicht und Hygienekonzept wieder öffnen. Erste Museen und Gedenkstätten sind ebenfalls auf. Auch Stadtrundfahrten und Schiffsausflüge finden wieder statt.

    Brandenburg: In Diskotheken und Clubs gilt weiterhin grundsätzlich eine Testpflicht. Es darf nicht mehr als ein Gast pro zehn Quadratmeter eingelassen werden. In Gaststätten ist keine Testpflicht erforderlich für Gäste, die in den Außenbereichen bewirtet werden. Touristische Übernachtungen sind ohne Beschränkungen möglich. Für alle Beherbergungsstätten gilt: Gäste müssen vor Beginn der Beherbergung einen Test-, Impf- oder Genesenennachweis vorlegen. In Brandenburg sind auch wieder sexuelle Dienstleistungen und Prostitutionsveranstaltungen erlaubt - aber mit Testpflicht. Auch müssen die Daten der Personen erfasst werden. Solange sexuelle Dienstleistungen nicht erbracht werden, besteht Maskenpflicht.

    Bremen: Gastronomiebetriebe dürfen außen und innen bis 1.00 Uhr nachts öffnen, wenn ein Hygienekonzept vorliegt und Kontaktdaten der Gäste erhoben werden. Derzeit sind keine Tests nötig, weil die Infektionsrate in Bremen und Bremerhaven niedrig ist. Eine Testpflicht würde innen bei einer Inzidenz über 35 wieder greifen, außen bei über 50. Hotelübernachtungen zu touristischen Zwecken sind mit Hygienekonzept und aktuellem Negativ-Test gestattet. Genesene und Gäste mit vollem Impfschutz müssen keinen Test vorlegen.

    Hamburg: Seit Anfang Juni können Touristen wieder in der Hansestadt übernachten. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen privat reisende Gäste empfangen. Voraussetzung sind auch hier die Einhaltung strenger Hygiene-Auflagen und die Vorlage eines negativen Corona-Tests. Seit Freitag ist auch wieder eine 100-prozentige Belegung möglich. Privater Wohnraum darf nicht an Touristen vermietet werden. Außengastronomie ist erlaubt, drinnen dürfen Gäste nur mit negativem Test sitzen. Unter den üblichen Hygieneauflagen sind auch Hafen- und Stadtrundfahrten zulässig.

    Hessen: Derzeit gilt in allen hessischen Kreisen und kreisfreien Städten Stufe 2 der Lockerungen, denn überall liegt die Inzidenz seit mindestens 14 Tagen unter 100 oder 5 Tage unter 50. Hotels, Ferienhäuser, Jugendherbergen und Campingplätze sind unter Auflagen geöffnet. Ein Corona-Schnelltest der Gäste bei der Anreise ist vorgeschrieben, anschließend muss zweimal pro Woche getestet werden. Für die Innengastronomie muss ein tagesaktueller, negativer Test vorgelegt werden, für Außenplätze gilt eine Testempfehlung. Auch von Freizeitparks können Innenbereiche mit Testempfehlung wieder öffnen. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz regional wieder über 100 steigen, gelten schärfere Regeln: Dann dürfte nur die Außengastronomie mit Testpflicht öffnen. Beherbergungsbetriebe dürften zu maximal 60 Prozent ausgelastet sein.

    Mecklenburg-Vorpommern: Hotels, Pensionen und Campingplätze sind seit Anfang Juni wieder für Gäste aus anderen Bundesländern geöffnet. Sie müssen bei Anreise einen negativen Corona-Test vorlegen, vollständig geimpft oder von der Krankheit genesen sein. Seit dem 11. Juni dürfen auch Tagesgäste wieder anreisen. Gaststätten im Land sind seit Ende Mai geöffnet. Wer drinnen Platz nehmen will, benötigt einen negativen Corona-Test. Zoos und Museen sind geöffnet, die Theater und die Klassik-Festspiele in Mecklenburg-Vorpommern sind in die Sommersaison gestartet - mit Zuschauerlimits sowie Test- und Maskenpflicht für Besucher.

    Niedersachsen: Touristische Übernachtungen sind möglich, wo in Kreisen und kreisfreien Städten die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Hotels und andere Quartiere können bei einer Inzidenz unter 50 bis zu 80 Prozent belegt werden, bei einer Inzidenz unter 35 entfällt die Begrenzung. Kommen dürfen Gäste aus ganz Deutschland - mit negativem Test oder dem Nachweis einer Genesung oder vollständigen Impfung.

    Nordrhein-Westfalen: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 - und damit fast überall in dem Bundesland - dürfen Hotels ohne Kapazitätsbegrenzung für Übernachtungen und das komplette gastronomische Angebot öffnen. Gäste müssen geimpft oder genesen sein oder bei der Anreise einen Test vorlegen. Das gilt auch für Ferienwohnungen und Campingplätze. Die Gastronomie darf man in fast ganz Nordrhein-Westfalen inzwischen innen und außen ohne Test besuchen.

    Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz treten zusätzlich zu den bereits gelockerten Bestimmungen für die Hotellerie und Gastronomie zwei weitere Stufen am 18. Juni und 2. Juli in Kraft. Von 18. Juni an dürfen bei einer Inzidenz von unter 50 Sport- und Kulturveranstaltungen innen von bis zu 250, außen von bis zu 500 Menschen mit Negativtest besucht werden. Indoor-Freizeiteinrichtungen dürfen mit Test und Personenbeschränkung wieder öffnen. Auch Hallen- und Spaßbäder sowie Thermen werden wieder ihren Betrieb aufnehmen. Campingplätze und deren Gemeinschaftseinrichtungen sind wieder für alle nutzbar, Jugendfreizeiten mit Übernachtung können wieder stattfinden.

    Saarland: Seit dem 11. Juni dürfen draußen im Café oder Restaurant Gäste wieder ohne Testpflicht Platz nehmen. Die Pflicht zum Corona-Test gibt es seitdem auch nicht mehr beim Friseur oder der Kosmetikerin. Privat darf man sich wieder mit bis zu zehn Personen treffen. Der Alkoholausschank ist bis 1.00 Uhr erlaubt. Außerdem sind Veranstaltungen mit bis zu 250 Menschen unter freiem Himmel wieder erlaubt, in geschlossenen Räumen dürfen bis zu 100 Personen zusammenkommen. Dafür muss man aber negativ getestet, vollständig geimpft oder von Corona genesen sein. Hallenbäder, Thermen und Saunen sind unter Auflagen wieder geöffnet, an Uni und Hochschulen kann es wieder Präsenzveranstaltungen geben.

    Sachsen: Testpflicht und Kontakterfassung für Restaurant- und Freibadbesuch fallen weg. Auch dürfen Diskotheken und Clubs öffnen. Bei einer Inzidenz von unter 50 ist die Öffnung unter anderem von Schwimmbädern und Wellnesszentren möglich. Bei einer Inzidenz unter 100 sind touristische Übernachtungsangebote zulässig. Bei allen Aktivitäten sind neben einem Hygienekonzept immer Kontakterfassungen und tagesaktuelle Testungen nötig.

    Sachsen-Anhalt: Hier dürfen Hotels, Pensionen und andere Behergungsbetriebe wieder öffnen. Anwesenheitsnachweise sind notwendig. Übernachtungsgäste müssen einen aktuellen Test vorweisen, wenn sie anreisen und danach alle 48 Stunden. Bei autarkem Tourismus wie auf Campingplätzen oder in Ferienhäusern und -wohnungen gilt die Testpflicht nur einmalig bei der Ankunft. Bei einer stabilen Inzidenz (fünf Tage am Stück) von unter 35 je 100.000 Einwohner sind Reisebustouren, Stadtrundfahrten und vergleichbare touristische Angebote wieder möglich. Besuche der Außengastronomie sind wieder ohne Test erlaubt. Drinnen gilt die Testpflicht weiter - außer für Geimpfte und Genesene. Die Sperrstunde in der Gastro entfällt.

    Mit der neuen Landesverordnung, die in den kommenden Tagen in Kraft treten soll, fällt die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske im ÖPNV, es reicht dann ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz wie etwa eine OP-Maske. Zudem können zu privaten Feiern im Familien- und Freundeskreis 59 Personen zusammenkommen, ohne dass sie getestet sein müssen. Es fällt auch die Kontaktbeschränkung, nach der sich bislang maximal zehn Personen treffen dürfen.

    Schleswig-Holstein: Schleswig-Holstein steht Touristen aus ganz Deutschland offen. Übernachtungsgäste müssen einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test mitbringen und diesen alle drei Tage erneuern. Außengastronomie ist im Norden bereits seit längerem erlaubt, mittlerweile auch die Innengastronomie. Dort müssen Gäste einen negativen Corona-Test vorlegen, ausgenommen sind Übernachtungsgäste in ihrem jeweiligen Hotel.

    Thüringen: Campingplätze und Ferienwohnungen dürfen ab einer stabilen Inzidenz von unter 100 gebucht werden. Reisebusveranstaltungen sind dann für tagestouristische Angebote erlaubt, bei einer Inzidenz unter 50 auch mehrtägige Reisen, ab einer Inzidenz von unter 35 entfällt zudem die Testpflicht, die Verpflichtung zum Tragen einer Maske bleibt aber bestehen. Hotels und Pensionen dürfen Gäste beherbergen - bei einer Inzidenz von unter 35, die inzwischen in fast allen Landkreisen erreicht ist. Es entfallen zudem die Testpflicht und die Auslastungsgrenze von 60 Prozent. Eine Kontaktnachverfolgung muss allerdings möglich sein. In der Gastronomie gibt es bei Inzidenzen von unter 35 auch in Innenräumen keine Testpflicht mehr für die Gäste.

    Sie finden hier die Inzidenzen nach Bundesländern.

    (mit Material der Deutschen Presse-Agentur)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Delta-VarianteWie gefährlich ist B.1.617?

    In Indien hat sich die neue Variante B.1.617 ausgebreitet, die auch als "Doppelmutante" bezeichnet wird. Inzwischen ist sie auch in Großbritannien die dominierende Variante. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

    Wie gefährlich ist die Variante?

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Coronavirus-Variante als "besorgniserregend" eingestuft - jedenfalls einen Strang davon, B.1.617.2, neuerdings auch als "Delta" bezeichnet. Die Variante des Coronavirus könnte nach neuen Erkenntnissen der britischen Gesundheitsbehörden um 60 Prozent ansteckender sein als die bisher vorherrschende Alpha-Variante. Das geht aus Daten von Public Health England mit Bezug auf Ansteckungen im eigenen Haushalt hervor. Gesundheitsminister Matt Hancock war zuletzt noch von einer um 40 Prozent höheren Ansteckungsgefahr ausgegangen.

    Wann ist eine Variante "besorgniserregend"?

    Dies gilt nach Angaben der WHO, wenn bekannt ist, dass sie sich leichter ausbreitet, schwerere Krankheiten verursacht, der Reaktion des Immunsystems ausweicht, das klinische Erscheinungsbild verändert oder die Wirksamkeit der bekannten Instrumente verringert.

    Woher stammt die Bezeichnung "Doppel"-Mutation?

    Die in Indien aufgetauchte Variante weist gleich zwei Veränderungen an einem Oberflächenprotein auf, somit erklärt sich der Begriff. Diese Mutationen sind jeweils für sich betrachtet bereits von anderen Varianten bekannt. Hier nun treten sie jedoch gleich gemeinsam, sozusagen "gedoppelt" auf. Genauer erläutert dies der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update": "Es ist nicht so, dass man eine Kreuzung von zwei verschiedenen Mutanten hat, wie das in einigen Medienquellen gestanden hat." Das Coronavirus hat bereits tausende von Mutationen durchlaufen, es gibt jedoch nur einige Varianten, die für Menschen bedenklicher sind als das Ursprungs-Virus.

    Was bedeutet dies für unser Immunsystem?

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden die beobachteten Veränderungen mit einer "reduzierten Neutralisierbarkeit durch Antikörper oder T-Zellen" in Verbindung gebracht, deren "Umfang nicht eindeutig" geklärt sei. Konkret könnte dies bedeuten, dass Geimpfte sowie Genesene vor einer Ansteckung mit dieser Variante womöglich weniger gut geschützt sind. Auch die Weltgesundheitsorganisation geht offenbar davon aus. Dort heißt es, die Variante B.1.617.2 sei "womöglich" unempfindlicher gegen Antikörper.

    Was bedeutet die "indische Mutante" für die weltweite Impfkampagne?

    Die bisher in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe schützen wohl auch vor der Virus-Variante, die in zuerst Indien aufgetreten ist. Davon geht die EU-Arzneimittelbehörde EMA aus. Zuvor hatten sich bereits die Unternehmen Biontech und Pfizer optimistisch gezeigt, dass ihr Impfstoff auch gegen die Delta-Virusvariante wirkt.

    Der Immunologe Carsten Watzl von der TU Dortmund betonte im Deutschlandfunk, man sei dem Virus nicht hilflos ausgeliefert. Die Effektivität des Biontech-Impfstoffes falle von 90 Prozent bei der Ursprungsvariante auf 88 Prozent, die von Astrazeneca von 66 auf 60 Prozent. Diese Zahlen gelten nach der vollständigen Immunisierung, also nach der 2. Impfung. Die Delta-Variante sei "besonders gut darin", Menschen mit nicht vollständigem Impfschutz zu infizieren, also auch nach einer ersten Impfung.

    Zu Berichten über 12 Todesfälle nach einer Infektion mit der Delta-Variante in Großbritannien trotz vollständiger Impfung sagte der Immunologe, dass er derzeit noch keine Alarmsignale sehe. Die Variante sei die dominante in Großbritannien, daher seien auch die Todesfälle auf sie zurückzuführen. Es gebe immer Menschen, beispielsweise mit Vorerkrankungen, bei denen die Impfung nicht oder nur unzureichend wirke.

    Verändert sich das Krankheitsbild mit der Delta-Variante?

    Die Forschenden der britischen Zoe Covid Symptom Studie, für die Menschen ihre Symptome hochladen können, haben festgestellt, dass die vorherrschenden Symptome der neuen Variante bei jungen Menschen eine laufende Nase und Kopfschmerzen sind. Die bisher als für Corona klassisch geltenden Symptome wie Husten, Fieber und Geschmacks- sowie Geruchsverlust treten demnach nur noch selten mit der Delta-Variante auf. Der Studienleiter Tim Spector betont der BBC gegenüber, dass Menschen möglicherweise denken, sie hätten eine Art saisonale Erkältung und deshalb trotzdem auf Partys gingen. Der Überzeugung der Forschenden zufolge befeuere dies die Neuinfektionen, die zuletzt in Großbritannien verzeichnet wurden.

    Welche Varianten wurden bereits als "besorgniserregend" eingeschätzt?

    Insgesamt werden bisher vier Varianten als besorgniserregend eingestuft. Die WHO hat kürzlich beschlossen, diese nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Nach dem neuen Schema heißt die besorgniserregende Mutante aus Indien Delta. Die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Virusmutante (B.1.1.7) wird nun als Alpha bezeichnet, die in Südafrika entdeckte (B.1.351) Beta und die in Brasilien bekannt gewordene (P.1) Gamma. In Deutschland spielt Delta laut RKI eine untergeordnete Rolle - sie umfasste zuletzt zwei Prozent der sequenzierten Proben. Hier dominiert mit aktuell 88 Prozent noch die Alpha-Variante B.1.1.7. (Stand: 09.06.)

    Der Immunologe Watzl von der TU Dortmund geht davon aus, dass Delta auch in Deutschland bis Herbst die dominante Coronavirus-Variante werden wird. Mit Blick darauf sei es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen - und nicht "dem Irrtum erliegen, die Pandemie sei vorbei".

    Hierzu finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts eine Übersicht mit Empfehlungen sowie einen ausführlichen Bericht.

    (Stand: 14.06.2021)

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  • Covid-19Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat?

    Bisher mussten Geimpfte ihren gelben Impfausweis vorzeigen, um ihre Immunisierung nachzuweisen. Ab sofort ist der Nachweis der Corona-Impfung auch per Smartphone möglich. Wie und wo kommt man an den digitalen Nachweis? Eine Übersicht.

    Apotheken

    Seit dem 14.6. stellen die ersten Apotheken in Deutschland digitale Corona-Impfnachweise aus. Wer bereits vollständig gegen Corona geimpft wurde, kann mit seinem gelben Impfausweis oder mit einer Bescheinigung des Impfarztes in eine teilnehmende Apotheke gehen. Wichtig ist, auch den Personalausweis oder Reisepass zur Kontrolle mitzubringen.

    Die Apotheke erfasst dann den Namen, das Geburtsdatum und den Impfstoff und übermittelt die Daten dem Robert Koch-Institut. Dort wird das digitale Impfzertifikat in Form eines QR-Codes generiert, das in der Apotheke direkt auf einem Bildschirm angezeigt und abgescannt werden kann. Wer kein Smartphone besitzt oder es nicht für den Impfnachweis nutzen will, kann sich das Zertifikat mit dem QR-Code auch ausdrucken lassen.

    Für die Bürgerinnen und Bürger ist der Service kostenlos, die Apotheken erhalten eine Vergütung von 18 Euro vom Bund.

    Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sind bereits mehr als 13.000 der knapp 19.000 Apotheken in Deutschland für die Digitalisierung von Impfnachweisen gelistet. Allerdings können nicht alle direkt starten, etwa, weil teilweise zusätzliches Personal nötig ist.

    Das Suchportal www.mein-apothekenmanager.de, auf dem Verbraucher bundesweit Apotheken finden können, die die digitalen Impfnachweise ausstellen, war zum bundesweiten Start wegen des großen Andrangs zweitweise nicht erreichbar. Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Thomas Dittrich, bat die Bürgerinnen und Bürger um Geduld. Es sei hilfreich, wenn nicht alle sofort kämen, sondern über die Zeit verteilt, sagte er im ZDF.

    Impfzentren

    Wer in einem Impfzentrum bereits vollständig geimpft wurde, muss für den Erhalt des digitalen Impfnachweises nichts weiter unternehmen. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Laumann sollen sie automatisch bis Ende Juni einen QR-Code per Post zugeschickt bekommen. Dieser kann dann mit Hilfe der CovPass-App, der Corona-Warn-App oder, ab dem 16.6., der Luca-App eingelesen und auf dem Smartphone gespeichert werden.

    Wer seinen Zweittermin im Impfzentrum noch vor sich hat, soll den QR-Code dort künftig direkt erhalten. Derzeit laufen Tests in zahlreichen Impfzentren. Bis Ende Juni sollen möglichst alle startklar sein.

    Arztpraxen

    Wer beim Arzt geimpft wird, soll künftig auch dort direkt den QR-Code erhalten. Die Anbindung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte soll schrittweise bis Mitte Juli erfolgen.

    Was bringt das digitale Zertifikat?

    Der digitale Impfnachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiterhin gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Infektionen nachweisen kann. Das soll zur Sommerferienzeit das Reisen erleichtern.

    Laut Bundesgesundheitsministerium ist das digitale Impfzertifikat europaweit bereits anerkannt, zur Anerkennung von Impfungen auf internationaler Ebene außerhalb der EU laufen derzeit noch die Gespräche.

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  • Corona-PandemieWie sinnvoll sind Impfungen für Kinder?

    Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren können sich seit Kurzem gegen das Coronavirus impfen lassen. Ende Mai hatte die EU-Kommission das Vakzin von Biontech/Pfizer für die Personengruppe zugelassen. Doch eine Empfehlung der Stiko gibt es nicht. Ist eine Impfung dann überhaupt sinnvoll?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) lehnt eine generelle Corona-Impf-Empfehlung für Kinder ab 12 Jahren derzeit ab. Als Grund wird die unzureichende Datenlage genannt. Allerdings ist eine Impfung von Kindern auf individuellen Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung sowie eigener Risikoakzeptanz möglich.

    Als sinnvoll erachtet die Impfkommission eine Corona-Impfung von Kindern mit Vorerkrankung. Diese Gruppe könne aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der Covid-19-Infektion mit dem Impfstoff von Biontech immunisiert werden. Zu den genannten Vorerkrankungen zählen unter anderem Adipositas, angeborene Herzfehler, Immun- und Krebserkrankungen sowie chronische Lungenleiden.

    Ist genug Impfstoff für alle da?

    Bundesgesundheitsminister Spahn hatte schon vor der Entscheidung der Stiko betont, deren Einschätzung sei nur eine Empfehlung: „Im Lichte dieser Empfehlung können dann die Eltern mit ihren Kindern, den Ärztinnen und Ärzten die konkreten Entscheidungen treffen, ob jemand geimpft wird oder nicht.“ Das sei eine individuelle Entscheidung. Natürlich gebe es bei jungen Menschen seltener schwere Krankheitsverläufe, aber eben auch Fälle von Long Covid. Eine Frage sei auch, wie viel mehr Alltag möglich werde mit einer Impfung.

    Vor diesem Hintergrund versprach er, dass alle impfwilligen Jugendlichen bis Ende August eine Erstimpfung bekommen sollten. Ursprünglich wollte er sie gar bevorzugt impfen und dafür Biontech-Dosen reservieren. Aufgrund der Impfstoff-Knappheit ist dieser Plan aber wieder vom Tisch. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet für die Erst- und Zweitimpfung von Kindern und Jugendlichen gegen Corona mit einem Bedarf von insgesamt mehr als sechs Millionen Impfdosen des Herstellers Biontech.

    Wie Spahn will auch SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach die sechs Millionen Jugendlichen schnell geimpft wissen, idealerweise schon bis zum Ende der Schulferien. Falls nicht, solle man versuchen, maximal vier Wochen in den Beginn der Schulzeit "hineinzuimpfen", um rasch größtmöglichen Schutz zu bekommen, sagte Lauterbach dem "Tagesspiegel".

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek forderte gar einen Fahrplan für Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren in allen Bundesländern. Auf der Vorsitzende der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, wies im Deutschlandfunk noch einmal darauf hin, dass Impfstoff-Lieferungen fehlten. Ferner werde sich nicht um vorerkrankte Schülerinnen und Schüler gekümmert.

    Wie sehr sind Kinder und Jugendliche von Covid-19 betroffen?

    Die Mehrzahl der Kinder entwickelt bei Covid-19 nur milde oder gar keine Symptome. Sie sind aber nicht ohne Risiko, auch schwere Verläufe zu entwickeln und können das Virus weiter übertragen. Bis 23. Mai sind nach Daten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie knapp 1.550 Kinder und Jugendliche mit Covid-19 ins Krankenhaus gekommen, davon waren 37 Prozent jünger als ein Jahr. Rund fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen wurden auf einer Intensivstation behandelt, 0,3 Prozent starben an Covid-19.

    Dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch für Kinder und Jugendliche gravierende Langzeitfolgen haben kann, ist mittlerweile bekannt. Zur Dauer und Häufigkeit ist aber noch vieles unklar. Es habe den Anschein, dass Langzeitfolgen bei Kindern eher aufträten als die akute Erkrankung, sagte Charité-Virologe Christian Drosten kürzlich im Podcast "Coronavirus-Update".

    Der Kinderarzt Jakob Armann von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie wies im "Tagesspiegel Background" jedoch darauf hin, dass die Datenlage für „Long Covid“ bei Kindern noch extrem dünn sei. Er untersucht das Phänomen für einen Survey in Zusammenarbeit mit Kinderärzten und hatte seit den Osterferien 12 Meldungen. Was das Pedatric Inflammatory Multisystem Syndrom PIMS angeht gab es laut Armann bis Mitte Mai 314 gemeldete Fälle in Deutschland, von denen rund die Hälfte auf der Intensivstation behandelt werden müssten. Der überwiegende Teil verlasse die Kinder aber ohne Beschwerden. Vor diesem Hintergrund sagte er mit Blick auf eine Impfung: „Ein Jugendlicher hat ein extrem geringes Risiko für einen schweren Verlauf nach einer Corona-Infektion, Todesfälle sind glücklicherweise extrem selten.“

    Impfungen für "sichere Schule"?

    Bundesgesundheitsminister Spahn hatte Impfungen für Kinder und Jugendliche in der "Bild am Sonntag" als einen "Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien" bezeichnet. Der Vorsitzende der Stiko, Mertens, hingegen betonte im DLF, die Öffnung der Schule oder die Teilhabe am Leben für Kinder und Jugendliche seien keine ausreichenden Argumente für eine Empfehlung, da könne man „ja zum Beispiel andere Maßnahmen ergreifen, nämlich die Schulen nicht schließen. Das wäre sehr einfach und der Schutz der Eltern ist ja auch etwas, was man dadurch erreichen kann, dass man die Eltern impft.“ Im NDR-Podcast "Coronavirus Update" erläuterte Mertens, dass seit Beginn der Pandemie nur ungefähr 18 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mit dem Coronavirus intensivmedizinisch behandelt worden seien. "Und die zwei registrierten Todesfälle in dieser Altersgruppe betrafen alle Kinder, die schon ohne Covid sehr schwer krank waren." Auch das Risiko an PIMS, dem multisystemischen Entzündungssyndrom, zu erkranken, sei so gering, dass es keine klare Indikation für die Impfung aller gesunden Kinder darstelle.

    Was Impfnebenwirkungen betrifft, fehlten Untersuchungen zu Spätfolgen. Als Beispiele nannte Mertens Narkolepsie beim Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix oder Fälle von Herzmuskelentzündungen bei jungen Männern bei Coronavirus-mRNA-Impfstoffen sowie Sinusvenenthrombosen bei Vektorimpfstoffen gegen Corona. "Dann gibt es sehr schnell die Situation - vom Sicherheitsaspekt her -, dass das mögliche Risiko durch die Impfung höher wird als das Risiko durch die Erkrankung in dieser Altersgruppe", so der Stiko-Vorsitzende.

    Virologe Drosten verweist auf Erfahrungen aus Großbritannien mit intensiven Testungen im Schulbetrieb und zunehmend geimpften Erwachsenen undtwitterte: „Die Impfung der Erwachsenen könnte den Ping-Pong-Effekt zwischen Schulen und Haushalten unterbrechen." Zur Situation in Deutschland bis zum Herbst erwartet Drosten, dass sich zumindest die Eltern von Schülerinnen und Schülern impfen lassen.

    Eine Impfpflicht an Schulen steht aber nicht im Raum. Darauf hatte jüngst auch die Kultusministerkonferenz hingewiesen. Sie empfiehlt nach den Sommerferien "ungeeingeschränkten Regelbetrieb" - mit Verweis auf dann zwei Mal geimpftes Lehrpersonal und darauf, Kinder und Jugendliche keine treibende Kraft in der aktuellen Pandemie-Situation seien.

    Auch andere Hersteller wollen Zulassung erweitern

    Bisher ist nur der Impfstoff von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche zugelassen. Über den Antrag des US-Pharmakonzern Moderna will die Europäische Arzneimittelbehörde EMA im Juli entscheiden. Grundlage ist eine Studie mit mehr als 3.700 Teilnehmern im Alter von zwölf bis 17 Jahren in den USA.

    Das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca und die Universität Oxford rechnen bis zum Sommer mit Ergebnissen. Sie testen ihren Corona-Impfstoff den Angaben zufolge seit Februar an 300 Freiwilligen im Alter von sechs bis 17 Jahren. Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft.

    Wann Vakzine für jüngere Kinder unter zwölf Jahren auf den Markt kommen, ist für den europäischen Markt bisher noch unklar. Russland testet derzeit eine Verabreichung seines Impfstoffs Sputnik V per Nasenspray, wie die Nachrichtenagentur TASS berichtet. Demnach soll die Verabreichungsform für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren geeignet sein. Der Vertriebsstart sei für den 15. September geplant.

    Auch China ist schon weiter. Hier ließen die Behörden bereits den Impfstoff des heimischen Herstellers Sinovac und von Sinopharm für Drei- bis 17-Jährige zu.

    (Stand: 13.06.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 16.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
    + Corona und Urlaub: Das ist in den Bundesländern möglich (Stand 16.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 14.06.)
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    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • Corona-PandemiePortale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen

    Die festgelegte Reihenfolge bei der Corona-Impfung ist seit dem 07.06. bundesweit aufgehoben. Mit dem Ende der sogenannten Priorisierung haben alle Menschen ab zwölf Jahren nun zumindest theoretisch die Möglichkeit, einen Impftermin zu erhalten. Doch Geduld ist weiterhin gefragt, und in einigen Bundesländern wird die Priorisierung auch noch aufrechterhalten.

    Mediziner und Vertreter der Kommunen sowie Betriebsärzte, die jetzt ebenfalls mitimpfen dürfen, dämpften entsprechend die Erwartungen und warnen vor Frust. In den Arztpraxen laufen die Telefone heiß und auch die Impfzentren sind vielerorts ausgebucht. Bereits die Aufhebung der Impfpriorisierung in den Hausarztpraxen mehrerer Bundesländer führte zu einem regelrechten Ansturm. In Baden-Württemberg etwa rief die Kassenärztliche Vereinigung dazu auf, nicht mehr in Hausarztpraxen anzurufen, um die Telefonleitungen nicht zu blockieren. Der Hausärzteverband Nordrhein berichtete von einer "extrem aggressiven Stimmung". Der Vorsitzende Funken sagte der "Rheinischen Post", inzwischen meldeten sich viele Hausarztpraxen schon wieder vom Impfsystem ab. Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Mertens, kritisierte die Aufhebung der Priorisierung. Er führte die Entscheidung auch auf öffentlichen Druck zurück: Die Urlaubszeit stehe an, hinzu komme der Wahlkampf.

    Zahlreiche Portale und Tools wollen nun bei der Vermittlung von Impfterminen helfen. Die Ärzteorganisation Mediverbund etwa bietet seit Kurzem auf dem Portal www.impfterminmanagement.de eine Registrierung für Restdosen in baden-württembergischen Arztpraxen an. Der Service gilt allerdings nur für Menschen in diesem Bundesland. Ähnliches versprechen die Seite Impfee sowie die App Impf-Finder.

    Die Webseite Doctolib vermittelte auch schon vor der Pandemie Online-Termine bei Ärztinnen und Ärzten. Nun können dort auch Impftermine gebucht werden, etwa auch bei Gynäkologen oder Urologen, die Impftermine eingestellt haben. Meist sind dort zeitnah Impftermine mit Astrazeneca zu bekommen.

    Auch Privatinitiativen bieten inzwischen Hilfe bei der Terminfindung an. Ein 17-Jähriger aus Baden-Württemberg etwa programmierte eine Art Suchmaschine für Termine in Impfzentren, weil er für seinen Großvater nur schwer einen Termin finden konnten. Auf www.impfterminübersicht.de können sich Interessierte freie Kapazitäten in mehreren Bundesländern anzeigen lassen, inzwischen stellen auch einige Arztpraxen Verfügbarkeiten ein. Die Seite zeigt dann die entsprechenden Kontaktdaten an oder verweist per Link auf die zuständige Buchungsseite. Nach eigenen Angaben wurden so bereits zwei Millionen Termine vermittelt. Ein vergleichbares Portal ist www.impfterminradar.de.

    Keine Webseite, sondern eine Art Programm ist Vaccipy. Es soll, nachdem man es installiert hat, seine Kontaktdaten und sein Impfzentrum eingegeben hat, minütlich nach freien Terminen suchen. Wenn einer frei wird, wird dieser automatisch gebucht.

    Wie der Südwestrundfunk bereits im April berichtete, sah man im Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg solche Portale kritisch. Die Aussagekraft sei bisher nur eingeschränkt gegeben, habe ein Sprecher mitgeteilt. Zudem entsprächen die Ergebnisse nicht immer der tatsächlichen Situation. Das Land Baden-Württemberg habe sich allerdings beim Bundesgesundheitsministerium dafür eingesetzt, auf dem offiziellen Portal eine bessere Übersicht über Impfzentren und verfügbare Termine zu bieten.

    Wie der SWR weiter schrieb, waren auch aus Sicht von KV-Digital (für die offizielle Webseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung verantwortlich) die zusätzlichen Impfterminportale keine Alternative, sondern am ehesten eine Ergänzung. Es sei zu befürchten, dass deren Ergebnisse nicht immer korrekt seien.

    (Stand: 08.06.)

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  • Covid-19-ImpfstoffeWann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig?

    Dass die Impfungen gegen das Coronavirus wahrscheinlich aufgefrischt werden müssen, vermuten Experten schon länger. Unklar ist aber bisher, wann genau. Eine Übersicht zum Thema:

    Die Ständige Impfkommission rechnet damit, dass die aktuellen Impfungen nicht die letzten sein werden. Der Stiko-Vorsitzende Mertens sagte der "Funke Mediengruppe", das Virus werde uns nicht wieder verlassen. Seinen Angaben zufolge ist es denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könne es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, so Mertens. "Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen."

    Der Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen forderte eine frühzeitige Planung der Auffrischungs-Impfungen. Mit Blick auf den Herbst müsse man sich Gedanken machen, wie und für wen man Auffrischungs-Impfungen anbieten solle, sagte Dahmen der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Hier müsse nach Indikationsgruppen vorgegangen werden: Menschen, bei denen die Impfung kürzer anhalte, müssten vorrangig wieder geimpft werden.

    Wie lange hält die Schutzwirkung der Impfung an?

    Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach geht davon aus, dass die Immunität nach einer Impfung gegen Covid-19 rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein. Der Virologe Drosten von der Berliner Charité rechnet mit einer einmaligen Auffrischung "zum Winter hin" und zwar für "mehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen", wie er Ende April im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" erklärte.

    Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Falk, sagte der Zeitung "Die Zeit", man müsse quasi jeden Monat schauen, ob und wie gut Genesene und Geimpfte noch geschützt seien. Der Chef des Robert Koch-Instituts, Wieler, verwies darauf, dass man anhand von Studien sehe, wann eine Auffrischung angezeigt sei. Zeitabstände könne man noch nicht benennen.

    Die beiden Impfstoff-Hersteller Moderna und Biontech/Pfizer haben die Personen aus ihren Zulassungsstudien weiterverfolgt, um abzuschätzen, wie lange die Vakzine vor einer schweren Erkrankung schützen. Beide Unternehmen melden, dass die Wirkung ihrer Impfstoffe sechs Monate nach der zweiten Impfung immer noch bei über 90 Prozent liege. Der Chef des Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla, sagte dennoch kürzlich laut US-Medien, er halte künftig jährliche Corona-Impfungen für möglich.

    Eine Aussage, über die sich der Immunologe Carsten Watzl wunderte. Er glaubt: "Für den Großteil der Bevölkerung ist nicht zu erwarten, dass das gesamte Prozedere jedes Jahr wiederholt werden muss. "Eine Dosis pro Saison - ähnlich wie bei der Grippeschutzimpfung - bräuchten voraussichtlich jene Menschen, deren Immunsystem nicht mehr so gut auf eine Impfung anspricht, etwa aus Altersgründen oder wegen Immunschwäche durch Vorerkrankungen. Für sie sei es auch wichtig, durch ein geimpftes Umfeld mitgeschützt zu werden." Dafür reichten voraussichtlich Auffrischungen im Abstand von mehreren Jahren, so Watzl. Auch bei der Hebräischen Universität in Jerusalem geht man davon aus, dass die Corona-Impfungen zwei Jahre oder länger wirken könnten. Da die Antikörper bei Genesenen aber tatsächlich schon früher deutlich zurückgehen, wird vermutet, dass Geimpfte besser gegen Covid-19 geschützt sein könnten als Genesene, wie DLF-Wissenschaftsredakteur Volkart Wildermuth zusammenfasst.

    Gleicher oder veränderter Impfstoff?

    Die Hersteller arbeiten nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen, die auch gegen relevante bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Besser abgedeckt werden sollen mit den Boostern auch neue Virusvarianten, die der Immunantwort entgehen könnten. Aktuell sind diese in Deutschland noch selten. Doch mit wachsendem Anteil von Geimpften und Genesenen in der Bevölkerung könnten sie zunehmen. Im Fokus sind momentan die in Südafrika und Brasilien entdeckten Mutanten B.1.351 und P.1.

    Wie beispielsweise Moderna-Europachef Dan Staner in einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erläuterte, entwickelt das Unternehmen gerade eine neue Version seines mRNA-Impfstoffes. Am Ende werde nur eine Booster-Variante zur Zulassung eingereicht, nämlich die effizienteste. Dies solle für Europa voraussichtlich bereits im September geschehen, sodass eine Zulassung noch im Oktober oder November dieses Jahres möglich wäre.

    Regulatorisch hoffen die Firmen auf ein vereinfachtes Zulassungsverfahren analog zu den Grippeimpfstoffen, wo die Impfantigene jährlich angepasst werden, ohne dass klinische Studien nötig sind. Das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Arzneimittelsicherheit zuständig ist, stellte das bereits in Aussicht. Der Präsident des Instituts, Klaus Cichutek, sagte, Voraussetzung sei, dass die Herstellung gleich laufe wie beim herkömmlichen Impfstoff. "Dann sind keine weiteren präklinischen Versuche mit Tiermodellen mehr notwendig sondern nur eine kleine Studie mit Menschen, die nachweisen muss, dass der veränderter Wirkstoff genauso wirksam ist, wie der ursprüngliche". Die Wirksamkeit werde aber nicht so aufwendig gemessen, wie in den klinischen Phase-3 Studien, wo die Forscher über Monate auf zufällige Erkrankungen an Covid-19 warten müssten. Sondern es solle ausreichen, in Blutproben ausreichend hohe Mengen von neutralisierenden Antikörpern nachzuweisen. Das gesamte Verfahren, das aktuell mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA diskutiert werde, könnte so nur wenige Monate dauern.

    Nicht notwendig ist es aller Voraussicht nach, mit dem gleichen Präparat nachzuimpfen wie bei den ersten beiden Dosen. Grundsätzlich gebe es erst einmal keine Hinweise darauf, dass ein Mix aus verschiedenen Impfstoffen zum Problem werden könne, sagt Marylyn Addo, Infektiologin und Studienleiterin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Natürlich müsste die Wirkung in Studien abgeklärt werden. Sie betonte aber: "Es ist nicht so, dass, wenn
    man mit einem Impfstoff seine Impfreise beginnt, dass das andere Impfstoffe oder andere Impfstoff-Kategorien ausschließt in der Zukunft."

    Kommt es mit notwendigen Auffrischungsimpfungen zu Engpässen?

    Die FDP fordert die Bundesregierung bereits seit einiger Zeit auf, sich ausreichend früh um weitere Impfstoffmengen für den Schutz gegen Mutanten des Coronavirus zu kümmern. Mit neuen Virusvarianten steige die Wahrscheinlichkeit für eine notwendige dritte Impfdosis, die sogenannten Impfbooster, heißt es in einem Positionspapier der FDP-Bundestagsfraktion. „Um nicht erneut in eine Knappheitssituation zu geraten, bei der ein Großteil der Bevölkerung auf die Schutzimpfung warten muss, sollten bereits jetzt Beschaffungsaufträge für den Herbst veranlasst werden“.

    Die Europäische Union hat bereits 900 Millionen weitere Impf-Dosen von Biontech/Pfizer bestellt, die bis 2023 geliefert werden sollen. Sie sind laut EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen als Auffrischimpfung für Erwachsene gedacht und auch, um die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU zu impfen.

    Israel bereitet sich bereits auf eine erneute Impfung seiner gesamten Bevölkerung vor. Premierminister Benjamin Netanjahu geht von einem millionenfachen Bedarf an Impfdosen alle sechs Monate aus. Er warnt: "Es gibt eine riesige Konkurrenz unter den Ländern" - und er sei entschlossen "erneut die Länder der Welt anzuführen bei der Einfuhr von Millionen Impfdosen."

    In Großbritannien kündigte der zuständige Minister Nadhim Zahawi im "Daily Telegraph" zwar an, dass über 70-Jährige und Menschen mit hohen gesundheitlichen Risiken sowie medizinisches Personal bereits im September eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen könnten. Bis zum Herbst würden aber vermutlich acht verschiedene Impfstoffe zur Verfügung stehen, darunter einige, die vor Varianten schützen könnten. Vor diesem Hintergrund betonte Zahawi. "Wie auch immer das Virus sich verhält - wir werden bereit sein."

    (Stand: 9.06.2021)

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  • Covid-19Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Impfempfehlung für Schwangere angepasst: Nach individueller Prüfung könne eine Covid-19-Immunisierung Schwangeren "großzügig empfohlen" werden. Zuvor war die Stiko sehr zurückhaltend.

    In der fünften Aktualisierung der Stiko-Impfempfehlung heißt es nun: "Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden."

    Mit einer generellen Impfempfehlung für Schwangere hält sich die Stiko jedoch weiterhin zurück. Dazu Marianne Röbl-Mathieu, Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in der Stiko: "Wo die Evidenz fehlt, wo es keine Kontrollgruppen gibt oder vergleichsweise geringe Datenmengen, kann die Stiko nichts empfehlen", sagte Röbl-Mathieu. Das bedeute jedoch nicht, dass die Stiko etwa ein erhöhtes Risiko befürchte, sie könne es nur noch nicht ausreichend beurteilen.

    Kritik von Expertinnen und Experten an der Stiko

    Schwangere haben Medizinerinnen und Medizinern zufolge ein höheres Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung. Darum werden sie in den meisten Nachbarländern Deutschlands geimpft. Die WHO empfiehlt eine priorisierte Corona-Impfung für Schwangere. Die Zurückhaltung der Stiko, begründet mit der dünnen Datenlage, löste deshalb auch Kritik aus.

    In einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (Stand 21.05.) heißt es, auch wenn dies über die derzeit gültige STIKO-Empfehlung hinausgehe, konsentierten die Fachgesellschaften nach sorgfältig geführter Nutzen-Risiko-Abwägung zur Frage der Covid-19-Impfung von Schwangeren und Stillenden: "In informierter partizipativer Entscheidungsfindung und nach Ausschluss allgemeiner Kontraindikationen wird empfohlen, Schwangere priorisiert mit mRNA-basiertem Impfstoff gegen Covid-19 zu impfen."

    Der Mediziner Ekkehard Schleußner vom Universitätsklinikum Jena sagte im Deutschlandfunk, Schwangere erkrankten zwar nicht häufiger an Covid-19. Aber wenn sie erkrankten, sei der Verlauf unter Umständen "sehr deutlich schwerer". Man sehe mit Blick auf die Statistik auch eine erhöhte Mortalität. Ähnlich sahen es etwa auch die Virologen Christian Drosten und Alexander Kekulé.

    Immunsystem ist bei Schwangeren herabgesetzt

    Es gibt mehrere Hypothesen, warum eine Covid-Erkrankung bei Schwangeren schwerer verläuft. Schleußner nimmt an, dass die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft die Entzündungsmechanismen unterstützt. Der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena weist darauf hin, dass das Immunsystem bei Schwangeren generell etwas herabgesetzt und die Sauerstoffaufnahme reduziert ist.

    Mediziner Schleußner verweist auf neue Studien

    Der Jenaer Mediziner Schleußner hatte zuletzt im Deutschlandfunk der Stiko widersprochen, die wiederholt mit der fehlenden Datenlage argumentiert. In den vergangenen Wochen seien mehrere Studien mit zahlreichen Teilnehmerinnen erschienen. Diese zeigten ganz klar, dass eine Corona-Impfung "nicht zu vermehrten schwangerschaftsspezifischen Komplikationen" führe. Auch ein erhöhtes Krankheits- oder Sterbe-Risiko der Schwangeren oder der Föten sei nicht zu erkennen. Schwangere hätten auch keine anderen oder schwereren Nebenwirkungen als Nicht-Schwangere. Die Antikörperbildung verlaufe ebenfalls in gleicher Weise. Die Antikörper gingen zudem auf das Kind über und gäben ihm demnach - wie bei anderen Erkrankungen bekannt - einen gewissen "Nestschutz".

    Wie Schleußner weiter sagte, beziehen sich die bisherigen Studien auf mRNA-Impfstoffe. Bisher zugelassen in Deutschland sind diese Präparate von Biontech/Pfizer sowie Moderna. Das bedeute jedoch nicht, dass Vektor-basierte Impfstoffe potenziell gefährlich seien.

    Nicht Impfstoff eine Gefahr für Ungeborene, sondern eine Erkrankung der Mutter

    Mit Blick auf die Risiken für das ungeborene Kind erklärte Schleußner: Auf Basis der bisherigen Studien könne man sagen, dass vor allem Antikörper der Mutter auf den Fötus übergingen, und so gut wie keine mRNA des Impfstoffs. Die Gefahr sei nicht der Impfstoff, sondern dass die Mutter wegen einer Covid-19-Erkrankung schwer erkranken und möglicherweise sterben könnte und das Kind als Frühgeburt mit ungünstigen Umständen zur Welt kommen könnte.

    Der Virologe Kekulé berichtete im MDR von einer Studie: Die Wahrscheinlichkeit, auf der Intensivstation zu landen, sei für erkrankte Schwangere demnach im Vergleich zu Schwangeren ohne Covid-19 rund fünffach erhöht, die Wahrscheinlichkeit zu sterben 22-fach. Ein Forscherteam stellte diese Beobachtungen aus 18 Ländern im Journal "Jama Pediatrics" vor, es ging um mehr als 2.100 infizierte und nicht-infizierten Schwangere. Drosten verwies allerdings darauf, dass darunter auch Länder mit schlechteren Gesundheitssystemen seien.

    Im Ärzteblatt erschienen kürzlich Daten zu Schwangeren in Deutschland. Demnach haben Schwangere überwiegend günstige Verläufe im Falle einer Covid-19-Erkrankung. Allerdings bezieht sich das auf Daten bis Oktober 2020 - wie sich die inzwischen dominante britische Variante auf Schwangere auswirkt, ist unklar. Im Hamburger Universitätsklinikum nahm die Zahl der Schwangeren auf der Intensivstation zuletzt zu. Dies könne daran liegen, dass sich das Virus vermehrt unter Jüngeren und Kindern ausbreitet. Vor allem Schwangere, die bereits Kinder haben, seien besonders gefährdet, hieß es.

    In Israel gab es mehrere Todesfälle ungeimpfter, schwangerer Frauen sowie Totgeburten nach Corona-Infektionen. Israel hat eine vergleichsweise hohe Geburtenrate von durchschnittlich drei Kindern pro Frau.

    Corona-Infektion erhöht möglicherweise Risiko für Totgeburten

    Auf ein erhöhtes Risiko von Totgeburten durch eine Corona-Infektion bei Schwangeren deutet auch eine Studie aus Großbritannien - allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Das legen Ergebnisse nahe, die die Forschenden in der Fachzeitschrift "American Journal of Obstetrics and Gynecology" veröffentlichten. Dafür untersuchten sie Geburten bei 340.000 Frauen im größten britischen Landesteil England zwischen Mai 2020 und Januar 2021.

    Von diesen wurden 3.527 Frauen positiv auf das Coronavirus getestet, als sie ins Krankenhaus kamen. 30 von ihnen erlitten eine Totgeburt, also verloren ihr Baby mindestens 24 Wochen nach Beginn der Schwangerschaft. Der von den Forschern ermittelte Schnitt von 8,5 je 1.000 Frauen liegt deutlich über dem Schnitt von 3,4 je 1.000 Frauen bei negativ getesteten Schwangeren. Ein ähnliches Bild ergab die Studie bei Frühgeburten, also einer Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche. Diese erfolgte bei 12 Prozent der Corona-Infizierten, aber nur bei 5,8 Prozent der negativ Getesteten.

    Die Forscher betonten, das Risiko für Tot- oder Frühgeburten bleibe weiterhin sehr gering. Es sei aber wichtig, dass mögliche Gefahren bekannt sind.

    Israel empfiehlt schon lange Impfung für Schwangere - andere Länder folgen

    In Israel wird im Gegensatz zu Deutschland bereits seit Januar die Impfung von Schwangeren ausdrücklich empfohlen. Der israelische Gynäkologenverband schrieb, die Covid-19-Erkrankung könne während der Schwangerschaft Schaden anrichten, bei Schwangeren einen schwereren Krankheitsverlauf auslösen und Frühgeburten verursachen. Deshalb sei es wichtig, sich impfen zu lassen. Man empfehle eine Immunisierung aller Schwangeren, die dies wünschten. Dies gelte besonders, wenn sie gefährdet seien, mit dem Virus in Kontakt zu kommen oder Vorerkrankungen hätten, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhten. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt Schwangeren inzwischen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

    In Großbritannien wies das Joint Committee on Vaccination and Immunisation (JCVI) darauf hin, dass etwa 90.000 schwangere Frauen in den Vereinigten Staaten geimpft worden seien. Dies sei hauptsächlich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna geschehen, ohne dass Sicherheitsbedenken aufgekommen seien. Basierend auf diesen Daten rate das JCVI, dass es vorzuziehen sei, schwangeren Frauen in Großbritannien diese mRNA-Impfstoffe anzubieten, sofern diese verfügbar seien. Auch in Frankreich und seit Kurzem in Österreich werden Schwangere geimpft.

    (Stand: 12.06.)

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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

    Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

    Nebenwirkungen - das ist der Sammelbegriff unter den wir alle Reaktionen auf eine Impfung zusammenfassen. Das Robert Koch-Institut unterscheidet zwischen Impfreaktionen und Impfkomplikationen. Die Impfreaktionen sind gewünscht und Teil der Immunisierung, weil der Körper ja auf das Vakzin reagieren und eine Immunabwehr aufbauen soll. Komplikationen sind unerwünscht und sollten gemeldet werden. Entweder bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, über das Nebenwirkungsportal des Bundes (hier gibt es ein "Covid-19-Meldeformular") oder über die App "SafeVac" (mehr dazu am Ende des Artikels).

    Häufige Impfreaktionen

    Zu den häufigeren Reaktionen bei allen Impfstoffen zählen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit; auch Fieber kann auftreten. Für diese Impfreaktionen gilt: Sie halten nur kurze Zeit an und klingen von selbst wieder ab. Zudem zeigen sie an, dass das Immunsystem arbeitet. Generell treten sie bei jüngeren Menschen eher häufiger auf und nehmen mit dem Alter ab.

    Sehr selten: allergischer Schock

    Sehr selten kommt es zu einem allergischen Schock. Dieser tritt unmittelbar nach der Impfung auf und kann lebensbedrohlich sein, ist aber bei schneller ärztlicher Hilfe gut zu überstehen. Deshalb muss man nach der Impfung sicherheitshalber noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben, meist sind es 15 bis 30 Minuten.

    Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte über die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe. Demnach gibt es bislang keine Sicherheitsbedenken gegen die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna. Bei den bislang bekannten Impfreaktionen hätten sich keine statistischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Nutzen der Impfstoffe sei weitaus größer als die Risiken, betont die Aufsichtsbehörde.

    Berichte aus Israel haben jedoch zuletzt die Frage aufgeworfen, ob Herzmuskel-Entzündungen bei Geimpften mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer in Verbindung stehen könnten. Das israelische Gesundheitsministerium teilte am 2. Juni mit, unter den mehr als fünf Millionen Geimpften seien zwischen Dezember und Mai 275 Fälle von Myokarditis aufgetreten. Eine Untersuchung sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen der zweiten Dosis und Herzmuskelentzündung bei Männern im Alter zwischen 16 und 30 gebe. Bei 16- bis 19-jährigen Männern sei dies häufiger beobachtet worden als in anderen Altersgruppen. Israel genehmigte gleichwohl die Impfung von 12- bis 15-Jährigen, weil die Vorteile die Risiken überwiegen. Pfizer erklärte, dass dem Unternehmen die Befunde aus Israel bekannt seien. Bislang sei aber kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Myokarditis festgestellt worden. Es sei bisher keine höhere Rate von Herzmuskelentzündungen beobachtet worden, als in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten gewesen wäre.

    Der Impfstoff von Astrazeneca

    Die Immunisierungen mit dem dritten in Deutschland zugelassenen Impfstoff - dem Mittel von Astrazeneca - waren nach Berichten über Todesfälle durch Blutgerinnsel im Gehirn zunächst im März vorübergehend ausgesetzt und Ende März dann eingeschränkt wieder aufgenommen worden. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA und die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hatten nach einer Prüfung den weiteren Einsatz des Mittels von Astrazeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, hieß es in einer Stellungnahme der Stiko. Auch die EMA bezeichnete den Impfstoff von Astrazeneca als "sicher und wirksam".

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in der Corona-Pandemie die zentrale Sammelstelle für Informationen über Impfnebenwirkungen und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Bericht dazu. Den Angaben zufolge sind bis Ende April 67 Fälle einer Thrombose mit Thrombozytopenie nach Impfung mit Astrazeneca bekannt. In 14 Fällen war der Ausgang demnach tödlich. Neun Todesfälle betrafen Frauen, fünf Männer.

    Astrazeneca nur noch bei Menschen über 60

    Am 30. März beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hingegen hielt nun nach einer erneuten Prüfung der Thrombosefälle weiter an ihrer Empfehlung des Impfstoffes für alle Menschen ab 18 Jahren fest. Die EMA erklärte, der Nutzen des Wirkstoffes sei nach wie vor höher zu bewerten als die Risiken. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen als "sehr selten" aufgenommen werden.

    In Deutschland kann Astrazeneca nach sorgfältiger ärztlicher Beratung auch an unter 60-Jährige durch niedergelassene Ärzte verabreicht werden. Die Impfpriorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca wurde aufgehoben.

    Das Vakzin von Johnson & Johnson

    Der vierte in Deutschland und der EU zugelassene Corona-Impfstoff ist der des US-Herstellers Johnson & Johnson. Laut EMA kann der Wirkstoff zwar in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen. Insgesamt überwögen aber die Vorteile des Impfstoffs die Risiken. Nach Angaben der EMA waren acht Fälle von Hirnvenenthrombosen festgestellt worden, nachdem der Impfstoff fast sieben Millionen Menschen verabreicht worden war.

    Mögliche Ursache für Thrombosen

    Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben inzwischen herausgefunden, wie die Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe hätten bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämatostaseforschung hat bereits entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

    Paul-Ehrlich-Institut sammelt Meldungen

    Bis Ende April wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt knapp 50.000 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Komplikationen nach Covid-Impfungen registriert, bei insgesamt bis dahin fast 29 Millionen durchgeführten Impfungen.

    Die Melderate betrug den Angaben für alle Impfungen mit Covid-19-Impfstoffen 1,7 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle betrug sie 0,2 pro 1.000 Impfdosen. Bei Astrazeneca liege die Melderate etwas höher als bei den anderen Impfstoffen (4,5 Fälle pro 1.000 Dosen und bei schwerwiegenden Fällen 0,4 pro 1.000). Das könne aber auch mit der medialen Berichterstattung über den Impfstoff zu tun haben, hieß es.

    Eine Studie der Universität Oxford hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung mit verschiedenen Präparaten festgestellt. Wie die Forschenden im Fachmagazin "The Lancet" schreiben, gibt es deswegen aber keine Sorge in Sachen Patientensicherheit. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, kann noch nicht beurteilt werden.

    Was sollte man tun, wenn Beschwerden auftreten?

    Wer geimpft wurde und den Verdacht hat, dass Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Auch eine Online-Meldung direkt bei dem Institut ist möglich. Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen zu melden. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter.

    App "SafeVac" fragt nach

    Zum ersten Mal in Deutschland werden Geimpfte aber auch aktiv nach ihrem Befinden befragt. Dazu wurde die App "SafeVac" entwickelt. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktionen zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben. Klaus Cichutek, der PEI-Präsident, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren.

    (Stand: 02.06.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
    + Corona und Urlaub: Das ist in den Bundesländern möglich (Stand 16.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 14.06.)
    + Impfungen: Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat? (Stand 14.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
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    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • ZwischenanalyseImpfstoff von Curevac nur zu 47 Prozent wirksam

    Der Impfstoffkandidat des Tübinger Unternehmens Curevac hat nach einer Zwischenanalyse nicht die erhofften Ergebnisse erzielt. In einer Mitteilung der Firma heißt es, das Präparat habe in der Studie mit 40.000 Probanden eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades.

    Die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien seien damit nicht erreicht worden, hieß es weiter. Die verfügbaren Daten wurden an die Europäische Arzneimittel-Agentur übermittelt. Die Curevac-Aktie, die in den USA gehandelt wird, verzeichnete deutliche Verluste.

    Zuletzt hatte das Bundesgesundheitsministerium den Impfstoff von Curevac bereits aus der Planung für die Impfkampagne gestrichen.

  • Biden über Gespräch mit Putin"Ton des Gesprächs war gut"

    US-Präsident Biden und Russlands Staatschef Putin haben ein positives Fazit ihres Treffens in Genf gezogen. Biden sagte im Anschluss, ein direkter Dialog sei wichtig. Beide Länder brauchten eine stabile und berechenbare Beziehung. Er habe Putin gesagt, dass er keine Agenda gegen Russland habe. Ihm gehe es darum, demokratische Werte zu verteidigen und das amerikanische Volk zu schützen.

    Putin sagte, es habe bei dem Treffen keine Feindseligkeiten gegeben. Beide Seiten hätten gezeigt, dass ihnen trotz unterschiedlicher Einschätzungen zu vielen Themen daran gelegen sei, einander zu verstehen. Der russische Präsident sprach von einem intensiven und konstruktiven Dialog. Auch Biden erklärte, der "Ton" sei gut und positiv gewesen, auch wenn man nicht immer einer Meinung gewesen sei.

    Den Angaben zufolge vereinbarten beide Länder einen bilateralen strategischen Stabilitätsdialog. Militärexperten und Diplomaten beider Länder sollen demnach an einem Mechanismus arbeiten, der zu einer Kontrolle neuer und hochentwickelter Waffen führen könne. Zudem verständigten sie sich darauf, dass ihre jeweiligen Botschafter wieder auf ihre Posten in Moskau und Washington zurückkehren werden. Die Diplomaten waren im Frühjahr wegen wachsender Spannungen zwischen den Ländern abgezogen worden.

  • BaltikumEstland und Litauen melden Luftraumverletzung durch russische Flugzeuge

    Estland und Litauen haben erneut eine Verletzung ihres Luftraums durch russische Flugzeuge gemeldet.

    Das estnische Militär erklärte, zwei Maschinen vom Typ Sukhoi Su-35 seien unerlaubt in den Luftraum des Landes eingedrungen. Die Flugzeuge hätten weder die elektronische Kennung eingeschaltet noch einen Flugplan übermittelt. Das Außenministerium habe deswegen den Geschäftsträger der russischen Botschaft einbestellt. Den Angaben zufolge war es der vierte Vorfall dieser Art im laufenden Jahr.

    Auch Litauen berichtete vom Eindringen zweier russischer Flugzeuge in den eigenen Luftraum.

  • USANotenbank Fed bringt Zinserhöhung für 2023 ins Gespräch

    Die US-Notenbank hält vorerst noch an ihrer Niedrigzins-Politik fest.

    Die Fed teilte in Washington mit, dass sie den Leitzins weiterhin bei einer Spanne von null bis 0,25 Prozent belässt.

    Die Notenbank machte allerdings zugleich deutlich, dass es 2023 wieder eine Zinserhöhung geben könnte. Bislang hatte die Fed einen solchen Kurswechsel erst für das darauffolgende Jahr in Erwägung gezogen.

  • Union und SPDKoalition einigt sich auf weitere Gesetze gegen Hass im Netz und Stalking

    Union und SPD haben sich im Vorfeld der letzten regulären Bundestagssitzung vor der Wahl im Herbst über weitere Gesetze gegen Hass im Netz und Stalking geeinigt.

    So soll es ausdrücklich unter Strafe gestellt werden, sogenannte "Feindeslisten" mit Namen und Adressen zum Beispiel von Politikerinnen und Politikern zu veröffentlichen. Der CDU-Rechtspolitiker Luczak sagte, vor allem in rechtsextremen Kreisen habe sich diese, Zitat, "widerliche Praxis" etabliert.

    Beim Stalking - also dem absichtlichen und wiederholten Nachstellen und Belästigen von Personen - sollen laut Agenturen die Strafen verschärft und die Voraussetzungen für den Straftatbestand abgesenkt werden. Zudem sollen Nacktaufnahmen an öffentlichen Orten, etwa in der Sauna oder im FKK-Bereich, strafbar werden.

    Die Vorhaben sollen noch in der kommenden Woche von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

  • Fußball-EuropameisterschaftItalien zieht ins Achtelfinale ein

    Bei der Fußball-Europameisterschaft hat Italien gegen die Schweiz mit 3:0 gewonnen.

    Manuel Locatelli schoss zwei der Tore, Ciro Immobile traf einmal. Damit zieht die Mannschaft ins Achtelfinale ein. Zuvor hatte die Türkei mit 0:2 gegen Wales verloren. Finnland unterlag Russland mit 1:0.

  • UkrainePolizei deckt international arbeitenden Hackerring auf

    In der Ukraine ist die Polizei nach eigenen Angaben gegen einen weltweit agierenden Hackerring vorgegangen.

    Laut einer Erklärung wurden Häuser und Wohnungen durchsucht und Technik sowie Bargeld beschlagnahmt. Die Verdächtigen sollen für Cyberangriffe auf Universitäten in den USA und Firmen in Südkorea verantwortlich sein. So hätten sie beispielsweise mit einem Verschlüsselungsvirus die Server und Computer von Mitarbeitern blockiert und von Unternehmen Lösegeld erpresst. Der Hackerring habe so einen Schaden von einer halben Milliarde US-Dollar verursacht.

  • CoronavirusHäufigkeit der "Delta"-Variante nimmt in Deutschland zu

    Die Delta-Variante des Coronavirus wird inzwischen auch in Deutschland etwas häufiger nachgewiesen.

    Im jüngsten Bericht des Robert-Koch-Instituts wird der Anteil der Mutation, die zuerst in Indien festgestellt wurde, für die vorletzte Woche mit 6,2 Prozent angegeben. In der Woche zuvor lag der Wert bei 3,7 Prozent. Der größte Teil der Infektionen in Deutschland geht weiterhin auf die zuerst in England nachgewiesene Alpha-Variante zurück.

    Die Delta-Mutation hat in Großbritannien inzwischen andere Varianten des Coronavirus verdrängt. Wegen ihrer Ausbreitung wurde die Aufhebung der Alltagsbeschränkungen dort um einen Monat verschoben. Die Variante gilt als deutlich ansteckender als andere.

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  • Reisen, Schule, ArbeitsplatzGesundheitsminister halten an Corona-Testpflicht fest

    Flugreisende werden sich auch künftig vor der Rückkehr aus dem Ausland auf das Coronavirus testen lassen müssen.

    Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben bei einem Treffen in München vereinbart, vorerst an der generellen Testpflicht festzuhalten. Im Straßen- und Bahnverkehr soll an den Grenzen verstärkt kontrolliert werden, um ein Wiederansteigen der Infektionszahlen nach der Urlaubszeit zu verhindern. Rückkehrer aus Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten müssen weiterhin in Quarantäne.

    Außerdem beschlossen die Ministerinnen und Minister, dass in Schulen und Kitas weiterhin zwei Mal in der Woche Schnelltests stattfinden sollen. Die Impfzentren bleiben in Bereitschaft. Firmen müssen ihren Beschäftigten bis Ende September regelmäßig Schnelltests ermöglichen, wenn diese nicht zuhause arbeiten.

    Die Pflicht, Homeoffice anzubieten, wird aber voraussichtlich Ende Juni auslaufen. Das sagte Kanzleramtschef Braun der "Wirtschaftswoche".

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  • PandemieCorona und Urlaub: Das ist in den Bundesländern möglich

    Die Sommerferien stehen vor der Tür und in vielen Bundesländern werden die Corona-Regeln gelockert. Doch was ist angesichts bundesweit niedriger Inzidenzen schon wieder erlaubt? Ein Überblick.

    Baden-Württemberg: Gasthäuser, Pensionen, Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen Gäste empfangen. Wenn diese weder vollständig geimpft noch genesen sind, müssen sie alle drei Tage einen negativen Schnelltest vorlegen. Die Gastronomie darf zwischen 6.00 und 21.00 Uhr öffnen. In Innenräumen sind pro Gast je 2,5 Quadratmeter Fläche erlaubt. Im Außenbereich gilt keine Personenbegrenzung. Der Abstand zwischen den Tischen sollte mindestens 1,5 Metern sein. In der zweiten Öffnungsstufe gelten bei anhaltend niedrigeren Infektionszahlen weitere Lockerungen. So dürfen Beherbergungsbetriebe beispielsweise Saunen, Bäder und Wellnessbereiche für ihre Übernachtungsgäste öffnen. Die Maskenpflicht besteht weiterhin.

    Bayern: In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer über fünf Tage hinweg stabilen Inzidenz unter 100 dürfen Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze, Berghütten und Jugendherbergen öffnen. Gäste müssen einen höchstens 24 Stunden alten negativen Corona-Test mitbringen. Bei einer Inzidenz über 50 müssen sich Besucher zudem während des Aufenthalts mindestens alle zwei Tage erneut testen lassen. Bei Inzidenzen unter 100 ebenfalls geöffnet sind etwa Seilbahnen und Schifffahrt, die Gastronomie bis 24.00 Uhr sowie Saunen, Bäder und Freizeitparks. Bleibt die Inzidenz unter 50, entfällt für Gäste die Testpflicht.

    Berlin: In der Hauptstadt sind seit dem 11. Juni wieder private Übernachtungen in Hotels und Pensionen möglich. Dabei müssen die Gäste alle drei Tage einen negativen Corona-Test vorlegen. Seit Freitag können sich Gäste mit negativem Testergebnis auch wieder in Innenräumen von Kneipen und Restaurants bedienen lassen. In der Außengastronomie gibt es keine Testpflicht mehr. Auch Kinos, Theater, Opern- und Konzerthäuser dürfen seit Freitag mit Testpflicht und Hygienekonzept wieder öffnen. Erste Museen und Gedenkstätten sind ebenfalls auf. Auch Stadtrundfahrten und Schiffsausflüge finden wieder statt.

    Brandenburg: In Diskotheken und Clubs gilt weiterhin grundsätzlich eine Testpflicht. Es darf nicht mehr als ein Gast pro zehn Quadratmeter eingelassen werden. In Gaststätten ist keine Testpflicht erforderlich für Gäste, die in den Außenbereichen bewirtet werden. Touristische Übernachtungen sind ohne Beschränkungen möglich. Für alle Beherbergungsstätten gilt: Gäste müssen vor Beginn der Beherbergung einen Test-, Impf- oder Genesenennachweis vorlegen. In Brandenburg sind auch wieder sexuelle Dienstleistungen und Prostitutionsveranstaltungen erlaubt - aber mit Testpflicht. Auch müssen die Daten der Personen erfasst werden. Solange sexuelle Dienstleistungen nicht erbracht werden, besteht Maskenpflicht.

    Bremen: Gastronomiebetriebe dürfen außen und innen bis 1.00 Uhr nachts öffnen, wenn ein Hygienekonzept vorliegt und Kontaktdaten der Gäste erhoben werden. Derzeit sind keine Tests nötig, weil die Infektionsrate in Bremen und Bremerhaven niedrig ist. Eine Testpflicht würde innen bei einer Inzidenz über 35 wieder greifen, außen bei über 50. Hotelübernachtungen zu touristischen Zwecken sind mit Hygienekonzept und aktuellem Negativ-Test gestattet. Genesene und Gäste mit vollem Impfschutz müssen keinen Test vorlegen.

    Hamburg: Seit Anfang Juni können Touristen wieder in der Hansestadt übernachten. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen privat reisende Gäste empfangen. Voraussetzung sind auch hier die Einhaltung strenger Hygiene-Auflagen und die Vorlage eines negativen Corona-Tests. Seit Freitag ist auch wieder eine 100-prozentige Belegung möglich. Privater Wohnraum darf nicht an Touristen vermietet werden. Außengastronomie ist erlaubt, drinnen dürfen Gäste nur mit negativem Test sitzen. Unter den üblichen Hygieneauflagen sind auch Hafen- und Stadtrundfahrten zulässig.

    Hessen: Derzeit gilt in allen hessischen Kreisen und kreisfreien Städten Stufe 2 der Lockerungen, denn überall liegt die Inzidenz seit mindestens 14 Tagen unter 100 oder 5 Tage unter 50. Hotels, Ferienhäuser, Jugendherbergen und Campingplätze sind unter Auflagen geöffnet. Ein Corona-Schnelltest der Gäste bei der Anreise ist vorgeschrieben, anschließend muss zweimal pro Woche getestet werden. Für die Innengastronomie muss ein tagesaktueller, negativer Test vorgelegt werden, für Außenplätze gilt eine Testempfehlung. Auch von Freizeitparks können Innenbereiche mit Testempfehlung wieder öffnen. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz regional wieder über 100 steigen, gelten schärfere Regeln: Dann dürfte nur die Außengastronomie mit Testpflicht öffnen. Beherbergungsbetriebe dürften zu maximal 60 Prozent ausgelastet sein.

    Mecklenburg-Vorpommern: Hotels, Pensionen und Campingplätze sind seit Anfang Juni wieder für Gäste aus anderen Bundesländern geöffnet. Sie müssen bei Anreise einen negativen Corona-Test vorlegen, vollständig geimpft oder von der Krankheit genesen sein. Seit dem 11. Juni dürfen auch Tagesgäste wieder anreisen. Gaststätten im Land sind seit Ende Mai geöffnet. Wer drinnen Platz nehmen will, benötigt einen negativen Corona-Test. Zoos und Museen sind geöffnet, die Theater und die Klassik-Festspiele in Mecklenburg-Vorpommern sind in die Sommersaison gestartet - mit Zuschauerlimits sowie Test- und Maskenpflicht für Besucher.

    Niedersachsen: Touristische Übernachtungen sind möglich, wo in Kreisen und kreisfreien Städten die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Hotels und andere Quartiere können bei einer Inzidenz unter 50 bis zu 80 Prozent belegt werden, bei einer Inzidenz unter 35 entfällt die Begrenzung. Kommen dürfen Gäste aus ganz Deutschland - mit negativem Test oder dem Nachweis einer Genesung oder vollständigen Impfung.

    Nordrhein-Westfalen: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 - und damit fast überall in dem Bundesland - dürfen Hotels ohne Kapazitätsbegrenzung für Übernachtungen und das komplette gastronomische Angebot öffnen. Gäste müssen geimpft oder genesen sein oder bei der Anreise einen Test vorlegen. Das gilt auch für Ferienwohnungen und Campingplätze. Die Gastronomie darf man in fast ganz Nordrhein-Westfalen inzwischen innen und außen ohne Test besuchen.

    Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz treten zusätzlich zu den bereits gelockerten Bestimmungen für die Hotellerie und Gastronomie zwei weitere Stufen am 18. Juni und 2. Juli in Kraft. Von 18. Juni an dürfen bei einer Inzidenz von unter 50 Sport- und Kulturveranstaltungen innen von bis zu 250, außen von bis zu 500 Menschen mit Negativtest besucht werden. Indoor-Freizeiteinrichtungen dürfen mit Test und Personenbeschränkung wieder öffnen. Auch Hallen- und Spaßbäder sowie Thermen werden wieder ihren Betrieb aufnehmen. Campingplätze und deren Gemeinschaftseinrichtungen sind wieder für alle nutzbar, Jugendfreizeiten mit Übernachtung können wieder stattfinden.

    Saarland: Seit dem 11. Juni dürfen draußen im Café oder Restaurant Gäste wieder ohne Testpflicht Platz nehmen. Die Pflicht zum Corona-Test gibt es seitdem auch nicht mehr beim Friseur oder der Kosmetikerin. Privat darf man sich wieder mit bis zu zehn Personen treffen. Der Alkoholausschank ist bis 1.00 Uhr erlaubt. Außerdem sind Veranstaltungen mit bis zu 250 Menschen unter freiem Himmel wieder erlaubt, in geschlossenen Räumen dürfen bis zu 100 Personen zusammenkommen. Dafür muss man aber negativ getestet, vollständig geimpft oder von Corona genesen sein. Hallenbäder, Thermen und Saunen sind unter Auflagen wieder geöffnet, an Uni und Hochschulen kann es wieder Präsenzveranstaltungen geben.

    Sachsen: Testpflicht und Kontakterfassung für Restaurant- und Freibadbesuch fallen weg. Auch dürfen Diskotheken und Clubs öffnen. Bei einer Inzidenz von unter 50 ist die Öffnung unter anderem von Schwimmbädern und Wellnesszentren möglich. Bei einer Inzidenz unter 100 sind touristische Übernachtungsangebote zulässig. Bei allen Aktivitäten sind neben einem Hygienekonzept immer Kontakterfassungen und tagesaktuelle Testungen nötig.

    Sachsen-Anhalt: Hier dürfen Hotels, Pensionen und andere Behergungsbetriebe wieder öffnen. Anwesenheitsnachweise sind notwendig. Übernachtungsgäste müssen einen aktuellen Test vorweisen, wenn sie anreisen und danach alle 48 Stunden. Bei autarkem Tourismus wie auf Campingplätzen oder in Ferienhäusern und -wohnungen gilt die Testpflicht nur einmalig bei der Ankunft. Bei einer stabilen Inzidenz (fünf Tage am Stück) von unter 35 je 100.000 Einwohner sind Reisebustouren, Stadtrundfahrten und vergleichbare touristische Angebote wieder möglich. Besuche der Außengastronomie sind wieder ohne Test erlaubt. Drinnen gilt die Testpflicht weiter - außer für Geimpfte und Genesene. Die Sperrstunde in der Gastro entfällt.

    Mit der neuen Landesverordnung, die in den kommenden Tagen in Kraft treten soll, fällt die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske im ÖPNV, es reicht dann ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz wie etwa eine OP-Maske. Zudem können zu privaten Feiern im Familien- und Freundeskreis 59 Personen zusammenkommen, ohne dass sie getestet sein müssen. Es fällt auch die Kontaktbeschränkung, nach der sich bislang maximal zehn Personen treffen dürfen.

    Schleswig-Holstein: Schleswig-Holstein steht Touristen aus ganz Deutschland offen. Übernachtungsgäste müssen einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test mitbringen und diesen alle drei Tage erneuern. Außengastronomie ist im Norden bereits seit längerem erlaubt, mittlerweile auch die Innengastronomie. Dort müssen Gäste einen negativen Corona-Test vorlegen, ausgenommen sind Übernachtungsgäste in ihrem jeweiligen Hotel.

    Thüringen: Campingplätze und Ferienwohnungen dürfen ab einer stabilen Inzidenz von unter 100 gebucht werden. Reisebusveranstaltungen sind dann für tagestouristische Angebote erlaubt, bei einer Inzidenz unter 50 auch mehrtägige Reisen, ab einer Inzidenz von unter 35 entfällt zudem die Testpflicht, die Verpflichtung zum Tragen einer Maske bleibt aber bestehen. Hotels und Pensionen dürfen Gäste beherbergen - bei einer Inzidenz von unter 35, die inzwischen in fast allen Landkreisen erreicht ist. Es entfallen zudem die Testpflicht und die Auslastungsgrenze von 60 Prozent. Eine Kontaktnachverfolgung muss allerdings möglich sein. In der Gastronomie gibt es bei Inzidenzen von unter 35 auch in Innenräumen keine Testpflicht mehr für die Gäste.

    Sie finden hier die Inzidenzen nach Bundesländern.

    (mit Material der Deutschen Presse-Agentur)

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  • DOSBAlfons Hörmann tritt nicht zur Wiederwahl an

    Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Hörmann, wird sein Amt aufgeben.

    Wie der DOSB mitteilte, wird Hörmann bei vorgezogenen Neuwahlen auf der Mitgliederversammlung im Dezember nicht mehr antreten. Auf die für September angekündigte Vertrauensabstimmung werde verzichtet. Neben Hörmann werde auch der Vizepräsident für Wirtschaft und Finanzen, Niroomand, nicht erneut kandidieren. Hörmann sagte laut Mitteilung, er wolle den Weg frei machen für einen Neuanfang an der Spitze des DOSB. Es gehe jetzt darum, einen geordneten Übergang zu organisieren.

    Zuvor hatten Mitarbeiter des Sportbundes Hörmann mangelnde Führungsqualitäten vorgeworfen.

  • Streit um Tierwohl-LabelSPD und Greenpeace weisen Aussagen von Ministerin Klöckner zurück

    In der Koalition im Bund gibt es Streit darüber, wer für das Scheitern des geplanten Tierwohl-Kennzeichens für Lebensmittel verantwortlich ist.

    Die Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Mittag, wies die Aussage von Agrarministerin Klöckner (CDU) zurück, die Sozialdemokraten hätten das Vorhaben aus Wahlkampfgründen blockiert. Mittag sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Klöckner habe einen Gesetzentwurf für ein freiwilliges Label vorgelegt, das noch nicht einmal alle Tierarten umfasse. Das sei nicht genug. Klöckner erklärte ihrerseits, die Einführung eines verbindlichen Tierwohl-Labels sei aufgrund fehlender EU-Regelungen gar nicht möglich.

    Dem widersprach die Organisation Greenpeace und verwies auf rechtliche Gutachten. Der Deutsche Tierschutzbund warf Klöckner Versagen vor.

  • KlimawandelKaffee und Schokolade werden in Zukunft knapp

    Der Klimawandel wird aller Voraussicht nach massiven Einfluss auf die Importe von Kaffee und Kakao haben.

    Forscher aus den Niederlanden und Spanien haben zwei Klima-Szenarien untersucht: ein optimistisches und ein moderateres. Sie gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 etwa 44 Prozent der EU-Agrar-Importe von Trockenheit bedroht sein werden. Das betrifft neben Kaffee und Kakao auch Palmöl und Soja. Soja könnte man theoretisch auch in der EU anbauen, die anderen Produkte nicht.

    Daher dringen die Studienautoren darauf, mehr für den Klimaschutz zu tun und den Anbauländern dabei zu helfen, ihre Landwirtschaft zu modernisieren.

  • Bauprojekt "Zusammen Wohnen"Deutscher Architekturpreis 2021 vergeben

    Der Deutsche Architekturpreis 2021 geht an das Berliner Büro SMAQ Architektur und Stadt.

    Gewürdigt wird das Bauprojekt "Zusammen Wohnen" in Hannover. Das teilten das Bundesinnenministerium und die Bundesarchitektenkammer mit. In der Nähe des Maschsees seien Eigentumswohnungen, öffentlich geförderter Wohnraum und eine inklusive Wohngruppe entstanden, hieß es. Der Auftrag war vom Theo Gerlach Wohnungsbau-Unternehmen erteilt worden.

    Der alle zwei Jahre vergebene Staatspreis gilt als wichtige Auszeichnung für Architekten in Deutschland.

  • Allensbach-StudieFast jeder Zweite sieht die Meinungsfreiheit in Gefahr

    Die Mehrheit der Deutschen sieht die Meinungsfreiheit in Gefahr.

    Eine Umfrage des Allensbach-Instituts belegt, dass nur noch knapp die Hälfte aller Deutschen der Ansicht ist, die politische Meinung frei äußern zu können. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert aus der Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach. Demnach verzeichnen die Statistiker den in dieser Frage mit Abstand niedrigsten Wert seit den ersten Erhebungen im Jahr 1953.

    Kritische Themen Islam, Patriotismus und Gleichberechtigung

    44 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten das Gefühl, es sei besser, mit Äußerungen vorsichtig zu sein. 59 Prozent nannten den Islam als ein Thema, bei dem man sich eher zurückhalten müsse. Laut dem Bericht sagten 28 Prozent dasselbe über "Vaterlandsliebe und Patriotismus" und 19 Prozent über die Gleichberechtigung von Frauen.

    Anhänger von Union und Grünen sehen noch am meisten Meinungsfreiheit

    Das individuelle Gefühl zum Zustand der Meinungsfreiheit hängt dabei offenbar auch davon ab, welcher Partei sich die Befragten nahe fühlen. Am positivsten bewerteten Sympathisanten von Grünen und Union die Lage der Meinungsfreiheit in Deutschland. Anhänger aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien gehen der Umfrage zufolge mit Meinungsäußerungen eher vorsichtig um. Diese Tendenz ist bei Sympathisanten der AfD am stärksten ausgeprägt: Von ihnen sind nur 12 Prozent der Ansicht, zu ihrer Meinung in der Öffentlichkeit stehen zu können.

  • BarcelonaVollendung der Sagrada Familia wohl erst 2040

    Die weltberühmte Kirche des Künstlers und Architekten Gaudì in Barcelona, die Sagrada Familia, wird wohl auch zum 100. Todestag ihres Schöpfers nicht fertiggestellt.

    Das teilte die für den Fertigbau zuständige Stiftung mit. Wegen der Ausgangssperren im vergangenen Jahr mussten die Arbeiten an der seit 129 Jahren unvollendeten Kirche monatelang unterbrochen werden. Außerdem seien wegen der Pandemie-Schließung Eintrittsgelder ausgeblieben. Deshalb werde nur noch am sogenannten Maria-Turm weitergearbeitet. Mit einem größer angelegten Weiterbau sei erst in drei Jahren wieder zu rechnen, so die Stiftung. Deshalb könne es bis zum Jahr 2040 dauern, bis Gaudìs Kirche vollendet ist.

    2019 hatten täglich 12.000 Menschen die Sagrada Familia besucht, die seit 2005 zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Antoni Gaudì starb bei einem Straßenbahnunfall direkt vor der Sagrada Familie, lange vor der Fertigstellung des Monumentalbaus.

  • WHO-BerichtElektroschrott verursacht Krankheiten bei Kindern

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor zunehmenden Gesundheitsgefahren durch Elektroschrott.

    Die giftigen Stoffe, die in den alten Geräten stecken, gefährden besonders die Gesundheit von Frauen und Kindern, die auf Mülldeponien in Asien und Afrika arbeiten. Der WHO zufolge betrifft das allein 18 Millionen Kinder weltweit, manche von ihnen sind nicht älter als 5 Jahre. Sie helfen beim Auseinanderbauen der Geräte oder wohnen neben den Deponien und sind so den Schadstoffen ausgesetzt. In alten Elektrogeräten sind vor allem Blei, Quecksilber oder Nickel verbaut - etwa 1.000 unterschiedliche Schadstoffe sind bekannt. Die Auswirkungen sind laut WHO erheblich: Die Betroffenen leiden immer häufiger an chronischen Erkrankungen und Krebs. Auch Aufmerksamkeitsstörungen kommen oft vor.

    Die WHO fordert in ihrem Bericht die Wirtschaft und die Politik dazu auf, sich eine bessere Lösung für den wachsenden Berg an Elektroschrott einfallen zu lassen und Frauen und Kinder zu schützen. In der Europäischen Union ist der Export von Elektroschrott zwar verboten - Schätzungen zufolge werden aber bis zu 20 Prozent illegal exportiert.

    Und der Elektroschrottberg wird weiter wachsen. Denn immer mehr Geräte werden elektrifiziert, neue Smartphones und Computer kommen in immer kürzeren Abständen auf den Markt. Es gibt Schätzungen, wonach die Elektroschrottmenge bis 2030 auf 74 Millionen Tonnen anwachsen wird.

  • Gleitschirm-VorfallViel Kritik an Greenpeace-Aktion

    Die Bundesregierung hat die Greenpeace-Aktion vor Beginn des Fußball-EM-Spiels gestern Abend in München verurteilt. Ein Regierungssprecher sagte, Menschen seien in große Gefahr gebracht worden. Die Verantwortlichen sollten selbstkritisch den Sinn solcher Aktionen hinterfragen, bei denen es um maximales Spektakel für maximale PR-Wirkung gehe.

    Bayerns Ministerpräsident Söder sagte im Bayerischen Rundfunk, dies sei kein Kavaliersdelikt gewesen. Politiker von CDU und FDP stellten die Gemeinnützigkeit von Greenpeace infrage. Die Grünen nannten die Aktion "dämlich". Greenpeace-Sprecher Stephan bat im Deutschlandfunk erneut um Entschuldigung und sicherte zu, der Vorfall werde gründlich untersucht.

    Ein Gleitschirm-Pilot hatte vor dem EM-Spiel Deutschland/Frankreich im Münchner Stadion notlanden müssen. Dabei wurden zwei Zuschauer verletzt. Die Polizei ermittelt gegen den Piloten wegen gefährlicher Körperverletzung und Gefährdung des Luftverkehrs.

  • Berlin60 Polizisten bei Eskalation vor besetztem Haus verletzt

    In Berlin sind bei Angriffen von Unterstützern des besetzten Hauses "Rigaer 94" rund 60 Polizisten verletzt worden. Etwa 200 vermummte Linksradikale hätten die Beamten im Stadtteil Friedrichshain unter anderem von Dächern mit Steinen beworfen, erklärte die Polizei.

    Die Einsatzkräfte seien attackiert worden, als sie brennende Barrikaden gelöscht und weggeräumt hätten. Berlins Innensenator Geisel erklärte, die Straftaten würden konsequent verfolgt.

    Hintergrund ist eine für morgen angekündigte Brandschutzprüfung in dem Haus durch den Eigentümer. Die linksradikalen Besetzer und ihre Unterstützer hatten seit Wochen Widerstand angekündigt. Von heute bis Freitag gilt eine Sperrzone um das Haus mit einem Demonstrationsverbot.

    Seit Jahren gibt es Streit um das seit 1990 besetzte Haus, das als Treffpunkt der linksextremen Szene gilt. Schon mehrmals kam es etwa bei Durchsuchungen zu Ausschreitungen.

  • Bericht des WirtschaftsministeriumsRüstungsexporte deutlich zurückgegangen

    Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Rüstungsexporte genehmigt als im Jahr davor.

    Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden 2020 im Vergleich zum Vorjahr ein Viertel weniger Waffen und andere Rüstungsgüter für den Export zugelassen. Allerdings billigte die Bundesregierung auch umstrittene Handelsverträge, wie beispielsweise mit Ägypen. Mehr als die Hälfte aller Ausfuhren gingen in solche sogenannten Drittländer, also an Staaten außerhalb des EU- oder Nato-Verbunds.

    Insgesamt erteilte die Bundesregierung Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter im Wert von rund 5,8 Milliarden Euro. 2019 waren es noch mehr als acht Milliarden Euro gewesen. Das Bundeskabinett hat den Rüstungsexportbericht am Vormittag formal gebilligt.

  • Verwaltungsgericht BerlinAfD scheitert mit Klage gegen Bußgeld in Spendenaffäre um Weidel

    Die AfD ist vor dem Berliner Verwaltungsgericht mit einer Klage gegen ein Bußgeld der Bundestagsverwaltung gescheitert.

    Die AfD muss die geforderten 396.000 Euro zahlen, weil die Partei nach Ansicht des Gerichts unzulässigerweise Spenden angenommen hat. Die Richter folgten damit der Argumentation der Bundestagsverwaltung.

    Zwei Unternehmen mit Sitz in der Schweiz hatten im Jahr 2017 den Betrag von 132.000 Euro an den baden-württembergischen Kreisverband der Fraktionsvorsitzenden Weidel überwiesen. Die AfD wehrte sich gegen den Sanktionsbescheid und argumentierte, die Spenden seien 2018 an die Unternehmen zurückgezahlt worden. Nach Ansicht des Gerichts geschah dies jedoch zu spät. Es wies die Klage der AfD nach mündlicher Verhandlung ab.

  • EUMitgliedsstaaten und Europäisches Parlament erzielen Einigung bei Eurovignette

    Die EU-Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament haben sich über die Ausgestaltung der geplanten Eurovignette geeinigt.

    Wie der Europäische Rat in Brüssel mitteilte, sollen in den kommenden Jahren bereits vorhandene zeitbasierte Mautsysteme für Lastkraftwagen auf bestimmten Strecken auslaufen. Künftig sollen Streckenlänge und CO2-Emissionen stärker in die Berechnungen einfließen. Es seien jedoch Ausnahmeregeln in begründeten Fällen möglich, hieß es weiter. So könnten die Mitgliedsländer etwa eine Kombination aus zeit- und streckenabhängigen Gebührensystemen einführen.

    Nötig ist noch die formelle Zustimmung beider Seiten. Nach dem Inkrafttreten der Richtlinie haben die Mitgliedsstaaten zwei Jahre Zeit, die Bestimmungen in nationales Recht zu übernehmen. Die europäischen Grünen machten deutlich, dass sie den Kompromiss nicht mittragen. Durch die vielen Ausnahmen sei fraglich, ob die Vignette zum Erreichen der Klimaschutzziele beitrage, sagte die deutsche Grünen-Abgeordnete Deparnay-Grunenberg in Brüssel.

  • Corona-PandemieNeuer Höchststand bei den Paketlieferungen

    Die Deutsche Logistikbranche hat im Corona-Jahr 2020 einen neuen Höchststand bei den Paketlieferungen verzeichnet.

    Wie der Bundesverband Paket und Expresslogistik mitteilte, wurden gut vier Milliarden Sendungen transportiert. Das ist ein Plus von 400 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz der Branche nahm um 10,5 Prozent zu und stieg auf 23,5 Milliarden Euro. Als Hauptgrund nannte der Verband das veränderte Verhalten der Käufer in der Pandemie, die zunehmend im Internet bestellten. Zuletzt hatten auch Online-Versandhändler deutliche Zuwächse gemeldet.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 16.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 14.06.)
    + Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat? (Stand 14.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • WeltstrafgerichtBrite Khan als neuer Chefankläger vereidigt

    Beim Internationalen Strafgerichtshof hat der britische Jurist Khan sein Amt als neuer Chefankläger angetreten.

    Er legte vor den Richtern in Den Haag den sEid ab. Der Strafgerichtshof sei ein Zeichen der Hoffnung auf Gerechtigkeit, sagte Khan anschließend in seiner Antrittsrede. Er hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Verfahren der Anklage effektiver und die Prozesse erfolgreicher geführt werden.

    Die Vertreter der 123 Vertragsstaaten des Gerichtes hatten ihn im Februar gewählt. Der 51-Jährige ist Nachfolger der gambischen Juristin Bensouda, die den Posten laut den Regeln des Gerichts nach neun Jahren abgeben musste.

    Das Weltstrafgericht ist das einzige internationale Gericht, das Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord ahndet. Die USA, Israel, Russland und China erkennen es nicht an.

  • AugenzeugenberichteMyanmars Militär soll Dorf niedergebrannt haben

    In Myanmar hat das Militär nach Angaben von Augenzeugen ein Dorf angezündet.

    Medienberichten zufolge kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, rund 200 Häuser seien niedergebrannt. Damit liege ein Großteil der Ortschaft in Schutt und Asche.

    Dem Militärangriff in einer zentralen Region des südostasiatischen Landes waren Kämpfe zwischen sogenannten zivilen Verteidigungsgruppen und der Armee vorausgegangen. Seit dem Putsch in Myanmar Anfang Februar haben sich in zahlreichen Landesteilen bewaffnete Gruppen gebildet, um sich gegen die Machtübernahme durch das Militär zur Wehr zu setzen. Nach Schätzungen von Menschenrechtlern wurden seit dem Sturz der Regierung mehr als 860 Zivilisten getötet. Tausende wurden festgenommen.

  • IranZahl der Präsidentschaftskandidaten sinkt

    Wenige Tage vor der Präsidentenwahl im Iran haben zwei der sieben zugelassenen Kandidaten ihre Bewerbung zurückgezogen.

    Nach Angaben des staatlichen Fernsehens handelt es sich um den gemäßigten Politiker Mehralisadeh und den streng Konservativen Sakani. Damit stehen am Freitag nur noch fünf Bewerber zur Wahl. Bis auf einen gelten sie alle als Hardliner. Amtsinhaber Ruhani, der sich als gemäßigter Pragmatiker profiliert hat, darf nach zwei Amtszeiten in Folge nicht mehr antreten. Die größten Chancen werden dem schiitischen Geistlichen Raisi eingeräumt.

  • VerteidigungsministeriumRechtsextremismus-Vorfall bei Bundeswehr in Litauen - Panzergrenadierzug wird abgezogen

    Die Bundeswehr zieht nach schwerem Fehlverhalten von Soldaten einen Panzergrenadierzug aus Litauen ab.

    Dies teilte das Bundesverteidigungsministerium in Berlin mit. Der Zug war in dem Land im Rahmen einer Nato-Mission stationiert. Bei den Hauptbeschuldigten werde eine fristlose Entlassung nach dem Soldatengesetz geprüft, erklärte das Ministerium. In die Ermittlungen sei auch der Militärische Abschirmdienst eingebunden.

    Die Untersuchungen haben bislang einen Anfangsverdacht auf sexuelle Nötigung, Beleidigung womöglich mit rassistischem Hintergrund sowie auf Nötigung und extremistische Verhaltensweisen ergeben. Bei einer Feier Ende April in einem Hotel sollen Bundeswehrsoldaten unter anderem rechtsradikale und antisemitische Lieder gesungen haben. Wie das Ministerium nun mitteilte, gibt es inzwischen Verdachtsmomente zu weiteren Unregelmäßigkeiten, darunter ein Fehlbestand an Munition in dreistelliger Höhe.

  • Bundeszentrale für politische BildungNach "Shitstorm" Linksextremismus-Eintrag laut TAZ auf Druck von Seehofer-Ministerium geändert - BMI widerspricht

    Nachdem die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ihre Definition von Linksextremismus geändert hat, ist weiter offen, in welchem Maße das Bundesinnenministerium (BMI) involviert war. Die "taz" bezichtigt das BMI der Lüge.

    "Im Unterschied zum Rechtsextremismus teilen sozialistische und kommunistische Bewegungen die liberalen Ideen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – interpretieren sie aber auf ihre Weise um." So lautete die Formulierung im Teaser des Online-Dossiers zum Thema "Linksextremismus" der bpb bis Januar. Er stammt vom Politikwissenschaftler Hans-Gerd Jaschke, emeritierter Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

    Mitte Januar 2021 gab es plötzlich viel Gegenwind im Netz, unter anderem von einer Redakteurin der NZZ und dem ehemaligen Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, aber auch die "Bild"-Zeitung griff das Thema auf. Die Formulierung wurde als verharmlosend aufgefasst.

    "Vor orchestrierter Empörungsaktion vom Konservativen bis Neurechten eingeknickt"

    Dann änderte die bpb den Text auf Drängen des BMI hin. Die Bundeszentrale für politische Bildung ist als Bundesanstalt dem Innenministerium unterstellt. Wie die taz berichtete, strich sie zunächst das Wort "teilen" und formulierte die Definition um, dass sich Linksextremisten auf die oben genannten Werte "berufen". Diese Formulierung war dem BMI aber demnach nicht deutlich genug, sodass nach mehreren Änderungsschritten schließlich eine Formulierung auf der Seite der bpb landete, die mit den Worten beginnt: "Linksextremismus ist ein Sammelbegriff für alle gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichteten Bestrebungen, die sich insbesondere in den Ideen von Anarchismus und Kommunismus ausdrücken." Diese Formulierung ähnelt der des Bundesamts für Verfassungsschutz.

    Weder der wissenschaftliche Beirat noch das Kuratorium seien bei der Änderung einbezogen worden, berichtet die taz unter Berufung auf die bpb. Der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring kritisiert, das BMI sei vor einer "orchestrierten Empörungsaktion von Personen aus dem konservativen bis neurechten Spektrum eingeknickt – mit Junger Freiheit, Bild und NZZ als Medienpartner."

    taz: Unionsfraktionsvize Frei auch involviert

    Nun hat die taz das Bundesinnenministerium der Lüge bezichtigt. Im März hatte das BMI der Zeitung noch mitgeteilt, dass die Hausleitung in den Vorgang nicht eingebunden gewesen sei. Neue Dokumente, die der taz nach eigenen Angaben vorliegen, würden aber belegen, dass dies durchaus der Fall gewesen sei. Auf eine Anfrage des Deutschlandfunks teilte das Bundesinnenministerium lediglich mit: "Die Beantwortung erfolgte wahrheitsgemäß. Die der taz vorliegenden Mails stehen, unter Berücksichtigung der zeitlichen Abläufe, nicht im Widerspruch zu der an die taz übermittelten Auskunft."

    Die "taz" berichtet zudem, dass der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag, Frei, der zugleich Vorsitzender des bpb-Kuratoriums ist, nach einem Gespräch mit der "Bild"-Zeitung die Änderung durch das BMI entscheidend in Gang gebracht habe. Sein Büro habe sich beim Innenministerium dafür eingesetzt, die Formulierung zu überarbeiten.

  • NahostPalästinensische Angreiferin von israelischen Soldaten getötet

    Östlich von Jerusalem hat nach Angaben des israelischen Militärs eine Palästinenserin versucht, mit einem Auto Soldaten zu rammen.

    Sie sei anschließend mit einem Messer in der Hand ausgestiegen. Soldaten hätten daraufhin das Feuer eröffnet. Das palästinensische Gesundheitsministerium erklärte, die 29-Jährige sei an einem Kontrollpunkt der Armee erschossen worden.

    Die Lage in Israel und den Palästinensergebieten ist angespannt. Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit der Hamas hatten in der Nacht israelische Kampfflugzeuge wieder Einrichtungen der Palästinenserorganisation im Gazastreifen angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf den Abschuss von Brandballons aus dem Küstenstreifen auf israelisches Gebiet gewesen, teilte die israelische Armee über Twitter mit.

  • EUWegfall der Roaming-Gebühren soll verlängert werden

    Innerhalb der EU sollen die Menschen auch künftig im Ausland keine Roaming-Gebühren zahlen müssen.

    Die EU-Staaten verständigten sich darauf, die Regelung über den Wegfall der Gebühren zu verlängern, wie der Europäische Rat in Brüssel mitteilte. Die Verbraucher sollen dann auch nach dem Juni 2022 im Ausland telefonieren, SMS schreiben oder im Internet surfen können, ohne dabei mehr zu zahlen als im Heimatland. Nötig ist noch die Zustimmung des Europäischen Parlaments.

    In den 27 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen entfallen die Roaming-Gebühren seit Juni 2017.

  • RKIBundesweite Inzidenz sinkt weiter auf 13,2

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut binnen eines Tages 1.455 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

    Das sind 1.799 weniger als am Mittwoch vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI jetzt mit bundesweit 13,2 an nach 15,5 am Vortag. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 20,8.

    Zudem wurden deutschlandweit den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 137 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 107 gewesen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • DokumentationSteinmeier: "Richtige Lehren aus dem Holocaust ziehen"

    Bundespräsident Steinmeier hat dazu aufgerufen, die richtigen Lehren aus dem Holocaust zu ziehen. Der Ausruf "Nie wieder!" sei keine Leerformel für Sonntagsreden, sondern ein konkreter Auftrag an alle, antisemitischem Hass entgegenzutreten, wo immer er sich zeige, sagte Steinmeier bei der Übergabe einer Dokumentation über die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland in den Jahren zwischen 1933 und 1945.

    Für die 16-bändige Edition hatten Forschende seit 2005 rund 5.000 Dokumente zum Holocaust zusammengetragen, darunter zeitgenössische Zeugnisse der Verfolgten, der Täter und auch nicht unmittelbar beteiligter Beobachter.

  • BundeskabinettMinister beschließen Verhaltenskodex für Lobbyisten

    Das Bundeskabinett hat Ethikregeln für Lobbyisten präzisiert und beschlossen.

    Der Verhaltenskodex verpflichtet professionelle Interessenvertreter, ihr Anliegen und ihre Auftraggeber offenzulegen. Zudem soll es Lobbyisten untersagt werden, ihre Gesprächspartner durch finanzielle oder andere Vorteile zu beeinflussen. Der Verhaltenskodex ist im Lobbyregistergesetz verankert und soll Anfang 2022 in Kraft treten. Die Regelung muss noch vom Bundestag verabschiedet werden.

    Zudem verabschiedeten die Minister eine Vorlage für die Kostenübernahme bei Krankenhausaufenthalten von Menschen mit Behinderung, die in diesem Fall auf eine Begleitperson angewiesen sind. Kommt ein Angehöriger mit in die Klinik, zahlt die Krankenkasse ihm oder ihr Krankengeld. Auf diese Kostenaufteilung hatten sich Bundesarbeitsminister Heil und Bundesgesundheitsminister Spahn verständigt.

  • Deutsche BahnMehr Gewalt gegen Zugbegleiter

    Die Gewalt gegen Zugbegleiter hat im vergangenen Jahr zugenommen. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervorgeht, gab es 2.070 Gewaltdelikte gegen Bahnmitarbeiter. Das sind 421 mehr als im Vorjahr - obwohl es wegen der Pandemie weniger Fahrgäste gab.

    Im laufenden Jahr sind es allein in den ersten vier Monaten bereits 744 Gewalttaten. Die Antwort beruht auf Daten der Bundespolizei. Ein Grund für die steigenden Zahlen ist offenber die Pflicht zum Tragen einer Corona-Schutzmaske in den Zügen.

    Die Linken-Abgeordnete Zimmermann kritisierte, den Bahnbeschäftigten seien mit der Durchsetzung der Maskenpflicht polizeiliche Aufgaben aufgebürdet worden.

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  • Elektro-AutosMarkt für Batterien um 35 Prozent gewachsen

    Wegen der Nachfrage nach Elektro-Autos ist der Markt für Batterien in Deutschland im letzten Jahr um insgesamt mehr als ein Drittel gewachsen.

    Haupttreiber seien die Lithium-Ionen-Batterien gewesen, die in E-Autos und E-Bikes verwendet würden, teilte der Zentralverband Eletrotechnik in Frankfurt am Main mit. Allein dieses Segment habe um 63 Prozent zugelegt. Die Bundesregierung fördert den Verkauf von Elektrofahrzeugen mit Prämien, um die derzeit noch geringe Verbreitung anzukurbeln. Die in Deutschland verbauten Lithium-Ionen-Batterien stammen allerdings nicht aus eigener Produktion, sondern müssen aus Asien oder osteuropäischen Ländern importiert werden.

  • WirtschaftIfo-Institut senkt Wachstumsprognose für 2021 - und erhöht sie für 2022

    Die deutsche Wirtschaft kommt dem Ifo-Institut zufolge wegen Engpässen bei Vorprodukten langsamer in Schwung als bislang angenommen.

    Die Münchner Forscher senkten ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr von 3,7 auf 3,3 Prozent. Sie sind damit pessimistischer als Bundeswirtschaftsminister Altmaier, der zuletzt ein Plus von bis zu 4 Prozent vorausgesagt hatte. Als problematisch wird unter anderem der Chipmangel in der Autoindustrie angesehen.

    Für das nächste Jahr erhöhte das Ifo-institut seine Schätzung von 3,2 auf 4,3 Prozent. Die durch die Öffnungen in der Corona-Pandemie ausgelöste kräftige Erholung verschiebe sich etwas weiter nach hinten, als man noch im Frühjahr erwartet habe, hieß es dazu.

  • Deutsche JustizRichterbund fordert mehr Personal wegen hoher Belastung

    Der Deutsche Richterbund fordert ein Ende von Personalnot im Justizwesen.

    Nötig sei ein neuer Rechtsstaats-Pakt, sagte Bundesgeschäftsführer Rebehn der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zwar seien seit 2017 mehr als 2.000 neue Stellen für Richter und Anwälte geschaffen worden. Doch gerade die Strafjustiz arbeite weiter am Limit. Rebehn verwies in diesem Zusammenhang auf viele neue Aufgaben durch zahlreiche Strafverschärfungen wie etwa die Gesetze gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder oder Hass und Hetze im Netz.

    Allein die neu eingeführte Meldepflicht der sozialen Netzwerke könnte nach Auffassung des Richterbundes zu rund 150.000 Strafverfahren pro Jahr führen.

  • HessenMindestens 49 Polizisten nahmen laut Innenminister Beuth (CDU) an rechtsextremen Chats teil

    In Hessen haben an den kürzlich bekannt gewordenen Chats mit rechtsextremem Inhalt weitere Polizisten teilgenommen.

    Landesinnenminister Beuth nannte in Wiesbaden die Zahl von mindestens 49 aktiven Beamten. Darunter seien überwiegend SEK-Kräfte, die anderen stammten aus dem Landeskriminalamt, der Bereitschaftspolizei, dem Landespolizeipräsidium sowie aus den Präsidien Ost- und Südhessen. Hinzu kämen sieben Chat-Teilnehmer, die nicht aus Hessen stammten. Der CDU-Politiker betonte, es handele sich um einen Zwischenstand. Nach den Durchsuchungen in der vergangenen Woche werde sichergestelltes Material weiter ausgewertet.

    Erst kürzlich hatte Beuth das Spezialeinsatzkommando des Frankfurter Polizeipräsidiums wegen rechtsextremer Äußerungen von Beamten in Chatgruppen aufgelöst.

  • WetterAm Donnerstag sonnig, im Westen ab nachmittags Gewitter

    Das Wetter: In der Nacht gering bewölkt oder klar und niederschlagsfrei. 20 bis 12 Grad. Am Tag viel Sonnenschein und meist trocken. Im Westen und Nordwesten gebietsweise wolkig, nachmittags und abends vereinzelt Gewitter mit Starkregen. 30 bis 36 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Freitag in der Westhälfte wolkig, teils mit Schauern und Gewittern. Sonst sonnig oder locker bewölkt und trocken. 28 bis 37 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt aktuell bei 13,2.

    Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Gestern betrug sie bundesweit 15,5. Innerhalb eines Tages wurden zuletzt 1.455 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Vor einer Woche hatte der Wert der Neuansteckungen bei gut 3.254 gelegen. 137 weitere Menschen starben. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt gemeldeten Todesfälle auf 90.074. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit rund 3,59 Millionen an. Das Robert Koch-Institut weist allerdings darauf hin, dass der Algorithmus zur Schätzung der Genesenen zwar Angaben zum Erkrankungsbeginn und zur Hospitalisierung berücksichtige - jedoch nicht, ob gegebenenfalls Spätfolgen der Erkrankung vorliegen. Diese Daten würden nicht regulär im Meldesystem erfasst. Viele Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, leiden auch Monate später an Symptomen wie schneller Erschöpfung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Das Phänomen wird Long Covid genannt.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Saarland (19,4). Inzwischen liegen alle Bundesländer deutlich unter 50. Am niedrigsten ist die Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern (4,3).

    (Stand: 16.6., 6.00 Uhr)

    So steht es um die Belegung der Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit sinkt die Belegung der Betten mit Covid-Patientinnen und Patienten. Aktuell liegen dort 1.200 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 825 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 3.568 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 16.6., 6.00 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impfzahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben inzwischen fast 49 Prozent der Bevölkerung (rund 40,5 Millionen Menschen) mindestens eine Impfdosis erhalten. 26,8  Prozent (mehr als 22 Millionen) sind vollständig geimpft.

    (Zahlen für den 14.6., veröffentlicht am 15.6.)

    Tests: Positivrate zuletzt gesunken

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 22 fielen demnach 3,12 Prozent der Tests positiv aus - in der Vorwoche waren es 4,16 und davor 5,77 Prozent. Das RKI registrierte in der 22. Kalenderwoche 871.457 Labortestungen, gut 73.000 weniger als in der Woche zuvor. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    (Stand: 9.6.)

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  • Covid-19Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten?

    Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken und die Sehnsucht nach Normalität wächst. Während etliche Beschränkungen wegfallen, bleibt die Maskenpflicht bisher bestehen. In der Politik gibt es Bestrebungen, sie aufzuheben. In der Forschung herrscht Skepsis.

    Wie stehen die verschiedenen Parteien zur Maskenpflicht?

    Die FDP wirbt schon länger für eine möglichst weitgehende Rücknahme der Corona-Maßnahmen. So passt es ins Bild, dass Bundestagsvizepräsident Kubicki nun ein komplettes Ende der Maskenpflicht verlangt. "Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken", meint er. Ähnlich sieht es die AfD, die das Thema sogar in ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl aufgenommen hat. Konkret heißt es dort: "Das Tragen von Masken in Kindertagesstätten, Horten und Schulen lehnen wir ab."

    Justizministerin Lambrecht hatte die Länder aufgefordert, die Maskenpflicht zu überprüfen. Die SPD-Politikerin, derzeit auch zuständig für das Ressort Familie, Senioren, Frauen und Jugend, greift in ihrer Argumentation gezielt die Situation an Bildungseinrichtungen auf. Schülerinnen und Schüler seien von der Maskenpflicht besonders betroffen, sagte Lambrecht der "Bild am Sonntag".

    Eine Regierungssprecherin erklärte jedoch heute, die Maskenpflicht solle nicht zu schnell gelockert werden, vor allem nicht in Innenräumen. Alle hätten mehr davon, "wenn wir uns noch ein wenig disziplinieren und vorsichtig sind". Die Sprecherin verwies auf neue Virusvarianten, die gefährlich werden könnten. In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen derzeit wegen der Delta-Variante, die urprünglich in Indien festgestellt wurde.

    Bundesgesundheitsminister Spahn plädierte dafür, die Maskenpflicht bei fallenden Corona-Inzidenzen und steigender Impfquote zunächst in Innenräumen aufzuheben. Der CDU-Politiker warb in den Zeitungen der Funke Mediengruppe aber dafür, zum Beispiel auf Reisen auch künftig eine Maske zu tragen - freiwillig.

    Auch Bayerns Ministerpräsident Söder warnte davor, die Maskenpflicht voreilig aufzuheben, insbesondere in Innenräumen. Sie habe "sehr gute Dienste geleistet", sagt der CSU-Vorsitzende in München.

    Dagegen forderte Linken-Fraktionschef Bartsch in der Zeitung "Die Welt", die Maskenpflicht in Schulen nach den Sommerferien zu beenden. Masken im Freien seien angesichts der niedrigen Inzidenzen "absurd".

    Was sagen Bildungsverbände?

    Der Deutsche Lehrerverband ist dagegen, die Maskenpflicht an Schulen jetzt schon aufzuheben. Verbandspräsident Meidinger sagte der Deutschen Presse-Agentur, er rate insbesondere während des Unterrichts zu "größtmöglicher Vorsicht". Denn das Virus sei noch da, und in der in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die bisher kaum geimpft seien, gebe es immer noch erhöhte Infektionszahlen. Laut Meidinger sind auch etwa die Hälfte der Lehrkräfte bisher nicht vollständig geimpft. Er verwies zudem auf die Möglichkeit einer vierten Pandemie-Welle. In Großbritannien treibt derzeit die Delta-Variante des Coronavirus die Zahl der Neuinfektionen in die Höhe.

    Welche Regelungen gelten derzeit?

    Nicht nur an den Schulen sind Masken noch Alltag. Bereits am 25. November 2020 hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass jede Person in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss. Mitte Januar 2021 wurde diese Vorschrift unter dem Eindruck hoher Corona-Infektionszahlen verschärft. Fortan sollten in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte medizinische Masken getragen werden - also OP-Masken oder Masken mit den Standards KN95/N95 oder FFP2. Eine Stoffmaske reicht seitdem nicht mehr aus.

    Nun aber ist kein einziges Bundesland mehr über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Deshalb erlassen erste Kommunen und Landesregierungen Lockerungen. In Nordrhein-Westfalen reichen etwa im Öffentlichen Nahverkehr wieder sogenannte OP-Masken aus. Andere Länder, wie beispielsweise Berlin, halten dagegen weiter an der Maskenpflicht im öffentlichen Raum fest - und zwar überall dort, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist, also auch in Warteschlangen draußen oder in belebten Einkaufsstraßen. Selbst in Alten- und Pflegeheimen müssen in der Hauptstadt noch FFP2-Masken getragen werden, obwohl dort die meisten Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal zweifach geimpft sind.

    Wie sinnvoll sind Masken?

    Es bleibt umstritten, ob Masken bei einer niedrigen Inzidenz und steigender Impfquote weiter nötig sind. "Im Außenbereich macht eine Maskenpflicht nur noch in sehr kritischen Situationen Sinn", sagte etwa Peter Walger von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene der "Bild am Sonntag" und nannte als Beispiel einen Stadion-Besuch auf der ausverkauften Tribüne. Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hält zumindest eine FFP2-Maske bei Inzidenzen unter 10 für unnötig - wohlgemerkt aber ebenfalls "außerhalb von geschlossenen Räumen".

    Ähnlich sieht das der Aerosolforscher Gerhard Scheuch. In großen Theatern und Museen, Freibädern, Schwimm- und Sporthallen sei das Ansteckungsrisiko nicht so hoch, weil dort sehr viel Raum und Luft seien, erklärte Scheuch der Nachrichtenagentur dpa. "Da reicht die Aerosolkonzentration kaum aus, um andere zu gefährden." In kleinen, engen, unbelüfteten Räumen wie Aufzügen aber sei die Gefahr sehr hoch. Hier könne man sich sogar während einer kurzen Fahrt alleine anstecken, denn: "Die Wolke bleibt drin."

    Der Virologe Ralf Bartenschlager von der Universität Heidelberg dagegen betonte gegenüber "T-Online": "Das Tragen von Masken ist eine der wichtigsten Kontrollmaßnahme bei der Virusausbreitung. Es ist zumutbar, wenn auch im Sommer nicht besonders angenehm." Ähnlich sieht das Markus Scholz, Epidemiologe an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Er gibt zu bedenken, dass Geimpfte zwar vor schweren Krankheitsverläufen geschützt seien, Menschen ohne die Immunität einer Impfung jedoch nicht. "Hier geht es vor allem um Fremdschutz."

    Was sagen die wissenschaftlichen Untersuchungen?

    Mit Blick auf den Effekt von Masken in der Pandemiebekämpfung kam zum Beispiel eine Untersuchung an der McMaster Universität in Kanada in einer großangelegten Metaanalyse zu dem Schluss: Masken senken das relative Risiko, sich zu infizieren, um etwa 80 Prozent. Wenn das Basis-Ansteckungsrisiko bei etwa 50 Prozent liege - wie etwa bei Chorproben - verringere sich das Risiko schon mit einer einfachen OP-Maske auf 10 Prozent, schrieben die Forscher im Fachmagazin "The Lancet".
    Eine statistische Studie der Universität Kassel untersuchte die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Covid-19-Eindämmung in der ersten Welle 2020 und kam zu dem Ergebnis: Die Masken-Pflicht in Bussen, Bahnen, Supermärkten und an anderen öffentlichen Orten reduzierte den Anstieg der Corona-Infektionen um 13,5 Prozentpunkte - und damit um mehr als doppelt so viel wie die Schließung von Schulen und Kitas.

    Andersherum stiegen bei Spielen der Fußball-Bundesliga mit Fans im Stadion die Corona-Infektionszahlen - und zwar ausgerechnet nach den Spielen, bei denen Schutzmasken lediglich auf den Wegen zum Platz getragen werden mussten. Bei einer Tragepflicht auch am zugewiesenen Platz seien dagegen keine erhöhten Infektionszahlen aufgetreten.

    Wie gehen andere Länder mit der Maskenpflicht um?

    Als Vorbild für ein Ende der Maskenpflicht wird in der Diskussion gerne Dänemark genannt. Dort ist die Pflicht zum Tragen einer Maske ab sofort für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr - dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt.

    Auch die USA haben die Maskenpflicht weitestgehend aufgehoben - allerdings nur für vollständig gegen Covid-19 Geimpfte. Ausnahmen gibt es in Krankenhäusern, öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Flughäfen und Bahnhöfen. Eine Maskenpflicht gilt auch weiter, wenn sie beispielsweise von örtlichen Behörden, Arbeitgebern oder Geschäften vorgeschrieben wird.

    Österreich plant, die Maskenpflicht ab 1. Juli deutlich zu lockern. Selbst bei Veranstaltungen in vollen Stadien, Konzertsälen oder Theatern muss dann keine Maske mehr getragen werden. Voraussetzung ist aber immer, dass die Besucherinnen und Besucher getestet, genesen oder geimpft sind. Schon vorher fällt die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler im Unterricht. Im Schulhaus, also beispielsweise auf Gängen oder auf den Toiletten, gilt die Maskenpflicht aber auch künftig. Auch hier wird - ähnlich wie Deutschland - regelmäßig getestet.

    Andere Länder aber halten weiterhin an den Regelungen fest. In ganz Frankreich etwa gilt weiterhin eine Maskenpflicht in den Geschäften und Restaurants, außer während dem Essen und Trinken. In Paris muss die Maske auch an der frischen Luft über Mund und Nase, wie auch in ganz Italien. Das wird sich auch dann nicht ändern, wenn in den kommenden Tagen fast alle italienischen Regionen wieder als "weiße Zone" eingestuft werden und etliche andere Beschränkungen fallen.

    (Stand: 14.6.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 14.06.)
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    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Fast ein Jahr lang hatte das Auswärtige Amt wegen der Corona-Pandemie eine generelle Reisewarnung für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Ab dem 1. Juli gilt sie erst ab einer Inzidenz von 200 und für Gebiete, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen wird dann lediglich "abgeraten". Die Liste der Risikogebiete wird aber weiterhin regelmäßig aktualisiert.

    Das Robert Koch-Institut führt derzeit folgende Gebiete als Risikogebiet:

    Benelux-Region

    Die gesamten Niederlande inklusive der autonomen Länder und der überseeischen Teile sind einfaches Risikogebiet, ebenso ganz Belgien und ganz Luxemburg.

    Frankreich und Andorra

    Ganz Frankreich gilt als Risikogebiet, ausgenommen sind Korsika sowie die französischen Überseegebiete Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna, Französisch-Polynesien, Neukaledonien. Auch Andorra wird als einfaches Risikogebiet gelistet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist Österreich nicht mehr als Risikogebiet aus. Zuletzt wurden auch die Bundesländer Tirol und Vorarlberg heruntergestuft. Auch das gesamte Land Ungarn ist kein Risikogebiet mehr.

    Schweiz

    Viele Kantone in der Schweiz werden nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Zuletzt wurden Bern und Thurgau aus der Liste herausgenommen.

    Großbritannien und Irland

    Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland, einschließlich der Isle of Man, aller Kanalinseln sowie der britischen Überseegebiete gelten nach wie vor als Virusvariantengebiet. Begründet wurde das mit dem Vorkommen der Virusvariante B.1.617.2 im Vereinigten Königreich. Diese wurde zunächst in Indien nachgewiesen und wurde von der Weltgesundheitsorganisation als besorgniserregend eingestuft.

    In Irland gelten die Regionen Border, Dublin und Mid-East als einfaches Risikogebiet.

    Spanien und Portugal

    In Spanien werden die folgenden autonomen Gemeinschaften und Städte derzeit als Risikogebiete eingestuft: Andalusien, Aragonien, Kastilien-Léon, Katalonien, Madrid, Navarra, La Rioja, das Baskenland und die Exklave Melilla sowie neu dazugekommen Ceuta. Die Balearen inklusive der Insel Mallorca gelten nicht mehr als Risikogebiet.

    In Portugal gelten die autonome Region Azoren und - neu - nun auch die Hauptstadt Lissabon nun als einfaches Risikogebiet. Madeira gilt nicht mehr als solches.

    Italien

    Italien und auch Vatikanstadt gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Malta

    Malta gilt nicht mehr als Risikogebiet.

    Tschechien und Slowakei

    Tschechien und die Slowakei gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Slowenien, Kroatien, Montenegro, Serbien

    Das gesamte Land Kroatien mit Ausnahme der Gespanschaften Medimurje und Varazdin gilt nicht mehr als Risikogebiet. Slowenien gilt noch als einfaches Risikogebiet. Montenegro und Serbien gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Türkei und Griechenland

    Die Türkei gilt weiterhin als einfaches Risikogebiet. In Griechenland sind die Regionen Berg Athos, die Nördliche Ägäis, Ostmakedonien und Thrakien sowie Peloponnes kein Risikogebiet mehr.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Dänemark gilt (mit Ausnahme der Färöer und Grönlands) als Risikogebiet. Als einfaches Risikogebiet ist ganz Schweden eingestuft. In Norwegen gelten die Provinzen Troms of Finnmark und Trondelag als einfache Risikogebiete, die Provinzen Innlandet und Viken stehen nicht mehr auf der Liste. Finnland gilt inzwischen nicht mehr als Risikogebiet.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Die Republik Moldau wird nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Auch Rumänien und Bulgarien sind keine Risikogebiete mehr.

    Polen und Baltikum

    Lettland und Estland gelten laut RKI als Risikogebiet, auch Litauen wird nicht mehr als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Polen ist kein Risikogebiet mehr.

    Zypern

    Zypern ist aus der Liste der Risikogebiete entfernt worden.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Virusvarianten, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Virusvarianten-Gebiete

    Neben Regionen mit besonders hohen Fallzahlen und anderen Faktoren, die eine Infektionsgefahr vor Ort erhöhen, stuft das RKI auch Regionen, in denen sich bestimmte Virusvarianten ausgebreitet haben, als Risikogebiet ein. Für Einreisen aus diesen Gebieten gelten besondere Vorgaben.

    Als Virusvarianten-Gebiete gelten aktuell Botswana, Brasilien, Eswatini (früher als Swasiland bekannt), Indien, Lesotho, Malawi, Mosambik, Nepal, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Uruguay sowie das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland.

    Hochinzidenz-Gebiete

    Im Januar hat die Bundesregierung zudem erstmals mehr als 20 Staaten als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft. Dazu zählen in der Regel Staaten mit einer Wocheninzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohner. Nicht-EU-Länder und -Regionen, die als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft werden, sind Ägypten, Argentinien, Bahrain, Bolivien, Cabo Verde, Chile, Costa Rica, Ecuador, Iran, Kolumbien, Kuwait, Malaysia, Malediven, Mongolei, Namibia, Paraguay, Peru, Seychellen, Sri Lanka, Sudan, Suriname, Syrische Arabische Republik, Tansania, Trinidad und Tobago sowie Tunesien.

    Für Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete gelten verschärfte Einreiseregeln.

    (Stand: 13.06.2021)

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  • Delta-VarianteWie gefährlich ist B.1.617?

    In Indien hat sich die neue Variante B.1.617 ausgebreitet, die auch als "Doppelmutante" bezeichnet wird. Inzwischen ist sie auch in Großbritannien die dominierende Variante. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

    Wie gefährlich ist die Variante?

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Coronavirus-Variante als "besorgniserregend" eingestuft - jedenfalls einen Strang davon, B.1.617.2, neuerdings auch als "Delta" bezeichnet. Die Variante des Coronavirus könnte nach neuen Erkenntnissen der britischen Gesundheitsbehörden um 60 Prozent ansteckender sein als die bisher vorherrschende Alpha-Variante. Das geht aus Daten von Public Health England mit Bezug auf Ansteckungen im eigenen Haushalt hervor. Gesundheitsminister Matt Hancock war zuletzt noch von einer um 40 Prozent höheren Ansteckungsgefahr ausgegangen.

    Wann ist eine Variante "besorgniserregend"?

    Dies gilt nach Angaben der WHO, wenn bekannt ist, dass sie sich leichter ausbreitet, schwerere Krankheiten verursacht, der Reaktion des Immunsystems ausweicht, das klinische Erscheinungsbild verändert oder die Wirksamkeit der bekannten Instrumente verringert.

    Woher stammt die Bezeichnung "Doppel"-Mutation?

    Die in Indien aufgetauchte Variante weist gleich zwei Veränderungen an einem Oberflächenprotein auf, somit erklärt sich der Begriff. Diese Mutationen sind jeweils für sich betrachtet bereits von anderen Varianten bekannt. Hier nun treten sie jedoch gleich gemeinsam, sozusagen "gedoppelt" auf. Genauer erläutert dies der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update": "Es ist nicht so, dass man eine Kreuzung von zwei verschiedenen Mutanten hat, wie das in einigen Medienquellen gestanden hat." Das Coronavirus hat bereits tausende von Mutationen durchlaufen, es gibt jedoch nur einige Varianten, die für Menschen bedenklicher sind als das Ursprungs-Virus.

    Was bedeutet dies für unser Immunsystem?

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden die beobachteten Veränderungen mit einer "reduzierten Neutralisierbarkeit durch Antikörper oder T-Zellen" in Verbindung gebracht, deren "Umfang nicht eindeutig" geklärt sei. Konkret könnte dies bedeuten, dass Geimpfte sowie Genesene vor einer Ansteckung mit dieser Variante womöglich weniger gut geschützt sind. Auch die Weltgesundheitsorganisation geht offenbar davon aus. Dort heißt es, die Variante B.1.617.2 sei "womöglich" unempfindlicher gegen Antikörper.

    Was bedeutet die "indische Mutante" für die weltweite Impfkampagne?

    Die bisher in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe schützen wohl auch vor der Virus-Variante, die in zuerst Indien aufgetreten ist. Davon geht die EU-Arzneimittelbehörde EMA aus. Zuvor hatten sich bereits die Unternehmen Biontech und Pfizer optimistisch gezeigt, dass ihr Impfstoff auch gegen die Delta-Virusvariante wirkt.

    Der Immunologe Carsten Watzl von der TU Dortmund betonte im Deutschlandfunk, man sei dem Virus nicht hilflos ausgeliefert. Die Effektivität des Biontech-Impfstoffes falle von 90 Prozent bei der Ursprungsvariante auf 88 Prozent, die von Astrazeneca von 66 auf 60 Prozent. Diese Zahlen gelten nach der vollständigen Immunisierung, also nach der 2. Impfung. Die Delta-Variante sei "besonders gut darin", Menschen mit nicht vollständigem Impfschutz zu infizieren, also auch nach einer ersten Impfung.

    Zu Berichten über 12 Todesfälle nach einer Infektion mit der Delta-Variante in Großbritannien trotz vollständiger Impfung sagte der Immunologe, dass er derzeit noch keine Alarmsignale sehe. Die Variante sei die dominante in Großbritannien, daher seien auch die Todesfälle auf sie zurückzuführen. Es gebe immer Menschen, beispielsweise mit Vorerkrankungen, bei denen die Impfung nicht oder nur unzureichend wirke.

    Verändert sich das Krankheitsbild mit der Delta-Variante?

    Die Forschenden der britischen Zoe Covid Symptom Studie, für die Menschen ihre Symptome hochladen können, haben festgestellt, dass die vorherrschenden Symptome der neuen Variante bei jungen Menschen eine laufende Nase und Kopfschmerzen sind. Die bisher als für Corona klassisch geltenden Symptome wie Husten, Fieber und Geschmacks- sowie Geruchsverlust treten demnach nur noch selten mit der Delta-Variante auf. Der Studienleiter Tim Spector betont der BBC gegenüber, dass Menschen möglicherweise denken, sie hätten eine Art saisonale Erkältung und deshalb trotzdem auf Partys gingen. Der Überzeugung der Forschenden zufolge befeuere dies die Neuinfektionen, die zuletzt in Großbritannien verzeichnet wurden.

    Welche Varianten wurden bereits als "besorgniserregend" eingeschätzt?

    Insgesamt werden bisher vier Varianten als besorgniserregend eingestuft. Die WHO hat kürzlich beschlossen, diese nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Nach dem neuen Schema heißt die besorgniserregende Mutante aus Indien Delta. Die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Virusmutante (B.1.1.7) wird nun als Alpha bezeichnet, die in Südafrika entdeckte (B.1.351) Beta und die in Brasilien bekannt gewordene (P.1) Gamma. In Deutschland spielt Delta laut RKI eine untergeordnete Rolle - sie umfasste zuletzt zwei Prozent der sequenzierten Proben. Hier dominiert mit aktuell 88 Prozent noch die Alpha-Variante B.1.1.7. (Stand: 09.06.)

    Der Immunologe Watzl von der TU Dortmund geht davon aus, dass Delta auch in Deutschland bis Herbst die dominante Coronavirus-Variante werden wird. Mit Blick darauf sei es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen - und nicht "dem Irrtum erliegen, die Pandemie sei vorbei".

    Hierzu finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts eine Übersicht mit Empfehlungen sowie einen ausführlichen Bericht.

    (Stand: 14.06.2021)

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  • Covid-19Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat?

    Bisher mussten Geimpfte ihren gelben Impfausweis vorzeigen, um ihre Immunisierung nachzuweisen. Ab sofort ist der Nachweis der Corona-Impfung auch per Smartphone möglich. Wie und wo kommt man an den digitalen Nachweis? Eine Übersicht.

    Apotheken

    Seit dem 14.6. stellen die ersten Apotheken in Deutschland digitale Corona-Impfnachweise aus. Wer bereits vollständig gegen Corona geimpft wurde, kann mit seinem gelben Impfausweis oder mit einer Bescheinigung des Impfarztes in eine teilnehmende Apotheke gehen. Wichtig ist, auch den Personalausweis oder Reisepass zur Kontrolle mitzubringen.

    Die Apotheke erfasst dann den Namen, das Geburtsdatum und den Impfstoff und übermittelt die Daten dem Robert Koch-Institut. Dort wird das digitale Impfzertifikat in Form eines QR-Codes generiert, das in der Apotheke direkt auf einem Bildschirm angezeigt und abgescannt werden kann. Wer kein Smartphone besitzt oder es nicht für den Impfnachweis nutzen will, kann sich das Zertifikat mit dem QR-Code auch ausdrucken lassen.

    Für die Bürgerinnen und Bürger ist der Service kostenlos, die Apotheken erhalten eine Vergütung von 18 Euro vom Bund.

    Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sind bereits mehr als 13.000 der knapp 19.000 Apotheken in Deutschland für die Digitalisierung von Impfnachweisen gelistet. Allerdings können nicht alle direkt starten, etwa, weil teilweise zusätzliches Personal nötig ist.

    Das Suchportal www.mein-apothekenmanager.de, auf dem Verbraucher bundesweit Apotheken finden können, die die digitalen Impfnachweise ausstellen, war zum bundesweiten Start wegen des großen Andrangs zweitweise nicht erreichbar. Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Thomas Dittrich, bat die Bürgerinnen und Bürger um Geduld. Es sei hilfreich, wenn nicht alle sofort kämen, sondern über die Zeit verteilt, sagte er im ZDF.

    Impfzentren

    Wer in einem Impfzentrum bereits vollständig geimpft wurde, muss für den Erhalt des digitalen Impfnachweises nichts weiter unternehmen. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Laumann sollen sie automatisch bis Ende Juni einen QR-Code per Post zugeschickt bekommen. Dieser kann dann mit Hilfe der CovPass-App, der Corona-Warn-App oder, ab dem 16.6., der Luca-App eingelesen und auf dem Smartphone gespeichert werden.

    Wer seinen Zweittermin im Impfzentrum noch vor sich hat, soll den QR-Code dort künftig direkt erhalten. Derzeit laufen Tests in zahlreichen Impfzentren. Bis Ende Juni sollen möglichst alle startklar sein.

    Arztpraxen

    Wer beim Arzt geimpft wird, soll künftig auch dort direkt den QR-Code erhalten. Die Anbindung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte soll schrittweise bis Mitte Juli erfolgen.

    Was bringt das digitale Zertifikat?

    Der digitale Impfnachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiterhin gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Infektionen nachweisen kann. Das soll zur Sommerferienzeit das Reisen erleichtern.

    Laut Bundesgesundheitsministerium ist das digitale Impfzertifikat europaweit bereits anerkannt, zur Anerkennung von Impfungen auf internationaler Ebene außerhalb der EU laufen derzeit noch die Gespräche.

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  • Corona-PandemieWie sinnvoll sind Impfungen für Kinder?

    Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren können sich seit Kurzem gegen das Coronavirus impfen lassen. Ende Mai hatte die EU-Kommission das Vakzin von Biontech/Pfizer für die Personengruppe zugelassen. Doch eine Empfehlung der Stiko gibt es nicht. Ist eine Impfung dann überhaupt sinnvoll?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) lehnt eine generelle Corona-Impf-Empfehlung für Kinder ab 12 Jahren derzeit ab. Als Grund wird die unzureichende Datenlage genannt. Allerdings ist eine Impfung von Kindern auf individuellen Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung sowie eigener Risikoakzeptanz möglich.

    Als sinnvoll erachtet die Impfkommission eine Corona-Impfung von Kindern mit Vorerkrankung. Diese Gruppe könne aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der Covid-19-Infektion mit dem Impfstoff von Biontech immunisiert werden. Zu den genannten Vorerkrankungen zählen unter anderem Adipositas, angeborene Herzfehler, Immun- und Krebserkrankungen sowie chronische Lungenleiden.

    Ist genug Impfstoff für alle da?

    Bundesgesundheitsminister Spahn hatte schon vor der Entscheidung der Stiko betont, deren Einschätzung sei nur eine Empfehlung: „Im Lichte dieser Empfehlung können dann die Eltern mit ihren Kindern, den Ärztinnen und Ärzten die konkreten Entscheidungen treffen, ob jemand geimpft wird oder nicht.“ Das sei eine individuelle Entscheidung. Natürlich gebe es bei jungen Menschen seltener schwere Krankheitsverläufe, aber eben auch Fälle von Long Covid. Eine Frage sei auch, wie viel mehr Alltag möglich werde mit einer Impfung.

    Vor diesem Hintergrund versprach er, dass alle impfwilligen Jugendlichen bis Ende August eine Erstimpfung bekommen sollten. Ursprünglich wollte er sie gar bevorzugt impfen und dafür Biontech-Dosen reservieren. Aufgrund der Impfstoff-Knappheit ist dieser Plan aber wieder vom Tisch. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet für die Erst- und Zweitimpfung von Kindern und Jugendlichen gegen Corona mit einem Bedarf von insgesamt mehr als sechs Millionen Impfdosen des Herstellers Biontech.

    Wie Spahn will auch SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach die sechs Millionen Jugendlichen schnell geimpft wissen, idealerweise schon bis zum Ende der Schulferien. Falls nicht, solle man versuchen, maximal vier Wochen in den Beginn der Schulzeit "hineinzuimpfen", um rasch größtmöglichen Schutz zu bekommen, sagte Lauterbach dem "Tagesspiegel".

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek forderte gar einen Fahrplan für Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren in allen Bundesländern. Auf der Vorsitzende der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, wies im Deutschlandfunk noch einmal darauf hin, dass Impfstoff-Lieferungen fehlten. Ferner werde sich nicht um vorerkrankte Schülerinnen und Schüler gekümmert.

    Wie sehr sind Kinder und Jugendliche von Covid-19 betroffen?

    Die Mehrzahl der Kinder entwickelt bei Covid-19 nur milde oder gar keine Symptome. Sie sind aber nicht ohne Risiko, auch schwere Verläufe zu entwickeln und können das Virus weiter übertragen. Bis 23. Mai sind nach Daten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie knapp 1.550 Kinder und Jugendliche mit Covid-19 ins Krankenhaus gekommen, davon waren 37 Prozent jünger als ein Jahr. Rund fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen wurden auf einer Intensivstation behandelt, 0,3 Prozent starben an Covid-19.

    Dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch für Kinder und Jugendliche gravierende Langzeitfolgen haben kann, ist mittlerweile bekannt. Zur Dauer und Häufigkeit ist aber noch vieles unklar. Es habe den Anschein, dass Langzeitfolgen bei Kindern eher aufträten als die akute Erkrankung, sagte Charité-Virologe Christian Drosten kürzlich im Podcast "Coronavirus-Update".

    Der Kinderarzt Jakob Armann von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie wies im "Tagesspiegel Background" jedoch darauf hin, dass die Datenlage für „Long Covid“ bei Kindern noch extrem dünn sei. Er untersucht das Phänomen für einen Survey in Zusammenarbeit mit Kinderärzten und hatte seit den Osterferien 12 Meldungen. Was das Pedatric Inflammatory Multisystem Syndrom PIMS angeht gab es laut Armann bis Mitte Mai 314 gemeldete Fälle in Deutschland, von denen rund die Hälfte auf der Intensivstation behandelt werden müssten. Der überwiegende Teil verlasse die Kinder aber ohne Beschwerden. Vor diesem Hintergrund sagte er mit Blick auf eine Impfung: „Ein Jugendlicher hat ein extrem geringes Risiko für einen schweren Verlauf nach einer Corona-Infektion, Todesfälle sind glücklicherweise extrem selten.“

    Impfungen für "sichere Schule"?

    Bundesgesundheitsminister Spahn hatte Impfungen für Kinder und Jugendliche in der "Bild am Sonntag" als einen "Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien" bezeichnet. Der Vorsitzende der Stiko, Mertens, hingegen betonte im DLF, die Öffnung der Schule oder die Teilhabe am Leben für Kinder und Jugendliche seien keine ausreichenden Argumente für eine Empfehlung, da könne man „ja zum Beispiel andere Maßnahmen ergreifen, nämlich die Schulen nicht schließen. Das wäre sehr einfach und der Schutz der Eltern ist ja auch etwas, was man dadurch erreichen kann, dass man die Eltern impft.“ Im NDR-Podcast "Coronavirus Update" erläuterte Mertens, dass seit Beginn der Pandemie nur ungefähr 18 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mit dem Coronavirus intensivmedizinisch behandelt worden seien. "Und die zwei registrierten Todesfälle in dieser Altersgruppe betrafen alle Kinder, die schon ohne Covid sehr schwer krank waren." Auch das Risiko an PIMS, dem multisystemischen Entzündungssyndrom, zu erkranken, sei so gering, dass es keine klare Indikation für die Impfung aller gesunden Kinder darstelle.

    Was Impfnebenwirkungen betrifft, fehlten Untersuchungen zu Spätfolgen. Als Beispiele nannte Mertens Narkolepsie beim Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix oder Fälle von Herzmuskelentzündungen bei jungen Männern bei Coronavirus-mRNA-Impfstoffen sowie Sinusvenenthrombosen bei Vektorimpfstoffen gegen Corona. "Dann gibt es sehr schnell die Situation - vom Sicherheitsaspekt her -, dass das mögliche Risiko durch die Impfung höher wird als das Risiko durch die Erkrankung in dieser Altersgruppe", so der Stiko-Vorsitzende.

    Virologe Drosten verweist auf Erfahrungen aus Großbritannien mit intensiven Testungen im Schulbetrieb und zunehmend geimpften Erwachsenen undtwitterte: „Die Impfung der Erwachsenen könnte den Ping-Pong-Effekt zwischen Schulen und Haushalten unterbrechen." Zur Situation in Deutschland bis zum Herbst erwartet Drosten, dass sich zumindest die Eltern von Schülerinnen und Schülern impfen lassen.

    Eine Impfpflicht an Schulen steht aber nicht im Raum. Darauf hatte jüngst auch die Kultusministerkonferenz hingewiesen. Sie empfiehlt nach den Sommerferien "ungeeingeschränkten Regelbetrieb" - mit Verweis auf dann zwei Mal geimpftes Lehrpersonal und darauf, Kinder und Jugendliche keine treibende Kraft in der aktuellen Pandemie-Situation seien.

    Auch andere Hersteller wollen Zulassung erweitern

    Bisher ist nur der Impfstoff von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche zugelassen. Über den Antrag des US-Pharmakonzern Moderna will die Europäische Arzneimittelbehörde EMA im Juli entscheiden. Grundlage ist eine Studie mit mehr als 3.700 Teilnehmern im Alter von zwölf bis 17 Jahren in den USA.

    Das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca und die Universität Oxford rechnen bis zum Sommer mit Ergebnissen. Sie testen ihren Corona-Impfstoff den Angaben zufolge seit Februar an 300 Freiwilligen im Alter von sechs bis 17 Jahren. Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft.

    Wann Vakzine für jüngere Kinder unter zwölf Jahren auf den Markt kommen, ist für den europäischen Markt bisher noch unklar. Russland testet derzeit eine Verabreichung seines Impfstoffs Sputnik V per Nasenspray, wie die Nachrichtenagentur TASS berichtet. Demnach soll die Verabreichungsform für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren geeignet sein. Der Vertriebsstart sei für den 15. September geplant.

    Auch China ist schon weiter. Hier ließen die Behörden bereits den Impfstoff des heimischen Herstellers Sinovac und von Sinopharm für Drei- bis 17-Jährige zu.

    (Stand: 13.06.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 16.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 14.06.)
    + Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat? (Stand 14.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • Corona-PandemiePortale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen

    Die festgelegte Reihenfolge bei der Corona-Impfung ist seit dem 07.06. bundesweit aufgehoben. Mit dem Ende der sogenannten Priorisierung haben alle Menschen ab zwölf Jahren nun zumindest theoretisch die Möglichkeit, einen Impftermin zu erhalten. Doch Geduld ist weiterhin gefragt, und in einigen Bundesländern wird die Priorisierung auch noch aufrechterhalten.

    Mediziner und Vertreter der Kommunen sowie Betriebsärzte, die jetzt ebenfalls mitimpfen dürfen, dämpften entsprechend die Erwartungen und warnen vor Frust. In den Arztpraxen laufen die Telefone heiß und auch die Impfzentren sind vielerorts ausgebucht. Bereits die Aufhebung der Impfpriorisierung in den Hausarztpraxen mehrerer Bundesländer führte zu einem regelrechten Ansturm. In Baden-Württemberg etwa rief die Kassenärztliche Vereinigung dazu auf, nicht mehr in Hausarztpraxen anzurufen, um die Telefonleitungen nicht zu blockieren. Der Hausärzteverband Nordrhein berichtete von einer "extrem aggressiven Stimmung". Der Vorsitzende Funken sagte der "Rheinischen Post", inzwischen meldeten sich viele Hausarztpraxen schon wieder vom Impfsystem ab. Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Mertens, kritisierte die Aufhebung der Priorisierung. Er führte die Entscheidung auch auf öffentlichen Druck zurück: Die Urlaubszeit stehe an, hinzu komme der Wahlkampf.

    Zahlreiche Portale und Tools wollen nun bei der Vermittlung von Impfterminen helfen. Die Ärzteorganisation Mediverbund etwa bietet seit Kurzem auf dem Portal www.impfterminmanagement.de eine Registrierung für Restdosen in baden-württembergischen Arztpraxen an. Der Service gilt allerdings nur für Menschen in diesem Bundesland. Ähnliches versprechen die Seite Impfee sowie die App Impf-Finder.

    Die Webseite Doctolib vermittelte auch schon vor der Pandemie Online-Termine bei Ärztinnen und Ärzten. Nun können dort auch Impftermine gebucht werden, etwa auch bei Gynäkologen oder Urologen, die Impftermine eingestellt haben. Meist sind dort zeitnah Impftermine mit Astrazeneca zu bekommen.

    Auch Privatinitiativen bieten inzwischen Hilfe bei der Terminfindung an. Ein 17-Jähriger aus Baden-Württemberg etwa programmierte eine Art Suchmaschine für Termine in Impfzentren, weil er für seinen Großvater nur schwer einen Termin finden konnten. Auf www.impfterminübersicht.de können sich Interessierte freie Kapazitäten in mehreren Bundesländern anzeigen lassen, inzwischen stellen auch einige Arztpraxen Verfügbarkeiten ein. Die Seite zeigt dann die entsprechenden Kontaktdaten an oder verweist per Link auf die zuständige Buchungsseite. Nach eigenen Angaben wurden so bereits zwei Millionen Termine vermittelt. Ein vergleichbares Portal ist www.impfterminradar.de.

    Keine Webseite, sondern eine Art Programm ist Vaccipy. Es soll, nachdem man es installiert hat, seine Kontaktdaten und sein Impfzentrum eingegeben hat, minütlich nach freien Terminen suchen. Wenn einer frei wird, wird dieser automatisch gebucht.

    Wie der Südwestrundfunk bereits im April berichtete, sah man im Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg solche Portale kritisch. Die Aussagekraft sei bisher nur eingeschränkt gegeben, habe ein Sprecher mitgeteilt. Zudem entsprächen die Ergebnisse nicht immer der tatsächlichen Situation. Das Land Baden-Württemberg habe sich allerdings beim Bundesgesundheitsministerium dafür eingesetzt, auf dem offiziellen Portal eine bessere Übersicht über Impfzentren und verfügbare Termine zu bieten.

    Wie der SWR weiter schrieb, waren auch aus Sicht von KV-Digital (für die offizielle Webseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung verantwortlich) die zusätzlichen Impfterminportale keine Alternative, sondern am ehesten eine Ergänzung. Es sei zu befürchten, dass deren Ergebnisse nicht immer korrekt seien.

    (Stand: 08.06.)

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  • Covid-19-ImpfstoffeWann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig?

    Dass die Impfungen gegen das Coronavirus wahrscheinlich aufgefrischt werden müssen, vermuten Experten schon länger. Unklar ist aber bisher, wann genau. Eine Übersicht zum Thema:

    Die Ständige Impfkommission rechnet damit, dass die aktuellen Impfungen nicht die letzten sein werden. Der Stiko-Vorsitzende Mertens sagte der "Funke Mediengruppe", das Virus werde uns nicht wieder verlassen. Seinen Angaben zufolge ist es denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könne es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, so Mertens. "Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen."

    Der Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen forderte eine frühzeitige Planung der Auffrischungs-Impfungen. Mit Blick auf den Herbst müsse man sich Gedanken machen, wie und für wen man Auffrischungs-Impfungen anbieten solle, sagte Dahmen der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Hier müsse nach Indikationsgruppen vorgegangen werden: Menschen, bei denen die Impfung kürzer anhalte, müssten vorrangig wieder geimpft werden.

    Wie lange hält die Schutzwirkung der Impfung an?

    Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach geht davon aus, dass die Immunität nach einer Impfung gegen Covid-19 rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein. Der Virologe Drosten von der Berliner Charité rechnet mit einer einmaligen Auffrischung "zum Winter hin" und zwar für "mehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen", wie er Ende April im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" erklärte.

    Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Falk, sagte der Zeitung "Die Zeit", man müsse quasi jeden Monat schauen, ob und wie gut Genesene und Geimpfte noch geschützt seien. Der Chef des Robert Koch-Instituts, Wieler, verwies darauf, dass man anhand von Studien sehe, wann eine Auffrischung angezeigt sei. Zeitabstände könne man noch nicht benennen.

    Die beiden Impfstoff-Hersteller Moderna und Biontech/Pfizer haben die Personen aus ihren Zulassungsstudien weiterverfolgt, um abzuschätzen, wie lange die Vakzine vor einer schweren Erkrankung schützen. Beide Unternehmen melden, dass die Wirkung ihrer Impfstoffe sechs Monate nach der zweiten Impfung immer noch bei über 90 Prozent liege. Der Chef des Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla, sagte dennoch kürzlich laut US-Medien, er halte künftig jährliche Corona-Impfungen für möglich.

    Eine Aussage, über die sich der Immunologe Carsten Watzl wunderte. Er glaubt: "Für den Großteil der Bevölkerung ist nicht zu erwarten, dass das gesamte Prozedere jedes Jahr wiederholt werden muss. "Eine Dosis pro Saison - ähnlich wie bei der Grippeschutzimpfung - bräuchten voraussichtlich jene Menschen, deren Immunsystem nicht mehr so gut auf eine Impfung anspricht, etwa aus Altersgründen oder wegen Immunschwäche durch Vorerkrankungen. Für sie sei es auch wichtig, durch ein geimpftes Umfeld mitgeschützt zu werden." Dafür reichten voraussichtlich Auffrischungen im Abstand von mehreren Jahren, so Watzl. Auch bei der Hebräischen Universität in Jerusalem geht man davon aus, dass die Corona-Impfungen zwei Jahre oder länger wirken könnten. Da die Antikörper bei Genesenen aber tatsächlich schon früher deutlich zurückgehen, wird vermutet, dass Geimpfte besser gegen Covid-19 geschützt sein könnten als Genesene, wie DLF-Wissenschaftsredakteur Volkart Wildermuth zusammenfasst.

    Gleicher oder veränderter Impfstoff?

    Die Hersteller arbeiten nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen, die auch gegen relevante bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Besser abgedeckt werden sollen mit den Boostern auch neue Virusvarianten, die der Immunantwort entgehen könnten. Aktuell sind diese in Deutschland noch selten. Doch mit wachsendem Anteil von Geimpften und Genesenen in der Bevölkerung könnten sie zunehmen. Im Fokus sind momentan die in Südafrika und Brasilien entdeckten Mutanten B.1.351 und P.1.

    Wie beispielsweise Moderna-Europachef Dan Staner in einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erläuterte, entwickelt das Unternehmen gerade eine neue Version seines mRNA-Impfstoffes. Am Ende werde nur eine Booster-Variante zur Zulassung eingereicht, nämlich die effizienteste. Dies solle für Europa voraussichtlich bereits im September geschehen, sodass eine Zulassung noch im Oktober oder November dieses Jahres möglich wäre.

    Regulatorisch hoffen die Firmen auf ein vereinfachtes Zulassungsverfahren analog zu den Grippeimpfstoffen, wo die Impfantigene jährlich angepasst werden, ohne dass klinische Studien nötig sind. Das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Arzneimittelsicherheit zuständig ist, stellte das bereits in Aussicht. Der Präsident des Instituts, Klaus Cichutek, sagte, Voraussetzung sei, dass die Herstellung gleich laufe wie beim herkömmlichen Impfstoff. "Dann sind keine weiteren präklinischen Versuche mit Tiermodellen mehr notwendig sondern nur eine kleine Studie mit Menschen, die nachweisen muss, dass der veränderter Wirkstoff genauso wirksam ist, wie der ursprüngliche". Die Wirksamkeit werde aber nicht so aufwendig gemessen, wie in den klinischen Phase-3 Studien, wo die Forscher über Monate auf zufällige Erkrankungen an Covid-19 warten müssten. Sondern es solle ausreichen, in Blutproben ausreichend hohe Mengen von neutralisierenden Antikörpern nachzuweisen. Das gesamte Verfahren, das aktuell mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA diskutiert werde, könnte so nur wenige Monate dauern.

    Nicht notwendig ist es aller Voraussicht nach, mit dem gleichen Präparat nachzuimpfen wie bei den ersten beiden Dosen. Grundsätzlich gebe es erst einmal keine Hinweise darauf, dass ein Mix aus verschiedenen Impfstoffen zum Problem werden könne, sagt Marylyn Addo, Infektiologin und Studienleiterin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Natürlich müsste die Wirkung in Studien abgeklärt werden. Sie betonte aber: "Es ist nicht so, dass, wenn
    man mit einem Impfstoff seine Impfreise beginnt, dass das andere Impfstoffe oder andere Impfstoff-Kategorien ausschließt in der Zukunft."

    Kommt es mit notwendigen Auffrischungsimpfungen zu Engpässen?

    Die FDP fordert die Bundesregierung bereits seit einiger Zeit auf, sich ausreichend früh um weitere Impfstoffmengen für den Schutz gegen Mutanten des Coronavirus zu kümmern. Mit neuen Virusvarianten steige die Wahrscheinlichkeit für eine notwendige dritte Impfdosis, die sogenannten Impfbooster, heißt es in einem Positionspapier der FDP-Bundestagsfraktion. „Um nicht erneut in eine Knappheitssituation zu geraten, bei der ein Großteil der Bevölkerung auf die Schutzimpfung warten muss, sollten bereits jetzt Beschaffungsaufträge für den Herbst veranlasst werden“.

    Die Europäische Union hat bereits 900 Millionen weitere Impf-Dosen von Biontech/Pfizer bestellt, die bis 2023 geliefert werden sollen. Sie sind laut EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen als Auffrischimpfung für Erwachsene gedacht und auch, um die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU zu impfen.

    Israel bereitet sich bereits auf eine erneute Impfung seiner gesamten Bevölkerung vor. Premierminister Benjamin Netanjahu geht von einem millionenfachen Bedarf an Impfdosen alle sechs Monate aus. Er warnt: "Es gibt eine riesige Konkurrenz unter den Ländern" - und er sei entschlossen "erneut die Länder der Welt anzuführen bei der Einfuhr von Millionen Impfdosen."

    In Großbritannien kündigte der zuständige Minister Nadhim Zahawi im "Daily Telegraph" zwar an, dass über 70-Jährige und Menschen mit hohen gesundheitlichen Risiken sowie medizinisches Personal bereits im September eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen könnten. Bis zum Herbst würden aber vermutlich acht verschiedene Impfstoffe zur Verfügung stehen, darunter einige, die vor Varianten schützen könnten. Vor diesem Hintergrund betonte Zahawi. "Wie auch immer das Virus sich verhält - wir werden bereit sein."

    (Stand: 9.06.2021)

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  • Covid-19Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Impfempfehlung für Schwangere angepasst: Nach individueller Prüfung könne eine Covid-19-Immunisierung Schwangeren "großzügig empfohlen" werden. Zuvor war die Stiko sehr zurückhaltend.

    In der fünften Aktualisierung der Stiko-Impfempfehlung heißt es nun: "Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden."

    Mit einer generellen Impfempfehlung für Schwangere hält sich die Stiko jedoch weiterhin zurück. Dazu Marianne Röbl-Mathieu, Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in der Stiko: "Wo die Evidenz fehlt, wo es keine Kontrollgruppen gibt oder vergleichsweise geringe Datenmengen, kann die Stiko nichts empfehlen", sagte Röbl-Mathieu. Das bedeute jedoch nicht, dass die Stiko etwa ein erhöhtes Risiko befürchte, sie könne es nur noch nicht ausreichend beurteilen.

    Kritik von Expertinnen und Experten an der Stiko

    Schwangere haben Medizinerinnen und Medizinern zufolge ein höheres Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung. Darum werden sie in den meisten Nachbarländern Deutschlands geimpft. Die WHO empfiehlt eine priorisierte Corona-Impfung für Schwangere. Die Zurückhaltung der Stiko, begründet mit der dünnen Datenlage, löste deshalb auch Kritik aus.

    In einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (Stand 21.05.) heißt es, auch wenn dies über die derzeit gültige STIKO-Empfehlung hinausgehe, konsentierten die Fachgesellschaften nach sorgfältig geführter Nutzen-Risiko-Abwägung zur Frage der Covid-19-Impfung von Schwangeren und Stillenden: "In informierter partizipativer Entscheidungsfindung und nach Ausschluss allgemeiner Kontraindikationen wird empfohlen, Schwangere priorisiert mit mRNA-basiertem Impfstoff gegen Covid-19 zu impfen."

    Der Mediziner Ekkehard Schleußner vom Universitätsklinikum Jena sagte im Deutschlandfunk, Schwangere erkrankten zwar nicht häufiger an Covid-19. Aber wenn sie erkrankten, sei der Verlauf unter Umständen "sehr deutlich schwerer". Man sehe mit Blick auf die Statistik auch eine erhöhte Mortalität. Ähnlich sahen es etwa auch die Virologen Christian Drosten und Alexander Kekulé.

    Immunsystem ist bei Schwangeren herabgesetzt

    Es gibt mehrere Hypothesen, warum eine Covid-Erkrankung bei Schwangeren schwerer verläuft. Schleußner nimmt an, dass die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft die Entzündungsmechanismen unterstützt. Der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena weist darauf hin, dass das Immunsystem bei Schwangeren generell etwas herabgesetzt und die Sauerstoffaufnahme reduziert ist.

    Mediziner Schleußner verweist auf neue Studien

    Der Jenaer Mediziner Schleußner hatte zuletzt im Deutschlandfunk der Stiko widersprochen, die wiederholt mit der fehlenden Datenlage argumentiert. In den vergangenen Wochen seien mehrere Studien mit zahlreichen Teilnehmerinnen erschienen. Diese zeigten ganz klar, dass eine Corona-Impfung "nicht zu vermehrten schwangerschaftsspezifischen Komplikationen" führe. Auch ein erhöhtes Krankheits- oder Sterbe-Risiko der Schwangeren oder der Föten sei nicht zu erkennen. Schwangere hätten auch keine anderen oder schwereren Nebenwirkungen als Nicht-Schwangere. Die Antikörperbildung verlaufe ebenfalls in gleicher Weise. Die Antikörper gingen zudem auf das Kind über und gäben ihm demnach - wie bei anderen Erkrankungen bekannt - einen gewissen "Nestschutz".

    Wie Schleußner weiter sagte, beziehen sich die bisherigen Studien auf mRNA-Impfstoffe. Bisher zugelassen in Deutschland sind diese Präparate von Biontech/Pfizer sowie Moderna. Das bedeute jedoch nicht, dass Vektor-basierte Impfstoffe potenziell gefährlich seien.

    Nicht Impfstoff eine Gefahr für Ungeborene, sondern eine Erkrankung der Mutter

    Mit Blick auf die Risiken für das ungeborene Kind erklärte Schleußner: Auf Basis der bisherigen Studien könne man sagen, dass vor allem Antikörper der Mutter auf den Fötus übergingen, und so gut wie keine mRNA des Impfstoffs. Die Gefahr sei nicht der Impfstoff, sondern dass die Mutter wegen einer Covid-19-Erkrankung schwer erkranken und möglicherweise sterben könnte und das Kind als Frühgeburt mit ungünstigen Umständen zur Welt kommen könnte.

    Der Virologe Kekulé berichtete im MDR von einer Studie: Die Wahrscheinlichkeit, auf der Intensivstation zu landen, sei für erkrankte Schwangere demnach im Vergleich zu Schwangeren ohne Covid-19 rund fünffach erhöht, die Wahrscheinlichkeit zu sterben 22-fach. Ein Forscherteam stellte diese Beobachtungen aus 18 Ländern im Journal "Jama Pediatrics" vor, es ging um mehr als 2.100 infizierte und nicht-infizierten Schwangere. Drosten verwies allerdings darauf, dass darunter auch Länder mit schlechteren Gesundheitssystemen seien.

    Im Ärzteblatt erschienen kürzlich Daten zu Schwangeren in Deutschland. Demnach haben Schwangere überwiegend günstige Verläufe im Falle einer Covid-19-Erkrankung. Allerdings bezieht sich das auf Daten bis Oktober 2020 - wie sich die inzwischen dominante britische Variante auf Schwangere auswirkt, ist unklar. Im Hamburger Universitätsklinikum nahm die Zahl der Schwangeren auf der Intensivstation zuletzt zu. Dies könne daran liegen, dass sich das Virus vermehrt unter Jüngeren und Kindern ausbreitet. Vor allem Schwangere, die bereits Kinder haben, seien besonders gefährdet, hieß es.

    In Israel gab es mehrere Todesfälle ungeimpfter, schwangerer Frauen sowie Totgeburten nach Corona-Infektionen. Israel hat eine vergleichsweise hohe Geburtenrate von durchschnittlich drei Kindern pro Frau.

    Corona-Infektion erhöht möglicherweise Risiko für Totgeburten

    Auf ein erhöhtes Risiko von Totgeburten durch eine Corona-Infektion bei Schwangeren deutet auch eine Studie aus Großbritannien - allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Das legen Ergebnisse nahe, die die Forschenden in der Fachzeitschrift "American Journal of Obstetrics and Gynecology" veröffentlichten. Dafür untersuchten sie Geburten bei 340.000 Frauen im größten britischen Landesteil England zwischen Mai 2020 und Januar 2021.

    Von diesen wurden 3.527 Frauen positiv auf das Coronavirus getestet, als sie ins Krankenhaus kamen. 30 von ihnen erlitten eine Totgeburt, also verloren ihr Baby mindestens 24 Wochen nach Beginn der Schwangerschaft. Der von den Forschern ermittelte Schnitt von 8,5 je 1.000 Frauen liegt deutlich über dem Schnitt von 3,4 je 1.000 Frauen bei negativ getesteten Schwangeren. Ein ähnliches Bild ergab die Studie bei Frühgeburten, also einer Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche. Diese erfolgte bei 12 Prozent der Corona-Infizierten, aber nur bei 5,8 Prozent der negativ Getesteten.

    Die Forscher betonten, das Risiko für Tot- oder Frühgeburten bleibe weiterhin sehr gering. Es sei aber wichtig, dass mögliche Gefahren bekannt sind.

    Israel empfiehlt schon lange Impfung für Schwangere - andere Länder folgen

    In Israel wird im Gegensatz zu Deutschland bereits seit Januar die Impfung von Schwangeren ausdrücklich empfohlen. Der israelische Gynäkologenverband schrieb, die Covid-19-Erkrankung könne während der Schwangerschaft Schaden anrichten, bei Schwangeren einen schwereren Krankheitsverlauf auslösen und Frühgeburten verursachen. Deshalb sei es wichtig, sich impfen zu lassen. Man empfehle eine Immunisierung aller Schwangeren, die dies wünschten. Dies gelte besonders, wenn sie gefährdet seien, mit dem Virus in Kontakt zu kommen oder Vorerkrankungen hätten, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhten. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt Schwangeren inzwischen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

    In Großbritannien wies das Joint Committee on Vaccination and Immunisation (JCVI) darauf hin, dass etwa 90.000 schwangere Frauen in den Vereinigten Staaten geimpft worden seien. Dies sei hauptsächlich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna geschehen, ohne dass Sicherheitsbedenken aufgekommen seien. Basierend auf diesen Daten rate das JCVI, dass es vorzuziehen sei, schwangeren Frauen in Großbritannien diese mRNA-Impfstoffe anzubieten, sofern diese verfügbar seien. Auch in Frankreich und seit Kurzem in Österreich werden Schwangere geimpft.

    (Stand: 12.06.)

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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

    Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

    Nebenwirkungen - das ist der Sammelbegriff unter den wir alle Reaktionen auf eine Impfung zusammenfassen. Das Robert Koch-Institut unterscheidet zwischen Impfreaktionen und Impfkomplikationen. Die Impfreaktionen sind gewünscht und Teil der Immunisierung, weil der Körper ja auf das Vakzin reagieren und eine Immunabwehr aufbauen soll. Komplikationen sind unerwünscht und sollten gemeldet werden. Entweder bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, über das Nebenwirkungsportal des Bundes (hier gibt es ein "Covid-19-Meldeformular") oder über die App "SafeVac" (mehr dazu am Ende des Artikels).

    Häufige Impfreaktionen

    Zu den häufigeren Reaktionen bei allen Impfstoffen zählen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit; auch Fieber kann auftreten. Für diese Impfreaktionen gilt: Sie halten nur kurze Zeit an und klingen von selbst wieder ab. Zudem zeigen sie an, dass das Immunsystem arbeitet. Generell treten sie bei jüngeren Menschen eher häufiger auf und nehmen mit dem Alter ab.

    Sehr selten: allergischer Schock

    Sehr selten kommt es zu einem allergischen Schock. Dieser tritt unmittelbar nach der Impfung auf und kann lebensbedrohlich sein, ist aber bei schneller ärztlicher Hilfe gut zu überstehen. Deshalb muss man nach der Impfung sicherheitshalber noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben, meist sind es 15 bis 30 Minuten.

    Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte über die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe. Demnach gibt es bislang keine Sicherheitsbedenken gegen die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna. Bei den bislang bekannten Impfreaktionen hätten sich keine statistischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Nutzen der Impfstoffe sei weitaus größer als die Risiken, betont die Aufsichtsbehörde.

    Berichte aus Israel haben jedoch zuletzt die Frage aufgeworfen, ob Herzmuskel-Entzündungen bei Geimpften mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer in Verbindung stehen könnten. Das israelische Gesundheitsministerium teilte am 2. Juni mit, unter den mehr als fünf Millionen Geimpften seien zwischen Dezember und Mai 275 Fälle von Myokarditis aufgetreten. Eine Untersuchung sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen der zweiten Dosis und Herzmuskelentzündung bei Männern im Alter zwischen 16 und 30 gebe. Bei 16- bis 19-jährigen Männern sei dies häufiger beobachtet worden als in anderen Altersgruppen. Israel genehmigte gleichwohl die Impfung von 12- bis 15-Jährigen, weil die Vorteile die Risiken überwiegen. Pfizer erklärte, dass dem Unternehmen die Befunde aus Israel bekannt seien. Bislang sei aber kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Myokarditis festgestellt worden. Es sei bisher keine höhere Rate von Herzmuskelentzündungen beobachtet worden, als in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten gewesen wäre.

    Der Impfstoff von Astrazeneca

    Die Immunisierungen mit dem dritten in Deutschland zugelassenen Impfstoff - dem Mittel von Astrazeneca - waren nach Berichten über Todesfälle durch Blutgerinnsel im Gehirn zunächst im März vorübergehend ausgesetzt und Ende März dann eingeschränkt wieder aufgenommen worden. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA und die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hatten nach einer Prüfung den weiteren Einsatz des Mittels von Astrazeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, hieß es in einer Stellungnahme der Stiko. Auch die EMA bezeichnete den Impfstoff von Astrazeneca als "sicher und wirksam".

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in der Corona-Pandemie die zentrale Sammelstelle für Informationen über Impfnebenwirkungen und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Bericht dazu. Den Angaben zufolge sind bis Ende April 67 Fälle einer Thrombose mit Thrombozytopenie nach Impfung mit Astrazeneca bekannt. In 14 Fällen war der Ausgang demnach tödlich. Neun Todesfälle betrafen Frauen, fünf Männer.

    Astrazeneca nur noch bei Menschen über 60

    Am 30. März beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hingegen hielt nun nach einer erneuten Prüfung der Thrombosefälle weiter an ihrer Empfehlung des Impfstoffes für alle Menschen ab 18 Jahren fest. Die EMA erklärte, der Nutzen des Wirkstoffes sei nach wie vor höher zu bewerten als die Risiken. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen als "sehr selten" aufgenommen werden.

    In Deutschland kann Astrazeneca nach sorgfältiger ärztlicher Beratung auch an unter 60-Jährige durch niedergelassene Ärzte verabreicht werden. Die Impfpriorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca wurde aufgehoben.

    Das Vakzin von Johnson & Johnson

    Der vierte in Deutschland und der EU zugelassene Corona-Impfstoff ist der des US-Herstellers Johnson & Johnson. Laut EMA kann der Wirkstoff zwar in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen. Insgesamt überwögen aber die Vorteile des Impfstoffs die Risiken. Nach Angaben der EMA waren acht Fälle von Hirnvenenthrombosen festgestellt worden, nachdem der Impfstoff fast sieben Millionen Menschen verabreicht worden war.

    Mögliche Ursache für Thrombosen

    Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben inzwischen herausgefunden, wie die Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe hätten bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämatostaseforschung hat bereits entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

    Paul-Ehrlich-Institut sammelt Meldungen

    Bis Ende April wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt knapp 50.000 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Komplikationen nach Covid-Impfungen registriert, bei insgesamt bis dahin fast 29 Millionen durchgeführten Impfungen.

    Die Melderate betrug den Angaben für alle Impfungen mit Covid-19-Impfstoffen 1,7 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle betrug sie 0,2 pro 1.000 Impfdosen. Bei Astrazeneca liege die Melderate etwas höher als bei den anderen Impfstoffen (4,5 Fälle pro 1.000 Dosen und bei schwerwiegenden Fällen 0,4 pro 1.000). Das könne aber auch mit der medialen Berichterstattung über den Impfstoff zu tun haben, hieß es.

    Eine Studie der Universität Oxford hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung mit verschiedenen Präparaten festgestellt. Wie die Forschenden im Fachmagazin "The Lancet" schreiben, gibt es deswegen aber keine Sorge in Sachen Patientensicherheit. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, kann noch nicht beurteilt werden.

    Was sollte man tun, wenn Beschwerden auftreten?

    Wer geimpft wurde und den Verdacht hat, dass Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Auch eine Online-Meldung direkt bei dem Institut ist möglich. Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen zu melden. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter.

    App "SafeVac" fragt nach

    Zum ersten Mal in Deutschland werden Geimpfte aber auch aktiv nach ihrem Befinden befragt. Dazu wurde die App "SafeVac" entwickelt. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktionen zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben. Klaus Cichutek, der PEI-Präsident, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren.

    (Stand: 02.06.2021)

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  • Fußball-EMDeutschland gegen Frankreich 0:1

    Bei der Fußball-Europameisterschaft hat die deutsche Nationalmannschaft ihr Auftaktspiel gegen Frankreich verloren.

    Am Ende der Partie in München stand es 0:1 durch ein Eigentor von Mats Hummels in der 20. Minute.

    Im zweiten Spiel der Gruppe F hatte zuvor Ungarn gegen Portugal mit 0:3 verloren. Die Treffer in Budapest erzielten Raphaël Guerreiro und zweimal Cristiano Ronaldo.

  • PetryEx-Vorsitzende erhebt Vorwürfe gegen AfD-Spitze

    Die frühere AfD-Vorsitzende Petry hat schwere Vorwürfe gegen das aktuelle Spitzenpersonal der Partei erhoben.

    Sie habe Kenntnis davon, dass Parteichef Meuthen illegale Spendengelder des Immobilien-Milliardärs Conle vorbei an den offiziellen Parteigremien in illegale Kanäle gelenkt habe, sagte Petry dem ZDF und dem Recherchezentrum Correctiv. Mit dem Geld sollte demnach der Facebook-Auftritt der Partei zur Bundestagswahl 2017 gestärkt werden. Auch der AfD-Spitzenkandidatin Weidel warf Petry vor, illegale Spenden angenommen zu haben.

    Meuthen wies die Anschuldigungen gegenüber dem Magazin "Spiegel" als unwahr zurück. Weidels Pressesprecher nannte die Vorwürfe wörtlich "unerhörte Unterstellungen".

  • JerusalemTausende Nationalisten bei Flaggenmarsch

    Tausende Nationalisten sind bei einem umstrittenen Flaggenmarsch durch Jerusalem gezogen. Die Teilnehmer schwenkten Israelflaggen und sangen Hymnen der israelischen Siedlerbewegung in den besetzten Gebieten. Tausende Polizisten waren im Einsatz, um Ausschreitungen zu unterbinden.

    Mehr als 30 Palästinenser wurden nach Angaben von Rettungskräften verletzt. Der Protestzug bewegte sich von einem jüdisch-orthodoxen Viertel im Westen der Stadt in Richtung des annektierten Ostteils. Schon vor Beginn des Marsches war es zu gewalttätigen Konfrontationen zwischen Palästinensern und den Sicherheitskräften gekommen, als diese in Ost-Jerusalem Straßen räumten. Bereits dabei wurden 33 Palästinenser bei Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzt. 17 Personen wurden festgenommen.

    Mit dem "Flaggenmarsch" gedenken nationalistische Israelis der israelischen Besetzung von Ost-Jerusalem im Sechs-Tage-Krieg 1967.

  • Umstrittenes LGBTQI*-GesetzEU-Kommission droht Ungarn mit Sanktionen

    Ungarn muss mit Sanktionen der Europäischen Union rechnen, nachdem das Parlament ein umstrittenes Gesetz zu Unterrichtsmaterialien über Homosexualiät verabschiedet hatte.

    Das neue Zensurgesetz könnte der EU-Kommission zufolge zu einer Kürzung von Zahlungen führen. Die EU-Kommissarin für Gleichstellung, Dalli, verwies auf das Vorgehen gegen Regionen in Polen, die sich zu sogenannten "LGBT-freie" Zonen erklärt hatten. Wer Werte der Demokratie oder Gleichheit der EU nicht hochhalte, sei auch nicht berechtigt, Geld zu erhalten.

    Das ungarische Zensurgesetz soll es Jugendlichen erschweren, sich über Homosexualität und Transgender zu informieren. Demnach darf beides nicht mehr als Bestandteil einer gesellschaftlichen Normalität in Büchern und anderen Medien dargestellt werden, wenn diese für Menschen unter 18 erreichbar sind.

  • EuropareiseUS-Präsident Biden trifft zu Gesprächen mit Putin in Genf ein

    US-Präsident Biden ist in Genf angekommen, wo er sich morgen mit Russlands Präsidenten Putin treffen will.

    Das Gespräch zwischen den beiden Staats- und Regierungschefs wird international mit Spannung erwartet. Es ist das erste persönliche Gipfeltreffen seit Bidens Amtsantritt. Die Beziehungen der beiden Länder gelten als äußerst angespannt. Kritische Themen dürften unter anderem die Inhaftierung des russischen Oppositionsführers Nawalny und die umstrittene Unterstützung der russischen Regierung des belarusischen Machthabers Lukaschenko sein. Die USA werfen Russland zudem vor, sich in die US-Wahlen eingemischt und großangelegte Hackerangriffe durchgeführt zu haben.

    Das Treffen von Biden und Putin wird von höchsten Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Insgesamt sind rund 4000 Polizisten, Soldaten und andere Sicherheitskräfte in Genf im Einsatz. Kampfjets, Hubschrauber und Flugabwehrraketen stehen bereit, der Luftraum ist in einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern herum abgesperrt.

  • Fußball-EMDeutschland gegen Frankreich zur Halbzeit 0:1

    Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet derzeit ihr erstes Spiel bei der Fußball-Europameisterschaft.

    Bei der Partie in München gegen Weltmeister Frankreich liegt Deutschland zur Halbzeit durch ein Eigentor von Mats Hummels mit 0:1 zurück.

    Im zweiten Spiel der Gruppe F hatte zuvor Ungarn gegen Portugal mit 0:3 verloren. Die Treffer in Budapest erzielten Raphaël Guerreiro und zweimal Cristiano Ronaldo.

  • Delta-VarianteLänder wollen laut Bericht strengere Einreisevorschriften

    Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus wollen die Bundesländer einem Bericht zufolge strengere Einreisevorschriften durchsetzen.

    In einem Beschlussentwurf für die morgige Gesundheitsministerkonferenz werden insbesondere die Regeln für Einreisen aus sogenannten einfachen Risikogebieten kritisiert, wie das Magazin "Business Insider" berichtet. Wer aus einem einfachen Risikogebiet einreist, kann die häusliche Quarantäne umgehen, indem er sich unmittelbar auf Corona testen lässt und das negative Testergebnis über ein zentrales Portal meldet. Dies führe zu einer lückenhaften Früherkennung möglicher Infektionen, heißt es dem Bericht zufolge in dem Papier. Vor der anstehenden Reisesaison müsse über eine effiziente Absicherung von Einschleppung diskutiert werden. Eine Möglichkeit sei eine generelle "Zwei-Test-Strategie". Dann müsste sich jeder bei der Einreise testen lassen - und fünf Tage später erneut.

    Die Delta-Variante, die zuerst in Indien nachgewiesen worden war, breitet sich derzeit vor allem in Großbritannien stark aus.

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  • ParlamentswahlRegierungspartei stärkste Kraft in Algerien

    In Algerien hat die Regierungspartei bei der ersten Parlamentswahl nach dem Sturz von Langzeitherrscher Bouteflika die meisten Stimmen bekommen.

    Damit verteidigte die "Nationale Einheitsfront" ihre Position als stärkste Kraft in dem nordafrikanischen Land. Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis erreichte sie 105 von 407 Sitzen.

    Präsident Tebboune hatte das noch unter Bouteflika gewählte Parlament im Februar nach Massenprotesten aufgelöst und einen Wandel versprochen. Gegnern der Regierung ging der Schritt nicht weit genug. Sie wollen die bisherige politische Elite entmachten. Seit Monaten gehen dafür immer wieder tausende Menschen auf die Straße. Sie sehen die jetzige Führung als Fortsetzung des alten Systems. Bouteflika hatte sich 20 Jahre an der Macht gehalten. Im April 2019 wurde er nach anhaltenden Massenprotesten aus dem Amt gedrängt.

  • Corona-WiederaufbaufondEU nimmt mit Eurobonds 20 Milliarden Euro ein

    Bei der ersten Auktion gemeinsamer europäischer Anleihen hat die EU 20 Milliarden Euro eingenommen.

    Der Verkauf der Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren, für die alle EU-Staaten gemeinsam geradestehen, ist der erste Schritt zur Finanzierung des Corona-Wiederaufbaufonds. Mit dessen Hilfe sollen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie gemildert werden. Bis zum Jahresende will die EU weitere 80 Milliarden Euro aufnehmen.

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  • PandemieZahl der Todesfälle in den USA durch Coronavirus übersteigt Marke von 600.000

    In den USA ist die Zahl der Todesfälle durch die Corona-Pandemie auf über 600.000 gestiegen.

    Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore ist dies die mit Abstand höchste Zahl von Todesopfern im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung weltweit, noch vor Brasilien und Indien. US-Präsident Biden sprach von einem "traurigen Meilenstein". Seit Beginn der Pandemie wurden in den USA rund 33,5 Millionen Ansteckungen gemeldet.

    In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Todesfälle, die mit dem Corona-Virus in Verbindung gebracht werden, deutlich zurückgegangen - unter anderem wegen rascher Fortschritte bei der Impfkampagne. In New York beispielsweise sind 70 Prozent aller Einwohner inzwischen geimpft. Nahezu sämtliche Corona-Beschränkungen werden nun aufgehoben.

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  • PandemieCorona-Beschränkungen werden nach und nach aufgehoben

    Vor dem Hintergrund weiter sinkender bestätigter Corona-Neuinfektionen nehmen die Bundesländer immer mehr Einschränkungen zurück.

    Mehrere Bundesländer kündigten weitreichende Lockerungen an. In einigen wird die Maskenpflicht im Freien aufgehoben, Menschen dürfen sich wieder ohne Beschränkungen treffen, und Maskenvorgaben an Schulen werden weiter gelockert.

    Auch Partys in Clubs werden nach Monaten wieder möglich. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich: In Mecklenburg-Vorpommern soll die Vorschrift zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien in der kommenden Woche weitgehend abgeschafft werden. Auch in Hamburg wird die Maskenpflicht gelockert, ebenso in Berlin. Im Saarland soll die Maskenpflicht im Unterricht ab Donnerstag aufgehoben werden, in Rheinland-Pfalz ab nächsten Montag. Auch Baden-Württemberg denkt über diesen Schritt nach.

    Lehrerverbände hatten sich zuletzt gegen ein Ende der Maskenpflicht in Schulen ausgesprochen, der Deutsche Städte- und Gemeindebund ein bundeseinheitliches Vorgehen gefordert.

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  • SuperrechnerMerkel: Deutschland will in Quantenforschung Weltspitze bleiben

    Nahe Stuttgart ist der erste kommerzielle Quantencomputer in Europa vorgestellt worden.

    Wegen ihrer hohen Rechenleistung gelten diese Computer als besonders geeignet, komplexe Probleme zu lösen. Bundeskanzlerin Merkel warb in einem Grußwort für verstärkte Anstrengungen, um Deutschlands Platz in der Weltspitze der Quantentechnologie zu verteidigen. Damit seien grundlegende Veränderungen zum Beispiel in der Medizin und Materialforschung möglich, sagte Merkel. Die Bundesregierung wolle mit ihrer Förderung von zwei Milliarden Euro vor allem die marktnahe Entwicklung unterstützen.

  • Berg-KarabachTürkischer Präsident Erdogan besucht Stadt Schuscha

    Mit militärischem Ehren ist der türkische Präsident Erdogan in der Stadt Schuscha in der Region Berg-Karabach empfangen worden.

    Der strategisch wichtige Ort war im Krieg mit Armenien von Aserbaidschan zurückerobert worden. Erdogan sprach von einer Befreiung und kündigte an, ein türkisches Konsulat in Schuscha eröffnen zu wollen. Aserbaidschans Staatschef Alijew dankte Erdogan für dessen Unterstützung. Bei den Kämpfen im vergangenen Jahr wurden mehr als 6.000 Menschen getötet. Aserbaidschan hatte den Krieg auch Dank des Einsatzes türkischer Drohnen gewonnen.

  • TennisAuftaktsieg für Angelique Kerber in Berlin

    Angelique Kerber ist erfolgreich in die Rasensaison gestartet.

    Nach ihrem Aus in der ersten Runde der French Open besiegte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin die japanische Qualifikantin Misaki Doi beim WTA-Turniers in Berlin mit 6:2, 6:1.

    Im Achtelfinale trifft Kerber auf die frühere Weltranglistenerste Wiktoria Asarenka aus Belarus, die zuvor Andrea Petkovic ausgeschaltet hatte. Petkovic verlor gegen Asarenka 4:6, 6:7 (2:7) und schied aus dem Turnier aus.

  • Einigung im SubventionsstreitBiden spricht von "großem Durchbruch"

    US-Präsident Biden hat die Einigung im Handelsstreit mit der EU als großen Durchbruch bezeichnet.

    Mit der Vereinbarung über die Subventionen für die Flugzeughersteller Boeing und Airbus hätten die Vereinigten Staaten und die Europäische Union gezeigt, dass sie zusammenarbeiten wollten, sagte Biden in Brüssel, anders übrigens als China, das sich mit nicht marktkonformen Praktiken in diesem Sektor einen unfairen Vorteil verschaffe.

    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte am Rande des EU-USA-Gipfels in Brüssel heute bestätigt, dass man einen Kompromiss im Streit um die Subventionen für die Flugzeughersteller Airbus und Boeing erzielt habe. Damit gilt einer der schwierigsten Handelskonflikte als entschärft. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf Verhandlungskreise, beide Seiten planten, die Strafzölle für weitere fünf Jahre bis 2026 auszusetzen. Die USA und die EU hatten sich seit 17 Jahren vorgeworfen, ihre Flugzeughersteller unzulässig zu subventionieren.

    Auch die französische Regierung hat mit Erleichterung auf den Kompromiss zwischen den USA und der EU über die Subventionen im Flugzeugbereich reagiert.
    Wirtschaftsminister Le Maire sprach von einer "guten Einigung" im langjährigen Airbus/Boeing-Streit und forderte einen endgültigen Abschluss des Falls. Der Minister für Außenhandel, Riester, sagte, es handele sich um eine Verlängerung des Waffenstillstands um fünf Jahre. Unter den Zollsanktionen hätten insbesondere die französischen Weinbauern zu leiden.

  • CoronavirusDiskotheken in Sachsen-Anhalt können wieder öffnen

    Die Diskotheken in Sachsen-Anhalt können wieder öffnen.

    Voraussetzung für den Einlass sei ein negativer Coronatest, teilte die Staatskanzlei in Magdeburg mit. Außerdem müssten die Diskotheken ihre Auslastung auf 60 Prozent begrenzen. Die landesweit stabile Inzidenz im einstelligen Bereich ermögliche diese und weitere Lockerungen. So dürften beispielsweise auch Saunen oder Spielplätze in Hallen unter Auflagen wieder öffnen, hieß es. Die entsprechende Verordnung tritt zum Wochenende in Sachsen-Anhalt in Kraft.

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  • VerfassungsschutzberichtSeehofer: Zahl der Salafisten stagniert - Bericht über "Neue Rechte"

    2020 hat die Zahl der Salafisten in Deutschland erstmals stagniert.

    Das teilte Bundesinnenminister Seehofer bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes in Berlin mit. Dass es bei der zahlenmäßig bedeutendsten islamistischen Strömung keinen Zulauf gegeben habe, sei dem entschlossenen staatlichen Handeln geschuldet, sagte der CSU-Politiker. Dennoch bleibe der islamistische Terrorismus eine sehr ernste Bedrohung. Von Entwarnung könne keine Rede sein, betonte er.

    Die Zahl linksextremistisch motivierter Straftaten erreichte dem Bericht zufolge einen Höchststand. Besorgniserregend sei vor allem die erhebliche Zunahme von Gewalttaten - um mehr als 34 Prozent. Mehr als jeder vierte Linksextremist sei als gewaltorientiert einzuschätzen.

    Die größte Gefahr für die Sicherheit in Deutschland ist nach Seehofers Worten jedoch der Rechtsextremismus und der Antisemitismus. Die Corona-Pandemie habe sie noch verstärkt. Rechtsextremisten hätten sich bemüht, über die Proteste Anschluss ans bürgerliche Spektrum zu finden. Seehofer ergänzte, der Verfassungsschutz zähle inzwischen 33.300 Personen zum rechtsextremistischen Spektrum. Das sei ein Plus von 3,8 Prozent. Etwa 13.000 von ihnen seien gewaltorientiert.

    Erstmals hat der Verfassungschutz in seinem Jahresbericht der sogenannten Neuen Rechten ein Unterkapitel gewidmet. Nach Angaben von Bundesinnenminister Seehofer versuchten Anhänger der Gruppierung durch einen pseudointellektuellen Anstrich ihr rechtsextremistisches Gedankengut in den öffentlichen Diskurs einzubringen. Der Verfassungsschutz zählt unter anderem die "Identitäre Bewegung Deutschland", das "Compact-Magazin", den Verein "Ein Prozent" und das "Institut für Staatspolitik" des Verlegers Kubitschek dazu.

  • Vereinte NationenMillionen Hausangestellte werden ausgebeutet

    Auch zehn Jahre nach der Verabschiedung einer UNO-Schutzkonvention müssen Millionen Hausangestellte Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen erdulden.

    Die Corona-Krise habe die prekäre Lage der Kinder, Frauen und Männer noch verschlimmert, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf mit. Generalsekretär Ryder erklärte, derzeit hätten mehr als ein Drittel der weltweit 76 Millionen Hausangestellten keinerlei Schutz. Betroffen seien besonders Asien und die arabischen Staaten. Ryder forderte faire Verträge sowie einen Arbeitsplatz- und Sozialschutz für alle Beschäftigten.

    Die ILO hatte ihre Schutz-Konvention im Juni 2011 verabschiedet. Sie gilt für Angestellte, die in fremden Haushalten kochen, putzen, Kinder und ältere Menschen betreuen oder andere Arbeiten verrichten.

  • StudieRund ein Drittel des Einkommens fließt in die Monatsmiete

    Für die monatliche Miete einer Wohnung müssen immer mehr Menschen mehr als ein Drittel ihres Netto-Einkommens aufwenden.

    In Großstädten ist es nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung fast jeder zweite Haushalt. Danach liegen gut 49 Prozent der rund 8,4 Millionen Haushalte in Großstädten oberhalb dieser Schwelle. In der Studie der gewerkschaftsnahen Stiftung heißt es dazu, eine Mietbelastungsquote oberhalb von 30 Prozent des Nettoeinkommens gelte insbesondere bei Haushalten mit niedrigerem Einkommen als problematisch, denn dann bleibe nur noch relativ wenig Geld zur sonstigen Lebensführung. Auch viele Vermieter zögen hier eine Grenze, weil sie daran zweifelten, dass Mieter sich die Wohnung dauerhaft leisten könnten.

  • TierwohlKlöckner wirft SPD Blockadehaltung vor

    Bundesagrarministerin Klöckner hat dem Koalitionspartner SPD eine Blockadehaltung beim geplanten Tierwohl-Label auf Fleisch vorgeworfen.

    Es sei schade, wenn der SPD der Wahlkampf wichtiger sei, als schnelle und spürbare Verbesserungen beim Tierwohl, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die SPD hatte angekündigt, dass sie dem Tierwohllabel im Bundestag nicht zustimmen werde. Zur Begründung sagte Fraktionsvize Miersch, eine freiwillige Kennzeichnung reiche nicht aus. Notwendig sei eine verpflichtende Regelung, die auf klaren Kriterien für die Haltung, den Transport und die Schlachtung von Schweinen, Rindern und Geflügel beruhe. Klöckners Plan bezeichnete Miersch als "Tierwohllabel light" und als gescheitert.

  • "Polarstern"-MissionKarliczek betont Bedeutung für Klimaforschung

    Knapp acht Monate nach der Rückkehr des Forschungsschiffs "Polarstern" aus der Arktis haben Bundesforschungsministerin Karliczek und Expeditionsleiter Rex ein erstes Zwischenfazit gezogen.

    Die bisherige Auswertung der Ergebnisse zeige die "geschichtliche Bedeutung dieser einmaligen Expedition", erklärte Karliczek in Berlin. "Nie zuvor konnten so viele Daten über die klimatische Lage in der Arktis gesammelt werden."

    Das werde sich auch in der Zahl der wissenschaftlichen Publikationen zur "Polarstern"-Mission niederschlagen, betonte die CDU-Politikerin. Die Klimaforschung werde dadurch "noch einmal einen neuen wichtigen Impuls" erhalten".

    Expeditionsleiter warnt vor "Kipppunkt"

    Rex warb für eine breite gesellschaftliche Unterstützung für das Erreichen der Klimaziele. Die Ziele der Bundesregierung seien "angemessen und gut", sagte er in Berlin. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir auch die gesellschaftlichen Mehrheiten bekommen für die konkreten Maßnahmen." Da seien Politik und Gesellschaft in Deutschland "noch weit zurück" und "viel zu langsam".

    Zugleich warnte Rex, das Auslösen des Kipppunkts, der irreparabel zum Verschwinden des sommerlichen Meereises in der Arktis führe, stehe unmittelbar bevor. Dies könne eine ganze Kaskade auslösen, in deren Verlauf weitere Kipppunkte ausgelöst würden, "die die Erderwärmung immer weiter antreiben können".

  • BundesverdienstkreuzBundespräsident Steinmeier würdigt belarussische Literaturnobelpreisträgerin Alexijewitsch

    Bundespräsident Steinmeier hat die Oppositionsbewegung in Belarus gewürdigt.

    Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die belarussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch sagte Steinmeier, Belarus sei keine entfernte osteuropäische Verwandte. Seine Menschen verdienten vielmehr die Aufmerksamkeit und die Unterstützung Deutschlands. Von Alexijewitsch habe Deutschland gelernt, dass die Freiheit auf der Straße gefeiert, aber im Alltag gelebt sein wolle.

    Steinmeier würdigte das literarische Werk der 73-Jährigen. Er betonte, in ihrem Buch "Die letzten Zeugen" beschreibe Alexijewitsch eindrücklich, was der Überfall der deutschen Wehrmacht auf Belarus 1941 für die Menschen in dem Land bedeutet habe.

  • AfghanistanFünf Impfhelfer getötet

    Bei einer Impfkampagne gegen Kinderlähmung sind in Afghanistan mindestens fünf Helfer getötet worden, weitere vier Menschen wurden verletzt.

    Die Übergriffe ereigneten sich in mehreren Städten in der Provinz Nangarhar im Osten des Landes. Nach Behördenangaben eröffneten die Täter das Feuer auf medizinische Hilfskräfte, die den Kindern eine Polio-Impfung geben wollten. Die Impfkampagne wurde daraufhin ausgesetzt. Über die Täter ist noch nichts bekannt. In der Provinz Nangarhar ist neben den militant-islamistischen Taliban auch die Terrormiliz Islamischer Staat aktiv.

  • SomaliaMindestens 15 Tote bei Selbstmordanschlag auf Militärstützpunkt

    aBei einem Selbstmordanschlag auf einen Militärstützpunkt in Somalia sind mindestens 15 Menschen getötet worden.

    Unter den Opfern sind auch Rekruten, die vor dem Ausbildungslager in der Hauptstadt Mogadischu zum Appell angetreten waren. 20 weitere wurden verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich bislang niemand. Die Islamisten-Miliz Al-Schabaab verübt allerdings häufig Anschläge in Somalia. Sie kämpft für die Errichtung eines islamistischen Staates.

  • CoronavirusHalles Oberbürgermeister Wiegand nach Impfvordrängeln vorläufig seines Amtes enthoben

    Der Oberbürgermeister von Halle an der Saale, Wiegand, ist vorläufig seines Amtes enthoben worden.

    Das teilte das Landesverwaltungsamt in Sachsen-Anhalt als zuständige Kommunalaufsichtsbehörde mit. Mit Verfügung vom 7. Juni dürfe der parteilose Politiker vorläufig keine Aufgaben mehr ausüben, die sich aus seiner Funktion als Hauptverwaltungsbeamter ableiten ließen. Wiegand hatte sich im Januar frühzeitig gegen das Coronavirus impfen lassen. Ihm wird vorgeworfen, für diese und weitere Verstöße gegen die vom Bund erlassene Impfreihenfolge verantwortlich zu sein.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 15.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 14.06.)
    + Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat? (Stand 14.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • KölnApostolische Visitatoren beenden Untersuchung in Erzbistum

    Im Erzbistum Köln haben die Apostolischen Visitatoren van den Hende und Arborelius ihre Untersuchungen beendet.

    Sie seien heute wieder abgereist, sagte eine Sprecherin van den Hendes der Deutschen Presse-Agentur. Der Rotterdamer Bischof und der Stockholmer Kardinal hatten von Papst Franziskus den Auftrag erhalten, mögliche Fehler des Kölner Kardinals Woelki zu untersuchen. Sie sprachen unter anderem mit Opfern sexueller Gewalt durch Kölner Kirchenvertreter, aber auch mit Woelki selbst. Das größte deutsche Bistum befindet sich seit vielen Monaten in einer Krise, die sich unter anderem in einer Welle von Kirchenaustritten spiegelt. Woelki wird Vertuschung in der Missbrauchsaffäre vorgeworfen. Er lehnt einen Rücktritt bislang ab.

  • IslamBundesweit erste staatlich finanzierte Imamausbildung startet in Osnabrück

    In Osnabrück können sich künftig erstmals muslimische Theologen finanziert vom deutschen Staat auf einen Dienst in Moscheegemeinden vorbereiten lassen.

    Mit einem Festakt im Beisein von Altbundespräsident Wulff wurde in Osnabrück das Islamkolleg Deutschland eröffnet. Alle Redner betonten die Bedeutung der bundesweit einzigartigen Ausbildungsstätte für Imame. Das Kolleg wird von mehreren kleineren Islamverbänden getragen, darunter der Zentralrat der Muslime. Ziel ist eine vom Ausland unabhängige Ausbildung deutschsprachiger muslimischer Seelsorger. Größere Dachverbände wie die Ditib sind bislang nicht beteiligt.

  • Nordrhein-WestfalenFälle von Zwangsheirat sprunghaft angestiegen

    Die Zahl der von der Polizei erfassten Fälle von Zwangsheirat ist in Nordrhein-Westfalen sprunghaft gestiegen.

    Nach 14 Fällen im Vorjahr registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 26 Fälle - das entspricht einem Anstieg von fast 86 Prozent. Experten gehen zudem von einem großen Dunkelfeld aus, weil das Thema schambehaftet und tabuisiert sei. NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU) äußerte sich auch mit Blick auf die Schulferien besorgt: "Bei einigen endet der Urlaub in einer Zwangsehe. Das ist zutiefst menschenverachtend."

    Viele junge Menschen seien während der Corona-Pandemie sozial isoliert gewesen und hätten sich womöglich deshalb niemandem anvertraut, oder ihre Situation sei deswegen niemandem aufgefallen. Die landesweiten Fachberatungsstellen beraten nach eigenen Angaben im Jahr rund 250 Menschen, die zwangsverheiratet werden sollen. Die drei häufigsten Herkunftsländer der Familien, deren Kinder bei der Fachberatungsstelle Hilfe suchen, sind demnach Syrien, die Türkei und der Irak.

    Die NRW-Landesregierung startete eine Kampagne gegen die Zwangsheirat mit 1700 Plakaten in 23 Städten, einem TV-Spot auf 1000 Bildschirmen des Öffentlichen Nahverkehrs und Auftritten in den sozialen Medien.

    Betroffene finden anonym Hilfe unter 08000 116 016.

  • LondonGroßbritannien und Australien einigen sich auf Freihandelspakt

    Großbritannien und Australien haben sich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt.

    Der britische Premierminister Johnson und sein australischer Kollege Morrison erzielten bei einem Treffen in London eine Einigung in den letzten noch offenen Fragen. Johnson erklärte, das Abkommen stelle einen neuen Aufbruch in den Beziehungen zwischen beiden Ländern dar, der von der gemeinsamen Geschichte und den gemeinsamen Werten getragen werde. Laut dem Vertrag sollen etwa Produzenten von Autos, Whisky und Fleisch von Zollfreiheit profitieren. Er sieht zudem vor, dass junge Briten unter 35 Jahren mehr Freiheiten erhalten, um in Australien zu leben und zu arbeiten.

    Für Großbritannien ist es der erste Freihandelspakt seit seinem Ausscheiden aus der Europäischen Union.

  • EuGH-UrteilNationale Datenschutzbehörden dürfen gegen Facebook vorgehen

    Der Gerichtshof der Europäischen Union hat nationale Datenschutzbehörden beim Vorgehen gegen Internet-Konzerne gestärkt.

    Die Richterinnen und Richter entschieden, dass die Behörden eines Landes auch dann ein Verfahren gegen Unternehmen einleiten könnten, wenn der Hauptsitz der betroffenen Firma in einem anderen Land liege. Der Fall geht auf ein Verfahren in Belgien zurück. Dort wollte die Datenschutzbehörde den US-Konzern Facebook verpflichten, bei Internetnutzern das Platzieren von bestimmten Cookies zu unterlassen, wenn die Einwilligung fehlt. Facebook hatte die Zuständigkeit angefochten und argumentiert, dass sich der europäische Hauptsitz in Irland befindet und deswegen zunächst die dortigen Behörden federführend seien.

  • Covid-19Warnungen vor rascher Aufhebung der Maskenpflicht mehren sich

    In der Diskussion über die Dauer der Maskenpflicht mehren sich die Warnungen vor einer zu frühen Aufhebung.

    Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sagte dem MDR-Hörfunk, die Corona-Pandemie sei noch nicht zu Ende. Man könne dem Virus nicht seinen Willen aufzwingen. In den vergangenen eineinhalb Jahren habe man erleben können, wie alles ins Gegenteil umschlage, wenn man zu sorglos sei. Unions-Fraktionsvize Stracke führte in der "Welt" aus, die Gefahr sei aufgrund der ansteckenderen Virus-Mutationen noch nicht gebannt. Die Grünen-Politikerin Schulz-Asche meinte, das Tragen einer Maske sei neben dem Abstand halten weiter wichtig, um jene zu schützen, die noch keinen vollständigen Impfschutz hätten.

    Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Marx, meinte, gegen eine Aufhebung der Maskenpflicht im Freien spreche generell nichts. In Innenräumen sollte sie aber weiterhin gelten, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 15.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

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    Informationen zu Impfungen

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  • Covid-19Diskussion über Maskenpflicht in Schulen

    Diskutiert wird auch über die Maskenpflicht in Schulen.

    Der Bonner Infektiologe Walger hält eine sofortige Aufhebung bei allen Kindern unter zehn Jahren für machbar. Die Schule sei insgesamt ein relativ sicherer Ort für Kinder, sagte Walger im ZDF. Bei älteren Kindern müsse man differenzierter schauen. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Lucha kündigte bereits an, in seinem Bundesland die Maskenpflicht an Schulen unter Auflagen aufzuheben. Sofern die Inzidenz in einer Region unter 35 liege und es zwei Wochen an der Schule keinen Corona-Ausbruch gegeben habe, solle die Maskenpflicht im Unterricht für alle Schulformen entfallen, führte der Grünen-Politiker aus. In Brandenburg teilte auch Bildungsministerin Ernst von der SPD mit, Grundschüler sollten noch vor den Sommerferien die Masken ablegen können. Aus Schleswig-Holstein heißt es indes, die Maskenpflicht werde voraussichtlich noch für zwei Wochen nach den Sommerferien Bestand haben. Dieser Puffer zum Schuljahresbeginn sei gerade in Bezug auf die Urlaubsrückkehrer wichtig, führte Bildungsministerin Prien von der CDU aus.

    Der Deutsche Lehrerverband hatte sich zuletzt gegen eine schnelle Aufhebung der Maskenpflicht an den Schulen ausgesprochen.

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  • BundeswehrBrigadegeneral Meyer wird neuer Kommandeur des KSK

    Das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr erhält im September eine neue Leitung.

    Der Kommandeur des letzten deutschen Einsatzkontingents in Afghanistan, der Brigadegeneral Meyer, werde das KSK führen, sagte Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer den Obleuten im Verteidigungsausschuss des Bundestags. Meyer löst den bisherigen Kommandeur Kreitmayr ab. Dieser hatte 2018 die Führung der Spezialeinheit übernommen und nach rechtsradikalen Vorfällen im KSK Reformen eingeleitet. Kreitmayr steht aber selbst in der Kritik, weil er eine Sammelaktion für verschwundene und nicht nach den Vorschriften aufbewahrte Munition veranlasst hatte. Gegen ihn laufen in dem Zusammenhang dienstrechtliche und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen.

  • Statistisches BundesamtInflationsrate steigt auf höchsten Wert seit 2011: 2,5 Prozent

    Die deutsche Inflationsrate ist im Mai auf den höchsten Stand seit fast zehn Jahren gestiegen.

    Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit bestätigte die Behörde eine frühere Schätzung. Zuletzt hatte die Rate im September 2011 diesen Stand erreicht. Sie stieg den fünften Monat in Folge. Grund waren erneut vor allem die Energiepreise etwa für Benzin oder Heizöl.

  • JapanRegierungschef Suga übersteht Misstrauensantrag

    In Japan hat Ministerpräsident Suga einen Misstrauensantrag der Opposition überstanden.

    Mit einer Mehrheit der Abgeordneten seiner Liberaldemokratischen Partei und ihres kleineren Koalitionspartners Komeito stimmte das Unterhaus des Parlaments gegen die Opposition. Diese wirft Suga Versagen in der Corona-Pandemie vor und moniert, dass er weiter an der Durchführung der Olympischen Spiele festhält. Für Kritik sorgte auch eine Serie von Skandalen um Vetternwirtschaft in der Liberaldemokratischen Partei.

    Suga, dessen Amtszeit Ende September endet, muss spätestens am 21. Oktober Unterhauswahlen ansetzen. Beobachter gehen davon aus, dass er damit bis nach den Olympischen Spielen warten wird. Ein Machtwechsel gilt jedoch angesichts des zersplitterten und geschwächten Oppositionslagers als unwahrscheinlich.

  • Corona-PandemieMehr als 300 Millionen Impfungen in der EU

    In der Europäischen Union sind mittlerweile mehr als 300 Millionen Corona-Impfungen verabreicht worden.

    Das gab EU-Kommissionpräsidentin von der Leyen auf Twitter bekannt. Damit rücke das Ziel immer näher, bis in den Juli ausreichend Impfdosen zu liefern, um 70 Prozent der Erwachsenen in den Mitgliedsstaaten zu immunisieren.

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  • RKIBundesweite Inzidenz sinkt weiter auf 15,5

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut binnen eines Tages 652 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

    Vor einer Woche hatte der Wert der Neuansteckungen bei gut 1.200 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit bundesweit 15,5 an, nach 16,6 am Vortag. Vor einer Woche betrug die Inzidenz noch 22,9.

    Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 93 neue Todesfälle verzeichnet, rund 50 weniger als vor einer Woche.

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  • BerlinStudierende können sich an Universitäten impfen lassen

    In Berlin können sich Studierende von den Betriebsärzten der Universitäten gegen das Coronavirus impfen lassen.

    Unter anderem die Freie Universität Berlin richtete innerhalb der Hochschule eine Impfstelle ein, wie sie in der Hauptstadt mitteilte. Das Angebot gilt nicht nur für die Studierenden, sondern auch für die Beschäftigten.

    Die Hochschulrektorenkonferenz fordert bereits seit längerem, dass die Universitäten in die deutsche Impfkampagne einbezogen werden.

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  • CyberkriminalitätChaos Computer Club: Deutsche Unternehmen noch immer unzureichend gegen Hacker-Angriffe geschützt

    Der Chaos Computer Club sieht Unternehmen in Deutschland nach wie vor nur unzureichend vor Hacker-Angriffen geschützt.

    Man erlebe derzeit weltweit eine neue Welle erpresserischer Attacken mit sogenannter Ransomware, sagte der Sprecher des Clubs, Rieger, im Deutschlandfunk. In den Medien werde es oftmals so dargestellt, als handele es sich dabei um eine Art Naturgewalt, der die Betriebe machtlos ausgeliefert seien. Das sei aber nicht der Fall. Vielmehr genüge es oft schon, die einfachsten Regeln der IT-Sicherheit zu beherzigen, um sich ausreichend zu schützen, betonte Rieger. Trotzdem gebe es in der Wirtschaft weiter einen massiven Widerstand gegen die Einführung entsprechender Systeme, da dies mit zusätzlichen Kosten verbunden sei. Er halte es daher für sinnvoll, hier strengere staatliche Vorgaben zu schaffen. Unternehmen müssten animiert werden, sich an IT-Regeln zu halten und im Ernstfall auch haftbar gemacht werden.

  • MilitärbündnisChina kritisiert Beschlüsse des Nato-Gipfels

    China hat die Kritik der Nato an der eigenen Politik zurückgewiesen.

    Die Vertretung Pekings bei der EU teilte mit, die Militärallianz übertreibe die Bedrohung, die von der Volksrepublik ausgehe. Sie schaffe damit Konfrontation. Die Nato solle Chinas Entwicklung rational betrachten, hieß es weiter.

    Bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel hatten die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten gestern deutlich Position zu Peking bezogen. Das Land stelle durch sein Verhalten "eine systemische Herausforderung für die regelbasierte internationale Ordnung" dar. US-Präsident Biden sagte, China und auch Russland versuchten, einen Keil in die transatlantische Solidarität der Nato zu treiben. Er kommt heute mit EU-Ratspräsident Michel und Kommissionspräsidentin von der Leyen zusammen. Wichtige Themen des Treffens sind die Bekämpfung des Klimawandels und die Corona-Pandemie.

  • Nach Nato-GipfelLinken-Fraktionschef Bartsch kritisiert Ausrichtung des Militärbündnisses

    Nach dem gestrigen Nato-Gipfel hat der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Bartsch, Kritik an der Ausrichtung des Militärbündnisses geäußert.

    Momentan erlebe man vor allem Signale der Aufrüstung, sagte Bartsch im Deutschlandfunk (Audio). Dies sei der falsche Weg. Es gebe keine Alternative zum Verhandeln, auch wenn das oftmals sehr schwer sei. Dies gelte auch für die Beziehungen zu Russland. Wenn ein Verhältnis derart eskaliere wie aktuell zwischen Moskau und dem Westen, dann trage dafür selten nur eine Seite die Schuld. Das geplante Treffen von US-Präsident Biden und seinem russischen Kollegen Putin sei hier immerhin ein Schritt.

    Langfristig müsse man über neue Systeme der kollektiven Sicherheit nachdenken, das gelte auch für die Nato, betonte Bartsch. Wenn man vorrangig darauf setze, die Verteidigungsausgaben zu steigern, während vielerorts auf der Welt die Menschen weiter an Hunger litten, gehe dies in eine vollkommen falsche Richtung.

  • Fußball-EMDeutsche Nationalmannschaft trifft heute Abend auf Frankreich

    Bei der Fußball-Europameisterschaft trifft die deutsche Nationalmannschaft heute Abend in ihrem ersten Spiel auf Weltmeister Frankreich.

    Die Partie in München beginnt um 21 Uhr. Zuvor kommt es in Budapest zum Aufeinandertreffen der beiden anderen deutschen Gruppengegner Ungarn und Titelverteidiger Portugal. Das Stadion in der Hauptstadt ist das einzige bei der EM mit voller Auslastung; zu dem Spiel werden mehr als 61.000 Zuschauer erwartet.

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  • Mögliche Anklage wegen DrogenkriegPhilippinen wollen nicht mit Gerichtshof kooperien

    Die Philippinen werden nicht mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammenarbeiten, falls es zu einem Verfahren gegen das Land kommt.

    Ein Regierungssprecher sagte, sein Land sei nicht mehr Mitglied des Gerichts. Die Philippinen brauchten zudem keine Ausländer, um die Morde im sogenannten "Krieg gegen die Drogen" zu untersuchen. Das Rechtssystem des Landes funktioniere.

    Zuvor hatte die Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs, Bensouda, ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen die Philippinen beantragt. Präsident Duterte hatte 2016 zur Tötung von Rauschgifthändlern und Drogenkonsumenten aufgefordert. Bensouda erklärte, nach vorläufigen Untersuchungen gebe es plausible Gründe für die Annahme, dass es zu tausenden Morden sowie zu Folter gekommen sei.

    Der Strafgerichtshof bleibt laut Grundlagenvertrag auch nach dem Austritt eines Landes zuständig für Verbrechen, die während der Mitgliedschaft begangen wurden.

  • Europäischer RatDeutsche EU-Spitzenpolitiker betrachten slowenischen Vorsitz mit Sorge

    Führende deutsche Europaabgeordnete haben sich besorgt bezüglich der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft Sloweniens geäußert.

    EU-Parlamentsvizepräsidentin Barley von der SPD meinte gegenüber der Zeitung "Die Welt", die europäischen Institutionen dürften dem slowenischen Ministerpräsidenten Jansa keine Bühne für seine demokratieverachtende Rhetorik und Politik bieten. Die FDP-Politikerin Beer, ebenfalls stellvertretende Parlamentspräsidentin, forderte, Jansa müsse zu Verhandlungen über EU-weite Lösungen bereit sein und dürfe nicht selbst ein europäisches Problem sein. Sie warf dem Ministerpräsidenten vor, nicht mit der neu geschaffenen Europäischen Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten zu wollen und kritische Medien in seinem Land zu drangsalieren.

    Slowenien übernimmt die Ratspräsidentschaft zum Beginn des kommenden Monats.

  • USAFBI warnt vor möglichen neuen Gewalttaten durch "QAnon"-Anhänger

    In den USA hat das FBI vor einer andauernden Gefahr durch Anhänger der "QAnon"-Bewegung gewarnt.

    In einem in Washington veröffentlichten gemeinsamen Bericht der Bundespolizei und des Heimatschutzministeriums heißt es, nach dem Auscheiden von Präsident Trump aus dem Amt im Januar könnten QAnon-Vertreter dazu übergehen, Gewalttaten gegen politische Gegner zu verüben. Sie könnten versuchen, Fakten zu schaffen, nachdem im Internet verbreitete Prophezeiungen der Bewegung nicht wahr geworden seien.

    "QAnon" verbreitet Verschwörungsmythen mit rechtsextremem Hintergrund. Viele der Anhänger glauben unter anderem, dass Trump gegen Feinde aus dem Staatsapparat ankämpfte, um einen Ring aus satanistischen Kannibalen und Kinderhändlern offenzulegen. QAnon-Anhänger waren auch an der Erstürmung des Kapitols am 6. Januar beteiligt.

  • UmfrageDeutsche zunehmend besorgt über Einfluss der Wirtschaft auf Regierung

    Viele Menschen in Deutschland zweifeln laut einer Umfrage an der Unabhängigkeit der Bundesregierung.

    Wie aus dem Korruptionsbarometer der Organisation Transparency International hervorgeht, glauben mehr als 60 Prozent der Befragten, dass die Regierung weitgehend von einigen großen Interessengruppen gesteuert wird. Zudem halte mehr als jeder Dritte Korruption innerhalb der Bundesregierung für ein Problem. Knapp 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger habe aber grundsätzlich Vertrauen in die Politik. Transparency Deutschland forderte von der Regierung mehr Transparenz und Kontrollmöglichkeiten.

  • Costa RicaPräsidialamt wegen Korruptionsvorwürfen durchsucht

    In Costa Rica haben Korruptionsermittler den Amtssitz von Präsident Alvarado und zahlreiche weitere Gebäude durchsucht.

    Die Justizbehörde teilte mit, es habe fast 60 Razzien gegeben, darunter viele in öffentlichen Institutionen. Demnach geht es um Ermittlungen wegen des Verdachts unter anderem auf Bestechung, Veruntreuung und Betrug bei öffentlichen Bauaufträgen und der Instandhaltung des Straßennetzes. Durch die Korruption soll ein Schaden von mehr als 100 Millionen Euro für den Staat entstanden sein.

    Gegen Präsident Alvarado selbst wird nicht ermittelt. Er teilte mit, dass einer seiner Berater wegen Bestechungsvorwürfen zurückgetreten sei. Insgesamt nahm die Polizei laut Medienberichten 72 Personen fest.

  • EUEinigung auf gemeinsame Corona-Reisebedingungen

    Die EU-Staaten haben sich darauf geeinigt, die Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie schrittweise zu lockern. Mit Beginn des Sommers werde den Bürgern das Reisen erleichtert, teilte Justizkommissar Reynders mit.

    So sei vorgesehen, dass vollständig Geimpfte und Genesene keinen Beschränkungen unterliegen sollen. Das gelte auch für Menschen aus Regionen mit wenigen Infektionen. Nach den Maßstäben der EU trifft dies in Deutschland zur Zeit nur auf Mecklenburg-Vorpommern zu, das als grünes Gebiet markiert ist. Von Reisenden aus orangen Gebieten könne ein Test verlangt werden, heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission. Wer aus einem roten Gebiet kommt, für den könne Quarantänepflicht gelten.

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    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 14.06.)
    + Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat? (Stand 14.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • WetterAm Mittwoch sonnig

    Das Wetter: In der Nacht in der Mitte teils wolkig, sonst klar. 18 bis 6 Grad. Morgen nur leicht bewölkt, ansonsten weiter freundlich. 20 bis 34 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Donnerstag meist sonnig und trocken. Abends im Westen Bildung von Quellwolken, dabei einzelne Gewitter. Höchstwerte 30 bis 36 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt aktuell bei 15,5.

    Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Gestern betrug sie bundesweit 16,6. Innerhalb eines Tages wurden zuletzt 652 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Vor einer Woche hatte der Wert der Neuansteckungen bei gut 1.200 gelegen. 93 weitere Menschen starben. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt gemeldeten Todesfälle auf 89.937. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit rund 3,58 Millionen an. Das Robert Koch-Institut weist allerdings darauf hin, dass der Algorithmus zur Schätzung der Genesenen zwar Angaben zum Erkrankungsbeginn und zur Hospitalisierung berücksichtige - jedoch nicht, ob gegebenenfalls Spätfolgen der Erkrankung vorliegen. Diese Daten würden nicht regulär im Meldesystem erfasst. Viele Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, leiden auch Monate später an Symptomen wie schneller Erschöpfung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Das Phänomen wird Long Covid genannt.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg (22,1). Inzwischen liegen alle Bundesländer deutlich unter 50. Am niedrigsten ist die Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern (4,6).

    (Stand: 15.6., 7.00 Uhr)

    So steht es um die Belegung der Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit sinkt die Belegung der Betten mit Covid-Patientinnen und Patienten. Aktuell liegen dort 1.256 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 852 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 3.803 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 15.6., 7.20 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impfzahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben inzwischen fast 49 Prozent der Bevölkerung (rund 40,5 Millionen Menschen) mindestens eine Impfdosis erhalten. 26,8  Prozent (mehr als 22 Millionen) sind vollständig geimpft.

    (Zahlen für den 14.6., veröffentlicht am 15.6.)

    Tests: Positivrate zuletzt gesunken

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 22 fielen demnach 3,12 Prozent der Tests positiv aus - in der Vorwoche waren es 4,16 und davor 5,77 Prozent. Das RKI registrierte in der 22. Kalenderwoche 871.457 Labortestungen, gut 73.000 weniger als in der Woche zuvor. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    (Stand: 9.6.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 15.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

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  • Covid-19Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten?

    Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken und die Sehnsucht nach Normalität wächst. Während etliche Beschränkungen wegfallen, bleibt die Maskenpflicht bisher bestehen. In der Politik gibt es Bestrebungen, sie aufzuheben. In der Forschung herrscht Skepsis.

    Wie stehen die verschiedenen Parteien zur Maskenpflicht?

    Die FDP wirbt schon länger für eine möglichst weitgehende Rücknahme der Corona-Maßnahmen. So passt es ins Bild, dass Bundestagsvizepräsident Kubicki nun ein komplettes Ende der Maskenpflicht verlangt. "Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken", meint er. Ähnlich sieht es die AfD, die das Thema sogar in ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl aufgenommen hat. Konkret heißt es dort: "Das Tragen von Masken in Kindertagesstätten, Horten und Schulen lehnen wir ab."

    Justizministerin Lambrecht hatte die Länder aufgefordert, die Maskenpflicht zu überprüfen. Die SPD-Politikerin, derzeit auch zuständig für das Ressort Familie, Senioren, Frauen und Jugend, greift in ihrer Argumentation gezielt die Situation an Bildungseinrichtungen auf. Schülerinnen und Schüler seien von der Maskenpflicht besonders betroffen, sagte Lambrecht der "Bild am Sonntag".

    Eine Regierungssprecherin erklärte jedoch heute, die Maskenpflicht solle nicht zu schnell gelockert werden, vor allem nicht in Innenräumen. Alle hätten mehr davon, "wenn wir uns noch ein wenig disziplinieren und vorsichtig sind". Die Sprecherin verwies auf neue Virusvarianten, die gefährlich werden könnten. In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen derzeit wegen der Delta-Variante, die urprünglich in Indien festgestellt wurde.

    Bundesgesundheitsminister Spahn plädierte dafür, die Maskenpflicht bei fallenden Corona-Inzidenzen und steigender Impfquote zunächst in Innenräumen aufzuheben. Der CDU-Politiker warb in den Zeitungen der Funke Mediengruppe aber dafür, zum Beispiel auf Reisen auch künftig eine Maske zu tragen - freiwillig.

    Auch Bayerns Ministerpräsident Söder warnte davor, die Maskenpflicht voreilig aufzuheben, insbesondere in Innenräumen. Sie habe "sehr gute Dienste geleistet", sagt der CSU-Vorsitzende in München.

    Dagegen forderte Linken-Fraktionschef Bartsch in der Zeitung "Die Welt", die Maskenpflicht in Schulen nach den Sommerferien zu beenden. Masken im Freien seien angesichts der niedrigen Inzidenzen "absurd".

    Was sagen Bildungsverbände?

    Der Deutsche Lehrerverband ist dagegen, die Maskenpflicht an Schulen jetzt schon aufzuheben. Verbandspräsident Meidinger sagte der Deutschen Presse-Agentur, er rate insbesondere während des Unterrichts zu "größtmöglicher Vorsicht". Denn das Virus sei noch da, und in der in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die bisher kaum geimpft seien, gebe es immer noch erhöhte Infektionszahlen. Laut Meidinger sind auch etwa die Hälfte der Lehrkräfte bisher nicht vollständig geimpft. Er verwies zudem auf die Möglichkeit einer vierten Pandemie-Welle. In Großbritannien treibt derzeit die Delta-Variante des Coronavirus die Zahl der Neuinfektionen in die Höhe.

    Welche Regelungen gelten derzeit?

    Nicht nur an den Schulen sind Masken noch Alltag. Bereits am 25. November 2020 hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass jede Person in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss. Mitte Januar 2021 wurde diese Vorschrift unter dem Eindruck hoher Corona-Infektionszahlen verschärft. Fortan sollten in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte medizinische Masken getragen werden - also OP-Masken oder Masken mit den Standards KN95/N95 oder FFP2. Eine Stoffmaske reicht seitdem nicht mehr aus.

    Nun aber ist kein einziges Bundesland mehr über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Deshalb erlassen erste Kommunen und Landesregierungen Lockerungen. In Nordrhein-Westfalen reichen etwa im Öffentlichen Nahverkehr wieder sogenannte OP-Masken aus. Andere Länder, wie beispielsweise Berlin, halten dagegen weiter an der Maskenpflicht im öffentlichen Raum fest - und zwar überall dort, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist, also auch in Warteschlangen draußen oder in belebten Einkaufsstraßen. Selbst in Alten- und Pflegeheimen müssen in der Hauptstadt noch FFP2-Masken getragen werden, obwohl dort die meisten Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal zweifach geimpft sind.

    Wie sinnvoll sind Masken?

    Es bleibt umstritten, ob Masken bei einer niedrigen Inzidenz und steigender Impfquote weiter nötig sind. "Im Außenbereich macht eine Maskenpflicht nur noch in sehr kritischen Situationen Sinn", sagte etwa Peter Walger von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene der "Bild am Sonntag" und nannte als Beispiel einen Stadion-Besuch auf der ausverkauften Tribüne. Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hält zumindest eine FFP2-Maske bei Inzidenzen unter 10 für unnötig - wohlgemerkt aber ebenfalls "außerhalb von geschlossenen Räumen".

    Ähnlich sieht das der Aerosolforscher Gerhard Scheuch. In großen Theatern und Museen, Freibädern, Schwimm- und Sporthallen sei das Ansteckungsrisiko nicht so hoch, weil dort sehr viel Raum und Luft seien, erklärte Scheuch der Nachrichtenagentur dpa. "Da reicht die Aerosolkonzentration kaum aus, um andere zu gefährden." In kleinen, engen, unbelüfteten Räumen wie Aufzügen aber sei die Gefahr sehr hoch. Hier könne man sich sogar während einer kurzen Fahrt alleine anstecken, denn: "Die Wolke bleibt drin."

    Der Virologe Ralf Bartenschlager von der Universität Heidelberg dagegen betonte gegenüber "T-Online": "Das Tragen von Masken ist eine der wichtigsten Kontrollmaßnahme bei der Virusausbreitung. Es ist zumutbar, wenn auch im Sommer nicht besonders angenehm." Ähnlich sieht das Markus Scholz, Epidemiologe an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Er gibt zu bedenken, dass Geimpfte zwar vor schweren Krankheitsverläufen geschützt seien, Menschen ohne die Immunität einer Impfung jedoch nicht. "Hier geht es vor allem um Fremdschutz."

    Was sagen die wissenschaftlichen Untersuchungen?

    Mit Blick auf den Effekt von Masken in der Pandemiebekämpfung kam zum Beispiel eine Untersuchung an der McMaster Universität in Kanada in einer großangelegten Metaanalyse zu dem Schluss: Masken senken das relative Risiko, sich zu infizieren, um etwa 80 Prozent. Wenn das Basis-Ansteckungsrisiko bei etwa 50 Prozent liege - wie etwa bei Chorproben - verringere sich das Risiko schon mit einer einfachen OP-Maske auf 10 Prozent, schrieben die Forscher im Fachmagazin "The Lancet".
    Eine statistische Studie der Universität Kassel untersuchte die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Covid-19-Eindämmung in der ersten Welle 2020 und kam zu dem Ergebnis: Die Masken-Pflicht in Bussen, Bahnen, Supermärkten und an anderen öffentlichen Orten reduzierte den Anstieg der Corona-Infektionen um 13,5 Prozentpunkte - und damit um mehr als doppelt so viel wie die Schließung von Schulen und Kitas.

    Andersherum stiegen bei Spielen der Fußball-Bundesliga mit Fans im Stadion die Corona-Infektionszahlen - und zwar ausgerechnet nach den Spielen, bei denen Schutzmasken lediglich auf den Wegen zum Platz getragen werden mussten. Bei einer Tragepflicht auch am zugewiesenen Platz seien dagegen keine erhöhten Infektionszahlen aufgetreten.

    Wie gehen andere Länder mit der Maskenpflicht um?

    Als Vorbild für ein Ende der Maskenpflicht wird in der Diskussion gerne Dänemark genannt. Dort ist die Pflicht zum Tragen einer Maske ab sofort für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr - dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt.

    Auch die USA haben die Maskenpflicht weitestgehend aufgehoben - allerdings nur für vollständig gegen Covid-19 Geimpfte. Ausnahmen gibt es in Krankenhäusern, öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Flughäfen und Bahnhöfen. Eine Maskenpflicht gilt auch weiter, wenn sie beispielsweise von örtlichen Behörden, Arbeitgebern oder Geschäften vorgeschrieben wird.

    Österreich plant, die Maskenpflicht ab 1. Juli deutlich zu lockern. Selbst bei Veranstaltungen in vollen Stadien, Konzertsälen oder Theatern muss dann keine Maske mehr getragen werden. Voraussetzung ist aber immer, dass die Besucherinnen und Besucher getestet, genesen oder geimpft sind. Schon vorher fällt die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler im Unterricht. Im Schulhaus, also beispielsweise auf Gängen oder auf den Toiletten, gilt die Maskenpflicht aber auch künftig. Auch hier wird - ähnlich wie Deutschland - regelmäßig getestet.

    Andere Länder aber halten weiterhin an den Regelungen fest. In ganz Frankreich etwa gilt weiterhin eine Maskenpflicht in den Geschäften und Restaurants, außer während dem Essen und Trinken. In Paris muss die Maske auch an der frischen Luft über Mund und Nase, wie auch in ganz Italien. Das wird sich auch dann nicht ändern, wenn in den kommenden Tagen fast alle italienischen Regionen wieder als "weiße Zone" eingestuft werden und etliche andere Beschränkungen fallen.

    (Stand: 14.6.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 15.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 14.06.)
    + Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat? (Stand 14.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
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    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Fast ein Jahr lang hatte das Auswärtige Amt wegen der Corona-Pandemie eine generelle Reisewarnung für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Ab dem 1. Juli gilt sie erst ab einer Inzidenz von 200 und für Gebiete, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen wird dann lediglich "abgeraten". Die Liste der Risikogebiete wird aber weiterhin regelmäßig aktualisiert.

    Das Robert Koch-Institut führt derzeit folgende Gebiete als Risikogebiet:

    Benelux-Region

    Die gesamten Niederlande inklusive der autonomen Länder und der überseeischen Teile sind einfaches Risikogebiet, ebenso ganz Belgien und ganz Luxemburg.

    Frankreich und Andorra

    Ganz Frankreich gilt als Risikogebiet, ausgenommen sind Korsika sowie die französischen Überseegebiete Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna, Französisch-Polynesien, Neukaledonien. Auch Andorra wird als einfaches Risikogebiet gelistet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist Österreich nicht mehr als Risikogebiet aus. Zuletzt wurden auch die Bundesländer Tirol und Vorarlberg heruntergestuft. Auch das gesamte Land Ungarn ist kein Risikogebiet mehr.

    Schweiz

    Viele Kantone in der Schweiz werden nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Zuletzt wurden Bern und Thurgau aus der Liste herausgenommen.

    Großbritannien und Irland

    Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland, einschließlich der Isle of Man, aller Kanalinseln sowie der britischen Überseegebiete gelten nach wie vor als Virusvariantengebiet. Begründet wurde das mit dem Vorkommen der Virusvariante B.1.617.2 im Vereinigten Königreich. Diese wurde zunächst in Indien nachgewiesen und wurde von der Weltgesundheitsorganisation als besorgniserregend eingestuft.

    In Irland gelten die Regionen Border, Dublin und Mid-East als einfaches Risikogebiet.

    Spanien und Portugal

    In Spanien werden die folgenden autonomen Gemeinschaften und Städte derzeit als Risikogebiete eingestuft: Andalusien, Aragonien, Kastilien-Léon, Katalonien, Madrid, Navarra, La Rioja, das Baskenland und die Exklave Melilla sowie neu dazugekommen Ceuta. Die Balearen inklusive der Insel Mallorca gelten nicht mehr als Risikogebiet.

    In Portugal gelten die autonome Region Azoren und - neu - nun auch die Hauptstadt Lissabon nun als einfaches Risikogebiet. Madeira gilt nicht mehr als solches.

    Italien

    Italien und auch Vatikanstadt gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Malta

    Malta gilt nicht mehr als Risikogebiet.

    Tschechien und Slowakei

    Tschechien und die Slowakei gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Slowenien, Kroatien, Montenegro, Serbien

    Das gesamte Land Kroatien mit Ausnahme der Gespanschaften Medimurje und Varazdin gilt nicht mehr als Risikogebiet. Slowenien gilt noch als einfaches Risikogebiet. Montenegro und Serbien gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Türkei und Griechenland

    Die Türkei gilt weiterhin als einfaches Risikogebiet. In Griechenland sind die Regionen Berg Athos, die Nördliche Ägäis, Ostmakedonien und Thrakien sowie Peloponnes kein Risikogebiet mehr.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Dänemark gilt (mit Ausnahme der Färöer und Grönlands) als Risikogebiet. Als einfaches Risikogebiet ist ganz Schweden eingestuft. In Norwegen gelten die Provinzen Troms of Finnmark und Trondelag als einfache Risikogebiete, die Provinzen Innlandet und Viken stehen nicht mehr auf der Liste. Finnland gilt inzwischen nicht mehr als Risikogebiet.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Die Republik Moldau wird nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Auch Rumänien und Bulgarien sind keine Risikogebiete mehr.

    Polen und Baltikum

    Lettland und Estland gelten laut RKI als Risikogebiet, auch Litauen wird nicht mehr als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Polen ist kein Risikogebiet mehr.

    Zypern

    Zypern ist aus der Liste der Risikogebiete entfernt worden.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Virusvarianten, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Virusvarianten-Gebiete

    Neben Regionen mit besonders hohen Fallzahlen und anderen Faktoren, die eine Infektionsgefahr vor Ort erhöhen, stuft das RKI auch Regionen, in denen sich bestimmte Virusvarianten ausgebreitet haben, als Risikogebiet ein. Für Einreisen aus diesen Gebieten gelten besondere Vorgaben.

    Als Virusvarianten-Gebiete gelten aktuell Botswana, Brasilien, Eswatini (früher als Swasiland bekannt), Indien, Lesotho, Malawi, Mosambik, Nepal, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Uruguay sowie das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland.

    Hochinzidenz-Gebiete

    Im Januar hat die Bundesregierung zudem erstmals mehr als 20 Staaten als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft. Dazu zählen in der Regel Staaten mit einer Wocheninzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohner. Nicht-EU-Länder und -Regionen, die als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft werden, sind Ägypten, Argentinien, Bahrain, Bolivien, Cabo Verde, Chile, Costa Rica, Ecuador, Iran, Kolumbien, Kuwait, Malaysia, Malediven, Mongolei, Namibia, Paraguay, Peru, Seychellen, Sri Lanka, Sudan, Suriname, Syrische Arabische Republik, Tansania, Trinidad und Tobago sowie Tunesien.

    Für Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete gelten verschärfte Einreiseregeln.

    (Stand: 13.06.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Delta-VarianteWie gefährlich ist B.1.617?

    In Indien hat sich die neue Variante B.1.617 ausgebreitet, die auch als "Doppelmutante" bezeichnet wird. Inzwischen ist sie auch in Großbritannien die dominierende Variante. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

    Wie gefährlich ist die Variante?

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Coronavirus-Variante als "besorgniserregend" eingestuft - jedenfalls einen Strang davon, B.1.617.2, neuerdings auch als "Delta" bezeichnet. Die Variante des Coronavirus könnte nach neuen Erkenntnissen der britischen Gesundheitsbehörden um 60 Prozent ansteckender sein als die bisher vorherrschende Alpha-Variante. Das geht aus Daten von Public Health England mit Bezug auf Ansteckungen im eigenen Haushalt hervor. Gesundheitsminister Matt Hancock war zuletzt noch von einer um 40 Prozent höheren Ansteckungsgefahr ausgegangen.

    Wann ist eine Variante "besorgniserregend"?

    Dies gilt nach Angaben der WHO, wenn bekannt ist, dass sie sich leichter ausbreitet, schwerere Krankheiten verursacht, der Reaktion des Immunsystems ausweicht, das klinische Erscheinungsbild verändert oder die Wirksamkeit der bekannten Instrumente verringert.

    Woher stammt die Bezeichnung "Doppel"-Mutation?

    Die in Indien aufgetauchte Variante weist gleich zwei Veränderungen an einem Oberflächenprotein auf, somit erklärt sich der Begriff. Diese Mutationen sind jeweils für sich betrachtet bereits von anderen Varianten bekannt. Hier nun treten sie jedoch gleich gemeinsam, sozusagen "gedoppelt" auf. Genauer erläutert dies der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update": "Es ist nicht so, dass man eine Kreuzung von zwei verschiedenen Mutanten hat, wie das in einigen Medienquellen gestanden hat." Das Coronavirus hat bereits tausende von Mutationen durchlaufen, es gibt jedoch nur einige Varianten, die für Menschen bedenklicher sind als das Ursprungs-Virus.

    Was bedeutet dies für unser Immunsystem?

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden die beobachteten Veränderungen mit einer "reduzierten Neutralisierbarkeit durch Antikörper oder T-Zellen" in Verbindung gebracht, deren "Umfang nicht eindeutig" geklärt sei. Konkret könnte dies bedeuten, dass Geimpfte sowie Genesene vor einer Ansteckung mit dieser Variante womöglich weniger gut geschützt sind. Auch die Weltgesundheitsorganisation geht offenbar davon aus. Dort heißt es, die Variante B.1.617.2 sei "womöglich" unempfindlicher gegen Antikörper.

    Was bedeutet die "indische Mutante" für die weltweite Impfkampagne?

    Die bisher in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe schützen wohl auch vor der Virus-Variante, die in zuerst Indien aufgetreten ist. Davon geht die EU-Arzneimittelbehörde EMA aus. Zuvor hatten sich bereits die Unternehmen Biontech und Pfizer optimistisch gezeigt, dass ihr Impfstoff auch gegen die Delta-Virusvariante wirkt.

    Der Immunologe Carsten Watzl von der TU Dortmund betonte im Deutschlandfunk, man sei dem Virus nicht hilflos ausgeliefert. Die Effektivität des Biontech-Impfstoffes falle von 90 Prozent bei der Ursprungsvariante auf 88 Prozent, die von Astrazeneca von 66 auf 60 Prozent. Diese Zahlen gelten nach der vollständigen Immunisierung, also nach der 2. Impfung. Die Delta-Variante sei "besonders gut darin", Menschen mit nicht vollständigem Impfschutz zu infizieren, also auch nach einer ersten Impfung.

    Zu Berichten über 12 Todesfälle nach einer Infektion mit der Delta-Variante in Großbritannien trotz vollständiger Impfung sagte der Immunologe, dass er derzeit noch keine Alarmsignale sehe. Die Variante sei die dominante in Großbritannien, daher seien auch die Todesfälle auf sie zurückzuführen. Es gebe immer Menschen, beispielsweise mit Vorerkrankungen, bei denen die Impfung nicht oder nur unzureichend wirke.

    Verändert sich das Krankheitsbild mit der Delta-Variante?

    Die Forschenden der britischen Zoe Covid Symptom Studie, für die Menschen ihre Symptome hochladen können, haben festgestellt, dass die vorherrschenden Symptome der neuen Variante bei jungen Menschen eine laufende Nase und Kopfschmerzen sind. Die bisher als für Corona klassisch geltenden Symptome wie Husten, Fieber und Geschmacks- sowie Geruchsverlust treten demnach nur noch selten mit der Delta-Variante auf. Der Studienleiter Tim Spector betont der BBC gegenüber, dass Menschen möglicherweise denken, sie hätten eine Art saisonale Erkältung und deshalb trotzdem auf Partys gingen. Der Überzeugung der Forschenden zufolge befeuere dies die Neuinfektionen, die zuletzt in Großbritannien verzeichnet wurden.

    Welche Varianten wurden bereits als "besorgniserregend" eingeschätzt?

    Insgesamt werden bisher vier Varianten als besorgniserregend eingestuft. Die WHO hat kürzlich beschlossen, diese nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Nach dem neuen Schema heißt die besorgniserregende Mutante aus Indien Delta. Die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Virusmutante (B.1.1.7) wird nun als Alpha bezeichnet, die in Südafrika entdeckte (B.1.351) Beta und die in Brasilien bekannt gewordene (P.1) Gamma. In Deutschland spielt Delta laut RKI eine untergeordnete Rolle - sie umfasste zuletzt zwei Prozent der sequenzierten Proben. Hier dominiert mit aktuell 88 Prozent noch die Alpha-Variante B.1.1.7. (Stand: 09.06.)

    Der Immunologe Watzl von der TU Dortmund geht davon aus, dass Delta auch in Deutschland bis Herbst die dominante Coronavirus-Variante werden wird. Mit Blick darauf sei es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen - und nicht "dem Irrtum erliegen, die Pandemie sei vorbei".

    Hierzu finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts eine Übersicht mit Empfehlungen sowie einen ausführlichen Bericht.

    (Stand: 14.06.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Covid-19Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat?

    Bisher mussten Geimpfte ihren gelben Impfausweis vorzeigen, um ihre Immunisierung nachzuweisen. Ab sofort ist der Nachweis der Corona-Impfung auch per Smartphone möglich. Wie und wo kommt man an den digitalen Nachweis? Eine Übersicht.

    Apotheken

    Seit dem 14.6. stellen die ersten Apotheken in Deutschland digitale Corona-Impfnachweise aus. Wer bereits vollständig gegen Corona geimpft wurde, kann mit seinem gelben Impfausweis oder mit einer Bescheinigung des Impfarztes in eine teilnehmende Apotheke gehen. Wichtig ist, auch den Personalausweis oder Reisepass zur Kontrolle mitzubringen.

    Die Apotheke erfasst dann den Namen, das Geburtsdatum und den Impfstoff und übermittelt die Daten dem Robert Koch-Institut. Dort wird das digitale Impfzertifikat in Form eines QR-Codes generiert, das in der Apotheke direkt auf einem Bildschirm angezeigt und abgescannt werden kann. Wer kein Smartphone besitzt oder es nicht für den Impfnachweis nutzen will, kann sich das Zertifikat mit dem QR-Code auch ausdrucken lassen.

    Für die Bürgerinnen und Bürger ist der Service kostenlos, die Apotheken erhalten eine Vergütung von 18 Euro vom Bund.

    Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sind bereits mehr als 13.000 der knapp 19.000 Apotheken in Deutschland für die Digitalisierung von Impfnachweisen gelistet. Allerdings können nicht alle direkt starten, etwa, weil teilweise zusätzliches Personal nötig ist.

    Das Suchportal www.mein-apothekenmanager.de, auf dem Verbraucher bundesweit Apotheken finden können, die die digitalen Impfnachweise ausstellen, war zum bundesweiten Start wegen des großen Andrangs zweitweise nicht erreichbar. Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Thomas Dittrich, bat die Bürgerinnen und Bürger um Geduld. Es sei hilfreich, wenn nicht alle sofort kämen, sondern über die Zeit verteilt, sagte er im ZDF.

    Impfzentren

    Wer in einem Impfzentrum bereits vollständig geimpft wurde, muss für den Erhalt des digitalen Impfnachweises nichts weiter unternehmen. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Laumann sollen sie automatisch bis Ende Juni einen QR-Code per Post zugeschickt bekommen. Dieser kann dann mit Hilfe der CovPass-App, der Corona-Warn-App oder, ab dem 16.6., der Luca-App eingelesen und auf dem Smartphone gespeichert werden.

    Wer seinen Zweittermin im Impfzentrum noch vor sich hat, soll den QR-Code dort künftig direkt erhalten. Derzeit laufen Tests in zahlreichen Impfzentren. Bis Ende Juni sollen möglichst alle startklar sein.

    Arztpraxen

    Wer beim Arzt geimpft wird, soll künftig auch dort direkt den QR-Code erhalten. Die Anbindung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte soll schrittweise bis Mitte Juli erfolgen.

    Was bringt das digitale Zertifikat?

    Der digitale Impfnachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiterhin gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Infektionen nachweisen kann. Das soll zur Sommerferienzeit das Reisen erleichtern.

    Laut Bundesgesundheitsministerium ist das digitale Impfzertifikat europaweit bereits anerkannt, zur Anerkennung von Impfungen auf internationaler Ebene außerhalb der EU laufen derzeit noch die Gespräche.

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  • Corona-PandemieWie sinnvoll sind Impfungen für Kinder?

    Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren können sich seit Kurzem gegen das Coronavirus impfen lassen. Ende Mai hatte die EU-Kommission das Vakzin von Biontech/Pfizer für die Personengruppe zugelassen. Doch eine Empfehlung der Stiko gibt es nicht. Ist eine Impfung dann überhaupt sinnvoll?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) lehnt eine generelle Corona-Impf-Empfehlung für Kinder ab 12 Jahren derzeit ab. Als Grund wird die unzureichende Datenlage genannt. Allerdings ist eine Impfung von Kindern auf individuellen Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung sowie eigener Risikoakzeptanz möglich.

    Als sinnvoll erachtet die Impfkommission eine Corona-Impfung von Kindern mit Vorerkrankung. Diese Gruppe könne aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der Covid-19-Infektion mit dem Impfstoff von Biontech immunisiert werden. Zu den genannten Vorerkrankungen zählen unter anderem Adipositas, angeborene Herzfehler, Immun- und Krebserkrankungen sowie chronische Lungenleiden.

    Ist genug Impfstoff für alle da?

    Bundesgesundheitsminister Spahn hatte schon vor der Entscheidung der Stiko betont, deren Einschätzung sei nur eine Empfehlung: „Im Lichte dieser Empfehlung können dann die Eltern mit ihren Kindern, den Ärztinnen und Ärzten die konkreten Entscheidungen treffen, ob jemand geimpft wird oder nicht.“ Das sei eine individuelle Entscheidung. Natürlich gebe es bei jungen Menschen seltener schwere Krankheitsverläufe, aber eben auch Fälle von Long Covid. Eine Frage sei auch, wie viel mehr Alltag möglich werde mit einer Impfung.

    Vor diesem Hintergrund versprach er, dass alle impfwilligen Jugendlichen bis Ende August eine Erstimpfung bekommen sollten. Ursprünglich wollte er sie gar bevorzugt impfen und dafür Biontech-Dosen reservieren. Aufgrund der Impfstoff-Knappheit ist dieser Plan aber wieder vom Tisch. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet für die Erst- und Zweitimpfung von Kindern und Jugendlichen gegen Corona mit einem Bedarf von insgesamt mehr als sechs Millionen Impfdosen des Herstellers Biontech.

    Wie Spahn will auch SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach die sechs Millionen Jugendlichen schnell geimpft wissen, idealerweise schon bis zum Ende der Schulferien. Falls nicht, solle man versuchen, maximal vier Wochen in den Beginn der Schulzeit "hineinzuimpfen", um rasch größtmöglichen Schutz zu bekommen, sagte Lauterbach dem "Tagesspiegel".

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek forderte gar einen Fahrplan für Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren in allen Bundesländern. Auf der Vorsitzende der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, wies im Deutschlandfunk noch einmal darauf hin, dass Impfstoff-Lieferungen fehlten. Ferner werde sich nicht um vorerkrankte Schülerinnen und Schüler gekümmert.

    Wie sehr sind Kinder und Jugendliche von Covid-19 betroffen?

    Die Mehrzahl der Kinder entwickelt bei Covid-19 nur milde oder gar keine Symptome. Sie sind aber nicht ohne Risiko, auch schwere Verläufe zu entwickeln und können das Virus weiter übertragen. Bis 23. Mai sind nach Daten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie knapp 1.550 Kinder und Jugendliche mit Covid-19 ins Krankenhaus gekommen, davon waren 37 Prozent jünger als ein Jahr. Rund fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen wurden auf einer Intensivstation behandelt, 0,3 Prozent starben an Covid-19.

    Dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch für Kinder und Jugendliche gravierende Langzeitfolgen haben kann, ist mittlerweile bekannt. Zur Dauer und Häufigkeit ist aber noch vieles unklar. Es habe den Anschein, dass Langzeitfolgen bei Kindern eher aufträten als die akute Erkrankung, sagte Charité-Virologe Christian Drosten kürzlich im Podcast "Coronavirus-Update".

    Der Kinderarzt Jakob Armann von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie wies im "Tagesspiegel Background" jedoch darauf hin, dass die Datenlage für „Long Covid“ bei Kindern noch extrem dünn sei. Er untersucht das Phänomen für einen Survey in Zusammenarbeit mit Kinderärzten und hatte seit den Osterferien 12 Meldungen. Was das Pedatric Inflammatory Multisystem Syndrom PIMS angeht gab es laut Armann bis Mitte Mai 314 gemeldete Fälle in Deutschland, von denen rund die Hälfte auf der Intensivstation behandelt werden müssten. Der überwiegende Teil verlasse die Kinder aber ohne Beschwerden. Vor diesem Hintergrund sagte er mit Blick auf eine Impfung: „Ein Jugendlicher hat ein extrem geringes Risiko für einen schweren Verlauf nach einer Corona-Infektion, Todesfälle sind glücklicherweise extrem selten.“

    Impfungen für "sichere Schule"?

    Bundesgesundheitsminister Spahn hatte Impfungen für Kinder und Jugendliche in der "Bild am Sonntag" als einen "Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien" bezeichnet. Der Vorsitzende der Stiko, Mertens, hingegen betonte im DLF, die Öffnung der Schule oder die Teilhabe am Leben für Kinder und Jugendliche seien keine ausreichenden Argumente für eine Empfehlung, da könne man „ja zum Beispiel andere Maßnahmen ergreifen, nämlich die Schulen nicht schließen. Das wäre sehr einfach und der Schutz der Eltern ist ja auch etwas, was man dadurch erreichen kann, dass man die Eltern impft.“ Im NDR-Podcast "Coronavirus Update" erläuterte Mertens, dass seit Beginn der Pandemie nur ungefähr 18 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mit dem Coronavirus intensivmedizinisch behandelt worden seien. "Und die zwei registrierten Todesfälle in dieser Altersgruppe betrafen alle Kinder, die schon ohne Covid sehr schwer krank waren." Auch das Risiko an PIMS, dem multisystemischen Entzündungssyndrom, zu erkranken, sei so gering, dass es keine klare Indikation für die Impfung aller gesunden Kinder darstelle.

    Was Impfnebenwirkungen betrifft, fehlten Untersuchungen zu Spätfolgen. Als Beispiele nannte Mertens Narkolepsie beim Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix oder Fälle von Herzmuskelentzündungen bei jungen Männern bei Coronavirus-mRNA-Impfstoffen sowie Sinusvenenthrombosen bei Vektorimpfstoffen gegen Corona. "Dann gibt es sehr schnell die Situation - vom Sicherheitsaspekt her -, dass das mögliche Risiko durch die Impfung höher wird als das Risiko durch die Erkrankung in dieser Altersgruppe", so der Stiko-Vorsitzende.

    Virologe Drosten verweist auf Erfahrungen aus Großbritannien mit intensiven Testungen im Schulbetrieb und zunehmend geimpften Erwachsenen undtwitterte: „Die Impfung der Erwachsenen könnte den Ping-Pong-Effekt zwischen Schulen und Haushalten unterbrechen." Zur Situation in Deutschland bis zum Herbst erwartet Drosten, dass sich zumindest die Eltern von Schülerinnen und Schülern impfen lassen.

    Eine Impfpflicht an Schulen steht aber nicht im Raum. Darauf hatte jüngst auch die Kultusministerkonferenz hingewiesen. Sie empfiehlt nach den Sommerferien "ungeeingeschränkten Regelbetrieb" - mit Verweis auf dann zwei Mal geimpftes Lehrpersonal und darauf, Kinder und Jugendliche keine treibende Kraft in der aktuellen Pandemie-Situation seien.

    Auch andere Hersteller wollen Zulassung erweitern

    Bisher ist nur der Impfstoff von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche zugelassen. Über den Antrag des US-Pharmakonzern Moderna will die Europäische Arzneimittelbehörde EMA im Juli entscheiden. Grundlage ist eine Studie mit mehr als 3.700 Teilnehmern im Alter von zwölf bis 17 Jahren in den USA.

    Das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca und die Universität Oxford rechnen bis zum Sommer mit Ergebnissen. Sie testen ihren Corona-Impfstoff den Angaben zufolge seit Februar an 300 Freiwilligen im Alter von sechs bis 17 Jahren. Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft.

    Wann Vakzine für jüngere Kinder unter zwölf Jahren auf den Markt kommen, ist für den europäischen Markt bisher noch unklar. Russland testet derzeit eine Verabreichung seines Impfstoffs Sputnik V per Nasenspray, wie die Nachrichtenagentur TASS berichtet. Demnach soll die Verabreichungsform für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren geeignet sein. Der Vertriebsstart sei für den 15. September geplant.

    Auch China ist schon weiter. Hier ließen die Behörden bereits den Impfstoff des heimischen Herstellers Sinovac und von Sinopharm für Drei- bis 17-Jährige zu.

    (Stand: 13.06.)

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  • Corona-PandemiePortale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen

    Die festgelegte Reihenfolge bei der Corona-Impfung ist seit dem 07.06. bundesweit aufgehoben. Mit dem Ende der sogenannten Priorisierung haben alle Menschen ab zwölf Jahren nun zumindest theoretisch die Möglichkeit, einen Impftermin zu erhalten. Doch Geduld ist weiterhin gefragt, und in einigen Bundesländern wird die Priorisierung auch noch aufrechterhalten.

    Mediziner und Vertreter der Kommunen sowie Betriebsärzte, die jetzt ebenfalls mitimpfen dürfen, dämpften entsprechend die Erwartungen und warnen vor Frust. In den Arztpraxen laufen die Telefone heiß und auch die Impfzentren sind vielerorts ausgebucht. Bereits die Aufhebung der Impfpriorisierung in den Hausarztpraxen mehrerer Bundesländer führte zu einem regelrechten Ansturm. In Baden-Württemberg etwa rief die Kassenärztliche Vereinigung dazu auf, nicht mehr in Hausarztpraxen anzurufen, um die Telefonleitungen nicht zu blockieren. Der Hausärzteverband Nordrhein berichtete von einer "extrem aggressiven Stimmung". Der Vorsitzende Funken sagte der "Rheinischen Post", inzwischen meldeten sich viele Hausarztpraxen schon wieder vom Impfsystem ab. Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Mertens, kritisierte die Aufhebung der Priorisierung. Er führte die Entscheidung auch auf öffentlichen Druck zurück: Die Urlaubszeit stehe an, hinzu komme der Wahlkampf.

    Zahlreiche Portale und Tools wollen nun bei der Vermittlung von Impfterminen helfen. Die Ärzteorganisation Mediverbund etwa bietet seit Kurzem auf dem Portal www.impfterminmanagement.de eine Registrierung für Restdosen in baden-württembergischen Arztpraxen an. Der Service gilt allerdings nur für Menschen in diesem Bundesland. Ähnliches versprechen die Seite Impfee sowie die App Impf-Finder.

    Die Webseite Doctolib vermittelte auch schon vor der Pandemie Online-Termine bei Ärztinnen und Ärzten. Nun können dort auch Impftermine gebucht werden, etwa auch bei Gynäkologen oder Urologen, die Impftermine eingestellt haben. Meist sind dort zeitnah Impftermine mit Astrazeneca zu bekommen.

    Auch Privatinitiativen bieten inzwischen Hilfe bei der Terminfindung an. Ein 17-Jähriger aus Baden-Württemberg etwa programmierte eine Art Suchmaschine für Termine in Impfzentren, weil er für seinen Großvater nur schwer einen Termin finden konnten. Auf www.impfterminübersicht.de können sich Interessierte freie Kapazitäten in mehreren Bundesländern anzeigen lassen, inzwischen stellen auch einige Arztpraxen Verfügbarkeiten ein. Die Seite zeigt dann die entsprechenden Kontaktdaten an oder verweist per Link auf die zuständige Buchungsseite. Nach eigenen Angaben wurden so bereits zwei Millionen Termine vermittelt. Ein vergleichbares Portal ist www.impfterminradar.de.

    Keine Webseite, sondern eine Art Programm ist Vaccipy. Es soll, nachdem man es installiert hat, seine Kontaktdaten und sein Impfzentrum eingegeben hat, minütlich nach freien Terminen suchen. Wenn einer frei wird, wird dieser automatisch gebucht.

    Wie der Südwestrundfunk bereits im April berichtete, sah man im Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg solche Portale kritisch. Die Aussagekraft sei bisher nur eingeschränkt gegeben, habe ein Sprecher mitgeteilt. Zudem entsprächen die Ergebnisse nicht immer der tatsächlichen Situation. Das Land Baden-Württemberg habe sich allerdings beim Bundesgesundheitsministerium dafür eingesetzt, auf dem offiziellen Portal eine bessere Übersicht über Impfzentren und verfügbare Termine zu bieten.

    Wie der SWR weiter schrieb, waren auch aus Sicht von KV-Digital (für die offizielle Webseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung verantwortlich) die zusätzlichen Impfterminportale keine Alternative, sondern am ehesten eine Ergänzung. Es sei zu befürchten, dass deren Ergebnisse nicht immer korrekt seien.

    (Stand: 08.06.)

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  • Covid-19-ImpfstoffeWann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig?

    Dass die Impfungen gegen das Coronavirus wahrscheinlich aufgefrischt werden müssen, vermuten Experten schon länger. Unklar ist aber bisher, wann genau. Eine Übersicht zum Thema:

    Die Ständige Impfkommission rechnet damit, dass die aktuellen Impfungen nicht die letzten sein werden. Der Stiko-Vorsitzende Mertens sagte der "Funke Mediengruppe", das Virus werde uns nicht wieder verlassen. Seinen Angaben zufolge ist es denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könne es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, so Mertens. "Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen."

    Der Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen forderte eine frühzeitige Planung der Auffrischungs-Impfungen. Mit Blick auf den Herbst müsse man sich Gedanken machen, wie und für wen man Auffrischungs-Impfungen anbieten solle, sagte Dahmen der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Hier müsse nach Indikationsgruppen vorgegangen werden: Menschen, bei denen die Impfung kürzer anhalte, müssten vorrangig wieder geimpft werden.

    Wie lange hält die Schutzwirkung der Impfung an?

    Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach geht davon aus, dass die Immunität nach einer Impfung gegen Covid-19 rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein. Der Virologe Drosten von der Berliner Charité rechnet mit einer einmaligen Auffrischung "zum Winter hin" und zwar für "mehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen", wie er Ende April im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" erklärte.

    Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Falk, sagte der Zeitung "Die Zeit", man müsse quasi jeden Monat schauen, ob und wie gut Genesene und Geimpfte noch geschützt seien. Der Chef des Robert Koch-Instituts, Wieler, verwies darauf, dass man anhand von Studien sehe, wann eine Auffrischung angezeigt sei. Zeitabstände könne man noch nicht benennen.

    Die beiden Impfstoff-Hersteller Moderna und Biontech/Pfizer haben die Personen aus ihren Zulassungsstudien weiterverfolgt, um abzuschätzen, wie lange die Vakzine vor einer schweren Erkrankung schützen. Beide Unternehmen melden, dass die Wirkung ihrer Impfstoffe sechs Monate nach der zweiten Impfung immer noch bei über 90 Prozent liege. Der Chef des Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla, sagte dennoch kürzlich laut US-Medien, er halte künftig jährliche Corona-Impfungen für möglich.

    Eine Aussage, über die sich der Immunologe Carsten Watzl wunderte. Er glaubt: "Für den Großteil der Bevölkerung ist nicht zu erwarten, dass das gesamte Prozedere jedes Jahr wiederholt werden muss. "Eine Dosis pro Saison - ähnlich wie bei der Grippeschutzimpfung - bräuchten voraussichtlich jene Menschen, deren Immunsystem nicht mehr so gut auf eine Impfung anspricht, etwa aus Altersgründen oder wegen Immunschwäche durch Vorerkrankungen. Für sie sei es auch wichtig, durch ein geimpftes Umfeld mitgeschützt zu werden." Dafür reichten voraussichtlich Auffrischungen im Abstand von mehreren Jahren, so Watzl. Auch bei der Hebräischen Universität in Jerusalem geht man davon aus, dass die Corona-Impfungen zwei Jahre oder länger wirken könnten. Da die Antikörper bei Genesenen aber tatsächlich schon früher deutlich zurückgehen, wird vermutet, dass Geimpfte besser gegen Covid-19 geschützt sein könnten als Genesene, wie DLF-Wissenschaftsredakteur Volkart Wildermuth zusammenfasst.

    Gleicher oder veränderter Impfstoff?

    Die Hersteller arbeiten nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen, die auch gegen relevante bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Besser abgedeckt werden sollen mit den Boostern auch neue Virusvarianten, die der Immunantwort entgehen könnten. Aktuell sind diese in Deutschland noch selten. Doch mit wachsendem Anteil von Geimpften und Genesenen in der Bevölkerung könnten sie zunehmen. Im Fokus sind momentan die in Südafrika und Brasilien entdeckten Mutanten B.1.351 und P.1.

    Wie beispielsweise Moderna-Europachef Dan Staner in einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erläuterte, entwickelt das Unternehmen gerade eine neue Version seines mRNA-Impfstoffes. Am Ende werde nur eine Booster-Variante zur Zulassung eingereicht, nämlich die effizienteste. Dies solle für Europa voraussichtlich bereits im September geschehen, sodass eine Zulassung noch im Oktober oder November dieses Jahres möglich wäre.

    Regulatorisch hoffen die Firmen auf ein vereinfachtes Zulassungsverfahren analog zu den Grippeimpfstoffen, wo die Impfantigene jährlich angepasst werden, ohne dass klinische Studien nötig sind. Das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Arzneimittelsicherheit zuständig ist, stellte das bereits in Aussicht. Der Präsident des Instituts, Klaus Cichutek, sagte, Voraussetzung sei, dass die Herstellung gleich laufe wie beim herkömmlichen Impfstoff. "Dann sind keine weiteren präklinischen Versuche mit Tiermodellen mehr notwendig sondern nur eine kleine Studie mit Menschen, die nachweisen muss, dass der veränderter Wirkstoff genauso wirksam ist, wie der ursprüngliche". Die Wirksamkeit werde aber nicht so aufwendig gemessen, wie in den klinischen Phase-3 Studien, wo die Forscher über Monate auf zufällige Erkrankungen an Covid-19 warten müssten. Sondern es solle ausreichen, in Blutproben ausreichend hohe Mengen von neutralisierenden Antikörpern nachzuweisen. Das gesamte Verfahren, das aktuell mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA diskutiert werde, könnte so nur wenige Monate dauern.

    Nicht notwendig ist es aller Voraussicht nach, mit dem gleichen Präparat nachzuimpfen wie bei den ersten beiden Dosen. Grundsätzlich gebe es erst einmal keine Hinweise darauf, dass ein Mix aus verschiedenen Impfstoffen zum Problem werden könne, sagt Marylyn Addo, Infektiologin und Studienleiterin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Natürlich müsste die Wirkung in Studien abgeklärt werden. Sie betonte aber: "Es ist nicht so, dass, wenn
    man mit einem Impfstoff seine Impfreise beginnt, dass das andere Impfstoffe oder andere Impfstoff-Kategorien ausschließt in der Zukunft."

    Kommt es mit notwendigen Auffrischungsimpfungen zu Engpässen?

    Die FDP fordert die Bundesregierung bereits seit einiger Zeit auf, sich ausreichend früh um weitere Impfstoffmengen für den Schutz gegen Mutanten des Coronavirus zu kümmern. Mit neuen Virusvarianten steige die Wahrscheinlichkeit für eine notwendige dritte Impfdosis, die sogenannten Impfbooster, heißt es in einem Positionspapier der FDP-Bundestagsfraktion. „Um nicht erneut in eine Knappheitssituation zu geraten, bei der ein Großteil der Bevölkerung auf die Schutzimpfung warten muss, sollten bereits jetzt Beschaffungsaufträge für den Herbst veranlasst werden“.

    Die Europäische Union hat bereits 900 Millionen weitere Impf-Dosen von Biontech/Pfizer bestellt, die bis 2023 geliefert werden sollen. Sie sind laut EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen als Auffrischimpfung für Erwachsene gedacht und auch, um die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU zu impfen.

    Israel bereitet sich bereits auf eine erneute Impfung seiner gesamten Bevölkerung vor. Premierminister Benjamin Netanjahu geht von einem millionenfachen Bedarf an Impfdosen alle sechs Monate aus. Er warnt: "Es gibt eine riesige Konkurrenz unter den Ländern" - und er sei entschlossen "erneut die Länder der Welt anzuführen bei der Einfuhr von Millionen Impfdosen."

    In Großbritannien kündigte der zuständige Minister Nadhim Zahawi im "Daily Telegraph" zwar an, dass über 70-Jährige und Menschen mit hohen gesundheitlichen Risiken sowie medizinisches Personal bereits im September eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen könnten. Bis zum Herbst würden aber vermutlich acht verschiedene Impfstoffe zur Verfügung stehen, darunter einige, die vor Varianten schützen könnten. Vor diesem Hintergrund betonte Zahawi. "Wie auch immer das Virus sich verhält - wir werden bereit sein."

    (Stand: 9.06.2021)

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  • Covid-19Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Impfempfehlung für Schwangere angepasst: Nach individueller Prüfung könne eine Covid-19-Immunisierung Schwangeren "großzügig empfohlen" werden. Zuvor war die Stiko sehr zurückhaltend.

    In der fünften Aktualisierung der Stiko-Impfempfehlung heißt es nun: "Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden."

    Mit einer generellen Impfempfehlung für Schwangere hält sich die Stiko jedoch weiterhin zurück. Dazu Marianne Röbl-Mathieu, Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in der Stiko: "Wo die Evidenz fehlt, wo es keine Kontrollgruppen gibt oder vergleichsweise geringe Datenmengen, kann die Stiko nichts empfehlen", sagte Röbl-Mathieu. Das bedeute jedoch nicht, dass die Stiko etwa ein erhöhtes Risiko befürchte, sie könne es nur noch nicht ausreichend beurteilen.

    Kritik von Expertinnen und Experten an der Stiko

    Schwangere haben Medizinerinnen und Medizinern zufolge ein höheres Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung. Darum werden sie in den meisten Nachbarländern Deutschlands geimpft. Die WHO empfiehlt eine priorisierte Corona-Impfung für Schwangere. Die Zurückhaltung der Stiko, begründet mit der dünnen Datenlage, löste deshalb auch Kritik aus.

    In einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (Stand 21.05.) heißt es, auch wenn dies über die derzeit gültige STIKO-Empfehlung hinausgehe, konsentierten die Fachgesellschaften nach sorgfältig geführter Nutzen-Risiko-Abwägung zur Frage der Covid-19-Impfung von Schwangeren und Stillenden: "In informierter partizipativer Entscheidungsfindung und nach Ausschluss allgemeiner Kontraindikationen wird empfohlen, Schwangere priorisiert mit mRNA-basiertem Impfstoff gegen Covid-19 zu impfen."

    Der Mediziner Ekkehard Schleußner vom Universitätsklinikum Jena sagte im Deutschlandfunk, Schwangere erkrankten zwar nicht häufiger an Covid-19. Aber wenn sie erkrankten, sei der Verlauf unter Umständen "sehr deutlich schwerer". Man sehe mit Blick auf die Statistik auch eine erhöhte Mortalität. Ähnlich sahen es etwa auch die Virologen Christian Drosten und Alexander Kekulé.

    Immunsystem ist bei Schwangeren herabgesetzt

    Es gibt mehrere Hypothesen, warum eine Covid-Erkrankung bei Schwangeren schwerer verläuft. Schleußner nimmt an, dass die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft die Entzündungsmechanismen unterstützt. Der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena weist darauf hin, dass das Immunsystem bei Schwangeren generell etwas herabgesetzt und die Sauerstoffaufnahme reduziert ist.

    Mediziner Schleußner verweist auf neue Studien

    Der Jenaer Mediziner Schleußner hatte zuletzt im Deutschlandfunk der Stiko widersprochen, die wiederholt mit der fehlenden Datenlage argumentiert. In den vergangenen Wochen seien mehrere Studien mit zahlreichen Teilnehmerinnen erschienen. Diese zeigten ganz klar, dass eine Corona-Impfung "nicht zu vermehrten schwangerschaftsspezifischen Komplikationen" führe. Auch ein erhöhtes Krankheits- oder Sterbe-Risiko der Schwangeren oder der Föten sei nicht zu erkennen. Schwangere hätten auch keine anderen oder schwereren Nebenwirkungen als Nicht-Schwangere. Die Antikörperbildung verlaufe ebenfalls in gleicher Weise. Die Antikörper gingen zudem auf das Kind über und gäben ihm demnach - wie bei anderen Erkrankungen bekannt - einen gewissen "Nestschutz".

    Wie Schleußner weiter sagte, beziehen sich die bisherigen Studien auf mRNA-Impfstoffe. Bisher zugelassen in Deutschland sind diese Präparate von Biontech/Pfizer sowie Moderna. Das bedeute jedoch nicht, dass Vektor-basierte Impfstoffe potenziell gefährlich seien.

    Nicht Impfstoff eine Gefahr für Ungeborene, sondern eine Erkrankung der Mutter

    Mit Blick auf die Risiken für das ungeborene Kind erklärte Schleußner: Auf Basis der bisherigen Studien könne man sagen, dass vor allem Antikörper der Mutter auf den Fötus übergingen, und so gut wie keine mRNA des Impfstoffs. Die Gefahr sei nicht der Impfstoff, sondern dass die Mutter wegen einer Covid-19-Erkrankung schwer erkranken und möglicherweise sterben könnte und das Kind als Frühgeburt mit ungünstigen Umständen zur Welt kommen könnte.

    Der Virologe Kekulé berichtete im MDR von einer Studie: Die Wahrscheinlichkeit, auf der Intensivstation zu landen, sei für erkrankte Schwangere demnach im Vergleich zu Schwangeren ohne Covid-19 rund fünffach erhöht, die Wahrscheinlichkeit zu sterben 22-fach. Ein Forscherteam stellte diese Beobachtungen aus 18 Ländern im Journal "Jama Pediatrics" vor, es ging um mehr als 2.100 infizierte und nicht-infizierten Schwangere. Drosten verwies allerdings darauf, dass darunter auch Länder mit schlechteren Gesundheitssystemen seien.

    Im Ärzteblatt erschienen kürzlich Daten zu Schwangeren in Deutschland. Demnach haben Schwangere überwiegend günstige Verläufe im Falle einer Covid-19-Erkrankung. Allerdings bezieht sich das auf Daten bis Oktober 2020 - wie sich die inzwischen dominante britische Variante auf Schwangere auswirkt, ist unklar. Im Hamburger Universitätsklinikum nahm die Zahl der Schwangeren auf der Intensivstation zuletzt zu. Dies könne daran liegen, dass sich das Virus vermehrt unter Jüngeren und Kindern ausbreitet. Vor allem Schwangere, die bereits Kinder haben, seien besonders gefährdet, hieß es.

    In Israel gab es mehrere Todesfälle ungeimpfter, schwangerer Frauen sowie Totgeburten nach Corona-Infektionen. Israel hat eine vergleichsweise hohe Geburtenrate von durchschnittlich drei Kindern pro Frau.

    Corona-Infektion erhöht möglicherweise Risiko für Totgeburten

    Auf ein erhöhtes Risiko von Totgeburten durch eine Corona-Infektion bei Schwangeren deutet auch eine Studie aus Großbritannien - allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Das legen Ergebnisse nahe, die die Forschenden in der Fachzeitschrift "American Journal of Obstetrics and Gynecology" veröffentlichten. Dafür untersuchten sie Geburten bei 340.000 Frauen im größten britischen Landesteil England zwischen Mai 2020 und Januar 2021.

    Von diesen wurden 3.527 Frauen positiv auf das Coronavirus getestet, als sie ins Krankenhaus kamen. 30 von ihnen erlitten eine Totgeburt, also verloren ihr Baby mindestens 24 Wochen nach Beginn der Schwangerschaft. Der von den Forschern ermittelte Schnitt von 8,5 je 1.000 Frauen liegt deutlich über dem Schnitt von 3,4 je 1.000 Frauen bei negativ getesteten Schwangeren. Ein ähnliches Bild ergab die Studie bei Frühgeburten, also einer Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche. Diese erfolgte bei 12 Prozent der Corona-Infizierten, aber nur bei 5,8 Prozent der negativ Getesteten.

    Die Forscher betonten, das Risiko für Tot- oder Frühgeburten bleibe weiterhin sehr gering. Es sei aber wichtig, dass mögliche Gefahren bekannt sind.

    Israel empfiehlt schon lange Impfung für Schwangere - andere Länder folgen

    In Israel wird im Gegensatz zu Deutschland bereits seit Januar die Impfung von Schwangeren ausdrücklich empfohlen. Der israelische Gynäkologenverband schrieb, die Covid-19-Erkrankung könne während der Schwangerschaft Schaden anrichten, bei Schwangeren einen schwereren Krankheitsverlauf auslösen und Frühgeburten verursachen. Deshalb sei es wichtig, sich impfen zu lassen. Man empfehle eine Immunisierung aller Schwangeren, die dies wünschten. Dies gelte besonders, wenn sie gefährdet seien, mit dem Virus in Kontakt zu kommen oder Vorerkrankungen hätten, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhten. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt Schwangeren inzwischen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

    In Großbritannien wies das Joint Committee on Vaccination and Immunisation (JCVI) darauf hin, dass etwa 90.000 schwangere Frauen in den Vereinigten Staaten geimpft worden seien. Dies sei hauptsächlich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna geschehen, ohne dass Sicherheitsbedenken aufgekommen seien. Basierend auf diesen Daten rate das JCVI, dass es vorzuziehen sei, schwangeren Frauen in Großbritannien diese mRNA-Impfstoffe anzubieten, sofern diese verfügbar seien. Auch in Frankreich und seit Kurzem in Österreich werden Schwangere geimpft.

    (Stand: 12.06.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 15.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 14.06.)
    + Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat? (Stand 14.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Wie sinnvoll sind Impfungen für Kinder? (Stand 13.06.)
    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

    Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

    Nebenwirkungen - das ist der Sammelbegriff unter den wir alle Reaktionen auf eine Impfung zusammenfassen. Das Robert Koch-Institut unterscheidet zwischen Impfreaktionen und Impfkomplikationen. Die Impfreaktionen sind gewünscht und Teil der Immunisierung, weil der Körper ja auf das Vakzin reagieren und eine Immunabwehr aufbauen soll. Komplikationen sind unerwünscht und sollten gemeldet werden. Entweder bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, über das Nebenwirkungsportal des Bundes (hier gibt es ein "Covid-19-Meldeformular") oder über die App "SafeVac" (mehr dazu am Ende des Artikels).

    Häufige Impfreaktionen

    Zu den häufigeren Reaktionen bei allen Impfstoffen zählen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit; auch Fieber kann auftreten. Für diese Impfreaktionen gilt: Sie halten nur kurze Zeit an und klingen von selbst wieder ab. Zudem zeigen sie an, dass das Immunsystem arbeitet. Generell treten sie bei jüngeren Menschen eher häufiger auf und nehmen mit dem Alter ab.

    Sehr selten: allergischer Schock

    Sehr selten kommt es zu einem allergischen Schock. Dieser tritt unmittelbar nach der Impfung auf und kann lebensbedrohlich sein, ist aber bei schneller ärztlicher Hilfe gut zu überstehen. Deshalb muss man nach der Impfung sicherheitshalber noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben, meist sind es 15 bis 30 Minuten.

    Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte über die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe. Demnach gibt es bislang keine Sicherheitsbedenken gegen die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna. Bei den bislang bekannten Impfreaktionen hätten sich keine statistischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Nutzen der Impfstoffe sei weitaus größer als die Risiken, betont die Aufsichtsbehörde.

    Berichte aus Israel haben jedoch zuletzt die Frage aufgeworfen, ob Herzmuskel-Entzündungen bei Geimpften mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer in Verbindung stehen könnten. Das israelische Gesundheitsministerium teilte am 2. Juni mit, unter den mehr als fünf Millionen Geimpften seien zwischen Dezember und Mai 275 Fälle von Myokarditis aufgetreten. Eine Untersuchung sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen der zweiten Dosis und Herzmuskelentzündung bei Männern im Alter zwischen 16 und 30 gebe. Bei 16- bis 19-jährigen Männern sei dies häufiger beobachtet worden als in anderen Altersgruppen. Israel genehmigte gleichwohl die Impfung von 12- bis 15-Jährigen, weil die Vorteile die Risiken überwiegen. Pfizer erklärte, dass dem Unternehmen die Befunde aus Israel bekannt seien. Bislang sei aber kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Myokarditis festgestellt worden. Es sei bisher keine höhere Rate von Herzmuskelentzündungen beobachtet worden, als in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten gewesen wäre.

    Der Impfstoff von Astrazeneca

    Die Immunisierungen mit dem dritten in Deutschland zugelassenen Impfstoff - dem Mittel von Astrazeneca - waren nach Berichten über Todesfälle durch Blutgerinnsel im Gehirn zunächst im März vorübergehend ausgesetzt und Ende März dann eingeschränkt wieder aufgenommen worden. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA und die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hatten nach einer Prüfung den weiteren Einsatz des Mittels von Astrazeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, hieß es in einer Stellungnahme der Stiko. Auch die EMA bezeichnete den Impfstoff von Astrazeneca als "sicher und wirksam".

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in der Corona-Pandemie die zentrale Sammelstelle für Informationen über Impfnebenwirkungen und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Bericht dazu. Den Angaben zufolge sind bis Ende April 67 Fälle einer Thrombose mit Thrombozytopenie nach Impfung mit Astrazeneca bekannt. In 14 Fällen war der Ausgang demnach tödlich. Neun Todesfälle betrafen Frauen, fünf Männer.

    Astrazeneca nur noch bei Menschen über 60

    Am 30. März beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hingegen hielt nun nach einer erneuten Prüfung der Thrombosefälle weiter an ihrer Empfehlung des Impfstoffes für alle Menschen ab 18 Jahren fest. Die EMA erklärte, der Nutzen des Wirkstoffes sei nach wie vor höher zu bewerten als die Risiken. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen als "sehr selten" aufgenommen werden.

    In Deutschland kann Astrazeneca nach sorgfältiger ärztlicher Beratung auch an unter 60-Jährige durch niedergelassene Ärzte verabreicht werden. Die Impfpriorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca wurde aufgehoben.

    Das Vakzin von Johnson & Johnson

    Der vierte in Deutschland und der EU zugelassene Corona-Impfstoff ist der des US-Herstellers Johnson & Johnson. Laut EMA kann der Wirkstoff zwar in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen. Insgesamt überwögen aber die Vorteile des Impfstoffs die Risiken. Nach Angaben der EMA waren acht Fälle von Hirnvenenthrombosen festgestellt worden, nachdem der Impfstoff fast sieben Millionen Menschen verabreicht worden war.

    Mögliche Ursache für Thrombosen

    Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben inzwischen herausgefunden, wie die Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe hätten bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämatostaseforschung hat bereits entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

    Paul-Ehrlich-Institut sammelt Meldungen

    Bis Ende April wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt knapp 50.000 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Komplikationen nach Covid-Impfungen registriert, bei insgesamt bis dahin fast 29 Millionen durchgeführten Impfungen.

    Die Melderate betrug den Angaben für alle Impfungen mit Covid-19-Impfstoffen 1,7 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle betrug sie 0,2 pro 1.000 Impfdosen. Bei Astrazeneca liege die Melderate etwas höher als bei den anderen Impfstoffen (4,5 Fälle pro 1.000 Dosen und bei schwerwiegenden Fällen 0,4 pro 1.000). Das könne aber auch mit der medialen Berichterstattung über den Impfstoff zu tun haben, hieß es.

    Eine Studie der Universität Oxford hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung mit verschiedenen Präparaten festgestellt. Wie die Forschenden im Fachmagazin "The Lancet" schreiben, gibt es deswegen aber keine Sorge in Sachen Patientensicherheit. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, kann noch nicht beurteilt werden.

    Was sollte man tun, wenn Beschwerden auftreten?

    Wer geimpft wurde und den Verdacht hat, dass Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Auch eine Online-Meldung direkt bei dem Institut ist möglich. Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen zu melden. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter.

    App "SafeVac" fragt nach

    Zum ersten Mal in Deutschland werden Geimpfte aber auch aktiv nach ihrem Befinden befragt. Dazu wurde die App "SafeVac" entwickelt. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktionen zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben. Klaus Cichutek, der PEI-Präsident, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren.

    (Stand: 02.06.2021)

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  • EnglandJohnson verlängert Corona-Maßnahmen bis zum 19. Juli

    Wegen der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus werden die Pandemie-Maßnahmen in England um vier Wochen verlängert. Wie der britische Ministerpräsident Johnson in London mitteilte, gelten die derzeitigen Auflagen weiter bis zum 19. Juli.

    Ursprünglich war geplant, die Maßnahmen am kommenden Montag aufzuheben. Sollte sich die Lage in England schnell verbessern, könnte es laut Johnson schon nach zwei Wochen erste Änderungen geben. In Großbritannien stieg die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder an.

    Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland haben eigene Corona-Regeln, die sich jedoch nur geringfügig von denen in England unterscheiden.

  • LitauenVier Bundeswehr-Soldaten nach schwerem Fehlverhalten abgezogen

    Die Bundeswehr hat vier Soldaten der Nato-Mission in Litauen nach einem schweren Fehlverhalten abgezogen.

    Dies habe das Verteidigungsministerium den Obleuten im Bundestag mitgeteilt, meldet die Nachrichtenagentur DPA. Demnach geht es um den Anfangsverdacht auf Straftaten wie sexuelle Nötigung, Beleidigung, womöglich auch mit rassistischem Hintergrund. Betroffen seien insgesamt zehn Soldaten.

    Der "Spiegel" hatte berichtet, Soldaten hätten Ende April bei einer Feier in einem Hotel rechtsradikale und antisemitische Lieder gesungen. Dabei soll es auch einen sexuellen Übergriff gegeben haben. Der Vorfall sei am 8. Juni von einem Soldaten gemeldet worden.

  • Nato-GipfelMerkel bekräftigt Ziel bei Verteidigungsausgaben

    Bundeskanzlerin Merkel hat beim Nato-Gipfel das Ziel bekräftigt, die deutschen Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zu steigern.

    Bis zum Jahr 2024 wolle man auf 1,5 Prozent kommen, sagte Merkel in Brüssel. Angestrebt werde, "in Richtung 2030 das Zwei-Prozent-Ziel" zu erreichen. Die Verteidigungsausgaben waren unter dem früheren US-Präsidenten Trump einer der Hauptstreitpunkte zwischen den USA und den europäischen Nato-Mitgliedern.

    Zum Abschluss des Gipfeltreffens hatte das Verteidigungsbündnis heute erklärt, eine faire Lastenverteilung untermauere den Zusammenhalt, die Solidarität und die Glaubwürdigkeit der Nato.

  • NatoMacron sieht Gipfel als Neubeginn

    Der französische Präsident Macron sieht den heutigen Nato-Gipfel als Beginn eines neuen Abschnitts für das Militärbündnis.

    Er sprach nach dem Treffen in Brüssel von einer wichtigen Etappe, die man sich seit längerer Zeit gewünscht habe. Macron fügte hinzu, in den vergangenen Jahren habe es Zweifel und Unsicherheiten gegeben, etwa in Bezug auf das Engagement der USA. Dies habe ihn im Jahr 2019 dazu gebracht, sich mit einer gewissen Klarheit auszudrücken. Damals hatte Macron der Nato den "Hirntod" bescheinigt.

    Bundeskanzlerin Merkel warnte im Anschluss an den Gipfel vor einer Überbewertung der Bedrohung durch China. Sie betonte, Peking sei in vielen Bereichen ein Rivale, in anderen aber auch ein Partner. Mit Blick auf Russland erklärte sie, Moskau sehe das Militärbündnis mehr als 30 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges leider als Gegner.

    Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten hatten in ihrer Abschlusserklärung deutlich Position gegenüber China und Russland bezogen und beiden Ländern Verstöße gegen die internationale Ordnung vorgeworfen.

  • BelarusProtassewitsch erneut öffentlich vorgeführt - Kritik von Tichanowskaja

    Gut drei Wochen nach seiner Festnahme ist der in Belarus inhaftierte Regimekritiker Protassewitsch erneut öffentlich vorgeführt worden.

    Er fühle sich "ausgezeichnet" und es sei ihm auch nichts angetan worden, sagte der 26-Jährige in einer Pressekonferenz in Minsk. An seine Eltern gerichtet fügte er hinzu, sie sollten sich nicht sorgen. Protassewitsch äußerte sich bei einem vom Außenministerium organisierten Auftritt, bei der die Behörden erneut ihre Sicht der international scharf kritisieren Zwangslandung einer Passagiermaschine darlegten, von deren Bord der Blogger und seine Freundin anschließend abgeführt worden waren.

    In der Folge tauchte er zunächst in einem vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Geständnis-Video sowie später in einem Interview auf, in dem er sich geläutert äußerte. Seine Eltern indes beschrieben sein Verhalten in den Auftritten als unnatürlich und warfen dem Regime vor, ihren Sohn mit Drohungen und möglicherweise auch Folter zu den Aussagen gezwungen zu haben.

    Die belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja hält die jüngsten Äußerungen für nicht authentisch. Protassewitsch sei eine Geisel der Regierung, twitterte ein Berater Tichanowskajas. Seine Aussagen seien nicht auf einer Pressekonferenz gefallen, sondern in einer Szene, die an Kafka oder Orwell erinnere.

  • Fußball-EuropameisterschaftUnentschieden zwischen Spanien und Schweden

    Bei der Fußball-Europameisterschaft ist am Abend die Partie zwischen Spanien und Schweden torlos zu Ende gegangen.

    Zuvor hatte in der Gruppe E die Slowakei gegen Polen mit 2:1 gewonnen. In der Gruppe D hatte sich bereits am Nachmittag Tschechien mit 2:0 gegen Schottland durchgesetzt.

  • CETA-AbkommenEU-Kanada-Gipfel in Brüssel gestartet

    Knapp vier Jahre nach Abschluss des Wirtschafts- und Handelsvertrags CETA wollen die Europäische Union und Kanada eine Zwischenbilanz ziehen.

    EU-Ratspräsident Michel und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen empfingen den kanadischen Premierminister Trudeau in Brüssel. Das CETA-Abkommen wurde 2017 vorläufig in Kraft gesetzt. Auf EU-Seite müssen noch nationale und in einigen Fällen auch regionale Parlamente zustimmen, damit es uneingeschränkt gilt.

    Auf der Tagesordnung des EU-Kanada-Treffens stehen auch die Corona-Pandemie, die weltweite Impfkampagne und der Klimaschutz, die Entwicklung grüner Technologie und den Kampf gegen Bedrohungen wie Cyberangriffe.

  • JemenFischer bergen 25 ertrunkene Flüchtlinge vor der Küste

    Vor der Küste des Jemen haben Fischer 25 Leichen geborgen.

    Nach Angaben der Behörden war zuvor ein Boot mit bis zu 200 Migranten an Bord gekentert. Die Internationale Organisation für Migration bestätigte den Untergang eines Bootes in dem Gebiet.

    Bei den Ertrunkenen soll es sich um afrikanische Migranten handeln. Der Jemen ist trotz des seit sechs Jahren herrschenden Krieges Ziel vieler Migranten aus afrikanischen Ländern. Sie sind auf der Suche nach Arbeit auf der arabischen Halbinsel und hoffen, vom Jemen aus nach Saudi-Arabien oder in andere Ölförderstaaten zu gelangen.

  • Fußball-EMTschechien gewinnt gegen Schottland mit 2:0

    Bei der Fußball-Europameisterschaft hat Tschechien mit 2:0 gegen Schottland gewonnen.

    Das Spiel fand in Glasgow statt. Beide Tore schoss der Bundesliga-Stürmer Patrik Schick. Nach dem Kopfball zur Führung in der 42. Minute war der 25-Jährige Profi von Bayer Leverkusen mit einem weiteren, aufsehenerregenden Treffer erfolgreich. Schick zog in der 52. Minute knapp hinter der Mittellinie ab und überwand den weit vor dem Tor stehenden schottischen Torwart David Marshall. Im anderen Spiel der Gruppe D hatte England am Sonntag 1:0 gegen Kroatien gewonnen.

    Am Abend treten in der Gruppe E noch Polen und die Slowakei sowie Spanien und Schweden gegeneinander an.

  • WHOGlobale Corona-Fallzahl sinkt seit Wochen - trotzdem keine Entwarnung

    Die globale wöchentliche Zahl an Corona-Fällen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sieben Wochen in Folge gesunken - der längste Rückgang seit Beginn der Pandemie.

    Dieser Trend verdecke jedoch die beunruhigende Zunahme von Krankheits- und Todesfällen in vielen einzelnen Ländern, warnte WHO-Chef Tedros in Genf. Der Anstieg in Afrika sei besonders alarmierend, da der Kontinent weltweit am wenigsten Impfdosen, Tests und Sauerstoff für Patienten zur Verfügung habe. Zahlen. Laut Tedros sterben täglich mehr als 10.000 Menschen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

  • Covid-19Afrikabeauftragter Nooke: Brauchen Impfstoffproduktion in Afrika

    Der Afrikabeauftragte der Bundesregierung, Nooke, hat die Beschlüsse des G7-Gipfels zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verteidigt.

    Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, das Bekenntnis, dass etwas getan werden müsse, sei eindeutig. In der Abschlusserklärung werde klar betont, dass die Pandemie nirgends unter Kontrolle sei, solange sie nicht überall unter Kontrolle gebracht werde. Es sei also im eigenen Interesse der G7-Staaten, sich zu engagieren. Nooke betonte, es gehe nicht nur um die Zahl der Impfstoffdosen. Am Ende müsse es eine eigene Produktion in Afrika geben, auch wenn es länger dauern werde, den Technologietransfer zu organisieren und die Logistik aufzubauen.

    Die G7-Staaten hatten bei ihrem Gipfel am Wochenende angekündigt, den ärmeren Ländern zusammen eine Milliarde Impfdosen bereitzustellen. Entwicklungshilfeorganisationen kritisierten die Pläne als unzureichend.

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  • Robert Koch-InstitutErstmals seit September wieder weniger als 1.000 Corona-Neuinfektionen

    Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen in Deutschland sinkt weiter.

    Sie liegt nun bei 16,6 nach 17,3 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Krankheitserreger infiziert haben. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 549 Corona-Neuinfektionen. Es ist das erste Mal seit mehr als acht Monaten, dass die Zahl unter 1000 liegt. Vor einer Woche waren es noch 1117. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge zehn neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet.

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  • CoronavirusNovavax-Impfstoff laut Hersteller gut wirksam

    Der amerikanische Pharmahersteller Novavax meldet eine hohe Wirksamkeit seines Impfstoffs gegen Covid-19.

    Eine Studie habe einen 91-prozentigen Schutz gegen schwere Verläufe ergeben sowie und eine vollständigen zur Vorbeugung mittelschwerer und schwerer Covid-19-Fälle. Gegen Virusvarianten, die nicht eindeutig zu identifizieren gewesen seien, sei das Vakzin zu immer noch etwa 70 Prozent wirksam gewesen. Dem Unternehmen zufolge beteiligten sich an der Studie fast 30.000 Menschen in den USA und Mexiko. Novavax kündigte an, bis Ende September Anträge auf eine Zulassung unter anderem in den USA und Europa zu stellen. Bis dahin sei eine Produktion von 100 Millionen Dosen pro Monat möglich.

    Das Präparat gilt als leicht zu transportieren und zu lagern. Es wird deshalb damit gerechnet, dass es eine wichtige Rolle für Impfkampagnen in Entwicklungsländern spielen könnte.

  • Digitale ImpfnachweiseApotheken melden hohen Andrang

    Zum Auftakt der neuen digitalen Corona-Impfnachweise sind bis zum Mittag bereits 140.000 Zertifikate ausgestellt worden.

    Der Deutsche Apothekerverband teilte mit, über 13.000 Niederlassungen und damit gut zwei Drittel aller Apotheken böten diese neue Leistung in der Bundesrepublik an. Auch habe auf einem im Internet freigeschalteten Informationsportal eine extrem hohe Nachfrage bestanden, so dass die Webseite vorübergehend nicht mehr zu erreichen gewesen sei. Seit heute können sich alle Menschen mit vollständigem Impfschutz einen digitalen Nachweis ausstellen lassen. Dieser ist als Ergänzung zu der weiterhin gültigen gelben Papierversion gedacht.

    Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Die EU hat heute den [Weg für das europaweit gültige Impfzertifikat freigemacht|https://www.deutschlandfunk.de/corona-pandemie-eu-bringt-digitales-impfzertifikat-auf-den.1939.de.html?drn:news_id=1269629]. Das Zertifikat werde es Bürgern nach der Corona-Krise wieder ermöglichen, das Recht auf Freizügigkeit wahrzunehmen, hieß es. Die elektronische Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit an den Start gehen. Neben Angaben zu Impfungen soll das digitale Dokument auch Informationen über Tests oder überstandene Corona-Infektionen enthalten.

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    EU bringt digitales Impfzertifikat auf den Weg

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  • MaskenpflichtBundesregierung und Handel warnen vor zu schneller Lockerung

    In der Debatte um Lockerungen der Maskenpflicht mahnt die Bundesregierung zur Vorsicht.

    Vor allem in Innenräumen sollte man diese nicht zu schnell aufheben, sagte Regierungssprecherin Fietz in Berlin. So gelte es etwa im Blick zu behalten, dass neue Virusvarianten gefährlich werden könnten. Alle hätten mehr davon, wenn man sich noch ein wenig diszipliniere und vorsichtig sei. Angesichts sinkender Corona-Fallzahlen aber könnten Schutzmaßnahmen "peu à peu" aufgehoben werden. Zuvor hatte sich bereits Bundesgesundheitsminister Spahn für ein stufenweises Ende der Maskenpflicht ausgesprochen.

    Auch der Handelsverband Deutschland reagierte zurückhaltend. Hauptgeschäftsführer Genth teilte mit, man müsse jetzt alles vermeiden, was die erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie gefährde und möglicherweise in einen nächsten Lockdown führe. Lockerungen der vergangenen Wochen dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden. Genth betonte, die Maskenpflicht sollte erst abgeschafft werden, wenn die Experten aus Medizin und Politik das für verantwortbar hielten.

    Der ausführliche Blick auf die Debatte

    [Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten?|https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-wie-lange-soll-die-maskenpflicht-in-deutschland.1939.de.html?drn:news_id=1269381]

  • Buch über HegelDeutscher Sachbuchpreis für F.A.Z.-Herausgeber Jürgen Kaube

    Der Journalist Jürgen Kaube ist für sein Buch über den Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel mit dem Deutschen Sachbuchpreis 2021 ausgezeichnet worden.

    In der Begründung der Jury heißt es, Kaube schildere den Philosophen so elegant wie ironisch als Mann, der die Widersprüche der Umbruchzeit um 1800 wahrnehme, durchdenke, und doch auch immer wieder ihr revolutionäres Potenzial verkenne. Der 58-jährige Kaube ist als Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zuständig für das Feuilleton des Blatts.

    Mit [der|deutschlandfunkkultur.de/neue-auszeichnung-fuer-literatur-juergen-kaube-gewinnt.1895.de.html?dram:article_id=498781] zum ersten Mal verliehenen[ Auszeichnun|deutschlandfunkkultur.de/neue-auszeichnung-fuer-literatur-juergen-kaube-gewinnt.1895.de.html?dram:article_id=498781]g will die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels herausragende, in deutscher Sprache verfasste Sachbücher würdigen, die Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben. Der Preis ist mit insgesamt 42.500 Euro dotiert, 25.000 davon gehen an den Preisträger Kaube. Sieben weitere Autorinnen und Autoren in der Finalrunde erhalten jeweils 2.500 Euro. Unter den acht Nominierten war auch die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim mit ihrem Buch "Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit".

  • Behrooz KaramizadeDeutscher Drehbuchpreis 2021 verliehen

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den deutsch-iranischen Drehbuchautor Behrooz Karamizade für sein Skript „Leere Netze" mit dem Deutschen Drehbuchpreis 2021 ausgezeichnet.

    Darin erzählt Karamizade die Geschichte des jungen Iraners Amir, der sich als Fischer am Kaspischen Meer das Brautgeld für seine große Liebe Narges zusammenzuverdienen versucht. In der Jurybegründung heißt es zu dem Film: Im weiteren Verlauf werfe „Leere Netze" den Blick von Amirs persönlichem Schicksal hin zu den Auswirkungen globaler Probleme und politischer Konflikte. Eine atmosphärisch dicht erzählte und gesellschaftlich brisante Geschichte, die den weltweiten Flucht- und Migrationsbewegungen ein menschliches Gesicht verleihe.

    Der Deutsche Drehbuchpreis wird seit 1988 verliehen. Er ist die höchstdotierte und renommierteste Auszeichnung für Drehbuchautoren in Deutschland.

  • Nach LandtagswahlErste Gespräche zu zukünftiger Regierung in Sachsen-Anhalt

    Gut eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben erste Gespräche zu einer künftigen Koalition begonnen.

    Die CDU, die stärkste Partei wurde, hat sich jeweils mit führenden Vertretenden von SPD, FDP und Grünen getroffen. Eine CDU-Sprecherin sagt, dass es dabei aber erst mal um Organisatorisches und Sondierungen ging, noch nicht detailliert um inhaltliche Punkte. Auch die anderen Parteien hielten sich bedeckt.

    Nach den Wahlergebnissen sind in Sachsen-Anhalt rechnerisch mehrere Koalitionen möglich. Eine rechnerische Option wäre, dass die bisherige Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen weiterregiert. Möglich wären aber auch ein Bündnis von CDU, SPD und FPD, von CDU, FDP und Grünen oder ein Zweierbündnis von CDU und SPD. Ein Bündnis mit der zweitplatzierten AfD oder der drittplatzierten Linkspartei hat Ministerpräsident Haseloff ausgeschlossen.

  • Wirtschaftliche EntwicklungScholz sieht in Ostdeutschland weiterhin Nachholbedarf

    SPD-Kanzlerkandidat Scholz hat Versäumnisse bei der Entwicklung Ostdeutschlands kritisiert.

    Er sagte beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum im brandenburgischen Bad Saarow, noch immer gebe es Unterschiede bei Einkommen, Vermögen und Erbschaften. Auch fänden sich dort immer noch zu wenig Konzern-Zentralen und Forschungseinrichtungen. Zudem fühlten sich viele Ostdeutsche noch immer als Bürger zweiter Klasse. Das sei kein guter Zustand für die Gesellschaft und Deutschland insgesamt, erklärte der Bundesfinanzminister. Ziel müsse sein, auf Zukunftsfeldern mehr neue Technologien in den ostdeutschen Ländern anzusiedeln. Gerade im Bereich Klimaschutz bestünden große strategische Chancen.

    Bei der Bundestagswahl im September tritt Scholz für ein Direktmandat in einem Wahlkreis im brandenburgischen Potsdam an.

  • Deutsche WelleFreedom of Speech Award für nigerianische Journalistin Tobore Ovuorie Ovuorie

    Die nigerianische Journalistin Tobore Ovuorie hat den "Freedom of Speech Award" 2021 der Deutschen Welle erhalten.

    Intendant Limburg sagte bei der Preisübergabe in Bonn, mit ihren investigativen Recherchen zu Menschenhandel und dem Gesundheitswesen begebe sich die Journalistin oft selbst in Gefahr. Tobore Ovuorie arbeitet der Deutschen Welle zufolge seit rund zehn Jahren als investigative Journalistin in Nigeria. 2014 wurde ihre bisher bekannteste Reportage über einen weit verzweigten Menschenhandelsring veröffentlicht.

  • Nach umstrittenem TorjubelÖsterreichs Fußball-Nationalspieler Arnautovic weist Rassismus-Vorwürfe zurück

    Österreichs Fußballnationalspieler Marko Arnautovic hat Vorwürfe nach seinem Torjubel beim Europameisterschafts-Spiel gegen Nordmazedonien zurückgewiesen.

    Er sagte, er sei kein Rassist und werde auch niemals einer sein. Politik oder Rassismus hätten definitiv keine Rolle gespielt. Auf seinem Instagram-Account entschuldigte sich der Spieler für "hitzige Worte".

    Unter anderem in Internet-Netzwerken hatte es harsche Kritik an Arnautovic gegeben. Demnach soll er einen Gegenspieler und gegnerische Fans beleidigt und sich rassistisch geäußert haben. Ziel soll Ezgjan Alioski gewesen sein, der albanischer Abstammung ist. Arnautovic hat serbische Wurzeln. Beide Nationen stehen seit Jahrzehnten im Konflikt. Auch eine Geste von Arnautovic wurde als Handzeichen Rechtsextremer interpretiert. Die Europäische Fußball-Union UEFA teilte dem Sport-Informationsdienst mit, keine Untersuchung starten zu wollen.

  • Nach Eriksen-ZusammenbruchItalien will Fußballprofis in Erster Hilfe schulen

    Nach dem Zusammenbruch von Dänemarks Fußballnationalspieler Eriksen bei der Europameisterschaft will Italien seine Fußball-Profis zu Erste-Hilfe-Kursen verpflichten.

    Der Präsident des italienischen Fußballverbandes, Gravina, sagte, in Zukunft sollten alle Spieler der ersten drei Ligen des Landes entsprechend geschult werden. Er bezog sich auf den Einsatz von Dänemarks Kapitän Kjaer. Dieser hatte seinem Mannschaftskollegen auf dem Platz Erste Hilfe geleistet. Gravina sagte, dieser Einsatz sei entscheidend dafür gewesen, dass man Eriksen in Zukunft hoffentlich wieder auf dem Platz sehen könne. Die italienische Nationalmannschaft soll bereits in den kommenden Tagen Erste-Hilfe-Kurse erhalten.

    Eriksen war am Samstagabend während des Spiels gegen Finnland wegen eines Herzstillstandes zusammengebrochen und musste auf dem Rasen wiederbelebt werden. Er befindet sich auf dem Weg der Besserung, hieß es. Eriksen spielt außerhalb von Nationalspielen für den italienischen Verein Inter Mailand.

  • IsraelNeuer Ministerpräsident Bennett präsentiert Kabinett

    In Israel hat der neue Ministerpräsident Bennett sein Kabinett vorgestellt.

    Die 27 Ministerinnen und Minister versammelten sich in Jerusalem zum traditionellen Foto mit Staatspräsident Rivlin. Die neue Koalition besteht aus insgesamt acht Parteien vom rechten bis zum linken Spektrum. Getragen wird das Bündnis vor allem von der gemeinsamen Ablehnung gegenüber dem bisherigen Ministerpräsidenten Netanjahu, der seit 2009 im Amt war.

    Die neue Regierung hatte gestern Abend im israelischen Parlament eine knappe Mehrheit von 60 zu 59 Stimmen erhalten. Bennett, der Vorsitzende der ultrarechten Jamina-Partei, soll das Kabinett zwei Jahre lang leiten und das Amt des Premiers dann dem Politiker Lapid von der liberalen Partei Jesch Atid übergeben.

    Historiker Zimmermann rechnet mit Comeback von Netanjahu

    Der israelische Historiker Zimmermann räumt dem neuen Regierungsbündnis nur wenig Chancen ein. Zimmermann sagte im Deutschlandfunk, der Zusammenschluss der acht Parteien werde nicht lange halten und langfristig keine Wende oder gar Revolution einleiten. Israel bleibe tief gespalten und die Mehrheit sei rechts und nationalistisch. Er rechne mit einem Comeback des langjährigen Ministerpräsidenten Netanjahu, betonte Zimmermann.

    Biden und Merkel gratulieren

    US-Präsident Biden sicherte der neuen Koalition seine Unterstützung zu. Auch Bundeskanzlerin Merkel gratulierte und betonte, Deutschland und Israel verbinde eine einzigartige Freundschaft, die man weiter vertiefen wolle. Die Bundesregierung werde sich weiterhin mit aller Kraft für die Sicherheit Israels und den Frieden im Nahen Osten einsetzen.

  • Internationaler StrafgerichtshofVerfahren gegen Philippinen angestrebt

    Die Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs, Bensouda, hat ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen die Philippinen beantragt.

    Hintergrund ist der 2016 von Präsident Duterte ausgerufene "Krieg gegen die Drogen". Dabei hatte Duterte auch zur Tötung von Rauschgifthändlern und Drogenkonsumenten aufgefordert. Bensouda erklärte, nach vorläufigen Untersuchungen gebe es plausible Gründe für die Annahme, dass es zu tausenden Morden gekommen sei. Außerdem ermittle man wegen Folter und anderer Verbrechen.

    Nach Ankündigung vorläufiger Untersuchungen 2018 hatte Duterte den Rückzug seines Landes aus dem Gericht erklärt. Nach dem Grundlagenvertrag bleibt der Strafgerichtshof aber auch nach dem Austritt zuständig für Verbrechen, die in der Zeit begangen wurden, in der die Philippinen Vertragsstaat waren.

  • Soziale NetzwerkeSchäuble beklagt "Teilöffentlichkeiten" im Internet

    Bundestagspräsident Schäuble hat sogenannte "Teilöffentlichkeiten" in Online-Netzwerken beklagt.

    Mitreden solle in Internetblasen vornehmlich, wer der gleichen Meinung sei, sagte der CDU-Politiker bei einem Symposium der Landesmedienanstalten. Die "algorithmengesteuerte Aufmerksamkeitsökonomie" im Netz zementiere derartige Teilöffentlichkeiten, die nicht mehr zum Diskurs über das Gemeinsame zusammenfinden. Das sei das Gegenteil von einer demokratisch verfassten Öffentlichkeit, die darauf beruhe, dass alle miteinander reden könnten.

    Das Symposium beschäftigte sich unter anderem mit dem Thema Desinformationen im Netz. Schäuble sprach sich in diesem Zusammenhang für eine "verantwortliche Gestaltung der digitalen Transformation" aus. Politik müsse notwendige Rahmenbedingungen schaffen, und Medien müssten ihre journalistische Sorgfalt wahren.

  • Soziale NetzwerkeSPD-Politiker Pistorius fordert Identifizierungspflicht

    Niedersachsens Innenminister Pistorius will soziale Netzwerke dazu verpflichten, die wahre Identität ihrer Nutzer und Nutzerinnen künftig festzustellen und zu speichern.

    Es gehe darum, Hass, Hetze und Gewaltaufrufe im Internet besser verfolgen zu können, sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er werde bei der Innenministerkonferenz am Mittwoch einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Wer unter einem Pseudonym in den sozialen Netzen aktiv sei, müsse bislang keine echten Daten beim Anbieter hinterlassen, erläuterte der Minister. Eine Klarnamenpflicht auf Kommunikationsplattformen bedeute dies ausdrücklich nicht. Pistorius betonte, dass sich jeder und jede im Netz weiterhin anonym bewegen dürfe.

  • KommunikationWhatsApp verspricht mehr Privatsphäre

    Der zum Facebook-Konzern gehörende Nachrichtendienst WhatsApp hat neue Funktionen zum Schutz der Privatsphäre in Aussicht gestellt.

    Unternehmenschef Cathcart sprach etwa von der Möglichkeit, Mitteilungen zu verschicken, die vom Empfänger nur einmal angesehen werden können. Auch sollen Nutzer künftig einstellen können, dass Chats nach einer bestimmten Zeit von alleine verschwinden.

    WhatsApp hat mehr als zwei Milliarden Nutzer. Der Dienst sieht sich in jüngster Zeit aber zunehmend Kritik gegenüber.

  • Klimaschutz22 Milliarden Euro für Projekte in der EU

    In der Europäischen Union sollen Klimaschutz- und Digitalisierungsprojekte mit rund 22 Milliarden Euro finanziert werden.

    Daran beteiligt sind nach Angaben aus Brüssel die Kommission, die Mitgliedsstaaten und mehrere europäische Unternehmen. Die Initiative sei Teil der Bestrebungen, Europa zur ersten klimaneutralen Wirtschaft weltweit zu machen. Mit dem Geld sollen demnach elf Kooperationen ausgestattet werden, die sich etwa mit klimafreundlicher Stahlproduktion, nachhaltigen Kraftstoffen, künstlicher Intelligenz und Cloud-Lösungen für die Wissenschaft beschäftigen. Insbesondere in digitalen Technologien sehe man den Motor beim Übergang in eine klimaneutrale Wirtschaft, hieß es weiter.

    Acht Milliarden Euro flössen aus dem Innovationsförderungs-Programm "Horizon Europe", die restlichen Summen würden von den EU-Mitgliedern und den privaten Partnern getragen.

  • Umwelt-StudieKlimarisiken nehmen zu

    Der Klimawandel wirkt sich nach einer aktuellen Studie immer stärker auf Menschen und Umwelt aus.

    Bei 31 von mehr als 100 untersuchten Wirkungen des Klimawandels bestehe dringender Handlungsbedarf, heißt es in der neuen Klimawirkungs- und Risikoanalyse des Bundes. Sie benennt beispielsweise tödliche Hitzebelastungen besonders in Städten, Wassermangel in Böden und schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft durch Extremwetter. Bei der Vorstellung der Studie betonte Bundesumweltministerin Schulze, es müsse rasch gehandelt werden. Viele Maßnahmen, wie die Pflanzung von Stadtbäumen, brauchten lange, ehe sie wirkten.

    Die Klimawirkungs- und Risikoanalyse wird im Auftrag der Bundesregierung von Experten aus 25 Bundesbehörden erarbeitet.

  • NordirlandRegierungschefin Foster offiziell zurückgetreten - Nominierung ihres Nachfolgers Givan steht noch aus

    In Nordirland ist Regierungschefin Foster offiziell zurückgetreten.

    Zuvor hatte sie bereits den Vorsitz der protestantischen DUP abgegeben. Als Nachfolger für den Posten des Regierungschefs will die Partei Paul Givan nominieren. Foster war von Parteikollegen aus dem Amt gedrängt worden. Sie hatten ihr unter anderem vorgeworfen, die Brexit-Verhandlungen nicht gut geführt zu haben. Zudem war es in Nordirland wegen des EU-Austritts wiederholt zu gewalttätigen Ausschreitungen von Jugendlichen gekommen.

  • Reise in den NordirakFestgesetzte deutsche Journalisten wieder frei

    Die am Wochenende im Nordirak festgesetzten Journalisten sind wieder in Deutschland.

    Das teilte die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union - dju - mit. Irakische Sicherheitsbehörden hatten am Samstag mehrere deutsche Journalisten in der Stadt Erbil in der kurdischen Autonomie-Region festgesetzt. Es sei unklar, was ihnen vorgeworfen werde und welche Rolle deutsche Behörden in der Angelegenheit gespielt hätten. Die Journalisten gehörten nach dju-Angaben zu einer Gruppe von Politikern, Aktivisten und Journalisten, die sich auf den Weg in den Nordirak machen wollte. Einige von ihnen wurden im Irak festgesetzt, ein anderer Teil um die Hamburger Linken-Politikerin Özdemir wurde in Düsseldorf an der Abreise gehindert. Die dju forderte Aufklärung des Vorfalls.

  • ProzessMutmaßliche IS-Rückkehrerin vor Gericht

    Eine mutmaßliche IS-Rückkehrerin muss sich seit heute vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main verantworten.

    Der Deutschen wird vorgeworfen, in Syrien Mitglied einer ausländischen terroristischen Vereinigung gewesen zu sein und Kriegsverbrechen sowie Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz begangen zu haben. Laut Anklage hatte sich die 32-jährige mit ihrem Ehemann von Mitte 2014 bis Sommer 2016 in Syrien aufgehalten und sich dort dem IS angeschlossen. Die Frau war nach ihrer Ankunft in Deutschland im Oktober des vergangenen Jahres festgenommen worden und saß seither in Untersuchungshaft.

  • Eurozonen-WirtschaftIndustrieproduktion steigt stärker als erwartet

    In der Eurozone ist die Industrieproduktion weiter gestiegen.

    Im Monatsvergleich habe die Produktion um 0,8 Prozent zugelegt, teilte das Statistikamt Eurostat in Luxemburg mit. Im Vorfeld war lediglich ein Zuwachs von 0,4 Prozent erwartet worden. Zudem revidierte die Behörde den Anstieg im März von zunächst 0,1 Prozent auf 0,4 Prozent.

    Im Vergleich zum April des vergangenen Jahres wurde ein Anstieg der Industrieproduktion um 39,3 Prozent registriert. Damals war die Fertigung im Zuge der Corona-Beschränkungen erheblich belastet worden.

  • AbrechnungsbetrugPflegedienste erneut in der Kritik

    Bei der ambulanten Pflege mehren sich nach Erkenntnissen der Krankenkassen die Fälle von Abrechnungsbetrug.

    Wie die Kaufmännische Krankenkasse für das vergangene Jahr auflistet, wurden insgesamt 768 Verdachtsfälle gemeldet - 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Rund die Hälfte der Vorwürfe entfielen auf Pflegedienste. Zu den Betrügereien zählen etwa gepanschte Arzneimittel, die Abrechnung von Höchstsätzen für unqualifiziertes Personal, gefälschte Rezepte für Physio- und Ergotherapie oder Leistungen, die nur auf dem Papier existierten. KKH-Chefermittlerin Michels sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Pflegebereich sei besonders anfällig für Straftaten.

  • DAK-StudieGesetzlicher Krankenversicherung droht bis 2025 Rekorddefizit

    Der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland droht einer Studie zufolge ein Rekorddefizit.

    Die von der Krankenkasse DAK-Gesundheit in Auftrag gegebene Untersuchung prognostiziert bis zum Jahr 2025 ein Minus von rund 27 Milliarden Euro. Ihr Vorstandschef Storm erklärte, dies bedrohe die Handlungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung. Wenn jetzt nicht gehandelt werde, müssten die Versicherten ab 2023 mit einer Beitragserhöhung um 1,6 Prozentpunkte rechnen.

    Storm forderte, die sogenannten versicherungsfremden Leistungen wie die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern und Ehepartnern stärker mit Steuergeld zu finanzieren. Als Gründe für das drohende Milliarden-Defizit nannte er neben der Corona-Pandemie höhere Kosten aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts sowie die demografische Entwicklung.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 14.06.)
    + Öffnungen: Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene (Stand 02.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 11.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • MyanmarProzess gegen Aung San Suu Kyi begonnen

    In Myanmar hat der Prozess gegen die von der Armee gestürzte Regierungschefin Aung San Suu Kyi begonnen.

    Die Justiz wirft der 75-Jährigen ein halbes Dutzend Vergehen vor, darunter Anstiftung zum Aufruhr, Verstöße gegen die Außenhandelsgesetze und die Nichtbeachtung von Corona-Schutzmaßnahmen. Ihr droht eine lange Haftstrafe. Menschenrechtler sprechen von einem Schauprozess, mit dem die Friedensnobelpreisträgerin zum Schweigen gebracht werden solle.

    San Suu Kyi befindet sich seit dem Militärputsch Anfang Februar im Hausarrest. Demonstrationen für ihre Freilassung werden von den Sicherheitskräften teils mit Waffengewalt aufgelöst. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden mindestens 863 Menschen getötet. Mehr als 6.000 wurden festgenommen.

  • NeuseelandRegierung bittet für ethnisch motivierte Abschiebungen um Verzeihung

    Die Regierung in Neuseeland hat sich für gezielte Abschiebungen von Menschen der Pazifik-Inseln in den 1970er Jahren entschuldigt.

    Die Praxis sei entmenschlichend gewesen, sagte Premierministerin Ardern. Damals seien Nichtweiße verpflichtet worden, Ausweise mit sich zu tragen, um zu belegen, dass sie sich legal im Land aufhielten. Oft seien sie willkürlich auf der Straße angehalten oder ohne angemessene Vertretung vor Gericht gestellt worden.

    Die Erklärung gab Ardern im Beisein des Ministers für die Belange von Menschen der Pazifik-Inseln, Sio, ab. Die formale Entschuldigung soll am 26. Juni bei einer Zeremonie in Auckland folgen.

  • Fußball-EMDäne Eriksen nach Herzstillstand auf dem Weg der Besserung

    Der dänische Nationalspieler Christian Eriksen befindet sich nach seinem Herzstillstand bei der Fußball-Europameisterschaft auf dem Weg der Besserung.

    Sein Berater sagte der italienischen "Gazzetta dello Sport", Eriksen gehe es den Umständen entsprechend gut, und seine Stimmung sei positiv. Er werde derzeit von Ärzten gründlich untersucht.

    Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler befindet sich in einem Krankenhaus in Kopenhagen. Er war am Samstagabend während des Spiels gegen Finnland zusammengebrochen und musste auf dem Rasen wiederbelebt werden.

  • HollywoodSchauspieler Ned Beatty tot

    Der US-Schauspieler Ned Beatty ist tot.

    Er starb im Alter von 83 Jahren in Los Angeles. Beatty spielte in über 200 Filmen und Fernsehproduktionen mit. Bekannt wurde er durch seine Nebenrollen in Filmen wie "Beim Sterben ist jeder der erste" sowie "Superman" und "Network" . Letztere brachte Beatty eine Oscarnominierung ein.

  • Prozess in JapanUS-Amerikaner gestehen Fluchthilfe für Ex-Nissan-Chef Ghosn

    Zwei US-Amerikaner haben vor einem Gericht in Tokio gestanden, Ex-Nissan-Chef Ghosn bei seiner Flucht geholfen zu haben.

    Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Der ehemalige US-Soldat und sein Sohn waren im März von den USA an Japan ausgeliefert worden. Ihnen drohen bis zu drei Jahre Haft.

    Der ehemalige Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubishi war Ende 2019 aus Japan in den Libanon geflohen. Dabei soll er in einer Kiste versteckt in einem Privatjet ausgeflogen worden sein. Ghosn wollte einem Prozess wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung entgehen.

  • Grünen-ParteitagRoth: "Gab noch nie so starke Wechselstimmung"

    Die Grünen-Politikerin Roth hat die Entscheidung ihrer Partei verteidigt, im Wahlkampf eine eigene Kanzlerkandidatin aufzustellen.

    Von diesem historischen Anspruch lasse man sich durch die Schlammschlachten der vergangenen Wochen nicht abbringen, sagte Roth im Deutschlandfunk (Audio-Link). Beim Parteitag am Wochenende sei mit mehr als 98 Prozent eine überragende Zustimmung für die Kanzlerkandidatin Baerbock und den Co-Vorsitzenden Habeck deutlich geworden. Von gesunkenen Umfragewerten lasse man sich nicht abschrecken, betonte Roth. Es habe noch nie eine so starke Wechselstimmung gegeben wie jetzt. Die Partei halte zusammen und versuche sich an der "Battle Grün gegen Schwarz".

    Die Grünen hatten auf ihrem Parteitag zudem ihr Wahlprogramm beschlossen. Darin wird ein Klimaschutz-Sofortprogramm gefordert. So soll das deutsche Klimaziel für 2030 angehoben werden - auf eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 70 Prozent. Darüber hinaus soll unter anderem der gesetzliche Mindestlohn auf zwölf Euro angehoben werden und der Spitzensteuersatz auf bis zu 48 Prozent steigen.

  • AntisemitismusInnenminister wollen Straftaten besser erfassen

    Die Erfassung antisemitischer Straftaten soll nach dem Willen der Bundesländer Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen verbessert werden.

    Der nordrhein-westfälische Innenminister Reul kündigte einen entsprechenden Vorstoß auf der am Mittwoch beginnenden Konferenz mit seinen Länderkollegen an. Der CDU-Politiker betonte in der Zeitung "Die Welt", um gezielt gegen die unterschiedlichen Ausprägungen von Antisemitismus vorzugehen, sei eine präzise und differenzierte Analyse nötig. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Baden-Württembergs Ressortchef Strobl, erklärte, die Erfassung antisemitischer Straftaten sei in seinem Land bereits geändert worden. Daran könne man sich bundesweit orientieren.

  • AtomwaffenSipri sieht gefährliche Trendwende

    Die atomare Bedrohung ist nach Erkenntnissen des Friedensforschungsinstituts Sipri wieder größer geworden.

    Insgesamt gehe die Gesamtzahl der atomaren Sprengköpfe zwar weiter zurück, stellt das Institut mit Sitz in Stockholm in seinem Jahresbericht fest. Aktuell seien jedoch mehr Atomwaffen einsatzbereit als noch vor einem Jahr. Die Verringerung einsetzbarer Sprengköpfe scheine ins Stocken geraten zu sein, heißt es weiter.

    Weltweit gab es dem Sipri-Bericht zufolge Anfang 2021 schätzungsweise 13.080 Atomwaffen. Das sind 320 weniger als im Vorjahr. Die USA und Russland verfügen nach Einschätzung der Friedensforscher weiterhin über mehr als 90 Prozent dieser Waffen. Der Rest verteilt sich auf China, Frankreich, Großbritannien, Pakistan, Indien, Israel und Nordkorea.

  • WetterSonnig, trocken und sommerlich warm

    Das Wetter: Viel Sonnenschein, nur im Norden einzelne Wolkenfelder. Höchstwerte 24 bis 30 Grad. Morgen im Norden und in der Mitte heiter bis wolkig, aber weiter trocken. Ansonsten überwiegend sonnig und mit 25 bis 32 Grad noch etwas wärmer.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Mittwoch nur leicht bewölkt, ansonsten weiter freundlich. 26 bis 32 Grad, am Oberrhein und an der Mosel bis zu 34 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt aktuell bei 16,6.

    Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Am Sonntag betrug sie bundesweit 17,3. Innerhalb eines Tages wurden zuletzt 549 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das sind 568 weniger als vor einer Woche und zum ersten Mal seit mehr als acht Monaten weniger als 1.000. 10 weitere Menschen starben. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt gemeldeten Todesfälle auf 89.844. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit rund 3,58 Millionen an. Das Robert Koch-Institut weist allerdings darauf hin, dass der Algorithmus zur Schätzung der Genesenen zwar Angaben zum Erkrankungsbeginn und zur Hospitalisierung berücksichtige - jedoch nicht, ob gegebenenfalls Spätfolgen der Erkrankung vorliegen. Diese Daten würden nicht regulär im Meldesystem erfasst. Viele Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, leiden auch Monate später an Symptomen wie schneller Erschöpfung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Das Phänomen wird Long Covid genannt.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg (23,8). Inzwischen liegen alle Bundesländer deutlich unter 50. Am niedrigsten ist die Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern (4,8).

    (Stand: 14.6., 5.50 Uhr)

    So steht es um die Belegung der Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit sinkt die Belegung der Betten mit Covid-Patientinnen und Patienten. Aktuell liegen dort 1.310 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 902 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 3.940 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 14.6., 7.20 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impfzahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben inzwischen gut 48 Prozent der Bevölkerung (rund 40 Millionen Menschen) mindestens eine Impfdosis erhalten. 26,2  Prozent (mehr als 21,8 Millionen) sind vollständig geimpft. Am Sonntag wurden 231.211 Impfdosen verabreicht.

    (Zahlen für den 13.6., veröffentlicht am 14.6.)

    Tests: Positivrate zuletzt gesunken

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 22 fielen demnach 3,12 Prozent der Tests positiv aus - in der Vorwoche waren es 4,16 und davor 5,77 Prozent. Das RKI registrierte in der 22. Kalenderwoche 871.457 Labortestungen, gut 73.000 weniger als in der Woche zuvor. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    (Stand: 9.6.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 14.06.)
    + Öffnungen: Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene (Stand 02.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 11.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • Covid-19Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten?

    Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken und die Sehnsucht nach Normalität wächst. Während etliche Beschränkungen wegfallen, bleibt die Maskenpflicht bisher bestehen. In der Politik gibt es Bestrebungen, sie aufzuheben. In der Forschung herrscht Skepsis.

    Wie stehen die verschiedenen Parteien zur Maskenpflicht?

    Die FDP wirbt schon länger für eine möglichst weitgehende Rücknahme der Corona-Maßnahmen. So passt es ins Bild, dass Bundestagsvizepräsident Kubicki nun ein komplettes Ende der Maskenpflicht verlangt. "Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken", meint er. Ähnlich sieht es die AfD, die das Thema sogar in ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl aufgenommen hat. Konkret heißt es dort: "Das Tragen von Masken in Kindertagesstätten, Horten und Schulen lehnen wir ab."

    Justizministerin Lambrecht hatte die Länder aufgefordert, die Maskenpflicht zu überprüfen. Die SPD-Politikerin, derzeit auch zuständig für das Ressort Familie, Senioren, Frauen und Jugend, greift in ihrer Argumentation gezielt die Situation an Bildungseinrichtungen auf. Schülerinnen und Schüler seien von der Maskenpflicht besonders betroffen, sagte Lambrecht der "Bild am Sonntag".

    Eine Regierungssprecherin erklärte jedoch heute, die Maskenpflicht solle nicht zu schnell gelockert werden, vor allem nicht in Innenräumen. Alle hätten mehr davon, "wenn wir uns noch ein wenig disziplinieren und vorsichtig sind". Die Sprecherin verwies auf neue Virusvarianten, die gefährlich werden könnten. In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen derzeit wegen der Delta-Variante, die urprünglich in Indien festgestellt wurde.

    Bundesgesundheitsminister Spahn plädierte dafür, die Maskenpflicht bei fallenden Corona-Inzidenzen und steigender Impfquote zunächst in Innenräumen aufzuheben. Der CDU-Politiker warb in den Zeitungen der Funke Mediengruppe aber dafür, zum Beispiel auf Reisen auch künftig eine Maske zu tragen - freiwillig.

    Auch Bayerns Ministerpräsident Söder warnte davor, die Maskenpflicht voreilig aufzuheben, insbesondere in Innenräumen. Sie habe "sehr gute Dienste geleistet", sagt der CSU-Vorsitzende in München.

    Dagegen forderte Linken-Fraktionschef Bartsch in der Zeitung "Die Welt", die Maskenpflicht in Schulen nach den Sommerferien zu beenden. Masken im Freien seien angesichts der niedrigen Inzidenzen "absurd".

    Was sagen Bildungsverbände?

    Der Deutsche Lehrerverband ist dagegen, die Maskenpflicht an Schulen jetzt schon aufzuheben. Verbandspräsident Meidinger sagte der Deutschen Presse-Agentur, er rate insbesondere während des Unterrichts zu "größtmöglicher Vorsicht". Denn das Virus sei noch da, und in der in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die bisher kaum geimpft seien, gebe es immer noch erhöhte Infektionszahlen. Laut Meidinger sind auch etwa die Hälfte der Lehrkräfte bisher nicht vollständig geimpft. Er verwies zudem auf die Möglichkeit einer vierten Pandemie-Welle. In Großbritannien treibt derzeit die Delta-Variante des Coronavirus die Zahl der Neuinfektionen in die Höhe.

    Welche Regelungen gelten derzeit?

    Nicht nur an den Schulen sind Masken noch Alltag. Bereits am 25. November 2020 hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass jede Person in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss. Mitte Januar 2021 wurde diese Vorschrift unter dem Eindruck hoher Corona-Infektionszahlen verschärft. Fortan sollten in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte medizinische Masken getragen werden - also OP-Masken oder Masken mit den Standards KN95/N95 oder FFP2. Eine Stoffmaske reicht seitdem nicht mehr aus.

    Nun aber ist kein einziges Bundesland mehr über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Deshalb erlassen erste Kommunen und Landesregierungen Lockerungen. In Nordrhein-Westfalen reichen etwa im Öffentlichen Nahverkehr wieder sogenannte OP-Masken aus. Andere Länder, wie beispielsweise Berlin, halten dagegen weiter an der Maskenpflicht im öffentlichen Raum fest - und zwar überall dort, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist, also auch in Warteschlangen draußen oder in belebten Einkaufsstraßen. Selbst in Alten- und Pflegeheimen müssen in der Hauptstadt noch FFP2-Masken getragen werden, obwohl dort die meisten Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal zweifach geimpft sind.

    Wie sinnvoll sind Masken?

    Es bleibt umstritten, ob Masken bei einer niedrigen Inzidenz und steigender Impfquote weiter nötig sind. "Im Außenbereich macht eine Maskenpflicht nur noch in sehr kritischen Situationen Sinn", sagte etwa Peter Walger von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene der "Bild am Sonntag" und nannte als Beispiel einen Stadion-Besuch auf der ausverkauften Tribüne. Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hält zumindest eine FFP2-Maske bei Inzidenzen unter 10 für unnötig - wohlgemerkt aber ebenfalls "außerhalb von geschlossenen Räumen".

    Ähnlich sieht das der Aerosolforscher Gerhard Scheuch. In großen Theatern und Museen, Freibädern, Schwimm- und Sporthallen sei das Ansteckungsrisiko nicht so hoch, weil dort sehr viel Raum und Luft seien, erklärte Scheuch der Nachrichtenagentur dpa. "Da reicht die Aerosolkonzentration kaum aus, um andere zu gefährden." In kleinen, engen, unbelüfteten Räumen wie Aufzügen aber sei die Gefahr sehr hoch. Hier könne man sich sogar während einer kurzen Fahrt alleine anstecken, denn: "Die Wolke bleibt drin."

    Der Virologe Ralf Bartenschlager von der Universität Heidelberg dagegen betonte gegenüber "T-Online": "Das Tragen von Masken ist eine der wichtigsten Kontrollmaßnahme bei der Virusausbreitung. Es ist zumutbar, wenn auch im Sommer nicht besonders angenehm." Ähnlich sieht das Markus Scholz, Epidemiologe an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Er gibt zu bedenken, dass Geimpfte zwar vor schweren Krankheitsverläufen geschützt seien, Menschen ohne die Immunität einer Impfung jedoch nicht. "Hier geht es vor allem um Fremdschutz."

    Was sagen die wissenschaftlichen Untersuchungen?

    Mit Blick auf den Effekt von Masken in der Pandemiebekämpfung kam zum Beispiel eine Untersuchung an der McMaster Universität in Kanada in einer großangelegten Metaanalyse zu dem Schluss: Masken senken das relative Risiko, sich zu infizieren, um etwa 80 Prozent. Wenn das Basis-Ansteckungsrisiko bei etwa 50 Prozent liege - wie etwa bei Chorproben - verringere sich das Risiko schon mit einer einfachen OP-Maske auf 10 Prozent, schrieben die Forscher im Fachmagazin "The Lancet".
    Eine statistische Studie der Universität Kassel untersuchte die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Covid-19-Eindämmung in der ersten Welle 2020 und kam zu dem Ergebnis: Die Masken-Pflicht in Bussen, Bahnen, Supermärkten und an anderen öffentlichen Orten reduzierte den Anstieg der Corona-Infektionen um 13,5 Prozentpunkte - und damit um mehr als doppelt so viel wie die Schließung von Schulen und Kitas.

    Andersherum stiegen bei Spielen der Fußball-Bundesliga mit Fans im Stadion die Corona-Infektionszahlen - und zwar ausgerechnet nach den Spielen, bei denen Schutzmasken lediglich auf den Wegen zum Platz getragen werden mussten. Bei einer Tragepflicht auch am zugewiesenen Platz seien dagegen keine erhöhten Infektionszahlen aufgetreten.

    Wie gehen andere Länder mit der Maskenpflicht um?

    Als Vorbild für ein Ende der Maskenpflicht wird in der Diskussion gerne Dänemark genannt. Dort ist die Pflicht zum Tragen einer Maske ab sofort für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr - dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt.

    Auch die USA haben die Maskenpflicht weitestgehend aufgehoben - allerdings nur für vollständig gegen Covid-19 Geimpfte. Ausnahmen gibt es in Krankenhäusern, öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Flughäfen und Bahnhöfen. Eine Maskenpflicht gilt auch weiter, wenn sie beispielsweise von örtlichen Behörden, Arbeitgebern oder Geschäften vorgeschrieben wird.

    Österreich plant, die Maskenpflicht ab 1. Juli deutlich zu lockern. Selbst bei Veranstaltungen in vollen Stadien, Konzertsälen oder Theatern muss dann keine Maske mehr getragen werden. Voraussetzung ist aber immer, dass die Besucherinnen und Besucher getestet, genesen oder geimpft sind. Schon vorher fällt die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler im Unterricht. Im Schulhaus, also beispielsweise auf Gängen oder auf den Toiletten, gilt die Maskenpflicht aber auch künftig. Auch hier wird - ähnlich wie Deutschland - regelmäßig getestet.

    Andere Länder aber halten weiterhin an den Regelungen fest. In ganz Frankreich etwa gilt weiterhin eine Maskenpflicht in den Geschäften und Restaurants, außer während dem Essen und Trinken. In Paris muss die Maske auch an der frischen Luft über Mund und Nase, wie auch in ganz Italien. Das wird sich auch dann nicht ändern, wenn in den kommenden Tagen fast alle italienischen Regionen wieder als "weiße Zone" eingestuft werden und etliche andere Beschränkungen fallen.

    (Stand: 14.6.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

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    + Öffnungen: Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene (Stand 02.06.)
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    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 11.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Fast ein Jahr lang hatte das Auswärtige Amt wegen der Corona-Pandemie eine generelle Reisewarnung für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Ab dem 1. Juli gilt sie erst ab einer Inzidenz von 200 und für Gebiete, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen wird dann lediglich "abgeraten". Die Liste der Risikogebiete wird aber weiterhin regelmäßig aktualisiert.

    Das Robert Koch-Institut führt derzeit folgende Gebiete als Risikogebiet:

    Benelux-Region

    Die gesamten Niederlande inklusive der autonomen Länder und der überseeischen Teile sind einfaches Risikogebiet, ebenso ganz Belgien und ganz Luxemburg.

    Frankreich und Andorra

    Ganz Frankreich gilt als Risikogebiet, ausgenommen sind Korsika sowie die französischen Überseegebiete Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna, Französisch-Polynesien, Neukaledonien. Auch Andorra wird als einfaches Risikogebiet gelistet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist Österreich nicht mehr als Risikogebiet aus. Zuletzt wurden auch die Bundesländer Tirol und Vorarlberg heruntergestuft. Auch das gesamte Land Ungarn ist kein Risikogebiet mehr.

    Schweiz

    Viele Kantone in der Schweiz werden nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Zuletzt wurden Bern und Thurgau aus der Liste herausgenommen.

    Großbritannien und Irland

    Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland, einschließlich der Isle of Man, aller Kanalinseln sowie der britischen Überseegebiete gelten nach wie vor als Virusvariantengebiet. Begründet wurde das mit dem Vorkommen der Virusvariante B.1.617.2 im Vereinigten Königreich. Diese wurde zunächst in Indien nachgewiesen und wurde von der Weltgesundheitsorganisation als besorgniserregend eingestuft.

    In Irland gelten die Regionen Border, Dublin und Mid-East als einfaches Risikogebiet.

    Spanien und Portugal

    In Spanien werden die folgenden autonomen Gemeinschaften und Städte derzeit als Risikogebiete eingestuft: Andalusien, Aragonien, Kastilien-Léon, Katalonien, Madrid, Navarra, La Rioja, das Baskenland und die Exklave Melilla sowie neu dazugekommen Ceuta. Die Balearen inklusive der Insel Mallorca gelten nicht mehr als Risikogebiet.

    In Portugal gelten die autonome Region Azoren und - neu - nun auch die Hauptstadt Lissabon nun als einfaches Risikogebiet. Madeira gilt nicht mehr als solches.

    Italien

    Italien und auch Vatikanstadt gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Malta

    Malta gilt nicht mehr als Risikogebiet.

    Tschechien und Slowakei

    Tschechien und die Slowakei gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Slowenien, Kroatien, Montenegro, Serbien

    Das gesamte Land Kroatien mit Ausnahme der Gespanschaften Medimurje und Varazdin gilt nicht mehr als Risikogebiet. Slowenien gilt noch als einfaches Risikogebiet. Montenegro und Serbien gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Türkei und Griechenland

    Die Türkei gilt weiterhin als einfaches Risikogebiet. In Griechenland sind die Regionen Berg Athos, die Nördliche Ägäis, Ostmakedonien und Thrakien sowie Peloponnes kein Risikogebiet mehr.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Dänemark gilt (mit Ausnahme der Färöer und Grönlands) als Risikogebiet. Als einfaches Risikogebiet ist ganz Schweden eingestuft. In Norwegen gelten die Provinzen Troms of Finnmark und Trondelag als einfache Risikogebiete, die Provinzen Innlandet und Viken stehen nicht mehr auf der Liste. Finnland gilt inzwischen nicht mehr als Risikogebiet.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Die Republik Moldau wird nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Auch Rumänien und Bulgarien sind keine Risikogebiete mehr.

    Polen und Baltikum

    Lettland und Estland gelten laut RKI als Risikogebiet, auch Litauen wird nicht mehr als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Polen ist kein Risikogebiet mehr.

    Zypern

    Zypern ist aus der Liste der Risikogebiete entfernt worden.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Virusvarianten, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Virusvarianten-Gebiete

    Neben Regionen mit besonders hohen Fallzahlen und anderen Faktoren, die eine Infektionsgefahr vor Ort erhöhen, stuft das RKI auch Regionen, in denen sich bestimmte Virusvarianten ausgebreitet haben, als Risikogebiet ein. Für Einreisen aus diesen Gebieten gelten besondere Vorgaben.

    Als Virusvarianten-Gebiete gelten aktuell Botswana, Brasilien, Eswatini (früher als Swasiland bekannt), Indien, Lesotho, Malawi, Mosambik, Nepal, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Uruguay sowie das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland.

    Hochinzidenz-Gebiete

    Im Januar hat die Bundesregierung zudem erstmals mehr als 20 Staaten als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft. Dazu zählen in der Regel Staaten mit einer Wocheninzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohner. Nicht-EU-Länder und -Regionen, die als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft werden, sind Ägypten, Argentinien, Bahrain, Bolivien, Cabo Verde, Chile, Costa Rica, Ecuador, Iran, Kolumbien, Kuwait, Malaysia, Malediven, Mongolei, Namibia, Paraguay, Peru, Seychellen, Sri Lanka, Sudan, Suriname, Syrische Arabische Republik, Tansania, Trinidad und Tobago sowie Tunesien.

    Für Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete gelten verschärfte Einreiseregeln.

    (Stand: 13.06.2021)

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    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
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  • Delta-VarianteWie gefährlich ist B.1.617?

    In Indien hat sich die neue Variante B.1.617 ausgebreitet, die auch als "Doppelmutante" bezeichnet wird. Inzwischen ist sie auch in Großbritannien die dominierende Variante. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

    Wie gefährlich ist die Variante?

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Coronavirus-Variante als "besorgniserregend" eingestuft - jedenfalls einen Strang davon, B.1.617.2, neuerdings auch als "Delta" bezeichnet. Die Variante des Coronavirus könnte nach neuen Erkenntnissen der britischen Gesundheitsbehörden um 60 Prozent ansteckender sein als die bisher vorherrschende Alpha-Variante. Das geht aus Daten von Public Health England mit Bezug auf Ansteckungen im eigenen Haushalt hervor. Gesundheitsminister Matt Hancock war zuletzt noch von einer um 40 Prozent höheren Ansteckungsgefahr ausgegangen.

    Wann ist eine Variante "besorgniserregend"?

    Dies gilt nach Angaben der WHO, wenn bekannt ist, dass sie sich leichter ausbreitet, schwerere Krankheiten verursacht, der Reaktion des Immunsystems ausweicht, das klinische Erscheinungsbild verändert oder die Wirksamkeit der bekannten Instrumente verringert.

    Woher stammt die Bezeichnung "Doppel"-Mutation?

    Die in Indien aufgetauchte Variante weist gleich zwei Veränderungen an einem Oberflächenprotein auf, somit erklärt sich der Begriff. Diese Mutationen sind jeweils für sich betrachtet bereits von anderen Varianten bekannt. Hier nun treten sie jedoch gleich gemeinsam, sozusagen "gedoppelt" auf. Genauer erläutert dies der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update": "Es ist nicht so, dass man eine Kreuzung von zwei verschiedenen Mutanten hat, wie das in einigen Medienquellen gestanden hat." Das Coronavirus hat bereits tausende von Mutationen durchlaufen, es gibt jedoch nur einige Varianten, die für Menschen bedenklicher sind als das Ursprungs-Virus.

    Was bedeutet dies für unser Immunsystem?

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden die beobachteten Veränderungen mit einer "reduzierten Neutralisierbarkeit durch Antikörper oder T-Zellen" in Verbindung gebracht, deren "Umfang nicht eindeutig" geklärt sei. Konkret könnte dies bedeuten, dass Geimpfte sowie Genesene vor einer Ansteckung mit dieser Variante womöglich weniger gut geschützt sind. Auch die Weltgesundheitsorganisation geht offenbar davon aus. Dort heißt es, die Variante B.1.617.2 sei "womöglich" unempfindlicher gegen Antikörper.

    Was bedeutet die "indische Mutante" für die weltweite Impfkampagne?

    Die bisher in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe schützen wohl auch vor der Virus-Variante, die in zuerst Indien aufgetreten ist. Davon geht die EU-Arzneimittelbehörde EMA aus. Zuvor hatten sich bereits die Unternehmen Biontech und Pfizer optimistisch gezeigt, dass ihr Impfstoff auch gegen die Delta-Virusvariante wirkt.

    Der Immunologe Carsten Watzl von der TU Dortmund betonte im Deutschlandfunk, man sei dem Virus nicht hilflos ausgeliefert. Die Effektivität des Biontech-Impfstoffes falle von 90 Prozent bei der Ursprungsvariante auf 88 Prozent, die von Astrazeneca von 66 auf 60 Prozent. Diese Zahlen gelten nach der vollständigen Immunisierung, also nach der 2. Impfung. Die Delta-Variante sei "besonders gut darin", Menschen mit nicht vollständigem Impfschutz zu infizieren, also auch nach einer ersten Impfung.

    Zu Berichten über 12 Todesfälle nach einer Infektion mit der Delta-Variante in Großbritannien trotz vollständiger Impfung sagte der Immunologe, dass er derzeit noch keine Alarmsignale sehe. Die Variante sei die dominante in Großbritannien, daher seien auch die Todesfälle auf sie zurückzuführen. Es gebe immer Menschen, beispielsweise mit Vorerkrankungen, bei denen die Impfung nicht oder nur unzureichend wirke.

    Verändert sich das Krankheitsbild mit der Delta-Variante?

    Die Forschenden der britischen Zoe Covid Symptom Studie, für die Menschen ihre Symptome hochladen können, haben festgestellt, dass die vorherrschenden Symptome der neuen Variante bei jungen Menschen eine laufende Nase und Kopfschmerzen sind. Die bisher als für Corona klassisch geltenden Symptome wie Husten, Fieber und Geschmacks- sowie Geruchsverlust treten demnach nur noch selten mit der Delta-Variante auf. Der Studienleiter Tim Spector betont der BBC gegenüber, dass Menschen möglicherweise denken, sie hätten eine Art saisonale Erkältung und deshalb trotzdem auf Partys gingen. Der Überzeugung der Forschenden zufolge befeuere dies die Neuinfektionen, die zuletzt in Großbritannien verzeichnet wurden.

    Welche Varianten wurden bereits als "besorgniserregend" eingeschätzt?

    Insgesamt werden bisher vier Varianten als besorgniserregend eingestuft. Die WHO hat kürzlich beschlossen, diese nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Nach dem neuen Schema heißt die besorgniserregende Mutante aus Indien Delta. Die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Virusmutante (B.1.1.7) wird nun als Alpha bezeichnet, die in Südafrika entdeckte (B.1.351) Beta und die in Brasilien bekannt gewordene (P.1) Gamma. In Deutschland spielt Delta laut RKI eine untergeordnete Rolle - sie umfasste zuletzt zwei Prozent der sequenzierten Proben. Hier dominiert mit aktuell 88 Prozent noch die Alpha-Variante B.1.1.7. (Stand: 09.06.)

    Der Immunologe Watzl von der TU Dortmund geht davon aus, dass Delta auch in Deutschland bis Herbst die dominante Coronavirus-Variante werden wird. Mit Blick darauf sei es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen - und nicht "dem Irrtum erliegen, die Pandemie sei vorbei".

    Hierzu finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts eine Übersicht mit Empfehlungen sowie einen ausführlichen Bericht.

    (Stand: 14.06.2021)

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  • Covid-19Wie komme ich an das digitale Impfzertifikat?

    Bisher mussten Geimpfte ihren gelben Impfausweis vorzeigen, um ihre Immunisierung nachzuweisen. Ab sofort ist der Nachweis der Corona-Impfung auch per Smartphone möglich. Wie und wo kommt man an den digitalen Nachweis? Eine Übersicht.

    Apotheken

    Seit dem 14.6. stellen die ersten Apotheken in Deutschland digitale Corona-Impfnachweise aus. Wer bereits vollständig gegen Corona geimpft wurde, kann mit seinem gelben Impfausweis oder mit einer Bescheinigung des Impfarztes in eine teilnehmende Apotheke gehen. Wichtig ist, auch den Personalausweis oder Reisepass zur Kontrolle mitzubringen.

    Die Apotheke erfasst dann den Namen, das Geburtsdatum und den Impfstoff und übermittelt die Daten dem Robert Koch-Institut. Dort wird das digitale Impfzertifikat in Form eines QR-Codes generiert, das in der Apotheke direkt auf einem Bildschirm angezeigt und abgescannt werden kann. Wer kein Smartphone besitzt oder es nicht für den Impfnachweis nutzen will, kann sich das Zertifikat mit dem QR-Code auch ausdrucken lassen.

    Für die Bürgerinnen und Bürger ist der Service kostenlos, die Apotheken erhalten eine Vergütung von 18 Euro vom Bund.

    Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sind bereits mehr als 13.000 der knapp 19.000 Apotheken in Deutschland für die Digitalisierung von Impfnachweisen gelistet. Allerdings können nicht alle direkt starten, etwa, weil teilweise zusätzliches Personal nötig ist.

    Das Suchportal www.mein-apothekenmanager.de, auf dem Verbraucher bundesweit Apotheken finden können, die die digitalen Impfnachweise ausstellen, war zum bundesweiten Start wegen des großen Andrangs zweitweise nicht erreichbar. Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Thomas Dittrich, bat die Bürgerinnen und Bürger um Geduld. Es sei hilfreich, wenn nicht alle sofort kämen, sondern über die Zeit verteilt, sagte er im ZDF.

    Impfzentren

    Wer in einem Impfzentrum bereits vollständig geimpft wurde, muss für den Erhalt des digitalen Impfnachweises nichts weiter unternehmen. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Laumann sollen sie automatisch bis Ende Juni einen QR-Code per Post zugeschickt bekommen. Dieser kann dann mit Hilfe der CovPass-App, der Corona-Warn-App oder, ab dem 16.6., der Luca-App eingelesen und auf dem Smartphone gespeichert werden.

    Wer seinen Zweittermin im Impfzentrum noch vor sich hat, soll den QR-Code dort künftig direkt erhalten. Derzeit laufen Tests in zahlreichen Impfzentren. Bis Ende Juni sollen möglichst alle startklar sein.

    Arztpraxen

    Wer beim Arzt geimpft wird, soll künftig auch dort direkt den QR-Code erhalten. Die Anbindung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte soll schrittweise bis Mitte Juli erfolgen.

    Was bringt das digitale Zertifikat?

    Der digitale Impfnachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiterhin gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Infektionen nachweisen kann. Das soll zur Sommerferienzeit das Reisen erleichtern.

    Laut Bundesgesundheitsministerium ist das digitale Impfzertifikat europaweit bereits anerkannt, zur Anerkennung von Impfungen auf internationaler Ebene außerhalb der EU laufen derzeit noch die Gespräche.

  • Corona-PandemieWie sinnvoll sind Impfungen für Kinder?

    Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren können sich seit Kurzem gegen das Coronavirus impfen lassen. Ende Mai hatte die EU-Kommission das Vakzin von Biontech/Pfizer für die Personengruppe zugelassen. Doch eine Empfehlung der Stiko gibt es nicht. Ist eine Impfung dann überhaupt sinnvoll?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) lehnt eine generelle Corona-Impf-Empfehlung für Kinder ab 12 Jahren derzeit ab. Als Grund wird die unzureichende Datenlage genannt. Allerdings ist eine Impfung von Kindern auf individuellen Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung sowie eigener Risikoakzeptanz möglich.

    Als sinnvoll erachtet die Impfkommission eine Corona-Impfung von Kindern mit Vorerkrankung. Diese Gruppe könne aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der Covid-19-Infektion mit dem Impfstoff von Biontech immunisiert werden. Zu den genannten Vorerkrankungen zählen unter anderem Adipositas, angeborene Herzfehler, Immun- und Krebserkrankungen sowie chronische Lungenleiden.

    Ist genug Impfstoff für alle da?

    Bundesgesundheitsminister Spahn hatte schon vor der Entscheidung der Stiko betont, deren Einschätzung sei nur eine Empfehlung: „Im Lichte dieser Empfehlung können dann die Eltern mit ihren Kindern, den Ärztinnen und Ärzten die konkreten Entscheidungen treffen, ob jemand geimpft wird oder nicht.“ Das sei eine individuelle Entscheidung. Natürlich gebe es bei jungen Menschen seltener schwere Krankheitsverläufe, aber eben auch Fälle von Long Covid. Eine Frage sei auch, wie viel mehr Alltag möglich werde mit einer Impfung.

    Vor diesem Hintergrund versprach er, dass alle impfwilligen Jugendlichen bis Ende August eine Erstimpfung bekommen sollten. Ursprünglich wollte er sie gar bevorzugt impfen und dafür Biontech-Dosen reservieren. Aufgrund der Impfstoff-Knappheit ist dieser Plan aber wieder vom Tisch. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet für die Erst- und Zweitimpfung von Kindern und Jugendlichen gegen Corona mit einem Bedarf von insgesamt mehr als sechs Millionen Impfdosen des Herstellers Biontech.

    Wie Spahn will auch SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach die sechs Millionen Jugendlichen schnell geimpft wissen, idealerweise schon bis zum Ende der Schulferien. Falls nicht, solle man versuchen, maximal vier Wochen in den Beginn der Schulzeit "hineinzuimpfen", um rasch größtmöglichen Schutz zu bekommen, sagte Lauterbach dem "Tagesspiegel".

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek forderte gar einen Fahrplan für Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren in allen Bundesländern. Auf der Vorsitzende der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, wies im Deutschlandfunk noch einmal darauf hin, dass Impfstoff-Lieferungen fehlten. Ferner werde sich nicht um vorerkrankte Schülerinnen und Schüler gekümmert.

    Wie sehr sind Kinder und Jugendliche von Covid-19 betroffen?

    Die Mehrzahl der Kinder entwickelt bei Covid-19 nur milde oder gar keine Symptome. Sie sind aber nicht ohne Risiko, auch schwere Verläufe zu entwickeln und können das Virus weiter übertragen. Bis 23. Mai sind nach Daten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie knapp 1.550 Kinder und Jugendliche mit Covid-19 ins Krankenhaus gekommen, davon waren 37 Prozent jünger als ein Jahr. Rund fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen wurden auf einer Intensivstation behandelt, 0,3 Prozent starben an Covid-19.

    Dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch für Kinder und Jugendliche gravierende Langzeitfolgen haben kann, ist mittlerweile bekannt. Zur Dauer und Häufigkeit ist aber noch vieles unklar. Es habe den Anschein, dass Langzeitfolgen bei Kindern eher aufträten als die akute Erkrankung, sagte Charité-Virologe Christian Drosten kürzlich im Podcast "Coronavirus-Update".

    Der Kinderarzt Jakob Armann von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie wies im "Tagesspiegel Background" jedoch darauf hin, dass die Datenlage für „Long Covid“ bei Kindern noch extrem dünn sei. Er untersucht das Phänomen für einen Survey in Zusammenarbeit mit Kinderärzten und hatte seit den Osterferien 12 Meldungen. Was das Pedatric Inflammatory Multisystem Syndrom PIMS angeht gab es laut Armann bis Mitte Mai 314 gemeldete Fälle in Deutschland, von denen rund die Hälfte auf der Intensivstation behandelt werden müssten. Der überwiegende Teil verlasse die Kinder aber ohne Beschwerden. Vor diesem Hintergrund sagte er mit Blick auf eine Impfung: „Ein Jugendlicher hat ein extrem geringes Risiko für einen schweren Verlauf nach einer Corona-Infektion, Todesfälle sind glücklicherweise extrem selten.“

    Impfungen für "sichere Schule"?

    Bundesgesundheitsminister Spahn hatte Impfungen für Kinder und Jugendliche in der "Bild am Sonntag" als einen "Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien" bezeichnet. Der Vorsitzende der Stiko, Mertens, hingegen betonte im DLF, die Öffnung der Schule oder die Teilhabe am Leben für Kinder und Jugendliche seien keine ausreichenden Argumente für eine Empfehlung, da könne man „ja zum Beispiel andere Maßnahmen ergreifen, nämlich die Schulen nicht schließen. Das wäre sehr einfach und der Schutz der Eltern ist ja auch etwas, was man dadurch erreichen kann, dass man die Eltern impft.“ Im NDR-Podcast "Coronavirus Update" erläuterte Mertens, dass seit Beginn der Pandemie nur ungefähr 18 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mit dem Coronavirus intensivmedizinisch behandelt worden seien. "Und die zwei registrierten Todesfälle in dieser Altersgruppe betrafen alle Kinder, die schon ohne Covid sehr schwer krank waren." Auch das Risiko an PIMS, dem multisystemischen Entzündungssyndrom, zu erkranken, sei so gering, dass es keine klare Indikation für die Impfung aller gesunden Kinder darstelle.

    Was Impfnebenwirkungen betrifft, fehlten Untersuchungen zu Spätfolgen. Als Beispiele nannte Mertens Narkolepsie beim Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix oder Fälle von Herzmuskelentzündungen bei jungen Männern bei Coronavirus-mRNA-Impfstoffen sowie Sinusvenenthrombosen bei Vektorimpfstoffen gegen Corona. "Dann gibt es sehr schnell die Situation - vom Sicherheitsaspekt her -, dass das mögliche Risiko durch die Impfung höher wird als das Risiko durch die Erkrankung in dieser Altersgruppe", so der Stiko-Vorsitzende.

    Virologe Drosten verweist auf Erfahrungen aus Großbritannien mit intensiven Testungen im Schulbetrieb und zunehmend geimpften Erwachsenen undtwitterte: „Die Impfung der Erwachsenen könnte den Ping-Pong-Effekt zwischen Schulen und Haushalten unterbrechen." Zur Situation in Deutschland bis zum Herbst erwartet Drosten, dass sich zumindest die Eltern von Schülerinnen und Schülern impfen lassen.

    Eine Impfpflicht an Schulen steht aber nicht im Raum. Darauf hatte jüngst auch die Kultusministerkonferenz hingewiesen. Sie empfiehlt nach den Sommerferien "ungeeingeschränkten Regelbetrieb" - mit Verweis auf dann zwei Mal geimpftes Lehrpersonal und darauf, Kinder und Jugendliche keine treibende Kraft in der aktuellen Pandemie-Situation seien.

    Auch andere Hersteller wollen Zulassung erweitern

    Bisher ist nur der Impfstoff von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche zugelassen. Über den Antrag des US-Pharmakonzern Moderna will die Europäische Arzneimittelbehörde EMA im Juli entscheiden. Grundlage ist eine Studie mit mehr als 3.700 Teilnehmern im Alter von zwölf bis 17 Jahren in den USA.

    Das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca und die Universität Oxford rechnen bis zum Sommer mit Ergebnissen. Sie testen ihren Corona-Impfstoff den Angaben zufolge seit Februar an 300 Freiwilligen im Alter von sechs bis 17 Jahren. Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft.

    Wann Vakzine für jüngere Kinder unter zwölf Jahren auf den Markt kommen, ist für den europäischen Markt bisher noch unklar. Russland testet derzeit eine Verabreichung seines Impfstoffs Sputnik V per Nasenspray, wie die Nachrichtenagentur TASS berichtet. Demnach soll die Verabreichungsform für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren geeignet sein. Der Vertriebsstart sei für den 15. September geplant.

    Auch China ist schon weiter. Hier ließen die Behörden bereits den Impfstoff des heimischen Herstellers Sinovac und von Sinopharm für Drei- bis 17-Jährige zu.

    (Stand: 13.06.)

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  • Corona-PandemiePortale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen

    Die festgelegte Reihenfolge bei der Corona-Impfung ist seit dem 07.06. bundesweit aufgehoben. Mit dem Ende der sogenannten Priorisierung haben alle Menschen ab zwölf Jahren nun zumindest theoretisch die Möglichkeit, einen Impftermin zu erhalten. Doch Geduld ist weiterhin gefragt, und in einigen Bundesländern wird die Priorisierung auch noch aufrechterhalten.

    Mediziner und Vertreter der Kommunen sowie Betriebsärzte, die jetzt ebenfalls mitimpfen dürfen, dämpften entsprechend die Erwartungen und warnen vor Frust. In den Arztpraxen laufen die Telefone heiß und auch die Impfzentren sind vielerorts ausgebucht. Bereits die Aufhebung der Impfpriorisierung in den Hausarztpraxen mehrerer Bundesländer führte zu einem regelrechten Ansturm. In Baden-Württemberg etwa rief die Kassenärztliche Vereinigung dazu auf, nicht mehr in Hausarztpraxen anzurufen, um die Telefonleitungen nicht zu blockieren. Der Hausärzteverband Nordrhein berichtete von einer "extrem aggressiven Stimmung". Der Vorsitzende Funken sagte der "Rheinischen Post", inzwischen meldeten sich viele Hausarztpraxen schon wieder vom Impfsystem ab. Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Mertens, kritisierte die Aufhebung der Priorisierung. Er führte die Entscheidung auch auf öffentlichen Druck zurück: Die Urlaubszeit stehe an, hinzu komme der Wahlkampf.

    Zahlreiche Portale und Tools wollen nun bei der Vermittlung von Impfterminen helfen. Die Ärzteorganisation Mediverbund etwa bietet seit Kurzem auf dem Portal www.impfterminmanagement.de eine Registrierung für Restdosen in baden-württembergischen Arztpraxen an. Der Service gilt allerdings nur für Menschen in diesem Bundesland. Ähnliches versprechen die Seite Impfee sowie die App Impf-Finder.

    Die Webseite Doctolib vermittelte auch schon vor der Pandemie Online-Termine bei Ärztinnen und Ärzten. Nun können dort auch Impftermine gebucht werden, etwa auch bei Gynäkologen oder Urologen, die Impftermine eingestellt haben. Meist sind dort zeitnah Impftermine mit Astrazeneca zu bekommen.

    Auch Privatinitiativen bieten inzwischen Hilfe bei der Terminfindung an. Ein 17-Jähriger aus Baden-Württemberg etwa programmierte eine Art Suchmaschine für Termine in Impfzentren, weil er für seinen Großvater nur schwer einen Termin finden konnten. Auf www.impfterminübersicht.de können sich Interessierte freie Kapazitäten in mehreren Bundesländern anzeigen lassen, inzwischen stellen auch einige Arztpraxen Verfügbarkeiten ein. Die Seite zeigt dann die entsprechenden Kontaktdaten an oder verweist per Link auf die zuständige Buchungsseite. Nach eigenen Angaben wurden so bereits zwei Millionen Termine vermittelt. Ein vergleichbares Portal ist www.impfterminradar.de.

    Keine Webseite, sondern eine Art Programm ist Vaccipy. Es soll, nachdem man es installiert hat, seine Kontaktdaten und sein Impfzentrum eingegeben hat, minütlich nach freien Terminen suchen. Wenn einer frei wird, wird dieser automatisch gebucht.

    Wie der Südwestrundfunk bereits im April berichtete, sah man im Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg solche Portale kritisch. Die Aussagekraft sei bisher nur eingeschränkt gegeben, habe ein Sprecher mitgeteilt. Zudem entsprächen die Ergebnisse nicht immer der tatsächlichen Situation. Das Land Baden-Württemberg habe sich allerdings beim Bundesgesundheitsministerium dafür eingesetzt, auf dem offiziellen Portal eine bessere Übersicht über Impfzentren und verfügbare Termine zu bieten.

    Wie der SWR weiter schrieb, waren auch aus Sicht von KV-Digital (für die offizielle Webseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung verantwortlich) die zusätzlichen Impfterminportale keine Alternative, sondern am ehesten eine Ergänzung. Es sei zu befürchten, dass deren Ergebnisse nicht immer korrekt seien.

    (Stand: 08.06.)

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  • Covid-19-ImpfstoffeWann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig?

    Dass die Impfungen gegen das Coronavirus wahrscheinlich aufgefrischt werden müssen, vermuten Experten schon länger. Unklar ist aber bisher, wann genau. Eine Übersicht zum Thema:

    Die Ständige Impfkommission rechnet damit, dass die aktuellen Impfungen nicht die letzten sein werden. Der Stiko-Vorsitzende Mertens sagte der "Funke Mediengruppe", das Virus werde uns nicht wieder verlassen. Seinen Angaben zufolge ist es denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könne es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, so Mertens. "Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen."

    Der Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen forderte eine frühzeitige Planung der Auffrischungs-Impfungen. Mit Blick auf den Herbst müsse man sich Gedanken machen, wie und für wen man Auffrischungs-Impfungen anbieten solle, sagte Dahmen der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Hier müsse nach Indikationsgruppen vorgegangen werden: Menschen, bei denen die Impfung kürzer anhalte, müssten vorrangig wieder geimpft werden.

    Wie lange hält die Schutzwirkung der Impfung an?

    Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach geht davon aus, dass die Immunität nach einer Impfung gegen Covid-19 rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein. Der Virologe Drosten von der Berliner Charité rechnet mit einer einmaligen Auffrischung "zum Winter hin" und zwar für "mehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen", wie er Ende April im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" erklärte.

    Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Falk, sagte der Zeitung "Die Zeit", man müsse quasi jeden Monat schauen, ob und wie gut Genesene und Geimpfte noch geschützt seien. Der Chef des Robert Koch-Instituts, Wieler, verwies darauf, dass man anhand von Studien sehe, wann eine Auffrischung angezeigt sei. Zeitabstände könne man noch nicht benennen.

    Die beiden Impfstoff-Hersteller Moderna und Biontech/Pfizer haben die Personen aus ihren Zulassungsstudien weiterverfolgt, um abzuschätzen, wie lange die Vakzine vor einer schweren Erkrankung schützen. Beide Unternehmen melden, dass die Wirkung ihrer Impfstoffe sechs Monate nach der zweiten Impfung immer noch bei über 90 Prozent liege. Der Chef des Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla, sagte dennoch kürzlich laut US-Medien, er halte künftig jährliche Corona-Impfungen für möglich.

    Eine Aussage, über die sich der Immunologe Carsten Watzl wunderte. Er glaubt: "Für den Großteil der Bevölkerung ist nicht zu erwarten, dass das gesamte Prozedere jedes Jahr wiederholt werden muss. "Eine Dosis pro Saison - ähnlich wie bei der Grippeschutzimpfung - bräuchten voraussichtlich jene Menschen, deren Immunsystem nicht mehr so gut auf eine Impfung anspricht, etwa aus Altersgründen oder wegen Immunschwäche durch Vorerkrankungen. Für sie sei es auch wichtig, durch ein geimpftes Umfeld mitgeschützt zu werden." Dafür reichten voraussichtlich Auffrischungen im Abstand von mehreren Jahren, so Watzl. Auch bei der Hebräischen Universität in Jerusalem geht man davon aus, dass die Corona-Impfungen zwei Jahre oder länger wirken könnten. Da die Antikörper bei Genesenen aber tatsächlich schon früher deutlich zurückgehen, wird vermutet, dass Geimpfte besser gegen Covid-19 geschützt sein könnten als Genesene, wie DLF-Wissenschaftsredakteur Volkart Wildermuth zusammenfasst.

    Gleicher oder veränderter Impfstoff?

    Die Hersteller arbeiten nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen, die auch gegen relevante bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Besser abgedeckt werden sollen mit den Boostern auch neue Virusvarianten, die der Immunantwort entgehen könnten. Aktuell sind diese in Deutschland noch selten. Doch mit wachsendem Anteil von Geimpften und Genesenen in der Bevölkerung könnten sie zunehmen. Im Fokus sind momentan die in Südafrika und Brasilien entdeckten Mutanten B.1.351 und P.1.

    Wie beispielsweise Moderna-Europachef Dan Staner in einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erläuterte, entwickelt das Unternehmen gerade eine neue Version seines mRNA-Impfstoffes. Am Ende werde nur eine Booster-Variante zur Zulassung eingereicht, nämlich die effizienteste. Dies solle für Europa voraussichtlich bereits im September geschehen, sodass eine Zulassung noch im Oktober oder November dieses Jahres möglich wäre.

    Regulatorisch hoffen die Firmen auf ein vereinfachtes Zulassungsverfahren analog zu den Grippeimpfstoffen, wo die Impfantigene jährlich angepasst werden, ohne dass klinische Studien nötig sind. Das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Arzneimittelsicherheit zuständig ist, stellte das bereits in Aussicht. Der Präsident des Instituts, Klaus Cichutek, sagte, Voraussetzung sei, dass die Herstellung gleich laufe wie beim herkömmlichen Impfstoff. "Dann sind keine weiteren präklinischen Versuche mit Tiermodellen mehr notwendig sondern nur eine kleine Studie mit Menschen, die nachweisen muss, dass der veränderter Wirkstoff genauso wirksam ist, wie der ursprüngliche". Die Wirksamkeit werde aber nicht so aufwendig gemessen, wie in den klinischen Phase-3 Studien, wo die Forscher über Monate auf zufällige Erkrankungen an Covid-19 warten müssten. Sondern es solle ausreichen, in Blutproben ausreichend hohe Mengen von neutralisierenden Antikörpern nachzuweisen. Das gesamte Verfahren, das aktuell mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA diskutiert werde, könnte so nur wenige Monate dauern.

    Nicht notwendig ist es aller Voraussicht nach, mit dem gleichen Präparat nachzuimpfen wie bei den ersten beiden Dosen. Grundsätzlich gebe es erst einmal keine Hinweise darauf, dass ein Mix aus verschiedenen Impfstoffen zum Problem werden könne, sagt Marylyn Addo, Infektiologin und Studienleiterin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Natürlich müsste die Wirkung in Studien abgeklärt werden. Sie betonte aber: "Es ist nicht so, dass, wenn
    man mit einem Impfstoff seine Impfreise beginnt, dass das andere Impfstoffe oder andere Impfstoff-Kategorien ausschließt in der Zukunft."

    Kommt es mit notwendigen Auffrischungsimpfungen zu Engpässen?

    Die FDP fordert die Bundesregierung bereits seit einiger Zeit auf, sich ausreichend früh um weitere Impfstoffmengen für den Schutz gegen Mutanten des Coronavirus zu kümmern. Mit neuen Virusvarianten steige die Wahrscheinlichkeit für eine notwendige dritte Impfdosis, die sogenannten Impfbooster, heißt es in einem Positionspapier der FDP-Bundestagsfraktion. „Um nicht erneut in eine Knappheitssituation zu geraten, bei der ein Großteil der Bevölkerung auf die Schutzimpfung warten muss, sollten bereits jetzt Beschaffungsaufträge für den Herbst veranlasst werden“.

    Die Europäische Union hat bereits 900 Millionen weitere Impf-Dosen von Biontech/Pfizer bestellt, die bis 2023 geliefert werden sollen. Sie sind laut EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen als Auffrischimpfung für Erwachsene gedacht und auch, um die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU zu impfen.

    Israel bereitet sich bereits auf eine erneute Impfung seiner gesamten Bevölkerung vor. Premierminister Benjamin Netanjahu geht von einem millionenfachen Bedarf an Impfdosen alle sechs Monate aus. Er warnt: "Es gibt eine riesige Konkurrenz unter den Ländern" - und er sei entschlossen "erneut die Länder der Welt anzuführen bei der Einfuhr von Millionen Impfdosen."

    In Großbritannien kündigte der zuständige Minister Nadhim Zahawi im "Daily Telegraph" zwar an, dass über 70-Jährige und Menschen mit hohen gesundheitlichen Risiken sowie medizinisches Personal bereits im September eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen könnten. Bis zum Herbst würden aber vermutlich acht verschiedene Impfstoffe zur Verfügung stehen, darunter einige, die vor Varianten schützen könnten. Vor diesem Hintergrund betonte Zahawi. "Wie auch immer das Virus sich verhält - wir werden bereit sein."

    (Stand: 9.06.2021)

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  • Covid-19Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Impfempfehlung für Schwangere angepasst: Nach individueller Prüfung könne eine Covid-19-Immunisierung Schwangeren "großzügig empfohlen" werden. Zuvor war die Stiko sehr zurückhaltend.

    In der fünften Aktualisierung der Stiko-Impfempfehlung heißt es nun: "Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden."

    Mit einer generellen Impfempfehlung für Schwangere hält sich die Stiko jedoch weiterhin zurück. Dazu Marianne Röbl-Mathieu, Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in der Stiko: "Wo die Evidenz fehlt, wo es keine Kontrollgruppen gibt oder vergleichsweise geringe Datenmengen, kann die Stiko nichts empfehlen", sagte Röbl-Mathieu. Das bedeute jedoch nicht, dass die Stiko etwa ein erhöhtes Risiko befürchte, sie könne es nur noch nicht ausreichend beurteilen.

    Kritik von Expertinnen und Experten an der Stiko

    Schwangere haben Medizinerinnen und Medizinern zufolge ein höheres Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung. Darum werden sie in den meisten Nachbarländern Deutschlands geimpft. Die WHO empfiehlt eine priorisierte Corona-Impfung für Schwangere. Die Zurückhaltung der Stiko, begründet mit der dünnen Datenlage, löste deshalb auch Kritik aus.

    In einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (Stand 21.05.) heißt es, auch wenn dies über die derzeit gültige STIKO-Empfehlung hinausgehe, konsentierten die Fachgesellschaften nach sorgfältig geführter Nutzen-Risiko-Abwägung zur Frage der Covid-19-Impfung von Schwangeren und Stillenden: "In informierter partizipativer Entscheidungsfindung und nach Ausschluss allgemeiner Kontraindikationen wird empfohlen, Schwangere priorisiert mit mRNA-basiertem Impfstoff gegen Covid-19 zu impfen."

    Der Mediziner Ekkehard Schleußner vom Universitätsklinikum Jena sagte im Deutschlandfunk, Schwangere erkrankten zwar nicht häufiger an Covid-19. Aber wenn sie erkrankten, sei der Verlauf unter Umständen "sehr deutlich schwerer". Man sehe mit Blick auf die Statistik auch eine erhöhte Mortalität. Ähnlich sahen es etwa auch die Virologen Christian Drosten und Alexander Kekulé.

    Immunsystem ist bei Schwangeren herabgesetzt

    Es gibt mehrere Hypothesen, warum eine Covid-Erkrankung bei Schwangeren schwerer verläuft. Schleußner nimmt an, dass die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft die Entzündungsmechanismen unterstützt. Der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena weist darauf hin, dass das Immunsystem bei Schwangeren generell etwas herabgesetzt und die Sauerstoffaufnahme reduziert ist.

    Mediziner Schleußner verweist auf neue Studien

    Der Jenaer Mediziner Schleußner hatte zuletzt im Deutschlandfunk der Stiko widersprochen, die wiederholt mit der fehlenden Datenlage argumentiert. In den vergangenen Wochen seien mehrere Studien mit zahlreichen Teilnehmerinnen erschienen. Diese zeigten ganz klar, dass eine Corona-Impfung "nicht zu vermehrten schwangerschaftsspezifischen Komplikationen" führe. Auch ein erhöhtes Krankheits- oder Sterbe-Risiko der Schwangeren oder der Föten sei nicht zu erkennen. Schwangere hätten auch keine anderen oder schwereren Nebenwirkungen als Nicht-Schwangere. Die Antikörperbildung verlaufe ebenfalls in gleicher Weise. Die Antikörper gingen zudem auf das Kind über und gäben ihm demnach - wie bei anderen Erkrankungen bekannt - einen gewissen "Nestschutz".

    Wie Schleußner weiter sagte, beziehen sich die bisherigen Studien auf mRNA-Impfstoffe. Bisher zugelassen in Deutschland sind diese Präparate von Biontech/Pfizer sowie Moderna. Das bedeute jedoch nicht, dass Vektor-basierte Impfstoffe potenziell gefährlich seien.

    Nicht Impfstoff eine Gefahr für Ungeborene, sondern eine Erkrankung der Mutter

    Mit Blick auf die Risiken für das ungeborene Kind erklärte Schleußner: Auf Basis der bisherigen Studien könne man sagen, dass vor allem Antikörper der Mutter auf den Fötus übergingen, und so gut wie keine mRNA des Impfstoffs. Die Gefahr sei nicht der Impfstoff, sondern dass die Mutter wegen einer Covid-19-Erkrankung schwer erkranken und möglicherweise sterben könnte und das Kind als Frühgeburt mit ungünstigen Umständen zur Welt kommen könnte.

    Der Virologe Kekulé berichtete im MDR von einer Studie: Die Wahrscheinlichkeit, auf der Intensivstation zu landen, sei für erkrankte Schwangere demnach im Vergleich zu Schwangeren ohne Covid-19 rund fünffach erhöht, die Wahrscheinlichkeit zu sterben 22-fach. Ein Forscherteam stellte diese Beobachtungen aus 18 Ländern im Journal "Jama Pediatrics" vor, es ging um mehr als 2.100 infizierte und nicht-infizierten Schwangere. Drosten verwies allerdings darauf, dass darunter auch Länder mit schlechteren Gesundheitssystemen seien.

    Im Ärzteblatt erschienen kürzlich Daten zu Schwangeren in Deutschland. Demnach haben Schwangere überwiegend günstige Verläufe im Falle einer Covid-19-Erkrankung. Allerdings bezieht sich das auf Daten bis Oktober 2020 - wie sich die inzwischen dominante britische Variante auf Schwangere auswirkt, ist unklar. Im Hamburger Universitätsklinikum nahm die Zahl der Schwangeren auf der Intensivstation zuletzt zu. Dies könne daran liegen, dass sich das Virus vermehrt unter Jüngeren und Kindern ausbreitet. Vor allem Schwangere, die bereits Kinder haben, seien besonders gefährdet, hieß es.

    In Israel gab es mehrere Todesfälle ungeimpfter, schwangerer Frauen sowie Totgeburten nach Corona-Infektionen. Israel hat eine vergleichsweise hohe Geburtenrate von durchschnittlich drei Kindern pro Frau.

    Corona-Infektion erhöht möglicherweise Risiko für Totgeburten

    Auf ein erhöhtes Risiko von Totgeburten durch eine Corona-Infektion bei Schwangeren deutet auch eine Studie aus Großbritannien - allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Das legen Ergebnisse nahe, die die Forschenden in der Fachzeitschrift "American Journal of Obstetrics and Gynecology" veröffentlichten. Dafür untersuchten sie Geburten bei 340.000 Frauen im größten britischen Landesteil England zwischen Mai 2020 und Januar 2021.

    Von diesen wurden 3.527 Frauen positiv auf das Coronavirus getestet, als sie ins Krankenhaus kamen. 30 von ihnen erlitten eine Totgeburt, also verloren ihr Baby mindestens 24 Wochen nach Beginn der Schwangerschaft. Der von den Forschern ermittelte Schnitt von 8,5 je 1.000 Frauen liegt deutlich über dem Schnitt von 3,4 je 1.000 Frauen bei negativ getesteten Schwangeren. Ein ähnliches Bild ergab die Studie bei Frühgeburten, also einer Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche. Diese erfolgte bei 12 Prozent der Corona-Infizierten, aber nur bei 5,8 Prozent der negativ Getesteten.

    Die Forscher betonten, das Risiko für Tot- oder Frühgeburten bleibe weiterhin sehr gering. Es sei aber wichtig, dass mögliche Gefahren bekannt sind.

    Israel empfiehlt schon lange Impfung für Schwangere - andere Länder folgen

    In Israel wird im Gegensatz zu Deutschland bereits seit Januar die Impfung von Schwangeren ausdrücklich empfohlen. Der israelische Gynäkologenverband schrieb, die Covid-19-Erkrankung könne während der Schwangerschaft Schaden anrichten, bei Schwangeren einen schwereren Krankheitsverlauf auslösen und Frühgeburten verursachen. Deshalb sei es wichtig, sich impfen zu lassen. Man empfehle eine Immunisierung aller Schwangeren, die dies wünschten. Dies gelte besonders, wenn sie gefährdet seien, mit dem Virus in Kontakt zu kommen oder Vorerkrankungen hätten, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhten. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt Schwangeren inzwischen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

    In Großbritannien wies das Joint Committee on Vaccination and Immunisation (JCVI) darauf hin, dass etwa 90.000 schwangere Frauen in den Vereinigten Staaten geimpft worden seien. Dies sei hauptsächlich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna geschehen, ohne dass Sicherheitsbedenken aufgekommen seien. Basierend auf diesen Daten rate das JCVI, dass es vorzuziehen sei, schwangeren Frauen in Großbritannien diese mRNA-Impfstoffe anzubieten, sofern diese verfügbar seien. Auch in Frankreich und seit Kurzem in Österreich werden Schwangere geimpft.

    (Stand: 12.06.)

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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

    Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

    Nebenwirkungen - das ist der Sammelbegriff unter den wir alle Reaktionen auf eine Impfung zusammenfassen. Das Robert Koch-Institut unterscheidet zwischen Impfreaktionen und Impfkomplikationen. Die Impfreaktionen sind gewünscht und Teil der Immunisierung, weil der Körper ja auf das Vakzin reagieren und eine Immunabwehr aufbauen soll. Komplikationen sind unerwünscht und sollten gemeldet werden. Entweder bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, über das Nebenwirkungsportal des Bundes (hier gibt es ein "Covid-19-Meldeformular") oder über die App "SafeVac" (mehr dazu am Ende des Artikels).

    Häufige Impfreaktionen

    Zu den häufigeren Reaktionen bei allen Impfstoffen zählen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit; auch Fieber kann auftreten. Für diese Impfreaktionen gilt: Sie halten nur kurze Zeit an und klingen von selbst wieder ab. Zudem zeigen sie an, dass das Immunsystem arbeitet. Generell treten sie bei jüngeren Menschen eher häufiger auf und nehmen mit dem Alter ab.

    Sehr selten: allergischer Schock

    Sehr selten kommt es zu einem allergischen Schock. Dieser tritt unmittelbar nach der Impfung auf und kann lebensbedrohlich sein, ist aber bei schneller ärztlicher Hilfe gut zu überstehen. Deshalb muss man nach der Impfung sicherheitshalber noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben, meist sind es 15 bis 30 Minuten.

    Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte über die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe. Demnach gibt es bislang keine Sicherheitsbedenken gegen die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna. Bei den bislang bekannten Impfreaktionen hätten sich keine statistischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Nutzen der Impfstoffe sei weitaus größer als die Risiken, betont die Aufsichtsbehörde.

    Berichte aus Israel haben jedoch zuletzt die Frage aufgeworfen, ob Herzmuskel-Entzündungen bei Geimpften mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer in Verbindung stehen könnten. Das israelische Gesundheitsministerium teilte am 2. Juni mit, unter den mehr als fünf Millionen Geimpften seien zwischen Dezember und Mai 275 Fälle von Myokarditis aufgetreten. Eine Untersuchung sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen der zweiten Dosis und Herzmuskelentzündung bei Männern im Alter zwischen 16 und 30 gebe. Bei 16- bis 19-jährigen Männern sei dies häufiger beobachtet worden als in anderen Altersgruppen. Israel genehmigte gleichwohl die Impfung von 12- bis 15-Jährigen, weil die Vorteile die Risiken überwiegen. Pfizer erklärte, dass dem Unternehmen die Befunde aus Israel bekannt seien. Bislang sei aber kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Myokarditis festgestellt worden. Es sei bisher keine höhere Rate von Herzmuskelentzündungen beobachtet worden, als in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten gewesen wäre.

    Der Impfstoff von Astrazeneca

    Die Immunisierungen mit dem dritten in Deutschland zugelassenen Impfstoff - dem Mittel von Astrazeneca - waren nach Berichten über Todesfälle durch Blutgerinnsel im Gehirn zunächst im März vorübergehend ausgesetzt und Ende März dann eingeschränkt wieder aufgenommen worden. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA und die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hatten nach einer Prüfung den weiteren Einsatz des Mittels von Astrazeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, hieß es in einer Stellungnahme der Stiko. Auch die EMA bezeichnete den Impfstoff von Astrazeneca als "sicher und wirksam".

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in der Corona-Pandemie die zentrale Sammelstelle für Informationen über Impfnebenwirkungen und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Bericht dazu. Den Angaben zufolge sind bis Ende April 67 Fälle einer Thrombose mit Thrombozytopenie nach Impfung mit Astrazeneca bekannt. In 14 Fällen war der Ausgang demnach tödlich. Neun Todesfälle betrafen Frauen, fünf Männer.

    Astrazeneca nur noch bei Menschen über 60

    Am 30. März beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hingegen hielt nun nach einer erneuten Prüfung der Thrombosefälle weiter an ihrer Empfehlung des Impfstoffes für alle Menschen ab 18 Jahren fest. Die EMA erklärte, der Nutzen des Wirkstoffes sei nach wie vor höher zu bewerten als die Risiken. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen als "sehr selten" aufgenommen werden.

    In Deutschland kann Astrazeneca nach sorgfältiger ärztlicher Beratung auch an unter 60-Jährige durch niedergelassene Ärzte verabreicht werden. Die Impfpriorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca wurde aufgehoben.

    Das Vakzin von Johnson & Johnson

    Der vierte in Deutschland und der EU zugelassene Corona-Impfstoff ist der des US-Herstellers Johnson & Johnson. Laut EMA kann der Wirkstoff zwar in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen. Insgesamt überwögen aber die Vorteile des Impfstoffs die Risiken. Nach Angaben der EMA waren acht Fälle von Hirnvenenthrombosen festgestellt worden, nachdem der Impfstoff fast sieben Millionen Menschen verabreicht worden war.

    Mögliche Ursache für Thrombosen

    Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben inzwischen herausgefunden, wie die Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe hätten bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämatostaseforschung hat bereits entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

    Paul-Ehrlich-Institut sammelt Meldungen

    Bis Ende April wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt knapp 50.000 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Komplikationen nach Covid-Impfungen registriert, bei insgesamt bis dahin fast 29 Millionen durchgeführten Impfungen.

    Die Melderate betrug den Angaben für alle Impfungen mit Covid-19-Impfstoffen 1,7 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle betrug sie 0,2 pro 1.000 Impfdosen. Bei Astrazeneca liege die Melderate etwas höher als bei den anderen Impfstoffen (4,5 Fälle pro 1.000 Dosen und bei schwerwiegenden Fällen 0,4 pro 1.000). Das könne aber auch mit der medialen Berichterstattung über den Impfstoff zu tun haben, hieß es.

    Eine Studie der Universität Oxford hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung mit verschiedenen Präparaten festgestellt. Wie die Forschenden im Fachmagazin "The Lancet" schreiben, gibt es deswegen aber keine Sorge in Sachen Patientensicherheit. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, kann noch nicht beurteilt werden.

    Was sollte man tun, wenn Beschwerden auftreten?

    Wer geimpft wurde und den Verdacht hat, dass Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Auch eine Online-Meldung direkt bei dem Institut ist möglich. Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen zu melden. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter.

    App "SafeVac" fragt nach

    Zum ersten Mal in Deutschland werden Geimpfte aber auch aktiv nach ihrem Befinden befragt. Dazu wurde die App "SafeVac" entwickelt. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktionen zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben. Klaus Cichutek, der PEI-Präsident, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren.

    (Stand: 02.06.2021)

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 14.06.)
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    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 11.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • IsraelÄra Netanjahu beendet - Knesset stimmt für neue Regierung

    In Israel hat das Parlament eine neue Regierung gewählt und damit das Ende der Amtszeit des bisherigen Ministerpräsidenten Netanjahu besiegelt.

    Mit 60 zu 59 Stimmen votierte eine knappe Mehrheit in der Knesset für das Bündnis um den designierten Regierungschef Bennett und den bisherigen Oppositionsführer Lapid. Die neu geschmiedete Koalition besteht aus acht Parteien vom rechten bis zum linken politischen Spektrum einschließlich einer arabischen Partei. Getragen wird das Bündnis vor allem aus der gemeinsamen Ablehnung gegenüber dem seit 12 Jahren regierenden Netanjahu. Dieser kündigte an, in der Politik zu bleiben und an einer Rückkehr an die Macht zu arbeiten. Der neue Ministerpräsident Bennett von der ultrarechten Jamina-Partei erklärte in seiner Rede, eine Regierung für ganz Israel anführen zu wollen.

    Auf dem dem Rabinplatz in Tel Aviv feierten Menschen das Ende der Amtszeit von Ex-Premier Benjamin "Bibi" Netanjahu, wie ARD-Korrespondent Benjamin Hammer berichtet. "Jalla, Bibi. Hau ab!" skandierten sie. An anderen Orten im Land demonstrierten Menschen ihre Ablehnung der Ablösung Netanjahus.

    Biden und Merkel gratulieren

    US-Präsident Biden sicherte der neuen Regierung seine Unterstützung zu. Er erklärte, er freue sich darauf mit Ministerpräsident Bennett zusammenzuarbeiten. Israel habe keinen besseren Freund als die Vereinigten Staaten.

    Glückwünsche kamen auch von Bundeskanzlerin Merkel. Sie teilte mit, Deutschland und Israel verbinde eine einzigartige Freundschaft, die man weiter vertiefen wolle.

    Seit 2009 ununterbrochen im Amt

    Netanjahu war seit 2009 ununterbrochen im Amt, insgesamt war er sogar 15 Jahre lang Israels Regierungschef; von 1996 bis 1999 hatte er das Amt schon einmal inne. Ohne Regierungsamt kann Netanjahu das Gesetz nun nicht mehr zugunsten seiner eigenen Immunität vor Strafverfolgung ändern - als Premierminister hatte er immer wieder versucht, die Macht der Gerichte zu beschränken und das Immunitätsrecht zu ändern. Er steht seit Mai 2020 in mehreren Fällen wegen Korruption, Betrugs und Untreue vor Gericht.

    Aus Netanjahus politischem Überlebenskampf wurde die schwerste innenpolitische Krise in der israelischen Geschichte. Viermal wurde in nur gut zwei Jahren gewählt. Viermal verfehlten Netanjahu und seine Partner klare Mehrheiten. Zuletzt wurde es einsamer um den 71-Jährigen. Ehemalige Partner aus dem rechten Lager schlossen sich seinen Gegnern an. Mehr Hintergründe zur Ära Netanjahu lesen Sie in diesem Beitrag unseres Korrespondenten Tim Assmann.

  • G7-GipfelErstmals gemeinsame Klimaziele und härterer China-Kurs

    Die sieben wichtigsten westlich geprägten Industrienationen haben sich zu einheitlichen Klimazielen bekannt und sich auf einen verschärften Kurs gegenüber China verständigt.

    In der Abschlusserklärung des G7-Gipfels im britischen Cornwall wird erstmals gemeinsam eine Klimaneutralität ab 2050 angestrebt. Bekräftigt werden zudem die Ziele im Pariser Abkommen, den CO2-Ausstoß bis 2030 um etwa die Hälfte gegenüber 2010 zu verringern. Auf ein einheitliches Datum zum Ausstieg aus der Kohleverstromung hingegen gelang keine Einigung. Deutschland kündigte zudem an, seinen Beitrag für den Klimaschutz in Entwicklungsländern bis spätestens 2025 von derzeit vier auf sechs Milliarden Euro jährlich erhöhen.

    Mit Blick auf China wenden sich die G7 gegen unfaire Handelspraktiken, Menschenrechtsverstöße und das Vorgehen der Pekinger Führung gegenüber Hongkong. Den chinesischen Großprojekten für eine neue Seidenstraße will die Staatengruppe mit einer Infrastruktur-Initiative begegnen. Außerdem fordern die G7 eine erneute Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation zum Ursprung der Corona-Pandemie.

  • CornwallHilfsorganisationen und Umweltverbände kritisieren G7-Beschlüsse

    Die Beschlüsse des G7-Gipfeltreffens im britischen Cornwall sind bei Hilfsorganisationen und Umweltverbänden überwiegend auf Kritik gestoßen.

    Die Entwicklungsorganisation Oxfam erklärte, die Staats- und Regierungschefs hätten angesichts der Corona-Pandemie und der Klima-Krise "auf ganzer Linie versagt", die aktuellen Herausforderungen anzugehen. Noch nie in der Geschichte der G7 sei die Kluft zwischen deren Taten und den Bedürfnissen der Welt größer gewesen. Das Kinderhilfswerk World Vision sprach von verpassten Chancen. Es habe zwar nicht an gutem Willen gemangelt, aber an der Kraft zur Umsetzung effektiver Programme. Die Umweltorganisation Greenpeace nannte die Beschlüsse zum Klimaschutz bei Weitem nicht ausreichend.

    Die sieben wichtigsten westlich geprägten Industrienationen hatten sich bei ihrem dreitägigen Treffen zu einheitlichen Klimazielen bekannt und einen verschärften Kurs gegenüber China beschlossen. Außerdem fordern die G7 eine erneute Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation zum Ursprung der Corona-Pandemie. Bis Ende 2022 wollen die Staaten zwei Milliarden Corona-Impfdosen an ärmere Länder liefern. Einigkeit gab es zudem bei der angestrebten Einführung einer globalen Mindeststeuer.

  • AbschlussG7-Staat- und Regierungschefs unterstützen globale Mindestbesteuerung für multinationale Konzerne

    Zum Abschluss des G7-Gipfels haben sich die Staats- und Regierungschefs hinter den Beschluss ihrer Finanzminister über eine Einführung einer globalen Mindeststeuer gestellt.

    In der Abschlusserklärung hieß es, ein faires Steuersystem sei nötig. Man erhoffe sich nun eine Einigung auf Ebene der G-20-Staaten beim Treffen der Finanzminister und der Zentralbankvorsitzenden im Juli. Zu den G-20-Staaten gehören unter anderem China, Indien und Brasilien. Unklar ist, ob Ausnahmen nötig werden, um weitere Staaten zu überzeugen. Um die globale Steuer durchsetzen zu können, wäre zudem eine Einigung auf Ebene der Welthandelsorganisation WTO nötig.

    Die Finanzminister der G-7-Staaten hatten sich Anfang Juni auf eine weltweite Steuer von mindestens 15 Prozent für multinationale Konzerne verständigt. Sie sollen ihre Steuern künftig in jenen Staaten zahlen, in denen sie auch ihre Umsätze machen. Bisher werden Unternehmenssteuern nur an den Firmensitzen fällig. Insbesondere großen Internet-Konzernen wird vorgeworfen, durch geschickte Gewinnverlagerungen keine oder nur wenig Steuern zu zahlen.

  • GroßbritannienKönigin Elisabeth II. empfängt Biden auf Schloss Windsor

    Die britische Königin Elisabeth II. hat US-Präsident Biden und dessen Frau Jill auf Schloss Windsor empfangen.

    Die 95-jährige und ihre Gäste nahmen zunächst eine Parade der Ehrengarde ab. Anschließend gingen sie zu Beratungen ins Schloss. Nach dem Besuch sagte Biden am Flughafen Heathrow zu Pressevertretern, Elisabeth sei "sehr liebenswürdig" gewesen. Sie habe ihn zu den Präsidenten Russlands und Chinas, Putin und Xi Jinping, befragt. Sie habe sie ihn an seine Mutter erinnert, fügte Biden hinzu.

    Der Präsident hatte bereits beim G7-Gipfel in Cornwall Gelegenheit gehabt, die Königin zu treffen. Sie nahm am ersten Tag des Treffens an einem Empfang teil und sorgte für Erheiterung, weil sie es sich nicht nehmen ließ, eine Torte mit einem Säbel statt mit einem Messer anzuschneiden. Mit Ausnahme von Lyndon B. Johnson hat Elisabeth II. während ihrer 69 Jahre auf dem Thron alle US-Präsidenten getroffen.

    Biden ist inzwischen in Brüssel eingetroffen. Dort nimmt er am Montag am NATO-Gipfel und am Dienstag am EU-USA-Gipfel teil. Zum Abschluss seiner Europa-Reise trifft er am Mittwoch den russischen Präsidenten Putin in Genf.

  • French OpenDjokovic gewinnt den Grand Slam

    Der Weltranglistenerste Novak Djokovic hat das Finale der French Open gewonnen.

    Er besiegte den Griechen Stefanos Tsitsipas in fünf Sätzen. Nach mehr als vier Stunden verwandelte er seinen zweiten Matchball. Djokovic drehte einen 0:2-Satzrückstand und siegte 6:7 (6:8), 2:6, 6:3, 6:2, 6:4. Es ist Djokovics zweiter Sieg bei den French Open und sein 19. Grand-Slam-Titel insgesamt. Den Rekord halten Roger Federer und Rafael Nadal mit jeweils 20 Titeln.

    Für Djokovics Gegner Tsitsipas war es das erste Grand-Slam-Finale. Er hatte zuvor den Deutschen Alexander Zverev im Halbfinale bezwungen.

  • ParteitagGrüne beschließen Wahlprogramm

    Die Grünen ziehen mit der Forderung nach einem sozial-ökologischen Umbau der Gesellschaft in den Bundestagswahlkampf. In dem auf dem digitalen Parteitag beschlossenen Wahlprogramm mit dem Titel "Deutschland. Alles ist drin" wird unter anderem ein Klimaschutz-Sofortprogramm gefordert.

    So soll das deutsche Klimaziel für 2030 auf eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 70 Prozent angehoben werden. Derzeit werden 65 Prozent angestrebt. Kurzstreckenflüge wollen die Grünen überflüssig machen - durch einen massiven Ausbau der Bahnverbindungen. Kerosin soll durch klimaneutrale Treibstoffe ersetzt werden.

    Grüne für höheren Mindestlohn und höheren Hartz-IV-Satz

    Darüberhinaus will die Partei den gesetzlichen Mindestlohn auf zwölf Euro anheben. Der Spitzensteuersatz soll auf bis zu 48 Prozent steigen. Die Grünen befürworten auch eine Vermögenssteuer. Das bisherige Hartz-IV-System soll durch eine Garantiesicherung ersetzt werden, die auf Sanktionsmaßnahmen verzichtet. Als Sofortmaßnahme soll der Regelsatz um mindestens 50 Euro steigen. Für einkommensschwache Familien wollen die Grünen eine Kindergrundsicherung einführen. Für neu geschlossene Ehen soll das Ehegattensplittung abgeschafft werden.

    Laschet (CDU) kritisiert Forderungen der Grünen

    Aus der SPD-Bundestagsfraktion kommt scharfe Kritik am Wahlprogramm der Grünen. Fraktionsvize Post sagte der Deutschen Presse-Agentur, es handle sich um eine finanzpolitische Mogelpackung. Wer seriös regieren wolle, müsse auch erklären, wie die Vorhaben finanziert werden sollten. Bei den Grünen dominiere in puncto Finanzierung statt Realismus das Prinzip Hoffnung.

    Die Union lehnt nach den Worten von CDU-Chef und Kanzlerkandidat Laschet zentrale Forderungen der Grünen im Wahlkampf strikt ab. Die Energiewende müsse sozialverträglich sein, sagte Laschet der Zeitung "Bild am Sonntag". Dies fehle ihm bei den Grünen. So könnten sich zum Beispiel Besserverdienende 70 Euro mehr für einen Mallorca-Flug locker leisten. Für so manche Familie aber könne das den Traum vom Sommerurlaub beenden.

    Nur knappe Mehrheit beim Thema Kampfdrohnen

    Den Einsatz von Kampfdrohnen schließen die Grünen nicht generell aus. Diese Systeme könnten Soldaten in gewissen Situationen besser schützen, hieß es. Es müsse aber klar gemacht werden, für welche Einsatzszenarien der Bundeswehr bewaffnete Drohnen überhaupt in Frage kämen, bevor man über die Anschaffung entscheide. Auch technische Herausforderungen müssten in der Gesamtabwägung eine wichtige Rolle spielen. Ein Antrag, mit dem bewaffnete Drohnen weiter abgelehnt werden sollten, unterlag in der Abstimmung sehr knapp mit 343 zu 347 Stimmen.

  • Grünen-ParteitagZentralrat der Juden kritisiert Debatte über Äußerungen der Publizistin Emcke

    Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Diskussionen über die Äußerungen der Publizistin Carolin Emcke auf dem Grünen-Parteitag kritisiert.

    Die Debatte habe zwischenzeitlich "völlig unangemessene Züge" angenommen, teilte der Verband auf Twitter mit. Es sei Zeit, sie "rasch zu beenden". Emcke wird nach einer Gastrede vorgeworfen, die Kritik an Klimaforschern mit der Verfolgung von Juden verglichen zu haben. Konkret sagte die per Video zugeschaltete Autorin: "Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen und die Virologinnen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscherinnen." Emckes Ziel war es offenbar, mit ihrem Vortrag auf einen zunehmenden Populismus und auf Wissenschaftsfeindlichkeit hinzuweisen, doch mit ihrer Formulierung stieß sie vielfach auf Kritik. Zudem wird der Partei vorgeworfen, die Äußerungen während Emckes Rede unkommentiert im Raum stehen gelassen zu haben.

    Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) schrieb auf Twitter, hier werde das Leid vieler verfolgter, ermordeter und ausgegrenzter Juden für das Klimathema genutzt, das sei nicht zu glauben. CDU-Generalsekretär Ziemiak sprach von einer "unglaublichen und geschichtsvergessenen Entgleisung" und verlangte eine Klarstellung von Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock. Elio Adler, Vorsitzender der deutsch-jüdischen Organisation "Werteinitiative", übte ebenfalls Kritik. "Berechtigte Klimaanliegen zu verteidigen, indem man die Opfer jahrhundertelanger Verfolgung und Mordtaten instrumentalisiert, ist völlig inakzeptabel", sagte er der "Bild"-Zeitung. Auch unter dem Hashtag #Emcke machten vor dem Hintergrund des aufziehenden Wahlkampfs zahlreiche Menschen auf Twitter ihrem Unmut Luft.

    Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Göring-Eckardt, hatte Emcke dagegen auf Twitter "für eine große Rede" und "für Aufklärung, für Wahrheit, die zumutbar ist, für die Wirklichkeit" gedankt. Es sei eine Ehre, in diesem Sinne Politik zu machen. Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Kellner, nahm die Publizistin später in Schutz: "Carolin Emcke ist über jeden Verdacht des Antisemitismus erhaben und hat in ihrer Rede die Logik der Demagogie aufgedeckt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das Magazin "Der Spiegel" kommt nach einer Analyse der Redepassage zu dem Schluss, die Sätze seien aus dem Zusammenhang gerissen. Auch der Publizist Max Czollek wies die Vorwürfe gegen Emcke zurück. "Logisch" werde hier niemand mit Klimaforscherinnen gleichgesetzt, auch nicht die Juden, führte er aus. Emcke unterstreiche vielmehr, "dass Konjunkturen bestimmter Zuweisungen und Angstkonstellationen existieren."

    Emcke warnte in ihrer Rede vor Wissenschaftsfeindlichkeit, Desinformation und dem Verlust eines gemeinsamen Verständnisses von Fakten. Dies werde sich auch im Wahlkampf zeigen, wobei es keine Rolle spiele, welche Personen oder Parteien betroffen seien - es gehe um die Demokratie. Sie forderte zugleich "eine neue Aufklärung".

  • TeheranBundespolitiker fordern vor Prozessbeginn die Freilassung der Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi

    Vor dem für heute angesetzten Prozessbeginn gegen die Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi in Teheran haben Bundespolitiker deren sofortige Freilassung gefordert.

    Außenminister Maas müsse sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, teilte die FDP-Bundestagsfraktion mit. Der stellvertretende Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses, der CDU-Politiker Hirte, erklärte, er beobachte das Verfahren sehr genau. Taghavi sei keine Gefährdung der nationalen Sicherheit des Irans. Die 66-jährige Architektin aus Köln ist seit acht Monaten in Haft. soll unter anderem Propaganda gegen den Staat betrieben haben. Amnesty International verdächtigt den Iran, sie als Druckmittel im Zusammenhang mit einem Gefangenenaustausch zu benutzen.

    Nach Angaben ihrer Tochter wurde sie im vergangenen Herbst von der iranischen Revolutionsgarde verschleppt und ins berüchtigte Evin-Gefängnis am Rand von Teheran gebracht. Ihr wird vorgeworfen, ein "Sicherheitsrisiko" zu sein. Sie war auf Verwandtenbesuch gewesen. Seit 15 Jahren pendelt Taghavi zwischen dem Iran und Deutschland. "Meine Mutter hat insgesamt 194 Tage in Isolationshaft verbracht und war dort den sogenannten weißen Foltermethoden ausgesetzt", sagte Mariam Claren dem Portal "amnesty.de". Vor dem G7-Gipfel in Cornwall unterstützte sie Forderungen, wonach sich die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Treffen mit den Gefangenen im Iran beschäftigen sollten.

    Taghavi ist nicht die einzige Person mit deutscher und iranischer Staatsbürgerschaft, die im Iran laut Bundesregierung aus politischen Gründen in Haft ist - unabhängig davon, ob es sich tatsächlich um politische Aktivisten und Aktivistinnen handelt. Eine mündliche Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Nouripour an die Bundesregierung im November hatte ergeben, dass sich neben Taghavi drei weitere Bundesbürger im Gefängnis befinden. Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft werden von iranischen Behörden beim Aufenthalt im Iran ausschließlich als iranische Staatsangehörige behandelt. Eine Unterstützung in konsularischen Angelegenheiten durch die Deutsche Botschaft sei nicht möglich, heißt es beim Auswärtigen Amt.

  • HessenLandtags-Alterspräsident tritt aus AfD aus

    Der Alterspräsident des hessischen Landtags, Rolf Kahnt, ist aus der AfD ausgetreten.

    Der AfD-Landesverband Hessen teilte mit, Kahnt habe die Entscheidung damit begründet, dass es in der Partei "zunehmend rechtsextreme Entwicklungen" gebe. Der Landesverband warf Kahnt wiederum vor, er habe anderen Parteien gefallen wollen. Die hessische AfD-Fraktion hatte Kahnt bereits im Oktober wegen "unkollegialen" Verhaltens ausgeschlossen. Damals hieß es, der Abgeordnete und seine Fraktion hätten sich "entfremdet".

    AfD-Landessprecher Klaus Herrmann sagte, Kahnt habe sich in seiner Zeit als Landessprecher von 2015 bis 2017 "Verdienste in der Aufbauarbeit für die Partei erworben". Mit der Zeit habe sich die Zusammenarbeit aber immer schwieriger gestaltet. Auf die Ablehnung der AfD durch die anderen Fraktionen habe Kahnt reagiert, "indem er ihnen, ohne Rücksicht auf die politischen Positionen der AfD, zunehmend zu gefallen suchte", führte Herrmann aus.

  • Erbil-ReiseWirbel um festgesetzte Journalisten und Linken-Delegation

    Nachdem die Bundespolizei Mitglieder einer Delegation um die Linken-Abgeordnete Cansu Özdemir an der Ausreise in kurdische Autonomiegebiete im Irak gehindert hat, gibt es weiter Kritik und offene Fragen.

    15 Mitgliedern der "Friedensdelegation" wurde die Ausreise verboten. Sie wollte sich nach Angaben der Linkspartei im Nordirak über die Militäraktionen der Türkei informieren. Vier Mitgliedern wurde am Flughafen Düsseldorf kein Verbot erteilt, allerdings verpassten sie den Flug wegen der grenzpolizeilichen Befragung. Darunter war auch die Vorsitzende der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Cansu Özdemir.

    Die Bundespolizei nannte als Anlass der Befragung, "dass wir nicht ausschließen konnten, dass von Personen dieser Gruppe Gefährdungen ausgehen könnten, die die Sicherheitsbelange der Bundesrepublik Deutschland im Ausland nachhaltig schädigen könnten". Die deutsche Behörde sah offenbar einen Zusammenhang zwischen Aktionen PKK-naher Gruppen und der geplanten Reise.

    Offenbar 50 weitere Menschen von der Einreise nach Erbil abgehalten

    Die Bundespolizei erklärte, dass Özdemir sich zunächst nicht als Abgeordnete zu erkennen gegeben habe. Özdemir widersprach. "Ich habe den Beamten mindestens dreimal gesagt, dass ich Abgeordnete bin", sagte sie dem "Hamburger Abendblatt". Laut Grundgesetz sowie der Verfassung der Hansestadt Hamburg dürfen Abgeordnete während der Dauer ihres Mandats weder verhaftet noch in sonstiger Weise in ihrer Freiheit und in der Ausübung ihres Mandats behindert werden. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) nannte die Berichte über das Vorgehen der Bundespolizei "äußerst befremdlich". Dieses Vorgehen sei möglicherweise rechtswidrig, sofern der Status Özdemirs bekannt gewesen sei.

    Offenbar im gleichen Zusammenhang wurden in den vergangenen Tagen im Irak rund 50 Menschen von der Einreise nach Erbil abgehalten und teils zurück nach Deutschland geschickt. Nach Angaben der Linkspartei waren unter den Ausgewiesenen in Erbil auch das Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses Hakan Tas sowie Mitglieder der Linksjugend Solid. Tas schrieb auf Twitter, dass er 15 Stunden im Sicherheitsbereich des Flughafens von Erbil festgehalten und zweimal verhört worden sei.

    Der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) zufolge wurden mindestens drei Kollegen direkt nach ihrer Ankunft festgesetzt. Es sei unklar, was ihnen vorgeworfen werde und wann sie wieder freikämen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Sonntag, das deutsche Generalkonsulat in Erbil stehe mit den lokalen Behörden in Kontakt "und geht dem nach".

    Die türkische Regierung und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK bekämpfen sich seit Jahrzehnten.

  • Ugur Sahin und Özlem TüreciBiontech-Gründer hoffnungsvoll im Kampf gegen Krebs

    Der Erfolg von Biontech nach der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs gibt den Firmengründern Hoffnung, ihren ursprünglichen Kampf gegen Krebs zu beschleunigen.

    Man habe vor der Pandemie 20 mögliche Produkt gegen Krebs gehabt, sagte Firmenchef Ugur Sahin der "Bild am Sonntag". Diese ließen sich aber nie mit maximaler Geschwindigkeit entwickeln, weil man immer die Finanzierungsrunden hätte abwarten müssen. Das sei jetzt anders. Die Impfstoff-Einnahmen könnten nun in die Krebsprodukte re-investiert und viel mehr Projekte gleichzeitig verfolgt werden. Je nachdem, wie die bereits seit Längerem laufenden Projekt ausgingen, so Sahin weiter, könnten einige der Produkt-Kandidaten schon ab 2023 so weit sein, dass man Dossiers zur Zulassung einreichen könne.

    Firmenchefin Türeci fügte hinzu, Impfstoffe als Therapien gegen Krebs und andere Erkrankungen seien das, woran sie schon lange glaubten. Die mRNA-Technologie sei dabei ein Teil des Baukastens. Das Immunsystem sei der Schlüssel, führte Türeci aus. Die Idee sei, das Immunsystem durch Therapien gegen bestimmte Erkrankungen zu trainieren. Bei der Behandlung von Krebs könnten die Mechanismen eingesetzt werden, die das Immunsystem über Millionen Jahre Evolution im Kampf gegen Viren oder Bakterien perfektioniert habe. Als Corona gekommen sei, sei ihr und ihrem Mann beispielsweise rasch klar gewesen, dass man genau die Werkzeuge und Technologien, die man über viele Jahre in der Krebsforschung entwickelt habe, genau jetzt brauche.

    Türeci und Sahin sind verheiratet. Die beiden deutschen Wissenschaftler haben die Firma Biontech gemeinsam gegründet und aufgebaut. Ihren Corona-Impfstoff vertreiben sie mit dem US-Konzern Pfizer.

  • KlimaschutzChancen und Risiken - wie die CO2-Speicherung unter der Erde funktioniert

    Die Bundesregierung will zur Reduktion der CO2-Emissionen den Transport von Kohlendioxid ins Ausland für eine Speicherung im Meeresboden ermöglichen. Aber wie funktioniert das? Und sind die Verfahren sicher?

    Das unterirdische Speicherverfahren, auf das Deutschland künftig setzt, wird allgemein mit den Buchstaben CCS abgekürzt, sie stehen für "carbon capture and storage", also das Auffangen und Speichern von Kohlendioxid.

    Die Treibhausgase werden dafür abgetrennt gereinigt, konzentriert und komprimiert. Als Flüssigkeit fließen sie dann durch Pipelines und werden schließlich tief unter die Erde gepresst.

    CCS polarisiert

    Das Verfahren hat sowohl Befürworter als auch Kritiker. Gegner halten es für eine grüne Fassade der Kohleindustrie, außerdem sei CCS sehr teuer. Die Pro-Argumente beziehen sich vor allem darauf, dass ohne dieses Verfahren eine CO2-Reduktion nicht in dem Maße möglich sei, in dem sie notwendig ist.

    In Ketzin bei Potsdam hat das Geoforschungsinstitut bereits vor mehr als zehn Jahren die unterirdische Lagerung des Klimagifts untersucht. 60.000 Tonnen reinen Kohlendioxids wurden in eine 650 Meter tiefe poröse Sandsteinformation gepumpt. Vattenfall wollte sein CCS-Abgas in der Altmark in ausgegasten Erdgaslagerstätten verpressen, RWE eine Rohrleitung nach Schleswig-Holstein bauen. Wegen technischer Probleme und Bürgerprotest wurden die Vorhaben gestoppt.

    Forschende sehen in der Nordsee viel Potenzial für CCS

    Ob eine sichere CO2-Endlagerung tatsächlich für viele Jahrhunderte garantiert werden kann, ist ungeklärt. Laut einer Studie der Stanford University in den USA kommt es bei der Verpressung von CO2 in den Boden sehr wahrscheinlich zu schwachen Erdbeben, bei denen die unterirdischen Speicher undicht werden können. Deshalb sei CCS eine riskante und wahrscheinlich erfolglose Strategie zur Treibhausgas-Reduktion.

    Wissenschaftler unter Leitung des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel haben hingegen im "International Journal of Greenhouse Gas Control" bescheinigt, dass CCS in der Nordsee ein sicheres Verfahren sei, selbst wenn Bohrlöcher den Untergrund undicht machen. Demnach gelangt das Gas nicht in die Atmosphäre, wenn es aus Leckagen ausströmt, sondern es verbleibt im Meer. Im Wasser gelöst, werde das CO2 dann durch Gezeitenströmungen in der Nordsee schnell verteilt.

    Deutschland will CO2 aus Industrie, aber nicht aus Energiewirtschaft in den Boden leiten

    Damit Deutschland, Kohlendioxid ins Ausland transportieren kann, würden derzeit die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst, bestätigte ein Sprecher des Umweltministeriums einen entsprechenden Bericht. Dabei gehe es um CO2, das bei der Produktion von Grundstoffen für die Industrie entstehe. Nicht vorgesehen sei hingegen eine Speicherung von CO2 aus der Energiewirtschaft, etwa aus Kohlekraftwerken.

    Hintergrund ist ein internationales Übereinkommen zum Meeresschutz, das sogenannte "London-Protokoll", dem Deutschland beigetreten ist. Nordsee-Anrainerstaaten wie Norwegen, Belgien, Großbritannien und die Niederlande bereiten bereits die Verpressung großer Mengen des Klimagases im tiefen Untergrund unter dem Meeresboden vor. Dorthin könnte deutsches Kohlendioxid künftig exportiert werden.

  • KlimaschutzBundesregierung will unterirdische CO2-Deponien im Ausland nutzen

    Die Bundesregierung will den Transport von Kohlendioxid ins Ausland für eine Speicherung im Meeresboden ermöglichen.

    Dazu würden derzeit die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst, bestätigte ein Sprecher des Umweltministeriums einen entsprechenden Bericht. Dabei gehe es um Kohlendioxid, das bei der Produktion von Grundstoffen für die Industrie entstehe. Nicht vorgesehen sei hingegen eine Speicherung von CO2 aus der Energiewirtschaft, etwa aus Kohlekraftwerken.

    Hintergrund ist ein internationales Übereinkommen zum Meeresschutz, das sogenannte "London-Protokoll", dem Deutschland beigetreten ist. Nordsee-Anrainerstaaten wie Norwegen, Belgien, Großbritannien und die Niederlande bereiten bereits die Verpressung großer Mengen des Klimagases im tiefen Untergrund unter dem Meeresboden vor. Dorthin könnte deutsches Kohlendioxid künftig exportiert werden.

  • Covid-19Auch in Baden-Württemberg lagern offenbar Millionen mangelhafte Corona-Schutzmasken

    Auch in Baden-Württemberg lagern einem Bericht zufolge Millionen Corona-Schutzmasken, die nicht der Norm entsprechen.

    Dabei handle es sich um 15,2 Millionen vom Land beschaffte Masken und 4,6 Millionen Masken vom Bund, berichten die "Stuttgarter Nachrichten" unter Berufung auf das Landessozialministerium. Das Land fordere teils Schadenersatz von den Herstellern und verhandle auch mit dem Bund über eine Kostenerstattung.
    Baden-Württemberg hatte schon im Februar bekanntgegeben, dass im Frühjahr 2020 beschaffte KN95- und FFP2-Masken teils nicht der EU-Norm entsprächen. Die Landesregierung startete eine Rückrufaktion und lässt Masken seitdem von der Prüfgesellschaft Dekra überprüfen. Die mangelhaft getesteten Masken blieben dem Bericht zufolge vorerst zur Beweissicherung im Lager.

    Gestern war bekannt geworden, dass das Land Niedersachsen 17 Millionen Masken aussortiert hat. Zuvor hatte der NDR berichtet, dass Schleswig-Holstein bereits vier Millionen Masken an den Bund zurückgeschickt habe. In Rheinland-Pfalz lagern den Berichten zufolge mehr als eine Million nicht verkehrsfähige Masken aus Bundesbeständen, auch Hessen habe Mängel bei etwa einer Million Masken festgestellt. Mecklenburg-Vorpommern habe nach einer Überprüfung etwa 140.000 Schutzmasken zurückgeschickt.

    Gegen Bundesgesundheitsminister Spahn gibt es seit einiger Zeit Vorwürfe wegen Mängeln oder unzureichender Qualitätsprüfungen bei Schutzmasken. Dabei geht es vor allem um Masken, die in der Anfangszeit der Corona-Pandemie bestellt und weitergeleitet wurden. Es gibt in diesem Zusammenhang auch Vorwürfe, Spahn habe Masken ohne den üblichen Qualitätsstandard an Einrichtungen für Obdachlose und Behinderte verteilen wollen. Das Gesundheitsministerium weist die Vorwürfe zurück.

  • VolksabstimmungenSchweizer gegen CO2-Gesetz und Pestizidverbot

    Die Schweizer haben in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit gegen ein neues Klimaschutzgesetz gestimmt.

    Mit dem Vorstoß sollten CO2-Abgaben etwa auf Flugtickets, Treibstoffe und Heizöl durchgesetzt werden. Deutlich gescheitert ist zudem eine Initiative, die in der Landwirtschaft einen Verzicht auf synthetische Pestizide gefordert hatte.

    Zustimmung in der Schweiz fand hingegen ein verschärftes Anti-Terrorgesetz. Es räumt der Polizei mehr Befugnisse ein und sieht darüber hinaus für mutmaßliche Gefährder Meldepflichten, Kontaktverbote, Hausarreste sowie eine elektronische Überwachung vor.

  • LondonGetötete Familie nach mutmaßlich islamfeindlichem Terroranschlag in Kanada beigesetzt

    In Kanada sind die Opfer des mutmaßlich islamfeindlich motivierten Terroranschlags vom vergangenen Sonntag unter großer öffentlicher Anteilnahme beerdigt worden.

    Die vier Mitglieder einer Familie wurden von einem Autofahrer attackiert. Auf einem Parkplatz und einer Sportanlage in dem Ort London in der Provinz Ontario versammelten sich hunderte Menschen, um ihnen die letzte Ehre zu erweisen. Die großen Sendern des Landes übertrugen die Gedenkfeier live. Die Särge der Opfer waren mit kanadischen Flaggen eingehüllt.

    Ein 20-jähriger Mann hatte die Familie während eines Sonntagsspaziergangs mit seinem Pick-up überfahren und getötet. Bei den Opfern handelt es sich um einen 46-Jährigen, dessen 44 Jahre alte Ehefrau, die 15-jährige Tochter und die 74-jährige Großmutter. Der neunjährige Sohn überlebte schwer verletzt.

    Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Ihm droht wegen vierfachen Mordes und Mordversuchs eine lebenslange Haftstrafe. Der örtliche Polizeichef Steve Williams teilte mit, man gehe davon aus, dass die Opfer wegen ihres islamischen Glaubens ins Visier genommen worden seien. Es gebe Beweise dafür, dass es sich um eine geplante, vorsätzliche und von Hass motivierte Tat gehandelt habe.

    Tausende nehmen an Gedenkmarsch für die Opfer teil

    Vor der Trauerfeier hatten sich Tausende Menschen an einem Marsch gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit beteiligt. Die Teilnehmer schlugen auf Trommeln, einige sangen das Lied "Give Peace a Chance" von John Lennon. Auf Schildern und Plakaten waren die Botschaften "Hass tötet" und "Wir sind alle Menschen" zu lesen. Weitere Kundgebungen und Mahnwachen fanden zeitgleich in Toronto, Ottawa, Montreal und Quebec statt.

  • ParteienWagenknecht warnt ihre Partei Die Linke vor einem Fiasko bei der Bundestagswahl

    Die Linke-Politikerin Wagenknecht hat ihre Partei und die SPD vor einem Fiasko bei der Bundestagswahl gewarnt.

    Wenn beide so weitermachten wie bisher, sehe es nicht gut aus, sagte die Spitzenkandidatin der Landespartei in Nordrhein-Westfalen dem "Tagesspiegel am Sonntag". Funktionsträger der Linken etwa beteiligten sich an Debatten, die die Kernwählerschaft vertreiben würden. Viele Bürger empfänden Diskussionen etwa um Lebensstilfragen und Gendersprache als belehrend. Es müsse der Partei zu denken geben, dass sie seit 2019 mit Ausnahme von Thüringen nur Wahlniederlagen erlebt habe.

    Den Linken-Mitgliedern, die ihren Parteiausschluss beantragt haben, warf Wagenknecht "Cancel Culture" und Intoleranz vor. Sie selbst habe nie persönlichen Streit gesucht und auch noch nie versucht, jemanden aus seiner Funktion zu mobben. Mehrere Mitglieder sind diese Woche vor die Landesschiedskommission in NRW gezogen. Sie begründen ihren Antrag laut "Spiegel" damit, dass Wagenknecht der Partei schweren Schaden zugefügt habe. Der Antrag beschäftige sich vor allem mit Wagenknechts aktuellem Buch, hieß es. Sie vertrete darin ein eigenes Programm, das dem der Linken in vielen Punkten widerspreche.

    Der Ausschluss-Antrag stieß bei führenden Parteimitgliedern auf Kritik. Die Bundestags-Fraktionschefs Bartsch und Mohamed Ali nannten ihn unverantwortlich, Bundesgeschäftsführer Schindler ungerechtfertigt.

    Auch Ehemann Lafontaine soll Partei verlassen

    Inzwischen gibt es nach Bartschs Worten auch einen Ausschlussantrag für Wagenknechts Ehemann und Parteimitbegründer, Lafontaine. Der saarländische Landesvorstand forderte Lafontaine auf, die Partei von sich aus zu verlassen. Lafontaine hatte unter anderem dazu geraten, die Linke bei der Bundestagswahl nicht mit der entscheidenden Zweitstimme zu unterstützen, weil dies seinem innerparteilichen Gegner, Saar-Spitzenkandidat Lutze nützen würde.

  • InnenministerkonferenzStrobl (CDU): Bundesweiter Erlass gegen Reichskriegsflaggen steht

    Die Innenminister von Bund und Ländern wollen nun einheitlich gegen das Zeigen von Reichsfahnen und Reichskriegsflaggen aus der Kaiser- und NS-Zeit in der Öffentlichkeit vorgehen.

    Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Strobl, sagte der Deutschen Presse-Agentur, der sogenannte Mustererlass für Polizei und Ordnungsbehörden liege jetzt vor. Damit habe man eine Lösung für eine bundesweit einheitliche Handhabe gefunden.

    In den Fokus der Öffentlichkeit waren die Flaggen geraten, als Corona-Leugner, Reichsbürger und Rechtsextremisten im August 2020 in Berlin versucht hatten, das Reichstagsgebäude zu stürmen. Bayerns Ministerpräsident Söder hatte danach für sein Bundesland ein Verbot angekündigt. Strobl wollte dagegen eine gemeinsame Lösung.

  • Ethikrats-VorsitzendeBuyx: Solidarisches Verhalten der jüngeren Generationen in Coronakrise sollte belohnt werden

    Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Buyx, empfiehlt einen Corona-Ausgleich für junge Menschen.

    Die junge Generation habe sich lange solidarisch verhalten, sagte sie dem Bayerischen Rundfunk. Das sollte anerkannt werden, indem sie etwas zurückbekomme. Ihr solidarisches Handeln sei schließlich nicht nur freiwillig gewesen, sondern verordnet worden. Der Ausgleich könne zum Beispiel finanzieller Art sein. Zudem sollte die junge Generation beim Impfen nicht als Allerletztes an die Reihe kommen, sondern sobald das wirklich möglich sei, führte Buyx aus.

  • Covid-19Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten?

    Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken und die Sehnsucht nach Normalität wächst. Während etliche Beschränkungen wegfallen, bleibt die Maskenpflicht bisher bestehen. Wie lange noch? Darüber will Bundesjustizministerin Lambrecht diskutieren. Die Forschung aber ist eher skeptisch.

    Die Forderung nach einem Ende der Maskenpflicht ist nicht wirklich neu. Bereits im Mai machte das Land Niedersachsen den Vorstoß, die Maskenpflicht bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 unabhängig vom Impfstatus aufzuheben – allerdings nur im Einzelhandel. Nach erheblicher Kritik ruderte das Land zurück.

    Wie stehen die verschiedenen Parteien zur Maskenpflicht?

    Die FDP wirbt schon länger für eine möglichst weitgehende Rücknahme der Corona-Maßnahmen. So passt es ins Bild, dass Bundestagsvizepräsident Kubicki nun ein komplettes Ende der Maskenpflicht verlangt. "Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken", meint er. Ähnlich sieht es die AfD, die das Thema sogar in ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl aufgenommen hat. Konkret heißt es dort: "Das Tragen von Masken in Kindertagesstätten, Horten und Schulen lehnen wir ab."

    Auch Justizministerin Lambrecht - derzeit außerdem zuständig für das Ressort Familie, Senioren, Frauen und Jugend - greift in ihrer Argumentation gezielt die Situation an Bildungseinrichtungen auf. Schülerinnen und Schüler seien von der Maskenpflicht besonders betroffen, sagte die SPD-Politikerin der "Bild am Sonntag".

    Welche Regelungen gelten derzeit?

    Nicht nur an den Schulen sind Masken noch Alltag. Bereits am 25. November 2020 hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass jede Person in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss. Mitte Januar 2021 wurde diese Vorschrift unter dem Eindruck hoher Corona-Infektionszahlen verschärft. Fortan sollten in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte medizinische Masken getragen werden - also OP-Masken oder Masken mit den Standards KN95/N95 oder FFP2. Eine Stoffmaske reicht seitdem nicht mehr aus.

    Nun aber ist kein einziges Bundesland mehr über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Deshalb erlassen erste Kommunen und Landesregierungen Lockerungen. In Nordrhein-Westfalen reichen etwa im Öffentlichen Nahverkehr wieder sogenannte OP-Masken aus. Andere Länder, wie beispielsweise Berlin, halten dagegen weiter an der Maskenpflicht im öffentlichen Raum fest - und zwar überall dort, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist, also auch in Warteschlangen draußen oder in belebten Einkaufsstraßen fest. Selbst in Alten- und Pflegeheimen müssen in der Hauptstadt noch FFP2-Masken getragen werden, obwohl dort die meisten Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal zweifach geimpft ist.

    Mit Blick auf die Schulen empfahl die Kultusministerkonferenz zwar gerade eine Rückkehr zum "uneingeschränkten Regelbetrieb" nach den Sommerferien. Maßnahmen wie eine Maskenpflicht oder Tests werden allerdings nicht ausgeschlossen.

    Wie sinnvoll sind Masken?

    Dabei bleibt umstritten, ob Masken bei einer niedrigen Inzidenz und steigender Impfquote überhaupt weiter nötig sind. „Im Außenbereich macht eine Maskenpflicht nur noch in sehr kritischen Situationen Sinn“, sagte etwa Peter Walger von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene der "Bild am Sonntag" und nannte als Beispiel einen Stadion-Besuch auf der ausverkauften Tribüne. Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hält zumindest eine FFP2-Maske bei Inzidenzen unter 10 für unnötig - wohlgemerkt aber ebenfalls "außerhalb von geschlossenen Räumen".

    Ähnlich sieht das der Aerosolforscher Gerhard Scheuch. In großen Theatern und Museen, Freibädern, Schwimm- und Sporthallen sei das Ansteckungsrisiko nicht so hoch, weil dort sehr viel Raum und Luft seien, erklärte Scheuch der Nachrichtenagentur dpa. "Da reicht die Aerosolkonzentration kaum aus, um andere zu gefährden." In kleinen, engen, unbelüfteten Räumen wie Aufzügen aber sei die Gefahr sehr hoch. Hier könne man sich sogar während einer kurzen Fahrt alleine anstecken, denn: "Die Wolke bleibt drin."

    Der Virologe Ralf Bartenschlager von der Universität Heidelberg dagegen betonte gegenüber "T-Online": "Das Tragen von Masken ist eine der wichtigsten Kontrollmaßnahme bei der Virusausbreitung. Es ist zumutbar, wenn auch im Sommer nicht besonders angenehm." Ähnlich sieht das Markus Scholz, Epidemiologe an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Er gibt zu Bedenken, dass Geimpfte zwar vor schweren Krankheitsverläufen geschützt seien, Menschen ohne die Immunität einer Impfung jedoch nicht. "Hier geht es vor allem um Fremdschutz."

    Was sagen die wissenschaftlichen Untersuchungen?

    Mit Blick auf den Effekt von Masken in der Pandemiebekämpfung kam zum Beispiel eine Untersuchung an der McMaster Universität in Kanada in einer großangelegten Metaanalyse zu dem Schluss: Masken senken das relative Risiko, sich zu infizieren, um etwa 80 Prozent. Wenn das Basis-Ansteckungsrisiko bei etwa 50 Prozent liege - wie etwa bei Chorproben - verringere sich das Risiko schon mit einer einfachen OP-Maske auf 10 Prozent, schrieben die Forscher im Fachmagazin "The Lancet".

    Eine statistische Studie der Universität Kassel untersuchte die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Covid-19-Eindämmung in der ersten Welle 2020 und kam zu dem Ergebnis: Die Masken-Pflicht in Bussen, Bahnen, Supermärkten und an anderen öffentlichen Orten reduzierte den Anstieg der Corona-Infektionen um 13,5 Prozentpunkte - und damit um mehr als doppelt so viel als die Schließung von Schulen und Kitas.

    Andersherum stiegen bei Spielen der Fußball-Bundesliga mit Fans im Stadion die Corona-Infektionszahlen - und zwar ausgerechnet nach den Spielen, bei denen Schutzmasken lediglich auf den Wegen zum Platz getragen werden mussten. Bei einer Tragepflicht auch am zugewiesenen Platz seien dagegen keine erhöhten Infektionszahlen aufgetreten.

    Wie gehen andere Länder mit der Maskenpflicht um?

    Als Vorbild für ein Ende der Maskenpflicht wird in der Diskussion gerne Dänemark genannt. Dort wird die Pflicht zum Tragen einer Maske demnächst für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr - dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt.

    Auch die USA haben die Maskenpflicht weitestgehend aufgehoben - allerdings nur für vollständig gegen Covid-19 Geimpfte. Ausnahmen gibt es in Krankenhäusern, öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Flughäfen und Bahnhöfen. Eine Maskenpflicht gilt auch weiter, wenn sie beispielsweise von örtlichen Behörden, Arbeitgebern oder Geschäften vorgeschrieben wird.

    Österreich plant, die Maskenpflicht ab 1. Juli deutlich zu lockern. Selbst bei Veranstaltungen in vollen Stadien, Konzertsälen oder Theatern muss dann keine Maske mehr getragen werden. Voraussetzung ist aber immer, dass die Besucherinnen und Besucher getestet, genesen oder geimpft sind. Schon vorher fällt die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler im Unterricht. Im Schulhaus, also beispielsweise auf Gängen oder auf den Toiletten, gilt die Maskenpflicht aber auch künftig. Auch hier wird - ähnlich wie Deutschland - regelmäßig getestet.

    Andere Länder aber halten weiterhin an den Regelungen fest. In ganz Frankreich etwa gilt weiterhin eine Maskenpflicht in den Geschäften und Restaurants, außer während dem Essen und Trinken. In Paris muss die Maske auch an der frischen Luft über Mund und Nase, wie auch in ganz Italien. Das wird sich auch dann nicht ändern, wenn in den kommenden Tage fast alle italienischen Regionen wieder als "weiße Zone" eingestuft werden und etliche andere Beschränkungen fallen.

    (Stand: 13.6.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 13.06.)
    + Öffnungen: Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene (Stand 02.06.)
    + Debatte: Wie lange soll die Maskenpflicht in Deutschland noch gelten? (Stand: 13.6.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 11.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • Robert Koch-InstitutSieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 17,3

    Die Sieben-Tage-Inzidenz von Ansteckungen mit dem Coronavirus in Deutschland ist weiter gesunken.

    Sie liegt nun bei 17,3 nach 18,3 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Krankheitserreger infiziert haben. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 1.489 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 951 weniger als vor einer Woche. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge 18 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet.

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  • CoronaTirol und Vorarlberg keine Risikogebiete mehr

    Ganz Österreich und zahlreiche andere Länder gelten von heute an nicht mehr als Corona-Risikogebiete.

    Die Bundesregierung strich auch die verbliebenen zwei österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg, die beliebte Reiseziele der Deutschen sind, von der entsprechenden Liste. Auch Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz sowie die Inseln Madeira in Portugal und Zypern gelten nun nicht mehr als Risikogebiete.

    Weiterführende Informationen

    Hier finden Sie einen ausführlichen Blick auf die von der Regierung ausgewiesenen Risiko- Hochinzidenz und Virusvariantengebiete.

  • KopenhagenSteinmeier kritisiert dänische Asylpolitik

    Bundespräsident Steinmeier hat sich bei seinem Besuch in Dänemark kritisch über die Asylpolitik des Landes geäußert. Wie unser Landeskorrespondent Johannes Kulms berichtet, sagte Steinmeier, er hoffe sehr, dass Dänemark sein Handeln so verstehe, dass dieses noch einmünden könne in eine gemeinsame und harmonisierte europäische Asylpolitik.

    Das Thema werde sicher auch bei dem bevorstehenden Treffen mit Ministerpräsidentin Frederiksen von den Sozialdemokraten zur Sprache kommen, betonte Steinmeier. Der Bundespräsident hält sich derzeit in Dänemark auf, um an den Feiern zum 100-jährigen Jubiläum der friedlichen Grenzziehung teilzunehmen. Morgen sind Begegnungen mit Königin Margrethe II. und Vertretern der deutschen Minderheit geplant.

    "Offene Grenzen keine Selbstverständlichkeit"

    Das dänische Parlament hatte kürzlich ein Gesetz gebilligt, das Asylverfahren in Drittstaaten außerhalb der EU ermöglichen soll. Der Gesetzentwurf sieht die Auslagerung von Asyl-Verfahren an Sub-Dienstleister im Ausland vor. Allerdings gibt es noch keine verbindlichen Zusagen von Ländern, die diese Arbeit übernehmen würden. Kritiker sprechen deshalb von Symbolpolitik. Das Land zeichnet sich seit Längerem durch eine strikte Asylpolitik aus. Die dänischen Sozialdemokraten setzten diesen Kurs fort.

    Der Festakt zur Erinnerung an die friedliche Grenzziehung im Jahr 1920 findet im süddänischen Sønderborg statt. Die Bewohner Nord- und Südschleswigs konnten damals in Abstimmungen entscheiden, zu welchem Land sie gehören wollten. Dementsprechend wurde die Grenze gezogen. Im vergangenen Jahr mussten die Jubiläumsfeiern wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Steinmeier erklärte, gerade in diesem Jahr sei die Veranstaltung von einer besonderen Symbolik. Denn in der Pandemie habe sich gezeigt, dass offene Grenzen keine Selbstverständlichkeit seien, auch nicht innerhalb der Europäischen Union.

  • Ifo-ChefFuest für mehr Kinderbetreuung und Abschaffung von Ehegattensplitting

    Für eine Steigerung der Erwerbstätigkeit in Deutschland fordert der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Fuest, eine umfassendere Kinderbetreuung.

    Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Kinderbetreuung schließe oft zu früh, und sobald ein Kind krank sei, habe man ein Problem. Dafür brauche man Lösungen. Nur dann könne mehr Erwerbstätigkeit erreicht werden.

    Die Zahl der Menschen im Erwerbsalter in Deutschland werde in den kommenden Jahren sinken, sagte Fuest. Das beschränke auch das Wachstumspotential. Hier liege eins der wichtigsten Themen für die Wirtschaftspolitik der nächsten zehn oder 20 Jahre. Der Ifo-Präsident sprach sich außerdem für eine Abschaffung des Ehegattensplittings aus.

  • VölkermordExperte Melber nennt Vereinbarung zu Kolonialverbrechen in Namibia "eine Beleidigung"

    Die Vereinbarung zwischen Deutschland und Namibia zu den deutschen Kolonialverbrechen ist nach Ansicht des Afrika-Experten Henning Melber eine Beleidigung.

    Die vorgesehene deutsche Zahlung von 1,1 Milliarden Euro über 30 Jahre sei schäbig, sagte der frühere Forschungsdirektor des Afrika-Instituts der schwedischen Universität Uppsala dem Evangelischen Pressedienst. Der Bau des Berliner Flughafens habe sieben Milliarden Euro gekostet, der Umbau des Bahnhofs in Stuttgart sei derzeit mit acht Milliarden Euro veranschlagt. "Setzen Sie das mal in Relation zu den 1,1 Milliarden für den eingestandenen Völkermord an den Ovaherero und Nama!"

    Melber erklärte, daher rühre auch die Empörung in Namibia, wo die Vereinbarung derzeit hohe Wellen schlage. An sich sei die Initiative ein einzigartiger Schritt, so der deutsch-namibische Politologe. Denn die Bundesregierung sei die erste westliche Regierung, die bereit sei anzuerkennen, dass man einen Völkermord begangen habe. Doch diese "unglaublich wichtige Symbolhandlung" sei nun mit Begleitumständen behaftet, "die sie zu einem peinlichen Akt" werden ließen.

    Die deutschen Kolonialtruppen hatten zwischen 1904 und 1908 im damaligen Deutsch-Südwestafrika Aufstände der Herero und Nama brutal niedergeschlagen. Mehr als 80.000 Menschen kamen ums Leben.

  • AfrinOffenbar mindestens 16 Tote bei Angriffen im Norden Syriens

    Bei Raketenangriffen auf Wohngebiete und ein Krankenhaus im Norden Syriens sind Aktivisten zufolge mindestens 16 Menschen getötet worden.

    Darunter seien ein Arzt und drei weitere Angestellte des Krankenhauses, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Zudem gebe es zahlreiche Verletzte. Eine genaue Zahl nannten die Aktivisten nicht. Beschossen wurde die Stadt Afrin nordwestlich von Aleppo. Augenzeugen zufolge sollen auch Kinder unter den Opfern sein.

    Die Raketen wurden soll aus Gebieten abgefeuert worden sein, in denen syrische Regimekräfte sowie kurdische Milizen präsent sind. Die von Kurden geprägte Region um Afrin wiederum wird von der Türkei kontrolliert. Die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) stritten eine Beteiligung ihrer Streitkräfte an den jüngsten Angriffen ab.

  • GriechenlandGericht verhängt Haftstrafen wegen Brandstiftung im Flüchtlingslager Moria

    Im Prozess um das Feuer im griechischen Flüchtlingslager Moria hat ein Gericht vier Afghanen zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt.

    Die Richter befanden sie der Brandstiftung für schuldig. Sie sollen das Feuer gelegt haben, um ihre Umsiedlung auf das griechische Festland zu erzwingen. Das Verfahren war unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden. Zwei weitere Beschuldigte waren bereits im März zu jeweils fünf Jahren Gefängnis nach Jugendstrafrecht verurteilt worden. Alle sechs Verurteilten legten Berufung gegen ihre Strafen ein.

    Bei dem Brand im September vergangenen Jahres war fast das gesamte Flüchtlingslager Moria zerstört worden. Rund 12.000 Menschen verloren ihr Obdach.

  • KoreaUSA und Südkorea streben Denuklearisierung an

    US-Außenminister Blinken und sein südkoreanischer Kollege Chung haben die Entschlossenheit beider Länder bekräftigt, gemeinsam auf eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten.

    Dies teilte das State Departement nach einem Treffen der beiden Außenminister am Rande des G7-Gipfels in Carbis Bay mit. Nordkorea wurde in der Mitteilung nicht ausdrücklich erwähnt. US-Präsident Biden hatte bereits seine Bereitschaft erklärt, mit Nordkorea einen Dialog über das Atomwaffenprogramm des Landes zu führen.

  • Vor Treffen in GenfPutin betont gemeinsame Interessen mit USA

    Wenige Tage vor einem bilateralen Treffen mit US-Präsident Biden hat der russische Präsident Putin seine Dialogbereitschaft betont.

    Es gebe Themen, bei denen man effektiv zusammenarbeiten könne, sagte er dem russischen Staatsfernsehen. Dazu zählten die Sorge um die Umwelt, eine strategische Stabilität und regionale Konflikte. Es gehe darum, persönliche Kontakte und Beziehungen wieder herzustellen, erklärte der Kremlchef. In einem Interview mit dem US-Sender "NBC News" hatte Putin vor Kurzem betont, die bilaterale Beziehung habe in den letzten Jahren ihren Tiefpunkt erreicht.

    Treffen am Mittwoch in Genf

    Putin und Biden kommen am Mittwoch in Genf zusammen. Das Treffen fällt in eine Zeit der Spannungen zwischen beiden Ländern. So hat Biden angekündigt, dass er bei der Zusammenkunft die wiederholten Hackerangriffe aus Russland, die Menschenrechtslage sowie die russische Einmischung in US-Wahlen zur Sprache bringen will. In einem Interview mit "ABC News" hatte der US-Präsident bereits im März gesagt, Putin werde den Preis dafür bezahlen, dass er Bidens Kandidatur zu untergraben versucht habe. Auf die Frage, ob er den russischen Präsidenten für einen "Killer" halte, antwortete Biden: "Das tue ich". Schon jetzt ist klar, dass es keine gemeinsame Pressekonferenz nach dem Treffen geben soll. Biden und Putin wollen getrennt auftreten.

    McAllister (CDU): keine großen Erwartungen an das Treffen zwischen Biden udn Putin

    Der CDU-Europapolitiker McAllister betonte im WDR, er habe keine besonders hohen Erwartungen an Ergebnisse des Treffens. Der Vertrauensverlust zwischen den USA und Russland, aber auch zwischen der Europäischen Union und Russland sei in den vergangenen Jahren so groß gewesen, dass man versuchen müsse, Schritt für Schritt im Dialog mit den Russen zu überlegen, ob es Gemeinsamkeiten gebe. Grundsätzlich sei das Treffen zwischen Biden und Putin aber positiv zu bewerten, betonte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament. Ein wichtiges Ziel aus seiner Sicht wäre, wenn beide Seiten
    ihre Positionen und roten Linien in wichtigen Fragen wie nukleare
    Rüstungskontrolle, Abrüstung oder Cyberattacken klären könnten.

    Auch die Politikwissenschaftlerin Sarah Pagung von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik hat keine hohen Erwartungen an das Treffen. Man könne nicht mit großen Änderungen oder Fortschritten in den russisch-amerikanischen Beziehungen rechnen, sagte sie im Deutschlandfunk. Es sei vielmehr der Versuch von Biden, eine Arbeitsbeziehung zu etablieren, um bestimmte internationale Probleme, die beide Staaten gemeinsam lösen müssten, anzusprechen.

  • EntwicklungsministerMüller reist nach Westafrika

    Bundesentwicklungsminister Müller besucht von heute an mehrere Länder Westafrikas.

    Im Mittelpunkt der Reise stehen nach Angaben seines Ministeriums die Bekämpfung des Coronavirus sowie die Bewältigung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie. Erste Station Müllers ist Togo. Dort will er unter anderem eine Hilfslieferung mit zahlreichen medizinischen Geräten übergeben.

    Bis zum Freitag besucht der CSU-Politiker auch noch Sierra Leone, Gambia und den Senegal.

  • Blue Origin23 Millionen Euro bei Auktion für Flug ins All geboten

    Ende Juli startet der erste bemannte Flug des US-Raumfahrtunternehmen Blue Origin ins Weltall.

    Um mit dabei zu sein, zahlt eine bisher unbekannte Person umgerechnet rund 23 Millionen Euro. Die Online-Versteigerung war bereits nach weniger als 10 Minuten beendet. Wer die Person ist, die am meisten geboten hat, soll erst in einigen Wochen bekanntgegeben werden.

    Das Unternehmen Blue Origin gehört Amazon-Gründer Jeff Bezos. Er will selbst am 20. Juli in der Kapsel mit ins Weltall fliegen.

  • Dänemark - FinnlandDebatte über Berichterstattung und Spiel-Fortsetzung nach Eriksens Zusammenbruch

    Die früheren Fußball-Weltmeister Christoph Kramer und Per Mertesacker haben die Fortsetzung des Europameisterschaftsspiels zwischen Dänemark und Finnland nach dem Zusammenbruch von Christian Eriksen kritisiert. Aber auch an der Berichterstattung des ZDF selbst und an der Bildregie des Fußballverbands UEFA gibt es Kritik.

    Der Fehler liege seiner Meinung nach bei der UEFA, sagte Kramer im ZDF. Der Verband hätte aus seiner Sicht sagen müssen, dass nicht mehr gespielt werde. Ähnlich äußerte sich Mertesacker, der wie Kramer als EM-Experte für das ZDF tätig ist.

    ZDF weist Kritik zurück

    ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann wies unterdessen Kritik zurück, nicht angemessen über den Zusammenbruch des dänischen Fußball-Stars Christian Eriksen berichtet zu haben. Der Sender sei mit dem tragischen Zwischenfall verantwortungsvoll umgegangen. Béla Réthy habe einfühlsam aus dem Stadion reportiert, die Kollegen im Studio hätten die richtigen Worte gefunden, sagte Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur. Er könne auch keine Kritik an der internationalen Regie der UEFA üben. Als sich das Ausmaß der schweren Verletzung abgezeichnet habe, habe es keine Nah-Einstellungen oder andere unpassende Bilder gegeben.

    Zuvor hatte Frank Überall als Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) Kritik geübt. Er finde es unerträglich, dass bei der Live-Übertragung im Fernsehen lange Zeit die Reanimation des Fußballers gezeigt worden sei. Das sei unverantwortlich und widerspreche der journalistischen Ethik, ergänzte Überall. Journalismus dürfe nicht derart voyeuristisch sein. Das ZDF sei in der Pflicht, "diese eklatante Fehlentscheidung aufzuarbeiten".

    "UEFA sollte das Reglement grundsätzlich überdenken"

    Auch Deutschlandfunk-Sportredakteur Matthias Friebe kommentiert, die Bildregie der UEFA habe Wiederbelebungsmaßnahmen gezeigt und Eriksens weinende Frau ins Bild genommen. Das sei kaum zu ertragen - noch dazu, wenn man wisse, wie restriktiv die UEFA sonst mit Bildmaterial sei, etwa wenn sogenannte Flitzer das Spielfeld stürmten oder politische Botschaften auf den Rängen gezeigt würden. Befremdlich wirkt aus Friebes Sicht auch die Entscheidung, das Spiel nach der erlösenden Nachricht wieder anzupfeifen. Dies sei in Abstimmung und auf Wunsch beider Mannschaften geschehen, hieß es. "Aber fühlten sich wirklich alle Spieler in der Lage, wieder auf den Platz zu gehen?", fragt Friebe.

    Dänische Spieler bekommen psychologische Hilfe angeboten

    Der dänische Fußball-Verband hat seinen Spielern nach dem Zusammenbruch ihres Teamkollegen Eriksen psychologische Hilfe in Aussicht gestellt. Nationaltrainer Kasper Hjulmand sprach von einer traumatischen Erfahrung. Man werde die nächsten Tage damit verbringen, so gut wie möglich daran zu arbeiten. Das für Sonntag geplante Training wurde zunächst verschoben. Auch alle Medienaktivitäten seien gestrichen worden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

    Finnischer Nationalspieler: Fußball so unbedeutend

    Der finnische Kapitän Tim Sparv empfand nach eigenen Angaben trotz des 1:0-Erfolgs beim EM-Debüt seiner Mannschaft gegen Dänemark nur sehr gedämpfte Freude. "Was für eine Achterbahn der Gefühle dieser Tag war", twitterte der 34-Jährige. Man sei in Gedanken bei Christian Eriksen und seinen Angehörigen. Fußball sei so unbedeutend, wenn so etwas passiere. Das Leben sei kostbar, ergänzte Sparv. "Passt auf euch auf."

    Eriksens Zusammenbruch während des Spiels bei der Fußball-EM

    Eriksen war beim EM-Spiel zwischen Dänemark und Finnland kurz vor der Halbzeitpause kollabiert, inzwischen ist er laut UEFA und dänischen Verantwortlichen [stabil und wach|https://www.deutschlandfunk.de/fussball-em-daenemarks-spieler-eriksen-in-stabilem-zustand.1939.de.html?drn:news_id=1269136]. Die Partie war nach eineinhalbstündiger Pause fortgesetzt worden. Eriksen befinde sich weiter in einem stabilen Zustand, teilte der dänische Fußballverband mit. Bei einem Gespräch am Sonntagmorgen habe der 29-Jährige seinen Mannschaftskollegen Grüße ausgerichtet. Er sei weiter im Krankenhaus.

  • Fußball-EuropameisterschaftUEFA unterstützt Proteste gegen Rassismus - auch von Schiedsrichtern

    Die Europäische Fußball-Union UEFA unterstützt Proteste gegen Rassismus während der laufenden Europameisterschaft.

    Wie die UEFA mitteilte, gilt dies ausdrücklich auch dann, wenn Schiedsrichter sich anschließen und niederknien. Jeder dürfe sich für die Gleichberechtigung der Menschen einsetzen.

    Vor der Partie Belgien gegen Russland hatten dies am Samstag belgische Spieler und der Unparteiische Antonio Mateu Lahoz getan. Im Stadion in St. Petersburg gab es daraufhin Pfiffe und Buhrufe.

  • WetterViel Sonne, nur im Norden und Osten Wolken, bis 27 Grad

    Das Wetter: Im Norden und Osten zunächst noch wolkig, aber trocken. In den anderen Landesteilen viel Sonne. 18 bis 27 Grad. Morgen weiterhin sonnig und warm, nur im Norden einige Wolkenfelder. Höchstwerte 23 bis 30 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Dienstag im Norden und in der Mitte heiter bis wolkig, im Süden überwiegend sonnig. Mit 25 bis 32 Grad noch etwas wärmer.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt aktuell bei 17,3.

    Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Am Samstag betrug sie bundesweit 18,3. Innerhalb eines Tages wurden zuletzt 1.489 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das sind 951 weniger als vor einer Woche. 18 weitere Menschen starben. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt gemeldeten Todesfälle auf 89.834. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit rund 3,57 Millionen an. Das Robert Koch-Institut weist allerdings darauf hin, dass der Algorithmus zur Schätzung der Genesenen zwar Angaben zum Erkrankungsbeginn und zur Hospitalisierung berücksichtige - jedoch nicht, ob gegebenenfalls Spätfolgen der Erkrankung vorliegen. Diese Daten würden nicht regulär im Meldesystem erfasst. Viele Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, leiden auch Monate später an Symptomen wie schneller Erschöpfung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Das Phänomen wird Long Covid genannt.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg (25,4). Inzwischen liegen alle Bundesländer deutlich unter 50. Am niedrigsten ist die Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern (4,9).

    (Stand: 13.6., 6.30 Uhr)

    So steht es um die Belegung der Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit sinkt die Belegung der Betten mit Covid-Patientinnen und Patienten. Aktuell liegen dort 1.349 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 912 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 3.645 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 13.6., 6.30 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impfzahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben inzwischen gut 48 Prozent der Bevölkerung (rund 40 Millionen Menschen) mindestens eine Impfdosis erhalten. 25,7  Prozent (mehr als 21,3 Millionen) sind vollständig geimpft. Am Freitag wurden 965.478 Impfdosen verabreicht.

    (Zahlen für den 11.6., veröffentlicht am 12.6.)

    Tests: Positivrate zuletzt gesunken

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 22 fielen demnach 3,12 Prozent der Tests positiv aus - in der Vorwoche waren es 4,16 und davor 5,77 Prozent. Das RKI registrierte in der 22. Kalenderwoche 871.457 Labortestungen, gut 73.000 weniger als in der Woche zuvor. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    (Stand: 9.6.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 13.06.)
    + Öffnungen: Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene (Stand 02.06.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Neue Einreisebestimmungen: Für wen die Quarantäne wegfällt - und was dazu notwendig ist (Stand 08.06.)
    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 11.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfstoffe: Worum es bei der Freigabe von Patenten geht (Stand 08.05.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • Covid-19Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene

    Die Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene wurden gelockert. Was bedeuten die Erleichterungen genau und wie werden sie umgesetzt? Ein Überblick.

    Laut der Bundesverordnung dürfen sich Geimpfte und Genesene im privaten Rahmen wieder ohne Einschränkungen mit anderen Geimpften und Genesenen treffen. Bei Treffen mit Ungeimpften, etwa im Familien- oder Freundeskreis, zählen Geimpfte und Genesene laut Verordnung künftig ebenso wie Kinder unter 14 nicht mehr mit. Auch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen gelten für sie nicht mehr.

    Die Regierung begründete die Lockerungen damit, dass von Geimpften und Genesenen nur noch ein Restrisiko für Ansteckungen ausgeht, weshalb man ihnen Grundrechte nicht weiter vorenthalten dürfe. Hintergrund waren allerdings auch Beschwerden am Bundesverfassungsgesricht gegen die sogenannte Bundesnotbremse.

    Kein negativer Test mehr beim Einkaufen erforderlich

    Nach Reisen müssen vollständig Geimpfte und Genesene nur noch in Ausnahmefällen in Quarantäne - etwa, wenn sie aus einem Virusvariantengebiet einreisen. Personenbeschränkungen für kontaktlose Individualsportarten, also beispielsweise Joggen, entfallen für diese Gruppen ebenfalls. Zudem müssen sie beim Einkaufen oder beim Friseur keinen negativen Test mehr vorweisen. Es reicht dann der Impfnachweis, etwa das gelbe Impfheft oder ein von den Impfzentren ausgefülltes Formular. Künftig soll ein digitaler Ausweis genutzt werden. Von einer Covid-Erkrankung genesene Personen müssen dies ebenfalls nachweisen.

    Die Maskenpflicht an bestimmten Orten und das Abstandsgebot im öffentlichen Raum gelten aber weiterhin für alle.

    Wer gilt als "geimpft" oder "genesen"?

    Als "vollständig geimpft" gilt, wer alle vorgesehenen Dosen eines zugelassenen Impfstoffs erhalten hat, zusätzlich müssen seit der letzten Dosis mindestens 14 Tage vergangen sein. Dann hat man den vollen Impfschutz. Bei zuvor von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen kann dazu auch eine einzige Dosis genügen. Als "genesen" gelten Personen, die nachweislich eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht haben. Der positive PCR-Befund, der die Infektion nachweist, muss mindestens 28 Tage und darf höchstens sechs Monate alt sein.

    Sowohl für Geimpfte als auch für Genesene gilt zusätzlich, dass sie keine akuten Symptome wie Atemnot, Husten oder Fieber haben dürfen.

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    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
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    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

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    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
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  • "Grünes Zertifikat"So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen

    Die EU-Staaten arbeiten gemeinsam an einem sogenannten "Grünen Zertifikat". Mit diesem Nachweis unter anderem für Corona-Impfungen soll das Reisen in der Europäischen Union leichter werden. Was genau geplant ist und wann es so weit ist - ein Überblick.

    Was ist das "Grüne Zertifikat"?

    Das "Grüne Zertifikat" ist ein von den Mitgliedsstaaten geplantes digitales Dokument, das künftig EU-weit gelten soll. In diesem soll unter anderem angezeigt werden, ob jemand vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist sowie wann und mit welchem Wirkstoff das passiert ist. Es soll aber auch Aufschluss darüber geben können, ob jemand negativ getestet wurde oder bereits eine Covid-19-Erkrankung überstanden hat. Über einen Barcode sollen diese Informationen fälschungssicher abgerufen werden können. Das Dokument soll in der jeweiligen Landessprache und auf Englisch ausgestellt werden. Ein offizielles Reisedokument wird es aber nicht sein. Wer kein Smartphone besitzt oder das Zertifikat nicht digital speichern möchte, soll es auch in Papierform bekommen können.

    Welche Befugnisse haben Geimpfte mit dem EU-Zertifikat?

    Welche Vorteile das Zertifikat verschafft, soll nach der Einigung von Parlament und Mitgliedsstaaten jedes Land selbst festlegen. Deshalb können die Regeln unterschiedlich aussehen. Allerdings sollen zusätzliche Beschränkungen wie etwa Quarantäne für negativ Getestete, Geimpfte oder Genesene nur eingeführt werden, wenn es etwa die Infektionslage erfordere. Solche Maßnahmen sollen mindestens 48 Stunden vorher angekündigt werden. Die Staaten sollen zudem selbst entscheiden, ob sie auch Impfungen mit Präparaten anerkennen, die nur in bestimmten Ländern, aber nicht in der gesamten EU zugelassen sind - wie etwa die Impfstoffe aus Russland oder China.

    Wahrscheinlich ist, dass viele Länder bei der Einreise von nachweislich Geimpften auf Test- oder Quarantänepflichten verzichten. Denkbar wäre auch, dass geimpfte Menschen ohne oder mit nur leichten Einschränkungen Orte wie Restaurants, Kinos oder Museen besuchen können. So kündigte Dänemark an, dass mit der Einführung des "Grünen Zertifikats" Sommerurlaub im Land für Geimpfte, negativ Getestete und Menschen mit überstandener Corona-Infektion möglich werden soll.

    In Deutschland gilt seit dem 13. Mai, dass negativ Getestete, vollständig Geimpfte und Genesene bei der Rückreise aus Risikogebieten nicht mehr in Quarantäne müssen. Das "Grüne Zertifikat" könnte den Nachweis dieser Auflagen erleichtern.

    Wie weit ist das EU-Projekt?

    Das Europaparlament hat Ende April den Weg freigemacht. Inzwischen waren auch die Verhandlungen zwischen dem Parlament und EU-Staaten erfolgreich. Parlament und die Staaten müssen aber noch einmal offiziell zustimmen. Die Einführung des "Grünen Zertifikats" ist für Ende Juni geplant. Die Regeln sollen zunächst für zwölf Monate gelten.

    Die technischen Rahmenbedingungen stehen inzwischen fest. Für das Abrufen des Zertifikats sollen einheitlich QR-Codes genutzt werden, um sicherzustellen, dass alle Zertifikate auch gelesen werden können. Zudem wurden in den Richtlinien Sicherheitsmechanismen festgelegt, um Fälschungen vorzubeugen.

    Wie steht es um die Pläne für einen digitalen Impfpass in Deutschland?

    In Deutschland ist ein digitaler Impfpass in Planung, der letztlich ein "Grünes Zertifikat" nach EU-Regeln darstellen soll. Eine entsprechende App soll bis Ende Juni zur Verfügung stehen, wie Bundesgesundheitsminister Spahn mitteilte. Die entsprechende App, in die das Impfzertifikat eingescannt werden könne, solle in den kommenden Wochen fertig sein. Danach sollen Hausärzte und Apotheker die Corona-Impfungen nachträglich digital erfassen. Im Impfzentrum oder in der Arztpraxis sollen Geimpfte ein Zertifikat erhalten - digital oder als Ausdruck. Mit einer weiteren App soll laut Ministerium dann die Echtheit des Zertifikats überprüft werden können. Das System wird von einem Konsortium aus den Firmen IBM, Ubirch, Govdigital und Bechtle als Open-Source-Projekt entwickelt.

    Vor der Einführung des digitalen Zertifikats wird das Verfahren zunächst in Impfzentren getestet. Die Feldtests unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums starteten am 27. Mai in Potsdam. Es solle geprüft werden, was gut funktioniere und was gegebenenfalls besser werden müsse, sagte der Abteilungsleiter im Gesundheitsministerium, Gottfried Ludewig. Das Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Holger Rostek, betonte, der Impfpass müsse praxistauglich sein und auch in Hausarztpraxen funktionieren. "Wir wollen impfen und kein Bürokratiemonster haben."

    Als vollständig geimpft gilt man in Deutschland zwei Wochen nach dem Erhalt der letzten Impfdosis. Nach überstandener Covid-Infektion gilt man in der Regel zwei Wochen nach der ersten Impfung als vollständig geimpft. Beim Präparat von Johnson & Johnson reicht eine Impfung aus. Seit dem 9. Mai gelten für vollständig Geimpfte und Genesene in Deutschland weitreichende Lockerungen. Sie dürfen sich zum Beispiel im privaten Rahmen wieder ohne Einschränkungen mit anderen Geimpften und Genesenen treffen. Auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen gelten für sie nicht mehr.

    Wohin dürften Geimpfte jetzt schon reisen?

    Einige Urlaubsländer wie Griechenland oder Zypern dringen seit Monaten auf das Zertifikat. Sie sind wirtschaftlich stark vom Tourismus abhängig. Deshalb haben die beiden Länder bereits vor Wochen in bilateralen Abkommen die quarantänefreie Einreise von geimpften Israelis vereinbart. Das ist seit dem 14. Mai auch für vollständig geimpfte EU-Bürger 14 Tage nach der zweiten Impfdosis möglich - zumindest bei der Einreise nach Griechenland und Kroatien, heißt es beim Auswärtigen Amt. Für die Einreise nach Österreich entfällt für die Deutschen die Quarantänepflicht, allerdings muss zumindest ein Test mit negativem Ergebnis gemacht worden sein, ähnlich ist es in Italien.

    Wie steht es um die Einreise in die Europäische Union?

    Angesichts weltweit zunehmender Impfungen und einer vielfach weniger angespannten Lage in der Corona-Pandemie will die Europäische Kommission die Einreise in die EU erleichtern. Künftig sollen auch wieder touristische Aufenthalte von Personen aus Drittstaaten möglich sein, heißt es in einem Vorschlag an die Mitgliedsländer. Voraussetzung für die Einreise solle sein, dass eine Person aus einem Land komme, in dem eine gute epidemiologische Situation herrsche. Zudem müsse ein vollständiger Impfschutz mit einem Vakzin vorgewiesen werden, das in der Europäischen Union zugelassen sei. Für den Fall, dass die Coronazahlen in einem Drittstaat vor allem wegen neuer Virusvarianten rasch zunehmen, schlägt die EU-Kommission eine Notbremse vor. Die Entscheidung über den Vorschlag der Kommission liegt bei den EU-Staaten.

    (Stand: 08.06.2021)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Fast ein Jahr lang hatte das Auswärtige Amt wegen der Corona-Pandemie eine generelle Reisewarnung für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Ab dem 1. Juli gilt sie erst ab einer Inzidenz von 200 und für Gebiete, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen wird dann lediglich "abgeraten". Die Liste der Risikogebiete wird aber weiterhin regelmäßig aktualisiert.

    Das Robert Koch-Institut führt derzeit folgende Gebiete als Risikogebiet:

    Benelux-Region

    Die gesamten Niederlande inklusive der autonomen Länder und der überseeischen Teile sind einfaches Risikogebiet, ebenso ganz Belgien und ganz Luxemburg.

    Frankreich und Andorra

    Ganz Frankreich gilt als Risikogebiet, ausgenommen sind Korsika sowie die französischen Überseegebiete Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna, Französisch-Polynesien, Neukaledonien. Auch Andorra wird als einfaches Risikogebiet gelistet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist Österreich nicht mehr als Risikogebiet aus. Zuletzt wurden auch die Bundesländer Tirol und Vorarlberg heruntergestuft. Auch das gesamte Land Ungarn ist kein Risikogebiet mehr.

    Schweiz

    Viele Kantone in der Schweiz werden nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Zuletzt wurden Bern und Thurgau aus der Liste herausgenommen.

    Großbritannien und Irland

    Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland, einschließlich der Isle of Man, aller Kanalinseln sowie der britischen Überseegebiete gelten nach wie vor als Virusvariantengebiet. Begründet wurde das mit dem Vorkommen der Virusvariante B.1.617.2 im Vereinigten Königreich. Diese wurde zunächst in Indien nachgewiesen und wurde von der Weltgesundheitsorganisation als besorgniserregend eingestuft.

    In Irland gelten die Regionen Border, Dublin und Mid-East als einfaches Risikogebiet.

    Spanien und Portugal

    In Spanien werden die folgenden autonomen Gemeinschaften und Städte derzeit als Risikogebiete eingestuft: Andalusien, Aragonien, Kastilien-Léon, Katalonien, Madrid, Navarra, La Rioja, das Baskenland und die Exklave Melilla sowie neu dazugekommen Ceuta. Die Balearen inklusive der Insel Mallorca gelten nicht mehr als Risikogebiet.

    In Portugal gelten die autonome Region Azoren und - neu - nun auch die Hauptstadt Lissabon nun als einfaches Risikogebiet. Madeira gilt nicht mehr als solches.

    Italien

    Italien und auch Vatikanstadt gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Malta

    Malta gilt nicht mehr als Risikogebiet.

    Tschechien und Slowakei

    Tschechien und die Slowakei gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Slowenien, Kroatien, Montenegro, Serbien

    Das gesamte Land Kroatien mit Ausnahme der Gespanschaften Medimurje und Varazdin gilt nicht mehr als Risikogebiet. Slowenien gilt noch als einfaches Risikogebiet. Montenegro und Serbien gelten nicht mehr als Risikogebiete.

    Türkei und Griechenland

    Die Türkei gilt weiterhin als einfaches Risikogebiet. In Griechenland sind die Regionen Berg Athos, die Nördliche Ägäis, Ostmakedonien und Thrakien sowie Peloponnes kein Risikogebiet mehr.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Dänemark gilt (mit Ausnahme der Färöer und Grönlands) als Risikogebiet. Als einfaches Risikogebiet ist ganz Schweden eingestuft. In Norwegen gelten die Provinzen Troms of Finnmark und Trondelag als einfache Risikogebiete, die Provinzen Innlandet und Viken stehen nicht mehr auf der Liste. Finnland gilt inzwischen nicht mehr als Risikogebiet.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Die Republik Moldau wird nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Auch Rumänien und Bulgarien sind keine Risikogebiete mehr.

    Polen und Baltikum

    Lettland und Estland gelten laut RKI als Risikogebiet, auch Litauen wird nicht mehr als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Polen ist kein Risikogebiet mehr.

    Zypern

    Zypern ist aus der Liste der Risikogebiete entfernt worden.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Virusvarianten, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    Virusvarianten-Gebiete

    Neben Regionen mit besonders hohen Fallzahlen und anderen Faktoren, die eine Infektionsgefahr vor Ort erhöhen, stuft das RKI auch Regionen, in denen sich bestimmte Virusvarianten ausgebreitet haben, als Risikogebiet ein. Für Einreisen aus diesen Gebieten gelten besondere Vorgaben.

    Als Virusvarianten-Gebiete gelten aktuell Botswana, Brasilien, Eswatini (früher als Swasiland bekannt), Indien, Lesotho, Malawi, Mosambik, Nepal, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Uruguay sowie das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland.

    Hochinzidenz-Gebiete

    Im Januar hat die Bundesregierung zudem erstmals mehr als 20 Staaten als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft. Dazu zählen in der Regel Staaten mit einer Wocheninzidenz von über 200 pro 100.000 Einwohner. Nicht-EU-Länder und -Regionen, die als Hochinzidenz-Gebiete eingestuft werden, sind Ägypten, Argentinien, Bahrain, Bolivien, Cabo Verde, Chile, Costa Rica, Ecuador, Iran, Kolumbien, Kuwait, Malaysia, Malediven, Mongolei, Namibia, Paraguay, Peru, Seychellen, Sri Lanka, Sudan, Suriname, Syrische Arabische Republik, Tansania, Trinidad und Tobago sowie Tunesien.

    Für Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete gelten verschärfte Einreiseregeln.

    (Stand: 13.06.2021)

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  • Delta-VarianteWie gefährlich ist B.1.617?

    In Indien wurden zeitweise Hunderttausende Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das Gesundheitssystem in Teilen des Landes war überlastet: Es gab nicht genügend Klinikbetten und Sauerstoff für an Covid-19 erkrankte Menschen. In dem Land hat sich die neue Variante B.1.617 ausgebreitet, die auch als "Doppelmutante" bezeichnet wird. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

    Wie gefährlich ist die Mutation?

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Coronavirus-Variante als "besorgniserregend" eingestuft - jedenfalls einen Strang davon, B.1.617.2, neuerdings auch als "Delta" bezeichnet. Es gebe Hinweise, dass diese Variante ansteckender und womöglich auch unempfindlicher gegen Antikörper sei, so die WHO. Es sei aber noch zu früh, um festzustellen, ob B.1.617.2 tatsächlich eine höhere Resistenz gegen Impfstoffe aufweise. Der britische Gesundheitsminister Hancock sagte der BBC, nach Einschätzung von Experten sei die Variante um 40 Prozent ansteckender als die Ursprungsform des Covid-19-Erregers.

    Wann ist eine Variante "besorgniserregend"?

    Dies gilt nach Angaben der WHO, wenn bekannt ist, dass sie sich leichter ausbreitet, schwerere Krankheiten verursacht, der Reaktion des Immunsystems ausweicht, das klinische Erscheinungsbild verändert oder die Wirksamkeit der bekannten Instrumente verringert.

    Ist die Virus-Mutante auch für die schwierige Lage in Indien verantwortlich?

    Dies lässt sich bisher nicht eindeutig beantworten. Für den massiven Anstieg der Zahlen werden neben der Virus-Mutante und dem Zustand des Gesundheitssystems auch religiöse, politische und sportliche Massenveranstaltungen verantwortlich gemacht. In der Hoffnung, in der Corona-Krise sei das Schlimmste vorbei, hatten die indischen Behörden Anfang des Jahres viele Auflagen gelockert und Veranstaltungen von großen Hochzeitsfeiern über Cricketspiele bis zu religiösen Versammlungen wieder erlaubt. Bei der Kumbh Mela, einer der größten religiösen Feiern der Welt, drängten sich Millionen Pilger dicht an dicht. Die meisten trugen keine Maske. In vielen indischen Bundesstaaten gab es zudem Wahlkampfveranstaltungen, darunter eine von Premierminister Modi mit Hunderttausenden Teilnehmern.

    Korrespondenten ausländischer Medien wie der "New York Times" oder des "Guardian" berichten zudem über eine Sorglosigkeit, die sie in Indien vor der jetzigen Corona-Welle erlebt hätten. In dem Land habe nach einem harten Lockdown in der ersten Welle das Gefühl geherrscht, die Pandemie sei überwunden. Die Impfbereitschaft sei niedrig gewesen, viele Menschen hätten im Alltag Abstandsregeln nicht mehr eingehalten und auch keine Masken getragen.

    Woher stammt die Bezeichnung "Doppel"-Mutation?

    Die in Indien aufgetauchte Variante weist gleich zwei Veränderungen an einem Oberflächenprotein auf, somit erklärt sich der Begriff. Diese Mutationen sind jeweils für sich betrachtet bereits von anderen Varianten bekannt. Hier nun treten sie jedoch gleich gemeinsam, sozusagen "gedoppelt" auf. Genauer erläutert dies der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update": "Es ist nicht so, dass man eine Kreuzung von zwei verschiedenen Mutanten hat, wie das in einigen Medienquellen gestanden hat."

    Verändert an den Rezeptor-Bindungsstellen hätten sich die Positionen 484 und 452, letzteres Phänomen sei etwa von der in Kalifornien zirkulierenden Variante bekannt. "Es ist wahrscheinlich, dass auch dieses eine Mutante ist mit einem leichten Immunescape", schlussfolgert Drosten. Das Coronavirus hat bereits tausende von Mutationen durchlaufen, es gibt jedoch nur einige Varianten, die für Menschen bedenklicher sind als das Ursprungs-Virus.

    Was bedeutet dies für unser Immunsystem?

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden die beobachteten Veränderungen mit einer "reduzierten Neutralisierbarkeit durch Antikörper oder T-Zellen" in Verbindung gebracht, deren "Umfang nicht eindeutig" geklärt sei. Konkret könnte dies bedeuten, dass Geimpfte sowie Genesene vor einer Ansteckung mit dieser Variante womöglich weniger gut geschützt sind. Auch die Weltgesundheitsorganisation geht offenbar davon aus. Dort heißt es, die Variante B.1.617.2 sei "womöglich" unempfindlicher gegen Antikörper.

    Gibt es bereits als "besorgniserregend" eingeschätzte Varianten?

    Insgesamt werden bisher vier Varianten als besorgniserregend eingestuft. Die WHO hat kürzlich beschlossen, diese nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Damit will sie vermeiden, dass Länder oder Regionen mit bestimmten Varianten in Verbindung gebracht und Menschen stigmatisiert werden. Nach dem neuen Schema heißt die besorgniserregende Mutante aus Indien Delta. Die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Virusmutante (B.1.1.7) wird nun als Alpha bezeichnet, die in Südafrika entdeckte (B.1.351) Beta und die in Brasilien bekannt gewordene (P.1) Gamma.

    Inzwischen breitet sich Delta auch stark in Großbritannien. In Deutschland spielt die Variante laut RKI eine untergeordnete Rolle. Hier dominiert mit über 90 Prozent die Alpha-Variante B.1.1.7. Zu letzterer betont das RKI: "Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch B.1.1.7 und sie schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten."

    Hierzu finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts eine Übersicht mit Empfehlungen sowie einen ausführlichen Bericht.

    Was bedeutet die Mutante für die weltweite Impfkampagne?

    Die bisher in der EU zugelassenen Corona-Impstoffe schützen wohl auch vor der Virus-Variante, die in zuerst Indien aufgetreten ist. Davon geht die EU-Arzneimittelbehörde EMA aus. Ein Sprecher sagte, die bisher vorliegenden Daten seien beruhigend. Die Entwicklung würde aber weiter verfolgt und geprüft. Bislang sind in der EU vier Corona-Impfstoffe zugelassen. Auch der britische Gesundheitsminister Hancock betonte, nach aktuellem Erkenntnisstand schütze eine vollständige Impfung gegen die Delta-Variante.

    Zuvor hatten sich bereits die Unternehmen Biontech und Pfizer optimistisch gezeigt, dass ihr Impfstoff auch gegen die Delta-Virusvariante wirkt. Biontech-Chef Sahin sagte, die entsprechenden Tests liefen zwar noch, aber er sei "zuversichtlich", dass das Vakzin auch gegen B.1.617 wirke. Die Mutante zeichne sich durch Veränderungen aus, die bereits aus anderen Corona-Varianten bekannt seien. Gegen diese wirke der Impfstoff. Insgesamt hätten Biontech und Pfizer inzwischen schon mehr als 30 Corona-Varianten getestet. Bei fast allen funktioniere das Vakzin genau so gut wie bei der Ursprungsform. Auch in den Fällen, in denen die Immunantwort nach der Impfung schwächer ausfalle, sei diese ausreichend, fügte er hinzu.

    Nach Einschätzung der Virologin Ciesek kann die Variante die Wirkung einer Impfung schwächen, ihren Schutz aber nicht ausschalten. Was man beobachte, sei eine leichte Einschränkung, aber kein vollständiges Versagen der Impfungen, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt im NDR-Podcast. Zu Berichten aus Großbritannien, wonach sich Altenheimbewohner trotz vollständiger Impfung mit dieser Variante neu angesteckt hätten, meinte Ciesek, kein Impfschutz wirke vollständig. Gerade bei älteren Menschen mit schwächerem Immunsystem seien Neuansteckungen nicht verwunderlich. Das Wichtige sei, dass diese Menschen nicht schwer erkrankten.

    (Stand: 06.06.2021)

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  • Corona-PandemiePortale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen

    Die festgelegte Reihenfolge bei der Corona-Impfung ist seit dem 07.06. bundesweit aufgehoben. Mit dem Ende der sogenannten Priorisierung haben alle Menschen ab zwölf Jahren nun zumindest theoretisch die Möglichkeit, einen Impftermin zu erhalten. Doch Geduld ist weiterhin gefragt, und in einigen Bundesländern wird die Priorisierung auch noch aufrechterhalten.

    Mediziner und Vertreter der Kommunen sowie Betriebsärzte, die jetzt ebenfalls mitimpfen dürfen, dämpften entsprechend die Erwartungen und warnen vor Frust. In den Arztpraxen laufen die Telefone heiß und auch die Impfzentren sind vielerorts ausgebucht. Bereits die Aufhebung der Impfpriorisierung in den Hausarztpraxen mehrerer Bundesländer führte zu einem regelrechten Ansturm. In Baden-Württemberg etwa rief die Kassenärztliche Vereinigung dazu auf, nicht mehr in Hausarztpraxen anzurufen, um die Telefonleitungen nicht zu blockieren. Der Hausärzteverband Nordrhein berichtete von einer "extrem aggressiven Stimmung". Der Vorsitzende Funken sagte der "Rheinischen Post", inzwischen meldeten sich viele Hausarztpraxen schon wieder vom Impfsystem ab. Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Mertens, kritisierte die Aufhebung der Priorisierung. Er führte die Entscheidung auch auf öffentlichen Druck zurück: Die Urlaubszeit stehe an, hinzu komme der Wahlkampf.

    Zahlreiche Portale und Tools wollen nun bei der Vermittlung von Impfterminen helfen. Die Ärzteorganisation Mediverbund etwa bietet seit Kurzem auf dem Portal www.impfterminmanagement.de eine Registrierung für Restdosen in baden-württembergischen Arztpraxen an. Der Service gilt allerdings nur für Menschen in diesem Bundesland. Ähnliches versprechen die Seite Impfee sowie die App Impf-Finder.

    Die Webseite Doctolib vermittelte auch schon vor der Pandemie Online-Termine bei Ärztinnen und Ärzten. Nun können dort auch Impftermine gebucht werden, etwa auch bei Gynäkologen oder Urologen, die Impftermine eingestellt haben. Meist sind dort zeitnah Impftermine mit Astrazeneca zu bekommen.

    Auch Privatinitiativen bieten inzwischen Hilfe bei der Terminfindung an. Ein 17-Jähriger aus Baden-Württemberg etwa programmierte eine Art Suchmaschine für Termine in Impfzentren, weil er für seinen Großvater nur schwer einen Termin finden konnten. Auf www.impfterminübersicht.de können sich Interessierte freie Kapazitäten in mehreren Bundesländern anzeigen lassen, inzwischen stellen auch einige Arztpraxen Verfügbarkeiten ein. Die Seite zeigt dann die entsprechenden Kontaktdaten an oder verweist per Link auf die zuständige Buchungsseite. Nach eigenen Angaben wurden so bereits zwei Millionen Termine vermittelt. Ein vergleichbares Portal ist www.impfterminradar.de.

    Keine Webseite, sondern eine Art Programm ist Vaccipy. Es soll, nachdem man es installiert hat, seine Kontaktdaten und sein Impfzentrum eingegeben hat, minütlich nach freien Terminen suchen. Wenn einer frei wird, wird dieser automatisch gebucht.

    Wie der Südwestrundfunk bereits im April berichtete, sah man im Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg solche Portale kritisch. Die Aussagekraft sei bisher nur eingeschränkt gegeben, habe ein Sprecher mitgeteilt. Zudem entsprächen die Ergebnisse nicht immer der tatsächlichen Situation. Das Land Baden-Württemberg habe sich allerdings beim Bundesgesundheitsministerium dafür eingesetzt, auf dem offiziellen Portal eine bessere Übersicht über Impfzentren und verfügbare Termine zu bieten.

    Wie der SWR weiter schrieb, waren auch aus Sicht von KV-Digital (für die offizielle Webseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung verantwortlich) die zusätzlichen Impfterminportale keine Alternative, sondern am ehesten eine Ergänzung. Es sei zu befürchten, dass deren Ergebnisse nicht immer korrekt seien.

    (Stand: 08.06.)

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    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfstoffe: Worum es bei der Freigabe von Patenten geht (Stand 08.05.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • Corona-PandemieWie sinnvoll sind Impfungen für Kinder?

    Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren können sich seit Kurzem gegen das Coronavirus impfen lassen. Ende Mai hatte die EU-Kommission das Vakzin von Biontech/Pfizer für die Personengruppe zugelassen. Doch eine Empfehlung der Stiko gibt es nicht. Ist eine Impfung dann überhaupt sinnvoll?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) lehnt eine generelle Corona-Impf-Empfehlung für Kinder ab 12 Jahren derzeit ab. Als Grund wird die unzureichende Datenlage genannt. Allerdings ist eine Impfung von Kindern auf individuellen Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung sowie eigener Risikoakzeptanz möglich.

    Als sinnvoll erachtet die Impfkommission eine Corona-Impfung von Kindern mit Vorerkrankung. Diese Gruppe könne aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der Covid-19-Infektion mit dem Impfstoff von Biontech immunisiert werden. Zu den genannten Vorerkrankungen zählen unter anderem Adipositas, angeborene Herzfehler, Immun- und Krebserkrankungen sowie chronische Lungenleiden.

    Ist genug Impfstoff für alle da?

    Bundesgesundheitsminister Spahn hatte schon vor der Entscheidung der Stiko betont, deren Einschätzung sei nur eine Empfehlung: „Im Lichte dieser Empfehlung können dann die Eltern mit ihren Kindern, den Ärztinnen und Ärzten die konkreten Entscheidungen treffen, ob jemand geimpft wird oder nicht.“ Das sei eine individuelle Entscheidung. Natürlich gebe es bei jungen Menschen seltener schwere Krankheitsverläufe, aber eben auch Fälle von Long Covid. Eine Frage sei auch, wie viel mehr Alltag möglich werde mit einer Impfung.

    Vor diesem Hintergrund versprach er, dass alle impfwilligen Jugendlichen bis Ende August eine Erstimpfung bekommen sollten. Ursprünglich wollte er sie gar bevorzugt impfen und dafür Biontech-Dosen reservieren. Aufgrund der Impfstoff-Knappheit ist dieser Plan aber wieder vom Tisch. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet für die Erst- und Zweitimpfung von Kindern und Jugendlichen gegen Corona mit einem Bedarf von insgesamt mehr als sechs Millionen Impfdosen des Herstellers Biontech.

    Wie Spahn will auch SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach die sechs Millionen Jugendlichen schnell geimpft wissen, idealerweise schon bis zum Ende der Schulferien. Falls nicht, solle man versuchen, maximal vier Wochen in den Beginn der Schulzeit "hineinzuimpfen", um rasch größtmöglichen Schutz zu bekommen, sagte Lauterbach dem "Tagesspiegel".

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek forderte gar einen Fahrplan für Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren in allen Bundesländern. Auf der Vorsitzende der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, wies im Deutschlandfunk noch einmal darauf hin, dass Impfstoff-Lieferungen fehlten. Ferner werde sich nicht um vorerkrankte Schülerinnen und Schüler gekümmert.

    Wie sehr sind Kinder und Jugendliche von Covid-19 betroffen?

    Die Mehrzahl der Kinder entwickelt bei Covid-19 nur milde oder gar keine Symptome. Sie sind aber nicht ohne Risiko, auch schwere Verläufe zu entwickeln und können das Virus weiter übertragen. Bis 23. Mai sind nach Daten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie knapp 1.550 Kinder und Jugendliche mit Covid-19 ins Krankenhaus gekommen, davon waren 37 Prozent jünger als ein Jahr. Rund fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen wurden auf einer Intensivstation behandelt, 0,3 Prozent starben an Covid-19.

    Dass eine Infektion mit dem Coronavirus auch für Kinder und Jugendliche gravierende Langzeitfolgen haben kann, ist mittlerweile bekannt. Zur Dauer und Häufigkeit ist aber noch vieles unklar. Es habe den Anschein, dass Langzeitfolgen bei Kindern eher aufträten als die akute Erkrankung, sagte Charité-Virologe Christian Drosten kürzlich im Podcast "Coronavirus-Update".

    Der Kinderarzt Jakob Armann von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie wies im "Tagesspiegel Background" jedoch darauf hin, dass die Datenlage für „Long Covid“ bei Kindern noch extrem dünn sei. Er untersucht das Phänomen für einen Survey in Zusammenarbeit mit Kinderärzten und hatte seit den Osterferien 12 Meldungen. Was das Pedatric Inflammatory Multisystem Syndrom PIMS angeht gab es laut Armann bis Mitte Mai 314 gemeldete Fälle in Deutschland, von denen rund die Hälfte auf der Intensivstation behandelt werden müssten. Der überwiegende Teil verlasse die Kinder aber ohne Beschwerden. Vor diesem Hintergrund sagte er mit Blick auf eine Impfung: „Ein Jugendlicher hat ein extrem geringes Risiko für einen schweren Verlauf nach einer Corona-Infektion, Todesfälle sind glücklicherweise extrem selten.“

    Impfungen für "sichere Schule"?

    Bundesgesundheitsminister Spahn hatte Impfungen für Kinder und Jugendliche in der "Bild am Sonntag" als einen "Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien" bezeichnet. Der Vorsitzende der Stiko, Mertens, hingegen betonte im DLF, die Öffnung der Schule oder die Teilhabe am Leben für Kinder und Jugendliche seien keine ausreichenden Argumente für eine Empfehlung, da könne man „ja zum Beispiel andere Maßnahmen ergreifen, nämlich die Schulen nicht schließen. Das wäre sehr einfach und der Schutz der Eltern ist ja auch etwas, was man dadurch erreichen kann, dass man die Eltern impft.“ Im NDR-Podcast "Coronavirus Update" erläuterte Mertens, dass seit Beginn der Pandemie nur ungefähr 18 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mit dem Coronavirus intensivmedizinisch behandelt worden seien. "Und die zwei registrierten Todesfälle in dieser Altersgruppe betrafen alle Kinder, die schon ohne Covid sehr schwer krank waren." Auch das Risiko an PIMS, dem multisystemischen Entzündungssyndrom, zu erkranken, sei so gering, dass es keine klare Indikation für die Impfung aller gesunden Kinder darstelle.

    Was Impfnebenwirkungen betrifft, fehlten Untersuchungen zu Spätfolgen. Als Beispiele nannte Mertens Narkolepsie beim Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix oder Fälle von Herzmuskelentzündungen bei jungen Männern bei Coronavirus-mRNA-Impfstoffen sowie Sinusvenenthrombosen bei Vektorimpfstoffen gegen Corona. "Dann gibt es sehr schnell die Situation - vom Sicherheitsaspekt her -, dass das mögliche Risiko durch die Impfung höher wird als das Risiko durch die Erkrankung in dieser Altersgruppe", so der Stiko-Vorsitzende.

    Virologe Drosten verweist auf Erfahrungen aus Großbritannien mit intensiven Testungen im Schulbetrieb und zunehmend geimpften Erwachsenen undtwitterte: „Die Impfung der Erwachsenen könnte den Ping-Pong-Effekt zwischen Schulen und Haushalten unterbrechen." Zur Situation in Deutschland bis zum Herbst erwartet Drosten, dass sich zumindest die Eltern von Schülerinnen und Schülern impfen lassen.

    Eine Impfpflicht an Schulen steht aber nicht im Raum. Darauf hatte jüngst auch die Kultusministerkonferenz hingewiesen. Sie empfiehlt nach den Sommerferien "ungeeingeschränkten Regelbetrieb" - mit Verweis auf dann zwei Mal geimpftes Lehrpersonal und darauf, Kinder und Jugendliche keine treibende Kraft in der aktuellen Pandemie-Situation seien.

    Auch andere Hersteller wollen Zulassung erweitern

    Bisher ist nur der Impfstoff von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche zugelassen. Über den Antrag des US-Pharmakonzern Moderna will die Europäische Arzneimittelbehörde EMA im Juli entscheiden. Grundlage ist eine Studie mit mehr als 3.700 Teilnehmern im Alter von zwölf bis 17 Jahren in den USA.

    Das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca und die Universität Oxford rechnen bis zum Sommer mit Ergebnissen. Sie testen ihren Corona-Impfstoff den Angaben zufolge seit Februar an 300 Freiwilligen im Alter von sechs bis 17 Jahren. Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft.

    Wann Vakzine für jüngere Kinder unter zwölf Jahren auf den Markt kommen, ist für den europäischen Markt bisher noch unklar. Russland testet derzeit eine Verabreichung seines Impfstoffs Sputnik V per Nasenspray, wie die Nachrichtenagentur TASS berichtet. Demnach soll die Verabreichungsform für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren geeignet sein. Der Vertriebsstart sei für den 15. September geplant.

    Auch China ist schon weiter. Hier ließen die Behörden bereits den Impfstoff des heimischen Herstellers Sinovac und von Sinopharm für Drei- bis 17-Jährige zu.

    (Stand: 13.06.)

  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

    Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu - nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

    Nebenwirkungen - das ist der Sammelbegriff unter den wir alle Reaktionen auf eine Impfung zusammenfassen. Das Robert Koch-Institut unterscheidet zwischen Impfreaktionen und Impfkomplikationen. Die Impfreaktionen sind gewünscht und Teil der Immunisierung, weil der Körper ja auf das Vakzin reagieren und eine Immunabwehr aufbauen soll. Komplikationen sind unerwünscht und sollten gemeldet werden. Entweder bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, über das Nebenwirkungsportal des Bundes (hier gibt es ein "Covid-19-Meldeformular") oder über die App "SafeVac" (mehr dazu am Ende des Artikels).

    Häufige Impfreaktionen

    Zu den häufigeren Reaktionen bei allen Impfstoffen zählen Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit; auch Fieber kann auftreten. Für diese Impfreaktionen gilt: Sie halten nur kurze Zeit an und klingen von selbst wieder ab. Zudem zeigen sie an, dass das Immunsystem arbeitet. Generell treten sie bei jüngeren Menschen eher häufiger auf und nehmen mit dem Alter ab.

    Sehr selten: allergischer Schock

    Sehr selten kommt es zu einem allergischen Schock. Dieser tritt unmittelbar nach der Impfung auf und kann lebensbedrohlich sein, ist aber bei schneller ärztlicher Hilfe gut zu überstehen. Deshalb muss man nach der Impfung sicherheitshalber noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben, meist sind es 15 bis 30 Minuten.

    Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsberichte über die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe. Demnach gibt es bislang keine Sicherheitsbedenken gegen die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna. Bei den bislang bekannten Impfreaktionen hätten sich keine statistischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Nutzen der Impfstoffe sei weitaus größer als die Risiken, betont die Aufsichtsbehörde.

    Berichte aus Israel haben jedoch zuletzt die Frage aufgeworfen, ob Herzmuskel-Entzündungen bei Geimpften mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer in Verbindung stehen könnten. Das israelische Gesundheitsministerium teilte am 2. Juni mit, unter den mehr als fünf Millionen Geimpften seien zwischen Dezember und Mai 275 Fälle von Myokarditis aufgetreten. Eine Untersuchung sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen der zweiten Dosis und Herzmuskelentzündung bei Männern im Alter zwischen 16 und 30 gebe. Bei 16- bis 19-jährigen Männern sei dies häufiger beobachtet worden als in anderen Altersgruppen. Israel genehmigte gleichwohl die Impfung von 12- bis 15-Jährigen, weil die Vorteile die Risiken überwiegen. Pfizer erklärte, dass dem Unternehmen die Befunde aus Israel bekannt seien. Bislang sei aber kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Myokarditis festgestellt worden. Es sei bisher keine höhere Rate von Herzmuskelentzündungen beobachtet worden, als in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten gewesen wäre.

    Der Impfstoff von Astrazeneca

    Die Immunisierungen mit dem dritten in Deutschland zugelassenen Impfstoff - dem Mittel von Astrazeneca - waren nach Berichten über Todesfälle durch Blutgerinnsel im Gehirn zunächst im März vorübergehend ausgesetzt und Ende März dann eingeschränkt wieder aufgenommen worden. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA und die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hatten nach einer Prüfung den weiteren Einsatz des Mittels von Astrazeneca empfohlen. Der Nutzen der Impfung überwiege die gegenwärtig bekannten Risiken, hieß es in einer Stellungnahme der Stiko. Auch die EMA bezeichnete den Impfstoff von Astrazeneca als "sicher und wirksam".

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in der Corona-Pandemie die zentrale Sammelstelle für Informationen über Impfnebenwirkungen und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Bericht dazu. Den Angaben zufolge sind bis Ende April 67 Fälle einer Thrombose mit Thrombozytopenie nach Impfung mit Astrazeneca bekannt. In 14 Fällen war der Ausgang demnach tödlich. Neun Todesfälle betrafen Frauen, fünf Männer.

    Astrazeneca nur noch bei Menschen über 60

    Am 30. März beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ohne Einschränkung nur noch bei den über 60-Jährigen eingesetzt werden soll. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hingegen hielt nun nach einer erneuten Prüfung der Thrombosefälle weiter an ihrer Empfehlung des Impfstoffes für alle Menschen ab 18 Jahren fest. Die EMA erklärte, der Nutzen des Wirkstoffes sei nach wie vor höher zu bewerten als die Risiken. Die Möglichkeit der Blutgerinnsel soll jedoch in die Liste der Nebenwirkungen als "sehr selten" aufgenommen werden.

    In Deutschland kann Astrazeneca nach sorgfältiger ärztlicher Beratung auch an unter 60-Jährige durch niedergelassene Ärzte verabreicht werden. Die Impfpriorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca wurde aufgehoben.

    Das Vakzin von Johnson & Johnson

    Der vierte in Deutschland und der EU zugelassene Corona-Impfstoff ist der des US-Herstellers Johnson & Johnson. Laut EMA kann der Wirkstoff zwar in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen. Insgesamt überwögen aber die Vorteile des Impfstoffs die Risiken. Nach Angaben der EMA waren acht Fälle von Hirnvenenthrombosen festgestellt worden, nachdem der Impfstoff fast sieben Millionen Menschen verabreicht worden war.

    Mögliche Ursache für Thrombosen

    Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben inzwischen herausgefunden, wie die Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung entstehen können. Vom Immunsystem in Reaktion auf die Impfung gebildete Abwehrstoffe hätten bei den Betroffenen offenbar die Blutplättchen aktiviert, was wiederum zu Blutgerinnseln geführt habe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Patienten könne ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose helfe. Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämatostaseforschung hat bereits entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

    Paul-Ehrlich-Institut sammelt Meldungen

    Bis Ende April wurden laut Paul-Ehrlich-Institut insgesamt knapp 50.000 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen oder Komplikationen nach Covid-Impfungen registriert, bei insgesamt bis dahin fast 29 Millionen durchgeführten Impfungen.

    Die Melderate betrug den Angaben für alle Impfungen mit Covid-19-Impfstoffen 1,7 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfdosen, für schwerwiegende Verdachtsfälle betrug sie 0,2 pro 1.000 Impfdosen. Bei Astrazeneca liege die Melderate etwas höher als bei den anderen Impfstoffen (4,5 Fälle pro 1.000 Dosen und bei schwerwiegenden Fällen 0,4 pro 1.000). Das könne aber auch mit der medialen Berichterstattung über den Impfstoff zu tun haben, hieß es.

    Eine Studie der Universität Oxford hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung mit verschiedenen Präparaten festgestellt. Wie die Forschenden im Fachmagazin "The Lancet" schreiben, gibt es deswegen aber keine Sorge in Sachen Patientensicherheit. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, kann noch nicht beurteilt werden.

    Was sollte man tun, wenn Beschwerden auftreten?

    Wer geimpft wurde und den Verdacht hat, dass Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Auch eine Online-Meldung direkt bei dem Institut ist möglich. Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen zu melden. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter.

    App "SafeVac" fragt nach

    Zum ersten Mal in Deutschland werden Geimpfte aber auch aktiv nach ihrem Befinden befragt. Dazu wurde die App "SafeVac" entwickelt. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktionen zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben. Klaus Cichutek, der PEI-Präsident, sagte dem Deutschlandfunk, die App werde gut angenommen, obwohl die meisten Impflinge zu Beginn der Kampagne älter als 80 Jahre waren.

    (Stand: 02.06.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 12.06.)
    + Öffnungen: Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene (Stand 02.06.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Neue Einreisebestimmungen: Für wen die Quarantäne wegfällt - und was dazu notwendig ist (Stand 08.06.)
    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 11.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

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  • Covid-19-ImpfstoffeWann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig?

    Dass die Impfungen gegen das Coronavirus wahrscheinlich aufgefrischt werden müssen, vermuten Experten schon länger. Unklar ist aber bisher, wann genau. Eine Übersicht zum Thema:

    Die Ständige Impfkommission rechnet damit, dass die aktuellen Impfungen nicht die letzten sein werden. Der Stiko-Vorsitzende Mertens sagte der "Funke Mediengruppe", das Virus werde uns nicht wieder verlassen. Seinen Angaben zufolge ist es denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könne es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, so Mertens. "Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen."

    Der Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen forderte eine frühzeitige Planung der Auffrischungs-Impfungen. Mit Blick auf den Herbst müsse man sich Gedanken machen, wie und für wen man Auffrischungs-Impfungen anbieten solle, sagte Dahmen der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Hier müsse nach Indikationsgruppen vorgegangen werden: Menschen, bei denen die Impfung kürzer anhalte, müssten vorrangig wieder geimpft werden.

    Wie lange hält die Schutzwirkung der Impfung an?

    Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach geht davon aus, dass die Immunität nach einer Impfung gegen Covid-19 rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein. Der Virologe Drosten von der Berliner Charité rechnet mit einer einmaligen Auffrischung "zum Winter hin" und zwar für "mehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen", wie er Ende April im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" erklärte.

    Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Falk, sagte der Zeitung "Die Zeit", man müsse quasi jeden Monat schauen, ob und wie gut Genesene und Geimpfte noch geschützt seien. Der Chef des Robert Koch-Instituts, Wieler, verwies darauf, dass man anhand von Studien sehe, wann eine Auffrischung angezeigt sei. Zeitabstände könne man noch nicht benennen.

    Die beiden Impfstoff-Hersteller Moderna und Biontech/Pfizer haben die Personen aus ihren Zulassungsstudien weiterverfolgt, um abzuschätzen, wie lange die Vakzine vor einer schweren Erkrankung schützen. Beide Unternehmen melden, dass die Wirkung ihrer Impfstoffe sechs Monate nach der zweiten Impfung immer noch bei über 90 Prozent liege. Der Chef des Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla, sagte dennoch kürzlich laut US-Medien, er halte künftig jährliche Corona-Impfungen für möglich.

    Eine Aussage, über die sich der Immunologe Carsten Watzl wunderte. Er glaubt: "Für den Großteil der Bevölkerung ist nicht zu erwarten, dass das gesamte Prozedere jedes Jahr wiederholt werden muss. "Eine Dosis pro Saison - ähnlich wie bei der Grippeschutzimpfung - bräuchten voraussichtlich jene Menschen, deren Immunsystem nicht mehr so gut auf eine Impfung anspricht, etwa aus Altersgründen oder wegen Immunschwäche durch Vorerkrankungen. Für sie sei es auch wichtig, durch ein geimpftes Umfeld mitgeschützt zu werden." Dafür reichten voraussichtlich Auffrischungen im Abstand von mehreren Jahren, so Watzl. Auch bei der Hebräischen Universität in Jerusalem geht man davon aus, dass die Corona-Impfungen zwei Jahre oder länger wirken könnten. Da die Antikörper bei Genesenen aber tatsächlich schon früher deutlich zurückgehen, wird vermutet, dass Geimpfte besser gegen Covid-19 geschützt sein könnten als Genesene, wie DLF-Wissenschaftsredakteur Volkart Wildermuth zusammenfasst.

    Gleicher oder veränderter Impfstoff?

    Die Hersteller arbeiten nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen, die auch gegen relevante bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Besser abgedeckt werden sollen mit den Boostern auch neue Virusvarianten, die der Immunantwort entgehen könnten. Aktuell sind diese in Deutschland noch selten. Doch mit wachsendem Anteil von Geimpften und Genesenen in der Bevölkerung könnten sie zunehmen. Im Fokus sind momentan die in Südafrika und Brasilien entdeckten Mutanten B.1.351 und P.1.

    Wie beispielsweise Moderna-Europachef Dan Staner in einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erläuterte, entwickelt das Unternehmen gerade eine neue Version seines mRNA-Impfstoffes. Am Ende werde nur eine Booster-Variante zur Zulassung eingereicht, nämlich die effizienteste. Dies solle für Europa voraussichtlich bereits im September geschehen, sodass eine Zulassung noch im Oktober oder November dieses Jahres möglich wäre.

    Regulatorisch hoffen die Firmen auf ein vereinfachtes Zulassungsverfahren analog zu den Grippeimpfstoffen, wo die Impfantigene jährlich angepasst werden, ohne dass klinische Studien nötig sind. Das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Arzneimittelsicherheit zuständig ist, stellte das bereits in Aussicht. Der Präsident des Instituts, Klaus Cichutek, sagte, Voraussetzung sei, dass die Herstellung gleich laufe wie beim herkömmlichen Impfstoff. "Dann sind keine weiteren präklinischen Versuche mit Tiermodellen mehr notwendig sondern nur eine kleine Studie mit Menschen, die nachweisen muss, dass der veränderter Wirkstoff genauso wirksam ist, wie der ursprüngliche". Die Wirksamkeit werde aber nicht so aufwendig gemessen, wie in den klinischen Phase-3 Studien, wo die Forscher über Monate auf zufällige Erkrankungen an Covid-19 warten müssten. Sondern es solle ausreichen, in Blutproben ausreichend hohe Mengen von neutralisierenden Antikörpern nachzuweisen. Das gesamte Verfahren, das aktuell mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA diskutiert werde, könnte so nur wenige Monate dauern.

    Nicht notwendig ist es aller Voraussicht nach, mit dem gleichen Präparat nachzuimpfen wie bei den ersten beiden Dosen. Grundsätzlich gebe es erst einmal keine Hinweise darauf, dass ein Mix aus verschiedenen Impfstoffen zum Problem werden könne, sagt Marylyn Addo, Infektiologin und Studienleiterin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Natürlich müsste die Wirkung in Studien abgeklärt werden. Sie betonte aber: "Es ist nicht so, dass, wenn
    man mit einem Impfstoff seine Impfreise beginnt, dass das andere Impfstoffe oder andere Impfstoff-Kategorien ausschließt in der Zukunft."

    Kommt es mit notwendigen Auffrischungsimpfungen zu Engpässen?

    Die FDP fordert die Bundesregierung bereits seit einiger Zeit auf, sich ausreichend früh um weitere Impfstoffmengen für den Schutz gegen Mutanten des Coronavirus zu kümmern. Mit neuen Virusvarianten steige die Wahrscheinlichkeit für eine notwendige dritte Impfdosis, die sogenannten Impfbooster, heißt es in einem Positionspapier der FDP-Bundestagsfraktion. „Um nicht erneut in eine Knappheitssituation zu geraten, bei der ein Großteil der Bevölkerung auf die Schutzimpfung warten muss, sollten bereits jetzt Beschaffungsaufträge für den Herbst veranlasst werden“.

    Die Europäische Union hat bereits 900 Millionen weitere Impf-Dosen von Biontech/Pfizer bestellt, die bis 2023 geliefert werden sollen. Sie sind laut EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen als Auffrischimpfung für Erwachsene gedacht und auch, um die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU zu impfen.

    Israel bereitet sich bereits auf eine erneute Impfung seiner gesamten Bevölkerung vor. Premierminister Benjamin Netanjahu geht von einem millionenfachen Bedarf an Impfdosen alle sechs Monate aus. Er warnt: "Es gibt eine riesige Konkurrenz unter den Ländern" - und er sei entschlossen "erneut die Länder der Welt anzuführen bei der Einfuhr von Millionen Impfdosen."

    In Großbritannien kündigte der zuständige Minister Nadhim Zahawi im "Daily Telegraph" zwar an, dass über 70-Jährige und Menschen mit hohen gesundheitlichen Risiken sowie medizinisches Personal bereits im September eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen könnten. Bis zum Herbst würden aber vermutlich acht verschiedene Impfstoffe zur Verfügung stehen, darunter einige, die vor Varianten schützen könnten. Vor diesem Hintergrund betonte Zahawi. "Wie auch immer das Virus sich verhält - wir werden bereit sein."

    (Stand: 9.06.2021)

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  • Covid-19Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden?

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Impfempfehlung für Schwangere angepasst: Nach individueller Prüfung könne eine Covid-19-Immunisierung Schwangeren "großzügig empfohlen" werden. Zuvor war die Stiko sehr zurückhaltend.

    In der fünften Aktualisierung der Stiko-Impfempfehlung heißt es nun: "Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden."

    Mit einer generellen Impfempfehlung für Schwangere hält sich die Stiko jedoch weiterhin zurück. Dazu Marianne Röbl-Mathieu, Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in der Stiko: "Wo die Evidenz fehlt, wo es keine Kontrollgruppen gibt oder vergleichsweise geringe Datenmengen, kann die Stiko nichts empfehlen", sagte Röbl-Mathieu. Das bedeute jedoch nicht, dass die Stiko etwa ein erhöhtes Risiko befürchte, sie könne es nur noch nicht ausreichend beurteilen.

    Kritik von Expertinnen und Experten an der Stiko

    Schwangere haben Medizinerinnen und Medizinern zufolge ein höheres Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung. Darum werden sie in den meisten Nachbarländern Deutschlands geimpft. Die WHO empfiehlt eine priorisierte Corona-Impfung für Schwangere. Die Zurückhaltung der Stiko, begründet mit der dünnen Datenlage, löste deshalb auch Kritik aus.

    In einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (Stand 21.05.) heißt es, auch wenn dies über die derzeit gültige STIKO-Empfehlung hinausgehe, konsentierten die Fachgesellschaften nach sorgfältig geführter Nutzen-Risiko-Abwägung zur Frage der Covid-19-Impfung von Schwangeren und Stillenden: "In informierter partizipativer Entscheidungsfindung und nach Ausschluss allgemeiner Kontraindikationen wird empfohlen, Schwangere priorisiert mit mRNA-basiertem Impfstoff gegen Covid-19 zu impfen."

    Der Mediziner Ekkehard Schleußner vom Universitätsklinikum Jena sagte im Deutschlandfunk, Schwangere erkrankten zwar nicht häufiger an Covid-19. Aber wenn sie erkrankten, sei der Verlauf unter Umständen "sehr deutlich schwerer". Man sehe mit Blick auf die Statistik auch eine erhöhte Mortalität. Ähnlich sahen es etwa auch die Virologen Christian Drosten und Alexander Kekulé.

    Immunsystem ist bei Schwangeren herabgesetzt

    Es gibt mehrere Hypothesen, warum eine Covid-Erkrankung bei Schwangeren schwerer verläuft. Schleußner nimmt an, dass die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft die Entzündungsmechanismen unterstützt. Der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena weist darauf hin, dass das Immunsystem bei Schwangeren generell etwas herabgesetzt und die Sauerstoffaufnahme reduziert ist.

    Mediziner Schleußner verweist auf neue Studien

    Der Jenaer Mediziner Schleußner hatte zuletzt im Deutschlandfunk der Stiko widersprochen, die wiederholt mit der fehlenden Datenlage argumentiert. In den vergangenen Wochen seien mehrere Studien mit zahlreichen Teilnehmerinnen erschienen. Diese zeigten ganz klar, dass eine Corona-Impfung "nicht zu vermehrten schwangerschaftsspezifischen Komplikationen" führe. Auch ein erhöhtes Krankheits- oder Sterbe-Risiko der Schwangeren oder der Föten sei nicht zu erkennen. Schwangere hätten auch keine anderen oder schwereren Nebenwirkungen als Nicht-Schwangere. Die Antikörperbildung verlaufe ebenfalls in gleicher Weise. Die Antikörper gingen zudem auf das Kind über und gäben ihm demnach - wie bei anderen Erkrankungen bekannt - einen gewissen "Nestschutz".

    Wie Schleußner weiter sagte, beziehen sich die bisherigen Studien auf mRNA-Impfstoffe. Bisher zugelassen in Deutschland sind diese Präparate von Biontech/Pfizer sowie Moderna. Das bedeute jedoch nicht, dass Vektor-basierte Impfstoffe potenziell gefährlich seien.

    Nicht Impfstoff eine Gefahr für Ungeborene, sondern eine Erkrankung der Mutter

    Mit Blick auf die Risiken für das ungeborene Kind erklärte Schleußner: Auf Basis der bisherigen Studien könne man sagen, dass vor allem Antikörper der Mutter auf den Fötus übergingen, und so gut wie keine mRNA des Impfstoffs. Die Gefahr sei nicht der Impfstoff, sondern dass die Mutter wegen einer Covid-19-Erkrankung schwer erkranken und möglicherweise sterben könnte und das Kind als Frühgeburt mit ungünstigen Umständen zur Welt kommen könnte.

    Der Virologe Kekulé berichtete im MDR von einer Studie: Die Wahrscheinlichkeit, auf der Intensivstation zu landen, sei für erkrankte Schwangere demnach im Vergleich zu Schwangeren ohne Covid-19 rund fünffach erhöht, die Wahrscheinlichkeit zu sterben 22-fach. Ein Forscherteam stellte diese Beobachtungen aus 18 Ländern im Journal "Jama Pediatrics" vor, es ging um mehr als 2.100 infizierte und nicht-infizierten Schwangere. Drosten verwies allerdings darauf, dass darunter auch Länder mit schlechteren Gesundheitssystemen seien.

    Im Ärzteblatt erschienen kürzlich Daten zu Schwangeren in Deutschland. Demnach haben Schwangere überwiegend günstige Verläufe im Falle einer Covid-19-Erkrankung. Allerdings bezieht sich das auf Daten bis Oktober 2020 - wie sich die inzwischen dominante britische Variante auf Schwangere auswirkt, ist unklar. Im Hamburger Universitätsklinikum nahm die Zahl der Schwangeren auf der Intensivstation zuletzt zu. Dies könne daran liegen, dass sich das Virus vermehrt unter Jüngeren und Kindern ausbreitet. Vor allem Schwangere, die bereits Kinder haben, seien besonders gefährdet, hieß es.

    In Israel gab es mehrere Todesfälle ungeimpfter, schwangerer Frauen sowie Totgeburten nach Corona-Infektionen. Israel hat eine vergleichsweise hohe Geburtenrate von durchschnittlich drei Kindern pro Frau.

    Corona-Infektion erhöht möglicherweise Risiko für Totgeburten

    Auf ein erhöhtes Risiko von Totgeburten durch eine Corona-Infektion bei Schwangeren deutet auch eine Studie aus Großbritannien - allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Das legen Ergebnisse nahe, die die Forschenden in der Fachzeitschrift "American Journal of Obstetrics and Gynecology" veröffentlichten. Dafür untersuchten sie Geburten bei 340.000 Frauen im größten britischen Landesteil England zwischen Mai 2020 und Januar 2021.

    Von diesen wurden 3.527 Frauen positiv auf das Coronavirus getestet, als sie ins Krankenhaus kamen. 30 von ihnen erlitten eine Totgeburt, also verloren ihr Baby mindestens 24 Wochen nach Beginn der Schwangerschaft. Der von den Forschern ermittelte Schnitt von 8,5 je 1.000 Frauen liegt deutlich über dem Schnitt von 3,4 je 1.000 Frauen bei negativ getesteten Schwangeren. Ein ähnliches Bild ergab die Studie bei Frühgeburten, also einer Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche. Diese erfolgte bei 12 Prozent der Corona-Infizierten, aber nur bei 5,8 Prozent der negativ Getesteten.

    Die Forscher betonten, das Risiko für Tot- oder Frühgeburten bleibe weiterhin sehr gering. Es sei aber wichtig, dass mögliche Gefahren bekannt sind.

    Israel empfiehlt schon lange Impfung für Schwangere - andere Länder folgen

    In Israel wird im Gegensatz zu Deutschland bereits seit Januar die Impfung von Schwangeren ausdrücklich empfohlen. Der israelische Gynäkologenverband schrieb, die Covid-19-Erkrankung könne während der Schwangerschaft Schaden anrichten, bei Schwangeren einen schwereren Krankheitsverlauf auslösen und Frühgeburten verursachen. Deshalb sei es wichtig, sich impfen zu lassen. Man empfehle eine Immunisierung aller Schwangeren, die dies wünschten. Dies gelte besonders, wenn sie gefährdet seien, mit dem Virus in Kontakt zu kommen oder Vorerkrankungen hätten, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhten. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt Schwangeren inzwischen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

    In Großbritannien wies das Joint Committee on Vaccination and Immunisation (JCVI) darauf hin, dass etwa 90.000 schwangere Frauen in den Vereinigten Staaten geimpft worden seien. Dies sei hauptsächlich mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna geschehen, ohne dass Sicherheitsbedenken aufgekommen seien. Basierend auf diesen Daten rate das JCVI, dass es vorzuziehen sei, schwangeren Frauen in Großbritannien diese mRNA-Impfstoffe anzubieten, sofern diese verfügbar seien. Auch in Frankreich und seit Kurzem in Österreich werden Schwangere geimpft.

    (Stand: 12.06.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 12.06.)
    + Öffnungen: Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene (Stand 02.06.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Neue Einreisebestimmungen: Für wen die Quarantäne wegfällt - und was dazu notwendig ist (Stand 08.06.)
    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 11.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 12.06.)
    + Impfstoffe: Worum es bei der Freigabe von Patenten geht (Stand 08.05.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

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  • KopenhagenSteinmeier kritisiert dänische Asylpolitik

    Bundespräsident Steinmeier hat sich bei seinem Besuch in Dänemark kritisch über die Asylpolitik des Landes geäußert. Wie unser Landeskorrespondent Johannes Kulms berichtet, sagte Steinmeier, er hoffe sehr, dass Dänemark sein Handeln so verstehe, dass dieses noch einmünden könne in eine gemeinsame und harmonisierte europäische Asylpolitik.

    Das Thema werde sicher auch bei dem bevorstehenden Treffen mit Ministerpräsidentin Frederiksen von den Sozialdemokraten zur Sprache kommen, betonte Steinmeier. Der Bundespräsident hält sich derzeit in Dänemark auf, um an den Feiern zum 100-jährigen Jubiläum der friedlichen Grenzziehung teilzunehmen. Morgen sind Begegnungen mit Königin Margrethe II. und Vertretern der deutschen Minderheit geplant.

    "Offene Grenzen keine Selbstverständlichkeit"

    Das dänische Parlament hatte kürzlich ein Gesetz gebilligt, das Asylverfahren in Drittstaaten außerhalb der EU ermöglichen soll. Der Gesetzentwurf sieht die Auslagerung von Asyl-Verfahren an Sub-Dienstleister im Ausland vor. Allerdings gibt es noch keine verbindlichen Zusagen von Ländern, die diese Arbeit übernehmen würden. Kritiker sprechen deshalb von Symbolpolitik. Das Land zeichnet sich seit Längerem durch eine strikte Asylpolitik aus. Die dänischen Sozialdemokraten setzten diesen Kurs fort.

    Der Festakt zur Erinnerung an die friedliche Grenzziehung im Jahr 1920 findet im süddänischen Sønderborg statt. Die Bewohner Nord- und Südschleswigs konnten damals in Abstimmungen entscheiden, zu welchem Land sie gehören wollten. Dementsprechend wurde die Grenze gezogen. Im vergangenen Jahr mussten die Jubiläumsfeiern wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Steinmeier erklärte, gerade in diesem Jahr sei die Veranstaltung von einer besonderen Symbolik. Denn in der Pandemie habe sich gezeigt, dass offene Grenzen keine Selbstverständlichkeit seien, auch nicht innerhalb der Europäischen Union.

  • Grünen-ParteitagBaerbock als Kanzlerkandidatin bestätigt

    Die Grünen haben auf ihrem Parteitag die Vorsitzende Baerbock offiziell als Kanzlerkandidatin bestätigt. Mit dem Beschluss wurden sie und ihr Co-Parteivorsitzender Habeck zudem zum Spitzenduo der Partei für die Bundestagswahl gewählt. Es gab 678 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und vier Enthaltungen.

    Baerbock ging in ihrer Rede auf das Thema Klimaschutz ein und erklärte, dass sie einen breiten Konsens in der Gesellschaft anstrebe. Zudem wolle sie mit einer neuen Industriepolitik die Wirtschaft auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen.

    Zuvor hatten die Delegierten mehrere sozialpolitische Akzente für das Wahlprogramm beschlossen. Der gesetzliche Mindestlohn soll nach den Vorstellungen der Grünen von derzeit 9,50 Euro auf zwölf Euro erhöht werden. Aufgenommen ins Wahlprogramm wurde die Forderung, die monatlichen Hartz-IV-Zahlungen in einem ersten Schritt um mindestens 50 Euro anzuheben.

  • ParteitagGrüne fordern 50 Euro mehr für Hartz-Vier-Bezieher

    Auf dem Grünen-Parteitag stellen sich die Vorsitzenden Baerbock und Habeck heute zur Wiederwahl.

    Baerbock soll außerdem offiziell als Kanzlerkandidatin bestätigt werden. Am zweiten Tag des Treffens geht es inhaltlich unter anderem um die Sozialpolitik. Die Grünen fordern in ihrem Wahlprogramm, den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 9,50 auf 12 Euro zu erhöhen. Ein Antrag aus den Reihen der Delegierten, 13 Euro als Ziel ins Wahlprogramm zu schreiben, fand keine Mehrheit.

    Darüber hinaus wollen die Grünen die monatlichen Hartz-IV-Zahlungen in einem ersten Schritt um mindestens 50 Euro anheben. Dies sei eine "Mindestbedingung für jede Koalition", sagte der sozialpolitische Sprecher, Lehmann. Zuvor hatte der Nachwuchsverband "Grüne Jugend" eine Erhöhung um 200 Euro verlangt. Ein Vorschlag, die 30-Stunden-Woche ins Programm aufzunehmen, wurde ebenfalls abgelehnt.

    Am Abend geht es unter anderem um den Spitzensteuersatz. Dazu gibt es eine Forderung von Teilen der Partei, ihn auf 53 Prozent anzuheben. Der Vorstand schlägt 48 Prozent vor; derzeit liegt der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent.

  • G7Gipfel will mit Infrastruktur-Initiative Alternative zu Chinas "neuer Seidenstraße" bieten

    Die führenden westlichen Industriestaaten streben als Antwort auf das chinesische Seidenstraßen-Projekt eine weltweite Infrastrukturinitiative an.

    Auf ihrem Gipfel beschlossen die G7-Staaten einen entsprechenden Plan. Es gehe darum, Hunderte Milliarden Dollar öffentlicher und privater Gelder für Investitionen in Entwicklungsländern aufzubringen. Das Vorhaben soll eine Alternative zum chinesischen Projekt der so genannten "Neuen Seidenstraße" bieten, wie US-Regierungsbeamte berichteten. Finanzzusagen wurden aber noch nicht ausgesprochen.

    China baut mit Investitionen in Straßen, Bahnstrecken und Häfen neue Handelswege nach Europa, Afrika, Lateinamerika und in Asien. Dabei investiert Peking auch in Staaten, die sonst nur schwer internationale Hilfe bekommen würden. Kritiker warnen arme Länder vor einer Schuldenfalle, politischen Abhängigkeiten und mangelndem Umweltschutz.

  • EMDänischer Fußballer Christian Eriksen im Spiel gegen Finnland kollabiert

    Bei der Fußball-Europameisterschaft hat Finnland Dänemark mit 1:0 besiegt.

    Das Spiel in Kopenhagen wurde kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit von einem medizinischen Notfall überschattet. Nachdem der dänische Spieler Eriksen im Stadion kollabierte, unterbrach der Schiedsrichter die Partie für knapp zwei Stunden. Bei dem 29-jährigen Eriksen wurden noch auf dem Spielfeld lebensrettende Maßnahmen durchgeführt. Anschließend wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Inzwischen hat sich sein Zustand nach Angaben der UEFA stabilisiert.

    Im Nachmittagsspiel der EM hatten sich Wales und die Schweiz 1:1 getrennt. Am Abend trennten sich Belgien und Russland 3:0.

  • DüsseldorfBundespolizei hindert Linken-Abgeordnete Özdemir samt Delegation an Reise in irakisches Kurdengebiet

    Eine Delegation der Linkspartei ist am Düsseldorfer Flughafen von der Bundespolizei an einer Reise nach Erbil im Nordirak gehindert worden.

    Wie der Bundesgeschäftsführer der Linken, Schindler, in Berlin mitteilte, wollte die Hamburger Fraktionsvize Özdemir mit einer Gruppe von etwa 20 Leuten in die Hauptstadt des autonomen Kurdengebietes fliegen. Schindler forderte von der Bundesregierung sofortige und umfassende Aufklärung. Die Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Veit (SPD) sprach von einem "äußerst befremdlichen" Vorgang.

    Özdemir sagte dem Sender WDR, sie sei ohne Rücksicht auf ihren Abgeordnetenstatus mehrere Stunden in einem Raum ohne Fenster festgehalten worden. Ihr und den anderen seien die Reisepässe abgenommen worden, dann habe man sie stundenlang befragt. Ihr Gepäck sei ausgecheckt worden und der Flug ohne sie gegangen. Der NDR berichtete, die Bundespolizei sie von einer möglichen Gefahr durch die Gruppe ausgegangen, die "das Ansehen der Bundesrepublik im Ausland" hätte schädigen können. Eine Polizeisprecherin führte demnach aus, Özdemir habe bei der Befragung nicht gesagt, dass sie Abgeordnete eines deutschen Landtages sei. Verschiedene Medien spekulieren, dass die türkische Regierung hinter der vereitelten Reise stecken könnte.

    Zu der Reisegruppe zählten laut Schindler auch das für den Bundestagsabgeordneten Hunko für die Teilnahme delegierte Parteimitglied Dolzer sowie Aktivisten des Anti-Kohlekraft-Bündnisses Ende Gelände. Bei der Reise hätte es darum gehen sollen, sich vor Ort in Erbil über die seit Wochen andauernden Militäraktionen der Türkei im Nordirak zu informieren und auf die "völkerrechtswidrigen Angriffe" aufmerksam zu machen. Die angeblich gegen Stellungen der PKK gerichteten Angriffe würden immer wieder die Zivilbevölkerung treffen.

  • CoronakriseArt der Krankenhaus-Abrechnung zu Intensivbetten war laut Lauterbach "Einladung zum Betrug"

    Die Abrechnung zusätzlicher Intensivbetten an Krankenhäusern sorgt weiterhin für kritische Fragen.

    Der SPD-Politiker Lauterbach sagte dem "Spiegel", die Art der Abrechnung sei eine Einladung zum Betrug gewesen. Zur Verfügung gestellte Mittel hätten stärker auf die Krankenhäuser konzentriert werden müssen, "die tatsächlich einen großen Teil der Covid-Versorgung machen". Zudem hätten zusätzliche Zahlungen an Krankenhäuser nicht an einen Prozentsatz der belegten Intensivbetten geknüpft werden dürfen. Dadurch sei ein Anreiz für Kliniken entstanden, die Bettenzahl zu verringern. Richtig sei aber, betonte Lauterbach, dass die Krankenhäuser mit Covid-Patienten tatsächlich "am Limit gewesen" seien.

    Auch Politiker von CDU und FDP forderten Aufklärung. Unions-Fraktionsvize Frei warnte in der "Bild"-Zeitung aber vor verfrühten Schuldzuweisungen. Zunächst müsse es eine umfassende Sachverhaltsaufklärung geben. In der Angelegenheit steht auch Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) unter Druck. FDP-Fraktionsvize Theurer forderte einen Sonderermittler. Dieser müsse überprüfen, ob das Gesundheitsministerium in der Pandemie wirklich gewissenhaft gearbeitet habe. Theurer verwies auf "offensichtliche Widersprüche" zwischen den Millionenzahlungen für neue Intensivbetten und den fortwährend nicht anwachsenden Intensivkapazitäten.

    Mediziner weisen Vorwürfe scharf zurück

    Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) wies Behauptungen zurück, die Kliniken würden sich im großen Stil durch bewusste Falschmeldungen bereichern. Auch gebe es generell keinen Hinweis darauf, dass eine bewusste Falschmeldung der Krankenhäuser erfolgt sei. Das DIVI-Intensivregister habe zur Bewertung der Lage in der Pandemie stets belastbare Zahlen geliefert, hieß es in einer Stellungnahme. Auch der Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Brink, wies die Anschuldigungen gegen Kliniken als "Verschwörungsszenarien" zurück. Er sprach im "Kölner Stadt-Anzeiger" von "Aluhut-Theorien von einer angeblich absichtlich überzogenen Corona-Dramatik", was mit der Realität nicht ansatzweise übereinstimme.

  • GriechenlandGericht verhängt Haftstrafen wegen Brandstiftung im Flüchtlingslager Moria

    Im Prozess um das Feuer im griechischen Flüchtlingslager Moria hat ein Gericht vier Afghanen zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt.

    Die Richter befanden sie der Brandstiftung für schuldig. Sie sollen das Feuer gelegt haben, um ihre Umsiedlung auf das griechische Festland zu erzwingen. Das Verfahren war unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden. Zwei weitere Beschuldigte waren bereits im März zu jeweils fünf Jahren Gefängnis nach Jugendstrafrecht verurteilt worden. Alle sechs Verurteilten legten Berufung gegen ihre Strafen ein.

    Bei dem Brand im September vergangenen Jahres war fast das gesamte Flüchtlingslager Moria zerstört worden. Rund 12.000 Menschen verloren ihr Obdach.

  • AfrinOffenbar mindestens 16 Tote bei Angriffen im Norden Syriens

    Bei Raketenangriffen auf Wohngebiete und ein Krankenhaus im Norden Syriens sind Aktivisten zufolge mindestens 16 Menschen getötet worden.

    Darunter seien ein Arzt und drei weitere Angestellte des Krankenhauses, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Zudem gebe es zahlreiche Verletzte. Eine genaue Zahl nannten die Aktivisten nicht. Beschossen wurde die Stadt Afrin nordwestlich von Aleppo. Augenzeugen zufolge sollen auch Kinder unter den Opfern sein.

    Die Raketen wurden soll aus Gebieten abgefeuert worden sein, in denen syrische Regimekräfte sowie kurdische Milizen präsent sind. Die von Kurden geprägte Region um Afrin wiederum wird von der Türkei kontrolliert. Die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) stritten eine Beteiligung ihrer Streitkräfte an den jüngsten Angriffen ab.

  • AlgerienParlamentswahl stieß auf wenig Interesse

    Mehr als zwei Jahre nach dem Sturz von Langzeitherrscher Bouteflika hat Algerien ein neues Parlament gewählt.

    Insgesamt waren in dem nordafrikanischen Land etwa 24 Millionen Menschen aufgerufen, über die 407 Sitze in der Nationalversammlung zu entscheiden. Bis zum Schluss zeichnete sich eine eher geringe Beteiligung ab. Die algerische Wahlbehörde sprach am Nachmittag von knapp 15 Prozent.

    Mehrere Oppositionsparteien und Teile der Protestbewegung hatten zum Boykott aufgerufen. Ein vorläufiges Ergebnis wird für Montag erwartet.

  • Hockey-EuropameisterschaftHockey-Männer müssen sich mit EM-Silber begnügen

    Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Männer hat ihr Finale bei der Europameisterschaft in Amsterdam verloren und den neunten Titelgewinn verpasst.

    Die Spieler von Bundestrainer Kais al Saadi unterlagen in einem hochklassigen und dramatischen Spiel gegen die Niederlande mit 1:4 im Penaltyschießen. Nach der regulären Spielzeit hatte es 2:2 gestanden. Die Niederlande hatten kurz vor Schluss den Ausgleich erzielt.

    Die Enttäuschung sei riesig, sagte al Saadi. Man habe gemerkt, dass die Mannschaft eigentlich soweit sei, Turniere zu gewinnen. Kapitän Tobias Hauke meinte, es sei trotz des Drucks das beste Spiel bei dem Turnier gewesen - "wahrscheinlich das beste des Jahres".

    Nach einer Strafecke erzwang Jip Jannsen neun Sekunden vor Schluss das Penaltyschießen für die Niederlande. Die weiteren Treffer der regulären Spielzeit erzielten Christopher Rühr (21.) und Constantin Staib (56.) für Deutschland bzw. Robbert Kemperman in der 34. Minute für die Niederlande.

    Bronze ging an Belgien, das England im Spiel um Platz drei mit 3:2 schlug. Das Turnier dient dem deutschen Hockey-Team auch als Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Tokio. Dort bestreitet die Mannschaft in 42 Tagen ihr Auftaktspiel gegen Kanada (24. Juli).

  • CoronavirusTausende bei illegalen Partys - Polizisten beim Einschreiten attackiert

    In mehreren deutschen Städten hat es in der Nacht illegale Open-Air-Partys gegeben.

    In Jena versammelten sich etwa 2.000 Menschen in einem Park. Als die Polizei die Party auflöste, wurden die Einsatzkräfte den Behörden zufolge mit Flaschen beworfen. Ähnliche Szenen spielten sich in Köln und Münster ab - auch hier kam es bei der Auflösung der Feiern zu Auseinandersetzungen. Dabei wurden in Köln zwei Polizisten und ein Mitarbeiter des Ordnungsamts leicht verletzt. In Köln hatten sich etwa 1.000 Leute zum Feiern versammelt. Die Polizei geht von einer organisierten Party aus: Es wurden unter anderem zwei DJ-Pulte sichergestellt. Auch in Hamburg gab es Polizeieinsätze an der Alster, an der Elbe und im Stadtpark.

    Große öffentliche Partys sind wegen der Pandemie zurzeit noch nicht erlaubt.

  • FDPKubicki will Corona-Untersuchungsausschuss nach Wahl

    Die FDP will nach der Bundestagswahl einen Untersuchungsausschuss zum Corona-Management der Bundesregierung beantragen.

    Das hat der stellvertretende Vorsitzende Kubicki auf einem Parteitag der Thüringer Liberalen angekündigt. Er kritisierte unter anderem, das Gesundheitsministerium habe untaugliche Masken eingekauft. Bei deren Prüfung seien zwei von acht Kriterien gestrichen worden. Auch die Teststrategie und die Behauptung, die Intensivstationen seien bundesweit wegen der Pandemie an der Belastungsgrenze gewesen, seien zu untersuchen. - Für die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses sind die Stimmen von mindestens einem Viertel der Abgeordneten des Bundestages nötig.

  • KlimaschutzSchulze will zwei Prozent der Landesfläche für Windräder

    Bundesumweltministerin Schulze, SPD, will mehr Flächen für den Ausbau von Windrädern in Deutschland schaffen.

    Nach ihren Worten wären zwei Prozent der Landesfläche dafür nötig. Der Ausbau gehe zu langsam voran. Das müsse sich ändern, wenn man Deutschland als Industriestandort mit seinem Energiebedarf nicht gefährden wolle. Vom Koalitionspartner Union forderte Schulze, den Weg für Änderungen des Bau- und Raumordnungsrechts frei zu machen. - Die schwarz-rote Bundesregierung will Klimaziele verschärfen. Als ein Schlüssel dazu gilt ein schnellerer Ausbau des Ökostroms.

  • LinksparteiBartsch kritisiert Ausschlussantrag gegen Wagenknecht

    Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Bartsch, hat seine Partei davor gewarnt, mit Personaldebatten die Chancen bei den bevorstehenden Wahlen zu schwächen.

    Er sagte auf einem Parteitag der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, es sei unverantwortlich, in einer solchen Situation Ausschlussanträge zu stellen. Bartsch reagierte damit auf einen Antrag auf Parteiausschluss der ehemaligen Bundestags-Fraktionsvorsitzenden Wagenknecht. Inzwischen gibt es einen solchen Antrag nach Angaben von Bartsch auch für deren Ehemann und Mitbegründer der Partei, Lafontaine. Beide hatten Kritik an Zustand und Wirken der Partei geübt. Wagenknecht ist Spitzenkandidatin der Linken in Nordrhein-Westfalen zur Bundestagswahl.

  • Initiative Neue Soziale MarktwirtschaftKritik und Antisemitismus-Vorwürfe wegen "Moses"-Kampagne gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock reißen nicht ab

    Die Kritik an der Kampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) gegen die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock reißt nicht ab.

    Der Kulturwissenschaftler Daniel Hornuff sagte im Deutschlandfunk Kultur, durch die Darstellung Baerbocks als Moses mit zwei Gebots-Tafeln würden antisemitische Stereotype reproduziert. Eine antisemitische Absicht wolle er den Initiatioren zwar nicht unterstellen, betonte Hornuff: "Aber man muss festhalten, dass hier die Stereotype von Antijudaismus und Antisemitismus wiederholt werden."

    Für fragwürdig hält der Kulturwissenschaftler auch die Reaktion der INSM auf die Kritik an ihrer Darstellung. Diese hatte den vielfach geäußerten Vorwurf des Antisemitismus in einer kurzen Erklärung auf Twitter von sich gewiesen - unter anderem mit einem Zitat des Schriftstellers Rafael Seligmann: "Kunst und Satire dürfen nicht mundtot gemacht werden." Für Hornuff ist das nicht in Ordnung: "Auf Kritik wird mit Unterstellung reagiert, man wolle Meinungsfreiheit abschaffen. Und das ist tatsächlich höchst problematisch." Denn damit bewege man sich nicht mehr "in einem der kritischen Auseinandersetzung und des Streits", sondern eigentlich in einem Raum des Niedermachens, so der Kasseler Forscher.

    Kritik auch von Christinnen und Christen in der SPD

    Auch der Berliner Antisemitismusbeauftragte Samuel Salzborn und der Arbeitskreis Christinnen und Christen in der SPD verurteilten heute die Medienanzeige der INSM. Sie warfen den Machern vor, antisemitische Stereotype zu bedienen. "Wahlkampf ist Wahlkampf, keine Frage - aber auch und besonders in Zeiten, in denen politisch hart gestritten wird, sind Assoziationsketten, die antisemitische Anspielungen in Kauf nehmen, fatal", sagte Salzborn in Berlin: "Die Moses-Analogie, die Referenz auf die strenge Gesetzesreligion, der Terminus 'Staatsreligion' - all das weckt antijüdische Stereotype in der Metaphorik, die in der politischen Debatte - bei jeder inhaltliche Differenz - fatal sind."

    "Grenze des politisch-moralischen Anstands überschritten"

    Der Arbeitskreis Christinnen und Christen in der SPD kritisierte, mit der Kampagne werde nicht nur Religion zu Wahlkampfzwecken missbraucht. Es komme darin auch eine antisemitische Haltung zum Ausdruck, die das jahrhundertealte Vorurteil pflege, das Judentum sei eine gesetzliche Verbotsreligion. "Indem die INSM antisemitische Stereotype nutzt und diese religionsfeindliche Anzeige in großen Tageszeitungen geschaltet hat, hat sie eine bisher gültige Grenze des politisch-moralischen Anstands überschritten", heißt es in einer von Wolfgang Thierse und Kerstin Griese als Sprechern des Arbeitskreises verbreiteten Resolution, die das Gremium bei seiner Klausurtagung verabschiedete. Man warne ausdrücklich davor, politische Unterschiede mit respektlosen Mitteln auszutragen. "Die INSM sollte sich fragen, wem sie damit nützt. Die Geister, die sie ruft, sind am rechten Rand der Gesellschaft", erklärten die christlichen Genossen.

    Die Anzeige ist am Freitag in mehreren Medien erschienen, darunter "Bild", "Süddeutsche Zeitung", "Zeit online", "Handelsblatt" und "Frankfurter Allgemeine". Überschrieben war sie mit dem Slogan "Wir brauchen keine Staatsreligion". "Der Spiegel" teilte indes mit, man habe in der Vergangenheit zwar Anzeigen der INSM publiziert, in diesem Fall die Kampagne aber abgelehnt. Die Lobbyorganisation INSM wird nach eigenen Angaben von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hat sich inzwischen von der Kampagne distanziert.

    2017 INSM-Kampagne gegen SPD

    Die Anzeige war auch auf Kritik des baden-württembergischen Antisemitismusbeauftragten Michael Blume, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, und des Kirchenhistorikers Christoph Markschies gestoßen.

    2017 hatte die INSM gegen den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz Anzeigen in den Medien geschalten. Darin wurde fälschlicherweise behauptet, er wolle eine "Reichensteuer" bereits ab 60.000 Euro erheben.

  • BundesparteitagKontroverse um Grünen-Gastrednerin Carolin Emcke - sie sprach von Klimaforschern und verfolgten Juden

    Der Publizistin Carolin Emcke wird nach einer Gastrede auf dem Grünen-Parteitag vorgeworfen, die Kritik an Klimaforschern mit der Verfolgung von Juden verglichen zu haben.

    Konkret sagte die per Video zugeschaltete Emcke: "Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen und die Virologinnen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscherinnen." Emckes Ziel war es offenbar, mit ihrem Vortrag auf einen zunehmenden Populismus und auf Wissenschaftsfeindlichkeit hinzuweisen, doch mit ihrer Formulierung stieß sie vielfach auf Kritik. Zudem wird der Partei vorgeworfen, die Äußerungen während Emckes Rede unkommentiert im Raum stehen gelassen zu haben.

    Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) schrieb auf Twitter, hier werde das Leid vieler verfolgter, ermordeter und ausgerenzter Juden für das Klimathema genutzt, das sei nicht zu glauben. CDU-Generalsekretär Ziemiak sprach von einer "unglaublichen und geschichtsvergessenen Entgleisung" und verlangte eine Klarstellung von Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock. Elio Adler, Vorsitzender der deutsch-jüdischen Organisation "WerteInitiative", übte ebenfalls Kritik. "Berechtigte Klimaanliegen zu verteidigen, indem man die Opfer jahrhundertelanger Verfolgung und Mordtaten instrumentalisiert, ist völlig inakzeptabel", sagte er der "Bild"-Zeitung. Auch unter dem Hashtag #Emcke machten vor dem Hintergrund des aufziehenden Wahlkampfs zahlreiche Menschen auf Twitter ihrem Unmut Luft.

    Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Göring-Eckardt, hatte Emcke dagegen auf Twitter "für eine große Rede" und "für Aufklärung, für Wahrheit, die zumutbar ist, für die Wirklichkeit" gedankt. Es sei eine Ehre, in diesem Sinne Politik zu machen. Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Kellner, nahm die Publizistin später in Schutz: "Carolin Emcke ist über jeden Verdacht des Antisemitismus erhaben und hat in ihrer Rede die Logik der Demagogie aufgedeckt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das Magazin "Der Spiegel" kommt nach einer Analyse der Redepassage zu dem Schluss, die Sätze seien aus dem Zusammenhang gerissen. Auch der Publizist Max Czollek wies die Vorwürfe gegen Emcke zurück. "Logisch" werde hier niemand mit Klimaforscherinnen gleichgesetzt, auch nicht die Juden, führte er aus. Emcke unterstreiche vielmehr, "dass Konjunkturen bestimmter Zuweisungen und Angstkonstellationen existieren."

    Emcke warnte in ihrer Rede vor Wissenschaftsfeindlichkeit, Desinformation und dem Verlust eines gemeinsamen Verständnisses von Fakten. Dies werde sich auch im Wahlkampf zeigen, wobei es keine Rolle spiele, welche Personen oder Parteien betroffen seien - es gehe um die Demokratie. Sie forderte zugleich "eine neue Aufklärung".

  • PhilippinenExplosion auf Frachter im Hafen von Manila setzt benachbartes Armenviertel in Brand

    Im Hafen der philippinischen Hauptstadt Manila ist es beim Auftanken eines Frachters zu einer Explosion gekommen.

    Mehrere Besatzungsmitglieder sprangen von Bord der "Titan 8" in den Fluss Pasig, meldete die Küstenwache. Mindestens sechs Personen seien verletzt worden, zwei Besatzungsmitglieder werden weiterhin vermisst. Die Explosion löste Feuer in einem benachbarten Armenviertel aus. Hunderte Bewohner mussten sich in Sicherheit bringen. Die Flammen zerstörten rund vierzig Hütten, bevor es gelöscht werden konnte, teilte die philippinische Feuerschutzbehörde am mit. Die Hintergründe der Explosion sind noch unklar.

  • USAPentagon kündigt weitere Militärhilfen für Ukraine an

    Die USA haben weitere Militärhilfe für die Ukraine angekündigt. Das Paket hat nach Angaben des Pentagon einen Umfang von 150 Millionen Dollar. Enthalten sind Systeme zur Artillerieaufklärung und zur Erkennung von Drohnen sowie abhörsichere Kommunikationsausrüstung.

    Auch Mittel zum Training der ukrainischen Streitkräfte, deren Ausrüstung und Beratung sind in dem Paket enthalten. - Die USA haben nach Angaben der Regierung in Washington seit 2014 mehr als 2,5 Milliarden Dollar Militärhilfe an die Ukraine gezahlt.

    US-Präsident Biden und der russische Präsident Putin kommen am Mittwoch in Genf zusammen. Das Treffen fällt in eine Zeit der Spannungen zwischen beiden Ländern. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskij hatte Biden betont, er werde für die territoriale Integrität der Ukraine einstehen. Russland hatte die Halbinsel Krim 2014 annektiert.

  • AppellMillionärs-Initiative "Tax Me Now" fordert höhere Besteuerung ihrer Vermögen

    Eine Initiative von Wohlhabenden aus Deutschland und Österreich fordert eine höhere Besteuerung von Millionenvermögen.

    Ihr Appell umfasst etwa den Vorschlag, für diese Besitztümer die Vermögenssteuer wieder einzuführen und striktere Regeln gegen Steuervermeidung einzuführen. Die Sonderregelungen bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer sollten begrenzt und progressive Steuersätze bei der Kapitalertragssteuer eingeführt werden. Ziel sei es, mehr Chancen, Teilhabe und Zukunftsinvestitionen für alle zu ermöglichen. Die Corona-Pandemie habe bestehende Ungleichheiten verstärkt. Unterzeichnet haben den Appell nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" etwa der IT-Unternehmer Ralph Suikat und Antonis Schwarz, Erbe der Schwarz Pharma AG.

  • ParteitagGrüne Jugend lehnt mögliche Koalition mit Union ab

    Die Vorsitzende der Grünen Jugend, Peters, lehnt ein mögliches Bündnis der Grünen mit der Union nach der Bundestagswahl ab.

    Wenn man das Wahlprogramm der Grünen ernst nehme, dann sei eine Koalition mit CDU und CSU keine Option, sagte Peters im Deutschlandfunk. Sie kündigte an, dass die Grüne Jugend mit einer Gerechtigkeitskampagne in den Wahlkampf gehen werde. In der Pandemie seien die Reichen immer reicher geworden, während an den Hartz-IV-Sätzen immer mehr gespart werde, kritisierte Peters. Mit der Forderung nach einem höheren Spitzensteuersatz gehe man auf die Herausforderung der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft ein.

    Der Grünen-Parteitag befasst sich heute mit der Sozial-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik. Während der Vorstand vorschlägt, den Spitzensteuersatz von derzeit 42 Prozent auf 48 Prozent für Top-Verdiener anzuheben, macht sich die Grüne Jugend für 53 Prozent stark. Zudem wirbt sie für eine staatliche Jobgarantie. - Auf dem Parteitag stellen sich die beiden Vorsitzenden Baerbock und Habeck den rund 700 Delegierten zur Wiederwahl als Führungsduo. Baerbock soll zudem als Kanzlerkandidatin vom Parteitag bestätigt werden.

  • Präsident des Umweltbundesamts"Ohne den CO2-Preis wird alles sehr teuer"

    Der Präsident des Umweltbundesamtes, Messner, hält eine deutliche Steigerung des CO2-Aufschlags auf Kohle, Öl und Gas für notwendig.

    Alle Experten gingen für Ende der 20er-Jahre von einem Preis von mehr als 100 Euro pro Tonne aus, sagte Messner im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Er betonte zugleich, dass es andernfalls für die Gesellschaft noch teurer werde. Denn ein niedrigerer CO2-Aufschlag wirke wie eine Subvention der fossilen Energieträger, die viele Schäden anrichteten.

    Als sozialen Ausgleich hält der Präsident des Umweltbundesamtes eine Art Klimageld für geeignet, bei dem die Haushalte über eine direkte Zahlung einen Teil der CO2-Einnahmen rückerstattet bekommen. Das sei vielleicht sichtbarer als die ebenfalls mögliche allgemeine Absenkung der Strompreise, meinte Messner.

    Hier können Sie das gesamte Interview nachlesen. Der Deutschlandfunk sendet das Interview morgen, 13.06.2021, um 11.05 Uhr.

  • Corona-ImpfzentrenStädtetag fordert Finanzierungszusage über 30.9. hinaus

    Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Dedy, fordert, die Corona-Impfzentren über den 30. September hinaus zu betreiben.

    Dazu sollten Bund und Länder ihre Finanzierungszusagen verlängern, sagte er der "Passauer Neuen Presse". Nach bisherigem Stand soll ein Großteil der Impfzentren Ende September geschlossen werden. Dedy wies darauf hin, dass es derzeit zwar immer noch zu wenig Impfstoff gebe. Sobald sich das aber ändere, seien die Impfzentren mit ihren großen Kapazitäten geeignet, auf den zu erwartenden Andrang zu reagieren. - Mehrere Bundesländer haben bereits signalisiert, dass ausgewählte Impfzentren weiter offen bleiben sollen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 12.06.)
    + Öffnungen: Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene (Stand 02.06.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Neue Einreisebestimmungen: Für wen die Quarantäne wegfällt - und was dazu notwendig ist (Stand 08.06.)
    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 11.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 19.05.)
    + Impfstoffe: Worum es bei der Freigabe von Patenten geht (Stand 08.05.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

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  • CoronaRKI: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz in der Corona-Pandemie ist weiter gesunken.

    Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, liegt sie nun bei 18,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Gestern betrug der Wert 18,6. Binnen eines Tages wurden 1.911 Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Das sind 383 weniger als vor einer Woche. Deutschlandweit hat das RKI zudem 129 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Krankheitserreger registriert.

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  • Covid-19Mehr als jeder Vierte in Deutschland vollständig geimpft

    Mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland ist vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

    Das Bundesgesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut gaben die Impfquote heute mit 25,7 Prozent an. Das sind mehr als 21 Millionen Menschen. Die Quote der Erstimpfungen liegt bei 48,1 Prozent der Bevölkerung.

    In den Bundesländern Bremen, Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ist bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Am niedrigsten ist die Quote in Sachsen mit 43 Prozent.

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  • CoronaProduktionspanne bei Johnson & Johnson in den USA

    Nach einer Produktionspanne in einem US-Werk muss der Pharma-Konzern Johnson & Johnson Millionen Corona-Impfdosen vernichten.

    Mehrere Chargen im Umfang von jeweils mehreren Millionen Dosen seien wegen einer möglichen Kontamination unbrauchbar, teilte die Arzneimittelbehörde FDA mit. Die genaue Menge wurde nicht genannt. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass es sich um 60 Millionen Impfdosen handele.

    Auch die kanadischen Behörden kündigten an, 300.000 Dosen des Vakzins aus dem betroffenen Werk in Baltimore nicht zu verwenden.

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  • HongkongDemokratie-Aktivistin Chow wieder auf freiem Fuß

    In Hongkong ist die Demokratie-Aktivistin Agnes Chow aus dem Gefängnis entlassen worden.

    Sie war vor knapp sieben Monaten inhaftiert worden. Die 24-jährige Frau wurde zusammen mit ihrem langjährigen Mitstreiter Joshua Wong für ihre Teilnahme an einer illegalen Kundgebung verurteilt.

    Chow wurde auch unter dem Verdacht verhaftet, mit ausländischen Kräften zusammengearbeitet zu haben. Eine Anklage dafür wurde jedoch noch nicht erhoben.

    Chows Freilassung fiel auf den zweiten Jahrestag eines großen Protests: Am 12. Juni 2019 hatten geschätzt eine Million Menschen gegen den Vorschlag der Regierung demonstriert, Auslieferungen an Festlandchina zu erlauben. Die Polizei schoss mit Tränengas und Gummigeschossen auf die Menge.

  • InterviewPutin spricht von Tiefpunkt der Beziehungen zu den USA

    Wenige Tage vor dem Gipfeltreffen mit US-Präsident Biden sieht der russische Staatschef Putin das Verhältnis zu Washington in einer schweren Krise.

    Die bilaterale Beziehung habe in den letzten Jahren ihren Tiefpunkt erreicht, sagte Putin in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC. Biden unterscheide sich radikal von seinem Vorgänger Trump, den Putin als außergewöhnliche und talentierte Person beschrieb. Biden dagegen sei ein "Karrieremensch", der praktisch sein ganzes Erwachsenenalter in der Politik verbracht habe.

    Biden und Putin treffen am Mittwoch in Genf aufeinander. Dass der US-Präsident ihn in einem Interview im März einen Mörder genannt hatte, kommentierte Putin mit den Worten, er habe schon Dutzende solcher Anschuldigungen gehört.

  • BelarusEltern von Blogger Protassewitsch wenden sich an Merkel

    Die Eltern des inhaftierten belarussischen Oppositionellen Protassewitsch haben Bundeskanzlerin Merkel gebeten, sich für die Freilassung ihres Sohnes einzusetzen.

    Jede weitere Stunde, die vergehe, koste Unschuldige in Belarus das Leben, sagten die Eheleute Protassewitsch der "Bild"-Zeitung. Ihr Sohn war im Mai am Flughafen von Minsk gemeinsam mit seiner Freundin festgenommen worden, nachdem die belarussischen Behörden eigens ein Passagierflugzeug zur Landung gezwungen hatten. Die Aktion sorgte international für Empörung. Die EU verschärfte daraufhin ihre Sanktionen gegen das autoritär regierte Land. Vergangene Woche strahlte das belarussische Staatsfernsehen ein augenscheinlich erzwungenes Interview mit dem 26-Jährigen Blogger aus. Protassewitsch bekennt sich darin dazu, zu Protesten aufgerufen zu haben. Auch lobt er den belarussischen Präsidenten Lukaschenko.

  • G7-GipfelEine Milliarde Corona-Impfstoff-Dosen als Spende - WHO: "Sehr ermutigend"

    Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten - kurz - G7 will ärmeren Staaten mit einer Milliarde Impfdosen gegen das Coronavirus helfen. Nach Angaben der britischen Regierung soll das sowohl durch Verteilung als auch durch Finanzierung von Impfstoff möglich werden. Kritikern gehen die Pläne nicht weit genug.

    Die US-Regierung hatte schon vor dem Treffen eine Spende von 500 Millionen Impfdosen an ärmere Staaten der Welt zugesagt. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen die Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech an 92 Länder mit niedrigem und niedrigem mittleren Einkommen verteilt werden sowie an die Afrikanische Union. 200 Millionen Dosen sollen demnach zwischen August und Ende des Jahres geliefert werden, die übrigen 300 Millionen bis Juni 2022.

    Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnete die Aktion als "sehr ermutigend". Man habe schon seit Monaten gefordert, dass die Länder mit einem Überschuss an Impfdosen die Wirkstoffe mit bedürftigen Ländern teilen sollten. Ähnlich äußerte sich UNO-Generalsekretär Guterres, der aber deutlich mehr Einsatz anmahnte. Gerade in Entwicklungsländern breite sich das Coronavirus wie ein Flächenbrand aus. Es gelte, schnell zu handeln und so viele Menschen weltweit wie möglich zu schützen, bevor das Virus immun gegen Impfstoffe werde, sagte Guterres. "Wir sind im Krieg mit dem Virus."

    Wie viel wollen welche Länder spenden?

    Für GROSSBRITANNIEN hat Premierminister und Gipfel-Gastgeber Boris Johnson angekündigt, dass sein Land 100 Millionen Impfdosen aus seinem Überschuss beisteuern werde, den Großteil über die Impfstoffinitiative Covax. Großbritannien hatte sich derart mit Impfstoff eingedeckt, dass es seine Bevölkerung damit mehrfach durchimpfen könnte. Bisher hat das Land kaum Impfstoffe exportiert - und sich damit deutliche Kritik unter anderem von der EU eingehandelt.

    Wie viel DEUTSCHLAND zur Spende von einer Milliarde Impfdosen beitragen könnte, blieb zunächst offen. Angesichts nicht völlig klarer Liefermengen für Juli, August und September könne sie keine Verpflichtung für noch nicht gelieferte Mengen eingehen, sagte Bundeskanzlerin Merkel. Im Mai hatte sie noch angekündigt, bis Jahresende 30 Millionen Dosen an Covax spenden zu wollen. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass Deutschland das Programm auch mit mehr als einer Milliarde Euro finanziell unterstützen werde. Dieses Geld könnte für die Milliarden-Spende der G7 in Impfdosen umgerechnet werden.

    Wie die BBC berichtet, wollen auch FRANKREICH, ITALIEN und SCHWEDEN Impfdosen spenden. JAPAN habe eine Milliarde Dollar zugesagt.

    Welche Impfstoffe könnten gespendet werden?

    Die Impf-Initiative Covax könnte Vakzine von AstraZeneca, Pfizer/Biontech, Johnson&Johnson, Moderna, Sinopharm und Sinovac verwenden. Bislang haben aber lediglich Pfizer und AstraZeneca geliefert. Moderna, so die BBC, wolle 500 Millionen Impfdosen zum niedrigsten Preis zur Verfügung stellen, die meisten davon aber erst 2022.

    Beim Welt-Gesundheitsgipfel in Rom Ende Mai hatten die US-Pharmakonzerne Pfizer, Moderna und Johnson&Johnson bereits 3,5 Milliarden Corona-Impfstoffdosen für ärmere und Schwellenländer versprochen. Sie sollten aber nicht gespendet werden, sondern zum Selbstkosten- beziehungsweise zu einem Sonderpreis bereitgestellt werden.

    Warum stößt das Vorhaben auf Kritik?

    Entwicklungshilfeorganisationen bezeichneten die bisherigen Spenden-Pläne der großen Industrienationen als "unzureichend". Grundsätzlich sei eine sofortige Weitergabe von Impfdosen dringend erforderlich und die Milliarde Impfdosen deshalb willkommen, sagte etwa ein Vertreter von Oxfam. Wenn das aber alles sei, "muss dies als Fehlschlag gewertet werden". Ihmzufolge hält die Weltgesundheitsorganisation mindestens acht Milliarden Impfdosen für nötig, um eine Herdenimmunität in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen zu erreichen.

    Die Co-Vorsitzende des Covax-Programms spricht sogar von elf bis zwölf Milliarden nötigen Dosen. Jane Halton sagte dem britischen Radiosender "Times Radio", bislang seien weltweit etwa 2,2 Milliarden verabreicht worden und das zu mehr als drei Vierteln in nur zehn Ländern. "Ich denke, man muss nicht besonders kreativ sein, um herauszufinden, dass das die reichsten Länder der Welt sind".

    Die Internationale Handelskammer (ICC) warnte vor Folgen für die Weltwirtschaft. Wenn die G7 bei den Impfstoffspenden nicht deutlich zulegten, setzten sie ihre eigenen Bürger Gefahren aus - etwa, weil sich neue, gefährlichere Virusvarianten entwickeln und neue Corona-Ausbrüche die Lieferketten unterbrechen könnten.

    Als wichtigeren Baustein in der Bekämpfung der Corona-Pandemie weltweit bezeichneten etliche Organisationen die Aufhebung des Patentschutzes für Impfstoffe sowie die Weitergabe von Technologie zur Impfstoffproduktion und Investitionen in regionale Produktion weltweit. "Wohltätigkeitsaktionen" könnten die Krise der weltweiten Impfstoffversorgung nicht beheben.

    (Mit Material der Nachrichtenagentur dpa)

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  • BundestagPflegereform soll Tariflöhne garantieren

    Der Bundestag hat mit den Stimmen der Regierungskoalition neue Regeln für die Pflege beschlossen.

    Ab September kommenden Jahres sollen Versorgungsverträge nur noch mit Einrichtungen erlaubt sein, in denen Pflegekräfte nach Tarif oder in vergleichbarer Höhe bezahlt werden. Pflegebedürftige sollen weniger Eigenanteil übernehmen müssen und die Pflegekasse einen dauerhaften Zuschuss vom Bund erhalten. Finanziert wird die Pflegereform durch einen erhöhten Beitrag, den nur kinderlose Menschen bezahlen müssen.

    Der Bundestag hat außerdem die Pandemie-Notlage bis zum 11. September verlängert. Die sogenannte "epidemische Lage von nationaler Tragweite" dient als rechtliche Grundlage für die Corona-Regelungen. Sie wurde im März 2020 erstmals festgestellt.

    Zudem stimmte das Parlament für strengere Regeln bei Nebeneinkünften von Abgeordneten. Die Einnahmen müssen künftig ab einer geringeren Höhe und auf den Cent genau veröffentlicht werden.

  • SachsenSPD-Landeschef Dulig will Amt aufgeben

    Der Landesvorsitzende der SPD in Sachsen, Dulig, will sein Amt aufgeben.

    In einer Vorstandssitzung am Abend kündigte er überraschend an, auf eine erneute Kandidatur für den Vorsitz der Landes-SPD zu verzichten. Dulig erklärte zur Begründung, er wolle mit dem Rückzug einen neuen Impuls für seine Partei ermöglichen.

    Dulig ist seit 2009 Vorsitzender der sächsischen SPD und seit 2014 Landeswirtschaftsminister. Seine Partei rangiert in landespolitischen Umfragen derzeit im einstelligen Bereich.

  • InsektenschutzKlöckner kündigt höheren Ausgleich für Bauern an

    Im Streit um strengere Vorgaben zum Insektenschutz soll es höhere Ausgleichszahlungen für Landwirte geben.

    Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner, CDU, sagte nach Beratungen mit ihren Länderkollegen, der Bund werde zusätzlich 65 Millionen Euro zweckgebunden für Betriebe bereitstellen, bei denen Mehraufwand entstehe. Insektenschutz müsse zusammengehen mit Einkommenssicherung. Der Vorsitzende der Länder-Agrarminister, Günther - von den Grünen, sprach von einem gemeinsamen Bekenntnis zur Mitfinanzierung beim Insektenschutz, auch wenn die Haushaltsmittel noch konkret zu organisieren seien.

    Der Entwurf des geplanten Insektenschutzgesetzes wurde heute vom Umweltausschuss gebilligt, wie es im Pressedienst des Parlaments hieß. Ob über das Gesetz noch vor der Sommerpause im Bundestag abgestimmt wird, ist unklar. Es soll für mehr geschützte Flächen sorgen und den Pestizid-Einsatz einschränken.

  • KinderarbeitMinister Müller spricht von alarmierenden Zahlen

    Am heutigen Welttag gegen Kinderarbeit hat Bundesentwicklungsminister Müller auf die bedrohliche Lage vieler Mädchen und Jungen hingewiesen.

    Die steigenden Zahlen bei Kinderarbeit seien alarmierend und könnten nicht einfach so hingenommen werden, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. 160 Millionen Kinder müssten weltweit arbeiten.

    Mit dem gestern vom Bundestag verabschiedeten Lieferkettengesetz sollen Unternehmen ihrer globalen Verantwortung für Menschenrechte und Umweltstandards besser nachkommen.

  • SønderborgJubiläum der deutsch-dänischen Grenzziehung

    Bundespräsident Steinmeier reist nach Dänemark, um an Feiern zum 100-jährigen Jubiläum der Grenzziehung teilzunehmen.

    Heute Abend wird er von Ministerpräsidentin Frederiksen empfangen. Morgen sind Begegnungen mit Königin Margarethe II. und Vertretern der deutschen Minderheit geplant. Der Festakt zur Erinnerung an die friedliche Grenzziehung im Jahr 1920 findet im süddänischen Sønderborg statt. Die Bewohner Nord- und Südschleswigs konnten damals in Abstimmungen entscheiden, zu welchem Land sie gehören wollten. Dementsprechend wurde die Grenze gezogen. Im vergangenen Jahr mussten die Jubiläumsfeiern wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.

  • Stasi-UnterlagenDokumente sind nach Ansicht Roland Jahns gut im Bundesarchiv aufgehoben

    Der scheidende Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, Jahn, sieht die Akten der ehemaligen DDR-Staatssicherheit im Bundesarchiv gut aufgehoben.

    Es gehe darum, sicherzustellen, dass die Dokumente auch in den nächsten Generationen genutzt werden könnten, sagte Jahn im RBB-Inforadio. Außerdem sei man nicht mehr in den 1990er Jahren. Der Horizont müsse erweitert, die DDR-Geschichte insgesamt betrachtet werden, betonte er.

    Jahn scheidet am kommenden Donnerstag aus dem Amt, das dann entfällt. Vor zwei Tagen ist die frühere DDR-Oppositionelle Evelyn Zupke vom Bundestag zur ersten Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur gewählt worden. Das Amt wurde neu geschaffen.

  • BundesligaMehr Infektionen bei Zuschauern ohne Masken

    Spiele der Fußball-Bundesliga mit Fans im Stadion haben laut einer Studie zu höheren Corona-Infektionszahlen geführt.

    Die "Rheinische Post" berichtet unter Berufung auf eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, die Infektionsdynamik sei nach den Spielen mit Zuschauern im September und Oktober statistisch signifikant gestiegen. Im Durchschnitt seien die Infektionen in Städten und Landkreisen bei Erstligaspielen um sieben bis acht Prozent stärker gestiegen als ohne Fußballspiele. Der Anstieg habe sich vollständig den Spielen zuordnen lassen, bei denen Schutzmasken lediglich auf den Wegen zum Platz getragen werden mussten. Bei einer Tragepflicht auch am zugewiesenen Platz seien dagegen keine erhöhten Infektionszahlen aufgetreten.

  • Fußball-EMTürkei unterliegt im Auftaktspiel Italien

    Bei der Fußball-Europameisterschaft hat die Türkei das Auftaktspiel gegen Italien mit 0:3 verloren.

    Die Begegnung war in Rom im Olympiastadion ausgetragen worden. Am Dienstag bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Spiel, Gegner ist dann Frankreich. Die EM dauert bis zum 11. Juli.

    Russland hat derweil dem ARD-Sportjournalisten Robert Kempe die Akkreditierung verweigert. WDR-Chefredakteurin Ehni bezeichnete die Entscheidung als "Einschränkung der Pressefreiheit". Kempe hatte unter anderem über den russischen Staatskonzern Gazprom und dessen Verbindungen in den europäischen Fußball berichtet.

  • TennisDjokovic und Tsitsipas im Finale der French Open

    Der Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic und Stefanos Tsitsipas aus Griechenland haben das Endspiel der French Open erreicht.

    Der Serbe Djokovic schlug im Halbfinale Titelverteidiger Rafael Nadal aus Spanien in vier Sätzen. Zuvor hatte Tsitsipas den Deutschen Alexander Zverev knapp in einem Fünf-Satz-Match ausgeschaltet.

  • SportgerichtBeinamputierter Sprinter Leeper darf wegen Wettbewerbsvorteil durch Prothesen nicht starten

    Der US-Sprinter Leeper darf mit seinen Beinprothesen nicht an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen.

    Der internationale Sportgerichtshof CAS wies den Einspruch des Athleten zurück und verwies auf seine Entscheidung aus dem Herbst vergangenen Jahres. Demnach verschaffe sich der beinamputierte Sportler mit seinen Prothesen einen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten, die keine Hilfsmittel einsetzten. Es war bereits der zweite Einspruch Leepers, der abgelehnt wurde. Die Gerichtsentscheidung gilt auch für Veranstaltungen des Leichtathletik-Weltverbandes.

  • WetterWeitgehend freundlich, im Norden und Nordosten Niederschläge

    Das Wetter: Im Südwesten heiter und meist trocken, sonst bewölkt und vor allem im Nordosten und Osten einige Schauer und Gewitter. Höchstwerte 19 bis 28 Grad. Morgen im Norden und Osten zunächst noch wolkig, aber trocken. Ansonsten verbreitet sonnig. 18 bis 27 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Auch am Montag viel Sonnenschein und trocken. Temperaturanstieg auf 23 bis 30 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt aktuell bei 18,3.

    Das teilte das Robert-Koch-Institut mit. Gestern betrug sie bundesweit 18,6. Innerhalb eines Tages wurden zuletzt 1.911 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das sind 383 weniger als vor einer Woche. 129 weitere Menschen starben. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt gemeldeten Todesfälle auf 89.816. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit rund 3,57 Millionen an. Das Robert Koch-Institut weist allerdings darauf hin, dass der Algorithmus zur Schätzung der Genesenen zwar Angaben zum Erkrankungsbeginn und zur Hospitalisierung berücksichtige - jedoch nicht, ob gegebenenfalls Spätfolgen der Erkrankung vorliegen. Diese Daten würden nicht regulär im Meldesystem erfasst. Viele Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, leiden auch Monate später an Symptomen wie schneller Erschöpfung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Das Phänomen wird Long Covid genannt.

    Die Inzidenzen aller Bundesländer finden sich täglich auf dem Corona-Dashboard des RKI. Derzeit am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg (26). Inzwischen liegen alle Bundesländer deutlich unter 50. Am niedrigsten ist die Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern (5,3).

    (Stand: 12.6., 6.30 Uhr)

    So steht es um die Belegung der Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden deutsche Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen – auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit sinkt die Belegung der Betten mit Covid-Patientinnen und Patienten. Aktuell liegen dort 1.364 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 932 invasiv beatmet werden. Derzeit sind 3.599 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten als frei gemeldet. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass dafür nicht genug Personal zur Verfügung stehen könnte. Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an.

    (Stand 12.6., 9.30 Uhr)

    So steht es um die Impfungen gegen Corona

    Das Bundesgesundheitsministerium meldet regelmäßig die Impfzahlen vom Vortag auf einem Dashboard. Demnach haben inzwischen gut 48 Prozent der Bevölkerung (rund 40 Millionen Menschen) mindestens eine Impfdosis erhalten. 25,7  Prozent (mehr als 21,3 Millionen) sind vollständig geimpft. Am Freitag wurden 965.478 Impfdosen verabreicht.

    (Zahlen für den 11.6., veröffentlicht am 12.6.)

    Tests: Positivrate zuletzt gesunken

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 22 fielen demnach 3,12 Prozent der Tests positiv aus - in der Vorwoche waren es 4,16 und davor 5,77 Prozent. Das RKI registrierte in der 22. Kalenderwoche 871.457 Labortestungen, gut 73.000 weniger als in der Woche zuvor. Die Behörde weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht ganz mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist – denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    (Stand: 9.6.)

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  • Covid-19Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene

    Die Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene wurden gelockert. Was bedeuten die Erleichterungen genau und wie werden sie umgesetzt? Ein Überblick.

    Laut der Bundesverordnung dürfen sich Geimpfte und Genesene im privaten Rahmen wieder ohne Einschränkungen mit anderen Geimpften und Genesenen treffen. Bei Treffen mit Ungeimpften, etwa im Familien- oder Freundeskreis, zählen Geimpfte und Genesene laut Verordnung künftig ebenso wie Kinder unter 14 nicht mehr mit. Auch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen gelten für sie nicht mehr.

    Die Regierung begründete die Lockerungen damit, dass von Geimpften und Genesenen nur noch ein Restrisiko für Ansteckungen ausgeht, weshalb man ihnen Grundrechte nicht weiter vorenthalten dürfe. Hintergrund waren allerdings auch Beschwerden am Bundesverfassungsgesricht gegen die sogenannte Bundesnotbremse.

    Kein negativer Test mehr beim Einkaufen erforderlich

    Nach Reisen müssen vollständig Geimpfte und Genesene nur noch in Ausnahmefällen in Quarantäne - etwa, wenn sie aus einem Virusvariantengebiet einreisen. Personenbeschränkungen für kontaktlose Individualsportarten, also beispielsweise Joggen, entfallen für diese Gruppen ebenfalls. Zudem müssen sie beim Einkaufen oder beim Friseur keinen negativen Test mehr vorweisen. Es reicht dann der Impfnachweis, etwa das gelbe Impfheft oder ein von den Impfzentren ausgefülltes Formular. Künftig soll ein digitaler Ausweis genutzt werden. Von einer Covid-Erkrankung genesene Personen müssen dies ebenfalls nachweisen.

    Die Maskenpflicht an bestimmten Orten und das Abstandsgebot im öffentlichen Raum gelten aber weiterhin für alle.

    Wer gilt als "geimpft" oder "genesen"?

    Als "vollständig geimpft" gilt, wer alle vorgesehenen Dosen eines zugelassenen Impfstoffs erhalten hat, zusätzlich müssen seit der letzten Dosis mindestens 14 Tage vergangen sein. Dann hat man den vollen Impfschutz. Bei zuvor von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen kann dazu auch eine einzige Dosis genügen. Als "genesen" gelten Personen, die nachweislich eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht haben. Der positive PCR-Befund, der die Infektion nachweist, muss mindestens 28 Tage und darf höchstens sechs Monate alt sein.

    Sowohl für Geimpfte als auch für Genesene gilt zusätzlich, dass sie keine akuten Symptome wie Atemnot, Husten oder Fieber haben dürfen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Covid-19: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand 11.06.)
    + Öffnungen: Diese Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene (Stand 02.06.)

    Reisen und Corona-Pandemie weltweit

    + Neue Einreisebestimmungen: Für wen die Quarantäne wegfällt - und was dazu notwendig ist (Stand 08.06.)
    + "Grünes Zertifikat": So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen (Stand 08.06.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 11.06.)
    + Virusvariante: Wie gefährlich ist die indische Delta-Variante? (Stand: 06.06.)

    Informationen zu Impfungen

    + Digitale Unterstützung: Portale und Tools sollen bei Suche nach Impfterminen helfen (Stand 08.06.)
    + Covid-19-Impfstoffe: Wann ist eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig? (Stand 09.06)
    + Impfungen: Sollten Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden? (Stand 19.05.)
    + Impfstoffe: Worum es bei der Freigabe von Patenten geht (Stand 08.05.)
    + Impfungen: Was über die Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt ist (Stand 02.06.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • CoronavirusVielerorts Urlaub ohne Quarantäne möglich - welche Bestimmungen jetzt gelten

    Die Bundesregierung hat Einreisebestimmungen verabschiedet, die auch Reisen zu touristischen Zwecken erleichtern. Wir erklären, für wen die Einreisequarantäne wegfällt - und was dazu notwendig ist.

    Was gilt für Risikogebiete?

    Noch sind vom RKI zahlreiche Länder als Risikogebiete eingestuft - dabei handelt es sich um Länder mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 50. Eigentlich stehen bei Rückreise aus diesen Ländern zehn Tage Quarantäne an. Diese Pflicht entfällt für vollständig Geimpfte und Genesene mit den entsprechenden Nachweisen. Wichtig: Nur die in der EU zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Moderna und Johnson&Johnson werden akzeptiert.

    Alle anderen können sich mit einem negativen Testergebnis von der häuslichen Isolation befreien. Das kann durch einen Antigen-Test (nicht älter als 48 Stunden) oder einen PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) erfolgen. Der Test muss spätestens 48 Stunden nach Einreise vorliegen - wer mit dem Flugzeug reist, muss vor der Abreise getestet sein. Kinder unter sechs Jahren sind von der Regelung ausgenommen und müssen keinen Test nachweisen.

    Alle Einreisenden müssen sich nach Aufenthalten in Risikogebieten, die länger sind als 24 Stunden, auf dem Einreiseportal der Bundesregierung registrieren.

    Italien, Tschechien sowie Teile Österreichs, der Schweiz, Kroatiens und Frankreichs wurden vom RKI kürzlich (06.06.) von der Liste der Risikogebiete gestrichen, dort fallen die entsprechenden Einreisebeschränkungen für Urlauber also weg.

    Was gilt für Hochinzidenzgebiete?

    Die Länder, deren Sieben-Tage-Inzidenz über 200 liegt, werden vom RKI als Hochinzidenzgebiete definiert. Dazu gehören unter anderem Ägypten und Tunesien (Stand 08.06.). Wer von dort zurückkehrt, muss bereits bei der Einreise einen Corona-Test vorlegen, der aber nicht von der Quarantäne befreit. Von ihr kann man sich nach frühestens fünf Tagen freitesten, ansonsten beträgt die Dauer zehn Tage.

    Wer vollständig geimpft oder genesen ist, muss auch bei der Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten nicht in Quarantäne.

    Was gilt für Virusvariantengebiete?

    Als Virusvariantengebiet gelten Länder, in denen eine Mutation auftritt, die als besonders ansteckend und/oder gefährlich gilt. Betroffene Länder sind unter anderem Brasilien, Indien und Südafrika. Wer von dort kommt, muss 14 Tage in Quarantäne, egal ob geimpft, genesen oder getestet. Eine Verkürzung ist nicht möglich. Zudem muss bereits vor der Einreise ein Test erfolgen.

    Wo kann man sich testen lassen?

    Das variiert von Land zu Land. Für Rückkehrer von Flugreisen gilt in aller Regel, dass sie sich in an den Abflughäfen testen lassen können. In Italien gibt es Antigen-Schnelltests in vielen Apotheken, in Schweden sind es vor allem Labore und Kliniken, die die Tests anbieten. Österreich bietet ähnlich wie Deutschland kostenlose Schnelltests an und hat ein breit ausgebautes Netz, unter anderem in Apotheken. Ähnliches gilt für Frankreich. Es lohnt sich auf jeden Fall eine Nachfrage vor dem Antritt der Urlaubsreise, gegebenenfalls beim Hotel oder dem Vermieter vor Ort.

    (Stand 08.06.)

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  • "Grünes Zertifikat"So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen

    Die EU-Staaten arbeiten gemeinsam an einem sogenannten "Grünen Zertifikat". Mit diesem Nachweis unter anderem für Corona-Impfungen soll das Reisen in der Europäischen Union leichter werden. Was genau geplant ist und wann es so weit ist - ein Überblick.

    Was ist das "Grüne Zertifikat"?

    Das "Grüne Zertifikat" ist ein von den Mitgliedsstaaten geplantes digitales Dokument, das künftig EU-weit gelten soll. In diesem soll unter anderem angezeigt werden, ob jemand vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist sowie wann und mit welchem Wirkstoff das passiert ist. Es soll aber auch Aufschluss darüber geben können, ob jemand negativ getestet wurde oder bereits eine Covid-19-Erkrankung überstanden hat. Über einen Barcode sollen diese Informationen fälschungssicher abgerufen werden können. Das Dokument soll in der jeweiligen Landessprache und auf Englisch ausgestellt werden. Ein offizielles Reisedokument wird es aber nicht sein. Wer kein Smartphone besitzt oder das Zertifikat nicht digital speichern möchte, soll es auch in Papierform bekommen können.

    Welche Befugnisse haben Geimpfte mit dem EU-Zertifikat?

    Welche Vorteile das Zertifikat verschafft, soll nach der Einigung von Parlament und Mitgliedsstaaten jedes Land selbst festlegen. Deshalb können die Regeln unterschiedlich aussehen. Allerdings sollen zusätzliche Beschränkungen wie etwa Quarantäne für negativ Getestete, Geimpfte oder Genesene nur eingeführt werden, wenn es etwa die Infektionslage erfordere. Solche Maßnahmen sollen mindestens 48