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  • Beihilfe-SkandalNiederländische Regierung tritt zurück

    Die niederländische Regierung tritt zurück, wenige Wochen vor der Parlamentswahl im März. Das teilte Premierminsiter Rutte in Den Haag mit. Seine Regierung zieht damit die Konsequenzen aus einer Affäre um Kinderbeihilfen.

    Laut dem Bericht einer Untersuchungskommission wurden rund 20.000 Eltern von niederländischen Behörden fälschlicherweise Betrug vorgeworfen. Wegen Rückforderungen waren die Familien in finanzielle Not geraten.

    Umfragen zufolge dürfte Ruttes rechtsliberale Partei VVD bei der Parlamentswahl am 17. März trotz der Affäre stärkste Kraft werden. Bis anschließend eine neue Regierung gebildet ist, bleibt die jetzige Regierung geschäftsführend im Amt.
    Rutte hatte bereits versichert, dass die Regierung auch nach einem Rücktritt bei der Bewältigung der Corona-Krise voll handlungsfähig bleiben werde.

    Die Niederlande sind in dieser Woche bereits das dritte EU-Mitgliedsland, in dem mitten in der Corona-Pandemie eine Regierung zerbricht, nach Estland und Italien.

    Mehr zu der Affäre um Kinderbeihilfen hören Sie hier.

  • Corona-LockdownFDP-Chef Lindner verlangt Informationen über Pläne des Kanzleramts

    Vor dem Bund-Länder-Treffen in der nächsten Woche fordert FDP-Chef Lindner Aufklärung über die Pläne des Kanzleramts.

    Offenbar werde in der Regierungszentrale "ein sogenannter Mega-Lockdown" vorbereitet, sagte er in Berlin. Öffentlichkeit und Bundestag würden darüber aber nicht informiert, auch die Bundesländer seien nicht einbezogen. Dieses Vorgehen sei nicht akzeptabel. Die FDP spreche sich für eine stärkere Regionalisierung der Maßnahmen aus, für einen besseren Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen und für Verbesserungen bei der Corona-Warn-App.

    Die nächste Bund-Länder-Runde zu den Corona-Maßnahmen wird um knapp eine Woche auf nächsten Dienstag vorgezogen. Grund für den früheren Termin ist Regierungssprecher Seibert zufolge die Infektionslage. Diskutiert wird derzeit über eine weitere Verschärfung der Maßnahmen, die dazu führen soll, dass die Bürger ihre Kontakte noch weiter einschränken. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sprach sich für drastische Kontaktbeschränkungen bundesweit für zwei bis drei Wochen aus. Er sagte, eine Reduzierung der Inzidenz gehe nur mit einem ganz harten Lockdown.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 15.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 14.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 14.01.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • AfghanistanUSA haben nur noch 2.500 Soldaten am Hindukusch

    Die USA haben die Zahl ihrer in Afghanistan stationierten Soldaten wie angekündigt auf 2.500 gesenkt.

    Das sei die niedrigste Zahl seit Beginn des Konflikts im Jahr 2001, erklärte das US-Verteidigungsministerium. Das Pentagon hatte Mitte November angekündigt, in den letzten Amtswochen von Präsident Trump rund 2.000 Soldaten aus Afghanistan abzuziehen.

  • UgandaStreit um erste Wahlergebnisse

    Nach der Präsidentschaftswahl in Uganda hat der Oppositionskandidat Bobi Wine den Sieg für sich beansprucht.

    Er sagte in Kampala, man habe die Abstimmung mit Sicherheit mit großem Abstand gewonnen. Erste Auszählungsergebnisse, nach denen Amtsinhaber Museveni in Führung liege, seien Augenwischerei. Die Wahlkommission sei nicht unabhängig, und es habe Manipulationen gegeben. Zudem seien Wahlbeobachter seiner Partei in Teilen des Landes verjagt worden. - Nach offiziellen Angaben liegt Museveni nach Auszählung von etwa 30 Prozent der Stimmen mit 64 Prozent in Führung. Wine kommt demnach auf 28 Prozent.

  • SchottlandGericht lehnt posthumen Freispruch von Lockerbie-Attentäter ab

    Die Verurteilung des Lockerbie-Attentäters Abdel Bassit al-Megrahi wird nicht posthum aufgehoben.

    Das oberste schottische Gericht in Edinburgh lehnte einen Berufungsantrag von al-Megrahis Sohn ab. Weder liege ein Justizirrtum vor noch habe die Staatsanwaltschaft wichtige Unterlagen zurückgehalten, entschieden die Richter. Der Anwalt der Familie kündigte Berufung vor dem obersten britischen Gerichtshof in London an.

    Der ehemalige libysche Geheimdienstoffizier war 2001 wegen des Anschlags auf die Pan-Am-Maschine über der schottischen Stadt Lockerbie mit 270 Toten zu 27 Jahren Haft verurteilt worden. 2009 kam er aus gesundheitlichen Gründen frei und kehrte nach Libyen zurück, drei Jahre später starb er. Bis zu seinem Tod beteuerte er seine Unschuld.

  • Gas-PipelineGrüne und DUH kritisieren Weiterbau von Nord Stream 2

    Die Genehmigung für den sofortigen Weiterbau der Gas-Pipeline Nord Stream 2 wird von Kritik der Grünen und der Deutschen Umwelthilfe begleitet.

    Der Umweltverband kündigte eine Klage an. Ein Weiterbau der Pipeline mitten im Winter stelle eine massive Störung in einem der bedeutendsten Winterrastgebiete für Zugvögel in der gesamten Ostsee dar. Nach Auffassung von Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt ignoriert die Genehmigung Klimaschutz- und Naturschutzbedenken.

    Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hatte heute den sofortigen Weiterbau der Pipeline zwischen Russland und Deutschland genehmigt. Bisher wäre das erst ab Ende Mai möglich gewesen. Unklar ist, wann die Verlegearbeiten weitergehen. Die Betreibergesellschaft kündigte an, dies erst in einigen Wochen abschätzen zu können.

    Die USA lehnen das Projekt ab und belegen beteiligte Unternehmen mit Sanktionen. Sie begründen ihre Haltung damit, dass Europa sich zu stark von russischen Energielieferungen abhängig mache. Auch der künftige Präsident Biden steht dem Projekt kritisch gegenüber.

  • Digitalisierung500 Millionen Euro für Lehrerlaptops bisher ungenutzt

    Aus einem 500 Millionen Euro umfassenden Programm zur Finanzierung von Dienstlaptops für Lehrer ist noch kein Geld abgerufen worden.

    Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Das Bundesbildungsministerium nannte als Grund, dass die entsprechende Vereinbarung zwischen Bund und Ländern über das 500-Millionen-Paket noch nicht von allen Bundesländern unterzeichnet worden und damit noch nicht in Kraft sei. Aus welchen Ländern die Unterschriften noch fehlen, wird nicht mitgeteilt. Der FDP-Abgeordnete Herbst bezeichnete diesen Verzug als beschämend.

    Das Dienstlaptop-Programm hatten Vertreter der Länder, SPD-Chefin Esken und Bundeskanzlerin Merkel im August bei einem Schulgipfel im Kanzleramt angestoßen.

  • Corona-Warn-AppNeue Version auch für ältere iPhones

    Ab der kommenden Woche werden die Funktionen der offiziellen Corona-Warn-App des Bundes erweitert.

    Zu den neuen Funktionen gehören laut Bundesgesundheitsministerium aktuelle Informationen über das Infektionsgeschehen sowie eine Darstellung der Begegnungshistorie. Damit würden App-Nutzer genauer über den Zeitpunkt von Risikobegegnungen in Kenntnis gesetzt. Zudem soll die App ab Mitte Februar auch auf den älteren iPhone-Modellen 5s und 6 laufen können.

    Die Corona-Warn-App der Bundesregierung wurde bis heute mehr als 25 Millionen Mal heruntergeladen. Experten schätzen, dass sie von rund 23 Millionen Menschen aktiv genutzt wird.

  • WirtschaftHessen will coronabedingte Insolvenzen verhindern

    Wegen der schleppenden Auszahlung der Corona-Hilfen will Hessen erreichen, dass die Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige oder überschuldete Unternehmen noch bis März ausgesetzt bleibt.

    Wirtschaftsminister Al-Wazir von den Grünen und Finanzminister Boddenberg von der CDU sagten dem "Handelsblatt", man habe beschlossen, im Bundesrat eine entsprechende Initiative zu starten. Es müsse verhindert werden, dass grundsätzlich gesunde Unternehmen durch die Corona-Krise in die Insolvenz rutschten.

    Die aktuelle Regelung läuft am 31. Januar aus. Um eine Verlängerung zu erreichen, müssten Bundesrat und Bundestag zustimmen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 15.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 14.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
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    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
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    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
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  • Zentralafrikanische RepublikViele Menschen auf der Flucht

    Die eskalierende Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik treibt immer mehr Menschen in die Flucht.

    Nahezu 60.000 Kinder, Frauen und Männer hätten in den Nachbarländern Schutz gesucht, sagte der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Cheshirkov, in Genf. Damit habe sich die Zahl der Geflohenen innerhalb einer Woche verdoppelt. Weitere knapp 60.000 Menschen suchten innerhalb des Landes Zuflucht.

    In der Zentralafrikanischen Republik liefert sich das Rebellenbündnis CPC Kämpfe mit der Armee. Trotz des Einsatzes internationaler Truppen und eines Friedensabkommens kommt das Land nicht zur Ruhe. Die meisten von denen, die das Land verlassen haben, schlagen sich nach Angaben des UNHCR in die Demokratische Republik Kongo durch.

  • RüstungskontrolleAuch Russland verlässt Open-Skies-Abkommen

    Auch Russland wird sich aus dem Rüstungskontrollvertrag Open Skies zurückziehen.

    Das kündigte das russische Außenministerium an und begründete dies mit Hindernissen bei der Fortsetzung des Vertrages. Die russische Zeitung Kommersant berichtete, die Regierung befürchte, dass die Mitglieder des Open-Skies-Vertrags ihre Erkenntnisse mit den USA teilen. Die US-Administration hatte im November den Ausstieg aus dem Abkommen vollzogen.

    Open Skies erlaubt den Vertragsstaaten eine bestimmte Zahl von kurzfristig angekündigten Aufklärungsflügen im Luftraum der anderen Partner. Die USA und Russland hatten sich wiederholt gegenseitig Verstöße dagegen vorgeworfen. Das Abkommmen wurde 1992 von 27 Staaten unterzeichnet und trat rechtlich verbindlich 2002 in Kraft.

  • IranMilitärübungen gegen "feindlichen Raketenschild"

    Die iranischen Revolutionsgarden haben nach staatlichen Angaben umfangreiche Militärübungen abgehalten.

    Es seien Boden-Boden-Raketen und im Iran hergestellte neue Drohnen getestet worden, berichtete das Staatsfernsehen. Dabei sei ein hypothetischer feindlicher Raketenschild bei der Übung am Freitag von Drohnen aus allen Richtungen getroffen worden. Die Ziele seien vollständig zerstört.

  • DieselskandalStrafverfahren gegen Ex-VW-Chef Winterkorn wegen Marktmanipulation eingestellt

    Nach der Einstellung des Strafverfahrens gegen die aktuelle VW-Spitze wegen Marktmanipulation im Dieselskandal ist auch der entsprechende Prozess gegen Ex-Konzernchef Winterkorn geplatzt.

    Dies teilte das Landgericht Braunschweig mit. Das Verfahren werde eingestellt. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die zu erwartende Strafe in diesem Prozess im Vergleich zu anderen Delikten, wegen derer Winterkorn vor Gericht steht, gering sei. Ab Ende Februar muss sich der frühere VW-Chef in einem Betrugsprozess wegen des Dieselskandals vor Gericht verantworten.

    Winterkorn war im September 2019 wegen Marktmanipulation angeklagt worden. Die Ermittler warfen ihm und zwei anderen aktuellen Konzernverantwortlichen vor, Anleger zu spät über die finanziellen Risiken der Abgasaffäre informiert zu haben. Das Landgericht hatte sich mit den Beteiligten auf die Einstellung unter Auflagen verständigt.

  • Corona-PandemieSteinmeier, Arbeitgeber und DGB rufen zu Homeoffice auf

    In einem gemeinsamen Appell haben Bundespräsident Steinmeier, der Arbeitgeberverband BDA und der Deutsche Gewerkschaftsbund die Unternehmen aufgefordert, noch mehr Beschäftigte von zuhause aus arbeiten zu lassen.

    Es müsse alles getan werden, um weitere Infektionen mit dem Coronavirus zu vermeiden, erklärten Steinmeier, BDA-Präsident Dulger und der DGB-Vorsitzende Hoffmann. Das gelte nicht nur für das Privatleben, sondern auch für das Arbeitsleben. Führungskräfte und Personalverantwortliche sollten deshalb, wo immer möglich, Homeoffice anbieten. Gleichzeitig appellierten sie an die Beschäftigten, solche Angebote anzunehmen. Von zuhause aus zu arbeiten, schütze auch Kolleginnen und Kollegen.

    Steinmeier betonte, es erkrankten immer noch viel zu viele Menschen an Covid-19, und die hohe Zahl der Toten sei traurig und erschütternd. Große Sorgen bereiteten ihm die aufgetretenen Virus-Mutationen, betonte der Bundespräsident. Sie gelten als sehr viel ansteckender als der ursprüngliche Erreger.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 15.01.)
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  • Strafprozess in MünchenDoping-Arzt zu Haftstrafe von über vier Jahren verurteilt

    Der Erfurter Mediziner Mark S. ist wegen Dopings zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

    Zudem erhielt er vor dem Landgericht München ein Berufsverbot von drei Jahren und eine Geldstrafe in Höhe von 158.000 Euro. In dem ersten großen Strafprozess seit Einführung des Anti-Doping-Gesetzes von 2015 sprach das Gericht auch die vier Helfer des Arztes schuldig. Ihnen wird vorgeworfen, seit Ende 2011 weltweit Blutdoping betrieben zu haben. Die Angeklagten waren bei Razzien im Zuge der "Operation Aderlass" während der Nordischen Ski-WM 2019 verhaftet worden.

    Die Nationale Anti-Doping-Agentur begrüßte das Urteil und sprach von einem Meilenstein mit Signalwirkung. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Hörmann, bezeichnete die Entscheidung des Gerichts als eine wertvolle Bestätigung für all diejenigen, die den Fair-Play-Gedanken respektieren und praktizieren.

  • Coronavirus-Variante in BrasilienGroßbritannien stoppt Einreisen aus Südamerika und Portugal

    Wegen einer in Brasilien entdeckten Variante des Coronavirus hat Großbritannien Einreisen aus Südamerika, Portugal und von den Kap Verden gestoppt.

    Der britische Verkehrsminister Shapps sagte, es handele sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme. Britische Wissenschaftler nehmen laut dem Minister an, dass die brasilianische Variante des Virus ansteckender ist als die ursprüngliche Form - ähnlich wie die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Mutationen. Shapps sagte, man gehe zwar davon aus, dass die bisher zugelassenen Impfungen auch gegen die Variante aus Brasilien wirkten. Man wolle aber den Erfolg der gerade begonnenen Massenimpfungen nicht gefährden.

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  • RundfunkbeitragDeutschlandradio kündigt Tarifvertrag

    Nach der von Sachsen-Anhalt blockierten Erhöhung des Rundfunkbeitrags zeigen sich erste Konsequenzen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

    Das Deutschlandradio hat von einem Sonderkündigungsrecht der laufenden Tarifverträge Gebrauch gemacht. Intendant Stefan Raue sagte der Deutschen Presse-Agentur, es handle sich um eine leider notwendige Maßnahme, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel abverlange. Kritik kam vom Deutschen Journalisten-Verband. DJV-Chef Frank Überall sagte der dpa, er befürchte eine Vorreiterrolle, die zu einem Flächenbrand führe.

    Im Dezember hatte die Landesregierung von Sachsen-Anhalt die von allen anderen Ländern schon beschlossene Erhöhung des Rundfunkbeitrags blockiert. Geplant war eine Anhebung von monatlich 17,50 Euro auf 18,36 Euro ab Januar. ARD, ZDF und Deutschlandradio haben vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt. Eil-Anträge wurden inzwischen abgelehnt. Die Entscheidung in der Hauptsache steht aus.

  • Covid-19Italien billigt weitere Milliarden zur Unterstützung in der Corona-Pandemie

    Italien stellt weitere 32 Milliarden Euro für Coronahilfen bereit.

    Der Ministerrat billigte in der vergangenen Nacht einen entsprechenden Vorschlag der Regierung. Mit den Geldern sollen Arbeitnehmer, Firmen und der Gesundheitssektor unterstützt werden - aber auch Familien, die besonders stark von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind. Die italienische Regierung geht damit über ihren ursprünglichen Haushaltsplan hinaus, in dem bereits Hilfen in Milliardenhöhe vorgesehen waren.

    Italien steckt nach dem Bruch der Regierungskoalition von Ministerpräsident Conte in einer Regierungskrise. Am Montag will Conte in der Abgeordnetenkammer die Vertrauensfrage stellen. Durch den Rückzug der Partei Italia Viva des ehemaligen Ministerpräsidenten Renzi hatte die Regierung vor zwei Tagen ihre Mehrheit verloren. Hintergrund ist unter anderem ein Streit über die Vergabe der Coronahilfen von der EU.

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  • Corona-PandemieWelche weiteren Beschränkungen wären noch möglich?

    Bund und Länder wollen ihre Beratungen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie vorziehen. Es ist die Rede davon, die bestehenden Beschränkungen zur Eindämmung des Virus zu verschärfen. An welchen Stellschrauben könnte die Regierung noch drehen?

    Lockdown für Wirtschaft und Homeoffice

    Der thüringische Ministerpräsident Ramelow hat bereits vor einigen Tagen einen Lockdown für die Wirtschaft ins Spiel gebracht. Auch die Grünen äußerten unlängst Unverständnis dafür, dass privat strenge Kontaktbeschränkungen gelten, die im Arbeitsleben nicht angewendet würden.

    Die Initiative #ZeroCovid verlangt ein europaweites Herunterfahren der Wirtschaft. Der Aktivist für Inklusion, Krauthausen, der sich an der Initiative beteiligt, sprach von einem "solidarischen Shutdown". Unternehmen sollten dazu verpflichtet werden, Homeoffice zu erlauben, sagte er im Deutschlandfunk. Ausnahmen seien möglich.

    In Portugal ist ab dem 15. Januar Homeoffice, sofern möglich, überall obligatorisch. In der Schweiz ist das Arbeiten im Homoffice ab dem 17. Januar verpflichtend. Auch dort gilt allerdings: wo immer möglich.

    Mobilität und ÖPNV

    Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Wieler, beklagt, dass die Bevölkerung ihre Mobilität deutlich weniger einschränke als im ersten Lockdown im Frühjahr. So habe sich an den Sonntagen im Dezember gezeigt, dass die Menschen viel häufiger unterwegs gewesen seien als im Frühjahr.

    Einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach im Kanzleramt über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nachgedacht werde, wies Bundeskanzlerin Merkel offenbar zurück. In der Vorstandssitzung der CDU sagte sie nach Informationen von Teilnehmern, keiner wolle den Öffentlichen Personennahverkehr schließen.

    Besuche in Pflegeheimen

    Der hessische Ministerpräsident Bouffier will bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen den Schwerpunkt auf die Altenheime legen. Der sächsische Ministerpräsident brachte ein Betretungsverbot in Spiel, wenn kein negativer Schnelltest vorliegt.

    Kindergärten und Schulen

    Auch bei Kindergärten und Schulen gibt es noch Spielraum. Kindergärten und Kitas könnten komplett geschlossen werden und nur noch eine Notbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen anbieten. So war die Regelung im ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Die Notbetreuung in Schulen könnte auch weiter eingeschränkt werden.

    Ausgangssperren

    Einige europäische Länder haben bereits Ausgangssperren verhängt - in unterschiedlichen Abstuftungen. In Frankreich gibt es eine zeitlich begrenzte Ausgangssperre von 20 bis 6 Uhr, die ab dem 16. Januar schon ab 18 Uhr gilt. Den Menschen ist es während dieser Zeit nicht mehr gestattet, an der frischen Luft spazieren zu gehen, Sport zu treiben oder einzukaufen. Sie dürfen aber zum Beispiel weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen.

    In Portugal gibt es ähnliche Regelungen, die auch tagsüber gelten sollen. Seit dem 15. Januar dürfen Menschen das Haus nur noch aus triftigem Grund verlassen. Man darf unter anderem Einkäufe tätigen, zur Arbeit fahren oder einen Arzt aufsuchen.

    Im Libanon wird die Ausgangssperre noch strikter ausgelegt: Dort müssen Menschen um eine einstündige Erlaubnis bitten, um ihr Zuhause für Notfälle verlassen zu können, unter anderem für Einkäufe in der Bäckerei, Apotheke, Besuche beim Arzt, in Krankenhäusern und am Flughafen. Polizisten kontrollieren, ob Verkehrsteilnehmer unterwegs sein dürfen. Supermärkte wurden aufgefordert zu schließen. Sie sollen nur Lieferservices betreiben dürfen.

    Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske

    In Bayern gilt bereits eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske im ÖPNV und im Einzelhandel. Die Maske bietet einen besseren Schutz als ein herkömmlicher Mund-Nasen-Schutz. Die Vorgabe wird aber auch kritisch gesehen. Sozialverbände befürchten, dass sozial benachteiligte Menschen mit Mehrkosten belastet oder ausgeschlossen würden. Dennoch könnte die Regelung auch auf weitere Bundesländer angewendet werden. Eine Möglichkeit wäre die kostenlose Bereitstellung der FFP2-Masken.

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  • LawinengefahrStraßensperrungen in Österreich, Süddeutschland und der Schweiz

    Starke Schneefälle sorgen in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz für Straßensperrungen und Lawinengefahr.

    In einigen Gebieten der Schweiz fielen innerhalb eines Tages 80 Zentimeter Neuschnee. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos verhängte fast über die gesamten Schweizer Alpen Lawinenwarnstufe vier von fünf. In Österreich waren zahlreiche Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt. Im Bundesland Vorarlberg kam es zu einem Stromausfall in rund 7.400 Haushalten.

    Auch im Schwarzwald in Baden-Württemberg bestand zeitweise Lawinengefahr. Eine Frau wurde von einem umstürzenden Baum getroffen, sie starb später im Krankenhaus. Wegen des Schneefalls mussten rund um Freiburg zahlreiche Straßen gesperrt werden. Lastwagenfahrer verbrachten die Nacht in ihren Fahrzeugen, weil die Straßen nicht ausreichend geräumt werden konnten.

  • Laschet, Merz oder RöttgenCDU bestimmt neuen Vorsitzenden

    Die CDU startet heute ihren ersten digitalen Bundesparteitag, auf dem morgen ein neuer Bundesvorsitzender gewählt wird: Armin Laschet, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen. Der saarländische Ministerpräsident Hans rief seine Partei zu Einigkeit auf. Am Abend spricht Bundeskanzlerin Merkel.

    Es sei wichtig, dass man fair miteinander umgehe und nach der Wahl des neuen Parteivorsitzenden geschlossen auftrete, egal, wer am Ende das Rennen mache, sagte Hans der "Rheinischen Post". Für das Amt brauche man einen Teamchef, der fähig sei, die unterschiedlichen Strömungen der CDU zusammenzuführen, um die Partei dauerhaft in der breiten Mitte der Bevölkerung zu verankern.

    CDU-Generalsekretär Ziemiak sagte im Deutschlandfunk, die Partei sei jünger und weiblicher geworden. Auch gebe es mittlerweile viele Mitglieder mit Migrationshintergrund. Insofern sei man ein Spiegelbild der Gesellschaft.

    Strobl fordert Solidarität mit künftigem Vorsitzenden

    Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Strobl hat seine Partei dazu aufgerufen, sich im Wahljahr nicht länger als unbedingt nötig mit sich selbst zu beschäftigen. Man müsse sich solidarisch und uneingeschränkt vor den künftigen Parteivorsitzenden stellen und diesen aus vollen Kräften unterstützen, sagte Strobl. Dies sei wichtig, da Mitte März bereits die Landtagswahl in Baden-Württemberg anstehe.

    Zum Auftakt des ersten digitalen Parteitags der CDU spricht am Abend Bundeskanzlerin Merkel. Zudem sind Reden der scheidenden CDU-Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer und des CSU-Vorsitzenden Söder geplant.

    Die Online-Wahl eines neuen Vorsitzenden findet morgen statt. Um die Nachfolge Kramp-Karrenbauers bewerben sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet, der frühere Unionsfraktionschef Merz und der Außenpolitiker Röttgen. Einen klaren Favoriten gibt es nicht. Über die Kanzlerkandidatur wollen CDU und CSU voraussichtlich erst im Frühjahr entscheiden.

    Der Bundesvorstand forderte eine Änderung des deutschen Parteiengesetzes. Um Rechtssicherheit für die Durchführung von Online-Parteitagen mit verbindlicher Beschlusskompetenz herbeiführen zu können, brauche es eine Reform des Parteiengesetzes, heißt es in einem am Abend beschlossenen Antrag.

  • Corona-PandemieInklusions-Aktivist Krauthausen fordert mehr Schutz für Menschen mit Behinderung

    Der Aktivist für Inklusion, Raul Krauthausen, fordert zusätzliche Corona-Maßnahmen, um Menschen mit Behinderung in der Pandemie besser zu schützen.

    Im Deutschlandfunk sagte der Vorstand des Vereins Sozialheld*innen, das Land sollte in einen solidarischen Shutdown gehen. Er verlangte eine Verpflichtung für Unternehmen, Homeoffice möglichst weitgehend anzubieten. Krauthausen kritisierte zudem, dass Menschen mit Behinderungen, die nicht in einem Pflegeheim lebten, bei der Impfstrategie missachtet würden. Innerhalb dieser Gruppe gebe es große Unsicherheiten, ob man überhaupt zur Hochrisikogruppe zähle und Anspruch auf eine schnelle Impfung gegen das Coronavirus habe.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 15.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 14.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 14.01.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • CoronavirusZwei Millionen nachgewiesene Corona-Infektionen in Deutschland seit Pandemie-Beginn

    Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 22.368 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet.

    Die Gesamtzahl der seit dem Frühjahr nachgewiesenen Infektionen steigt damit auf über zwei Millionen. Zudem wurden 1.113 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gezählt. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 146. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in dem Zeitraum. Angestrebt wird ein Wert von unter 50.

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 15.01.)
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  • USAWeiterer Häftling nach Weisung durch Bundesjustiz hingerichtet

    In den USA ist erneut ein Todesurteil nach nationalstaatlichem Recht vollstreckt worden.

    Ein 52-Jähriger bekam im Bundesstaat Indiana die Todesspritze. Er war 1993 im Zusammenhang mit Drogenkriminalität wegen siebenfachen Mordes verurteilt worden.

    Todesurteile werden in den USA in den meisten Fällen von den einzelnen Bundesstaaten vollstreckt. Der Vollzug von Hinrichtungen durch die Bundesjustiz war 17 Jahre lang ausgesetzt gewesen. Seit Juni wurden nach Anweisung der Bundesbehörden inzwischen aber zwölf Häftlinge hingerichtet, ein weiterer soll in Kürze folgen. Der scheidende US-Präsident Trump gilt als Befürworter der Todesstrafe, sein Nachfolger Biden lehnt diese hingegen ab.

  • NiederlandeRegierungskrise wegen Kinderbeihilfen-Affäre

    Wenige Wochen vor der Parlamentswahl in den Niederlanden ist die Regierung von Ministerpräsident Rutte in einer Krise.

    Das Kabinett will heute über politische Konsequenzen aus einer Affäre um finanzielle Hilfen für Familien beraten. Ein kollektiver Rücktritt wird nicht ausgeschlossen. Die niederländischen Steuerbehörden hatten jahrelang rund 20.000 Eltern zu Unrecht als Betrüger abgestempelt und Zehntausende Euro an Kinderbeihilfen zurückgefordert. Dadurch waren Tausende Familien in finanzielle Not geraten. Eine parlamentarische Untersuchungskommission kam nun zu dem Ergebnis, dass durch die Fehler der Regierung, der Behörden und der Justiz die Prinzipien des Rechtsstaates verletzt wurden.

  • UntersuchungsausschussDobrindt weist Mitverantwortung für Scheitern der Pkw-Maut zurück

    Der frühere Bundesverkehrsminister Dobrindt hat eine Mitverantwortung am Scheitern der Pkw-Maut zurückgewiesen.

    Bei seiner Befragung im Untersuchungsausschuss des Bundestages betonte der CSU-Politiker, mit der EU-Kommission habe man Ende 2016 einen Kompromiss zum deutschen Modell erzielt. Dies sei sozusagen ein Stempel für die Europarechts-Konformität gewesen. Das spätere Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das die Maut vom Tisch gewischt habe, habe ihn deshalb sehr überrascht.

    Im Zentrum der Aufarbeitung der gescheiterten Maut steht die Rolle des amtierenden Verkehrsministers Scheuer, ebenfalls CSU. Die Opposition wirft ihm schwere Fehler zu Lasten der Steuerzahler vor, gibt aber auch Dobrindt eine Mitschuld. Der EuGH hatte die deutsche Pkw-Maut im Sommer 2019 für europarechtswidrig erklärt und dies damit begründet, dass Autobesitzer aus anderen EU-Ländern diskriminiert würden.

  • USABiden wirbt für Billionen-Hilfspaket

    Der künftige US-Präsident Biden hat in einer Fernsehansprache für sein geplantes Corona-Hilfspaket von 1,9 Billionen Dollar geworben.

    Millionen von Amerikanern hätten durch die Pandemie ohne eigenes Verschulden die Würde und den Respekt verloren, die mit einem Job und einem Gehaltsscheck einhergingen, erklärte Biden. Die Gesundheit der Nation stehe auf dem Spiel. Es müsse jetzt gehandelt werden. In dem Programm sind weitere Direktzahlungen an die Bürger von jeweils 1.400 Dollar enthalten. 440 Milliarden Dollar sollen etwa an kleinere Unternehmen und Kommunen fließen, die besonders von der Pandemie betroffen sind. Zudem sind 160 Milliarden Dollar für Corona-Impfungen, Tests und das Gesundheitspersonal vorgesehen.

    Am 20. Januar löst der Demokrat Biden den Republikaner Trump als US-Präsident ab. Trumps Partei-Kollege, US-Vizepräsident Pence, sicherte Biden eine würdige Amtsübergabe zu.

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  • GuatemalaAusnahmezustand wegen großer Gruppe von Migranten aus Honduras

    Wegen einer großen Gruppe von Migranten aus Honduras hat das Nachbarland Guatemala für Teile seines Staatsgebietes einen Ausnahmezustand verhängt.

    Die Behörden in dem zentralamerikanischen Land erklärten, angesichts der Corona-Pandemie seien die Sicherheit der Menschen sowie der soziale Frieden in Gefahr. Entlang der Route wurden öffentliche Versammlungen verboten. Auch eine Ausgangssperre könnte verhängt werden.

    In Honduras versammelten sich gestern mehrere hundert Menschen, um gemeinsam den Weg durch Guatemala und Mexiko in die USA anzutreten. Nach Angaben von lokalen Medien fliehen die Menschen vor Gewalt, Armut und den Folgen zweier Hurrikans vom November.

  • IndonesienViele Tote und Verletzte bei Erdbeben auf Sulawesi

    Bei einem schweren Erdbeben in Indonesien sind mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen.

    Mehr als 600 Bewohner wurden nach Angaben der Behörden verletzt, 200 von ihnen schwer. Betroffen ist vor allem die Stadt Mamuju auf der Insel Sulawesi. Die Katastrophenschutzbehörde erklärte, man rechne mit weiteren Opfern, weil unter den Trümmern eingestürzter Häuser viele Menschen verschüttet seien. Das Beben hatte eine Stärke von 6,2.

  • Corona-PandemieBundesbildungsministerin Karliczek gegen Verzicht auf Sitzenbleiben

    Bundesbildungsministerin Karliczek hat Forderungen zurückgewiesen, im laufenden Schuljahr auf das Sitzenbleiben zu verzichten.

    Die CDU-Politikerin sagte der "Rheinischen Post", auch wenn eine solche Entscheidung sehr sorgfältig getroffen werden müsse, halte sie nichts davon, das Sitzenbleiben generell auszuschließen. Mit dem Wiederholen einer Klasse sei die Chance verbunden, einen besseren Anschluss an den Lernstoff zu bekommen.

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatte gefordert, angesichts der besonderen Herausforderungen für die Schulen in der Corona-Pandemie allen Schülerinnen und Schülern die Versetzung zu garantieren.

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  • Covid-19Lauterbach: Schließung von Betrieben wegen Corona-Krise kann drohen

    Bei anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen kann dem SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach zufolge die Schließung von Betrieben drohen.

    Der Lockdown sei nicht so erfolgreich, wie er sein müsse, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Unternehmen müssten stärker in die Beschränkungen einbezogen werden. So solle etwa das Homeoffice verpflichtend gemacht werden. Lauterbach sprach von einer sehr prekären Situation. Würden sich ansteckendere Corona-Varianten stärker in Deutschland verbreiten, hätte man ein Riesenproblem, warnte der Gesundheitspolitiker.

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  • NordkoreaNeue ballistische Rakete vorgeführt

    Bei einer Militärparade in Nordkorea ist eine neue ballistische Rakete vorgeführt worden.

    Diese kann laut Staatsmedien von U-Booten aus abgefeuert werden. Die Parade in Pjöngjang fand aus Anlass des Kongresses der regierenden Arbeiterpartei statt. Bei dem Treffens hatte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un den Ausbau des Atomwaffenarsenals angekündigt und die Vereinigten Staaten als größten Feind bezeichnet. Es müsse alles dafür getan werden, die nukleare Kriegsabschreckung weiter zu stärken, erklärte Kim.

  • Söder Grüne müssen sich zwischen bürgerlich und links entscheiden

    CSU-Chef Söder hat den Grünen geraten, sich mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl im Herbst auf eine Wunschkoalition festzulegen.

    Sie müssten erstmal klären, in welche Richtung sie wirklich gehen wollten: Schwarz-Grün oder Rot-Rot-Grün, sagte der bayerische Ministerpräsident den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sich da nicht festzulegen, sei nicht ehrlich und wecke auch kein Vertrauen bei den Wählern, meinte Söder. Die Partei mit Robert Habeck und Annalena Baerbock an der Spitze müsse sich entscheiden, ob sie bürgerlich oder links sein wolle. Beides zusammen gehe nicht. Söder hatte im Dezember für eine schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl plädiert. Die Grünen wollen sich jedoch nicht auf ihre Koalitionspräferenz festlegen.

  • ThüringenLandtagswahl wird wegen Corona verschoben

    Die für den 25. April geplante Neuwahl des Thüringer Landtags wird wegen der Ausbreitung des Coronavirus verschoben.

    Darauf haben sich führende Politiker von Linkspartei, SPD, Grünen und CDU verständigt, wie die Parteien mitteilten. Neuer Termin sei der 26. September, der Tag der Bundestagswahl. Die Landes- und Fraktionsvorsitzende der Linken, Hennig-Wellsow, sagte, der September erscheine als der frühestmögliche Termin, an dem es möglich sei, wegen der Fortschritte bei den Impfungen eine Landtagswahl stattfinden zu lassen.

    Thüringens Ministerpräsident Ramelow von der Linken regiert seit März 2020 mit einer rot-rot-grünen Minderheitsregierung, die auf Stimmen der oppositionellen CDU-Fraktion angewiesen ist. Regulär würde erst 2024 wieder gewählt. Thüringen verzeichnet derzeit im Bundesländervergleich die meisten Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

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  • SterbehilfeÄrztepräsident: Bundestag muss das Thema rasch angehen

    Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, hat die Bundestagsparteien aufgefordert, eine Neuregelung der Sterbehilfe anzugehen.

    Diese Diskussion müsse das Parlament in den kommenden Monaten führen, sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das Bundesverfassungsgericht habe zwar das Verbot der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe gekippt, gleichzeitig aber auf Schutzkonzepte und Sicherungsmechanismen hingewiesen, um
    Organisationen Grenzen zu setzen, betonte der Ärztepräsident. Solange das nicht geschehe, könnten selbsternannte Sterbehelfer machen, was sie wollten. Das könne und dürfe so nicht bleiben, erklärte Reinhardt.

    In seinem Urteil vom Februar 2020 hatte das Verfassungsgericht dem Bundestag nahegelegt, die organisierte Sterbehilfe erneut zu regulieren und die Suizidprävention zu verbessern.

  • WM in ÄgyptenDeutsche Handballer treffen auf Uruguay

    Die deutschen Handballer starten heute in Ägypten mit einem Spiel gegen Uruguay in die WM-Vorrunde.

    In der Gruppe A trifft die Mannschaft von Trainer Gislason außerdem auf Kap Verde und Ungarn. Nach den erneuten Corona-Fällen bei den Spielern von Kap Verde ist ein möglicher Turnierausschluss der Afrikaner allerdings weiter offen. Der Deutsche Handballbund forderte eine schnelle Reaktion des Weltverbandes.

  • WissenskatalogWikipedia feiert 20. Geburtstag

    Das Internet-Lexikon Wikipedia feiert heute seinen 20. Geburtstag.

    Die am 15. Januar 2001 in den USA ins Leben gerufene Plattform hat sich als Ziel gesetzt, Wissen zu sammeln und zu vermitteln. In der Online-Enzyklopädie sind inzwischen mehr als 55 Millionen Artikel in 309 Sprachen zu finden. Das nicht-kommerzielle Angebot gehört zu den zehn der meistgenutzten Internetseiten der Welt.

  • Corona-PandemieAusgangssperre in Frankreich wird von 20 auf 18 Uhr vorgezogen

    Der französische Premierminister Castex hat strengere Maßnahmen bekanntgegeben, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

    Die Ausgangssperre werde landesweit von 20 auf 18 Uhr vorgezogen, teilte Castex in Paris mit. Dies solle von Samstag an für zunächst 15 Tage gelten. In den Regionen, in denen dies bereits der Fall sei, gebe es deutlich weniger Neuinfektionen. Ingesamt sei die Situation angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen besorgniserregend. Der Druck auf die Krankenhäuser sei dementsprechend hoch. Zudem betonte Castex, dass Schulen geöffnet bleiben sollten. Dafür hat Gesundheitsminister Véran bereits groß angelegte Tests angekündigt. Nach seinen Worten sollen sich monatlich bis zu eine Million Schüler ab sechs Jahren sowie ihre Lehrer Corona-Tests unterziehen. Ferner sollen wegen der zuerst in Großbritannien aufgetretenen mutierten Virus-Variante Einreisende stärker kontrolliert werden.

    Frankreich verzeichnet mehr als 69.000 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

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    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 14.01.)
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    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
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    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
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  • WetterIn der Nacht trocken, nur im Südosten Schneefall

    Das Wetter: In der Nacht meist gering bewölkt und zum Teil aufgelockert. Im Südosten zeitweise Schneefall. Tiefstwerte -2 bis -9 Grad. Morgen wolkig mit Aufheiterungen, im Osten und Südosten dicht bewölkt mit einzelnen Schneeschauern. -4 bis +3 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Sonntag im Osten und Nordosten trocken und teilweise freundlich. In den übrigen Gebieten verbreitet Schneefall. Im Westen 0 bis 4 Grad, im Osten kälter bis -4 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus ist innerhalb eines Tages um 22.368 gestiegen.

    Die Gesamtzahl der seit dem Frühjahr nachgewiesenen Infektionen steigt damit auf über zwei Millionen. Zudem wurden dem Robert Koch-Institut 1.113 neue Todesfälle binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl der von den Gesundheitsämtern neu registrierten Infektionen liegt bei 25.164. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 146. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in dem Zeitraum. Angestrebt wird ein Wert von unter 50.

    (Stand: 15.1.2021, 6.30 Uhr)

    Allgemein gilt der Hinweis des RKI, dass die übermittelten und ausgewiesenen Fallzahlen den Verlauf generell nicht vollständig widerspiegeln können, da es unterschiedlich lange dauere, bis es nach dem Erkrankungsbeginn "zu einer Covid-19-Diagnose, zur Meldung und zur Übermittlung des Falls an das RKI" komme. Hier erklären wir, wie wir mit den Zahlen umgehen.

    Testzahlen über Feiertage geringer - Hohe Positivquote

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 1 fielen demnach rund 13 Prozent der Tests positiv aus. Gegenüber der Vorwoche, in der fast 16 Prozent der Tests positiv ausfielen, war das ein leichter Rückgang. Allerdings wurden in der ersten Kalenderwoche 2021 wieder deutlich mehr Tests durchgeführt als unmittelbar vor dem Jahreswechsel: Rund 1,2 Millionen Testungen registrierte das RKI in der ersten Kalenderwoche; in der Woche zuvor waren es rund 800.000.
    Diese Zahl spiegelt auch die Gesamtsituation rund um die Weihnachtsfeiertage und Silvester wieder, denn es war die niedrigste Zahl an Testungen seit der 45. Kalenderwoche.

    Das RKI weist zudem darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein. (Stand: 14.1.)

    Die Lage in den Bundesländern

    Mit 4.014,5 Infektionen pro 100.000 Einwohnern wurde im Verlauf der Pandemie bisher in Sachsen die höchste Zahl an Infektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl festgestellt. Danach folgen Bayern (2.816,6), Thüringen (2.608,1), Hessen (2.482,9) und Nordrhein-Westfalen (2.474,8). Die wenigsten Fälle gab es demnach bislang in Mecklenburg-Vorpommern (994,3 je 100.000 Einwohner). (Stand: 15.1.)

    In absoluten Zahlen hat Nordrhein-Westfalen laut RKI mit 444.159 bestätigten Infektionen die meisten Fälle. 8.585 Menschen sind bislang in NRW im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben. In Bayern wurden bisher 369.672 Infektionen bestätigt, es gab 8.513 Todesfälle. Baden-Württemberg verzeichnet mit 270.036 die drittmeisten laborbestätigten Infektionen sowie 5.978 Todesfälle. Die niedrigsten Zahlen weist laut RKI Mecklenburg-Vorpommern auf (15.989 Infektionen/282 Todesfälle). (Stand: 15.1.)

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen - auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit werden im Register 24.216 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten gemeldet, von denen 3.495 frei sind. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung steht. Auf Intensivstationen in Deutschland liegen aktuell 5.099 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.939 invasiv beatmet werden. (Stand 15.1.)

    Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an. Mehr zur Lage in den Krankenhäusern lesen Sie hier.

    Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher etwa 32 Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten verstorben. (Stand 15.1.)

    Mehr als 613.000 Menschen in Deutschland geimpft

    Nach jüngsten Angaben des RKI haben in Deutschland bereits 842.455 Personen die erste der beiden Dosen einer Covid-Schutzimpfung erhalten. Binnen 24 Stunden stieg dieser Wert um 78.116. (Stand: 15.1.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Corona-LockdownSo setzen die Länder die Beschlüsse um

    Nach der Einigung von Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gilt vorerst bis Ende Januar ein verlängerter und verschärfter Lockdown. Die Beschlüsse haben die einzelnen Bundesländer unterschiedlich umgesetzt.

    Über das Ziel bestand in der Bund-Länder-Runde Einvernehmen.

    Eine Übersicht:

    - Die Sieben-Tages-Inzidenz soll wieder auf einen Wert unter 50 gedrückt werden.

    - Der Lockdown für Gastronomie und Einzelhandel wird bis zum 31. Januar verlängert.

    - Verschärfungen der bisherigen Regelungen soll es etwa in Landkreisen mit einer Inzidenz von über 200 geben.

    - Die Kontaktbeschränkungen werden verschärft.

    - Die Maßnahmen für Schulen und Kitas werden verlängert.

    - Das Kinderkrankengeld pro Elternteil soll um zehn Tage ausgeweitet werden.

    Der Zeitplan:

    Die neuen Verordnungen sind inzwischen in allen Bundesländern in Kraft. In Hamburg gelten sie bereits seit Freitag, dem 8. Januar, in Brandenburg seit dem 9. Januar, in Berlin, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen seit Sonntag, 10. Januar. In Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein traten sie am Montag, den 11. Januar in Kraft.

    Im besonders stark von der Pandemie betroffenen Sachsen soll der Lockdown bis zum 7. Februar gelten, wie das Landeskabinett beschloss.

    Kontaktbeschränkungen

    Ein Haushalt plus eine weitere Person dürfen zusammenkommen. Um Eltern die Betreung unter anderem mehrerer Kinder zu ermöglichen, gibt es Änderungen.

    In Brandenburg, Sachsen, Bremen und Baden-Württemberg sollen Kinder von der maximalen Personenzahl ausgenommen werden, in Berlin Kinder von Alleinerziehenden und in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz kleinere Kinder. Bayern und Baden-Württemberg wollen Betreuungsgemeinschaften mit einer anderen Familie erlauben. In Mecklenburg-Vorpommern kann es bei den Kontaktbeschränkungen für Kinder bis zwölf Jahre Ausnahmen geben. Dies gilt, wenn es für die Betreuung notwendig ist.

    Schleswig-Holstein macht grundsätzlich für die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen eine Ausnahme, Niedersachsen bei Menschen mit Behinderung und Kindern von getrennt lebenden Eltern.

    Schulen und Kitas

    Schulen und Kitas sollten grundsätzlich geschlossen bleiben, die Bundesländer handhaben gerade diesen Punkt jedoch sehr unterschiedlich.

    In Rheinland-Pfalz und Hessen bleiben die Schulen offen, die Präsenzpflicht für die Klassen 1 bis 6 entfällt. Auch Hamburger Schüler, die zu Hause nicht lernen können, dürfen weiter zur Schule gehen. In Berlin soll Unterricht in Kleingruppen für die Abschlussklassen 10, 12 und 13 möglich sein. In Thüringen dürfen nur Abschlussjahrgänge auch im Januar für Klausuren oder andere Aufgaben in die Schulen.

    Bremen setzt die Schulpflicht aus und lässt die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Mecklenburg-Vorpommern ließ das Vorhaben, von Mitte Januar an regional wieder Präsenzunterricht für Schüler bis Klasse sechs zu gewährleisten, wieder fallen. Die Abschlussklassen sollen wieder zur Schule gehen können.

    Ausnahmen für Abschlussklassen und ihre Prüfungen gibt es auch in anderen Ländern. Mehrere Länder lassen zudem Präsenzunterricht in Förderschulen zu.

    Gebiete mit hohen Infektionszahlen

    In Landkreisen mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche sollen sich Menschen ohne triftigen Grund nicht mehr als 15 Kilometer vom Wohnort entfernen. Die Umsetzung liegt aber auch hier bei den Ländern.

    Baden-Württemberg plant derzeit keine entsprechende Regel. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sollen Kommunen darüber entscheiden. In Thüringen gilt die Regel als Empfehlung, im Landkreis Hildburghausen allerdings als verpflichtend. Rheinland-Pfalz will Maßnahmen in Hotspots eng mit den Kommunen absprechen. In Schleswig-Holstein soll es keinen Automatismus für die Regel geben. Bei der Umsetzung sollen auch die Gründe für das Ausbruchsgeschehen berücksichtigt werden.

    (Material von dpa, Stand: 11.01.2021)

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  • Spahns Corona-ImpfplanWer wird zuerst geimpft, wer später?

    Nach den Weihnachtsfeiertagen wurde mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) hatte zuvor die Impfverordnung vorgestellt, die die Reihenfolge festlegt. Begonnen wurde mit den Pflegeeinrichtungen und den über 80-Jährigen. Mit welchen Gruppen geht es dann weiter? Eine Übersicht.

    Erste Gruppe

    Hierzu gehören Menschen ab 80 Jahren sowie diejenigen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zur ersten Gruppe gehört zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet.

    Diese erste Gruppe umfasst etwa 8,6 Millionen Menschen. Bis Ende Januar werden laut Ministerium deutschlandweit höchstens vier Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Alle Lieferungen werden nach ihrem Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt. Für das gesamte erste Quartal wird mit elf bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet. Minister Spahn sprach davon, dass die "Impfung der Schwächsten" ein bis zwei Monate dauern könnte. Doch da jeder zweimal geimpft werden muss, dürfte dieses Ziel bei der erwarteten Mengen der Dosen nicht erreicht werden.

    Zweite Gruppe

    Alle ab 70 Jahren sowie Menschen mit einem sehr hohen Risiko oder einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu gehören Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21, einer geistigen Behinderung und Transplantationspatientinnen und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen können sich dann impfen lassen.

    Zur zweiten Gruppe gehören auch Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften sowie Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung öffentlicher Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

    Dritte Gruppe

    Alle Menschen ab 60, stark Übergewichtige mit einem Body-Mass-Index über 30, Menschen mit chronischer Nieren- oder Lebererkrankung, Patientinnen und Patienten mit Immundefizienz und HIV-Infizierte sowie Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Erfasst sind außerdem Krebs- und Asthmakranke sowie Menschen mit Autoimmun- oder rheumatischen Erkrankungen. Auch Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind, sowie Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrerinnen und Lehrer gehören dazu.

    Spahns Verordnung sieht mit den drei Gruppen nur halb so viele vor, wie der Vorschlag der Impfkommission Stiko genannt hatte. Anders als bei der Stiko-Empfehlung ist es bei der Regelung des Ministers auch möglich, innerhalb einer Gruppe zu priorisieren.

    Wann können sich Bürgerinnen und Bürger impfen lassen, die keiner der Gruppen angehören?

    Hierzu gibt es unterschiedliche Aussagen. Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vor dem Sommer. Aber es bleibt abzuwarten, welche weiteren Impfstoffe zugelassen werden und ob sie dann auch in hoher Stückzahl geliefert werden können.

    Bundesgesundheitsminister Spahn hat das Ziel ausgegeben, "ab Mitte 2021" allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot zu machen.

    Wo wird geimpft und wie erfahre ich davon?

    Zunächst in den dafür eingerichteten Impfzentren, von denen jeder Landkreis eines bekommen soll. Später soll es auch in den Arztpraxen möglich sein. Mobile Impftrupps kommen laut Spahn in den Heimen zum Einsatz, aber auch bei Hochbetagten und Pflegebedürftigen zuhause, die nicht in ein Zentrum gehen können.

    Die Impfberechtigten würden informiert, wann es für sie losgehe - etwa per Schreiben oder über eine Hotline, kündigte der Minister an. "Mann wird und Frau wird erfahren, wann sie jeweils dran sind", sagte er. Von Anfragen bei den Zentren und in Arztpraxen sollte man zunächst absehen, um diese nicht zu überlasten.

    Wer bezahlt die Impfung?

    Der Bund bezahlt die Impfstoffe. Den Aufbau und die Organisation der Impfzentren finanzieren die Länder sowie die Krankenkassen. Die Länder sowie die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen teilen sich die Kosten für den Aufbau und Betrieb der Impfzentren.

    Werden die Impfungen registriert?

    Ja, allerdings anonym. Es werden nicht-personenbezogene Daten dazu erfasst, wie viele Menschen, in welcher Altersgruppe und wo geimpft werden. Nach Rechnung des Bundesgesundheitsministeriums und vieler Expertinnen und Experten ist eine Herdenimmunität bei Sars-CoV-2 erreicht, wenn mindestens zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sind.

    Eine Zusammenfassung rund um die Impfung auch zur Sicherheit des Vakzin und möglichen Nebenwirkungen können Sie hier nachlesen.

    Einzelheiten über den Verlauf der Impfungen in Deutschland erfahren Sie auch in der Deutschlandfunk-Sendung Marktplatz: "Corona-Impfung praktisch: Abläufe und Nachverfolgung" (Audio-Link zum Nachhören)

    (Stand: 26.12.2020)

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  • CoronavirusWie, wann und wo kann ich mich impfen lassen?

    Die groß angelegten Corona-Schutzimpfungen in Deutschland haben begonnen. Termine lassen sich derzeit allerdings noch nicht überall ausmachen. Wer zuerst zum Zuge kommt und was bereits über das Verfahren bekannt ist, haben wir hier zusammengefasst.

    Wer wird zuerst geimpft?

    Noch liegt nicht genügend Impfstoff vor, um alle Menschen direkt impfen zu können. Deswegen wurde nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission eine Reihenfolge festgelegt. Menschen, bei denen das Risiko eines schweren Verlaufs hoch ist sowie Menschen mit einer hohen Ansteckungsgefahr aus beruflichen Gründen, sollen zuerst die Möglichkeit erhalten, sich impfen zu lassen. Gestartet wurde bereits mit mobilen Impfteams in Senioren- und Pflegeheimen. Schritt für Schritt soll die Impfung der gesamten Bevölkerung offen stehen - zunächst in speziellen Impfzentren.

    Wann komme ich zum Zuge?

    In vielen Bundesländern sind die Impfzentren bereits einsatzbereit. Eine Terminvereinbarung wird durch die Länder geregelt. Sie ist aktuell aber noch nicht überall möglich. Und auch nicht überall werden berechtigte Personen direkt von den Ländern informiert. In verschiedenen Bundesländern kommen neben einer Hotline auch weitere Möglichkeiten der Terminvergabe hinzu - etwa über eine Homepage oder per App. Auf der Seite impfterminservice.de lassen sich in der Online-Terminbuchung bisher die Länder Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg und Sachsen-Anhalt auswählen. Das bedeutet jedoch noch nicht automatisch, dass sich dort auch Termine ausmachen lassen. Die allgemeine Informations-Hotline ist unter 116 117 erreichbar, teilweise werden darüber auch Terminvereinbarungen getroffen.

    Übersicht zur Terminvergabe für eine Corona-Schutzimpfung in den einzelnen Ländern:

    Baden-Württemberg: Erste Termine lassen sich bereits über eine zentrale Plattform ausmachen. Personalisierte Einladungen erfolgten nicht, heißt es auf einer Informationsseite des Landes. Bürgerinnen und Bürger würden etwa über Priorisierung und Terminvergabe durch Öffentlichkeitsarbeit informiert, beispielsweise über das Landesportal Baden-Württemberg.de.
    (Stand: 9.1.)

    Bayern: Die Terminvergabe erfolgt laut bayerischem Gesundheitsministerium über die direkte Telefonnummer des jeweiligen Impfzentrums. Hierfür gibt es eine Suchfunktion im Internet.
    (Stand: 9.1.)

    Berlin: Die Terminvergabe erfolgt nur nach schriftlicher Einladung per Brief. Alle nötigen Informationen seien in dem Schreiben enthalten, heißt es auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung. In Berlin erfolge keine Terminvergabe über die Nummer 116 117.
    (Stand: 9.1.)

    Brandenburg: Wie das Land mitteilt, ist seit 4. Januar ein Call-Center für die Terminvergabe eingerichtet - man erreicht es unter 116 117. Seit 5. Januar sind die Impfzentren in Potsdam und Cottbus geöffnet, weitere neun sollen bis Anfang Februar folgen.
    (Stand: 9.1.)

    Bremen: Bürgerinnen und Bürger, die impfberechtigt sind, erhalten eine Einladung zur Terminvereinbarung per Post, so die Bremer Verwaltung. Das Impfzentrum dürfe keinesfalls ohne Termin aufgesucht werden, heißt es.
    (Stand: 9.1.)

    Hamburg: Derzeit impfberechtigt sind Bewohner und Beschäftigte in Pflegeheimen sowie Beschäftigte bei ambulanten Pflegediensten. Termine können unter 116 117 oder online hier vereinbart werden.
    (Stand: 9.1.)

    Hessen: Das Sozialministerium teilt mit, dass Bürgerinnen und Bürger, die "zu einer priorisiert zu impfenden Bevölkerungsgruppe zählen", über "die Möglichkeit und Terminierung der Impfung zeitnah informiert" würden – sobald zugelassene Impfstoffe in ausreichender Anzahl verfügbar seien und die Impfzentren in Betrieb gingen. Die Vergabe der Termine ab 12. Januar läuft über die Nummer 116 117 oder online hier.
    (Stand: 9.1.)

    Mecklenburg-Vorpommern: Seit Anfang Januar werde in den entsprechenden Zentren geimpft, heißt es auf der Internetseite des Landesamtes für Gesundheit. Wer dafür in Frage komme, werde per Post informiert. Wer die Einladung erhalten habe, könne mit dem Impf-Zentrum unter der Nummer 0385 2027 1115 einen Termin vereinbaren.
    (Stand: 9.1.)

    Niedersachsen: Seit Mitte Dezember gibt es eine allgemeine Impf-Hotline: 0800 99 88 665. Termine lassen sich darüber jedoch nicht ausmachen. Im Januar soll dann auch eine Onlineplattform zur Verfügung stehen, über die Anmeldungen erfolgen können. Eigentlich sei für den 6. Januar geplant gewesen, mit der Terminvergabe zu beginnen. Wegen der Knappheit des Impfstoffs sehe man davon aber zunächst ab, teilte die Landesregierung mit.
    (Stand: 9.1.)

    Nordrhein-Westfalen: Wer noch mobil ist, wird laut nordrhein-westfälischem Gesundheitsministerium "in den kommenden Wochen durch Medienberichte und Post vom Ministerium erfahren, wenn der Zeitpunkt für eine Terminvereinbarung mit dem zuständigen Impfzentrum über die zentrale Telefonnummer 116 117 gekommen" sei. Dazu müsse zunächst aber ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen. Die Anmeldung werde dann auch über eine Internetseite und eine App für das Smartphone möglich sein.
    (Stand: 9.1.)

    Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz hat nach eigenen Angaben am 7. Januar mit den Impfungen begonnen. Die Terminvergabe erfolge entweder telefonisch über die Nummer 0800 / 57 58 100 oder über die Internetseite www.impftermin.rlp.de. Dort erhalte man die Daten für die erste und zweite Impfung in einem Zentrum in der Nähe sowie einen Aufklärungsbogen.
    (Stand: 9.1.)

    Saarland: Hier sind zwei Wege zur Terminvereinbarung angedacht - per Hotline unter 0800 999 1599 und über ein Online-Portal. Wer zu einer priorisierten Berufsgruppe zählt, muss neben dem Personalausweis und der Krankenversichertenkarte einen Nachweis des Arbeitgebers vorhalten.
    (Stand: 9.1.)

    Sachsen: Auf einer Internetseite des Freistaats heißt es, die Termine zur Impfung würden an entsprechend priorisierte Personengruppen je nach Verfügbarkeit vergeben. Die Vergabe erfolge über eine zentrale Hotline oder online. Die telefonischen Kontaktdaten werde man rechtzeitig veröffentlichen. Derzeit könnten allerdings keine individuellen Termine für Impfungen vereinbart werden, schränkte der Freistaat ein.
    (Stand: 9.1.)

    Sachsen-Anhalt: Das Land vergibt ab dem 11. Januar erste Termine für die Corona-Impfung von Einzelpersonen. Die Regierung Sachsen-Anhalts hatte bereits mitgeteilt, eine Anmeldung werde telefonisch über 116 117 und online möglich sein.
    (Stand: 9.1.)

    Schleswig-Holstein: Aktuell sind nach Auskunft der Landesregierung nahezu alle Termine der ersten beiden Wochen vergriffen. Ab Dienstag, 12.1., gebe es neue Verfügbarkeiten. Schleswig-Holstein verweist dabei auf die Nummer 800 455 6550 und die Internetseite www.impfen-sh.de.
    (Stand: 9.1.)

    Thüringen: Ab dem 13 Januar beginnen die eingerichteten Zentren mit den Impfungen - zunächst für Menschen der Stufe "Höchste Priorität". Termine können online über das Terminvergabe-Portal vereinbart werden. Zuletzt sorgten Berichte über einen Cyberangriff auf das Portal für Schlagzeilen.
    (Stand: 9.1.)

    Wie läuft die Impfung ab?

    Am Tag der Impfung werden Patienten nach der Anmeldung vom medizinischen Personal über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. Zu dem Termin müssen die Terminbestätigung, der Impfpass und medizinisch relevante Unterlagen mitgebracht werden, zum Beispiel, wenn Vorerkrankungen vorliegen oder eine besondere medizinische Indikation zu beachten ist.

    Nordrhein-Westfalen bietet beispielsweise ein Merkblatt zum Download an, auch andere Länder haben ähnliche Angebote. Die Impfung wird von ärztlichem Personal durchgeführt. Anschließend müssen Patienten 30 Minuten warten, ehe sie die Heimreise antreten dürfen. Nach wenigen Wochen steht dann die zweite Impfung an.
    (Stand: 9.1.)

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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer bekannt ist

    In Deutschland, aber auch international, sind die Immunisierungen gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer angelaufen. Es stellt sich unter anderem die Frage nach möglichen Nebenwirkungen.

    Das Präparat - ein mRNA-Impfstoff - basiert auf einer neuartigen Methode. Geprüft und zugelassen hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA in Amsterdam. Nach dem gleichen Prinzip ist der ebenfalls bereits in der EU zugelassene Impfstoff von Moderna aufgebaut.

    Bilanz des Paul Ehrlich-Instituts

    In der Corona-Pandemie ist das bundeseigene Paul Ehrlich-Institut (PEI) die zentrale Informations-Sammelstelle für Impf-Nebenwirkungen. Bis zum 10. Januar waren beim PEI 325 Verdachtsfälle mit 913 Nebenwirkungen eingegangen, darunter 51 Verdachtsfälle mit schwerwiegende Nebenwirkungen. Das entspricht 0,53 Verdachtsfällen pro 1.000 Impfdosen beziehungsweise 0,08 Verdachtsfällen für schwerwiegende Nebenwirkungen pro 1.000 Impfdosen. Die Werte sind laut PEI konsistent zu den Daten aus den klinischen Zulassungsstudien und zudem statistisch unauffällig. PEI-Präsident Cichutek nannte die Nebenwirkungen "mild bis moderat". Das PEI berichtet wöchentlich über die gemeldeten Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung.

    Todesfälle von Schwerkranken: "Zufälliger Zusammenhang mit Impfung"

    Bei den bislang 10 gemeldeten Todesfällen kurz nach einer Corona-Impfung halten Experten des Paul-Ehrlich-Instituts einen Zusammenhang mit der Immunisierung für eher unwahrscheinlich. In diesen Fällen waren schwer kranke Menschen innerhalb von vier Tagen nach der Impfung gestorben, berichtete das Bundesinstitut. Es sei davon auszugehen, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung gestorben sind, "in zeitlich zufälligem Zusammenhang mit der Impfung", so die zuständige Abteilungsleiterin für die Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten, Keller-Stanislawski. Es habe sich um "sehr schwer kranke Patienten mit vielen Grunderkrankungen" gehandelt. Manche seien palliativ behandelt worden. RKI-Präsident Wieler hatte schon vor Beginn der Impfkampagne darauf hingewiesen, dass aufgrund der statistischen Wahrscheinlichkeit "Menschen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung versterben werden" - etwa weil zuerst "die alten und hochaltrigen Menschen" geimpft werden, die aufgrund ihres Alters allgemein ein höheres Risiko haben zu sterben.

    Womit muss man unmittelbar nach der Impfung rechnen?

    In den klinischen Phase-3-Studien traten bei zahlreichen Probanden Schmerzen an der Einstichstelle auf. In konkreten Zahlen heißt das: Bei 66 bis 83 Prozent der Studien-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern. Viele beklagten auch Müdigkeit und Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Muskelschmerzen. Elf Prozent der Älteren und 16 Prozent der Jüngeren entwickelten zudem Fieber.

    Dies zählt laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) und dem Paul Ehrlich-Institut zu den üblichen Impf-Nebenwirkungen. Solche Reaktionen zeigen, dass der Körper die Information über den Krankheitserreger, gegen den die Impfung wirken soll, verarbeitet. Das Immunsystem reagiert genau richtig: Es produziert Antikörper, die bei einer möglichen Infektion mit Sars-CoV-2 schützen.

    Einzelne Fälle von ungewöhnlichen Reaktionen in USA und Großbritannien

    Da die Geimpften sehr genau beobachtet werden, werden auch Abweichungen von "normalen" Impfreaktionen schnell publik. In Großbritannien, aber auch im US-Bundesstaat Alaska wurden insgesamt drei Fälle bekannt, bei denen frisch Geimpfte eine schwere allergische Reaktion zeigten; man spricht von einem anaphylaktischen Schock. Es handelt sich dabei um eine akute Situation, häufig mit Atemnot, die schnellstmöglich ärztlicher Behandlung bedarf. Von beiden Geimpften in Großbritannien war bereits bekannt, dass zu einer solchen Reaktion neigen; sie trugen deshalb eine Adrenalin-Fertigspritze bei sich. Von der Person in Alaska war eine solche Neigung nicht bekannt.

    Die britische Arzneimittelbehörde MHRA warnte daraufhin Menschen mit einer anaphylaktischen Vorgeschichte vor der Impfung. Nicht betroffen sind Personen mit Allergien minder schwerer Ausprägung wie Heuschnupfen oder Ähnlichem.

    Nach Angaben von Pfizer waren Personen mit schweren Reaktionen auf Impfstoffe oder darin enthaltene Zusätze von den Studien ausgeschlossen. Vermutet wird, dass die anaphylaktische Reaktion in den bekannt gewordenen Fällen durch Polyethylenglykol (PEG) ausgelöst wurde, einen Stabilisator des neuen Vakzins. In anderen Impfstoff-Typen wird PEG nicht verwendet.

    Was sollte man tun, wenn ungewöhnliche Nebenwirkungen auftreten?

    Wer sich hat impfen lassen und den Verdacht hat, dass andere Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul Ehrlich-Institut weiter. Dort werden sie dann systematisch in einer Datenbank erfasst und bewertet. Bewertet heißt: Es werden auch die Vorerkrankungen des Geimpften daraufhin analysiert, ob es einen Zusammenhang mit den Reaktionen nach der Impfung geben könnte.

    Was passiert dann mit den Informationen?

    Das Paul Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter. Dort werden die Meldungen in einer zentralen Datenbank erfasst. Falls es bei bestimmten Gesundheitsbeschwerden tatsächlich einen statistisch signifikanten Zusammenhang zur Impfung gibt, würden diese Nebenwirkungen sehr schnell registriert, heißt es bei der EMA.

    App "SafeVacc" entwickelt

    Besondere Aufmerksamkeit liegt dabei auf sehr seltenen Impfnebenwirkungen, die bei maximal einem von 100.000 Geimpften auftreten. Ein Werkzeug für die Registrierung von unerwünschten Reaktionen soll eine App namens "SafeVacc" sein, die das Paul Ehrlich-Institut entwickeln ließ, um Nebenwirkungen zu melden.

    Das Paul Ehrlich Institut will mit Hilfe dieser App Daten sammeln. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktion zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben.

    Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen direkt und online zu melden.

    Wie wird die Öffentlichkeit EU-weit über einen konkreten Zusammenhang zwischen Impfung und Komplikationen informiert?

    Zunächst kommuniziert die Europäische Arzneimittelbehörde in einem solchen Fall mit den Herstellern. Die Hersteller wiederum verschicken dann sogenannte "Rote Hand Briefe" an Ärzte, also Dringlichkeits-Briefe, in denen Ärzte und Patienten vor bestimmten Nebenwirkungen gewarnt werden. Gleichzeitig werden diese Informationen auch auf der Homepage des Paul Ehrlich-Instituts und auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte veröffentlicht.

    Warum ist ein solcher Aufwand notwendig?

    Mit dem sogenannten mRNA-Impfstoff handelt es sich um eine neuartige Impfstoffklasse. Dabei werden - vereinfacht gesagt - Baupläne für Virusproteine in Muskelzellen gespritzt. Dort werden diese Virusproteine dann produziert, so dass sie eine Immunreaktion auslösen. Auch der zweite Impfstoff, der in den USA eben eine Notfallzulassung erhalten hat und für den die EMA Anfang Januar ein Gutachten vorlegen will, ist ein solches mRNA-Vakzin. Weil die Datenlage bei möglichen Nebenwirkungen dieser Art von Vakzinen noch nicht sehr breit ist, haben die Behörden ein großes Interesse an einem funktionierenden, schnellen Meldesystem und an einer größtmöglichen Sicherheit der Geimpften. Zudem können es sich die Pharmaunternehmen nicht leisten, Nebenwirkungen zu verschweigen oder zu verharmlosen.

    Zudem laufen klinische Studien weiter an den Probanden, die im Rahmen der Wirksamkeitsprüfung geimpft wurden. Diese werden weiter beobachtet. Falls zeitverzögert Komplikationen aufträten, die auf die Impfung zurückgeführt werden können, würden diese Informationen sofort weitergegeben. (Stand: 4.1.21)

    Einzelheiten über den Verlauf der Impfungen in Deutschland erfahren Sie auch in der Deutschlandfunk-Sendung Marktplatz: "Corona-Impfung praktisch: Abläufe und Nachverfolgung" (Audio-Link zum Nachhören)

    (Stand: 14.01.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 15.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 14.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 14.01.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • Covid-19So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus

    Als hoffnungsvollstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gelten Impfstoffe. Inzwischen sind erste Präparate zugelassen. Doch die weltweite Forschung geht weiter.

    Normalerweise dauert es viele Jahre, bis ein Impfstoff gegen einen Krankheitserreger gefunden ist - und der Prozess kann in jeder Phase scheitern. Warum es für gewöhnlich so lange dauert, haben die Kollegen von "Forschung aktuell" hier erklärt.

    Viren-Erbgut war schnell bekannt

    Im Fall von Sars-CoV-2 hatten die Forschenden Glück: Die Sequenz des Viren-Erbguts, in diesem Fall einzelsträngige RNA, war schnell bekannt und die ersten Forschungsprojekte konnten bereits Anfang 2020 in Angriff genommen werden.

    Welche Impfstoffe sind bereits zugelassen?

    In der Europäischen Union sind zwei Impfstoffe zugelassen: der mRNA-Impfstoff der deutschen Firma Biontech, der zusammen mit dem US-Unternehmen Pfizer produziert wird und ein ähnlich aufgebauter Impfstoff der US-Pharmafirma Moderna. Das Biontech/Pfizer-Vakzin wird bereits in zahlreichen Ländern verabreicht, etwa auch in Kanada und Großbritannien.

    Als nächstes könnte dann über den eher klassischen Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns AstraZeneca entschieden werden, der bei normalen Kühlschrank-Temperaturen gelagert werden und damit auch leichter über Hausarztpraxen verteilt werden kann. Ein Termin dafür ist in der EU noch nicht bekannt.

    In Großbritannien wurde dieser Impfstoff zum Jahresende zugelassen. Auch Indien, Argentinien und Mexiko haben den Einsatz des Vakzins bereits genehmigt. Der Impfstoff von Moderna wurde in Israel von den Gesundheitsbehörden zur Verwendung freigegeben. Man habe sechs Millionen Impfdosen gesichert und erwarte die ersten Lieferungen im Januar, teilte das Gesundheitsministerium mit. In einigen weiteren Ländern sind zudem Impfstoffe aus China und Russland (siehe unten) im Einsatz.

    Wie wird ein Impfstoff bis zur Zulassung getestet?

    Ein Impfstoffkandidat durchläuft bis zur Zulassung mehrere Phasen. In Phase I geht es noch nicht um die Wirksamkeit eines Präparats, sondern um dessen Sicherheit. Tests erfolgen an einer kleinen Gruppe von unter 100 Personen. In Phase II wird der Stoff an bis zu 1.000 Menschen meist in verschiedenen Dosierungen getestet und sichergestellt, dass der Körper einen Schutz gegen das Virus entwickelt. In Phase III wird der Stoff mehreren tausend Freiwilligen verabreicht. Es geht unter anderem um die Bestätigung der Dosierung sowie um seltenere Wechsel- und Nebenwirkungen. Mehrere Studien sind bereits seit Längerem in der dritten und letzten Phase vor der Zulassung.

    Wie wirksam sind die bisherigen Impfstoffe?

    Nach Angaben des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer erweist sich deren Impfstoff in 95 Prozent der Fälle als wirksam. Man sei optimistisch, dass die immunisierende Wirkung einer Impfung mindestens ein Jahr lang anhalten werde, hieß es nach dem Bekanntwerden erster Studienergebnisse. Auch der Impfstoff von Moderna erreicht mit 94,5 Prozent eine ähnlich hohe Wirksamkeit.

    Der Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford ist mit etwa 70 Prozent weniger wirksam als jene von Biontech und Moderna. Wird die Dosierung individualisiert, kann laut AstraZeneca auch eine höhere Wirksamkeit erzielt werden.

    Aktuell prüfen mehrere Unternehmen, ob ihre Impfstoffe auch gegen die neue Coronavirus-Variante aus Großbritannien wirksam sind. Bisher zeigten sich die Firmen und die zuständigen Behörden zuversichtlich.

    Welche weiteren aussichtsreichen Impfstoffkandidaten gibt es?

    Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac startete im Dezember mit der relevanten klinischen Phase-III-Studie für seinen mRNA-Impfstoff mit voraussichtlich mehr als 35.000 Teilnehmenden. Mit ersten Ergebnissen rechnet das Unternehmen nach eigenen Angaben Ende des ersten Quartals 2021. Mit der EU-Kommission hat Curevac bereits einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Impfdosen geschlossen.

    Das Unternehmen Johnson&Johnson erwartet erste Zwischenergebnisse seiner Phase-III-Studie Ende Januar. Ende Dezember startete auch das US-Unternehmen Novavax mit einer Phase-III-Studie in den USA.

    Wie steht es um die Impfstoffe aus Russland?

    Russland hatte als erstes Land weltweit bereits im August einen Impfstoff zugelassen - ohne Tests an mehreren zehntausend Menschen. In der Hauptstadt Moskau begannen Anfang Dezember Massenimpfungen gegen das Coronavirus. Nach Angaben des russischen Gesundheitsministeriums ist "Sputnik V" in mehr als 90 Prozent der Fälle wirksam. Allerdings werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht: Da der Impfstoff vor Abschluss der dritten Prüfphase freigeben wurde, warfen viele Länder der russischen Regierung vor, die Gesundheit der Menschen aufs Spiel zu setzen und die allgemeine Akzeptanz des Impfens zu schmälern.

    Wie sicher werden die Impfstoffe sein?

    Sowohl Bundesgesundheitsminister Spahn als auch Forschungsministerin Karliczek betonten, dass es bei der Entwicklung keine "riskanten Abkürzungen" geben werde. Absolute Priorität habe die Sicherheit. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte Karliczek.

    Auch die Zulassungsbehörden in Europa und den USA betonten mehrfach, dass auch bei beschleunigten Verfahren die Sicherheit der Präparate an oberster Stelle stehe. Bei der schnelleren Zulassung werden vor allem bürokratische Vorgänge beschleunigt - etwa indem die Zulassungsbehörden Zwischenergebnisse eingereicht bekommen und diese vor Abschluss der Studien bereits prüfen können.

    Wie geht es nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs weiter?

    Nach der Zulassung eines Impfstoffs warten zahlreiche Herausforderungen. Zunächst geht es um die massenhafte Produktion eines Vakzins. Die Hamburger Virologin Marylyn Addo sagte dazu im Deutschlandfunk, momentan stünden in der Welt nicht genug Herstellungskapazitäten zur Verfügung. Daher werde es in den kommenden Monaten zu einem Ressourcenkampf kommen. Auch der Chef der US-Firma Moderna, Stéphane Bancel, geht davon aus, dass es nicht nur anfangs, sondern etwa anderthalb Jahre lang Engpässe geben könnte. Im Spiegel sagte er, das Problem seien vor allem regulierte medizinische Rohmaterialien wie Zellkulturen, Enzyme oder Lipide. Wenn eine Komponente fehle, bringe das die gesamte Produktion zum Stillstand.

    Klar ist, dass gerade am Anfang ausgewählt werden muss, wer zuerst eine Impfung bekommt. In Deutschland haben der Deutsche Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die der Ständigen Impfkommission (StIKo) am Robert Koch-Institut dazu Empfehlungen erarbeitet. Zunächst werden seit dem 27. Dezember Menschen ab 80 Jahren geimpft, sowie diejenigen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zur ersten Gruppe gehört zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder in den Impfzentren arbeitet.

    Dann sind Menschen ab 70 Jahren sowie mit einem sehr hohen Risiko oder einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf an der Reihe. Zur dieser zweiten Gruppe gehören auch Polizei- und Ordnungsdienstbeamte sowie Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. Daraufhin folgen Menschen ab 60 und mit leichteren Vorerkrankungen. Zudem werden in dieser Gruppe Erzieher, Lehrpersonal und Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind, geimpft. Voraussichtlich ab dem Sommer können sich dann auch Menschen impfen lassen, die zu keiner dieser Gruppen gehören.

    COVAX - Impfstoffverteilung, aber fair

    Weltweit versucht die internationale Initiative "Covax" einen fairen Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu ermöglichen. Sie wird federführend von der WHO und den Impfallianzen "Gavi" und "Cepi" getragen. Bis Ende 2021 sollen zwei Milliarden Impfdosen hergestellt werden und weltweit an Pflegekräfte und durch Alter oder Vorerkrankung besonders gefährdete Menschen verteilt werden.

    Die nächste Herausforderung ist die Logistik: Wenn in kurzer Zeit Millionen Menschen geimpft werden wollen, dürfte das die Hausarztpraxen überlasten. Deshalb wurden in Deutschland großen Impfzentren etwa in Messehallen aufgebaut. Gesundheitsminister Spahn kündigte zudem an, dass mehrere Apps rund um Corona-Impfungen entwickelt werden. Mit einer soll das Terminmanagement geregelt werden, in einer weiteren sollen Nebenwirkungen gemeldet werden können. Bezahlt werden soll der Impfstoff aus dem Bundeshaushalt - das Vorzeigen einer Krankenversicherungskarte entfällt laut Spahn.

    Beendet ein Impfstoff die Pandemie?

    Die Zulassungen mehrerer Impfstoffe weltweit sind eine gute Nachricht. Doch ein Ende der Pandemie ist dadurch noch nicht gegeben. Zum einen, weil es eine gewisse Zeit dauert, bis genügend Menschen geimpft sind, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Dazu müssten sich in Deutschland nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums 55 bis 65 Prozent der Bürgerinnen und Bürger freiwillig impfen lassen - das wäre laut Spahn bis Ende Sommer 2021 möglich. Eine Impfpflicht wurde von Spahn mehrfach ausgeschlossen.

    Experten der Weltgesundheitsorganisation schätzen, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden müssten. Andere Fachleute – wie zum Beispiel der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach – gehen von einer noch höheren Durchimpfungsrate bis zu 85 Prozent aus, je nachdem, wie infektiös das Virus durch Mutationen ist und werden kann. Auch die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung schätzt, dass man eine 80- bis 85-prozentige Durchimpfung der Bevölkerung benötigt.

    Zudem ist noch nicht klar, wie lange die Impfstoffe wirksam sind und was sie genau verhindern werden - ob lediglich schwere Verläufe wegfallen oder die Verbreitung des Coronavirus zuverlässig eingedämmt wird.

    Einen Bericht zum "Rennen um die Zulassung der Corona-Impfstoffe" unserer "Hintergrund"-Redaktion finden Sie hier.

    (Stand 06.01.2021)

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  • Covid-19Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests?

    Wie genau sind die Messverfahren zum Nachweis des Coronavirus? Über diese Fragestellung wird kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt geht es auch darum, ob die Corona-Auflagen verhältnismäßig sind. Ein kleines Dossier mit den wichtigsten Begriffen.

    Im Wesentlichen spielen in der Corona-Pandemie drei Testverfahren eine Rolle, wobei der sogenannte PCR-Test bisher der wichtigste ist. In dem Verfahren werden Erbinformationen des SARS-CoV-2 nachgewiesen. Dieser Test gilt als sehr sensitiv, also empfindlich. Er wird von spezialisierten Laboren durchgeführt.

    Der Antigentest weist nicht das Erbgut des Virus nach, sondern Eiweiße. Diese Methode gilt als nicht ganz so empfindlich, liefert aber deutlich schneller ein Ergebnis. Antigentests werden deshalb auch Schnelltests genannt.

    Eine andere Ausrichtung hat der Antikörpertest. Er weist eine Reaktion des Körpers auf das Virus nach. Damit kann die Frage beantwortet werden: War eine Person bereits infiziert?

    In den vergangenen Monaten sind insbesondere neue Möglichkeiten entstanden, Antigentests durchführen zu lassen. Testzentren bieten diese Schnelltests an, aber auch Arztpraxen. So kann dem erhöhten Testbedarf Rechnung getragen werden. Die Tests gehören seit Oktober zur Nationalen Teststrategie. Das Robert Koch-Institut schränkt ein, dass aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigentests deren Einsatz nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen sein könne. Damit ein Antigentest ein positives Ergebnis anzeige, sei im Vergleich zur PCR-Testung eine größere Virusmenge notwendig. Positive Schnelltests sind ebenso wie positive Labortests meldepflichtig. Zudem soll nach einem positiven Antigentest zusätzlich ein PCR-Test gemacht werden.

    Das PCR-Verfahren wird nach wie vor als "Goldstandard" bezeichnet.

    Wie aussagekräftig ist der PCR-Test?

    Das Verfahren beantwortet die Frage, ob jemand infiziert ist, sehr zuverlässig: Laut Robert Koch-Institut gibt es nur wenige falsch positive Befunde. In den Labors werden mit einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (englisch: polymerase chain reaction, PCR) Spuren des Erbguts gezüchtet. In jeder Runde wird der Anteil verdoppelt.

    Vorteil: Kleinste Spuren werden aufgespürt. Nachteil: Der Betroffene ist vielleicht positiv getestet, aber nicht mehr ansteckend. Unter Umständen können PCR-Tests auch Wochen nach überstandener Infektion noch positiv ausfallen, wenn viel totes Virus-Material im Körper vorhanden ist. Wird dagegen in einem frühen Stadium getestet, kann die getestete Person auch erst nach der Testung nachweislich infektiös werden.

    Ein positiver Test stellt eine Infektion im Sinne des Infektionsschutzgesetzes fest. Demnach gilt als Infektion "die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus". Krankheitserreger sind unter anderem Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten, die bei Menschen "eine Infektion oder übertragbare Krankheit verursachen" können.

    Sind alle Menschen mit positivem PCR-Ergebnis ansteckend?

    Wie oben bereits angedeutet: Nein. PCR-Tests weisen nicht nach, ob ein Mensch zum Zeitpunkt des Abstriches infektiös ist oder nicht. Labordaten legen nahe, dass Infizierte zwei Tage vor Symptombeginn und zu Beginn der Krankheit am ansteckendsten sind, wie es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt. Allerdings kann das Sars-CoV-2-Virus auch bei einem asymptomatischem Infektionsverlauf übertragen werden. Das bedeutet: Man kann auch andere Personen anstecken, wenn man selbst gar nicht krank wird.

    Sind die PCR-Tests zu empfindlich?

    Das hängt davon ab, wie lange der Test läuft. Es gibt eine Kennziffer, die das Verfahren beschreibt: der sogenannte CT-Wert. Er besagt, wie viele Runden ein Test durchlaufen musste, um ein positives Ergebnis zu zeigen. Läuft der Test sehr lange, werden auch noch winzige Virusmengen nachgewiesen. Bei einem CT-Wert von über 30 sprechen Virologen von einer geringen Konzentration. Womöglich können sich die Viren dann nicht mehr vermehren. Problem: Nicht jeder Abstrich ist gleich gut. Ist viel Virusmaterial in der Probe, schlägt der Test früher an.

    Erfahren die Gesundheitsämter den CT-Wert?

    Laut einer Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung erfahren nur wenige Gesundheitsämter davon (Stand Oktober 2020). Allerdings gebe es regionale Unterschiede. Viele Behörden vor Ort wissen also nicht, ob lange oder kurz getestet wurde, und ob damit womöglich die Isolation verkürzt werden könnte. Problem: Es gibt keine Standards, ab welchem CT-Wert die Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus gelockert werden darf.

    Mehr Tests = mehr Infektionen?

    Die absolute Zahl der Tests sagt wenig über die Entwicklung des Infektionsgeschehen aus. Zwar gibt es jetzt mehr Tests und mehr Kapazitäten. Entscheidend ist aber die sogenannte Positivrate, die das Robert Koch-Institut einmal pro Woche veröffentlicht. Der Wert beschreibt das Verhältnis der positiven Ergebnisse zur Gesamtheit der Tests. Zu Beginn der Pandemie (13. Kalenderwoche 2020) lag der Wert bei 8,7 - im Herbst (41. KW 2020) bei nur noch 2,48. Anschließend stieg der Wert in Deutschland wieder - in der KW 53 lag die Positivrate so hoch wie nie zuvor: bei 16,07 Prozent. Das bedeutet: Etwa jeder Sechste Labortest auf das Coronavirus war positiv.

    PCR-Tests sind Wissenschaftlern zufolge zu etwa 98 Prozent zuverlässig. Testen die Labore zwei bis drei Mal, kann die Fehlerquote auf 0,01 Prozent gesenkt werden. Das RKI macht keine genauen Angaben zur Fehlerquote der PCR-Tests. Von dort heißt es schlicht: Wenn die Tests korrekt durchgeführt und deren Ergebnisse fachkundig beurteilt würden, gehe man "von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht".

    Grundsätzlich gilt: Je wahrscheinlicher es ist, dass sich eine Person infiziert hat, desto höher ist auch die Aussagekraft eines positiven Tests - und umgekehrt. Experten nennen das Vortestwahrscheinlichkeit. "Das Ergebnis einer Labortestung ist immer eine Diagnose, nie ein rohes Testergebnis", hatte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité dazu erklärt.

    Detailliertere Informationen rund um die Frage der Tests finden Sie hier.

    Stand: 13.01.2021 (Mit Material von dpa)

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  • CoronavirusAuf der Suche nach einem wirkungsvollen Medikament

    Das Rennen um Impfstoffe gegen das Coronavirus ist auf der Zielgeraden - doch auf der Strecke bleibt dabei offenbar die Suche nach wirkungsvollen Medikamenten, die das Leiden von Covid-19-Erkrankten lindern können. Zahlreiche Forschungsgruppen beklagen, dass vor allem die Entwicklung von Impfstoffen gefördert und finanziert wird - die von Arzneimitteln aber kaum. Die Bundesregierung hat nun angekündigt, die Medikamentenforschung mit zunächst 50 Millionen Euro zu stützen. Ein Überblick über den Stand der Forschung.

    Bei Medikamenten gegen das Virus Sars-CoV-2 beziehungsweise die daraus entstehende Erkrankung Covid-19 gilt bei zahlreichen Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen das Prinzip "trial and error". Es wird experimentiert, ausprobiert, häufig wieder verworfen. So wie Remdesivir, ein Medikament, das ursprünglich gegen Hepatitis C und Ebola eingesetzt wurde und wird, und eine zeitlang als beste Waffe gegen die schlimmsten Auswirkungen von Covid-19 in Betracht gezogen wurde. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigte jedoch in breitangelegten Studien, dass Remdesivir keinen größeren positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf habe. Ein neuer Bericht macht zwar wieder Hoffnung, dass das Mittel in bestimmten klinischen Fällen doch eine gewisse Wirkung zeigen könnte, aber eine weiter gefasste Untersuchung mit mehr Probanden fehlt bislang. Auch andere Medikamente wie das Cortisonpräparat Dexa-Methason, das sonst bei Multipler Sklerose oder Hirntumoren eingesetzt wird, hat in größeren Feldstudien im Einsatz gegen Covid-19 enttäuscht.

    Was also tun, wenn Infizierte schwere Krankheitssymptome entwickeln, wie verhindern, dass das Gesundheitssystem durch die steigende Zahl schwerkranker Covid-Patienten überlastet wird und an seine Kapazitätsgrenzen kommt? Mut machen verschiedene Studien, die im Dezember öffentlich wurden. Es handelt sich in den meisten Fällen um Präparate, die nicht speziell für die Behandlung von Covid-19 zugelassen sind, aber offensichtlich Wirkung zeigen. Dazu gehören zum Beispiel blutverdünnende Medikamente.

    Aspirin gegen Covid-19?

    Ein Arzneimittel, das in nahezu jeder Hausapotheke vorhanden ist, macht Hoffnung, eine der häufigsten Todesursachen - Thrombosen, also Blutgerinnsel - im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung zu verhindern: Aspririn. US-amerikanische Forschende haben ASS, also Acetyl-Salicylsäure, besser bekannt als Aspirin, bei Covid-19-Patienten angewandt. Der Blutverdünner verhinderte in hoher Dosierung effektiv die Gerinnung des Bluts bei Personen, die lange Zeit liegen mussten, beispielsweise, weil sie intensivmedizinisch behandelt wurden. Im Fachmagazin Journal of the American College of Cardiology fasst die Forschungsgruppe die Studie zusammen. Ein Ergebnis: Sowohl therapeutische als auch prophylaktische Dosen von gerinnungshemmenden Medikamenten reduzierten die Sterblichkeit um etwa 50 Prozent im Vergleich zu Patienten, die keine Blutverdünner erhielten. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Covid-19-Patienten an Beatmungsgeräte angeschlossen werden mussten, war den Studienergebnissen zufolge deutlich reduziert.

    Grippemedikament soll die Übertragung von Coronaviren stoppen

    Einen anderen Ansatz verfolgt das Grippemedikament mit der komplexen Bezeichnung MK-4482/EIDD-2801. US-amerikanische Forscher gehen davon aus, dass das Mittel auch beim Menschen die Verbreitung von Coronaviren im Körper stoppen kann. Das Forscherteam aus Atlanta hat im Fachblatt Nature Microbiology eine Studie veröffentlicht, die nachweist, dass das Medikament innerhalb von 24 Stunden die Übertragung von Coronaviren ausbremst. Das Mittel wird auch Molnupiravir genannt. Die Wissenschaftler haben das Mittel an Frettchen ausprobiert. Die Tiere bekamen Molnupiravir zweimal täglich verabreicht - dadurch wurde die Sars-CoV-2-Belastung in den oberen Atemwegen deutlich nachweisbar reduziert, und die Ausbreitung auf unbehandelte Kontakttiere wurde unterbunden. Sollte sich zeigen, dass die Wirksamkeit beim Menschen ähnlich ist, dann wären Covid-19-Erkrankte nach der Einnahme des Medikaments innerhalb von 24 Stunden nicht mehr ansteckend.

    Deutsches Unternehmen setzt auf ein "Pförtner"-Präparat

    Das Virus an der Ausbreitung im Körper zu hindern, ist die eine Möglichkeit - es gar nicht erst in den Organismus vordringen zu lassen, eine andere. Auf diese Idee setzt das Biopharma-Unternehmen Formycon in der Nähe von München. Ein sogenannter Blocker könnte eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern: FYB207 heißt das Mittel, und es nutzt dem Unternehmen zufolge die Eigenschaft von Coronaviren, über einen Rezeptor auf der Oberfläche menschlicher Körperzellen einzudringen oder sich weiter zu verbreiten. Dieser Rezeptor wird durch das Mittel blockiert - und damit auch die Pforte in den Organismus. Es ist ein sogenanntes Antikörper-Fusionsprotein, das da zum Einsatz kommen könnte, und das sich den Forschungsergebnissen zufolge effektiv an Sars-Coronaviren bindet.

    Der Vorsitzende von Formycon, Brockmeyer, sieht vor allem für schwer erkrankte Covid-19-Patienten eine Chance, einen milderen Verlauf zu durchleben. "Dadurch haben auch (diese) Patienten eine Behandlungsmöglichkeit", so Brockmeyer im Gespräch mit tagesschau.de. "Wir blockieren die Eintrittspforte, die das Virus nutzt, um in die Zellen einzudringen. Das bietet einen maximalen Schutz vor Mutationen. So beugen wir auch künftigen Coronavirus-Epidemien vor", betont Brockmeyer.

    Bis das Medikament allerdings Marktreife erlangt, kann es noch dauern: Das Unternehmen rechnet frühestens in zwei Jahren mit einer Zulassung. Erste Gespräche mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA sollen Anfang nächsten Jahres geführt werden.

    Geld für mehr Forschungsarbeit

    Die Bundesregierung setzt in der Pandemie-Bekämpfung neben dem Einsatz von Impfstoffen nun auch zunehmend auf Medikamente für Covid-19-Patienten. Bundesforschungsministerin Karliczek sagte, man müsse damit rechnen, dass selbst bei einer hohen Impfrate Menschen weiter an Covid-19 erkrankten. Für diese Patienten brauche es "neue Therapieoptionen", die in den unterschiedlichen Stadien der Infektion eingesetzt werden könnten. Es gebe bereits einige erfolgversprechende Ansätze. Gefördert werden bis Ende des Jahres 2023 sowohl die Entwicklung von Arzneimitteln als auch deren klinische Prüfung.

    (Stand: 06.01.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 15.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 14.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 14.01.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • Covid-19Wie ist die Lage in den Krankenhäusern?

    Die Zahl der Corona-Infektionen bleibt auf einem hohen Niveau. Mehr Menschen müssen in Krankenhäusern behandelt werden, einige von ihnen auf der Intensivstation. Mediziner befürchten, dass deren Zahl trotz des Lockdowns zunächst hoch bleibt.

    Der neue Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Marx, begrüßte die Beschlüsse von Bund und Ländern (mehr dazu hier). Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Marx, er sei "sehr froh" über die Entscheidung. Die Kliniken seien "wirklich voll und die Intensivstationen auch".

    Nach DIVI-Angaben wurden zuletzt 5.161 Covid-19-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen behandelt. Knapp 58 Prozent von ihnen wurden invasiv beatmet. Laut DIVI-Intensivregister sind in Deutschland derzeit 24.269 Intensivbetten registriert, davon belegt sind 20.605. Allerdings stehe noch eine sogenannte Notfallreserve von mehr als 10.000 Intensivbetten zur Verfügung. Diese ließen sich innerhalb von sieben Tagen zusätzlich aufstellen. (Stand: 13.1.)

    Regionale Unterschiede - Kleeblatt-Konzept soll bei Verteilung helfen

    Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens waren in Sachsen zwischenzeitlich die Intensiv-Kapazitäten knapp. Für die mögliche Verteilung von Patienten wurden laut Sozialministerium Leitstellen eingerichtet. Diese sollen die Kapazitäten der Krankenhäuser überwachen. Kommt es zu einer Auslastung aller sächsischen Kliniken, dann werden Patienten in Kliniken anderer Bundesländer verlegt.

    Beim sogenannten Kleeblatt-Konzept ist Deutschland in fünf Regionen eingeteilt worden, innerhalb derer dann Patienten verteilt werden sollen. Sachsen gehört mit Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg zur Region Ostdeutschland.

    In den Ländern ist die Situation unterschiedlich. In Schleswig-Holstein ist der Anteil der freien Betten mit 23,9 Prozent am höchsten. In Berlin sind dagegen nur noch 10,4 Prozent der Intensivbetten frei. Damit verzeichnet die Hauptstadt im Ländervergleich den derzeit niedrigsten Wert. (Stand: 13.1.)

    Engpass beim Personal

    Unklar ist allerdings, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung stehe. Das war auch bereits vor der Corona-Pandemie der Fall.

    Pflegepersonal auf Intensivstationen hat eine spezielle Ausbildung und kann nicht einfach durch andere Pflegekräfte ersetzt werden. Der Personalmangel werde dadurch verschärft, dass sich auch viele Mitarbeiter im privaten Umfeld infizierten und dann für die Arbeit ausfielen.

    (Stand: 13.1.)

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  • CoronaWie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht

    In Deutschland wird seit Wochen debattiert, ob zur Eindämmung der Pandemie mehr von zu Hause gearbeitet werden kann. In Berufen, in denen das nicht möglich ist, geht es um sichere Arbeitsbedingungen vor Ort. Wie ist der Status Quo, und was wäre möglich und sinnvoll?

    Weil sich das Coronavirus weiter rapide verbreitet, gelten für viele Bereiche des Landes weitreichende Beschränkungen: Kultur, Breitensport und Freizeitangebote sind geschlossen, genau wie Friseursalons und weite Teile von Gastronomie und Einzelhandel. In den meisten anderen Berufen wird jedoch weitergearbeitet wie zuvor. Deshalb hat in den vergangenen Wochen die Debatte an Fahrt aufgenommen, inwieweit die Wirtschaft stärker bei der Eindämmung des Virus in die Pflicht genommen werden sollte.

    Wie ist die aktuelle Gesetzeslage?

    In den Corona-Schutzverordnungen der Länder werden einige Arbeitsstätten wie die bereits erwähnten Friseursalons, Restaurants und Läden explizit genannt. Universelle Regeln wie der Mindestabstand gelten grundsätzlich auch an jeder Arbeitsstätte – darüber hinaus gibt es jedoch kaum verbindliche Regeln für den Infektionsschutz am Arbeitsplatz.

    Die aktuelle Corona-Schutzverordnung im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen zum Beispiel sieht lediglich vor, dass "nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden möglichst vermieden, allgemeine Hygienemaßnahmen umgesetzt und die Infektionsrisiken (...) minimiert werden". Handwerker und Dienstleister werden angehalten, "auf eine möglichst kontaktarme Erbringung zu achten". In der Verordnung gelten "bei zwingenden Zusammenkünften zur Berufsausbildung" explizite Ausnahmen für den Mindestabstand von 1,5 Metern. Mehrere Passagen verpflichten in unterschiedlichen Situationen zum Tragen einer Maske.

    Ein Vorstoß von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), wonach Arbeitnehmende mit entsprechenden Berufsbildern einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice erhalten sollten, scheiterte am Widerstand des Koalitionspartners, der Union. Ein überarbeiteter Entwurf sieht nun nur noch das Recht vor, mit dem Arbeitgeber ein Gespräch zum Thema Homeoffice einzufordern.

    Welche Argumente werden diskutiert?

    Die Gewerkschaften wollen sich damit nicht zufrieden geben: Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, unterstrich die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Homeoffice. Wo es die Möglichkeit gebe, zuhause zu arbeiten, müssten Arbeitnehmer auch einen Anspruch darauf haben, sagte er im Deutschlandfunk.

    Arbeitsminister Heil appellierte an die Unternehmen, Homeoffice zu ermöglichen: "Willkürlich Homeoffice zu verweigern, wäre jetzt unverantwortlich", sagte er im NDR. Dort, wo kein Homeoffice möglich sei, müssten die Hygiene-Auflagen strikt eingehalten werden, mahnte der Minister. Sonst könne er einen Stillstand auch in der Produktion nicht ausschließen.

    In der Opposition mehren sich die Stimmen, die eine weitestmögliche Dezentralisierung der Arbeit fordern. "Millionen Beschäftigte sind täglich von Infektionen bedroht, weil Schutzmaßnahmen in Unternehmen nicht ausreichen, ohne Not Präsenzpflicht eingefordert wird oder Risiken durch die Anfahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mitgedacht werden", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dem "Tagesspiegel". Beim Kampf gegen das Virus gehörten Wirtschaft und Arbeitswelt ins Zentrum.

    Anfang Januar bat die Berliner Grünen-Politikerin Laura Dornheim unter dem Hashtag #MachtBürosZu ihre Follower in sozialen Medien um Angaben, wie es um Präsenzpflicht und Infektionsschutz bei ihren Unternehmen bestellt ist. Eine Liste mit in dieser Hinsicht vorbildlichen Arbeitgebern machte sie öffentlich; die Negativ-Liste wollte sie mit Blick auf mögliche juristische Folgen nicht selbst veröffentlichen.

    Von Arbeitgeberseite wird mit dem starken wirtschaftlichen Druck gegen härtere Corona-Maßnahmen in den Betrieben argumentiert. "Wir müssen die Menschen pandemiegeschützt so gut es geht in Brot und Arbeit halten. Nur mit Wertschöpfung können wir unsere Sozialsysteme am Leben halten, die im Moment alle versorgen", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das Land müsse am Laufen gehalten, Insolvenzen sollten vermieden werden. "Sie können doch nicht alle Betriebe schließen", sagte Dulger.

    Wie viel Homeoffice ist überhaupt möglich?

    In Deutschland könnten laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rund 40 Prozent der Erwerbstätigen von zu Hause arbeiten. Einer Studie des Deutschen Jugendinstituts zufolge liegt das Potenzial bei 56 Prozent, unter den Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss sogar bei 86 Prozent.

    Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom arbeiteten im Dezember 25 Prozent der Beschäftigten, also 10,5 Millionen Berufstätige, ausschließlich im Homeoffice. Auf weitere 20 Prozent (8,3 Millionen) trifft dies zumindest teilweise zu. Diese Werte liegen durchweg höher als die Angaben des Statistischen Bundesamts aus der Zeit der ersten Pandemie-Welle, als demnach 24 Prozent von zu Hause arbeiteten. Allerdings ist unklar, ob die Daten direkt miteinander vergleichbar sind.

    Öffentlich wurde zuletzt häufiger behauptet, unter anderem von Arbeitsminister Heil, dass nach subjektiver Einschätzung derzeit weniger Gebrauch von Heimarbeit gemacht werde als im Frühjahr 2020. Eine Erhebung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung stützt diese These: Demnach haben im November lediglich 14 Prozent der deutschen Erwerbstätigen im Homeoffice gearbeitet. Beim ersten "Lockdown" im April waren es der Stiftung zufolge noch 27 Prozent.

    Wie groß ist der politische Handlungsbedarf?

    Wie groß die Ansteckungsgefahr an der Arbeitsstätte bleibt, ist nicht gesichert: Laut den Lageberichten des Robert Koch-Instituts (RKI) waren in den Wochen vor Weihnachten jeweils rund 1.000 Ansteckungen auf den Arbeitsplatz zurückzuführen - jedoch weist das RKI darauf hin, dass nur etwa ein Sechstel der insgesamt gemeldeten COVID-19-Fälle überhaupt einem Ausbruch zugeordnet werden könne.

    Noch mehr Informationen rund um das Thema Homeoffice in der Pandemie finden Sie hier.

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  • Covid-19Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus?

    In Großbritannien und Südafrika haben sich Mutationen des Coronavirus verbreitet. Vor allem die britische Variante ist inzwischen in vielen weiteren Ländern nachgewiesen worden. Politik und Wissenschaft sind aufmerksam bis alarmiert - auch die verschärften Maßnahmen in Deutschland wurden zum Teil mit den neuen Varianten begründet. Doch wie gefährlich sind diese überhaupt? Darüber gibt es inzwischen mehr Erkenntnisse.

    Um welche Mutationen geht es?

    Dass Viren ständig mutieren, ist lange bekannt. Sars-CoV-2 ist keine Ausnahme und - verglichen etwa mit Grippeviren - eher langsam darin, überlebensfähige Varianten zu entwickeln. Auch hier sind inzwischen weltweit Varianten des Corona-Virenstamms bekannt, der zu Beginn der Pandemie beschrieben wurde. Die meisten davon haben keinen entscheidenden Einfluss auf die Ausbreitung des Virus.

    Das ändert sich, wenn durch eine oder mehrere Mutationen ein Virustyp entsteht, der dem Erreger selektive Vorteile verschafft: etwa, indem er ansteckender, also schneller übetragbar wird, oder indem er die Fähigkeit entwickelt, dem Immunsystem auszuweichen, das ihn bekämpft. Man spricht dann von einer bedenklichen Variante, einer "Variant of Concern", kurz VOC. In diesem Zusammenhang stehen zurzeit vor allem zwei Varianten von Sars-CoV-2 im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit:

    Die erste wurde in Großbritannien entdeckt und wird VOC 2020/12/01 oder B.1.1.7 genannt. Sie hat mehrere Mutationen angesammelt. Es gibt inzwischen Belege dafür, dass sie deutlich ansteckender ist als die bislang vorherrschende Variante. Die britische Regierung teilte zunächst mit, die Mutation sei bis zu 70 Prozent ansteckender - eine Zahl, die der Virologe Drosten im Deutschlandfunk als "Schätzwert" einstufte. Erstens Erkenntnissen zufolge scheinen Menschen, die sich mit B.1.1.7 angesteckt haben, mehr Virus zu produzieren - was eine Ansteckung erleichtern könnte. Gesicherte Studien aber gibt es dazu noch nicht, wie der Wissenschaftsjournalist Volkart Wildermuth im DLF betonte.

    Die höhere Übertragbarkeit beruht nach heutigen Erkenntnissen im Wesentlichen auf einer Mutation des sogenannten Spike-Proteins, das an bestimmte Zellen im menschlichen Körper andockt. Weltweit wurde diese Variante nach Angaben des "European Center for Disease Prevention and Control", ECDC, in mindestens 26 Ländern nachgewiesen, auch in Deutschland (Stand 4.1.). Hinweise auf einen schwereren Krankheitsverlauf gibt es bislang nicht.

    Eine zweite Mutation wurde bei genetischen Untersuchungen in Südafrika entdeckt. Das ECDC führt sie unter der Bezeichnung 501.V2. Auch diese Variante wurde inzwischen in anderen Ländern nachgewiesen, darunter Großbritannien und Frankreich. In Südafrika ist diese Virusvariante inzwischen für die meisten Ansteckungen verantwortlich. Auch hier gibt es laut ECDC bislang keine Hinweise darauf, dass sie einen schwereren Krankheitsverlauf verursacht.

    Was bedeutet das für die Entwicklung der Pandemie?

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen ein Risiko in der mutmaßlich höheren Übertragbarkeit der Virusvarianten. Wenn sich mehr Menschen anstecken, könnte es in der Folge zu einer größeren Zahl von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen kommen, etwa, weil sich auch mehr Angehörige von Risikogruppen infizieren. Das durch die Einschleppung der beiden bedenklichen Virusvarianten verursachte Risko sei deshalb als hoch einzustufen, schreibt das ECDC. Die Forschenden warnen außerdem vor einer Überlastung der Gesundheitssysteme in den jeweiligen Ländern.

    Auch Bund und Länder begründen die kürzlich beschlossene Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen unter anderem mit dem Verweis auf die Mutationen des Virus, die man "mit Besorgnis" betrachte. In der australischen Stadt Brisbane wurde jüngst ein "Express-Lockdown" verhängt, um die rasante Ausbreitung der veränderten Virusvariante einzudämmen - mehr als zwei Millionen Menschen müssen dort mindestens drei Tage lang in ihren Häusern bleiben. Auch Politiker in Deutschland, etwa der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach und Kanzleramtschef Braun, warnten vor noch drastischeren Maßnahmen hierzulande, die aufgrund der Mutationen auf uns zukommen könnten.

    In Großbritannien gibt es Hinweise darauf, dass die neue die bekannte Virusvariante verdrängt. Nach Angaben der britischen Behörden waren im Dezember 60 Prozent der Neuinfektionen in London durch die neue Virus-Variante verursacht worden.

    Nachweise der Mutation sind nur möglich, wenn der Genpool des Virus vollständig analysiert wird. In Deutschland ist das aber nicht standardmäßig der Fall. In Großbritannien hingegen werden fünf bis zehn Prozent aller Virusproben vollständig analysiert.

    Benötigen wir neue Impfstoffe?

    Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt offenbar auch vor den beiden neuen Varianten des Coronavirus. Das geht aus einer Laborstudie des Herstellers Pfizer und der University of Texas hervor, die auf Servern für Forscher im Internet veröffentlicht wurde. Eine Überprüfung der Ergebnisse durch unabhängige Wissenschaftler steht allerdings noch aus.

    Dass die Impfstoffe nun ihre Wirksamkeit einbüßten, sei nicht zu erwarten, schreibt DLF-Wissenschaftsjournalist Arndt Reuning in einem Kommentar. Es könnte sein, dass manche Antikörper an den mutierten Stellen des Virus weniger gut binden. Aber durch eine Impfung lerne das Immunsystem, den Erreger an verschiedenen Teilen zu erkennen. Und jenseits der Antikörper reagiere die Immunabwehr außerdem auch mit weißen Blutkörperchen auf Eindringlinge. Gerade dieser Arm des Immunsystems lasse sich von mutationsbedingten Veränderungen eines Erregers weniger stark beeindrucken.

    Pessimistischere Töne kommen dagegen aus Großbritannien. Verkehrsminister Shapps sprach von einer "sehr großen Besorgnis unter den Wissenschaftlern", dass Impfstoffe auf die südafrikanische Variante des Virus nicht in gleicher Weise ansprechen könnten wie bei der Ursprungsform.

    Derzeit führt Biontech Tests mit der neuen Variante und seinem Impfstoff durch. Biontech-Gründer Sahin sagte auf einer Pressekonferenz, "dass die Immunreaktion durch dieses Vakzin auch mit dem neuen Virus umgehen kann". Zudem lassen sich, darauf weisen sowohl Sahin als auch Mertens hin, mRNA-Impfstoffe wie von Biontech oder Moderna leicht an Mutationen anpassen. Ein solcher angepasster Impfstoff müsse dann allerdings neu zugelassen werden.

    (Stand: 9.1.21)

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  • Covid-19Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben

    Derzeit gibt es etwa in Sachsen besonders viele Corona-Fälle. Daten zur Corona-Ausbreitung und zum Wahlverhalten legen nahe, dass sich das Virus derzeit besonders in Gebieten mit großer AfD-Anhängerschaft verbreitet. Was dafür spricht - und was nicht.

    Der "Tagesspiegel" aus Berlin hat vor einigen Tagen eine Deutschlandkarte veröffentlicht, auf der man die Corona-Zahlen und die Wählerstimmen für die AfD vergleichen kann. Die Übereinstimmung vieler besonders stark vom Virus betroffenen Regionen in Deutschland ist offensichtlich. Auf den ersten Blick liegt der Schluss nahe, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen den beiden Faktoren Wahlverhalten und Corona-Infektionszahlen geben könnte.

    Die Erklärung könnte darin liegen, dass die AfD als einzige Partei die Corona-Maßnahmen weitgehend ablehnt. Wenn ihre Anhänger die Regeln also ablehnen und dann auch weniger einhalten als andere, könnte das ein Faktor für eine höhere Ansteckungsrate sein.

    Forscher Quent: Noch keine Kausalität nachgewiesen

    Der Direktor des Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, Matthias Quent, konnte in einer Analyse der Daten eine solche Korrelation feststellen - und zwar nicht nur für Sachsen, sondern für nahezu alle Bundesländer. Das Ergebnis sei so deutlich, dass er selbst davon überrascht gewesen sei, sagte Quent. Der Forscher betonte aber, dass damit noch keine Kausalität nachgewiesen ist. Es könne andere Faktoren geben, die den Effekt erklären - etwa die Bevölkerungsstruktur oder der Zustand des Gesundheitswesens. Quent will diesen Fragen weiter nachgehen.

    Überzeugt von einem Kausalzusammenhang ist der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU). Die AfD leugne Corona ja weitgehend, sagte er. Und wenn sich deren Anhänger dann entsprechend verhielten, sei das für das Virus wie ein Geschenk.

    Ein Viertel der AfD-Anhänger hält Pandemie für Verschwörung

    Weitere Daten, die einen möglichen Zusammenhang nahelegen, kommen aus einer Umfrage im Auftrag der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Demnach hält es eine deutliche Mehrheit der AfD-Anhänger für wahrscheinlich, dass es sich bei der Corona-Pandemie um eine Verschwörung handelt. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bejahten 24 Prozent der AfD-Anhänger die Aussage, wonach es sich bei der Pandemie um eine "Verschwörung zur Unterdrückung der Menschen" handele. Weitere 41 Prozent der AfD-Anhänger halten das zumindest für wahrscheinlich. Anhänger anderer Parteien sehen die Pandemie deutlich seltener als Verschwörung. Unter allen Befragten waren sich fünf Prozent sicher, dass es sich um eine Verschwörung zur Unterdrückung der Menschen handelt, neun Prozent hielten dies für wahrscheinlich.

    Eine Fallstudie der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung von Anfang November untersuchte den Umgang der AfD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg mit Verschwörungstheorien rund um die Corona-Pandemie. Dabei zeigte sich, dass die Fraktion während der ersten Welle im Frühjahr keine Verschwörungstheorien verbreitete. Sie spitzte ihre Rhetorik erst dann verschwörungstheoretisch zu, als sich mit dem Aufkommen der bundesweiten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen - etwa von der Initiative Querdenken - ein "Gelegenheitsfenster" bot, schreibt die Autorin. Dieser abrupte rhetorische Wechsel zeige, dass die AfD-Landtagsfraktion verschwörungstheoretische Rhetorik strategisch einsetze, um neue Zielgruppen zu erschließen, hieß es.

    Ähnlicher Effekt in den USA festgestellt

    In den USA hatten Forschende bereits eine ähnliche Beobachtet gemacht. Im Magazin "Science" erläuterten sie, dass es einen starken Zusammenhang zwischen der Bindung an eine Partei und der Bereitschaft gibt, sich an soziale Distanzierungsmaßnahmen zu halten. Demnach sind Wähler der Republikaner weniger gewillt, wegen der Corona-Pandemie auf Kontakte zu verzichten. Und diese Haltung hat sich in den Monaten der Ausbreitung des Virus sogar verstärkt.

    Zahlreiche Einflussfaktoren auf Infektionsgeschehen

    Klar ist, dass nicht allein die politische Ausrichtung der Einwohner das Infektionsgeschehen vor Ort bestimmt. Im Fall von Sachsen dürfte etwa auch die Nähe zu Tschechien und Polen Einfluss auf die Infektionszahlen haben. Zudem hängt das Infektionsgeschehen von den vor Ort getroffenen Maßnahmen ab. Einfluss haben auch - gerade in kleineren Orten - Superspreading-Events etwa bei Familienfeiern oder Ausbrüche in Pflegeheimen. Zudem kann die Altersstruktur der Bevölkerung das Infektionsgeschehen und die Belegung der Krankenhäuser bestimmen.

    (Stand: 17.12.)

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    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
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    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Was sind Aerosole?

    Aerosole sind feste oder flüssige Partikel, die so klein sind, dass sie kaum noch der Schwerkraft unterliegen. Diese kleinsten Teilchen sinken, anders als die beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen, nicht schnell zu Boden, sondern schweben deutlich länger in der Luft - teilweise Minuten oder sogar Stunden. Also kann jemand, der nach einem Infizierten einen nicht gelüfteten Raum betritt, sich anstecken. Außerdem können Tröpfchen nicht so stark eingeatmet werden wie Aerosole. Meistens bleiben sie eher in den oberen Atemwegen, während Aerosole tief in die Lunge eindringen können.

    Bei einigen Krankheiten ist bekannt, dass sie zum Teil auf diesem Weg übertragen werden, zum Beispiel Tuberkulose. Ein direkter Kontakt zu einem Infizierten ist also nicht notwendig, um sich anzustecken.

    Welche Erkenntnisse gibt es dabei in Bezug auf das Coronavirus?

    Zunächst spielte eine mögliche Infektion durch Aerosole kaum eine Rolle in der Betrachtung. Allerdings haben Mediziner weltweit Corona-Ausbrüche genauer analysiert. Und nach und nach stellten sie fest, dass es für zahlreiche Ausbruchsgeschehen kaum eine andere Erklärung geben konnte als eine Infektion über Aerosole.

    Davon kann man allerdings erst sprechen, wenn Personen sehr weit voneinander entfernt waren und sich trotzdem infiziert haben. Ersten Hinweisen darauf gingen chinesische Forscher nach, die Infektionsketten in einem Restaurant in Wuhan nachgingen - der Stadt, in der das Virus zum ersten Mal auffällig wurde. Dort waren Gäste am Coronavirus erkrankt, die an verschiedenen, weit voneinander entfernten Tischen gesessen und auch sonst keine gemeinsamen Wege oder Begegnungen hatten.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation sieht inzwischen Aerosole als wichtigen Übertragungsweg des Virus an. Das hat zumindest mittelfristig Auswirkungen auf die Empfehlungen zum Gesundheitsschutz.

    Aufenthalt in schlecht belüfteten Räumen erhöht Risiko

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Übertragung im Umkreis von mehr als acht Metern

    Dass Aerosole eine sehr große Reichweite und Verweildauer in der Atemluft haben, hat auch das Ausbruchsgeschehen in Schlachtbetrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vor Wochen gezeigt: Das Helmholtz-Institut für Infektionsforschung veröffentlichte im Juli erste Ergebnisse einer Studie über den Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Demnach hat ein Mitarbeiter in der Rinderzerlegung das Virus im Mai auf mehrere Personen übertragen, und zwar im Umkreis von mehr als acht Metern. Die Studie habe auch gezeigt, dass die Wohnsituation der Arbeiter keine wesentliche Rolle gespielt habe, so die Forscher.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Dominanter Infektionsweg über Aerosole?

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich unter Forschungsleitung von Martin Kriegel intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Man könne das Risiko halbieren, wenn man doppelt so viel Luft hereinbringe, sagte Kriegel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Spahn. Auch eine geringere Aufenthaltsdauer vermindere das Infektionsrisiko: "Wenn wir die halbieren, halbieren wir das Risiko auch."

    "Allerdings ist die Fensterlüftung nicht verlässlich", sagte Kriegel im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Denn man wisse im Einzelfall nicht, wie viel Luft durch das Fenster gelange. Die Effektivität der Fensterlüftung hänge davon ab, wie stark der Wind draußen wehe und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen sei.

    "Viele Leute denken, wenn es drinnen kalt ist, ist die Luft frisch im Innenraum. Das stimmt nicht. Man müsste also immer in regelmäßigen Abständen die Fenster komplett öffnen. Denn durch ein gekipptes Fenster gelangt nicht wirklich viel Luft herein." Das sei vor allem nun, in der kälteren Jahreszeit, eine große Herausforderung. "Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnen würde, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren", haben der Forscher und sein Team festgestellt.

    Gefahrenquelle Schulunterricht?

    Vor dem Hintergrund seiner Berechnungen und der Tatsache, dass die Schulen ebenfalls mit sinkenden Außentemperaturen zu tun haben werden, empfiehlt Kriegel: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert der Forschungsleiter dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 10.10. 2020)

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    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit können helfen, diese Frage zu beantworten. Doch auch dabei gibt es Schwierigkeiten.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen mehr gestorben sind im Vergleich zu durchschnittlichen Parametern. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte. Dieses Mehr an Toten ist die Übersterblichkeit.

    Welche Erkenntnisse zur Übersterblichkeit der vergangenen Monate gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht schon seit einiger Zeit konkrete Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. In den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres zeigte sich demnach kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen. Die Grippewelle fiel 2020 im Vergleich zu den Vorjahren moderater aus. Im März 2018 - in einem Jahr, in dem die Grippewelle besonders heftig war - starben zum Beispiel 107.100 Menschen. Im März 2019 waren es 86.500, im März 2020 87.100. Wie das Statistische Bundesamt erklärt, könnten die Sterbefallzahlen in der Grippezeit auch ohne Corona-Pandemie stark schwanken.

    Im April 2020 lagen die Zahlen allerdings deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, mit einem Plus von zehn Prozent. In den Folgemonaten bewegten sich die Sterbefallzahlen dann zunächst wieder etwa im Durchschnitt.

    Sterbefallzahlen im Dezember überdurchschnittlich hoch

    Zuletzt verzeichneten die Behörden jedoch wieder einen Anstieg. So lag dem Statistischen Bundesaamt zufolge die Zahl der Todesfälle in Deutschland in der Woche vom 7. bis 13. Dezember 2020 deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. In der 50. Kalenderwoche starben vorläufigen Ergebnissen zufolge mindestens 22.897 Menschen, das sind 23 Prozent oder 4.289 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, wie das Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

    Besonders auffällig sei die Entwicklung weiterhin in Sachsen, das besonders stark von der Pandemie betroffen ist. In der 50. Kalenderwoche lag die Zahl dort 88 Prozent beziehungsweise 970 Fälle über dem Durchschnitt der Vorjahre, wie das Bundesamt mitteilte. Aus Brandenburg sei eine Zunahme um 34 Prozent (211 Fälle) und aus Thüringen um 35 Prozent (204 Fälle) gemeldet worden.

    Die Zahl der bestätigten Covid-19-Todesfälle steige seit Anfang Oktober von Woche zu Woche deutlich an - in der 50. Kalenderwoche waren es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 3.595, 598 Fälle mehr als noch in der Vorwoche. In der 49. Kalenderwoche hatte die Übersterblichkeit 18 Prozent betragen.

    Eine Untersuchung des in München ansässigen ifo-Instituts kommt zu dem Schluss, dass besonders die Altersgruppen der 60- bis 79-Jährigen sowie der über 80-Jährigen von einem Anstieg der Sterblichkeit in der Corona-Pandemie betroffen sind. Die Sterblichkeit jüngerer Menschen sei dagegen bis in den November hinein nicht höher gewesen als üblich. Zudem weist das Institut darauf hin, dass etwa die Hälfte der Übersterblichkeitsfälle in den beiden Corona-Wellen gegenüber den Vorjahren darauf zurückzuführen sei, dass mehr Menschen ein höheres Alter erreicht hätten.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen europäischen Ländern?

    Europaweit wurde den Statistikern zufolge zuletzt eine außergewöhnlich hohe Übersterblichkeit für die Schweiz und Slowenien gemeldet. Eine sehr hohe oder hohe Übersterblichkeit verzeichneten Italien, Österreich und Portugal. Die italienische Statistikbehörde Istat hatte Mitte Dezember gemeldet, dass man einer Prognose zufolge in Italien 2020 so viele Tote verzeichnet habe, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Einen aktuellen Überblick über die Lage in den unterschiedlichen Ländern liefert das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen.

    Russland registriert Rekord

    Die Übersterblichkeit in Russland lag zwischen Januar und November 2020 nach Regierungsangaben bei mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rund 81 Prozent der zusätzlichen Todesfälle seien auf Corona zurückzuführen. Die Zahl der Corona-Toten ist demnach mehr als doppelt so hoch wie zunächst bekanntgegeben. Seit Beginn der Pandemie seien im Land mehr als 115.000 Menschen mit dem Virus gestorben, erklärte Vizeregierungschefin Golikowa im Staatsfernsehen. Bei mehr als 70.900 davon sei der Tod ausschließlich auf Covid-19 zurückzuführen.

    Hohe Übersterblichkeit in den USA

    Im Oktober 2020 veröffentlichte die Gesundheitsbehörde CDC eine Untersuchung zur Übersterblichkeit in den USA. Anfang Oktober verzeichneten die USA in den offiziellen Statistiken rund 200.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Laut der CDC-Berechnung gab es 2020 bis dahin eine Übersterblichkeit von knapp 300.000 Menschen. Rund zwei Drittel der Fälle seien sicher auf Covid-19 zurückzuführen, hieß es von der CDC. Bei weiteren Todesfälle geht die CDC davon aus, dass die Todesursache zum Teil fälschlicherweise bei anderen Krankheiten gesehen wurde.

    Die Studienautoren erklärten die allgemeine Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war. Die höchste Übersterblichkeit, beinahe 95.000 Todesfälle, wurde in der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen registriert.

    Übersterblichkeit unter Weißen Amerikanern deutlich geringer

    Die Übersterblichkeitsrate bei Latinos und Schwarzen nahm um etwa 54 beziehungsweise 33 Prozent zu, die der asiatisch-stämmigen Amerikanern um etwa 37 Prozent. Die Übersterblichkeitsrate unter weißen Bürgerinnen und Bürgern lag demnach bei zwölf Prozent. Diese Diskrepanz wird vielfach damit erklärt, dass weiße Amerikaner oft wirtschaftlich bessergestellt sind und damit bessere Zugänge zu medizinischer Versorgung haben.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Unklar ist derzeit unter anderem, welche Effekte zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen und Anti-Corona-Maßnahmen auf die Todeszahlen haben. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke schlechter versorgt würden. Auch zeigten die vergangenen Monate, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben. Auch das werde zu mehr Todesfällen führen, haben Ärzte vielfach gewarnt.

    (Stand 09.01.2020)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen, die regelmäßig aktualisiert werden. Dabei orientiert es sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, wo die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus besonders hoch ist. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den Risikogebieten zusammengestellt.

    Laut Auflistung des Robert Koch-Instituts gibt es folgende Risikogebiete.

    Benelux-Region

    Laut RKI gelten die gesamten Niederlande (inklusive autonomer Länder) als Risikogebiet. Auch ganz Belgien und ganz Luxemburg sind inzwischen (wieder) Risikogebiete.

    Frankreich

    Kontinentalfrankreich gilt als Risikogebiet - ausgenommen ist die Insel Korsika. Auch die französischen Überseegebiete Französisch-Guyana, Französisch-Polynesien und St. Martin gelten als Risikogebiete.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist ganz Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal als Risikogebiet aus. In Ungarn wurde inzwischen das gesamte Land zum Corona-Risikogebiet erklärt.

    Island

    Die gesamte Region Island gilt derzeit nicht mehr als Risikogebiet.

    Schweiz

    Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Schweiz.

    Großbritannien und Irland

    Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Gibraltar zählen als Risikogebiet. Ausgenommen sind die weiteren Überseegebiete Isle of Man und die Kanalinseln. Hier gilt nur die Insel Jersey als Risikogebiet. Auch ganz Irland ist Risikogebiet.

    Spanien, Portugal und Gibraltar

    Ganz Spanien gilt als Risikogebiet. Auch das an Spanien grenzende britische Überseegebiet Gibraltar steht auf der Liste. In Portugal gilt nun das gesamte Land als Risikogebiet, ebenso die autonomen Azoren.

    Italien

    Inzwischen gilt auch ganz Italien als Risikogebiet. Das gilt auch für den Vatikan.

    Tschechien und Slowakei

    Ganz Tschechien gilt ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Gleiches gilt für die Slowakei.

    Slowenien und Kroatien

    Kroatien gilt nun ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Ebenso ist es im benachbarten Slowenien.

    Türkei und Griechenland

    Von Reisen in die Türkei wird abgeraten. In Griechenland gelten die folgende Regionen derzeit als Risikogebiete: Westmakedonien, Westgriechenland, Attika, Zentralmakedonien, Ostmakedonien und Thrakien, Thessalien, Nördliche Ägäis und Peloponnes.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Inzwischen gilt das gesamte Gebiet Dänemarks mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönland als Risikogebiet. Ebenso eingestuft ist mittlerweile ganz Schweden. In Norwegen sind die Provinzen Oslo, Vike, Innlandet, Rogaland und Trondelag als Risikogebiete eingestuft. In Finnland gilt die Region Uusimaa als Risikogebiet, hierzu gehört auch die Stadt Helsinki.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Ganz Rumänien wird als Risikogebiet eingestuft. Das gilt auch für das Nachbarland, die Republik Moldau. Auch Bulgarien gilt komplett als Risikogebiet.

    Polen und Baltikum

    Vor Reisen nach ganz Polen wird gewarnt. Das gilt auch für Estland, Lettland und Litauen.

    Risikogebiete im Rest der Welt

    Eine pauschale Reisewarnung für etwa 160 außereuropäische Länder ist Ende September ausgelaufen. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage nun wieder für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    (Stand: 13.1.)

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  • Corona-PandemieMerkel für Bund-Länder-Runde schon kommende Woche

    Bundeskanzlerin Merkel will bereits nächste Woche mit den Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten und nicht erst wie geplant am 25. Januar. Das habe Merkel bei einer Online-Sitzung des CDU-Präsidiums erklärt, melden Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Teilnehmer.

    Merkel habe dafür plädiert, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie weiter zu verschärfen. Das Virus lasse sich nur mit zusätzlichen Anstrengungen aufhalten, wird die Kanzlerin zitiert. Zudem habe sie davor gewarnt, dass sich die Virus-Mutation, die zuerst in Großbritannien aufgetreten sei, schnell ausbreiten könne. Daher müsse rasch gehandelt werden.

    Der sächsische Ministerpräsident Kretschmer sagte im ZDF, man werde sicher nächste Woche darüber sprechen, was noch getan werden könne. Als Beispiele nannte er Kindergärten und Schulen komplett zu schließen und ein Betretungsverbot für Pflegeheime, wenn kein negativer Schnelltest vorliege. Auch ein Blick auf den öffentlichen Personennahverkehr sei angesagt, meinte der CDU-Politiker. Die Infektionszahlen seien durch den derzeitigen Lockdown nicht so zurückgegangen, wie es nötig gewesen wäre.

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  • Wegen CoronavirusThüringen verschiebt Landtagswahl

    Die für den 25. April geplante Neuwahl des Thüringer Landtags wird wegen der Ausbreitung des Coronavirus verschoben.

    Darauf haben sich führende Politiker von Linkspartei, SPD, Grünen und CDU verständigt, wie die Parteien mitteilten. Neuer Termin sei der 26. September, der Tag der Bundestagswahl. Die Landes- und Fraktionsvorsitzende der Linken, Hennig-Wellsow, sagte, der September erscheine als der frühestmögliche Termin, an dem es möglich sei, wegen der Fortschritte bei den Impfungen eine Landtagswahl stattfinden zu lassen. Thüringens Ministerpräsident Ramelow von der Linken regiert seit März 2020 mit einer rot-rot-grünen Minderheitsregierung, die auf Stimmen der oppositionellen CDU-Fraktion angewiesen ist. Regulär würde erst 2024 wieder gewählt. Thüringen verzeichnet derzeit im Bundesländervergleich die meisten Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

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  • Corona-PandemieAusgangssperre in Frankreich wird von 20 auf 18 Uhr vorgezogen

    Der französische Premierminister Castex hat strengere Maßnahmen bekanntgegeben, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

    Die Ausgangssperre werde landesweit von 20 auf 18 Uhr vorgezogen, teilte Castex in Paris mit. Dies solle von Samstag an für zunächst 15 Tage gelten. In den Regionen, in denen dies bereits der Fall sei, gebe es deutlich weniger Neuinfektionen. Ingesamt sei die Situation angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen besorgniserregend. Der Druck auf die Krankenhäuser sei dementsprechend hoch. Zudem betonte Castex, dass Schulen geöffnet bleiben sollten. Dafür hat Gesundheitsminister Véran bereits groß angelegte Tests angekündigt. Nach seinen Worten sollen sich monatlich bis zu eine Million Schüler ab sechs Jahren sowie ihre Lehrer Corona-Tests unterziehen. Ferner sollen wegen der zuerst in Großbritannien aufgetretenen mutierten Virus-Variante Einreisende stärker kontrolliert werden.

    Frankreich verzeichnet mehr als 69.000 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

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    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
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    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • CoronavirusPisten und Parkplätze in mehreren deutschen Wintersportgebieten bleiben gesperrt

    Angesichts hoher Coronazahlen gibt es in vielen deutschen Wintersportgebieten auch am kommenden Wochenende deutliche Einschränkungen.

    Im hessischen Willingen werden sämtliche Parkplätze und Pisten von morgen an bis einschließlich Sonntag gesperrt, wie die Stadt mitteilte. Bei einem Besucherandrang sei es sonst nicht möglich, die Abstands- und Hygieneregeln zu kontrollieren. Ähnliche Maßnahmen wurden für den Werra-Meissner-Kreis angekündigt.

    Auch Winterberg und Schmallenberg in Nordrhein-Westfalen halten die Sperrung von Parkplätzen sowie Betretungsverbote von Pisten aufrecht.

    An den vergangenen Wochenenden hatte es in einigen Gebieten wegen der vielen Besucher teils chaotische Zustände gegeben.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 14.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 14.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 14.01.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
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    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

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  • UmweltschutzKlima-Klage gegen Frankreich erstmals vor Gericht

    Ein Gericht in Paris hat sich erstmals mit einer Klimaklage gegen Frankreich befasst.

    Greenpeace und andere Umwelt-Organisationen werfen dem Staat Untätigkeit beim Klimaschutz vor. Das Land präsentiere sich auf internationalem Parkett zwar als Vorreiter, halte sich aber selbst nicht an die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens von 2015, hieß es. In einer Online-Petition unterstützten mehr als zwei Millionen Bürgerinnen und Bürger den Vorwurf. Ein Rechtsvertreter Frankreichs räumte bei der ersten Anhörung vor dem Pariser Verwaltungsgericht eine "Nachlässigkeit des Staates" beim Klimaschutz ein.

  • RusslandNawalny soll bei Rückkehr festgenommen werden

    Der russische Oppositionelle Nawalny soll nach seiner bevorstehenden Rückkehr aus Deutschland in Moskau festgenommen werden.

    Das habe die Strafvollzugsbehörde angekündigt, meldet die Nachrichtenagentur RIA. Nawalny hatte gestern mitgeteilt, dass er trotz drohender Gerichtsverfahren am Sonntag heimkehren wolle. Er war im August auf einem Inlandsflug kollabiert und dann zur weiteren Behandlung nach Deutschland ausgeflogen worden. Die Bundesregierung und andere westliche Staaten sprechen von einem Mordversuch mit dem Nervengift Nowitschok. Die russische Regierung weist jede Verwicklung in den Vorfall zurück.

    Zuvor war bekanntgeworden, dass Nawalny in Abwesenheit offenbar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden soll. Sein Team sprach davon, dass er dadurch von einer Rückkehr abgeschreckt werden solle.

  • Maas über Sturm auf Kapitol"Demokratische Spielregeln mit Füßen getreten"

    Bundesaußenminister Maas hat die Erstürmung des Kapitols durch Anhänger von US-Präsident Trump als Angriff auf die Herzkammer der amerikanischen Demokratie bezeichnet.

    Dieser sei aber nicht überraschend gekommen, sagte Maas in einer Aktuellen Stunde des Bundestages. Trump habe mit seinen Behauptungen zu Wahlfälschungen die Entscheidung der Wähler missachtet. Die Vorfälle zeigten, welchen Bärendienst Rechtspopulisten ihren Ländern erwiesen.

    Der CDU-Politiker Wadephul erklärte, die neue US-Regierung brauche jetzt Deutschland und Europa als starke Partner. Es dürfe nicht sein, dass sich die Machthaber in Peking und Moskau auf die Schenkel klopften. Der FDP-Politiker Lambsdorff zog eine Parallele zwischen den Randalierern in Washington und den Kritikern der Corona-Maßnahmen auf den Stufen des Reichstags. Beide Gruppen seien jahrelang von Freiheitsfeinden in die Irre geführt. Der AfD-Abgeordnete Curio bezeichnete dagegen einen solchen Vergleich als Hass und Hetze. Die Linken-Politikerin Pau sprach sich für mehr Unterstützung von gesellschaftlichen Intitiativen gegen Rechtsextremismus aus. Eine klarere Haltung gegenüber Feinden der Demokratie verlangte die Grünen-Abgeordnete Brugger.

  • Rechte Bewegungen"Das Phänomen ist jetzt schon viel problematischer als wir anerkennen"

    Nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Cas Mudde ist der Rechtspopulismus ein weitaus größeres Problem, als es sich die europäische Öffentlichkeit derzeit eingesteht.

    Dies sagte der niederländische Populismusforscher im Deutschlandfunk und verwies dabei unter anderem auf die Ermordung des ehemaligen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Laut Mudde, der derzeit an der University of Georgia lehrt, ist der Rechtspopulismus in Europa zwar noch nicht so radikal wie in den USA. Allerdings seien die Ursachen für den Erfolg rechter Bewegungen in vielen westlichen Ländern identisch.

    Einer der Hauptfaktoren sei, dass Parteien aus der rechten Mitte seit Beginn des 21. Jahrhunderts rechtsradikale Narrative salonfähig gemacht hätten, indem sie die Postionen bereits radikalisierter Bürger aufgegriffen und wiedergegeben haben. So seien Erwartungen bei einer lauten Minderheit geweckt worden, die in einer liberalen Demokratie nicht erfüllt werden könnten.

    In seiner neu erschienen Studie "Rechtsaußen" vergleicht Mudde die extreme und radikale Rechte weltweit.

  • LeichtathletikMünchen-Olympiasieger Bernd Kannenberg gestorben

    Der Geher-Olympiasieger Bernd Kannenberg ist im Alter von 78 Jahren gestorben.

    Dies bestätigte der Bayerische Leichtathletik-Verband. Der gebürtige Ostpreuße Kannenberg hatte bei den Sommerspielen von München 1972 überraschend beim 50-km-Wettbewerb mit einer Zeit von 3:56:11,6 Stunden die Goldmedaille gewonnen und damit Begseisterung in der Bundesrepublik ausgelöst.

    Der Tag von Kannenbergs Triumph am 3. September 1972 wurde zum "goldenen Sonntag" für die bundesdeutschen Leichtathleten. Ganz oben auf dem Treppchen standen damals am gleichen Tag Speerwerfer Klaus Wolfermann sowie 800-Meter-Läuferin Hildegard Falck.

  • Covid-19Bis heute ein Prozent der deutschen Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft

    Ein Prozent der deutschen Bevölkerung hat bis heute Mittag die erste Imfpdosis gegen das Coronavirus erhalten.

    Das teilten Bundesgesundheitsminister Spahn und das Robert Koch-Institut in Berlin mit. Nach Angaben des RKI wurden bislang rund 824.000 Menschen geimpft. Um die sogenannten Herdenimmunität zu erreichen, müssten Schätzungen zufolge mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Um dieses Ziel in der zweiten Jahreshälfte zu erreichen, müsste das Impftempo erheblich gesteigert werden. Zudem steht der Imfpfstoff bislang nur in begrenzter Menge zur Verfügung. Für einen vollständigen Schutz gegen das Corona-Virus sind jeweils zwei Injektionen im Abstand von etwa drei Wochen erforderlich.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 14.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
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    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
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  • Corona-KriseAltmaier trotz "dramatischer Wirtschaftszahlen" optimistisch

    Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat sich trotz des Wirtschaftseinbruchs in der Corona-Krise optimistisch gezeigt.

    Er sei überzeugt, dass das Wachstum in diesem Jahr deutlich und spürbar sein werde, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Die aktuellen Wirtschaftszahlen seien dramatisch, allerdings sei der Einbruch geringer als zunächst befürchtet. Dies sei neben der Widerstandskraft der deutschen Wirtschaft auch auf die Milliardenhilfen der Bundesregierung zurückzuführen.

    Die Rezession im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie war eine der stärksten der Nachkriegszeit. Das Bruttoinlandsprodukt sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent. In der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 war es um 5,7 Prozent zurückgegangen. Massive Einbrüche verzeichneten 2020 insbesondere die Luftfahrt, die Tourismusbranche und das Gastgewerbe.

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  • BGHPflegeheim muss demente Bewohner ausreichend vor Gefahren schützen

    Wenn bei einem dementen Pflegeheimbewohner die Gefahr erkennbar ist, dass er sich selbst schädigen könnte, muss er sicher untergebracht werden.

    Das entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe und gab damit der Revision einer Frau statt, deren kranker Mann aus dem dritten Stock eines Heim gestürzt und gestorben war. Das Verfahren wurde ans Oberlandesgericht Hamm zurück verwiesen.

    Die Witwe hatte auf Schmerzensgeld geklagt und dem Pflegeheim vorgeworfen, keine geeigneten Schutzmaßnahmen ergriffen zu haben. Ihr Mann war hochgradig dement und oft desorientiert. Die Vorinstanzen hatten zunächst entschieden, man habe nicht ernsthaft damit rechnen müssen, dass der Mann durch ein Fenster klettere. Der BGH war dagegen der Auffassung, dass unkontrollierte und unkalkulierbare Handlungen nicht auszuschließen gewesen seien.

    (Az. III ZR 168/19)

  • OstafrikaWahl in Uganda unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen

    Unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen haben in Uganda Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattgefunden.

    Der Staatschef des ostafrikanischen Landes, Museveni, bewarb sich um eine sechste Amtszeit. Ihm wird vorgeworfen, über die Jahre immer autokratischer regiert zu haben. Als stärkster Herausforderer galt der Abgeordnete und Musiker Bobi Wine. Die Ergebnisse der Abstimmung werden innerhalb der nächsten zwei Tage erwartet.

    Im Wahlkampf hatte Wine Zweifel geäußert, dass die Wahl frei und fair ablaufen würde. Nach seiner Stimmabgabe sagte Museveni, er werde das Wahlergebnis akzeptieren, wenn es keine Unregelmäßigkeiten gegeben habe. In den vergangenen Wochen war es zu zahlreichen Festnahmen von Oppositionspolitikern sowie Toten bei Demonstrationen gekommen. In der Hauptstadt Kampala war heute ein großes Aufgebot an Polizei und Militär im Einsatz. Bereits gestern Abend schränkten die Behörden das Internet weitgehend ein.

  • Tim und StruppiRekorderlös bei Versteigerung

    Das Original-Titelbild eines "Tim und Struppi"-Comics hat bei einer Versteigerung einen Rekordpreis erzielt.

    Für die Coverzeichnung des Bandes "Der Blaue Lotos" von 1936 wurden bei der Auktion in Paris 3,2 Millionen Euro geboten. Damit ist es das bisher wertvollste Comic-Titelbild überhaupt. Die Zeichnung des belgischen Zeichners Georges Remi alias Hergé zeigt den Reporter Tim und seinen Hund Struppi, die in einer asiatischen Vase kauern. Hinter ihnen prangt das Bild eines schwarzen Drachens auf rotem Grund.

    Die Zeichnung mit Aquarell- und Gouache-Farben galt lange als verschollen und war erst kürzlich wieder aufgetaucht. Hergé hatte sie dem Sohn seines Verlegers Casterman geschenkt. Dessen Erben ließen das Bild nun versteigern. Den bisherigen Rekord für einen Comic-Titel hielten ebenfalls Tim und Struppi und ihr Schöpfer: 2014 war eine Tintenzeichnung von Hergé für 2,65 Millionen Euro versteigert worden.

  • UNO-BerichtStaaten nicht ausreichend vor Klimaschocks geschützt

    Die Vorsorge der Staatengemeinschaft gegen die Auswirkungen der Klimakrise ist laut UNO nicht ausreichend.

    Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der UNO-Organisation UNEP. Demnach hätten die meisten Staaten zwar Fortschritte bei der Planung von Maßnahmen erreicht. Aber insbesondere in Entwicklungsländern gebe es große Lücken bei der Finanzierung und Umsetzung.

    Seitdem das Pariser Klima-Abkommen 2015 vereinbart wurde, erscheint jährlich der "Adaptation Gap Report" der UNEP. Er untersucht, ob die Staaten hinreichende Maßnahmen gegen die Folgen der Klimakrise wie Dürren, Überschwemmungen oder den Anstieg des Meeresspiegels ergreifen. Dazu hatten sich die Unterzeichner verpflichtet.

  • Lübcke-ProzessUrteil verschiebt sich um zwei Tage

    Das Urteil im Prozess um die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wird sich verschieben.

    Es soll voraussichtlich am 28. Januar verkündet werden. Grund dafür ist eine Terminänderung bei den Plädoyers der Verteidigung. Ursprünglich war für heute der Schlussvortrag der Anwälte des Hauptangeklagten vor dem Oberlandesgericht Frankfurt geplant. Dies wurde jedoch kurzfristig auf kommenden Donnerstag vertagt. Am 26. Januar plädieren dann die Anwälte des zweiten Angeklagten.

    Der Hauptangeklagte muss sich wegen Mordes verantworten. Er soll den CDU-Politiker Lübcke im Juni 2019 auf der Terrasse vor dessen Wohnhaus erschossen haben. Dem zweiten Angeklagten wird Beihilfe vorgeworfen. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremistischen Tatmotiv aus und forderte lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung für den Hauptverdächtigen und neun Jahre Haft für seinen mutmaßlichen Helfer.

  • "Siegfried and Roy"Dompteur und Magier Siegfried Fischbacher gestorben

    Der durch das Duo "Siegfried und Roy" weltbekannt gewordene Magier Siegfried Fischbacher ist tot.

    Er sei gestern im Alter von 81 Jahren in Las Vegas einer Krebserkrankung erlegen, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf seine Familie. Im vergangenen Jahr war Roy Horn nach einer Corona-Erkrankung gestorben.

    "Siegfried und Roy" waren für ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt. Jahrelang hatten sie eine eigene Show in Las Vegas. Ihre Karriere endete im Oktober 2003, als ein Tiger Horn bei einer Vorstellung schwer verletzte.

  • CoronavirusIntensivmediziner: Höhepunkt bei Zahl der Corona-Intensivpatienten dürfte überschritten sein

    Die Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner blickt vorsichtig optimistisch auf die Lage auf den Intensivstationen.

    Deren Präsident Marx sagte der "Rheinischen Post", es sehe so aus, als habe man den Höhepunkt bei den intensivpflichtigen Patienten überschritten. Zudem scheine es derzeit so, als ob sich die Lage nicht wie erwartet durch Ansteckungen an Weihnachten und Silvester deutlich verschärfe. Marx sagte, die neue Mutation des Virus könne aber noch einen Strich durch die Rechnung machen. Laut der Vereinigung befinden sich derzeit rund 5.100 Covid-Patienten auf den Intensivstationen.

    Marx hält den Termin für die nächsten Bund-Länder-Beratungen zum Lockdown am 25. Januar für "klug gewählt". Dann lasse sich gut beurteilen, was die richtigen Maßnahmen seien.

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  • Corona-PandemieWie hilfreich sind Schulschließungen?

    Kinder infizieren sich weniger häufig mit dem Coronavirus und geben es weniger stark weiter.

    Aber dennoch halten Experten Schulschließungen für geboten. Die Diskussion über die Ansteckungsgefahr, die von Kindern und Jugendlichen ausgeht, begleitet die Corona-Pandemie von Anbeginn an. Denn daran hängt die wichtige Frage, ob es sinnvoll ist, Kindertagesstätten und Schulen zu schließen, was zu einer enormen Belastung für Kinder und Eltern führt. Die Leiterin der Abteilung für Pädiatrische Pneumologie der Uni-Kinderklinik Bochum, Folke Brinkmann, arbeitet derzeit an einer Studie zum Thema und hat festgestellt, dass der Anteil der infizierten Kinder parallel zu dem der Infizierten in der Gesamtbevölkerung gestiegen ist. Bei den Kindern bis zum Grundschulalter habe man die geringsten Raten.

    Bei großem Infektionsdruck werden Schulen zum Risiko

    Eine Studie aus Island kommt zu dem Schluss, dass Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren sich etwa halb so häufig mit Sars-CoV-2 infizieren und weitergeben wie Erwachsene. Meldedaten aus Deutschland bestätigten dies tendenziell, erläutert der Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin. Darum hält er Schulschließungen in der derzeitigen Situation für geboten und verhältnismäßig. Der Infektionsdruck von außen sei so groß, dass auch Schulen als Verteilungsplattformen fungierten. Sie seien zwar kein Treiber der Pandemie - aber sie könnten dazu beitragen, dass sich das Virus noch weiter ausbreite.

    Kinder-Pneumologin Brinkmann und Epidemiologe Ulrichs kommen zu dem Schluss: Die Schulen sollten mindestens den ganzen Januar geschlossen bleiben. Danach könne man mit den Kleinen vorsichtig wieder anfangen. Die Konzepte seien da, um das Risiko stark zu reduzieren: Wechselunterricht für geteilte Klassen und das Tragen von Masken.

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  • Wehrhahn-AnschlagGericht bestätigt Freispruch

    Mehr als 20 Jahre nach dem Bombenanschlag auf eine Gruppe Sprachschüler in Düsseldorf-Wehrhahn ist der Freispruch eines 2018 angeklagten Mannes bestätigt worden.

    Das Urteil des Düsseldorfer Landgerichts bleibe bestehen, entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Es weise keine Rechtsfehler auf. Die Düsseldorfer Richter hatten in dem Prozess auf Freispruch entschieden, weil gegen den heute 54-Jährigen Angeklagten aus der rechten Szene eindeutige Beweise fehlten.

    Der Anschlag mit einer Rohrbombe hatte sich am 27. Juli 2000 am S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn ereignet. Zehn der Sprachschüler aus Russland, der Ukraine und Aserbaidschan wurden teils lebensgefährlich verletzt, eine schwangere Frau verlor ihr Kind. Einige der Opfer sind jüdischen Glaubens. Die Tat löste eine Debatte über rechtsextreme Gewalt aus.

  • Corona-PandemieEltern bekommen mehr Tage Kinderkrankengeld

    Der Bundestag hat die Ausweitung finanzieller Hilfen für Eltern während der Corona-Pandemie beschlossen.

    Gesetzlich Versicherte erhalten das Kinderkrankengeld doppelt so lange und auch dann, wenn das Kind nicht krank ist, sondern es wegen geschlossener Schulen und Kitas oder wegen der Aufhebung der Präsenzpflicht zu Hause bleibt.

    Für Paare verdoppelt sich der Anspruch von zehn auf 20 Tage, für Alleinerziehende von 20 auf 40 Tage. Bedingung ist, dass keine weitere Person im Haushalt die Kinder betreuen könnte. Die Eltern brauchen eine Bescheinigung der Schule oder Kita über die Schließung, um das Kinderkrankengeld beantragen zu können.

    Der Anspruch soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Am kommenden Montag entscheidet darüber abschließend der Bundesrat.

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  • CoronaRKI-Chef fordert schärfere Maßnahmen

    Das Robert-Koch-Institut hat sich angesichts der Infektionslage für eine Verschärfung des bisherigen Lockdowns in Deutschland ausgesprochen.

    Der Epidemiologe Brockmann sagte in Berlin, dass die Maßnahmen weiter verschärft werden müssten, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Auch RKI-Präsident Wieler befürwortete eine Verschärfung als Option. Er kritisierte die derzeit geltenden Einschränkungen als nicht ausreichend. Wieler forderte zudem die Arbeitgeber in Deutschland auf, stärker das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Immer noch müssten viele Beschäftigte trotz möglicher Heimarbeit ins Büro kommen und träfen dort auf Kolleginnen und Kollegen, sagte Wieler bei einer Pressekonferenz. Am Ende des Jahres werde die Pandemie unter Kontrolle sein, die aktuellen Maßnahmen zur Kontaktreduktion seien aber nötig, um die Zahlen zu senken.

    Seine Behörde meldete heute einen Höchstwert bei den täglichen Todesfällen, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden. Demnach starben weitere 1.244 Menschen an oder mit dem Virus. Die Zahl der Neuinfektionen betrug etwas mehr als 25.000.

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    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • Paul-Ehrlich-InstitutBislang keine Hinweise auf vermehrte Nebenwirkungen der Corona-Imfpung

    Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut hat bislang keine Hinweise auf möglicherweise vermehrt auftretende Nebenwirkungen bei Impfungen gegen das Coronavirus.

    Bis Sonntag seien 325 Verdachtsfälle gemeldet worden, teilte das Institut im hessischen Langen mit. 51 Fälle davon seien als schwerwiegend einzuschätzen. Die Werte seien konsistent zu den Daten aus den klinischen Zulassungsstudien und zudem statistisch unauffällig.

    Zu den häufigsten Nebenwirkungen der Impfungen gehören demnach Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Laut Zulassungsstudien treten diese insbesondere nach der zweiten Impfdosis auf. Beide Impfstoffe sind dabei ähnlich.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 14.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
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    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
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  • Corona-MaßnahmenPolitiker sprechen von längerem Lockdown

    Angesichts weiter hoher Infektions- und Todeszahlen schwinden die Hoffnungen auf baldige Lockerungen der Corona-Maßnahmen. So hält Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet eine Fortsetzung der aktuellen Beschränkungen bis Ostern für wahrscheinlich.

    Es wäre falsch, jetzt etwas auszuschließen, sagte der CDU-Politiker im "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Lage sei sehr ernst. Nach Ansicht der Vorsitzenden der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Johna, sind Lockerungsszenarien im Moment nicht denkbar. Sie forderte im SWR zudem mehr Tests, auch auf die neuen mutierten Varianten des Coronavirus. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig sagte im ZDF, es müsse sogar über Verschärfungen der Maßnahmen nachgedacht werden, sollte sich die Virus-Mutation aus Großbritannien in Deutschland ausbreiten.

    Die aktuellen Beschränkungen wie die Schließung von Gastronomie und Einzelhandel gelten bis Ende Januar. Bund und Länder wollen am 25. Januar über die Maßnahmen beraten.

    Städtebund gegen schärferen Lockdown

    Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sprach sich jedoch gegen eine Verschärfung des Lockdowns aus. Nach fast einem Jahr seien in der Bevölkerung gewisse Ermüdungserscheinungen feststellbar, sagte Hauptgeschäftsführer Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Immer neue und zum Teil nur schwer nachvollziehbare Vorschriften - wie etwa die 15-Kilometer-Regelung könnten die Menschen überfordern. Landsberg plädierte für klare Strategien und Hoffnungssignale, wie das Zurückfahren des Lockdowns erfolgen sollte. Dazu gehöre eine Perspektive, unter welchen Voraussetzungen wann, wo, welche Einrichtungen und Geschäfte wieder vorsichtig geöffnet werden sollten.

    Neuer Rekord bei Todeszahlen

    Das Robert Koch-Institut meldete heute einen Höchstwert bei den täglichen Todesfällen, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden. Demnach starben weitere 1.244 Menschen an oder mit dem Virus. Die Zahl der Neuinfektionen betrug etwas mehr als 25.000.

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 14.01.)
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    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
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  • Trotz Corona-PandemieZahl der Organspender in Deutschland bleibt stabil

    Trotz der Corona-Pandemie ist die Zahl der Organspender in Deutschland im vergangenen Jahr stabil geblieben.

    Wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation mitteilte, spendeten 913 Personen nach dem Tod eines oder mehrere ihrer Organe - und damit kaum weniger als im Vorjahr. So konnten schwerkranken Patienten rund 2.900 Organe zugewiesen werden. Auf den Wartelisten standen allerdings zum Jahresende rund 9.000 Patientinnen und Patienten.

    In anderen Ländern war die Zahl der Spender während der Corona-Pandemie deutlich eingebrochen. Laut der Stiftung Eurotransplant, die für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern verantwortlich ist, ging die Zahl der Spender teilweise um zweistellige Prozentzahlen zurück.

    Den nur leichten Rückgang in Deutschland begründet die Deutsche Stiftung Organtransplantation unter anderem mit der zunehmenden Selbstverständlichkeit auf Intensivstationen, schwerkranke Patienten nach ihrer Einstellung zur Organspende zu befragen.

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    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
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    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
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  • RKI zu Corona1.244 Todesfälle - neuer Höchststand

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 1.244 Todesfälle gemeldet, die mit einer Corona-Infektion in Verbindung gebracht werden. Das ist der bislang höchste Wert seit Beginn der Pandemie.

    Die Gesamtzahl der an oder mit dem Virus gestorbenen Menschen beträgt nun 43.881. Die Zahl der Neuinfektionen liegt bei 25.164. Damit stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle seit Beginn der Pandemie auf fast zwei Millionen.

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut den RKI-Angaben derzeit bei 151,2. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Angestrebt wird ein Wert von unter 50.

    Bartsch für kostenlose FFP2-Masken für Bedürftige

    Der Linken-Politiker Bartsch forderte eine kostenfreie Verteilung von FFP2-Masken an Bedürftige. Man könne die Menschen, die über wenig Mittel verfügten, in der Corona-Pandemie nicht im Regen stehen lassen, sagte Bartsch im Deutschlandfunk. (Audio) Hartz-IV-Empfängern stünden für die Gesundheitsausgaben monatlich nur 17 Euro zur Verfügung. Für diese Menschen sei es nicht realisierbar, einer solchen Maskenpflicht nachzukommen, sagte Bartsch.

    Das Tragen von FFP2-Masken soll in Bayern ab Montag im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht sein. Rund 2,5 Millionen Masken will die Landesregierung kostenlos an Bedürftige ausgeben, nachdem mehrere Sozialverbände vor einer Ausgrenzung armer Menschen gewarnt hatten.

    Städtebund gegen schärferen Lockdown

    Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sprach sich gegen eine Verschärfung des Lockdowns aus. Nach fast einem Jahr seien in der Bevölkerung gewisse Ermüdungserscheinungen feststellbar, sagte Hauptgeschäftsführer Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Immer neue und zum Teil nur schwer nachvollziehbare Vorschriften - wie etwa die 15-Kilometer-Regelung könnten die Menschen überfordern. Landsberg plädierte für klare Strategien und Hoffnungssignale, wie das Zurückfahren des Lockdowns erfolgen sollte. Dazu gehöre eine Perspektive, unter welchen Voraussetzungen wann, wo, welche Einrichtungen und Geschäfte wieder vorsichtig geöffnet werden sollten.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 14.01.)
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    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
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    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
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  • EuGH-UrteilGericht stärkt Rechte minderjähriger Flüchtlinge

    Der Europäische Gerichtshof hat die Rechte von minderjährigen Flüchtlingen gestärkt.

    Sie dürfen nach einem Urteil der Luxemburger Richter nur dann in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden, wenn dort für sie eine geeignete Aufnahmemöglichkeit vorhanden ist. Andernfalls muss ihnen ein vorübergehender Aufenthalt gewährt werden. Geklagt hatte ein 15-jähriger Flüchtling aus Ghana, der aus den Niederlanden abgeschoben werden sollte.

  • USABiden: Senat soll neben Amtsenthebungsverfahren alle Aufgaben wahrnehmen

    Nach der Einleitung des Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Trump hat sein designierter Nachfolger Biden an den Senat appelliert, andere wichtige Aufgaben nicht zu vernachlässigen.

    Die Bemühungen zur Belebung der Wirtschaft sowie das Impfprogramm sollten nicht verzögert werden, betonte Biden. Gleiches gelte für die Bestätigung wichtiger Posten im Kabinett.

    Das Repräsentantenhaus hatte gestern das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump offiziell eröffnet. In der Anklageschrift wird dem Präsidenten Anstiftung zum Aufruhr vor dem Angriff seiner Anhänger auf das Kapitol vor einer Woche vorgeworfen. Für den eigentlichen Prozess ist aber der Senat zuständig. Dort ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig, um Trump des Amtes zu entheben. Wann die Kammer sich mit dem Verfahren befasst, ist unklar. Die nächste Sitzung ist für den 19. Januar angesetzt - einen Tag vor der Vereidigung Bidens.

  • OstafrikaKaum Chancen für Opposition bei Präsidentschaftswahl in Uganda

    In Uganda finden heute Präsidentschaftswahlen statt. Zuletzt wurden Bewerber für das Amt mehrfach festgenommen. Der aussichtsreichste Oppositionskandidat und Sänger Bobi Wine hofft trotzdem noch darauf, den Langzeitpräsidenten Museveni demokratisch ablösen zu können.

    Museveni regiert das ostafrikanische Land seit 34 Jahren und bewirbt sich um eine sechste Amtszeit. Eine Verfassungsänderung erlaubt es dem 76-Jährigen, theoretisch bis an sein Lebensende zu regieren. Museveni galt lange als Hoffnungsträger. Er rühmt sich mit dem Freiheitskampf, mit den Errungenschaften, die er seinem Land etwa im Kampf gegen Aids, für Frauenrechte, bei der Wirtschaft und Sicherheit brachte.

    Vor allem junge Menschen werfen dem Langzeitpräsidenten inzwischen aber Korruption und schlechte Regierungsführung vor. Der aussichtsreichste Oppositionskandidat bei der Präsidentschaftswahl, Bobi Wine, geht einen Schritt weiter: Er bezeichnet die Regierung Musevenis als Diktatur. Der 38-Jährige ist ein in Uganda populärer Sänger - mit bürgerlichem Namen heißt er Robert Kyagulanyi -, der im Ghetto aufwuchs. Seit einigen Jahren ist er auch Abgeordneter im Parlament des Landes. Im Interview mit der Deutschen Welle sagte Wine, er wolle die ethnische Spaltung des Landes überwinden. Zudem wollten sein Team und er die Rechtsstaatlichkeit und den Respekt vor den Menschenrechten in Uganda wieder einführen.

    UNO prangert Unterdrückung der Opposition an

    Verstöße gegen die Menschenrechte und die Unterdrückung der Opposition in Uganda hatte zuletzt unter anderem die UNO angeprangert. Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit sei oft nicht gewährleistet, zudem gebe es willkürliche Festnahmen, Folter und Tötungen, hieß es vom Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen. Gestern war etwa der Oppositionspolitiker und Bewerber für die Präsidentschaft Patrick Amuriat erneut kurzzeitig festgenommen worden. Wie lokale Medien berichten, wurde ihm vorgeworfen, gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen zu haben. Auch Wine wurde in den vergangenen Monaten mehrfach festgenommen. Bei Protesten gegen eine seiner Verhaftungen im November wurden 54 Menschen getötet.

    Wine ruft Anhänger auf, Unregelmäßigkeiten zu dokumentieren

    Wine sprach auch bei einer Online-Veranstaltung der Deutschen Afrika-Stiftung. Dort sicherte er zu, eine Niederlage anzuerkennen. Wine rief seine Anhänger jedoch auf, Beweise für mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl zu sammeln. So soll das Ergebnis notfalls vor Gericht angefochten werden können.

    Politikbeobachter räumen Wine trotz seiner Beliebtheit vor allem bei jungen Menschen in Uganda allerdings kaum Chancen ein - vor allem, weil die Opposition es versäumt hat, sich hinter einem Kandidaten zu versammeln. Auch wurden den Oppositionskandidaten im Wahlkampf zahlreiche Steine in den Weg gelegt. Während im Staatsfernsehen Auftritte von Präsident Museveni gezeigt wurden, mussten sich die übrigen Kandidaten laut Deutscher Welle oft teure Sendeminuten im Privatfernsehen kaufen. Zudem wurden Wahlkampfveranstaltungen der Opposition mit Verweis auf die Corona-Pandemie nicht selten verboten - während die Regierungspartei Massenversammlungen abhielt.

    Bei der Präsidentschaftswahl treten insgesamt elf Kandidaten an, rund 18 Millionen Menschen sind wahlberechtigt.

    (mit Material von Nachrichtenagenturen)

  • "Arabischer Frühling"Immer mehr Tunesier wünschen sich alte Zeiten zurück

    Vor zehn Jahren stürzte der tunesische Präsident Ben Ali - ein wichtiger Erfolg des "Arabischen Frühlings". Doch inzwischen sind immer mehr Tunesier unzufrieden mit ihrer aktuellen Situation.

    Grund dafür ist vor allem die desolate wirtschaftliche Situation des Landes. Seit 2011 ist das Einkommensniveau der Menschen gesunken, die Arbeitslosigkeit gestiegen und die öffentliche Versorgung schlechter geworden. Keine der frei gewählten Regierungen hat den Abwärtstrend bisher stoppen können.

    "Es ist nicht Nostalgie nach einem Diktator. Die Tunesier hassen das gestürzte Regime noch immer", sagt Michaël Bechir Ayari von der Organisation International Crisis Group. Es sei die Nostalgie nach der Gewissheit, die verloren gegangen sei. "Die Menschen wollen staatliche Dienstleistungen", betont der Tunesien-Experte. Sie hätten das Gefühl, dass sie es unter Ben Ali einfacher hatten, weil das paternalistische System verlässlicher gewesen sei als heute.

    Menschenrechtsaktivisten warnen vor Rückfall in alte Zeiten

    In den 23 Jahren unter Ben Ali habe es "das Gute und das Schlechte" gegeben, sagt Mohammed Jegham, der vor 2011 unter anderem als Innenminister, als Verteidigungsminister und als Stabschef des Präsidenten diente, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. Ohne Frage habe das Land aber auch in den Jahren unter Ben Ali Fortschritte gemacht. Wie von einer 2013 eingerichteten Wahrheitskommission ermittelt wurde, gab es unter Ben Ali und seinem Vorgänger Bourguiba aber auch grauenhafte Folter und politische Verfolgung.

    Die tunesische Menschenrechtsaktivistin Sihem Bensedrine, die Leiterin der Wahrheitskommission war, verkennt nicht die aktuellen wirtschaftlichen Probleme Tunesiens. Sie betont aber, dass ein Bürger "sowohl seine Freiheit als auch seine Sicherheit" brauche. Nach den Errungenschaften seit 2011 - der Etablierung von demokratischen Institutionen, eines unabhängigen Justizsystems sowie von freien und fairen Wahlen - dürfe es jetzt keinen Rückfall geben.

  • Corona-ImpfungenSchwesig: "Brauchen in Schwerin 600 Impfdosen täglich, haben nur 600 wöchentlich"

    Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig hat ein höheres Tempo bei den Impfungen gegen das Coronavirus gefordert.

    Es nutze nichts, wenn die Versorgung sich erst im zweiten Quartal bessere, sagte die SPD-Politikerin im ZDF. Allein in der Landeshauptstadt Schwerin brauche man 600 Impfdosen pro Tag, es stünden aber nur 600 pro Woche zur Verfügung. Bundeskanzlerin Merkel will im Tagesverlauf mit den zuständigen Ministern über die Impfstoff-Produktion reden. Gesundheitsminister Spahn hatte erklärt, bis zum Sommer werde es ein Impfangebot für alle geben.

    Das Robert Koch-Institut meldete heute einen Höchstwert bei den täglichen Todesfällen, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden. Demnach starben weitere 1.244 Menschen an oder mit dem Virus. Die Zahl der Neuinfektionen betrug etwas mehr als 25.000.

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  • Covid 19Moderna-Chef Bancel: "Coronavirus wird nie weggehen"

    Der Chef des Pharmakonzerns Moderna, Bancel, rechnet damit, dass die Menschheit auf Dauer mit dem Coronavirus wird leben müssen.

    Sars-Cov-2 werde nicht verschwinden, sagte Bancel auf einer Fachkonferenz. Er verwies auf Einschätzungen aus der Wissenschaft, wonach das Virus sich endemisch festsetzt. Die Bedrohung werde allerdings wahrscheinlich mit der Zeit abnehmen. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Wachsamkeit vor Mutationen nicht nachlasse und die Impfforschung auf die veränderte Bedrohung reagieren könne, meinte der Moderna-Chef.

    Aus der Forschung gibt es bereits seit einiger Zeit die Vermutung, dass Corona sich ähnlich wie die Grippe etabliert und mit regelmäßigen Impfkampagnen in Schach gehalten werden muss.

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  • TürkeiMassenimpfungen gegen das Corona-Virus beginnen

    Die türkischen Behörden haben mit Massenimpfungen gegen das Corona-Virus begonnen.

    Nach Angaben von Gesundheitsminister Koca sollen zunächst Mitarbeiter des Gesundheitswesens an der Reihe sein. Er selbst und die wissenschaftlichen Berater der Regierung ließen sich bereits gestern impfen. Die türkischen Behörden verwenden das Vakzin des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac, das eine Notzulassung in der Türkei erhalten hatte.

    Hören Sie mehr dazu in unserer Sendung Europa heute

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  • ChinaWHO-Experten zur Erforschung der Ursprünge des Coronavirus in Wuhan eingetroffen

    Ein Team der Weltgesundheitsorganisation ist zur Erforschung der Ursprünge des Coronavirus in der chinesischen Metropole Wuhan eingetroffen.

    Der Gruppe gehören 13 Experten an, zwei weitere Mitglieder des Teams sind noch in Singapur, um ihre eigenen Corona-Tests abzuschließen. Eigentlich sollte die Mission bereits vergangene Woche beginnen, doch fehlende Genehmigungen der Chinesen verzögerten den Beginn. In Wuhan war Ende 2019 erstmals ein Corona-Infektionsherd festgestellt worden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte der Coronaviren waren.

    Ob Wuhan tatsächlich der Ausgangsort für die weltweite Pandemie war, ist aber weiter unklar. Zuletzt gab es auch Berichte über eine Patientin in Italien, die schon vor dem offiziellen Ausbruchsbeginn in China infiziert gewesen sein soll.

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    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • Kapitol-StürmungTerrorismusforscher: Trump-Anhänger werden keine Ruhe geben

    Der Terrorismusforscher Peter Neumann sieht die USA nach der Kapitolstürmung vor unruhigen Zeiten. Seiner Ansicht nach wird die Bekämpfung des Terrorismus im Inneren eine der größten Herausforderungen für den künftigen Präsidenten Biden.

    Neumann, der am Kings College in London arbeitet, sagte im Deutschlandfunk, man müsse für die USA von einigen Zehntausend Gefährdern ausgehen, die auch bereit seien, Terroranschläge und andere Gewalttaten zu verüben. Das Gewaltpotential dieser Gruppe sei größer als das der Dschihadisten in den USA.

    Wenn der noch amtierende Präsident Trump jetzt das Weiße Haus verlasse, würden seine Anhänger auch keinen Grund mehr sehen, sich zurückzuhalten. Hinzu käme, dass Trump in seiner Amtszeit Behörden wie das Heimatschutzministerium geschwächt habe, so dass man dort jetzt schlechter für diese Art der Bedrohung vorbereitet sei als noch vor vier Jahren, erläuterte der Politikwissenschaftler.

    Trump als "Opfer"

    Auch dass Trump sich von der gewaltsamen Erstürmung des Kapitols distanziert hat, macht laut Neumann keinen großen Unterschied. Wichtig wäre es dagegen, dass der noch amtierende Präsident zugeben würde, die Wahl verloren zu haben. Seine Anhänger würden fest daran glauben, dass Trump um den Sieg betrogen worden und dass er Opfer eines breit angelegten Betrugs geworden sei. Das sei der zentrale Aufhänger der gesamten Bewegung.

  • RenaultEinsparungen von 3 Milliarden Euro geplant

    Der französische Autokonzern Renault will noch mehr sparen als bisher angekündigt und rasch wieder profitabel werden.

    Nach Angaben des Unternehmens sind bis 2025 Kürzungen von drei Milliarden Euro geplant. Bisher war von zwei Milliarden Euro Einsparungen bis 2022 die Rede gewesen. Weltweit sollen mindestens 15.000 Stellen abgebaut werden. Den Strategieplan hat der neue Generaldirektor de Meo vorgelegt. Wie andere Autobauer war auch Renault im vergangenen Jahr stark von der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen betroffen. Der Absatz sank um 21 Prozent, Renault verbuchte einen Verlust von 7,3 Milliarden Euro.

  • Linken-PolitikerBartsch fordert bei Pflicht kostenfreie FFP2-Masken für Bedürftige

    Der Linken-Politiker Bartsch hat eine kostenfreie Verteilung von FFP2-Masken an Bedürftige gefordert.

    Man könne die Menschen, die über wenig Mittel verfügten, in der Corona-Pandemie nicht im Regen stehen lassen, sagte Bartsch im Deutschlandfunk. Hartz-IV-Empfängern stünden für die Gesundheitsausgaben monatlich nur 17 Euro zur Verfügung. Für diese Menschen sei es nicht realisierbar, einer solchen Maskenpflicht nachzukommen, sagte Bartsch.

    Das Tragen von FFP2-Masken soll in Bayern ab Montag im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht sein. Rund 2,5 Millionen Masken will die Landesregierung kostenlos an Bedürftige ausgeben, nachdem mehrere Sozialverbände vor einer Ausgrenzung armer Menschen gewarnt hatten.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Corona-PandemieStädte- und Gemeindebund warnt vor strengeren Regeln

    Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat vor einer Verschärfung des Lockdowns gewarnt.

    Nach fast einem Jahr seien in der Bevölkerung gewisse Ermüdungserscheinungen feststellbar, sagte Hauptgeschäftsführer Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Immer neue und zum Teil nur schwer nachvollziehbare Vorschriften - wie etwa die 15-Kilometer-Regelung könnten die Menschen überfordern. Landsberg plädierte für klare Strategien und Hoffnungssignale, wie das Zurückfahren des Lockdowns erfolgen sollte. Dazu gehöre eine Perspektive, unter welchen Voraussetzungen wann, wo, welche Einrichtungen und Geschäfte wieder vorsichtig geöffnet werden sollten.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Nord Stream 2Graf Lambsdorff: Umweltstiftung für Nordstream 2 ist "Fake Stiftung"

    Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Graf Lambsdorff, hat die vom Land Mecklenburg-Vorpommern gegründete Umweltstiftung für den Weiterbau der Erdgas-Pipeline Nordstream 2 als "Fake Stiftung" bezeichnet.

    Lambsdorff sagte im Deutschlandfunk, es handele sich faktisch um eine Stiftung des russischen Unternehmens Gazprom. 99 Prozent des Geldes kämen direkt von der Nordstream 2 AG, die Gazprom gehöre. Zudem dürfe Gazprom die Geschäftsführung und die Grundsätze des Geschäftsbetriebs bestimmen. Man dürfe dabei nicht übersehen, dass Gazprom ein Instrument der russischen Außenpolitik sei, da das Unternehmen zu über 50 Prozent dem russischen Staat gehöre.

    Zudem glaube er, dass das Ziel der Stiftung - die am Bau beteiligten Unternehmen von möglichen US-Sanktionen abzuschirmen - nicht erreicht werden könne. Die USA seien trotzdem in der Lage, ihre Sanktionen durchzusetzen. Die FDP spreche sich daher für ein Moratorium aus; man solle den Weiterbau der Erdgas-Pipeline vorerst stoppen, so Lambsdorff.

    Auch die Parteichefin der Grünen, Baerbock, kritisierte die Gründung der Umweltstiftung. Sie sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", es sei ungeheuerlich, dass unter dem Deckmantel des Klimaschutzes eine Stiftung gegründet worden sei, die einzig und allein der Fertigstellung der Pipeline diene.

  • TeslaProbleme bei der Sicherheitstechnik

    Bei bestimmten Modellen des Elektro-Autoherstellers Tesla in den USA sind Probleme in der Sicherheitstechnologie aufgetreten.

    Wie die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde mitteilte, hat ein Defekt am Bordcomputer zur Folge, dass die Rückfahrkamera und andere Sicherheitseinrichtungen nicht richtig funktionieren. Die Behörde forderte Tesla deshalb auf, 158.000 Fahrzeuge zurückzurufen. Der Defekt sei bei den Limousinen des Modells S sowie bei den geländegängigen Wagen des Modells X festgestellt worden. Tesla ist allerdings nicht verpflichtet, der Aufforderung der Behörde nachzukommen.

  • Covid-19Bereits mehr als 10 Millionen Menschen in den USA geimpft

    In den USA haben bereits mehr als zehn Millionen Menschen die erste Dosis eines Corona-Impfstoffs erhalten.

    Das teilte das US-Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention mit. Freigegeben worden sind für die US-Bundesstaaten bereits 30 Millionen Dosen der Impfstoffe von Moderna sowie von Pfizer und Biontech. - Landesweit haben sich in den USA seit Beginn der Pandemie nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität schon mehr als 23 Millionen Menschen infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind mehr als 384.000 US-Amerikaner.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
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    Ansteckung und Übertragung

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    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
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  • Weiter hohe Corona-InfektionszahlenIst die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig?

    Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in Deutschland bleibt trotz des Lockdowns hoch. Ab welcher Sieben-Tage-Inzidenz sind Lockerungen sinnvoll oder überhaupt denkbar? Bundeskanzlerin Merkel betonte Anfang Januar erneut, dass es Ziel bleibe, den Wert unter 50 zu drücken. Führende Wissenschaftler und Ärzte raten dazu, die bisherige Zielmarke der Bundesregierung zu überdenken - in die eine oder andere Richtung.

    Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach fordert, die Zielmarke für ein Ende des Lockdowns auf bundesweit 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu verschärfen. Als Grund verwies Lauterbach auf neue Varianten des Coronavirus. Die Virologin Melanie Brinkmann geht sogar einen Schritt weiter: Sie sprach sich dafür aus, eine Lockerung von Corona-Maßnahmen erst bei einer Inzidenzzahl von 10 durchzuführen. Nur so seien die Kontaktnachverfolgung möglich und die Testkapazitäten ausreichend, sagte sie im Deutschlandfunk. Eine Inzidenzzahl von 50 sei das Maximum, das erreicht werden dürfe. Wenn der Reproduktionswert vier Wochen lang bei 0,7 liege, könne die Pandemie erfolgreich bekämpft werden.

    50 im Winter "illusorisch"

    Der Epidemiologe Klaus Stöhr hält das Ziel einer Inzidenz von 50 oder sogar niedriger im Winter schlicht für "illusorisch". Er sagte bei n-tv, in unserer Klimazone sei das Ziel einer 50er-Inzidenz nicht machbar. Bei einer so hohen Infektiosität und weil noch mehr als 90 Prozent der Bevölkerung keine Immunität gegen das Virus entwickelt hätten, "können selbst drastische Einschränkungen die dauernde Viruszirkulation nur in einem begrenzten Umfang und dann nur über einen kurzen Zeitraum reduzieren". Erfahrungen aus anderen Ländern wie Irland, Israel oder Belgien zeigten, dass die Zahlen nach einem harten Lockdown schnell wieder steigen können und dann wiederholt Verschärfungen der Maßnahmen nötig seien.

    Auch der Medizinstatistiker Gerd Antes hält das Festhalten an dem Inzidenzwert 50 für nicht richtig. Anstatt auf die tägliche Zahl der Neuinfizierten zu achten, müssten die Daten viel differenzierter betrachtet werden. Ein Indikator könnte seiner Ansicht nach die Auslastung der Intensivkapazitäten in Krankenhäusern sei. Insgesamt sei man jetzt nicht wirklich schlauer als zu Beginn der Pandemie, kritisierte er im Deutschlandfunk.

    In Deutschland liegt die Sieben-Tages-Inzidenz derzeit bei 139,4. 67 Landkreise weisen einen Wert von mehr als 200 auf. Die interaktive Karte des Robert Koch-Instituts, auf dem der Inzidenzwert nach Landkreisen aufgeschlüsselt dargestellt wird, zeigt sich fast flächendeckend im dunkelroten Bereich. (Stand 5.1.21)

    Fixwert aus dem Frühjahr 2020

    Die Bundesregierung peilt weiterhin eine Inzidenz von 50 an. Die Zahl stammt aus dem Frühjahr 2020, als die sogenannte erste Infektionswelle Deutschland erfasste. Bundeskanzlerin Merkel begründete damals die Festlegung auf den Inzidenzwert 50 mit der personellen Ausrüstung in den Gesundheitsämtern. Bei den Behörden sei ein Team von fünf Leuten pro 20.000 Einwohner eingeteilt, das die Infektionsketten zurückverfolgen und Kontaktpersonen informieren müsse. Das sei bei einem Inzidenzwert von 50 noch zu leisten. Dieser Wert wird von Landkreis zu Landkreis betrachtet; und sobald er über 50 steigt, werden die Coronaschutzmaßnahmen seitdem verschärft. Unter anderem wird die sogenannte Infektionsbremse aktiviert.

    Mit Blick auf die in Großbritannien aufgetretene Virus-Mutation sagte Bundeskanzlerin Merkel, dass die Zahl 50 nochmals an Bedeutung gewonnen habe. Hier müsse man besonders vorsichtig sein. Es gebe eine "neue und besondere Lage".

    Trotzdem stellt sich die Situation nach Einschätzung vieler Experten anders dar. Der leitende Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Intektionsforschung, Gérard Krause, etwa betonte im "Spiegel": "Die Belastungsgrenze der Gesundheitsämter ist ja nicht in Stein gemeißelt. Gerade in Bezug auf das Kontaktpersonenmanagement gibt es mehrere Möglichkeiten, diese Belastungsgrenze positiv zu beeinflussen: mehr geschultes Personal und Einsatz digitaler Systeme sind nur zwei davon."

    (Stand: 5.1.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • WetterIm Westen freundlich, im Osten Schneeschauer

    Der Wetterbericht, die Lage: Von Norden gelangt skandinavische Kaltluft nach Deutschland. Der Südwesten liegt nahe einer Luftmassengrenze über Frankreich und den Westalpen.

    Die Vorhersage:
    Nachts wechselnd bis gering bewölkt. Im Osten sowie im Südwesten weitere Schneefälle. Tiefstwerte minus 1 bis minus 8 Grad. Am Tag im Westen freundlich mit teils längeren sonnigen Abschnitten, im Osten Schnee- und Graupelschauer. Temperaturen minus 5 bis plus 3 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Samstag wolkig mit Aufheiterungen, im Osten und Südosten dichter bewölkt und einzelne Schneeschauer. Minus 4 bis plus 3 Grad.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die Zahl der Menschen, die innerhalb eines Tages an oder mit einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben sind, hat einen neuen Höchsstand erreicht.

    Das Robert Koch-Institut meldet aktuell 1.244 neue Todesfälle. Die Zahl der von den Gesundheitsämtern neu registrierten Infektionen liegt bei 25.164. Der bundesweite Durchschnitt der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zu gestern leicht; das RKI meldet eine Inzidenz von 151.

    (Stand: 14.1.2021, 7.00 Uhr)

    Allgemein gilt der Hinweis des RKI, dass die übermittelten und ausgewiesenen Fallzahlen den Verlauf generell nicht vollständig widerspiegeln können, da es unterschiedlich lange dauere, bis es nach dem Erkrankungsbeginn "zu einer Covid-19-Diagnose, zur Meldung und zur Übermittlung des Falls an das RKI" komme. Hier erklären wir, wie wir mit den Zahlen umgehen.

    Testzahlen über Feiertage geringer - Hohe Positivquote

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 1 fielen demnach rund 13 Prozent der Tests positiv aus. Gegenüber der Vorwoche, in der fast 16 Prozent der Tests positiv ausfielen, war das ein leichter Rückgang. Allerdings wurden in der ersten Kalenderwoche 2021 wieder deutlich mehr Tests durchgeführt als unmittelbar vor dem Jahreswechsel: Rund 1,2 Millionen Testungen registrierte das RKI in der ersten Kalenderwoche; in der Woche zuvor waren es rund 800.000.
    Diese Zahl spiegelt auch die Gesamtsituation rund um die Weihnachtsfeiertage und Silvester wieder, denn es war die niedrigste Zahl an Testungen seit der 45. Kalenderwoche.

    Das RKI weist zudem darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein. (Stand: 14.1.)

    Die Lage in den Bundesländern

    Mit 3.962,5 Infektionen pro 100.000 Einwohnern wurde im Verlauf der Pandemie bisher in Sachsen die höchste Zahl an Infektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl festgestellt. Danach folgen Bayern (2.793), Thüringen (2.561), Hessen (2.457) und Nordrhein-Westfalen (2.449,5) . Die wenigsten Fälle gab es demnach bislang in Mecklenburg-Vorpommern (975,3 je 100.000 Einwohner). (Stand: 14.1.)

    In absoluten Zahlen hat Nordrhein-Westfalen laut RKI mit 439.609 bestätigten Infektionen die meisten Fälle. 8.585 Menschen sind bislang in NRW im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben. In Bayern wurden bisher 366.609 Infektionen bestätigt, es gab 8.399 Todesfälle. Baden-Württemberg verzeichnet mit 267.714 die drittmeisten laborbestätigten Infektionen sowie 5.874 Todesfälle. Die niedrigsten Zahlen weist laut RKI Mecklenburg-Vorpommern auf (15.684 Infektionen/268 Todesfälle). (Stand: 14.1.)

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen - auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit werden im Register 24.173 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten gemeldet, von denen 3.514 frei sind. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung steht. Auf Intensivstationen in Deutschland liegen aktuell 5.143 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.963 invasiv beatmet werden. (Stand 14.1.)

    Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an. Mehr zur Lage in den Krankenhäusern lesen Sie hier.

    Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher etwa 32 Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten verstorben. (Stand 14.1.)

    Mehr als 613.000 Menschen in Deutschland geimpft

    Nach jüngsten Angaben des RKI haben in Deutschland bereits 758.093 Personen die erste der beiden Dosen einer Covid-Schutzimpfung erhalten. Binnen 24 Stunden stieg dieser Wert um 69.178. (Stand: 14.1.)

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  • Corona-LockdownSo setzen die Länder die Beschlüsse um

    Nach der Einigung von Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gilt vorerst bis Ende Januar ein verlängerter und verschärfter Lockdown. Die Beschlüsse haben die einzelnen Bundesländer unterschiedlich umgesetzt.

    Über das Ziel bestand in der Bund-Länder-Runde Einvernehmen.

    Eine Übersicht:

    - Die Sieben-Tages-Inzidenz soll wieder auf einen Wert unter 50 gedrückt werden.

    - Der Lockdown für Gastronomie und Einzelhandel wird bis zum 31. Januar verlängert.

    - Verschärfungen der bisherigen Regelungen soll es etwa in Landkreisen mit einer Inzidenz von über 200 geben.

    - Die Kontaktbeschränkungen werden verschärft.

    - Die Maßnahmen für Schulen und Kitas werden verlängert.

    - Das Kinderkrankengeld pro Elternteil soll um zehn Tage ausgeweitet werden.

    Der Zeitplan:

    Die neuen Verordnungen sind inzwischen in allen Bundesländern in Kraft. In Hamburg gelten sie bereits seit Freitag, dem 8. Januar, in Brandenburg seit dem 9. Januar, in Berlin, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen seit Sonntag, 10. Januar. In Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein traten sie am Montag, den 11. Januar in Kraft.

    Im besonders stark von der Pandemie betroffenen Sachsen soll der Lockdown bis zum 7. Februar gelten, wie das Landeskabinett beschloss.

    Kontaktbeschränkungen

    Ein Haushalt plus eine weitere Person dürfen zusammenkommen. Um Eltern die Betreung unter anderem mehrerer Kinder zu ermöglichen, gibt es Änderungen.

    In Brandenburg, Sachsen, Bremen und Baden-Württemberg sollen Kinder von der maximalen Personenzahl ausgenommen werden, in Berlin Kinder von Alleinerziehenden und in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz kleinere Kinder. Bayern und Baden-Württemberg wollen Betreuungsgemeinschaften mit einer anderen Familie erlauben. In Mecklenburg-Vorpommern kann es bei den Kontaktbeschränkungen für Kinder bis zwölf Jahre Ausnahmen geben. Dies gilt, wenn es für die Betreuung notwendig ist.

    Schleswig-Holstein macht grundsätzlich für die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen eine Ausnahme, Niedersachsen bei Menschen mit Behinderung und Kindern von getrennt lebenden Eltern.

    Schulen und Kitas

    Schulen und Kitas sollten grundsätzlich geschlossen bleiben, die Bundesländer handhaben gerade diesen Punkt jedoch sehr unterschiedlich.

    In Rheinland-Pfalz und Hessen bleiben die Schulen offen, die Präsenzpflicht für die Klassen 1 bis 6 entfällt. Auch Hamburger Schüler, die zu Hause nicht lernen können, dürfen weiter zur Schule gehen. In Berlin soll Unterricht in Kleingruppen für die Abschlussklassen 10, 12 und 13 möglich sein. In Thüringen dürfen nur Abschlussjahrgänge auch im Januar für Klausuren oder andere Aufgaben in die Schulen.

    Bremen setzt die Schulpflicht aus und lässt die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Mecklenburg-Vorpommern ließ das Vorhaben, von Mitte Januar an regional wieder Präsenzunterricht für Schüler bis Klasse sechs zu gewährleisten, wieder fallen. Die Abschlussklassen sollen wieder zur Schule gehen können.

    Ausnahmen für Abschlussklassen und ihre Prüfungen gibt es auch in anderen Ländern. Mehrere Länder lassen zudem Präsenzunterricht in Förderschulen zu.

    Gebiete mit hohen Infektionszahlen

    In Landkreisen mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche sollen sich Menschen ohne triftigen Grund nicht mehr als 15 Kilometer vom Wohnort entfernen. Die Umsetzung liegt aber auch hier bei den Ländern.

    Baden-Württemberg plant derzeit keine entsprechende Regel. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sollen Kommunen darüber entscheiden. In Thüringen gilt die Regel als Empfehlung, im Landkreis Hildburghausen allerdings als verpflichtend. Rheinland-Pfalz will Maßnahmen in Hotspots eng mit den Kommunen absprechen. In Schleswig-Holstein soll es keinen Automatismus für die Regel geben. Bei der Umsetzung sollen auch die Gründe für das Ausbruchsgeschehen berücksichtigt werden.

    (Material von dpa, Stand: 11.01.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 14.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • Spahns Corona-ImpfplanWer wird zuerst geimpft, wer später?

    Nach den Weihnachtsfeiertagen wurde mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) hatte zuvor die Impfverordnung vorgestellt, die die Reihenfolge festlegt. Begonnen wurde mit den Pflegeeinrichtungen und den über 80-Jährigen. Mit welchen Gruppen geht es dann weiter? Eine Übersicht.

    Erste Gruppe

    Hierzu gehören Menschen ab 80 Jahren sowie diejenigen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zur ersten Gruppe gehört zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet.

    Diese erste Gruppe umfasst etwa 8,6 Millionen Menschen. Bis Ende Januar werden laut Ministerium deutschlandweit höchstens vier Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Alle Lieferungen werden nach ihrem Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt. Für das gesamte erste Quartal wird mit elf bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet. Minister Spahn sprach davon, dass die "Impfung der Schwächsten" ein bis zwei Monate dauern könnte. Doch da jeder zweimal geimpft werden muss, dürfte dieses Ziel bei der erwarteten Mengen der Dosen nicht erreicht werden.

    Zweite Gruppe

    Alle ab 70 Jahren sowie Menschen mit einem sehr hohen Risiko oder einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu gehören Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21, einer geistigen Behinderung und Transplantationspatientinnen und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen können sich dann impfen lassen.

    Zur zweiten Gruppe gehören auch Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften sowie Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung öffentlicher Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

    Dritte Gruppe

    Alle Menschen ab 60, stark Übergewichtige mit einem Body-Mass-Index über 30, Menschen mit chronischer Nieren- oder Lebererkrankung, Patientinnen und Patienten mit Immundefizienz und HIV-Infizierte sowie Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Erfasst sind außerdem Krebs- und Asthmakranke sowie Menschen mit Autoimmun- oder rheumatischen Erkrankungen. Auch Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind, sowie Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrerinnen und Lehrer gehören dazu.

    Spahns Verordnung sieht mit den drei Gruppen nur halb so viele vor, wie der Vorschlag der Impfkommission Stiko genannt hatte. Anders als bei der Stiko-Empfehlung ist es bei der Regelung des Ministers auch möglich, innerhalb einer Gruppe zu priorisieren.

    Wann können sich Bürgerinnen und Bürger impfen lassen, die keiner der Gruppen angehören?

    Hierzu gibt es unterschiedliche Aussagen. Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vor dem Sommer. Aber es bleibt abzuwarten, welche weiteren Impfstoffe zugelassen werden und ob sie dann auch in hoher Stückzahl geliefert werden können.

    Bundesgesundheitsminister Spahn hat das Ziel ausgegeben, "ab Mitte 2021" allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot zu machen.

    Wo wird geimpft und wie erfahre ich davon?

    Zunächst in den dafür eingerichteten Impfzentren, von denen jeder Landkreis eines bekommen soll. Später soll es auch in den Arztpraxen möglich sein. Mobile Impftrupps kommen laut Spahn in den Heimen zum Einsatz, aber auch bei Hochbetagten und Pflegebedürftigen zuhause, die nicht in ein Zentrum gehen können.

    Die Impfberechtigten würden informiert, wann es für sie losgehe - etwa per Schreiben oder über eine Hotline, kündigte der Minister an. "Mann wird und Frau wird erfahren, wann sie jeweils dran sind", sagte er. Von Anfragen bei den Zentren und in Arztpraxen sollte man zunächst absehen, um diese nicht zu überlasten.

    Wer bezahlt die Impfung?

    Der Bund bezahlt die Impfstoffe. Den Aufbau und die Organisation der Impfzentren finanzieren die Länder sowie die Krankenkassen. Die Länder sowie die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen teilen sich die Kosten für den Aufbau und Betrieb der Impfzentren.

    Werden die Impfungen registriert?

    Ja, allerdings anonym. Es werden nicht-personenbezogene Daten dazu erfasst, wie viele Menschen, in welcher Altersgruppe und wo geimpft werden. Nach Rechnung des Bundesgesundheitsministeriums und vieler Expertinnen und Experten ist eine Herdenimmunität bei Sars-CoV-2 erreicht, wenn mindestens zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sind.

    Eine Zusammenfassung rund um die Impfung auch zur Sicherheit des Vakzin und möglichen Nebenwirkungen können Sie hier nachlesen.

    Einzelheiten über den Verlauf der Impfungen in Deutschland erfahren Sie auch in der Deutschlandfunk-Sendung Marktplatz: "Corona-Impfung praktisch: Abläufe und Nachverfolgung" (Audio-Link zum Nachhören)

    (Stand: 26.12.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
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    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
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    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • CoronavirusWie, wann und wo kann ich mich impfen lassen?

    Die groß angelegten Corona-Schutzimpfungen in Deutschland haben begonnen. Termine lassen sich derzeit allerdings noch nicht überall ausmachen. Wer zuerst zum Zuge kommt und was bereits über das Verfahren bekannt ist, haben wir hier zusammengefasst.

    Wer wird zuerst geimpft?

    Noch liegt nicht genügend Impfstoff vor, um alle Menschen direkt impfen zu können. Deswegen wurde nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission eine Reihenfolge festgelegt. Menschen, bei denen das Risiko eines schweren Verlaufs hoch ist sowie Menschen mit einer hohen Ansteckungsgefahr aus beruflichen Gründen, sollen zuerst die Möglichkeit erhalten, sich impfen zu lassen. Gestartet wurde bereits mit mobilen Impfteams in Senioren- und Pflegeheimen. Schritt für Schritt soll die Impfung der gesamten Bevölkerung offen stehen - zunächst in speziellen Impfzentren.

    Wann komme ich zum Zuge?

    In vielen Bundesländern sind die Impfzentren bereits einsatzbereit. Eine Terminvereinbarung wird durch die Länder geregelt. Sie ist aktuell aber noch nicht überall möglich. Und auch nicht überall werden berechtigte Personen direkt von den Ländern informiert. In verschiedenen Bundesländern kommen neben einer Hotline auch weitere Möglichkeiten der Terminvergabe hinzu - etwa über eine Homepage oder per App. Auf der Seite impfterminservice.de lassen sich in der Online-Terminbuchung bisher die Länder Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg und Sachsen-Anhalt auswählen. Das bedeutet jedoch noch nicht automatisch, dass sich dort auch Termine ausmachen lassen. Die allgemeine Informations-Hotline ist unter 116 117 erreichbar, teilweise werden darüber auch Terminvereinbarungen getroffen.

    Übersicht zur Terminvergabe für eine Corona-Schutzimpfung in den einzelnen Ländern:

    Baden-Württemberg: Erste Termine lassen sich bereits über eine zentrale Plattform ausmachen. Personalisierte Einladungen erfolgten nicht, heißt es auf einer Informationsseite des Landes. Bürgerinnen und Bürger würden etwa über Priorisierung und Terminvergabe durch Öffentlichkeitsarbeit informiert, beispielsweise über das Landesportal Baden-Württemberg.de.
    (Stand: 9.1.)

    Bayern: Die Terminvergabe erfolgt laut bayerischem Gesundheitsministerium über die direkte Telefonnummer des jeweiligen Impfzentrums. Hierfür gibt es eine Suchfunktion im Internet.
    (Stand: 9.1.)

    Berlin: Die Terminvergabe erfolgt nur nach schriftlicher Einladung per Brief. Alle nötigen Informationen seien in dem Schreiben enthalten, heißt es auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung. In Berlin erfolge keine Terminvergabe über die Nummer 116 117.
    (Stand: 9.1.)

    Brandenburg: Wie das Land mitteilt, ist seit 4. Januar ein Call-Center für die Terminvergabe eingerichtet - man erreicht es unter 116 117. Seit 5. Januar sind die Impfzentren in Potsdam und Cottbus geöffnet, weitere neun sollen bis Anfang Februar folgen.
    (Stand: 9.1.)

    Bremen: Bürgerinnen und Bürger, die impfberechtigt sind, erhalten eine Einladung zur Terminvereinbarung per Post, so die Bremer Verwaltung. Das Impfzentrum dürfe keinesfalls ohne Termin aufgesucht werden, heißt es.
    (Stand: 9.1.)

    Hamburg: Derzeit impfberechtigt sind Bewohner und Beschäftigte in Pflegeheimen sowie Beschäftigte bei ambulanten Pflegediensten. Termine können unter 116 117 oder online hier vereinbart werden.
    (Stand: 9.1.)

    Hessen: Das Sozialministerium teilt mit, dass Bürgerinnen und Bürger, die "zu einer priorisiert zu impfenden Bevölkerungsgruppe zählen", über "die Möglichkeit und Terminierung der Impfung zeitnah informiert" würden – sobald zugelassene Impfstoffe in ausreichender Anzahl verfügbar seien und die Impfzentren in Betrieb gingen. Die Vergabe der Termine ab 12. Januar läuft über die Nummer 116 117 oder online hier.
    (Stand: 9.1.)

    Mecklenburg-Vorpommern: Seit Anfang Januar werde in den entsprechenden Zentren geimpft, heißt es auf der Internetseite des Landesamtes für Gesundheit. Wer dafür in Frage komme, werde per Post informiert. Wer die Einladung erhalten habe, könne mit dem Impf-Zentrum unter der Nummer 0385 2027 1115 einen Termin vereinbaren.
    (Stand: 9.1.)

    Niedersachsen: Seit Mitte Dezember gibt es eine allgemeine Impf-Hotline: 0800 99 88 665. Termine lassen sich darüber jedoch nicht ausmachen. Im Januar soll dann auch eine Onlineplattform zur Verfügung stehen, über die Anmeldungen erfolgen können. Eigentlich sei für den 6. Januar geplant gewesen, mit der Terminvergabe zu beginnen. Wegen der Knappheit des Impfstoffs sehe man davon aber zunächst ab, teilte die Landesregierung mit.
    (Stand: 9.1.)

    Nordrhein-Westfalen: Wer noch mobil ist, wird laut nordrhein-westfälischem Gesundheitsministerium "in den kommenden Wochen durch Medienberichte und Post vom Ministerium erfahren, wenn der Zeitpunkt für eine Terminvereinbarung mit dem zuständigen Impfzentrum über die zentrale Telefonnummer 116 117 gekommen" sei. Dazu müsse zunächst aber ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen. Die Anmeldung werde dann auch über eine Internetseite und eine App für das Smartphone möglich sein.
    (Stand: 9.1.)

    Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz hat nach eigenen Angaben am 7. Januar mit den Impfungen begonnen. Die Terminvergabe erfolge entweder telefonisch über die Nummer 0800 / 57 58 100 oder über die Internetseite www.impftermin.rlp.de. Dort erhalte man die Daten für die erste und zweite Impfung in einem Zentrum in der Nähe sowie einen Aufklärungsbogen.
    (Stand: 9.1.)

    Saarland: Hier sind zwei Wege zur Terminvereinbarung angedacht - per Hotline unter 0800 999 1599 und über ein Online-Portal. Wer zu einer priorisierten Berufsgruppe zählt, muss neben dem Personalausweis und der Krankenversichertenkarte einen Nachweis des Arbeitgebers vorhalten.
    (Stand: 9.1.)

    Sachsen: Auf einer Internetseite des Freistaats heißt es, die Termine zur Impfung würden an entsprechend priorisierte Personengruppen je nach Verfügbarkeit vergeben. Die Vergabe erfolge über eine zentrale Hotline oder online. Die telefonischen Kontaktdaten werde man rechtzeitig veröffentlichen. Derzeit könnten allerdings keine individuellen Termine für Impfungen vereinbart werden, schränkte der Freistaat ein.
    (Stand: 9.1.)

    Sachsen-Anhalt: Das Land vergibt ab dem 11. Januar erste Termine für die Corona-Impfung von Einzelpersonen. Die Regierung Sachsen-Anhalts hatte bereits mitgeteilt, eine Anmeldung werde telefonisch über 116 117 und online möglich sein.
    (Stand: 9.1.)

    Schleswig-Holstein: Aktuell sind nach Auskunft der Landesregierung nahezu alle Termine der ersten beiden Wochen vergriffen. Ab Dienstag, 12.1., gebe es neue Verfügbarkeiten. Schleswig-Holstein verweist dabei auf die Nummer 800 455 6550 und die Internetseite www.impfen-sh.de.
    (Stand: 9.1.)

    Thüringen: Ab dem 13 Januar beginnen die eingerichteten Zentren mit den Impfungen - zunächst für Menschen der Stufe "Höchste Priorität". Termine können online über das Terminvergabe-Portal vereinbart werden. Zuletzt sorgten Berichte über einen Cyberangriff auf das Portal für Schlagzeilen.
    (Stand: 9.1.)

    Wie läuft die Impfung ab?

    Am Tag der Impfung werden Patienten nach der Anmeldung vom medizinischen Personal über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. Zu dem Termin müssen die Terminbestätigung, der Impfpass und medizinisch relevante Unterlagen mitgebracht werden, zum Beispiel, wenn Vorerkrankungen vorliegen oder eine besondere medizinische Indikation zu beachten ist.

    Nordrhein-Westfalen bietet beispielsweise ein Merkblatt zum Download an, auch andere Länder haben ähnliche Angebote. Die Impfung wird von ärztlichem Personal durchgeführt. Anschließend müssen Patienten 30 Minuten warten, ehe sie die Heimreise antreten dürfen. Nach wenigen Wochen steht dann die zweite Impfung an.
    (Stand: 9.1.)

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  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer bekannt ist

    In Deutschland, aber auch international, sind die Immunisierungen gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer angelaufen. Es stellt sich unter anderem die Frage nach möglichen Nebenwirkungen.

    Das Präparat - ein mRNA-Impfstoff - basiert auf einer neuartigen Methode. Geprüft und zugelassen hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA in Amsterdam. Nach dem gleichen Prinzip ist der ebenfalls bereits in der EU zugelassene Impfstoff von Moderna aufgebaut.

    Bilanz des Paul Ehrlich-Instituts

    In der Corona-Pandemie ist das bundeseigene Paul Ehrlich-Institut (PEI) die zentrale Informations-Sammelstelle für Impf-Nebenwirkungen. Bis zum 10. Januar waren beim PEI 325 Verdachtsfälle mit 913 Nebenwirkungen eingegangen, darunter 51 Verdachtsfälle mit schwerwiegende Nebenwirkungen. Das entspricht 0,53 Verdachtsfällen pro 1.000 Impfdosen beziehungsweise 0,08 Verdachtsfällen für schwerwiegende Nebenwirkungen pro 1.000 Impfdosen. Die Werte sind laut PEI konsistent zu den Daten aus den klinischen Zulassungsstudien und zudem statistisch unauffällig. PEI-Präsident Cichutek nannte die Nebenwirkungen "mild bis moderat". Das PEI berichtet wöchentlich über die gemeldeten Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung.

    Todesfälle von Schwerkranken: "Zufälliger Zusammenhang mit Impfung"

    Bei den bislang 10 gemeldeten Todesfällen kurz nach einer Corona-Impfung halten Experten des Paul-Ehrlich-Instituts einen Zusammenhang mit der Immunisierung für eher unwahrscheinlich. In diesen Fällen waren schwer kranke Menschen innerhalb von vier Tagen nach der Impfung gestorben, berichtete das Bundesinstitut. Es sei davon auszugehen, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung gestorben sind, "in zeitlich zufälligem Zusammenhang mit der Impfung", so die zuständige Abteilungsleiterin für die Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten, Keller-Stanislawski. Es habe sich um "sehr schwer kranke Patienten mit vielen Grunderkrankungen" gehandelt. Manche seien palliativ behandelt worden. RKI-Präsident Wieler hatte schon vor Beginn der Impfkampagne darauf hingewiesen, dass aufgrund der statistischen Wahrscheinlichkeit "Menschen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung versterben werden" - etwa weil zuerst "die alten und hochaltrigen Menschen" geimpft werden, die aufgrund ihres Alters allgemein ein höheres Risiko haben zu sterben.

    Womit muss man unmittelbar nach der Impfung rechnen?

    In den klinischen Phase-3-Studien traten bei zahlreichen Probanden Schmerzen an der Einstichstelle auf. In konkreten Zahlen heißt das: Bei 66 bis 83 Prozent der Studien-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern. Viele beklagten auch Müdigkeit und Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Muskelschmerzen. Elf Prozent der Älteren und 16 Prozent der Jüngeren entwickelten zudem Fieber.

    Dies zählt laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) und dem Paul Ehrlich-Institut zu den üblichen Impf-Nebenwirkungen. Solche Reaktionen zeigen, dass der Körper die Information über den Krankheitserreger, gegen den die Impfung wirken soll, verarbeitet. Das Immunsystem reagiert genau richtig: Es produziert Antikörper, die bei einer möglichen Infektion mit Sars-CoV-2 schützen.

    Einzelne Fälle von ungewöhnlichen Reaktionen in USA und Großbritannien

    Da die Geimpften sehr genau beobachtet werden, werden auch Abweichungen von "normalen" Impfreaktionen schnell publik. In Großbritannien, aber auch im US-Bundesstaat Alaska wurden insgesamt drei Fälle bekannt, bei denen frisch Geimpfte eine schwere allergische Reaktion zeigten; man spricht von einem anaphylaktischen Schock. Es handelt sich dabei um eine akute Situation, häufig mit Atemnot, die schnellstmöglich ärztlicher Behandlung bedarf. Von beiden Geimpften in Großbritannien war bereits bekannt, dass zu einer solchen Reaktion neigen; sie trugen deshalb eine Adrenalin-Fertigspritze bei sich. Von der Person in Alaska war eine solche Neigung nicht bekannt.

    Die britische Arzneimittelbehörde MHRA warnte daraufhin Menschen mit einer anaphylaktischen Vorgeschichte vor der Impfung. Nicht betroffen sind Personen mit Allergien minder schwerer Ausprägung wie Heuschnupfen oder Ähnlichem.

    Nach Angaben von Pfizer waren Personen mit schweren Reaktionen auf Impfstoffe oder darin enthaltene Zusätze von den Studien ausgeschlossen. Vermutet wird, dass die anaphylaktische Reaktion in den bekannt gewordenen Fällen durch Polyethylenglykol (PEG) ausgelöst wurde, einen Stabilisator des neuen Vakzins. In anderen Impfstoff-Typen wird PEG nicht verwendet.

    Was sollte man tun, wenn ungewöhnliche Nebenwirkungen auftreten?

    Wer sich hat impfen lassen und den Verdacht hat, dass andere Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul Ehrlich-Institut weiter. Dort werden sie dann systematisch in einer Datenbank erfasst und bewertet. Bewertet heißt: Es werden auch die Vorerkrankungen des Geimpften daraufhin analysiert, ob es einen Zusammenhang mit den Reaktionen nach der Impfung geben könnte.

    Was passiert dann mit den Informationen?

    Das Paul Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter. Dort werden die Meldungen in einer zentralen Datenbank erfasst. Falls es bei bestimmten Gesundheitsbeschwerden tatsächlich einen statistisch signifikanten Zusammenhang zur Impfung gibt, würden diese Nebenwirkungen sehr schnell registriert, heißt es bei der EMA.

    App "SafeVacc" entwickelt

    Besondere Aufmerksamkeit liegt dabei auf sehr seltenen Impfnebenwirkungen, die bei maximal einem von 100.000 Geimpften auftreten. Ein Werkzeug für die Registrierung von unerwünschten Reaktionen soll eine App namens "SafeVacc" sein, die das Paul Ehrlich-Institut entwickeln ließ, um Nebenwirkungen zu melden.

    Das Paul Ehrlich Institut will mit Hilfe dieser App Daten sammeln. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktion zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben.

    Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen direkt und online zu melden.

    Wie wird die Öffentlichkeit EU-weit über einen konkreten Zusammenhang zwischen Impfung und Komplikationen informiert?

    Zunächst kommuniziert die Europäische Arzneimittelbehörde in einem solchen Fall mit den Herstellern. Die Hersteller wiederum verschicken dann sogenannte "Rote Hand Briefe" an Ärzte, also Dringlichkeits-Briefe, in denen Ärzte und Patienten vor bestimmten Nebenwirkungen gewarnt werden. Gleichzeitig werden diese Informationen auch auf der Homepage des Paul Ehrlich-Instituts und auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte veröffentlicht.

    Warum ist ein solcher Aufwand notwendig?

    Mit dem sogenannten mRNA-Impfstoff handelt es sich um eine neuartige Impfstoffklasse. Dabei werden - vereinfacht gesagt - Baupläne für Virusproteine in Muskelzellen gespritzt. Dort werden diese Virusproteine dann produziert, so dass sie eine Immunreaktion auslösen. Auch der zweite Impfstoff, der in den USA eben eine Notfallzulassung erhalten hat und für den die EMA Anfang Januar ein Gutachten vorlegen will, ist ein solches mRNA-Vakzin. Weil die Datenlage bei möglichen Nebenwirkungen dieser Art von Vakzinen noch nicht sehr breit ist, haben die Behörden ein großes Interesse an einem funktionierenden, schnellen Meldesystem und an einer größtmöglichen Sicherheit der Geimpften. Zudem können es sich die Pharmaunternehmen nicht leisten, Nebenwirkungen zu verschweigen oder zu verharmlosen.

    Zudem laufen klinische Studien weiter an den Probanden, die im Rahmen der Wirksamkeitsprüfung geimpft wurden. Diese werden weiter beobachtet. Falls zeitverzögert Komplikationen aufträten, die auf die Impfung zurückgeführt werden können, würden diese Informationen sofort weitergegeben. (Stand: 4.1.21)

    Einzelheiten über den Verlauf der Impfungen in Deutschland erfahren Sie auch in der Deutschlandfunk-Sendung Marktplatz: "Corona-Impfung praktisch: Abläufe und Nachverfolgung" (Audio-Link zum Nachhören)

    (Stand: 14.01.2021)

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    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

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  • Covid-19So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus

    Als hoffnungsvollstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gelten Impfstoffe. Inzwischen sind erste Präparate zugelassen. Doch die weltweite Forschung geht weiter.

    Normalerweise dauert es viele Jahre, bis ein Impfstoff gegen einen Krankheitserreger gefunden ist - und der Prozess kann in jeder Phase scheitern. Warum es für gewöhnlich so lange dauert, haben die Kollegen von "Forschung aktuell" hier erklärt.

    Viren-Erbgut war schnell bekannt

    Im Fall von Sars-CoV-2 hatten die Forschenden Glück: Die Sequenz des Viren-Erbguts, in diesem Fall einzelsträngige RNA, war schnell bekannt und die ersten Forschungsprojekte konnten bereits Anfang 2020 in Angriff genommen werden.

    Welche Impfstoffe sind bereits zugelassen?

    In der Europäischen Union sind zwei Impfstoffe zugelassen: der mRNA-Impfstoff der deutschen Firma Biontech, der zusammen mit dem US-Unternehmen Pfizer produziert wird und ein ähnlich aufgebauter Impfstoff der US-Pharmafirma Moderna. Das Biontech/Pfizer-Vakzin wird bereits in zahlreichen Ländern verabreicht, etwa auch in Kanada und Großbritannien.

    Als nächstes könnte dann über den eher klassischen Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns AstraZeneca entschieden werden, der bei normalen Kühlschrank-Temperaturen gelagert werden und damit auch leichter über Hausarztpraxen verteilt werden kann. Ein Termin dafür ist in der EU noch nicht bekannt.

    In Großbritannien wurde dieser Impfstoff zum Jahresende zugelassen. Auch Indien, Argentinien und Mexiko haben den Einsatz des Vakzins bereits genehmigt. Der Impfstoff von Moderna wurde in Israel von den Gesundheitsbehörden zur Verwendung freigegeben. Man habe sechs Millionen Impfdosen gesichert und erwarte die ersten Lieferungen im Januar, teilte das Gesundheitsministerium mit. In einigen weiteren Ländern sind zudem Impfstoffe aus China und Russland (siehe unten) im Einsatz.

    Wie wird ein Impfstoff bis zur Zulassung getestet?

    Ein Impfstoffkandidat durchläuft bis zur Zulassung mehrere Phasen. In Phase I geht es noch nicht um die Wirksamkeit eines Präparats, sondern um dessen Sicherheit. Tests erfolgen an einer kleinen Gruppe von unter 100 Personen. In Phase II wird der Stoff an bis zu 1.000 Menschen meist in verschiedenen Dosierungen getestet und sichergestellt, dass der Körper einen Schutz gegen das Virus entwickelt. In Phase III wird der Stoff mehreren tausend Freiwilligen verabreicht. Es geht unter anderem um die Bestätigung der Dosierung sowie um seltenere Wechsel- und Nebenwirkungen. Mehrere Studien sind bereits seit Längerem in der dritten und letzten Phase vor der Zulassung.

    Wie wirksam sind die bisherigen Impfstoffe?

    Nach Angaben des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer erweist sich deren Impfstoff in 95 Prozent der Fälle als wirksam. Man sei optimistisch, dass die immunisierende Wirkung einer Impfung mindestens ein Jahr lang anhalten werde, hieß es nach dem Bekanntwerden erster Studienergebnisse. Auch der Impfstoff von Moderna erreicht mit 94,5 Prozent eine ähnlich hohe Wirksamkeit.

    Der Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford ist mit etwa 70 Prozent weniger wirksam als jene von Biontech und Moderna. Wird die Dosierung individualisiert, kann laut AstraZeneca auch eine höhere Wirksamkeit erzielt werden.

    Aktuell prüfen mehrere Unternehmen, ob ihre Impfstoffe auch gegen die neue Coronavirus-Variante aus Großbritannien wirksam sind. Bisher zeigten sich die Firmen und die zuständigen Behörden zuversichtlich.

    Welche weiteren aussichtsreichen Impfstoffkandidaten gibt es?

    Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac startete im Dezember mit der relevanten klinischen Phase-III-Studie für seinen mRNA-Impfstoff mit voraussichtlich mehr als 35.000 Teilnehmenden. Mit ersten Ergebnissen rechnet das Unternehmen nach eigenen Angaben Ende des ersten Quartals 2021. Mit der EU-Kommission hat Curevac bereits einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Impfdosen geschlossen.

    Das Unternehmen Johnson&Johnson erwartet erste Zwischenergebnisse seiner Phase-III-Studie Ende Januar. Ende Dezember startete auch das US-Unternehmen Novavax mit einer Phase-III-Studie in den USA.

    Wie steht es um die Impfstoffe aus Russland?

    Russland hatte als erstes Land weltweit bereits im August einen Impfstoff zugelassen - ohne Tests an mehreren zehntausend Menschen. In der Hauptstadt Moskau begannen Anfang Dezember Massenimpfungen gegen das Coronavirus. Nach Angaben des russischen Gesundheitsministeriums ist "Sputnik V" in mehr als 90 Prozent der Fälle wirksam. Allerdings werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht: Da der Impfstoff vor Abschluss der dritten Prüfphase freigeben wurde, warfen viele Länder der russischen Regierung vor, die Gesundheit der Menschen aufs Spiel zu setzen und die allgemeine Akzeptanz des Impfens zu schmälern.

    Wie sicher werden die Impfstoffe sein?

    Sowohl Bundesgesundheitsminister Spahn als auch Forschungsministerin Karliczek betonten, dass es bei der Entwicklung keine "riskanten Abkürzungen" geben werde. Absolute Priorität habe die Sicherheit. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte Karliczek.

    Auch die Zulassungsbehörden in Europa und den USA betonten mehrfach, dass auch bei beschleunigten Verfahren die Sicherheit der Präparate an oberster Stelle stehe. Bei der schnelleren Zulassung werden vor allem bürokratische Vorgänge beschleunigt - etwa indem die Zulassungsbehörden Zwischenergebnisse eingereicht bekommen und diese vor Abschluss der Studien bereits prüfen können.

    Wie geht es nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs weiter?

    Nach der Zulassung eines Impfstoffs warten zahlreiche Herausforderungen. Zunächst geht es um die massenhafte Produktion eines Vakzins. Die Hamburger Virologin Marylyn Addo sagte dazu im Deutschlandfunk, momentan stünden in der Welt nicht genug Herstellungskapazitäten zur Verfügung. Daher werde es in den kommenden Monaten zu einem Ressourcenkampf kommen. Auch der Chef der US-Firma Moderna, Stéphane Bancel, geht davon aus, dass es nicht nur anfangs, sondern etwa anderthalb Jahre lang Engpässe geben könnte. Im Spiegel sagte er, das Problem seien vor allem regulierte medizinische Rohmaterialien wie Zellkulturen, Enzyme oder Lipide. Wenn eine Komponente fehle, bringe das die gesamte Produktion zum Stillstand.

    Klar ist, dass gerade am Anfang ausgewählt werden muss, wer zuerst eine Impfung bekommt. In Deutschland haben der Deutsche Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die der Ständigen Impfkommission (StIKo) am Robert Koch-Institut dazu Empfehlungen erarbeitet. Zunächst werden seit dem 27. Dezember Menschen ab 80 Jahren geimpft, sowie diejenigen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zur ersten Gruppe gehört zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder in den Impfzentren arbeitet.

    Dann sind Menschen ab 70 Jahren sowie mit einem sehr hohen Risiko oder einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf an der Reihe. Zur dieser zweiten Gruppe gehören auch Polizei- und Ordnungsdienstbeamte sowie Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. Daraufhin folgen Menschen ab 60 und mit leichteren Vorerkrankungen. Zudem werden in dieser Gruppe Erzieher, Lehrpersonal und Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind, geimpft. Voraussichtlich ab dem Sommer können sich dann auch Menschen impfen lassen, die zu keiner dieser Gruppen gehören.

    COVAX - Impfstoffverteilung, aber fair

    Weltweit versucht die internationale Initiative "Covax" einen fairen Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu ermöglichen. Sie wird federführend von der WHO und den Impfallianzen "Gavi" und "Cepi" getragen. Bis Ende 2021 sollen zwei Milliarden Impfdosen hergestellt werden und weltweit an Pflegekräfte und durch Alter oder Vorerkrankung besonders gefährdete Menschen verteilt werden.

    Die nächste Herausforderung ist die Logistik: Wenn in kurzer Zeit Millionen Menschen geimpft werden wollen, dürfte das die Hausarztpraxen überlasten. Deshalb wurden in Deutschland großen Impfzentren etwa in Messehallen aufgebaut. Gesundheitsminister Spahn kündigte zudem an, dass mehrere Apps rund um Corona-Impfungen entwickelt werden. Mit einer soll das Terminmanagement geregelt werden, in einer weiteren sollen Nebenwirkungen gemeldet werden können. Bezahlt werden soll der Impfstoff aus dem Bundeshaushalt - das Vorzeigen einer Krankenversicherungskarte entfällt laut Spahn.

    Beendet ein Impfstoff die Pandemie?

    Die Zulassungen mehrerer Impfstoffe weltweit sind eine gute Nachricht. Doch ein Ende der Pandemie ist dadurch noch nicht gegeben. Zum einen, weil es eine gewisse Zeit dauert, bis genügend Menschen geimpft sind, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Dazu müssten sich in Deutschland nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums 55 bis 65 Prozent der Bürgerinnen und Bürger freiwillig impfen lassen - das wäre laut Spahn bis Ende Sommer 2021 möglich. Eine Impfpflicht wurde von Spahn mehrfach ausgeschlossen.

    Experten der Weltgesundheitsorganisation schätzen, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden müssten. Andere Fachleute – wie zum Beispiel der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach – gehen von einer noch höheren Durchimpfungsrate bis zu 85 Prozent aus, je nachdem, wie infektiös das Virus durch Mutationen ist und werden kann. Auch die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung schätzt, dass man eine 80- bis 85-prozentige Durchimpfung der Bevölkerung benötigt.

    Zudem ist noch nicht klar, wie lange die Impfstoffe wirksam sind und was sie genau verhindern werden - ob lediglich schwere Verläufe wegfallen oder die Verbreitung des Coronavirus zuverlässig eingedämmt wird.

    Einen Bericht zum "Rennen um die Zulassung der Corona-Impfstoffe" unserer "Hintergrund"-Redaktion finden Sie hier.

    (Stand 06.01.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
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  • Covid-19Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests?

    Wie genau sind die Messverfahren zum Nachweis des Coronavirus? Über diese Fragestellung wird kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt geht es auch darum, ob die Corona-Auflagen verhältnismäßig sind. Ein kleines Dossier mit den wichtigsten Begriffen.

    Im Wesentlichen spielen in der Corona-Pandemie drei Testverfahren eine Rolle, wobei der sogenannte PCR-Test bisher der wichtigste ist. In dem Verfahren werden Erbinformationen des SARS-CoV-2 nachgewiesen. Dieser Test gilt als sehr sensitiv, also empfindlich. Er wird von spezialisierten Laboren durchgeführt.

    Der Antigentest weist nicht das Erbgut des Virus nach, sondern Eiweiße. Diese Methode gilt als nicht ganz so empfindlich, liefert aber deutlich schneller ein Ergebnis. Antigentests werden deshalb auch Schnelltests genannt.

    Eine andere Ausrichtung hat der Antikörpertest. Er weist eine Reaktion des Körpers auf das Virus nach. Damit kann die Frage beantwortet werden: War eine Person bereits infiziert?

    In den vergangenen Monaten sind insbesondere neue Möglichkeiten entstanden, Antigentests durchführen zu lassen. Testzentren bieten diese Schnelltests an, aber auch Arztpraxen. So kann dem erhöhten Testbedarf Rechnung getragen werden. Die Tests gehören seit Oktober zur Nationalen Teststrategie. Das Robert Koch-Institut schränkt ein, dass aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigentests deren Einsatz nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen sein könne. Damit ein Antigentest ein positives Ergebnis anzeige, sei im Vergleich zur PCR-Testung eine größere Virusmenge notwendig. Positive Schnelltests sind ebenso wie positive Labortests meldepflichtig. Zudem soll nach einem positiven Antigentest zusätzlich ein PCR-Test gemacht werden.

    Das PCR-Verfahren wird nach wie vor als "Goldstandard" bezeichnet.

    Wie aussagekräftig ist der PCR-Test?

    Das Verfahren beantwortet die Frage, ob jemand infiziert ist, sehr zuverlässig: Laut Robert Koch-Institut gibt es nur wenige falsch positive Befunde. In den Labors werden mit einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (englisch: polymerase chain reaction, PCR) Spuren des Erbguts gezüchtet. In jeder Runde wird der Anteil verdoppelt.

    Vorteil: Kleinste Spuren werden aufgespürt. Nachteil: Der Betroffene ist vielleicht positiv getestet, aber nicht mehr ansteckend. Unter Umständen können PCR-Tests auch Wochen nach überstandener Infektion noch positiv ausfallen, wenn viel totes Virus-Material im Körper vorhanden ist. Wird dagegen in einem frühen Stadium getestet, kann die getestete Person auch erst nach der Testung nachweislich infektiös werden.

    Ein positiver Test stellt eine Infektion im Sinne des Infektionsschutzgesetzes fest. Demnach gilt als Infektion "die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus". Krankheitserreger sind unter anderem Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten, die bei Menschen "eine Infektion oder übertragbare Krankheit verursachen" können.

    Sind alle Menschen mit positivem PCR-Ergebnis ansteckend?

    Wie oben bereits angedeutet: Nein. PCR-Tests weisen nicht nach, ob ein Mensch zum Zeitpunkt des Abstriches infektiös ist oder nicht. Labordaten legen nahe, dass Infizierte zwei Tage vor Symptombeginn und zu Beginn der Krankheit am ansteckendsten sind, wie es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt. Allerdings kann das Sars-CoV-2-Virus auch bei einem asymptomatischem Infektionsverlauf übertragen werden. Das bedeutet: Man kann auch andere Personen anstecken, wenn man selbst gar nicht krank wird.

    Sind die PCR-Tests zu empfindlich?

    Das hängt davon ab, wie lange der Test läuft. Es gibt eine Kennziffer, die das Verfahren beschreibt: der sogenannte CT-Wert. Er besagt, wie viele Runden ein Test durchlaufen musste, um ein positives Ergebnis zu zeigen. Läuft der Test sehr lange, werden auch noch winzige Virusmengen nachgewiesen. Bei einem CT-Wert von über 30 sprechen Virologen von einer geringen Konzentration. Womöglich können sich die Viren dann nicht mehr vermehren. Problem: Nicht jeder Abstrich ist gleich gut. Ist viel Virusmaterial in der Probe, schlägt der Test früher an.

    Erfahren die Gesundheitsämter den CT-Wert?

    Laut einer Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung erfahren nur wenige Gesundheitsämter davon (Stand Oktober 2020). Allerdings gebe es regionale Unterschiede. Viele Behörden vor Ort wissen also nicht, ob lange oder kurz getestet wurde, und ob damit womöglich die Isolation verkürzt werden könnte. Problem: Es gibt keine Standards, ab welchem CT-Wert die Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus gelockert werden darf.

    Mehr Tests = mehr Infektionen?

    Die absolute Zahl der Tests sagt wenig über die Entwicklung des Infektionsgeschehen aus. Zwar gibt es jetzt mehr Tests und mehr Kapazitäten. Entscheidend ist aber die sogenannte Positivrate, die das Robert Koch-Institut einmal pro Woche veröffentlicht. Der Wert beschreibt das Verhältnis der positiven Ergebnisse zur Gesamtheit der Tests. Zu Beginn der Pandemie (13. Kalenderwoche 2020) lag der Wert bei 8,7 - im Herbst (41. KW 2020) bei nur noch 2,48. Anschließend stieg der Wert in Deutschland wieder - in der KW 53 lag die Positivrate so hoch wie nie zuvor: bei 16,07 Prozent. Das bedeutet: Etwa jeder Sechste Labortest auf das Coronavirus war positiv.

    PCR-Tests sind Wissenschaftlern zufolge zu etwa 98 Prozent zuverlässig. Testen die Labore zwei bis drei Mal, kann die Fehlerquote auf 0,01 Prozent gesenkt werden. Das RKI macht keine genauen Angaben zur Fehlerquote der PCR-Tests. Von dort heißt es schlicht: Wenn die Tests korrekt durchgeführt und deren Ergebnisse fachkundig beurteilt würden, gehe man "von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht".

    Grundsätzlich gilt: Je wahrscheinlicher es ist, dass sich eine Person infiziert hat, desto höher ist auch die Aussagekraft eines positiven Tests - und umgekehrt. Experten nennen das Vortestwahrscheinlichkeit. "Das Ergebnis einer Labortestung ist immer eine Diagnose, nie ein rohes Testergebnis", hatte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité dazu erklärt.

    Detailliertere Informationen rund um die Frage der Tests finden Sie hier.

    Stand: 13.01.2021 (Mit Material von dpa)

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  • CoronavirusAuf der Suche nach einem wirkungsvollen Medikament

    Das Rennen um Impfstoffe gegen das Coronavirus ist auf der Zielgeraden - doch auf der Strecke bleibt dabei offenbar die Suche nach wirkungsvollen Medikamenten, die das Leiden von Covid-19-Erkrankten lindern können. Zahlreiche Forschungsgruppen beklagen, dass vor allem die Entwicklung von Impfstoffen gefördert und finanziert wird - die von Arzneimitteln aber kaum. Die Bundesregierung hat nun angekündigt, die Medikamentenforschung mit zunächst 50 Millionen Euro zu stützen. Ein Überblick über den Stand der Forschung.

    Bei Medikamenten gegen das Virus Sars-CoV-2 beziehungsweise die daraus entstehende Erkrankung Covid-19 gilt bei zahlreichen Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen das Prinzip "trial and error". Es wird experimentiert, ausprobiert, häufig wieder verworfen. So wie Remdesivir, ein Medikament, das ursprünglich gegen Hepatitis C und Ebola eingesetzt wurde und wird, und eine zeitlang als beste Waffe gegen die schlimmsten Auswirkungen von Covid-19 in Betracht gezogen wurde. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigte jedoch in breitangelegten Studien, dass Remdesivir keinen größeren positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf habe. Ein neuer Bericht macht zwar wieder Hoffnung, dass das Mittel in bestimmten klinischen Fällen doch eine gewisse Wirkung zeigen könnte, aber eine weiter gefasste Untersuchung mit mehr Probanden fehlt bislang. Auch andere Medikamente wie das Cortisonpräparat Dexa-Methason, das sonst bei Multipler Sklerose oder Hirntumoren eingesetzt wird, hat in größeren Feldstudien im Einsatz gegen Covid-19 enttäuscht.

    Was also tun, wenn Infizierte schwere Krankheitssymptome entwickeln, wie verhindern, dass das Gesundheitssystem durch die steigende Zahl schwerkranker Covid-Patienten überlastet wird und an seine Kapazitätsgrenzen kommt? Mut machen verschiedene Studien, die im Dezember öffentlich wurden. Es handelt sich in den meisten Fällen um Präparate, die nicht speziell für die Behandlung von Covid-19 zugelassen sind, aber offensichtlich Wirkung zeigen. Dazu gehören zum Beispiel blutverdünnende Medikamente.

    Aspirin gegen Covid-19?

    Ein Arzneimittel, das in nahezu jeder Hausapotheke vorhanden ist, macht Hoffnung, eine der häufigsten Todesursachen - Thrombosen, also Blutgerinnsel - im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung zu verhindern: Aspririn. US-amerikanische Forschende haben ASS, also Acetyl-Salicylsäure, besser bekannt als Aspirin, bei Covid-19-Patienten angewandt. Der Blutverdünner verhinderte in hoher Dosierung effektiv die Gerinnung des Bluts bei Personen, die lange Zeit liegen mussten, beispielsweise, weil sie intensivmedizinisch behandelt wurden. Im Fachmagazin Journal of the American College of Cardiology fasst die Forschungsgruppe die Studie zusammen. Ein Ergebnis: Sowohl therapeutische als auch prophylaktische Dosen von gerinnungshemmenden Medikamenten reduzierten die Sterblichkeit um etwa 50 Prozent im Vergleich zu Patienten, die keine Blutverdünner erhielten. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Covid-19-Patienten an Beatmungsgeräte angeschlossen werden mussten, war den Studienergebnissen zufolge deutlich reduziert.

    Grippemedikament soll die Übertragung von Coronaviren stoppen

    Einen anderen Ansatz verfolgt das Grippemedikament mit der komplexen Bezeichnung MK-4482/EIDD-2801. US-amerikanische Forscher gehen davon aus, dass das Mittel auch beim Menschen die Verbreitung von Coronaviren im Körper stoppen kann. Das Forscherteam aus Atlanta hat im Fachblatt Nature Microbiology eine Studie veröffentlicht, die nachweist, dass das Medikament innerhalb von 24 Stunden die Übertragung von Coronaviren ausbremst. Das Mittel wird auch Molnupiravir genannt. Die Wissenschaftler haben das Mittel an Frettchen ausprobiert. Die Tiere bekamen Molnupiravir zweimal täglich verabreicht - dadurch wurde die Sars-CoV-2-Belastung in den oberen Atemwegen deutlich nachweisbar reduziert, und die Ausbreitung auf unbehandelte Kontakttiere wurde unterbunden. Sollte sich zeigen, dass die Wirksamkeit beim Menschen ähnlich ist, dann wären Covid-19-Erkrankte nach der Einnahme des Medikaments innerhalb von 24 Stunden nicht mehr ansteckend.

    Deutsches Unternehmen setzt auf ein "Pförtner"-Präparat

    Das Virus an der Ausbreitung im Körper zu hindern, ist die eine Möglichkeit - es gar nicht erst in den Organismus vordringen zu lassen, eine andere. Auf diese Idee setzt das Biopharma-Unternehmen Formycon in der Nähe von München. Ein sogenannter Blocker könnte eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern: FYB207 heißt das Mittel, und es nutzt dem Unternehmen zufolge die Eigenschaft von Coronaviren, über einen Rezeptor auf der Oberfläche menschlicher Körperzellen einzudringen oder sich weiter zu verbreiten. Dieser Rezeptor wird durch das Mittel blockiert - und damit auch die Pforte in den Organismus. Es ist ein sogenanntes Antikörper-Fusionsprotein, das da zum Einsatz kommen könnte, und das sich den Forschungsergebnissen zufolge effektiv an Sars-Coronaviren bindet.

    Der Vorsitzende von Formycon, Brockmeyer, sieht vor allem für schwer erkrankte Covid-19-Patienten eine Chance, einen milderen Verlauf zu durchleben. "Dadurch haben auch (diese) Patienten eine Behandlungsmöglichkeit", so Brockmeyer im Gespräch mit tagesschau.de. "Wir blockieren die Eintrittspforte, die das Virus nutzt, um in die Zellen einzudringen. Das bietet einen maximalen Schutz vor Mutationen. So beugen wir auch künftigen Coronavirus-Epidemien vor", betont Brockmeyer.

    Bis das Medikament allerdings Marktreife erlangt, kann es noch dauern: Das Unternehmen rechnet frühestens in zwei Jahren mit einer Zulassung. Erste Gespräche mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA sollen Anfang nächsten Jahres geführt werden.

    Geld für mehr Forschungsarbeit

    Die Bundesregierung setzt in der Pandemie-Bekämpfung neben dem Einsatz von Impfstoffen nun auch zunehmend auf Medikamente für Covid-19-Patienten. Bundesforschungsministerin Karliczek sagte, man müsse damit rechnen, dass selbst bei einer hohen Impfrate Menschen weiter an Covid-19 erkrankten. Für diese Patienten brauche es "neue Therapieoptionen", die in den unterschiedlichen Stadien der Infektion eingesetzt werden könnten. Es gebe bereits einige erfolgversprechende Ansätze. Gefördert werden bis Ende des Jahres 2023 sowohl die Entwicklung von Arzneimitteln als auch deren klinische Prüfung.

    (Stand: 06.01.2021)

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  • Covid-19Wie ist die Lage in den Krankenhäusern?

    Die Zahl der Corona-Infektionen bleibt auf einem hohen Niveau. Mehr Menschen müssen in Krankenhäusern behandelt werden, einige von ihnen auf der Intensivstation. Mediziner befürchten, dass deren Zahl trotz des Lockdowns zunächst hoch bleibt.

    Der neue Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Marx, begrüßte die Beschlüsse von Bund und Ländern (mehr dazu hier). Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Marx, er sei "sehr froh" über die Entscheidung. Die Kliniken seien "wirklich voll und die Intensivstationen auch".

    Nach DIVI-Angaben wurden zuletzt 5.161 Covid-19-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen behandelt. Knapp 58 Prozent von ihnen wurden invasiv beatmet. Laut DIVI-Intensivregister sind in Deutschland derzeit 24.269 Intensivbetten registriert, davon belegt sind 20.605. Allerdings stehe noch eine sogenannte Notfallreserve von mehr als 10.000 Intensivbetten zur Verfügung. Diese ließen sich innerhalb von sieben Tagen zusätzlich aufstellen. (Stand: 13.1.)

    Regionale Unterschiede - Kleeblatt-Konzept soll bei Verteilung helfen

    Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens waren in Sachsen zwischenzeitlich die Intensiv-Kapazitäten knapp. Für die mögliche Verteilung von Patienten wurden laut Sozialministerium Leitstellen eingerichtet. Diese sollen die Kapazitäten der Krankenhäuser überwachen. Kommt es zu einer Auslastung aller sächsischen Kliniken, dann werden Patienten in Kliniken anderer Bundesländer verlegt.

    Beim sogenannten Kleeblatt-Konzept ist Deutschland in fünf Regionen eingeteilt worden, innerhalb derer dann Patienten verteilt werden sollen. Sachsen gehört mit Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg zur Region Ostdeutschland.

    In den Ländern ist die Situation unterschiedlich. In Schleswig-Holstein ist der Anteil der freien Betten mit 23,9 Prozent am höchsten. In Berlin sind dagegen nur noch 10,4 Prozent der Intensivbetten frei. Damit verzeichnet die Hauptstadt im Ländervergleich den derzeit niedrigsten Wert. (Stand: 13.1.)

    Engpass beim Personal

    Unklar ist allerdings, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung stehe. Das war auch bereits vor der Corona-Pandemie der Fall.

    Pflegepersonal auf Intensivstationen hat eine spezielle Ausbildung und kann nicht einfach durch andere Pflegekräfte ersetzt werden. Der Personalmangel werde dadurch verschärft, dass sich auch viele Mitarbeiter im privaten Umfeld infizierten und dann für die Arbeit ausfielen.

    (Stand: 13.1.)

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  • CoronaWie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht

    In Deutschland wird seit Wochen debattiert, ob zur Eindämmung der Pandemie mehr von zu Hause gearbeitet werden kann. In Berufen, in denen das nicht möglich ist, geht es um sichere Arbeitsbedingungen vor Ort. Wie ist der Status Quo, und was wäre möglich und sinnvoll?

    Weil sich das Coronavirus weiter rapide verbreitet, gelten für viele Bereiche des Landes weitreichende Beschränkungen: Kultur, Breitensport und Freizeitangebote sind geschlossen, genau wie Friseursalons und weite Teile von Gastronomie und Einzelhandel. In den meisten anderen Berufen wird jedoch weitergearbeitet wie zuvor. Deshalb hat in den vergangenen Wochen die Debatte an Fahrt aufgenommen, inwieweit die Wirtschaft stärker bei der Eindämmung des Virus in die Pflicht genommen werden sollte.

    Wie ist die aktuelle Gesetzeslage?

    In den Corona-Schutzverordnungen der Länder werden einige Arbeitsstätten wie die bereits erwähnten Friseursalons, Restaurants und Läden explizit genannt. Universelle Regeln wie der Mindestabstand gelten grundsätzlich auch an jeder Arbeitsstätte – darüber hinaus gibt es jedoch kaum verbindliche Regeln für den Infektionsschutz am Arbeitsplatz.

    Die aktuelle Corona-Schutzverordnung im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen zum Beispiel sieht lediglich vor, dass "nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden möglichst vermieden, allgemeine Hygienemaßnahmen umgesetzt und die Infektionsrisiken (...) minimiert werden". Handwerker und Dienstleister werden angehalten, "auf eine möglichst kontaktarme Erbringung zu achten". In der Verordnung gelten "bei zwingenden Zusammenkünften zur Berufsausbildung" explizite Ausnahmen für den Mindestabstand von 1,5 Metern. Mehrere Passagen verpflichten in unterschiedlichen Situationen zum Tragen einer Maske.

    Ein Vorstoß von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), wonach Arbeitnehmende mit entsprechenden Berufsbildern einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice erhalten sollten, scheiterte am Widerstand des Koalitionspartners, der Union. Ein überarbeiteter Entwurf sieht nun nur noch das Recht vor, mit dem Arbeitgeber ein Gespräch zum Thema Homeoffice einzufordern.

    Welche Argumente werden diskutiert?

    Die Gewerkschaften wollen sich damit nicht zufrieden geben: Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, unterstrich die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Homeoffice. Wo es die Möglichkeit gebe, zuhause zu arbeiten, müssten Arbeitnehmer auch einen Anspruch darauf haben, sagte er im Deutschlandfunk.

    Arbeitsminister Heil appellierte an die Unternehmen, Homeoffice zu ermöglichen: "Willkürlich Homeoffice zu verweigern, wäre jetzt unverantwortlich", sagte er im NDR. Dort, wo kein Homeoffice möglich sei, müssten die Hygiene-Auflagen strikt eingehalten werden, mahnte der Minister. Sonst könne er einen Stillstand auch in der Produktion nicht ausschließen.

    In der Opposition mehren sich die Stimmen, die eine weitestmögliche Dezentralisierung der Arbeit fordern. "Millionen Beschäftigte sind täglich von Infektionen bedroht, weil Schutzmaßnahmen in Unternehmen nicht ausreichen, ohne Not Präsenzpflicht eingefordert wird oder Risiken durch die Anfahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mitgedacht werden", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dem "Tagesspiegel". Beim Kampf gegen das Virus gehörten Wirtschaft und Arbeitswelt ins Zentrum.

    Anfang Januar bat die Berliner Grünen-Politikerin Laura Dornheim unter dem Hashtag #MachtBürosZu ihre Follower in sozialen Medien um Angaben, wie es um Präsenzpflicht und Infektionsschutz bei ihren Unternehmen bestellt ist. Eine Liste mit in dieser Hinsicht vorbildlichen Arbeitgebern machte sie öffentlich; die Negativ-Liste wollte sie mit Blick auf mögliche juristische Folgen nicht selbst veröffentlichen.

    Von Arbeitgeberseite wird mit dem starken wirtschaftlichen Druck gegen härtere Corona-Maßnahmen in den Betrieben argumentiert. "Wir müssen die Menschen pandemiegeschützt so gut es geht in Brot und Arbeit halten. Nur mit Wertschöpfung können wir unsere Sozialsysteme am Leben halten, die im Moment alle versorgen", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das Land müsse am Laufen gehalten, Insolvenzen sollten vermieden werden. "Sie können doch nicht alle Betriebe schließen", sagte Dulger.

    Wie viel Homeoffice ist überhaupt möglich?

    In Deutschland könnten laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rund 40 Prozent der Erwerbstätigen von zu Hause arbeiten. Einer Studie des Deutschen Jugendinstituts zufolge liegt das Potenzial bei 56 Prozent, unter den Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss sogar bei 86 Prozent.

    Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom arbeiteten im Dezember 25 Prozent der Beschäftigten, also 10,5 Millionen Berufstätige, ausschließlich im Homeoffice. Auf weitere 20 Prozent (8,3 Millionen) trifft dies zumindest teilweise zu. Diese Werte liegen durchweg höher als die Angaben des Statistischen Bundesamts aus der Zeit der ersten Pandemie-Welle, als demnach 24 Prozent von zu Hause arbeiteten. Allerdings ist unklar, ob die Daten direkt miteinander vergleichbar sind.

    Öffentlich wurde zuletzt häufiger behauptet, unter anderem von Arbeitsminister Heil, dass nach subjektiver Einschätzung derzeit weniger Gebrauch von Heimarbeit gemacht werde als im Frühjahr 2020. Eine Erhebung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung stützt diese These: Demnach haben im November lediglich 14 Prozent der deutschen Erwerbstätigen im Homeoffice gearbeitet. Beim ersten "Lockdown" im April waren es der Stiftung zufolge noch 27 Prozent.

    Wie groß ist der politische Handlungsbedarf?

    Wie groß die Ansteckungsgefahr an der Arbeitsstätte bleibt, ist nicht gesichert: Laut den Lageberichten des Robert Koch-Instituts (RKI) waren in den Wochen vor Weihnachten jeweils rund 1.000 Ansteckungen auf den Arbeitsplatz zurückzuführen - jedoch weist das RKI darauf hin, dass nur etwa ein Sechstel der insgesamt gemeldeten COVID-19-Fälle überhaupt einem Ausbruch zugeordnet werden könne.

    Noch mehr Informationen rund um das Thema Homeoffice in der Pandemie finden Sie hier.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
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    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
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    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • Covid-19Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus?

    In Großbritannien und Südafrika haben sich Mutationen des Coronavirus verbreitet. Vor allem die britische Variante ist inzwischen in vielen weiteren Ländern nachgewiesen worden. Politik und Wissenschaft sind aufmerksam bis alarmiert - auch die verschärften Maßnahmen in Deutschland wurden zum Teil mit den neuen Varianten begründet. Doch wie gefährlich sind diese überhaupt? Darüber gibt es inzwischen mehr Erkenntnisse.

    Um welche Mutationen geht es?

    Dass Viren ständig mutieren, ist lange bekannt. Sars-CoV-2 ist keine Ausnahme und - verglichen etwa mit Grippeviren - eher langsam darin, überlebensfähige Varianten zu entwickeln. Auch hier sind inzwischen weltweit Varianten des Corona-Virenstamms bekannt, der zu Beginn der Pandemie beschrieben wurde. Die meisten davon haben keinen entscheidenden Einfluss auf die Ausbreitung des Virus.

    Das ändert sich, wenn durch eine oder mehrere Mutationen ein Virustyp entsteht, der dem Erreger selektive Vorteile verschafft: etwa, indem er ansteckender, also schneller übetragbar wird, oder indem er die Fähigkeit entwickelt, dem Immunsystem auszuweichen, das ihn bekämpft. Man spricht dann von einer bedenklichen Variante, einer "Variant of Concern", kurz VOC. In diesem Zusammenhang stehen zurzeit vor allem zwei Varianten von Sars-CoV-2 im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit:

    Die erste wurde in Großbritannien entdeckt und wird VOC 2020/12/01 oder B.1.1.7 genannt. Sie hat mehrere Mutationen angesammelt. Es gibt inzwischen Belege dafür, dass sie deutlich ansteckender ist als die bislang vorherrschende Variante. Die britische Regierung teilte zunächst mit, die Mutation sei bis zu 70 Prozent ansteckender - eine Zahl, die der Virologe Drosten im Deutschlandfunk als "Schätzwert" einstufte. Erstens Erkenntnissen zufolge scheinen Menschen, die sich mit B.1.1.7 angesteckt haben, mehr Virus zu produzieren - was eine Ansteckung erleichtern könnte. Gesicherte Studien aber gibt es dazu noch nicht, wie der Wissenschaftsjournalist Volkart Wildermuth im DLF betonte.

    Die höhere Übertragbarkeit beruht nach heutigen Erkenntnissen im Wesentlichen auf einer Mutation des sogenannten Spike-Proteins, das an bestimmte Zellen im menschlichen Körper andockt. Weltweit wurde diese Variante nach Angaben des "European Center for Disease Prevention and Control", ECDC, in mindestens 26 Ländern nachgewiesen, auch in Deutschland (Stand 4.1.). Hinweise auf einen schwereren Krankheitsverlauf gibt es bislang nicht.

    Eine zweite Mutation wurde bei genetischen Untersuchungen in Südafrika entdeckt. Das ECDC führt sie unter der Bezeichnung 501.V2. Auch diese Variante wurde inzwischen in anderen Ländern nachgewiesen, darunter Großbritannien und Frankreich. In Südafrika ist diese Virusvariante inzwischen für die meisten Ansteckungen verantwortlich. Auch hier gibt es laut ECDC bislang keine Hinweise darauf, dass sie einen schwereren Krankheitsverlauf verursacht.

    Was bedeutet das für die Entwicklung der Pandemie?

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen ein Risiko in der mutmaßlich höheren Übertragbarkeit der Virusvarianten. Wenn sich mehr Menschen anstecken, könnte es in der Folge zu einer größeren Zahl von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen kommen, etwa, weil sich auch mehr Angehörige von Risikogruppen infizieren. Das durch die Einschleppung der beiden bedenklichen Virusvarianten verursachte Risko sei deshalb als hoch einzustufen, schreibt das ECDC. Die Forschenden warnen außerdem vor einer Überlastung der Gesundheitssysteme in den jeweiligen Ländern.

    Auch Bund und Länder begründen die kürzlich beschlossene Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen unter anderem mit dem Verweis auf die Mutationen des Virus, die man "mit Besorgnis" betrachte. In der australischen Stadt Brisbane wurde jüngst ein "Express-Lockdown" verhängt, um die rasante Ausbreitung der veränderten Virusvariante einzudämmen - mehr als zwei Millionen Menschen müssen dort mindestens drei Tage lang in ihren Häusern bleiben. Auch Politiker in Deutschland, etwa der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach und Kanzleramtschef Braun, warnten vor noch drastischeren Maßnahmen hierzulande, die aufgrund der Mutationen auf uns zukommen könnten.

    In Großbritannien gibt es Hinweise darauf, dass die neue die bekannte Virusvariante verdrängt. Nach Angaben der britischen Behörden waren im Dezember 60 Prozent der Neuinfektionen in London durch die neue Virus-Variante verursacht worden.

    Nachweise der Mutation sind nur möglich, wenn der Genpool des Virus vollständig analysiert wird. In Deutschland ist das aber nicht standardmäßig der Fall. In Großbritannien hingegen werden fünf bis zehn Prozent aller Virusproben vollständig analysiert.

    Benötigen wir neue Impfstoffe?

    Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt offenbar auch vor den beiden neuen Varianten des Coronavirus. Das geht aus einer Laborstudie des Herstellers Pfizer und der University of Texas hervor, die auf Servern für Forscher im Internet veröffentlicht wurde. Eine Überprüfung der Ergebnisse durch unabhängige Wissenschaftler steht allerdings noch aus.

    Dass die Impfstoffe nun ihre Wirksamkeit einbüßten, sei nicht zu erwarten, schreibt DLF-Wissenschaftsjournalist Arndt Reuning in einem Kommentar. Es könnte sein, dass manche Antikörper an den mutierten Stellen des Virus weniger gut binden. Aber durch eine Impfung lerne das Immunsystem, den Erreger an verschiedenen Teilen zu erkennen. Und jenseits der Antikörper reagiere die Immunabwehr außerdem auch mit weißen Blutkörperchen auf Eindringlinge. Gerade dieser Arm des Immunsystems lasse sich von mutationsbedingten Veränderungen eines Erregers weniger stark beeindrucken.

    Pessimistischere Töne kommen dagegen aus Großbritannien. Verkehrsminister Shapps sprach von einer "sehr großen Besorgnis unter den Wissenschaftlern", dass Impfstoffe auf die südafrikanische Variante des Virus nicht in gleicher Weise ansprechen könnten wie bei der Ursprungsform.

    Derzeit führt Biontech Tests mit der neuen Variante und seinem Impfstoff durch. Biontech-Gründer Sahin sagte auf einer Pressekonferenz, "dass die Immunreaktion durch dieses Vakzin auch mit dem neuen Virus umgehen kann". Zudem lassen sich, darauf weisen sowohl Sahin als auch Mertens hin, mRNA-Impfstoffe wie von Biontech oder Moderna leicht an Mutationen anpassen. Ein solcher angepasster Impfstoff müsse dann allerdings neu zugelassen werden.

    (Stand: 9.1.21)

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    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
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  • Covid-19Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben

    Derzeit gibt es etwa in Sachsen besonders viele Corona-Fälle. Daten zur Corona-Ausbreitung und zum Wahlverhalten legen nahe, dass sich das Virus derzeit besonders in Gebieten mit großer AfD-Anhängerschaft verbreitet. Was dafür spricht - und was nicht.

    Der "Tagesspiegel" aus Berlin hat vor einigen Tagen eine Deutschlandkarte veröffentlicht, auf der man die Corona-Zahlen und die Wählerstimmen für die AfD vergleichen kann. Die Übereinstimmung vieler besonders stark vom Virus betroffenen Regionen in Deutschland ist offensichtlich. Auf den ersten Blick liegt der Schluss nahe, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen den beiden Faktoren Wahlverhalten und Corona-Infektionszahlen geben könnte.

    Die Erklärung könnte darin liegen, dass die AfD als einzige Partei die Corona-Maßnahmen weitgehend ablehnt. Wenn ihre Anhänger die Regeln also ablehnen und dann auch weniger einhalten als andere, könnte das ein Faktor für eine höhere Ansteckungsrate sein.

    Forscher Quent: Noch keine Kausalität nachgewiesen

    Der Direktor des Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, Matthias Quent, konnte in einer Analyse der Daten eine solche Korrelation feststellen - und zwar nicht nur für Sachsen, sondern für nahezu alle Bundesländer. Das Ergebnis sei so deutlich, dass er selbst davon überrascht gewesen sei, sagte Quent. Der Forscher betonte aber, dass damit noch keine Kausalität nachgewiesen ist. Es könne andere Faktoren geben, die den Effekt erklären - etwa die Bevölkerungsstruktur oder der Zustand des Gesundheitswesens. Quent will diesen Fragen weiter nachgehen.

    Überzeugt von einem Kausalzusammenhang ist der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU). Die AfD leugne Corona ja weitgehend, sagte er. Und wenn sich deren Anhänger dann entsprechend verhielten, sei das für das Virus wie ein Geschenk.

    Ein Viertel der AfD-Anhänger hält Pandemie für Verschwörung

    Weitere Daten, die einen möglichen Zusammenhang nahelegen, kommen aus einer Umfrage im Auftrag der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Demnach hält es eine deutliche Mehrheit der AfD-Anhänger für wahrscheinlich, dass es sich bei der Corona-Pandemie um eine Verschwörung handelt. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bejahten 24 Prozent der AfD-Anhänger die Aussage, wonach es sich bei der Pandemie um eine "Verschwörung zur Unterdrückung der Menschen" handele. Weitere 41 Prozent der AfD-Anhänger halten das zumindest für wahrscheinlich. Anhänger anderer Parteien sehen die Pandemie deutlich seltener als Verschwörung. Unter allen Befragten waren sich fünf Prozent sicher, dass es sich um eine Verschwörung zur Unterdrückung der Menschen handelt, neun Prozent hielten dies für wahrscheinlich.

    Eine Fallstudie der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung von Anfang November untersuchte den Umgang der AfD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg mit Verschwörungstheorien rund um die Corona-Pandemie. Dabei zeigte sich, dass die Fraktion während der ersten Welle im Frühjahr keine Verschwörungstheorien verbreitete. Sie spitzte ihre Rhetorik erst dann verschwörungstheoretisch zu, als sich mit dem Aufkommen der bundesweiten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen - etwa von der Initiative Querdenken - ein "Gelegenheitsfenster" bot, schreibt die Autorin. Dieser abrupte rhetorische Wechsel zeige, dass die AfD-Landtagsfraktion verschwörungstheoretische Rhetorik strategisch einsetze, um neue Zielgruppen zu erschließen, hieß es.

    Ähnlicher Effekt in den USA festgestellt

    In den USA hatten Forschende bereits eine ähnliche Beobachtet gemacht. Im Magazin "Science" erläuterten sie, dass es einen starken Zusammenhang zwischen der Bindung an eine Partei und der Bereitschaft gibt, sich an soziale Distanzierungsmaßnahmen zu halten. Demnach sind Wähler der Republikaner weniger gewillt, wegen der Corona-Pandemie auf Kontakte zu verzichten. Und diese Haltung hat sich in den Monaten der Ausbreitung des Virus sogar verstärkt.

    Zahlreiche Einflussfaktoren auf Infektionsgeschehen

    Klar ist, dass nicht allein die politische Ausrichtung der Einwohner das Infektionsgeschehen vor Ort bestimmt. Im Fall von Sachsen dürfte etwa auch die Nähe zu Tschechien und Polen Einfluss auf die Infektionszahlen haben. Zudem hängt das Infektionsgeschehen von den vor Ort getroffenen Maßnahmen ab. Einfluss haben auch - gerade in kleineren Orten - Superspreading-Events etwa bei Familienfeiern oder Ausbrüche in Pflegeheimen. Zudem kann die Altersstruktur der Bevölkerung das Infektionsgeschehen und die Belegung der Krankenhäuser bestimmen.

    (Stand: 17.12.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
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    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Was sind Aerosole?

    Aerosole sind feste oder flüssige Partikel, die so klein sind, dass sie kaum noch der Schwerkraft unterliegen. Diese kleinsten Teilchen sinken, anders als die beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen, nicht schnell zu Boden, sondern schweben deutlich länger in der Luft - teilweise Minuten oder sogar Stunden. Also kann jemand, der nach einem Infizierten einen nicht gelüfteten Raum betritt, sich anstecken. Außerdem können Tröpfchen nicht so stark eingeatmet werden wie Aerosole. Meistens bleiben sie eher in den oberen Atemwegen, während Aerosole tief in die Lunge eindringen können.

    Bei einigen Krankheiten ist bekannt, dass sie zum Teil auf diesem Weg übertragen werden, zum Beispiel Tuberkulose. Ein direkter Kontakt zu einem Infizierten ist also nicht notwendig, um sich anzustecken.

    Welche Erkenntnisse gibt es dabei in Bezug auf das Coronavirus?

    Zunächst spielte eine mögliche Infektion durch Aerosole kaum eine Rolle in der Betrachtung. Allerdings haben Mediziner weltweit Corona-Ausbrüche genauer analysiert. Und nach und nach stellten sie fest, dass es für zahlreiche Ausbruchsgeschehen kaum eine andere Erklärung geben konnte als eine Infektion über Aerosole.

    Davon kann man allerdings erst sprechen, wenn Personen sehr weit voneinander entfernt waren und sich trotzdem infiziert haben. Ersten Hinweisen darauf gingen chinesische Forscher nach, die Infektionsketten in einem Restaurant in Wuhan nachgingen - der Stadt, in der das Virus zum ersten Mal auffällig wurde. Dort waren Gäste am Coronavirus erkrankt, die an verschiedenen, weit voneinander entfernten Tischen gesessen und auch sonst keine gemeinsamen Wege oder Begegnungen hatten.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation sieht inzwischen Aerosole als wichtigen Übertragungsweg des Virus an. Das hat zumindest mittelfristig Auswirkungen auf die Empfehlungen zum Gesundheitsschutz.

    Aufenthalt in schlecht belüfteten Räumen erhöht Risiko

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Übertragung im Umkreis von mehr als acht Metern

    Dass Aerosole eine sehr große Reichweite und Verweildauer in der Atemluft haben, hat auch das Ausbruchsgeschehen in Schlachtbetrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vor Wochen gezeigt: Das Helmholtz-Institut für Infektionsforschung veröffentlichte im Juli erste Ergebnisse einer Studie über den Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Demnach hat ein Mitarbeiter in der Rinderzerlegung das Virus im Mai auf mehrere Personen übertragen, und zwar im Umkreis von mehr als acht Metern. Die Studie habe auch gezeigt, dass die Wohnsituation der Arbeiter keine wesentliche Rolle gespielt habe, so die Forscher.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Dominanter Infektionsweg über Aerosole?

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich unter Forschungsleitung von Martin Kriegel intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Man könne das Risiko halbieren, wenn man doppelt so viel Luft hereinbringe, sagte Kriegel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Spahn. Auch eine geringere Aufenthaltsdauer vermindere das Infektionsrisiko: "Wenn wir die halbieren, halbieren wir das Risiko auch."

    "Allerdings ist die Fensterlüftung nicht verlässlich", sagte Kriegel im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Denn man wisse im Einzelfall nicht, wie viel Luft durch das Fenster gelange. Die Effektivität der Fensterlüftung hänge davon ab, wie stark der Wind draußen wehe und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen sei.

    "Viele Leute denken, wenn es drinnen kalt ist, ist die Luft frisch im Innenraum. Das stimmt nicht. Man müsste also immer in regelmäßigen Abständen die Fenster komplett öffnen. Denn durch ein gekipptes Fenster gelangt nicht wirklich viel Luft herein." Das sei vor allem nun, in der kälteren Jahreszeit, eine große Herausforderung. "Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnen würde, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren", haben der Forscher und sein Team festgestellt.

    Gefahrenquelle Schulunterricht?

    Vor dem Hintergrund seiner Berechnungen und der Tatsache, dass die Schulen ebenfalls mit sinkenden Außentemperaturen zu tun haben werden, empfiehlt Kriegel: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert der Forschungsleiter dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 10.10. 2020)

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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit können helfen, diese Frage zu beantworten. Doch auch dabei gibt es Schwierigkeiten.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen mehr gestorben sind im Vergleich zu durchschnittlichen Parametern. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte. Dieses Mehr an Toten ist die Übersterblichkeit.

    Welche Erkenntnisse zur Übersterblichkeit der vergangenen Monate gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht schon seit einiger Zeit konkrete Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. In den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres zeigte sich demnach kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen. Die Grippewelle fiel 2020 im Vergleich zu den Vorjahren moderater aus. Im März 2018 - in einem Jahr, in dem die Grippewelle besonders heftig war - starben zum Beispiel 107.100 Menschen. Im März 2019 waren es 86.500, im März 2020 87.100. Wie das Statistische Bundesamt erklärt, könnten die Sterbefallzahlen in der Grippezeit auch ohne Corona-Pandemie stark schwanken.

    Im April 2020 lagen die Zahlen allerdings deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, mit einem Plus von zehn Prozent. In den Folgemonaten bewegten sich die Sterbefallzahlen dann zunächst wieder etwa im Durchschnitt.

    Sterbefallzahlen im Dezember überdurchschnittlich hoch

    Zuletzt verzeichneten die Behörden jedoch wieder einen Anstieg. So lag dem Statistischen Bundesaamt zufolge die Zahl der Todesfälle in Deutschland in der Woche vom 7. bis 13. Dezember 2020 deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. In der 50. Kalenderwoche starben vorläufigen Ergebnissen zufolge mindestens 22.897 Menschen, das sind 23 Prozent oder 4.289 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, wie das Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

    Besonders auffällig sei die Entwicklung weiterhin in Sachsen, das besonders stark von der Pandemie betroffen ist. In der 50. Kalenderwoche lag die Zahl dort 88 Prozent beziehungsweise 970 Fälle über dem Durchschnitt der Vorjahre, wie das Bundesamt mitteilte. Aus Brandenburg sei eine Zunahme um 34 Prozent (211 Fälle) und aus Thüringen um 35 Prozent (204 Fälle) gemeldet worden.

    Die Zahl der bestätigten Covid-19-Todesfälle steige seit Anfang Oktober von Woche zu Woche deutlich an - in der 50. Kalenderwoche waren es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 3.595, 598 Fälle mehr als noch in der Vorwoche. In der 49. Kalenderwoche hatte die Übersterblichkeit 18 Prozent betragen.

    Eine Untersuchung des in München ansässigen ifo-Instituts kommt zu dem Schluss, dass besonders die Altersgruppen der 60- bis 79-Jährigen sowie der über 80-Jährigen von einem Anstieg der Sterblichkeit in der Corona-Pandemie betroffen sind. Die Sterblichkeit jüngerer Menschen sei dagegen bis in den November hinein nicht höher gewesen als üblich. Zudem weist das Institut darauf hin, dass etwa die Hälfte der Übersterblichkeitsfälle in den beiden Corona-Wellen gegenüber den Vorjahren darauf zurückzuführen sei, dass mehr Menschen ein höheres Alter erreicht hätten.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen europäischen Ländern?

    Europaweit wurde den Statistikern zufolge zuletzt eine außergewöhnlich hohe Übersterblichkeit für die Schweiz und Slowenien gemeldet. Eine sehr hohe oder hohe Übersterblichkeit verzeichneten Italien, Österreich und Portugal. Die italienische Statistikbehörde Istat hatte Mitte Dezember gemeldet, dass man einer Prognose zufolge in Italien 2020 so viele Tote verzeichnet habe, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Einen aktuellen Überblick über die Lage in den unterschiedlichen Ländern liefert das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen.

    Russland registriert Rekord

    Die Übersterblichkeit in Russland lag zwischen Januar und November 2020 nach Regierungsangaben bei mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rund 81 Prozent der zusätzlichen Todesfälle seien auf Corona zurückzuführen. Die Zahl der Corona-Toten ist demnach mehr als doppelt so hoch wie zunächst bekanntgegeben. Seit Beginn der Pandemie seien im Land mehr als 115.000 Menschen mit dem Virus gestorben, erklärte Vizeregierungschefin Golikowa im Staatsfernsehen. Bei mehr als 70.900 davon sei der Tod ausschließlich auf Covid-19 zurückzuführen.

    Hohe Übersterblichkeit in den USA

    Im Oktober 2020 veröffentlichte die Gesundheitsbehörde CDC eine Untersuchung zur Übersterblichkeit in den USA. Anfang Oktober verzeichneten die USA in den offiziellen Statistiken rund 200.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Laut der CDC-Berechnung gab es 2020 bis dahin eine Übersterblichkeit von knapp 300.000 Menschen. Rund zwei Drittel der Fälle seien sicher auf Covid-19 zurückzuführen, hieß es von der CDC. Bei weiteren Todesfälle geht die CDC davon aus, dass die Todesursache zum Teil fälschlicherweise bei anderen Krankheiten gesehen wurde.

    Die Studienautoren erklärten die allgemeine Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war. Die höchste Übersterblichkeit, beinahe 95.000 Todesfälle, wurde in der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen registriert.

    Übersterblichkeit unter Weißen Amerikanern deutlich geringer

    Die Übersterblichkeitsrate bei Latinos und Schwarzen nahm um etwa 54 beziehungsweise 33 Prozent zu, die der asiatisch-stämmigen Amerikanern um etwa 37 Prozent. Die Übersterblichkeitsrate unter weißen Bürgerinnen und Bürgern lag demnach bei zwölf Prozent. Diese Diskrepanz wird vielfach damit erklärt, dass weiße Amerikaner oft wirtschaftlich bessergestellt sind und damit bessere Zugänge zu medizinischer Versorgung haben.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Unklar ist derzeit unter anderem, welche Effekte zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen und Anti-Corona-Maßnahmen auf die Todeszahlen haben. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke schlechter versorgt würden. Auch zeigten die vergangenen Monate, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben. Auch das werde zu mehr Todesfällen führen, haben Ärzte vielfach gewarnt.

    (Stand 09.01.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 14.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 13.01.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 13.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen, die regelmäßig aktualisiert werden. Dabei orientiert es sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, wo die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus besonders hoch ist. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den Risikogebieten zusammengestellt.

    Laut Auflistung des Robert Koch-Instituts gibt es folgende Risikogebiete.

    Benelux-Region

    Laut RKI gelten die gesamten Niederlande (inklusive autonomer Länder) als Risikogebiet. Auch ganz Belgien und ganz Luxemburg sind inzwischen (wieder) Risikogebiete.

    Frankreich

    Kontinentalfrankreich gilt als Risikogebiet - ausgenommen ist die Insel Korsika. Auch die französischen Überseegebiete Französisch-Guyana, Französisch-Polynesien und St. Martin gelten als Risikogebiete.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist ganz Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal als Risikogebiet aus. In Ungarn wurde inzwischen das gesamte Land zum Corona-Risikogebiet erklärt.

    Island

    Die gesamte Region Island gilt derzeit nicht mehr als Risikogebiet.

    Schweiz

    Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Schweiz.

    Großbritannien und Irland

    Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Gibraltar zählen als Risikogebiet. Ausgenommen sind die weiteren Überseegebiete Isle of Man und die Kanalinseln. Hier gilt nur die Insel Jersey als Risikogebiet. Auch ganz Irland ist Risikogebiet.

    Spanien, Portugal und Gibraltar

    Ganz Spanien gilt als Risikogebiet. Auch das an Spanien grenzende britische Überseegebiet Gibraltar steht auf der Liste. In Portugal gilt nun das gesamte Land als Risikogebiet, ebenso die autonomen Azoren.

    Italien

    Inzwischen gilt auch ganz Italien als Risikogebiet. Das gilt auch für den Vatikan.

    Tschechien und Slowakei

    Ganz Tschechien gilt ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Gleiches gilt für die Slowakei.

    Slowenien und Kroatien

    Kroatien gilt nun ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Ebenso ist es im benachbarten Slowenien.

    Türkei und Griechenland

    Von Reisen in die Türkei wird abgeraten. In Griechenland gelten die folgende Regionen derzeit als Risikogebiete: Westmakedonien, Westgriechenland, Attika, Zentralmakedonien, Ostmakedonien und Thrakien, Thessalien, Nördliche Ägäis und Peloponnes.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Inzwischen gilt das gesamte Gebiet Dänemarks mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönland als Risikogebiet. Ebenso eingestuft ist mittlerweile ganz Schweden. In Norwegen sind die Provinzen Oslo, Vike, Innlandet, Rogaland und Trondelag als Risikogebiete eingestuft. In Finnland gilt die Region Uusimaa als Risikogebiet, hierzu gehört auch die Stadt Helsinki.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Ganz Rumänien wird als Risikogebiet eingestuft. Das gilt auch für das Nachbarland, die Republik Moldau. Auch Bulgarien gilt komplett als Risikogebiet.

    Polen und Baltikum

    Vor Reisen nach ganz Polen wird gewarnt. Das gilt auch für Estland, Lettland und Litauen.

    Risikogebiete im Rest der Welt

    Eine pauschale Reisewarnung für etwa 160 außereuropäische Länder ist Ende September ausgelaufen. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage nun wieder für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    (Stand: 13.1.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • US-Präsident TrumpRepräsentantenhaus stimmt für zweites Amtsenthebungsverfahren

    Als erster Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten muss sich der Amtsinhaber Trump zum zweiten Mal einem Amtsenthebungsverfahren stellen. Im Repräsentantenhaus sprach sich die Mehrheit der Abgeordneten für die Einleitung des Verfahrens aus.

    Bei der Abstimmung votierten am Mittwoch 232 Abgeordnete für eine Anklageerhebung wegen "Anstiftung zum Aufruhr", darunter zehn Republikaner. 197 Abgeordnete stimmten gegen das Amtsenthebungsverfahren.

    In der Anklageschrift wird Trump Anstiftung zum Aufruhr vor der Erstürmung des Kapitols vor einer Woche vorgeworfen. Die Vorsitzende der Kammer, Pelosi, bezeichnete Trump als eine Gefahr für die Vereinigten Staaten. Der republikanische Abgeordnete Jordan verlas eine Erklärung Trumps, in der er seine Anhänger zum Verzicht auf Gewalt aufruft.

    Über die Amtsenthebung muss nun die zweite Parlamentskammer, der Senat, entscheiden. Dort ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Beim ersten Impeachment gegen Trump wurde diese Mehrheit verfehlt. Die Entscheidung im Senat wird voraussichtlich nicht mehr in dieser Woche stattfinden. Ein Sprecher des republikanischen Mehrheitsführers McConnell teilte mit, dass dieser die Kongresskammer nicht zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenrufen werde. Die nächste reguläre Sitzung soll am Dienstag stattfinden, einen Tag vor dem Ende von Trumps Amtszeit.

  • CoronaEuropäische Länder verlängern und verschärfen Schutzmaßnahmen

    In mehreren europäischen Ländern werden die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verlängert oder verschärft.

    So wurde in Portugal nach einer Lockerung während der Weihnachtsfeiertage wieder ein strikter Lockdown für mindestens einen Monat verhängt. Die Maßnahmen sehen unter anderem vor, dass die Menschen zuhause bleiben müssen, nach Möglichkeit auch zum Arbeiten. In Italien soll der Corona-Notstand bis Ende April verlängert werden. Die Bewegungsfreiheit zwischen den Provinzen wird eingeschränkt.

    In der Schweiz bleiben Restaurants sowie Kultur- und Freizeitstätten bis Ende Februar geschlossen. Ab kommenden Montag wird zudem das Arbeiten im Homeoffice verpflichtend. Auch Geschäfte, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen, müssen schließen. In den Niederlanden wurde der Lockdown bis zum 9. Februar verlängert. Auch Dänemark steht vor einer Verlängerung der Beschränkungen um drei Wochen, wie einheimische Medien berichten.

  • MaliDrei UNO-Blauhelmsoldaten bei Anschlag getötet

    Im westafrikanischen Mali sind drei UNO-Blauhelmsoldaten aus der Elfenbeinküste bei einem Anschlag getötet worden.

    Die Soldaten seien im Landesinneren über einen Sprengsatz gefahren und anschließend beschossen worden, teilten die Vereinten Nationen mit. Sechs weitere Soldaten seien verletzt worden. Die UNO-Mission mit der Bezeichnung Minusma hat nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2013 mehr als 230 Mitglieder verloren. Sie gilt als der gefährlichste Blauhelm-Einsatz weltweit. Aufgaben sind unter anderem der Schutz der Bevölkerung vor Islamisten und die Sicherung des Waffenstillstands.

  • KohleausstiegBundestag billigt Vertrag mit Braunkohle-Unternehmen

    Der Bundestag hat im Zusammenhang mit dem Kohleausstieg den Vertrag der Regierung mit den Braunkohle-Unternehmen gebilligt.

    Dieser sieht Milliarden-Entschädigungen für die vorzeitige Stilllegung von Kraftwerksblöcken vor. Demnach erhält beispielsweise Deutschlands größter Stromerzeuger RWE insgesamt 2,6 Milliarden Euro, und für die ostdeutsche Leag sind 1,75 Milliarden Euro vorgesehen.

    Spätestens 2038 soll zum Schutz des Klimas Schluss sein mit der Stromgewinnung aus Kohle. Die Bundesregierung will bis dahin mehrfach die Folgen des Kohleausstiegs für die Versorgungssicherheit und die Entwicklung der Strompreise überprüfen, denn bis Ende 2022 soll auch das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet werden.

  • DFB-PokalMünchen gegen Zweitligisten Kiel ausgeschieden

    Der deutsche Rekordmeister Bayern München ist im Fußball-DFB-Pokal gegen den Zweitligisten Holstein Kiel ausgeschieden.

    Die Bayern unterlagen in einem Nachholspiel der zweiten Runde in Kiel mit 5:6 im Elfmeterschießen. Am Ende der Verlängerung hatte es 2:2 gestanden. Nächster Gegner der Kieler ist der Zweitligaverein Darmstadt 98.

  • Robert Koch-InstitutKnapp 760.000 Menschen bereits geimpft

    Zweieinhalb Wochen nach dem Beginn sind in Deutschland bislang knapp 760.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden.

    Die Zahl ergibt sich aus den bisherigen Meldungen der Bundesländer, die das Robert Koch-Institut veröffentlichte. Der Zuwachs gegenüber dem Vortag betrug damit mehr als 70.000. Derzeit werden Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufen sowie Bewohner von Pflegeheimen geimpft.

    Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus lag zuletzt bei 19.600 binnen 24 Stunden. Zudem wurden 1.060 weitere Todesopfer gezählt. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut den RKI-Angaben derzeit bei 155. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche. Angestrebt wird ein Wert von unter 50. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß: Die höchste Inzidenz hat Thüringen mit 324, den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 84.

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  • InternetGoogle stoppt politische Werbung bis nach der Amtseinführung Bidens

    Der US-Konzern Google setzt politische Werbung vorerst aus.

    Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, Google habe in einer E-Mail an Werbekunden die Erstürmung des Capitols durch Anhänger von Präsident Trump und die bevorstehende Amtseinführung von dessen Nachfolger Biden als Begründung genannt. Das Werbeverbot gelte bis mindestens zum 21. Januar, dem Tag nach der Vereidigung.

    Mehrere große amerikanische Internetkonzerne hatten schon zur Wahl Anfang November politische Werbung vorübergehend blockiert. Erklärtes Ziel war es, Falschinformationen und anderen Missbrauch zu unterbinden.

  • ItalienRegierungskoalition zerbrochen

    In Italien ist die Regierungskoalition auseinandergebrochen. Der kleine Koalitionspartner "Italia Viva" von Ex-Ministerpräsident Renzi kündigte seine Unterstützung auf und zog seine beiden Ministerinnen aus dem Kabinett ab.

    Damit hat die Koalition von 5-Sterne-Bewegung und dem sozialdemokratischen Partito Democratico unter dem parteilosen Ministerpräsidenten Conte keine Mehrheit mehr im Parlament.

    Das Kabinett hatte in der vergangenen Nacht die Pläne zur Verwendung der EU-Milliardenhilfen für die Corona-Krise gebilligt. Die beiden Ministerinnen von Italia Viva hatten nach Agenturberichten dagegen gestimmt. Sie forderten, dass Rom Gelder des europäischen Rettungsschirms ESM beantragen solle. Renzis Partei ist zwar winzig, aber die Regierung war zuletzt im Parlament mehrfach auf ihre Stimmen angewiesen - besonders im Senat, der kleineren der beiden Kammern.

    Conte hatte am Mittwoch nach eigenen Angaben bereits mit Staatspräsident Sergio Mattarella über den Streit in der Koalition gesprochen. Das Bündnis regiert seit September 2019. Sollte die Regierung nach den Rücktritten stürzen, käme dem Staatschef eine wichtige Rolle bei den Entscheidungen über das weitere Vorgehen zu.

    Italienische Medien vermuteten, dass Regierungschef Conte Neuwahlen vermeiden möchte. Er könnte im Parlament die Vertrauensfrage stellen und versuchen, andere Mehrheiten zu finden. Der Regierungschef selbst hatte am Mittwoch gesagt, er brauche eine solide Mehrheit für seine Regierung. Regulär sind Parlamentswahlen in Italien erst 2023 zu erwarten.

    In Contes Bündnis sind die populistische Fünf-Sterne-Bewegung und die einst von Renzi geführten Sozialdemokraten (PD) die großen Kräfte. Hinzu kommt neben Italia Viva die zweite Kleinpartei Liberi e Uguali (Die Freien und Gleichen).

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  • Alten- und PflegeheimeBundeswehr stellt 10.000 Soldaten für Corona-Tests bereit

    Die Bundeswehr stellt tausende Soldaten für Corona-Tests in Alten- und Pflegeheimen bereit.

    Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sagte, gerade die Schwächsten brauchten jetzt Hilfe. Deshalb stehe die Bundeswehr bereit, in Alten- und Pflege-Einrichtungen kurzfristig mit bis zu 10.000 Frauen und Männern zu helfen, wenn sie gerufen werde. Ein Ministeriumssprecher erklärte darüber hinaus, die Ministerin sei der Meinung, dass zu viel Zeit vergehe, und dass die alten und pflegebedürftigen Menschen besonders in Gefahr seien, wenn nicht konsequent stetig in den Heimen getestet werde.

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    Gut 1.000 Soldatinnen und Soldaten sind bereits zur Unterstützung in Alten- und Pflege-Einrichtungen im Einsatz.

  • USAUnternehmen wollen bestimmte Republikaner nicht mehr finanziell unterstützen

    US-Politiker der Republikaner, die den Sieg des gewählten Präsidenten Biden angezweifelt haben, müssen mit dem Wegfall von Wahlkampfspenden aus der Wirtschaft rechnen.

    Die US-Handelskammer erklärte, ihr zuständiges Komitee werde Zahlungen an solche Abgeordnete streichen. Namen wurden nicht genannt. Die weltgrößte Supermarktkette Walmart und der Autohersteller General Motors kündigten ähnliche Schritte an. Beide begründeten dies mit der Erstürmung des Kapitols.

    In den vergangenen Tagen hatten bereits Unternehmen wie die Bank JP Morgan, Amazon, Mastercard oder der Telekommunikations-Konzern AT & T die Kürzung oder gar komplette Streichung ihrer finanziellen Unterstützung bestimmter Abgeordneter angekündigt.

  • Covid-19Bayern gibt 2,5 Millionen FFP2-Masken an Bedürftige aus

    Bayern will 2,5 Millionen FFP2-Schutzmasken kostenlos an Bedürftige ausgeben.

    Das kündigte Ministerpräsident Söder in München an. In Bayern gilt von Montag an eine FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Kinder unter 15 Jahren sollen von der FFP2-Maskenpflicht ausgenommen werden. Sozialverbände und Opposition hatten vor einer Benachteiligung von Bedürftigen gewarnt.

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  • Ostsee-PipelineGrüne fordern Stopp der Stiftung

    Die Grünen haben im Zusammenhang mit der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 einen Stopp der geplanten landeseigenen Umwelt-Stiftung gefordert.

    Parteichefin Baerbock sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", es sei ungeheuerlich, dass mit russischen Geldern eine Stiftung unter dem Deckmantel des Klimaschutzes finanziert werde. Die Stiftung diene einzig und allein dazu, die Pipeline fertigzustellen.

    Der Schweriner Landtag hatte in der vergangenen Woche den Weg zur Gründung einer landeseigenen Stiftung freigemacht. Sie soll Projekte im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz fördern. Mecklenburg-Vorpommern steuert rund 200-tausend Euro bei, die größte Zuwendung von zunächst 20 Millionen Euro stammt aber von dem Unternehmen Nord Stream 2.

  • Spahn im Bundestag"Kein Land kann allein dieses Virus besiegen"

    Bundesgesundheitsminister Spahn hat das gemeinsame Vorgehen der EU bei der Corona-Impfstoffbeschaffung verteidigt. Gerade wenn es darauf ankomme, müsse am europäischen Weg festgehalten werden, sagte Spahn im Bundestag in Berlin. Das liege auch im nationalen Interesse Deutschlands.

    Die Menge der beiden bislang zugelassenen Impfstoffe reiche, um allen Bürgern voraussichtlich im Sommer ein Impfangebot zu machen, betonte Spahn in seiner Regierungserklärung. Der Gesundheitsminister räumte ein, nicht jede Entscheidung der vergangenen Monate sei richtig gewesen. Natürlich ruckele es bei der größten Impfkampagne der Geschichte. Grund für die Knappheit des Impfstoffes seien aber fehlende Produktionskapazitäten, nicht fehlende Verträge.

    FDP-Chef Lindner sagte, der Impfstart sei verstolpert worden. Das Tempo müsse erhöht werden. Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Ali, kritisierte, es herrsche Chaos bei der Terminvergabe. Dieses Thema dürfe man nicht allein den Ländern überlassen. Der AfD-Abgeordnete Münzenmaier sprach von einem "Lockdown-Desaster" und rief dazu auf, Risikogruppen besser zu schützen. Die Fraktionschefin der Grünen, Göring-Eckardt, ermahnte die Bundesregierung, nicht Dinge zu versprechen, die sie nicht einhalte.

    Für die SPD rief die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bas dazu auf, aus Fehlern zu lernen. Kritische Fragen in diesem Zusammenhang seien nicht unanständig.

    Spahn hatte seine Einschätzung der Corona-Lage auch heute früh im Deutschlandfunk erläutert. Dabei machte er deutlich, dass es auch über den 31. Januar hinaus noch Corona-Beschränkungen geben müsse. Zugleich wies er erneut Forderungen nach einer Impfpflicht für Pflegekräfte zurück.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 13.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 09.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • New YorkStadt will Geschäftsbeziehungen zu Trump beenden

    Die Stadt New York will die Geschäftsbeziehungen zum abgewählten US-Präsidenten Trump beenden.

    Bürgermeister de Blasio sagte dem TV-Sender MSNBC, die Verträge machten sehr deutlich, dass man das Recht habe, sie zu kündigen, wenn ein Unternehmen in kriminelle Aktivitäten verwickelt sei. Die Aufstachelung zur Erstürmung des Kapitols in Washington stelle eindeutig eine kriminelle Aktivität dar. Die Stadt hatte eine Überprüfung der Verträge angekündigt, nachdem Trump-Anhänger am 6. Januar in das Kapitol eingedrungen waren.

    Trumps Firmen-Imperium besteht aus einem Geflecht von Hunderten Geschäften. Unter anderem gibt es Verträge mit der Stadt New York zum Betrieb eines Karussells, zweier Eislaufbahnen und eines Golfplatzes. Nach Angaben De Blasios bringt dies Trumps Unternehmen jährlich 17 Millionen Dollar - umgerechnet etwa 14 Millionen Euro.

  • Mecklenburg-VorpommernVerfassungsschutzchef Müller entlassen

    Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Renz hat den Leiter des Landesverfassungsschutzes, Müller, entlassen.

    Der Minister zog damit erste personelle Konsequenzen aus dem Agieren der Behörde im Zusammenhang mit Informationen zum Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Amri. Müller hatte eingeräumt, dass eine V-Mann-Aussage zum möglichen Umfeld Amris nicht sofort an die zuständigen Ermittler weitergereicht wurde.

  • IrlandRegierung entschuldigt sich für Behandlung von unverheirateten Müttern und Kindern in Heimen

    Der irische Premierminister Martin hat sich offiziell für die Behandlung von unverheirateten Müttern und ihren Kindern in ehemaligen Heimen der katholischen Kirche entschuldigt.

    Martin sagte im Parlament in Dublin, der Staat habe diese im Stich gelassen. Nach einem Untersuchungsbericht waren in den Heimen, die zwischen 1920 und den 1990er Jahren von der Kirche betrieben wurden, tausende Kinder gestorben. Als Haupttodesursache der Säuglinge und Kinder wurden Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Entzündungen festgestellt.

    Der Primas der Katholischen Kirche Irlands, Erzbischof Martin, entschuldigte sich inzwischen bei allen, denen Leid in den kirchlichen Heimen zugefügt worden sei. Die Kirche sei ein Teil jener Kultur gewesen, die Menschen stigmatisiert und verurteilt hätte, heißt es in einer Erklärung nach Veröffentlichung des Berichts.

  • BürgerräteDeutschland erprobt, was sich in Irland bewährt hat

    Ein per Los zusammengestellter Bürgerrat soll dem Bundestag in den kommenden Wochen Vorschläge für die deutsche Außenpolitik machen. Für dieses Instrument gibt es international einige Vorbilder. Mit den Bürgerräten verbindet sich die Hoffnung auf eine Neubelebung der repräsentativen Demokratie.

    Ein Bürgerrat diskutiert in den kommenden Wochen über die deutsche Außenpolitik. 160 per Los ausgewählte Menschen sollen bis Mitte März dem Bundestag Empfehlungen vorlegen. Die Gruppe soll in ihrer Zusammensetzung die deutsche Bevölkerung widerspiegeln. Berücksichtigt wurden dabei Geschlechter, Altersgruppen, Bildungsabschlüsse, Wohnorte und Migrationshintergrund.

    Konkretes Thema Außenpolitik

    An insgesamt zehn Tagen bis Ende Februar soll der Bürgerrat in verschiedenen Gruppen über Aspekte der Außenpolitik diskutieren. Dazu zählen nachhaltige Entwicklung, Frieden und Sicherheit, EU-Außenpolitik, Wirtschaft und Handel sowie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die Beratungen finden digital statt. Am 19. März sollen die Ergebnisse dem Bundestag übergeben werden.

    Schäuble: "Spaltung überwinden"

    Es ist bereits das zweite Bürgerforum auf Bundesebene. Im September 2019 legte ein ähnlich zusammengesetzter Bürgerrat Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Demokratie vor. Schirmherr ist Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Er betonte, die Demokratie stehe unter Druck. Wenn sie beweglich und offen für Neues sei, bleibe sie stabil. Bürgerräte könnten dazu einen Beitrag leisten und helfen, Spaltungen zu überwinden, meinte Schäuble.

    Birthler: Chance für Menschen und Politik

    Die Leitung hat Marianne Birthler, die frühere DDR-Bürgerrechtlerin und Chefin der Stasi-Unterlagenbehörde. Sie meinte, es bestehe nicht nur eine Chance für eine neue Verbindung von Menschen und Politik. Es gebe auch einen Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkünfte, Berufe oder Lebensweisen, die sonst selten miteinander ins Gespräch kämen.

    Modell Irland

    Bürgerräte gibt es bereits länger in einigen anderen Ländern. In Frankreich hatte Präsident Emmanuel Macron mehrere Runden dieser Art als Reaktion auf die "Gelbwesten"-Proteste 2018 und 2019 einberufen. Die bislang größte Rolle haben Bürgerräte in Irland gespielt. Dort haben zwei "Citizen's Assemblies" wichtige Verfassungsänderungen vorbereitet, bei denen es unter anderem um Gleichberechtigung der Frauen, die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare oder die Abtreibungsgesetzgebung ging. Die Beschlüsse wurden in Irland dann in Volksabstimmungen bestätigt. Darüber hat unter anderem der Deutschlandfunk berichtet.(Audio Link) Auch auf regionaler Ebene in Deutschland gibt es schon eine Reihe solcher Initiativen.

    Neubelebung der Demokratie

    Wissenschaftler halten es für möglich, dass die Bürgerräte die repräsentative Demokratie neu beleben können. In vielen Ländern sinkt die Wahlbeteiligung genauso wie das Vertrauen in die Abgeordneten. Bürgerräte sollen als Gegentrend ein neues Gefühl für Gehörtwerden und Beteiligung schaffen und inhaltlich die "Weisheit der Vielen" einbringen. Darüber hat unter anderem Deutschlandfunk Kultur berichtet.

  • Europa-AbgeordneterSemsrott verlässt "Die Partei" nach Rassismus-Vorwürfen gegen Sonneborn

    Der Europa-Abgeordnete und Satiriker Nico Semsrott hat seinen Austritt aus der Partei Die Partei erklärt.

    Der 34-Jährige begründete dies damit, wie Parteichef Martin Sonneborn mit Rassismusvorwürfen umgehe. "Ich finde seine Reaktion auf die Kritik falsch und inakzeptabel. Das ging mir in der Vergangenheit schon in anderen Fällen so", betont Semsrott in einer Erklärung, die er auf Twitter verbreitete. Hintergrund ist unter anderem ein mittlerweile gelöschter Tweet Sonneborns von vergangener Woche.

    Dort war der Partei-Chef mit einem T-Shirt zu sehen, dessen Schriftzug suggeriert, Asiaten könnten kein R aussprechen. Etliche Nutzerinnen und Nutzer gaben an, sich rassistisch beleidigt zu fühlen. Sonneborn reagierte mit einem weiteren Tweet, der ein Cover der Satire-Zeitschrift "Titanic" zeigt, deren Chefredakteur er früher war. Dazu schrieb er: "So, und jetzt bitte schön diskutieren, was Satire darf & soll, die Grenzen bitte nicht vergessen. Merke: der erste Zugriff ("Wah! Rassismus!") ist oft nicht der beste."

    Semsrott wurde 2019 auf der Liste von Die Partei ins Europaparlament gewählt. Anders als Sonneborn, der als fraktionsloser Abgeordneter im EU-Parlament sitzt, hat er sich der Grünen-Fraktion angeschlossen. Semsrott warf Sonneborn nun einen "ignoranten Umgang mit Feedback" vor. "Wenn sich Menschen von seinen Postings rassistisch angegriffen fühlen, muss er nicht viel tun. Es reichen Mitgefühl und der Respekt vor den Betroffenen, um das eigene Verhalten zu korrigieren."

    Wenn er Kritik keinen Raum geben könne, den gesellschaftlichen Kontext ausblende, "beleidigt seine Machtposition ausnutzt, sobald Betroffene sich gegen Beleidigungen wehren" und den Schwerpunkt darauf lege, dass "andere nur zu doof seien, seine Kunst zu verstehen", solle er gehen, "weil er aus der Zeit gefallen und am falschen Ort ist". Er habe Sonneborn vor einigen Tagen gebeten, sich zu entschuldigen, schrieb Semsrott. Dies habe er hat es nicht getan. "Das ist also kein Versehen, er will das eindeutig so."

    Die Partei sei in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch vor allem Sonneborns Projekt. Dafür wolle er sein Gesicht nicht weiter hergeben, so Semsrott. Sein Mandat als Europaabgeordneter werde er behalten.

  • VW-HaustarifErste Verhandlungsrunde für 120.000 Beschäftigte

    Beim Autohersteller VW haben die Verhandlungen über den neuen Haustarifvertrag begonnen.

    Die IG Metall fordert für die 120.000 Beschäftigten der sechs deutschen Werke vier Prozent mehr Geld. VW-Verhandlungsführer Meiswinkel äußerte sich noch nicht dazu, wies aber auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie hin. Zudem stehe der Konzern unter Druck, um die notwendige Transformation zu beschleunigen, sagte er in Wolfsburg. Es gebe eine starke Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und zugleich Lieferengpässe wegen Corona.

    Über den Haustarifvertrag soll Ende Januar weiter verhandelt werden.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 13.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 09.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • NawalnyOppositioneller will in wenigen Tagen nach Moskau zurück

    Der Kremlkritiker Nawalny will nach seiner Vergiftung am Sonntag nach Moskau zurückkehren.

    Das teilte der Oppositionelle per Twitter mit. Nawalny hält sich derzeit in Deutschland auf. Nach dem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok im August war er in der Berliner Charité behandelt worden. Die Regierung in Moskau bestreitet jede Verwicklung in den Vorfall.

    Die russische Justiz hatte Nawalny kurz vor dem Jahreswechsel schriftlich aufgefordert, Auflagen einer früheren Strafe zu erfüllen und sich bei den Behörden zu melden.

  • ItalienMassenprozess gegen die Ndrangheta

    In der süditalienischen Stadt Lamezia Terme hat einer der größten Mafia-Prozesse in der Geschichte des Landes begonnen. Angeklagt sind rund 350 mutmaßliche Mitglieder und Helfer der kalabrischen Ndrangheta. Experten schreiben dem Verfahren eine große Symbolkraft zu.

    Den Angeklagten werden unter anderem Mafia-Zugehörigkeit, Mord, illegaler Waffenbesitz, Drogenhandel, Erpressung und Wucher vorgeworfen. Vielen von ihnen drohen bei einer Verurteilung hohe Haftstrafen. Erwartet werden etwa 900 Zeugen, darunter ehemalige Mafia-Mitglieder, die bereit sind, das sogenannte Gesetz des Schweigens, die Omertà, zu brechen. Der Prozess ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit der Justiz. Der leitende Staatsanwalt Gratteri wurde wiederholt bedroht und steht unter Polizeischutz.

    Experte: Ndrangheta ist in 32 Ländern aktiv

    Die italienischen Behörden schätzen, dass die Ndrangheta weltweit rund 20.000 Mitglieder hat. Der Journalist und Mafia-Experte Sandro Mattioli betonte im Deutschlandfunk, die Ndrangheta sei auf fünf Kontinenten aktiv, in mindestens 32 Ländern. Aber ein Schwerpunkt sei in Europa. Es handele sich um eine kriminelle Organisation mit 150 Clans und mehreren Dutzend Milliarden Umsatz pro Jahr.

    Von dem Prozess gehe eine erhebliche Signalwirkung aus, erklärte Mattioli. Das italienische Rechtssystem habe nicht zu Unrecht den Ruf, sehr langsam und kompliziert zu sein. Daher sei es vermutlich besser, die Sache in einem großen Prozess zu verhandeln statt in verschiedenen Prozessen und Instanzen. Verhandelt wird in einem ehemaligen Callcenter-Gebäude, das der Staat für zwei Millionen Euro zum Hochsicherheitsgerichtssaal umbauen ließ. Es wird eine Verfahrensdauer von mindestens zwei Jahren angenommen.

    In Deutschland machte die Ndrangheta vor allem durch Morde in Duisburg Schlagzeilen: Im August 2007 wurden dort vor einem italienischen Restaurant sechs Männer erschossen, die Täter richteten ihre Opfer mit 54 Schüssen hin. Nach Erkenntnissen der Ermittler war der Hintergrund dieser Tat eine jahrelange Fehde zwischen verfeindeten Clans der Ndrangheta aus dem kalabrischen Ort San Luca.

    Hier hören Sie einen Hintergrundbericht aus der Deutschlandfunk-Sendung "Informationen am Morgen".

  • Corona-RisikogebieteStrengere Regeln für Rückkehrer

    Für Einreisen nach Deutschland aus Staaten mit hohen Corona-Infektionszahlen sollen künftig strengere Test-Pflichten gelten.

    Das sieht ein Verordnungsentwurf des Gesundheitsministeriums vor, den das Bundeskabinett am Vormittag gebilligt hat. Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss künftig innerhalb von 48 Stunden nachweisen, dass er nicht mit dem Coronavirus infiziert ist. Die von den Bundesländern angeordneten Quarantänepflichten gelten weiterhin. Die Rechtsverordnung soll bereits morgen in Kraft treten.

    Die Bundesregierung begründete die neue Maßnahme mit dem dynamischen Infektionsgeschehen vor allem in Großbritannien. Dort würden mutierte Corona-Viren deutlich schneller übertragen.

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 13.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
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    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
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    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 09.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

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  • Covid-19Thüringen hat jetzt höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland

    In Deutschland ist jetzt Thüringen das Bundesland mit den meisten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

    Wie das Robert Koch-Institut meldet, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz dort bei 324. In Sachsen, das wochenlang bundesweit die höchste Inzidenz verzeichnet hatte, sank der Wert auf 304. Angestrebt wird ein Wert von 50.

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    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 09.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

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    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
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  • ImpfstoffHerstellung von Biontech-Vakzin auch in NRW

    Im nordrhein-westfälischen Halle soll künftig zusätzlich mit der Produktion des Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer begonnen werden.

    Dies kündigte das US-Unternehmen Baxter an, das über eine entsprechende Anlage in Halle verfügt. Sie werde gegenwärtig auf den Biontech-Impfstoff umgestellt, sagte ein Vertreter von Baxter der Nachrichtenagentur Reuters. Ende Februar oder Anfang März solle mit der Produktion begonnen werden. Dem Reuters-Bericht zufolge soll es sich um einen Auftrag in dreistelliger Millionenhöhe an Impfdosen handeln, der innerhalb von 18 Monaten abgearbeitet werden soll.

  • KlimaschutzBund fördert Wasserstoff-Projekte mit 700 Millionen Euro

    Die Bundesregierung will in den nächsten Jahren rund 700 Millionen Euro für die Forschung im Bereich Wasserstoff bereit stellen.

    Forschungsministerin Karliczek stellte dazu in Berlin drei Leitprojekte vor, die gefördert werden sollen. Konkret geht es um die Serienherstellung sogenannter Elektrolyseure. Das sind Geräte, in denen mit Hilfe von Strom Stoffe umgewandelt werden, etwa Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff.

    Die beiden anderen Projekte befassen sich mit der Erzeugung von Wasserstoff durch Windenergie auf dem Meer und dem sicheren Transport von Wasserstoff. Der Energieträger gilt als wichtiger Baustein für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft, da er sauber verbrennt.

  • Amazon und EbayBundeskabinett beschließt bessere Verbraucherrechte beim Onlinehandel

    Das Bundeskabinett hat die Rechte von Verbrauchern bei Online-Geschäften gestärkt.

    Für den Kauf von Software oder Apps gelten danach die gleichen Gewährleistungsrechte wie bei allen anderen Produkten. Außerdem müssen Online-Marktplätze wie Amazon und Ebay transparenter über das Ranking der Produkte und personalisierte Preise informieren. Die Bundesregierung setzt mit den beiden Gesetzesvorlagen europäisches Recht um. Bundesjustizministerin Lambrecht erklärte, die neuen Regeln sorgten für deutlich mehr Rechtssicherheit und Transparenz in der digitalen Welt.

  • WHOBritische Corona-Mutation inzwischen in 50 Ländern nachgewiesen

    Die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Corona-Mutationen breiten sich weiter aus.

    Wie die Weltgesundheitsorganisation mitteilte, wurde die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Variante inzwischen in 50 Ländern festgestellt. Die in Südafrika entdeckte Mutation gibt es in 20 Staaten weltweit. Auch in Deutschland wurden Infektionen mit beiden Virusmutationen nachgewiesen. Die WHO warnte, es müsse mit dem Aufkommen weiterer Mutationen gerechnet werden. So gebe derzeit eine Variante aus Japan Anlass zur Besorgnis. Die Entwicklung werde vermutlich unterschätzt, weil nicht überall die angemessenen Untersuchungskapazitäten bestünden.

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  • ImpfstoffEU-Gesundheitskommissarin kritisiert nationale Absprachen

    EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides hat bei der Beschaffung der Corona-Impfstoffe nationale Lieferabsprachen mit Herstellern kritisiert.

    Diese untergrüben den europäischen Ansatz, erklärte Kyriakides in Brüssel. Sie erinnerte daran, dass alle EU-Staaten mit einem gemeinsamen Vorgehen einverstanden gewesen seien. Sie verstehe innenpolitische Zwänge, gemeinsam erziele man bessere Ergebnisse für die Bürger. Kyriakides nannte Deutschland in ihrer Kritik nicht ausdrücklich. Die Bundesregierung hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums Zusatzabsprachen mit dem Impfstoffhersteller Biontech über rund 30 Millionen Impfdosen getroffen.

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  • Covid-1919.600 Corona-Neuinfektionen in Deutschland verzeichnet

    Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Instritut 19.600 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

    Damit stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle seit Beginn der Pandemie auf rund eine Million 953.500. Zudem wurden 1.060 weitere Todesopfer gezählt. Die Gesamtzahl der an oder mit dem Virus gestorbenen Menschen beträgt nun 42.637.

    Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut den RKI-Angaben derzeit bei 155. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Angestrebt wird ein Wert von unter 50.

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    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 09.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

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  • BrasilienRio lässt trotz Corona-Anstieg wieder Zuschauer ins Stadion

    Nach rund zehn Monaten Corona-Pause dürfen in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro wieder Zuschauer ins Fußballstadion.

    Dies berichtet das Nachrichtenportal "G1" unter Berufung auf einen gemeinsamen Beschluss der Stadtverwaltung und der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro. Die Zuschauerzahl hängt demnach davon ab, welche Corona-Risikostufe in den einzelnen Bezirken gilt. Bei einem mäßigen Risiko sind 20 Prozent, bei hohem Risiko 10 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität erlaubt.

    Die Zahl der Corona-Fälle in Brasilien ist zuletzt erneut gestiegen. Rio de Janeiro ist mit mehr als 465.000 Fällen und fast 26.000 Toten einer der am meisten betroffenen Bundesstaaten.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 13.01.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 09.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
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  • USABundesjustiz lässt erstmals seit fast 70 Jahren eine Frau hinrichten

    In den USA ist das erste Mal seit fast 70 Jahren eine Frau durch die US-Bundesjustiz hingerichtet worden.

    Der Oberste Gerichtshof hatte kurz zuvor den Weg für die Vollstreckung der Todesstrafe frei gemacht. Die heute 52-Jährige war 2007 wegen der Ermordung einer Schwangeren verurteilt worden. Der Vollzug von Hinrichtungen durch die Bundesjustiz war 17 Jahre lang ausgesetzt gewesen. Der scheidende US-Präsident Trump gilt als Befürworter der Todesstrafe.

  • AbiturDesignierte KMK-Vorsitzende Ernst erwartet planmäßige Prüfungen

    Die künftige Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Ernst, rechnet trotz der Corona-Pandemie mit planmäßigen Abiturprüfungen.

    Auch in diesen Jahr werde alles dafür getan, dass sie stattfinden könnten, sagte die SPD-Politikerin im SWR-Hörfunk. Zugleich verwies sie auf die im vergangenen Jahr erfolgten Prüfungen, bei denen Abstände und Hygieneregeln gewahrt worden seien. Ungeachtet dessen werde an Alternativplänen gearbeitet. Sollte der Präsenzunterricht auch in den nächsten Monaten noch stark eingeschränkt sein, müsse über Modifikationen nachgedacht werden, betonte Ernst. Sie übernimmt morgen den Vorsitz der Kultusministerkonferenz.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 13.01.)
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    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
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  • CDU-VorsitzkandidatRöttgen gegen Koalition mit der FDP nach der Bundestagswahl

    Der Bewerber um den CDU-Parteivorsitz, Röttgen, hat sich dagegen ausgesprochen, nach der Bundestagswahl im September eine Koalition mit der FDP zu bilden.

    In der "Augsburger Allgemeinen" begründete Röttgen dies mit dem Rückzug der Partei aus den Koalitionsgesprächen mit CDU/CSU und Grünen im Jahr 2017. Es sei ein historisches Versagen gewesen, sich damals der Regierungsverantwortung zu verweigern, sagte der CDU-Politiker. Die Freien Demokraten seien "unsichere Kantonisten".

    Röttgen ist einer von drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz. Mitbewerber sind der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet und der frühere Unionsfraktionsvorsitzende Merz. Die Wahl findet am Samstag auf einem digitalen Parteitag statt.

  • Erzbistum KölnSternberg kritisiert Missbrauchs-Aufarbeitung

    Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Sternberg, kritisiert die Aufarbeitung von Missbrauch im Erzbistum Köln.

    Durch grobe Fehler würden auch alle Bistümer zurückgeworfen, die dieses Thema mit größerer Konsequenz angingen, sagte Sternberg dem "General-Anzeiger" aus Bonn. Der einzig mögliche Weg sei völlige Transparenz.

    Der Kölner Erzbischof Woelki steht unter Druck, da er ein Gutachten zum Umgang der Bistumsleitung mit Missbrauchsfällen nicht - wie zunächst vorgesehen - veröffentlichen lässt. Das Papier habe methodische Mängel, führt er zur Begründung an. Das Erzbistum hat eine neue Untersuchung bei einem Strafrechtler in Auftrag gegeben, das bis zum 18. März vorliegen soll.

  • NordkoreaMachthaber Kim strebt Stärkung des Nuklearprogramms an

    Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un will das Atomwaffenarsenal seines Landes ausbauen.

    Zum Abschluss eines achttägigen Kongresses der herrschenden Arbeiterpartei sagte Kim in Pjöngjang, es müsse alles dafür getan werden, die nukleare Kriegsabschreckung weiter zu stärken. Er forderte unter anderem die Entwicklung taktischer Atomwaffen sowie neuer Interkontinentalraketen, die auch die USA erreichen könnten. Die Vereinigten Staaten bezeichnete er als Hauptfeind. Zugleich erklärte der nordkoreanische Machthaber, sein Land werde sich auch auf die Entwicklung der Wirtschaft und die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen konzentrieren.

  • IranWeiterer Ringer offenbar vor Hinrichtung

    Im Iran steht offenbar erneut die Hinrichtung eines Sportlers bevor.

    Der 29 Jahre alte Ringer Mehdi Ali Hosseini wurde nach einer Gruppenschlägerei wegen Mordes angeklagt. Wie Medien berichten, setzen sich mehrere iranische Menschenrechtler und Sportler sowie das Internationale Olympische Komitee dafür ein, das Todesurteil nicht zu vollstrecken. Die Hinrichtung könnte den Angaben zufolge verhindert werden, wenn die Familie des Opfers Hosseini verzeiht.

    Im September vergangenen Jahres war im Iran schon einmal ein Ringer hingerichtet worden. Dem 27-jährigen Navid Afkari wurde Mord vorgeworfen. Menschenrechtsaktivisten gehen davon aus, dass ihm die Tat wegen seines kritischen Umgangs mit dem Regime angehängt wurde.

    Laut Amnesty International wurden 2019 im Iran mindestens 251 Menschen hingerichtet.

  • YoutubeZeitweise Sperrung von Trump-Kanal verfügt

    Youtube sperrt das Konto des scheidenden US-Präsidenten Trump für rund eine Woche.

    Es seien Richtlinien verletzt worden, die Anstiftung zur Gewalt untersagten, teilte der Anbieter zur Begründung mit. Nun dürften mindestens sieben Tage lang keinerlei Videos mehr auf diesem Kanal bei Youtube hochgeladen werden. Ältere Beiträge blieben hingegen verfügbar. Zuvor hatten unter anderem Twitter und Facebook die jeweiligen Konten des abgewählten Präsidenten gesperrt.

  • USAFBI warnte vor Sturm auf Kapitol

    Das FBI hat nach eigenen Angaben vor der Erstürmung des US-Kapitols andere Sicherheitsbehörden vor einem solchen Szenario gewarnt.

    Auch die Polizei des Kapitols sei an jenem Mittwoch über Aufrufe im Internet zum Sturm auf das Kongressgebäude informiert worden, teilte das FBI mit. Es bestätigte damit einen Bericht der "Washington Post". Demnach waren im Netz unter anderem Karten von den Tunneln unter dem Kapitol verbreitet worden. Dessen Polizei steht wegen des Vorwurfs unzureichender Sicherheitsvorkehrungen in der Kritik. Ihr Leiter Sund hat bereits seinen Rücktritt angekündigt. Bei der Erstürmung waren die Randalierer auf relativ wenig Polizisten gestoßen, die überrannt wurden.

    Das US-Justizministerium rechnet inzwischen mit hunderten Strafverfahren gegen Beteiligte der Erstürmung. Es erklärte, die Vorwürfe reichten von Hausfriedensbruch über Verschwörung bis hin zum Mord; es drohten teils bis zu 20 Jahre Haft. Bislang wurden Ermittlungen gegen mehr als 170 Verdächtige eingeleitet; 70 Anklagen wurden erhoben.

  • Covid-19USA verlangen negativen Corona-Test von einreisenden Flugpassagieren

    Flugreisende in die USA müssen künftig einen negativen Test auf das Coronavirus vorlegen.

    Die US-Gesundheitsbehörde CDC erklärte, vom 26. Januar an müsse der Test jeweils innerhalb von drei Tagen vor dem Abflug vorgenommen werden. Wer nicht negativ getestet werde, dürfe nicht an Bord eines Fluges. CDC-Direktor Reflied sagte, zwar schlössen Tests nicht alle Risiken aus. Doch zusammen mit Kontaktbeschränkungen vor und nach dem Flug sowie alltäglichen Vorsichtsmaßnahmen wie dem Maskentragen und Abstandhalten könnten Flugreisen sicherer werden.

    Die USA sind das Land mit der höchsten Zahl der registrierten Corona-Infektionen und -todesfälle weltweit.

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  • Südafrikanische Corona-MutationErste Nachweise in Deutschland

    Die Corona-Mutation aus Südafrika ist inzwischen auch in Deutschland nachgewiesen.

    Nach Auskunft des baden-württembergischen Sozialministeriums ist eine Familie betroffen, die Mitte Dezember aus Südafrika in das Bundesland zurückkehrte. Inzwischen gibt es demnach Virusnachweise bei sechs Personen aus drei Haushalten. Weitere Kontaktpersonen würden nun getestet. Gestern hatte bereits die Stadt Bottrop im Ruhrgebiet einen ähnlichen Fall gemeldet. Dabei ging es um einen Mann, der aus beruflichen Gründen in Südafrika war und dessen Familienmitglieder. Alle Personen seien genesen. Der Nachweis der südafrikanischen Virusvariante wurde nach den Angaben sowohl in Baden-Württemberg wie auch in Bottrop von der Berliner Charité bestätigt.

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    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 09.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
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  • WetterIm Westen freundlich, im Osten Schnee und Graupel

    Der Wetterbericht, die Lage: Von Norden gelangt zunächst maritime Polarluft, später skandinavische Kaltluft nach Deutschland. Der Südwesten liegt nahe einer Luftmassengrenze über Frankreich und den Westalpen.

    Die Vorhersage: Nachts in der Westhälfte meist trocken, in der Osthälfte Schneeschauer. Tiefstwerte 0 bis minus 5 Grad. Am Tag im Westen und Teilen des Südens längere sonnige Abschnitte. Im Osten viele Wolken und einzelne Schnee- und Graupelschauer. Im Südwesten Schneefall. Temperaturen 0 bis plus 4 Grad.

    Die weiteren Aussichten: Am Freitag im Westen freundlich mit teils längeren sonnigen Abschnitten. Im Nordosten und Osten sowie an der Nordsee Schnee- und Graupelschauer. Im äußersten Südwesten nachlassende Schneefälle. Minus 5 bis plus 3 Grad.

  • Weiter hohe Corona-InfektionszahlenIst die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig?

    Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in Deutschland bleibt trotz des Lockdowns hoch. Ab welcher Sieben-Tage-Inzidenz sind Lockerungen sinnvoll oder überhaupt denkbar? Bundeskanzlerin Merkel betonte Anfang Januar erneut, dass es Ziel bleibe, den Wert unter 50 zu drücken. Führende Wissenschaftler und Ärzte raten dazu, die bisherige Zielmarke der Bundesregierung zu überdenken - in die eine oder andere Richtung.

    Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach fordert, die Zielmarke für ein Ende des Lockdowns auf bundesweit 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu verschärfen. Als Grund verwies Lauterbach auf neue Varianten des Coronavirus. Die Virologin Melanie Brinkmann geht sogar einen Schritt weiter: Sie sprach sich dafür aus, eine Lockerung von Corona-Maßnahmen erst bei einer Inzidenzzahl von 10 durchzuführen. Nur so seien die Kontaktnachverfolgung möglich und die Testkapazitäten ausreichend, sagte sie im Deutschlandfunk. Eine Inzidenzzahl von 50 sei das Maximum, das erreicht werden dürfe. Wenn der Reproduktionswert vier Wochen lang bei 0,7 liege, könne die Pandemie erfolgreich bekämpft werden.

    50 im Winter "illusorisch"

    Der Epidemiologe Klaus Stöhr hält das Ziel einer Inzidenz von 50 oder sogar niedriger im Winter schlicht für "illusorisch". Er sagte bei n-tv, in unserer Klimazone sei das Ziel einer 50er-Inzidenz nicht machbar. Bei einer so hohen Infektiosität und weil noch mehr als 90 Prozent der Bevölkerung keine Immunität gegen das Virus entwickelt hätten, "können selbst drastische Einschränkungen die dauernde Viruszirkulation nur in einem begrenzten Umfang und dann nur über einen kurzen Zeitraum reduzieren". Erfahrungen aus anderen Ländern wie Irland, Israel oder Belgien zeigten, dass die Zahlen nach einem harten Lockdown schnell wieder steigen können und dann wiederholt Verschärfungen der Maßnahmen nötig seien.

    Auch der Medizinstatistiker Gerd Antes hält das Festhalten an dem Inzidenzwert 50 für nicht richtig. Anstatt auf die tägliche Zahl der Neuinfizierten zu achten, müssten die Daten viel differenzierter betrachtet werden. Ein Indikator könnte seiner Ansicht nach die Auslastung der Intensivkapazitäten in Krankenhäusern sei. Insgesamt sei man jetzt nicht wirklich schlauer als zu Beginn der Pandemie, kritisierte er im Deutschlandfunk.

    In Deutschland liegt die Sieben-Tages-Inzidenz derzeit bei 139,4. 67 Landkreise weisen einen Wert von mehr als 200 auf. Die interaktive Karte des Robert Koch-Instituts, auf dem der Inzidenzwert nach Landkreisen aufgeschlüsselt dargestellt wird, zeigt sich fast flächendeckend im dunkelroten Bereich. (Stand 5.1.21)

    Fixwert aus dem Frühjahr 2020

    Die Bundesregierung peilt weiterhin eine Inzidenz von 50 an. Die Zahl stammt aus dem Frühjahr 2020, als die sogenannte erste Infektionswelle Deutschland erfasste. Bundeskanzlerin Merkel begründete damals die Festlegung auf den Inzidenzwert 50 mit der personellen Ausrüstung in den Gesundheitsämtern. Bei den Behörden sei ein Team von fünf Leuten pro 20.000 Einwohner eingeteilt, das die Infektionsketten zurückverfolgen und Kontaktpersonen informieren müsse. Das sei bei einem Inzidenzwert von 50 noch zu leisten. Dieser Wert wird von Landkreis zu Landkreis betrachtet; und sobald er über 50 steigt, werden die Coronaschutzmaßnahmen seitdem verschärft. Unter anderem wird die sogenannte Infektionsbremse aktiviert.

    Mit Blick auf die in Großbritannien aufgetretene Virus-Mutation sagte Bundeskanzlerin Merkel, dass die Zahl 50 nochmals an Bedeutung gewonnen habe. Hier müsse man besonders vorsichtig sein. Es gebe eine "neue und besondere Lage".

    Trotzdem stellt sich die Situation nach Einschätzung vieler Experten anders dar. Der leitende Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Intektionsforschung, Gérard Krause, etwa betonte im "Spiegel": "Die Belastungsgrenze der Gesundheitsämter ist ja nicht in Stein gemeißelt. Gerade in Bezug auf das Kontaktpersonenmanagement gibt es mehrere Möglichkeiten, diese Belastungsgrenze positiv zu beeinflussen: mehr geschultes Personal und Einsatz digitaler Systeme sind nur zwei davon."

    (Stand: 5.1.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 19.600 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

    Außerdem wurden 1.060 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion verzeichnet, gab das RKI bekannt. Diese Zahlen sind aber bedingt durch die Anzahl der Tests und verzögerte Meldungen nur eingeschränkt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Der bundesweite Durchschnitt der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz lag am Morgen bei 155.

    (Stand: 13.1.2021, 7.00 Uhr)

    Allgemein gilt der Hinweis des RKI, dass die übermittelten und ausgewiesenen Fallzahlen den Verlauf generell nicht vollständig widerspiegeln können, da es unterschiedlich lange dauere, bis es nach dem Erkrankungsbeginn "zu einer Covid-19-Diagnose, zur Meldung und zur Übermittlung des Falls an das RKI" komme. Hier erklären wir, wie wir mit den Zahlen umgehen.

    Testzahlen über Feiertage geringer - Hohe Positivquote

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 53 fielen demnach 16,1 Prozent der Tests positiv aus - ein deutlicher Höchststand. In der Woche zuvor waren es 12,96 und in der Woche davor 11,57 Prozent. Insgesamt wurden dem RKI in der Kalenderwoche 53 exakt 789.680 durchgeführte Tests übermittelt (Vorwoche: 1.071.001). Der starke Rückgang bei den Tests sowie der deutliche Anstieg der Positivquote bedingen einander teilweise, weil womöglich stärker symptombezogen getestet wurde. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein. (Stand: 6.1.)

    Die Lage in den Bundesländern

    Mit 3.895,5 Infektionen pro 100.000 Einwohnern wurde im Verlauf der Pandemie bisher in Sachsen die höchste Zahl an Infektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl festgestellt. Danach folgen Bayern (2.755), Thüringen (2.509,3), Hessen (2.430,7) und Nordrhein-Westfalen (je 2.426,4) . Die wenigsten Fälle gab es demnach bislang in Mecklenburg-Vorpommern (952,4 je 100.000 Einwohner). (Stand: 13.1.)

    In absoluten Zahlen hat Nordrhein-Westfalen laut RKI mit 435.464 bestätigten Infektionen die meisten Fälle. 8.402 Menschen sind bislang in NRW im Zusammenhanga mit einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben. In Bayern wurden bisher 361.582 Infektionen bestätigt, es gab 8.216 Todesfälle. Baden-Württemberg verzeichnet mit 264.735 die drittmeisten laborbestätigten Infektionen sowie 5.758 Todesfälle. Die niedrigsten Zahlen weist laut RKI Mecklenburg-Vorpommern auf (15.316 Infektionen/260 Todesfälle). (Stand: 13.1.)

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen - auch mit Covid-19-Fällen. Derzeit werden im Register 24.255 Intensivbetten für erwachsene Patientinnen und Patienten gemeldet, von denen 3.645 frei sind. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung steht. Auf Intensivstationen in Deutschland liegen aktuell 5.187 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.994 invasiv beatmet werden. (Stand 13.1.)

    Das Intensivregister zeigt die Belegung der Stationen auch für die einzelnen Städte und Landkreise an. Mehr zur Lage in den Krankenhäusern lesen Sie hier.

    Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher etwa 33 Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten verstorben. (Stand 9.1.)

    Mehr als 613.000 Menschen in Deutschland geimpft

    Nach jüngsten Angaben des RKI haben in Deutschland bereits 688.782 Personen die erste der beiden Dosen einer Covid-Schutzimpfung erhalten. Binnen 24 Stunden stieg dieser Wert um 60.858. (Stand: 12.1.)

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    Ansteckung und Übertragung

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  • Corona-LockdownSo setzen die Länder die Beschlüsse um

    Nach der Einigung von Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gilt vorerst bis Ende Januar ein verlängerter und verschärfter Lockdown. Die Beschlüsse haben die einzelnen Bundesländer unterschiedlich umgesetzt.

    Über das Ziel bestand in der Bund-Länder-Runde Einvernehmen.

    Eine Übersicht:

    - Die Sieben-Tages-Inzidenz soll wieder auf einen Wert unter 50 gedrückt werden.

    - Der Lockdown für Gastronomie und Einzelhandel wird bis zum 31. Januar verlängert.

    - Verschärfungen der bisherigen Regelungen soll es etwa in Landkreisen mit einer Inzidenz von über 200 geben.

    - Die Kontaktbeschränkungen werden verschärft.

    - Die Maßnahmen für Schulen und Kitas werden verlängert.

    - Das Kinderkrankengeld pro Elternteil soll um zehn Tage ausgeweitet werden.

    Der Zeitplan:

    Die neuen Verordnungen sind inzwischen in allen Bundesländern in Kraft. In Hamburg gelten sie bereits seit Freitag, dem 8. Januar, in Brandenburg seit dem 9. Januar, in Berlin, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen seit Sonntag, 10. Januar. In Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein traten sie am Montag, den 11. Januar in Kraft.

    Im besonders stark von der Pandemie betroffenen Sachsen soll der Lockdown bis zum 7. Februar gelten, wie das Landeskabinett beschloss.

    Kontaktbeschränkungen

    Ein Haushalt plus eine weitere Person dürfen zusammenkommen. Um Eltern die Betreung unter anderem mehrerer Kinder zu ermöglichen, gibt es Änderungen.

    In Brandenburg, Sachsen, Bremen und Baden-Württemberg sollen Kinder von der maximalen Personenzahl ausgenommen werden, in Berlin Kinder von Alleinerziehenden und in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz kleinere Kinder. Bayern und Baden-Württemberg wollen Betreuungsgemeinschaften mit einer anderen Familie erlauben. In Mecklenburg-Vorpommern kann es bei den Kontaktbeschränkungen für Kinder bis zwölf Jahre Ausnahmen geben. Dies gilt, wenn es für die Betreuung notwendig ist.

    Schleswig-Holstein macht grundsätzlich für die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen eine Ausnahme, Niedersachsen bei Menschen mit Behinderung und Kindern von getrennt lebenden Eltern.

    Schulen und Kitas

    Schulen und Kitas sollten grundsätzlich geschlossen bleiben, die Bundesländer handhaben gerade diesen Punkt jedoch sehr unterschiedlich.

    In Rheinland-Pfalz und Hessen bleiben die Schulen offen, die Präsenzpflicht für die Klassen 1 bis 6 entfällt. Auch Hamburger Schüler, die zu Hause nicht lernen können, dürfen weiter zur Schule gehen. Baden-Württemberg will abhängig vom Infektionsgeschehen Grundschulen und Kitas ab 18. Januar wieder öffnen, sowie Präsenzunterricht für Abschlussklassen erlauben. In Berlin soll Unterricht in Kleingruppen für die Abschlussklassen 10, 12 und 13 möglich sein. In Thüringen dürfen nur Abschlussjahrgänge auch im Januar für Klausuren oder andere Aufgaben in die Schulen.

    Bremen setzt die Schulpflicht aus und lässt die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Mecklenburg-Vorpommern ließ das Vorhaben, von Mitte Januar an regional wieder Präsenzunterricht für Schüler bis Klasse sechs zu gewährleisten, wieder fallen. Die Abschlussklassen sollen wieder zur Schule gehen können.

    Ausnahmen für Abschlussklassen und ihre Prüfungen gibt es auch in anderen Ländern. Mehrere Länder lassen zudem Präsenzunterricht in Förderschulen zu.

    Gebiete mit hohen Infektionszahlen

    In Landkreisen mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche sollen sich Menschen ohne triftigen Grund nicht mehr als 15 Kilometer vom Wohnort entfernen. Die Umsetzung liegt aber auch hier bei den Ländern.

    Baden-Württemberg plant derzeit keine entsprechende Regel. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sollen Kommunen darüber entscheiden. In Thüringen gilt die Regel als Empfehlung, im Landkreis Hildburghausen allerdings als verpflichtend. Rheinland-Pfalz will Maßnahmen in Hotspots eng mit den Kommunen absprechen. In Schleswig-Holstein soll es keinen Automatismus für die Regel geben. Bei der Umsetzung sollen auch die Gründe für das Ausbruchsgeschehen berücksichtigt werden.

    (Material von dpa, Stand: 11.01.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Neue Regeln: So setzen die Länder die Beschlüsse um (Stand 11.01.)

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    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
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    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 09.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • Spahns Corona-ImpfplanWer wird zuerst geimpft, wer später?

    Nach den Weihnachtsfeiertagen wurde mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) hatte zuvor die Impfverordnung vorgestellt, die die Reihenfolge festlegt. Begonnen wurde mit den Pflegeeinrichtungen und den über 80-Jährigen. Mit welchen Gruppen geht es dann weiter? Eine Übersicht.

    Erste Gruppe

    Hierzu gehören Menschen ab 80 Jahren sowie diejenigen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zur ersten Gruppe gehört zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet.

    Diese erste Gruppe umfasst etwa 8,6 Millionen Menschen. Bis Ende Januar werden laut Ministerium deutschlandweit höchstens vier Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Alle Lieferungen werden nach ihrem Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt. Für das gesamte erste Quartal wird mit elf bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet. Minister Spahn sprach davon, dass die "Impfung der Schwächsten" ein bis zwei Monate dauern könnte. Doch da jeder zweimal geimpft werden muss, dürfte dieses Ziel bei der erwarteten Mengen der Dosen nicht erreicht werden.

    Zweite Gruppe

    Alle ab 70 Jahren sowie Menschen mit einem sehr hohen Risiko oder einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu gehören Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21, einer geistigen Behinderung und Transplantationspatientinnen und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen können sich dann impfen lassen.

    Zur zweiten Gruppe gehören auch Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften sowie Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung öffentlicher Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

    Dritte Gruppe

    Alle Menschen ab 60, stark Übergewichtige mit einem Body-Mass-Index über 30, Menschen mit chronischer Nieren- oder Lebererkrankung, Patientinnen und Patienten mit Immundefizienz und HIV-Infizierte sowie Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Erfasst sind außerdem Krebs- und Asthmakranke sowie Menschen mit Autoimmun- oder rheumatischen Erkrankungen. Auch Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind, sowie Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrerinnen und Lehrer gehören dazu.

    Spahns Verordnung sieht mit den drei Gruppen nur halb so viele vor, wie der Vorschlag der Impfkommission Stiko genannt hatte. Anders als bei der Stiko-Empfehlung ist es bei der Regelung des Ministers auch möglich, innerhalb einer Gruppe zu priorisieren.

    Wann können sich Bürgerinnen und Bürger impfen lassen, die keiner der Gruppen angehören?

    Hierzu gibt es unterschiedliche Aussagen. Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vor dem Sommer. Aber es bleibt abzuwarten, welche weiteren Impfstoffe zugelassen werden und ob sie dann auch in hoher Stückzahl geliefert werden können.

    Bundesgesundheitsminister Spahn hat das Ziel ausgegeben, "ab Mitte 2021" allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot zu machen.

    Wo wird geimpft und wie erfahre ich davon?

    Zunächst in den dafür eingerichteten Impfzentren, von denen jeder Landkreis eines bekommen soll. Später soll es auch in den Arztpraxen möglich sein. Mobile Impftrupps kommen laut Spahn in den Heimen zum Einsatz, aber auch bei Hochbetagten und Pflegebedürftigen zuhause, die nicht in ein Zentrum gehen können.

    Die Impfberechtigten würden informiert, wann es für sie losgehe - etwa per Schreiben oder über eine Hotline, kündigte der Minister an. "Mann wird und Frau wird erfahren, wann sie jeweils dran sind", sagte er. Von Anfragen bei den Zentren und in Arztpraxen sollte man zunächst absehen, um diese nicht zu überlasten.

    Wer bezahlt die Impfung?

    Der Bund bezahlt die Impfstoffe. Den Aufbau und die Organisation der Impfzentren finanzieren die Länder sowie die Krankenkassen. Die Länder sowie die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen teilen sich die Kosten für den Aufbau und Betrieb der Impfzentren.

    Werden die Impfungen registriert?

    Ja, allerdings anonym. Es werden nicht-personenbezogene Daten dazu erfasst, wie viele Menschen, in welcher Altersgruppe und wo geimpft werden. Nach Rechnung des Bundesgesundheitsministeriums und vieler Expertinnen und Experten ist eine Herdenimmunität bei Sars-CoV-2 erreicht, wenn mindestens zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sind.

    Eine Zusammenfassung rund um die Impfung auch zur Sicherheit des Vakzin und möglichen Nebenwirkungen können Sie hier nachlesen.

    Einzelheiten über den Verlauf der Impfungen in Deutschland erfahren Sie auch in der Deutschlandfunk-Sendung Marktplatz: "Corona-Impfung praktisch: Abläufe und Nachverfolgung" (Audio-Link zum Nachhören)

    (Stand: 26.12.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 12.01.)
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    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Erkrankte: Neue Erkenntnisse bei der Suche nach Medikamenten (Stand: 06.01.)
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    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
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    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 24.12.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • CoronavirusWie, wann und wo kann ich mich impfen lassen?

    Die groß angelegten Corona-Schutzimpfungen in Deutschland haben begonnen. Termine lassen sich derzeit allerdings noch nicht überall ausmachen. Wer zuerst zum Zuge kommt und was bereits über das Verfahren bekannt ist, haben wir hier zusammengefasst.

    Wer wird zuerst geimpft?

    Noch liegt nicht genügend Impfstoff vor, um alle Menschen direkt impfen zu können. Deswegen wurde nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission eine Reihenfolge festgelegt. Menschen, bei denen das Risiko eines schweren Verlaufs hoch ist sowie Menschen mit einer hohen Ansteckungsgefahr aus beruflichen Gründen, sollen zuerst die Möglichkeit erhalten, sich impfen zu lassen. Gestartet wurde bereits mit mobilen Impfteams in Senioren- und Pflegeheimen. Schritt für Schritt soll die Impfung der gesamten Bevölkerung offen stehen - zunächst in speziellen Impfzentren.

    Wann komme ich zum Zuge?

    In vielen Bundesländern sind die Impfzentren bereits einsatzbereit. Eine Terminvereinbarung wird durch die Länder geregelt. Sie ist aktuell aber noch nicht überall möglich. Und auch nicht überall werden berechtigte Personen direkt von den Ländern informiert. In verschiedenen Bundesländern kommen neben einer Hotline auch weitere Möglichkeiten der Terminvergabe hinzu - etwa über eine Homepage oder per App. Auf der Seite impfterminservice.de lassen sich in der Online-Terminbuchung bisher die Länder Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg und Sachsen-Anhalt auswählen. Das bedeutet jedoch noch nicht automatisch, dass sich dort auch Termine ausmachen lassen. Die allgemeine Informations-Hotline ist unter 116 117 erreichbar, teilweise werden darüber auch Terminvereinbarungen getroffen.

    Übersicht zur Terminvergabe für eine Corona-Schutzimpfung in den einzelnen Ländern:

    Baden-Württemberg: Erste Termine lassen sich bereits über eine zentrale Plattform ausmachen. Personalisierte Einladungen erfolgten nicht, heißt es auf einer Informationsseite des Landes. Bürgerinnen und Bürger würden etwa über Priorisierung und Terminvergabe durch Öffentlichkeitsarbeit informiert, beispielsweise über das Landesportal Baden-Württemberg.de.
    (Stand: 9.1.)

    Bayern: Die Terminvergabe erfolgt laut bayerischem Gesundheitsministerium über die direkte Telefonnummer des jeweiligen Impfzentrums. Hierfür gibt es eine Suchfunktion im Internet.
    (Stand: 9.1.)

    Berlin: Die Terminvergabe erfolgt nur nach schriftlicher Einladung per Brief. Alle nötigen Informationen seien in dem Schreiben enthalten, heißt es auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung. In Berlin erfolge keine Terminvergabe über die Nummer 116 117.
    (Stand: 9.1.)

    Brandenburg: Wie das Land mitteilt, ist seit 4. Januar ein Call-Center für die Terminvergabe eingerichtet - man erreicht es unter 116 117. Seit 5. Januar sind die Impfzentren in Potsdam und Cottbus geöffnet, weitere neun sollen bis Anfang Februar folgen.
    (Stand: 9.1.)

    Bremen: Bürgerinnen und Bürger, die impfberechtigt sind, erhalten eine Einladung zur Terminvereinbarung per Post, so die Bremer Verwaltung. Das Impfzentrum dürfe keinesfalls ohne Termin aufgesucht werden, heißt es.
    (Stand: 9.1.)

    Hamburg: Derzeit impfberechtigt sind Bewohner und Beschäftigte in Pflegeheimen sowie Beschäftigte bei ambulanten Pflegediensten. Termine können unter 116 117 oder online hier vereinbart werden.
    (Stand: 9.1.)

    Hessen: Das Sozialministerium teilt mit, dass Bürgerinnen und Bürger, die "zu einer priorisiert zu impfenden Bevölkerungsgruppe zählen", über "die Möglichkeit und Terminierung der Impfung zeitnah informiert" würden – sobald zugelassene Impfstoffe in ausreichender Anzahl verfügbar seien und die Impfzentren in Betrieb gingen. Die Vergabe der Termine ab 12. Januar läuft über die Nummer 116 117 oder online hier.
    (Stand: 9.1.)

    Mecklenburg-Vorpommern: Seit Anfang Januar werde in den entsprechenden Zentren geimpft, heißt es auf der Internetseite des Landesamtes für Gesundheit. Wer dafür in Frage komme, werde per Post informiert. Wer die Einladung erhalten habe, könne mit dem Impf-Zentrum unter der Nummer 0385 2027 1115 einen Termin vereinbaren.
    (Stand: 9.1.)

    Niedersachsen: Seit Mitte Dezember gibt es eine allgemeine Impf-Hotline: 0800 99 88 665. Termine lassen sich darüber jedoch nicht ausmachen. Im Januar soll dann auch eine Onlineplattform zur Verfügung stehen, über die Anmeldungen erfolgen können. Eigentlich sei für den 6. Januar geplant gewesen, mit der Terminvergabe zu beginnen. Wegen der Knappheit des Impfstoffs sehe man davon aber zunächst ab, teilte die Landesregierung mit.
    (Stand: 9.1.)

    Nordrhein-Westfalen: Wer noch mobil ist, wird laut nordrhein-westfälischem Gesundheitsministerium "in den kommenden Wochen durch Medienberichte und Post vom Ministerium erfahren, wenn der Zeitpunkt für eine Terminvereinbarung mit dem zuständigen Impfzentrum über die zentrale Telefonnummer 116 117 gekommen" sei. Dazu müsse zunächst aber ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen. Die Anmeldung werde dann auch über eine Internetseite und eine App für das Smartphone möglich sein.
    (Stand: 9.1.)

    Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz hat nach eigenen Angaben am 7. Januar mit den Impfungen begonnen. Die Terminvergabe erfolge entweder telefonisch über die Nummer 0800 / 57 58 100 oder über die Internetseite www.impftermin.rlp.de. Dort erhalte man die Daten für die erste und zweite Impfung in einem Zentrum in der Nähe sowie einen Aufklärungsbogen.
    (Stand: 9.1.)

    Saarland: Hier sind zwei Wege zur Terminvereinbarung angedacht - per Hotline unter 0800 999 1599 und über ein Online-Portal. Wer zu einer priorisierten Berufsgruppe zählt, muss neben dem Personalausweis und der Krankenversichertenkarte einen Nachweis des Arbeitgebers vorhalten.
    (Stand: 9.1.)

    Sachsen: Auf einer Internetseite des Freistaats heißt es, die Termine zur Impfung würden an entsprechend priorisierte Personengruppen je nach Verfügbarkeit vergeben. Die Vergabe erfolge über eine zentrale Hotline oder online. Die telefonischen Kontaktdaten werde man rechtzeitig veröffentlichen. Derzeit könnten allerdings keine individuellen Termine für Impfungen vereinbart werden, schränkte der Freistaat ein.
    (Stand: 9.1.)

    Sachsen-Anhalt: Das Land vergibt ab dem 11. Januar erste Termine für die Corona-Impfung von Einzelpersonen. Die Regierung Sachsen-Anhalts hatte bereits mitgeteilt, eine Anmeldung werde telefonisch über 116 117 und online möglich sein.
    (Stand: 9.1.)

    Schleswig-Holstein: Aktuell sind nach Auskunft der Landesregierung nahezu alle Termine der ersten beiden Wochen vergriffen. Ab Dienstag, 12.1., gebe es neue Verfügbarkeiten. Schleswig-Holstein verweist dabei auf die Nummer 800 455 6550 und die Internetseite www.impfen-sh.de.
    (Stand: 9.1.)

    Thüringen: Ab dem 13 Januar beginnen die eingerichteten Zentren mit den Impfungen - zunächst für Menschen der Stufe "Höchste Priorität". Termine können online über das Terminvergabe-Portal vereinbart werden. Zuletzt sorgten Berichte über einen Cyberangriff auf das Portal für Schlagzeilen.
    (Stand: 9.1.)

    Wie läuft die Impfung ab?

    Am Tag der Impfung werden Patienten nach der Anmeldung vom medizinischen Personal über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. Zu dem Termin müssen die Terminbestätigung, der Impfpass und medizinisch relevante Unterlagen mitgebracht werden, zum Beispiel, wenn Vorerkrankungen vorliegen oder eine besondere medizinische Indikation zu beachten ist.

    Nordrhein-Westfalen bietet beispielsweise ein Merkblatt zum Download an, auch andere Länder haben ähnliche Angebote. Die Impfung wird von ärztlichem Personal durchgeführt. Anschließend müssen Patienten 30 Minuten warten, ehe sie die Heimreise antreten dürfen. Nach wenigen Wochen steht dann die zweite Impfung an.
    (Stand: 9.1.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • Covid-19Was über die Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer bekannt ist

    In Deutschland, aber auch international, sind die Immunisierungen gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer angelaufen. Viele haben auf diesen Moment gewartet, doch die verhältnismäßig hohe Geschwindigkeit der Zulassung verunsichert auch. Es stellt sich unter anderem die Frage nach möglichen Nebenwirkungen.

    Das Präparat - ein mRNA-Impfstoff - basiert auf einer neuartigen Methode. Geprüft und zugelassen hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA in Amsterdam. Deren Gutachten macht es nun nach Zustimmung durch die Europäische Kommission möglich, diesen Impfstoff EU-weit einzusetzen.

    Womit muss man unmittelbar nach der Impfung rechnen?

    In den klinischen Phase-3-Studien traten bei zahlreichen Probanden Schmerzen an der Einstichstelle auf. In konkreten Zahlen heißt das: Bei 66 bis 83 Prozent der Studien-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern. Viele beklagten auch Müdigkeit und Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Muskelschmerzen. Elf Prozent der Älteren und 16 Prozent der Jüngeren entwickelten zudem Fieber.

    Dies zählt laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) und dem Paul Ehrlich-Institut zu den üblichen Impf-Nebenwirkungen. Solche Reaktionen zeigen, dass der Körper die Information über den Krankheitserreger, gegen den die Impfung wirken soll, verarbeitet. Das Immunsystem reagiert genau richtig: Es produziert Antikörper, die bei einer möglichen Infektion mit Sars-CoV-2 schützen.

    Einzelne Fälle von ungewöhnlichen Reaktionen in USA und Großbritannien

    Da die Geimpften sehr genau beobachtet werden, werden auch Abweichungen von "normalen" Impfreaktionen schnell publik. In Großbritannien, aber auch im US-Bundesstaat Alaska wurden insgesamt drei Fälle bekannt, bei denen frisch Geimpfte eine schwere allergische Reaktion zeigten; man spricht von einem anaphylaktischen Schock. Es handelt sich dabei um eine akute Situation, häufig mit Atemnot, die schnellstmöglich ärztlicher Behandlung bedarf. Von beiden Geimpften in Großbritannien war bereits bekannt, dass zu einer solchen Reaktion neigen; sie trugen deshalb eine Adrenalin-Fertigspritze bei sich. Von der Person in Alaska war eine solche Neigung nicht bekannt.

    Die britische Arzneimittelbehörde MHRA warnte daraufhin Menschen mit einer anaphylaktischen Vorgeschichte vor der Impfung. Nicht betroffen sind Personen mit Allergien minder schwerer Ausprägung wie Heuschnupfen oder Ähnlichem.

    Nach Angaben von Pfizer waren Personen mit schweren Reaktionen auf Impfstoffe oder darin enthaltene Zusätze von den Studien ausgeschlossen. Vermutet wird, dass die anaphylaktische Reaktion in den bekannt gewordenen Fällen durch Polyethylenglykol (PEG) ausgelöst wurde, einen Stabilisator des neuen Vakzins. In anderen Impfstoff-Typen wird PEG nicht verwendet.

    Was sollte man tun, wenn ungewöhnliche Nebenwirkungen auftreten?

    Wer sich hat impfen lassen und den Verdacht hat, dass andere Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten, sollte dies dem Hausarzt oder der Hausärztin melden. Hausärzte und Gesundheitsämter geben die Information über ungewöhnliche körperliche Reaktionen an das Paul Ehrlich-Institut weiter. Dort werden sie dann systematisch in einer Datenbank erfasst und bewertet. Bewertet heißt: Es werden auch die Vorerkrankungen des Geimpften daraufhin analysiert, ob es einen Zusammenhang mit den Reaktionen nach der Impfung geben könnte.

    Was passiert dann mit den Informationen?

    Das Paul Ehrlich-Institut gibt sämtliche Informationen an die EMA weiter. Dort werden die Meldungen in einer zentralen Datenbank erfasst. Falls es bei bestimmten Gesundheitsbeschwerden tatsächlich einen statistisch signifikanten Zusammenhang zur Impfung gibt, würden diese Nebenwirkungen sehr schnell registriert, heißt es bei der EMA.

    App "SafeVacc" entwickelt

    Besondere Aufmerksamkeit liegt dabei auf sehr seltenen Impfnebenwirkungen, die bei maximal einem von 100.000 Geimpften auftreten. Ein Werkzeug für die Registrierung von unerwünschten Reaktionen soll eine App namens "SafeVacc" sein, die das Paul Ehrlich-Institut entwickeln ließ, um Nebenwirkungen zu melden.

    Das Paul Ehrlich Institut will mit Hilfe dieser App Daten sammeln. Wer die Studie unterstützen und die App nutzen will, muss beispielsweise Fragen zum eigenen Gesundheitszustand beantworten. So werden Daten über die Häufigkeit, die Schwere und die Dauer von unerwünschten Reaktion zusammengetragen. Die App sammelt aber nicht nur Daten über Komplikationen, sondern dokumentiert auch Impfungen, bei denen keinerlei Probleme auftraten und die Geimpften das Vakzin sehr gut vertragen haben.

    Zusätzlich ermöglicht es ein Netzportal der Bundesregierung, Impf-Komplikationen direkt und online zu melden.

    Wie wird die Öffentlichkeit EU-weit über einen konkreten Zusammenhang zwischen Impfung und Komplikationen informiert?

    Zunächst kommuniziert die in Europäische Arzneimittelbehörde in einem solchen Fall mit den Herstellern. Die Hersteller wiederum verschicken dann sogenannte "Rote Hand Briefe" an Ärzte, also Dringlichkeits-Briefe, in denen Ärzte und Patienten vor bestimmten Nebenwirkungen gewarnt werden. Gleichzeitig werden diese Informationen auch auf der Homepage des Paul Ehrlich-Instituts und auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte veröffentlicht.

    Warum ist ein solcher Aufwand notwendig?

    Mit dem sogenannten mRNA-Impfstoff handelt es sich um eine neuartige Impfstoffklasse. Dabei werden - vereinfacht gesagt - Baupläne für Virusproteine in Muskelzellen gespritzt. Dort werden diese Virusproteine dann produziert, so dass sie eine Immunreaktion auslösen. Auch der zweite Impfstoff, der in den USA eben eine Notfallzulassung erhalten hat und für den die EMA Anfang Januar ein Gutachten vorlegen will, ist ein solches mRNA-Vakzin. Weil die Datenlage bei möglichen Nebenwirkungen dieser Art von Vakzinen noch nicht sehr breit ist, haben die Behörden ein großes Interesse an einem funktionierenden, schnellen Meldesystem und an einer größtmöglichen Sicherheit der Geimpften. Zudem können es sich die Pharmaunternehmen nicht leisten, Nebenwirkungen zu verschweigen oder zu verharmlosen.

    Zudem laufen klinische Studien weiter an den Probanden, die im Rahmen der Wirksamkeitsprüfung geimpft wurden. Diese werden weiter beobachtet. Falls zeitverzögert Komplikationen aufträten, die auf die Impfung zurückgeführt werden können, würden diese Informationen sofort weitergegeben. (Stand: 4.1.21)

    Einzelheiten über den Verlauf der Impfungen in Deutschland erfahren Sie auch in der Deutschlandfunk-Sendung Marktplatz: "Corona-Impfung praktisch: Abläufe und Nachverfolgung" (Audio-Link zum Nachhören)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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  • Covid-19So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus

    Als hoffnungsvollstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gelten Impfstoffe. Inzwischen sind erste Präparate zugelassen. Doch die weltweite Forschung geht weiter.

    Normalerweise dauert es viele Jahre, bis ein Impfstoff gegen einen Krankheitserreger gefunden ist - und der Prozess kann in jeder Phase scheitern. Warum es für gewöhnlich so lange dauert, haben die Kollegen von "Forschung aktuell" hier erklärt.

    Viren-Erbgut war schnell bekannt

    Im Fall von Sars-CoV-2 hatten die Forschenden Glück: Die Sequenz des Viren-Erbguts, in diesem Fall einzelsträngige RNA, war schnell bekannt und die ersten Forschungsprojekte konnten bereits Anfang 2020 in Angriff genommen werden.

    Welche Impfstoffe sind bereits zugelassen?

    In der Europäischen Union sind zwei Impfstoffe zugelassen: der mRNA-Impfstoff der deutschen Firma Biontech, der zusammen mit dem US-Unternehmen Pfizer produziert wird und ein ähnlich aufgebauter Impfstoff der US-Pharmafirma Moderna. Das Biontech/Pfizer-Vakzin wird bereits in zahlreichen Ländern verabreicht, etwa auch in Kanada und Großbritannien.

    Als nächstes könnte dann über den eher klassischen Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns AstraZeneca entschieden werden, der bei normalen Kühlschrank-Temperaturen gelagert werden und damit auch leichter über Hausarztpraxen verteilt werden kann. Ein Termin dafür ist in der EU noch nicht bekannt.

    In Großbritannien wurde dieser Impfstoff zum Jahresende zugelassen. Auch Indien, Argentinien und Mexiko haben den Einsatz des Vakzins bereits genehmigt. Der Impfstoff von Moderna wurde in Israel von den Gesundheitsbehörden zur Verwendung freigegeben. Man habe sechs Millionen Impfdosen gesichert und erwarte die ersten Lieferungen im Januar, teilte das Gesundheitsministerium mit. In einigen weiteren Ländern sind zudem Impfstoffe aus China und Russland (siehe unten) im Einsatz.

    Wie wird ein Impfstoff bis zur Zulassung getestet?

    Ein Impfstoffkandidat durchläuft bis zur Zulassung mehrere Phasen. In Phase I geht es noch nicht um die Wirksamkeit eines Präparats, sondern um dessen Sicherheit. Tests erfolgen an einer kleinen Gruppe von unter 100 Personen. In Phase II wird der Stoff an bis zu 1.000 Menschen meist in verschiedenen Dosierungen getestet und sichergestellt, dass der Körper einen Schutz gegen das Virus entwickelt. In Phase III wird der Stoff mehreren tausend Freiwilligen verabreicht. Es geht unter anderem um die Bestätigung der Dosierung sowie um seltenere Wechsel- und Nebenwirkungen. Mehrere Studien sind bereits seit Längerem in der dritten und letzten Phase vor der Zulassung.

    Wie wirksam sind die bisherigen Impfstoffe?

    Nach Angaben des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer erweist sich deren Impfstoff in 95 Prozent der Fälle als wirksam. Man sei optimistisch, dass die immunisierende Wirkung einer Impfung mindestens ein Jahr lang anhalten werde, hieß es nach dem Bekanntwerden erster Studienergebnisse. Auch der Impfstoff von Moderna erreicht mit 94,5 Prozent eine ähnlich hohe Wirksamkeit.

    Der Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford ist mit etwa 70 Prozent weniger wirksam als jene von Biontech und Moderna. Wird die Dosierung individualisiert, kann laut AstraZeneca auch eine höhere Wirksamkeit erzielt werden.

    Aktuell prüfen mehrere Unternehmen, ob ihre Impfstoffe auch gegen die neue Coronavirus-Variante aus Großbritannien wirksam sind. Bisher zeigten sich die Firmen und die zuständigen Behörden zuversichtlich.

    Welche weiteren aussichtsreichen Impfstoffkandidaten gibt es?

    Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac startete im Dezember mit der relevanten klinischen Phase-III-Studie für seinen mRNA-Impfstoff mit voraussichtlich mehr als 35.000 Teilnehmenden. Mit ersten Ergebnissen rechnet das Unternehmen nach eigenen Angaben Ende des ersten Quartals 2021. Mit der EU-Kommission hat Curevac bereits einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Impfdosen geschlossen.

    Das Unternehmen Johnson&Johnson erwartet erste Zwischenergebnisse seiner Phase-III-Studie Ende Januar. Ende Dezember startete auch das US-Unternehmen Novavax mit einer Phase-III-Studie in den USA.

    Wie steht es um die Impfstoffe aus Russland?

    Russland hatte als erstes Land weltweit bereits im August einen Impfstoff zugelassen - ohne Tests an mehreren zehntausend Menschen. In der Hauptstadt Moskau begannen Anfang Dezember Massenimpfungen gegen das Coronavirus. Nach Angaben des russischen Gesundheitsministeriums ist "Sputnik V" in mehr als 90 Prozent der Fälle wirksam. Allerdings werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht: Da der Impfstoff vor Abschluss der dritten Prüfphase freigeben wurde, warfen viele Länder der russischen Regierung vor, die Gesundheit der Menschen aufs Spiel zu setzen und die allgemeine Akzeptanz des Impfens zu schmälern.

    Wie sicher werden die Impfstoffe sein?

    Sowohl Bundesgesundheitsminister Spahn als auch Forschungsministerin Karliczek betonten, dass es bei der Entwicklung keine "riskanten Abkürzungen" geben werde. Absolute Priorität habe die Sicherheit. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte Karliczek.

    Auch die Zulassungsbehörden in Europa und den USA betonten mehrfach, dass auch bei beschleunigten Verfahren die Sicherheit der Präparate an oberster Stelle stehe. Bei der schnelleren Zulassung werden vor allem bürokratische Vorgänge beschleunigt - etwa indem die Zulassungsbehörden Zwischenergebnisse eingereicht bekommen und diese vor Abschluss der Studien bereits prüfen können.

    Wie geht es nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs weiter?

    Nach der Zulassung eines Impfstoffs warten zahlreiche Herausforderungen. Zunächst geht es um die massenhafte Produktion eines Vakzins. Die Hamburger Virologin Marylyn Addo sagte dazu im Deutschlandfunk, momentan stünden in der Welt nicht genug Herstellungskapazitäten zur Verfügung. Daher werde es in den kommenden Monaten zu einem Ressourcenkampf kommen. Auch der Chef der US-Firma Moderna, Stéphane Bancel, geht davon aus, dass es nicht nur anfangs, sondern etwa anderthalb Jahre lang Engpässe geben könnte. Im Spiegel sagte er, das Problem seien vor allem regulierte medizinische Rohmaterialien wie Zellkulturen, Enzyme oder Lipide. Wenn eine Komponente fehle, bringe das die gesamte Produktion zum Stillstand.

    Klar ist, dass gerade am Anfang ausgewählt werden muss, wer zuerst eine Impfung bekommt. In Deutschland haben der Deutsche Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die der Ständigen Impfkommission (StIKo) am Robert Koch-Institut dazu Empfehlungen erarbeitet. Zunächst werden seit dem 27. Dezember Menschen ab 80 Jahren geimpft, sowie diejenigen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zur ersten Gruppe gehört zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder in den Impfzentren arbeitet.

    Dann sind Menschen ab 70 Jahren sowie mit einem sehr hohen Risiko oder einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf an der Reihe. Zur dieser zweiten Gruppe gehören auch Polizei- und Ordnungsdienstbeamte sowie Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. Daraufhin folgen Menschen ab 60 und mit leichteren Vorerkrankungen. Zudem werden in dieser Gruppe Erzieher, Lehrpersonal und Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind, geimpft. Voraussichtlich ab dem Sommer können sich dann auch Menschen impfen lassen, die zu keiner dieser Gruppen gehören.

    COVAX - Impfstoffverteilung, aber fair

    Weltweit versucht die internationale Initiative "Covax" einen fairen Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu ermöglichen. Sie wird federführend von der WHO und den Impfallianzen "Gavi" und "Cepi" getragen. Bis Ende 2021 sollen zwei Milliarden Impfdosen hergestellt werden und weltweit an Pflegekräfte und durch Alter oder Vorerkrankung besonders gefährdete Menschen verteilt werden.

    Die nächste Herausforderung ist die Logistik: Wenn in kurzer Zeit Millionen Menschen geimpft werden wollen, dürfte das die Hausarztpraxen überlasten. Deshalb wurden in Deutschland großen Impfzentren etwa in Messehallen aufgebaut. Gesundheitsminister Spahn kündigte zudem an, dass mehrere Apps rund um Corona-Impfungen entwickelt werden. Mit einer soll das Terminmanagement geregelt werden, in einer weiteren sollen Nebenwirkungen gemeldet werden können. Bezahlt werden soll der Impfstoff aus dem Bundeshaushalt - das Vorzeigen einer Krankenversicherungskarte entfällt laut Spahn.

    Beendet ein Impfstoff die Pandemie?

    Die Zulassungen mehrerer Impfstoffe weltweit sind eine gute Nachricht. Doch ein Ende der Pandemie ist dadurch noch nicht gegeben. Zum einen, weil es eine gewisse Zeit dauert, bis genügend Menschen geimpft sind, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Dazu müssten sich in Deutschland nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums 55 bis 65 Prozent der Bürgerinnen und Bürger freiwillig impfen lassen - das wäre laut Spahn bis Ende Sommer 2021 möglich. Eine Impfpflicht wurde von Spahn mehrfach ausgeschlossen.

    Experten der Weltgesundheitsorganisation schätzen, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden müssten. Andere Fachleute – wie zum Beispiel der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach – gehen von einer noch höheren Durchimpfungsrate bis zu 85 Prozent aus, je nachdem, wie infektiös das Virus durch Mutationen ist und werden kann. Auch die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung schätzt, dass man eine 80- bis 85-prozentige Durchimpfung der Bevölkerung benötigt.

    Zudem ist noch nicht klar, wie lange die Impfstoffe wirksam sind und was sie genau verhindern werden - ob lediglich schwere Verläufe wegfallen oder die Verbreitung des Coronavirus zuverlässig eingedämmt wird.

    Einen Bericht zum "Rennen um die Zulassung der Corona-Impfstoffe" unserer "Hintergrund"-Redaktion finden Sie hier.

    (Stand 06.01.2021)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Gegner von Infektionsschutz-Maßnahmen: Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben (Stand: 17.12.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 09.01.)
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  • Covid-19Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests?

    Wie genau sind die Messverfahren zum Nachweis des Coronavirus? Über diese Fragestellung wird kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt geht es auch darum, ob die Corona-Auflagen verhältnismäßig sind. Ein kleines Dossier mit den wichtigsten Begriffen.

    Im Wesentlichen spielen in der Corona-Pandemie drei Testverfahren eine Rolle, wobei der sogenannte PCR-Test bisher der wichtigste ist. In dem Verfahren werden Erbinformationen des SARS-CoV-2 nachgewiesen. Dieser Test gilt als sehr sensitiv, also empfindlich. Er wird von spezialisierten Laboren durchgeführt.

    Der Antigentest weist nicht das Erbgut des Virus nach, sondern Eiweiße. Diese Methode gilt als nicht ganz so empfindlich, liefert aber deutlich schneller ein Ergebnis. Antigentests werden deshalb auch Schnelltests genannt.

    Eine andere Ausrichtung hat der Antikörpertest. Er weist eine Reaktion des Körpers auf das Virus nach. Damit kann die Frage beantwortet werden: War eine Person bereits infiziert?

    In den vergangenen Monaten sind insbesondere neue Möglichkeiten entstanden, Antigentests durchführen zu lassen. Testzentren bieten diese Schnelltests an, aber auch Arztpraxen. So kann dem erhöhten Testbedarf Rechnung getragen werden. Die Tests gehören seit Oktober zur Nationalen Teststrategie. Das Robert Koch-Institut schränkt ein, dass aufgrund der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigentests deren Einsatz nur unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Maßnahmen sein könne. Damit ein Antigentest ein positives Ergebnis anzeige, sei im Vergleich zur PCR-Testung eine größere Virusmenge notwendig. Positive Schnelltests sind ebenso wie positive Labortests meldepflichtig. Zudem soll nach einem positiven Antigentest zusätzlich ein PCR-Test gemacht werden.

    Das PCR-Verfahren wird nach wie vor als "Goldstandard" bezeichnet.

    Wie aussagekräftig ist der PCR-Test?

    Das Verfahren beantwortet die Frage, ob jemand infiziert ist, sehr zuverlässig: Laut Robert Koch-Institut gibt es nur wenige falsch positive Befunde. In den Labors werden mit einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (englisch: polymerase chain reaction, PCR) Spuren des Erbguts gezüchtet. In jeder Runde wird der Anteil verdoppelt.

    Vorteil: Kleinste Spuren werden aufgespürt. Nachteil: Der Betroffene ist vielleicht positiv getestet, aber nicht mehr ansteckend. Unter Umständen können PCR-Tests auch Wochen nach überstandener Infektion noch positiv ausfallen, wenn viel totes Virus-Material im Körper vorhanden ist. Wird dagegen in einem frühen Stadium getestet, kann die getestete Person auch erst nach der Testung nachweislich infektiös werden.

    Ein positiver Test stellt eine Infektion im Sinne des Infektionsschutzgesetzes fest. Demnach gilt als Infektion "die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus". Krankheitserreger sind unter anderem Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten, die bei Menschen "eine Infektion oder übertragbare Krankheit verursachen" können.

    Sind alle Menschen mit positivem PCR-Ergebnis ansteckend?

    Wie oben bereits angedeutet: Nein. PCR-Tests weisen nicht nach, ob ein Mensch zum Zeitpunkt des Abstriches infektiös ist oder nicht. Labordaten legen nahe, dass Infizierte zwei Tage vor Symptombeginn und zu Beginn der Krankheit am ansteckendsten sind, wie es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt. Allerdings kann das Sars-CoV-2-Virus auch bei einem asymptomatischem Infektionsverlauf übertragen werden. Das bedeutet: Man kann auch andere Personen anstecken, wenn man selbst gar nicht krank wird.

    Sind die PCR-Tests zu empfindlich?

    Das hängt davon ab, wie lange der Test läuft. Es gibt eine Kennziffer, die das Verfahren beschreibt: der sogenannte CT-Wert. Er besagt, wie viele Runden ein Test durchlaufen musste, um ein positives Ergebnis zu zeigen. Läuft der Test sehr lange, werden auch noch winzige Virusmengen nachgewiesen. Bei einem CT-Wert von über 30 sprechen Virologen von einer geringen Konzentration. Womöglich können sich die Viren dann nicht mehr vermehren. Problem: Nicht jeder Abstrich ist gleich gut. Ist viel Virusmaterial in der Probe, schlägt der Test früher an.

    Erfahren die Gesundheitsämter den CT-Wert?

    Laut einer Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung erfahren nur wenige Gesundheitsämter davon (Stand Oktober 2020). Allerdings gebe es regionale Unterschiede. Viele Behörden vor Ort wissen also nicht, ob lange oder kurz getestet wurde, und ob damit womöglich die Isolation verkürzt werden könnte. Problem: Es gibt keine Standards, ab welchem CT-Wert die Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus gelockert werden darf.

    Mehr Tests = mehr Infektionen?

    Die absolute Zahl der Tests sagt wenig über die Entwicklung des Infektionsgeschehen aus. Zwar gibt es jetzt mehr Tests und mehr Kapazitäten. Entscheidend ist aber die sogenannte Positivrate, die das Robert Koch-Institut einmal pro Woche veröffentlicht. Der Wert beschreibt das Verhältnis der positiven Ergebnisse zur Gesamtheit der Tests. Zu Beginn der Pandemie (13. Kalenderwoche 2020) lag der Wert bei 8,7 - im Herbst (41. KW 2020) bei nur noch 2,48. Anschließend stieg der Wert in Deutschland wieder - in der KW 53 lag die Positivrate so hoch wie nie zuvor: bei 16,07 Prozent. Das bedeutet: Etwa jeder Sechste Labortest auf das Coronavirus war positiv.

    PCR-Tests sind Wissenschaftlern zufolge zu etwa 98 Prozent zuverlässig. Testen die Labore zwei bis drei Mal, kann die Fehlerquote auf 0,01 Prozent gesenkt werden. Das RKI macht keine genauen Angaben zur Fehlerquote der PCR-Tests. Von dort heißt es schlicht: Wenn die Tests korrekt durchgeführt und deren Ergebnisse fachkundig beurteilt würden, gehe man "von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht".

    Grundsätzlich gilt: Je wahrscheinlicher es ist, dass sich eine Person infiziert hat, desto höher ist auch die Aussagekraft eines positiven Tests - und umgekehrt. Experten nennen das Vortestwahrscheinlichkeit. "Das Ergebnis einer Labortestung ist immer eine Diagnose, nie ein rohes Testergebnis", hatte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité dazu erklärt.

    Detailliertere Informationen rund um die Frage der Tests finden Sie hier.

    Stand: 13.01.2021 (Mit Material von dpa)

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  • CoronavirusAuf der Suche nach einem wirkungsvollen Medikament

    Das Rennen um Impfstoffe gegen das Coronavirus ist auf der Zielgeraden - doch auf der Strecke bleibt dabei offenbar die Suche nach wirkungsvollen Medikamenten, die das Leiden von Covid-19-Erkrankten lindern können. Zahlreiche Forschungsgruppen beklagen, dass vor allem die Entwicklung von Impfstoffen gefördert und finanziert wird - die von Arzneimitteln aber kaum. Die Bundesregierung hat nun angekündigt, die Medikamentenforschung mit zunächst 50 Millionen Euro zu stützen. Ein Überblick über den Stand der Forschung.

    Bei Medikamenten gegen das Virus Sars-CoV-2 beziehungsweise die daraus entstehende Erkrankung Covid-19 gilt bei zahlreichen Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen das Prinzip "trial and error". Es wird experimentiert, ausprobiert, häufig wieder verworfen. So wie Remdesivir, ein Medikament, das ursprünglich gegen Hepatitis C und Ebola eingesetzt wurde und wird, und eine zeitlang als beste Waffe gegen die schlimmsten Auswirkungen von Covid-19 in Betracht gezogen wurde. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigte jedoch in breitangelegten Studien, dass Remdesivir keinen größeren positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf habe. Ein neuer Bericht macht zwar wieder Hoffnung, dass das Mittel in bestimmten klinischen Fällen doch eine gewisse Wirkung zeigen könnte, aber eine weiter gefasste Untersuchung mit mehr Probanden fehlt bislang. Auch andere Medikamente wie das Cortisonpräparat Dexa-Methason, das sonst bei Multipler Sklerose oder Hirntumoren eingesetzt wird, hat in größeren Feldstudien im Einsatz gegen Covid-19 enttäuscht.

    Was also tun, wenn Infizierte schwere Krankheitssymptome entwickeln, wie verhindern, dass das Gesundheitssystem durch die steigende Zahl schwerkranker Covid-Patienten überlastet wird und an seine Kapazitätsgrenzen kommt? Mut machen verschiedene Studien, die im Dezember öffentlich wurden. Es handelt sich in den meisten Fällen um Präparate, die nicht speziell für die Behandlung von Covid-19 zugelassen sind, aber offensichtlich Wirkung zeigen. Dazu gehören zum Beispiel blutverdünnende Medikamente.

    Aspirin gegen Covid-19?

    Ein Arzneimittel, das in nahezu jeder Hausapotheke vorhanden ist, macht Hoffnung, eine der häufigsten Todesursachen - Thrombosen, also Blutgerinnsel - im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung zu verhindern: Aspririn. US-amerikanische Forschende haben ASS, also Acetyl-Salicylsäure, besser bekannt als Aspirin, bei Covid-19-Patienten angewandt. Der Blutverdünner verhinderte in hoher Dosierung effektiv die Gerinnung des Bluts bei Personen, die lange Zeit liegen mussten, beispielsweise, weil sie intensivmedizinisch behandelt wurden. Im Fachmagazin Journal of the American College of Cardiology fasst die Forschungsgruppe die Studie zusammen. Ein Ergebnis: Sowohl therapeutische als auch prophylaktische Dosen von gerinnungshemmenden Medikamenten reduzierten die Sterblichkeit um etwa 50 Prozent im Vergleich zu Patienten, die keine Blutverdünner erhielten. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Covid-19-Patienten an Beatmungsgeräte angeschlossen werden mussten, war den Studienergebnissen zufolge deutlich reduziert.

    Grippemedikament soll die Übertragung von Coronaviren stoppen

    Einen anderen Ansatz verfolgt das Grippemedikament mit der komplexen Bezeichnung MK-4482/EIDD-2801. US-amerikanische Forscher gehen davon aus, dass das Mittel auch beim Menschen die Verbreitung von Coronaviren im Körper stoppen kann. Das Forscherteam aus Atlanta hat im Fachblatt Nature Microbiology eine Studie veröffentlicht, die nachweist, dass das Medikament innerhalb von 24 Stunden die Übertragung von Coronaviren ausbremst. Das Mittel wird auch Molnupiravir genannt. Die Wissenschaftler haben das Mittel an Frettchen ausprobiert. Die Tiere bekamen Molnupiravir zweimal täglich verabreicht - dadurch wurde die Sars-CoV-2-Belastung in den oberen Atemwegen deutlich nachweisbar reduziert, und die Ausbreitung auf unbehandelte Kontakttiere wurde unterbunden. Sollte sich zeigen, dass die Wirksamkeit beim Menschen ähnlich ist, dann wären Covid-19-Erkrankte nach der Einnahme des Medikaments innerhalb von 24 Stunden nicht mehr ansteckend.

    Deutsches Unternehmen setzt auf ein "Pförtner"-Präparat

    Das Virus an der Ausbreitung im Körper zu hindern, ist die eine Möglichkeit - es gar nicht erst in den Organismus vordringen zu lassen, eine andere. Auf diese Idee setzt das Biopharma-Unternehmen Formycon in der Nähe von München. Ein sogenannter Blocker könnte eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern: FYB207 heißt das Mittel, und es nutzt dem Unternehmen zufolge die Eigenschaft von Coronaviren, über einen Rezeptor auf der Oberfläche menschlicher Körperzellen einzudringen oder sich weiter zu verbreiten. Dieser Rezeptor wird durch das Mittel blockiert - und damit auch die Pforte in den Organismus. Es ist ein sogenanntes Antikörper-Fusionsprotein, das da zum Einsatz kommen könnte, und das sich den Forschungsergebnissen zufolge effektiv an Sars-Coronaviren bindet.

    Der Vorsitzende von Formycon, Brockmeyer, sieht vor allem für schwer erkrankte Covid-19-Patienten eine Chance, einen milderen Verlauf zu durchleben. "Dadurch haben auch (diese) Patienten eine Behandlungsmöglichkeit", so Brockmeyer im Gespräch mit tagesschau.de. "Wir blockieren die Eintrittspforte, die das Virus nutzt, um in die Zellen einzudringen. Das bietet einen maximalen Schutz vor Mutationen. So beugen wir auch künftigen Coronavirus-Epidemien vor", betont Brockmeyer.

    Bis das Medikament allerdings Marktreife erlangt, kann es noch dauern: Das Unternehmen rechnet frühestens in zwei Jahren mit einer Zulassung. Erste Gespräche mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA sollen Anfang nächsten Jahres geführt werden.

    Geld für mehr Forschungsarbeit

    Die Bundesregierung setzt in der Pandemie-Bekämpfung neben dem Einsatz von Impfstoffen nun auch zunehmend auf Medikamente für Covid-19-Patienten. Bundesforschungsministerin Karliczek sagte, man müsse damit rechnen, dass selbst bei einer hohen Impfrate Menschen weiter an Covid-19 erkrankten. Für diese Patienten brauche es "neue Therapieoptionen", die in den unterschiedlichen Stadien der Infektion eingesetzt werden könnten. Es gebe bereits einige erfolgversprechende Ansätze. Gefördert werden bis Ende des Jahres 2023 sowohl die Entwicklung von Arzneimitteln als auch deren klinische Prüfung.

    (Stand: 06.01.2021)

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  • Covid-19Wie ist die Lage in den Krankenhäusern?

    Die Zahl der Corona-Infektionen bleibt auf einem hohen Niveau. Mehr Menschen müssen in Krankenhäusern behandelt werden, einige von ihnen auf der Intensivstation. Mediziner befürchten, dass deren Zahl trotz des Lockdowns zunächst hoch bleibt.

    Der neue Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Marx, begrüßte die Beschlüsse von Bund und Ländern (mehr dazu hier). Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Marx, er sei "sehr froh" über die Entscheidung. Die Kliniken seien "wirklich voll und die Intensivstationen auch".

    Nach DIVI-Angaben wurden zuletzt 5.161 Covid-19-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen behandelt. Knapp 58 Prozent von ihnen wurden invasiv beatmet. Laut DIVI-Intensivregister sind in Deutschland derzeit 24.269 Intensivbetten registriert, davon belegt sind 20.605. Allerdings stehe noch eine sogenannte Notfallreserve von mehr als 10.000 Intensivbetten zur Verfügung. Diese ließen sich innerhalb von sieben Tagen zusätzlich aufstellen. (Stand: 13.1.)

    Regionale Unterschiede - Kleeblatt-Konzept soll bei Verteilung helfen

    Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens waren in Sachsen zwischenzeitlich die Intensiv-Kapazitäten knapp. Für die mögliche Verteilung von Patienten wurden laut Sozialministerium Leitstellen eingerichtet. Diese sollen die Kapazitäten der Krankenhäuser überwachen. Kommt es zu einer Auslastung aller sächsischen Kliniken, dann werden Patienten in Kliniken anderer Bundesländer verlegt.

    Beim sogenannten Kleeblatt-Konzept ist Deutschland in fünf Regionen eingeteilt worden, innerhalb derer dann Patienten verteilt werden sollen. Sachsen gehört mit Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg zur Region Ostdeutschland.

    In den Ländern ist die Situation unterschiedlich. In Schleswig-Holstein ist der Anteil der freien Betten mit 23,9 Prozent am höchsten. In Berlin sind dagegen nur noch 10,4 Prozent der Intensivbetten frei. Damit verzeichnet die Hauptstadt im Ländervergleich den derzeit niedrigsten Wert. (Stand: 13.1.)

    Engpass beim Personal

    Unklar ist allerdings, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung stehe. Das war auch bereits vor der Corona-Pandemie der Fall.

    Pflegepersonal auf Intensivstationen hat eine spezielle Ausbildung und kann nicht einfach durch andere Pflegekräfte ersetzt werden. Der Personalmangel werde dadurch verschärft, dass sich auch viele Mitarbeiter im privaten Umfeld infizierten und dann für die Arbeit ausfielen.

    (Stand: 13.1.)

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  • CoronaWie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht

    In Deutschland wird seit Wochen debattiert, ob zur Eindämmung der Pandemie mehr von zu Hause gearbeitet werden kann. In Berufen, in denen das nicht möglich ist, geht es um sichere Arbeitsbedingungen vor Ort. Wie ist der Status Quo, und was wäre möglich und sinnvoll?

    Weil sich das Coronavirus weiter rapide verbreitet, gelten für viele Bereiche des Landes weitreichende Beschränkungen: Kultur, Breitensport und Freizeitangebote sind geschlossen, genau wie Friseursalons und weite Teile von Gastronomie und Einzelhandel. In den meisten anderen Berufen wird jedoch weitergearbeitet wie zuvor. Deshalb hat in den vergangenen Wochen die Debatte an Fahrt aufgenommen, inwieweit die Wirtschaft stärker bei der Eindämmung des Virus in die Pflicht genommen werden sollte.

    Wie ist die aktuelle Gesetzeslage?

    In den Corona-Schutzverordnungen der Länder werden einige Arbeitsstätten wie die bereits erwähnten Friseursalons, Restaurants und Läden explizit genannt. Universelle Regeln wie der Mindestabstand gelten grundsätzlich auch an jeder Arbeitsstätte – darüber hinaus gibt es jedoch kaum verbindliche Regeln für den Infektionsschutz am Arbeitsplatz.

    Die aktuelle Corona-Schutzverordnung im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen zum Beispiel sieht lediglich vor, dass "nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden möglichst vermieden, allgemeine Hygienemaßnahmen umgesetzt und die Infektionsrisiken (...) minimiert werden". Handwerker und Dienstleister werden angehalten, "auf eine möglichst kontaktarme Erbringung zu achten". In der Verordnung gelten "bei zwingenden Zusammenkünften zur Berufsausbildung" explizite Ausnahmen für den Mindestabstand von 1,5 Metern. Mehrere Passagen verpflichten in unterschiedlichen Situationen zum Tragen einer Maske.

    Ein Vorstoß von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), wonach Arbeitnehmende mit entsprechenden Berufsbildern einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice erhalten sollten, scheiterte am Widerstand des Koalitionspartners, der Union. Ein überarbeiteter Entwurf sieht nun nur noch das Recht vor, mit dem Arbeitgeber ein Gespräch zum Thema Homeoffice einzufordern.

    Welche Argumente werden diskutiert?

    Die Gewerkschaften wollen sich damit nicht zufrieden geben: Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, unterstrich die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Homeoffice. Wo es die Möglichkeit gebe, zuhause zu arbeiten, müssten Arbeitnehmer auch einen Anspruch darauf haben, sagte er im Deutschlandfunk.

    Arbeitsminister Heil appellierte an die Unternehmen, Homeoffice zu ermöglichen: "Willkürlich Homeoffice zu verweigern, wäre jetzt unverantwortlich", sagte er im NDR. Dort, wo kein Homeoffice möglich sei, müssten die Hygiene-Auflagen strikt eingehalten werden, mahnte der Minister. Sonst könne er einen Stillstand auch in der Produktion nicht ausschließen.

    In der Opposition mehren sich die Stimmen, die eine weitestmögliche Dezentralisierung der Arbeit fordern. "Millionen Beschäftigte sind täglich von Infektionen bedroht, weil Schutzmaßnahmen in Unternehmen nicht ausreichen, ohne Not Präsenzpflicht eingefordert wird oder Risiken durch die Anfahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mitgedacht werden", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dem "Tagesspiegel". Beim Kampf gegen das Virus gehörten Wirtschaft und Arbeitswelt ins Zentrum.

    Anfang Januar bat die Berliner Grünen-Politikerin Laura Dornheim unter dem Hashtag #MachtBürosZu ihre Follower in sozialen Medien um Angaben, wie es um Präsenzpflicht und Infektionsschutz bei ihren Unternehmen bestellt ist. Eine Liste mit in dieser Hinsicht vorbildlichen Arbeitgebern machte sie öffentlich; die Negativ-Liste wollte sie mit Blick auf mögliche juristische Folgen nicht selbst veröffentlichen.

    Von Arbeitgeberseite wird mit dem starken wirtschaftlichen Druck gegen härtere Corona-Maßnahmen in den Betrieben argumentiert. "Wir müssen die Menschen pandemiegeschützt so gut es geht in Brot und Arbeit halten. Nur mit Wertschöpfung können wir unsere Sozialsysteme am Leben halten, die im Moment alle versorgen", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das Land müsse am Laufen gehalten, Insolvenzen sollten vermieden werden. "Sie können doch nicht alle Betriebe schließen", sagte Dulger.

    Wie viel Homeoffice ist überhaupt möglich?

    In Deutschland könnten laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rund 40 Prozent der Erwerbstätigen von zu Hause arbeiten. Einer Studie des Deutschen Jugendinstituts zufolge liegt das Potenzial bei 56 Prozent, unter den Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss sogar bei 86 Prozent.

    Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom arbeiteten im Dezember 25 Prozent der Beschäftigten, also 10,5 Millionen Berufstätige, ausschließlich im Homeoffice. Auf weitere 20 Prozent (8,3 Millionen) trifft dies zumindest teilweise zu. Diese Werte liegen durchweg höher als die Angaben des Statistischen Bundesamts aus der Zeit der ersten Pandemie-Welle, als demnach 24 Prozent von zu Hause arbeiteten. Allerdings ist unklar, ob die Daten direkt miteinander vergleichbar sind.

    Öffentlich wurde zuletzt häufiger behauptet, unter anderem von Arbeitsminister Heil, dass nach subjektiver Einschätzung derzeit weniger Gebrauch von Heimarbeit gemacht werde als im Frühjahr 2020. Eine Erhebung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung stützt diese These: Demnach haben im November lediglich 14 Prozent der deutschen Erwerbstätigen im Homeoffice gearbeitet. Beim ersten "Lockdown" im April waren es der Stiftung zufolge noch 27 Prozent.

    Wie groß ist der politische Handlungsbedarf?

    Wie groß die Ansteckungsgefahr an der Arbeitsstätte bleibt, ist nicht gesichert: Laut den Lageberichten des Robert Koch-Instituts (RKI) waren in den Wochen vor Weihnachten jeweils rund 1.000 Ansteckungen auf den Arbeitsplatz zurückzuführen - jedoch weist das RKI darauf hin, dass nur etwa ein Sechstel der insgesamt gemeldeten COVID-19-Fälle überhaupt einem Ausbruch zugeordnet werden könne.

    Noch mehr Informationen rund um das Thema Homeoffice in der Pandemie finden Sie hier.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 05.01.)
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    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
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    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Virus-Varianten: Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus? (Stand: 02.01.)
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  • Covid-19Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus?

    In Großbritannien und Südafrika haben sich Mutationen des Coronavirus verbreitet. Vor allem die britische Variante ist inzwischen in vielen weiteren Ländern nachgewiesen worden. Politik und Wissenschaft sind aufmerksam bis alarmiert - auch die verschärften Maßnahmen in Deutschland wurden zum Teil mit den neuen Varianten begründet. Doch wie gefährlich sind diese überhaupt? Darüber gibt es inzwischen mehr Erkenntnisse.

    Um welche Mutationen geht es?

    Dass Viren ständig mutieren, ist lange bekannt. Sars-CoV-2 ist keine Ausnahme und - verglichen etwa mit Grippeviren - eher langsam darin, überlebensfähige Varianten zu entwickeln. Auch hier sind inzwischen weltweit Varianten des Corona-Virenstamms bekannt, der zu Beginn der Pandemie beschrieben wurde. Die meisten davon haben keinen entscheidenden Einfluss auf die Ausbreitung des Virus.

    Das ändert sich, wenn durch eine oder mehrere Mutationen ein Virustyp entsteht, der dem Erreger selektive Vorteile verschafft: etwa, indem er ansteckender, also schneller übetragbar wird, oder indem er die Fähigkeit entwickelt, dem Immunsystem auszuweichen, das ihn bekämpft. Man spricht dann von einer bedenklichen Variante, einer "Variant of Concern", kurz VOC. In diesem Zusammenhang stehen zurzeit vor allem zwei Varianten von Sars-CoV-2 im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit:

    Die erste wurde in Großbritannien entdeckt und wird VOC 2020/12/01 oder B.1.1.7 genannt. Sie hat mehrere Mutationen angesammelt. Es gibt inzwischen Belege dafür, dass sie deutlich ansteckender ist als die bislang vorherrschende Variante. Die britische Regierung teilte zunächst mit, die Mutation sei bis zu 70 Prozent ansteckender - eine Zahl, die der Virologe Drosten im Deutschlandfunk als "Schätzwert" einstufte. Erstens Erkenntnissen zufolge scheinen Menschen, die sich mit B.1.1.7 angesteckt haben, mehr Virus zu produzieren - was eine Ansteckung erleichtern könnte. Gesicherte Studien aber gibt es dazu noch nicht, wie der Wissenschaftsjournalist Volkart Wildermuth im DLF betonte.

    Die höhere Übertragbarkeit beruht nach heutigen Erkenntnissen im Wesentlichen auf einer Mutation des sogenannten Spike-Proteins, das an bestimmte Zellen im menschlichen Körper andockt. Weltweit wurde diese Variante nach Angaben des "European Center for Disease Prevention and Control", ECDC, in mindestens 26 Ländern nachgewiesen, auch in Deutschland (Stand 4.1.). Hinweise auf einen schwereren Krankheitsverlauf gibt es bislang nicht.

    Eine zweite Mutation wurde bei genetischen Untersuchungen in Südafrika entdeckt. Das ECDC führt sie unter der Bezeichnung 501.V2. Auch diese Variante wurde inzwischen in anderen Ländern nachgewiesen, darunter Großbritannien und Frankreich. In Südafrika ist diese Virusvariante inzwischen für die meisten Ansteckungen verantwortlich. Auch hier gibt es laut ECDC bislang keine Hinweise darauf, dass sie einen schwereren Krankheitsverlauf verursacht.

    Was bedeutet das für die Entwicklung der Pandemie?

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen ein Risiko in der mutmaßlich höheren Übertragbarkeit der Virusvarianten. Wenn sich mehr Menschen anstecken, könnte es in der Folge zu einer größeren Zahl von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen kommen, etwa, weil sich auch mehr Angehörige von Risikogruppen infizieren. Das durch die Einschleppung der beiden bedenklichen Virusvarianten verursachte Risko sei deshalb als hoch einzustufen, schreibt das ECDC. Die Forschenden warnen außerdem vor einer Überlastung der Gesundheitssysteme in den jeweiligen Ländern.

    Auch Bund und Länder begründen die kürzlich beschlossene Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen unter anderem mit dem Verweis auf die Mutationen des Virus, die man "mit Besorgnis" betrachte. In der australischen Stadt Brisbane wurde jüngst ein "Express-Lockdown" verhängt, um die rasante Ausbreitung der veränderten Virusvariante einzudämmen - mehr als zwei Millionen Menschen müssen dort mindestens drei Tage lang in ihren Häusern bleiben. Auch Politiker in Deutschland, etwa der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach und Kanzleramtschef Braun, warnten vor noch drastischeren Maßnahmen hierzulande, die aufgrund der Mutationen auf uns zukommen könnten.

    In Großbritannien gibt es Hinweise darauf, dass die neue die bekannte Virusvariante verdrängt. Nach Angaben der britischen Behörden waren im Dezember 60 Prozent der Neuinfektionen in London durch die neue Virus-Variante verursacht worden.

    Nachweise der Mutation sind nur möglich, wenn der Genpool des Virus vollständig analysiert wird. In Deutschland ist das aber nicht standardmäßig der Fall. In Großbritannien hingegen werden fünf bis zehn Prozent aller Virusproben vollständig analysiert.

    Benötigen wir neue Impfstoffe?

    Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt offenbar auch vor den beiden neuen Varianten des Coronavirus. Das geht aus einer Laborstudie des Herstellers Pfizer und der University of Texas hervor, die auf Servern für Forscher im Internet veröffentlicht wurde. Eine Überprüfung der Ergebnisse durch unabhängige Wissenschaftler steht allerdings noch aus.

    Dass die Impfstoffe nun ihre Wirksamkeit einbüßten, sei nicht zu erwarten, schreibt DLF-Wissenschaftsjournalist Arndt Reuning in einem Kommentar. Es könnte sein, dass manche Antikörper an den mutierten Stellen des Virus weniger gut binden. Aber durch eine Impfung lerne das Immunsystem, den Erreger an verschiedenen Teilen zu erkennen. Und jenseits der Antikörper reagiere die Immunabwehr außerdem auch mit weißen Blutkörperchen auf Eindringlinge. Gerade dieser Arm des Immunsystems lasse sich von mutationsbedingten Veränderungen eines Erregers weniger stark beeindrucken.

    Pessimistischere Töne kommen dagegen aus Großbritannien. Verkehrsminister Shapps sprach von einer "sehr großen Besorgnis unter den Wissenschaftlern", dass Impfstoffe auf die südafrikanische Variante des Virus nicht in gleicher Weise ansprechen könnten wie bei der Ursprungsform.

    Derzeit führt Biontech Tests mit der neuen Variante und seinem Impfstoff durch. Biontech-Gründer Sahin sagte auf einer Pressekonferenz, "dass die Immunreaktion durch dieses Vakzin auch mit dem neuen Virus umgehen kann". Zudem lassen sich, darauf weisen sowohl Sahin als auch Mertens hin, mRNA-Impfstoffe wie von Biontech oder Moderna leicht an Mutationen anpassen. Ein solcher angepasster Impfstoff müsse dann allerdings neu zugelassen werden.

    (Stand: 9.1.21)

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    Test und Schutz

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    + Schutz: So steht es um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand: 06.01.)
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    + Wie ist die Lage in den Krankenhäusern? (Stand: 09.01.)
    + Wirtschaft: Wie die Arbeitswelt mit den Infektionszahlen umgeht (Stand: 11.01.)

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  • Covid-19Was AfD und Querdenker mit Verbreitung des Coronavirus in Deutschland zu tun haben

    Derzeit gibt es etwa in Sachsen besonders viele Corona-Fälle. Daten zur Corona-Ausbreitung und zum Wahlverhalten legen nahe, dass sich das Virus derzeit besonders in Gebieten mit großer AfD-Anhängerschaft verbreitet. Was dafür spricht - und was nicht.

    Der "Tagesspiegel" aus Berlin hat vor einigen Tagen eine Deutschlandkarte veröffentlicht, auf der man die Corona-Zahlen und die Wählerstimmen für die AfD vergleichen kann. Die Übereinstimmung vieler besonders stark vom Virus betroffenen Regionen in Deutschland ist offensichtlich. Auf den ersten Blick liegt der Schluss nahe, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen den beiden Faktoren Wahlverhalten und Corona-Infektionszahlen geben könnte.

    Die Erklärung könnte darin liegen, dass die AfD als einzige Partei die Corona-Maßnahmen weitgehend ablehnt. Wenn ihre Anhänger die Regeln also ablehnen und dann auch weniger einhalten als andere, könnte das ein Faktor für eine höhere Ansteckungsrate sein.

    Forscher Quent: Noch keine Kausalität nachgewiesen

    Der Direktor des Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, Matthias Quent, konnte in einer Analyse der Daten eine solche Korrelation feststellen - und zwar nicht nur für Sachsen, sondern für nahezu alle Bundesländer. Das Ergebnis sei so deutlich, dass er selbst davon überrascht gewesen sei, sagte Quent. Der Forscher betonte aber, dass damit noch keine Kausalität nachgewiesen ist. Es könne andere Faktoren geben, die den Effekt erklären - etwa die Bevölkerungsstruktur oder der Zustand des Gesundheitswesens. Quent will diesen Fragen weiter nachgehen.

    Überzeugt von einem Kausalzusammenhang ist der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU). Die AfD leugne Corona ja weitgehend, sagte er. Und wenn sich deren Anhänger dann entsprechend verhielten, sei das für das Virus wie ein Geschenk.

    Ein Viertel der AfD-Anhänger hält Pandemie für Verschwörung

    Weitere Daten, die einen möglichen Zusammenhang nahelegen, kommen aus einer Umfrage im Auftrag der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Demnach hält es eine deutliche Mehrheit der AfD-Anhänger für wahrscheinlich, dass es sich bei der Corona-Pandemie um eine Verschwörung handelt. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bejahten 24 Prozent der AfD-Anhänger die Aussage, wonach es sich bei der Pandemie um eine "Verschwörung zur Unterdrückung der Menschen" handele. Weitere 41 Prozent der AfD-Anhänger halten das zumindest für wahrscheinlich. Anhänger anderer Parteien sehen die Pandemie deutlich seltener als Verschwörung. Unter allen Befragten waren sich fünf Prozent sicher, dass es sich um eine Verschwörung zur Unterdrückung der Menschen handelt, neun Prozent hielten dies für wahrscheinlich.

    Eine Fallstudie der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung von Anfang November untersuchte den Umgang der AfD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg mit Verschwörungstheorien rund um die Corona-Pandemie. Dabei zeigte sich, dass die Fraktion während der ersten Welle im Frühjahr keine Verschwörungstheorien verbreitete. Sie spitzte ihre Rhetorik erst dann verschwörungstheoretisch zu, als sich mit dem Aufkommen der bundesweiten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen - etwa von der Initiative Querdenken - ein "Gelegenheitsfenster" bot, schreibt die Autorin. Dieser abrupte rhetorische Wechsel zeige, dass die AfD-Landtagsfraktion verschwörungstheoretische Rhetorik strategisch einsetze, um neue Zielgruppen zu erschließen, hieß es.

    Ähnlicher Effekt in den USA festgestellt

    In den USA hatten Forschende bereits eine ähnliche Beobachtet gemacht. Im Magazin "Science" erläuterten sie, dass es einen starken Zusammenhang zwischen der Bindung an eine Partei und der Bereitschaft gibt, sich an soziale Distanzierungsmaßnahmen zu halten. Demnach sind Wähler der Republikaner weniger gewillt, wegen der Corona-Pandemie auf Kontakte zu verzichten. Und diese Haltung hat sich in den Monaten der Ausbreitung des Virus sogar verstärkt.

    Zahlreiche Einflussfaktoren auf Infektionsgeschehen

    Klar ist, dass nicht allein die politische Ausrichtung der Einwohner das Infektionsgeschehen vor Ort bestimmt. Im Fall von Sachsen dürfte etwa auch die Nähe zu Tschechien und Polen Einfluss auf die Infektionszahlen haben. Zudem hängt das Infektionsgeschehen von den vor Ort getroffenen Maßnahmen ab. Einfluss haben auch - gerade in kleineren Orten - Superspreading-Events etwa bei Familienfeiern oder Ausbrüche in Pflegeheimen. Zudem kann die Altersstruktur der Bevölkerung das Infektionsgeschehen und die Belegung der Krankenhäuser bestimmen.

    (Stand: 17.12.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Test und Schutz

    + Schutz: Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später? (Stand: 26.12.)
    + Termine: Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen? (Stand: 9.1.)
    + Biontech und Pfizer: Was über Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs bekannt ist (Stand: 21.12.)
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    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
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    Ansteckung und Übertragung

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Was sind Aerosole?

    Aerosole sind feste oder flüssige Partikel, die so klein sind, dass sie kaum noch der Schwerkraft unterliegen. Diese kleinsten Teilchen sinken, anders als die beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen, nicht schnell zu Boden, sondern schweben deutlich länger in der Luft - teilweise Minuten oder sogar Stunden. Also kann jemand, der nach einem Infizierten einen nicht gelüfteten Raum betritt, sich anstecken. Außerdem können Tröpfchen nicht so stark eingeatmet werden wie Aerosole. Meistens bleiben sie eher in den oberen Atemwegen, während Aerosole tief in die Lunge eindringen können.

    Bei einigen Krankheiten ist bekannt, dass sie zum Teil auf diesem Weg übertragen werden, zum Beispiel Tuberkulose. Ein direkter Kontakt zu einem Infizierten ist also nicht notwendig, um sich anzustecken.

    Welche Erkenntnisse gibt es dabei in Bezug auf das Coronavirus?

    Zunächst spielte eine mögliche Infektion durch Aerosole kaum eine Rolle in der Betrachtung. Allerdings haben Mediziner weltweit Corona-Ausbrüche genauer analysiert. Und nach und nach stellten sie fest, dass es für zahlreiche Ausbruchsgeschehen kaum eine andere Erklärung geben konnte als eine Infektion über Aerosole.

    Davon kann man allerdings erst sprechen, wenn Personen sehr weit voneinander entfernt waren und sich trotzdem infiziert haben. Ersten Hinweisen darauf gingen chinesische Forscher nach, die Infektionsketten in einem Restaurant in Wuhan nachgingen - der Stadt, in der das Virus zum ersten Mal auffällig wurde. Dort waren Gäste am Coronavirus erkrankt, die an verschiedenen, weit voneinander entfernten Tischen gesessen und auch sonst keine gemeinsamen Wege oder Begegnungen hatten.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation sieht inzwischen Aerosole als wichtigen Übertragungsweg des Virus an. Das hat zumindest mittelfristig Auswirkungen auf die Empfehlungen zum Gesundheitsschutz.

    Aufenthalt in schlecht belüfteten Räumen erhöht Risiko

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Übertragung im Umkreis von mehr als acht Metern

    Dass Aerosole eine sehr große Reichweite und Verweildauer in der Atemluft haben, hat auch das Ausbruchsgeschehen in Schlachtbetrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vor Wochen gezeigt: Das Helmholtz-Institut für Infektionsforschung veröffentlichte im Juli erste Ergebnisse einer Studie über den Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Demnach hat ein Mitarbeiter in der Rinderzerlegung das Virus im Mai auf mehrere Personen übertragen, und zwar im Umkreis von mehr als acht Metern. Die Studie habe auch gezeigt, dass die Wohnsituation der Arbeiter keine wesentliche Rolle gespielt habe, so die Forscher.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Dominanter Infektionsweg über Aerosole?

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich unter Forschungsleitung von Martin Kriegel intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Man könne das Risiko halbieren, wenn man doppelt so viel Luft hereinbringe, sagte Kriegel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Spahn. Auch eine geringere Aufenthaltsdauer vermindere das Infektionsrisiko: "Wenn wir die halbieren, halbieren wir das Risiko auch."

    "Allerdings ist die Fensterlüftung nicht verlässlich", sagte Kriegel im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Denn man wisse im Einzelfall nicht, wie viel Luft durch das Fenster gelange. Die Effektivität der Fensterlüftung hänge davon ab, wie stark der Wind draußen wehe und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen sei.

    "Viele Leute denken, wenn es drinnen kalt ist, ist die Luft frisch im Innenraum. Das stimmt nicht. Man müsste also immer in regelmäßigen Abständen die Fenster komplett öffnen. Denn durch ein gekipptes Fenster gelangt nicht wirklich viel Luft herein." Das sei vor allem nun, in der kälteren Jahreszeit, eine große Herausforderung. "Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnen würde, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren", haben der Forscher und sein Team festgestellt.

    Gefahrenquelle Schulunterricht?

    Vor dem Hintergrund seiner Berechnungen und der Tatsache, dass die Schulen ebenfalls mit sinkenden Außentemperaturen zu tun haben werden, empfiehlt Kriegel: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert der Forschungsleiter dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 10.10. 2020)

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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit können helfen, diese Frage zu beantworten. Doch auch dabei gibt es Schwierigkeiten.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen mehr gestorben sind im Vergleich zu durchschnittlichen Parametern. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte. Dieses Mehr an Toten ist die Übersterblichkeit.

    Welche Erkenntnisse zur Übersterblichkeit der vergangenen Monate gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht schon seit einiger Zeit konkrete Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. In den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres zeigte sich demnach kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen. Die Grippewelle fiel 2020 im Vergleich zu den Vorjahren moderater aus. Im März 2018 - in einem Jahr, in dem die Grippewelle besonders heftig war - starben zum Beispiel 107.100 Menschen. Im März 2019 waren es 86.500, im März 2020 87.100. Wie das Statistische Bundesamt erklärt, könnten die Sterbefallzahlen in der Grippezeit auch ohne Corona-Pandemie stark schwanken.

    Im April 2020 lagen die Zahlen allerdings deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, mit einem Plus von zehn Prozent. In den Folgemonaten bewegten sich die Sterbefallzahlen dann zunächst wieder etwa im Durchschnitt.

    Sterbefallzahlen im Dezember überdurchschnittlich hoch

    Zuletzt verzeichneten die Behörden jedoch wieder einen Anstieg. So lag dem Statistischen Bundesaamt zufolge die Zahl der Todesfälle in Deutschland in der Woche vom 7. bis 13. Dezember 2020 deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. In der 50. Kalenderwoche starben vorläufigen Ergebnissen zufolge mindestens 22.897 Menschen, das sind 23 Prozent oder 4.289 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, wie das Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

    Besonders auffällig sei die Entwicklung weiterhin in Sachsen, das besonders stark von der Pandemie betroffen ist. In der 50. Kalenderwoche lag die Zahl dort 88 Prozent beziehungsweise 970 Fälle über dem Durchschnitt der Vorjahre, wie das Bundesamt mitteilte. Aus Brandenburg sei eine Zunahme um 34 Prozent (211 Fälle) und aus Thüringen um 35 Prozent (204 Fälle) gemeldet worden.

    Die Zahl der bestätigten Covid-19-Todesfälle steige seit Anfang Oktober von Woche zu Woche deutlich an - in der 50. Kalenderwoche waren es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 3.595, 598 Fälle mehr als noch in der Vorwoche. In der 49. Kalenderwoche hatte die Übersterblichkeit 18 Prozent betragen.

    Eine Untersuchung des in München ansässigen ifo-Instituts kommt zu dem Schluss, dass besonders die Altersgruppen der 60- bis 79-Jährigen sowie der über 80-Jährigen von einem Anstieg der Sterblichkeit in der Corona-Pandemie betroffen sind. Die Sterblichkeit jüngerer Menschen sei dagegen bis in den November hinein nicht höher gewesen als üblich. Zudem weist das Institut darauf hin, dass etwa die Hälfte der Übersterblichkeitsfälle in den beiden Corona-Wellen gegenüber den Vorjahren darauf zurückzuführen sei, dass mehr Menschen ein höheres Alter erreicht hätten.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen europäischen Ländern?

    Europaweit wurde den Statistikern zufolge zuletzt eine außergewöhnlich hohe Übersterblichkeit für die Schweiz und Slowenien gemeldet. Eine sehr hohe oder hohe Übersterblichkeit verzeichneten Italien, Österreich und Portugal. Die italienische Statistikbehörde Istat hatte Mitte Dezember gemeldet, dass man einer Prognose zufolge in Italien 2020 so viele Tote verzeichnet habe, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Einen aktuellen Überblick über die Lage in den unterschiedlichen Ländern liefert das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen.

    Russland registriert Rekord

    Die Übersterblichkeit in Russland lag zwischen Januar und November 2020 nach Regierungsangaben bei mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rund 81 Prozent der zusätzlichen Todesfälle seien auf Corona zurückzuführen. Die Zahl der Corona-Toten ist demnach mehr als doppelt so hoch wie zunächst bekanntgegeben. Seit Beginn der Pandemie seien im Land mehr als 115.000 Menschen mit dem Virus gestorben, erklärte Vizeregierungschefin Golikowa im Staatsfernsehen. Bei mehr als 70.900 davon sei der Tod ausschließlich auf Covid-19 zurückzuführen.

    Hohe Übersterblichkeit in den USA

    Im Oktober 2020 veröffentlichte die Gesundheitsbehörde CDC eine Untersuchung zur Übersterblichkeit in den USA. Anfang Oktober verzeichneten die USA in den offiziellen Statistiken rund 200.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Laut der CDC-Berechnung gab es 2020 bis dahin eine Übersterblichkeit von knapp 300.000 Menschen. Rund zwei Drittel der Fälle seien sicher auf Covid-19 zurückzuführen, hieß es von der CDC. Bei weiteren Todesfälle geht die CDC davon aus, dass die Todesursache zum Teil fälschlicherweise bei anderen Krankheiten gesehen wurde.

    Die Studienautoren erklärten die allgemeine Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war. Die höchste Übersterblichkeit, beinahe 95.000 Todesfälle, wurde in der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen registriert.

    Übersterblichkeit unter Weißen Amerikanern deutlich geringer

    Die Übersterblichkeitsrate bei Latinos und Schwarzen nahm um etwa 54 beziehungsweise 33 Prozent zu, die der asiatisch-stämmigen Amerikanern um etwa 37 Prozent. Die Übersterblichkeitsrate unter weißen Bürgerinnen und Bürgern lag demnach bei zwölf Prozent. Diese Diskrepanz wird vielfach damit erklärt, dass weiße Amerikaner oft wirtschaftlich bessergestellt sind und damit bessere Zugänge zu medizinischer Versorgung haben.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Unklar ist derzeit unter anderem, welche Effekte zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen und Anti-Corona-Maßnahmen auf die Todeszahlen haben. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke schlechter versorgt würden. Auch zeigten die vergangenen Monate, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben. Auch das werde zu mehr Todesfällen führen, haben Ärzte vielfach gewarnt.

    (Stand 09.01.2020)

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