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  • SrebrenicaGedenken an Massaker vor 25 Jahren

    In Bosnien-Herzegowina wird heute der Hinterbliebenen des Massakers von Srebrenica vor 25 Jahren gedacht. Gegen Ende des Bosnien-Kriegs waren im Juli 1995 bosnisch-serbische Milizen in die Stadt einmarschiert und hatten dort binnen weniger Tage 8.000 muslimische Männer und Jungen getötet.

    Das Massaker gilt als das schlimmste Kriegverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Bis heute wurden die sterblichen Überreste von fast 6.900 Opfern des Massakers in mehr als 80 Massengräbern gefunden und identifiziert. Heute sollen die sterblichen Überreste von neun weiteren Opfern beigesetzt werden.

    Der ehemalige bosnische Serbenführer Karadzic und der bosnisch-serbische Militärchef Mladic wurden wegen ihrer Verantwortung für das Massaker vom UNO-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag des Völkermords schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt.

    "Ansporn, den Weg der Versöhnung weiterzugehen"

    Bundesaußenminister Maas sagte heute in Berlin, das Gedenken müsse Ansporn sein, den Weg der Versöhnung und Aufarbeitung konsequent weiterzugehen. Srebrenica stehe wie kein zweiter Ort für die Gräuel und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien. Maas betonte mit Blick auf die Gegenwart, nationalistischen Tendenzen, "wo immer sie uns begegnen, müssen wir entschieden entgegen treten".

    "Ein Akt des Hasses und der Diskriminierung"

    Das Europäische Parlament hatte den 11. Juli zum europäischen Gedenktag für die Opfer des Massakers von Srebrenica erklärt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) will heute bei einer Gedenkveranstaltung an der Neuen Wache in Berlin einen Kranz niederlegen.

    Jasna Causevic von der GfbV machte im Deutschlandfunk deutlich, dass sich in Serbien bis heute viele Menschen weigerten, das Massaker als Völkermord anzuerkennen: "Mit der Verherrlichung von Kriegsverbrechern geht einher, dass die Gräueltaten nicht als Verbrechen angesehen werden, sondern als heldenhafte oder edle Taten", sagte Causevic. "Diese Leugnung des Völkermordes ist im Prinzip ein Akt des Hasses und der Diskriminierung", fügte sie hinzu.

    Im Deutschlandfunk befasst sich auch die Sendung "Hintergrund" mit dem Massaker von Srebrenica - unter dem Titel "Brisante Fragen auch nach 25 Jahren ungeklärt".

  • ParteienfinanzierungKaum noch Großspenden - nur CDU profitiert

    Die meisten im Bundestag vertretenen Parteien haben im ersten Halbjahr 2020 keine Einnahmen aus Großspenden verbuchen können.

    Lediglich die CDU erhielt fünf Zuwendungen im Gesamtwert von 624.000 Euro, wie aus der obligatorischen Veröffentlichung der Spenden von mehr als 50.000 Euro hervorgeht. Das ist bereits deutlich mehr als im Gesamtjahr 2019. Die AfD bekam eine Einzelspende von 100.000 Euro. CSU, SPD, FDP, Grüne und Linke gingen dagegen leer aus.

    Die sinkende Spendenbereitschaft hatte sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet. Der Daimler Konzern hatte erklärt, künftig ganz auf Parteispenden zu verzichten. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr nur die Bürgerschaftswahl in Hamburg ansteht und keine Landtags- oder Bundestagswahl wie in anderen Jahren, wodurch die Spendenbereitschaft erfahrungsgemäß steigt.

  • Blockade im UNO-SicherheitsratHilfe für Menschen in Syrien ungewiss

    Die Versorgung von Millionen notleidender Menschen in Syrien ist ungewiss, nachdem der UNO-Sicherheitsrat sich nicht auf eine neue Resolution einigen konnte. Der deutsche UNO-Botschafter Heusgen reagierte betroffen, auch Hilfsorganisationen sind schockiert. Die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung sollen aber weitergehen.

    Hintergrund des Streits ist eine UNO-Resolution aus dem Jahr 2014, die in der Nacht ausgelaufen ist. Demnach durften die Vereinten Nationen auch Grenzübergänge für Hilfslieferungen nutzen, die nicht vom syrischen Regime kontrolliert werden. Russland argumentiert, der bisherige Mechanismus müsse geändert werdem, um dem wieder wachsenden Einfluss der Regierung in Damaskus gerecht zu werden.

    Mehrere Entwürfe gescheitert

    Im UNO-Sicherheitsrat scheiterten dann aber gleich mehrere Entwürfe für eine neue Resolution. Zuletzt hatte Russland vorgeschlagen, die UNO-Hilfsmission über nur noch einen Grenzübergang fortzusetzen. Dafür stimmten aber nur vier der insgesamt 15 Mitgliedsstaaten des Rates. Zuvor war ein deutsch-belgischer Kompromissvorschlag zur Fortsetzung der Lieferungen über zwei Grenzübergänge am Veto Russlands und Chinas gescheitert.

    Die Politologin Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung sagte im Deutschlandfunk (Audio-Link), humanitäre Hilfe werde sehr stark politisiert, vor allem von Russland. Hören Sie hier auch einen Bericht des ARD-Korrespondenten Peter Mücke.

    Bemühungen um Kompromiss gehen weiter

    Deutschland und Belgien bemühen sich nun weiter um einen Kompromiss. Man werde das ganze Wochenende verhandeln, um eine Lösung zu finden, hieß es nach der Sitzung des UNO-Sicherheitsrats in New York.

    Der deutsche UNO-Botschafter Heusgen veröffentlichte auf Twitter eine Stellungnahme. Darin heißt es, wenn man an diesem Wochenende keine Lösung finde, dann bedeute das ein Signal der Enttäuschung und der Verzweiflung für die Menschen in Syrien. Auch Bundesentwicklungsminister Müller kritisierte den Widerstand Russlands und Chinas im UNO-Sicherheitsrat. Der CSU-Politiker sagte der Funke-Mediengruppe, nun müsse es zu einem Aufschrei der Weltgemeinschaft kommen, der in Moskau und Peking gehört werde.

    "Schwerwiegende Auswirkungen" auf die Versorgung

    Hilfsorganisationen zeigten sich schockiert. Jessica Kühnle von der Welthungerhilfe twitterte, die Weigerung Russlands, die grenzüberschreitende humanitäre Hilfe über beide Grenzübergänge mitzutragen, werde die Lage weiter eskalieren: "Dies wird schwerwiegende Auswirkungen auf Versorgung von 2,8 Mio. Menschen haben und zu noch mehr Leid, Hunger und Tod führen!" Auch "Save the Children" verurteilte die Blockade im Sicherheitsrat.

  • Polizeigewalt in den USAFord lehnt Ausstieg aus Geschäft mit Polizeifahrzeugen ab

    Der US-Autobauer Ford lehnt Forderungen unter anderem aus den Reihen seiner Angestellten ab, das Geschäft mit Polizeifahrzeugen einzustellen.

    Der Konzern produziert den "Ford Police Interceptor". Obwohl das Unternehmen keine offiziellen Zahlen nennt, gilt der Interceptor als meistverkauftes Polizeifahrzeug in den USA.

    Ford-Chef Hackett schrieb einen Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darin betont er, die Konzernführung unterstütze die "Black Lives Matter"-Bewegung und befürworte mehr Verantwortung und Transparenz in der Polizeiarbeit. Es sei dennoch kein Widerspruch, weiterhin Polizeiautos zu verkaufen. Die Probleme mit der Glaubwürdigkeit der Polizei hätten nichts mit den Fahrzeugen zu tun.

    "Notwendiges Schlaglicht auf Ausbildung und Reform der Polizei"

    Allerdings räumt Hackett durchaus ein: "Die Sicherheit der Gemeinschaft muss alle Mitglieder einschließen - und das ist heute nicht so." Man sei überzeugt, schreibt Hackett, dass die Tragödie von George Floyd ein notwendiges Schlaglicht auf die Ausbildung und die Reform der Polizei werfe.

    Der gewaltsame Tod des schwarzen US-Bürgers Floyd bei einem Polizeieinsatz hat in den Vereinigten Staaten zu wochenlangen Protesten gegen Rassismus geführt. Laut CNN kniete einer der vier beteiligten Polizisten minutenlang neben einem Ford-Polizeifahrzeug auf dem Hals von George Floyd, bis dieser später starb.

    Eine Petition auf "change.org" richtet sich gegen den Einsatz von Ford-Fahrzeugen in Polizeidienststellen, wo "gewalttätige Taktiken" praktiziert werden. Die Petition ist bislang von 12.000 Menschen unterzeichnet worden.

  • Covid-19Zahl der Corona-Toten in Brasilien steigt auf mehr als 70.000

    In Brasilien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 70.000 überschritten.

    Wie das Gesundheitsministerium in Brasilia mitteilte, starben in den vergangenen 24 Stunden 1.214 weitere Infizierte. Präsident Bolsonaro hatte am vergangenen Dienstag bekanntgeben, dass er selbst an Corona erkrankt ist. Insgesamt verharmlost er allerdings die Gefahr der Pandemie.

    Auch in den USA ist die Corona-Lage weiter dramatisch. Nach jüngsten Angaben wurden in den letzten 24 Stunden rund 64.000 neue Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Toten stieg auf 134.000.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland
    + Deutschland: Warum die Todesrate durch das Coronavirus in Deutschland vergleichsweise niedrig ist
    + Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist
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    + Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum

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    + Prävention: Wie es derzeit um eine Zweite Welle beim Coronavirus steht
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  • Seenotrettung"Sea-Watch 4" soll Mitte August auslaufen

    Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm, hat das Engagement der EKD bei der zivilen Seenotrettung gegen Kritik verteidigt.

    Wenn Menschen ertränken, müsse man sie retten, sagte Bedford-Strohm im Deutschlandfunk. Dies sei eigentlich eine staatliche Aufgabe. Es sei eine Schande, dass es dafür zivile Seenotretter brauche. Die Unterstützung der "Sea-Watch 4" sei auch ein politisches Zeichen, betonte der EKD-Ratsvorsitzende. Kauf und Betrieb des Schiffs seien durch Spenden finanziert und damit Ausdruck einer breiten Unterstützung in der Bevölkerung. Das von der Evangelischen Kirche in Deutschland mitinitiierte Rettungsschiff soll voraussichtlich im August zu seinem ersten Einsatz im Mittelmeer auslaufen.

    Die EU-Innenminister hatten sich in der vergangenen Woche auf kein gemeinsames Vorgehen der Mitgliedsländer bei der Seenotrettung von Flüchtlingen einigen können.

  • RKI378 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 378 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

    Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, waren damit seit Beginn der Coronakrise rund 198.600 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. 9.060 seien an oder mit dem Virus gestorben, schätzungsweise 184.400 hätten die Infektion überstanden. Damit gibt es rechnerisch derzeit rund 5.100 Fälle in Deutschland.

    Der baden-württembergische Gesundheitsminmister Lucha sieht Deutschland für die kommenden Monate der Pandemie gut gerüstet. Im Vergleich zu der Situation im März habe man nun gute Voraussetzungen geschaffen, um mit einem eventuellen größeren Infektionsgeschehen umzugehen, sagte der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk. So gebe es etwa ausreichend Testkapazitäten und Schutzausrüstung. Lucha betonte, es komme darauf an, schnell auf lokale Ausbruchsgeschehen zu reagieren und die Infektionsketten zu unterbrechen.

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  • Russland-AffäreTrump erlässt Vertrautem Stone Haftstrafe

    Am Dienstag hätte der Roger Stone, der Vertraute von US-Präsident Trump, eigentlich eine mehr als dreijährige Haftstrafe im Zusammenhang mit der "Russland-Affäre" antreten müssen. Dich nun hat ihm der Präsident dies erspart. Er hatte die Gefängnisstrafe für seinen Berater und die gesamten Ermittlungen schon immer als Zumutung betrachtet.

    Trump strich die Haftstrafe kraft seiner präsidialen Befugnis. Das Weiße Haus in Washington erklärte, Stone sei nun ein freier Mann. Zur Begründung hieß es, der Ex-Berater wäre im Gefängnis einem ernsthaften medizinischem Risiko ausgesetzt gewesen. Stone sei in dem Fall ohnehin ungerecht behandelt worden und habe daher bereits sehr gelitten.

    Das Urteil gegen Stone an sich bleibt allerdings bestehen. Er war im vergangenen Februar unter anderem wegen Falschaussage und Behinderung der Russsland-Ermittlungen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden und sollte am Dienstag ins Gefängnis. Stone hatte die Vorwürfe stets bestritten. Der Präsident hatte die gesamten Ermittlungen als illegal kritisiert.

    Bei den oppositionellen Demokraten stieß Trumps heutige Entscheidung auf Kritik. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Schiff, sagte, unter dem Präsidenten gebe es zwei Justizsysteme: Eines für seine kriminellen Freunde und eines für alle anderen.

  • GrünheideTesla plant zunächst mit bis zu 10.500 Beschäftigten für neue Fabrik

    Der amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla plant für seine künftige Fabrik im brandenburgischen Grünheide die Beschäftigung von 10.500 Mitarbeitern.

    Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, ist ein Drei-Schicht-Betrieb pro Tag geplant. Derzeit suche das Unternehmen noch Fachkräfte. Grünheide wird die erste Tesla-Fabrik in Europa. Dort sollen ab Juli nächsten Jahres rund 500.000 Elektro-Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen. Die komplette Genehmigung für den Bau steht allerdings noch aus.

  • SingapurRegierungspartei gewinnt erneut Parlamentswahl

    In Singapur hat die Regierungspartei PAP die Parlamentswahl deutlich gewonnen.

    Sie errang 83 von 93 Sitzen im Abgeordnetenhaus. Die oppositionelle Arbeiterpartei holte die verbleibenden zehn Sitze und konnte damit leicht zulegen.

    Die PAP hat seit der Gründung des südostasiatischen Stadtstaats im Jahr 1965 alle Parlamentswahlen gewonnen. Diesmal hatte die Opposition wegen der Corona-Krise vergebens eine Verlegung gefordert. Singapur ist mit mehr als 45.000 bestätigten Infektionen schwer von der Pandemie betroffen.

  • SteuerstreitUSA wollen Zölle auf französische Produkte erheben

    Die US-Regierung hat Zölle auf französische Produkte im Wert von 1,3 Milliarden Dollar angekündigt.

    Washington reagiert damit auf die geplante Besteuerung amerikanischer Digitalkonzerne in Frankreich. Wie das Büro des US-Handelsbeauftragten Lighthizer in Washington mitteilte, sollen zum Beispiel Handtaschen und Kosmetika mit einer Abgabe in Höhe von 25 Prozent belastet werden. Die Zölle sollen aber erst in einem halben Jahr in Kraft treten, um mit Frankreich noch über eine Lösung in dem Streit verhandeln zu können.

    Die Regierung in Paris will rückwirkend ab Januar die Umsätze von amerikanischen Digitalkonzernen wie Google, Apple, Facebook und Amazon besteuern. Der Satz beläuft sich auf drei Prozent des in Frankreich erzielten Umsatzes. Die Regierung in Paris hatte die Steuer im Alleingang vorangetrieben, nachdem eine EU-weite Digitalsteuer im März am Widerstand mehrerer Mitgliedsländer gescheitert war. Frankreich rechnet allein für dieses Jahr mit Einnahmen von rund 400 Millionen Euro.

  • USARichterin stoppt erste Exekution auf Bundesebene seit 17 Jahren

    Ein Gericht in den USA hat die geplante erste Hinrichtung auf Bundesebene seit 17 Jahren ausgesetzt.

    Die Bezirksrichterin im Staat Indiana begründete die Entscheidung mit der Corona-Pandemie. Sie gab einem Antrag von Angehörigen des Verurteilten auf einen Aufschub der Exekution Recht. Sie wollten der Hinrichtung beiwohnen, scheuten wegen der Gefahr durch das Virus aber die Reise zum Bundesgefängnis in der Stadt Terre Haute. In den vergangenen Monaten hatte es in amerikanischen Haftanstalten besonders viele Infektionen gegeben. Die einstweilige Verfügung der Richterin sieht vor, dass das Todesurteil erst vollstreckt wird, wenn die Corona-Krise überstanden ist. Das US-Justizministerium kündigte Berufung an.

    Die Hinrichtung eines 47-Jährigen per Giftspritze sollte am kommenden Montag stattfinden. Der Mann war des Mordes an einer Familie für schuldig befunden worden. Von Bundesgerichten verhängte Todesstrafen wurden jahrelang nicht vollstreckt. Zuletzt drängte US-Justizminister Barr darauf, die Hinrichtungen wieder durchzuführen.

  • SudanWeibliche Genitalverstümmelung wird verboten

    Der Sudan hat die Genitalverstümmelung von Frauen unter Strafe gestellt.

    Der Souveräne Rat, die höchste Institution des Landes, ratifizierte nach Angaben des Justizministeriums ein entsprechendes Gesetz. Demnach können Täter zu drei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt werden. Verantwortlichen Krankenhäusern und anderen Einrichtungen droht die Schließung. Das Justizministerium erklärte in seiner Stellungnahme, die uralte Praxis untergrabe die Würde von Frauen.

    Im Sudan sind laut den Vereinten Nationen noch immer knapp neun von zehn Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Die sudanesische Regierung hatte bereits im Mai einem gesetzlichen Verbot zugestimmt. Der Souveräne Rat aus Vertretern des Militärs und der Zivilgesellschaft leitet eine gut dreijährige politische Übergangsphase in dem afrikanischen Staat.

  • Proteste gegen Präsident VucicDemonstranten dringen in Belgrader Parlament ein

    In der serbischen Hauptstadt Belgrad sind bei neuen Protesten gegen Präsident Vucic Demonstranten in das Parlament eingedrungen.

    Eine Gruppe von Nationalisten überwand die Absperrgitter und den Polizeikordon vor dem Parlamentsgebäude. Die Polizei setzte Tränengas gegen sie ein. Die Kundgebung war zunächst friedlich verlaufen. Am Abend zuvor hatten Demonstranten die Nationalisten noch mit einer Sitzkundgebung am Eindringen in das Parlament gehindert.

    In Belgrad und anderen serbischen Städten gehen seit Tagen tausende Menschen auf die Straße. Die Proteste hatten sich zunächst gegen eine wegen steigender Corona-Infektionszahlen verhängte Ausgangssperre für Belgrad gerichtet, die Präsident Vucic daraufhin abschwächte. Inzwischen ist der Staatschef aber selbst Ziel der Proteste: Ein Teil der Demonstranten wirft ihm einen autoritären Regierungsstil vor, ein anderer bezichtigt ihn des Landesverrats, weil er neuen Gesprächen über den Status des Kosovo zugestimmt hatte. Serbien betrachtet es als abtrünnige Provinz.

  • Hagia SophiaUSA zeigen sich "enttäuscht" über Umwandlung in Moschee

    Die Umwidmung der Hagia Sophia in Istanbul in eine Moschee ist international auf Kritik gestoßen.

    Die USA zeigten sich enttäuscht über die Entscheidung der türkischen Regierung. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington appellierte an die türkische Führung, weiterhin allen Menschen einen ungehinderten Zugang zu dem Kuppelbau aus dem 6. Jahrhundert zu gewähren. Griechenland sprach von einer Provokation für die zivilisierte Welt. Die Weltkulturorganisation Unesco teilte mit, sie bedauere die Umwandlung des als Weltkulturerbe gelisteten Gebäudes ohne vorherige Abstimmung. Auch die russisch-orthodoxe Kirche und die Deutsche Bischofskonferenz kritisierten das Vorgehen.

    Der türkische Präsident Erdogan hatte angekündigt, dass die Hagia Sophia künftig wieder als Moschee genutzt werden soll. In zwei Wochen solle das erste muslimische Gebet stattfinden, sagte Erdogan. Nicht-Muslime dürften die Räumlichkeiten weiterhin besichtigen. Das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei hatte zuvor den 1934 beschlossenen Museumsstatus des Gebäudes aufgehoben.

  • HongkongChinas Botschafter zu Gespräch ins Auswärtige Amt eingeladen

    Die Bundesregierung hat im Zusammenhang mit dem chinesischen Sicherheitsgesetz für Hongkong den Botschafter Chinas in Deutschland, Wu Ken, zu einem Gespräch ins Auswärtige Amt eingeladen.

    Dabei habe ihm Staatssekretär Berger nochmals die Position der Bundesregierung erläutert, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Die Bundesregierung habe, auch gemeinsam mit den EU-Partnern, mehrfach Besorgnis darüber geäußert, dass das Sicherheitsgesetz die weitgehende Autonomie Hongkongs ernsthaft untergrabe und sich nachteilig auf die Unabhängigkeit der Justiz und die Rechtsstaatlichkeit auswirke.

  • TropensturmTrump sagt Wahlkampfauftritt ab

    US-Präsident Trump hat eine für heute geplante Wahlkampfveranstaltung in New Hampshire abgesagt.

    Das Weiße Haus verwies zur Begründung auf die Gefahren durch den Tropensturm "Fay", der in der Region erwartet wird. Der Auftritt werde um eine Woche oder zwei verschoben, sagte eine Sprecherin.

    Die Veranstaltung sollte in einem Flugzeughangar in Portsmouth stattfinden. Es wäre Trumps zweite große Wahlkampfveranstaltung nach seinem Auftritt in Tulsa am 20. Juni. Damals mussten bei der Anmeldung alle Gäste zustimmen, dass sie alle Risiken übernehmen, die aus einer möglichen Corona-Ansteckung resultieren könnten. Nach der Veranstaltung stiegen in der Stadt die Neuinfektionen stark an. Die örtlichen Behörden sehen einen klaren Zusammenhang.

  • Interview der WocheCSU-Landesgruppenchef Dobrindt hält Lieferkettengesetz für notwendig

    CSU-Landesgruppenchef Dobrindt hält ein sogenanntes Lieferkettengesetz für notwendig, das Unternehmen zur Transparenz bei Umwelt- und Sozialstandards verpflichtet.

    Man wolle das Gesetz so gestalten, dass es nicht zu einer Belastung für die Wirtschaft komme, sagte der CSU-Politiker im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Die unter anderem von Seiten des Arbeitgeberverbandes geäußerten Bedenken wies Dobrindt zurück. Man könne nicht dagegen sein, dass man als größter Profiteur der Globalisierung Verantwortung übernehme, Fehler zu korrigieren. Andernfalls würden die Verbraucher jene Unternehmen, die sich dagegen wehrten, dies spüren lassen.

  • CyberangriffeGroße Koalition verzichtet auf Gesetz zu Gegenangriffen

    Die große Koalition wird einem Medienbericht zufolge nun doch kein Gesetz zur Abwehr von Cyberangriffen beschließen.

    Grund für den Verzicht auf den sogenannten Hack Back sind Bedenken der SPD. Wie "Der Spiegel" berichtet, waren die Überlegungen für eine entsprechende Bestimmung bereits weit vorangeschritten. Umstritten sei aber bis zuletzt die oberste Stufe der sogenannten aktiven Cyberabwehr gewesen, heißt es weiter. Dabei handele es sich um das Blockieren von Computerservern im Ausland, um eine laufende Attacke zu stoppen. Seehofer hatte dies den Angaben zufolge als letztes Mittel gefordert. In der SPD habe es dagegen aber große Bedenken gegeben. Völkerrechtlich wäre es hoch problematisch, Server im Ausland auszuschalten, sagte Parteichefin Esken dem Nachrichtenmagazin.

  • CoronakriseEuropaparlament fordert mehr Zusammenarbeit in der EU

    Das Europaparlament hat als Konsequenz aus der Coronavirus-Krise für eine stärkere EU-weite Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich plädiert.

    Die Abgeordneten forderten dazu in einer Resolution die EU-Kommission auf, einen Vorschlag für einen europäischen Mechanismus zu machen, mit dem künftig besser auf Gesundheitskrisen reagiert werden könne. Zudem solle die Kommission einen Aktionsplan für Arbeitskräfte im Gesundheitswesen vorlegen, um deren Arbeitsbedingungen zu verbessern.

    In einer weiteren Entschließung verlangte das Europaparlament ein härteres Vorgehen der EU-Kommission gegen die Mitgliedsstaaten beim Thema Geldwäsche. Die Abgeordneten verwiesen auf die Liste der zehn wichtigsten Steuerparadiese des Tax Justice Networks. Dort fänden sich auch zwei EU-Mitgliedsstaaten. Ein Änderungsantrag, um diese beiden Länder - nämlich Luxemburg und die Niederlande - beim Namen zu nennen, wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt.

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  • EU-AufbaufondsNiederlande beharrt auf Reformauflagen

    Der italienische Ministerpräsident Conte hat mit seinem niederländischen Kollegen Rutte über das geplante EU-Hilfspaket in der Corona-Krise beraten.

    Im Mittelpunkt der Gespräche in Den Haag stand der umstrittene Aufbaufonds. Neben Österreich, Dänemark und Schweden gehören die Niederlande zu den Ländern, die nicht rückzahlbare Zuwendungen ablehnen und Finanzhilfen an strikte Reformauflagen knüpfen wollen. Rutte hatte zuvor betont, die Reformen müssten verbindlich festgeschrieben werden. Von den 750 Milliarden Euro des schuldenfinanzierten Programms sollen nach den Vorstellungen der EU-Kommission 500 Milliarden als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite vergeben werden. EU-Ratspräsident Michel hatte zuvor einen Kompromissvorschlag unterbreitet, der Nachlässe für Länder vorsieht, die mehr in den EU-Haushalt einzahlen als sie zurückbekommen.

  • WährungsunionKroatien und Bulgarien nehmen am System fester Wechselkurse teil

    Bulgarien und Kroatien sind in das europäische System fester Wechselkurse aufgenommen worden.

    Die Teilnahme an dem Mechanismus ist eine von mehreren Bedingungen für den von beiden Ländern angestrebten Beitritt zum Euro. In den kommenden zwei Jahren dürfen die Wechselkurse der beiden Länder nur in einer Bandbreite von 15 Prozent schwanken. Wie die EZB in Frankfurt am Main mitteilte, werden ab Oktober zudem die größten Banken der Aufsicht der Europäischen Zentralbank unterstellt. Dabei gehe es auch um Geldwäsche, die Führung staatlicher Unternehmen und um das Insolvenzrecht.

    Gegenwärtig umfasst die Euro-Zone 19 Staaten, zuletzt kam 2015 Litauen hinzu.

  • VideogipfelKeine Annäherung zwischen Serbien und Kosovo, weitere Treffen vereinbart

    Das Gipfelgespräch zwischen Serbien und dem Kosovo hat im Konflikt der beiden Länder noch keine Lösung erbracht.

    Allerdings wollen Serbiens Präsident Vucic und der kosovarische Regierungschef Hoti ihre Beratungen am Sonntag fortsetzen. Die heutige Videokonferenz war auf Vermittlung von Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Macron zustande gekommen. - Serbien erkennt die im Jahr 2008 ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovo bis heute nicht an. Die EU macht genau das aber zur Bedingung für einen Beitritt des Landes zur Europäischen Union.

  • NahlesNeue Sonderberaterin von EU-Sozialkommissar Schmit

    Die frühere Partei- und Fraktionschefin der SPD, Nahles, übernimmt ein Jahr nach ihrem Rücktritt einen Posten in Brüssel.

    EU-Sozialkommissar Schmit kündigte an, Nahles werde künftig als Sonderberaterin für ihn arbeiten. Sie werde daran mitwirken, den sozialen Dialog in Europa sowie die Rolle der Sozialpartner zu stärken. Ihre riesige Erfahrung werde dabei helfen, ein faireres, sozialeres Europa zu gestalten, erklärte der Luxemburger Sozialdemokrat.

    Nahles war Anfang Juni 2019 nach dem historisch schlechten Abschneiden der SPD bei der Europawahl von ihren Ämtern zurückgetreten.

  • WetterMeist trocken und teils heiter, nur in Bayern regnerisch

    Das Wetter: In Bayern länger andauernder Regen, auch im Nordwesten und im Schwarzwald einzelne Schauer und Gewitter. Sonst meist heiter bis wolkig und trocken bei Höchsttemperaturen zwischen 17 und 25 Grad. Morgen im Norden und Nordosten heiter bis wolkig mit vereinzelten Regenschauern. Sonst trocken und viel Sonne bei 22 bis 28 Grad.

    Die weiteren Aussichten: Am Montag im Norden einzelne Schauer, sonst sonnnig bei 22 bis 27 Grad. Im Norden um 19 Grad.

  • CoronavirusZelt, Wohnwagen, Ferienhaus: Wie der Urlaub 2020 aussehen könnte

    Die Sommerferien sind in den ersten Bundesländern bereits gestartet. Doch welcher Urlaub ist in diesem Sommer während der Corona-Pandemie möglich? Innerhalb der EU ist fast alles möglich. Am sichersten ist es nach Einschätzung des Virologen Schmidt-Chanasit wohl in Deutschland.

    Urlaub im europäischen Ausland

    Grundsätzlich ist der Urlaub im europäischen Ausland seit dem 15. Juni wieder möglich. Mit dem Stichtag wurde die von der Bundesregierung verhängte Reisewarnung für 31 europäische Staaten aufgehoben. Für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union verlängerte die Bundesregierung die Reisewarnung für Touristen bis zum 31. August, darunter ist auch die Türkei.

    Virologe rät eher zu Urlaub in Deutschland

    Der Hamburger Virologe Schmidt-Chanasit hält die Lockerung angesichts eines überschaubaren Infektionsgeschehens in den meisten EU-Staaten für vertretbar. Wer seinen Urlaub in Deutschland verbringe, habe allerdings eine wesentlich höhere Sicherheit, falls eine Infektion auftrete, sagte Schmidt-Chanasit im Deutschlandfunk. Das deutsche Gesundheitssystem ermögliche die beste Diagnostik und Behandlung.

    Die Regelungen in einzelnen Ländern

    Ob der Sommerurlaub wirklich stattfinden kann, dürfte auch an den Regelungen der Urlaubsländer selbst hängen.

    Spanien Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts ist aufgehoben. Auch die Quarantänepflicht gilt nicht mehr. Nach Mallorca und auf die anderen Balearen-Inseln sind bereits die ersten von bis zu 10.900 Urlaubern aus Deutschland aufgebrochen: Sie machen eine Art Testlauf für den Sommerurlaub in Corona-Zeiten.

    Die Corona-Lage in Italien, das viele Todesopfer zu beklagen hat, hat sich nach Einschätzung des Auswärtigen Amts inzwischen verbessert. Regionale Hotspots seien noch die Lombardei, gefolgt von Piemont, Emilia Romagna und Venezien. Insgesamt läuft der Tourismus langsam wieder an. Hotels melden wieder Buchungen - auch wenn längst noch nicht alles offen ist.

    Frankreich: Die Einreise aus Deutschland ist wieder ohne besonderen Reisegrund möglich. Die Grenzkontrollen sind aufgehoben. In Frankreich haben Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser für Urlauber wieder geöffnet.

    Österreich: Das Land hat alle Einreisebeschränkungen gegenüber ihren Nachbarstaaten aufgehoben. Das Tragen von Mund- und Nasenschutz ist nur noch in Bussen und Bahnen, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie für Angestellte in manchen Dienstleistungsberufen Pflicht. Sonderregeln gibt es für Menschen aus dem Kreis Gütersloh. Wegen der dort angestiegenen Infektionszahlen müssen Urlauber bei der Einreise nach Österreich einen negativen Corona-Test vorhalten können. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein.

    Dänemark knüpft Reisen an die Bedingung, dass mindestens sechs Übernachtungen außerhalb Kopenhagens stattfinden. Ausgenommen von der Regelung sind Deutsche, die ein Sommerhaus in Dänemark besitzen. Das gleiche gilt für Menschen, deren Partner oder Partnerin in Dänemark lebt – allerdings muss die Beziehung schon länger als sechs Monate andauern.

    Mit einem Sommerurlaub in Norwegen dürfte es nach jetzigem Stand schwierig werden. Die Einreise aus Deutschland ist noch nicht ohne weiteres möglich. Es gilt eine zehntägige Quarantäne. Bis zum 20. Juli will die Regierung das Vorgehen überprüfen. In Finnland ist die Einreise für Touristen aus Deutschland ebenfalls noch nicht erlaubt. Die Reisewarnung für Schweden wird aufrechterhalten,weil das Land die Neuinfiziertenzahl von weniger als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen überschritten hat. Die Grenzen sind für EU-Bürger jedoch geöffnet.

    Einreisende nach Großbritannien müssen nach Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne. Verstöße werden mit einem hohen Bußgeld bestraft. Die britische Regierung will mit der neuen Regelung eine zweite Pandemie-Welle verhindern. Das Auswärtige Amt empfiehlt deshalb, nicht ins Vereinigte Königreich zu reisen - ebensowenig nach Irland. Auch in Irland gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden. Zudem ist auch die Bewegungsfreiheit innerhalb des Landes stark eingeschränkt.

    Die Lage außerhalb Europas

    Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für nicht-europäische Länder bis Ende August verlängert. Ausnahmen sind möglich, wenn die Länder bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu zählen etwa die Entwicklung der Infektionszahlen und die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems. Generell abgeraten wird weiterhin von Kreuzfahrten.

    Die USA haben ihrerseits im März einen Einreisestopp für Europäer erlassen. Wie lange dieser bestehen bleibt, lässt Präsident Trump bislang offen.

    Auch andere außereuropäische Länder - darunter Israel, Australien, Brasilien und Indien - haben ihre Grenzen für Ausländer weitgehend geschlossen. In anderen Ländern gelten Einreiseverbote für Reisende aus Risikogebieten oder strenge Quarantäne-Vorschriften nach der Einreise. Im Einzelnen informieren die Internetseiten der Botschaften.

    Ungeachtet der in Deutschland gültigen Reisewarnung gibt es kein Verbot für Auslandsreisen. Das Auswärtige Amt erklärte zudem, dass die Auslandsvertretungen deutsche Staatsangehörige in Notlagen auch weiterhin unterstützen. Allerdings werde es keine weiteren Rückholaktionen wie im März und April geben.

    Auswirkungen auf die Reisewirtschaft

    Die Reisebüros und Reiseveranstalter in Deutschland befürchten angesichts der Situation große Probleme. 60 Prozent der Unternehmen in der Tourismusbranche sehen sich laut einer Umfrage des Deutschen Reiseverbandes unmittelbar von der Insolvenz bedroht. Der Reiseanbieter TUI hat im Mai den Abbau von weltweit 8.000 Stellen angekündigt. Experten der Reisebranche befürchten, dass sich das Kreuzfahrt-Urlaubsgeschäft nur schwer von der Corona-Krise erholen wird.

    Über die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die europäische Reisebranche berichtet auch "Politico". Demnach arbeiten europaweit rund elf Prozent der Arbeitnehmer in der Tourismusbranche. Nach Angaben der EU-Kommission ist der Tourismussektor der am schwersten betroffene Wirtschaftszweig in der Corona-Krise. Industriekommissar Breton bezifferte die geschätzten Einnahmeverluste der kommenden Monate kürzlich auf 50 Prozent für Hotels und Restaurants, 70 Prozent für Reiseveranstalter und Reisebüros und 90 Prozent für Kreuzfahrt- und Fluggesellschaften.

    (Stand: 29.06.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Unterwegs: Welche Regeln in der Bahn und im Flugzeug gelten
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    Zahlen und Daten zur Coronavirus-Pandemie

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    + Massenveranstaltungen: Demos und ähnliches haben die Infektionszahlen offenbar kaum beeinflusst
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    + Prävention: Wie es derzeit um eine Zweite Welle beim Coronavirus steht
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  • CoronavirusDie aktuellen Reiseregelungen in Deutschland

    Die Urlaubsplanung ist in diesem Jahr schwierig, viele beliebte internationale Ziele womöglich wegen der Coronakrise unerreichbar. Für Ferien innerhalb Deutschlands gibt es inzwischen aber wieder viele Möglichkeiten.

    In allen Bundesländern kann man wieder in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen übernachten. Eine Sonderregelung gilt für Menschen aus einem Kreis mit hohem Infektionsgeschehen: Sie dürfen nur dann in einem Hotel untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie nicht angesteckt sind. Darauf haben sich Bund und Länder nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischunternehmen Tönnies verständigt.

    Strenge Hygienevorschriften

    Oftmals ist der Wellness-Bereich von Hotels von der Öffnung ausgenommen. In Bayern hat es darüber sogar Streit vor Gericht gegeben. Auf das Frühstücksbuffet muss man zudem meist verzichten, stattdessen wird das Essen von Kellnern an den Tisch gebracht. Nur Nordrhein-Westfalen und Hessen erlauben die Selbstbedienung. Aber nicht alles, was erlaubt ist, wird auch überall umgesetzt. Es empfiehlt sich daher, vor der Reise beim betreffenden Hotel Auskünfte einzuholen.

    Selbstredend muss man sich überall an Hygienevorschriften halten - die wiederum von Bundesland zu Bundesland variieren können.

    Restaurants sind ebenfalls in allen 16 Bundesländern geöffnet, meistens auch Kneipen. Unterschiede gibt es zuweilen bei den Öffnungszeiten. Bars, also Betriebe, die vor allem auf das Ausschenken an der Theke ausgerichtet sind, müssen in Bayern und Hamburg noch geschlossen bleiben.

    Organisierte Urlaubsreisen mit dem Reisebus sind überall erlaubt. Freizeitparks und Freibäder dürfen öffnen.

    Was geht wo?

    Links zu Tourismus-Informationen aus den einzelnen Bundesländern haben wir hier für Sie zusammengestellt:

    Baden-Württemberg
    Bayern
    Berlin
    Brandenburg
    Bremen
    Hamburg
    Hessen
    Mecklenburg-Vorpommern
    Niedersachsen
    Nordrhein-Westfalen
    Rheinland-Pfalz
    Saarland
    Sachsen
    Sachsen-Anhalt
    Schleswig-Holstein
    Thüringen

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  • CoronavirusWie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern?

    Die Grenzen in Europa sind weitgehend offen, Sommerurlaube können unter bestimmten Bedingungen auch stattfinden. Aber wie und was sind die Vorschriften in den einzelnen Ländern für Deutsche? Und wie steht es um das Infektionsgeschehen?

    Österreich

    Deutsche können ohne Bedenken nach und durch Österreich fahren. Mit einer Ausnahme: Wer aus dem Kreis Gütersloh stammt, muss mit Kontrollen im Grenzraum rechnen und sollte einen negativen Coronatest vorweisen können. In den meisten Urlaubsregionen Österreichs gibt es kaum mehr coronabedingte Beschränkungen, aber auf den Mindestabstand muss geachtet werden - auch beim Baden und Wandern. In einigen Orten Kärntens gilt abends eine Maskenpflicht. Einziges Bundesland mit genereller Maskenpflicht im öffentlichen Raum ist Oberösterreich. Dort und in Wien gibt es auch die meisten Corona-Fälle. Im ganzen Land gibt es rund aktiv 1000 Erkrankte, Tendenz gleichbleibend.

    Italien

    Reisende aus Deutschland und dem restlichen Schengenraum müssen in Italien nicht in Quarantäne. Innerhalb des Landes darf man sich ungehindert fortbewegen. Die Infektionszahlen waren zuletzt leicht angestiegen, was neue Unruhe ausgelöst hatte. Allerdings beschränkt sich das auf lokale, kleinere Brandherde. In Geschäften, in Zügen oder in anderen geschlossenen Räumen gilt Maskenpflicht. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden - was teils schwierig umzusetzen ist.

    Spanien und die Balearen

    Urlauber aus der EU und den Schengenstaaten dürfen wieder unbegrenzt nach Spanien einreisen. Vor Reiseantritt muss ein Online-Formular ausgefüllt werden, in das Name, Reisepassnummer, Flugdaten und eine E-Mail-Adresse einzutragen sind. Dann erhält der Reisende einen QR-Code, der bei der Einreise an der Grenze vorzuweisen ist. Bei der Einreise gibt es eine Sichtkontrolle des Gesundheitszustands, und die Temperatur wird gemessen - sie darf nicht höher als 37,5 Grad Celsius sein. Bei Corona-Verdacht wird der Reisende in ein Krankenhaus eingewiesen.

    Im ganzen Land gilt Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in öffentlichen geschlossenen Räumen. Wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht gewahrt werden kann, zum Beispiel an vollen Strandpromenaden oder in Fußgängerzonen, muss man auch im Freien eine Maske tragen. Am Strand und am Pool darf man sie aber abnehmen. Strenger ist es bisher nur in Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona. Dort gilt seit Donnerstag im Freien immer Maskenpflicht unabhängig vom Sicherheitsabstand.

    Ab dem Wochenende vom 11. Juli wollen auch die Baleareninseln wie Mallorca diese Maskenpflicht einführen. Mit der Vorschrift will die Regierung nach eigenen Angaben klarstellen, dass der zunehmend entspannte Umgang der Menschen mit den Coronavirus-Vorschriften ein großes Risiko darstellt, und reagiert auf Zwischenfälle unter anderem in Parks und in Bars in den vergangenen Tagen - die Polizei musste bei in Parks, am Strand und auf Partys eingreifen.

    In Katalonien und Galizien gab es einzelne größere Ausbrüche, dort wurden wieder Quarantänemaßnahmen verhängt.

    Portugal

    Portugal ist mit vergleichsweise geringen Opferzahlen durch die Krise gekommen. Inzwischen gibt es nur noch sehr wenige Neuinfektionen. Lokal gibt es aber auch hier Hotspots. Seit dem 1. Juli gilt ein zweiwöchiger Lockdown für weite Teile des Großraums Lissabon. Aber das Zentrum der Hauptstadt ist nicht betroffen, das bei Touristen besonders beliebt ist. Insgesamt gelten in Portugal in etwa dieselben Vorschriften wie in Spanien. Bei der Einreise wird die Temperatur gemessen, im Verdachtsfall werden die Reisenden befragt.

    Griechenland

    Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie den meisten EU-Staaten können frei in Griechenland einreisen. Alle müssen sich aber mindestens 48 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Dann wird berechnet, welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen. Wer positiv getestet wird, muss 14 Tage in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels gehen. Die Kosten übernimmt Griechenland. Das Land hat - verglichen mit anderen Staaten Europas - weiterhin eine sehr niedrige Infektionsrate. Maskenpflicht gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und Krankenhäusern. Zudem wird überall geraten, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen zu halten.

    Frankreich

    Reisende aus Deutschland können ohne Probleme nach Frankreich einreisen. Eine Quarantäne oder spezielle Unterlagen sind nicht notwendig. Im ganzen Land ist die Zahl der Neuinfektionen derzeit konstant. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht. Läden und andere Einrichtungen entscheiden selbst, ob eine Maske getragen werden muss. In Paris haben Museen und Sehenswürdigkeiten wieder geöffnet - Tickets müssen in der Regel vorher online gebucht werden. Die Strände im Land sind wieder geöffnet. Viele Restaurants etwa in Paris haben ihre Terrassen vergrößert, damit die Menschen genug Abstand halten können.

    Schweiz

    Die Einreise in die Schweiz ist aus allen Schengenstaaten problemlos möglich, außer aus Schweden. Aber wer zwei Wochen zuvor in einem von aktuell 29 als riskant eingestuften Ländern war, muss in Quarantäne. Dazu gehören Schweden, Serbien, die USA, Russland, Israel oder Südafrika. Ein Mund-Nasen-Schutz ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und Seilbahnen vorgeschrieben, seitdem die Neuinfektionen seit Ende Juni tageweise auf mehr als 100 neue Fälle gestiegen waren. In Hotels, Restaurants oder Museen gelten weiterhin Abstands- und Hygieneregeln.

    Türkei

    Für die Türkei gilt die Reisewarnung des Auswärtigen Amts bis zum 31. August. Das Land hofft, dass diese bald aufgehoben wird. Das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen wird derzeit aber als Corona-Risikogebiet eingestuft. Daher müssen deutsche Türkeiurlauber bei ihrer Rückkehr mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Ausnahmen können gemacht werden, wenn Rückkehrer bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

    Bei Reisen in die Türkei wird am Flughafen die Temperatur gemessen, eine Quarantänepflicht gibt es nicht. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen. An den Stränden gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm für Gastronomen und Hotels entwickelt. Auch deutsche Firmen stellen Inspektoren.

    Skandinavien

    Nach Schweden gilt aufgrund der hohen Infektionszahlen eine Reisewarnung. Die schwedischen Grenzen sind für EU-Bürger aber offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen. Allerdings ist derzeit damit zu rechnen, dass man sich nach der Rückreise in Quarantäne begeben muss, die nur unter Umständen mit einem negativen Corona-Test umgangen werden kann.

    Norwegen erlaubt die Einreise aus dem Schengenraum noch nicht, sie soll aber ab 15. Juli wieder möglich sein, für Menschen aus Ländern, in denen die Coronazahlen niedrig sind. Für Deutschland dürfte dies der Fall sein. Nach Finnland dürfen Deutsche ab 13. Juli wieder einreisen. Entscheidend für die Finnen ist, dass in den entsprechenden Ländern innerhalb einer Zwei-Wochen-Periode weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner verzeichnet worden sind. Nach Dänemark dürfen Deutsche wieder reisen, wenn sie sechs Nächte bleiben, dort ein Ferienhaus besitzen oder aus Schleswig-Holstein kommen. Die Infektionslage ist auf niedrigem Niveau stabil.

    Informationen über Reiseziele finden Sie auch auf dieser Seite der Europäischen Union.

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  • Covid-19Diese Corona-Regeln gelten beim Reisen mit der Bahn und Flugzeugen

    Vor dem Beginn der Corona-Krise hoffte die Reisebranche auf ein Rekordjahr - die Fluglinien ebenso wie die Deutsche Bahn. Nun sind die ersten Ferienflieger wieder unterwegs, Reisewarnungen sind aufgehoben und die Bahn nähert sich dem Normalfahrplan. Aber welche Regeln gelten, um eine Ansteckung der Reisenden mit dem Coronavirus zu verhindern?

    Welche Regelungen gelten bei der Deutschen Bahn?

    Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist laut Bahn aktuell in allen Fern- und Regionalverkehrszügen Pflicht, ebenso wie auf Bahnhöfen und an Haltestellen. Ausnahmen gibt es im Fernverkehr lediglich für Kinder unter sechs Jahren und für Menschen, die essen oder trinken. Die Einhaltung der Pflicht wird allerdings nicht immer ausreichend kontrolliert, zudem können Bahnbegleiter nur ermahnen und kein Bußgeld oder ähnliches verhängen. Das Abstandsgebot von 1,5 Meter ist in Bahnen, S-Bahnen und Bussen kaum einzuhalten und wird in den entsprechenden Verordnungen der Bundesländer offiziell ausgenommen. Deshalb setzt die Deutsche Bahn neben der Maskenpflicht auch auf die verstärkte Lüftung und Reinigung der Züge und auf Desinfektionsspender in Waschräumen.

    Die Bahn appelliert zudem an Fahrgäste, möglichst nicht zu Hauptverkehrszeiten zu fahren, sondern auf andere Zeiten und Tage auszuweichen. Online wird die erwartete Auslastung bei der Buchung angegeben.

    Welche Regeln sollen im Luftverkehr gelten?

    Die EU hat Leitlinien zu Flugreisen während der Corona-Pandemie vorgelegt. Danach sollen Passagiere und Bordpersonal medizinische Schutzmasken tragen – und zwar vom Betreten des Flughafens bis zum Erreichen des Reiseziels. Die Masken sollen alle vier Stunden gewechselt werden. Zudem empfehlen die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde die Abstandsregeln „im Rahmen des Möglichen“ einzuhalten. Dazu soll möglichst ein Sitz pro Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug freigelassen werden.

    Die Internationale Luftverkehrsvereinigung hat sich bereits gegen solche Abstandsregelungen ausgesprochen. Sie argumentiert, dass Fliegen dann nicht mehr wirtschaftlich wäre. Eine Maskenpflicht haben aber mehrere Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa, bereits festgelegt. Die genauen Vorgaben nach Verkehrsmittel müssen nationale Behörden machen.

    Das Bundesverkehrsministerium will mit verschiedenen Vorgaben für mehr Abstand an Flughäfen sorgen. An Schaltern und Automaten zum Einchecken sowie bei Sitzgelegenheiten sollen Markierungen einen Abstand von 1,50 Metern anzeigen. Um Warteschlangen zu vermeiden, sollen möglichst viele Schalter öffnen. Bei Warteschlangen sollen Bänder sicherstellen, dass der Abstand auch seitlich eingehalten wird. Für das Einsteigen ins Flugzeug soll in der Phase der Wiederaufnahme des Verkehrs möglichst auf Vorfeldbusse verzichtet werden.

    Wie soll eine Ansteckung in Flugzeugen verhindert werden?

    Abgesehen von einer Maskenpflicht an Bord müssen sich Reisende auch auf weitere Änderungen anstellen. So wird aktuell debattiert, ob noch Speisen und Getränke ausgegeben werden dürfen. Nach Angaben des Dachverbands der Fluggesellschaften ist aber im Gespräch, zumindest auf Langstreckenflügen vorher ganz verpackte Mahlzeiten auszugeben.

    Die Fluggesellschaften lehnen eine mögliche Pflicht zum Freilassen von Sitzplätzen ab. Obligatorisch Zwischenplätze freizuhalten würde die Kapazität bei steigender Nachfrage begrenzen, sodass die angeschlagenen Airlines mehr Mühe hätten, Geld zu verdienen, so das Argument.

    Die Klimaanlagen sollen die Luft an Bord so gut filtern, wie es in Krankenhäusern üblich ist. Lufthansa oder Ryanair erklärten, dies sei schon der Fall. Die Airlines argumentieren, die vertikale Belüftung jedes einzelnen Sitzplatzes verringere schon in Verbindung mit den Schutzmasken die Ansteckungsgefahr ausreichend. Ein enges Aufeinandertreffen, etwa beim Schlangestehen vor der Flugzeugtoilette, soll aber vermieden werden.

    (Stand 07.06.2020)

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  • CoronavirusReise-Kunden können weiter Geld zurück verlangen

    Wegen der Corona-Krise ist das Tourismusgeschäft in eine schwere Krise geraten. Reisetermine werden abgesagt oder verschoben. In Deutschland bleibt es bei der Regelung, dass Kunden auf Wunsch ihr Geld zurückbekommen und keine Gutscheine akzeptieren müssen.

    Wer bereits einen Gutschein für eine geplatzte Pauschalreise akzeptiert hat, soll diesen nach dem Willen der Bundesregierung zudem zurückgeben können. Auf diese Regelungen hat sich das Kabinett verständigt. Die Europäische Union und Verbraucherschützer hatten sich dafür eingesetzt, dass Kunden für nicht angetretene Reisen ihr Geld zurückbekommen. Die Reisebranche will den Kunden stattdessen Gutscheine geben - auch, um Pleiten zu vermeiden. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Bareiß, kritisierte, dass die Rückerstattungen in Deutschland viel zu lange dauerten, während sie in anderen Ländern "oft problemlos" liefen. Was da passiere, sei eine Frechheit, sagte er der Bild-Zeitung.

    Pauschalreisen zu 100 Prozent staatlich abgesichert

    Justizministerin Lambrecht erklärte, Rückzahlungen würden viele Reiseanbieter überfordern. "Wer sich für einen Gutschein entscheidet, leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Vielfalt der Angebote und Dienstleistungen im Reisesektor zu erhalten", appellierte die SPD-Politikerin.

    Die Gutscheine sind grundsätzlich durch Versicherungen der Veranstalter abgedeckt. Sollte dies aber in der Krise nicht ausreichen, springt der Staat ein. Auch bei einer Insolvenz werden die Gutscheine damit nicht wertlos. Dies gilt nach Angaben des Ministeriums für coronabedingt abgesagte Pauschalreisen, die vor dem 8. März gebucht wurden. Hier soll der Staat im Ernstfall den vollen Reisepreis erstatten.

    Tourismusverband: "Das Geld ist schon weitergeleitet"

    Der Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft hatte der Bundesregierung Feigheit vorgeworfen, weil die Annahme von Gutscheinen freiwillig bleibt. Verbandspräsident Frenzel sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Zwölf Länder haben obligatorische Gutscheine eingeführt, nur Deutschland traut sich nicht."

    Auch der Deutsche Reiseverband und der internationale Dachverband der Fluggesellschaften IATA zeigten sich enttäuscht von der Entwicklung. Die meisten kleinen und mittelständischen Reiseveranstalter stünden mit dem Rücken zur Wand und die Kassen seien leer, erklärte DRV-Präsident Fiebig.

    EU besteht auf Verbraucherrechten

    Die EU-Kommission geht aktuell gegen mehrere Mitgliedsstaaten vor, die verpflichtende Gutschein-Lösungen eingeführt haben - so wie sie sich auch die deutsche Tourismusbranche wünscht. Denn nach EU-Recht müssen abgesagte Pauschalreisen sowie Flugtickets zeitnah erstattet werden.

    Allerdings gibt es Berichte, wonach zumindest Fluggesellschaften die Erstattung stornierter Tickets verzögern. Dies wirft die Verbraucherzentrale Hessen der Luftverkehrsbranche vor. In der Zentrale häuften sich die Beschwerden von Verbrauchern, die keine Auskünfte erhielten und hingehalten würden. Viele fühlten sich als Opfer einer Verzögerungstaktik. Die Verbraucherzentrale sprach von einem "systematischen Rechtsbruch". Kunden, die auf ihren Zahlungsanspruch bestünden, brauchten einen langen Atem. Das sei besonders unverständlich, wenn Unternehmen gleichzeitig massive staatliche Unterstützung erhielten.

    Tui und Lufthansa sagen baldige Auszahlung zu

    Nach Kritik von Kunden wegen ausbleibender Antworten auf Stornierungswünsche hat Tui Deutschland eine baldige Rückzahlung des Geldes versprochen. Kunden würden demnächst das Geld für alle Reisen auf dem Konto haben, die bis zum 15. Mai abgesagt wurden und bei denen eine Erstattung gewünscht sei. Geschäftsführer Marek Andryszak verwies darauf, dass zunächst unklar gewesen sei, ob ein verpflichtendes Gutscheinsystem für ausgefallene Reisen kommen würde - dies lehnte die EU-Kommission ab. Auch bei der angeschlagenen Lufthansa gab es verspätete Erstattungen. Konzernchef Carsten Spohr kündigte laut FAS an, jedem Kunden den Ticketpreis zurückzuzahlen.

    (Stand 10. Juli 2020)

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  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland im Vergleich zum Vortag 378 weitere Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden.

    Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen liegt damit bei 198.556. An oder mit dem Virus gestorben sind in Deutschland laut RKI 9.060 Menschen. Damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um sechs. Etwa 184.400 Menschen haben der Schätzung des Instituts zufolge die Infektion überstanden. Rechnerisch gibt es somit gut 5.096 aktive Fälle in Deutschland. (Stand: 11.7, 6 Uhr)

    Die Reproduktionszahl, beziehungsweise der R-Wert, wird vom RKI auf 0,80 geschätzt (Stand 10.7. 0:00 Uhr). Das bedeutet, dass im Schnitt nicht mehr jede infizierte Person eine andere ansteckt. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Der 7-Tage-R-Wert unterliegt weniger tagesaktuellen Schwankungen. Er lag nach RKI-Schätzungen bei 0,9 (Datenstand vom 10.7, 0:00 Uhr). Im Landkreis Gütersloh liegt die 7-Tage-Inzidenz bei mehr als 25 Fällen pro 100.000 Einwohner. Diese erhöhte, aber zunehmend abnehmende 7-Tage-Inzidenz ist dach Angaben des RKI auf den
    Ausbruch in einem fleischverarbeitenden Betrieb zurückzuführen.

    Die Johns-Hopkins-University, die häufiger aktualisierte Daten veröffentlicht, meldet für Deutschland 199.332 bestätigte Fälle, davon gelten 184.028 als nicht mehr erkrankt. Diesen Daten zufolge gibt es 9.063 an oder mit einer Corona-Infektion Gestorbene (Stand:11.7, 6 Uhr). Hier erklären wir, wie wir mit den Zahlen umgehen.

    NRW, Bayern, Baden-Württemberg: Die Lage in den Bundesländern

    Bei den absoluten Zahlen liegt Bayern mit 49.184 Infektionen (2.612 Tote) laut RKI vor Nordrhein-Westfalen mit 44.788 Fällen (1.704) und Baden-Württemberg mit 36.041 (1.837). Bezogen auf die Einwohnerzahl ergibt sich folgendes Bild: Pro 100.000 Einwohner gibt es die meisten gemeldeten Infektionsfälle in Baden-Württemberg, Bayern, in berlin und Brandenburg. (Stand: 10.7., 0 Uhr)

    Mehrheit der Coronavirus-Toten älter als 70 Jahre

    Im Lagebericht des Robert Koch-Instituts ist die Rede von drei Todesopfern unter 20 Jahren. Die Menschen seien zwischen drei und 18 Jahren alt gewesen, allesamt mit Vorerkrankungen. Nach wie vor sterben an Covid-19 insbesondere ältere Menschen. Rund 86 Prozent der Gestorbenen sind 70 Jahre und älter. (Stand: 10.7.)

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  • Covid-19Warum die Todesrate durch das Coronavirus in Deutschland vergleichsweise niedrig ist

    Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in Deutschland nach wie vor niedrig. Das Robert Koch-Institut warnt aber davor, sich deshalb in Sicherheit zu wiegen. Wir erklären, warum die Angaben zu den Todesraten mit Vorsicht zu genießen sind und welche Hypothesen es für die niedrige Zahl in Deutschland gibt.

    Seit Wochen sprechen und schreiben Behörden, Wissenschaft und Medien über Todesraten einzelner Länder im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahlen variieren je nach Land stark. Die US-amerikanische Johns-Hopkins-Universität listet etwa die Corona-Toten im Verhältnis zur Gesamtzahl der registrierten Fälle und je 100.000 Einwohner auf. Dabei kam Belgien zuletzt auf 85 Tote pro 100.000 Einwohner, Spanien auf fast 61 und Italien auf knapp 58. Deutschland verzeichnete demnach nur fast elf Corona-Tote je 100.000 Einwohner (Stand: 07.07.).

    Blickt man auf die Todeszahl pro bestätigter Fälle liegt Belgien mit rund 16 Prozent vor Frankreich mit knapp 15 Prozent und Großbritannien mit rund 15 Prozent. Deutschland kommt hier auf einen Wert von etwas über 4 Prozent. Das bedeutet: Von den bisher registrierten Covid-19-Patienten sind gut vier Prozent gestorben. In Schweden, wo es ja bekanntlich kaum Beschränkungen wegen des Virus gibt, liegt diese Rate bei 7,4 Prozent.

    Zu den auffällig hohen Werten aus Belgien ist anzumerken, dass dort auch eine andere Zählweise zu deutlich höheren offiziellen Angaben führt.

    Unabhängig von der Art der Berechnung gilt die Todesrate in Deutschland jedoch als sehr niedrig. Wie kann das sein? Verschiedene Theorien wurden aufgestellt, die wir hier erläutern wollen.

    Wie verlässlich sind die Zahlen?

    Zunächst einmal muss man sich klar machen, dass die Statistiken der einzelnen Länder nur sehr bedingt vergleichbar sind. Die derzeit genannten Todesraten ergeben sich in der Regel aus dem Anteil der Todesfälle an den offiziell gemeldeten Zahlen. Diese hinken der Realität durch technische Verzögerungen und unterschiedliche Meldewege aber oft hinterher. Zudem bedingt die Anzahl der getesteten Personen und somit der überhaupt registrierten Fälle die Todesrate enorm: Wenn ein Land viel testet, findet es viele Infizierte mit milden Verläufen – somit sinkt auch die Todesrate. Dies gilt jedoch nicht, wenn man die Zahl der Corona-Toten dem Wert von 100.000 Einwohnern ins Verhältnis setzt, denn hier werden Erkrankte und Gesunde gleichermaßen betrachtet.

    Die britische Zeitung "Guardian" berichtet zudem darüber, dass in Italien inzwischen viele unklare Todesfälle nach dem Tod auf Sars-CoV-2 getestet würden. In Deutschland sei das nicht immer der Fall. Möglicherweise bleiben also einige Todesfälle unentdeckt - allerdings gehen Forscher davon aus, dass dies aufgrund der hohen Sensibilisierung für das Thema derzeit nur selten der Fall sei. Generell lässt sich bei einer Person mit mehreren Vorerkrankungen nicht immer trennscharf feststellen, ob nun Covid-19 oder eine andere Erkrankung zum Tod geführt hat. Die Todeszahlen könnten also je nach Land zu hoch oder zu niedrig liegen.

    Ein weiteres Problem: Viele Menschen sind noch erkrankt und könnten sterben. Selbst wenn sich ab einem bestimmten Tag niemand mehr neu infizieren würde, würden noch weitere Todesfälle hinzukommen, bei denen sich Patienten in den Tagen zuvor angesteckt hatten. Wie tödlich Sars-CoV-2 wirklich ist und wie sich die Todesraten pro Land unterscheiden, werden Forscher also nicht vor Ende der Pandemie sicher sagen können.

    Zahl der Tests und Dunkelziffer

    Eine relativ wahrscheinliche Erklärung für die unterschiedlichen Werte ist die Zahl der Tests in einem Land sowie die sich daraus ergebende Dunkelziffer. Das Robert Koch-Institut hatte die im Vergleich zu Italien und Spanien niedrigen Zahlen unter anderem damit erklärt, dass man in Deutschland von Anfang an vergleichsweise breit getestet und somit den Erreger früh entdeckt habe. Dadurch seien auch viele Fälle erfasst worden, die mild verlaufen. Allerdings gebe es auch einen Zeitverzug. "Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf. Wir haben jetzt ja auch leider Fälle in Pflege- und Altenheimen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit ansteigen wird." Um präzisere Angaben zur Dunkelziffer machen zu können, hat das Robert Koch-Institut mehrere Studien angekündigt, bei denen Blutproben auf Antikörper untersucht werden sollen. Ziel sei es etwa zu erfahren, wie viele Menschen im Land immun seien und wie hoch der Anteil symptomloser Fälle sei. Davon hänge auch die Sterberate ab.

    Demografie und Risikofaktoren

    Immer wieder wird gemutmaßt, dass es in Italien so viele Todesfälle gibt, weil dort vergleichsweise viele ältere Menschen leben. Denn unter anderem mit dem Alter steigt das Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf. Auch RKI-Präsident Wieler betonte anfangs, dass in Deutschland noch nicht so viele alte Menschen erkrankt gewesen seien und auch dies ein Faktor für die niedrige Sterberate sein könnte.

    Ein Team der Universität Oxford stellte die These auf, dass in Italien mehr alte Leute in Wohn- oder Hausgemeinschaften mit ihren jüngeren Familienangehörigen leben. Wenn diese das Virus – teilweise ohne Symptome zu haben - mit nach Hause bringen, werden viele Ältere angesteckt.

    Auch andere Risikofaktoren könnten eine Rolle spielen – allerdings ist deren Einfluss noch nicht abschließend geklärt. Nachdem Zahlen aus China bekannt wurden, wonach deutlich mehr Männer als Frauen verstorben sind, wurde ein Zusammenhang zum Rauchen hergestellt. Denn in China rauchen, wie in vielen anderen Staaten auch, deutlich mehr Männer als Frauen (etwa 52 Prozent der Männer – aber nur 2,7 Prozent der Frauen). In Deutschland ist der Geschlechterunterschied beim Rauchen viel geringer. Ob dieser Aspekt die unterschiedlichen Zahlen erklären kann, gilt als eher unwahrscheinlich.

    Gesundheitssysteme und Vorbereitungszeit

    Vermutet wird auch, dass die Qualität der Gesundheitssysteme einzelner Länder einen Einfluss auf die Todesraten hat. Klar ist: Wenn die Kapazitätsgrenzen von Intensivbetten und Beatmungsgeräten erreicht sind, steigt auch die Zahl der Todesfälle. Das zeigte sich unter anderem in einigen Regionen in Italien, in denen Ärzte berichteten, dass sie entscheiden müssen, welche Patienten sie an eines der wenigen Beatmungsgeräte anschließen und welche nicht.

    Durch den späteren Ausbruch sowie die frühe Kenntnis darüber und die damit verbundenen Maßnahmen in Deutschland haben die Krankenhäuser hierzulande Zeit gewonnen, um die Kapazitäten hochzufahren. So wird die Zahl der Intensivbetten deutlich erhöht. Auch werden und wurden verschiebbare Operationen abgesagt und Personal aus anderen Bereichen für die Betreuung der Covid-19-Patienten umgeschult.

    Aus Italien wurde zudem berichtet, dass zumindest anfangs in den Krankenhäusern nicht immer spezielle Bereiche für Covid-19-Patienten eingerichtet gewesen seien. So habe sich das Virus in Krankenhäusern verbreiten und bereits geschwächte Patienten infizieren können. In Deutschland wurden vielerorts eigene Bereiche in Krankenhäusern für Coronapatienten eingerichtet. Der Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach ist überzeugt, dass sich durch das frühe Handeln gerade in der ersten Krankheitswelle "die besten Kliniken und Spezialisten um die Infizierten kümmern" konnten.

    Die Wahrscheinlichkeit an Covid-19 zu sterben, steigt mit gewissen Vorerkrankungen, etwa Bluthochdruck oder Diabetes. Leben Menschen mit diesen Vorerkrankungen in einem Gesundheitssystem, das sie gut versorgt, könnten sie weniger gefährdet sein als Menschen, die in einem Land mit schlechterem Gesundheitssystem leben. Aus den USA wurde bekannt, dass Afroamerikaner stärker vom Coronavirus betroffen sind. Experten erklären das unter anderem damit, dass sie oft sozial schlechter gestellt sind und als Folge eine schlechtere Gesundheitsversorgung bekommen sowie mehr Vorerkrankungen aufweisen.

    (Stand 07.07.2020)

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  • Covid-19Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist

    Weltweit sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität deutlich mehr als sechs Millionen Menschen nachweislich am Coronavirus erkrankt, Deutschland war mit Blick auf diese Zahlen zwischenzeitlich eines der akut am stärksten betroffenen Länder und zählt mit den absoluten Fallzahlen noch immer zu zehn Ländern mit den meisten Covid-19-Erkrankungen. Klar ist, dass die offiziell angegebenen Zahlen die Realität nicht ganz widerspiegeln und es eine Dunkelziffer gibt. Zu deren Höhe gibt es verschiedene Vermutungen und Berechnungen.

    Die Dunkelziffer lässt sich nur schwer bestimmen. Das liegt unter anderem daran, dass sehr viele Fälle milde verlaufen. Wer gar nicht merkt, dass er sich infiziert hat, lässt sich in der Regel auch nicht testen und isoliert sich nicht. Die Epidemiologin Nicola Low von der Universität Bern geht davon aus, dass der Anteil der Corona-Infizierten, die keine Symptome haben, bei 20 bis 30 Prozent liegt. Die durch Studien belegten Zahlen schwanken hierzu aber sehr stark.

    RKI führt Antikörperstudien durch

    Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Wieler, erklärte zunächst, es gebe keinen Anlass, in Deutschland von einer besonders hohen Dunkelziffer auszugehen, weil hierzulande sehr früh am Anfang der Corona-Krise mit Tests begonnen worden sei und generell sehr viel getestet werde. Wie für andere Länder rechnen Experten inzwischen aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

    Zudem hat das RKI mehrere Studien zur Verbreitung des Coronavirus in Deutschland angekündigt. Untersucht wird, ob sich im Blut der Studienteilnehmer Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachweisen lassen. Damit soll ermittelt werden, wie viele Menschen eine Infektion durchgemacht haben und dadurch vermutlich zumindest für eine gewisse Zeit immun sind. Die Ergebnisse der Antikörperstudien seien "von großer Bedeutung, um den Verlauf und die Schwere der Pandemie genauer abschätzen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen besser bewerten zu können", heißt es beim RKI.

    Mit einer bundesweit repräsentativen Stichprobe sollen die tatsächliche Verbreitung, Immunität, der Anteil asymptomatischer Infektionen, die tatsächliche Sterberate und Risikofaktoren für einen schweren Verlauf in der Bevölkerung in Deutschland besser abgeschätzt werden. Untersucht werden sollen 15.000 Personen ab 18 Jahre an 150 Studienorten. Die Probanden werden laut RKI zusätzlich zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten, Lebensumstände und psychischer Gesundheit befragt. Erste Ergebnisse werden bereits im Juni erwartet.

    "Heinsberg-Studie" geht von zehnmal mehr Infizierten aus

    Virologen der Universität Bonn vermuten, dass sich in Deutschland rund zehnmal mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben als derzeit bekannt. Das ist ein Ergebnis der sogenannten Heinsberg-Studie, die in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Gangelt durchgeführt wurde. Dort hatten sich Mitte Februar auf einer Karnevalssitzung zahlreiche Menschen infiziert. Auf Basis der in Gangelt erhobenen Daten wurden nun Rückschlüsse auf die Lage in ganz Deutschland gezogen. Demnach könnte die Dunkelziffer der Coronavirus-Infektionen bundesweit um den Faktor 10 größer sein als die Zahl der offiziell gemeldeten Fälle. Das wären Stand Anfang Juni mindestens 1,8 Millionen Infizierte.

    Allerdings ist unklar, wie valide die Ergebnisse der Studie sind. Als Anfang April erste Ergebnisse veröffentlicht wurden, kam bereits Kritik auf. So soll nicht klar sein, wie genau die von den Forschenden verwendeten Antikörper-Tests und somit die Ergebnisse sind. Die meisten Antikörper-Tests galten bisher als ungenau, weil sie zum Teil auch bei Antikörpern gegen andere Coronaviren anschlagen.

    Der Pharmakonzern Roche erklärte Anfang Mai, man habe nun erstmals einen Antikörper-Test mit fast 100-prozentiger Sicherheit entwickelt. Im Mai sollten rund drei Millionen dieser Tests in Deutschland ausgeliefert werden, für die Folgemonate sind Auslieferungen von jeweils fünf Millionen Tests vereinbart.

    Kritik an der Heinsberg-Studie kommt auch von Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Dem "Spiegel" sagte er, dass die Dunkelziffer-Hochrechnung nur auf sieben Todesfällen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion beruhe. "Ein Todesfall mehr oder weniger, der erfasst wird, fällt da richtig ins Gewicht", sagte er. Zudem ließen sich die Ergebnisse nur schwer auf Deutschland übertragen. So könnte etwa die Sterblichkeitsrate zu niedrig eingeschätzt worden sein, weil kaum Seniorenheime betroffen waren.

    Studien: Deutlich mehr Infizierte in Kalifornien und Österreich

    Nach einer Studie mit Antikörper-Tests in den USA haben Wissenschaftler der Universität Stanford ermittelt, dass sich im kalifornischen Landkreis Santa Clara bis zu 50-mal mehr Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert haben als zuletzt offiziell angegeben. Aufgrund der Ergebnisse rechneten sie hoch, dass zum Stichtag 1. April 4,1 Prozent der Bevölkerung die Infektion durchgemacht hatten, das wären etwa 81.000 Menschen. Gemeldet waren zu diesem Zeitpunkt in der Region rund 1.000 Fälle. Für die Studie hatten die Forscher einen Aufruf über Facebook gestartet und 3.300 Probanden rekrutiert. Die Forscher gewichteten ihre Ergebnisse anschließend, um ein repräsentativeres Bild zu erreichen. Allerdings gab es hier eine ähnliche Kritik wie an der Studie in Heinsberg.

    "Menschen, die systematisch übersehen werden"

    Forscherinnen und Forscher der Columbia Universität kamen in einer Simulation auf dramatische Dunkelziffern. Sie haben die Ausbreitung des Coronavirus mit einem Pandemie-Simulationsprogramm nachgespielt. Die Daten für ihre Berechnungen stammten aus der frühen Phase der Epidemie in China, als es noch keine Kontaktbeschränkungen gab. Demnach kamen auf jeden nachweislich Infizierten etwa sieben unentdeckte Fälle, schreiben die Autoren im Fachmagazin "Science".

    DLF-Wissenschaftsredakteur Volkart Wildermuth teilt die Menschen, die sich zwar infiziert haben, aber noch nicht in der Statistik auftauchen, in drei Kategorien ein: Personen, die positiv getestet wurden, aber noch nicht offiziell dokumentiert sind. Menschen, die "systematisch übersehen werden". Und die, die erst mit Zeitverzug bemerken, dass sie sich infiziert haben, sagte Wildermuth im Deutschlandfunk.

    (Stand: 04.06.2020, 9 Uhr)

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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben am Coronavirus? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit können helfen, diese Frage zu beantworten. Doch auch dabei gibt es Probleme - die zum Teil von Kritikern und Aktivisten missbraucht werden.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen im Vergleich zum Durchschnitt mehr gestorben sind. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterbrate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte. Dieses Mehr an Toten ist die Übersterblichkeit. Unter bestimmten statistischen Voraussetzungen (Stichwort: Prognoseintervall) können diese zusätzlichen Todesfälle der Grippe zugeordnet werden. So kam es zu der geschätzten Zahl von 25.000 Grippetoten; laborbestätigt sind für den Zeitraum 1.674 Influenza-bedingte Todesfälle.

    Dass es bei den oft genannten Angaben zur Todesrate im Zusammenhang mit Covid-19 einige Probleme und Unklarheiten gibt, haben wir bereits in unserem Stück zu den vergleichsweise niedrigen Todesraten in Deutschland erläutert (siehe weiter unten). Experten hoffen nun, durch Daten zur Übersterblichkeit ein genaueres Bild der Covid-19-Todesfallzahl zu bekommen.

    Welche Erkenntnisse zur Übersterblichkeit der vergangenen Wochen gibt es bereits?

    "Kaum Anzeichen für erhöhte Sterblichkeit", titelten die einen, "Sterbefallzahlen in Deutschland steigen an", titelten die anderen an ein und dem selben Tag. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht nun schon seit einiger Zeit konkrete Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. Wegen des Meldeverzugs sind derzeit nur Daten bis zum 7. Juni verfügbar.

    In den ersten drei Monaten des Jahres zeigte sich laut Statistischem Bundesamt kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen. Auch die Grippewelle fiel dieses Jahr im Vergleich zu den Vorjahren moderater aus. Im März 2018, in einem Jahr, in dem die Grippewelle besonders heftig war, starben zum Beispiel 107.100 Menschen. Im März 2019 waren es 86.500, im März 2020 87.100. Wie das statistische Bundesamt erklärt, könnten demnach auch ohne Corona-Pandemie die Sterbefallzahlen in der Grippezeit stark schwanken.

    Im April lag der Wert laut Statistischem Bundesamt dann allerdings merkbar über dem Durchschnitt der Vorjahre, mit einem Plus von neun Prozent. In der 15. Kalenderwoche, also vom 6. bis zum 12. April, war die Abweichung mit 14 Prozent über dem vierjährigen Durchschnitt am größten. Ab dem 4. Mai lagen die Sterbefallzahlen dann nach der vorläufigen Auszählung des statistischen Bundesamtes bis zum 7. Juni wieder im Bereich des Vorjahres oder darunter. Da schwer erkrankte Corona-Patienten mehrere Wochen auf der Intensivstation liegen, dürften sich entsprechende Todesfälle erst relativ spät in den Statistiken zeigen.

    Daten im europäischen Vergleich gibt es bei Euromomo, ein Portal, dass seit Jahren die Todesfälle von 24 EU-Staaten zusammenträgt. Für Deutschland war dort bisher keine Übersterblichkeit erkennbar. Der Virologe Kekulé erklärte dazu im MDR-Podcast, dass Deutschland eigentlich nur in zwei Bundesländern Todesfälle statistisch sauber erhebe: in Berlin und Hessen. Weil Ansteckungen mit dem Coronavirus regional sehr unterschiedlich auftauchen, könne man aus diesen Daten kaum einen Wert für ganz Deutschland errechnen.

    Das Nachrichtenportal t-online.de hat nach eigenen Angaben die Übersterblichkeit in besonders vom Coronavirus betroffenen Regionen ausgewertet. Demnach zählten die Standesämter im Landkreis Tirschenreuth für den März 146 Todesfälle. Das seien rund 55 Prozent mehr Todesfälle als in einem durchschnittlichen März der vergangenen fünf Jahre, berichtet t-online.de. Im Landkreis Heinsberg seien laut Daten des Landesamts für Statistik NRW und des Landkreises im März ebenfalls mehr Sterbefälle registriert worden als üblich. Je nach Datensatz erscheine eine Übersterblichkeit zwischen 10 und 19 Prozent im Verhältnis zu den Vergleichsmonaten der fünf Vorjahre möglich, heißt es.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen Ländern?

    Wie die Tagesschau unter Berufung auf Euromomo berichtet, sind in Europa zwischen Mitte März und Mitte April rund 100.000 Menschen mehr als normal gestorben. Besonders hoch liege dieser Wert bei den über 65-Jährigen: In dieser Altersklasse gebe es eine Übersterblichkeit von rund 95.000 Fällen.

    Bei Euromomo werden für 24 EU-Staaten auch die Abweichungen vom Normalbereich der Sterblichkeit berechnet. Derzeit gibt es diese vor allem in Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Belgien und auch in Schweden.

    Auch für die USA gibt es bereits Analysen zur Übersterblichkeit. Wie die Washington Post in Zusammenarbeit mit der Universität Yale berichtet, gab es von Anfang März bis einschließlich 4. April rund 15.400 Todesfälle mehr als im gleichen Zeitraum der Vorjahre. Offiziell als Corona-Tote gemeldet wurden in diesem Zeitraum aber nur 8.128 Menschen. Allerdings ließen die Zahlen keinen gesicherten Schluss zu, wie viele der rund 7.000 zusätzlichen Todesfälle mit einer Corona-Infektion zusammenhingen, hieß es.

    Der "Economist" hat die Zahlen jüngst in mehrere Grafiken veranschaulicht - und diese zeigen insbesondere in New York City, Belgien, Spanien und der Lombardei erheblich Anstiege seit Ende März.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Unklar ist derzeit, welche anderen Effekte die Kontaktbeschränkungen und Anti-Corona-Maßnahmen auf die Todeszahlen haben. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke derzeit schlechter versorgt werden. Auch steht die Befürchtung im Raum, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen derzeit nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Denkbar wäre es, heißt es in einem Beitrag von Deutschlandfunk-Kollegen, dass etwa Herzinfarktpatienten, die aus Angst vor Ansteckung die Klinik meiden, zur Übersterblichkeit beitragen. Zudem werden seit dem 16. März nicht notwendige Operationen in Deutschland verschoben. Auch das werde zu einer Übersterblichkeit führen, haben Ärzte vielfach gewarnt: Menschen würden indirekt an den Folgen der Coronakrise sterben, weil Kontrolltermine nicht stattfinden und wichtige Eingriffe verschoben würden. Recherchen der NewYorkTimes zur Übersterblichkeit lassen ebenfalls vermuten, dass längst nicht alle Corona-Toten als solche erfasst oder erkannt werden.

    Auf der anderen Seite ist es denkbar, dass die Unfallzahlen im Straßenverkehr abnehmen könnten, wenn wie derzeit weniger Autos auf den Straßen sind. Und laut einer Studie des Centre for Research on Energy an Clean Air, von der die Nachrichtenagentur AFP berichtet, könnte die durch die Corona-Beschränkungen verbesserte Luftqualität zur Vermeidung von rund 11.000 frühzeitigen Todesfällen in Europa führen. Eine wirklich fundierte Schätzung der Todesfälle durch Covid-19 dürfte es also erst geben, wenn die Pandemie vorbei ist.

    Ähnlich argumentiert auch der Statistikexperte Gerd Antes. Er hält die Todeszahlen im Zusammenhang mit Covid-19 sogar für unzuverlässig. Im Interview mit dem Spiegel sagte er, die wirklichen Zahlen ließen sich erst am Jahresende in der jährlichen Totenstatistik ablesen lassen. Denn derzeit gelte jeder Tote, der mit dem Virus in Verbindung stehe, als Corona-Todesfall. Es lasse sich aber bei Menschen mit Vorerkrankungen kaum auseinanderdividieren, welche Krankheit am Ende zu Tod geführt habe, betonte er: "Nehmen wir etwa eine Person, die schwer herzkrank ist. Wenn sie sich nun mit dem Coronavirus infiziert und stirbt, war dann das Herzleiden entscheidend oder das Virus?"

    Nach Ansicht von Antes bieten auch die Zahlen nachgewiesener Infektionen derzeit kaum eine Grundlage für Prognosen. Man wisse nicht, wie viele Menschen sich bislang mit dem neuen Coronavirus infiziert haben und wie viele jeden Tag hinzukämen. Schätzungen zufolge könnte die Zahl der tatsächlich Infizierten fünf- bis zehnmal höher liegen als die offiziell gemeldeten Zahlen zeigen. Manche Schätzungen lägen sogar beim Zwanzigfachen. Man könne also nur grob abschätzen, wann und in welchem Umfang Krankenhäuser mit schwer erkrankten Covid-19-Patienten rechnen müssten.

    Vorsicht Missbrauch

    Trotz all solcher Unsicherheiten und statistischer Probleme greifen manche Kritiker der Corona-Einschränkungen einzelne Zahlen heraus, um sie in ihrem Sinne zu missbrauchen. Die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete und DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, die heute der AfD nahe steht, rief dazu auf, die Maßnahmen zu Corona sofort aufzuheben. Dazu verlinkte sie eine Petition, in der damit argumentiert wird, Covid-19 sie nachweislich weniger gefährlich als die Grippe. Der Faktenfinder der Tagesschau hat sich eingehender damit befasst.

    (Stand 08.07.2020)

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  • "Superspreader-Events"Massenveranstaltungen haben Corona-Infektionen offenbar kaum beeinflusst

    Tausende auf einer Party am Berliner Landwehrkanal mitten in der Coronakrise. Zehntausende bei Anti-Rassismus-Protesten in Hamburg, München und anderen Städten. Nicht viel weniger waren bei Protesten gegen Anti-Corona-Maßnahmen in Stuttgart. Hunderte Infizierte bei einer Baptistengemeinde in Frankfurt. Solche möglichen oder tatsächlichen "Superspreader-Events" haben für breite Diskussionen mit scharfen Zeitungskommentaren gesorgt und Ängste vor einem neuen Massenausbruch geschürt. Doch was ist mit dem Abstand von ein bis zwei Monaten daraus geworden? Hörerinnen und Hörer haben danach gefragt. Wir haben uns bei den Behörden umgehört.

    "Sehen die Befürchtungen massenhafter Verbreitung nicht bestätigt"

    Am 16. Mai geriet Stuttgart in die Schlagzeilen, weil sich dort die größte Gruppe von Menschen versammelt hatte, um gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu demonstrieren. Im Nachhinein wurde auch darüber diskutiert, inwiefern solche Versammlungen verantwortungslos seien im Hinblick auf eine Verbreitung des Virus. Die Sprecherin der baden-württembergischen Landeshauptstadt, Jasmin Bühler, teilte nun auf Anfrage des Deutschlandfunks mit, wie sich das Demonstrationsgeschehen während der Corona-Krise bisher auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt habe, lasse sich nicht mit Gewissheit sagen. Aber: Für die Stadt Stuttgart konnten die Behörden bislang keine ungewöhnliche Zunahme der offiziell gemeldeten Erkrankungsfälle feststellen, führte sie aus. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg bestätigte die Einschätzung. Es liegen keine Hinweise auf COVID-19-Erkrankungen oder Infektionsketten im Zusammenhang mit der Anti-Corona-Demo am 16. Mai 2020 in Stuttgart vor, heißt es.

    Ähnlich ist die Lage in Hamburg. Dort hatte man es am 6. Juni mit breiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt zu tun, ausgelöst durch den gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA. Die Sprecherin der Hamburger Sozialbehörde, Anja Segert, erklärte, angesichts der aktuellen Infektionszahlen in Hamburg mit überwiegend niedrigen einstelligen Neuinfektionen in den vergangenen Tagen "sehen wir die Befürchtungen einer massenhaften Verbreitung gegenwärtig nicht anhand dieses Ereignisses bestätigt". Der für Gesundheit zuständigen Behörde in der Hansestadt liegen nach eigenen Angaben keine näheren Erkenntnisse darüber vor, in welcher Weise sich das Ereignis auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens ausgewirkt hat. Hamburg zieht aus seinen Erkenntnissen den Schluss, der verfassungsrechtlich gebotenen Versammlungsfreiheit so viel Raum wie möglich bieten zu wollen. Das heißt in dem Fall, dass seit dem 1. Juli eine aktualisierte Regelung in Kraft ist, die weitere Versammlungen zulässt, wie Segert erläutert, aber grundsätzlich und allgemein die Einhaltung des Abstandsgebotes und weitere Vorsichtsmaßnahmen fordert.

    Auch München hat keine anderen Erkenntnisse: "Die Meldezahlen zeigen keine überdurchschnittliche Zunahme an Corona-Fällen in München nach der Anti-Rassismus-Demo am 6. Juni". Das bestätigte auch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Bei der Betrachtung der bayernweiten Zahlen insgesamt lasse sich zunächst ohne weiteres kein signifikanter Anstieg der Fallzahlen in der Folge des besagten Events beobachten.

    "Achtung: Das Virus ist immer noch da."

    Sind die Ängste also übertrieben gewesen? Gingen die vielen Kommentare über die Verantwortungslosigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer damit ins Leere? Sowohl Stuttgart, Hamburg als auch München betonen, dass die Nachverfolgung von Einzelnen nach der Teilnahme an einer Versammlung schwer sei. Viele Demonstrantinnen und Demonstranten reisten nicht nur aus der Region, sondern landes- und bundesweit an. Darüber hinaus zeigt bekanntlich auch nicht jeder Infizierte Symptome und fällt somit durch das Raster in den Bereich der Dunkelziffern. In Stuttgart wurde zudem noch verstärkt darauf geachtet, dass die Mindestabstände zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von 1,50 Meter weitgehend eingehalten wurden. "Fakt ist", betont Jasmin Bühler: "Je mehr Menschen zusammenkommen, umso größer ist grundsätzlich die Gefahr, sich anzustecken." Man gehe beim Gesundheitsamt von einem erhöhten Risiko der Krankheitsweiterverbreitung bei großen Ansammlungen aus.

    Und Münchens Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs sagte dem Deutschlandfunk, der Erfolg der über einen längeren Zeitraum konstant gesunkenen Zahlen sei "volatil". Sie appelliere daher, die Hygienemaßnahmen weiter ernst zu nehmen, denn "das Virus ist immer noch da."

    Berlin mahnt eindringlich

    Berlin schätzt die Situation derweil wesentlich bedenklicher ein. Genaue Zahlen für die Auswirkungen der Anti-Rassismus-Demo auf dem Alexanderplatz oder der Protest- und Partyaktion auf dem Landwehrkanal mit Schlauchbooten am 31. Mai nennt der Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit, Moritz Quiske, nicht. Dafür betont er, dass Berlin im Vergleich mit einer kumulativen Zahl von 248 Neuinfektionen beziehungsweise eine Inzidenz von 6,6 auf 100.000 Einwohner (Stand 5. Juli) an der Spitze der Bundesländer stehe. In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen sei sogar eine Inzidenz von über 10 zu vermerken. Quiske verweist zudem vor dem Hintergrund der Urlaubszeit auf die internationale pandemische Lage und mahnt eindringlich: "Jede größere Ansammlung von Menschen bleibt mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden."

    RKI kann die Corona-Gefahren nur schwer einschätzen

    Inwieweit Demonstrationen zur Verbreitung des Coronavirus beitragen, ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts schwer zu bewerten. Grund sind fehlende Daten. Die Sprecherin des Instituts, Glasmacher, erklärte, dem RKI würden die wahrscheinlichen Infektionsorte nur auf Landkreisebene übermittelt, teilweise auch nicht immer vollständig. Zudem werde der Demobesuch als Infektionsrisiko derzeit nicht in der Software erfasst. Auch die Experten der Gesundheitsbehörde weisen darauf hin, dass eine Zuordnung der Fälle zur Demonstration schwierig sei, weil die Besucher einer Demo nicht zwingend aus dem gleichen Ort kommen, so dass sich etwaige Infektionen auf mehrere Land- oder Stadtkreise verteilen könnten.

    Frankfurt hat alles unter Kontrolle

    In Frankfurt hatte es relativ frühzeitig in der Corona-Krise am 10. Mai einen bundesweit beachteten Vorfall in einer Baptisten-Gemeinde gegeben. Für die Stadt Frankfurt ist das Ganze abgeschlossen. Die Erkrankten seien genesen, teilte die Stadt mit. Insgesamt hatte es den Angaben zufolge insgesamt 75 positive SARS-CoV-2-Fälle aus dem Umfeld der Gemeinde gegeben. Das bestätigt auch das Landesgesundheitsministerium. Der Ausbruch sei eingedämmt worden, teilte eine Sprecherin mit: "Die Analyse des Geschehens ergibt keine länger anhaltenden Auswirkungen auf die Fallzahlen in Hessen."

    Schlimmer ist es im niedersächsischen Moormerland im Landkreis Leer verlaufen. Dort hatten sich mehrere Gäste eines Restaurants Mitte Mai angesteckt. Wie der NDR berichtete, ist mindestens ein Erkrankter gestorben, weitere hatten einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf. Insgesamt fast 300 Menschen mussten unter Quarantäne gestellt werden. Die Behörden haben immer dann eine gute Chance, wenn sich die Kontakte noch nachverfolgen lassen. Außerdem scheint die Ansteckungsgefahr größer zu sein, wenn sich Menschen innerhalb von Räumlichkeiten befinden - weniger an der frischen Luft. Das betont jedenfalls das RKI: "Generell ist das Infektionsrisiko draußen deutlich geringer als in geschlossenen und schlecht gelüfteten Räumen."

    Warum Superspreader-Events so problematisch haben wir für Sie hier zusammengefasst.

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  • Covid-19Droht eine zweite Corona-Welle?

    Nach dem erneuten Anstieg der Fallzahlen in mehreren Ländern und lokalen Corona-Ausbrüchen auch in Deutschland haben etliche Menschen Sorge vor einer sogenannten "zweiten Welle". Sind diese Sorgen begründet? Und was heißt "zweite Welle" überhaupt? Darüber herrscht unter Expertinnen und Experten keine Einigkeit.

    Was sagt die WHO?

    Die Weltgesundheitsorganisation sieht bislang davon ab, von einer "zweiten Welle" zu sprechen. Zwar meldete die WHO zuletzt einen hohen Anstieg der Fallzahlen weltweit - vor allem in Nord- und Südamerika. Die jetzt auftretende Häufung von neuen bestätigten Corona-Fällen sei allerdings erst die zweite Spitze in der ersten Corona-Welle, sagte WHO-Notfalldirektor Mike Ryan. Länder müssten immer wieder mit dem Aufflackern von Covid-19 rechnen. Weltweit haben sich laut WHO bislang über 12 Millionen Menschen mit dem Corona-Virus infiziert (Stand: 11.7.).

    Was sagen Experten in Deutschland?

    Forscher wie der Berliner Virologe Christian Drosten mahnen dennoch zu großer Vorsicht. Ende Juni hatte Drosten in seinem NDR-Podcast davor gewarnt, dass es in mehreren Orten, darunter auch in Berlin, eindeutige Anzeichen dafür gebe, dass Sars-CoV-2 wiederkomme. Drosten sagte wörtlich: "Ich bin nicht optimistisch, dass wir in einem Monat noch so eine friedliche Situation haben wie jetzt, was die Epidemietätigkeit angeht. In zwei Monaten, denke ich, werden wir ein Problem haben, wenn wir nicht jetzt wieder alle Alarmsensoren anschalten."
     
    Auch das Robert Koch-Institut hält eine zweite Welle in Deutschland nicht für ausgeschlossen. RKI-Chef Lothar H. Wieler sagte, man wisse jedoch, wie man dagegen vorgehen könne: "Wenn wir weiterhin beispielsweise Großveranstaltungen verbieten, können wir die zweite Welle verhindern." Die Menschen in Deutschland müssten sich für die nächsten Monate auf ein Leben mit Einschränkungen einstellen. Wieler betonte, man werde das Virus kontinuierlich im Land haben, lokale Ausbrüche werde es wohl weiter geben.

    Der Bonner Virologe Hendrik Streeck, Verfasser der "Heinsberg-Studie", teilt die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation. Er glaube nicht, dass wir eine zweite oder dritte Welle haben, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung". Vielmehr handele es sich um eine kontinuierliche Welle, eine "Dauerwelle, die immer wieder hoch- und runtergeht".

    Was bedeutet "zweite Welle" überhaupt?

    
Dlf-Autor Volkart Wildermuth hat in der Sendung "Sprechstunde" versucht, die Frage "Kommt eine zweite Welle?" zu beantworten und das Für und Wider gegeneinander abgewogen. Er wies unter anderem darauf hin, dass es sich bei dem Begriff "zweite Welle" keineswegs um einen wissenschaftlich exakt definierten Begriff handele. Für den einen sei jeder Neuanstieg der Fallzahlen eine zweite Welle. Andere würden erst davon sprechen, sobald es zu einer Überforderung des Gesundheitssystems kommt.

    Wildermuth erinnerte außerdem noch einmal daran, woher die Überlegung stammt: Auch die spanische Grippe hatte im Frühjahr 1918 zu zahlreiche Todesfällen geführt und verschwand dann scheinbar. Im darauffolgenden Herbst brach die Grippe erneut aus - und forderte nochmal deutlich mehr Todesopfer als die erste Infektionswelle.

    Woher kommen die Bedenken, dass wir es mit einer zweiten Welle zu tun haben könnten?

    In einigen Ländern, in denen das Corona-Virus eigentlich als eingedämmt galt, sind die Fallzahlen wieder angestiegen - wenn auch häufig lokal begrenzt und in unterschiedlichem Ausmaß.

    So zum Beispiel im australischen Bundesstaat Victoria. Dort gab es Ende Juni den ersten Corona-Toten seit einem Monat. Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt höher als zum Beginn der Pandemie. Neuseeland hatte sich Anfang Juni coronavirusfrei erklärt - dann konnte der Erreger wieder nachgewiesen werden. Aktuell verzeichnet das Land 22 aktive Fälle.

    In Südkorea spricht die Regierung in Seoul inzwischen offiziell von einer möglichen "zweiten Welle". Vor Journalisten sagte ein Sprecher des südkoreanischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention, man glaube, dass mit den Ferien im Mai das Coronavirus begonnen habe, sich erneut auszubreiten. Seitdem verzeichneten die Behörden wieder 35 bis 50 neue Fälle pro Tag, hauptsächlich in der Region um die Hauptstadt Seoul.

    In den USA konnten einige Bundesstaaten vor allem an der Ostküste die Fallzahlen zwischenzeitlich reduzieren. Im Gegenzug stiegen sie in anderen Bundesstaaten kräftig an. Anfang Juli hat es dann im gesamten Land die bislang meisten nachgewiesenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gegeben.

    In Israel, wo man zunächst gut durch den Beginn der Pandemie gekommen war, steigen die Zahlen ebenfalls an. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden Anfang Juni binnen 24 Stunden 1.107 neue Fälle registriert. Damit überschritt der Ein-Tages-Wert in Israel erstmals seit dem Ausbruch der Pandemie die 1.000er-Marke.

    Im Nordwesten Spaniens ist nach einem erneuten Corona-Ausbruch wieder eine Ausgangssperre verhängt worden. Auch die Schweiz hat die Corona-Regeln nach einem Anstieg der gemeldeten Fälle verschärft, dazu zählt unter anderem eine Maskenpflicht für öffentliche Verkehrsmittel. Griechenland meldet die ersten Neuinfektionen seit Wochen. Im Iran geht die Zahl der Ansteckungen ebenso wieder nach oben.

    Und wie sieht es hierzulande aus?

    Nach den lokalen Ausbrüchen im Schlachtbetrieb Tönnies sowie in Göttingen und Berlin registrierte das Robert Koch-Institut in Deutschland zwischenzeitlich wieder steigende Neuinfektionszahlen. Die für eine Ausbreitung so entscheidende sogenannte Reproduktionszahl lag bei über 2,8. Internationale Medien wie etwa die US-Zeitung Politico spekulierten bereits: "Is Gütersloh where Europe’s battle to prevent a second coronavirus wave starts?" ("Beginnt in Gütersloh Europas Kampf um die Verhinderung einer zweite Coronavirus-Welle?"). Inzwischen liegt der R-Wert wieder unter 1: Der 4-Tage-R-Wert wird vom RKI auf 0,81 geschätzt, der 7-Tage-R-Wert auf 0,84 (Stand 7.7.).

    In der Bevölkerung ist die Furcht vor einer zweiten Corona-Infektionswelle nach wie vor verbreitet. Die Hälfte der befragten Deutschen sorgt sich laut ARD-"Deutschlandtrend" davor, dass die Zahl der Infektionen in den kommenden Wochen wieder deutlich ansteigt. Bei 13 Prozent der Menschen ist diese Sorge demnach sehr groß, bei 37 Prozent groß.

    (Stand 7.7.)

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  • Covid-19Wie sinnvoll sind Corona-Massentests für alle?

    Bayern finanziert als erstes Bundesland Corona-Tests für alle - auch ohne Symptome. Der Schritt wird kontrovers diskutiert. Fachleute sehen darin sogar eine Gefahr.

    Das bayerische Kabinett hat beschlossen, Corona-Tests für jedermann zu ermöglichen. Der Freistaat werde die Kosten für die Tests übernehmen, sofern sie nicht ohnehin von den Krankenkassen bezahlt werden müssten, teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München mit. Dafür werde eine Summe von 200 Millionen Euro für das Jahr 2020 bereitgestellt. Die Testkapazitäten in Bayern würden von 21.000 auf 30.000 pro Tag erhöht. Gleichzeitig solle gezielt in Branchen wie der Fleischindustrie getestet werden.

    Bereits die Ankündigung der kostenfreien Massentests in Bayern hatte im Vorfeld eine Kontroverse ausgelöst: Ist es sinnvoll zur Eindämmung der Pandemie, ohne Fokus auf eine bestimmte Personengruppe zu testen?

    Wissenschaftler geteilter Meinung

    Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg hält den Schritt für "sehr sinnvoll". Schnelle und kostenfreie Tests ohne große Hürden würden dazu führen, dass Verdachtsfälle schnell diagnostiziert werden können, sagte er dem TV-Sender RTL. Selbst in kleinen Dörfern ohne nachgewiesene Infektionen seien Tests sinnvoll. So erhalte man ein Frühwarnsystem, um eventuelle Herde frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich sei es sinnvoll, Berufsgruppen aus den Bereichen Pflege, Kitas oder Schule regelmäßig zu testen.

    Max Geraedts, Epidemiologe der Universität Marburg, warnt jedoch davor, dass sich bei zuvielen ungezielten Tests der Ergebnisbericht verzögert und Kapazitäten für andere Berufsgruppen ausgeschöpft sind.

    Laut Robert Koch-Institut gibt es aktuell in Deutschland eine tägliche Testkapazität von 169.473 (Stand: 24.06.2020).

    Die Gefahr der falschen Sicherheit

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält umfangreiches Testen für sinnvoll. Er warnt jedoch: "Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen." Auch Karin Maag (CDU), gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, weist in der "Ausburger Allgemeinen" darauf hin, dass ein Test bei ganz frisch Infizierten noch nicht anschlägt und auch nach einem negativen Test eine Ansteckung jederzeit möglich sei. Maag hält darum gezielte Massentests bestimmter Personen- oder Berufsgruppen für sinnvoller.

    Zudem weist Geraedts von der Uni Marburg auf die "falsch positiven" Testergebnisse hin. Denn selbst gute Test hätten eine Fehlerquote von rund einem Prozent.

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  • Covid-19Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie?

    Tests auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 gelten als Schlüssel zur Eindämmung der Pandemie. Seit Ausbruch von Covid-19 in Deutschland sind die Testkapazitäten erheblich ausgeweitet worden.

    Aktuell gibt es laut Robert Koch-Institut in Deutschland eine tägliche Testkapazität von rund 170.000 (Stand: 1. Juli 2020).

    Wer kann und soll sich testen lassen?

    Während zu Beginn der Pandemie lediglich Personen mit starken Symptomen und/oder Kontakt zu Infizierten getestet wurden, empfiehlt das RKI inzwischen auch Tests bei nur leichten Atemwegsbeschwerden wie zum Beispiel Husten. Zudem sei nun die Erkältungssaison vorbei und es seien "mehr Treffer" zu Covid-19-Erkrankungen zu erwarten.

    Nicht zuletzt sei es nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen "besonders wichtig", Corona-Erkrankungen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen, betonte zuletzt RKI-Vizepräsident Schaade in Berlin. Es werde dringend empfohlen, "dass jeder mit einem Atemwegsinfekt, ob Husten oder Fieber, auch getestet werden sollte".

    Während der regionalen Lockdowns in den Kreisen Gütersloh und Warendorf in Nordrhein-Westfalen wurden für Bürgerinnen und Bürger kostenfreie Tests angeboten. Denn mehrere Bundesländer hatten einen negativen Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, zur Bedingung gemacht, um dort Urlaub machen zu können. Hier wurden also Tests für Menschen ohne Symptome notwendig.

    Bayern hat als erstes Bundesland Ende Juni beschlossen, kostenlose Corona-Tests für alle - gleich ob mit oder ohne Symptomen - zu ermöglichen. Das Bundesland wird die Kosten in den Fällen übernehmen, in denen die Krankenkassen nicht ohnehin zahlen müssen.

    Wo sind aktuell Tests möglich?

    In Kreisen, die von einem lokalen Corona-Ausbruch betroffen waren und Testzentren eingerichtet wurden, war mitunter keine Voranmeldung erforderlich.

    Für alle anderen Verdachtsfälle gilt, dass man nicht unangemeldet in die nächste Arztpraxis gehen soll. Die Infektionsgefahr ist zu groß. Die Empfehlung lautet: Melden Sie sich telefonisch beim Hausarzt, der Hausärztin oder - wenn diese nicht zu erreichen sind - bei der bundesweiten Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 (Informationen des Bereitschaftsdienstes hier auch online). Auch das örtliche Gesundheitsamt sollte telefonisch kontaktiert werden, das zuständige Gesundheitsamt findet man beim Robert Koch-Institut durch einfache Eingabe der eigenen Postleitzahl.

    Die Gesundheitsämter informieren dann über die örtlichen Test- oder Abstrichzentren und vergeben Termine dafür. Alternativ können auch Ärzte dahin überweisen. Denn bei Teststellen gilt ebenso: nicht unangemeldet vorbeikommen.

    Vielerorts sind sogenannte Drive-In-Tests möglich. Dabei wird der Abstrich durch das geöffnete Autofenster hindurch genommen. Wer sich testen lässt, muss im Auto sitzen bleiben, um so das Ansteckungsrisiko für andere so gering wie möglich zu halten.

    Wie läuft ein Test auf das Coronavirus ab?

    Für den Test wird üblicherweise ein Rachenabstrich verwendet. Das bedeutet, dass eine Pflegekraft mit einem speziellen Wattestäbchen etwas Sekret aus dem Hals entnimmt.

    Die reine Testzeit zur Auswertung der Probe beträgt nach Angaben des Robert Koch-Instituts etwa vier bis fünf Stunden. In der Praxis vergehen derzeit in der Regel 24 bis 48 Stunden, bis der Patient oder die Patientin das Ergebnis erfährt.

    Solange das Ergebnis noch nicht vorliegt, sollte man davon ausgehen, dass man andere Menschen anstecken kann, und deshalb zuhause bleiben und Kontakte vermeiden.

    Das RKI weist darauf hin: Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (diese kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf Covid-19 nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann.

    Schnelltests

    Inzwischen arbeiten viele Unternehmen an Schnelltests. Allerdings wird noch untersucht, wie genau diese sind.

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  • Covid-19Kinder und das Coronavirus - wie es um die Gefahr der Ansteckung und Verbreitung steht

    Kinder seien keine Treiber für Corona-Infektionswellen, hieß es in einer kürzlich veröffentlichten Studie zur Ansteckungsgefahr. Allerdings bleiben in der Untersuchung viele Fragen zur Rolle von Kindern in der Pandemie offen.

    Dass Kinder sich mit dem neuen Coronavirus anstecken können, ist unter Forscherinnen und Forschern unbestritten. Bei einem Ausbruch in einem Wohnblock in Neukölln zum Beispiel waren rund 40 Prozent der Infizierten Kinder - 40 von 93 bestätigten Fällen.

    Häufig allerdings zeigen Kinder gar keine Symptome oder die Erkrankungen ähneln einer normalen Erkältung oder Magen-Darm-Verstimmung. Schwere Verläufe kommen sehr viel seltener vor als zum Beispiel bei Seniorinnen und Senioren. In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts seit Beginn der Pandemie nur drei Menschen mit oder an dem Coronavirus gestorben, die unter 18 Jahre alt waren. Damit unterscheidet sich die Altersverteilung bei Covid-19 von anderen Infektionskrankheiten, wo Kinder teils als sogenannte Treiber der Infektion gelten - sie verbreiten das Virus also in der Bevölkerung.

    Die "Tübinger Studie"

    Laut einer neuen Studie, die die Landesregierung von Baden-Württemberg in Auftrag gegeben hatte, spielen Kinder diese Rolle im aktuellen Infektionsgeschehen des Coronavirus nicht - zumindest nicht in dem Bundesland. Anlass für die Untersuchung war die Frage, ob Kitas und Schulen geschlossen bleiben sollten. Es seien jedoch keine Evidenzen gefunden worden, dass Kinder besonders empfänglich für das Virus seien oder aber in der Familie und in der Umgebung Ansteckungen verursachten, sagte einer der Autoren der Studie, Klaus-Michael Debatin, im Deutschlandfunk (Audio-Link). Debatin ist Ärztlicher Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Ulm, das die Untersuchung zusammen mit Universitätskliniken in Heidelberg, Freiburg und Tübingen durchgeführt hat. Er riet darüber hinaus zu mehr Besonnenheit in der Diskussion. Man lerne jeden Tag ein Stück dazu und setze quasi seit einem halben Jahr ein Puzzle zusammen.

    Für die Studie aus Baden-Württemberg waren knapp 5.000 Menschen ohne Corona-Symptome und ohne vorherigen Corona-Nachweis auf das Virus sowie auf Antikörper getestet worden. Es handelte sich um rund 2.500 Kinder unter zehn Jahren sowie je ein Elternteil von ihnen, die sich freiwillig gemeldet hatten. Eine aktuelle Infektion mit dem Coronavirus konnte nur bei einem Elternteil-Kind-Paar festgestellt werden. 64 Getestete hatten Antikörper gebildet und weitgehend unbemerkt eine Corona-Infektion durchlaufen. Darunter befanden sich 45 Erwachsene und 19 Kinder. Baden-Württemberg nahm die Studie als Grundlage für weitere Öffnungsschritte von Kitas und Grundschulen.

    Andere Studien, andere Ergebnisse

    Der Berliner Virologe Drosten war in einer Studie zu der Infektiosität von Kindern im April zu einem anderen Ergebnis gekommen. Seine Untersuchungen legen nahe, dass Kinder genauso ansteckend sein könnten wie Erwachsene. Kinder konnten demnach genauso viele Viren im Rachen nachweisen wie Erwachsene.

    Drosten schloss daraus, dass die Öffnung von Schulen und Kitas vorsichtig angegangen werden sollte - und war dafür zum Teil heftig in die Kritik geraten. Dennoch hält er an seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen fest und erklärte in Folge 49 seines Podcasts "Das Coronavirus-Update", die Diskussion über die Schließungen von Bildungseinrichtungen sei noch nicht beendet. Wichtig sei es, nun all die offenen Punkte zu benennen. Denn, so Drosten: "Vielleicht können wir keine virusfreien Schulen haben. Was heißt das? Was heißt das für die Lehrer? Was heißt das für diejenigen, die Angehörige von Lehrern oder Schülern sind und Risikofaktoren haben? Was heißt das für die Schulpflicht?" Vielleicht habe man die Debatte dann im Herbst gesellschaftlich geführt und Vorüberlegungen getroffen.

    Unterstützung für seine wissenschaftliche These, dass Kinder eine ähnlich hohe Viruslast haben wie Erwachsene, bekommt Drosten von anderen, internationalen Studien. Kürzlich etwa hat eine neue Fallberichtsserie aus den USA gezeigt, dass Säuglinge unter drei Monaten sehr hohe Viruslasten in sich tragen. Sie selbst seien in der Regel gesund und ihre Atemwege durch die Infektion nur gering oder gar nicht betroffen. Trotzdem, so warnen die Forschenden, seien Kontakte mit ihnen wahrscheinlich mit einem hohen Ansteckungsrisiko verbunden.

    Jedoch ist die reine Anwesenheit von Viren in den Atemwegen noch kein Nachweis, dass diese auch genauso stark weitergegeben werden. Das erklärten Kinderärzte und Fachärzte für Hygiene in einer Stellungnahme von vier Fachgesellschaften.

    Diese Frage wird auch durch die Studie aus Baden-Württemberg nicht beantwortet. Denn durch die frühen Schul- und Kita-Schließungen zu Beginn der Pandemie hatten viele Kinder kaum noch Kontakte außerhalb der Familie und damit kaum Gelegenheiten, sich mit dem Virus zu infizieren. Die geringen Fallzahlen der Kinder der Studie aus Baden-Württemberg, die eine Infektion bereits durchgemacht haben, könnten damit zusammenhängen.

    Mit der Frage, ob Schulen und Kitas bei Ausbrüchen wieder schließen sollten beschäftigte sich eine Studie des "Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung". Sie hält Schul- und Kitaschließungen für das wirksamste Mittel gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Den Autoren zufolge haben sie die Wachstumsrate der bestätigten Infektionen um fast acht Prozentpunkte verringert. Kaum Wirkung zeigten der Studie zufolge dagegen die Einschränkungen in anderen Bereichen wie dem Einzelhandel, dem Gastgewerbe oder bei Friseuren und Kosmetik.

    Andere Studien widersprechen dieser These. Forscher der ETH Zürich etwa kamen in ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass die Schließung von Restaurants und Geschäften ebenso wie von Kinos etwas bringt. Nicht so effizient seien dagegen die Schulschließungen. Für die Erhebung nutzten die Forscher Daten unter anderem aus der Schweiz, weiteren EU-Ländern sowie auch den USA und Kanada. Sie räumten ein, dass die Daten eine große "Streuung" besäßen und nur eine grobe Bewertung zuließen, wie der Tages-Anzeiger berichtete.

    Weitere Untersuchungen laufen

    Nötig sind also weitere Studien. Für Bayern hat Ministerpräsident Söder eine flächendeckende Langzeitstudie angekündigt. Sechs Universitätskinderkliniken sollen die Öffnung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen im Freistaat bis voraussichtlich Januar 2021 begleiten. Zudem soll die Studie Aufschluss über die Auswirkungen der Pandemie auf die allgemeine Kindergesundheit geben.

    In Nordrhein-Westfalen begann bereits im Juni eine große Untersuchung zum Corona-Infektionsgeschehen bei Kindern. 40.000 Speichelproben von Kindern und Personal werden untersucht, um den Weg von Covid-19-Infektionen besser erkennen zu können. Ergebnisse soll es im Juli geben. Auch in Hessen ist gerade ein neues Studienprojekt gestartet. Hier testen an 60 Kitas die Eltern ihre Kinder über drei Monate hinweg auf das Coronavirus. Das soll Rückschlüsse auf die Ausbreitung von Sars-CoV-2 in den einzelnen Regionen bringen. Ähnliche Untersuchungen sind in Berlin geplant. Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) liegen bereits erste Zwischenergebnisse vor: Bei älteren Kindern lassen sich häufiger Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 nachweisen als bei jüngeren - das ist das Zwischenfazit. Demnach haben ältere Kinder zwischen 10 und 18 Jahren häufiger Antikörper entwickelt als solche bis 9 Jahre.

    Im Ausland liegen bereits die Endergebnisse repräsentativer Studien vor, zum Beispiel in Schweden. Dort wurden in der Pandemie die Schulen nicht komplett geschlossen. Erste Ergebnisse mit Antikörpertests zeigen, dass die Kinder nicht seltener eine Infektion durchlebt haben als Erwachsene. Ob sie das Virus aber genauso stark weitergegeben haben, kann man aber auch aus diesen Ergebnissen nicht ableiten. Die Frage bleibt also bisher unbeantwortet.

    Sie können die Erkenntnisse des Robert Koch-Instituts zu Kindern hier nachlesen.

    Pädiatrisches entzündliches Multisystem-Syndrom (MIS-C)

    US-Forscher haben zwei ausführlichere Studien zu einem Syndrom veröffentlicht, das im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Die im Fachblatt "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Untersuchungen beleuchten das sogenannte pädiatrische entzündliche Multisystem-Syndrom, abgekürzt MIS-C. Die Wissenschaftler werteten dazu die Krankenakten von knapp 300 Kindern und jungen Menschen unter 21 Jahren aus, die zwischen März und Mai in den USA behandelt wurden. Bei allen war eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden oder es bestand der dringende Verdacht einer solchen Infektion.

    Großbritannien hatte Ende April vor dem Syndrom bei Kindern im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gewarnt, im Mai schloss sich auch die US-Gesundheitsbehörde CDC der Warnung an. Weltweit wurden rund 1.000 Fälle des Syndroms registriert, wie Michael Levin vom Londoner Imperial College in einem Kommentar zu den US-Studien schrieb. Das Europäische Zentrum für Seuchenprävention und -kontrolle meldete bis zum 15. Mai 230 Fälle in Europa. Jeweils ein Kind in Frankreich und Großbritannien starb demnach an dem Syndrom.

    Die nun veröffentlichten US-Studien zeigen, dass das Syndrom erst einige Wochen nach einer Corona-Infektion auftritt. Bei der Studie auf nationaler Ebene vergingen meist 25 Tage, in der New Yorker Studie traten die Fälle einen Monat nach dem Höhepunkt der Pandemie in der US-Metropole auf

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  • Covid-19Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung des Coronavirus?

    Das neue Coronavirus wird unter anderem über die Tröpfcheninfektion verbreitet - da ist sich die Wissenschaft einig. Inzwischen sind aber auch die sogenannten Aerosol-Partikel, kleine Schwebeteile in der Luft, stärker in den Fokus gerückt - insbesondere seit den Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

    Was sind Aerosole?

    Aerosole sind feine Partikel, die anders als die beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen, nicht schnell zu Boden sinken, sondern länger in der Luft schweben - teilweise Minuten oder sogar Stunden. Also kann jemand, der nach einem Infizierten einen nicht gelüfteten Raum betritt, sich anstecken. Bei einigen Krankheiten ist bekannt, dass sie zum Teil auf diesem Weg übertragen werden, zum Beispiel Tuberkulose. Ein direkter Kontakt zu einem Infizierten ist also nicht notwendig, um sich anzustecken.

    Welche Erkenntnisse gibt es dabei in Bezug auf das Coronavirus?

    Die Weltgesundheitsorganisation sieht zunehmende Indizien dafür, dass sich das neuartige Coronavirus auch über mehrere Meter hinweg in der Luft übertragen kann. WHO-Expertin Benedetta Allegranzi spricht von möglichen Beweisen für diese These. Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, "offen" für diese Erkenntnisse zu sein - und für "die Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden müssen".

    Eine Gruppe aus 239 internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hatte angesichts der weltweiten Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen Alarm geschlagen und auf Studien verwiesen, wonach sich das Coronavirus auch über einen Abstand von mehr als zwei Metern in der Luft übertragen kann. In einem in der Fachzeitschrift "Clinical Infectious Diseases" veröffentlichten Artikel PDF warnen diese Expertinnen und Experten davor, dass sich das Virus über "kleine bis mittlere Distanzen" in der Luft übertragen könne. Diese Distanzen reichten von "mehreren Metern bis zur Größe eines Raums". Zwar seien häufiges Händewaschen und Abstandsregeln "angemessene" Maßnahmen, führen sie aus. Zugleich seien diese aber unzureichend, um ausreichenden Schutz vor Mikrotröpfchen zu gewährleisten, die als Aerosole in der Luft schweben und das Virus in sich tragen können.

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen. Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Besonders dann, wenn eine mit dem Virus infizierte Person besonders viele Partikel ausstößt und weitere anwesende Personen besonders tief einatmen. Als Beispiele [nennt das RKI|https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1] das gemeinsame Singen in einem geschlossenen Raum oder Fitnesskurse.

    Auch im Zusammenhang mit den Corona-Ausbrüchen in Schlachtbetrieben in NRW und Niedersachsen ist der Übertragungsweg über Aerosole nochmal stärker in den Fokus gerückt. Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit an der Uniklinik Bonn, hat die Bedingungen im Schlachtbetrieb von Tönnies untersucht. Dabei hat er die Raumkühlung mit Umluft als Hauptrisikofaktor für die Verbreitung des Virus ausgemacht. Der Ausbruch bei Tönnies zeige, dass Aerosole unter spezifischen Bedingungen relevant für das Infektionsgeschehen seien, sagte er in der Sendung "Forschung aktuell" im Deutschlandfunk. Entscheidend sei dabei, wie die Luft aufbereitet werde und wie modern die Belüftungssysteme seien. Eine Diskussion, die laut Exner zukünftig auch für Büroräume oder Diskotheken geführt werden muss.

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht der Flugzeugbauer und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    Die Übertragung des Coronavirus über Aerosole ist auch Thema mehrerer Studien. US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine coronainfizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben. Die Forscher plädieren daher für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit COVID-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert-Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Drosten: Lüften ist wichtig

    Der Schweizer Virologe Hugo Sax sagte dem Sender SRF Anfang Mai, aus epidemiologischer Sicht spielten Aerosole keine wesentliche Rolle bei der Übertragung des Virus. Sonst würde es viel mehr Fälle geben. Dagegen schätzte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité die Lage anders ein. Er sagte im Deutschlandfunk, es mehre sich der Eindruck, dass es zusätzlich zur Tröpfcheninfektion auch eine deutliche Komponente von Aerosolinfektionen gebe. Er verwies auf technische Messungen und Untersuchungen von einzelnen Ausbrüchen, die durch Aerosolausscheidungen ausgelöst worden sein müssten.

    Deshalb müsse das Lüften von Räumen in den Blick genommen werden. Wenn das Virus in der Raumluft stehe, müsse es zum Beispiel mit einem Ventilator hinausbefördert werden. Drosten betonte: "Im Alltag sollte man sich eher vielleicht aufs Lüften konzentrieren und weniger auf das ständige Wischen und Desinfizieren."

    Drosten plädiert dafür, die bestehenden Richtlinien zu ändern, ohne konkrete Beispiele zu nennen. Denkbar wäre aber, Restaurants und Schulen zum regelmäßigen Lüften zu verpflichten. Der Bundesinnungsverband des Deutschen Klimaanlagenbauerhandwerks rät unter anderem dazu, vor allem Außenluft zu verwenden, statt die Innenluft umzuwälzen.

    (Stand: 6. Juli 2020)

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  • Covid-19Welche Rolle spielen "Superspreader" bei der Ausbreitung des Coronavirus?

    Was spielt bei der Ausbreitung des Coronavirus eine Rolle? In der Forschung wird seit einiger Zeit über die sogenannten "Superspreader" diskutiert. Das sind - verkürzt gesagt - Personen, die besonders viele Menschen anstecken. Oder Situationen, in denen besonders viele Ansteckungen geschehen. Wie groß ist die Gefahr? Was folgt aus den Erkenntnissen?

    Der Fall warf Südkorea bei der Bekämpfung der Pandemie um Monate zurück: Anfang Mai lockerte das Land die Vorschriften zur räumlichen Distanzierung, nachdem die Ausbreitung des Coronavirus dort fast als gestoppt galt. Dann besuchte ein Mann mehrere Clubs in Seoul. Er wurde später positiv auf das Coronavirus getestet. Und er brachte das südkoreanische Gesundheitssystem an seine Kapazitätsgrenzen. Dutzende Beamte machten sich auf die Suche nach infizierten Kontaktpersonen - und identifizierten mindestens 170, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit in dieser Nacht infiziert hatten. Es könnten hunderte, tausende weitere gewesen sein, nicht alle konnten nachverfolgt werden.

    Ähnliche Ereignisse konnten weltweit nachgewiesen werden: Sogenannte "Cluster" von Infektionen traten auch an Bord von Schiffen und in Pflegeheimen, in fleischverarbeitenden Betrieben, in Skigebieten, Kirchen, Restaurants, Krankenhäusern und Gefängnissen auf. Manchmal infiziert eine einzige Person Dutzende weitere. Der Berliner Virologe Christian Drosten verweist in seinem NDR-Podcast auch auf die beiden aktuellen Fälle in Deutschland, die nach einem Baptisten-Gottesdienst in Frankfurt und nach einer Veranstaltung in geschlossener Gesellschaft in einem Restaurant in Niedersachsen bekannt wurden. "Wir haben explosive Übertragungsereignisse, die diese ganze Epidemie eigentlich treiben", betont Drosten.

    Sars-CoV-2 agiert wie seine Brüder

    Diese Art der Verbreitung von Viren ist allerdings ganz und gar nicht neu. Laut Drosten hat die Wissenschaft solche Vorkommnisse auch schon beim SARS-Ausbruch 2002/2003 beobachtet und als "Superspreading-Events" bezeichnet. Verschiedene neue Studien belegen, dass dieses Phänomen auch die Sars-CoV-2-Pandemie antreibt.

    Bei der COVID-19-Pandemie hat es laut einer Datenbank der London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM) viele ähnliche Vorkommnisse gegeben. Eine Forschungsgruppe rund um Gwenan Knight listet einen Ausbruch in einem Wohnheim für Wanderarbeiter in Singapur auf, der mit fast 800 Fällen in Verbindung steht. In Osaka, Japan, hat es 80 Infektionen bei einem Live-Konzert gegeben. In Südkorea hat sich eine Gruppe von 65 Personen bei einem Zumba-Kurs infiziert.

    Sars-CoV-2 - also das Coronavirus - ist offenbar wie die beiden mit ihm verwandten Virenstämme SARS und MERS besonders anfällig dafür, Gruppen eng miteinander verbundener Menschen anzugreifen und andere zu verschonen. Wissenschaftler halten das für ein ermutigendes Ergebnis - denn es deutet darauf hin, dass die Beschränkung von Versammlungen, bei denen eine Superausbreitung wahrscheinlich ist, einen großen Einfluss auf die Übertragung hat. Und auch, dass andere Einschränkungen - zum Beispiel Aktivitäten im Freien - weiter gelockert werden könnten. Mit anderen Worten: Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen könnten bis auf Weiteres ein Tabu bleiben.

    Das Risiko lässt sich ausrechnen

    Jamie Lloyd-Smith von der University of California, Los Angeles, sagt, es ist alles eine rein mathematische Frage: "Wenn man vorhersagen kann, welche Umstände zu diesen Ereignissen führen, zeigt die Mathematik, dass man die Fähigkeit der Krankheit, sich auszubreiten, wirklich sehr schnell einschränken kann." Lloyd-Smith und sein Team haben in jahrelanger Forschung an SARS und MERS herausgefunden, dass der Reproduktionsfaktor R nur eingeschränkt aussagekräftig ist, denn "die meisten Menschen übertragen die Krankheit nicht", so Lloyd-Smith.

    "10 Prozent der Fälle sind für 80 Prozent der Ausbreitung verantwortlich"

    Adam Kucharski von LSHTM geht inzwischen davon aus, dass "etwa 10% der Fälle zu 80% der Ausbreitung" führen. Auch die Eigenschaften einzelner Patienten spielen dabei eine Rolle. Einige Menschen scheiden offenbar weit mehr Viren aus als andere - noch dazu auch über einen längeren Zeitraum. Das führen Mediziner auf Unterschiede im Immunsystem oder auch auf die Verteilung von Virusrezeptoren im Körper zurück. Studien an gesunden Menschen zeigten beispielsweise, dass einige beim Sprechen viel mehr Partikel ausatmen als andere.

    Singen kann mehr Viren freisetzen als Sprechen, was auch die Ausbrüche in Chören erklären könnte. Zusätzlich spielt auch noch das Sozialverhalten der Menschen eine Rolle. Wer viele soziale Kontakte hat und/oder sich nicht die Hände wäscht, wird eher zum Virenüberträger als andere.

    Dazu kommt der Ort einer möglichen Übertragung. Christian Althaus von der Universität Bern bringt es auf den Punkt: "Es ist klar, dass in geschlossenen Räumen ein viel höheres Risiko besteht als im Freien", sagt Althaus. Eine Studie in Japan ergab, dass das Infektionsrisiko in Innenräumen fast 19 Mal höher ist als im Freien.

    Das Virus mag es laut und kalt

    Einige Situationen können besonders riskant sein, hat Gwenan Knight herausgefunden. Fleischverarbeitungsbetriebe sind wahrscheinlich anfällig - und zwar auch unabhängig von den Unterbringungsmöglichkeiten der Arbeiter. Denn dort arbeiten viele Menschen in Räumen zusammen, in denen niedrige Temperaturen dem Virus beim Überleben helfen.

    "Es kann aber auch relevant sein, dass die Viren zu lauten Orten neigen", sagt Knight (LSHTM). Berichte über Ausbrüche in Chören hätten ihr deutlich gemacht, dass eine Sache zahlreiche Cluster miteinander verbindet: Sie geschahen an Orten, an denen die Menschen schreien oder singen. Und obwohl Zumba-Kurse mit Ausbrüchen in Verbindung gebracht wurden, war das bei Pilates-Kursen nicht der Fall - sie sind weniger lautstärkeintensiv, stellt Knight fest - und schließt daraus: "Vielleicht ist langsames, sanftes Atmen kein Risikofaktor, aber schweres, tiefes oder schnelles Atmen und Schreien schon."

    Auf den falschen Zeitpunkt kommt es an

    Knights Kollege Kucharski ergänzt, dass "auch das Timing eine Rolle spielt". Neueste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Corona-Infizierte nur einen relativ kurzen Zeitraum besonders infektiös sind. Wenn man in dieser Zeit beispielsweise auf ein Konzert in geschlossenen Räumen oder in einen Club gehe, könne dies zu einem Superspreading-Ereignis werden. "Zwei Tage später könnte sich diese Person auf dieselbe Weise verhalten und Sie würden nicht dasselbe Ergebnis sehen", betont der Forscher.

    Superspreader: Situation oder Person?

    Volkart Wildermuth recherchiert für die Deutschlandfunk-Sendung "Forschung aktuell" zu Superspreadern, und er sagt auch: Vieles deutet darauf hin, dass Superspreader nicht unbedingt Personen, sondern Situationen sind.

    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich per Twitter - und auch er erkennt an, dass Superspreader einen "sehr großen Anteil der Übertragung der Coronapandemie haben". Das habe "für Schule, Restaurants und App Konsequenzen". Die App werde wichtiger, weil Superspreader dadurch identifizierbar würden. In Schulen und Restaurants seien Abstand, Lüftung und Tests sehr wichtig, betonte Lauterbach.

    Drosten: Cluster unter Quarantäne stellen

    Der Virologe Christian Drosten empfiehlt in seinem Podcast, beim Entdecken eines Erstfalls von einem "Superspreading-Ereignis", sofort das ganze Cluster unter Quarantäne zu stellen, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Für Diagnostik sei dann keine Zeit. Drosten ist der Ansicht, dass man so unter Umständen "das Gesamtschicksal der Epidemie" unter Kontrolle bringen könne.

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  • Covid-19So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus

    Das neuartige Coronavirus breitet sich immer noch auf aller Welt aus. Durch Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und verstärkte Tests wird dies zwar verlangsamt – verhindert wird es nicht. Wirksamstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die vom Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 wäre ein Impfstoff. Weltweit wird daran geforscht, auch von deutschen Firmen. Die ersten Präparate gehen bald in die klinische Phase. Wir erklären, was das bedeutet und ab wann eine Impfung zur Verfügung stehen könnte.

    Gerade hat das Tübinger Unternehmen CureVac für eine Studie in der klinischen Phase grünes Licht bekommen. Das heißt: Der entwickelte Wirkstoff wird an Menschen erprobt. Noch im Juni sollen nach Angaben des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts erste Probanden geimpft werden. Ende April hatte bereits das Mainzer Unternehmen BioNTech eine solche Genehmigung erhalten. Bei solchen Phase-I-Studien geht es allerdings noch nicht um die Wirksamkeit eines Präparats, sondern um dessen Sicherheit.

    Weltweit mehrere Projekte in klinischer Phase

    CureVac und BioNTech sind nicht die einzigen Firmen, deren Impfstoff-Kandidaten derzeit klinisch geprüft werden: Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen - vfa - listet auf seiner Internetseite elf Projekte, die meisten davon in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten. Mindestens sieben weitere bemühen sich demnach um eine Genehmigung für klinische Tests. Ob aus diesen Prüfverfahren tatsächlich ein oder mehrere Impfstoffe hervorgehen, ist noch nicht bekannt.

    Der internationale Pharmakonzern AstraZeneca ist hier bereits einen Schritt weiter. Die Studien zu einem an der Universität Oxford entwickelten Impfstoff-Kandidaten, die er finanziert, organisiert und vermarktet, befinden sich in der klinischen Phase II; hier geht es vor allem darum, eine geeignete Dosierung zu finden und sicherzustellen, dass der Körper einen Schutz gegen das Virus entwickelt - und noch einmal um eine Prüfung der Verträglichkeit. Phase III - die letzte vor einem Zulassungsverfahren - ist genehmigt. Bei den ersten Studien liegen bereits Zwischenergebnisse vor; für das Portal "t-online" hat Nicole Sagener den aktuellen Stand der Forschung zusammengefasst.

    Wann könnte es einen oder mehrere Impfstoffe geben? Die Schätzungen variieren: Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts sagte dem "Mannheimer Morgen", er könne sich vorstellen, dass Ende des Jahres über eine Zulassung gesprochen werde, die Europäische Arzneimittelagentur EMA rechnet mit der Zulassung im Frühjahr 2021, wenn alles optimal läuft.

    Deutschland und EU-Länder sichern sich Impfdosen

    Eine Allianz aus Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden hat einen Vorvertrag mit AstraZeneca geschlossen, der - sollte der Impfstoff-Kandidat zur Marktreife gelangen - diesen Staaten 400 Millionen Impfdosen sichert. Nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Spahn sollen in diesem Fall alle EU-Mitgliedsstaaten profitieren; die Impfdosen würden relativ zur Bevölkerungsgröße aufgeteilt. Ähnliche Vereinbarungen hat AstraZeneca etwa mit den USA und Großbritannien geschlossen; verhandelt werde auch mit Japan, Russland, Brasilien und China, heißt es von Unternehmensseite.

    Impfstoff-Entwicklung ist langwierig - und riskant

    Normalerweise dauert es viele Jahre, bis ein Impfstoff gegen einen Krankheitserreger gefunden ist - und der Prozess kann in jeder Phase scheitern. Im Fall von Sars-CoV-2 hatten die Forschenden Glück: Die Sequenz des Viren-Erbguts - in diesem Fall einzelsträngige RNA - war schnell bekannt - und damit auch eine nahe Verwandtschaft mit den Coronaviren, die SARS und MERS verursachen. Von Impfstoffen gegen diese Viren wusste man, dass es für eine gute Wirkung vor allem auf das Protein ankommt, das dem Virus sein typisches Aussehen mit den hervorstehenden "Zacken" auf der Virushülle verleiht. Die meisten Projekte, die an einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 forschen, haben das bei ihren Studien berücksichtigt. Welche Phasen es bei der Impfstoff-Entwicklung gibt und was sie beinhalten, haben die Kollegen von "Forschung aktuell" hier erklärt.

    Massenproduktion ist die nächste Hürde

    Sollte die Entwicklung eines Impfstoffs gelingen, wartet die nächste Herausforderung: die massenhafte Produktion. Die Hamburger Virologin Marylyn Addo sagte dazu im Deutschlandfunk, momentan stünden in der Welt nicht genug Herstellungskapazitäten zur Verfügung. Daher werde es in den kommenden Monaten zu einem Ressourcenkampf kommen: "Es ist wichtig, dass man sich damit beschäftigt und dass man versucht, eine faire Verteilung der Herstellungskapazitäten, aber auch später eine faire Verteilung des Impfstoffs zu gewährleisten." Der vfa nennt deshalb das Ziel, für möglichst viele Impfstoffe eine Zulassung zu erreichen und sicherzustellen, dass diese Präparate unter Nutzung vieler Produktionsanlagen hergestellt werden können. Demnach haben mehrere potentielle Hersteller, darunter AstraZeneca, angekündigt, ihre Impfstoffe für die Dauer der Pandemie zu Herstellerkosten zu liefern.

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  • CoronavirusWie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19?

    Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus wird noch dauern, und so richten sich einige Hoffnungen darauf, die Krankheit Covid-19 künftig wenigstens besser behandeln zu können. Die Weltgesundheitsorganisation sieht bei einer Studie einen "Durchbruch". In Europa soll es eine Zulassung von Remdesivir zur Behandlung von Covid-19-Patienten geben.

    Weltweit laufen verschiedenste Versuche, um ein Medikament gegen die Lungenkrankheit zu finden, die in schweren Fällen tödlich verlaufen oder bleibende Schäden hinterlassen kann. Die Weltgesundheitsorganisation begrüßte nun die vorläufigen Ergebnisse einer britischen Studie zu einem Medikament gegen die Lungenkrankheit Covid-19 als "lebensrettenden Durchbruch".

    "Großartige Neuigkeiten"

    Bei dem Entzündungshemmer Dexamethason handle es sich um das erste Mittel, das die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten verringere, die auf Sauerstoff oder Beatmungsgeräte angewiesen seien, sagte WHO-Chef Tedros einer Mitteilung zufolge. "Das sind großartige Neuigkeiten", hieß es weiter.

    Die vorläufigen Ergebnisse der klinischen Studie weisen darauf hin, dass Dexamethason die Sterberate bei schweren Covid-19-Verläufen senken könnte. Bei Patienten, die künstlich beatmet wurden und das Medikament bekamen, sank die Sterberate um ein Drittel, wie die federführenden Wissenschaftler der Universität Oxford mitteilten. Die Ergebnisse sind aber bisher nicht von anderen Experten begutachtet worden.

    Sterblichkeit teilweise um ein Drittel gesenkt

    In der Studie untersuchen Wissenschaftler*innen die Eignung verschiedener bereits zugelassener Medikamente als Mittel gegen Covid-19. Insgesamt sind den Angaben zufolge mehr als 11.500 Patienten aus über 175 Kliniken in Großbritannien in die Studie aufgenommen. Der Dexamethason-Teil der Studie umfasste demnach 2.104 Patienten, die für zehn Tage einmal täglich 6 Milligramm Dexamethason bekamen. 4.321 Patienten dienten als Kontrollgruppe.

    Die Sterblichkeit nach 28 Tagen war unter den künstlich beatmeten Patienten am höchsten. Sie lag ohne Dexamethason-Behandlung bei 41 Prozent. In der Versuchsgruppe sank sie um ein Drittel. Bei den Patienten, die Sauerstoff bekamen, aber nicht künstlich beatmet wurden, sank sie um ein Fünftel. Bei den Patienten, die gar keinen Sauerstoff benötigten, zeigte die Behandlung keine Wirkung.

    Basierend auf den Zahlen würde bei der Behandlung von acht schwerkranken Covid-19-Patienten durch Dexamethason ein Todesfall verhindert, hieß es. Das Medikament wird üblicherweise als Entzündungshemmer eingesetzt, etwa bei Entzündungen von Haut und Gelenken.

    WHO stoppt Tests

    Ein Teil der Forschungsarbeit für ein Medikament gegen Covid-19 wird von der Weltgesundheitsorganisation koordiniert: Vier Medikamente, die als mögliche Kandidaten galten, wurden seit Anfang April in der sogenannten Solidarity-Studie getestet. Mehr als 70 Länder machen mit, auch mehrere deutsche Kliniken sind beteiligt. Weltweit sollen 10.000 Patientinnen und Patienten daran teilnehmen.

    Die vier Wirkstoffe, die in dieser Studie weltweit versuchsweise verwendet wurden, sind ursprünglich gegen andere Krankheiten entwickelt worden. Das hat aus Sicht der WHO den Vorteil, dass sie schon verfügbar sind und sich vergleichsweise schnell in großen Mengen herstellen ließen, wenn sie sich denn als wirksam gegen Covid-19 erweisen. Das Mittel Remdesivir wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt. Hydroxychloroquin ist ein Malaria-Mittel und in den anderen beiden Versuchsreihen werden zwei Varianten des HIV-Medikaments Kaletra eingesetzt.

    Die Solidarity-Studie ist modular angelegt: Neue Erkenntnisse können dazu führen, dass weitere Medikamente aufgenommen werden, hieß es. Zeige sich hingegen, dass Wirkstoffe den Patienten schadeten, werde dieser Teil der Tests beendet. Beim Mittel Hydroxychloroquin stoppte die WHO die klinischen Tests zur Behandlung der Covid-19-Krankheit. Patienten werden auch nicht mehr mit Lopinavir/Ritonavir behandelt, das gegen HIV entwickelt worden war. Es habe sich gezeigt, dass die Mittel bei den Patienten praktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit gehabt hätten.

    Remdesivir

    Im Kampf gegen das Ebola-Virus hatte Remdesivir zwar versagt und wurde nicht zugelassen, es zeigte sich aber zumindest, dass es recht gut verträglich ist. In den USA sprach die Arzneimittelbehörde nach ersten Forschungsergebnissen eine Sonderzulassung des Mittels für Covid-19-Erkrankungen aus. Am 25. Juni zog die Europäische Arzneimittel-Agentur nach und ließ den Wirkstoff zur Behandlung von Coronavirus-Infektionen zu - allerdings unter Auflagen: Zulässig sein soll Remdesivir bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, die eine Lungenentzündung haben und Sauerstoff benötigen.

    In Deutschland war das Mittel bislang schon innerhalb eines Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet. Hier gab es durchaus positive Signale: Bei einigen Patienten hätten sich schon sehr gute therapeutische Effekte gezeigt, sagte der Chefarzt der München Klinik Schwabing, Wendtner, im Deutschlandfunk. "Wir können sagen: Remdesivir wirkt", sagte der Leiter der Infektiologie an der Uniklinik Köln, Fätkenheuer, dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Es habe sich gezeigt, dass das Medikament bei einer Covid-19-Erkrankung den schweren Verlauf abmildere und verkürze.

    Auch die Ergebnisse einer Studie aus den USA verstärken die Hoffnungen auf eine Wirksamkeit vom Remdesivir. Laut der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" verkürzt das antivirale Mittel die Genesungsdauer von Covid-19-Patienten um rund 30 Prozent. An der Studie des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten nahmen 1.063 Covid-19-Patienten in den USA sowie in neun weiteren Ländern in Europa und Asien teil. In Südkorea wurde am 1. Juli mit der Verabreichung des Mittels an Covid-19-Patienten begonnen.

    Nach der Bekanntgabe der US-Regierung, große Teile der weltweiten Remdesivir-Bestände der kommenden Monate gekauft zu haben, gab es auch in Deutschland und Europa Sorge über die Verfügbarkeit. Gesundheitsminister Spahn erklärte, dass es in der Bundesrepublik trotz der US-Aufkäufe ausreichend Reserven des Medikaments gebe.

    Malaria-Medikamente eher ungeeignet?

    Über die Malaria-Medikamente Chloroquin und Hydroxychloroquin entbrannte eine Debatte. Zunächst wiesen die erhobenen Daten auf ein erhöhtes Sterberisiko bei der Einnahme der Medikamente hin, berichteten Forschende aus den USA und der Schweiz im Fachjournal "The Lancet". Aufgrund von Unklarheiten in den erhobenen Daten räumten die Forscher später jedoch ein, nicht für die Korrektheit der Daten garantieren zu können.

    Die Weltgesundheitsorganisation stoppte klinische Tests mit Hydroxychloroquin mittlerweile. Schon zuvor hatte die WHO ausdrücklich davor gewarnt, dieses und andere Medikamente zu empfehlen oder gar außerhalb von Studien selbst einzunehmen. Man sei besorgt über Berichte, dass Menschen eine Selbstmedikation mit Chloroquin vornähmen und sich dadurch ernsthafte Schäden zufügen könnten. Mit dieser Warnung reagiert die WHO unter anderem auf die Erklärung von US-Präsident Trump, er nehme das Mittel "zur Vorbeugung" selbst ein.

    Das Rheumamittel Tocilizumab

    Eine weltweite Studie testet die Wirkung des Rheumamittels Tocilizumab bei Covid-19-Erkrankungen. In diesem Rahmen sei das Mittel auch drei Patienten an der Uniklinik München verabreicht worden, sagte der Intensivmediziner von Bergwelt im Deutschlandfunk. Den Patienten gehe es besser. Dies könne aber auch ein natürlicher Verlauf sein. Mit ersten Ergebnissen der kompletten Studie rechnet von Bergwelt im Sommer.

    Nach aktuellem Stand könne man aber davon ausgehen, dass Covid-19-Patienten mit einem schweren Verlauf der Krankheit von dem Mittel profitieren könnten, betonte von Bergwelt. Trotzdem sei das Mittel keine Wunderwaffe gegen das Coronavirus. Dafür seien zu viele Komponenten noch unerforscht.

    Russland führt antivirales Medikament Avifavir ein

    Das russische Gesundheitsministerium hat Anfang Juni landesweit das Medikament Avifavir zur Behandlung von Coronavirus-Patienten zugelassen und an Krankenhäuser ausgeliefert. Das Medikament, das bereits in den 1990er Jahren entwickelt wurde, wird vom Pharmakonzern ChemRar hergestellt. Der russische Staatsfonds RDIF ist zu 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligt.

    Laut RDIF hatten klinische Tests mit 50 freiwilligen Soldaten eine hohe Wirksamkeit von Avifavir gegen Covid-19 bewiesen. Dabei sei die Krankheitsdauer der Infizierten deutlich verkürzt worden. Nach Angaben der russischen Regierung sollen rund 60.000 Menschen pro Monat mit dem Mittel behandelt werden.

    Mammutaufgabe Massenproduktion

    Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es am Ende wohl mehrere Medikamente sein werden, die in Kombination gegen Covid-19 helfen. Das zeige die gesamte Geschichte der ansteckenden Krankheiten, heißt es in einem Übersichtsartikel der Fachzeitschrift Nature. Die nächste Herausforderung werde dann darin bestehen, die Produktionskapazitäten so zu erhöhen, dass man möglichst bald Hunderte Millionen Einzeldosen verfügbar habe - und zugleich politische Verteilungskämpfe vermeide.

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  • Covid-19Coronavirus: Was man zu Schutzmasken wissen sollte

    Zum Thema Mundschutz und Atemschutzmasken kursieren viele Informationen. In allen Bundesländern gelten derzeit Vorschriften, dass in bestimmten Situationen ein Mundschutz getragen werden muss. Trotzdem wird gerade wieder lebhaft darüber debattiert, wie sinnvoll die Maskenpflicht ist. Welche Arten von Schutzmasken es gibt, wie sie wirken, wer sie wirklich braucht und wie man Nachschub bekommt, beantworten wir hier.

    Wie verläuft die Debatte über die Maskenpflicht?

    Die Bundesländer wollen ebenso wie die Große Koalition vorerst an der Maskenpflicht im Einzelhandel festhalten. Regierungssprecher Seibert sagte, überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet werden könne, seien Masken ein wichtiges und weiter unverzichtbares Mittel.
    Bundesgesundheitsminister Spahn sagte im Deutschlandfunk (Audiolink), er verstehe die Ungeduld angesichts der Corona-Beschränkungen. Wenn man es aber dem Virus zu leicht mache, könnten die Infektionszahlen schnell wieder in die Höhe gehen.

    Aus einzelnen Bundesländern sowie von FDP und AfD kamen zuletzt unterschiedliche Vorstöße, die zumindest auf eine teilweise Abschaffung hinausliefen. Der deutsche Einzelhandel sprach sich ebenfalls grundsätzlich für die Abschaffung aus. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, Genth, sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein solcher Schritt wäre begrüßenswert, sobald dies gesundheitspolitisch möglich und vernünftig sei.

    Die Argumentation: Wenn die Maskenpflicht wegfalle, würden die Leute wieder vermehrt in die Innenstädte, Einkaufszentren und Fußgängerzonen strömen und einkaufen. In Österreich, wo die Maskenpflicht im Einzelhandel am 15. Juni abgeschafft wurde, hatten sich das Kundenaufkommen und der Umsatz seitdem erhöht.

    Wie sinnvoll ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes?

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zur Eindämmung von Infektionen das Tragen von Schutzmasken generell dort, wo Abstand halten nur schwer möglich ist. WHO-Generaldirektor Tedros nannte als Beispiele den öffentlichen Nahverkehr sowie andere geschlossene und stark frequentierte Bereiche. Menschen, die über 60 Jahre alt seien oder Vorerkrankungen hätten, sollten eine medizinische Maske nutzen.

    Die WHO änderte ihren Standpunkt zum Tragen von Masken Anfang Juni. Zuvor vertrat die Organisation die Auffassung, dass ein Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegen, sinnvoll sei. Der Massengebrauch wurde nicht empfohlen. Unter anderem wurde argumentiert, durch das Tragen könne ein "falsches Sicherheitsgefühl" entstehen. So laufe der Träger Gefahr, die wichtigen Hygienemaßnahmen wie etwa Händewaschen zu vergessen.

    Eine Studie stützt derweil die Annahme einer Schutzwirkung von Masken gegen das Coronavirus. Die allgemeine Pflicht eines Mund-Nasen-Schutzes, zum Beispiel beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, trage offenbar deutlich zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei, teilte die Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit. Wissenschaftler von vier Universitäten verglichen dafür die Entwicklung der Infektionszahlen im thüringischen Jena mit denen vergleichbarer Städte, in denen die Maskenpflicht erst später eingeführt wurde. Jena hatte als erste Großstadt bereits am 6. April das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zur Pflicht gemacht und damit wesentlich früher als in allen anderen Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Daraufhin stieg die Zahl der registrierten Infektionen in Jena nur noch schwach.

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt auf seiner Webseite, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes könne helfen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen, wenn man öffentliche Räume betrete, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könne.

    Das RKI weist eindringlich darauf hin, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf keinen Fall dazu führen dürfe, Abstandsregeln zu missachten oder Husten- und Niesregeln und die Händehygiene nicht mehr einzuhalten. Das RKI betont zudem, wichtig sei nach wie vor: Wenn jemand Symptome zeige, müsse diese Person unbedingt zu Hause bleiben.

    Der Virologe Christian Drosten wies im NDR-Podcast darauf hin, dass auch ein Schal oder ein Schlauchtuch, mehrlagig vor den Mund gewickelt, andere vor Tröpfchen schützen könne.

    Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, hält eine gesetzliche Pflicht dagegen für falsch. Wer eine Maske trage, wähne sich sicher und vergesse den entscheidenden Mindestabstand. Im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut. Schneller könne man sich kaum infizieren, warnte Montgomery.

    Welche Masken unterscheidet man?

    Fällt das Stichwort "Atemschutzmaske" ist nicht immer klar, um welche Masken es genau geht: Der einfache Mund-Nasen-Schutz schützt vor allem andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, weniger den Träger selbst. Viele Menschen haben sich in den vergangenen Wochen selbst einfache Mundschutzmasken aus verschiedenen Stoffen genäht, auch Schneidereien und andere Betriebe bieten sie zum Verkauf. Man nennt sie auch "Alltagsmasken".

    In Krankenhäusern werden verschiedene Maskentypen benutzt, wie ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft erklärt: einfache OP-Masken aus Vlies, die Patienten bei einer Operation vor dem Speichel von Medizinern und Pflegepersonal schützen sollen, sowie Schutzmasken der Standards FFP2 und FFP3 (Filtering Face Pieces). Diese bestehen aus festerem Material und können ein Atemventil haben. Das Coronavirus sei recht klein, erklärt der Sprecher, nur die FFP-Masken seien so gebaut, dass es nicht durchkomme.

    Allerdings: Masken ohne Ventil filtern laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz. Masken mit Ventil filtern demnach nur die eingeatmete Luft und sind daher nicht für den Fremdschutz ausgelegt.

    Wer benötigt Schutzmasken?

    Dringend notwendig ist das Tragen einer hochwertigen Atemschutzmaske beim medizinischen Personal. Um mit infizierten Patienten arbeiten zu können, ohne sich selbst anzustecken, braucht das Personal die FFP-Masken – ansonsten könnte eine medizinische Versorgung in den Krankenhäusern schwierig werden.

    Darüber hinaus empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium dringend, einen einfachen Mund-Nasen-Schutz dort zu tragen, wo es schwer ist, den Mindestabstand zu anderen Menschen immer einzuhalten.

    Was muss ich beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beachten?

    Ein Mundschutz kann die Ansteckung anderer nicht vollständig verhindern. Er verringert jedoch die Gefahr, da infektiöse Tröpfchen beim Husten oder Niesen abgefangen werden. Dafür ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz möglichst fest sitzt und gewechselt wird, wenn er feucht geworden ist.

    Anschließend sollte er bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Ein gängiges Vollwaschmittel reicht dafür aus. Die Alltagsmasken lassen sich auch im Backofen desinfizieren: 30 Minuten bei 70 Grad reichen nach Angaben des Virologen Christian Drosten aus. Eine weitere Methode ist das heiße Bügeln. Dies muss allerdings sorgfältig geschehen, und die Falten müssen lange erhitzt werden. Einfacher ist die Desinfektion in der Mikrowelle. Dafür darf der Mund-Nasen-Schutz aber keine Metallteile enthalten. Die Maske sollte mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäße mit Wasser gelegt werden. Dann wird sie zwei Minuten lang bei 750 Watt erhitzt. Der entstehende Wasserdampf tötet Viren ab.

    Ausführliche Hinweise zum richtigen Tragen des Mund-Nasen-Schutzes liefert die Webseite "Maske zeigen"

    Wie lange halten FFP-Masken?

    Die FFP-Masken für medizinisches Personal werden normalerweise beim Kontakt mit infizierten Patienten sowie bei Verdachtsfällen getragen. Die Trageempfehlung ist etwa zwei Stunden, spätestens dann sollen sie abgelegt oder gewechselt werden.

    Die ursprünglichen Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken konnten nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums inzwischen beseitigt werden. Bei mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen seien die Lager voll, sagte ein Sprecher Mitte Juni der Deutschen Presse-Agentur.

    Von gut zwei Milliarden Masken, die die Regierung im Ausland gekauft hat, waren zu diesem Zeitpunkt nach Informationen der Zeitung "Die Welt" rund 600 Millionen in Deutschland eingetroffen. Der Rest solle nach Auskunft des Ministeriums bis zum Herbst angeliefert werden, vor allem aus China.

    Gesundheitsminister Spahn hat auch mit deutschen Unternehmen Vereinbarungen für die Produktion medizinischer Schutzmasken getroffen. Nach einer ersten Ausschreibung wurden Zuschläge an rund 50 Unternehmen erteilt. Damit können ab Mitte August pro Woche zehn Millionen FFP2-Spezialmasken und 40 Millionen OP-Masken hergestellt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hat angekündigt, Firmen bei der Produktion von Schutzmasken finanziell zu unterstützen.

    (Stand: 9.7.2020)

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  • Covid-19Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält

    Kann ich mich mit dem Coronavirus infizieren, wenn ich im Supermarkt einen Einkaufswagen oder die Türklinke im Büro anfasse? Solche Fragen stellen sich seit Ausbruch der Pandemie viele Menschen. Endgültige Antworten gibt es noch nicht.

    Erkenntnisse der "Heinsberg-Studie"

    Der Virologe Hendrick Streeck erklärte der Deutschen Presse-Agentur, dass Oberflächen bei der Übertragung offenbar nur eine untergeordnete Rolle spielten. Dies habe die "Heinsberg-Studie" ergeben, die zusammen mit Hygienikern der Uniklinik Bonn erarbeitet wurden. Bei Abstrichen von Oberflächen aus Quarantäne-Haushalten im Ort Gangelt, in dem sich das Coronavirus im Frühjahr ausgebreitet hatte, fand sich der Erreger demnach nur in vier von 119 Proben. Streeck betonte allerdings, die Aussagekraft werde dadurch eingeschränkt, dass Menschen in Quarantäne häufig viel putzten. Deshalb seien die Ergebnisse möglicherweise nicht repräsentativ.

    Leichter werde das Virus anscheinend über Schmutzwasser-Rückstände im Waschbecken, in der Dusche oder in der Toilette verbreitet. Dort hinterlasse man Spucke, Rachenwasser oder andere Ausscheidungen, in denen das Virus in größerer Konzentration sein könne. Dies könnte gegebenenfalls genutzt werden, um das Infektionsgeschehen über Abwasser-Analysen zu beobachten. Zehn der 66 ausgewerteten Schmutzwasser-Proben aus Gangelt seien positiv gewesen, sagte Streeck. In der Luft fand sich der Erreger dagegen in keiner von 15 Proben.

    Für die Studie wurden 21 Quarantäne-Haushalte in Gangelt im Kreis Heinsberg untersucht. 26 der insgesamt 43 dort lebenden Erwachsenen waren positiv auf Corona getestet worden.

    Bundesinstitut für Risikobewertung: Kontamination über Oberflächen unwahrscheinlich

    Die am häufigsten zitierte Studie zum Thema wurde von Experten des US-Gesundheitsinstituts NIH und der Seuchenschutzbehörde CSC erstellt. Danach ergeben sich auf verschiedenen Oberflächen folgende Überlebenszeiten für das Virus:

    Kunststoff: 72 Stunden
    Edelstahl: 48 Stunden
    Papier, Karton: 24 Stunden
    Kupfer: 4 Stunden
    Aerosole (als Partikel in der Luft): bis zu drei Stunden.

    Was kann man aus den Ergebnissen schlussfolgern?

    Das Risiko ist nach Einschätzungen von Experten gering, sich über bestimmte Oberflächen mit Sars-CoV-2 anzustecken. Das Bundesinstitut für Risikobewertung verweist auf die relativ geringe Stabilität von Coronaviren in der Umwelt. Ende April hieß es, es gebe derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen sei, dass sich Menschen durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten.

    Auch beim Thema Bargeld machen sich viele Menschen Sorgen, viele sind deshalb dazu übergegangen, kontaktlos zu bezahlen. Eine Ansteckung über Bargeld gilt aber ebenfalls als unwahrscheinlich. Die Europäische Zentralbank verweist auf Studien, die zeigten, dass auf Oberflächen wie etwa Plastik in den ersten Stunden 10 bis 100 Mal so viele Viren überleben wie auf Euro-Banknoten.

    Die Heinsberg-Studie legt allerdings nahe, dass eine Ansteckung über Abwasser möglich ist. Die Forschenden raten eindringlich, sich regelmäßig die Hände zu waschen, in die Armbeuge zu husten und nicht das Gesicht zu berühren.

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  • Covid-19Warnung vor neuem Schweinegrippe-Erreger in China - Droht die nächste Pandemie?

    In China haben Forschende eine neue Art der Schweinegrippe entdeckt, die eine Pandemie auslösen könnte. Das Virus mit dem Namen G4 besitze alle wesentlichen Eigenschaften, um Menschen infizieren zu können.

    So ist in ihrer Studie im Fachmagazin PNAS nachzulesen. G4 stamme vom H1N1-Virus ab, das 2009 eine Pandemie ausgelöst hatte. Für die Studie wurden zwischen 2011 und 2018 in zehn chinesischen Provinzen 30.000 Nasenabstriche von Schweinen in Schlachthöfen genommen. Dabei konnten die Forschenden 179 verschiedene Schweinegrippe-Viren isolieren. Die meisten davon gehörten zum neuen G4-Typ, der seit 2016 vermehrt bei Schweinen auftritt. Anschließend führten die Forscher Experimente an Frettchen durch. Dabei konnten sie beobachten, dass G4 hochinfektiös ist, sich in menschlichen Zellen vermehrt und bei den Frettchen schwerwiegendere Symptome hervorruft als andere Viren.

    Weitere Untersuchungen ergaben, dass die saisonale Grippe oder gängige Grippe-Impfungen Menschen nicht immun gegen G4 machen. Außerdem zeigten Antikörpertests, dass etwa zehn Prozent der Arbeiter in Schweinefabriken und rund vier Prozent der Bevölkerung bereits in Kontakt mit dem Virus gekommen waren. 

    Droht unmittelbar die nächste Pandemie?

    Der Wissenschaftsjournalist Volkart Wildermuth warnte nach dem jetzigen Informationsstand von Experten vor Panikmache. Es sei zwar unausweichlich, dass es immer wieder neue Pandemien geben werde, sagte er im Deutschlandfunk. Aber ob das neue Influenzavirus namens G4 der Auslöser sein könnte, das könne derzeit niemand sagen. 

    Es komme laut Robert Koch-Institut immer wieder vor, dass Schweinegrippe-Viren auch Menschen infizierten und Symptome auslösten. Eine Forschungsgruppe des Friedrich-Loeffler-Instituts habe zudem gerade die Situation in Ställen in Europa erforscht - mit vergleichbaren Beobachtungen wie in China. Entscheidend sei, ob die Viren effektiv von Mensch zu Mensch verbreitet werden, wie etwa die Schweinegrippe H1N1 im Jahr 2009. Und ob sie häufig zu schweren Krankheitsverläufen führten.

    Laut Wildermuth zeichnet sich das derzeit weder bei G4 noch bei den europäischen oder den Schweinegrippeviren auf anderen Kontinenten ab. Dennoch rät er zu Wachsamkeit: Es spreche alles dafür, in China und anderswo die Situation in den Ställen aufmerksam zu verfolgen, um ungünstige Entwicklungen schnell zu entdecken. 

    Auch Kekulé warnt vor Panikmache

    Auch der Virologe Alexander Kekulé warnte in seinem MDR-Podcast vor Panikmache. Zwar habe das neue Schweinegrippe-Virus "das Zeug für eine neue Pandemie", aber die Risiken seien aktuell noch sehr überschaubar. Dennoch sei die proaktive Warnung der Forschenden zu loben. Zuvor war China kritisiert worden, die Ausbreitung des Coronavirus viel zu spät gemeldet zu haben. Mit Blick auf die potentielle Ausbreitung neuer Viren mahnte Kekulé an, das Verhältnis zur Tierzucht allgemein zu überdenken. Schweinegrippe, Corona und Ebola seien alles Pandemien, die durch die Übertragung von Tier auf Mensch entstanden seien.

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  • EurogruppeNeuer Vorsitzender verspricht mehr Transparenz

    Der irische Finanzminister Donohoe ist neuer Vorsitzender der Eurogruppe. In einer ersten Stellungnahme versprach er mehr Transparenz innerhalb des Währungsverbundes und einen Kurs des Miteinanders. Favoritin für den Posten war eigentlich die Spanierin Calvino.

    Über die Nachfolge des scheidenden Amtsinhabers Centeno hatten die Wirtschafts- und Finanzminister der 19 Staaten der Gemeinschaftswährung auf einer Videokonferenz entschieden. Donohoe setzte sich im zweiten Wahlgang als Nachfolger des Portugiesen durch, der den Posten zweieinhalb Jahre lang innehatte.

    Mehr Transparenz, mehr Miteinander

    In einer ersten Stellungnahme sprach sich der neue Vorsitzende für einen Kurs des Miteinanders aus, wenn es darum gehe, die Coronakrise in Europa wirtschaftlich zu überwinden. Außerdem werde er sich für mehr Transparenz innerhalb des Währungsverbundes einsetzen. Priorität aber habe die wirtschaftliche Erholung von der Rezession durch die Corona-Krise. Viele Menschen in Europa hätten Angst um ihre Jobs und ihre Einkommen, sagte der 45-Jährige.

    Bundesfinanzminister Scholz (SPD) erklärte nach der Wahl, der liberal-konservative Donohoe habe als Minister "gute Arbeit geleistet". Er sei sicher, dass es unter ihm möglich sein werde, die wirtschaftliche Entwicklung in Europa voranzubringen. Donohoe tritt den Posten am 13. Juli an, die Amtszeit beträgt zweieinhalb Jahre.

    Die Eurogruppe ist ein informelles Gremium der Ressortchefs aus den 19 Staaten der Währungszone. Sie kommt normalerweise einmal im Monat zusammen und stimmt sich in Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik ab. Neben der Personalentscheidung wurde auf der heutigen Konferenz auch über die verschlechterten Konjunkturprognosen debattiert.

  • Rechtes Netzwerk bei der Polizei?Hessischer Innenminister setzt Sonderermittler ein

    Hessens Innenminister Beuth hat dem Landeskriminalamt (LKA) schwere Versäumnisse vorgeworfen. Es geht um die Ermittlungen zu Drohmails an die Linken-Politikerin Janine Wissler. Der CDU-Politiker schloss nicht mehr aus, dass es bei der hessischen Polizei ein rechtes Netzwerk geben könnte.

    Beuth sagte in Wiesbaden, dass von einem Polizeirechner die persönlichen Daten der Linksfraktionschefin Wissler abgefragt worden seien, habe er erst gestern erfahren. Das LKA habe einen Polizisten dazu befragt, diese Informationen aber nicht weitergegeben. Angesichts der Tragweite dieser Ermittlungen sei dies völlig inakzeptabel. Das LKA habe nicht die in dem Fall erforderliche Sensibilität gezeigt.

    Als Konsequenz will Beuth nun einen Sonderermittler einsetzen. Dieser soll die Ermittlungen zu den Drohmails federführend übernehmen und direkt an den Landespolizeipräsidenten berichten.

    Rechtes Netzwerk?

    Der CDU-Politiker erklärte weiter, er habe bisher stets gesagt, dass es kein rechtes Netzwerk bei der hessischen Polizei gebe. Es lägen ihm auch weiterhin keine Belege für ein solches Netzwerk. Dass es - nach den Drohmails gegen eine Frankfurter Anwältin und dem zuvor erfolgten Datenabruf von einem Polizeirechner - nun erneut einen Fall gebe, nähre aber den Verdacht. "Ich erwarte von der hessischen Polizei, dass sie nichts unversucht lässt, diesen Verdacht zu entkräften."

    Opposition, Grüne und Polizeigewerkschaft fordern Aufklärung

    Auch der innenpolitische Sprecher der Linken-Fraktion, Schaus, sprach von einem "schlimmen Verdacht". Offenbar sei das rechte Netzwerk in der hessischen Polizei größer, als bisher von offizieller Seite eingeräumt. Ähnlich hatte sich zuvor auch Thüringens Ministerpräsident Ramelow geäußert. Die SPD im hessischen Landtag sprach von einem "handfesten Polizei-Skandal". Auch auf Seiten des Koalitionspartners der CDU gibt es Kritik: Die hessische Innenpolitikerin der Grünen, Goldbach, sagte, es handele sich um ein schwerwiegendes Versäumnis, das dringend aufgeklärt werden müsse.

    Ähnlich äußerte sich die Gewerkschaft der Polizei in Hessen. Deren Landesvorsitzender Grün sagte der Rheinischen Post, sollten Kollegen für die Drohnachrichten verantwortlich sein, hätten sie in der Polizei nichts zu suchen.

    Der hessische Landeskorrespondent des Deutschlandfunks, Fittkau, sieht auch den Posten von Beuth gefährdet (Audiolink): "Es ist klar, dass der Innenminister den Verdacht loswerden will, er tue nicht genug. Er hat massiven Druck von der Opposition bekommen und will nun Konsequenzen zeigen. Wahrscheinlich hat sich auch Ministerpräsident Bouffier in den Fall eingeschaltet."

    Polizeibeamter wurde vernommen

    Im Februar hatte die Linken-Fraktionsvorsitzende im Hessischen Landtag, Janine Wissler, zwei E-Mails mit Morddrohungen erhalten. Absender: "NSU 2.0". Vor einer Woche wurde durch einen Bericht der "Frankfurter Rundschau" bekannt, dass kurz vor den Drohschreiben von einem Polizeirechner in Wiesbaden persönliche Daten Wisslers abgerufen worden waren, die in den Mails wiedergegeben wurden.

    Das Magazin Der Spiegel berichtet, die Polizei habe den Beamten ermittelt, unter dessen persönlicher Kennung Wisslers Privatadresse und Handynummer abgerufen worden seien. Er sei vernommen worden, habe die Abfrage aber bestritten und ausgesagt, möglicherweise habe ein Kollege seine Kennung genutzt. Man habe dem Beamten das Gegenteil nicht nachweisen können. 

    Die Schreiben an Wissler ähneln den Morddrohungen gegen die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, deren Verfasser die Polizei seit zwei Jahren nicht ermitteln konnte. Staatsschützer hatten seinerzeit entdeckt, dass von einem Dienstcomputer im ersten Frankfurter Polizeirevier die Melderegister-Einträge von Basay-Yildiz abgerufen worden waren. Auch ihr Fall soll vom neuen Sonderermittler überprüft werden.

  • VerfassungsschutzberichtSorge über Anstieg extremistischer Straftaten

    Die Zahl extremistischer Straftaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen: Auf rechtsextremistischer Seite wurden zehn Prozent mehr Fälle erfasst - bei den linksextremistischen Straftaten betrug der Zuwachs sogar 40 Prozent, allerdings bei einer geringeren Gesamtzahl. Die Politik nimmt die Entwicklung weitgehend mit Besorgnis auf.

    Der SPD-Innenpolitiker Wiese betonte, er sehe in puncto Rechtsextremismus den größten Handlungsbedarf. Prävention und politische Bildung müssten gestärkt werden. Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Frei sagte nach der Vorlage des neuen Verfassungsschutzberichts, Extremisten nähmen die Demokratie von allen ideologischen Seiten in die Zange.

    Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Hahn, kritisierte den Verfassungsschutzbericht zum Linksextremismus und äußerte die Vermutung, die Zahlen seien künstlich hochgerechnet worden. Die Linken-Politikerin Renner hingegen kritisierte im Deutschlandfunk, der Bericht komme zu spät. Seit seiner Erstellung seien unter anderem der rechtsextreme Anschlag in Hanau passiert und rechte Umtriebe im KSK bekannt geworden. Kritik kam auch von der AfD. Deren Vorsitzender Chrupalla warf dem Verfassungsschutz vor, sich politisch instrumentalisieren zu lassen. Zahlen seien teilweise frei erfunden.

    Deutlicher Zuwachs rechts- und linksextremer Taten

    Der Verfassungsschutz zählte 2019 mehr als 22.300 Taten mit rechtsextremistischem Hintergrund. Das sind fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus dem Verfassungsschutzbericht hervorgeht, den Bundesinnenminister Seehofer und der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Haldenwang, in Berlin vorstellten. Zudem wurden mehr als 6.400 Taten von Linksextremisten registriert, was sogar einem Plus von rund 40 Prozent entspricht.

    Laut Verfassungsschutzbericht nimmt zudem die Zahl der Rechtsextremisten in Deutschland zu, sie ist so hoch wie nie zuvor. Demnach stieg sie auf 32.080. Im Vorjahr waren es noch 24.100 gewesen. Der Anstieg ist auch damit zu begründen, dass 7.000 Anhänger des AfD-"Flügels" nun dazu gezählt werden. Das Politikkonzept des "Flügel" sei auf "Ausgrenzung, Verächtlichmachung und letztlich weitgehender Rechtlosstellung von Migranten, Muslimen und politisch Andersdenkenden gerichtet", heißt es im Bericht. Als gewaltbereit stufte der Verfassungsschutz 13.000 Rechtsextremisten ein. Ein Jahr zuvor waren es 300 Personen weniger.

    Seehofer sagte, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus seien die größte Bedrohung in Deutschland. Als Innenminister hatte der CSU-Politiker erst vor knapp drei Wochen die rechtsextremistische Vereinigung "Nordadler" verboten, die laut seinem Ministerium eine nationalsozialistische und antisemitische Ideologie propagierte - vor allem online über Chatgruppen und Kanäle auf diversen Plattformen. Im Januar verbot er die rechtsextreme Gruppe "Combat 18 Deutschland" und im März den Verein "Geeinte deutsche Völker und Stämme" der "Reichsbürger"-Bewegung.

    Deutlich mehr Sachbeschädigungen

    Beim Linksextremismus gab es dem Bericht zufolge einen deutlichen Zuwachs bei den Sachbeschädigungen, die einen Großteil des Anstiegs ausmachen. Auch Brandstiftungen nahmen zu. Beim Rechtsextremismus gab es den deutlichsten Anstieg bei Propagandadelikten und "anderen Straftaten", insbesondere Volksverhetzung.

    Was die Gewalttaten angeht, ging deren Anteil unter den gesamten Delikten zurück: Bei den Rechtsextremisten waren es 15 Prozent weniger, bei den Linksextremen knapp zehn Prozent. In dem Bericht wird aber darauf hingewiesen, dass im vergangenen Jahr der Kasseler Regierungspräsident Lübcke sowie zwei Menschen beim antisemitischen Anschlag in Halle von Rechtsextremisten getötet wurden. Die Zahl der Körperverletzungen war beim Rechtsextremismus mit 781 mehr als doppelt so hoch wie beim Linksextremismus (355).

    Gefahr durch Islamismus bleibt bestehen

    Keine Entwarnung gibt der Verfassungsschutz bei der Bedrohung durch islamistische Extremisten: Zwar habe es seit drei Jahren keine Anschläge mehr gegeben, was auf die militärische Niederlage des IS in Syrien zurückzuführen sein könnte. Allerdings sei dies auch der Wachsamkeit der Behörden geschuldet. Die Bedrohung für Deutschland sei weiter hoch, Salafisten beispielsweise hätten immer noch wachsenden Zulauf. Das Potenzial belaufe sich auf mehr als 12.000 Personen, so der Verfassungsschutz.

    Gestiegen sei die Gefahr für die Grundordnung durch Aktivitäten ausländischer Staaten: Gerade in Krisenzeiten nähmen Cyberangriffe und Desinformationskampagnen zu, mit der die freiheitliche Gesellschaft destabilisiert werden solle. Der Bericht nennt hier vor allem Russland und China.

  • BußgeldkatalogJustizministerium sieht Verkehrsminister Scheuer in der Verantwortung

    Das Bundesjustizministerium hat im Streit um den neuen Bußgeldkatalog auf das Ressort von Verkehrsminister Scheuer verwiesen.

    Die Verantwortung für dieses Verfahren trage allein das Bundesverkehrsministerium, sagte eine Sprecherin der "Süddeutschen Zeitung". Dieses habe die neue Straßenverkehrsordnung zur Rechts- und Sprachprüfung mit sehr kurzer Frist übersandt, fügte sie hinzu.

    Scheuers Ressort hatte vor einer Woche eingeräumt, dass die in der neuen Straßenverkehrsordnung vorgesehenen Fahrverbote wahrscheinlich nichtig sind. Grund dafür sei ein fehlender Verweis auf die notwendige Rechtsgrundlage.

    Die Verkehrsminister der Länder verlangten eine schnelle Entscheidung über den Umgang mit den neuen Regeln, die im Prinzip seit April in Kraft sind. Man brauche Klarheit und Rechtssicherheit, sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Rehlinger, nach einer Telefonkonferenz mit ihren Kollegen. Derzeit seien die Positionen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich.

  • BerlinMerkel und Rutte rufen in Corona-Krise zu Reformen der EU auf

    Bundeskanzlerin Merkel hat die Europäer zu einem mutigen Reformkurs aufgerufen, um gestärkt aus der Corona-Krise zu kommen.

    Hilfen, die nicht mit Reformen und einer Ausrichtung auf die Zukunft verbunden seien, würden letztlich nichts nützen, sagte die Kanzlerin in Berlin vor einem Gespräch mit dem niederländischen Premierminister Rutte. Nach dieser Krise würden mit Sicherheit die Karten neu gemischt, betonte Merkel. Man werde schauen, wer den Menschen in seinen Ländern wirklich besser Wohlstand garantieren könne. Und das gehe nur mit einer wettbewerbsfähigen, zukunftsfähigen Wirtschaft.

    Rutte sagte, die Corona-Pandemie habe großen Schaden angerichtet. Es sei jetzt ganz wichtig, den Schlag, den Europa erlitten habe, gemeinsam zu meistern. Er betonte ebenfalls, ein europäischer Wiederaufbaufonds müsse mit Reformen einhergehen.

    Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs wollen Ende kommender Woche versuchen, eine Einigung über die EU-Finanzen bis 2027 und den Wiederaufbaufonds zu finden. Es geht um ein Volumen von insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro.

  • SiemensAktionäre stimmen für Abspaltung des Energie-Geschäfts

    Die Aktionäre von Siemens haben der Abspaltung des Energie-Geschäfts zugestimmt.

    Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung per Internet stimmten mehr als 99 Prozent für die Trennung der Siemens Energy vom Siemens Konzern. Im September gehen die Papiere an die Börse. Vorstandschef Kaeser sagte, mit der Abtrennung des Energiebereichs entstehe ein neues Unternehmen. Gleichzeitig werde der etablierte Siemens-Konzern auf die Chancen und Herausforderungen der industriellen Digitalisierung ausgerichtet.

  • GerichtsurteilUS-Justiz erhält Einblick in Trumps Finanzunterlagen

    Der Oberste Gerichtshof der USA hat der Staatsanwaltschaft in New York Einsicht in Steuererklärungen von Präsident Trump erlaubt.

    Dabei geht es um Dokumente seines längjährigen Steuerberaters Mazars. Zur Begründung erklärte der Supreme Court, der Präsident genieße keine absolute Immunität.

    Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft wird der Kongress allerdings vorerst keinen Einblick in die angeforderten Dokumente bekommen. Hier verwies der Gerichtshof den Rechtsstreit zurück an ein Gericht unterer Instanz. Mehrere Ausschüsse des von den oppositionellen Demokraten kontrollierten Repräsentantenhauses hatten unter anderem von der Deutschen Bank Finanzunterlagen zu Trump angefordert.

    Hintergrund sind Ermittlungen um eine mutmaßliche Schweigegeldzahlung an die Pornodarstellerin Stormy Daniels, die nach eigenen Angaben vor Jahren eine Affäre mit Trump hatte. Außerdem geht es um die früheren Geschäftsbeziehungen Trumps zu Russland. Die demokratische Politikerin Harris nannte das heutige Urteil einen großen Sieg. Niemand stehe über dem Gesetz - auch nicht der Präsident der Vereinigten Staaten. Trump selbst sprach von politischer Verfolgung.

  • Mallorca, Ibiza und MenorcaAuf den Balearen gilt ab dem Wochenende auch Maskenpflicht im Freien

    Die Balearischen Inseln, zu denen auch Mallorca und Ibiza gehören, führen eine Maskenpflicht im Freien ein.

    Das haben die Behörden auf den Balearen beschlossen. Die neue Regel soll ab dem Wochenende gelten. Die Chefin der örtlichen Gesundheitsbehörde sagte, möglicherweise werde auch die Zahl der Menschen begrenzt, die sich im Freien treffen dürften. Vorher waren auf Mallorca und Ibiza neue Corona-Ausbrüche gemeldet worden.

    In Katalonien gilt schon seit heute eine verschärfte Maskenpflicht. Hier müssen jetzt alle Personen ab sechs Jahren in der Öffentlichkeit einen Mund- und Nasenschutz tragen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 100 Euro. Im übrigen Spanien gilt eine Maskenpflicht im Freien nur dann, wenn die vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten werden können.

  • IndymediaVerfassungsschutz stuft linksextreme Internet-Plattform als Verdachtsfall ein

    Der Verfassungsschutz hat die Internet-Plattform "de.Indymedia" als Verdachtsfall im Bereich des Linksextremismus eingestuft.

    Das teilte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Haldenwang, in Berlin mit. Zur Begründung führte seine Behörde unter anderem an, dass nach den Zusammenstößen zwischen Autonomen und der Polizei in Leipzig in der Nacht zum 1. Januar auf der Website versucht worden sei, die Gewalt zu rechtfertigen.

    Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte im vergangenen Januar das Verbot der Internet-Plattform "Linksunten.Indymedia" bestätigt. Das Bundesinnenministerium hatte seinerzeit gegen die Betreiber ein Vereinsverbot ausgesprochen und die Internetseite offline genommen. Haldenwang sagte, die Aktivitäten hätten sich zuletzt von dieser Plattform hin zur "de.Indymedia" verlagert. Hier werden unter anderem Aufrufe zu Aktionen und Bekennerschreiben veröffentlicht.

    Bei einem Verdachtsfall gibt es "hinreichend gewichtige tatsächliche Anhaltspunkte" für verfassungsfeindliche Bestrebungen. Das bedeutet, dass der Geheimdienst personenbezogene Daten auswerten und speichern kann. Unter strengen Voraussetzungen können auch nachrichtendienstliche Mittel eingesetzt, also heimlich Informationen beschafft, werden.

    Bundesinnenminister Seehofer und Haldenwang betonten zwar bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes für 2019 erneut, die größte Gefahr gehe derzeit von Rechtsextremisten aus. Sorgen bereitet den Sicherheitsbehörden jedoch laut Haldenwang auch die nach Einschätzung seiner Behörde zunehmende Gewaltbereitschaft von Linksextremisten.

  • BGH-UrteilHotels dürfen Kinder als Gäste ablehnen

    Ein Wellness- und Tagungshotel für Erwachsene darf Kinder und Jugendliche generell als Gäste ablehnen.

    Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Die Richter in Karlsruhe räumten ein, dass die Betroffenen wegen ihres Alters zwar benachteiligt würden. Es gebe für die unterschiedliche Behandlung aber einen sachlichen Grund, weshalb sie gerechtfertigt sei.

    Geklagt hatte eine Familie mit fünf Kindern. Sie berief sich auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und wollte eine Entschädigung. Das von der Familie gewählte Hotel nimmt nur Gäste ab 16 Jahren auf und lehnte die Familie mit dieser Begründung ab. Dagegen ist nach Auffassung des BGH nichts einzuwenden.

    Die Familie war mit ihrer Klage schon in den Vorinstanzen gescheitert. Der BGH wies nun auch die Revision zurück.

    Az. VIII ZR 401/18

  • Covid-19Schweizer Studie: Ältere kommen besser mit Corona-Krise klar

    Eigentlich dachte man, dass die Corona-Pandemie besonders hart für die älteren Bürger ist - doch eine Studie aus der Schweiz zeigt, dass das gar nicht stimmen muss.

    Das Forschungsinstitut Sotomo hatte Ende Mai für die schweizerische Kampagne "Wie gehts dir?" fast 10.000 Personen in der deutschsprachigen Schweiz befragt, wie sie in der Pandemie zurechtkommen. Nun wurden die Resultate vorgestellt, über die der "Tages-Anzeiger" aus Zürich berichtet: 59 Prozent der über 65-Jährigen gaben darin an, dass sich die Krise nicht negativ oder sogar positiv auf ihre Stimmung ausgewirkt habe. Unter dieser Gruppe sind demnach auch die Dankbarkeit, die Zufreidenheit und das Interesse am stärksten gewachsen. Vielen wurde demnach bewusst, wie privilegiert sie als Schweizer sind.

    Bei den 15- bis 24-Jährigen hingegen machten nur 40 Prozent positive Angaben zur Krise. Zwar sei bei ihnen auch die Dankbatkeit gestiegen, zugleich aber auch der Stress und der Druck.

    Eine Sprecherin der an der Studie beteiligten Experten sagte, die Jüngeren seien von der Krise eher erschüttert. Die Älteren dgagene - vor allem die Älteren. Gerade die Kriegsgeneration habe mehr Ausnahmesituationen erlebt und verfüge über mehr Erfahrungen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Massenveranstaltungen: Demos und ähnliches haben die Infektionszahlen offenbar kaum beeinflusst
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    + Tests: Wo man sich testen lassen kann
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  • StraßenverkehrLänderminister fordern rechtliche Klarheit über Bußgeldkatalog

    Die Verkehrsminister der Länder verlangen von der Bundesregierung eine schnelle Entscheidung über den Umgang mit dem neuen Bußgeldkatalog, der seit April in Kraft ist.

    Man brauche Klarheit und Rechtssicherheit, sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Rehlinger, nach einer Telefonkonferenz mit ihren Kollegen. Derzeit seien die Positionen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich.

    Das Bundesverkehrsministerium hatte vor einer Woche eingeräumt, dass die in der neuen Straßenverkehrsordnung vorgesehenen Fahrverbote wahrscheinlich nichtig sind. Grund dafür sei ein fehlender Verweis auf die notwendige Rechtsgrundlage. 14 von 16 Bundesländern wenden deshalb anstelle des neuen Bußgeldkatalogs wieder den alten an. In einer Novelle werden die umstrittenen Fahrverbote bei Geschwindigkeitsüberschreitungen um 21 bzw. 26 Kilometern pro Stunde vorausichtlich wieder zurückgenommen.

  • JZHelpOpferverein wirft Zeugen Jehovas Verstoß gegen Menschenrechte und die Verfassung vor

    Der Opferhilfe-Verein JZhelp hat die Bundesregierung aufgefordert, die staatliche Anerkennung der Zeugen Jehovas als Religionsgemeinschaft zu überdenken.

    Die Sekten-Expertin und Vorstandsmitglied des Vereins, Spiess, sagte dem Deutschlandfunk, die Anerkennung der Zeugen Jehovas als Körperschaft des öffentlichen Rechts beziehungsweise als Religionsgemeinschaft setze Verfassungstreue voraus. Dies sei allerdings nicht gewährleistet, wenn man den Umgang der Zeugen Jehovas mit ehemaligen Mitgliedern betrachte. So habe ein Schweizer Gericht festgestellt, dass die von der Gemeinschaft praktizierte Ächtung von Mitgliedern eine Art "Mobbing" sei, das zumindest im Ansatz als menschenrechtsverletzend bezeichnet werden kann. Das Gericht hatte außerdem festgestellt, dass auch Kinder und Jugendliche von Ächtung betroffen seien, so Spiess. Genau das war jedoch ein vom Bundesverwaltungericht im Jahr 2001 formuliertes Ausschlusskriterium für die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

    Die Sekten-Expertin beruft sich auf ein Urteil des Bezirksgerichts Zürichs. Demnach darf das Vorgehen der Glaubensgemeinschaft "Zeugen Jehovas" gegenüber ehemaligen Mitgliedern in der Schweiz als Verstoß gegen die Menschenrechte und als Verstoß gegen die Schweizer Verfassung bezeichnet werden. Damit sprach das Gericht die Sekten-Expertin Spiess vom Vorwurf der üblen Nachrede frei. Sie hatte in einem Interview mit dem Schweizer "Tages-Anzeiger" gesagt, dass das "von oben verordnete Mobbing" bei den Zeugen Jehovas gegen die Menschenrechte und die Schweizer Verfassung verstößt.

    Urteil: GG180259 vom 9. Juli 2019.

  • Oury JallohJustizbeamte verweigern Befragung zu Fall Jalloh im Rechtsausschuss

    Die vereinbarte Befragung von Richtern und Staatsanwälten zur Aufklärung des in Polizeigewahrsam gestorbenen Asylbewerbers Oury Jalloh wird möglicherweise nicht stattfinden.

    Die Richter und Staatsanwälte seien nicht dazu bereit, sich vor dem Rechtsausschuss befragen zu lassen, sagten Mitglieder des Rechtsausschusses in Magdeburg. Ob die Befragungen nun überhaupt noch stattfinden können, blieb zunächst unklar.

    Der Asylbewerber Jalloh war am 7. Januar 2005 in seiner Zelle verbrannt. Die genauen Umstände konnten bisher trotz zweier Gerichtsprozesse nicht geklärt werden. Seit zwei Jahren untersuchen zwei externe Berater für den Rechtsausschuss die juristische Aufarbeitung des ungeklärten Todesfalls. Im Rahmen dieser Aufarbeitung sollten sie auch beteiligte Richter und Staatsanwälte befragen.

  • EnergiegewinnungUN-Generalsekretär fordert Abkehr von Kohle-Strom nach Corona-Krise

    Die Konjunkturprogramme zur Bewältigung der Corona-Krise sollten nach Auffassung von UNO-Generalsekretär Guterres auf einen weltweiten Klimaschutz ausgerichtet werden.

    Die Kohle-Verstromung beispielsweise habe keinen Platz in den Covid-19-Plänen, sagte Guterres bei einer Konferenz der Internationalen Energieagentur. In fast allen Märkten seien erneuerbare Energien wirtschaftlicher. "Grüne" Arbeitsplätze, so Guterres, und nachhaltiges Wachstum seien entscheidend.

    Die EU sowie Südkorea haben bereits entschieden, dass sie den Neustart der Wirtschaft klimafreundlich ausrichten wollen. Auch Deutschland setzt in seinem nationalen Programm auf erneuerbare Energien und klimafreundliche Projekte. In den USA hat die Rolle der Kohle in den letzten Jahren aus wirtschaftlichen Gründen bereits abgenommen.

    Eine Reihe von Schwellenländern setzt aber weiter auf die Kohle. China betonte zwar bei der Konferenz, das Land wolle eine saubere und effiziente Energieversorgung. Einer Studie zufolge hat China derzeit allerdings Kohlemeiler mit einer Leistung wie die gesamte Kohlekraft-Kapazität der USA.

  • BulgarienNeue Einschränkungen wegen steigender Corona-Zahlen

    Wegen steigender Corona-Zahlen hat die Regierung in Bulgarien bereits aufgehobene Einschränkungen wieder eingeführt.

    Damit bleiben Diskotheken, Bars und Nachtclubs geschlossen. Fußballspiele und andere Turniere müssen ohne Publikum ausgetragen werden. Zuletzt hatten Fans im Fußballstadion in Sofia bei einem Pokalspiel die Corona-Schutzregeln grob verletzt.

    Nach Angaben des bulgarischen Gesundheitsministeriums haben sich innerhalb der letzten 24 Stunden insgesamt 240 Personen mit dem Corona-Virus neu infiziert. Damit sei die kritische Marke von 200 pro Tag überschritten, hieß es.

  • Coronavirus-PandemieWHO setzt unabhängiges Prüfgremium ein

    Nach der Kritik an ihrem Umgang mit der Coronavirus-Pandemie setzt die Weltgesundheitsorganisation WHO ein unabhängiges Prüfgremium ein.

    Das Mandat des Gremiums solle in Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten ausgearbeitet werden, teilte WHO-Chef Tedros in Genf mit. Den Vorsitz sollten die frühere neuseeländische Ministerpräsidentin Clark und Liberias frühere Präsidentin Johnson Sirleaf übernehmen.

    Insbesondere die US-Regierung hatte der WHO vorgeworfen, zu spät über das neuartige Coronavirus informiert und zu China-freundlich agiert zu haben. Inzwischen haben die USA offiziell ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation erklärt. Er wird in einem Jahr rechtskräftig. Bundesgesundheitsminister Spahn äußerte sein Bedauern darüber und betonte, die weltweite Infektionsdynamik zeige, wie wichtig ein koordiniertes Vorgehen sei. Die EU-Staaten würden sich dafür einsetzen, weitere Reformen bei der WHO anzustoßen.

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  • Freikirchliche Gemeinde in NRWWenige positive Corona-Tests

    Nach den Corona-Infektionen in einer freikirchlichen Gemeinde im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen sind nach einem Massentest nur wenige neue Fälle nachgewiesen worden.

    Von knapp 650 getesteten Personen sei bei 14 das Coronavirus nachgewiesen worden, teilte der Landrat des Kreises, Rosenke, mit. 300 weitere Ergebnisse würden morgen erwartet. Insgesamt sind damit 27 Mitglieder der Mennoniten-Gemeinde an Covid-19 erkrankt. Die Kreisverwaltung hatte nach Bekanntwerden des Ausbruchs die ganze Gemeinde unter Quarantäne gestellt und Tests für die 1.000 Kinder und Erwachsenen angeordnet.

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  • RechtsextremismusKommission des Europarats rät Seehofer zu Rassismus-Studie über Polizei

    Die Rassismus-Kommission des Europarats hat Bundesinnenminister Seehofer aufgefordert, seine Absage an eine Studie zu Rassismus in der Polizei zu überdenken.

    Es gebe Indizien, dass es beim Thema Racial Profiling ein "substanzielles Problem in Deutschland geben könnte", sagte die Kommissions-Vorsitzende Marouda der Berliner taz. Man sei überzeugt, dass es im eigenen Interesse der Polizei sei, sich in eine solche Studie einzubringen.

    Das Bundesinnenministerium und das Bundesjustizministerium hatten eine solche Untersuchung zunächst in Aussicht gestellt. Innenminister Seehofer zog seine Unterstützung vor wenigen Tagen aber wieder zurück. Er verteidigte heute bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts erneut den Verzicht und argumentierte, es müsse vermieden werden, bestimmte Berufsgruppen zu stigmatisieren.

  • Linken-Politikerin RennerVerfassungsschutzbericht "kommt zu spät"

    Die Linken-Politikerin Renner hat gewürdigt, dass der neue Verfassungsschutzbericht den Rechtsextremismus als größte Gefahr für Deutschland benennt.

    Renner sagte im Deutschlandfunk, es sei wichtig, endlich klar zu sagen, wo die gravierendste Bedrohung für Demokratie und Menschenrechte derzeit liege. Allerdings komme der Bericht, den Innenminister Seehofer und Verfassungsschutz Präsident Haldenwang heute in Berlin vorgestellt hätten, zu spät. Seit seiner Erstellung seien unter anderem der rechtsextreme Anschlag in Hanau passiert und rechte Umtriebe im KSK bekannt geworden. Für die Politik sei der Bericht keine geeignete Arbeitsgrundlage mehr, sagte die Linkenpolitikerin.

    Aus dem Dokument geht hervor, dass die Zahl politisch motivierter Straftaten in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gestiegen ist. Der Verfassungsschutz zählte 2019 mehr als 22.300 Taten mit rechtsextremistischem Hintergrund, ein Anstieg um fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem wurden über 6.400 Taten von Linken registriert, was sogar einem Plus von rund 40 Prozent entspricht. Allerdings ging unter den Delikten insgesamt die Zahl der Gewalttaten zurück.

  • WildbienenEU-Rechnungshof fordert mehr Schutz für wilde Bestäuber

    Der Europäische Rechnungshof hat die von der EU unternommenen Anstrengungen zum Erhalt der Artenvielfalt als unzureichend kritisiert.

    Die in der Biodiversitäts-Strategie bis 2020 getroffenen Maßnahmen seien für den Schutz von wilden Bestäubern wie Bienen, Wespen, Schmetterlingen und bestimmten Käfern weitgehend wirkungslos, heißt es in dem Bericht. Die Rechnungsprüfer machen dafür die Agrarpolitik der EU verantwortlich. Intensive Landwirtschaft und der Pestizideinsatz bedrohten die Insekten, die nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Produktion hochwertiger Lebensmittel wichtig seien. Spezielle Schutzmaßnahmen gebe es nur für Honigbienen. Die in Luxemburg ansässigen Rechnungsprüfer forderten die EU-Kommission auf, dem Schutz wilder Bestäuber im Klima- und Umweltschutzprogramm "Green Deal" mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

  • Covid-19Konzern will Produktion von Corona-Medikament Remdesivir massiv steigern

    Der US-Biotechkonzern Gilead will die Produktion seines Medikaments Remdesivir zur Behandlung von Corona-Patienten deutlich ausweiten.

    Die Monatsproduktion könnte von aktuell 190.000 Behandlungseinheiten auf zwei Millionen gesteigert werden, sagte eine Sprecherin des Konzerns der "WirtschaftsWoche". Die erhöhte Menge solle auch Deutschland zugute kommen. Man sei dazu in Gesprächen mit der Bundesregierung. Welches Land wieviel bekomme, solle auf Basis der Neuinfektionen pro Land entschieden werden, teilte das Unternehmen mit.

    Remdesivir gilt als eines von wenigen wirksamen Mitteln bei der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Es kann Studien zufolge den Krankenhausaufenthalt um einige Tage verkürzen. Es ist das bislang einzige in Europa zugelassene Medikament zur Behandlung von Corona-Patienten.

    Der Konzern Gilead war in die Kritik geraten, weil das Unternehmen fast sein gesamtes Remdesivir-Angebot über die nächsten drei Monate den USA zugesichert hat.

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  • EuGHAuch bei illegal hochgeladenen Inhalten müssen Online-Portale keine IP-Adressen herausgeben

    Youtube und andere Online-Portale müssen nach EU-Recht keine E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder IP-Adressen von Nutzern herausgeben, auch wenn diese Filme illegal hochgeladen haben.

    Das geht aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg hervor. Die Firma Constantin Film Verleih wollte Auskünfte über drei Personen erzwingen, die Filme illegal verbreitet hatten. Der Filmverleih verlangte daraufhin von Youtube und dessen Mutterkonzern Google Auskünfte über die Nutzer. Der Bundesgerichtshof bat den EuGH, das einschlägige EU-Gesetz zum Recht des geistigen Eigentums auszulegen. Der Richtlinie zufolge können Gerichte anordnen, dass "Namen und Adressen" mitgeteilt werden müssen, wenn jemand das Recht des geistigen Eigentums verletzt. Nach dem EuGH schließt das aber nicht E-Mail-Adressen, Telefonnummern und IP-Adressen ein.

    EU-Staaten dürfen allerdings unter bestimmten Umständen durchaus weitergehende Ansprüche im nationalen Recht verankern, stellte das Luxemburger Gericht klar.

    (AZ: C-264/19)

  • EU-ParlamentNeue Regeln für Fernfahrer beschlossen

    Das Europaparlament hat umfassende neue Regeln für Fernfahrer beschlossen.

    Dabei geht es um geregeltere Ruhezeiten, mehr Zeit zu Hause und eine fairere Bezahlung. Die Europaabgeordneten stimmten einem Reformpaket zu, auf das sich die zuständigen EU-Minister nach jahrelangen Verhandlungen im April verständigt hatten.

    Nach Angaben des Europaparlaments können rund 3,6 Millionen Lkw-Fahrer von den Reformen profitieren. Sie dürfen die reguläre wöchentliche Ruhezeit - in der Regel sind das zwei freie Tage - nicht mehr in der Fahrerkabine verbringen. Außerdem bekommen sie das Recht, spätestens nach drei Wochen Arbeit nach Hause zu fahren. Unternehmen müssen ihre Fahrpläne dementsprechend organisieren. Können die Fahrer ihre Ruhepause nicht zu Hause verbringen, muss der Arbeitgeber für die Kosten einer Unterkunft aufkommen. Zudem sollen die Gehälter von Fahrern durch Regeln zur Entsendung EU-weit angepasst werden.

  • EuGH-UrteilGeschädigte im Dieselskandal dürfen in Heimat klagen

    Geschädigte des VW-Abgasskandals außerhalb Deutschlands dürfen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs in ihrem Land auf Schadenersatz klagen.

    Die Verbraucher müssten nicht in Deutschland, wo Volkswagen seinen Sitz hat, vor Gericht ziehen, entschieden die Luxemburger Richter. Sie könnten stattdessen im Land des Autokaufs Klage erheben.

    Hintergrund ist der Fall von mehr als 500 VW-Kunden in Österreich, deren Sammelklage vor dem Landesgericht Klagenfurt anhängig ist. Normalerweise müsste eine Klage in demjenigen Staat eingereicht werden, in dem der Beklagte seinen Sitz hat. Deshalb hatte das österreichische Gericht beim EuGH angefragt, ob es überhaupt zuständig ist.

    Die Luxemburger Richter entschieden nun grundsätzlich, dass in Fällen wie dem VW-Abgasskandal eine Ausnahme von den gängigen gerichtlichen Zuständigkeiten vorliegt. Der Ort der Verwirklichung des Schadens liege im konkreten Fall in Österreich.

  • RechtsextremismusRamelow sieht Struktur "bis in staatliche Stellen hinein"

    Thüringens Ministerpräsident Ramelow sieht rechtsextreme Tendenzen bis hinein in die deutschen Sicherheitsbehörden.

    Man erlebe eine Form der Duldung, Unterstützung und möglicherweise auch Mittäterschaft, sagte der Linken-Politiker dem Südwestrundfunk. Deshalb sei es nötig, die Augen aufzumachen und zu sagen, dass die Struktur bis in die staatlichen Stellen hineinreiche. Ramelow kritisierte die Absage von Bundesinnenminister Seehofer an eine wissenschaftliche Studie über Rassismus in der Polizei.

  • Druck von TrumpUS-Gesundheitsbehörde lockert Leitfaden für Schulöffnung

    Auf Druck von US-Präsident Trump hin wird die US-Gesundheitsbehörde CDC ihre Empfehlungen für die Wiedereröffnung von Schulen in der Corona-Krise lockern.

    Vizepräsident Pence sagte bei einer Pressekonferenz der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses: "Der Präsident hat heute gesagt, dass wir keine zu strengen Leitlinien wollen. Deshalb wird CDC nächste Woche einen neuen Satz an Maßnahmen herausgeben". Entscheidungen sollten aber weiterhin von Bundesstaaten und Gemeinden getroffen werden, fügte Pence hinzu. CDC-Direktor Robert Redfield betonte zudem, es handele sich um einen Leitfaden und nicht um verbindliche Bestimmungen.

    Trotz rapide steigender Fallzahlen dringt Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bewirbt, auf eine Öffnung der Schulen im Land nach den Sommerferien. Er stimme mit den "sehr strengen Richtlinien" der Gesundheitsbehörde CDC nicht überein. Diese enthalten unter anderem Hinweise zur Reinigung von Räumlichkeiten und zur Wahrung von physischer Distanz. Für den Fall, dass die Schulen weiterhin geschlossen bleiben, drohte Trump Bundesstaaten mit einem Entzug von Bundesmitteln. Einzelheiten nannte er nicht.

  • GriechenlandHunderte Migranten werden zum Festland gebracht

    Die griechische Regierung hat seit Beginn dieses Monats 784 Migranten von der Insel Lesbos aufs Festland gebracht.

    Dies solle zur Entlastung der überfüllten Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis beitragen, heißt es. Bereits im Juni waren mehr als 2.100 Personen zum Festland gebracht worden. Nach Angaben des Migrationsministeriums befinden sich erstmals seit mehreren Monaten weniger als 15.000 Menschen in und um das Lager von Moria auf Lesbos. Ende März lebten dort noch knapp 19.000 Migranten.

  • Statistisches BundesamtDeutsche Exporte nehmen im Mai um 9 Prozent zu

    Die deutschen Exporte sind im Mai trotz der Corona-Krise gestiegen.

    Sie legten saisonbereinigt gegenüber dem April um neun Prozent zu, wie das
    Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Jahresvergleich werden die Auswirkungen der Pandemie auf die deutsche Exportwirtschaft aber sehr deutlich: Gegenüber dem Mai 2019 gingen die Ausfuhren um 26,8 Prozent zurück.

    Die Tourismusbranche ist ebenfalls schwer von der Coronakrise getroffen. Trotz erster Lockerungen des Beherbergungsverbots lag die Zahl der Übernachtungen im Mai um 75 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Auch hier waren die Zahlen aber besser als im April dieses Jahres.

    Noch keine sichtbaren Auswirkungen hat die Rezession auf die Zahl der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen. Diese gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat um gut 13 Prozent zurück. Ein wichtiger Grund dafür ist jedoch, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist.

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  • LibyenGuterres warnt vor Eskalation

    UNO-Generalsekretär Guterres hat sich besorgt über eine mögliche Eskalation des Konflikts um die libysche Stadt Sirte geäußert.

    Die Lage an der dortigen Front sei zwar in den vergangenen Wochen recht ruhig gewesen, doch werde um die Stadt immer mehr Militär zusammengezogen, sagte Guterres dem UNO-Sicherheitsrat. Es gebe ein noch nie dagewesenes Maß an direkter Einmischung aus dem Ausland. Von der Türkei unterstützte regierungstreue Kräfte stünden etwa 25 Kilometer vor Sirte.

    Die für den Ölexport wichtige Stadt wird derzeit von den Truppen des Milizenführers Haftar kontrolliert. Dieser wird von Russland, Ägypten und Frankreich unterstützt. Die Türkei, Italien und Katar stehen an der Seite der libyschen Regierung. Ägypten hat gedroht, direkt in die Kämpfe einzugreifen, falls die Regierung Sirte attackiert.

  • Italien"Sea-Watch 3" darf wegen Mängeln nicht mehr auslaufen

    Italienische Behörden haben ein Fahrverbot für das deutsche Rettungsschiff "Sea-Watch 3" verhängt.

    Das Schiff ankert derzeit vor dem sizilianischen Porto Empedocle. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums stellte die Küstenwache bei einer Inspektion technische und operative Mängel fest. Diese beeinträchtigten die Sicherheit des Schiffs sowie der Besatzung und der geretteten Migranten. Weiter beanstandeten die Kontrolleure einige Verstöße gegen Umweltschutzbestimmungen.

    Die Betreiber der "Sea-Watch 3" sprachen von "offensichtlicher Schikane". Das Schiff sei in einem guten Zustand und es gehe nur darum, Seenotrettung zu verzögern.

    Die "Sea-Watch 3" hatte Ende Juni mehr als 200 Flüchtlinge nach Porto Empedocle gebracht, die dort auf einer Passagierfähre in Quarantäne kamen. Im vergangenen Jahr war die "Sea-Watch 3" bereits mehrere Monate von italienischen Justizbehörden beschlagnahmt worden.

  • JapanInfektionszahlen in Tokio bedrohen Ausrichtung der Olympischen Spiele

    Japans Hauptstadt Tokio hat den höchsten Wert an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Spätestens hier wirft das die Frage auf: Können die ohnehin bereits auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele überhaupt stattfinden?

    Die Behörden Tokios bestätigten heute 224 neue Infektionsfälle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Schon seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai steigen die Ansteckungs-Zahlen wieder. Die Regierung hatte den Notstand damals mit der Begründung aufgehoben, dass die Pandemie so gut wie unter Kontrolle sei. Doch nun schüren die aktuellen Zahlen die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle - und damit um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2021.

    Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Japan bisher mehr als 21.100 bestätigte Infektionsfälle, 995 Menschen starben den NHK-Angaben zufolge. Wegen der Krise hatten Japan und das Internationale Olympische Komitee (IOC) Ende März nach langem Zögern die Spiele verschoben. Sie sollen nun vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden, im Anschluss soll es bei den Paralympics um Medaillen gehen.

    Spiele sollen weniger kosten

    Japans Olympia-Organisatoren halten bislang an der Planung für 2021 fest, wollen die Sommerspiele aber einfacher halten als ursprünglich für diesen Sommer geplant. Man wolle die Kosten für die Spiele deutlich reduzieren. Zu konkreten Details der geplanten Vereinfachung der Spiele wollte sich der Chef des japanischen Organisationskomitees, Toshiro Muto, nicht äußern. Die Zahl der Athleten solle aber nicht verändert werden - und auch das wirft Fragen auf.

    Olympische Spiele sind organisatorisch eine andere Herausforderung als ein internationales Fußballturnier. John Coates, Vorsitzender der IOC-Koordinierungskommission für Tokio, wies auf die Größe der Spiele hin. "Wir haben echte Probleme, weil wir Athleten haben, die aus 206 verschiedenen Nationen kommen", sagte das IOC-Mitglied in einer vom australischen Medienkonzern News Corp organisierten Presserunde. Es sei schwierig, zehntausende Menschen zu untersuchen. "Wir haben 11.000 Athleten, 5.000 Offizielle und Trainer, 20.000 Medienvertreter, 4.000 Menschen arbeiten derzeit im Organisationskomitee, und 60.000 Volunteers kommen", zählte Coates auf. Hinzu kommen später mehr als 4.000 paralympische Athleten. Dadurch würden sich für die Organisation der Spiele jede Menge Fragen ergeben.

    Quarantäne für Olympisches Dorf?

    "Stellen wir das Olympische Dorf unter Quarantäne? Müssen alle Athleten in Quarantäne? Beschränken wir die Zuschauerzahl? Trennen wir die Sportler von der Mixed Zone, wo sich die Medien aufhalten?", fragte Coates.

    Angesichts der großen Zahl an beteiligten Menschen wäre ein Impfstoff für Olympia wichtig. Der frühere Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe hegt bereits Zweifel an der Austragung. "Ich glaube, dass man noch in diesem Jahr einen Impfstoff oder ein wirkungsvolles Medikament haben müsste, damit die Spiele im kommenden Jahr stattfinden können", sagte der 30-Jährige vom LAZ Zweibrücken im Eurosport-Podcast.

    Absage kein Tabu mehr

    Sogar die IOC-Führung spekulierte zuletzt über eine Absage. Laut Coates kann selbst die Herstellung eines Impfstoffes die Olympischen Spiele von Tokio eventuell nicht mehr retten.  "Wir können nicht noch einmal verschieben, und wir müssen davon ausgehen, dass es keinen Impfstoff oder nicht genug davon geben wird, um ihn auf der ganzen Welt zu verteilen", warnte Coates.

    IOC-Präsident Thomas Bach hatte die Haltung der lokalen Organisatoren unterstützt, die Spiele von Tokio gänzlich abzusagen, falls der Termin im kommenden Jahr nicht zu halten ist. Auch Geisterspiele will Bach nicht. "Der Olympische Geist beruht auch darauf, die Fans zu vereinen. Dass Fans aus aller Welt gemeinsam in einem olympischen Stadion sind, macht die Spiele so einzigartig", sagte er der BBC. Bereits Ende April hatte Tokios OK-Chef Yoshiro Mori nach einem Gespräch mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe erklärt, dass eine Austragung im Sommer 2021 die einzige Option und eine weitere Verschiebung nicht möglich sei, sofern das Coronavirus weiter eine Gefahr darstelle: "In diesem Fall würden die Spiele abgesagt."

    Die Spiele sollen am 23. Juli eröffnet werden. Doch im Grunde beginnen sie viel früher, denn in den Monaten vorher müssen die Teilnehmer in Qualifikationswettbewerben ermittelt werden. Wie IOC-Mitglied Coates erklärte, wird der Oktober 2020 eine entscheidende Phase sein. Wenn es Anzeichen dafür gebe, dass die Pandemie bis dahin eingedämmt, wenn auch noch nicht ausgerottet sei, werde man damit beginnen, "die verschiedenen Szenarien vorzubereiten, nach denen der Sport stattfinden könnte". Die nun vermeldete Höchstzahl an täglichen Neuinfektionen in Tokio lässt das unwahrscheinlicher wirken.

    Tokioter sind geteilter Meinung

    Die Bürgerinnen und Bürger in Tokio sind zur Frage der Ausrichtung der Spiele einer Umfrage zufolge geteilter Meinung. 51,7 Prozent finden, dass die Spiele und die anschließenden Paralympics entweder abgesagt oder nochmals verschoben werden sollten, wie aus einer Ende Juni veröffentlichten Umfrage der japanischen Tageszeitung "Tokyo Shimbun" unter rund 1.000 Menschen hervorging. 46,3 Prozent wollten dagegen, dass die Spiele im Sommer kommenden Jahres stattfinden.

    Yuriko Koike ist Gouverneurin der Präfektur Tokio, bald muss sie sich einer Wiederwahl stellen. Einer ihrer Mitbewerber ist Taro Yamamoto. "Die Olympischen Spiele sollten abgesagt werden. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Spiele sicher stattfinden können und wir haben noch keinen Impfstoff", sagt Yamamoto. Auch weitere Gegenkandidaten der Amtsinhaberin sprachen sich für eine Absage oder eine weitere Verschiebung aus.

    Diskussion um die Kosten

    In der Diskussion bleibt neben gesundheitlichen Risiken vor allem die Kostenfrage. Nachdem die Spiele ohnehin schon deutlich teurer wurden als veranschlagt, soll nun alleine die Verschiebung auf 2021 bis zu sechs Milliarden Euro kosten - bei denen unklar ist, wer sie trägt. Für das IOC stellt sich bei den Finanzen derweil die Frage, ob die Sponsoren dabei bleiben.

  • ElfenbeinküsteRegierungschef Amadou Gon Coulibaly gestorben

    Der Regierungschef der Elfenbeinküste, Coulibaly, ist tot.

    Der 61-Jährige sei wenige Tage nach seiner Rückkehr von einer medizinischen Behandlung in Frankreich erkrankt, teilte Präsident Ouattara mit. Coulibaly war auch Kandidat der Regierungspartei für die Präsidentschaftswahl im Oktober. Nun ist unklar, wer die Partei bei der Wahl im Herbst vertreten wird. Staatschef Ouattara regiert das Land, seit er in einer von Gewalt überschatteten Wahl 2010 gegen den damaligen Amtsinhaber Gbagbo gewann.

  • HongkongRöttgen fordert mehr Druck auf Peking

    Angesichts der chinesischen Repression in Hongkong hat der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Röttgen, die Bundesregierung aufgefordert, ihre Chinapolitik zu überdenken.

    Hierzulande stehe immer noch die Sichtweise im Vordergrund, China sei ein großer Markt, auf den man Rücksicht nehmen müsse, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Diese Chinapolitik habe in der Vergangenheit getragen, heute tue sie es nicht mehr. Röttgen verwies auf einen zunehmenden geostrategischen Machtanspruch der Volksrepublik. Chinas sogenanntes Sicherheitsgesetz für Hongkong bezeichnete der Außenpolitiker als Unrecht. Damit würden die Freiheit und die Autonomie in der Sonderverwaltungszone unterdrückt. Es liege ganz an Deutschland, dass nun eine europäische Position und Strategie gegenüber China entwickelt würden. Wirtschaftssanktionen schloss Röttgen aus.

    Als Konsequenz auf das chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong haben Länder wie Kanada und Australien bereits angekündigt, die Auslieferungsabkommen mit der Sonderverwaltungszone auszusetzen. Die Führung in Peking forderte die australische Regierung auf, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen.

    Die Asien-Expertin Mareike Ohlberg sagte im Deutschlandfunk, durch das sogenannte Sicherheitsgesetz habe es eine immense Anpassung Hongkongs an China gegeben. Mit dem Gesetz werde versucht, viele Menschen einzuschüchtern. Sie sehe nicht, wie sich die Demokratiebewegung in Hongkong weiter organisieren könne.

  • SyrienMaas: "Russland setzt Menschenleben aufs Spiel"

    Bundesaußenminister Maas hat Russland für eine Verschärfung der humanitären Krise in Syrien verantwortlich gemacht. Der SPD-Politiker sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Blockadehaltung Moskaus und auch Pekings im UNO-Sicherheitsrat setze Menschenleben aufs Spiel. Rund 2,8 Millionen Menschen seien auf die Hilfsgüter der internationalen Gemeinschaft angewiesen.

    Russland und China hatten zuvor im UNO-Sicherheitsrat eine von Deutschland und Belgien initiierte Resolution zur Fortsetzung grenzüberschreitender humanitärer Hilfe in Syrien per Veto blockiert. Das UNO-Hilfsprogramm erlaubt den Vereinten Nationen, wichtige Hilfsgüter über Grenzübergänge auch in jene Teile des Landes zu bringen, die nicht von Machthaber Assad kontrolliert werden. Russland, das Assad unterstützt, und China sind der Ansicht, dass das dadurch die Souveränität Syriens verletzt wird. Bereits im Januar setzte Russland daher durch, dass die Lieferungen statt wie zuvor über vier nur noch über zwei Grenzübergänge kommen. In der Nacht legte Russland nun eine Resolution vor, in der sogar nur noch ein Übergang vorgesehen war. Die Resolution wurde im Sicherheitsrat aber abgelehnt. Mass erklärte dazu, es ergebe schlichtweg keinen Sinn, weiter humanitäre Zugänge zu verringern.

    Wenn bis morgen keine Lösung gefunden wird, läuft die Hilfe aus. Deutschland hat derzeit für einen Monat den Vorsitz im UNO-Sicherheitsrat.

  • RKI442 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 442 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

    Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, waren damit seit Beginn der Coronakrise mindestens 197.783 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. 9.048 mit dem Virus infizierte Menschen seien gestorben, schätzungsweise 183.600 hätten die Infektion überstanden. Damit gibt es rechnerisch derzeit rund 5.100 Fälle in Deutschland.

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  • Covid-19Drei Millionen Corona-Infizierte in den USA

    In den USA breitet sich das Corona-Virus immer weiter aus.

    Offiziell wurden erneut mehr als 59.000 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der an oder mit dem Virus Verstorbenen stieg den zweiten Tag in Folge binnen 24 Stunden um mehr als 900. Die Vereinigten Staaten verzeichnen insgesamt über drei Millionen Infizierte und 132.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

    Die Behörden in der Stadt Tulsa sehen einen Zusammenhang zwischen dem dort gemeldeten Anstieg der Infektionsfälle und der jüngsten Wahlkampfkundgebung von US-Präsident Trump. Der Direktor des Gesundheitsamts von Tulsa County sagte, es sei mehr als wahrscheinlich, dass die Zunahme der Ansteckungen mit mehreren Großereignissen vor etwas mehr als zwei Wochen in Verbindung stehe.

    Präsident Trump dringt dennoch auf eine baldige Öffnung der Schulen. Einrichtungen, in denen das nicht geschieht, drohte er, die finanziellen Mittel zu kürzen. Vizepräsident Pence kündigte an, die Gesundheitsbehörde CDC werde neue Richtlinien für die Wiederöffnung der Schulen ausgeben.

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  • Pkw-MautScheuer blockiert Einsetzung von Ermittlungsbeauftragtem

    Bundesverkehrsminister Scheuer lehnt die Einsetzung eines unabhängigen Ermittlers zur Aufklärung des Debakels um die Pkw-Maut ab.

    Das meldet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf den Vorsitzenden des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, Schiefner. Der SPD-Politiker sagte dem Blatt, der Minister wolle ein verfassungsrechtliches Gutachten abwarten. Dieses solle bis Ende August vorliegen. Politiker von FDP, Linken und Grünen hatten verlangt, einen unabhängigen Ermittler einzusetzen, der auch Scheuers E-Mail-Postfach im Abgeordnetenbüro durchsehen soll.

    Der CSU-Politiker steht wegen der gescheiterten Pkw-Maut in der Kritik. Hintergrund ist, dass Scheuer schon 2018 Verträge zur Erhebung der Maut geschlossen hatte, noch bevor endgültige Rechtssicherheit bestand. Im Juni 2019 kippte der Europäische Gerichtshof die Pläne, weil sie ausländische Autofahrer diskriminierten.

  • ChinaAustralien setzt Auslieferungs-Abkommen mit Hongkong aus

    Aus Sorge über das chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong hat auch Australien eine Auslieferungsvereinbarung mit der Sonderverwaltungszone ausgesetzt.

    Das neue Gesetz stelle eine fundamentale Änderung der Sachverhalte dar, sagte Premierminister Morrison in Canberra. Er stellte den Bürgern Hongkongs, die durch die chinesische Regelung gefährdet sein könnten, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in Australien in Aussicht.

    Die Beziehungen zwischen Australien und seinem wichtigsten Wirtschaftspartner China sind derzeit angespannt. Die australische Regierung fordert eine unabhängige internationale Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus in China. Peking wirft Australien seinerseits Spionage vor und hat chinesische Studenten und Touristen vor Reisen in das Land gewarnt.

  • MedienberichtTodesdrohungen gegen Linken-Politikerin weisen auf Verbindungen zur Polizei hin

    Bei den rechtsextremen Todesdrohungen gegen die Linken-Politikerin Janine Wissler gibt es einem Zeitungsbericht zufolge Verbindungen zur hessischen Polizei.

    Die Drohungen seien vermutlich durch Abfragen von einem Dienstcomputer der Polizei vorbereitet worden, meldet die "Frankfurter Rundschau". Demnach wurden von einem Polizeicomputer in Wiesbaden private Daten von Wissler, die Fraktionsvorsitzende der Linken im hessischen Landtag ist, abgefragt. Kurz darauf habe sie zwei Schreiben mit Beschimpfungen und Drohungen erhalten, die mit "NSU 2.0" unterzeichnet waren, so die "FR". Die Schreiben hätten persönliche Daten enthalten, die nicht öffentlich zugänglich seien. Die Abkürzung "NSU" steht für den Nationalsozialistischen Untergrund, der zwischen 2000 und 2007 zehn Morde in Deutschland verübt hatte.

    Weiteres Drohschreiben an Wissler

    Das hessische Innenministerium und die Frankfurter Staatsanwaltschaft wollten sich der Zeitung zufolge aus ermittlungstaktischen Gründe nicht dazu äußern. Inzwischen traf laut der "Frankfurter Rundschau" ein weiteres Drohschreiben mit der Unterschrift "NSU 2.0" bei Wissler ein. Die beiden vorherigen Mails waren laut der "FR" gespickt mit rechtsextremen Bezügen und enthielten Grußformeln wie "Sieg Heil" und "Heil Hitler".

    Ähnlichkeiten zum Fall der bedrohten Anwältin Basay-Yildiz

    Die Schreiben an Wissler ähneln den Morddrohungen gegen die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, deren Verfasser die Polizei seit zwei Jahren nicht ermitteln konnte. Die Drohschreiben waren damals ebenfalls mit "NSU 2.0" unterzeichnet. Neben massiven Beleidigung hatte es darin auch geheißen, dass man die kleine Tochter der Frau – so wörtlich – abschlachten werde.

    Diese Drohschreiben enthielten Hinweise, dass der oder die Täter aus der hessischen Polizei stammen. In den Texten wurden besondere Ausdrücke verwendet, die nach der damaligen Einschätzung des hessischen Landeskriminalamtes auf Insiderwissen der Polizei hindeuteten. Staatsschützer hatten seinerzeit entdeckt, dass von einem Dienstcomputer im ersten Frankfurter Polizeirevier die Melderegister-Einträge von Basay-Yildiz abgerufen worden waren. Bis heute ist der Verdacht nicht ausgeräumt, dass Polizeibeamte mit den Drohschreiben zu tun gehabt haben könnten. Basay-Yildiz vertrat im NSU-Prozess die Opferfamilien.

    Die Frankfurter Rundschau hatte bereits vor knapp einer Woche berichtet, dass die Drohschreiben an die Linken-Politikerin Wissler Hinweise darauf lieferten, dass der Absender identisch mit dem Täter sein könnte, der die Anwältin Basay-Yildiz bedroht. Die Linken im hessischen Landtag hatten damals im Fall Basay-Yildiz eine Sondersitzung des Innenausschusses zu dem Fall beantragt. Die Linken-Politikerin Wissler forderte damals Innenminister Beuth auf, über diese "unglaublichen Vorgänge" zu informieren.

  • Überschwemmungen in JapanZahl der Todesopfer steigt

    In Japan dauern die schweren Unwetter an.

    Die Zahl der Todesopfer stieg auf mindestens 62, wie der japanische Fernsehsender NHK meldete. Die Einsatzkräfte, die vom Militär unterstützt werden, setzten ihre Suche nach Vermissten fort. Es gebe jedoch kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. Hunderttausende Menschen waren aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

    Schwere Regenfälle hatten in den Provinzen Kumamoto und Kagoshima Überflutungen und Erdrutsche ausgelöst. Inzwischen sind auch weite Gebiete im Westen und Osten Japans von den Unwettern betroffen.

  • SerbienWieder Ausschreitungen in Belgrad

    In der serbischen Hauptstadt Belgrad ist es den zweiten Tag in Folge zu Ausschreitungen gekommen.

    Zunächst friedliche Demonstrationen gegen den Umgang der Regierung mit der Coronavirus-Krise schlugen in Gewalt um. Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten. Die Beamten setzten erneut Tränengas ein. Zuvor hatte Präsident Vucic den Verzicht auf eine angekündigte Ausgangssperre wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in Aussicht gestellt. Er betonte aber, dass es schärfere Einschränkungen geben werde als zuletzt.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Massenveranstaltungen: Demos und ähnliches haben die Infektionszahlen offenbar kaum beeinflusst
    + Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum

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  • Oktoberfest-AttentatBundesregierung will Opfer entschädigen

    Die Bundesregierung will die Opfer des Oktoberfest-Attentats von 1980 entschädigen.

    Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums sagte der Zeitung "Taz", das Leid der Betroffenen sollte weitere Anerkennung durch den Staat erfahren. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Generalbundesanwalt eine rechtsextremistische Motivation der Tat festgestellt habe. Es gebe Gespräche über eine Solidarleistung an die Opfer, sagte der Sprecher weiter.

    Die Bundesanwaltschaft hatte erklärt, es gebe keine Ermittlungsansätze mehr zu dem Attentat. Die Untersuchungen waren vor mehr als fünf Jahren erneut aufgenommen und jetzt eingestellt worden. Anders als ursprünglich geht die Bundesanwaltschaft nun von einem rechtsextremistischen Motiv des Attentäters Gundolf Köhler aus. Dieser hatte am Abend des 26. Septembers 1980 am Haupteingang zum Oktoberfest eine Bombe gezündet. Außer dem Täter wurden 12 Besucher getötet, mehr als 200 Menschen wurden verletzt.

  • TönniesBehörden beraten über Wiederaufnahme des Produktionsbetriebs

    Nach der coronabedingten Schließung des Hauptstandorts des Fleischkonzerns Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück wollen die Behörden heute über die Wiederaufnahme des Produktionsbetriebs beraten.

    Tönnies hat ein neues Hygienekonzept vorgelegt. Nun werde geprüft, ob dadurch ein weiterer Ausbruch des Virus verhindert werden könne, teilte die Stadt mit. Gestern hatte der Bürgermeister von Rheda-Wiedenbrück bereits eine Ausnahmegenehmigung erteilt, um erste Teilbereiche des Unternehmens wieder zu öffnen. So dürfen Verwaltungsangestellte an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Auch die Kita auf dem Werksgelände ist wieder geöffnet.

    Nach Angaben von Tönnies wird anfangs zunächst nur ein kleinerer Teil der rund 400 Verwaltungsmitarbeiter wieder an den Arbeitsplatz in das Werk zurückkehren, da sich viele noch in Quarantäne befinden. Im Juni hatten sich mehr als 1.500 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

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  • CoronakriseFinnland lässt Reisende aus Deutschland wieder ins Land

    Bundesbürger und Staatsangehörige einiger anderer Staaten dürfen ab der kommenden Woche wieder nach Finnland reisen.

    Die Regierung in Helsinki hob die in der Corona-Krise erlassenen Einreisebeschränkungen für mehrere Länder mit vergleichbar niedrigen Infektionszahlen auf, darunter neben Deutschland auch Österreich, Italien, die Niederlande und die Schweiz. Für Bürgerinnen und Bürger aus Schweden sowie anderen EU-Staaten wie Portugal, Spanien und Frankreich bleiben die finnischen Grenzen dagegen geschlossen, wie Innenministerin Ohisalo am Abend mitteilte.

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  • EU-SpitzenFinanzstreit soll beim Gipfel nächste Woche beigelegt werden

    Angesichts der schweren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise streben Bundeskanzlerin Merkel und die EU-Spitzen eine rasche Einigung beim milliardenschweren Wiederaufbaufonds an.

    Es sei von wesentlicher Bedeutung, dass sich die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Sondergipfel in der kommenden Woche verständigten, hieß es in einer Erklärung der EU-Kommission. Merkel hatte am Abend in Brüssel Kommissionspräsidentin von der Leyen, Parlamentspräsident Sassoli und Ratspräsident Michel getroffen. Dabei ging es um den nächsten Sieben-Jahres-Haushalt der EU und den von der Kommission vorgeschlagenen 750 Milliarden Euro umfassenden Hilfsfonds. Bisher liegen die Positionen der 27 EU-Mitgliedstaaten dazu noch weit auseinander. Deutschland kommt während seiner EU-Ratspräsidentschaft eine Vermittlerrolle zu.

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  • Nach AufsichtsratssitzungFührungsfrage bei der Commerzbank weiter offen

    Bei der Commerzbank hat es noch keine Entscheidung über die Neubesetzung der Führungsspitze gegeben.

    Nach einer ganztägigen Sitzung des Aufsichtsrats teilte das Geldinstitut mit, das Kontrollgremium habe einvernehmlich die Aufhebung des Vertrags von Vorstandschef Zielke beschlossen. Der 57-Jährige werde bis zur Berufung eines Nachfolgers die Geschäfte der Bank weiterführen und spätestens zum 31. Dezember aus dem Amt scheiden. Zielke und Aufsichtsratschef Schmittmann hatten am Freitag ihren Rücktritt angekündigt. Auch die Nachfolge Schmittmanns blieb offen.

    Beide Manager reagierten mit ihrem Rückzug auf Kritik von Investoren - namentlich des Großaktionärs Cerberus. Der US-Fonds hatte der Konzernführung vorgeworfen, über Jahre eklatant versagt zu haben. Cerberus ist mit gut fünf Prozent zweitgrößter Aktionär der Commerzbank, nach dem deutschen Staat, der seit der Rettung des Instituts mit Steuermilliarden in der Finanzkrise 2009 größter Anteilseigner mit 15,6 Prozent ist.

  • HauptversammlungDaimler kündigt verschärfte Sparmaßnahmen an

    Angesichts eines deutlichen Absatzrückgangs wegen der Coronakrise hat der Autohersteller Daimler verschärfte Sparmaßnahmen angekündigt.

    Vorstandschef Källenius sprach auf der virtuellen Hauptversammlung in Stuttgart von konstruktiven Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern. Einzelheiten nannte er nicht. Vorstand und Aufsichtsrat hielten zugleich daran fest, den Anteilseignern für das vergangene Geschäftsjahr eine Dividende zu zahlen.

    Der PKW-Absatz von Mercedes-Benz war nach Konzernangaben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um knapp 19 Prozent gesunken auf rund 870.000 Fahrzeuge.

  • WetterIm Norden Schauer, im Süden erst heiter, dann Gewitter

    Das Wetter: Nachts in der Nordhälfte überwiegend stark bewölkt, gebietsweise Regen. In der Südhälfte gering bewölkt und trocken. Tiefstwerte 18 bis 9 Grad. Am Tag im Norden und in der Mitte dichte Bewölkung, zunehmende Schauer und Gewitter. Im Süden zunächst heiter, im Tagesverlauf Quellbewölkung und am Nachmittag teils kräftige Gewitter. Temperaturen von Nordwesten nach Südosten 16 bis 32 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Samstag meist locker bewölkt mit llängeren sonnigen Abschnitten. Im Norden einzelne Schauer, im Süden und Osten Bayerns Regen. 17 bis 23 Grad.

  • CoronavirusZelt, Wohnwagen, Ferienhaus: Wie der Urlaub 2020 aussehen könnte

    Die Sommerferien sind in den ersten Bundesländern bereits gestartet. Doch welcher Urlaub ist in diesem Sommer während der Corona-Pandemie möglich? Innerhalb der EU ist fast alles möglich. Am sichersten ist es nach Einschätzung des Virologen Schmidt-Chanasit wohl in Deutschland.

    Urlaub im europäischen Ausland

    Grundsätzlich ist der Urlaub im europäischen Ausland seit dem 15. Juni wieder möglich. Mit dem Stichtag wurde die von der Bundesregierung verhängte Reisewarnung für 31 europäische Staaten aufgehoben. Für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union verlängerte die Bundesregierung die Reisewarnung für Touristen bis zum 31. August, darunter ist auch die Türkei.

    Virologe rät eher zu Urlaub in Deutschland

    Der Hamburger Virologe Schmidt-Chanasit hält die Lockerung angesichts eines überschaubaren Infektionsgeschehens in den meisten EU-Staaten für vertretbar. Wer seinen Urlaub in Deutschland verbringe, habe allerdings eine wesentlich höhere Sicherheit, falls eine Infektion auftrete, sagte Schmidt-Chanasit im Deutschlandfunk. Das deutsche Gesundheitssystem ermögliche die beste Diagnostik und Behandlung.

    Die Regelungen in einzelnen Ländern

    Ob der Sommerurlaub wirklich stattfinden kann, dürfte auch an den Regelungen der Urlaubsländer selbst hängen.

    Spanien Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts ist aufgehoben. Auch die Quarantänepflicht gilt nicht mehr. Nach Mallorca und auf die anderen Balearen-Inseln sind bereits die ersten von bis zu 10.900 Urlaubern aus Deutschland aufgebrochen: Sie machen eine Art Testlauf für den Sommerurlaub in Corona-Zeiten.

    Die Corona-Lage in Italien, das viele Todesopfer zu beklagen hat, hat sich nach Einschätzung des Auswärtigen Amts inzwischen verbessert. Regionale Hotspots seien noch die Lombardei, gefolgt von Piemont, Emilia Romagna und Venezien. Insgesamt läuft der Tourismus langsam wieder an. Hotels melden wieder Buchungen - auch wenn längst noch nicht alles offen ist.

    Frankreich: Die Einreise aus Deutschland ist wieder ohne besonderen Reisegrund möglich. Die Grenzkontrollen sind aufgehoben. In Frankreich haben Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser für Urlauber wieder geöffnet.

    Österreich: Das Land hat alle Einreisebeschränkungen gegenüber ihren Nachbarstaaten aufgehoben. Das Tragen von Mund- und Nasenschutz ist nur noch in Bussen und Bahnen, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie für Angestellte in manchen Dienstleistungsberufen Pflicht. Sonderregeln gibt es für Menschen aus dem Kreis Gütersloh. Wegen der dort angestiegenen Infektionszahlen müssen Urlauber bei der Einreise nach Österreich einen negativen Corona-Test vorhalten können. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein.

    Dänemark knüpft Reisen an die Bedingung, dass mindestens sechs Übernachtungen außerhalb Kopenhagens stattfinden. Ausgenommen von der Regelung sind Deutsche, die ein Sommerhaus in Dänemark besitzen. Das gleiche gilt für Menschen, deren Partner oder Partnerin in Dänemark lebt – allerdings muss die Beziehung schon länger als sechs Monate andauern.

    Mit einem Sommerurlaub in Norwegen dürfte es nach jetzigem Stand schwierig werden. Die Einreise aus Deutschland ist noch nicht ohne weiteres möglich. Es gilt eine zehntägige Quarantäne. Bis zum 20. Juli will die Regierung das Vorgehen überprüfen. In Finnland ist die Einreise für Touristen aus Deutschland ebenfalls noch nicht erlaubt. Die Reisewarnung für Schweden wird aufrechterhalten,weil das Land die Neuinfiziertenzahl von weniger als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen überschritten hat. Die Grenzen sind für EU-Bürger jedoch geöffnet.

    Einreisende nach Großbritannien müssen nach Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne. Verstöße werden mit einem hohen Bußgeld bestraft. Die britische Regierung will mit der neuen Regelung eine zweite Pandemie-Welle verhindern. Das Auswärtige Amt empfiehlt deshalb, nicht ins Vereinigte Königreich zu reisen - ebensowenig nach Irland. Auch in Irland gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden. Zudem ist auch die Bewegungsfreiheit innerhalb des Landes stark eingeschränkt.

    Die Lage außerhalb Europas

    Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für nicht-europäische Länder bis Ende August verlängert. Ausnahmen sind möglich, wenn die Länder bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu zählen etwa die Entwicklung der Infektionszahlen und die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems. Generell abgeraten wird weiterhin von Kreuzfahrten.

    Die USA haben ihrerseits im März einen Einreisestopp für Europäer erlassen. Wie lange dieser bestehen bleibt, lässt Präsident Trump bislang offen.

    Auch andere außereuropäische Länder - darunter Israel, Australien, Brasilien und Indien - haben ihre Grenzen für Ausländer weitgehend geschlossen. In anderen Ländern gelten Einreiseverbote für Reisende aus Risikogebieten oder strenge Quarantäne-Vorschriften nach der Einreise. Im Einzelnen informieren die Internetseiten der Botschaften.

    Ungeachtet der in Deutschland gültigen Reisewarnung gibt es kein Verbot für Auslandsreisen. Das Auswärtige Amt erklärte zudem, dass die Auslandsvertretungen deutsche Staatsangehörige in Notlagen auch weiterhin unterstützen. Allerdings werde es keine weiteren Rückholaktionen wie im März und April geben.

    Auswirkungen auf die Reisewirtschaft

    Die Reisebüros und Reiseveranstalter in Deutschland befürchten angesichts der Situation große Probleme. 60 Prozent der Unternehmen in der Tourismusbranche sehen sich laut einer Umfrage des Deutschen Reiseverbandes unmittelbar von der Insolvenz bedroht. Der Reiseanbieter TUI hat im Mai den Abbau von weltweit 8.000 Stellen angekündigt. Experten der Reisebranche befürchten, dass sich das Kreuzfahrt-Urlaubsgeschäft nur schwer von der Corona-Krise erholen wird.

    Über die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die europäische Reisebranche berichtet auch "Politico". Demnach arbeiten europaweit rund elf Prozent der Arbeitnehmer in der Tourismusbranche. Nach Angaben der EU-Kommission ist der Tourismussektor der am schwersten betroffene Wirtschaftszweig in der Corona-Krise. Industriekommissar Breton bezifferte die geschätzten Einnahmeverluste der kommenden Monate kürzlich auf 50 Prozent für Hotels und Restaurants, 70 Prozent für Reiseveranstalter und Reisebüros und 90 Prozent für Kreuzfahrt- und Fluggesellschaften.

    (Stand: 29.06.2020)

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  • CoronavirusDie aktuellen Reiseregelungen in Deutschland

    Die Urlaubsplanung ist in diesem Jahr schwierig, viele beliebte internationale Ziele womöglich wegen der Coronakrise unerreichbar. Für Ferien innerhalb Deutschlands gibt es inzwischen aber wieder viele Möglichkeiten.

    In allen Bundesländern kann man wieder in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen übernachten. Eine Sonderregelung gilt für Menschen aus einem Kreis mit hohem Infektionsgeschehen: Sie dürfen nur dann in einem Hotel untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie nicht angesteckt sind. Darauf haben sich Bund und Länder nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischunternehmen Tönnies verständigt.

    Strenge Hygienevorschriften

    Oftmals ist der Wellness-Bereich von Hotels von der Öffnung ausgenommen. In Bayern hat es darüber sogar Streit vor Gericht gegeben. Auf das Frühstücksbuffet muss man zudem meist verzichten, stattdessen wird das Essen von Kellnern an den Tisch gebracht. Nur Nordrhein-Westfalen und Hessen erlauben die Selbstbedienung. Aber nicht alles, was erlaubt ist, wird auch überall umgesetzt. Es empfiehlt sich daher, vor der Reise beim betreffenden Hotel Auskünfte einzuholen.

    Selbstredend muss man sich überall an Hygienevorschriften halten - die wiederum von Bundesland zu Bundesland variieren können.

    Restaurants sind ebenfalls in allen 16 Bundesländern geöffnet, meistens auch Kneipen. Unterschiede gibt es zuweilen bei den Öffnungszeiten. Bars, also Betriebe, die vor allem auf das Ausschenken an der Theke ausgerichtet sind, müssen in Bayern und Hamburg noch geschlossen bleiben.

    Organisierte Urlaubsreisen mit dem Reisebus sind überall erlaubt. Freizeitparks und Freibäder dürfen öffnen.

    Was geht wo?

    Links zu Tourismus-Informationen aus den einzelnen Bundesländern haben wir hier für Sie zusammengestellt:

    Baden-Württemberg
    Bayern
    Berlin
    Brandenburg
    Bremen
    Hamburg
    Hessen
    Mecklenburg-Vorpommern
    Niedersachsen
    Nordrhein-Westfalen
    Rheinland-Pfalz
    Saarland
    Sachsen
    Sachsen-Anhalt
    Schleswig-Holstein
    Thüringen

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  • Covid-19Diese Corona-Regeln gelten beim Reisen mit der Bahn und Flugzeugen

    Vor dem Beginn der Corona-Krise hoffte die Reisebranche auf ein Rekordjahr - die Fluglinien ebenso wie die Deutsche Bahn. Nun sind die ersten Ferienflieger wieder unterwegs, Reisewarnungen sind aufgehoben und die Bahn nähert sich dem Normalfahrplan. Aber welche Regeln gelten, um eine Ansteckung der Reisenden mit dem Coronavirus zu verhindern?

    Welche Regelungen gelten bei der Deutschen Bahn?

    Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist laut Bahn aktuell in allen Fern- und Regionalverkehrszügen Pflicht, ebenso wie auf Bahnhöfen und an Haltestellen. Ausnahmen gibt es im Fernverkehr lediglich für Kinder unter sechs Jahren und für Menschen, die essen oder trinken. Die Einhaltung der Pflicht wird allerdings nicht immer ausreichend kontrolliert, zudem können Bahnbegleiter nur ermahnen und kein Bußgeld oder ähnliches verhängen. Das Abstandsgebot von 1,5 Meter ist in Bahnen, S-Bahnen und Bussen kaum einzuhalten und wird in den entsprechenden Verordnungen der Bundesländer offiziell ausgenommen. Deshalb setzt die Deutsche Bahn neben der Maskenpflicht auch auf die verstärkte Lüftung und Reinigung der Züge und auf Desinfektionsspender in Waschräumen.

    Die Bahn appelliert zudem an Fahrgäste, möglichst nicht zu Hauptverkehrszeiten zu fahren, sondern auf andere Zeiten und Tage auszuweichen. Online wird die erwartete Auslastung bei der Buchung angegeben.

    Welche Regeln sollen im Luftverkehr gelten?

    Die EU hat Leitlinien zu Flugreisen während der Corona-Pandemie vorgelegt. Danach sollen Passagiere und Bordpersonal medizinische Schutzmasken tragen – und zwar vom Betreten des Flughafens bis zum Erreichen des Reiseziels. Die Masken sollen alle vier Stunden gewechselt werden. Zudem empfehlen die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde die Abstandsregeln „im Rahmen des Möglichen“ einzuhalten. Dazu soll möglichst ein Sitz pro Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug freigelassen werden.

    Die Internationale Luftverkehrsvereinigung hat sich bereits gegen solche Abstandsregelungen ausgesprochen. Sie argumentiert, dass Fliegen dann nicht mehr wirtschaftlich wäre. Eine Maskenpflicht haben aber mehrere Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa, bereits festgelegt. Die genauen Vorgaben nach Verkehrsmittel müssen nationale Behörden machen.

    Das Bundesverkehrsministerium will mit verschiedenen Vorgaben für mehr Abstand an Flughäfen sorgen. An Schaltern und Automaten zum Einchecken sowie bei Sitzgelegenheiten sollen Markierungen einen Abstand von 1,50 Metern anzeigen. Um Warteschlangen zu vermeiden, sollen möglichst viele Schalter öffnen. Bei Warteschlangen sollen Bänder sicherstellen, dass der Abstand auch seitlich eingehalten wird. Für das Einsteigen ins Flugzeug soll in der Phase der Wiederaufnahme des Verkehrs möglichst auf Vorfeldbusse verzichtet werden.

    Wie soll eine Ansteckung in Flugzeugen verhindert werden?

    Abgesehen von einer Maskenpflicht an Bord müssen sich Reisende auch auf weitere Änderungen anstellen. So wird aktuell debattiert, ob noch Speisen und Getränke ausgegeben werden dürfen. Nach Angaben des Dachverbands der Fluggesellschaften ist aber im Gespräch, zumindest auf Langstreckenflügen vorher ganz verpackte Mahlzeiten auszugeben.

    Die Fluggesellschaften lehnen eine mögliche Pflicht zum Freilassen von Sitzplätzen ab. Obligatorisch Zwischenplätze freizuhalten würde die Kapazität bei steigender Nachfrage begrenzen, sodass die angeschlagenen Airlines mehr Mühe hätten, Geld zu verdienen, so das Argument.

    Die Klimaanlagen sollen die Luft an Bord so gut filtern, wie es in Krankenhäusern üblich ist. Lufthansa oder Ryanair erklärten, dies sei schon der Fall. Die Airlines argumentieren, die vertikale Belüftung jedes einzelnen Sitzplatzes verringere schon in Verbindung mit den Schutzmasken die Ansteckungsgefahr ausreichend. Ein enges Aufeinandertreffen, etwa beim Schlangestehen vor der Flugzeugtoilette, soll aber vermieden werden.

    (Stand 07.06.2020)

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