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  • AfD-ParteitagUmstrittene Meuthen-Rede im Mittelpunkt

    Die gestrige umstrittene Rede des AfD-Kovorsitzenden Meuthen beschäftigt auch heute den Bundesparteitag der AfD im nordrhein-westfälischen Kalkar. Der Kreisvorstand Freiburg hat beantragt, dass die Äußerungen des Bundesvorsitzenden von den 600 Delegierten missbilligt werden, da sie spalterisch seien. Diesen Vorwurf hatte gestern bereits der AfD-Fraktionsvorsitzende Gauland erhoben.

    Meuthen hatte die Partei in seiner Rede davor gewarnt, mit einem immer agressiveren Auftreten Wähler zu verschrecken. Außerdem wandte er sich gegen den Begriff einer "Corona-Diktatur", den unter anderem Gauland verwendet hat.

    Der Parteitag, der unter strengen Hygieneauflagen stattfindet, verabschiedete gestern das erste Renten- und Sozialkonzept der Partei. Zudem wurden drei Posten im Bundesvorstand mit Kandidaten neu besetzt, die eher dem gemäßigten Lager zugerechnet werden. Das Spitzengremium will heute seinen Tätigkeitsbericht vorstellen.

  • US-PräsidentschaftswahlTrump scheitert erneut mit Einspruch in Pennsylvania

    US-Präsident Trump ist ein weiteres Mal mit dem Versuch gescheitert, das Wahlergebnis im Bundesstaat Pennsylvania juristisch anzufechten.

    Das dortige oberste Gericht wies einen Antrag von Trumps Anwälten zurück, alle Briefwahlstimmen zu annulieren - oder gleich sämtliche in dem Bundesstaat abgegebenen Stimmen für ungültig zu erklären und das Parlament über den Wahlsieger entscheiden zu lassen. Die Richter wiesen dies als den Versuch zurück, die 6,9 Millionen Wähler in Pennsylvania zu entrechten. Das Trump-Lager hatte argumentiert, die 2019 beschlossene Ausweitung der Briefwahl in dem Bundesstaat sei verfassungswidrig.

    Die Anwälte des Präsidenten sind bereits mehrfach mit Einsprüchen in Pennsylvania gescheitert. Dort hat laut offiziellem Wahlergebnis der Demokrat Biden knapp gewonnen. Der Bundesstaat stellt bei der Abstimmung über den künftigen Präsidenten 20 Wahlleute.

  • RKIEtwa 14.600 Corona-Neuinfektionen registriert

    Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut heute 14.611 neue Corona-Infektionen gemeldet.

    Das sind 1.130 Fälle weniger als am letzten Sonntag. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche mit 23.648 registrierten Ansteckungen erreicht worden. Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland rund 1.043.000 Infektionsfälle festgestellt.

    Wie das RKI weiter mitteilte, stieg die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind, binnen 24 Stunden um 158 auf insgesamt 16.123.

    An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 28.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • CoronaBundespräsident: Pandemie wird uns Zukunft nicht nehmen

    Bundespräsident Steinmeier hat der Bevölkerung zum Beginn der Adventszeit Mut zugesprochen.

    Obwohl wegen der Corona-Krise zunächst weiter Verzicht gefragt sei, könne Deutschland voller Zuversicht sein, schrieb das Staatsoberhaupt in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag". Denn die Fortschritte der medizinischen Forschung gäben Hoffnung, dass die Pandemie nicht dauerhaft den Alltag beherrsche. Steinmeier lobte das Verhalten der Bevölkerung in der Krise seit dem Frühjahr. Rücksicht und Solidarität der überwältigenden Mehrheit der Deutschen zeigten, dass die Gesellschaft zusammenhalte, auch wenn die Zeiten rauer seien, betonte der Bundespräsident.

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  • Covid-19Auch Hotels in Mecklenburg-Vorpommern an Weihnachten für Familienbesuch geöffnet

    Nach mehreren anderen Bundesländern hat auch Mecklenburg-Vorpommern entschieden, dass Hotels über die Feiertage Übernachtungen für Familienbesuche anbieten dürfen.

    Nach Angaben von Wirtschaftsminister Glawe gilt das vom 23. Dezember bis 1. Januar. Maximal drei Übernachtungen seien dann erlaubt, sagte er nach einem Treffen der Landesregierung mit Vertretern von Wirtschaft, Kommunen und Verbänden.

    Auch Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen und Berlin haben bereits angekündigt, über die Festtage Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben - entgegen einer Empfehlung aus dem Kanzleramt. In anderen Bundesländern dauern die Beratungen darüber noch an.

    In Berlin gibt es von heute an neue Kontaktbeschränkungen für private Treffen. Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf maximal fünf Personen des eigenen und eines weiteren Haushalts beschränkt. Bisher galt eine Obergrenze von zehn Personen. Kinder bis 12 Jahren sind davon ausgenommen.

  • AfghanistanMehr als 25 Tote bei Selbstmordanschlag

    Bei einem Selbstmordanschlag sind in Afghanistan mehr als 25 einheimische Sicherheitskräfte getötet worden.

    Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf afghanische Behörden. Der Attentäter sprengte sich demnach mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug vor einem Armeestützpunkt in der Stadt Ghasni in die Luft. Mindestens 17 Menschen wurden verletzt. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff. Ghasni ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Osten Afghanistans. Dort gibt es regelmäßig Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den radikalislamischen Taliban. In Afghanistan hatte die Gewalt zuletzt erheblich zugenommen, obwohl die Taliban und die afghanische Regierung gerade Friedensverhandlungen führen. Dort gibt es nach Angaben beider Seiten erstmals Fortschritte.

  • Jungen UnionKuban stellt sich zur Wiederwahl

    Die Junge Union kommt heute online zu ihrem Jahrestreffen zusammen.

    Der Vorsitzende der Jugendorganisation von CDU und CSU, Kuban, stellt sich zur Wiederwahl. Auch über den Rest des Bundesvorstands wird abgestimmt. Zudem diskutieren die 300 Delegierten über einen Leitantrag zum Thema Lernen und Arbeiten im digitalen Zeitalter. Als Gastredner im Livestream werden die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer und der CSU-Vorsitzende Söder erwartet, ebenso Bundestagsfraktionschef Brinkhaus, Bildungsministerin Karliczek und Gesundheitsminister Spahn. - Die Junge Union hat etwa 100.000 Mitglieder.

  • Proteste in FrankreichInnenminister verurteilt Ausschreitungen

    Frankreichs Innenminister Darmanin hat die Ausschreitungen am Rande der landesweiten Proteste gegen Polizeigewalt verurteilt. Die Angriffe auf Polizisten seien inakzeptabel, schrieb Darmanin auf Twitter. 37 Beamte seien verletzt worden. In Paris hatten einige Gruppen von Demonstranten Barrikaden errichtet und Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen.

    Die Polizei setzte Blendgranaten und Tränengas ein. Allein in der Hauptstadt beteiligten sich rund 46.000 Menschen an den Demonstrationen, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Innenministerium meldet. Neun Personen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen. Kundgebungen gab es unter anderem auch in Lille, Rennes und Straßburg.

    Auslöser war ein in dieser Woche veröffentlichtes Video, auf dem zu sehen ist, wie ein schwarzer Musikproduzent von drei Polizisten zusammengeschlagen wird. Der Vorfall rückte auch einen Gesetzentwurf in den Vordergrund, demzufolge es verboten werden soll, Bilder von Polizisten in bestimmten Situationen zu verbreiten. Die Demonstranten kritisieren das als Eingriff in die Pressefreiheit.

  • BalkanMontenegro und Serbien weisen jeweils Botschafter aus

    Montenegro und Serbien haben jeweils den Botschafter des anderen Landes ausgewiesen.

    Grund ist ein Streit über Äußerungen des serbischen Botschafters in Montenegro über eine im Jahr 1918 abgehaltene Versammlung, bei der die Vereinigung Montenegros mit Serbien beschlossen worden war. Der Botschafter hatte das Ereignis als "Befreiung" für die damals in Montenegro lebenden ethnischen Serben bezeichnet. Daraufhin wurde er von der montenegrinischen Regierung nun zur "Persona non grata" erklärt, weil er sich in die inneren Belange des Landes eingemischt habe. Serbien wies als Reaktion den Botschafter Montenegros aus.

    Das montenegrinische Parlament hatte die Beschlüsse von 1918 in einer symbolischen Resolution im Jahr 2018 für nichtig erklärt. Montenegro hatte sich 2006 von Serbien abgespalten, doch die Debatte über die nationale Identität des kleinen Balkanstaats dauert bis heute an. Knapp 30 Prozent der rund 620.000 Einwohner des Landes sind ethnische Serben.

  • Covid-19Bund zahlt laut Bericht zehn Milliarden Euro zu viel an Corona-Hilfen

    Der Bund zahlt den von der Coronakrise betroffenen Betrieben laut einem Pressebericht etwa zehn Milliarden Euro mehr als eigentlich notwendig.

    Die "Welt am Sonntag" schreibt, die betroffenen Betriebe verdienten dank der November- und Dezemberhilfen des Staates häufig mehr Geld, als sie einnähmen, wenn sie geöffnet hätten. Dies gilt demnach vor allem für die Gastronomie und das Veranstaltungsgewerbe. Die Zeitung beruft sich dabei auf Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft. Dieses geht davon aus, dass bei den betroffenen Branchen im Durchschnitt die Hälfte der Kosten gar nicht anfallen, wenn die Betriebe geschlossen sind. Der Bund zahlt den Unternehmen jeweils drei Viertel des Umsatzes aus dem Vergleichsmonat 2019.

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  • CoronaLambrecht: Entschädigungen bis zum Ende der Auflagen geboten

    Bundesjustizministerin Lambrecht hält staatliche Entschädigungszahlungen an die Wirtschaft für rechtlich geboten, bis die strikten Corona-Auflagen aufgehoben werden.

    Entsprechend äußerte sich die SPD-Politikerin in der Zeitung "Welt am Sonntag". Zugleich räumte sie ein, dass auch die finanziellen Möglichkeiten des Bundes nicht grenzenlos seien. Die Bekämpfung der Pandemie sei eine gesamtstaatliche Aufgabe, die von Bund und Ländern gemeinsam zu stemmen sei, betonte die Ministerin. Lambrecht stellte sich damit an die Seite von Unionsfraktionschef Brinkhaus von der CDU. Dieser hatte ebenfalls eine finanzielle Beteiligung der Länder gefordert. Dagegen reagierte Hessens Ministerpräsident Bouffier - ebenfalls CDU - ablehnend. In den Zeitungen der Funke-Mediengruppe verwies er darauf, dass allein sein Bundesland zwölf Milliarden Euro bereitgestellt habe. Der Ruf, die Länder sollten mal was tun, sei sachlich völlig unbegründet, kritisierte Bouffier.

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  • NigeriaBoko-Haram-Kämpfer töten zahlreiche Menschen

    Kämpfer der Islamistengruppe Boko Haram haben im Nordosten Nigerias mehr als 40 Landarbeiter getötet.

    Der Vorfall habe sich in der Nähe der Stadt Maiduguri ereignet, teilte der Sprecher einer örtlichen Bürgerwehr mit. Mehrere Menschen sollen entführt worden sein. Der nigerianische Präsident Buhari verurteilte den Angriff und sprach von einem sinnlosen Töten. Boko Haram will im Nordosten des westafrikanischen Landes einen islamistischen Staat errichten.

  • ÄgäisBundespolizei bei fragwürdigem Einsatz gegen Migranten

    An einem umstrittenen Einsatz gegen Migranten in der Ägäis sind laut Medienberichten auch Bundespolizisten beteiligt gewesen.

    Das Magazin "Der Spiegel" und das ARD-Fernsehen zitieren aus einem Schreiben des Chefs der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Leggeri, an die EU-Kommission, aus dem dies hervorgehe. Das Bundesinnenministerium bestätigte, dass deutsche Kräfte bei dem fraglichen Einsatz vor Ort waren. Es soll sich um einen so genannten "Pushback" gehandelt haben. Dabei werden Migranten, die mit Booten die EU erreichen wollen, auf offene See zurückgedrängt. Das ist nach internationalem Recht verboten.

    Der menschenrechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Schwabe, forderte einen Rückzug der Bundespolizei aus der Ägäis. Er sagte, Deutsche dürften sich auf keinen Fall an Pushbacks beteiligen, auch nicht indirekt.

  • ÄrmelkanalMehr Polizei und Überwachung gegen illegale Migranten

    Großbritannien und Frankreich wollen die illegale Migration über den Ärmelkanal mit stärkerer Polizeipräsenz und mehr Überwachung stoppen.

    Darauf einigten sich die britische Innenministerin Patel und ihr französischer Kollege Darmanin, wie das Innenministerium in London mitteilte. Demnach soll die Zahl französischer Streifenpolizisten an Stränden im Norden des Landes verdoppelt werden. Außerdem ist der Einsatz von Drohnen und anderen Überwachungssystemen geplant. Das Ziel sei, die Ärmelkanal-Route für Menschenschmuggler unrentabel zu machen.

    In diesem Jahr haben laut einer Statistik der britischen Nachrichtenagentur PA bereits mehr als 8.000 Migranten den Ärmelkanal überquert, um Großbritannien zu erreichen.

  • FilmgeschichteDarth-Vader-Darsteller Prowse ist tot

    Der Darsteller der Star-Wars-Figur "Darth Vader", Prowse, ist tot.

    Der britische Schauspieler starb Medienberichten zufolge im Alter von 85 Jahren. Seine Körpergröße von rund zwei Metern soll Prowse zu seiner Rolle als Darth Vader verholfen haben. 1977 erschien der erste "Star Wars"-Film mit dem Titel "Krieg der Sterne". Darth Vader steht in der berühmten Filmreihe auf der dunklen Seite der Macht und ist Gegenspieler des Helden Luke Skywalker.

  • LondonZahlreiche Festnahmen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen

    In London sind bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen nach Angaben der Polizei mehr als 150 Menschen festgenommen worden.

    Demnach zogen Teilnehmer zumeist ohne Masken und Abstand durch die Innenstadt. Es kam mehrfach zu Zusammenstößen mit der Polizei.

    In England gilt wegen der hohen Infektionszahlen ein Teil-Lockdown. Die Bürger dürfen ihr zu Hause nur aus triftigen Gründen verlassen, etwa um zur Arbeit oder zum Einkaufen zu gehen. Demonstrationen sind nicht erlaubt.

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  • ÄthiopienMilitäroperation in Tigray laut Regierung abgeschlossen

    Die Militäroffensive in der äthiopischen Region Tigray ist abgeschlossen.

    Das teilte Ministerpräsident Abiy auf Twitter mit. Die Armee brachte nach eigenen Angaben die Regional-Hauptstadt Mekele vollständig unter ihre Kontrolle. Dort leben rund 500.000 Menschen. Armeechef Berhanu erklärte, man habe das Stadtzentrum mit Waffen und schwerer Artillerie angegriffen und den Flughafen, den Sitz der Regionalregierung sowie wichtige Einrichtungen besetzt. Man suche nun nach den Anführern der aufständischen Volksbefreiungsfront TPLF. Diese gab bislang keine Erklärung ab.

    Unabhängig sind die Angaben kaum zu überprüfen, weil Internet- und Telefonverbindungen nach Tigray weitgehend unterbrochen sind.

    Äthiopien wurde jahrzehntelang von der aus Tigray stammenden TPLF dominiert, bis Abiy vor zwei Jahren Ministerpräsident wurde.

  • IranUNO mahnt nach Attentat auf Atomforscher zur Zurückhaltung

    Nach dem tödlichen Anschlag auf einen iranischen Atomwissenschaftler haben die Vereinten Nationen die Konfliktparteien im Nahen Osten zur Zurückhaltung aufgerufen.

    Ein Sprecher sagte, eine Eskalation der Spannungen in der Region müsse verhindert werden. Die UNO verurteile alle Morde oder außergerichtlichen Tötungen.

    Auch die Bundesregierung äußerte sich besorgt. Das Auswärtige Amt erklärte in Berlin, durch die Tötung des Atomforschers Fachrisadeh spitze sich die Lage in der Region erneut zu.

    Fachrisadeh war am Freitag bei einem gezielten Anschlag in der Nähe von Teheran getötet worden. Der iranische Präsident Ruhani beschuldigte Israel und die USA, für die Tat verantwortlich zu sein. Er kündigte Vergeltung an.

  • TürkeiMehr als 600 Festnahmen wegen Terrorvorwürfen

    Im Zuge eines Anti-Terror-Einsatzes haben die türkischen Sicherheitsbehörden in den vergangenen Tagen mehr als 640 Menschen festgenommen.

    Ihnen werden Verbindungen zur verbotenen kurdischen Untergrundorganisation PKK nachgesagt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Es habe Razzien in 42 Städten und Provinzen gegeben. Dabei seien Pistolen, Gewehre, Dokumente und Datenträger sichergestellt worden.

    Die PKK wird auch in Europa und den USA als Terrorgruppe eingestuft.

  • AfghanistanFortschritte bei afghanischen Friedensgesprächen

    Mehr als zwei Monate nach Beginn der afghanischen Friedensverhandlungen haben die Konfliktparteien erstmals Fortschritte gemeldet.

    Unterhändler der Taliban und der Regierung hätten in Katar wesentliche Verfahrensfragen geklärt, teilte ein Sprecher der Taliban mit. Kabuls Unterhändler bestätigten die grundsätzliche Zustimmung zur Vereinbarung, offiziell sei sie aber noch nicht. Demnach gibt es eine Einigung auf 21 Grundsätze für die eigentlichen inhaltlichen Verhandlungen.

    Berichte afghanischer Medien über einen Durchbruch hatte die Regierungsseite vor einigen Tagen noch dementiert.

    Die Gespräche über den Friedensprozess in Afghanistan laufen seit Mitte September. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban weiter ab.

  • StuttgartIn zweiter Runde wird neuer Oberbürgermeister gewählt

    Im zweiten Anlauf wird heute in Stuttgart ein neues Stadtoberhaupt gewählt.

    Als Favorit gilt der CDU-Politiker Nopper. Er kam beim ersten Durchgang Anfang November auf 32 Prozent, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Die zweitplazierte Grünen-Kandidatin Kienzle zog sich aus der Abstimmung zurück. Insgesamt stehen heute neun Bewerber zur Wahl, darunter der unabhängige Kandidat Schreier sowie der Stuttgarter Stadtrat Rockenbauch von der linksökologischen Liste. Amtsinhaber Kuhn von den Grünen trat nicht erneut an. Da es die zweite Runde ist, entscheidet die einfache Mehrheit der gültigen Stimmen. Klassische Stichwahlen gibt es in Baden-Württemberg bei Bürgermeisterwahlen nicht.

  • SchweizVolksabstimmung über Firmenhaftung für Verstöße im Ausland

    In der Schweiz entscheiden die Bürger heute über eine strengere Haftung von Unternehmen bei Verstößen im Ausland.

    Diese sollen nach der Gesetzesinitiative etwa für Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer Lieferketten vor Schweizer Gerichten belangt werden können. Umfragen zufolge deutete sich eine Zustimmung an. Die Schweiz müsste dann eines der weltweit schärfsten Lieferkettengesetze einführen. Die Regierung in Bern lehnt den Vorstoß als zu weitreichend ab.

    Bei einer zweiten Volksabstimmung geht es um ein Verbot, Geld in die Produktion von Kriegswaffen zu investieren. Konkret soll etwa der Nationalbank und Stiftungen untersagt werden, Rüstungsfirmen zu finanzieren, beispielsweise durch den Kauf von Aktien.

  • SardinienDrei Tote bei schweren Unwettern

    Bei Überschwemmungen sind auf Sardinien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen.

    Zwei weitere Bewohner der italienischen Mittelmeerinsel werden laut Medienberichten vermisst. Über Sardinien war seit gestern Mittag ein Sturm mit starkem Regen gezogen. Vielerorts brachen Telefon- und Stromleitungen zusammen. Die Zivilschutzbehörde warnte davor, das Haus zu verlassen, da der Wasserstand sich sehr schnell ändern könne.

  • Lottozahlen2 - 13 - 27 - 28 - 35 - 47

    Die Lottozahlen:

    2 - 13 - 27 - 28 - 35 - 47
    Superzahl 8

    Spiel 77: 9 - 8 - 1 - 7 - 6 - 8 - 1
    Super 6: 6 - 6 - 9 - 6 - 7 - 1

    Diese Angaben sind ohne Gewähr.

  • WetterNachts teils klar, teils neblig bei 3 bis -6 Grad

    Das Wetter: In der Nacht teils klar, teils neblig. Tiefsttemperaturen 3 bis minus 8 Grad, örtlich ist Glätte möglich. Am Tage in der Nordosthälfte stark bewölkt, zeitweise etwas Regen oder Schneegriesel. Sonst nach Nebelauflösung meist sonnig. 0 bis 6 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Montag im Osten wechselnd bewölkt, aber kaum Niederschlag. Sonst meist sonnig und trocken bei minus 2 bis 8 Grad.

  • Corona und WinterurlaubWas wird aus der Skisaison?

    Wo darf man im Winter Ski fahren - und ab wann? Deutschland dringt auf eine europäische Lösung - und auf eine Schließung der Skigebiete bis zum 10. Januar. Italien sieht das ähnlich, doch mit Österreich gibt es bereits Streit. Ein Überblick.

    In der Vereinbarung von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie heißt es, touristische Reisen auch ins Ausland seien "unter anderem in Hinblick auf die Skisaison" zu vermeiden. Dann der entscheidende Passus: "Die Bundesregierung wird gebeten, auf europäischer Ebene darauf hinzuwirken, dass bis zum 10. Januar Skitourismus nicht zugelassen wird."

    So formulierte es auch Bundeskanzlerin Merkel am Tag nach dem Treffen noch einmal, ebenso wie Italiens Regierungschef Conte. Hintergrund ist auch der Anfang der Pandemie: Damals war das österreichische Ischgl einer der Hotspots in Europa. Tausende Infektionen sollen auf den Tiroler Wintersportort zurückzuführen sein.

    "Die EU hat keine Skifahr-Kompetenz"

    Inzwischen gibt es wohl erste Gespräche auf europäischer Ebene, worüber auch die BBC berichtet. Doch eine einheitliche europäische Entscheidung dürfte es kaum geben. Martin Selmayr - er ist der Leiter der Kommissions-Vertretung in Österreich - erläuterte, dass all diese Punkte in den Mitgliedstaaten und nicht auf EU-Ebene festgelegt würden. Er schrieb auf Twitter, die EU habe keine Skifahr-Kompetenz. Was koordiniert werden könne, seien nationale Maßnahmen. Die EU könne da unterstützen.

    Kritik in Österreich

    Österreich hat denn auch die Forderungen nach einer Schließung der Skigebiete bis weit in den Januar bereits zurückgewiesen. So sagte etwa Tourismusministerin Köstinger (ÖVP), sie könne einem solchen Vorstoß nichts abgewinnen. Vom Finanzministerium heißt es sogar, eine Schließung komme nur in Frage, wenn die EU die Kosten dafür übernehme.

    Wenn überhaupt, könnte in Österreich aber auf das Après-Ski verzichtet werden, also auf das Feiern nach dem Tag auf der Piste. Das hat auch die Leiterin der Epidemiologie an der Med-Uni Wien unterstrichen: Eva Schernhammer sagte wörtlich: "Après-Ski kann man vergessen. Es wird eine andere Erfahrung des Skifahrens."

    Normalbetrieb in der Schweiz

    Die Schweiz, die nicht Mitglied in der EU ist, hat bereits klargestellt, dass die Skigebiete in diesem Winter offen bleiben. Deutsche Gäste sind jedes Jahr mit Abstand die größte Gruppe unter den Winterurlaubern im Nachbarland. Sie machten zuletzt zehn Prozent der 7,8 Millionen Gäste aus.

    Die Deutsche Presse-Agentur zitiert den Sprecher von "Schweiz Tourismus" mit den Worten, dass neben der Branche auch Regierung und Behörden überzeugt davon seien, den richtigen Weg zu gehen - und die Wintersaison stattfinden zu lassen. Über eine europaweit koordinierte Betriebszeit und Saisoneröffnung sei schon im Spätsommer diskutiert worden. Die Idee sei als "ungeeignet" nicht weiter verfolgt worden. Innenminister Berset verweist für den Winter auf umfangreiche Schutzkonzepte.

    Frankreich: Skigebiete offen, Lifts geschlossen

    Frankreichs Premierminister Castex hat zuletzt mitgeteilt, dass zwar in den Weihnachtsferien die Skigebiete geöffnet werden. Wichtige Einschränkung: Die Skilifte sollen nach seinen Worten geschlossen bleiben. Damit könne jeder "von der frischen Luft in unseren schönen Bergen profitieren", sagte er. Präsident Macron hatte zuletzt noch betont, eine Öffnung der Skigebiete an den Feiertagen erscheine ihm "unmöglich".

    Deutsche Verbände verweisen auf Hygienekonzepte

    Die deutschen Ski- und Snowboardverbände haben bereits abgelehnt, die Saison erst Mitte Januar zu öffnen. Sie verweisen auf Hygienekonzepte und drohende wirtschaftliche Nachteile. Auch die deutschen Liftbetreiber betonen, ein Wintersportverbot wäre für die betroffenen Regionen katastrophal und zudem unverständlich. Die vorzeitig beendete Wintersaison 2019/2020 habe die Bilanzen ohnehin schon belastet.

    Das Bundesland Bayern hat übrigens inzwischen für Tagestouristen, die kurz in ein Risikogebiet ins Ausland reisen, eine Quarantänepflicht erlassen - nicht zuletzt mit Blick auf die Haltung Österreichs.

    Wie es im (professionellen) Wintersport aussieht, hat unsere Sportredaktion zusammengetragen: "Ein fragiles Konstrukt".

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 28.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    In Deutschland sind innerhalb eines Tages 14.611 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden.

    Das teilte das Robert Koch-Institut unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit. Das sind 7.084 Fälle weniger als am Vortag und knapp 1.130 weniger als vor einer Woche. Laut den RKI-Angaben stieg die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Corona-Infektion um 158 auf 16.123.

    Erfahrungsgemäß sind die gemeldeten Zahlen an Sonntagen und an Montagen niedriger als an den anderen Tagen. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass es einen so genannte Meldeverzug gibt, das heißt, dass eine Reihe von Gesundheitsämtern ihre Zahlen am Wochenende nicht an das Robert Koch-Institut melden.

    (Stand 29.11., 06:30 Uhr).

    Zudem weist das RKI darauf hin, dass die übermittelten und ausgewiesenen Fallzahlen den Verlauf der Neuerkrankungen nicht vollständig widerspiegelten, da es unterschiedlich lange dauere, bis es nach dem Erkrankungsbeginn "zu einer Covid-19-Diagnose, zur Meldung und zur Übermittlung des Falls an das RKI" komme. Hier erklären wir, wie wir mit den Zahlen umgehen.

    Hohe Testzahlen - Positivquote steigt

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 47 fielen demnach 9,4 Prozent der Tests positiv aus. In der Woche zuvor waren es 9,0 und in der Woche davor 7,9 Prozent. Allerdings wurden laut RKI in der KW 46 die Testkriterien geändert - daher seien die Daten nicht direkt mit Vorwochen vergleichbar. Insgesamt wurden dem RKI in der Kalenderwoche 47 exakt 1.350.270 durchgeführte Tests übermittelt (Vorwoche: knapp 1.385.000). Zuletzt waren einige Labore an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Die Lage in den Bundesländern

    Mit 1.718 Infektionen pro 100.000 Einwohnern wurde im Verlauf der Pandemie bisher in Berlin die höchste Zahl an Infektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl festgestellt. Danach folgen Bayern (1.563), Bremen (1.449) und Nordrhein-Westfalen (1.439). Die wenigsten Fälle gab es demnach bislang in Mecklenburg-Vorpommern (367). (Stand: 29.11.)

    In absoluten Zahlen hat Nordrhein-Westfalen laut RKI mit 258.390 bestätigten Infektionen (3.418 Tote) die meisten Fälle. In Bayern wurden bisher 205.211 Infektionen bestätigt (3.785 Tote). An dritter Stelle rangiert Baden-Württemberg mit 147.887 erfassten laborbestätigten Infektionen (2.702 Tote), dann folgt mit relativ großem Abstand Hessen mit 86.279 Infektionen (1.240 Tote). Die geringsten Zahlen weist laut RKI Mecklenburg-Vorpommern auf (5.908 Infektionen/61 Tote) (Stand: 29.11.).

    Sieben-Tage-Inzidenz in 19 Kreisen über 250

    Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des RKI in den Bundesländern Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen über dem bundesweiten Durchschnittswert von 136. Die Anzahl der Landkreise mit einer erhöhten 7-Tage-Inzidenz von insgesamt mehr als 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegt bei 267 Stadt- und Landkreisen. Davon übersteigen 25 Kreise den Wert von 250 Fällen pro 100.000 Einwohner und einer den Wert von über 500. (Stand: 29.11.).

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen steigt

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen - auch mit Covid-19-Fällen. Die Zahlen steigen seit einigen Wochen deutlich. Derzeit werden im Register knapp 28.000 Intensivbetten gemeldet, von denen derzeit 5.601 frei sind. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung steht. Auf Intensivstationen liegen aktuell 3.897 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.311 invasiv beatmet werden. (Stand 29.11. - 7:00 Uhr)

    Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher etwa 23 Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten verstorben. (Stand 29.11.)

    Altersdurchschnitt der Infizierten bei 42 Jahren

    Bei einem Teil der registrierten Fälle bekommt das Robert Koch-Institut klinische Informationen zu den Infizierten - zuletzt war das bei 64 Prozent der registrierten Fälle so. Daraus lassen sich einige Informationen generieren:

    In Kalenderwoche 46 lag der Altersdurchschnitt der Infizierten insgesamt bei 42 Jahren. Zum Vergleich: In der Kalenderwoche 16, als anteilig besonders viele Infizierte im Krankenhaus behandelt werden mussten, lag der Altersdurchschnitt bei 51 Jahren. Das RKI warnt: "Bei stärkerer Verbreitung in höheren Altersgruppen muss weiterhin mit vermehrten schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen gerechnet werden." Zuletzt wurde ein Anstieg der Infektionszahlen auch in der älteren Bevölkerung verzeichnet.

    Der Anteil der Verstorbenen unter den gemeldeten COVID-19-Fällen lag in KW 43 rein rechnerisch nach den Zahlen des RKI derzeit bei knapp 0,91 Prozent. (Stand 22.11. - Hinweis: die Daten der darauffolgenden Wochen sind laut RKI noch nicht aussagekräftig, da der Ausgang der Erkrankungen in diesen Wochen noch unklar ist.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

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  • Covid-19So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden

    Europa kämpft derzeit mit der zweiten Welle der Coronapandemie. Hilfe im Kampf gegen das Virus verspricht man sich von den neuen Impfstoffen, die derzeit entwickelt werden. Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich nach der jüngsten Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der EU zuversichtlich, dass bereits im Dezember oder spätestens im Januar der erste Impfstoff in der EU zugelassen wird. Doch dann folgt die nächste Herausforderung: eine möglichst schnelle Impfung breiter Gesellschaftsschichten.

    Wie dies vonstattengehen könnte, wird in der Nationalen Impfstrategie des Bundesgesundheitsministeriums erläutert. Ein Verteilungsschlüssel bestimmt demnach, welche EU-Länder wie viel Impfstoff bekommen. Für die Lagerung und Logistik sollen in Deutschland die Bundesländer zuständig sein. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sicherte jedoch bereits die Hilfe der Bundeswehr zu. Die fachgerechte Lagerung ist deshalb so wichtig, weil als erstes wohl der Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer zugelassen wird. Dieser muss bei bis zu minus 80 Grad gekühlt werden.

    60 vom Bund organisierte Impfzentren

    Die Impfstoffe sollen dann deutschlandweit an rund 60 Standorte mit mobilen Einsatzteams verteilt werden. Die Menge richtet sich nach der Bevölkerungszahl im jeweiligen Bundesland. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn werden diese Impfzentren rechtszeitig fertig sein. Den Bundesländern stehe demnach aber frei, auch weitere mobile Teams oder weitere Impfzentren einzurichten. So teilte unter anderem Nordrhein-Westfalen mit, man werde landesweit 53 Impfzentren organisieren, die halb vom Land und halb von den Gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden. Das Geld ist unter anderem für Miete, Personal und Schutzausrüstung gedacht.

    Die Immunisierungen sollen anonymisiert in einer zentralen Datenbank erfasst werden. Damit wollen die Bundesregierung und die Ständige Impfkommission die Wirksamkeit überprüfen – und auch Meldungen über mögliche Nebenwirkungen sammeln.

    Debatte um beschleunigtes Verfahren

    Im Vorfeld wurden immer wieder Warnungen vor nicht absehbaren Nebenwirkungen laut, da der Impfstoff schneller als sonst üblich zugelassen werden soll. Langzeitstudien fehlen deshalb. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wird auch in den USA zum Einsatz kommen. Dort wies der Immunologe Anthony Fauci Bedenken zurück, wonach die Entwicklung der Corona-Impfstoffe zulasten der Verträglichkeit und Wirksamkeit beschleunigt worden sei. "Die Geschwindigkeit des Prozesses hat die Sicherheit in keiner Weise kompromittiert", sagte Fauci im Weißen Haus. Die Daten der Studien zu den Impfstoffen seien von unabhängigen Experten beurteilt worden, die niemandem etwas schuldeten, "auch nicht der Regierung".

    Risikogruppen und "exponiertes Personal" zuerst

    Bleibt die Frage, wer überhaupt geimpft wird. Gesundheitsminister Spahn hatte wiederholt betont, dass es keine Impfpflicht geben werde. Zuletzt hatte in Umfragen die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich impfen zu lassen, wieder nachgelassen. Trotzdem geht die Bundesregierung davon aus, dass die Nachfrage das Angebot zunächst übersteigen wird. Darum sollen bestimmte Bevölkerungsschichten zuerst geimpft werden: zum einen Risikopatienten, zum anderen bestimmte Berufsgruppen wie Mitarbeiter im Gesundheitswesen oder im Bereich Bildung. Dies soll zentral organisiert werden. In einer späteren Phase stünde dann eine breite, dezentrale Routine-Impfung unter anderem durch Hausärzte an. Dann können auch Apotheken den Impfstoff beschaffen. Die Termine in den Impfzentren sollen über ein standardisiertes Modul vergeben werden, das auf dem bestehenden System durch die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen basiert.

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    Zahlen und Daten

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    Ansteckung und Übertragung

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  • CoronavirusWie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung?

    Luxemburg und die Slowakei haben im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf Massentests der ganzen Bevölkerung gesetzt. Nun plant Österreich einen ähnlichen Schritt.

    Die gesamte Bevölkerung durchzutesten und auf einen Schlag Gewissheit über den Infektionsstand im Land zu haben - das klingt verlockend. Die Hoffnung ist, dass danach Corona-Maßnahmen ganz gezielt eingesetzt werden können. Soweit die Theorie. Doch in der Praxis gibt es etliche Probleme. Dies zeigen die Erfahrungen der Länder, die bislang Massentests durchgeführt haben. Als Grundformel gilt: Je größer die Bevölkerung, desto größer ist die Herausforderung, diese Massentests umzusetzen. So ist es wenig verwunderlich, dass dies in Europa bislang nur kleinere Staaten machten. Das bevölkerungsreichste Land ist dabei die Slowakei mit 5,5 Millionen Menschen.

    Beispiel Luxemburg

    Luxemburg gehört zu den kleinen Staaten in der EU, er zählt nur rund 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner, also ungefähr so viele wie Düsseldorf oder Stuttgart. Aber selbst in Luxemburg musste wegen der großen Anzahl an benötigten Tests die Überprüfung der gesamten Bevölkerung zeitlich gestreckt werden. Mitte Mai hatte man angefangen, Einheimische und Berufspendler auf freiwilliger Basis zu testen. Das zog sich über Wochen hin. Die Hoffnung, mit einem Massentest quasi einen Nullpunkt zu haben, ab dem dann passgenau gehandelt werden kann, ist also sogar im kleinen Luxemburg enttäuscht worden.

    Die Massentests in der Slowakei

    Die Slowakei rückt schrittweise von ihrer Strategie landesweiter Corona-Massentests ab. Am 25.11. kündigte Ministerpräsident Matovic nach regierungsinternen Unstimmigkeiten an, die für das erste Dezember-Wochenende geplanten erneuten landesweiten Corona-Massentests an fast der gesamten Bevölkerung auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

    Die Slowakei hatte am 31. Oktober und 1. November Corona-Massentests im ganzen Land durchgeführt. Formell war die Teilnahme zwar freiwillig, doch wer keinen negativen Test vorweisen konnte, durfte anschließend zwei Wochen nicht einmal mehr zur Arbeit gehen. Deshalb unterzog sich ein Großteil der 5,5 Millionen Einwohner einem Antigen-Schnelltest. Dabei wurden über 50.000 Menschen positiv getestet.

    Die Pläne in Österreich

    Österreichs freiwillige Corona-Massentests in der Bevölkerung starten am ersten Dezemberwochenende. Tirol und Vorarlberg mit zusammen rund 1,1 Millionen Einwohnern führen vom 4. bis 6. Dezember als erste Bundesländer die großflächige Testaktion nach dem Vorbild der Slowakei durch, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz in Wien ankündigte. Termine für die anderen Bundesländer sollen folgen. Das Land Salzburg kündigte bereits Massentests für den 12. und 13. Dezember an.

    Außerdem sollen in Österreich am ersten Dezember-Wochenende Tests für bestimmte Berufsgruppen wie Lehrer und Polizisten stattfinden. Geplant ist, möglichst viele Einwohner mit Antigen-Schnelltests auf den Erreger Sars-CoV-2 zu testen. Um das Risiko falsch positiver Tests zu minimieren, soll es Nachtestungen geben.

    Es sei wichtig festzuhalten, dass Massentests kein Allheilmittel seien, sondern eine Momentaufnahme lieferten, sagte Kurz. "Sie sind nicht die einzige Lösung, die gibt es nicht, aber eine gute Chance, Infektionen in der Bevölkerung zu lokalisieren und weitere Ansteckungen zu verhindern." Ziel sei es, rechtzeitig vor Familientreffen am Weihnachtsfest möglichst viele unentdeckte Infizierte unter den 8,9 Millionen Einwohnern Österreichs zu finden.

    Großbritanniens Städtetest

    Auf den britischen Inseln hat die Stadt Liverpool Massentests durchgeführt. Hier haben sich rund 500.000 Einwohner der nordenglischen Stadt sowie Berufspendler eines zweiwöchigen Pilotversuchs testen lassen, auch wenn sie keine Symptome aufwiesen. Gesundheitsminister Hancock erklärte, nach den Massentests seien die Infektionen in Liverpool um 75 Prozent zurückgegangen, die Stadt sei von Warnstufe 3 auf Warnstufe 2 zurückgesetzt worden.

    Wie sieht es in Deutschland aus?

    Massentests für die gesamte Bevölkerung werden aktuell nicht diskutiert. Deutschland ist das bevölkerungsreichste Land der EU mit rund 83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Es gab jedoch bereits gezielte Massentests in einzelnen Regionen oder Einrichtungen - so beispielsweise im Kreis Gütersloh nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies.

    Fazit

    Für Massentests gilt im Grunde das Gleiche wie für alle anderen Tests auch: Sie sind von begrenzter Aussagekraft. Darauf weist die Infektionsforscherin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum hin. Nach dem Massentest in der Slowakei habe man zwar für den Moment gewusst, wer nicht infiziert ist: "Das heißt aber nicht, dass die nicht am nächsten Tag positiv sein können. Das ist eine Momentaufnahme, um zu sehen, wie es jetzt gerade um uns steht und um die Dunkelziffer zu erfassen." Kritiker von flächendeckenden Massentests haben sogar die Befürchtung geäußert, dass Warteschlangen vor Testzentren im schlimmsten Fall eine Infektionsquelle sein könnten.

    Hinzu kommt die Frage, welche Art von Test angewandt wird. Schnelltests können zwar die Labore entlasten, weil sie bereits unmittelbar im Testzentrum ein Ergebnis liefern. Aber sie haben eine deutlich höhere Fehlerquote. Und die sichereren PCR-Tests können nur in begrenztem Maße von den Laboren ausgewertet werden. Immer wieder wird die Forderung geäußert, die wichtigen Labor-Kapazitäten besser für Tests von systemrelevanten Berufsgruppen (Pflege, Schule, Kita) sowie Risiko-Gruppen zu nutzen.

    Entscheidend für die Zuverlässigkeit der Testergebnisse ist zudem, wie der dafür benötigte Rachenabstrich gemacht wurde. Norbert Suttorp von der Berliner Charitè sagt zur Wirkung der Schnelltests: "Diesen Rachenabstrich durch die Nase muss einfach ein Profi machen, sonst ist der Test nicht verwertbar." Und je größer die Menge an zu testenden Menschen ist, desto größer ist auch die benötigte Anzahl an Fachpersonal, das die Tests durchführt. Kurzum: Der aussagefähige Massentest einer gesamten Bevölkerung ist eine sehr große Herausforderung.

    (Stand: 28.11.2020)

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  • Covid-19Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie?

    Tests auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 gelten als Schlüssel zur Eindämmung der Pandemie. Seit dem Ausbruch in Deutschland sind die Testkapazitäten in Laboren erheblich ausgeweitet worden. Ende September kamen neue Antigentests auf dem Markt. Damit sollen Infektionen schneller und unkomplizierter erkannt werden. Was bringen sie?

    Anders als die üblicherweise durchgeführten Polymerase-Kettenreaktionstests (PCR-Tests) suchen Antigentests in Abstrich-Proben nicht nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person demnach infiziert ist oder nicht.

    In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche Antigentests entwickelt und erprobt - so etwa in der Berliner Charité. Die Ergebnisse sähen gut aus, sagte der Virologe Drosten kürzlich in seinem NDR-Podcast. Etwa am Eingangstor von Seniorenwohnheimen könnten sie "unglaublich viel Gutes" bewirken: Sie brächten die Möglichkeit mit sich, harte Besuchsverbote zu vermeiden.

    An einigen deutschen Kliniken kommen die Schnelltests bereits zum Einsatz. Zwar erkennen Antigentests eine Infektion insbesondere in den Anfangstagen und im späteren Verlauf deutlich weniger zuverlässig als die PCR-Methode, welche selbst kleinste Mengen des Erbguts korrekt anzeigen kann. Doch die Ergebnisse der aufwändigeren und teureren PCR-Tests sind im Normalfall erst frühestens nach einem Tag verfügbar. In der Praxis dauert es oft noch deutlich länger, bis Betroffene ihr Ergebnis erfahren.

    Testkapazitäten an Laboren deutlich gestiegen

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. Diese liegen inzwischen regelmäßig bei mehr als einer Million pro Woche. Bis in die 27. Kalenderwoche (Anfang Juli) wurden weniger als 500.000 Tests pro Woche durchgeführt. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Bald Quarantäne statt Test-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

    Die Zahl der Tests war zuletzt auch deshalb angestiegen, weil sich aus dem Ausland zurückkehrende Urlauber bis zum 15. September kostenlos auf das Coronavirus testen lassen konnten. Seitdem müssen viele Reiserückkehrer den Corona-Test wieder selbst zahlen. Sie werden etwa in Einrichtungen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern sowie Arztpraxen durchgeführt.

    Weiterhin kostenlos sind Corona-Tests für Reisende aus Risikogebieten. Dafür müssen sie einen Nachweis für ihren Auslandsaufenthalt erbringen, etwa durch ein Flugticket oder eine Hotelrechnung. Auch die Kosten für eine Wiederholungs-Untersuchung wenige Tage später werden übernommen.

    Auch diese Regelung soll zum 15. Oktober abgeschafft werden. Stattdessen sollen sich die Urlauber unverzüglich nach ihrer Einreise für 14 Tage in Quarantäne begeben. Nach mindestens fünf Tagen sollen sie dann einen Corona-Test machen können, um bei einem negativen Ergebnis die Quarantäne-Pflicht aufzuheben.

    Die Risikogebiete können auf den Internet-Seiten des Robert Koch-Instituts eingesehen werden.

    Wer kann und soll sich außerdem testen lassen?

    Während zu Beginn der Pandemie lediglich Personen mit starken Symptomen und/oder Kontakt zu Infizierten getestet wurden, empfiehlt das RKI inzwischen auch Tests bei nur leichten Atemwegsbeschwerden wie zum Beispiel Husten.

    Nicht zuletzt sei es nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen "besonders wichtig", Corona-Infektionen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen, betonte RKI-Vizepräsident Schaade in Berlin. Es werde dringend empfohlen, "dass jeder mit einem Atemwegsinfekt, ob Husten oder Fieber, auch getestet werden sollte".

    Wo sind aktuell Tests möglich?

    Für alle Verdachtsfälle gilt, dass man nicht unangemeldet in die nächste Arztpraxis gehen soll. Die Empfehlung lautet: Melden Sie sich telefonisch beim Hausarzt, der Hausärztin oder - wenn diese nicht zu erreichen sind - bei der bundesweiten Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 (Informationen des Bereitschaftsdienstes hier auch online). Auch das örtliche Gesundheitsamt sollte bei Bedarf zunächst telefonisch kontaktiert werden, das zuständige Gesundheitsamt findet man beim Robert Koch-Institut durch Eingabe der eigenen Postleitzahl.

    Ärztinnen und Ärzte führen den Test entweder selbst durch, oder sie überweisen an örtliche Test- und Abstrichzentren. Auch dort gilt in der Regel, dass man nicht unangemeldet vorbeikommen sollte. In Kreisen, die von einem lokalen Corona-Ausbruch betroffen waren und Testzentren eingerichtet wurden, war mitunter keine Voranmeldung erforderlich.

    Vielerorts sind auch sogenannte Drive-In-Tests möglich. Dabei wird der Abstrich durch das geöffnete Autofenster hindurch genommen. Wer sich testen lässt, muss im Auto sitzen bleiben, um so das Ansteckungsrisiko für andere so gering wie möglich zu halten.

    Wie läuft ein Test auf das Coronavirus ab?

    Für den Test wird in Deutschland üblicherweise ein Rachenabstrich verwendet. Das bedeutet, dass eine Pflegekraft mit einem speziellen Wattestäbchen etwas Sekret aus dem Hals entnimmt.

    Die reine Testzeit zur Auswertung der Probe beträgt nach Angaben des Robert Koch Instituts etwa vier bis fünf Stunden. In der Praxis vergehen derzeit in der Regel 24 bis 48 Stunden, bis der Patient oder die Patientin das Ergebnis erfährt, über das Wochenende kann sich das weiter verzögern.

    Solange das Ergebnis noch nicht vorliegt, sollte man davon ausgehen, dass man andere Menschen anstecken kann, und deshalb zuhause bleiben und Kontakte vermeiden.

    Das RKI weist darauf hin: Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (diese kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf das Coronavirus nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann.

    (Stand 28.09.2020)

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  • Covid-19So weit ist die Forschung an Impfstoffen gegen das Coronavirus

    Als hoffnungsvollstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gilt ein Impfstoff. Weltweit wird daran geforscht, auch von deutschen Firmen. Inzwischen gibt es erste Ergebnisse der wichtigen Phase-III-Studien.

    Normalerweise dauert es viele Jahre, bis ein Impfstoff gegen einen Krankheitserreger gefunden ist - und der Prozess kann in jeder Phase scheitern. Warum es normalerweise lange dauert, haben die Kollegen von "Forschung aktuell" hier erklärt.

    Viren-Erbgut war schnell bekannt

    Im Fall von Sars-CoV-2 hatten die Forschenden Glück: Die Sequenz des Viren-Erbguts, in diesem Fall einzelsträngige RNA, war schnell bekannt und die ersten Forschungsprojekte konnten bereits Anfang 2020 in Angriff genommen werden.

    Wie wird ein Impfstoff bis zur Zulassung getestet?

    Ein Impfstoffkandidat durchläuft bis zur Zulassung mehrere Phasen. In Phase I geht es noch nicht um die Wirksamkeit eines Präparats, sondern um dessen Sicherheit. Tests erfolgen an einer kleinen Gruppe von unter 100 Personen. In Phase II wird der Stoff an bis zu 1.000 Menschen meist in verschiedenen Dosierungen getestet und sichergestellt, dass der Körper einen Schutz gegen das Virus entwickelt. In Phase III wird der Stoff mehreren Tausend Freiwilligen verabreicht. Es geht unter anderem um die Bestätigung der Dosierung sowie um seltenere Wechsel- und Nebenwirkungen. Mehrere Studien sind bereits seit längerem in der dritten und letzten Phase vor der Zulassung.

    Wann wird es erste Impfstoffe geben?

    Mehr als 150 mögliche Impfstoffe waren anfangs in der Entwicklung, mindestens 42 werden laut WHO bereits an Menschen getestet. Rund ein Dutzend Impfstoffkandidaten gelten Stand Oktober als relativ weit in der Entwicklung und als vielversprechend.

    Erste Impfstoffe kurz vor der Zulassung

    Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer kommen nach eigener Darstellung der Zulassung eines Corona-Impfstoffs sehr nahe. Sie teilten mit, die seit Juli laufende entscheidende Phase-III-Studie sei vielversprechend. Der Wirkstoff zeige sich in 90 Prozent der Fälle als wirksam. Ein Impfschutz werde eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht. Biontech erklärte, man sei optimistisch, dass die immunisierende Wirkung einer Impfung mindestens ein Jahr lang anhalten werde. Pfizer zeigte sich zuversichtlich, noch in diesem Monat eine Zulassung in den USA im Rahmen des beschleunigten Dringlichkeitsverfahrens zu erhalten.

    Auch das Forschungsprojekt des US-Biotechkonzerns Moderna klingt vielversprechend. Laut einer Zwischenanalyse zeigt der entwickelte Impfstoff eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent beim Schutz vor Covid-19. Die Phase-III-Studie umfasste 30.000 Probanden. 95 Teilnehmer erkrankten, wobei auf die geimpften Personen 5 Fälle entfielen und auf die nicht geimpften 90 Fälle.

    Moderna will in den kommenden Wochen eine Zulassung des Wirkstoffs in den USA beantragen. Dies ist auch in anderen Ländern geplant. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema startete ein Verfahren, das eine rasche Zulassung zum Ziel hat. Die EU-Kommission verhandelt mit Moderna über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen.

    Wie steht es um die Impfstoffe aus Russland?

    Russland hat als erstes Land weltweit bereits im August einen Impfstoff zugelassen - ohne Tests an mehreren Zehntausend Menschen. In der Hauptstadt Moskau sollen in den nächsten Monaten Massenimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Die ersten größeren Lieferungen des Impfstoffes "Sputnik V" würden im November eintreffen, teilte Moskaus Bürgermeister Sjobanin mit. Nach Angaben des russischen Gesundheitsministeriums ist auch "Sputnik" in mehr als 90 Prozent der Fälle wirksam. Allerdings werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht: Da der Impfstoff vor Abschluss der dritten Prüfphase freigeben wurde, warfen viele Länder der russischen Regierung vor, die Gesundheit der Menschen aufs Spiel zu setzen und die allgemeine Akzeptanz des Impfens zu schmälern.

    Mitte Oktober teilte Russlands Präsident Putin mit, man habe einen zweiten Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Auch dieses Mal kam die Zulassung vor Abschluss der entscheidenden Studien.

    Wie sicher werden die Impfstoffe sein?

    Eine Antwort darauf wird es wohl erst geben, wenn ausreichend Forschungsergebnisse zu möglichen Impfstoffen vorliegen. Sowohl Bundesgesundheitsminister Spahn als auch Forschungsministerin Karliczek betonten, dass es bei der Entwicklung keine "riskanten Abkürzungen" geben werde. Absolute Priorität habe die Sicherheit. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte Karliczek.

    Auch die Zulassungsbehörden in Europa und den USA betonten mehrfach, dass auch bei beschleunigten Verfahren die Sicherheit der Präparate an oberster Stelle steht.

    Wie geht es nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs weiter?

    Sollte die Entwicklung eines Impfstoffs gelingen, warten zahlreiche Herausforderungen. Zunächst geht es um die massenhafte Produktion eines Vakzins. Die Hamburger Virologin Marylyn Addo sagte dazu im Deutschlandfunk, momentan stünden in der Welt nicht genug Herstellungskapazitäten zur Verfügung. Daher werde es in den kommenden Monaten zu einem Ressourcenkampf kommen. Auch der Chef der US-Firma Moderna, Stéphane Bancel, geht davon aus, dass es nicht nur anfangs, sondern etwa anderthalb Jahre lang Engpässe geben könnte. Im Spiegel sagte er, das Problem seien vor allem regulierte medizinische Rohmaterialien wie Zellkulturen, Enzyme oder Lipide. Wenn eine Komponente fehle, bringe das die gesamte Produktion zum Stillstand.

    Klar ist, dass gerade am Anfang ausgewählt werden muss, wer zuerst eine Impfung bekommt. Wenn in Deutschland ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht, sollen ihn zunächst Menschen aus Risikogruppen und Beschäftigte aus "Bereichen der Daseinsvorsorge“ erhalten. Das geht aus der Nationalen Impfstrategie der Bundesregierung hervor. Die Empfehlungen wurden vom Deutschen Ethikrat, der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina und von der Ständigen Impfkommission (StIKo) am Robert Koch-Institut erarbeitet. Zu den Risikogruppen zählen unter anderem ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Zu den Bereichen der Daseinsvorsorge gehören etwa die Polizei, Krankenhäuser und Schulen.

    Weltweit versucht die internationale Initiative "Covax" einen fairen Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu ermöglichen. Sie wird federführend von der WHO und den Impfallianzen "Gavi" und "Cepi" getragen. Sobald ein Impfstoff sich als effektiv und sicher herausgestellt hat, sollen bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen hergestellt werden und weltweit an Pflegekräfte und durch Alter oder Vorerkrankung besonders gefährdete Menschen verteilt werden.

    Die nächste Herausforderung ist die Logistik: Wenn in kurzer Zeit Millionen Menschen geimpft werden wollen, dürfte das die Hausarztpraxen überlasten. Deshalb, so berichten mehrere Medien, wird mit großen Impfzentren etwa in Messehallen geplant. Im Magazin "Der Spiegel" kündigte Spahn zudem an, dass derzeit mehrere Apps rund um Corona-Impfungen entwickelt werden. Mit einer soll das Terminmanagement geregelt werden, in einer weiteren sollen Nebenwirkungen gemeldet werden können. Bezahlt werden soll ein Impfstoff aus dem Bundeshaushalt - das Vorzeigen einer Krankenversicherungskarte entfällt laut Spahn dann.

    Beendet ein Impfstoff die Pandemie?

    Ein zugelassener Impfstoff gegen das Coronavirus wäre sicherlich eine gute Nachricht. Doch ein Ende der Pandemie wäre dadurch noch nicht gegeben. Zum einen, weil es eine gewisse Zeit dauert, bis genügend Menschen geimpft sind, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Dazu müssten sich in Deutschland nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums zudem 55 bis 65 Prozent der Bürgerinnen und Bürger freiwillig impfen lassen. Eine Impfpflicht wurde von Spahn mehrfach ausgeschlossen.

    Auch ist noch nicht klar, wie lange die Impfstoffe wirksam sein werden und was sie genau verhindern werden: lediglich schwere Verläufe oder auch zuverlässig die Verbreitung des Coronavirus.

    Einen Bericht zum "Rennen um die Zulassung der Corona-Impfstoffe" unserer "Hintergrund"-Redaktion finden Sie hier.

    (Stand 16.11.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 28.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • CoronavirusWie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19?

    Parallel zur Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus suchen Forschende weltweit nach Medikamenten, die bei der Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt werden können.

    Viele hofften auf Remdesivir, doch die WHO hält dieses und weitere Medikamente nur für bedingt wirksam im Kampf gegen Sars-CoV-2. Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) hat in mehr als 30 Ländern vier Medikamente an Tausenden Patienten getestet. Neben Remdesivir waren dies ein Mittel gegen Malaria (Chloroquin/Hydroxychloroquin), ein HIV-Medikament (Lopinavir/Ritonavir) und der Wirkstoff Interferon. In einer vorläufigen Auswertung, die noch nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen ist, kommt die WHO zu dem Schluss, diese Medikamente hätten nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf die Sterblichkeit oder die Länge des Krankenhausaufenthalts der Patienten gezeigt. Dies teilte die WHO am Freitag (16.10.2020) in Genf mit.

    Remdesivir

    Das antivirale Medikament Remdesivir, das ursprünglich für den Einsatz gegen Ebola entwickelt worden war, erhielt im Juli als erstes Mittel überhaupt in Europa eine Zulassung unter Auflagen zur spezifischen Behandlung von bestimmten Covid-19-Patienten. Es galt im Frühjahr als aussichtsreichste Therapiemöglichkeit und als Hoffnungsträger. Mehrere klinische Studien untersuchen die Wirksamkeit von Remdesivir im Einsatz gegen Sars-CoV-2. Es gibt Berichte über Nierenschäden, die möglicherweise mit dem Medikament in Verbindung stehen. Die Einschätzung der WHO zur geringen Wirksamkeit hat der Hersteller von Remdesivir, Gilead zurückgewiesen. Man sei besorgt darüber, dass die Daten der WHO-Studie nicht die übliche strenge Überprüfung erfahren hätten.
    Remdesivir war zusammen mit weiteren Medikamenten auch dem US-amerikanischen Präsidenten Trump zur Behandlung seiner Covid-19-Erkrankung verabreicht worden.

    Malaria-Mittel Chloroquin und Hydroxychloroquin

    Die Malaria-Medikamente Chloroquin und Hydroxychloroquin sind unter Experten umstritten. Sie hatten in den USA von der zuständigen Behörde FDA eine Notzulassung erhalten, die jedoch wenige Wochen später wieder zurückgezogen wurde. Einige klinische Studien waren zu dem Schluss gekommen, dass die Mittel nicht wirken oder sogar gefährlich sein können. Die Weltgesundheits-Organisation stoppte klinische Tests mit Hydroxychloroquin. Zuvor hatte die WHO ausdrücklich davor gewarnt, dieses und andere Medikamente zu empfehlen oder gar außerhalb von Studien selbst einzunehmen. Man sei besorgt über Berichte, dass Menschen eine Selbstmedikation mit Chloroquin vornehmen und sich dadurch ernsthafte Schäden zufügen könnten. Mit dieser Warnung reagiert die WHO unter anderem auf die Erklärung von US-Präsident Trump, er nehme das Mittel "zur Vorbeugung" selbst ein.

    HIV-Kombinationspräparat Lopinavir/Ritonavir

    Bereits im Juli war die WHO zu der Einschätzung gelangt, dass dieses Mittel im Kampf gegen Sars-CoV-2 nur eine geringe oder gar keine Wirkung zeige.

    Antikörper-Therapie

    Die Behandlung mit sogenanntem Rekonvaleszenten-Plasma erscheint vielen aussichtsreich. Dabei werden die Antikörper, die das Immunsystem Erkrankter gebildet hat, nach ihrer Genesung aus ihrem Blut gewonnen. Werden diese Antikörper dann akut Erkrankten verabreicht, könnte dies, so die Hoffnung, die Schwere der Erkrankung abmildern. Die US-Regierung erteilte Ende August eine Notfallgenehmigung für die Behandlung von Covid-19 mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. Zu dem Verfahren laufen weltweit Studien, auch in Deutschland.

    Bislang gibt es aber keinen überzeugenden Nachweis, ob und wie sehr Plasma Covid-Patienten tatsächlich hilft. US-Präsident Trump wurde nach seiner Infektion mit Sars-CoV-2 unter anderem mit einer Antikörper-Therapie behandelt. In Tests an Goldhamstern und Affen hatte die Antikörper-Therapie die Viruslast gesenkt und die Krankheitssymptome vermindert. Enthalten in der Infusion, die Trump bekommen hat, sind zwei verschiedene Antikörper. Wie die Fachzeitschrift Science erklärt, handelt es sich dabei um Klone von Antikörpern, die als natürliche Reaktion auf das Coronavirus gebildet wurden. In einem Fall stammten sie von einem Menschen, in dem anderen Fall von einer Maus. Beide Antikörper sollen - vereinfacht gesagt - verhindern, dass Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andocken kann.

    Kortison-Präparat Dexamethason

    Im Juni waren britische Forschende zu dem Ergebnis gekommen, dass das preiswerte Kortison-Präparat Dexamethason die Sterblichkeit bei COVID-19 verringert. Die Weltgesundheits-Organisation feierte dies als Durchbruch bei der Behandlung der Krankheit. Dexamethosan ist eine künstliche, viel wirksamere Variante des menschlichen Hormons Kortison. Seit Jahren wird es bereits gegen Rheuma und Allergien eingesetzt. Weil der Patentschutz abgelaufen ist, gehört es zu den preiswerten Medikamenten gegen Covid-19. Ein weiterer Vorteil: Die Nebenwirkungen sind bekannt. Dexamethason wird vor allen Dingen bei sehr schweren Verläufen eingesetzt. Mehr zur Wirkungsweise von Dexamethosan lesen Sie hier: "Dexamethason rettet bei schwerem Verlauf Leben". Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte war Mitte September zu dem Schluss gekommen, "dass Dexamethason als Behandlungsoption für Patienten in Betracht gezogen werden kann, die eine Sauerstofftherapie benötigen". US-Präsident Trump wurde auch mit Dexamethason behandelt.

    Mammutaufgabe Massenproduktion

    Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es am Ende wohl mehrere Medikamente sein werden, die in Kombination gegen Covid-19 helfen. Das zeige die gesamte Geschichte der ansteckenden Krankheiten, heißt es in einem Übersichtsartikel der Fachzeitschrift Nature. Die nächste Herausforderung werde dann darin bestehen, die Produktionskapazitäten so zu erhöhen, dass man möglichst bald Hunderte Millionen Einzeldosen verfügbar habe - und zugleich politische Verteilungskämpfe vermeide.

    (Stand: 16.10.2020)

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  • Covid-19Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält

    Kann ich mich mit dem Coronavirus infizieren, wenn ich im Supermarkt einen Einkaufswagen oder die Türklinke im Büro anfasse? Diese Fragen stellen sich seit Ausbruch der Pandemie viele Menschen. Endgültige Antworten gibt es noch nicht. Die Bedeutung sogenannter Schmierinfektionen wurde von Experten bislang geringer als bisher vermutet eingestuft. Einer neuen Studie zufolge kann das Virus auf glatten Oberflächen wie Handydisplays oder Bankautomaten jedoch bis zu 28 Tage überleben.

    Überlebensdauer abhängig von Temperatur

    Die Untersuchung wurde von der australischen Wissenschaftsbehörde "Csiro" durchgeführt und im Fachblatt "Virology Journal" vorgestellt. Demnach ist das Virus damit bei Raumtemperatur um 20 Grad deutlich robuster als bislang angenommen; bei 30 Grad betrug die Überlebensdauer nur noch sieben Tage, bei 40 Grad lediglich 24 Stunden. Auf porösen Oberflächen sei die Überlebensdauer des Virus generell niedriger. Bei früheren Studien habe das Virus nur bis zu drei Tage lang auf Kunststoff- und Edelstahloberflächen nachgewiesen werden können, heißt es in dem Bericht. Die Experimente der Studie wurden allerdings im Dunkeln durchgeführt. Sonnenlicht könne das Virus schnell abtöten, schreiben die Forscher.

    Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung gibt es bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen wurde, dass das Coronavirus über kontaminierte Oberflächen auf Menschen übertragen wurde.
    Unter Laborbedingungen wurde nachgewiesen, dass SARS-CoV-2-Viren auf Flächen einige Zeit infektiös bleiben können, schreibt das Robert Koch-Institut. Die wohl am häufigsten zitierte Studie zum Thema wurde von Experten des US-Gesundheitsinstituts NIH und der Seuchenschutzbehörde CSC erstellt. Danach ergeben sich auf verschiedenen Oberflächen folgende Überlebenszeiten für das Virus:

    Kunststoff: 72 Stunden
    Edelstahl: 48 Stunden
    Papier, Karton: 24 Stunden
    Kupfer: 4 Stunden
    Aerosole (als Partikel in der Luft): bis zu drei Stunden.

    Allerdings verweist das Bundesinstitut für Risikobewertung auf die relativ geringe Stabilität von Coronaviren in der Umwelt.

    Virologe Schmidt-Chanasit: "sehr viel dazugelernt"

    Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit verweist im Deutschlandfunk auf Erkenntnisse der vergangenen Monate. Mittlerweile wisse man sehr viel besser als noch im März oder April, wie sich das Virus verbreite, "dass auch Aerosole, insbesondere in geschlossenen Räumen, eine Rolle spielen, dass Schmierinfektionen keine Rolle spielen."

    Erkenntnisse der "Heinsberg-Studie"

    Der Virologe Hendrick Streeck sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass Oberflächen bei der Übertragung offenbar nur eine untergeordnete Rolle spielten. Dies habe die "Heinsberg-Studie" ergeben, die zusammen mit Hygienikern der Uniklinik Bonn erarbeitet wurden. Bei Abstrichen von Oberflächen aus Quarantäne-Haushalten im Ort Gangelt, in dem sich das Coronavirus im Frühjahr ausgebreitet hatte, fand sich der Erreger demnach nur in vier von 119 Proben. Streeck betonte allerdings, die Aussagekraft werde dadurch eingeschränkt, dass Menschen in Quarantäne häufig viel putzten. Deshalb seien die Ergebnisse möglicherweise nicht repräsentativ.

    Die Forschenden raten eindringlich, sich regelmäßig die Hände zu waschen, in die Armbeuge zu husten und nicht das Gesicht zu berühren.

    Eher Hände waschen als desinfizieren?

    Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hält das Waschen der Hände allerdings im Vergleich zum Desinfizieren eher für nachteilig. Denn häufiges Händewaschen entferne nicht nur Schmutz und Viren, sondern auch wichtige Bestandteile, die die Haut schützen, erklärte der Direktor der Klinik für Hautkrankheiten in Jena, Peter Elsner, in der Deutschlandfunk-Sendung „Umwelt und Verbraucher“ (Audio-Link). Wenn das zu häufig passiere, könnten Hautkrankheiten, insbesondere Handekzeme, die Folge sein. Grundsätzlich gilt, dass eine zusätzliche Pflege hilft, die Haut zu schützen.

    (Stand: 12.10.2020)

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  • Covid-19Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests?

    Sind Infektionszahlen der richtige Gradmesser für das Corona-Geschehen? Und wie genau sind die Messverfahren zum Nachweis des Virus? Über diese Fragestellung wird kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt geht es auch darum, ob die Corona-Auflagen verhältnismäßig sind. Ein kleines Dossier mit den wichtigsten Begriffen.

    Im Wesentlichen spielen in der Corona-Pandemie drei Testverfahren eine Rolle, wobei der sogenannte PCR-Test bisher der wichtigste ist. In dem Verfahren werden Erbinformationen des SARS-CoV-2 nachgewiesen. Dieser Test gilt als sehr sensitiv, also empfindlich. Er wird von spezialisierten Laboren durchgeführt. Anders verhält es sich mit dem Antigentest: Er weist nicht das Erbgut des Virus nach, sondern Eiweiße. Diese Methode gilt als nicht ganz so empfindlich. Beim Antikörpertest wird lediglich eine Reaktion des Körpers nachgewiesen. Also die Frage beantwortet: War eine Person bereits infiziert?

    Virologen und auch Gesundheitspolitiker forderten in den vergangenen Wochen, neben den teuren und aufwändigen PCR-Tests auch Schnelltests zuzulassen, vielleicht sogar aus der Apotheke. Die Gründe dafür liegen bei steigendem Testaufkommen auf der Hand. Dennoch wird das PCR-Verfahren nach wie vor als "Goldstandard" bezeichnet.

    Wie aussagekräftig ist der PCR-Test?

    Das Verfahren beantwortet die Frage, ob jemand infiziert ist, sehr zuverlässig: Laut Robert Koch-Institut gibt es nur wenige falsch positive Befunde. In den Labors werden mit einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (englisch: polymerase chain reaction, PCR) Spuren des Erbguts gezüchtet. In jeder Runde wird der Anteil verdoppelt. Vorteil: Kleinste Spuren werden aufgespürt. Nachteil: Der Betroffene ist vielleicht positiv getestet, aber nicht mehr ansteckend. Unter Umständen können PCR-Tests auch Wochen nach überstandener Infektion noch positiv ausfallen, wenn viel totes Virus-Material im Körper vorhanden ist. Wird dagegen in einem frühen Stadium getestet, kann die getestete Person auch erst nach der Testung nachweislich infektiös werden.

    Ein positiver Test stellt eine Infektion im Sinne des Infektionsschutzgesetzes fest. Demnach gilt als Infektion "die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus". Krankheitserreger sind unter anderem Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten, die bei Menschen "eine Infektion oder übertragbare Krankheit verursachen" können.

    Sind alle Menschen mit positivem PCR-Ergebnis ansteckend?

    Wie oben bereits angedeutet: Nein. PCR-Tests weisen nicht nach, ob ein Mensch zum Zeitpunkt des Abstriches infektiös ist oder nicht. Labordaten legen nahe, dass Infizierte zwei Tage vor Symptombeginn und zu Beginn der Krankheit am ansteckendsten sind, wie es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt. Allerdings kann das Sars-CoV-2-Virus auch bei einem asymptomatischem Infektionsverlauf übertragen werden.

    Sind die PCR-Tests zu empfindlich?

    Das hängt davon ab, wie lange der Test läuft. Es gibt eine Kennziffer, die das Verfahren beschreibt: der sogenannte CT-Wert. Er besagt, wie viele Runden ein Test durchlaufen muss, um ein positives Ergebnis zu zeigen. Läuft der Test sehr lange, werden auch noch winzige Virusmengen nachgewiesen. Bei einem CT-Wert von über 30 sprechen Virologen von einer geringen Konzentration. Womöglich können sich die Viren dann nicht mehr vermehren. Problem: Nicht jeder Abstrich ist gleich gut. Ist viel Virusmaterial in der Probe, schlägt der Test früher an.

    Erfahren die Gesundheitsämter den CT-Wert?

    Laut einer Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung erfahren nur wenige Gesundheitsämter davon (Stand Oktober 2020). Allerdings gebe es regionale Unterschiede. Viele Behörden vor Ort wissen also nicht, ob lange oder kurz getestet wurde, und ob damit womöglich die Isolation verkürzt werden könnte. Problem: Es gibt keine Standards, ab welchem CT-Wert die Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus gelockert werden darf.

    Mehr Tests = mehr Infektionen?

    Die absolute Zahl der Tests sagt wenig über die Entwicklung des Infektionsgeschehen aus. Zwar gibt es jetzt mehr Tests und mehr Kapazitäten. Entscheidend ist aber die sogenannte Positivrate, die das Robert Koch-Institut einmal pro Woche veröffentlicht. Der Wert beschreibt das Verhältnis der positiven Ergebnisse zur Gesamtheit der Tests. Zu Beginn der Pandemie (13. Kalenderwoche 2020) lag der Wert bei 8,7 - im Herbst ( 41. KW 2020) bei nur noch 2,48. Anschließend stieg der Wert in Deutschland wieder - Mitte November (46. KW) kamen mit 9,2 Prozent anteilig so viele positive Testergebnisse wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

    PCR-Tests sind Wissenschaftlern zufolge zu etwa 98 Prozent zuverlässig. Testen die Labore zwei bis drei Mal, kann die Fehlerquote auf 0,01 Prozent gesenkt werden. Das RKI macht keine genauen Angaben zur Fehlerquote der PCR-Test. Von dort heißt es schlicht: Wenn die Tests korrekt durchgeführt und deren Ergebnisse fachkundig beurteilt würden, gehe man "von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht".

    Grundsätzlich gilt: Je wahrscheinlicher es ist, dass sich eine Person infiziert hat, desto höher ist auch die Aussagekraft eines positiven Tests - und umgekehrt. Experten nennen das Vortestwahrscheinlichkeit. "Das Ergebnis einer Labortestung ist immer eine Diagnose, nie ein rohes Testergebnis", hatte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité dazu erklärt.

    Detailliertere Informationen rund um die Frage der Tests finden Sie hier.

    Stand: 18.11.2020 (Mit Material von dpa)

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  • Covid-19Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß

    Zuletzt wurde mehrfach über einzelne Personen berichtet, die sich zum zweiten Mal mit dem neuen Coronavirus infiziert haben. Was sagt das über Immunität und die Impfstoffsuche aus?

    Was ist über Reinfektionen mit dem Coronavirus bekannt?

    Seit das neue Coronavirus in der Welt kursiert, wird darüber gerätselt, ob und wann jemand nach einer Coronainfektion erneut an Covid-19 erkranken kann - eine wichtige Frage auch mit Blick auf die Anforderungen an Impfstoffe. Schon im Frühjahr wurden einige Fälle bekannt, bei denen das Coronavirus nach einem negativen Test einige Wochen später erneut nachgewiesen werden konnte. Forschende gehen in diesen Fällen von verschiedenen Szenarien aus: Das Virus könnte im Körper geblieben und die Erkrankung später neu aufgeflammt sein - oder aber die Tests waren irreführend, da totes Virenmaterial nachgewiesen worden sein könnte.

    Nun gab es Meldungen von einigen Patienten - etwa in Belgien, den Niederlanden, den USA, Ecuador und Hongkong -, die sich Wochen bis Monate nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 erneut mit dem Virus angesteckt haben. Dabei handelt es sich recht sicher um Reinfektionen: Denn wie etwa die Virologin und Beraterin der niederländischen Regierung, Marion Koopmans, mitteilte, unterscheidet sich bei der niederländischen Patientin der genetische Code - eine Art Fingerabdruck des Virus - bei der zweiten Infektion deutlich von der ersten. Das spreche gegen ein Wiederaufflammen der ersten Infektion, sagte sie im niederländischen Radio.

    Genetischer Fingerabdruck verändert sich

    Auch bei der neu erkrankten Patientin aus Belgien wurde ein anderer genetischer Fingerabdruck gefunden. Sie war drei Monate nach der ersten Infektion erneut erkrankt. Kurz zuvor berichtete die University of Hong Kong über einen Mann, der sich nach viereinhalb Monaten erneut infiziert hatte - auch bei ihm wurden andere Virussequenzen gefunden als bei der Erstinfektion. Ebenso war es bei einem Mann im US-Bundesstaat Nevada und einem Ecuadorianer, wie Forschende aus beiden Ländern mitteilten.

    Wie verläuft eine Reinfektion?

    Dazu gibt es bisher keine Forschungsergebnisse, da erst diese drei Fälle von Reinfektionen sicher dokumentiert sind. Im Fall des Mannes aus Hongkong ist bekannt, dass er nach Angaben der Universität bei der zweiten Infektion keine Symptome gezeigt hat. Im Fall der Patientin in Belgien spricht der Virologe Marc Van Ranst von milden Symptomen. In den Niederlanden geht es um einen älteren Patienten mit einem schwachen Immunsystem, Einzelheiten zu seinem Krankheitsverlauf sind nicht bekannt. Es könne sein, dass der Verlauf bei einer zweiten Infektion zumindest leichter ist - oder dass man nicht mehr ansteckend ist, vermutet etwa Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

    Dagegen sprechen derzeit die Einzelfälle aus den USA und Ecuador. Der 25-Jährige US-Amerikaner war zunächst Mitte April nach milderen Erkältungssymptomen und Durchfall positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Ende Mai wurde er dann erneut positiv getestet - dieses Mal mit Fieber, Kopfweh und Husten, auch musste er zeitweise beatmet werden. Der Mann aus Ecuador hatte bei seiner ersten Infektion im Mai nur milde Symptome, im August zeigte die Erkrankung einen mittelschweren Verlauf.

    Wie lange ist man nach einer Coronainfektion immun?

    Diese Frage ist nach wie vor weitgehend ungeklärt. Die Dlf- Sendung "Forschung aktuell" berichtet von neuen Untersuchungen der Harvard Medical School und der Universität Toronto, die Antikörper gegen des Coronavirus in den Mittelpunkt stellen. Für die Studien wurden mehr als 300 Infizierte untersucht. Das Ergebnis: Antikörper waren bei den meisten der Infizierten im Blut und auch im Speichel nachweisbar. Die größte Menge an Antikörpern fanden die Forscher bei den untersuchten Patienten zwei bis vier Wochen nach der Infektion. Danach sinkt die Antikörpermenge ab.

    Nach drei Monaten waren bei fast allen Infizierten weiterhin Antikörper vorhanden, bei einigen auch noch nach sechs Monaten, wenn auch in geringerer Konzentration.
    Eine Antwort auf die Frage, ob und wie lange der Immunschutz bestehen bleibt, ist daraus allerdings schwer abzuleiten. Denn neben den Antikörpern spielen noch weitere Faktoren wie die generelle Stärke des Immunsystems, die von Mensch zu Mensche variiert, eine wichtige Rolle beim Schutz vor dem Erreger. Möglich ist nach wie vor auch, dass sich die Dauer der Immunität von Mensch zu Mensch unterscheidet, wie es vom Robert Koch-Institut heißt.

    Keine Antikörper bei nachweislich Infizierten

    Erschwert wird die Antwort nach dem natürlichen Immunschutz auch durch die Tatsache, dass bei einigen nachweislich Infizierten gar keine Antikörper gefunden werden, wie eine Studie des Universitätsklinikums Jena zeigt. Im ehemaligen Corona-Quarantäneort Neustadt am Rennsteig ließen sich demnach bei rund der Hälfte der Infizierten keine Antikörper gegen den Erreger nachweisen. Auch eine Studie des Lübecker Gesundheitsamts war zu dem Schluss gekommen, dass nur 70 Prozent der Infizierten Antikörper gebildet hatten, 30 Prozent hingegen nicht.

    Welche Rolle spielen T-Helferzellen bei der Abwehr?

    Aber nicht nur Antikörper bekämpfen eine Infektion. Eine wichtige Rolle spielen auch sogenannte T-Helferzellen, die sich über Jahre hinweg merken können, welche Erreger der Körper erfolgreich bekämpft hat. Tests auf diese Immunzellen sind allerdings deutlich aufwendiger als Antikörpertests, wie Gerard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung im Deutschlandfunk sagte.

    Forscher des Karolinska Instituts in Stockholm haben in einer kleinen Studie die Blutproben von 2.000 Menschen in der schwedischen Hauptstadt auch nach Hinweisen auf eine T-Zell Immunität gegen Sars-Cov-2 getestet. Dabei haben sie gesehen, dass manche Personen zwar keine Antikörper hatten, aber dennoch eine T-Zell-Immunität aufwiesen - vor allem Menschen, die nur sehr milde oder kaum nachweisbare Symptome gezeigt hatten. Der tatsächliche Prozentsatz an Personen, die bereits eine Coronainfektion durchgemacht haben und wohl vorerst immun sind, könnte also höher liegen, als Antikörper-Studien nahelegen. Das wurde bei entsprechenden Studien zuletzt auch kommuniziert.

    Was bedeutet das für die Impfstoffentwicklung?

    Wenn bei Impfstudien von einer Immunreaktion die Rede ist, bezieht sich das laut unserer Forschungsredaktion auf die Antikörperproduktion. Unklar ist, ab welcher Menge eine Immunität erreicht ist und wie lange diese anhält. Zudem ist bisher nur bei dem Impfstoffkandidaten der Universität Oxford klar, dass durch die Impfung auch passende T-Gedächtniszellen gebildet werden - das wäre aber für eine langfristige Immunität durchaus relevant. Informationen zum Stand der Impfstoffforschung hat die DLF-Redaktion Forschung Aktuell hier zusammengestellt.

    Was bringt eine Plasmabehandlung mit Antikörpern?

    In den USA wurde nun die Behandlung von Covid-19-Erkankten mit Plasma von bereits genesenen Patienten per Notfallgenehmigung erlaubt. In dem Blutplasma finden sich Antikörper, die Erkrankten helfen sollen - ein Verfahren, dass schon seit über einem Jahrhundert praktiziert wird. Bisher gibt es in Bezug auf Covid-19 Hinweise, dass schwer kranke Patienten durch die Gabe von Plasma mit Antikörpern etwas häufiger überleben als ohne. Eindeutig sind die Ergebnisse nicht, denn die Patienten bekamen neben dem Plasma meist auch andere Medikamente. Auch eine offizielle Zulassung der Behandlung steht in den USA deshalb noch aus. Kritiker werfen US-Präsident Trump vor, die Notfallgenehmigung vor allem wegen des Präsidentschaftswahlkampfes auf den Weg gebracht zu haben.

    Weitere Informationen zur Immunität gegen das neue Coronavirus hat DLF-Wissenschaftskorrespondent Volkart Wildermuth hier zusammengestellt.

    (Stand: 10.10.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 28.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Was der Anstieg der Corona-Infektionen für die Krankenhäuser bedeutet

    Die Corona-Infektionen steigen rapide an - in den Nachbarländern und in Deutschland selbst. Experten erklären, einem Anstieg der Infektionen folge mit einem zeitlichen Abstand von etwa 14 Tagen ein Anstieg schwerer Covid-19-Erkrankungen. Wie sieht es derzeit in den Krankenhäusern aus?

    "Die Zeit drängt" - mit diesen Worten haben Klinikärzte in Deutschland die Bundesländer mit vielen Corona-Fällen aufgefordert, nicht notwendige Operationen zu stoppen. In einer Erklärung der Ärzteorganisation Marburger Bund und der intensivmedizinischen Fachgesellschaften heißt es, dass Krankenhäuser aus Umsatzgründen ihre Kapazitäten nicht auf Covid-19-Patienten konzentrierten. Ändere sich dies nicht, dann werde die Belastungsgrenze insbesondere auf vielen Intensivstationen schon bald überschritten.

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen steigt

    Seit Wochen steigen in Deutschland die Zahlen der Covid-19-Erkrankten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das DIVI-Intensivregister gibt Auskunft über die Belegung der Intensivstationen. Grundlage der Zahlen sind Meldungen der Krankenhäuser. Derzeit werden im Register etwa 28.400 Intensivbetten gemeldet, von denen derzeit knapp 6.600 frei sind.

    Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung steht. Das war auch bereits vor der Corona-Pandemie der Fall. Pflegepersonal auf Intensivstationen hat eine spezielle Ausbildung und kann nicht einfach durch andere Pflegekräfte ersetzt werden. Auf Intensivstationen liegen mehr als 3.300 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen fast 1.900 invasiv beatmet werden. (Stand 14.11.)
    Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher etwa zwölf Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten gestorben. (Stand 13.11.)

    Das DIVI-Intensivregister zeigt auch in übersichtlichen Kartendarstellungen bis auf Kreisebene den Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. In Zeitreihen lässt sich zudem die Entwicklung der letzten Monate nachvollziehen. Grafiken zeigen steil ansteigende Kurven, die nun teilweise höher liegen als im Frühjahr.

    Krankes Pflegepersonal erschwert die Lage

    Was den Krankenhäusern nach eigenen Angaben große Probleme macht, ist der Personalmangel, der dadurch erschwert werde, dass sich auch viele Mitarbeiter im privaten Umfeld infizierten und dann für die Arbeit ausfielen. Ulrich Frei, Vorstandsmitglied der Berliner Charité, sagte, man versuche mit allen Mitteln, ausreichendes Pflegepersonal zu rekrutieren. Auch die Brandenburger Kliniken leiden nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft unter Personalausfällen durch Covid-Infektionen und Quarantänen. Die im November üblichen grippalen Infekte kämen obendrauf.

    Wie angespannt die Lage ist, zeigt auch eine Aussage von Bundesgesundheitsminister Spahn beim Deutschen Pflegetag, wonach infizierte oder sich in Quarantäne befindliche Pflegekräfte in Krankenhäuser notfalls weiterarbeiten sollten, damit der Betrieb aufrechterhalten werden könne. Ein Einsatz von Corona-infizierten Pflegekräften solle jedoch die Ausnahme bleiben und könne nur unter hohen Sicherheitsvorkehrungen mit FFP2- oder FFP3-Masken geschehen. Solche Fälle basierten auf einer entsprechenden, bereits seit Monaten bestehenden Empfehlung des Robert Koch-Instituts, sagte der Minister.

    Insolvenzen von Krankenhäusern drohen

    Die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser in Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten einer Studie zufolge weiter verschärft. Die "Rheinische Post" zitiert aus Untersuchungsergebnissen des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen. Demnach waren schon im Jahr 2018 13 Prozent der Kliniken von der Insolvenz bedroht. Spätestens ab dem Jahr 2022 könnten noch weitere folgen. Denn die Finanzhilfen des Bundes zur Bewältigung wirtschaftlicher Einbußen in Folge der Corona-Pandemie hätten vielen Häusern nur eine vorübergehende Atempause verschafft.

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  • BildungKinder und das Coronavirus – wie es um die Gefahr der Ansteckung und Verbreitung steht

    Angesichts der deutschlandweit steigenden Corona-Infektionszahlen und hunderttausenden Schülerinnen und Schülern in Quarantäne wird erneut die Frage laut, welche Rolle Kinder und Jugendliche bei der Übertragung des Coronavirus spielen.

    In den vergangenen Wochen ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen auch bei Kindern deutlich gestiegen. Dies meldet der "Spiegel" unter Berufung auf das Robert Koch-Institut. Demnach wurden in der ersten Novemberwoche mehr als 10.400 Infektionen bei Kindern unter 14 Jahren gemeldet. Anfang September sind es demnach noch weniger als 1.000 gemeldete Infektionen in der gleichen Gruppe gewesen.
     
    Laut RKI wurde die Infektiosität im Kindesalter bisher selten untersucht und kann daher nicht abschließend bewertet werden. Die Ansteckungsrate durch Kinder war dem RKI zufolge in Studien ähnlich hoch wie bei Erwachsenen. Studien zur Viruslast bei Kindern zeigen demnach keinen wesentlichen Unterschied zu Erwachsenen. Kinder waren laut RKI aber weniger empfänglich für eine Ansteckung mit dem Virus als Erwachsene, wobei Kleinkinder sich in noch geringerem Maße infizierten als Schulkinder.

    Kinder in Bayern: hohe Dunkelziffer

     
    Eine der bisher größten Studien zu Infektionen von Kindern wurde Ende Oktober veröffentlicht. Sie besagt, dass sechs Mal mehr Kinder und Jugendliche infiziert sein könnten als gedacht. Die Forschenden haben 12.000 Blutproben auf Antikörper untersucht, die zwischen April und Juli von Kindern und Jugendlichen in Bayern genommen worden waren. Ursprünglich sollte das Blut auf Diabetes untersucht werden - zusätzlich haben die Forschenden aber auch nach Corona-Antikörpern gesucht. Für ein möglichst genaues und sicheres Ergebnis wurde dazu nach zwei verschiedenen Antikörpern gesucht. Heraus kam: In 0,87 Prozent der Proben wurden beide Antikörper gefunden. Die Hälfte dieser Infizierten hatte keine Covid-Symptome. Laut den Forschenden wäre es sinnvoll, mehr Kinder zu testen, die keine Symptome aufweisen. Viele infizierte Kinder hatten auch mindestens einen infizierten Familienangehörigen.

    Eine österreichische Studie, die an 243 Schulen im ganzen Land an Menschen ohne Symptomen durchgeführt wurde, kommt zum Ergebnis, dass es keine Unterschiede zwischen Schulformen oder zwischen Schulkindern und Lehrkräften gibt, was die Ansteckungshäufigkeit betrifft. Etwas anderes gilt für Schulen mit hoher Benachteiligung. Dort war die Wahrscheinlichkeit um mehr als 3,5 Mal höher, eine infizierte Person ohne Symptome zu finden.

    Indien: Kleinkinder infizieren andere Kleinkinder

     
    Eine Studie aus Indien lässt vermuten, dass die Ansteckung bei Kindern vor allem in der gleichen Altersgruppe stattfindet. Für die Untersuchung wurden Infektionsketten analysiert und die Daten von rund 575.000 Menschen ausgewertet, die mit Corona-Infizierten Kontakt hatten. Fast jedes vierte Kind zwischen einem und vier Jahren steckte sich an, wenn es Kontakt zu einem anderen infizierten Kleinkind hatte. Bei den 5- bis 17-Jährigen war es immerhin noch jedes Fünfte. An Erwachsene gaben sie das Virus dagegen deutlich seltener weiter. Kinder sind laut den Forschenden sehr effiziente Überträger. Entsprechend sei es auch eine sinnvolle Pandemie-Maßnahme, die Schulen und Kindergärten zu schließen.

    Lehrergewerkschaft fordert Wechselunterricht

     
    Eine Tübinger Studie aus dem Juni hatte besagt, dass Kinder keine Infektionstreiber seien. Baden-Württemberg hatte die Studie zur Grundlage für Schulöffnungen genommen. Unter anderem die Lehrergewerkschaft GEW übt nun an der Art und Weise, die der Schulbetrieb aktuell durchgeführt wird, Kritik. Sie fordert – wie die Bundesregierung - Wechselunterricht, der für Schülerinnen und Schüler ab Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 5) gut umzusetzen sei.
     
    Der Berliner Virologe Drosten war in einer Studie zu der Infektiosität von Kindern bereits im April zum Ergebnis gekommen, dass Kinder genauso ansteckend sein könnten wie Erwachsene. Kinder hatten demnach genauso viele Viren im Rachen. Drosten schloss aus seinen Ergebnissen, dass die Öffnung von Schulen und Kitas vorsichtig angegangen werden sollte - und war dafür zum Teil in die Kritik geraten.

    Der Kinder-Infektiologe Johannes Hübner sprach sich im Deutschlandfunk klar gegen erneute Schulschließungen aus. Er sagte, auch weiterhin seien Schulen und Kitas keine Treiber der Infektionen. Natürlich schwappten aber die höheren Infektionszahlen in der Bevölkerung auch in die Schulen über. Wenn es dann einzelne Fälle gebe, sollte nicht gleich die ganze Schule geschlossen werden, sondern die betroffene Klasse in Quarantäne geschickt werden. So habe es bisher ganz gut funktioniert, meinte Hübner.

    (Stand: 17.11.2020, 19 Uhr)

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    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Was sind Aerosole?

    Aerosole sind feste oder flüssige Partikel, die so klein sind, dass sie kaum noch der Schwerkraft unterliegen. Diese kleinsten Teilchen sinken, anders als die beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen, nicht schnell zu Boden, sondern schweben deutlich länger in der Luft - teilweise Minuten oder sogar Stunden. Also kann jemand, der nach einem Infizierten einen nicht gelüfteten Raum betritt, sich anstecken. Außerdem können Tröpfchen nicht so stark eingeatmet werden wie Aerosole. Meistens bleiben sie eher in den oberen Atemwegen, während Aerosole tief in die Lunge eindringen können.

    Bei einigen Krankheiten ist bekannt, dass sie zum Teil auf diesem Weg übertragen werden, zum Beispiel Tuberkulose. Ein direkter Kontakt zu einem Infizierten ist also nicht notwendig, um sich anzustecken.

    Welche Erkenntnisse gibt es dabei in Bezug auf das Coronavirus?

    Zunächst spielte eine mögliche Infektion durch Aerosole kaum eine Rolle in der Betrachtung. Allerdings haben Mediziner weltweit Corona-Ausbrüche genauer analysiert. Und nach und nach stellten sie fest, dass es für zahlreiche Ausbruchsgeschehen kaum eine andere Erklärung geben konnte als eine Infektion über Aerosole.

    Davon kann man allerdings erst sprechen, wenn Personen sehr weit voneinander entfernt waren und sich trotzdem infiziert haben. Ersten Hinweisen darauf gingen chinesische Forscher nach, die Infektionsketten in einem Restaurant in Wuhan nachgingen - der Stadt, in der das Virus zum ersten Mal auffällig wurde. Dort waren Gäste am Coronavirus erkrankt, die an verschiedenen, weit voneinander entfernten Tischen gesessen und auch sonst keine gemeinsamen Wege oder Begegnungen hatten.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation sieht inzwischen Aerosole als wichtigen Übertragungsweg des Virus an. Das hat zumindest mittelfristig Auswirkungen auf die Empfehlungen zum Gesundheitsschutz.

    Aufenthalt in schlecht belüfteten Räumen erhöht Risiko

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Übertragung im Umkreis von mehr als acht Metern

    Dass Aerosole eine sehr große Reichweite und Verweildauer in der Atemluft haben, hat auch das Ausbruchsgeschehen in Schlachtbetrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vor Wochen gezeigt: Das Helmholtz-Institut für Infektionsforschung veröffentlichte im Juli erste Ergebnisse einer Studie über den Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Demnach hat ein Mitarbeiter in der Rinderzerlegung das Virus im Mai auf mehrere Personen übertragen, und zwar im Umkreis von mehr als acht Metern. Die Studie habe auch gezeigt, dass die Wohnsituation der Arbeiter keine wesentliche Rolle gespielt habe, so die Forscher.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Dominanter Infektionsweg über Aerosole?

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich unter Forschungsleitung von Martin Kriegel intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Man könne das Risiko halbieren, wenn man doppelt so viel Luft hereinbringe, sagte Kriegel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Spahn. Auch eine geringere Aufenthaltsdauer vermindere das Infektionsrisiko: "Wenn wir die halbieren, halbieren wir das Risiko auch."

    "Allerdings ist die Fensterlüftung nicht verlässlich", sagte Kriegel im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Denn man wisse im Einzelfall nicht, wie viel Luft durch das Fenster gelange. Die Effektivität der Fensterlüftung hänge davon ab, wie stark der Wind draußen wehe und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen sei.

    "Viele Leute denken, wenn es drinnen kalt ist, ist die Luft frisch im Innenraum. Das stimmt nicht. Man müsste also immer in regelmäßigen Abständen die Fenster komplett öffnen. Denn durch ein gekipptes Fenster gelangt nicht wirklich viel Luft herein." Das sei vor allem nun, in der kälteren Jahreszeit, eine große Herausforderung. "Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnen würde, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren", haben der Forscher und sein Team festgestellt.

    Gefahrenquelle Schulunterricht?

    Vor dem Hintergrund seiner Berechnungen und der Tatsache, dass die Schulen ebenfalls mit sinkenden Außentemperaturen zu tun haben werden, empfiehlt Kriegel: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert der Forschungsleiter dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 10.10. 2020)

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    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Coronavirus: Was man zu Schutzmasken wissen sollte

    Zum Thema Mundschutz und Atemschutzmasken kursieren viele Informationen. Welche Arten von Schutzmasken es gibt, wie sie wirken und wen sie schützen, beantworten wir hier.

    Wie sinnvoll ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes?

    Mit Blick auf die kühleren Monate plädieren die Präsidenten von vier großen deutschen Forschungsorganisationen am 24. September für konsequentes Masken-Tragen in Innenräumen. Die Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft schrieben in einer gemeinsamen Stellungnahme, ein wesentlicher saisonaler Faktor werde in der kalten Jahreszeit der Aufenthalt in geschlossenen Räumen sein. Dem könne durch ein konsequentes Tragen von Masken entgegengewirkt werden, hieß es.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zur Eindämmung von Infektionen das Tragen von Schutzmasken generell dort, wo Abstand halten nur schwer möglich ist. Menschen, die über 60 Jahre alt seien oder Vorerkrankungen hätten, sollten eine medizinische Maske nutzen.

    Der Meinungs-Umschwung

    Wichtige Organisationen, wie die WHO und das RKI waren im Frühjahr skeptisch, und entschieden sich gegen die Empfehlung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, lehnte im April eine Maskenpflicht ab. Sie sei potenziell gefährlich: Im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut. Schneller könne man sich kaum infizieren, warnte Montgomery. Auch die Politik zögerte, eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen einzuführen. Der Grund war unter anderem, dass der Vorrat an medizinischen Schutzmasken so knapp war, dass selbst das Fachpersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unterversorgt war.

    Die WHO hatte ihren Standpunkt zum Tragen von Masken Anfang Juni geändert. Auf der Webseite des RKI heißt seit Mitte März, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes könne helfen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen, wenn man öffentliche Räume betrete, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könne. Das RKI weist eindringlich darauf hin, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf keinen Fall dazu führen dürfe, Abstandsregeln zu missachten oder Husten- und Niesregeln und die Händehygiene nicht mehr einzuhalten.

    Weltärztepräsident Montgomery sagte Anfang September im Deutschlandfunk: "Es gibt inzwischen wissenschaftliche Beweise in der Weltliteratur, dass auch eine schlechte Maske immer noch besser ist als keine Maske. Inzwischen wissen wir, dass selbst ein, mit Verlaub gesagt, feuchter Lappen vorm Gesicht besser ist als gar nichts."

    Liefer-Engpässe längst beseitigt

    Die ursprünglichen Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken konnten beseitigt werden. Bei mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen seien die Lager voll, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums Mitte Juni. Gesundheitsminister Spahn hat mit deutschen Unternehmen Vereinbarungen für die Produktion medizinischer Schutzmasken getroffen. Zudem gibt es mittlerweile im Einzelhandel eine reiche Auswahl an sogenannten Alltagsmasken zu kaufen. Und viele haben das Nähen und Basteln für sich entdeckt und eigene Masken erstellt.

    Hat das Zögern die Ausbreitung unterstützt?

    Forschende sind nach einem Bericht von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" der Ansicht, dass eine früh angeordnete Maskenpflicht die Ansteckungsrate in Europa reduziert hätte. Klaus-Dieter Zastrow, Professor für Hygiene an der THM Gießen sagte, es sei "ein Skandal, dass sich WHO und RKI dagegen gestellt hätten."

    Welche Masken unterscheidet man?

    Fällt das Stichwort "Atemschutzmaske" ist nicht immer klar, um welche Masken es genau geht: Der einfache Mund-Nasen-Schutz schützt vor allem andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, weniger den Träger selbst. Man nennt sie auch "Alltagsmasken".

    In Krankenhäusern werden verschiedene Maskentypen benutzt, wie ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft erklärt: einfache OP-Masken aus Vlies, die Patienten bei einer Operation vor dem Speichel von Medizinern und Pflegepersonal schützen sollen, sowie Schutzmasken der Standards FFP2 und FFP3 (Filtering Face Pieces). Diese bestehen aus festerem Material und können ein Atemventil haben. Das Coronavirus sei recht klein, erklärt der Sprecher, nur die FFP-Masken seien so gebaut, dass es nicht durchkomme.

    Allerdings: Masken ohne Ventil filtern laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz. Masken mit Ventil filtern demnach nur die eingeatmete Luft und sind daher nicht für den Fremdschutz ausgelegt.

    Was sagt die Forschung zur Wirksamkeit verschiedener Masken?

    Nicht jede Form von Corona-Masken hält beim Ausatmen oder Sprechen mit Viren belastete Tröpfchen gleich wirksam zurück. Während etwa chirurgische Masken äußerst effektiv sind, erhöhen andere Schutzformen sogar den Ausstoß von ausgestoßenen Tröpfchen. Das Wissenschaftsmagazin "Science Advances" hat im August einen wissenschaftlichen Vergleich von 14 verschiedenen Maskentypen veröffentlicht. Der Co-Autor der Studie, Eric Westman, erklärt, die Vorstellung, dass alles besser sei als nichts, habe sich nicht bewahrheitet.

    Für den Vergleich nutzten die Forschenden der Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina eine einfache Testmethode. Sie ließen ihre Versuchspersonen in einem dunklen Raum fünfmal hintereinander mit unterschiedlichen Masken und ohne Mundschutz die Worte "Stay healthy, people" (Bleibt gesund, Leute) in einen erweiterten Laserstrahl sprechen und dies von einer Smartphone-Kamera aufnehmen. Ein Computer-Algorithmus zählte anschließend die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen.

    Am besten schnitten die in den USA für das Krankenhauspersonal reservierten Atemschutzmasken vom Typ N95 (FFP2-Masken in Europa) ab. Die ausgestoßenen Aerosole wurden auf weniger als 0,1 Prozent der Menge ohne Maske reduziert. Chirurgische Masken fingen demnach mehr als 90 Prozent ab. Selbstgenähte Baumwollmasken filterten je nach Zahl ihrer Stofflagen und Falten immer noch zwischen 70 und 90 Prozent der Tröpfchen. Dagegen ließen Halstücher rund die Hälfte der Tröpfchen durch. Am schlechtesten schloss ein Schlauchschal aus Polarfleece ab. Dieser erhöhte nach Angaben der Forschenden sogar die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen - möglicherweise, weil das Gewebe die größeren Tröpfchen in kleinere zerlegte.

    N95-Masken mit Ausatmungsventil schützten bei dem Test weniger als die N95-Masken ohne Ventil - sie waren in etwa mit simplen Baumwollmasken zu vergleichen. Diese Masken werden als "erträglicher" beworben, doch Gesundheitsbehörden und -experten raten von ihnen ab, da sie zwar ihren Träger schützen, dafür jedoch dessen kontaminierte Atemluft leichter abgeben als die anderen Masken.

    Was muss ich generell beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beachten?

    Ein Mundschutz kann - wie nicht zuletzt die oben genannte Studie zeigt - die Ansteckung anderer nicht vollständig verhindern. Er verringert jedoch die Gefahr, da infektiöse Tröpfchen beim Husten oder Niesen abgefangen werden. Dafür ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz möglichst fest sitzt und gewechselt wird, wenn er feucht geworden ist.

    Anschließend sollte er bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Ein gängiges Vollwaschmittel reicht dafür aus. Die Alltagsmasken lassen sich auch im Backofen desinfizieren: 30 Minuten bei 70 Grad reichen nach Angaben des Virologen Christian Drosten aus. Eine weitere Methode ist das heiße Bügeln. Dies muss allerdings sorgfältig geschehen, und die Falten müssen lange erhitzt werden. Einfacher ist die Desinfektion in der Mikrowelle. Dafür darf der Mund-Nasen-Schutz aber keine Metallteile enthalten. Die Maske sollte mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäße mit Wasser gelegt werden. Dann wird sie zwei Minuten lang bei 750 Watt erhitzt. Der entstehende Wasserdampf tötet Viren ab.

    Ausführliche Hinweise zum richtigen Tragen des Mund-Nasen-Schutzes liefert die Webseite "Maske zeigen".

    Keine Alternative zu Corona-Masken – Plastikvisiere im Abseits

    Zu Beginn der Pandemie galten sie als wichtige Erleichterung: Anstatt der Mund-Nase-Maske bedienten sich viele Menschen eines Plastikvisiers und konnten so unbeschwerter atmen. In Österreich sind die "Face Shields" nun prinzipiell untersagt - und auch in Deutschland geraten sie ins Abseits.

    Die Schutzwirkung der Visiere ist seit langem umstritten. Das Robert Koch-Institut hält fest: "Die Verwendung von Visieren anstelle von Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) wird derzeit von verschiedenen Herstellern beworben, ohne dass Belege für die Äquivalenz dieser Ersatzmaßnahme vorliegen." Das RKI argumentiert im Sinne vieler wissenschaftlicher Studien: Mund-Nase-Bedeckungen müssen über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen. Nur so wird das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten minimiert. So kann die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Tröpfchenauswurfs am besten reduziert werden.

    Visiere dagegen können zumeist maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen. Das RKI kommt zu dem Schluss: "Die Verwendung von Visieren kann daher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zur MNB angesehen werden. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Rückhaltewirkung von Visieren auf ausgestoßene respiratorische Flüssigkeitspartikel deutlich schlechter ist."

    Österreich verbannt "Face Shields"

    In Österreich sind die halboffenen Plastikvisiere als alleiniger Mund-Nase-Schutz untersagt. Die Verordnung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht eine Übergangsfrist bis zum 7. November vor. Damit soll gewährleistet werden, dass sich alle auf die neue Regelung einstellen können.

    Auch in Deutschland sind die halb-offenen Gesichtsvisiere ins Abseits geraten. Als letztes Bundesland hatte Schleswig-Holstein die "Face Shields" als Alternative zu den Masken aus dem Verkehr gezogen. Nach wie vor ist die Lage in Deutschland aber nicht einheitlich. Denn auch für die Festlegungen zum Mund-Nasen-Schutz sind die Bundesländer zuständig. In Hessen etwa ist das Tragen eines Visiers erlaubt, wenn das ganze Gesicht abgeschirmt wird.

    Gesundheitliche Gründe gelten weiter

    Nach wie vor gelten quer durch Deutschland allerdings auch andere Ausnahmen. Vielerorts wird Menschen das Tragen von Visieren zugestanden, die aus gesundheitlichen Gründen keine eng anliegende Maske tragen dürfen, zum Beispiel wegen einer Asthma-Erkrankung. Und auch in Geschäften können Beschäftigte weiter ohne Maske arbeiten, sofern sie durch Glas oder Plexiglas ausreichend von anderen abgeschirmt sind. Wer mehr darüber wissen möchte, muss daher die geltende Rechtslage im jeweiligen Bundesland konsultieren.

    (Stand: 29.10.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 28.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit können helfen, diese Frage zu beantworten. Doch auch dabei gibt es Schwierigkeiten, die von Kritikern benannt werden.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen im Vergleich zu durchschnittlichen Parametern mehr gestorben sind. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte. Dieses Mehr an Toten ist die Übersterblichkeit. Unter bestimmten statistischen Voraussetzungen (Stichwort: Prognoseintervall) können diese zusätzlichen Todesfälle der Grippe zugeordnet werden. So kam es zu der geschätzten Zahl von 25.000 Grippetoten; laborbestätigt sind für den Zeitraum 1.674 Influenza-bedingte Todesfälle. Experten hoffen, durch die aktuellen Zahlen zur Übersterblichkeit Rückschlüsse auf die Auswirkungen des Coronavirus ziehen zu können.

    Welche Erkenntnisse zur Übersterblichkeit der vergangenen Monate gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht schon seit einiger Zeit konkrete Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. In den ersten drei Monaten des Jahres zeigte sich demnach kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen. Auch die Grippewelle fiel dieses Jahr im Vergleich zu den Vorjahren moderater aus. Im März 2018 - in einem Jahr, in dem die Grippewelle besonders heftig war - starben zum Beispiel 107.100 Menschen. Im März 2019 waren es 86.500, im März 2020 87.100. Wie das Statistische Bundesamt erklärt, könnten demnach auch ohne Corona-Pandemie die Sterbefallzahlen in der Grippezeit stark schwanken.

    Im April lagen die Zahlen allerdings deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, mit einem Plus von zehn Prozent. Seit Anfang Mai bewegten sich die Sterbefallzahlen zunächst wieder etwa im Durchschnitt.

    Zuletzt verzeichneten die Behörden wieder einen Anstieg. Im Oktober 2020 sind in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen mindestens 78.346 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren das vier Prozent beziehungsweise 2.777 Menschen mehr als in den Jahren 2016 bis 2019 im Oktober.

    Sterbefallzahlen seit zweiter Oktoberhälfte überdurchschnittlich

    In der ersten Oktoberhälfte lag die Zahl der Sterbefälle im Bereich des Durchschnitts der vier Vorjahre. Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an COVID-19 erkrankt waren, stieg allerdings von Woche zu Woche. In der 44. Kalenderwoche (26. Oktober bis 1. November) gab es insgesamt 687 beim Robert Koch-Institut gemeldete COVID-19-Todesfälle – das sind 609 mehr als noch vier Wochen zuvor. Insgesamt wurden für die 44. Kalenderwoche bislang 18.030 Sterbefälle gemeldet – das sind fünf Prozent oder 849 Fälle mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Man kann also davon sprechen, dass seit der zweiten Oktoberhälfte in Deutschland eine Übersterblichkeit herrscht.

    Zunahme der Sterbefälle vor allem in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen

    Die überdurchschnittlich hohen Sterbefallzahlen im Oktober 2020 sind fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen. Die Sterbefallzahlen der unter 80-Jährigen sind hingegen zurückgegangen. Dieser Befund wird auch von Daten des Robert Koch Instituts bestätigt, wonach Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronvirus gehäuft bei Menschen ab 80 Jahren auftreten.

    Daten im europäischen Vergleich gibt es bei Euromomo, ein Portal, dass seit Jahren die Todesfälle von 24 EU-Staaten zusammenträgt. Für Deutschland war dort bisher keine Übersterblichkeit erkennbar. Allerdings wurden hier keine Daten für ganz Deutschland verwendet, sondern lediglich für Berlin und Hessen. Der Virologe Kekulé erklärte dazu im MDR-Podcast, dass Deutschland eigentlich nur in diesen beiden Bundesländern Todesfälle statistisch sauber erhebe. Weil Ansteckungen mit dem Coronavirus regional sehr unterschiedlich auftauchten, könne man aus diesen Daten kaum einen Wert für ganz Deutschland errechnen.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen Ländern?

    Unabhängige Experten haben in einer Untersuchung die Übersterblichkeit in mehreren europäischen Ländern untersucht. Die fünfköpfige Gruppe unter Leitung des Schweizer Infektiologen Didier Pittet attestierten Frankreich während der Pandemie bislang 68 Tage lang eine erhöhte Sterblichkeit. Für Deutschland registrierten sie 44 Tage. In Italien waren es 97 Tage.

    Eine hohe Übersterblichkeit in den USA

    Durch das Coronavirus sind in den USA nach offiziellen Angaben bislang mehr als 250.000 Menschen ums Leben gekommen, laut einer Studie verursachte die Pandemie aber womöglich noch deutlich mehr Opfer. Seit Ende Januar seien in den Vereinigten Staaten beinahe 299.028 mehr Menschen gestorben als üblich, heißt es einer Untersuchung der Gesundheitsbehörde CDC. Davon seien 198.081 und damit zwei Drittel der Fälle direkt auf Covid-19 zurückzuführen.

    Die Studienautoren erklären die Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war. Die höchste Übersterblichkeit, beinahe 95.000 Todesfälle, wurde in der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen registriert. Die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen verzeichnete mit 26,5 Prozent den größten Anstieg.

    Übersterblichkeit unter Weißen Amerikanern deutlich geringer

    Die Übersterblichkeitsrate bei Latinos und Schwarzen nahm um etwa 54 beziehungsweise 33 Prozent zu, die der asiatisch-stämmigen Amerikanern um etwa 37 Prozent. Die Übersterblichkeitsrate unter weißen Bürgerinnen und Bürgern liegt demnach bei zwölf Prozent. Diese Diskrepanz wird vielfach damit erklärt, dass weiße Amerikaner oft wirtschaftlich besser gestellt sind und damit bessere Zugänge zu medizinischer Versorgung haben.

    Das Forscherteam verglich für ihre Übersterblichkeitsstudie den Zeitraum von Ende Januar 2020 bis zum 3. Oktober 2020 mit den durchschnittlichen wöchentlichen Todeszahlen zwischen 2015 und 2019.

    Mehr Todesfälle als üblich auch in Lateinamerika

    Der Economist hat weltweit Zahlen ausgewertet und in mehreren Grafiken veranschaulicht (Stand: Juli 2020). Diese zeigten gerade zu Beginn der Pandemie insbesondere in Mexico, Chile, Ecuador und Peru erhebliche Anstiege der Todesfälle seit April.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Unklar ist derzeit unter anderem, welche Effekte zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen und Anti-Corona-Maßnahmen auf die Todeszahlen haben. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke derzeit schlechter versorgt werden. Auch zeigte die Entwicklung, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben. Auch das werde zu mehr Todesfällen führen, haben �?rzte vielfach gewarnt.

    (Stand 27.11.2020)

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    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen, die regelmäßig aktualisiert werden. Dabei orientiert es sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, das in diesen Regionen die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus für besonders hoch hält. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den Risikogebieten zusammengestellt.

    Laut Auflistung des Robert Koch-Instituts gibt es folgende Risikogebiete. Auf seinen Seiten informiert das RKI auch, ab wann die Reisewarnungen gelten.

    Benelux-Region

    Laut RKI gelten die gesamten Niederlande (inklusive autonomer Länder) als Risikogebiet. Auch ganz Belgien und ganz Luxemburg sind inzwischen (wieder) Risikogebiete.

    Frankreich

    Es gelten Kontinentalfrankreich sowie die französischen Überseegebiete Französisch-Guyana, Französisch-Polynesien, Guadeloupe, St. Martin, La Réunion und Martinique als Risikogebiet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist ganz Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal als Risikogebiet aus. In Ungarn wurde inzwischen das gesamte Land zum Corona-Risikogebiet erklärt.

    Island

    Die gesamte Region Island gilt nun nicht mehr als Risikogebiet.

    Schweiz

    Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Schweiz.

    Großbritannien und Irland

    Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Gibraltar zählen als Risikogebiet. Ausgenommen sind die weiteren Überseegebiete Isle of Man und die Kanalinseln. Hier gilt nur die Insel Jersey als Risikogebiet. Auch Irland ist inzwischen vollständig zum Risikogebiet erklärt worden.

    Spanien, Portugal und Gibraltar

    Ganz Spanien gilt als Risikogebiet mit Außnahme der Kanarischen Inseln. Auch das an Spanien grenzende britische Überseegebiet Gibraltar steht auf der Liste. In Portugal gilt nun das gesamte Land mit Ausnahme der autonomen Azoren und Madeira als Risikogebiet.

    Italien

    Inzwischen gilt auch ganz Italien als Risikogebiet. Das gilt auch für den Vatikan.

    Tschechien und Slowakei

    Ganz Tschechien gilt ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Gleiches gilt für die Slowakei.

    Slowenien und Kroatien

    Kroatien gilt nun ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Ebenso ist es im benachbarten Slowenien.

    Türkei und Griechenland

    Von Reisen in die Türkei wird abgeraten. In Griechenland gelten die folgende Regionen derzeit als Risikogebiete: Westmakedonien, Attika, Zentralmakedonien, Ostmakedonien und Thrakien, Epirus, Thessalien, Nördliche Ägäis und Peloponnes, hinzugekommen ist Mittelgriechenland.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Inzwischen gilt das gesamte Gebiet Dänemarks mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönland als Risikogebiet. Ebenso eingestuft ist mittlerweile ganz Schweden. In Norwegen sind die Provinzen Oslo, Vestland und Viken als Risikogebiete eingestuft. In Finnland gilt die Region Uusimaa als Risikogebiet, hierzu gehört auch die Stadt Helsinki.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Ganz Rumänien wird als Risikogebiet eingestuft. Das gilt auch für das Nachbarland, die Republik Moldau. Auch Bulgarien gilt neuerdings komplett als Risikogebiet.

    Polen und Baltikum

    Vor Reisen nach ganz Polen wird gewarnt. In Estland sind die Regionen Harju, Hiiu, Rapla und Ida-Viru Risikogebiete. Ganz Litauen gilt als Risikogebiet, ebenso Lettland.

    Risikogebiete im Rest der Welt

    Eine pauschale Reisewarnung für etwa 160 außereuropäische Länder ist Ende September ausgelaufen. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage nun wieder für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    (Stand: 20.11.)

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  • CoronavirusAuch Hotels in Mecklenburg-Vorpommern an Weihnachten für Familienbesuch geöffnet

    Nach mehreren anderen Bundesländern hat auch Mecklenburg-Vorpommern entschieden, dass Hotels über die Feiertage Übernachtungen für Familienbesuche anbieten dürfen.

    Nach Angaben von Wirtschaftsminister Glawe gilt das vom 23. Dezember bis 1. Januar. Maximal drei Übernachtungen seien dann erlaubt, sagte er nach einem Treffen der Landesregierung mit Vertretern von Wirtschaft, Kommunen und Verbänden.

    Auch Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen und Berlin haben bereits angekündigt, über die Festtage Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben - entgegen einer Empfehlung aus dem Kanzleramt. In anderen Bundesländern dauern die Beratungen darüber noch an.

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  • LondonZahlreiche Festnahmen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen

    In London sind bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen mehr als 60 Personen festgenommen worden.

    Man gehe davon aus, dass die Zahl noch steigen werde, teilte die Polizei auf Twitter mit. Demnach zogen Teilnehmer zumeist ohne Masken und Abstand durch die Innenstadt. Es kam mehrfach zu Zusammenstößen mit der Polizei.

    In England gilt wegen der hohen Infektionszahlen ein Teil-Lockdown. Die Bürger dürfen ihr zu Hause nur aus triftigen Gründen verlassen, etwa um zur Arbeit oder zum Einkaufen zu gehen. Demonstrationen sind nicht erlaubt.

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  • ÄrmelkanalMehr Polizei und Überwachung gegen illegale Migranten

    Großbritannien und Frankreich wollen die illegale Migration über den Ärmelkanal mit stärkerer Polizeipräsenz und mehr Überwachung stoppen.

    Darauf einigten sich die britische Innenministerin Patel und ihr französischer Kollege Darmanin, wie das Innenministerium in London mitteilte. Demnach soll die Zahl französischer Streifenpolizisten an Stränden im Norden des Landes verdoppelt werden. Außerdem ist der Einsatz von Drohnen und anderen Überwachungssystemen geplant. Das Ziel sei, die Ärmelkanal-Route für Menschenschmuggler unrentabel zu machen.

    In diesem Jahr haben laut einer Statistik der britischen Nachrichtenagentur PA bereits mehr als 8.000 Migranten den Ärmelkanal überquert, um Großbritannien zu erreichen.

  • IranUNO mahnt nach Attentat auf Atomforscher zur Zurückhaltung

    Nach dem tödlichen Anschlag auf einen iranischen Atomwissenschaftler haben die Vereinten Nationen die Konfliktparteien im Nahen Osten zur Zurückhaltung aufgerufen.

    Ein Sprecher sagte, eine Eskalation der Spannungen in der Region müsse verhindert werden. Die UNO verurteile alle Morde oder außergerichtlichen Tötungen.

    Auch die Bundesregierung äußerte sich besorgt. Das Auswärtige Amt erklärte in Berlin, durch die Tötung des Atomforschers Fachrisadeh spitze sich die Lage in der Region erneut zu.

    Fachrisadeh war gestern bei einem gezielten Anschlag in der Nähe von Teheran getötet worden. Der iranische Präsident Ruhani beschuldigte Israel und die USA, für die Tat verantwortlich zu sein.

  • Proteste in FrankreichInnenminister verurteilt Ausschreitungen

    Frankreichs Innenminister Darmanin hat die Ausschreitungen am Rande der landesweiten Proteste gegen Polizeigewalt verurteilt. Die Angriffe auf Polizisten seien inakzeptabel, schrieb Darmanin auf Twitter. 37 Beamte seien verletzt worden. In Paris hatten einige Gruppen von Demonstranten Barrikaden errichtet und Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen.

    Die Polizei setzte Blendgranaten und Tränengas ein. Allein in der Hauptstadt beteiligten sich rund 46.000 Menschen an den Demonstrationen, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Innenministerium meldet. Neun Personen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen. Kundgebungen gab es unter anderem auch in Lille, Rennes und Straßburg.

    Auslöser war ein in dieser Woche veröffentlichtes Video, auf dem zu sehen ist, wie ein schwarzer Musikproduzent von drei Polizisten zusammengeschlagen wird. Der Vorfall rückte auch einen Gesetzentwurf in den Vordergrund, demzufolge es verboten werden soll, Bilder von Polizisten in bestimmten Situationen zu verbreiten. Die Demonstranten kritisieren das als Eingriff in die Pressefreiheit.

  • SardinienDrei Tote bei schweren Unwettern

    Bei Überschwemmungen sind auf Sardinien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen.

    Zwei weitere Bewohner der italienischen Mittelmeerinsel werden laut Medienberichten vermisst. Über Sardinien war seit gestern Mittag ein Sturm mit starkem Regen gezogen. Vielerorts brachen Telefon- und Stromleitungen zusammen. Die Zivilschutzbehörde warnte davor, das Haus zu verlassen, da der Wasserstand sich sehr schnell ändern könne.

  • ÄgäisBundespolizei bei fragwürdigem Einsatz gegen Migranten

    An einem umstrittenen Einsatz gegen Migranten in der Ägäis sind laut Medienberichten auch Bundespolizisten beteiligt gewesen.

    Das Magazin "Der Spiegel" und das ARD-Fernsehen zitieren aus einem Schreiben des Chefs der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Leggeri, an die EU-Kommission, aus dem dies hervorgehe. Das Bundesinnenministerium bestätigte, dass deutsche Kräfte bei dem fraglichen Einsatz vor Ort waren. Es soll sich um einen so genannten "Pushback" gehandelt haben. Dabei werden Migranten, die mit Booten die EU erreichen wollen, auf offene See zurückgedrängt. Das ist nach internationalem Recht verboten.

    Der menschenrechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Schwabe, forderte einen Rückzug der Bundespolizei aus der Ägäis. Er sagte, Deutsche dürften sich auf keinen Fall an Pushbacks beteiligen, auch nicht indirekt.

  • ParteitagAfD beschließt erstes Rentenkonzept

    Die AfD hat ein sozialpolitisches Konzept beschlossen.

    Der Bundesparteitag in Kalkar verabschiedete einen entsprechenden Antrag mit Leitlinien zur Gesundheitspolitik und Vorschlägen zur Stabilisierung des Rentensystems. Fast 89 Prozent der Delegierten stimmten dafür. Gefordert wird unter anderem ein flexiblerer Renteneintritt und eine Besserstellung von Geringverdienern.

    In dem Konzept heißt es, in absehbarer Zeit sei die Funktionsfähigkeit großer Teile des Sozialstaats in Gefahr. Zuwanderung sei keine Lösung.

    Die AfD war dafür kritisiert worden, dass sie trotz Corona-Pandemie einen Präsenz-Parteitag abhält. Die Stadt Kalkar teilte mit, die Delegierten hätten sich grundsätzlich diszipliniert an die Maskenpflicht und die Hygiene-Auflagen gehalten.

  • TürkeiMehr als 600 Festnahmen wegen Terrorvorwürfen

    Im Zuge eines Anti-Terror-Einsatzes haben die türkischen Sicherheitsbehörden in den vergangenen zwei Tagen mehr als 640 Menschen festgenommen.

    Ihnen werden Verbindungen zur verbotenen kurdischen Untergrundorganisation PKK nachgesagt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Es habe Razzien in 42 Städten und Provinzen gegeben. Dabei seien Pistolen, Gewehre, Dokumente und Datenträger sichergestellt worden.

    Die PKK wird auch in Europa und den USA als Terrorgruppe eingestuft.

  • ÄthiopienMilitär: Haben Kontrolle über Tigrays Hauptstadt übernommen

    Das äthiopische Militär hat nach eigenen Angaben die Hauptstadt der Region Tigray erobert.

    Die Truppen hätten die Kontrolle über Mekele erlangt, sagte Generalstabschef Birhanu am Abend im äthiopischen Fernsehen. Ministerpräsident Abiy erklärte, die Soldaten seien in Mekele einmarschiert. Die Stadt hat rund 500.000 Einwohner.

    Die Offensive hatte nur wenige Stunden zuvor begonnen. Der örtliche Fernsehsender Tigray TV berichtete von Bombenangriffen. Unabhängig sind die Angaben kaum zu überprüfen, weil Internet- und Telefonverbindungen nach Tigray weitgehend unterbrochen sind.

    Ein Ultimatum zur Kapitulation der dort regierenden Volksbefreiungsfront TPLF war zuletzt abgelaufen. Auslöser der Kämpfe ist nach Darstellung der Zentralregierung ein bewaffneter Angriff von TPLF-Kräften auf in Tigray stationierte Truppen.

  • AfghanistanFortschritte bei afghanischen Friedensgesprächen

    Mehr als zwei Monate nach Beginn der afghanischen Friedensverhandlungen haben die Konfliktparteien erstmals Fortschritte gemeldet.

    Unterhändler der Taliban und der Regierung hätten in Katar wesentliche Verfahrensfragen geklärt, teilte ein Sprecher der Taliban mit. Kabuls Unterhändler bestätigten die grundsätzliche Zustimmung zur Vereinbarung, offiziell sei sie aber noch nicht. Demnach gibt es eine Einigung auf 21 Grundsätze für die eigentlichen inhaltlichen Verhandlungen.

    Berichte afghanischer Medien über einen Durchbruch hatte die Regierungsseite vor einigen Tagen noch dementiert.

    Die Gespräche über den Friedensprozess in Afghanistan laufen seit Mitte September. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban weiter ab.

  • Lottozahlen2 - 13 - 27 - 28 - 35 - 47

    Die Lottozahlen:

    2 - 13 - 27 - 28 - 35 - 47
    Superzahl 8

    Spiel 77: 9 - 8 - 1 - 7 - 6 - 8 - 1
    Super 6: 6 - 6 - 9 - 6 - 7 - 1

    Diese Angaben sind ohne Gewähr.

  • Unter BeobachtungVerfassungsschutz wirbt V-Leute in der AfD an

    Der Verfassungsschutz hat offenbar damit begonnen, verdeckte Informanten in der AfD und ihrer Parteijugend "Junge Alternative" anzuwerben.

    Die Behörden in mehreren Bundesländern hätten die Anwerbung sogenannter V-Leute bestätigt, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Unter anderem sagte der Präsident des Brandenburger Verfassungsschutzes, Müller, dass in seinem Bundesland V-Leute in der AfD aktiv seien. Auch der Leiter der Arbeitsgruppe Verfassungsschutz in der AfD, Hartwig, bestätigte Anwerbungsversuche von Parteimitgliedern. Andere Bundesländer verzichten bislang auf verdeckte Informanten in der AfD. Der Präsident des thüringischen Verfassungsschutzes, Kramer, begründete dies mit dem hohen Aufwand solcher Einsätze. - Die Behörden bereiten derzeit eine bundesweit einheitliche Einstufung der AfD vor. Momentan wird die Partei in manchen Ländern als "Prüffall", in anderen als "Verdachtsfall" geführt.

  • Corona-PandemieMerkel: "Wir werden gemeinsam stärker sein als das Virus"

    Bundeskanzlerin Merkel hat zum Beginn der Adventszeit an die Menschen in Deutschland appelliert, im Kampf gegen die Pandemie nicht nachzulassen.

    Die Bürger müssten jetzt zeigen, was in ihnen stecke und sich - auch über Weihnachten und Silvester - an die Regeln halten, sagte sie in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Gemeinsam sei man stärker als das Virus.

    Merkel betonte, die beschlossenen Auflagen hätten dazu beigetragen, dass Deutschland bislang vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen sei. Zudem könne man annehmen, dass ein oder mehrere Impfstoffe in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen könnten.

    Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, die Beschränkungen des öffentlichen Lebens noch mindestens bis zum 20. Dezember zu verlängern und zu verschärfen. So bleiben unter anderem Restaurants und Kultureinrichtungen geschlossen. Private Treffen werden auf maximal fünf Personen aus insgesamt zwei Haushalten begrenzt. Über Weihnachten werden die Maßnahmen gelockert.

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 28.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • ZeitungsberichtGroßbritannien will Corona-Impfstoff von Biontech schon nächste Woche zulassen

    In Großbritannien soll der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer offenbar bereits in der kommenden Woche zugelassen werden.

    Dann solle auch direkt mit der Auslieferung begonnen werden, berichtet die britische "Financial Times". Pfizer und Biontech hatten kürzlich bereits eine Notfallzulassung ihres Impfstoffs für die USA beantragt. Dort soll nach Angaben der Regierung Mitte Dezember mit Impfungen begonnen werden. Auch die EU hat Verträge mit Biontech und Pfizer sowie den beiden Impfmittel-Herstellern Moderna und AstraZeneca über hunderte Millionen Dosen ausgehandelt.

    Russland hatte gestern damit begonnen, alle Militärangehörigen mit dem neu entwickelten Serum "Sputnik V" gegen das Corona-Virus zu impfen.

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  • IranRegierung macht auch USA für Tötung von Atomwissenschaftler verantwortlich

    Der Iran macht neben Israel auch die USA für die Tötung des Atomwissenschaftlers Fachrisadeh verantwortlich.

    Der iranische Präsident Ruhani erklärte auf seiner offiziellen Internetseite, die Vereinigten Staaten und deren Söldner Israel ständen hinter der Tat. Der Oberste Führer des Landes, Chamenei, verlangte eine entschlossene Bestrafung der Verantwortlichen. Zuvor hatte bereits die iranische Armeeführung mit Vergeltung gedroht.

    Der Atomwissenschaftler war gestern in einem Vorort Teherans in seinem Auto erschossen worden. Über die Täter ist noch nichts bekannt. Fachrisadeh hatte Anfang der 2000er Jahre ein geheimes Atomprogramm des Iran geleitet.

    Israel erhöhte heute den Schutz seiner Botschaften weltweit. Auch jüdische Gemeinden hätten ihre Vorsichtsmaßnahmen verstärkt, meldet das israelische Fernsehen. Wie die "New York Times" unter Berufung auf US-Geheimdienstmitarbeiter berichtet, steht Israel in der Tat hinter dem Anschlag. Der israelische Siedlungsbau-Minister Hanegbi sagte allerdings im israelischen Fernsehen, er habe keine Ahnung, wer den Atomphysiker getötet habe.

    Das Bundesaußenministerium rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Die Lage dürfe nicht weiter eskalieren, hieß es in Berlin. Ähnlich äußerte sich UNO-Generalsekretär Guterres in New York.

  • BrexitUnterhändler verhandeln wieder persönlich über Handelsabkommen

    In London sind die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien nach dem Brexit wieder auf persönlicher Ebene aufgenommen worden.

    Der britische Chefunterhändler Frost empfing den EU-Vertreter Barnier und dessen Delegation. Barnier war nach einem positiven Corona-Test in seinem Team eine Woche in Quarantäne. Beide Seiten hatten während dieser Zeit per Videokonferenz verhandelt. Der EU-Unterhändler schrieb vor den neuen Gesprächen per Twitter, die tiefen Differenzen beständen weiterhin.

    Großbritannien ist Ende Januar aus der EU ausgetreten, verlässt aber erst zum Jahresende auch den Binnenmarkt und die Zollunion. Ohne ein Anschlussabkommen drohen Zölle und zusätzliche Handelshemmnisse.

    Der Bundesverband der Deutschen Industrie forderte eine Einigung über ein neues Handelsabkommen notfalls in letzter Sekunde. Alles andere wäre ein Desaster, sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Lang der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf.

  • Corona-MaßnahmenAltmaier schließt erneute Verlängerung des Teil-Lockdowns nicht aus

    Bundeswirtschaftsminister Altmaier schließt eine Verlängerung des Teil-Lockdowns sogar bis ins Frühjahr nicht aus.

    Man könne leider keine Entwarnung geben, sagte er der Zeitung "Die Welt". Es sei möglich, dass die Beschränkungen auch in den ersten Monaten 2021 bestehen blieben. Auch Unions-Fraktionschef Brinkhaus befürchtet, dass die Maßnahmen noch ein weiteres Mal verschärft werden müssen. Er äußerte sich gegenüber der "Passauer Neuen Presse" vor allem kritisch zu den geplanten Lockerungen an Silvester. In Passau trat heute wegen des dortigen hohen Corona-Inzidenzwertes eine zunächst für eine Woche geltende Ausgangssperre in Kraft.

    Bundeskanzlerin Merkel appellierte an die Menschen in Deutschland, auch über die Festtage im Kampf gegen die Pandemie nicht nachzulassen. Gemeinsam sei man stärker als das Virus, sagte sie in ihrem wöchentlichen Video-Podcast.

    Die Regierung Belgiens kritisierte die in Deutschland geplanten Lockerungen über Weihnachten und Neujahr. Gesundheitsminister Vandenbroucke sagte der Nachrichtenagentur Belga, Feste mit wechselnden Teilnehmern müssten unbedingt verhindert werden.

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  • Frankfurt (Oder)Deutsch-polnischer Protest gegen Corona-Schutzmaßnahmen

    In Frankfurt (Oder) haben rund 2.000 Gegner der Corona-Einschränkungen aus Deutschland und Polen gemeinsam demonstriert.

    Zu der Kundgebung hatte die "Querdenken"-Initative aufgerufen. Aus dem benachbarten Slubice kamen hunderte polnische Demonstranten auf die deutsche Seite. Laut Agenturberichten standen die Menschen entgegen den Anordnungen der Polizei eng beieinander; ein Großteil trug keine Mund-Nasen-Bedeckung.

    Eine für morgen im nordrhein-westfälischen Heinsberg geplante Protestveranstaltung darf dagegen voraussichtlich nicht stattfinden. Das Verwaltungsgericht Aachen bestätigte das Verbot der Kundgebung. Die Stadt Heinsberg hatte die Veranstaltung mit dem Argument untersagt, dass bei 350 angemeldeten Teilnehmern die Einhaltung der Mindestabstände nicht gewährleistet sei. Gegen den Gerichtsbeschluss ist Einspruch möglich.

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  • AfD-ParteitagMeuthen sieht keine "Corona-Diktatur"

    Auf dem AfD-Bundesparteitag hat der Vorsitzende Meuthen die Delegierten aufgefordert, sich klar von Provokateuren in den eigenen Reihen zu distanzieren.

    Die Partei werde scheitern, wenn sie immer aggressiver und enthemmter auftrete, sagte Meuthen in seiner Rede im nordrhein-westfälischen Kalkar. Auch der Vorfall in der vergangenen Wochen im Bundestag, als AfD-Abgeordnete Störer ins Parlamentsgebäude gelassen hätten, wirke abschreckend auf viele Wähler. Zudem warnte Meuthen die Parteimitglieder davor, die Politik der Bundesregierung eine "Corona-Diktatur" zu nennen.

    AfD-Fraktionschef Gauland, der diesen Begriff im Bundestag verwendet hatte, bezeichnete die Rede von Meuthen als "spalterisch" und "verfehlt". Einen solchen Versuch der Zensur mit dem Ziel, dem Verfassungsschutz zu gefallen, könne er nicht verstehen, sagte Gauland dem Fernsehsender Phoenix. Auch der Co-Vorsitzende Chrupalla kritisierte in seiner Rede die Corona-Politik der Regierung. Sie betreibe – Zitat – "reine Konkurspolitik" und vernichte dadurch viele Existenzen. Er verteidigte außerdem die Entscheidung, trotz der Infektionslage einen Parteitag mit 600 Delegierten abzuhalten. Man wolle nicht, dass das Virus die vitalen Kräfte der Demokratie befalle.

    Für den Parteitag gelten strenge Hygienevorschriften. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte entschieden, dass die Delegierten auch an ihren Sitzplätzen einen Mund-Nase-Schutz tragen müssen. Vor dem Veranstaltungsgelände demonstrierten rund 500 Menschen gegen die AfD. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

    Kalkars Bürgermeisterin Schulz äußerte Zweifel an der Umsetzung der Hygienemaßnahmen. Im Deutschlandfunk sagte sie, sollten sich einzelne Delegierte nicht an die Regeln halten, würden sie darauf zweimal angesprochen und wenn nötig des Saales verwiesen. Das Ordnungsamt von Kalkar sei vor Ort und werde die Maßnahmen kontrollieren.

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  • KölnErzbistum beruft unabhängige Kommission zur Missbrauchsaufklärung

    Im Streit um die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen will das Erzbistum Köln eine unabhängige Kommission berufen.

    Derzeit werde mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung das weitere Vorgehen abgestimmt, heißt es in einer Erklärung. Außerdem will der Kölner Kardinal Woelki das von ihm zurückgehaltene Missbrauchsgutachten nun doch einzelnen Personen zugänglich machen, insbesondere Betroffenen oder Journalisten. Allerdings solle das erst nach der Veröffentlichung des angekündigten neuen Gutachtens geschehen, teilte das Erzbistum Köln mit.

    Woelki hatte ursprünglich eine Untersuchung bei der Münchner Kanzlei "Westpfahl Spilker Wastl" in Auftrag gegeben, diese wegen rechtlicher Bedenken aber nicht veröffentlicht. Wie bereits bekannt wurde, wird darin der Hamburger Erzbischof Heße - früher Personalchef im Erzbistum Köln - kritisch beurteilt. Das anschließend neu in Auftrag gegebene Gutachten zum sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester soll im März fertig werden.

  • KükentötenFoodwatch verklagt Aldi wegen Eier-Werbung

    Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft der Lebensmittelkette Aldi vor, ihre Kunden beim Thema Kükentöten zu täuschen.

    Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, hat Foodwatch Klage am Landgericht Essen eingereicht. Die Organisation kritisiert demnach die Werbung des Discounters, in der es wörtlich heißt: "Wir schaffen das Kükentöten ab." Die Aussage ist laut Foodwatch irreführend, da sich das Versprechen lediglich auf die Eier im Karton bezieht. Nicht berücksichtigt seien verarbeitete Eier beispielsweise in Kuchen, Nudeln oder Fertiggerichten. Im Zuge dieser Produktion würden weiterhin männliche Küken getötet.

    Aldi wollte sich angesichts des laufenden Verfahrens nicht zu den Vorwürfen äußern. Foodwatch hatte zuvor bereits Lidl wegen vergleichbarer Werbung abgemahnt. - Jedes Jahr werden in Deutschland 45 Millionen männliche Küken in der Legehennen-Zucht direkt nach dem Schlüpfen getötet.

  • ÄthiopienArmee startet Militäroffensive auf Regionalhauptstadt

    Die äthiopische Armee hat mit einer Militäroffensive gegen die Hauptstadt der nördlichen Region Tigray begonnen.

    Nach Angaben der Regionalregierung wird die Stadt Mekelle mit schweren Waffen und Artillerie angegriffen. Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte die Offensive am Donnerstag angekündigt. Er wies heute die Appelle internationaler Politiker zurück, die Kämpfe einzustellen und einen Vermittler in dem Konflikt zuzulassen.

    Der Regierungschef hatte der in Tigray regierenden Volksbefreiungsfont TPLF 72 Stunden Zeit gegeben, die Waffen niederzulegen und sich zu ergeben. Abiy wirft ihr einen bewaffneten Aufstand vor. Die Volksbefreiungsfront hält dem entgegen, der Ministerpräsident wolle die Autonomie Tigrays untergraben. Äthiopien, eine Föderation aus zehn ethnischen Regionen, wurde jahrzehntelang von der TPLF dominiert, bis Abiy vor zwei Jahren Ministerpräsident wurde.

  • CoronaLockerungen in mehreren europäischen Ländern

    Mehrere Länder in Europa lockern ihre Corona-Schutzmaßnahmen.

    In Frankreich dürfen von heute an wieder alle Geschäfte öffnen. Restaurants, Bars und Cafés sowie Sport- und Kultureinrichtungen bleiben aber weiter geschlossen. Präsident Macron sagte, die Ausbreitung des Virus in Frankreich sei gebremst, es seien aber weitere Anstrengungen nötig, um eine dritte Welle zu verhindern.

    Irland erlaubt ab Dienstag den Betrieb von Geschäften und Einrichtungen wie Frieseursalons, Kinos und Museen. Ab Freitag können Restaurants und Pubs mit Essensangebot wieder Gäste empfangen.

    Auch in Belgien dürfen ab Dienstag alle Geschäfte wieder öffnen. Die bisherigen Kontaktbeschränkungen und die nächtliche Ausgangssperre sollen weiter gelten. In Italien werden Maßnahmen wie etwa die Schließung von Geschäften in einzelnen Regionen aufgehoben.

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  • RKI-ZahlenFast 21.700 Corona-Neuinfektionen

    In Deutschland sind innerhalb eines Tages 21.695 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden.

    Das teilte das Robert Koch-Institut unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit. Das sind 1.111 Fälle weniger als am Vortag und knapp 1.300 weniger als heute vor einer Woche. Laut den RKI-Angaben stieg die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Corona-Infektion um 379 auf 15.965.

    An der deutsch-polnischen Grenze soll heute eine Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen stattfinden. Die "Querdenken"-Initative plant in Frankfurt (Oder) eine Veranstaltung gemeinsam mit polnischen Gegnern von Corona-Schutzmaßnahmen. Nach Angaben der Polizei sind 1.500 Teilnehmer angemeldet.

    Eine im nordrhein-westfälischen Heinsberg geplante Protestveranstaltung darf dagegen voraussichtlich nicht stattfinden. Das Verwaltungsgericht Aachen bestätigte das Verbot der für morgen geplanten Kundgebung. Die Stadt Heinsberg hatte die Veranstaltung mit dem Argument untersagt, dass bei 350 angemeldeten Teilnehmern die Einhaltung der Mindestabstände nicht gewährleistet sei.

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  • Corona-HilfsmaßnahmenNiedersachsens Finanzminister Hilbers gegen stärkere Beteiligung der Länder

    Niedersachsens Finanzminister Hilbers hat Forderungen zurückgewiesen, wonach die Bundesländer einen höheren Anteil bei den Corona-Hilfen übernehmen sollten.

    Im Deutschlandfunk sagte der CDU-Politiker, die Länder hätten bereits eigene Hilfspakete geschnürt. Wenn man gewusst hätte, dass man sich auch noch an Bundesmaßnahmen beteiligen solle, wären diese Länderpakete nicht so groß ausgefallen. - Unionspolitiker auf Bundesebene hatten eine stärkere Beteiligung der Länder angemahnt. Kanzleramtschef Braun erklärte, die Bewältigung der Pandemie sei eine Aufgabe für alle staatlichen Ebenen. Deshalb müsse sich jeder an den Kosten beteiligen, auch die Länder. Ähnlich hatte sich Unionsfraktionschef Brinkhaus geäußert.

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    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • BundeskongressAbschiedsrede von Juso-Chef Kühnert

    Juso-Chef Kühnert hat sich mit einer Rede auf dem virtuellen Bundesparteitag der SPD-Jugendorganisation aus seinem Amt verabschiedet.

    Er rief die Jusos auf, auch weiterhin Einfluss auf politische Entscheidungen bei den Sozialdemokraten zu nehmen. Man sei kein reiner Debattierclub. Viele Juso-Vorschläge seien zunächst nicht ernst genommen worden, später aber doch ernsthaft in der Partei diskutiert worden. Als Beispiel nannte er einen kostenlosen Personen-Nahverkehr.

    Kühnert, der auch stellvertretender SPD-Bundesvorsitzen der ist, legt das Amt bei den Jusos nieder, weil er sich im nächsten Jahr um ein Bundestagsmandat bewirbt. Einzige Kandidatin für seine Nachfolge ist die ehemalige nordrhein-westfälische Juso-Landesvorsitzende Rosenthal.

  • SPDGiffey und Saleh neue Vorsitzende in Berlin

    Bundesfamilienministerin Giffey ist zur Ko-Vorsitzenden der Berliner SPD gewählt worden.

    Sie erhielt auf dem digital abgehaltenen Landesparteitag 237 von 265 gültigen Stimmen und bildet künftig eine Doppelspitze mit dem Berliner SPD-Fraktionschef Saleh. Dieser erhielt 182 Stimmen. Giffey kündigte an, sie werde für die Abgeordnetenhauswahl im kommenden Jahr als Spitzenkandidatin der SPD antreten. Ihre Wahl wird überschattet von den Plagiatsvorwürfen um ihre Doktorarbeit. Sie hatte kürzlich angekündigt, wegen der Zweifel auf den Titel zu verzichten. Die Freie Universität überprüft die Arbeit dennoch ein zweites Mal.

    Der bisherige Landesvorsitzende, der Regierende Berliner Bürgermeister Müller, war nicht noch einmal angetreten. Er kandidiert im kommenden Jahr für den Bundestag.

    Giffey hatte zuvor auf dem virtuellen Landesparteitag betont, sie wolle die Sicherheit in der Hauptstadt zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit machen - und zwar auch die soziale Sicherheit. Als weitere wichtige Themen nannte Giffey den Wohnungsbau, die Bildung, eine bürgernahe Verwaltung und die Wirtschaft.

  • Covid-19Ausgangssperre in Passau beginnt

    In der bayerischen Stadt Passau haben die strengen Ausgangsbeschränkungen begonnen.

    Hintergrund ist der hohe Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Damit ist Passau nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit knapp 630 Neuinfektionen der am stärksten betroffene Hotspot in Deutschland. Die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt in der Stadt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Ausgangsbeschränkungen gelten zunächst für eine Woche.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

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  • UmfrageGut die Hälfte der Deutschen würde sich gegen Corona impfen lassen

    Rund die Hälfte der Deutschen wäre laut einer Umfrage zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit.

    53 Prozent der Befragten über 16 Jahren planen eine Impfung, wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland unter Berufung auf eine Erhebung der Krankenkasse Barmer berichten. 15 Prozent sagten, sie wollten sich "vielleicht" impfen lassen, 9 Prozent "eher nicht" und13 Prozent "sicher nicht". 10 Prozent waren unentschieden.

    Um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen etwa zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sein.

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  • VatikanPapst Franziskus ernennt dreizehn neue Kardinäle

    Papst Franziskus will heute dreizehn neue Kardinäle ernennen.

    Franziskus will mit der Zeremonie im Petersdom in Rom die Weichen für ein Konklave stellen, in dem der Süden der Welt breit repräsentiert ist. Er wird unter anderem Kardinäle aus Brunei, den Philippinnen, Chile, Mexiko und Malta ernennen, sowie sechs Geistliche aus Italien. Ein Novum ist der Einzug des Erzbischofs von Washington DC, Gregory, in das Kardinalskollegium. Mit ihm wird erstmals ein US-Afro-Amerikaner vertreten sein. Einen Deutschen wird der Papst nicht ernennen.

    Eine der Hauptaufgaben von Kardinälen ist die Wahl eines neuen Papstes. Wegen der Corona-Pandemie können an der Zeremonie zwei künftige Würdenträger nicht persönlich teilnehmen.

  • ArbeitKandidatin für Juso-Vorsitz, Rosenthal, fordert Jobgarantie

    Die Kandidatin für den Juso-Vorsitz, Rosenthal, fordert die Einführung einer staatlichen Jobgarantie.

    Die Jusos träten schon länger für eine Ausbildungsplatzgarantie ein, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Angesichts der rasanten Transformation durch datenbasierte Geschäftsmodelle und künstliche Intelligenz sei es nur logisch, diese um eine Jobgarantie zu erweitern. Der Staat könne aktivierend in den Arbeitsmarkt eingreifen und gemeinwohlorientierte Arbeitsplätze schaffen, etwa im Umweltmanagement, im sozialen Sektor oder im kommunalen Bereich.

    Rosenthal bewirbt sich beim heute beginnenden digitalen Bundeskongress der Jungsozialisten um die Nachfolge des Vorsitzenden Kühnert, der nicht mehr antritt. Sie war zuletzt die einzige Kandidatin. Die Abstimmung findet per Briefwahl statt, das Ergebnis soll Anfang Januar vorliegen.

  • Corona-PandemieBischofskonferenz schlägt bundesweiten Gedenktag vor

    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, hat einen Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer der Corona-Pandemie vorgeschlagen.

    Ein solcher Tag könne auch ein Zeichen der Zuversicht dafür sein, dass man die Pandemie und andere Krisen mit vereinten Kräften überwinden könne, sagte der Limburger Bischof den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Ein möglicher Termin dafür könne der Beginn der geplanten bundesweiten Corona-Impfkampagne sein. Als Begründung für seinen Vorstoß nannte der Bischofskonferenz-Vorsitzende die prägenden Erfahrungen der vergangenen Monate. Man habe als Gesellschaft erfahren, wie gefährdet menschliches Leben und wie wertvoll Freiheit sei. Diese Erfahrungen seien wert, dass man sich immer wieder daran erinnere.

    Anfang September hatte Bundespräsident Steinmeier eine offizielle Gedenkstunde für die Corona-Opfer in Deutschland ins Gespräch gebracht.

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    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
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  • UnionsfraktionNorden Syriens als mögliches Ziel von Abschiebungen

    Die Überlegungen von Bundesinnenminister Seehofer zur Abschiebung von Straftätern und Gefährdern nach Syrien finden Unterstützung in der Unionsfraktion.

    Es sei zu prüfen, ob man Gefährder in die von der Türkei kontrollierte Zone in Nordsyrien zurückführen könne, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Frei, der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Er rief Außenminister Maas auf, baldmöglichst ein ausführliches und differenziertes Lagebild über Syrien zu erstellen.

    Der generelle Abschiebestopp für Syrien gilt seit 2012. Derzeit läuft die Regelung noch bis Jahresende. Bundesinnenminister Seehofer will erreichen, dass sie nicht verlängert wird. Die Entscheidung darüber trifft die Innenministerkonferenz, die am 9. Dezember beginnt.

  • AtomenergieChinas erster einheimischer Kernreaktor geht ans Netz

    China hat seinen ersten selbst entwickelten Kernreaktor in Betrieb genommen.

    Nach Angaben des Betreibers CNNC kann der neue Reaktor pro Jahr zehn Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen. Würden Kohlekraftwerke mit vergleichbarer Leistung abgeschaltet, könnte der CO2-Ausstoß um rund 8 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt werden.

    Der Reaktor "Hualong One" steht in der Provinz Fujian im Osten Chinas. Er soll noch einige Tests durchlaufen und schon Ende des Jahres kommerziell genutzt werden. Die chinesische Regierung will das Land bis 2060 klimaneutral machen und setzt dabei auf den Ausbau der Kernenergie. Letztes Jahr betrug ihr Anteil an der Stromversorgung weniger als fünf Prozent. Zurzeit sind in China aber 13 Atomkraftwerke im Bau - mehr als in jedem anderen Land.

  • BundeswehrSoldaten sollen rechtsextreme Nachrichten ausgetauscht haben

    Bundeswehr-Soldaten sollen in einer Chatgruppe rechtsextreme und antisemitische Nachrichten ausgetauscht haben.

    Das geht aus einem Schreiben des Verteidigungsministeriums an die Obleute des zuständigen Bundestags-Ausschusses hervor, über das verschiedene Medien berichten. Die Bundeswehr hat demnach gegen insgesamt 26 Soldaten Ermittlungen eingeleitet. Bislang sei drei von ihnen das Tragen der Uniform und das Ausüben des Dienstes verboten worden, heißt es. Viele der Verdächtigen gehören den Angaben zufolge einem Versorgungsbataillon aus dem niedersächsischen Neustadt am Rübenberge an.

    Zuletzt hatten immer wieder rechtsextreme Vorfälle unter Bundeswehrsoldaten für Schlagzeilen gesorgt. Zudem wurden mehrfach rechtsextremistische Chatgruppen von Polizeibeamten entdeckt.

  • KölnWoelki will Missbrauchsgutachten "für Einzelpersonen" zugänglich machen

    Der Kölner Kardinal Woelki will das von ihm zurückgehaltene Missbrauchsgutachten einzelnen Personen zugänglich machen.

    Dies werde für interessierte Einzelpersonen, insbesondere Betroffene oder Journalisten möglich sein, teilte das Erzbistum Köln mit. Allerdings soll das erst nach der Veröffentlichung des von Woelki in Auftrag gegebenen neuen Gutachtens geschehen.

    Woelki hatte ursprünglich eine Untersuchung bei der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl in Auftrag gegeben, wegen rechtlicher Bedenken aber nicht veröffentlicht. Bereits bekannt geworden ist, dass darin der Hamburger Erzbischof Heße - früher Personalchef im Erzbistum Köln - kritisch beurteilt wird. Das anschließend neu in Auftrag gegebene Gutachten zum sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester soll im März fertig werden.

  • ÄthiopienMaas fordert Waffenstillstand in Tigray

    Bundesaußenminister Maas hat erneut einen Waffenstillstand für die umkämpfte Region Tigray in Äthiopien gefordert.

    Beide Seiten müssten die Gewalt einstellen, sagte der SPD-Politiker nach einem Treffen mit dem äthiopischen Vizepremier Mekonnen in Berlin. Die Konfliktparteien müssten ihr Möglichstes tun, um Zivilisten zu schützen und den Zugang zu humanitärer Hilfe zu gewähren. Maas forderte auch die Untersuchung von Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung.

    Äthiopische Soldaten umstellten unterdessen die Hauptstadt der Provinz Tigray, Mekelle, was internationale Befürchtungen einer Gewalteskalation verstärkte. Ministerpräsident Abiy hatte am Donnerstag eine letzte Phase im Kampf gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray angekündigt.

    Nach Angaben von Diplomaten schlug im äthiopischen Nachbarland Eritrea erneut eine Rakete ein, die von Tigray aus abgefeuert wurde. Angaben über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht. Die Rebellen in Tigray werfen der äthiopischen Regierung vor, in dem Konflikt auch eritreische Kämpfer anzuwerben.

  • US-Präsidentschaftswahl/PennsylvaniaTrump scheitert erneut mit Einspruch

    Im US-Bundestaat Pennsylvania ist Präsident Trump erneut mit einem Einspruch gegen das Wahlergebnis gescheitert.

    Das zuständige Berufungsgericht lehnte einen entsprechenden Antrag von Trumps Wahlteam ab. Zur Begründung hieß es, es seien erneut keine Beweise für Wahlbetrug vorgelegt worden. Nach offiziellen Angaben der Wahlbehörde hat der Demokrat Biden rund 80.000 Stimmen mehr erhalten als Trump. Pennsylvania stellt bei der Abstimmung über den künftigen Präsidenten 20 Wahlleute und gilt damit als einer der Schlüsselstaaten.

  • BrasilienPräsident Bolsonaro will sich nicht gegen Coronavirus impfen lassen

    Der brasilianische Präsident Bolsonaro will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen.

    Dies sei sein gutes Recht, schrieb er in einer Twitter-Nachricht. Zugleich sicherte Bolsonaro zu, dass ein Impfstoff nach seiner Zulassung durch die Gesundheitsbehörde der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung gestellt werde.

    Gesundheitsexperten kritisierten die Impf-Weigerung des Präsidenten. Das brasilianische Institut für gesundheitspolitische Studien äußerte die Befürchtung, dass es Bolsonaros Anhänger ihm gleichtun könnten. Dann würde es schwierig, auf das nötige Mindestniveau einer Impfung von 70 bis 75 Prozent der Bevölkerung zu kommen, hieß es.

    Brasilien verzeichnet in absoluten Zahlen die weltweit drittmeisten Infektionen und die zweitmeisten mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle. Der rechtsextreme Staatschef war im vergangenen Juli an Covid-19 erkrankt. Er ist ein Gegner harter Corona-Schutzmaßnahmen.

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  • Ex-MinisterpräsidentRoland Koch neuer Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung

    Der frühere hessische Ministerpräsident Koch ist neuer Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung.

    Der CDU-Politiker wurde bei der virtuellen Jahreshauptversammlung zum Nachfolger des zurückgetretenen Vorsitzenden Tichy gewählt. Dieser war wegen eines frauenfeindlichen Artikels in seinem rechtskonservativen Online-Portal "Tichys Einblick" in die Kritik geraten.

    Die CDU-nahe Ludwig-Erhard-Stiftung wurde 1967 durch den ehemaligen Bundeskanzler als gemeinnütziger Verein gegründet. Sie soll durch Publikationen, Vorträge und andere Veranstaltungen der Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft dienen.

  • EM-QualifikationNationalmannschaft der Frauen schlägt Griechenland mit 6:0

    Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen hat ihr EM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland mit 6:0 gewonnen.

    In Ingolstadt erzielte am Abend Stürmerin Laura Freigang von Eintracht Frankfurt mit drei Treffern in der ersten Halbzeit einen lupenreinen Hattrick. Es war für die deutschen Frauen der siebte Sieg im siebten Spiel der Qualifikationsgruppe I. Zum Abschluss spielt die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg am kommenden Dienstag in Irland. Für die Europameisterschaft 2022 in England hatte sich das Team bereits zuvor qualifiziert.

  • Covid-19Gericht kippt generelle Maskenpflicht für Lehrer in Münster

    Das Verwaltungsgericht Münster hat die generelle Maskenpflicht für Lehrkräfte in der Stadt gekippt.

    Dieses sei unverhältnismäßig, entschied das Gericht. Die Stadt könne die Notwendigkeit für eine verschärfte Maskenpflicht nicht auf hohe Infektionszahlen stützen. Münster hatte zuletzt mit rund 56 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner den niedrigsten Wert in Nordrhein-Westfalen. Mit seiner Entscheidung gab das Verwaltungsgericht dem Eilantrag eines Lehrers statt.

    Die Stadt kündigte an, vor das Oberverwaltungsgericht zu ziehen. Oberbürgermeister Lewe von der CDU argumentierte, die niedrigen Infektionszahlen in seiner Stadt seien ja gerade durch solche Schutzmaßnahmen erreicht worden, die über die Vorgaben des Landes hinausgingen.

    (Az.: 5 L 1008/20)

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  • Corona und WinterurlaubWas wird aus der Skisaison?

    Wo darf man im Winter Ski fahren - und ab wann? Deutschland dringt auf eine europäische Lösung - und auf eine Schließung der Skigebiete bis zum 10. Januar. Italien sieht das ähnlich, doch mit Österreich gibt es bereits Streit. Ein Überblick.

    In der Vereinbarung von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie heißt es, touristische Reisen auch ins Ausland seien "unter anderem in Hinblick auf die Skisaison" zu vermeiden. Dann der entscheidende Passus: "Die Bundesregierung wird gebeten, auf europäischer Ebene darauf hinzuwirken, dass bis zum 10. Januar Skitourismus nicht zugelassen wird."

    So formulierte es auch Bundeskanzlerin Merkel am Tag nach dem Treffen noch einmal, ebenso wie Italiens Regierungschef Conte. Hintergrund ist auch der Anfang der Pandemie: Damals war das österreichische Ischgl einer der Hotspots in Europa. Tausende Infektionen sollen auf den Tiroler Wintersportort zurückzuführen sein.

    "Die EU hat keine Skifahr-Kompetenz"

    Inzwischen gibt es wohl erste Gespräche auf europäischer Ebene, worüber auch die BBC berichtet. Doch eine einheitliche europäische Entscheidung dürfte es kaum geben. Martin Selmayr - er ist der Leiter der Kommissions-Vertretung in Österreich - erläuterte, dass all diese Punkte in den Mitgliedstaaten und nicht auf EU-Ebene festgelegt würden. Er schrieb auf Twitter, die EU habe keine Skifahr-Kompetenz. Was koordiniert werden könne, seien nationale Maßnahmen. Die EU könne da unterstützen.

    Kritik in Österreich

    Österreich hat denn auch die Forderungen nach einer Schließung der Skigebiete bis weit in den Januar bereits zurückgewiesen. So sagte etwa Tourismusministerin Köstinger (ÖVP), sie könne einem solchen Vorstoß nichts abgewinnen. Vom Finanzministerium heißt es sogar, eine Schließung komme nur in Frage, wenn die EU die Kosten dafür übernehme.

    Wenn überhaupt, könnte in Österreich aber auf das Après-Ski verzichtet werden, also auf das Feiern nach dem Tag auf der Piste. Das hat auch die Leiterin der Epidemiologie an der Med-Uni Wien unterstrichen: Eva Schernhammer sagte wörtlich: "Après-Ski kann man vergessen. Es wird eine andere Erfahrung des Skifahrens."

    Normalbetrieb in der Schweiz

    Die Schweiz, die nicht Mitglied in der EU ist, hat bereits klargestellt, dass die Skigebiete in diesem Winter offen bleiben. Deutsche Gäste sind jedes Jahr mit Abstand die größte Gruppe unter den Winterurlaubern im Nachbarland. Sie machten zuletzt zehn Prozent der 7,8 Millionen Gäste aus.

    Die Deutsche Presse-Agentur zitiert den Sprecher von "Schweiz Tourismus" mit den Worten, dass neben der Branche auch Regierung und Behörden überzeugt davon seien, den richtigen Weg zu gehen - und die Wintersaison stattfinden zu lassen. Über eine europaweit koordinierte Betriebszeit und Saisoneröffnung sei schon im Spätsommer diskutiert worden. Die Idee sei als "ungeeignet" nicht weiter verfolgt worden. Innenminister Berset verweist für den Winter auf umfangreiche Schutzkonzepte.

    Frankreich: Skigebiete offen, Lifts geschlossen

    Frankreichs Premierminister Castex hat zuletzt mitgeteilt, dass zwar in den Weihnachtsferien die Skigebiete geöffnet werden. Wichtige Einschränkung: Die Skilifte sollen nach seinen Worten geschlossen bleiben. Damit könne jeder "von der frischen Luft in unseren schönen Bergen profitieren", sagte er. Präsident Macron hatte zuletzt noch betont, eine Öffnung der Skigebiete an den Feiertagen erscheine ihm "unmöglich".

    Deutsche Verbände verweisen auf Hygienekonzepte

    Die deutschen Ski- und Snowboardverbände haben bereits abgelehnt, die Saison erst Mitte Januar zu öffnen. Sie verweisen auf Hygienekonzepte und drohende wirtschaftliche Nachteile. Auch die deutschen Liftbetreiber betonen, ein Wintersportverbot wäre für die betroffenen Regionen katastrophal und zudem unverständlich. Die vorzeitig beendete Wintersaison 2019/2020 habe die Bilanzen ohnehin schon belastet.

    Das Bundesland Bayern hat übrigens inzwischen für Tagestouristen, die kurz in ein Risikogebiet ins Ausland reisen, eine Quarantänepflicht erlassen - nicht zuletzt mit Blick auf die Haltung Österreichs.

    Wie es im (professionellen) Wintersport aussieht, hat unsere Sportredaktion zusammengetragen: "Ein fragiles Konstrukt".

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    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
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  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    In Deutschland sind innerhalb eines Tages 21.695 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden.

    Das teilte das Robert Koch-Institut unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit. Das sind 1.111 Fälle weniger als am Vortag und knapp 1.300 weniger als vor einer Woche. Laut den RKI-Angaben stieg die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Corona-Infektion um 379 auf 15.965.

    Die Zahl der seit Beginn der Pandemie nachweislich Infizierten war bereits vorgestern auf über eine Million in Deutschland gestiegen.

    (Stand 28.11., 08:00 Uhr).

    Das RKI weist darauf hin, dass die übermittelten und ausgewiesenen Fallzahlen den Verlauf der Neuerkrankungen nicht vollständig widerspiegelten, da es unterschiedlich lange dauere, bis es nach dem Erkrankungsbeginn "zu einer Covid-19-Diagnose, zur Meldung und zur Übermittlung des Falls an das RKI" komme. Hier erklären wir, wie wir mit den Zahlen umgehen.

    Hohe Testzahlen - Positivquote steigt

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 47 fielen demnach 9,4 Prozent der Tests positiv aus. In der Woche zuvor waren es 9,0 in der Woche davor 7,9 Prozent. Allerdings wurden laut RKI in der KW 46 die Testkriterien geändert, daher seien die Daten nicht direkt mit Vorwochen vergleichbar. Insgesamt wurden dem RKI in der Kalenderwoche 47 exakt 1.350.270 durchgeführte Tests übermittelt (Vorwoche: knapp 1.385.000). Zuletzt waren einige Labore an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Die Lage in den Bundesländern

    Mit 1.562 Infektionen pro 100.000 Einwohnern wurde im Verlauf der Pandemie bisher in Berlin die höchste Zahl an Infektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl festgestellt. Danach folgen Bayern (1.416), Bremen (1.366) und Nordrhein-Westfalen (1.319). Die wenigsten Fälle gab es demnach bislang in Mecklenburg-Vorpommern (326). (Stand: 24.11.)

    In absoluten Zahlen hat Nordrhein-Westfalen laut RKI mit 245.871 bestätigten Infektionen (3.210 Tote) die meisten Fälle. In Bayern wurden bisher 193.533 Infektionen bestätigt (3.647 Tote). An dritter Stelle rangiert Baden-Württemberg mit 136.768 erfassten laborbestätigten Infektionen (2.580 Tote), dann folgt mit relativ großem Abstand Hessen mit 81.327 Infektionen (1.163 Tote). Die geringsten Zahlen weist laut RKI Mecklenburg-Vorpommern auf (5.510 Infektionen/57 Tote) (Stand: 26.11.).

    Sieben-Tage-Inzidenz in 19 Kreisen über 250

    Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des RKI in den Bundesländern Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen über dem bundesweiten Durchschnittswert. Die Anzahl der Landkreise mit einer erhöhten 7-Tage-Inzidenz von insgesamt mehr als 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegt bei 282 Stadt- und Landkreisen. Davon übersteigen 19 Kreise den Wert von 250 Fällen pro 100.000 Einwohner und einer den Wert von über 500.

    Bundesweit lag die Inzidenz der letzten sieben Tage zuletzt bei 141,8 Fällen pro 100.000 Einwohner (Stand: 24.11.).

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen steigt

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen - auch mit Covid-19-Fällen. Die Zahlen steigen seit einigen Wochen deutlich. Derzeit werden im Register knapp 28.000 Intensivbetten gemeldet, von denen derzeit 5.693 frei sind. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung steht. Auf Intensivstationen liegen aktuell 3.801 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.240 invasiv beatmet werden. (Stand 26.11. - 6:19 Uhr)

    Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher etwa 23 Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten verstorben. (Stand 23.11.)

    Altersdurchschnitt der Infizierten bei 42 Jahren

    Bei einem Teil der registrierten Fälle bekommt das Robert Koch-Institut klinische Informationen zu den Infizierten - zuletzt war das bei 64 Prozent der registrierten Fälle so. Daraus lassen sich einige Informationen generieren:

    In Kalenderwoche 46 lag der Altersdurchschnitt der Infizierten insgesamt bei 42 Jahren. Zum Vergleich: In der Kalenderwoche 16, als anteilig besonders viele Infizierte im Krankenhaus behandelt werden mussten, lag der Altersdurchschnitt bei 51 Jahren. Das RKI warnt: "Bei stärkerer Verbreitung in höheren Altersgruppen muss weiterhin mit vermehrten schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen gerechnet werden." Zuletzt wurde ein Anstieg der Infektionszahlen auch in der älteren Bevölkerung verzeichnet.

    Der Anteil der Verstorbenen unter den gemeldeten COVID-19-Fällen lag in KW 43 rein rechnerisch nach den Zahlen des RKI derzeit bei knapp 0,91 Prozent. (Stand 22.11. - Hinweis: die Daten der darauffolgenden Wochen sind laut RKI noch nicht aussagekräftig, da der Ausgang der Erkrankungen in diesen Wochen noch unklar ist.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden

    Europa kämpft derzeit mit der zweiten Welle der Coronapandemie. Hilfe im Kampf gegen das Virus verspricht man sich von den neuen Impfstoffen, die derzeit entwickelt werden. Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich nach der jüngsten Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der EU zuversichtlich, dass bereits im Dezember oder spätestens im Januar der erste Impfstoff in der EU zugelassen wird. Doch dann folgt die nächste Herausforderung: eine möglichst schnelle Impfung breiter Gesellschaftsschichten.

    Wie dies vonstattengehen könnte, wird in der Nationalen Impfstrategie des Bundesgesundheitsministeriums erläutert. Ein Verteilungsschlüssel bestimmt demnach, welche EU-Länder wie viel Impfstoff bekommen. Für die Lagerung und Logistik sollen in Deutschland die Bundesländer zuständig sein. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sicherte jedoch bereits die Hilfe der Bundeswehr zu. Die fachgerechte Lagerung ist deshalb so wichtig, weil als erstes wohl der Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer zugelassen wird. Dieser muss bei bis zu minus 80 Grad gekühlt werden.

    60 vom Bund organisierte Impfzentren

    Die Impfstoffe sollen dann deutschlandweit an rund 60 Standorte mit mobilen Einsatzteams verteilt werden. Die Menge richtet sich nach der Bevölkerungszahl im jeweiligen Bundesland. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn werden diese Impfzentren rechtszeitig fertig sein. Den Bundesländern stehe demnach aber frei, auch weitere mobile Teams oder weitere Impfzentren einzurichten. So teilte unter anderem Nordrhein-Westfalen mit, man werde landesweit 53 Impfzentren organisieren, die halb vom Land und halb von den Gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden. Das Geld ist unter anderem für Miete, Personal und Schutzausrüstung gedacht.

    Die Immunisierungen sollen anonymisiert in einer zentralen Datenbank erfasst werden. Damit wollen die Bundesregierung und die Ständige Impfkommission die Wirksamkeit überprüfen – und auch Meldungen über mögliche Nebenwirkungen sammeln.

    Debatte um beschleunigtes Verfahren

    Im Vorfeld wurden immer wieder Warnungen vor nicht absehbaren Nebenwirkungen laut, da der Impfstoff schneller als sonst üblich zugelassen werden soll. Langzeitstudien fehlen deshalb. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wird auch in den USA zum Einsatz kommen. Dort wies der Immunologe Anthony Fauci Bedenken zurück, wonach die Entwicklung der Corona-Impfstoffe zulasten der Verträglichkeit und Wirksamkeit beschleunigt worden sei. "Die Geschwindigkeit des Prozesses hat die Sicherheit in keiner Weise kompromittiert", sagte Fauci im Weißen Haus. Die Daten der Studien zu den Impfstoffen seien von unabhängigen Experten beurteilt worden, die niemandem etwas schuldeten, "auch nicht der Regierung".

    Risikogruppen und "exponiertes Personal" zuerst

    Bleibt die Frage, wer überhaupt geimpft wird. Gesundheitsminister Spahn hatte wiederholt betont, dass es keine Impfpflicht geben werde. Zuletzt hatte in Umfragen die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich impfen zu lassen, wieder nachgelassen. Trotzdem geht die Bundesregierung davon aus, dass die Nachfrage das Angebot zunächst übersteigen wird. Darum sollen bestimmte Bevölkerungsschichten zuerst geimpft werden: zum einen Risikopatienten, zum anderen bestimmte Berufsgruppen wie Mitarbeiter im Gesundheitswesen oder im Bereich Bildung. Dies soll zentral organisiert werden. In einer späteren Phase stünde dann eine breite, dezentrale Routine-Impfung unter anderem durch Hausärzte an. Dann können auch Apotheken den Impfstoff beschaffen. Die Termine in den Impfzentren sollen über ein standardisiertes Modul vergeben werden, das auf dem bestehenden System durch die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen basiert.

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  • CoronavirusWie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung?

    Luxemburg und die Slowakei haben im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf Massentests der ganzen Bevölkerung gesetzt. Nun plant Österreich einen ähnlichen Schritt.

    Die gesamte Bevölkerung durchzutesten und auf einen Schlag Gewissheit über den Infektionsstand im Land zu haben - das klingt verlockend. Die Hoffnung ist, dass danach Corona-Maßnahmen ganz gezielt eingesetzt werden können. Soweit die Theorie. Doch in der Praxis gibt es etliche Probleme. Dies zeigen die Erfahrungen der Länder, die bislang Massentests durchgeführt haben. Als Grundformel gilt: Je größer die Bevölkerung, desto größer ist die Herausforderung, diese Massentests umzusetzen. So ist es wenig verwunderlich, dass dies in Europa bislang nur kleinere Staaten machten. Das bevölkerungsreichste Land ist dabei die Slowakei mit 5,5 Millionen Menschen.

    Beispiel Luxemburg

    Luxemburg gehört zu den kleinen Staaten in der EU, er zählt nur rund 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner, also ungefähr so viele wie Düsseldorf oder Stuttgart. Aber selbst in Luxemburg musste wegen der großen Anzahl an benötigten Tests die Überprüfung der gesamten Bevölkerung zeitlich gestreckt werden. Mitte Mai hatte man angefangen, Einheimische und Berufspendler auf freiwilliger Basis zu testen. Das zog sich über Wochen hin. Die Hoffnung, mit einem Massentest quasi einen Nullpunkt zu haben, ab dem dann passgenau gehandelt werden kann, ist also sogar im kleinen Luxemburg enttäuscht worden.

    Die Massentests in der Slowakei

    Die Slowakei rückt schrittweise von ihrer Strategie landesweiter Corona-Massentests ab. Am 25.11. kündigte Ministerpräsident Matovic nach regierungsinternen Unstimmigkeiten an, die für das erste Dezember-Wochenende geplanten erneuten landesweiten Corona-Massentests an fast der gesamten Bevölkerung auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

    Die Slowakei hatte am 31. Oktober und 1. November Corona-Massentests im ganzen Land durchgeführt. Formell war die Teilnahme zwar freiwillig, doch wer keinen negativen Test vorweisen konnte, durfte anschließend zwei Wochen nicht einmal mehr zur Arbeit gehen. Deshalb unterzog sich ein Großteil der 5,5 Millionen Einwohner einem Antigen-Schnelltest. Dabei wurden über 50.000 Menschen positiv getestet.

    Die Pläne in Österreich

    Österreichs freiwillige Corona-Massentests in der Bevölkerung starten am ersten Dezemberwochenende. Tirol und Vorarlberg mit zusammen rund 1,1 Millionen Einwohnern führen vom 4. bis 6. Dezember als erste Bundesländer die großflächige Testaktion nach dem Vorbild der Slowakei durch, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz in Wien ankündigte. Termine für die anderen Bundesländer sollen folgen. Das Land Salzburg kündigte bereits Massentests für den 12. und 13. Dezember an.

    Außerdem sollen in Österreich am ersten Dezember-Wochenende Tests für bestimmte Berufsgruppen wie Lehrer und Polizisten stattfinden. Geplant ist, möglichst viele Einwohner mit Antigen-Schnelltests auf den Erreger Sars-CoV-2 zu testen. Um das Risiko falsch positiver Tests zu minimieren, soll es Nachtestungen geben.

    Es sei wichtig festzuhalten, dass Massentests kein Allheilmittel seien, sondern eine Momentaufnahme lieferten, sagte Kurz. "Sie sind nicht die einzige Lösung, die gibt es nicht, aber eine gute Chance, Infektionen in der Bevölkerung zu lokalisieren und weitere Ansteckungen zu verhindern." Ziel sei es, rechtzeitig vor Familientreffen am Weihnachtsfest möglichst viele unentdeckte Infizierte unter den 8,9 Millionen Einwohnern Österreichs zu finden.

    Großbritanniens Städtetest

    Auf den britischen Inseln hat die Stadt Liverpool Massentests durchgeführt. Hier haben sich rund 500.000 Einwohner der nordenglischen Stadt sowie Berufspendler eines zweiwöchigen Pilotversuchs testen lassen, auch wenn sie keine Symptome aufwiesen. Gesundheitsminister Hancock erklärte, nach den Massentests seien die Infektionen in Liverpool um 75 Prozent zurückgegangen, die Stadt sei von Warnstufe 3 auf Warnstufe 2 zurückgesetzt worden.

    Wie sieht es in Deutschland aus?

    Massentests für die gesamte Bevölkerung werden aktuell nicht diskutiert. Deutschland ist das bevölkerungsreichste Land der EU mit rund 83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Es gab jedoch bereits gezielte Massentests in einzelnen Regionen oder Einrichtungen - so beispielsweise im Kreis Gütersloh nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies.

    Fazit

    Für Massentests gilt im Grunde das Gleiche wie für alle anderen Tests auch: Sie sind von begrenzter Aussagekraft. Darauf weist die Infektionsforscherin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum hin. Nach dem Massentest in der Slowakei habe man zwar für den Moment gewusst, wer nicht infiziert ist: "Das heißt aber nicht, dass die nicht am nächsten Tag positiv sein können. Das ist eine Momentaufnahme, um zu sehen, wie es jetzt gerade um uns steht und um die Dunkelziffer zu erfassen." Kritiker von flächendeckenden Massentests haben sogar die Befürchtung geäußert, dass Warteschlangen vor Testzentren im schlimmsten Fall eine Infektionsquelle sein könnten.

    Hinzu kommt die Frage, welche Art von Test angewandt wird. Schnelltests können zwar die Labore entlasten, weil sie bereits unmittelbar im Testzentrum ein Ergebnis liefern. Aber sie haben eine deutlich höhere Fehlerquote. Und die sichereren PCR-Tests können nur in begrenztem Maße von den Laboren ausgewertet werden. Immer wieder wird die Forderung geäußert, die wichtigen Labor-Kapazitäten besser für Tests von systemrelevanten Berufsgruppen (Pflege, Schule, Kita) sowie Risiko-Gruppen zu nutzen.

    Entscheidend für die Zuverlässigkeit der Testergebnisse ist zudem, wie der dafür benötigte Rachenabstrich gemacht wurde. Norbert Suttorp von der Berliner Charitè sagt zur Wirkung der Schnelltests: "Diesen Rachenabstrich durch die Nase muss einfach ein Profi machen, sonst ist der Test nicht verwertbar." Und je größer die Menge an zu testenden Menschen ist, desto größer ist auch die benötigte Anzahl an Fachpersonal, das die Tests durchführt. Kurzum: Der aussagefähige Massentest einer gesamten Bevölkerung ist eine sehr große Herausforderung.

    (Stand: 28.11.2020)

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  • Covid-19Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie?

    Tests auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 gelten als Schlüssel zur Eindämmung der Pandemie. Seit dem Ausbruch in Deutschland sind die Testkapazitäten in Laboren erheblich ausgeweitet worden. Ende September kamen neue Antigentests auf dem Markt. Damit sollen Infektionen schneller und unkomplizierter erkannt werden. Was bringen sie?

    Anders als die üblicherweise durchgeführten Polymerase-Kettenreaktionstests (PCR-Tests) suchen Antigentests in Abstrich-Proben nicht nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person demnach infiziert ist oder nicht.

    In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche Antigentests entwickelt und erprobt - so etwa in der Berliner Charité. Die Ergebnisse sähen gut aus, sagte der Virologe Drosten kürzlich in seinem NDR-Podcast. Etwa am Eingangstor von Seniorenwohnheimen könnten sie "unglaublich viel Gutes" bewirken: Sie brächten die Möglichkeit mit sich, harte Besuchsverbote zu vermeiden.

    An einigen deutschen Kliniken kommen die Schnelltests bereits zum Einsatz. Zwar erkennen Antigentests eine Infektion insbesondere in den Anfangstagen und im späteren Verlauf deutlich weniger zuverlässig als die PCR-Methode, welche selbst kleinste Mengen des Erbguts korrekt anzeigen kann. Doch die Ergebnisse der aufwändigeren und teureren PCR-Tests sind im Normalfall erst frühestens nach einem Tag verfügbar. In der Praxis dauert es oft noch deutlich länger, bis Betroffene ihr Ergebnis erfahren.

    Testkapazitäten an Laboren deutlich gestiegen

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. Diese liegen inzwischen regelmäßig bei mehr als einer Million pro Woche. Bis in die 27. Kalenderwoche (Anfang Juli) wurden weniger als 500.000 Tests pro Woche durchgeführt. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Bald Quarantäne statt Test-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

    Die Zahl der Tests war zuletzt auch deshalb angestiegen, weil sich aus dem Ausland zurückkehrende Urlauber bis zum 15. September kostenlos auf das Coronavirus testen lassen konnten. Seitdem müssen viele Reiserückkehrer den Corona-Test wieder selbst zahlen. Sie werden etwa in Einrichtungen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern sowie Arztpraxen durchgeführt.

    Weiterhin kostenlos sind Corona-Tests für Reisende aus Risikogebieten. Dafür müssen sie einen Nachweis für ihren Auslandsaufenthalt erbringen, etwa durch ein Flugticket oder eine Hotelrechnung. Auch die Kosten für eine Wiederholungs-Untersuchung wenige Tage später werden übernommen.

    Auch diese Regelung soll zum 15. Oktober abgeschafft werden. Stattdessen sollen sich die Urlauber unverzüglich nach ihrer Einreise für 14 Tage in Quarantäne begeben. Nach mindestens fünf Tagen sollen sie dann einen Corona-Test machen können, um bei einem negativen Ergebnis die Quarantäne-Pflicht aufzuheben.

    Die Risikogebiete können auf den Internet-Seiten des Robert Koch-Instituts eingesehen werden.

    Wer kann und soll sich außerdem testen lassen?

    Während zu Beginn der Pandemie lediglich Personen mit starken Symptomen und/oder Kontakt zu Infizierten getestet wurden, empfiehlt das RKI inzwischen auch Tests bei nur leichten Atemwegsbeschwerden wie zum Beispiel Husten.

    Nicht zuletzt sei es nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen "besonders wichtig", Corona-Infektionen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen, betonte RKI-Vizepräsident Schaade in Berlin. Es werde dringend empfohlen, "dass jeder mit einem Atemwegsinfekt, ob Husten oder Fieber, auch getestet werden sollte".

    Wo sind aktuell Tests möglich?

    Für alle Verdachtsfälle gilt, dass man nicht unangemeldet in die nächste Arztpraxis gehen soll. Die Empfehlung lautet: Melden Sie sich telefonisch beim Hausarzt, der Hausärztin oder - wenn diese nicht zu erreichen sind - bei der bundesweiten Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 (Informationen des Bereitschaftsdienstes hier auch online). Auch das örtliche Gesundheitsamt sollte bei Bedarf zunächst telefonisch kontaktiert werden, das zuständige Gesundheitsamt findet man beim Robert Koch-Institut durch Eingabe der eigenen Postleitzahl.

    Ärztinnen und Ärzte führen den Test entweder selbst durch, oder sie überweisen an örtliche Test- und Abstrichzentren. Auch dort gilt in der Regel, dass man nicht unangemeldet vorbeikommen sollte. In Kreisen, die von einem lokalen Corona-Ausbruch betroffen waren und Testzentren eingerichtet wurden, war mitunter keine Voranmeldung erforderlich.

    Vielerorts sind auch sogenannte Drive-In-Tests möglich. Dabei wird der Abstrich durch das geöffnete Autofenster hindurch genommen. Wer sich testen lässt, muss im Auto sitzen bleiben, um so das Ansteckungsrisiko für andere so gering wie möglich zu halten.

    Wie läuft ein Test auf das Coronavirus ab?

    Für den Test wird in Deutschland üblicherweise ein Rachenabstrich verwendet. Das bedeutet, dass eine Pflegekraft mit einem speziellen Wattestäbchen etwas Sekret aus dem Hals entnimmt.

    Die reine Testzeit zur Auswertung der Probe beträgt nach Angaben des Robert Koch Instituts etwa vier bis fünf Stunden. In der Praxis vergehen derzeit in der Regel 24 bis 48 Stunden, bis der Patient oder die Patientin das Ergebnis erfährt, über das Wochenende kann sich das weiter verzögern.

    Solange das Ergebnis noch nicht vorliegt, sollte man davon ausgehen, dass man andere Menschen anstecken kann, und deshalb zuhause bleiben und Kontakte vermeiden.

    Das RKI weist darauf hin: Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (diese kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf das Coronavirus nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann.

    (Stand 28.09.2020)

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  • Covid-19So weit ist die Forschung an Impfstoffen gegen das Coronavirus

    Als hoffnungsvollstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gilt ein Impfstoff. Weltweit wird daran geforscht, auch von deutschen Firmen. Inzwischen gibt es erste Ergebnisse der wichtigen Phase-III-Studien.

    Normalerweise dauert es viele Jahre, bis ein Impfstoff gegen einen Krankheitserreger gefunden ist - und der Prozess kann in jeder Phase scheitern. Warum es normalerweise lange dauert, haben die Kollegen von "Forschung aktuell" hier erklärt.

    Viren-Erbgut war schnell bekannt

    Im Fall von Sars-CoV-2 hatten die Forschenden Glück: Die Sequenz des Viren-Erbguts, in diesem Fall einzelsträngige RNA, war schnell bekannt und die ersten Forschungsprojekte konnten bereits Anfang 2020 in Angriff genommen werden.

    Wie wird ein Impfstoff bis zur Zulassung getestet?

    Ein Impfstoffkandidat durchläuft bis zur Zulassung mehrere Phasen. In Phase I geht es noch nicht um die Wirksamkeit eines Präparats, sondern um dessen Sicherheit. Tests erfolgen an einer kleinen Gruppe von unter 100 Personen. In Phase II wird der Stoff an bis zu 1.000 Menschen meist in verschiedenen Dosierungen getestet und sichergestellt, dass der Körper einen Schutz gegen das Virus entwickelt. In Phase III wird der Stoff mehreren Tausend Freiwilligen verabreicht. Es geht unter anderem um die Bestätigung der Dosierung sowie um seltenere Wechsel- und Nebenwirkungen. Mehrere Studien sind bereits seit längerem in der dritten und letzten Phase vor der Zulassung.

    Wann wird es erste Impfstoffe geben?

    Mehr als 150 mögliche Impfstoffe waren anfangs in der Entwicklung, mindestens 42 werden laut WHO bereits an Menschen getestet. Rund ein Dutzend Impfstoffkandidaten gelten Stand Oktober als relativ weit in der Entwicklung und als vielversprechend.

    Erste Impfstoffe kurz vor der Zulassung

    Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer kommen nach eigener Darstellung der Zulassung eines Corona-Impfstoffs sehr nahe. Sie teilten mit, die seit Juli laufende entscheidende Phase-III-Studie sei vielversprechend. Der Wirkstoff zeige sich in 90 Prozent der Fälle als wirksam. Ein Impfschutz werde eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht. Biontech erklärte, man sei optimistisch, dass die immunisierende Wirkung einer Impfung mindestens ein Jahr lang anhalten werde. Pfizer zeigte sich zuversichtlich, noch in diesem Monat eine Zulassung in den USA im Rahmen des beschleunigten Dringlichkeitsverfahrens zu erhalten.

    Auch das Forschungsprojekt des US-Biotechkonzerns Moderna klingt vielversprechend. Laut einer Zwischenanalyse zeigt der entwickelte Impfstoff eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent beim Schutz vor Covid-19. Die Phase-III-Studie umfasste 30.000 Probanden. 95 Teilnehmer erkrankten, wobei auf die geimpften Personen 5 Fälle entfielen und auf die nicht geimpften 90 Fälle.

    Moderna will in den kommenden Wochen eine Zulassung des Wirkstoffs in den USA beantragen. Dies ist auch in anderen Ländern geplant. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema startete ein Verfahren, das eine rasche Zulassung zum Ziel hat. Die EU-Kommission verhandelt mit Moderna über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen.

    Wie steht es um die Impfstoffe aus Russland?

    Russland hat als erstes Land weltweit bereits im August einen Impfstoff zugelassen - ohne Tests an mehreren Zehntausend Menschen. In der Hauptstadt Moskau sollen in den nächsten Monaten Massenimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Die ersten größeren Lieferungen des Impfstoffes "Sputnik V" würden im November eintreffen, teilte Moskaus Bürgermeister Sjobanin mit. Nach Angaben des russischen Gesundheitsministeriums ist auch "Sputnik" in mehr als 90 Prozent der Fälle wirksam. Allerdings werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht: Da der Impfstoff vor Abschluss der dritten Prüfphase freigeben wurde, warfen viele Länder der russischen Regierung vor, die Gesundheit der Menschen aufs Spiel zu setzen und die allgemeine Akzeptanz des Impfens zu schmälern.

    Mitte Oktober teilte Russlands Präsident Putin mit, man habe einen zweiten Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Auch dieses Mal kam die Zulassung vor Abschluss der entscheidenden Studien.

    Wie sicher werden die Impfstoffe sein?

    Eine Antwort darauf wird es wohl erst geben, wenn ausreichend Forschungsergebnisse zu möglichen Impfstoffen vorliegen. Sowohl Bundesgesundheitsminister Spahn als auch Forschungsministerin Karliczek betonten, dass es bei der Entwicklung keine "riskanten Abkürzungen" geben werde. Absolute Priorität habe die Sicherheit. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte Karliczek.

    Auch die Zulassungsbehörden in Europa und den USA betonten mehrfach, dass auch bei beschleunigten Verfahren die Sicherheit der Präparate an oberster Stelle steht.

    Wie geht es nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs weiter?

    Sollte die Entwicklung eines Impfstoffs gelingen, warten zahlreiche Herausforderungen. Zunächst geht es um die massenhafte Produktion eines Vakzins. Die Hamburger Virologin Marylyn Addo sagte dazu im Deutschlandfunk, momentan stünden in der Welt nicht genug Herstellungskapazitäten zur Verfügung. Daher werde es in den kommenden Monaten zu einem Ressourcenkampf kommen. Auch der Chef der US-Firma Moderna, Stéphane Bancel, geht davon aus, dass es nicht nur anfangs, sondern etwa anderthalb Jahre lang Engpässe geben könnte. Im Spiegel sagte er, das Problem seien vor allem regulierte medizinische Rohmaterialien wie Zellkulturen, Enzyme oder Lipide. Wenn eine Komponente fehle, bringe das die gesamte Produktion zum Stillstand.

    Klar ist, dass gerade am Anfang ausgewählt werden muss, wer zuerst eine Impfung bekommt. Wenn in Deutschland ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht, sollen ihn zunächst Menschen aus Risikogruppen und Beschäftigte aus "Bereichen der Daseinsvorsorge“ erhalten. Das geht aus der Nationalen Impfstrategie der Bundesregierung hervor. Die Empfehlungen wurden vom Deutschen Ethikrat, der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina und von der Ständigen Impfkommission (StIKo) am Robert Koch-Institut erarbeitet. Zu den Risikogruppen zählen unter anderem ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Zu den Bereichen der Daseinsvorsorge gehören etwa die Polizei, Krankenhäuser und Schulen.

    Weltweit versucht die internationale Initiative "Covax" einen fairen Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu ermöglichen. Sie wird federführend von der WHO und den Impfallianzen "Gavi" und "Cepi" getragen. Sobald ein Impfstoff sich als effektiv und sicher herausgestellt hat, sollen bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen hergestellt werden und weltweit an Pflegekräfte und durch Alter oder Vorerkrankung besonders gefährdete Menschen verteilt werden.

    Die nächste Herausforderung ist die Logistik: Wenn in kurzer Zeit Millionen Menschen geimpft werden wollen, dürfte das die Hausarztpraxen überlasten. Deshalb, so berichten mehrere Medien, wird mit großen Impfzentren etwa in Messehallen geplant. Im Magazin "Der Spiegel" kündigte Spahn zudem an, dass derzeit mehrere Apps rund um Corona-Impfungen entwickelt werden. Mit einer soll das Terminmanagement geregelt werden, in einer weiteren sollen Nebenwirkungen gemeldet werden können. Bezahlt werden soll ein Impfstoff aus dem Bundeshaushalt - das Vorzeigen einer Krankenversicherungskarte entfällt laut Spahn dann.

    Beendet ein Impfstoff die Pandemie?

    Ein zugelassener Impfstoff gegen das Coronavirus wäre sicherlich eine gute Nachricht. Doch ein Ende der Pandemie wäre dadurch noch nicht gegeben. Zum einen, weil es eine gewisse Zeit dauert, bis genügend Menschen geimpft sind, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Dazu müssten sich in Deutschland nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums zudem 55 bis 65 Prozent der Bürgerinnen und Bürger freiwillig impfen lassen. Eine Impfpflicht wurde von Spahn mehrfach ausgeschlossen.

    Auch ist noch nicht klar, wie lange die Impfstoffe wirksam sein werden und was sie genau verhindern werden: lediglich schwere Verläufe oder auch zuverlässig die Verbreitung des Coronavirus.

    Einen Bericht zum "Rennen um die Zulassung der Corona-Impfstoffe" unserer "Hintergrund"-Redaktion finden Sie hier.

    (Stand 16.11.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • CoronavirusWie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19?

    Parallel zur Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus suchen Forschende weltweit nach Medikamenten, die bei der Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt werden können.

    Viele hofften auf Remdesivir, doch die WHO hält dieses und weitere Medikamente nur für bedingt wirksam im Kampf gegen Sars-CoV-2. Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) hat in mehr als 30 Ländern vier Medikamente an Tausenden Patienten getestet. Neben Remdesivir waren dies ein Mittel gegen Malaria (Chloroquin/Hydroxychloroquin), ein HIV-Medikament (Lopinavir/Ritonavir) und der Wirkstoff Interferon. In einer vorläufigen Auswertung, die noch nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen ist, kommt die WHO zu dem Schluss, diese Medikamente hätten nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf die Sterblichkeit oder die Länge des Krankenhausaufenthalts der Patienten gezeigt. Dies teilte die WHO am Freitag (16.10.2020) in Genf mit.

    Remdesivir

    Das antivirale Medikament Remdesivir, das ursprünglich für den Einsatz gegen Ebola entwickelt worden war, erhielt im Juli als erstes Mittel überhaupt in Europa eine Zulassung unter Auflagen zur spezifischen Behandlung von bestimmten Covid-19-Patienten. Es galt im Frühjahr als aussichtsreichste Therapiemöglichkeit und als Hoffnungsträger. Mehrere klinische Studien untersuchen die Wirksamkeit von Remdesivir im Einsatz gegen Sars-CoV-2. Es gibt Berichte über Nierenschäden, die möglicherweise mit dem Medikament in Verbindung stehen. Die Einschätzung der WHO zur geringen Wirksamkeit hat der Hersteller von Remdesivir, Gilead zurückgewiesen. Man sei besorgt darüber, dass die Daten der WHO-Studie nicht die übliche strenge Überprüfung erfahren hätten.
    Remdesivir war zusammen mit weiteren Medikamenten auch dem US-amerikanischen Präsidenten Trump zur Behandlung seiner Covid-19-Erkrankung verabreicht worden.

    Malaria-Mittel Chloroquin und Hydroxychloroquin

    Die Malaria-Medikamente Chloroquin und Hydroxychloroquin sind unter Experten umstritten. Sie hatten in den USA von der zuständigen Behörde FDA eine Notzulassung erhalten, die jedoch wenige Wochen später wieder zurückgezogen wurde. Einige klinische Studien waren zu dem Schluss gekommen, dass die Mittel nicht wirken oder sogar gefährlich sein können. Die Weltgesundheits-Organisation stoppte klinische Tests mit Hydroxychloroquin. Zuvor hatte die WHO ausdrücklich davor gewarnt, dieses und andere Medikamente zu empfehlen oder gar außerhalb von Studien selbst einzunehmen. Man sei besorgt über Berichte, dass Menschen eine Selbstmedikation mit Chloroquin vornehmen und sich dadurch ernsthafte Schäden zufügen könnten. Mit dieser Warnung reagiert die WHO unter anderem auf die Erklärung von US-Präsident Trump, er nehme das Mittel "zur Vorbeugung" selbst ein.

    HIV-Kombinationspräparat Lopinavir/Ritonavir

    Bereits im Juli war die WHO zu der Einschätzung gelangt, dass dieses Mittel im Kampf gegen Sars-CoV-2 nur eine geringe oder gar keine Wirkung zeige.

    Antikörper-Therapie

    Die Behandlung mit sogenanntem Rekonvaleszenten-Plasma erscheint vielen aussichtsreich. Dabei werden die Antikörper, die das Immunsystem Erkrankter gebildet hat, nach ihrer Genesung aus ihrem Blut gewonnen. Werden diese Antikörper dann akut Erkrankten verabreicht, könnte dies, so die Hoffnung, die Schwere der Erkrankung abmildern. Die US-Regierung erteilte Ende August eine Notfallgenehmigung für die Behandlung von Covid-19 mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. Zu dem Verfahren laufen weltweit Studien, auch in Deutschland.

    Bislang gibt es aber keinen überzeugenden Nachweis, ob und wie sehr Plasma Covid-Patienten tatsächlich hilft. US-Präsident Trump wurde nach seiner Infektion mit Sars-CoV-2 unter anderem mit einer Antikörper-Therapie behandelt. In Tests an Goldhamstern und Affen hatte die Antikörper-Therapie die Viruslast gesenkt und die Krankheitssymptome vermindert. Enthalten in der Infusion, die Trump bekommen hat, sind zwei verschiedene Antikörper. Wie die Fachzeitschrift Science erklärt, handelt es sich dabei um Klone von Antikörpern, die als natürliche Reaktion auf das Coronavirus gebildet wurden. In einem Fall stammten sie von einem Menschen, in dem anderen Fall von einer Maus. Beide Antikörper sollen - vereinfacht gesagt - verhindern, dass Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andocken kann.

    Kortison-Präparat Dexamethason

    Im Juni waren britische Forschende zu dem Ergebnis gekommen, dass das preiswerte Kortison-Präparat Dexamethason die Sterblichkeit bei COVID-19 verringert. Die Weltgesundheits-Organisation feierte dies als Durchbruch bei der Behandlung der Krankheit. Dexamethosan ist eine künstliche, viel wirksamere Variante des menschlichen Hormons Kortison. Seit Jahren wird es bereits gegen Rheuma und Allergien eingesetzt. Weil der Patentschutz abgelaufen ist, gehört es zu den preiswerten Medikamenten gegen Covid-19. Ein weiterer Vorteil: Die Nebenwirkungen sind bekannt. Dexamethason wird vor allen Dingen bei sehr schweren Verläufen eingesetzt. Mehr zur Wirkungsweise von Dexamethosan lesen Sie hier: "Dexamethason rettet bei schwerem Verlauf Leben". Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte war Mitte September zu dem Schluss gekommen, "dass Dexamethason als Behandlungsoption für Patienten in Betracht gezogen werden kann, die eine Sauerstofftherapie benötigen". US-Präsident Trump wurde auch mit Dexamethason behandelt.

    Mammutaufgabe Massenproduktion

    Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es am Ende wohl mehrere Medikamente sein werden, die in Kombination gegen Covid-19 helfen. Das zeige die gesamte Geschichte der ansteckenden Krankheiten, heißt es in einem Übersichtsartikel der Fachzeitschrift Nature. Die nächste Herausforderung werde dann darin bestehen, die Produktionskapazitäten so zu erhöhen, dass man möglichst bald Hunderte Millionen Einzeldosen verfügbar habe - und zugleich politische Verteilungskämpfe vermeide.

    (Stand: 16.10.2020)

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    Zahlen und Daten

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  • Covid-19Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält

    Kann ich mich mit dem Coronavirus infizieren, wenn ich im Supermarkt einen Einkaufswagen oder die Türklinke im Büro anfasse? Diese Fragen stellen sich seit Ausbruch der Pandemie viele Menschen. Endgültige Antworten gibt es noch nicht. Die Bedeutung sogenannter Schmierinfektionen wurde von Experten bislang geringer als bisher vermutet eingestuft. Einer neuen Studie zufolge kann das Virus auf glatten Oberflächen wie Handydisplays oder Bankautomaten jedoch bis zu 28 Tage überleben.

    Überlebensdauer abhängig von Temperatur

    Die Untersuchung wurde von der australischen Wissenschaftsbehörde "Csiro" durchgeführt und im Fachblatt "Virology Journal" vorgestellt. Demnach ist das Virus damit bei Raumtemperatur um 20 Grad deutlich robuster als bislang angenommen; bei 30 Grad betrug die Überlebensdauer nur noch sieben Tage, bei 40 Grad lediglich 24 Stunden. Auf porösen Oberflächen sei die Überlebensdauer des Virus generell niedriger. Bei früheren Studien habe das Virus nur bis zu drei Tage lang auf Kunststoff- und Edelstahloberflächen nachgewiesen werden können, heißt es in dem Bericht. Die Experimente der Studie wurden allerdings im Dunkeln durchgeführt. Sonnenlicht könne das Virus schnell abtöten, schreiben die Forscher.

    Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung gibt es bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen wurde, dass das Coronavirus über kontaminierte Oberflächen auf Menschen übertragen wurde.
    Unter Laborbedingungen wurde nachgewiesen, dass SARS-CoV-2-Viren auf Flächen einige Zeit infektiös bleiben können, schreibt das Robert Koch-Institut. Die wohl am häufigsten zitierte Studie zum Thema wurde von Experten des US-Gesundheitsinstituts NIH und der Seuchenschutzbehörde CSC erstellt. Danach ergeben sich auf verschiedenen Oberflächen folgende Überlebenszeiten für das Virus:

    Kunststoff: 72 Stunden
    Edelstahl: 48 Stunden
    Papier, Karton: 24 Stunden
    Kupfer: 4 Stunden
    Aerosole (als Partikel in der Luft): bis zu drei Stunden.

    Allerdings verweist das Bundesinstitut für Risikobewertung auf die relativ geringe Stabilität von Coronaviren in der Umwelt.

    Virologe Schmidt-Chanasit: "sehr viel dazugelernt"

    Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit verweist im Deutschlandfunk auf Erkenntnisse der vergangenen Monate. Mittlerweile wisse man sehr viel besser als noch im März oder April, wie sich das Virus verbreite, "dass auch Aerosole, insbesondere in geschlossenen Räumen, eine Rolle spielen, dass Schmierinfektionen keine Rolle spielen."

    Erkenntnisse der "Heinsberg-Studie"

    Der Virologe Hendrick Streeck sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass Oberflächen bei der Übertragung offenbar nur eine untergeordnete Rolle spielten. Dies habe die "Heinsberg-Studie" ergeben, die zusammen mit Hygienikern der Uniklinik Bonn erarbeitet wurden. Bei Abstrichen von Oberflächen aus Quarantäne-Haushalten im Ort Gangelt, in dem sich das Coronavirus im Frühjahr ausgebreitet hatte, fand sich der Erreger demnach nur in vier von 119 Proben. Streeck betonte allerdings, die Aussagekraft werde dadurch eingeschränkt, dass Menschen in Quarantäne häufig viel putzten. Deshalb seien die Ergebnisse möglicherweise nicht repräsentativ.

    Die Forschenden raten eindringlich, sich regelmäßig die Hände zu waschen, in die Armbeuge zu husten und nicht das Gesicht zu berühren.

    Eher Hände waschen als desinfizieren?

    Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hält das Waschen der Hände allerdings im Vergleich zum Desinfizieren eher für nachteilig. Denn häufiges Händewaschen entferne nicht nur Schmutz und Viren, sondern auch wichtige Bestandteile, die die Haut schützen, erklärte der Direktor der Klinik für Hautkrankheiten in Jena, Peter Elsner, in der Deutschlandfunk-Sendung „Umwelt und Verbraucher“ (Audio-Link). Wenn das zu häufig passiere, könnten Hautkrankheiten, insbesondere Handekzeme, die Folge sein. Grundsätzlich gilt, dass eine zusätzliche Pflege hilft, die Haut zu schützen.

    (Stand: 12.10.2020)

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  • Covid-19Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests?

    Sind Infektionszahlen der richtige Gradmesser für das Corona-Geschehen? Und wie genau sind die Messverfahren zum Nachweis des Virus? Über diese Fragestellung wird kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt geht es auch darum, ob die Corona-Auflagen verhältnismäßig sind. Ein kleines Dossier mit den wichtigsten Begriffen.

    Im Wesentlichen spielen in der Corona-Pandemie drei Testverfahren eine Rolle, wobei der sogenannte PCR-Test bisher der wichtigste ist. In dem Verfahren werden Erbinformationen des SARS-CoV-2 nachgewiesen. Dieser Test gilt als sehr sensitiv, also empfindlich. Er wird von spezialisierten Laboren durchgeführt. Anders verhält es sich mit dem Antigentest: Er weist nicht das Erbgut des Virus nach, sondern Eiweiße. Diese Methode gilt als nicht ganz so empfindlich. Beim Antikörpertest wird lediglich eine Reaktion des Körpers nachgewiesen. Also die Frage beantwortet: War eine Person bereits infiziert?

    Virologen und auch Gesundheitspolitiker forderten in den vergangenen Wochen, neben den teuren und aufwändigen PCR-Tests auch Schnelltests zuzulassen, vielleicht sogar aus der Apotheke. Die Gründe dafür liegen bei steigendem Testaufkommen auf der Hand. Dennoch wird das PCR-Verfahren nach wie vor als "Goldstandard" bezeichnet.

    Wie aussagekräftig ist der PCR-Test?

    Das Verfahren beantwortet die Frage, ob jemand infiziert ist, sehr zuverlässig: Laut Robert Koch-Institut gibt es nur wenige falsch positive Befunde. In den Labors werden mit einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (englisch: polymerase chain reaction, PCR) Spuren des Erbguts gezüchtet. In jeder Runde wird der Anteil verdoppelt. Vorteil: Kleinste Spuren werden aufgespürt. Nachteil: Der Betroffene ist vielleicht positiv getestet, aber nicht mehr ansteckend. Unter Umständen können PCR-Tests auch Wochen nach überstandener Infektion noch positiv ausfallen, wenn viel totes Virus-Material im Körper vorhanden ist. Wird dagegen in einem frühen Stadium getestet, kann die getestete Person auch erst nach der Testung nachweislich infektiös werden.

    Ein positiver Test stellt eine Infektion im Sinne des Infektionsschutzgesetzes fest. Demnach gilt als Infektion "die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus". Krankheitserreger sind unter anderem Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten, die bei Menschen "eine Infektion oder übertragbare Krankheit verursachen" können.

    Sind alle Menschen mit positivem PCR-Ergebnis ansteckend?

    Wie oben bereits angedeutet: Nein. PCR-Tests weisen nicht nach, ob ein Mensch zum Zeitpunkt des Abstriches infektiös ist oder nicht. Labordaten legen nahe, dass Infizierte zwei Tage vor Symptombeginn und zu Beginn der Krankheit am ansteckendsten sind, wie es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt. Allerdings kann das Sars-CoV-2-Virus auch bei einem asymptomatischem Infektionsverlauf übertragen werden.

    Sind die PCR-Tests zu empfindlich?

    Das hängt davon ab, wie lange der Test läuft. Es gibt eine Kennziffer, die das Verfahren beschreibt: der sogenannte CT-Wert. Er besagt, wie viele Runden ein Test durchlaufen muss, um ein positives Ergebnis zu zeigen. Läuft der Test sehr lange, werden auch noch winzige Virusmengen nachgewiesen. Bei einem CT-Wert von über 30 sprechen Virologen von einer geringen Konzentration. Womöglich können sich die Viren dann nicht mehr vermehren. Problem: Nicht jeder Abstrich ist gleich gut. Ist viel Virusmaterial in der Probe, schlägt der Test früher an.

    Erfahren die Gesundheitsämter den CT-Wert?

    Laut einer Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung erfahren nur wenige Gesundheitsämter davon (Stand Oktober 2020). Allerdings gebe es regionale Unterschiede. Viele Behörden vor Ort wissen also nicht, ob lange oder kurz getestet wurde, und ob damit womöglich die Isolation verkürzt werden könnte. Problem: Es gibt keine Standards, ab welchem CT-Wert die Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus gelockert werden darf.

    Mehr Tests = mehr Infektionen?

    Die absolute Zahl der Tests sagt wenig über die Entwicklung des Infektionsgeschehen aus. Zwar gibt es jetzt mehr Tests und mehr Kapazitäten. Entscheidend ist aber die sogenannte Positivrate, die das Robert Koch-Institut einmal pro Woche veröffentlicht. Der Wert beschreibt das Verhältnis der positiven Ergebnisse zur Gesamtheit der Tests. Zu Beginn der Pandemie (13. Kalenderwoche 2020) lag der Wert bei 8,7 - im Herbst ( 41. KW 2020) bei nur noch 2,48. Anschließend stieg der Wert in Deutschland wieder - Mitte November (46. KW) kamen mit 9,2 Prozent anteilig so viele positive Testergebnisse wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

    PCR-Tests sind Wissenschaftlern zufolge zu etwa 98 Prozent zuverlässig. Testen die Labore zwei bis drei Mal, kann die Fehlerquote auf 0,01 Prozent gesenkt werden. Das RKI macht keine genauen Angaben zur Fehlerquote der PCR-Test. Von dort heißt es schlicht: Wenn die Tests korrekt durchgeführt und deren Ergebnisse fachkundig beurteilt würden, gehe man "von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht".

    Grundsätzlich gilt: Je wahrscheinlicher es ist, dass sich eine Person infiziert hat, desto höher ist auch die Aussagekraft eines positiven Tests - und umgekehrt. Experten nennen das Vortestwahrscheinlichkeit. "Das Ergebnis einer Labortestung ist immer eine Diagnose, nie ein rohes Testergebnis", hatte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité dazu erklärt.

    Detailliertere Informationen rund um die Frage der Tests finden Sie hier.

    Stand: 18.11.2020 (Mit Material von dpa)

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  • Covid-19Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß

    Zuletzt wurde mehrfach über einzelne Personen berichtet, die sich zum zweiten Mal mit dem neuen Coronavirus infiziert haben. Was sagt das über Immunität und die Impfstoffsuche aus?

    Was ist über Reinfektionen mit dem Coronavirus bekannt?

    Seit das neue Coronavirus in der Welt kursiert, wird darüber gerätselt, ob und wann jemand nach einer Coronainfektion erneut an Covid-19 erkranken kann - eine wichtige Frage auch mit Blick auf die Anforderungen an Impfstoffe. Schon im Frühjahr wurden einige Fälle bekannt, bei denen das Coronavirus nach einem negativen Test einige Wochen später erneut nachgewiesen werden konnte. Forschende gehen in diesen Fällen von verschiedenen Szenarien aus: Das Virus könnte im Körper geblieben und die Erkrankung später neu aufgeflammt sein - oder aber die Tests waren irreführend, da totes Virenmaterial nachgewiesen worden sein könnte.

    Nun gab es Meldungen von einigen Patienten - etwa in Belgien, den Niederlanden, den USA, Ecuador und Hongkong -, die sich Wochen bis Monate nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 erneut mit dem Virus angesteckt haben. Dabei handelt es sich recht sicher um Reinfektionen: Denn wie etwa die Virologin und Beraterin der niederländischen Regierung, Marion Koopmans, mitteilte, unterscheidet sich bei der niederländischen Patientin der genetische Code - eine Art Fingerabdruck des Virus - bei der zweiten Infektion deutlich von der ersten. Das spreche gegen ein Wiederaufflammen der ersten Infektion, sagte sie im niederländischen Radio.

    Genetischer Fingerabdruck verändert sich

    Auch bei der neu erkrankten Patientin aus Belgien wurde ein anderer genetischer Fingerabdruck gefunden. Sie war drei Monate nach der ersten Infektion erneut erkrankt. Kurz zuvor berichtete die University of Hong Kong über einen Mann, der sich nach viereinhalb Monaten erneut infiziert hatte - auch bei ihm wurden andere Virussequenzen gefunden als bei der Erstinfektion. Ebenso war es bei einem Mann im US-Bundesstaat Nevada und einem Ecuadorianer, wie Forschende aus beiden Ländern mitteilten.

    Wie verläuft eine Reinfektion?

    Dazu gibt es bisher keine Forschungsergebnisse, da erst diese drei Fälle von Reinfektionen sicher dokumentiert sind. Im Fall des Mannes aus Hongkong ist bekannt, dass er nach Angaben der Universität bei der zweiten Infektion keine Symptome gezeigt hat. Im Fall der Patientin in Belgien spricht der Virologe Marc Van Ranst von milden Symptomen. In den Niederlanden geht es um einen älteren Patienten mit einem schwachen Immunsystem, Einzelheiten zu seinem Krankheitsverlauf sind nicht bekannt. Es könne sein, dass der Verlauf bei einer zweiten Infektion zumindest leichter ist - oder dass man nicht mehr ansteckend ist, vermutet etwa Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

    Dagegen sprechen derzeit die Einzelfälle aus den USA und Ecuador. Der 25-Jährige US-Amerikaner war zunächst Mitte April nach milderen Erkältungssymptomen und Durchfall positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Ende Mai wurde er dann erneut positiv getestet - dieses Mal mit Fieber, Kopfweh und Husten, auch musste er zeitweise beatmet werden. Der Mann aus Ecuador hatte bei seiner ersten Infektion im Mai nur milde Symptome, im August zeigte die Erkrankung einen mittelschweren Verlauf.

    Wie lange ist man nach einer Coronainfektion immun?

    Diese Frage ist nach wie vor weitgehend ungeklärt. Die Dlf- Sendung "Forschung aktuell" berichtet von neuen Untersuchungen der Harvard Medical School und der Universität Toronto, die Antikörper gegen des Coronavirus in den Mittelpunkt stellen. Für die Studien wurden mehr als 300 Infizierte untersucht. Das Ergebnis: Antikörper waren bei den meisten der Infizierten im Blut und auch im Speichel nachweisbar. Die größte Menge an Antikörpern fanden die Forscher bei den untersuchten Patienten zwei bis vier Wochen nach der Infektion. Danach sinkt die Antikörpermenge ab.

    Nach drei Monaten waren bei fast allen Infizierten weiterhin Antikörper vorhanden, bei einigen auch noch nach sechs Monaten, wenn auch in geringerer Konzentration.
    Eine Antwort auf die Frage, ob und wie lange der Immunschutz bestehen bleibt, ist daraus allerdings schwer abzuleiten. Denn neben den Antikörpern spielen noch weitere Faktoren wie die generelle Stärke des Immunsystems, die von Mensch zu Mensche variiert, eine wichtige Rolle beim Schutz vor dem Erreger. Möglich ist nach wie vor auch, dass sich die Dauer der Immunität von Mensch zu Mensch unterscheidet, wie es vom Robert Koch-Institut heißt.

    Keine Antikörper bei nachweislich Infizierten

    Erschwert wird die Antwort nach dem natürlichen Immunschutz auch durch die Tatsache, dass bei einigen nachweislich Infizierten gar keine Antikörper gefunden werden, wie eine Studie des Universitätsklinikums Jena zeigt. Im ehemaligen Corona-Quarantäneort Neustadt am Rennsteig ließen sich demnach bei rund der Hälfte der Infizierten keine Antikörper gegen den Erreger nachweisen. Auch eine Studie des Lübecker Gesundheitsamts war zu dem Schluss gekommen, dass nur 70 Prozent der Infizierten Antikörper gebildet hatten, 30 Prozent hingegen nicht.

    Welche Rolle spielen T-Helferzellen bei der Abwehr?

    Aber nicht nur Antikörper bekämpfen eine Infektion. Eine wichtige Rolle spielen auch sogenannte T-Helferzellen, die sich über Jahre hinweg merken können, welche Erreger der Körper erfolgreich bekämpft hat. Tests auf diese Immunzellen sind allerdings deutlich aufwendiger als Antikörpertests, wie Gerard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung im Deutschlandfunk sagte.

    Forscher des Karolinska Instituts in Stockholm haben in einer kleinen Studie die Blutproben von 2.000 Menschen in der schwedischen Hauptstadt auch nach Hinweisen auf eine T-Zell Immunität gegen Sars-Cov-2 getestet. Dabei haben sie gesehen, dass manche Personen zwar keine Antikörper hatten, aber dennoch eine T-Zell-Immunität aufwiesen - vor allem Menschen, die nur sehr milde oder kaum nachweisbare Symptome gezeigt hatten. Der tatsächliche Prozentsatz an Personen, die bereits eine Coronainfektion durchgemacht haben und wohl vorerst immun sind, könnte also höher liegen, als Antikörper-Studien nahelegen. Das wurde bei entsprechenden Studien zuletzt auch kommuniziert.

    Was bedeutet das für die Impfstoffentwicklung?

    Wenn bei Impfstudien von einer Immunreaktion die Rede ist, bezieht sich das laut unserer Forschungsredaktion auf die Antikörperproduktion. Unklar ist, ab welcher Menge eine Immunität erreicht ist und wie lange diese anhält. Zudem ist bisher nur bei dem Impfstoffkandidaten der Universität Oxford klar, dass durch die Impfung auch passende T-Gedächtniszellen gebildet werden - das wäre aber für eine langfristige Immunität durchaus relevant. Informationen zum Stand der Impfstoffforschung hat die DLF-Redaktion Forschung Aktuell hier zusammengestellt.

    Was bringt eine Plasmabehandlung mit Antikörpern?

    In den USA wurde nun die Behandlung von Covid-19-Erkankten mit Plasma von bereits genesenen Patienten per Notfallgenehmigung erlaubt. In dem Blutplasma finden sich Antikörper, die Erkrankten helfen sollen - ein Verfahren, dass schon seit über einem Jahrhundert praktiziert wird. Bisher gibt es in Bezug auf Covid-19 Hinweise, dass schwer kranke Patienten durch die Gabe von Plasma mit Antikörpern etwas häufiger überleben als ohne. Eindeutig sind die Ergebnisse nicht, denn die Patienten bekamen neben dem Plasma meist auch andere Medikamente. Auch eine offizielle Zulassung der Behandlung steht in den USA deshalb noch aus. Kritiker werfen US-Präsident Trump vor, die Notfallgenehmigung vor allem wegen des Präsidentschaftswahlkampfes auf den Weg gebracht zu haben.

    Weitere Informationen zur Immunität gegen das neue Coronavirus hat DLF-Wissenschaftskorrespondent Volkart Wildermuth hier zusammengestellt.

    (Stand: 10.10.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Was der Anstieg der Corona-Infektionen für die Krankenhäuser bedeutet

    Die Corona-Infektionen steigen rapide an - in den Nachbarländern und in Deutschland selbst. Experten erklären, einem Anstieg der Infektionen folge mit einem zeitlichen Abstand von etwa 14 Tagen ein Anstieg schwerer Covid-19-Erkrankungen. Wie sieht es derzeit in den Krankenhäusern aus?

    "Die Zeit drängt" - mit diesen Worten haben Klinikärzte in Deutschland die Bundesländer mit vielen Corona-Fällen aufgefordert, nicht notwendige Operationen zu stoppen. In einer Erklärung der Ärzteorganisation Marburger Bund und der intensivmedizinischen Fachgesellschaften heißt es, dass Krankenhäuser aus Umsatzgründen ihre Kapazitäten nicht auf Covid-19-Patienten konzentrierten. Ändere sich dies nicht, dann werde die Belastungsgrenze insbesondere auf vielen Intensivstationen schon bald überschritten.

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen steigt

    Seit Wochen steigen in Deutschland die Zahlen der Covid-19-Erkrankten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das DIVI-Intensivregister gibt Auskunft über die Belegung der Intensivstationen. Grundlage der Zahlen sind Meldungen der Krankenhäuser. Derzeit werden im Register etwa 28.400 Intensivbetten gemeldet, von denen derzeit knapp 6.600 frei sind.

    Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung steht. Das war auch bereits vor der Corona-Pandemie der Fall. Pflegepersonal auf Intensivstationen hat eine spezielle Ausbildung und kann nicht einfach durch andere Pflegekräfte ersetzt werden. Auf Intensivstationen liegen mehr als 3.300 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen fast 1.900 invasiv beatmet werden. (Stand 14.11.)
    Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher etwa zwölf Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten gestorben. (Stand 13.11.)

    Das DIVI-Intensivregister zeigt auch in übersichtlichen Kartendarstellungen bis auf Kreisebene den Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. In Zeitreihen lässt sich zudem die Entwicklung der letzten Monate nachvollziehen. Grafiken zeigen steil ansteigende Kurven, die nun teilweise höher liegen als im Frühjahr.

    Krankes Pflegepersonal erschwert die Lage

    Was den Krankenhäusern nach eigenen Angaben große Probleme macht, ist der Personalmangel, der dadurch erschwert werde, dass sich auch viele Mitarbeiter im privaten Umfeld infizierten und dann für die Arbeit ausfielen. Ulrich Frei, Vorstandsmitglied der Berliner Charité, sagte, man versuche mit allen Mitteln, ausreichendes Pflegepersonal zu rekrutieren. Auch die Brandenburger Kliniken leiden nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft unter Personalausfällen durch Covid-Infektionen und Quarantänen. Die im November üblichen grippalen Infekte kämen obendrauf.

    Wie angespannt die Lage ist, zeigt auch eine Aussage von Bundesgesundheitsminister Spahn beim Deutschen Pflegetag, wonach infizierte oder sich in Quarantäne befindliche Pflegekräfte in Krankenhäuser notfalls weiterarbeiten sollten, damit der Betrieb aufrechterhalten werden könne. Ein Einsatz von Corona-infizierten Pflegekräften solle jedoch die Ausnahme bleiben und könne nur unter hohen Sicherheitsvorkehrungen mit FFP2- oder FFP3-Masken geschehen. Solche Fälle basierten auf einer entsprechenden, bereits seit Monaten bestehenden Empfehlung des Robert Koch-Instituts, sagte der Minister.

    Insolvenzen von Krankenhäusern drohen

    Die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser in Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten einer Studie zufolge weiter verschärft. Die "Rheinische Post" zitiert aus Untersuchungsergebnissen des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen. Demnach waren schon im Jahr 2018 13 Prozent der Kliniken von der Insolvenz bedroht. Spätestens ab dem Jahr 2022 könnten noch weitere folgen. Denn die Finanzhilfen des Bundes zur Bewältigung wirtschaftlicher Einbußen in Folge der Corona-Pandemie hätten vielen Häusern nur eine vorübergehende Atempause verschafft.

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    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
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  • BildungKinder und das Coronavirus – wie es um die Gefahr der Ansteckung und Verbreitung steht

    Angesichts der deutschlandweit steigenden Corona-Infektionszahlen und hunderttausenden Schülerinnen und Schülern in Quarantäne wird erneut die Frage laut, welche Rolle Kinder und Jugendliche bei der Übertragung des Coronavirus spielen.

    In den vergangenen Wochen ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen auch bei Kindern deutlich gestiegen. Dies meldet der "Spiegel" unter Berufung auf das Robert Koch-Institut. Demnach wurden in der ersten Novemberwoche mehr als 10.400 Infektionen bei Kindern unter 14 Jahren gemeldet. Anfang September sind es demnach noch weniger als 1.000 gemeldete Infektionen in der gleichen Gruppe gewesen.
     
    Laut RKI wurde die Infektiosität im Kindesalter bisher selten untersucht und kann daher nicht abschließend bewertet werden. Die Ansteckungsrate durch Kinder war dem RKI zufolge in Studien ähnlich hoch wie bei Erwachsenen. Studien zur Viruslast bei Kindern zeigen demnach keinen wesentlichen Unterschied zu Erwachsenen. Kinder waren laut RKI aber weniger empfänglich für eine Ansteckung mit dem Virus als Erwachsene, wobei Kleinkinder sich in noch geringerem Maße infizierten als Schulkinder.

    Kinder in Bayern: hohe Dunkelziffer

     
    Eine der bisher größten Studien zu Infektionen von Kindern wurde Ende Oktober veröffentlicht. Sie besagt, dass sechs Mal mehr Kinder und Jugendliche infiziert sein könnten als gedacht. Die Forschenden haben 12.000 Blutproben auf Antikörper untersucht, die zwischen April und Juli von Kindern und Jugendlichen in Bayern genommen worden waren. Ursprünglich sollte das Blut auf Diabetes untersucht werden - zusätzlich haben die Forschenden aber auch nach Corona-Antikörpern gesucht. Für ein möglichst genaues und sicheres Ergebnis wurde dazu nach zwei verschiedenen Antikörpern gesucht. Heraus kam: In 0,87 Prozent der Proben wurden beide Antikörper gefunden. Die Hälfte dieser Infizierten hatte keine Covid-Symptome. Laut den Forschenden wäre es sinnvoll, mehr Kinder zu testen, die keine Symptome aufweisen. Viele infizierte Kinder hatten auch mindestens einen infizierten Familienangehörigen.

    Eine österreichische Studie, die an 243 Schulen im ganzen Land an Menschen ohne Symptomen durchgeführt wurde, kommt zum Ergebnis, dass es keine Unterschiede zwischen Schulformen oder zwischen Schulkindern und Lehrkräften gibt, was die Ansteckungshäufigkeit betrifft. Etwas anderes gilt für Schulen mit hoher Benachteiligung. Dort war die Wahrscheinlichkeit um mehr als 3,5 Mal höher, eine infizierte Person ohne Symptome zu finden.

    Indien: Kleinkinder infizieren andere Kleinkinder

     
    Eine Studie aus Indien lässt vermuten, dass die Ansteckung bei Kindern vor allem in der gleichen Altersgruppe stattfindet. Für die Untersuchung wurden Infektionsketten analysiert und die Daten von rund 575.000 Menschen ausgewertet, die mit Corona-Infizierten Kontakt hatten. Fast jedes vierte Kind zwischen einem und vier Jahren steckte sich an, wenn es Kontakt zu einem anderen infizierten Kleinkind hatte. Bei den 5- bis 17-Jährigen war es immerhin noch jedes Fünfte. An Erwachsene gaben sie das Virus dagegen deutlich seltener weiter. Kinder sind laut den Forschenden sehr effiziente Überträger. Entsprechend sei es auch eine sinnvolle Pandemie-Maßnahme, die Schulen und Kindergärten zu schließen.

    Lehrergewerkschaft fordert Wechselunterricht

     
    Eine Tübinger Studie aus dem Juni hatte besagt, dass Kinder keine Infektionstreiber seien. Baden-Württemberg hatte die Studie zur Grundlage für Schulöffnungen genommen. Unter anderem die Lehrergewerkschaft GEW übt nun an der Art und Weise, die der Schulbetrieb aktuell durchgeführt wird, Kritik. Sie fordert – wie die Bundesregierung - Wechselunterricht, der für Schülerinnen und Schüler ab Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 5) gut umzusetzen sei.
     
    Der Berliner Virologe Drosten war in einer Studie zu der Infektiosität von Kindern bereits im April zum Ergebnis gekommen, dass Kinder genauso ansteckend sein könnten wie Erwachsene. Kinder hatten demnach genauso viele Viren im Rachen. Drosten schloss aus seinen Ergebnissen, dass die Öffnung von Schulen und Kitas vorsichtig angegangen werden sollte - und war dafür zum Teil in die Kritik geraten.

    Der Kinder-Infektiologe Johannes Hübner sprach sich im Deutschlandfunk klar gegen erneute Schulschließungen aus. Er sagte, auch weiterhin seien Schulen und Kitas keine Treiber der Infektionen. Natürlich schwappten aber die höheren Infektionszahlen in der Bevölkerung auch in die Schulen über. Wenn es dann einzelne Fälle gebe, sollte nicht gleich die ganze Schule geschlossen werden, sondern die betroffene Klasse in Quarantäne geschickt werden. So habe es bisher ganz gut funktioniert, meinte Hübner.

    (Stand: 17.11.2020, 19 Uhr)

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    Zahlen und Daten

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    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Was sind Aerosole?

    Aerosole sind feste oder flüssige Partikel, die so klein sind, dass sie kaum noch der Schwerkraft unterliegen. Diese kleinsten Teilchen sinken, anders als die beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen, nicht schnell zu Boden, sondern schweben deutlich länger in der Luft - teilweise Minuten oder sogar Stunden. Also kann jemand, der nach einem Infizierten einen nicht gelüfteten Raum betritt, sich anstecken. Außerdem können Tröpfchen nicht so stark eingeatmet werden wie Aerosole. Meistens bleiben sie eher in den oberen Atemwegen, während Aerosole tief in die Lunge eindringen können.

    Bei einigen Krankheiten ist bekannt, dass sie zum Teil auf diesem Weg übertragen werden, zum Beispiel Tuberkulose. Ein direkter Kontakt zu einem Infizierten ist also nicht notwendig, um sich anzustecken.

    Welche Erkenntnisse gibt es dabei in Bezug auf das Coronavirus?

    Zunächst spielte eine mögliche Infektion durch Aerosole kaum eine Rolle in der Betrachtung. Allerdings haben Mediziner weltweit Corona-Ausbrüche genauer analysiert. Und nach und nach stellten sie fest, dass es für zahlreiche Ausbruchsgeschehen kaum eine andere Erklärung geben konnte als eine Infektion über Aerosole.

    Davon kann man allerdings erst sprechen, wenn Personen sehr weit voneinander entfernt waren und sich trotzdem infiziert haben. Ersten Hinweisen darauf gingen chinesische Forscher nach, die Infektionsketten in einem Restaurant in Wuhan nachgingen - der Stadt, in der das Virus zum ersten Mal auffällig wurde. Dort waren Gäste am Coronavirus erkrankt, die an verschiedenen, weit voneinander entfernten Tischen gesessen und auch sonst keine gemeinsamen Wege oder Begegnungen hatten.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation sieht inzwischen Aerosole als wichtigen Übertragungsweg des Virus an. Das hat zumindest mittelfristig Auswirkungen auf die Empfehlungen zum Gesundheitsschutz.

    Aufenthalt in schlecht belüfteten Räumen erhöht Risiko

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Übertragung im Umkreis von mehr als acht Metern

    Dass Aerosole eine sehr große Reichweite und Verweildauer in der Atemluft haben, hat auch das Ausbruchsgeschehen in Schlachtbetrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vor Wochen gezeigt: Das Helmholtz-Institut für Infektionsforschung veröffentlichte im Juli erste Ergebnisse einer Studie über den Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Demnach hat ein Mitarbeiter in der Rinderzerlegung das Virus im Mai auf mehrere Personen übertragen, und zwar im Umkreis von mehr als acht Metern. Die Studie habe auch gezeigt, dass die Wohnsituation der Arbeiter keine wesentliche Rolle gespielt habe, so die Forscher.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Dominanter Infektionsweg über Aerosole?

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich unter Forschungsleitung von Martin Kriegel intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Man könne das Risiko halbieren, wenn man doppelt so viel Luft hereinbringe, sagte Kriegel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Spahn. Auch eine geringere Aufenthaltsdauer vermindere das Infektionsrisiko: "Wenn wir die halbieren, halbieren wir das Risiko auch."

    "Allerdings ist die Fensterlüftung nicht verlässlich", sagte Kriegel im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Denn man wisse im Einzelfall nicht, wie viel Luft durch das Fenster gelange. Die Effektivität der Fensterlüftung hänge davon ab, wie stark der Wind draußen wehe und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen sei.

    "Viele Leute denken, wenn es drinnen kalt ist, ist die Luft frisch im Innenraum. Das stimmt nicht. Man müsste also immer in regelmäßigen Abständen die Fenster komplett öffnen. Denn durch ein gekipptes Fenster gelangt nicht wirklich viel Luft herein." Das sei vor allem nun, in der kälteren Jahreszeit, eine große Herausforderung. "Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnen würde, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren", haben der Forscher und sein Team festgestellt.

    Gefahrenquelle Schulunterricht?

    Vor dem Hintergrund seiner Berechnungen und der Tatsache, dass die Schulen ebenfalls mit sinkenden Außentemperaturen zu tun haben werden, empfiehlt Kriegel: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert der Forschungsleiter dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 10.10. 2020)

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  • Covid-19Coronavirus: Was man zu Schutzmasken wissen sollte

    Zum Thema Mundschutz und Atemschutzmasken kursieren viele Informationen. Welche Arten von Schutzmasken es gibt, wie sie wirken und wen sie schützen, beantworten wir hier.

    Wie sinnvoll ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes?

    Mit Blick auf die kühleren Monate plädieren die Präsidenten von vier großen deutschen Forschungsorganisationen am 24. September für konsequentes Masken-Tragen in Innenräumen. Die Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft schrieben in einer gemeinsamen Stellungnahme, ein wesentlicher saisonaler Faktor werde in der kalten Jahreszeit der Aufenthalt in geschlossenen Räumen sein. Dem könne durch ein konsequentes Tragen von Masken entgegengewirkt werden, hieß es.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zur Eindämmung von Infektionen das Tragen von Schutzmasken generell dort, wo Abstand halten nur schwer möglich ist. Menschen, die über 60 Jahre alt seien oder Vorerkrankungen hätten, sollten eine medizinische Maske nutzen.

    Der Meinungs-Umschwung

    Wichtige Organisationen, wie die WHO und das RKI waren im Frühjahr skeptisch, und entschieden sich gegen die Empfehlung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, lehnte im April eine Maskenpflicht ab. Sie sei potenziell gefährlich: Im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut. Schneller könne man sich kaum infizieren, warnte Montgomery. Auch die Politik zögerte, eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen einzuführen. Der Grund war unter anderem, dass der Vorrat an medizinischen Schutzmasken so knapp war, dass selbst das Fachpersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unterversorgt war.

    Die WHO hatte ihren Standpunkt zum Tragen von Masken Anfang Juni geändert. Auf der Webseite des RKI heißt seit Mitte März, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes könne helfen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen, wenn man öffentliche Räume betrete, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könne. Das RKI weist eindringlich darauf hin, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf keinen Fall dazu führen dürfe, Abstandsregeln zu missachten oder Husten- und Niesregeln und die Händehygiene nicht mehr einzuhalten.

    Weltärztepräsident Montgomery sagte Anfang September im Deutschlandfunk: "Es gibt inzwischen wissenschaftliche Beweise in der Weltliteratur, dass auch eine schlechte Maske immer noch besser ist als keine Maske. Inzwischen wissen wir, dass selbst ein, mit Verlaub gesagt, feuchter Lappen vorm Gesicht besser ist als gar nichts."

    Liefer-Engpässe längst beseitigt

    Die ursprünglichen Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken konnten beseitigt werden. Bei mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen seien die Lager voll, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums Mitte Juni. Gesundheitsminister Spahn hat mit deutschen Unternehmen Vereinbarungen für die Produktion medizinischer Schutzmasken getroffen. Zudem gibt es mittlerweile im Einzelhandel eine reiche Auswahl an sogenannten Alltagsmasken zu kaufen. Und viele haben das Nähen und Basteln für sich entdeckt und eigene Masken erstellt.

    Hat das Zögern die Ausbreitung unterstützt?

    Forschende sind nach einem Bericht von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" der Ansicht, dass eine früh angeordnete Maskenpflicht die Ansteckungsrate in Europa reduziert hätte. Klaus-Dieter Zastrow, Professor für Hygiene an der THM Gießen sagte, es sei "ein Skandal, dass sich WHO und RKI dagegen gestellt hätten."

    Welche Masken unterscheidet man?

    Fällt das Stichwort "Atemschutzmaske" ist nicht immer klar, um welche Masken es genau geht: Der einfache Mund-Nasen-Schutz schützt vor allem andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, weniger den Träger selbst. Man nennt sie auch "Alltagsmasken".

    In Krankenhäusern werden verschiedene Maskentypen benutzt, wie ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft erklärt: einfache OP-Masken aus Vlies, die Patienten bei einer Operation vor dem Speichel von Medizinern und Pflegepersonal schützen sollen, sowie Schutzmasken der Standards FFP2 und FFP3 (Filtering Face Pieces). Diese bestehen aus festerem Material und können ein Atemventil haben. Das Coronavirus sei recht klein, erklärt der Sprecher, nur die FFP-Masken seien so gebaut, dass es nicht durchkomme.

    Allerdings: Masken ohne Ventil filtern laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz. Masken mit Ventil filtern demnach nur die eingeatmete Luft und sind daher nicht für den Fremdschutz ausgelegt.

    Was sagt die Forschung zur Wirksamkeit verschiedener Masken?

    Nicht jede Form von Corona-Masken hält beim Ausatmen oder Sprechen mit Viren belastete Tröpfchen gleich wirksam zurück. Während etwa chirurgische Masken äußerst effektiv sind, erhöhen andere Schutzformen sogar den Ausstoß von ausgestoßenen Tröpfchen. Das Wissenschaftsmagazin "Science Advances" hat im August einen wissenschaftlichen Vergleich von 14 verschiedenen Maskentypen veröffentlicht. Der Co-Autor der Studie, Eric Westman, erklärt, die Vorstellung, dass alles besser sei als nichts, habe sich nicht bewahrheitet.

    Für den Vergleich nutzten die Forschenden der Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina eine einfache Testmethode. Sie ließen ihre Versuchspersonen in einem dunklen Raum fünfmal hintereinander mit unterschiedlichen Masken und ohne Mundschutz die Worte "Stay healthy, people" (Bleibt gesund, Leute) in einen erweiterten Laserstrahl sprechen und dies von einer Smartphone-Kamera aufnehmen. Ein Computer-Algorithmus zählte anschließend die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen.

    Am besten schnitten die in den USA für das Krankenhauspersonal reservierten Atemschutzmasken vom Typ N95 (FFP2-Masken in Europa) ab. Die ausgestoßenen Aerosole wurden auf weniger als 0,1 Prozent der Menge ohne Maske reduziert. Chirurgische Masken fingen demnach mehr als 90 Prozent ab. Selbstgenähte Baumwollmasken filterten je nach Zahl ihrer Stofflagen und Falten immer noch zwischen 70 und 90 Prozent der Tröpfchen. Dagegen ließen Halstücher rund die Hälfte der Tröpfchen durch. Am schlechtesten schloss ein Schlauchschal aus Polarfleece ab. Dieser erhöhte nach Angaben der Forschenden sogar die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen - möglicherweise, weil das Gewebe die größeren Tröpfchen in kleinere zerlegte.

    N95-Masken mit Ausatmungsventil schützten bei dem Test weniger als die N95-Masken ohne Ventil - sie waren in etwa mit simplen Baumwollmasken zu vergleichen. Diese Masken werden als "erträglicher" beworben, doch Gesundheitsbehörden und -experten raten von ihnen ab, da sie zwar ihren Träger schützen, dafür jedoch dessen kontaminierte Atemluft leichter abgeben als die anderen Masken.

    Was muss ich generell beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beachten?

    Ein Mundschutz kann - wie nicht zuletzt die oben genannte Studie zeigt - die Ansteckung anderer nicht vollständig verhindern. Er verringert jedoch die Gefahr, da infektiöse Tröpfchen beim Husten oder Niesen abgefangen werden. Dafür ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz möglichst fest sitzt und gewechselt wird, wenn er feucht geworden ist.

    Anschließend sollte er bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Ein gängiges Vollwaschmittel reicht dafür aus. Die Alltagsmasken lassen sich auch im Backofen desinfizieren: 30 Minuten bei 70 Grad reichen nach Angaben des Virologen Christian Drosten aus. Eine weitere Methode ist das heiße Bügeln. Dies muss allerdings sorgfältig geschehen, und die Falten müssen lange erhitzt werden. Einfacher ist die Desinfektion in der Mikrowelle. Dafür darf der Mund-Nasen-Schutz aber keine Metallteile enthalten. Die Maske sollte mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäße mit Wasser gelegt werden. Dann wird sie zwei Minuten lang bei 750 Watt erhitzt. Der entstehende Wasserdampf tötet Viren ab.

    Ausführliche Hinweise zum richtigen Tragen des Mund-Nasen-Schutzes liefert die Webseite "Maske zeigen".

    Keine Alternative zu Corona-Masken – Plastikvisiere im Abseits

    Zu Beginn der Pandemie galten sie als wichtige Erleichterung: Anstatt der Mund-Nase-Maske bedienten sich viele Menschen eines Plastikvisiers und konnten so unbeschwerter atmen. In Österreich sind die "Face Shields" nun prinzipiell untersagt - und auch in Deutschland geraten sie ins Abseits.

    Die Schutzwirkung der Visiere ist seit langem umstritten. Das Robert Koch-Institut hält fest: "Die Verwendung von Visieren anstelle von Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) wird derzeit von verschiedenen Herstellern beworben, ohne dass Belege für die Äquivalenz dieser Ersatzmaßnahme vorliegen." Das RKI argumentiert im Sinne vieler wissenschaftlicher Studien: Mund-Nase-Bedeckungen müssen über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen. Nur so wird das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten minimiert. So kann die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Tröpfchenauswurfs am besten reduziert werden.

    Visiere dagegen können zumeist maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen. Das RKI kommt zu dem Schluss: "Die Verwendung von Visieren kann daher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zur MNB angesehen werden. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Rückhaltewirkung von Visieren auf ausgestoßene respiratorische Flüssigkeitspartikel deutlich schlechter ist."

    Österreich verbannt "Face Shields"

    In Österreich sind die halboffenen Plastikvisiere als alleiniger Mund-Nase-Schutz untersagt. Die Verordnung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht eine Übergangsfrist bis zum 7. November vor. Damit soll gewährleistet werden, dass sich alle auf die neue Regelung einstellen können.

    Auch in Deutschland sind die halb-offenen Gesichtsvisiere ins Abseits geraten. Als letztes Bundesland hatte Schleswig-Holstein die "Face Shields" als Alternative zu den Masken aus dem Verkehr gezogen. Nach wie vor ist die Lage in Deutschland aber nicht einheitlich. Denn auch für die Festlegungen zum Mund-Nasen-Schutz sind die Bundesländer zuständig. In Hessen etwa ist das Tragen eines Visiers erlaubt, wenn das ganze Gesicht abgeschirmt wird.

    Gesundheitliche Gründe gelten weiter

    Nach wie vor gelten quer durch Deutschland allerdings auch andere Ausnahmen. Vielerorts wird Menschen das Tragen von Visieren zugestanden, die aus gesundheitlichen Gründen keine eng anliegende Maske tragen dürfen, zum Beispiel wegen einer Asthma-Erkrankung. Und auch in Geschäften können Beschäftigte weiter ohne Maske arbeiten, sofern sie durch Glas oder Plexiglas ausreichend von anderen abgeschirmt sind. Wer mehr darüber wissen möchte, muss daher die geltende Rechtslage im jeweiligen Bundesland konsultieren.

    (Stand: 29.10.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit können helfen, diese Frage zu beantworten. Doch auch dabei gibt es Schwierigkeiten, die von Kritikern benannt werden.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen im Vergleich zu durchschnittlichen Parametern mehr gestorben sind. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte. Dieses Mehr an Toten ist die Übersterblichkeit. Unter bestimmten statistischen Voraussetzungen (Stichwort: Prognoseintervall) können diese zusätzlichen Todesfälle der Grippe zugeordnet werden. So kam es zu der geschätzten Zahl von 25.000 Grippetoten; laborbestätigt sind für den Zeitraum 1.674 Influenza-bedingte Todesfälle. Experten hoffen, durch die aktuellen Zahlen zur Übersterblichkeit Rückschlüsse auf die Auswirkungen des Coronavirus ziehen zu können.

    Welche Erkenntnisse zur Übersterblichkeit der vergangenen Monate gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht schon seit einiger Zeit konkrete Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. In den ersten drei Monaten des Jahres zeigte sich demnach kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen. Auch die Grippewelle fiel dieses Jahr im Vergleich zu den Vorjahren moderater aus. Im März 2018 - in einem Jahr, in dem die Grippewelle besonders heftig war - starben zum Beispiel 107.100 Menschen. Im März 2019 waren es 86.500, im März 2020 87.100. Wie das Statistische Bundesamt erklärt, könnten demnach auch ohne Corona-Pandemie die Sterbefallzahlen in der Grippezeit stark schwanken.

    Im April lagen die Zahlen allerdings deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, mit einem Plus von zehn Prozent. Seit Anfang Mai bewegten sich die Sterbefallzahlen zunächst wieder etwa im Durchschnitt.

    Zuletzt verzeichneten die Behörden wieder einen Anstieg. Im Oktober 2020 sind in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen mindestens 78.346 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren das vier Prozent beziehungsweise 2.777 Menschen mehr als in den Jahren 2016 bis 2019 im Oktober.

    Sterbefallzahlen seit zweiter Oktoberhälfte überdurchschnittlich

    In der ersten Oktoberhälfte lag die Zahl der Sterbefälle im Bereich des Durchschnitts der vier Vorjahre. Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an COVID-19 erkrankt waren, stieg allerdings von Woche zu Woche. In der 44. Kalenderwoche (26. Oktober bis 1. November) gab es insgesamt 687 beim Robert Koch-Institut gemeldete COVID-19-Todesfälle – das sind 609 mehr als noch vier Wochen zuvor. Insgesamt wurden für die 44. Kalenderwoche bislang 18.030 Sterbefälle gemeldet – das sind fünf Prozent oder 849 Fälle mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Man kann also davon sprechen, dass seit der zweiten Oktoberhälfte in Deutschland eine Übersterblichkeit herrscht.

    Zunahme der Sterbefälle vor allem in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen

    Die überdurchschnittlich hohen Sterbefallzahlen im Oktober 2020 sind fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen. Die Sterbefallzahlen der unter 80-Jährigen sind hingegen zurückgegangen. Dieser Befund wird auch von Daten des Robert Koch Instituts bestätigt, wonach Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronvirus gehäuft bei Menschen ab 80 Jahren auftreten.

    Daten im europäischen Vergleich gibt es bei Euromomo, ein Portal, dass seit Jahren die Todesfälle von 24 EU-Staaten zusammenträgt. Für Deutschland war dort bisher keine Übersterblichkeit erkennbar. Allerdings wurden hier keine Daten für ganz Deutschland verwendet, sondern lediglich für Berlin und Hessen. Der Virologe Kekulé erklärte dazu im MDR-Podcast, dass Deutschland eigentlich nur in diesen beiden Bundesländern Todesfälle statistisch sauber erhebe. Weil Ansteckungen mit dem Coronavirus regional sehr unterschiedlich auftauchten, könne man aus diesen Daten kaum einen Wert für ganz Deutschland errechnen.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen Ländern?

    Unabhängige Experten haben in einer Untersuchung die Übersterblichkeit in mehreren europäischen Ländern untersucht. Die fünfköpfige Gruppe unter Leitung des Schweizer Infektiologen Didier Pittet attestierten Frankreich während der Pandemie bislang 68 Tage lang eine erhöhte Sterblichkeit. Für Deutschland registrierten sie 44 Tage. In Italien waren es 97 Tage.

    Eine hohe Übersterblichkeit in den USA

    Durch das Coronavirus sind in den USA nach offiziellen Angaben bislang mehr als 250.000 Menschen ums Leben gekommen, laut einer Studie verursachte die Pandemie aber womöglich noch deutlich mehr Opfer. Seit Ende Januar seien in den Vereinigten Staaten beinahe 299.028 mehr Menschen gestorben als üblich, heißt es einer Untersuchung der Gesundheitsbehörde CDC. Davon seien 198.081 und damit zwei Drittel der Fälle direkt auf Covid-19 zurückzuführen.

    Die Studienautoren erklären die Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war. Die höchste Übersterblichkeit, beinahe 95.000 Todesfälle, wurde in der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen registriert. Die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen verzeichnete mit 26,5 Prozent den größten Anstieg.

    Übersterblichkeit unter Weißen Amerikanern deutlich geringer

    Die Übersterblichkeitsrate bei Latinos und Schwarzen nahm um etwa 54 beziehungsweise 33 Prozent zu, die der asiatisch-stämmigen Amerikanern um etwa 37 Prozent. Die Übersterblichkeitsrate unter weißen Bürgerinnen und Bürgern liegt demnach bei zwölf Prozent. Diese Diskrepanz wird vielfach damit erklärt, dass weiße Amerikaner oft wirtschaftlich besser gestellt sind und damit bessere Zugänge zu medizinischer Versorgung haben.

    Das Forscherteam verglich für ihre Übersterblichkeitsstudie den Zeitraum von Ende Januar 2020 bis zum 3. Oktober 2020 mit den durchschnittlichen wöchentlichen Todeszahlen zwischen 2015 und 2019.

    Mehr Todesfälle als üblich auch in Lateinamerika

    Der Economist hat weltweit Zahlen ausgewertet und in mehreren Grafiken veranschaulicht (Stand: Juli 2020). Diese zeigten gerade zu Beginn der Pandemie insbesondere in Mexico, Chile, Ecuador und Peru erhebliche Anstiege der Todesfälle seit April.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Unklar ist derzeit unter anderem, welche Effekte zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen und Anti-Corona-Maßnahmen auf die Todeszahlen haben. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke derzeit schlechter versorgt werden. Auch zeigte die Entwicklung, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben. Auch das werde zu mehr Todesfällen führen, haben �?rzte vielfach gewarnt.

    (Stand 27.11.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

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    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen, die regelmäßig aktualisiert werden. Dabei orientiert es sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, das in diesen Regionen die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus für besonders hoch hält. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den Risikogebieten zusammengestellt.

    Laut Auflistung des Robert Koch-Instituts gibt es folgende Risikogebiete. Auf seinen Seiten informiert das RKI auch, ab wann die Reisewarnungen gelten.

    Benelux-Region

    Laut RKI gelten die gesamten Niederlande (inklusive autonomer Länder) als Risikogebiet. Auch ganz Belgien und ganz Luxemburg sind inzwischen (wieder) Risikogebiete.

    Frankreich

    Es gelten Kontinentalfrankreich sowie die französischen Überseegebiete Französisch-Guyana, Französisch-Polynesien, Guadeloupe, St. Martin, La Réunion und Martinique als Risikogebiet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist ganz Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal als Risikogebiet aus. In Ungarn wurde inzwischen das gesamte Land zum Corona-Risikogebiet erklärt.

    Island

    Die gesamte Region Island gilt nun nicht mehr als Risikogebiet.

    Schweiz

    Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Schweiz.

    Großbritannien und Irland

    Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Gibraltar zählen als Risikogebiet. Ausgenommen sind die weiteren Überseegebiete Isle of Man und die Kanalinseln. Hier gilt nur die Insel Jersey als Risikogebiet. Auch Irland ist inzwischen vollständig zum Risikogebiet erklärt worden.

    Spanien, Portugal und Gibraltar

    Ganz Spanien gilt als Risikogebiet mit Außnahme der Kanarischen Inseln. Auch das an Spanien grenzende britische Überseegebiet Gibraltar steht auf der Liste. In Portugal gilt nun das gesamte Land mit Ausnahme der autonomen Azoren und Madeira als Risikogebiet.

    Italien

    Inzwischen gilt auch ganz Italien als Risikogebiet. Das gilt auch für den Vatikan.

    Tschechien und Slowakei

    Ganz Tschechien gilt ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Gleiches gilt für die Slowakei.

    Slowenien und Kroatien

    Kroatien gilt nun ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Ebenso ist es im benachbarten Slowenien.

    Türkei und Griechenland

    Von Reisen in die Türkei wird abgeraten. In Griechenland gelten die folgende Regionen derzeit als Risikogebiete: Westmakedonien, Attika, Zentralmakedonien, Ostmakedonien und Thrakien, Epirus, Thessalien, Nördliche Ägäis und Peloponnes, hinzugekommen ist Mittelgriechenland.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Inzwischen gilt das gesamte Gebiet Dänemarks mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönland als Risikogebiet. Ebenso eingestuft ist mittlerweile ganz Schweden. In Norwegen sind die Provinzen Oslo, Vestland und Viken als Risikogebiete eingestuft. In Finnland gilt die Region Uusimaa als Risikogebiet, hierzu gehört auch die Stadt Helsinki.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Ganz Rumänien wird als Risikogebiet eingestuft. Das gilt auch für das Nachbarland, die Republik Moldau. Auch Bulgarien gilt neuerdings komplett als Risikogebiet.

    Polen und Baltikum

    Vor Reisen nach ganz Polen wird gewarnt. In Estland sind die Regionen Harju, Hiiu, Rapla und Ida-Viru Risikogebiete. Ganz Litauen gilt als Risikogebiet, ebenso Lettland.

    Risikogebiete im Rest der Welt

    Eine pauschale Reisewarnung für etwa 160 außereuropäische Länder ist Ende September ausgelaufen. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage nun wieder für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    (Stand: 20.11.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

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    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
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    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
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  • FrankreichMacron: "Beschämende" Bilder von Polizeigewalt

    Frankreichs Staatspräsident Macron hat den gewaltsamen Übergriff von Polizisten auf einen schwarzen Musikproduzenten als "beschämend" und inakzeptabel bezeichnet. In einer Erklärung heißt es, Frankreich dürfe niemals Gewalt oder Brutalität hinnehmen, von woher auch immer sie stammten.

    Auch dürfe das Land nicht zulassen, dass Hass oder Rassismus gediehen. Macron betonte, er glaube an eine Polizei, die vorbildlich mit den Menschen umgehe. Wer das Gesetz anwende, der müsse es auch respektieren.

    Garant "unserer Freiheiten"

    Der Präsident sagte weiter, auch jede Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten sei abzulehnen. Im übrigen sei und bleibe er ein Garant "unserer Freiheiten", etwa der Meinungs- und Pressefreiheit.

    Das Video von dem Polizeieinsatz sorgt seit Tagen in Frankreich und über die Grenzen hinaus für Empörung. Zu sehen ist, wie drei Polizisten auf den Musikproduzenten Michel Zecler einprügeln. Zecler selbst ist mit blutverschmiertem Gesicht und eingegipstem Arm zu sehen. Auslöser für den Übergriff soll gewesen sein, dass er auf der Straße keine Maske trug. Die Polizisten wurden suspendiert.

    Gerade wird in Frankreich auch über ein umstrittenes neues Gesetz diskutiert, das Videoaufnahmen von Polizeieinsätzen einschränken soll. Es soll laut Regierung jetzt überarbeitet werden.

  • ParteitagGiffey stellt politische Ziele für Posten als SPD-Landeschefin vor

    Bundesfamilienministerin Giffey hat ungeachtet der Plagiatsaffäre ihre politischen Ziele für den Fall einer Wahl zur Ko-Vorsitzenden der Berliner SPD vorgestellt.

    Sie erklärte auf einem virtuellen Landesparteitag, sie wolle die Sicherheit in der Hauptstadt zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit machen - und zwar auch die soziale Sicherheit. Als weitere wichtige Themen nannte Giffey den Wohnungsbau, die Bildung, eine bürgernahe Verwaltung und die Wirtschaft.

    Der Parteitag wurde am Abend unterbrochen, damit in den Kreisgeschäftsstellen der Landes-SPD die neue Doppelspitze gewählt werden konnte. Neben Giffey kandidiert Fraktionsschef Saleh. Die Stimmen werden morgen ausgezählt, dann soll auch das Ergebnis bekanntgegeben werden. Der langjährige Landesvorsitzende, Berlins Regierender Bürgermeister Müller, trat nicht erneut an.

    Die Kandidatur Giffeys wird überschattet von der Affäre um mögliche Plagiate in ihrer Doktorarbeit. Sie hatte kürzlich angekündigt, wegen der Zweifel auf den Titel zu verzichten. Die Freie Universität überprüft die Arbeit dennoch ein zweites mal.

  • BundeswehrSoldaten sollen rechtsextreme Nachrichten ausgetauscht haben

    Bundeswehr-Soldaten sollen in einer Chatgruppe rechtsextreme und antisemitische Nachrichten ausgetauscht haben.

    Das geht aus einem Schreiben des Verteidigungsministeriums an die Obleute des zuständigen Bundestag-Aussschuss hervor, über das verschiedene Medien berichten. Die Bundeswehr hat demnach gegen insgesamt 26 Soldaten Ermittlungen eingeleitet. Bislang sei drei von ihnen das Tragen der Uniform und das Ausüben des Dienstes verboten worden, heißt es. Viele der Verdächtigen gehören den Angaben zufolge einem Versorgungsbataillon aus dem niedersächsischen Neustadt am Rübenberge an.

    Zuletzt hatten immer wieder rechtsextreme Vorfälle unter Bundeswehrsoldaten für Schlagzeilen gesorgt. Zudem wurden mehrfach rechtsextremistische Chatgruppen von Polizeibeamten entdeckt.

  • US-PräsidentschaftswahlTrump scheitert zum zweiten Mal mit Einspruch in Pennsylvania

    Im US-Bundestaat Pennsylvania ist Präsident Trump erneut mit seinem Einspruch gegen das Wahlergebnis gescheitert.

    Das zuständige Berufungsgericht lehnte einen entsprechenden Antrag von Trumps Wahlteam ab. Zur Begründung hieß es, es seien keine Beweise für Wahlbetrug vorgelegt worden; die Behauptungen der Kläger seien daher unbegründet. Der Einspruch des Trump-Lagers war bereits in der Erstinstanz mit den Worten abgelehnt worden, die Beschwerde sei - Zitat - "wie Frankensteins Monster willkürlich zusammengeflickt".

    Am Dienstag hatte die Wahlbehörde des Bundestaates das Wahlergebnis zertifiziert. Demzufolge hat der Demokrat Biden rund 80.000 Stimmen mehr erhalten als Trump. Pennsylvania stellt bei der Abstimmung über den künftigen Präsidenten 20 Wahlleute und gilt damit als einer der Schlüsselstaaten.

  • BrasilienPräsident Bolsonaro will sich nicht gegen Coronavirus impfen lassen

    Der brasilianische Präsident Bolsonaro will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen.

    Dies sei sein gutes Recht, schrieb er in einer Twitter-Nachricht. Zugleich sicherte Bolsonaro zu, dass ein Impfstoff nach seiner Zulassung durch die Gesundheitsbehörde der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung gestellt werde.

    Gesundheitsexperten kritisierten die Impf-Weigerung des Präsidenten. Das brasilianische Institut für gesundheitspolitische Studien äußerte die Befürchtung, dass es Bolsonaros Anhänger ihm gleichtun könnten. Dann würde es schwierig, auf das nötige Mindestniveau einer Impfung von 70 bis 75 Prozent der Bevölkerung zu kommen, hieß es.

    Brasilien verzeichnet in absoluten Zahlen die weltweit drittmeisten Infektionen und die zweitmeisten mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle. Der rechtsextreme Staatschef war im vergangenen Juli an Covid-19 erkrankt. Er ist ein Gegner harter Corona-Schutzmaßnahmen.

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
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  • Mohsen FachrizadehAtomforscher bei Attentat im Iran getötet

    Iranische Staatsmedien melden den gewaltsamen Tod eines prominenten Atomforschers. Der Sender Press TV berichtet, der Nuklearphysiker Mohsen Fachrizadeh sei bei einem Anschlag in der Nähe der Hauptstadt Teheran getötet worden. Außenminister Sarif spricht von Hinweisen auf eine Verwicklung Israels.

    Press TV meldet unter Berufung auf das iranische Verteidigungsministerium, es habe Gefechte zwischen Fachrizadehs Sicherheitsleuten und "Terroristen" gegeben. Als Tatort wird die Stadt Absard östlich von Teheran genannt. Der Atomwissenschaftler sei bei dem Angriff verletzt worden und später im Krankenhaus gestorben, hieß es weiter.

    Sarif spricht von Terrorismus

    Außenminister Sarif verurteilte die Tat in einer ersten Reaktion. Auch er spricht von einem "Terrorakt". Er sieht zudem "serious indications", also ernstzunehmende Hinweise darauf, dass Israel an der Gewalttat beteiligt war. Von der internationalen Gemeinschaft und speziell von der Europäischen Union verlangte er eine Verurteilung des Anschlags. Es handele sich um einen Akt des Staatsterrors.

    Die israelische Regierung lehnte ab, das Geschehen zu kommentieren. Israel wird seit langem beschuldigt, vor einem knappen Jahrzehnt für eine Serie gezielter Tötungen iranischer Atomwissenschaftler verantwortlich gewesen zu sein. Ministerpräsident Netanjahu hat bezüglich Fachrizadeh einmal auf einer Pressekonferenz gesagt: "Merken Sie sich diesen Namen".

    Das US-Verteidigungsministerium wollte auf Anfrage von Reuters zunächst ebenfalls keinen Kommentar abgeben. Präsident Trump leitete einen Tweet des israelischen Journalisten und Geheimdienstexperten Jossi Melman weiter, der den Mord als schweren Schlag für den Iran wertete.

    Fachrizadeh leitete das Atomprogramm "AMAD"

    Fachrizadeh soll das iranische Atom-Programm "Amad" geleitet haben, das vermutlich 1989 begonnen wurde. Dabei sollte nach Einschätzung Israels und des Westens geprüft werden, ob der Iran in der Lage ist, eine Atomwaffe zu bauen. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde endete das Programm Anfang der 2000er-Jahre. In einem Bericht der IAEA von 2015 wird Fachrizadehs Name im Zusammenhang mit offenen Fragen zum iranischen Atomprogramm erwähnt.

    Israels Ministerpräsident Netanjahu vertritt die Überzeugung, dass Fachrizadeh weiter für das iranische Verteidigungsministerium tätig war und dort an "Spezialprojekten" gearbeitet hat.

    Iran stellte Fachrizadeh als "Akademiker" dar

    Die New York Times berichtet, der Iran habe Forderungen der IAEA nach einer Befragung Fachrizadehs niemals zugestimmt. Stattdessen habe es geheißen, Fachrizadeh sei ein Akademiker, der an einer Universität in Teheran lehre - was nichts weiter als eine Tarnung gewesen sei.

    Die USA setzten Fachrizadeh im Jahr 2008 auf eine Liste von iranischen Offiziellen, deren Vermögenswerte im Ausland eingefroren wurden. Die New York Times betont, der Tod Fachrizadehs könnte auch weitreichende Auswirkungen auf die künftige US-Regierung unter dem gewählten Präsidenten Biden haben - und womöglich dessen Absicht untergraben, das internationale Atomabkommen mit der Islamischen Republik wiederzubeleben.

    Streit um Atomabkommen

    Der Iran hat immer wieder betont, dass sein Atomprogramm friedlich ist. Zuletzt hat die Islamische Republik aber wieder die Anreicherung von Uran vorangetrieben. Hintergrund ist der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen unter Präsident Trump. In der Folge erklärte der Iran, sich ebenfalls nicht mehr an die Vorgaben gebunden zu sehen. Die übrigen Vertragsstaaten halten an den Vereinbarungen fest.

  • CoronaLockerungen in Frankreich, Belgien und Italien

    Mehrere Länder in Europa lockern ihre Corona-Schutzmaßnahmen.

    Frankreichs Präsident Macron kündigte an, dass ab morgen wieder alle Geschäfte öffnen dürfen. Restaurants, Bars und Cafés sowie Sport- und Kultureinrichtungen bleiben aber weiter geschlossen. Macron sagte, die Ausbreitung des Virus in Frankreich sei gebremst, es seien aber weitere Anstrengungen nötig, um eine dritte Welle zu verhindern. In Frankreich sind bisher mehr als 51.000 Menschen an oder mit dem Corona-Virus gestorben.

    Auch Belgien öffnet die Geschäfte

    Ab dem 1. Dezember dürfen auch in Belgien alle Geschäfte wieder öffnen. Sie müssen dabei aber strikte Hygienevorgaben einhalten. Die bisherigen Kontaktbeschränkungen und die nächtliche Ausgangssperre sollen weiter gelten. Ministerpräsident De Croo sagte, die jetzt erzielten Erfolge dürften nicht auf Spiel gesetzt werden. Eine dritte Welle würde man nicht überstehen. Belgien hatte zeitweise die höchsten Corona-Fallzahlen in Europa.

    Mehr als 53.000 Tote in Italien

    In Italien werden die Corona-Maßnahmen in einzelnen Regionen gelockert. In der Lombardei beispielsweise können die Geschäfte ab Sonntag wieder öffnen. Auch in den Regionen Piemont und Kalabrien wird der bisherige Teil-Lockdown gelockert. In Italien sind bisher mehr als 53.000 Menschen gestorben, die nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert waren.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Gericht kippt generelle Maskenpflicht für Lehrer in Münster

    Das Verwaltungsgericht Münster hat die generelle Maskenpflicht für Lehrkräfte in der Stadt gekippt.

    Dieses sei unverhältnismäßig, entschied das Gericht. Die Stadt könne die Notwendigkeit für eine verschärfte Maskenpflicht nicht auf hohe Infektionszahlen stützen. Münster hatte zuletzt mit rund 56 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner den niedrigsten Wert in Nordrhein-Westfalen. Mit seiner Entscheidung gab das Verwaltungsgericht dem Eilantrag eines Lehrers statt.

    Die Stadt kündigte an, vor das Oberverwaltungsgericht zu ziehen. Oberbürgermeister Lewe von der CDU argumentierte, die niedrigen Infektionszahlen in seiner Stadt seien ja gerade durch solche Schutzmaßnahmen erreicht worden, die über die Vorgaben des Landes hinausgingen.

    (Az.: 5 L 1008/20)

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  • Corona-Proteste"Querdenken"-Demonstration in Heinsberg bleibt untersagt

    Eine geplante Demonstration der Initiative "Querdenken" gegen die Corona-Schutzmaßnahmen im nordrhein-westfälischen Heinsberg darf nicht stattfinden.

    Das Verwaltungsgericht Aachen bestätigte das Verbot der für Sonntag geplanten Kundgebung. Die Stadt hatte die Veranstaltung mit dem Argument untersagt, dass bei 350 angemeldeten Teilnehmern die Einhaltung der Mindestabstände nicht gewährleistet sei. Gegen den Beschluss kann Beschwerde eingelegt werden.

    Eine zunächst ebenfalls abgesagte "Querdenker"-Demonstration im baden-württembergischen Sinsheim konnte dagegen am Abend doch stattfinden. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe kippte das von der Stadt erlassene Verbot wegen eines Verfahrensfehlers.

    Morgen soll es eine Demonstration in Frankfurt an der Oder an der Grenze zu Polen geben. Gegner von Coronaschutzmaßnahmen aus beiden Ländern wollen dort gemeinsam protestieren.

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  • Covid-19Russland beginnt mit Impfungen aller Soldaten gegen Corona

    Russland hat damit begonnen, alle Militärangehörige mit dem neu entwickelten Serum "Sputnik V" gegen das Corona-Virus zu impfen.

    Verteidigungsminister Schoigu teilte mit, bislang hätten mehr als 2.500 Soldaten eine Impfung erhalten, bis zum Jahresende sollten es 80.000 sein. Am Ende wären demnach mehr als 400.000 Militärangehörige gegen das Virus geimpft. Nach Angaben des Herstellers und des russischen Gesundheitsministeriums ist "Sputnik V" zu 95 Prozent wirksam. Die Regierung steht allerdings in der Kritik, weil die Zulassung des Impfstoffs erfolgte, ohne dass das Mittel zuvor in den sonst üblichen, groß angelegten Phase-III-Studien überprüft wurde.

    Russland meldete mit 27.500 Infektionsfällen binnen 24 Stunden heute einen neuen Höchststand. Damit haben sich den offiziellen Angaben mehr als 2,2 Millionen Menschen seit Beginn der Pandemie angesteckt. Die Zahl der Todesfälle stieg auf rund 38.500.

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    Zahlen und Daten

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  • MedienLinken-Politiker Beutin kritisiert Videokonferenz der ARD mit "Corona-Rebellen"

    Der Linken-Politiker Beutin kritisiert die ARD für eine 90-minütige Videokonferenz, die sie mit sogenannten Corona-Rebellen abgehalten hat.

    Das Treffen des Senderverbunds mit solchen - Zitat - "Schwurblern" suggeriere, dass "die Ablehnung von Demokratie irgendwie legitime Positionen" seien, schrieb Beutin auf Twitter. "Lernen sie denn nie etwas?", fügte er hinzu und warf den Öffentlich-Rechtlichen vor, sie hätten auch die AfD mit groß gemacht, indem sie ihr eine "Dauerpräsenz" gegeben hätten. Beutin ist Bundestagsabgeordneter und kandidiert für den Vorstand seiner Partei.

    Auch die frühere Bundesministerin und Grünen-Abgeordnete Künast kritisierte die Videokonferenz. Spöttisch schrieb sie, sie glaube, damals bei der Anti-Atomkraftbewegung habe sie irgendwie den Termin bei der ARD verpasst, den mit der Frauenbewegung Mitte der 70er auch.

    Gespräch mit Initiator einer Petition mit 60.000 Unterzeichnern

    Mehrere ARD-Verantwortliche hatten sich gestern Berichten zufolge mit dem Initiator einer im August gestarteten Petition getroffen. Darin wird die ARD aufgefordert, eine Corona-Sondersendung auszustrahlen, in denen Personen wie Sucharit Bhakdi oder Wolfgang Wodarg zu Wort kommen. Die Petition wurde mehr als 60.000 Mal unterzeichnet.

    Für die ARD nahmen unter anderem WDR-Chefredakteurin Fernsehen, Ellen Ehni, die Programmchefin von MDR aktuell, Jana Hahn, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und der Leiter der ARD Kommunikation, Birand Bingül, an der Videokonferenz teil.

    "Ein sachlicher und ernsthafter Dialog"

    Die ARD erklärte inzwischen auf Anfrage des Tagesspiegel-Journalisten Matthias Meisner: "Wir haben das Gespräch angeboten, damit wir in einen Dialog kommen und miteinander reden statt übereinander – auch weil wir als öffentlich-rechtliche Sender dem Gemeinwohl dienen. Für uns war das ein sachlicher und ernsthafter Austausch."

  • Ex-MinisterpräsidentRoland Koch neuer Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung

    Der frühere hessische Ministerpräsident Koch ist neuer Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung.

    Der CDU-Politiker wurde bei der virtuellen Jahreshauptversammlung zum Nachfolger des zurückgetretenen Vorsitzenden Tichy gewählt. Dieser war wegen eines frauenfeindlichen Artikels in seinem rechtskonservativen Online-Portal "Tichys Einblick" in die Kritik geraten.

    Die CDU-nahe Ludwig-Erhard-Stiftung wurde 1967 durch den ehemaligen Bundeskanzler als gemeinnütziger Verein gegründet. Sie soll durch Publikationen, Vorträge und andere Veranstaltungen der Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft dienen.

  • EM-QualifikationNationalmannschaft der Frauen schlägt Griechenland mit 6:0

    Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen hat ihr EM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland mit 6:0 gewonnen.

    In Ingolstadt erzielte Stürmerin Laura Freigang von Eintracht Frankfurt mit drei Treffern in der ersten Halbzeit einen lupenreinen Hattrick. Es war für die deutschen Frauen der siebte Sieg im siebten Spiel der Qualifikationsgruppe I. Zum Abschluss spielt die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg am kommenden Dienstag in Irland. Für die Europameisterschaft 2022 in England hatte sich das Team bereits zuvor qualifiziert.

  • ParteitagAfD scheitert mit Klage gegen Maskenpflicht

    Auf dem AfD-Bundesparteitag in Kalkar müssen die Delegierten auch am Sitzplatz einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Partei scheiterte mit ihrer Klage gegen die Maskenpflicht vor dem nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht in Münster. Von dem Parteitag gehe ein besonderes Infektionsrisiko aus, heißt es in der Begründung des Gerichts.

    Die AfD will am Wochenende ihren Bundesparteitag mit 600 Delegierten und rund 100 Gästen abhalten. Der AfD-Vorsitzende Meuthen verteidigte die Entscheidung, die Veranstaltung analog und nicht digital durchzuführen. Er sagte im Deutschlandfunk, man könne in Präsenz Dinge ganz anders diskutieren und besser miteinander arbeiten. Dabei werde man alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen treffen und die Vorschriften diszipliniert einhalten. So gebe es etwa ein durchdachtes Durchlüftungskonzept.

    Beim AfD-Parteitag soll es vor allem um die Renten- und Sozialpolitik gehen. Außerdem ist die Nachwahl von zwei Vorstandsmitgliedern geplant. Für Samstag ist eine größere Gegenveranstaltung vor dem Veranstaltungsgelände angemeldet. Die zuständige Polizei Kleve kündigte an, mehrere hundert Beamte einzusetzen.

    JU tagt per Videostream

    Der Vorsitzende der Jungen Union, Kuban, sagte ebenfalls im Deutschlandfunk (Audio-Link), er glaube nicht, dass in der Corona-Pandemie Präsenzparteitage verantwortungsbewusst möglich seien. Alle Parteien seien vor dem Hintergrund von Homeoffice und Homeschooling in vielen Familien in der Pflicht, dass digitale Wahlen rechtlich möglich gemacht würden. Die technischen Rahmenbedingungen seien bereits gegeben.

    Auch in der Mutterpartei der Jungen Union, in der CDU, sieht Kuban Nachholbedarf, so dass der Parteitag im Januar digital abgehalten werden kann. Die Entscheidung darüber soll Mitte Dezember fallen. Die Junge Union schaltet sich an diesem Wochenende zu einem Konvent per Videostream zusammen, bei dem der Bundesvorstand neu gewählt werden soll.

    Glaser: "Keine Klamauk-Partei"

    Unser Hauptstadt-Korrespondentin Nadine Lindner berichtet über die Themen des Parteitages, auf dem es unter anderem um einen Leitantrag zur Renten- und Gesundheitspolitik gehen soll (Audio-Link). In ihrem Beitrag kommt Albrecht Glaser zu Wort. Der AfD-bgeordnete ist Vorsitzender der Bundesprogrammkommission. Er betont, mit dem Leitantrag wolle man beweisen, dass man eine Partei der Sachproblem-Lösung sei - und keine Klamauk-Partei.

  • Corona-PandemieErste Länder wollen private Hotelübernachtungen an Weihnachten erlauben

    Bund und Länder hatten sich am Mittwoch auf schärfere Corona-Einschränkungen ab 1. Dezember verständigt. Die Kontaktbeschränkungen sollten zwar zu den Festtagen am Jahresende gelockert werden, aber private Hotelübernachtungen vor allem zu Weihnachten verboten bleiben. Von dieser Regelung nehmen jetzt immer mehr Länder Abstand. Die Bundesregierung sieht das kritisch.

    Bisher kündigten bereits Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachen sowie Berlin an, private Hotelübernachtungen zu ermöglichen. Erst am Mittwoch hatten sich Bund und Länder auf verschärfte Maßnahmen für den Dezember, aber maßvolle Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen über die Feiertage geeinigt. Hotels sollten mindestens bis zum 20. Dezember für touristische Übernachtungen geschlossen bleiben. Kanzleramtschef Braun deutete aber bereits an, dass nach dem Willen der Bundesregierung das Verbot auch über die Feiertage und bis in den Januar hinein Bestand haben solle.

    Maximal zwei Übernachtungen

    Nun erklärte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident, der CDU-Politiker Günther, nach einer Sondersitzung des Landesparlaments in Kiel, dass in seinem Bundesland vom 23. bis 27. Dezember für Privatpersonen jeweils maximal zwei Übernachtungen erlaubt sein sollen. Zuvor hatten bereits Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen bekannt gegeben, das Übernachtungsverbot ebenfalls nicht mitzutragen.

    "Kein touristischer Hintergrund"

    Hessens Ministerpräsident Bouffier, wie Günther von der CDU, begründete das Ausscheren seines Bundeslandes mit folgenden Worten: Wer eine Verwandtenreise mache, "der muss ja auch die Chance haben, irgendwo übernachten zu können." Ähnlich äußerten sich sein Parteikollege und NRW-Ministerpräsident Laschet sowie Berlins Regierender Bürgermeister Müller. Sie erklärten, solche Übernachtungen hätten keinen touristischen Hintergrund.

    Kanzleramtsminister Braun sagte dazu im ZDF, man könne Übernachtungsabsichten nicht kontrollieren, es bestehe die Gefahr eines touristischen Angebots durch die Hintertür. Regierungssprecher Seibert erklärte, es sei nicht Teil des Beschlusses von Bund und Ländern, solche Übernachtungen zu ermöglichen. Die Bürger seien wegen der Corona-Pandemie weiterhin angehalten, auf Reisen zu verzichten.

    Die Hotelregelung ist nicht der einzige strittige Punkt: Berlin will auch bei den Kontaktregeln einen Sonderweg gehen. Allerdings hin zu mehr Vorsicht, nicht zu mehr Lockerungen. So sollen sich in der Hauptstadt auch über Weihnachten nur maximal fünf Personen treffen dürfen. Empfohlen wird, dass diese maximal aus zwei Haushalten kommen sollten. Die Bund-Länder-Runde hatte sich eigentlich darauf verständigt, zu den Festtagen Treffen von maximal zehn Menschen ohne Haushaltsbegrenzung zu ermöglichen.

    Kritik aus Bayern

    Kritik an diesen Einzelgängen kommt aus Bayern: Der bayerische Ministerpräsident Söder sagte im ARD-Fernsehen, er fände es besser, wenn alle Länder auf einer Linie blieben. Der CSU-Politiker bemerkte, Corona sei tatsächlich eine Geduldsprobe für alle, die man bestehen müsse.

  • "Völkerrechtswidrig"Pro Asyl kritisiert Seehofer wegen möglicher Abschiebungen nach Syrien

    Mit Empörung hat die Flüchtlings-Organisation Pro Asyl auf die Pläne von Innenminister Seehofer reagiert, wieder Menschen nach Syrien abzuschieben.

    Diese Ankündigung zeige, dass es Seehofer nicht um die fatale Menschenrechtslage in Syrien gehe, sondern um ein politisches Signal nach Rechts, erklärte Pro-Asyl-Geschäftsführer Burkhardt. Angesichts von Foltergefängnissen, willkürlicher Verfolgung und Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung seien Abschiebungen weiterhin völkerrechtswidrig.

    Seehofer will bei der Innenministerkonferenz dafür eintreten, dass der generelle Abschiebestopp für Syrien nicht über den 31. Dezember hinaus verlängert wird. Der CSU-Politiker erklärte, zumindest für Straftäter und Gefährder müsse wieder in jedem Einzelfall geprüft werden, ob Abschiebungen nach Syrien möglich seien.

    Das Auswärtige Amt will rechtzeitig zu den Beratungen der Innenminister einen neuen Lagebericht zur Sicherheitslage in Syrien vorlegen.

    Einstimmigkeit dieses Mal wohl nicht mehr gegeben

    Unsere Hauptstadt-Korrespondentin Gudula Geuther erläuterte im Deutschlandfunk (Audio-Link), dass die Innenministerkonferenz über eine Verlängerung einstimmig entscheiden müsse. Das habe bislang geklappt. Dieses Mal aber würden mehrere Unions-Innenminister "nicht mitmachen". Das bedeute, dass über Abschiebungen künftig im Einzelfall entschieden werden müsse - und das auch in den Bundesländern, die den Abschiebestopp lieber verlängern wollten. Das seien die Länder mit SPD-Innenministern wie etwa Boris Pistorius in Niedersachsen.

  • Arbeiterpartei KurdistansKurden erinnern europaweit an Jahrestag der PKK-Gründung und fordern Öcalan-Freilassung in der Türkei

    In mehreren Ländern haben Sympathisanten der kurdischen Rebellen-Organisation "Arbeiterpartei Kurdistan", kurz PKK, an die Gründung heute vor 42 Jahren erinnert.

    Wie die PKK-nahe Nachrichtenagentur ANF berichtete, gab es gestern Abend zum Teil gemeinsam mit Antifa-Aktivisten kleinere Kundgebungen in Bielefeld, Berlin, Hannover und Düsseldorf. Auch in Frankreich, Spanien und der Schweiz kamen jeweils einige Dutzende Menschen zusammen. Verbreitete Fotos zeigten, dass sie die Corona-Schutzmaßnahmen offenbar weitgehend einhielten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer forderten die Freilassung des in der Türkei inhaftierten PKK-Gründers Abdullah Öcalan und die Aufhebung von staatlichen Verboten der Organisation. Darüber hinaus machten sie auf die ihren Worten nach drohende Besetzung der selbstverwalteten Sengal-Region in der Türkei aufmerksam.

    In Deutschland unterliegt die sozialistisch ausgerichtete "Arbeiterpartei Kurdistans" seit 1993 einem Betätigungsverbot. Viele PKK-Symbole und -Zeichen sind bei Demonstrationen nicht erlaubt, das Zeigen ist strafbar. Das gilt etwa für bestimmte Fahnen mit einem roten Stern in einem gelb-grünen Kreis und auch für Transparente und Bilder von Öcalan. Die Türkei sieht die PKK als terroristische Organisation an. Sie verübte schwere Bombenanschläge und sonstige Attentate mit zahlreichen Todesopfern. Seit Jahrzehnten gehen türkische Regierungstruppen gegen PKK-Kämpferinnen und -Kämpfer vor.

    Kurden sind eine unterdrückte Minderheit in der Türkei

    Ankara wirft Berlin seit langem vor, nicht hart genug gegen die Guerillagruppe einzuschreiten. Der deutsche Verfassungsschutz bezeichnete die PKK 2019 als "schlagkräftigste" ausländische Extremistenvereinigung. Demnach nutzt sie Deutschland vor allem für Propaganda, zum Einwerben von Spenden und zur Rekrutierung neuer Mitglieder. Bei der Verurteilung eines PKK-Funktionärs im Sommer vor dem Oberlandesgericht Koblenz hieß es, zur PKK gehörten auch bewaffnete Einheiten, die ein Recht auf "aktive Verteidigung" mit Mord und Totschlag gegen türkische Sicherheitsbehörden in Anspruch nähmen. Dabei würden Soldaten, Polizisten und vereinzelt auch Zivilisten verletzt und getötet.

    Die Kurden sind eine große Minderheit in der Türkei. Sie werfen dem Staat soziale und kulturelle Unterdrückung vor. Viele wollen eine Unabhängigkeit von der Türkei und streben einen eigenen Staat an. Das will Ankara mit aller Macht verhindern. Daher sehen viele Kurden in der PKK Freiheitskämpfer und die einzige nennenswerte Organisation, die sich für ihre Belange einsetzt. Die Lage in der Türkei wurde jüngst von Oberlandesgericht München in einem Prozess gegen türkischer Kommunisten als strafmildernd gewertet. Es gebe eine "strukturelle Repression" von Minderheiten in der Türkei, insbesondere von Kurden, Aleviten und Linksoppositionellen, hieß es. Alle Angeklagten hätten dies am eigenen Leib erfahren. Eine solche Unterdrückung sei geeignet, Widerstand herauszufordern.

    Erdogan - erst trat er für die Kurden ein, dann ging er gegen sie vor

    Der türkische Präsident Erdogan war zu Beginn seiner landesweiten politischen Karriere auf die Kurden zugegangen und hatte erstmals neue Freiheiten für sie in die Wege geleitet. Im Streit über die Änderungen der türkischen Verfassung und seine persönlichen Ambitionen vom Ministerpräsidenten zum Präsidenten aufzusteigen, wandte sich Erdogan dann aber aus strategischen Kalkül wieder gegen sie und ihre politischen Vertreter. Dazu gehört auch das Vorgehen gegen die prokurdische HDP.

    Die PKK teilt sich in verschiedene Strömungen auf, von denen auch einige in den Nachbarländern aktiv sind, vor allem Syrien. So beteiligten sich PKK-Kämpferinnen und -Kämpfer maßgeblich am Bodenkrieg gegen die dschihadistische IS-Milizen in Syrien und im Irak.

  • UmweltschützerFestnahmen bei A49-Protest - Sperrungen aufgehoben

    Umweltschützer haben heute bundesweit gegen den Ausbau der Autobahn 49 in Hessen protestiert.

    In mehreren Bundesländern mussten Autobahnen gesperrt werden, weil sich Aktivisten von Brücken abseilten. Unter anderem waren die A7 bei Kassel, die A2 bei Braunschweig, die A4 bei Dresden und die A20 bei Tribsees betroffen. In Hamburg wurde die Köhlbrandbrücke von rund 40 Anhängern der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion blockiert. Inzwischen sind alle Sperrungen aufgehoben. Die Polizei nahm acht Aktivisten fest.

    Für den Protest verantwortlich sind mehrere unabhängig voneinander agierende Aktionsgruppen. Sie wollen Druck auf die Landesregierung in Wiesbaden ausüben, damit die Rodungsarbeiten zum Weiterbau der A 49 gestoppt werden.

  • BundesratStromerzeugung aus Offshore-Windparks soll vervierfacht werden

    Der Bundesrat hat dem Ausbau von Offshore-Windparks zugestimmt.

    Ziel ist es, den Anteil der Stromerzeugung aus Windanlagen auf See in den nächsten zehn Jahren von derzeit fünf Prozent auf bis zu 20 Prozent zu steigern. Dafür sollen unter anderem Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie die Netzanbindung der Windparks beschleunigt werden.

    Der Bundesrat billigte zudem die vom Bundestag beschlossene Verlängerung des Kurzarbeitergeldes bis Ende 2021. Außerdem sollen die Hartz-IV-Regelsätze, das Kindergeld und die Steuerfreibeträge für Familien ab dem kommenden Jahr angehoben werden. Die Länderkammer stimmte auch einer stärkeren Förderung der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder durch den Bund zu. Die Länder sollen demnach vom Bund mit bis zu 3,5 Milliarden Euro statt bislang 2 Milliarden Euro unterstützt werden. Weiterhin billigte der Bundesrat ein Gesetz, wonach Versandapotheken für verschreibungspflichtige Medikamente künftig keine Rabatte mehr gewähren dürfen. Dadurch sollen Apotheken vor Ort gestärkt werden.

  • OppositionWahlrechtsreform soll vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden

    Die Wahlrechtsreform der Großen Koalition kommt vor das Bundesverfassungsgericht.

    Die Oppositionsfraktionen von FDP, Grünen und Linken wollen nach eigenen Angaben beim höchsten deutschen Gericht eine sogenannte abstrakte Normenkontrolle erreichen. Mit einem solchen Verfahren können Normen des Bundes- oder Landesrechts auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz geprüft werden. Einen Antrag darauf können die Bundesregierung, eine Landesregierung oder ein Viertel der Mitglieder des Bundestags stellen.

    Das Parlament hatte die Reform Anfang Oktober beschlossen. Diese sieht vor, dass es bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr bei der Zahl von 299 Wahlkreisen bleibt. Überhangmandate einer Partei sollen teilweise mit ihren Listenmandaten verrechnet werden. Bei einer Überschreitung der Regelgröße von 598 Sitzen sollen bis zu drei Überhangmandate nicht durch Ausgleichsmandate kompensiert werden. Ziel ist es, den auf 709 Abgeordnete angewachsenen Bundestag wieder zu verkleinern. Dass dies mit der Reform gelingt, wird von vielen Fachleuten bezweifelt.

  • Corona-HilfenWeitere 15 Milliarden Euro für Unternehmen

    Bundesfinanzminister Scholz kalkuliert im Dezember mit Hilfszahlungen von mindestens 15 Milliarden Euro für zwangsweise geschlossene Unternehmen.

    Wie Scholz in Berlin ausführte, sollen die Ausgleichszahlungen - wie bereits bei den Hilfen im November - etwa drei Viertel des Vorjahresumsatzes betragen. Selbstständige, Vereine und Unternehmen, die vom Teil-Lockdown betroffen sind, können seit dieser Woche Anträge auf Entschädigung stellen. Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Altmaier sind bislang mehr als 28.000 Anträge eingegangen, davon 12.500 von Selbstständigen. Bei 10.000 Anträgen habe es bereits Auszahlungen gegeben, im Volumen von rund 18 Millionen Euro. Man könne zwar nicht jeden Verlust ausgleichen, aber gewisse Sicherheiten geben, so Altmaier.

    Keine Anrechnung auf Grundsicherung

    Zuvor hatte Bundesarbeitsminister Heil mitgeteilt, Hartz-IV-Empfänger müssten keine Geldeinbußen fürchten, wenn sie die aktuellen staatlichen Corona-Hilfen in Anspruch nehmen. Der SPD-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur, er wolle dafür sorgen, dass die November- und Dezember-Wirtschaftshilfen sowie die sogenannte Überbrückungshilfe 3 nicht auf die Grundsicherung angerechnet würden. Man werde das nun in der Koalition miteinander klären. Der SPD-Politiker verwies dabei vor allem auf Soloselbstständige und andere Selbstständige, die Umsatzeinbrüche hätten, aber zum Leben oft nach wie vor auf Grundsicherung angewiesen seien.

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  • IndienWeitere Ausschreitungen bei Bauern-Protest vor Neu-Delhi

    Bei Protesten von Bauern gegen eine umstrittene Agrarreform in Indien ist es wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen.

    Sicherheitskräfte hinderten zunächst Tausende Kundgebungsteilnehmer daran, ins Zentrum von Neu-Delhi vorzudringen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gaben sie inzwischen dem Widerstand nach und erteilten den Bauern doch die Erlaubnis, in der Stadt zu demonstrieren. Wann die Kundgebung stattfinden soll, sei noch unklar.

    Die Polizei hatte die Bauern am Morgen erneut aufgefordert, sich zurückzuziehen und die Corona-Vorschriften zu beachten. Am Rande der Hauptstadt waren von den Behörden Barrikaden errichtet worden. Einige Demonstranten drängten gegen die Absperrungen und warfen mit Steinen. Hunderte formierten sich spontan zu einem Sitzstreik auf einer Schnellstraße. Traktoren blockierten Wege. Die Polizei setzte an mehreren Stellen Wasserwerfer, Schlagstöcke und zum Teil auch Tränengas ein. Die Bauern-Proteste hatten gestern begonnen. Dabei war es zu ersten Ausschreitungen gekommen.

    Neues Gesetz für landwirtschaftliche Produkte

    Auslöser der Wut ist ein Gesetz, das seit September in Kraft ist. Landwirte können nun ihre Produkte überall und an jeden Abnehmer direkt anbieten. Sie müssen nicht mehr über staatlich regulierte Großmärkte gehen. Auf diesen Märkten wurden jedoch auch Mindestverkaufspreise garantiert, worauf sich insbesondere viele Kleinbauern verließen. Nun befürchten sie, dass große Agrarkonzerne die Preise drücken könnten. Unterstützung bekamen die Bauern von Oppositionspolitikern wie Kanhaiya Kumar. Erst liquidiere diese Regierung die Rechte der Bauern, dann schlagen sie - ohne sich zu schämen - Stöcke auf ihre Rücken, schrieb er auf Twitter.

    Die Landwirtschaft trägt etwa 15 Prozent zur Wirtschaftsleistung Indiens bei. Fast die Hälfte aller 1,3 Milliarden Einwohner arbeitet in dem Sektor. Die allermeisten Bauern besitzen weniger als zwei Hektar Land und sind allein logistisch kaum dazu in der Lage, ihre Produkte irgendwo anders als auf lokalen Märkten anzubieten.

  • Covid-19Zahl der gemeldeten Neuinfektionen wieder deutlich über 22.000

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 22.806 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, etwas weniger als vor einer Woche.

    Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 426 auf 15.586. Das ist die bislang höchste gemeldete Totenzahl binnen eines Tages.

    Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert stieg laut dem jüngsten RKI-Lagebericht leicht auf 0,9. Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab.

    Positivrate bei den Tests liegt bei neun Prozent

    In der Kalenderwoche 47 fielen nach den aktuellen Zahlen des RKI 9,4 Prozent der Tests positiv aus. In der Woche zuvor waren es 9,0 in der Woche davor 7,9 Prozent. Allerdings wurden laut RKI in der KW 46 die Testkriterien geändert, daher seien die Daten nicht direkt mit Vorwochen vergleichbar.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)
    + Hohe Corona-Infektionszahlen: Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig? (Stand 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Passau verhängt Ausgangsbeschränkungen

    Wegen der hohen Zahl von Corona-Infektionen haben die Behörden für die bayerische Stadt Passau strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt.

    Sie sollen morgen beginnen und zunächst eine Woche dauern. Oberbürgermeister Dupper teilte mit, die Bürger der Stadt dürften ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt in der Stadt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. In den Schulen wurde für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 Wechselunterricht angeordnet.

    Passau hatte heute einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Die Stadt ist damit nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit knapp 630 Neuinfektionen der am stärksten betroffene Hotspot in Deutschland.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)
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    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
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    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
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  • BundestagDebatte über Elterngeld

    Der Bundestag debattiert über eine Reform des Elterngeldes. Vorgesehen sind zusätzliche Angebote und eine flexiblere Nutzung der Unterstützung. Der Opposition geht die Reform nicht weit genug. Familienministerin Giffey hingegen bewertet die Neuregelungen positiv.

    Die SPD-Politikerin sagte in der ersten Lesung des Gesetzentwurfes, es gehe darum, die wirtschaftliche Stabilität von Familien zu stärken und ihnen mehr Partnerschaftlichkeit und Flexibilität zu ermöglichen. So würden beispielsweise die Regeln für den Partnerschaftsbonus vereinfacht, der gezahlt wird, wenn beide in Teilzeit arbeiten. Außerdem sollten Familien einen zusätzlichen Monat Elterngeld erhalten, wenn Kinder sechs Wochen oder mehr zu früh geboren werden.

    Die Opposition kritisierte die Reform als nicht weitreichend genug. Der FDP-Abgeordnete Aggelidis meinte, es blieben viele Ungerechtigkeiten und große finanzielle Risiken für Familien. Der AfD-Politiker Huber forderte, das Elterngeld unabhängig von der Aufteilung der Erwerbsarbeit zu verlängern. Die Linken-Abgeordnete Werner kritisierte, dass der Mindestbetrag von 300 Euro auf Hartz-Vier angerechnet wird.

    Streit über die Verteilung der Kosten

    Mit dem Gesetz will die Bundesregierung die Nutzung des Elterngeldes ausweiten. So soll zum Beispiel die während des Bezugs zulässige Arbeitszeit von 30 auf 32 Stunden pro Woche erhöht werden. Der Partnerschaftsbonus soll flexibler gestaltet werden, um eine gerechte Verteilung von Familien- und Arbeitszeiten zu fördern. Eltern, deren Kind mindestens sechs Wochen zu früh geboren wurde, sollen einen weiteren Basiselterngeldmonat oder zwei weitere Elterngeld-Plus-Monate erhalten

    Der Bundesrat gab eine Empfehlung zur Verteilung der Kosten für die neugeschaffenen Möglichkeiten ab. Danach soll sich der Bund an der Finanzierung der neu geschaffenen Aufgaben beteiligen. Die Länderkammer bat in dem verabschiedeten Text auch darum, Vereinfachungen in der Verwaltung anzustreben. Einige Regelungen erschienen zu komplex.

    Vorschlag "Familienarbeitszeit"

    Die "Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie" fordert eine umfassende Gesetzesreform, die vor allem flexiblere Arbeitsmodelle für Eltern vorsieht. Für den Zeitraum zwischen der Elternzeit mit Elterngeld-Bezug und der Einschulung des jüngsten Kindes schlägt der Verband eine "dynamische Familienarbeitszeit" vor. Dadurch solle die Arbeitszeit der Eltern mit zunehmendem Alter der Kinder nach und nach wieder ansteigen können. Die angedachte "leichte Flexibilisierung" des Elterngelds reiche hingegen nicht aus.

    Reform der Inkasso-Gebühren

    Der Bundestag hat außerdem eine Reform der Inkasso-Gebühren beschlossen. Danach dürfen bei kleinen Forderungen von bis zu 50 Euro die Kosten, die ein Schuldner zusätzlich zahlen muss, nicht höher ausfallen als die Forderung selbst. Damit sollen vor allem Schuldner kleiner Beträge vor hohen Gebühren geschützt werden. Für die Reform stimmten im Bundestag die Koalitionsfraktionen von Union und SPD. Mit Nein votierten AfD, FDP, Linke und Grüne,

  • FleischindustrieKoalition legt Streit über Gesetz für Schlachthöfe bei

    CDU, CSU und SPD haben ihren Streit über das geplante Gesetz gegen Ausbeutung auf Schlachthöfen beigelegt.

    Die Regierungsfraktionen verständigten sich nach eigenen Angaben auf ein Arbeitsschutzkontrollgesetz und den Zeitplan für die parlamentarischen Beratungen. Demnach soll der Entwurf noch Mitte Dezember im Bundestag debattiert werden. Die Deutsche Presse-Agentur meldet unter Berufung auf Koalitionskreise, für das traditionelle Fleischerhandwerk sollten Ausnahmen von den vorgesehenen schärferen Regeln gelten.

    Den Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Heil hatte das Bundeskabinett nach massenhaften Corona-Infektionen in der Fleischindustrie auf den Weg gebracht. In der Unionsfraktion gab es allerdings Widerstand gegen die Pläne des SPD-Politikers. Dabei ging es insbesondere um die Leiharbeit.

  • MünsterErstes Urteil im Missbrauchsprozess gefallen

    Im Missbrauchskomplex Münster ist das erste Urteil gefallen.

    Der 53-jährige Mann aus Schleswig-Holstein muss für drei Jahre und drei Monate wegen schwerer sexualisierter Kindesmisshandlung ins Gefängnis. Damit entsprach das Landgericht Münster weitgehend der Staatsanwaltschaft, die dreieinhalb Jahre Haft gefordert hatte. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass der Mann im Sommer vergangenen Jahres einen damals neunjährigen Jungen vergewaltigt hat. Bei dem Opfer handelt es sich um den Ziehsohn des Hauptbeschuldigten im Missbrauchskomplex Münster.

    Der Stiefvater soll der Kopf eines bundesweiten Pädophilen-Netzwerks sein und das Kind anderen Männern über das Internet angeboten haben. Der heute Verurteilte ist einer von bislang 32 Männern, die die Ermittler durch sichergestellte Videos und Fotos identifizieren konnten. Anders als die meisten Beschuldigten hat er gestanden.

  • Hohe Corona-InfektionszahlenIst ein strengerer Lockdown zu verhindern?

    Wenn Bund und Länder über ein (möglichst) gemeinsames Vorgehen gegen die weiter hohen Zahlen bestätigter Corona-Neuinfektionen beraten, geht es im Grunde stets um die Kernfrage: Reichen die ergriffenen Maßnahmen aus, um die Pandemie einzudämmen? Wir blicken auf die Entscheidungsgrundlagen, vor allem den Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

    Mehr als 20.000 nachgewiesene Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind es derzeit täglich. Im November verzeichnet Deutschland exponentiell steigende Fallzahlen. Eine Dimension, die in den Sommermonaten noch undenkbar schien. Zahlen, auf die sowohl Wissenschaft als auch Politik immer wieder aufs Neue reagieren, um Maßnahmen zu empfehlen, zu beschließen oder durchzusetzen. Allerdings gerät die Debatte über die zu ergreifenden Instrumente gegen die Ausbreitung des Virus zunehmend kontrovers.

    Fixpunkt aus dem Frühjahr

    Ein Diskussionspunkt ist der sogenannte "Inzidenzwert" - also die Zahl der bestätigten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Die Schwelle, die dieser Wert nicht überschreiten soll, liegt bei 50. Doch wieso ausgerechnet diese Zahl - und ist sie überhaupt noch sinnvoll? Im Landkreis Hildburghausen in Thüringen beispielsweise beträgt der Wert aktuell 630 (Stand: 27.11.), das ist der bundesweite Spitzenwert. Aber auch nahezu überall sonst steigt die Zahl auf deutlich über 100: Die interaktive Karte des Robert Koch-Instituts, auf dem der Inzidenzwert nach Landkreisen aufgeschlüssen dargestellt wird, zeigt sich fast flächendeckend im dunkelroten Bereich.

    Die Zahl 50 stammt aus dem Frühjahr, als die sogenannte erste Infektionswelle Deutschland erfasste. Bundeskanzlerin Merkel gab dazu am 6. Mai eine Pressekonferenz und begründete die Festlegung auf den Inzidenzwert 50 damit, dass man sich angeschaut habe, wie die Gesundheitsämter personell ausgerüstet seien. Bei den Gesundheitsbehörden sei ein Team von fünf Leuten pro 20.000 Einwohner eingeteilt, das die Infektionsketten zurückverfolgen und Kontaktpersonen informieren müsse. Das sei bei einem Inzidenzwert von 50 noch zu leisten. Dieser Wert wird von Landkreis zu Landkreis betrachtet; und sobald er über 50 steigt, werden die Coronaschutzmaßnahmen seitdem verschärft. Unter anderem wird die sogenannte Infektionsbremse aktiviert.

    Heute stellt sich die Situation anders dar. Medizin, Behörden und Bevölkerung haben sich auf die Corona-Krise eingestellt. Der leitende Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Intektionsforschung, Gérard Krause, betont im "Spiegel": "Die Belastungsgrenze der Gesundheitsämter ist ja nicht in Stein gemeißelt. Gerade in Bezug auf das Kontaktpersonenmanagement gibt es mehrere Möglichkeiten, diese Belastungsgrenze positiv zu beeinflussen: mehr geschultes Personal und Einsatz digitaler Systeme sind nur zwei davon."

    Zudem fordert Krause erneut, vor allem die ältere Bevölkerung besser zu schützen. "Alle, auch asymptomatische Infektionen zu reduzieren, um indirekt die Zahl der schweren Erkrankungen zu senken, ist ein sehr kleiner Hebel." Mindestens dieselbe Energie solle in den unmittelbaren Schutz der Bevölkerungsteile investiert werden, die besonders häufig schwer erkrankten. Krause rät zum Beispiel dazu, statt des Inzidenzwertes die Belegung von Intensivbetten im Blick zu haben, um Gegenmaßnahmen sinnvoll zu steuern. "Es kann auch einen Unterschied machen, ob etwa ein Altersheim oder eine Schulklasse betroffen ist, allein am Inzidenzwert sieht man das nicht."

    Maßnahmen zu gering?

    Noch aber gilt die im Frühjahr getroffen Marke. Inszwischen gelten mehr als 90 Prozent der Kreise und Kreisfreien Städte als Risikogebiet mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 50. Der Virologin Melanie Brinkmann dagegen gehen die jetzt beschlossenen Maßnahmen von Bund und Ländern nicht weit genug. Sie sagte im Deutschlandfunk: „Ich hätte mir gewünscht, dass man jetzt schon noch etwas konsequenter auf die Bremse drückt.“ Bereits eine 7-Tage-Inzidenz von 50 sei sehr hoch, das sei "gerade so an der Grenze, wo man sagen kann, na ja, da kommen die Gesundheitsämter eigentlich schon gar nicht mehr hinterher." Es hätte das Ziel sein sollen "die Zahlen noch weiter runterzuschrauben."

    Ähnlich hatte sich bereits vor Bekanntwerden der Beschlüsse die Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation im Deutschlandfunk geäußert. Sie plädierte für einen "kurzen, harten Lockdown".

    Infektiologe Wendtner: Entscheidungen gut, aber fraglich, ob sie reichen.

    Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Leiter der Spezialeinheit für hochansteckende lebensbedrohliche Infektionen an der München Klinik Schwabing, begrüßte die Entscheidungen von Bund und Ländern. Wendtner sagte im Deutschlandfunk, auch die geplanten Maßnahmen zum Schutz von sogenannten vulnerablen Gruppen seien ein wichtiger Schritt. Allerdings stellt er auch infrage, ob das Gegensteuern in der derzeitigen Form genügen: "Man wird sehen, ob die Maßnahmen reichen bis zum 20. Dezember oder man nicht doch noch weiter im neuen Jahr auch die Restriktionen verlängern muss."

    Schärferer Regeln im neuen Jahr?

    Manche Fachleute sehen vor allem in den erlaubten Kontaktlockerungen während der Feiertage eine Gefahr. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte dem SWR-Hörfunk, medizinisch-epidemiologisch sei es "Wahnsinn, an Weihnachten wieder aufzumachen". Das Virus kenne kein Weihnachten und keinen Ramadan. Das suche sich seine Opfer täglich da, wo es sie finde. Er verstehe allerdings, dass die Menschen an Weihnachten Kontakte brauchten. Hier müsse eine saubere Balance gefunden werden, betonte Montgomery.

    Auch der Intensivmediziner Uwe Janssens zeigte sich besorgt über die Lockerung der Kontaktbeschränkungen, auf die sich Bund und Länder für Weihnachten verständigt haben. "Bei allem Verständnis für Weihnachten und Familienfeiern müssen wir leider befürchten, dass in der Folge der partiellen Aufhebung der Einschränkungen um Weihnachten im Januar die Infektionszahlen wieder ansteigen", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

    Kanzleramt hält an 50 fest

    Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die Inzidenz von 50 kurz- bis mittelfristig erreicht werden kann. Bundeskanzleramtsminister Braun meint ja. Er sagte im ZDF, eine Inzidenz von 50 gelte weiter als Schwellenwert. Wer deutlich über dem Inzidenz-Bundesdurchschnitt oder gar über 200 liege, habe "eine große Verantwortung, mehr zu machen aus eigener Kraft, um die Zahlen wieder zu reduzieren". Braun mahnte: Würde die 50 als Schwellenwert dadurch entwertet, dass man den Eindruck erwecke, schlimm sei nur über 200, wäre das gefährlich.

    In anderen Ländern hat man allerdings weit härtere Maßnahmen getroffen, um die erfasste Corona-Fallzahlen wieder deutlich zu senken. Einen Überblick über die verschiedenen Ansätze finden Sie hier. Nähere Informationen zu den Zahlen rund um die Corona-Pandemie können Sie hier nachlesen.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Ansteckung und Übertragung

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    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
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    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • HabeckGrünen-Chef plädiert für Kulturministerium auf Bundesebene

    Der Co-Vorsitzende der Grünen, Habeck, hat sich für die Schaffung eines Kultur- Ministeriums auf Bundesebene ausgesprochen.

    Das sei überfällig, sagte Habeck im Interview der Zeitschrift "Politik & Kultur". Kultur sei nicht nur etwas, was Spaß mache, sondern sie schaffe die Räume und Diskurse, in denen eine Gesellschaft sich über sich selbst verständige, so der Grünen-Politiker. Gerade die Pandemie zeige, wie gefährdet die Kultur ohne ausreichende Unterstützung sei. Deshalb wäre es wichtig, wenn dafür eine Ministerin oder ein Minister auf Bundesebene zuständig wäre.

    Bislang liegt die Kulturhoheit in Deutschland bei den Ländern. Dazu zählen auch das Schul- und Hochschulwesen, die Bildung sowie Rundfunk und Fernsehen.

  • Bundeshaushalt 2021Fast 180 Milliarden Euro neue Schulden

    Die Große Koalition will im kommenden Jahr knapp 180 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Das ergaben die abschließenden Beratungen des Haushaltsausschusses, die in den frühen Morgenstunden in Berlin zu Ende gingen.

    Der Bundeshaushalt 2021 sieht nun Ausgaben von insgesamt rund 498,6 Milliarden Euro vor. Der Etatentwurf soll in der Woche vom 8. bis 11. Dezember im Bundestag verabschiedet werden.

    In der mehr als 17-stündigen "Bereinigungssitzung" beschlossen die Haushälter noch mehrere Änderungen am Entwurf von Finanzminister Scholz. Die Ausgaben wurden um mehr als 85 Milliarden Euro erhöht. Das Geld ist unter anderem für Corona-Hilfsprogramme vorgesehen, aber auch für die Entlastungen vieler Bürger etwa durch den Abbau des Solidaritätszuschlags, ein höheres Kindergeld und einen höheren Grundfreibetrag bei den Steuern.

    Kritik von Opposition

    Der Grünen-Haushaltsexperte Kindler bewertete die Kreditaufnahme grundsätzlich als richtig, bemängelte aber ein "soziale Schieflage". Er lasse Arbeitslose und Soloselbstständige "im Regen stehen". Außerdem seien die Investitionen für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft viel zu gering.

    Der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Fricke, übte ebenfalls Kritik. Der Entwurf lasse "klare Reformen und zukunftsgerichtete Impulse" vermissen. Besser hätte Fricke Entlastungen für Bürger und Unternehmen gefunden, um im kommenden Jahr einen "kräftigen Wachstumsimpuls" freizusetzen.

    Politiker des Regierungsbündnisses hingegen verteidigten die Neuverschuldung. Der CDU-Politiker Rehberg betonte, man stelle noch einmal sehr viel mehr Geld für den Gesundheitsschutz und die umfangreichen Wirtschaftshilfen bereit. Er meint: "Die neuen Schulden sind erforderlich, um unser Land sicher durch die Jahrhundert-Pandemie zu bringen."

    Der Etatentwurf soll in der Woche vom 8. bis 11. Dezember im Bundestag verabschiedet werden.

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  • Coronavirus-PandemieUmfrage sieht Schulleiter an der Belastungsgrenze

    Seit Beginn der Corona-Pandemie steigt offenbar die Unzufriedenheit von Führungspersonal an Schulen.

    Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Lehrergewerkschaft VBE hervor. Etwa ein Viertel der Schulleitungen gab im November an, den Beruf "sehr gern" auszuführen. Bei der letzten Befragung zum Beginn der Corona-Krise im März waren es noch über 40 Prozent, 2019 knapp 60 Prozent. Deutlich gestiegen ist der Anteil der Schulleiterinnen und Schulleiter, die ihren Beruf "eher ungern" oder "sehr ungern" ausüben: Von 4 Prozent im vergangenen Jahr auf 11 Prozent im März - und nun, im November, auf fast ein Drittel aller Befragten.

    VBE-Vorsitzender Beckmann sagte zur Eröffnung des Digitalen Schulleiterkongresses bei der Vorstellung der Studie: "Die Formel ist so einfach wie bedrückend: Zu viele Aufgaben in zu wenig Zeit lassen die Zufriedenheit der Schulleitungen bei der Erfüllung von Aufgaben sinken und damit auch ihre Motivation". Die größten Probleme bilden nach Angaben der Befragten die fehlende Digitalisierung, Probleme mit Online-Unterricht, fehlendes Personal, die Einhaltung von Abstandsregeln und eine beengte Raumsituation.

    Der Schulleiterkongress fand wegen der Pandemie erstmals digital statt, mit mehr als 1.000 Teilnehmern. Mehr zum Thema und zu den Hintergründen lesen und hören Sie in unserer Sendung Campus und Karriere.

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  • BundesratKeine Rabatte mehr bei rezeptpflichtigen Medikamenten in Versandapotheken

    Versandapotheken dürfen für verschreibungpflichtige Medikamente künftig keine Rabatte mehr gewähren.

    Ein entsprechendes Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken billigte heute der Bundesrat. Mit der Neuregelung gilt für gesetzlich Versicherte künftig der gleiche Preis für verschreibungspflichtige Arzneimittel - unabhängig davon, ob sie diese im Geschäft vor Ort oder über eine Versandapotheke beziehen. Bundesgesundheitsminister Spahn will auf diese Weise für einen fairen Wettbewerb sorgen.

  • GrundschulenBundesrat billigt zusätzliche Finanzhilfen für Ganztagsbetreuung

    Für den Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen steht künftig mehr Geld zur Verfügung.

    Der Bundesrat billigte die Einrichtung eines Sondervermögens von insgesamt 3,5 Milliarden Euro aus Bundesmitteln. Damit soll die Umsetzung des geplanten Rechtsanspruchs auf eine Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter finanziert werden, der laut Koalitionsvertrag ab 2025 gelten soll.

    Der Bundesrat stimmte auch den neuen Hartz-IV-Regelsätzen zu. Alleinstehende Erwachsene bekommen ab dem kommenden Jahr 446 Euro pro Monat, 14 Euro mehr als jetzt. Der Satz für Jugendliche ab 14 Jahren steigt um 45 Euro auf 373 Euro. Der Bundestag hatte die neuen Sätze bereits beschlossen. Außerdem billigte der Bundesrat neue Sicherheitsanforderungen für Personalausweise. Einer EU-weiten Regelung zufolge sollen neue Ausweise ab August kommenden Jahres einen Chip mit zwei Fingerabdrücken enthalten.

  • Österreich"Ein Europa ohne Juden ist kein Europa mehr" - Kurz und van der Bellen verurteilen Angriff auf Rabbiner in Wien

    Österreichs Bundeskanzler Kurz hat den Angriff auf einen Rabbiner in Wien verurteilt.

    Ein Europa ohne Juden sei kein Europa mehr, teilte der ÖVP-Politiker mit. Antisemitismus müsse mit aller Entschiedenheit bekämpft werden, damit Jüdinnen und Juden in Österreich sicher leben könnten. Ähnlich äußerte sich Bundespräsident van der Bellen.

    In Wien war ein Rabbiner gestern auf offener Straße angegriffen und antisemitisch beschimpft worden. Medienberichten zufolge bedrohte eine Frau ihn mit einem Messer und riss ihm Hut und Kippa vom Kopf. Dabei rief sie laut Polizeiangaben "Schlachtet alle Juden", bevor sie flüchten konnte. Der Mann blieb unverletzt. Mehrere Passanten hätten den Angriff im 3. Wiener Bezirk mitbekommen, seien aber untätig geblieben, hieß es weiter.

    Innenminister Nehammer sicherte zu alles zu tun, um die Tat rasch aufzuklären. Der Präsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Deutsch, bezeichnete den Angriff als verstörenden Vorfall. Die jüdische Gemeinde lasse sich jedoch nicht einschüchtern, betonte er.

  • SchwerinNeuer Innenminister Renz legt Amtseid ab

    Der CDU-Politiker Renz ist neuer Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern.

    Vor dem Landtag in Schwerin legte er am Vormittag seinen Amtseid ab, nachdem Ministerpräsidentin Schwesig ihn zum neuen Ressortchef ernannt hatte. Renz tritt die Nachfolge seines Parteikollegen Caffier an, der in der vergangenen Woche wegen der sogenannten Waffenkaufaffäre zurückgetreten war.

  • Corona-ImpfstoffStudie von AstraZeneca und Oxford University in der Kritik

    Der vom Pharmakonzern AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelte Corona-Impfstoff wird nach einer international bemängelten Studie von der britischen Arzneimittelaufsicht geprüft.

    Gesundheitsminister Hancock teilte mit, er habe die Behörde gebeten, festzustellen, ob das Vakzin strengen Sicherheitsstandards genüge. Der Impfstoff von AstraZeneca ist nach dem des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer der zweite, der formal auf eine Zulassung geprüft wird.

    Das von AstraZeneca entwickelte Präparat ist wegen des Ablaufs der Studie und Datenlücken in die Kritik geraten. Das Unternehmen hatte am Montag gemeldet, sein Impfstoff sei nach einer vorläufigen Studie im Mittel zu 70 Prozent effektiv. Mehr als 90-prozentigen Schutz hätten jene Probanden, denen erst eine halbe Dosis des Vakzins gegeben wurde und danach eine ganze. Allerdings räumten AstraZeneca und die Oxford-Universität später ein, dass die Gabe der halben Dose eine Panne war, verursacht durch einen Verpackungsfehler. Dadurch lässt sich schwer sagen, ob die in dieser Gruppe festgestellte Effektivität Tatsache ist oder auf einem statistischen Zufall beruht.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • CoronaSpahn will laut Bericht verstärkt Schnelltests einsetzen

    Bundesgesundheitsminister Spahn will offenbar für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen auch ohne Symptome verstärkt Corona-Schnelltests anbieten.

    Das berichtet das Portal "The Pioneer" unter Berufung auf einen Verordnungsentwurf des CDU-Politikers. Dieser befinde sich derzeit in der Abstimmung zwischen den Ressorts der Bundesregierung und solle zum 1. Dezember in Kraft treten.

    Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut heute 22.806 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden mit dem Coronavirus - etwas weniger als vor einer Woche. Insgesamt sind damit 1.006.394 Menschen infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 426 auf insgesamt 15.586. Das ist die bislang höchste gemeldete Wert innerhalb eines Tages.

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    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
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  • Corona-PandemieParteitag analog - Alltag digital

    Die Corona-Pandemie macht Veranstaltungen mit mehreren hundert Personen unter einem Dach nahezu unmöglich. Für Institutionen mit vielen Mitgliedern stellen sich daher dringende Fragen der Durchführbarkeit von Konvents, auch für Parteien. Zahlreiche Konferenzen und auch Parteitage werden bereits ins Digitale verlegt, was technisch mittlerweile gut umsetzbar ist; rechtlich schwierig wird es allerdings, wenn gewählt werden muss.

    Der AfD-Vorsitzende Meuthen hat die Entscheidung verteidigt, den Parteitag an diesem Wochenende trotz der Corona-Pandemie analog und nicht digital durchzuführen. Meuthen sagte im Deutschlandfunk (Audio-Link), man könne in Präsenz Dinge ganz anders diskutieren und besser miteinander arbeiten. Dabei werde man alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen treffen und die Vorschriften diszipliniert einhalten. So gebe es etwa ein durchdachtes Durchlüftungskonzept. Außerdem würden Abstandsgebote eingehalten und es werde überall eine Maskenpflicht gelten, nach einem entsprechenden Gerichtsbeschluss auch am Platz.

    Der Vorsitzende der Jungen Union, Kuban, sagte ebenfalls im Deutschlandfunk (Audio-Link), er glaube nicht, dass in der Corona-Pandemie Präsenzparteitage verantwortungsbewusst möglich seien. Alle Parteien seien vor dem Hintergrund von Homeoffice und Homeschooling in vielen Familien in der Pflicht, dass digitale Wahlen rechtlich möglich gemacht würden. Die technischen Rahmenbedingungen seien bereits gegeben.

    Auch in der Mutterpartei der Jungen Union, in der CDU, sieht Kuban Nachholbedarf, so dass der Parteitag im Januar digital abgehalten werden kann. Die Entscheidung darüber soll Mitte Dezember fallen. Die Junge Union schaltet sich an diesem Wochenende zu einem Konvent per Videostream zusammen, bei dem der Bundesvorstand neu gewählt werden soll.

    Der AfD-Parteitag findet am Wochenende mit etwa 600 Delegierten in Kalkar in Nordrhein-Westfalen statt. Dabei soll es vor allem um die Renten- und Sozialpolitik gehen. Außerdem ist die Nachwahl von zwei Vorstandsmitgliedern geplant. Für Samstag ist eine größere Gegenveranstaltung vor dem Veranstaltungsgelände angemeldet. Die zuständige Polizei Kleve kündigte an, mehrere hundert Beamte einzusetzen.

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  • AfD-ParteitagNRW-Landeschef Lucassen ruft zu Disziplin auf

    Der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen AfD, Lucassen, hat die Delegierten vor dem Präsenz-Bundesparteitag in Kalkar aufgerufen, die Corona-Auflagen einzuhalten.

    Diese seien hart und es werde schwierig, sie für volle zwei Tage durchzuhalten, sagte Lucassen im BR-Hörfunk. Das Ordnungsamt der niederrheinischen Stadt Kalkar hatte scharfe Kontrollen des Hygienekonzepts angekündigt. Verstöße würden angezeigt und verfolgt, hieß es.

    Der AfD-Bundesvorsitzende Meuthen verteidigte die Entscheidung, das Delegiertentreffen an diesem Wochenende trotz der Corona-Pandemie analog und nicht digital abzuhalten. Auf diese Weise könnten Dinge ganz anders diskutiert werden, sagte er im Deutschlandfunk.

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  • Neuer ArbeitgeberpräsidentDulger warnt vor höheren Steuern für die Wirtschaft

    Der neue Arbeitgeberpräsident Dulger fordert ein Belastungsmoratorium für die Wirtschaft in der Zeit nach der Corona-Krise.

    Wenn diese vorüber sei, müsse die Wirtschaft so schnell wie möglich wieder ans Laufen kommen, sagte Dulger im Deutschlandfunk (Audio-Link). Die Steuern für die ohnehin schon belasteten Unternehmen dürften auf keinen Fall erhöht werden. Anderenfalls werde die Wirtschaft abgewürgt. Die staatlichen Hilfen in der Corona-Pandemie begrüßte Dulger. Es seien sehr gute Förderprogramme aufgelegt worden, um die gröbste Not zu lindern. Irgendwann müsse diese Unterstützung aber zu einem Ende kommen und man müsse wieder zu einem normalen Wirtschaften zurückkehren.

    Dulger war gestern zum neuen Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gewählt worden. Vorher stand er an der Spitze des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.

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  • WirecardUntersuchungsausschuss verhängt Bußgelder

    Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Bilanzskandal hat zwei Mitarbeiter des Abschlussprüfers Ernst & Young mit Bußgeldern belegt.

    Nach Angaben von Teilnehmern verhängte das Sondergremium des Bundestages jeweils 1.000 Euro, weil die beiden Vorgeladenen nicht konkret zum Fall aussagen wollten, sondern nur allgemeine Angaben machten. Das Unternehmen Ernst & Young steht in der Kritik, weil es jahrelang die Bilanzen von Wirecard testiert hat.

    Der Ausschussvorsitzende Gottschalk hatte bereits mit einem symbolischen Ordnungsgeld gedroht. Der Fall dürfte nun vor den Bundesgerichtshof gehen, der für Untersuchungsausschüsse zuständig ist. Der BGH soll dann entscheiden, bei welchen Fragen Zeugen von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen dürfen und bei welchen nicht. Mit einer Klärung wird in den nächsten Monaten gerechnet.

  • HongkongAktivist Wong: China bedroht die Freiheit der Welt

    Der inhaftierte Hongkonger Aktivist Wong rechnet mit einem verstärkten Durchgreifen gegen die Demokratiebewegung in der Sonderverwaltungszone.

    China verstärke seinen Griff, und alle Freiheiten und Rechte stünden auf dem Spiel, zitierte ihn die Zeitung "Die Welt". Dabei ziele der Druck Pekings nicht nur auf die Aktivisten in Hongkong, sondern auch auf jene im Exil. Das kommunistische Regime habe erfolgreich einen abschreckenden Effekt erzeugt, selbst in Deutschland. Alle würden gezwungen, sich an chinesische Normen zu halten. Peking bedrohe die Freiheit der Welt, warnte Wong.

  • AustralienSoldaten sollen wegen Kriegsverbrechen aus Armee entlassen werden

    Im Skandal um Kriegsverbrechen in Afghanistan sollen 13 australische Soldaten aus dem Militärdienst entlassen werden.

    Die Betroffenen seien darüber informiert worden, teilte Armeechef Burr mit. Sollten die Soldaten innerhalb von zwei Wochen keinen Einspruch einlegen, werde der Schritt vollzogen.

    In der vergangenen Woche war ein interner Untersuchungsbericht veröffentlicht worden. Danach hatten Angehörige einer australischen Eliteeinheit in Afghanistan mindestens 39 Zivilisten und Gefangene - wie es hieß - "unrechtmäßig getötet".

  • HavannaKubanische Sicherheitsbeamte nehmen Hungerstreikende fest

    In der kubanischen Hauptstadt Havanna hat die Polizei mehrere Mitglieder eines oppositionellen Künstlerkollektivs festgenommen.

    Das geht aus Berichten hervor, die in sozialen Medien veröffentlicht wurden. Danach befanden sich einige der Festgenommenen im Hungerstreik, um die Freilassung eines Musikers zu erzwingen. Die Polizeiaktion richtete sich gegen
    Vertreter der "Bewegung San Isidro".

  • USATrump: Bin bereit, das Weiße Haus zu räumen

    Gut drei Wochen nach seiner Wahlniederlage hat US-Präsident Trump seinen Rückzug aus dem Weißen Haus erstmals öffentlich in Aussicht gestellt.

    Trump sagte nach einer Videoschalte mit US-Soldaten im Ausland, sollten die Wahlleute seinen Kontrahenten Biden zum Präsidenten bestimmen, werde er das Weiße Haus verlassen. Gleichwohl sprach er erneut von Wahlbetrug. Biden hatte die Wahl am 3. November gewonnen. Allerdings hat Trump seine Niederlage bislang nicht eingestanden und geht gerichtlich gegen das Abstimmungsergebnis vor.

    Formell gewählt wird der US-Präsident von einem durch die Bundesstaaten besetzten Kollegium von Wahlleuten. Sie sollen am 14. Dezember ihre Stimmen abgeben.

  • BerichtBKA sieht weiter hohe Gefahr durch Rockerbanden

    In Deutschland waren einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr rund 8.800 Menschen in Rockerbanden organisiert, die als polizeilich relevant eingestuft werden.

    Die "Neue Westfälische" meldet unter Berufung auf das Bundeskriminalamt, etwa zwei Drittel der potenziell gefährlichen Rocker gehörten Gruppen wie den "Hells Angels", "Bandidos" oder "Outlaws" an. Der Leiter der Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalität im BKA, Michel, betonte, das kriminelle Potenzial und die damit verbundene Gefährdungslage seien unvermindert hoch.

  • PlastiktütenBundestag votiert für Verbot ab 2022

    In deutschen Supermärkten dürfen ab dem Jahr 2022 keine Einkaufstüten aus Plastik mehr angeboten werden.

    Ein solches Verbot beschloss der Bundestag am Abend. Nach einer Übergangsfrist von zwölf Monaten müssen die Standard-Tüten, die man üblicherweise an der Ladenkasse bekommt, aus dem Sortiment verschwinden. Ausgenommen sind besonders stabile Mehrweg-Tüten sowie die dünnen Plastikbeutel, die man etwa in der Obst- und Gemüseabteilung findet.

    Grüne und Linke nannten das Vorhaben nicht ambitioniert genug. Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Hoffmann, meinte, der Trend zu Einwegverpackungen werde mit diesem Gesetz nicht gestoppt. AfD und FDP stimmten gegen das Vorhaben und beklagten einen ungerechtfertigten Eingriff in den Markt.

  • WetterNeblig-trüb, örtlich etwas Sprühregen

    Der Wetterbericht, die Lage: Der Norden wird von einem schwachen Tiefausläufer beeinflusst. Sonst herrscht Hochdruckeinfluss vor.

    Die Vorhersage:
    Nachts teils klar, teils neblig bei Tiefstwerten von plus 4 bis minus 5 Grad. Morgen neblig-trüb, im Norden und in der Mitte vereinzelt Sprühregen. Temperaturen 0 bis 10 Grad.

    Die weiteren Aussichten:
    Am Sonntag in der Nordosthälfte stark bewölkt, zeitweise etwas Sprühregen, in der Südwesthälfte nach teils zäher Nebel- oder Hochnebelauflösung meist sonnig. 0 bis 6 Grad.

  • Corona und WinterurlaubWas wird aus der Skisaison?

    Wo darf man im Winter Ski fahren - und ab wann? Deutschland dringt auf eine europäische Lösung - und auf eine Schließung der Skigebiete bis zum 10. Januar. Italien sieht das ähnlich, doch mit Österreich gibt es bereits Streit. Ein Überblick.

    In der Vereinbarung von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie heißt es, touristische Reisen auch ins Ausland seien "unter anderem in Hinblick auf die Skisaison" zu vermeiden. Dann der entscheidende Passus: "Die Bundesregierung wird gebeten, auf europäischer Ebene darauf hinzuwirken, dass bis zum 10. Januar Skitourismus nicht zugelassen wird."

    So formulierte es auch Bundeskanzlerin Merkel am Tag nach dem Treffen noch einmal, ebenso wie Italiens Regierungschef Conte. Hintergrund ist auch der Anfang der Pandemie: Damals war das österreichische Ischgl einer der Hotspots in Europa. Tausende Infektionen sollen auf den Tiroler Wintersportort zurückzuführen sein.

    "Die EU hat keine Skifahr-Kompetenz"

    Inzwischen gibt es wohl erste Gespräche auf europäischer Ebene, worüber auch die BBC berichtet. Doch eine einheitliche europäische Entscheidung dürfte es kaum geben. Martin Selmayr - er ist der Leiter der Kommissions-Vertretung in Österreich - erläuterte, dass all diese Punkte in den Mitgliedstaaten und nicht auf EU-Ebene festgelegt würden. Er schrieb auf Twitter, die EU habe keine Skifahr-Kompetenz. Was koordiniert werden könne, seien nationale Maßnahmen. Die EU könne da unterstützen.

    Kritik in Österreich

    Österreich hat denn auch die Forderungen nach einer Schließung der Skigebiete bis weit in den Januar bereits zurückgewiesen. So sagte etwa Tourismusministerin Köstinger (ÖVP), sie könne einem solchen Vorstoß nichts abgewinnen. Vom Finanzministerium heißt es sogar, eine Schließung komme nur in Frage, wenn die EU die Kosten dafür übernehme.

    Wenn überhaupt, könnte in Österreich aber auf das Après-Ski verzichtet werden, also auf das Feiern nach dem Tag auf der Piste. Das hat auch die Leiterin der Epidemiologie an der Med-Uni Wien unterstrichen: Eva Schernhammer sagte wörtlich: "Après-Ski kann man vergessen. Es wird eine andere Erfahrung des Skifahrens."

    Normalbetrieb in der Schweiz

    Die Schweiz, die nicht Mitglied in der EU ist, hat bereits klargestellt, dass die Skigebiete in diesem Winter offen bleiben. Deutsche Gäste sind jedes Jahr mit Abstand die größte Gruppe unter den Winterurlaubern im Nachbarland. Sie machten zuletzt zehn Prozent der 7,8 Millionen Gäste aus.

    Die Deutsche Presse-Agentur zitiert den Sprecher von "Schweiz Tourismus" mit den Worten, dass neben der Branche auch Regierung und Behörden überzeugt davon seien, den richtigen Weg zu gehen - und die Wintersaison stattfinden zu lassen. Über eine europaweit koordinierte Betriebszeit und Saisoneröffnung sei schon im Spätsommer diskutiert worden. Die Idee sei als "ungeeignet" nicht weiter verfolgt worden. Innenminister Berset verweist für den Winter auf umfangreiche Schutzkonzepte.

    Frankreich: Skigebiete offen, Lifts geschlossen

    Frankreichs Premierminister Castex hat zuletzt mitgeteilt, dass zwar in den Weihnachtsferien die Skigebiete geöffnet werden. Wichtige Einschränkung: Die Skilifte sollen nach seinen Worten geschlossen bleiben. Damit könne jeder "von der frischen Luft in unseren schönen Bergen profitieren", sagte er. Präsident Macron hatte zuletzt noch betont, eine Öffnung der Skigebiete an den Feiertagen erscheine ihm "unmöglich".

    Deutsche Verbände verweisen auf Hygienekonzepte

    Die deutschen Ski- und Snowboardverbände haben bereits abgelehnt, die Saison erst Mitte Januar zu öffnen. Sie verweisen auf Hygienekonzepte und drohende wirtschaftliche Nachteile. Auch die deutschen Liftbetreiber betonen, ein Wintersportverbot wäre für die betroffenen Regionen katastrophal und zudem unverständlich. Die vorzeitig beendete Wintersaison 2019/2020 habe die Bilanzen ohnehin schon belastet.

    Das Bundesland Bayern hat übrigens inzwischen für Tagestouristen, die kurz in ein Risikogebiet ins Ausland reisen, eine Quarantänepflicht erlassen - nicht zuletzt mit Blick auf die Haltung Österreichs.

    Wie es im (professionellen) Wintersport aussieht, hat unsere Sportredaktion zusammengetragen: "Ein fragiles Konstrukt".

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  • MedienChefs von DGB und Verdi rufen Sachsen-Anhalt zum Einlenken im Streit um Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf

    Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Hoffmann, und ver.di-Chef Werneke haben an mehrere Landtagsfraktionen in Sachsen-Anhalt appelliert, der Erhöhung des Rundfunkbeitrags zuzustimmen,

    In einem Schreiben an CDU, SPD, Grünen und Linken heißt es, man erwarte von allen demokratischen Parteien einen klaren Beistand für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die durch die Rundfunkfreiheit geschützte Programmautonomie und die Entwicklungsmöglichkeit von ARD, ZDF und Deutschlandradio dürften jetzt nicht untergraben werden, indem man eine kritische Diskussion zum Reformbedarf führe. Die anstehende Entscheidung für die Zukunft der Sendeanstalten gelte es auch mit dem gesetzlichen Auftrag des Länderparlaments und im Einklang mit dem Verfassungsrecht zur Rundfunkfinanzierung zu treffen.

    Die CDU will der erstmaligen Erhöhung des Rundfunkbeitrags nach elf Jahren um 86 Cent nicht zustimmen. Damit könnte die Fraktion den gesamten Medienänderungs-Staatsvertrag bundesweit zu Fall bringen. Damit dieser in Kraft treten kann, ist Einstimmigkeit auf Länderebene nötig.

    Unterdessen belastet der Streit die Koalition aus CDU, SPD und Grünen. Die Grünen drohen mit einem Ende der Zusammenarbeit, sollte die CDU bei der Landtagsabstimmung gemeinsam mit der oppositionellen AfD die Beitragsanhebung ablehnen. Die CDU müsse sich entscheiden, ob sie das Bündnis der Stabilität in der politischen Mitte fortsetzen wolle, erklärte der Grünen-Landesvorstand in Magdeburg.

    Zugleich verwiesen die Grünen darauf, dass sich alle drei Koalitionspartner in ihrem Vertrag zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk bekannt hätten. Auch die SPD hatte an den Koalitionspartner appelliert, nicht mit der AfD zusammen zu stimmen.

  • Covid-19Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

    Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 22.806 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet - etwas weniger als vor einer Woche.

    Insgesamt haben sich damit laut RKI seit Beginn der Pandemie nachgewiesenermaßen 1.006.394 Menschen infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 426 auf insgesamt 15.586. Das ist die bislang höchste gemeldete Totenzahl binnen eines Tages.

    Gestern hatte bereits die US-amerikanische Johns-Hopkins-Universität, die ihre Zahlen öfter aktualisiert, gemeldet, dass Deutschland die Millionengrenze bei den Infektionen überschritten hat.

    Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Auch in den vergangenen Wochen stieg die Zahl der Tests weiter an, allerdings auch der Anteil der positiven Ergebnisse (siehe auch positive Tests weiter unten).

    (Stand 27.11., 07:00 Uhr).

    Das RKI weist darauf hin, dass die übermittelten und ausgewiesenen Fallzahlen den Verlauf der Neuerkrankungen nicht vollständig widerspiegelten, da es unterschiedlich lange dauere, bis es nach dem Erkrankungsbeginn "zu einer Covid-19-Diagnose, zur Meldung und zur Übermittlung des Falls an das RKI" komme. Hier erklären wir, wie wir mit den Zahlen umgehen.

    Hohe Testzahlen - Positivquote steigt

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. In der Kalenderwoche 47 fielen demnach 9,4 Prozent der Tests positiv aus. In der Woche zuvor waren es 9,0 in der Woche davor 7,9 Prozent. Allerdings wurden laut RKI in der KW 46 die Testkriterien geändert, daher seien die Daten nicht direkt mit Vorwochen vergleichbar. Insgesamt wurden dem RKI in der Kalenderwoche 47 exakt 1.350.270 durchgeführte Tests übermittelt (Vorwoche: knapp 1.385.000). Zuletzt waren einige Labore an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Die Lage in den Bundesländern

    Mit 1.562 Infektionen pro 100.000 Einwohnern wurde im Verlauf der Pandemie bisher in Berlin die höchste Zahl an Infektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl festgestellt. Danach folgen Bayern (1.416), Bremen (1.366) und Nordrhein-Westfalen (1.319). Die wenigsten Fälle gab es demnach bislang in Mecklenburg-Vorpommern (326). (Stand: 24.11.)

    In absoluten Zahlen hat Nordrhein-Westfalen laut RKI mit 245.871 bestätigten Infektionen (3.210 Tote) die meisten Fälle. In Bayern wurden bisher 193.533 Infektionen bestätigt (3.647 Tote). An dritter Stelle rangiert Baden-Württemberg mit 136.768 erfassten laborbestätigten Infektionen (2.580 Tote), dann folgt mit relativ großem Abstand Hessen mit 81.327 Infektionen (1.163 Tote). Die geringsten Zahlen weist laut RKI Mecklenburg-Vorpommern auf (5.510 Infektionen/57 Tote) (Stand: 26.11.).

    Sieben-Tage-Inzidenz in 19 Kreisen über 250

    Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des RKI in den Bundesländern Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen über dem bundesweiten Durchschnittswert. Die Anzahl der Landkreise mit einer erhöhten 7-Tage-Inzidenz von insgesamt mehr als 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegt bei 282 Stadt- und Landkreisen. Davon übersteigen 19 Kreise den Wert von 250 Fällen pro 100.000 Einwohner und einer den Wert von über 500.

    Bundesweit lag die Inzidenz der letzten sieben Tage zuletzt bei 141,8 Fällen pro 100.000 Einwohner (Stand: 24.11.).

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen steigt

    Im sogenannten DIVI-Intensivregister melden Kliniken die Belegung ihrer Intensivstationen - auch mit Covid-19-Fällen. Die Zahlen steigen seit einigen Wochen deutlich. Derzeit werden im Register knapp 28.000 Intensivbetten gemeldet, von denen derzeit 5.693 frei sind. Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung steht. Auf Intensivstationen liegen aktuell 3.801 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen 2.240 invasiv beatmet werden. (Stand 26.11. - 6:19 Uhr)

    Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher etwa 23 Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten verstorben. (Stand 23.11.)

    Altersdurchschnitt der Infizierten bei 42 Jahren

    Bei einem Teil der registrierten Fälle bekommt das Robert Koch-Institut klinische Informationen zu den Infizierten - zuletzt war das bei 64 Prozent der registrierten Fälle so. Daraus lassen sich einige Informationen generieren:

    In Kalenderwoche 46 lag der Altersdurchschnitt der Infizierten insgesamt bei 42 Jahren. Zum Vergleich: In der Kalenderwoche 16, als anteilig besonders viele Infizierte im Krankenhaus behandelt werden mussten, lag der Altersdurchschnitt bei 51 Jahren. Das RKI warnt: "Bei stärkerer Verbreitung in höheren Altersgruppen muss weiterhin mit vermehrten schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen gerechnet werden." Zuletzt wurde ein Anstieg der Infektionszahlen auch in der älteren Bevölkerung verzeichnet.

    Der Anteil der Verstorbenen unter den gemeldeten COVID-19-Fällen lag in KW 43 rein rechnerisch nach den Zahlen des RKI derzeit bei knapp 0,91 Prozent. (Stand 22.11. - Hinweis: die Daten der darauffolgenden Wochen sind laut RKI noch nicht aussagekräftig, da der Ausgang der Erkrankungen in diesen Wochen noch unklar ist.)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden

    Europa kämpft derzeit mit der zweiten Welle der Coronapandemie. Hilfe im Kampf gegen das Virus verspricht man sich von den neuen Impfstoffen, die derzeit entwickelt werden. Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich nach der jüngsten Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der EU zuversichtlich, dass bereits im Dezember oder spätestens im Januar der erste Impfstoff in der EU zugelassen wird. Doch dann folgt die nächste Herausforderung: eine möglichst schnelle Impfung breiter Gesellschaftsschichten.

    Wie dies vonstattengehen könnte, wird in der Nationalen Impfstrategie des Bundesgesundheitsministeriums erläutert. Ein Verteilungsschlüssel bestimmt demnach, welche EU-Länder wie viel Impfstoff bekommen. Für die Lagerung und Logistik sollen in Deutschland die Bundesländer zuständig sein. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sicherte jedoch bereits die Hilfe der Bundeswehr zu. Die fachgerechte Lagerung ist deshalb so wichtig, weil als erstes wohl der Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer zugelassen wird. Dieser muss bei bis zu minus 80 Grad gekühlt werden.

    60 vom Bund organisierte Impfzentren

    Die Impfstoffe sollen dann deutschlandweit an rund 60 Standorte mit mobilen Einsatzteams verteilt werden. Die Menge richtet sich nach der Bevölkerungszahl im jeweiligen Bundesland. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn werden diese Impfzentren rechtszeitig fertig sein. Den Bundesländern stehe demnach aber frei, auch weitere mobile Teams oder weitere Impfzentren einzurichten. So teilte unter anderem Nordrhein-Westfalen mit, man werde landesweit 53 Impfzentren organisieren, die halb vom Land und halb von den Gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden. Das Geld ist unter anderem für Miete, Personal und Schutzausrüstung gedacht.

    Die Immunisierungen sollen anonymisiert in einer zentralen Datenbank erfasst werden. Damit wollen die Bundesregierung und die Ständige Impfkommission die Wirksamkeit überprüfen – und auch Meldungen über mögliche Nebenwirkungen sammeln.

    Debatte um beschleunigtes Verfahren

    Im Vorfeld wurden immer wieder Warnungen vor nicht absehbaren Nebenwirkungen laut, da der Impfstoff schneller als sonst üblich zugelassen werden soll. Langzeitstudien fehlen deshalb. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wird auch in den USA zum Einsatz kommen. Dort wies der Immunologe Anthony Fauci Bedenken zurück, wonach die Entwicklung der Corona-Impfstoffe zulasten der Verträglichkeit und Wirksamkeit beschleunigt worden sei. "Die Geschwindigkeit des Prozesses hat die Sicherheit in keiner Weise kompromittiert", sagte Fauci im Weißen Haus. Die Daten der Studien zu den Impfstoffen seien von unabhängigen Experten beurteilt worden, die niemandem etwas schuldeten, "auch nicht der Regierung".

    Risikogruppen und "exponiertes Personal" zuerst

    Bleibt die Frage, wer überhaupt geimpft wird. Gesundheitsminister Spahn hatte wiederholt betont, dass es keine Impfpflicht geben werde. Zuletzt hatte in Umfragen die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich impfen zu lassen, wieder nachgelassen. Trotzdem geht die Bundesregierung davon aus, dass die Nachfrage das Angebot zunächst übersteigen wird. Darum sollen bestimmte Bevölkerungsschichten zuerst geimpft werden: zum einen Risikopatienten, zum anderen bestimmte Berufsgruppen wie Mitarbeiter im Gesundheitswesen oder im Bereich Bildung. Dies soll zentral organisiert werden. In einer späteren Phase stünde dann eine breite, dezentrale Routine-Impfung unter anderem durch Hausärzte an. Dann können auch Apotheken den Impfstoff beschaffen. Die Termine in den Impfzentren sollen über ein standardisiertes Modul vergeben werden, das auf dem bestehenden System durch die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen basiert.

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  • CoronavirusWie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung?

    Luxemburg und die Slowakei haben im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf Massentests der ganzen Bevölkerung gesetzt. Nun plant Österreich einen ähnlichen Schritt.

    Die gesamte Bevölkerung durchzutesten und auf einen Schlag Gewissheit über den Infektionsstand im Land zu haben, klingt verlockend. Die Hoffnung ist, dass danach Corona-Maßnahmen ganz gezielt eingesetzt werden können. Soweit die Theorie. Doch in der Praxis gibt es etliche Probleme. Dies zeigen die Erfahrungen der Länder, die bislang Massentests durchgeführt haben. Als Grundformel gilt: Je größer die Bevölkerung, desto größer ist die Herausforderung, diese Massentests umzusetzen. So ist es wenig verwunderlich, dass dies in Europa bislang nur kleinere Staaten machten. Das bevölkerungsreichste Land ist dabei die Slowakei mit 5,5 Millionen Menschen.

    Beispiele Luxemburg und Andorra

    Luxemburg gehört zu den kleinen Staaten in der EU, er zählt nur rund 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner, also ungefähr so viele wie Düsseldorf oder Stuttgart. Aber selbst in Luxemburg musste wegen der großen Anzahl an benötigten Tests die Überprüfung der gesamten Bevölkerung zeitlich gestreckt werden. Mitte Mai hatte man angefangen, Einheimische und Berufspendler auf freiwilliger Basis zu testen. Das zog sich über Wochen hin. Die Hoffnung, mit einem Massentest quasi einen Nullpunkt zu haben, ab dem dann passgenau gehandelt werden kann, ist also sogar im kleinen Luxemburg enttäuscht worden.

    Die Massentests in der Slowakei

    Auch in der Slowakei wurde ein Großteil der 5,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zeitlich gestreckt getestet. Eingesetzt wurden dabei Antigen-Schnelltests. In einer ersten Runde waren rund 3,6 Millionen Menschen getestet worden. Dabei wurden über 38.000 positiv getestet. Formell war die Teilnahme freiwillig. Wer aber nach den Testterminen kein negatives Testergebnis vorweisen konnte, fiel unter eine rigorose Ausgangssperre, bei der noch nicht mal der Weg zur Arbeit erlaubt war. Der slowakische Regierungschef Igor Matovic sieht in den Tests eine Alternative zu einem Lockdown, wie er in zahlreichen anderen Ländern Europas umgesetzt wird. Er will den Massentest darum wiederholen.

    Als die Slowakei übrigens entschieden hat, die Einreisebestimmungen in der Corona-Pandemie zu verschärfen, hat das Land den Nachweis eines negativen PCR-Tests vorgeschrieben, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Dem beim Massentest eingesetzten Antigen-Schnellverfahren traut man hier nicht.

    Die Pläne in Österreich

    Bundeskanzler Kurz hat am 15. November im ORF Massentests auf das Coronavirus zumindest in Teilen der Bevölkerung angekündigt. Die Slowakei sei ein Erfolgsbeispiel. Man habe sich in Österreich für einen ähnlichen Schritt entschieden. Über die genauen Pläne wolle die Regierung in der kommenden Woche informieren. Klar sei aber bereits, dass zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer getestet werden sollen, um im Dezember die Schulen nach dem derzeit geltenden Lockdown möglichst sicher wieder öffnen zu können. Außerdem seien weitere Tests vor Weihnachten angedacht. Es sei ein gutes Instrument, um das Infektionsgeschehen positiv zu beeinflussen. In Österreich leben knapp neun Millionen Menschen.

    Wie sieht es in Deutschland aus?

    Massentests für die gesamte Bevölkerung werden aktuell nicht diskutiert. Deutschland ist das bevölkerungsreichste Land der EU mit rund 83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Es gab jedoch bereits gezielte Massentests in einzelnen Regionen oder Einrichtungen - so beispielsweise im Kreis Gütersloh nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies.

    Fazit

    Für Massentests gilt im Grunde das Gleiche wie für alle anderen Tests auch: Sie sind von begrenzter Aussagekraft. Darauf weist die Infektionsforscherin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum hin. Nach dem Massentest in der Slowakei habe man zwar für den Moment gewusst, wer nicht infiziert ist: "Das heißt aber nicht, dass die nicht am nächsten Tag positiv sein können. Das ist eine Momentaufnahme, um zu sehen, wie es jetzt gerade um uns steht und um die Dunkelziffer zu erfassen." Kritiker von flächendeckenden Massentests haben sogar die Befürchtung geäußert, dass Warteschlangen vor Testzentren im schlimmsten Fall eine Infektionsquelle sein könnten.

    Hinzu kommt die Frage, welche Art von Test angewandt wird. Schnelltests können zwar die Labore entlasten, weil sie bereits unmittelbar im Testzentrum ein Ergebnis liefern. Aber sie haben eine deutlich höhere Fehlerquote. Und die sichereren PCR-Tests können nur in begrenztem Maße von den Laboren ausgewertet werden. Immer wieder wird die Forderung geäußert, die wichtigen Labor-Kapazitäten besser für Tests von systemrelevanten Berufsgruppen (Pflege, Schule, Kita) sowie Risiko-Gruppen zu nutzen.

    Entscheidend für die Zuverlässigkeit der Testergebnisse ist zudem, wie der dafür benötigte Rachenabstrich gemacht wurde. Norbert Suttorp von der Berliner Charitè sagt zur Wirkung der Schnelltests: "Diesen Rachenabstrich durch die Nase muss einfach ein Profi machen, sonst ist der Test nicht verwertbar." Und je größer die Menge an zu testenden Menschen ist, desto größer ist auch die benötigte Anzahl an Fachpersonal, das die Tests durchführt. Kurzum: Der aussagefähige Massentest einer gesamten Bevölkerung ist eine sehr große Herausforderung.

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  • Covid-19Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie?

    Tests auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 gelten als Schlüssel zur Eindämmung der Pandemie. Seit dem Ausbruch in Deutschland sind die Testkapazitäten in Laboren erheblich ausgeweitet worden. Ende September kamen neue Antigentests auf dem Markt. Damit sollen Infektionen schneller und unkomplizierter erkannt werden. Was bringen sie?

    Anders als die üblicherweise durchgeführten Polymerase-Kettenreaktionstests (PCR-Tests) suchen Antigentests in Abstrich-Proben nicht nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person demnach infiziert ist oder nicht.

    In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche Antigentests entwickelt und erprobt - so etwa in der Berliner Charité. Die Ergebnisse sähen gut aus, sagte der Virologe Drosten kürzlich in seinem NDR-Podcast. Etwa am Eingangstor von Seniorenwohnheimen könnten sie "unglaublich viel Gutes" bewirken: Sie brächten die Möglichkeit mit sich, harte Besuchsverbote zu vermeiden.

    An einigen deutschen Kliniken kommen die Schnelltests bereits zum Einsatz. Zwar erkennen Antigentests eine Infektion insbesondere in den Anfangstagen und im späteren Verlauf deutlich weniger zuverlässig als die PCR-Methode, welche selbst kleinste Mengen des Erbguts korrekt anzeigen kann. Doch die Ergebnisse der aufwändigeren und teureren PCR-Tests sind im Normalfall erst frühestens nach einem Tag verfügbar. In der Praxis dauert es oft noch deutlich länger, bis Betroffene ihr Ergebnis erfahren.

    Testkapazitäten an Laboren deutlich gestiegen

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das RKI im Lagebericht Daten zu Testkapazitäten und Testungen in Deutschland. Diese liegen inzwischen regelmäßig bei mehr als einer Million pro Woche. Bis in die 27. Kalenderwoche (Anfang Juli) wurden weniger als 500.000 Tests pro Woche durchgeführt. Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Tests nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen ist - denn eine Person könne durchaus mehrfach getestet worden sein.

    Bald Quarantäne statt Test-Pflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

    Die Zahl der Tests war zuletzt auch deshalb angestiegen, weil sich aus dem Ausland zurückkehrende Urlauber bis zum 15. September kostenlos auf das Coronavirus testen lassen konnten. Seitdem müssen viele Reiserückkehrer den Corona-Test wieder selbst zahlen. Sie werden etwa in Einrichtungen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern sowie Arztpraxen durchgeführt.

    Weiterhin kostenlos sind Corona-Tests für Reisende aus Risikogebieten. Dafür müssen sie einen Nachweis für ihren Auslandsaufenthalt erbringen, etwa durch ein Flugticket oder eine Hotelrechnung. Auch die Kosten für eine Wiederholungs-Untersuchung wenige Tage später werden übernommen.

    Auch diese Regelung soll zum 15. Oktober abgeschafft werden. Stattdessen sollen sich die Urlauber unverzüglich nach ihrer Einreise für 14 Tage in Quarantäne begeben. Nach mindestens fünf Tagen sollen sie dann einen Corona-Test machen können, um bei einem negativen Ergebnis die Quarantäne-Pflicht aufzuheben.

    Die Risikogebiete können auf den Internet-Seiten des Robert Koch-Instituts eingesehen werden.

    Wer kann und soll sich außerdem testen lassen?

    Während zu Beginn der Pandemie lediglich Personen mit starken Symptomen und/oder Kontakt zu Infizierten getestet wurden, empfiehlt das RKI inzwischen auch Tests bei nur leichten Atemwegsbeschwerden wie zum Beispiel Husten.

    Nicht zuletzt sei es nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen "besonders wichtig", Corona-Infektionen schon bei schwachen Symptomen zu erkennen, betonte RKI-Vizepräsident Schaade in Berlin. Es werde dringend empfohlen, "dass jeder mit einem Atemwegsinfekt, ob Husten oder Fieber, auch getestet werden sollte".

    Wo sind aktuell Tests möglich?

    Für alle Verdachtsfälle gilt, dass man nicht unangemeldet in die nächste Arztpraxis gehen soll. Die Empfehlung lautet: Melden Sie sich telefonisch beim Hausarzt, der Hausärztin oder - wenn diese nicht zu erreichen sind - bei der bundesweiten Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 (Informationen des Bereitschaftsdienstes hier auch online). Auch das örtliche Gesundheitsamt sollte bei Bedarf zunächst telefonisch kontaktiert werden, das zuständige Gesundheitsamt findet man beim Robert Koch-Institut durch Eingabe der eigenen Postleitzahl.

    Ärztinnen und Ärzte führen den Test entweder selbst durch, oder sie überweisen an örtliche Test- und Abstrichzentren. Auch dort gilt in der Regel, dass man nicht unangemeldet vorbeikommen sollte. In Kreisen, die von einem lokalen Corona-Ausbruch betroffen waren und Testzentren eingerichtet wurden, war mitunter keine Voranmeldung erforderlich.

    Vielerorts sind auch sogenannte Drive-In-Tests möglich. Dabei wird der Abstrich durch das geöffnete Autofenster hindurch genommen. Wer sich testen lässt, muss im Auto sitzen bleiben, um so das Ansteckungsrisiko für andere so gering wie möglich zu halten.

    Wie läuft ein Test auf das Coronavirus ab?

    Für den Test wird in Deutschland üblicherweise ein Rachenabstrich verwendet. Das bedeutet, dass eine Pflegekraft mit einem speziellen Wattestäbchen etwas Sekret aus dem Hals entnimmt.

    Die reine Testzeit zur Auswertung der Probe beträgt nach Angaben des Robert Koch Instituts etwa vier bis fünf Stunden. In der Praxis vergehen derzeit in der Regel 24 bis 48 Stunden, bis der Patient oder die Patientin das Ergebnis erfährt, über das Wochenende kann sich das weiter verzögern.

    Solange das Ergebnis noch nicht vorliegt, sollte man davon ausgehen, dass man andere Menschen anstecken kann, und deshalb zuhause bleiben und Kontakte vermeiden.

    Das RKI weist darauf hin: Wenn man gesund ist, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet (diese kann bis zu 14 Tage betragen), sagt ein negativer Test auf das Coronavirus nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden kann.

    (Stand 28.09.2020)

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  • Covid-19So weit ist die Forschung an Impfstoffen gegen das Coronavirus

    Als hoffnungsvollstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gilt ein Impfstoff. Weltweit wird daran geforscht, auch von deutschen Firmen. Inzwischen gibt es erste Ergebnisse der wichtigen Phase-III-Studien.

    Normalerweise dauert es viele Jahre, bis ein Impfstoff gegen einen Krankheitserreger gefunden ist - und der Prozess kann in jeder Phase scheitern. Warum es normalerweise lange dauert, haben die Kollegen von "Forschung aktuell" hier erklärt.

    Viren-Erbgut war schnell bekannt

    Im Fall von Sars-CoV-2 hatten die Forschenden Glück: Die Sequenz des Viren-Erbguts, in diesem Fall einzelsträngige RNA, war schnell bekannt und die ersten Forschungsprojekte konnten bereits Anfang 2020 in Angriff genommen werden.

    Wie wird ein Impfstoff bis zur Zulassung getestet?

    Ein Impfstoffkandidat durchläuft bis zur Zulassung mehrere Phasen. In Phase I geht es noch nicht um die Wirksamkeit eines Präparats, sondern um dessen Sicherheit. Tests erfolgen an einer kleinen Gruppe von unter 100 Personen. In Phase II wird der Stoff an bis zu 1.000 Menschen meist in verschiedenen Dosierungen getestet und sichergestellt, dass der Körper einen Schutz gegen das Virus entwickelt. In Phase III wird der Stoff mehreren Tausend Freiwilligen verabreicht. Es geht unter anderem um die Bestätigung der Dosierung sowie um seltenere Wechsel- und Nebenwirkungen. Mehrere Studien sind bereits seit längerem in der dritten und letzten Phase vor der Zulassung.

    Wann wird es erste Impfstoffe geben?

    Mehr als 150 mögliche Impfstoffe waren anfangs in der Entwicklung, mindestens 42 werden laut WHO bereits an Menschen getestet. Rund ein Dutzend Impfstoffkandidaten gelten Stand Oktober als relativ weit in der Entwicklung und als vielversprechend.

    Erste Impfstoffe kurz vor der Zulassung

    Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer kommen nach eigener Darstellung der Zulassung eines Corona-Impfstoffs sehr nahe. Sie teilten mit, die seit Juli laufende entscheidende Phase-III-Studie sei vielversprechend. Der Wirkstoff zeige sich in 90 Prozent der Fälle als wirksam. Ein Impfschutz werde eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht. Biontech erklärte, man sei optimistisch, dass die immunisierende Wirkung einer Impfung mindestens ein Jahr lang anhalten werde. Pfizer zeigte sich zuversichtlich, noch in diesem Monat eine Zulassung in den USA im Rahmen des beschleunigten Dringlichkeitsverfahrens zu erhalten.

    Auch das Forschungsprojekt des US-Biotechkonzerns Moderna klingt vielversprechend. Laut einer Zwischenanalyse zeigt der entwickelte Impfstoff eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent beim Schutz vor Covid-19. Die Phase-III-Studie umfasste 30.000 Probanden. 95 Teilnehmer erkrankten, wobei auf die geimpften Personen 5 Fälle entfielen und auf die nicht geimpften 90 Fälle.

    Moderna will in den kommenden Wochen eine Zulassung des Wirkstoffs in den USA beantragen. Dies ist auch in anderen Ländern geplant. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema startete ein Verfahren, das eine rasche Zulassung zum Ziel hat. Die EU-Kommission verhandelt mit Moderna über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen.

    Wie steht es um die Impfstoffe aus Russland?

    Russland hat als erstes Land weltweit bereits im August einen Impfstoff zugelassen - ohne Tests an mehreren Zehntausend Menschen. In der Hauptstadt Moskau sollen in den nächsten Monaten Massenimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Die ersten größeren Lieferungen des Impfstoffes "Sputnik V" würden im November eintreffen, teilte Moskaus Bürgermeister Sjobanin mit. Nach Angaben des russischen Gesundheitsministeriums ist auch "Sputnik" in mehr als 90 Prozent der Fälle wirksam. Allerdings werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht: Da der Impfstoff vor Abschluss der dritten Prüfphase freigeben wurde, warfen viele Länder der russischen Regierung vor, die Gesundheit der Menschen aufs Spiel zu setzen und die allgemeine Akzeptanz des Impfens zu schmälern.

    Mitte Oktober teilte Russlands Präsident Putin mit, man habe einen zweiten Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Auch dieses Mal kam die Zulassung vor Abschluss der entscheidenden Studien.

    Wie sicher werden die Impfstoffe sein?

    Eine Antwort darauf wird es wohl erst geben, wenn ausreichend Forschungsergebnisse zu möglichen Impfstoffen vorliegen. Sowohl Bundesgesundheitsminister Spahn als auch Forschungsministerin Karliczek betonten, dass es bei der Entwicklung keine "riskanten Abkürzungen" geben werde. Absolute Priorität habe die Sicherheit. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte Karliczek.

    Auch die Zulassungsbehörden in Europa und den USA betonten mehrfach, dass auch bei beschleunigten Verfahren die Sicherheit der Präparate an oberster Stelle steht.

    Wie geht es nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs weiter?

    Sollte die Entwicklung eines Impfstoffs gelingen, warten zahlreiche Herausforderungen. Zunächst geht es um die massenhafte Produktion eines Vakzins. Die Hamburger Virologin Marylyn Addo sagte dazu im Deutschlandfunk, momentan stünden in der Welt nicht genug Herstellungskapazitäten zur Verfügung. Daher werde es in den kommenden Monaten zu einem Ressourcenkampf kommen. Auch der Chef der US-Firma Moderna, Stéphane Bancel, geht davon aus, dass es nicht nur anfangs, sondern etwa anderthalb Jahre lang Engpässe geben könnte. Im Spiegel sagte er, das Problem seien vor allem regulierte medizinische Rohmaterialien wie Zellkulturen, Enzyme oder Lipide. Wenn eine Komponente fehle, bringe das die gesamte Produktion zum Stillstand.

    Klar ist, dass gerade am Anfang ausgewählt werden muss, wer zuerst eine Impfung bekommt. Wenn in Deutschland ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht, sollen ihn zunächst Menschen aus Risikogruppen und Beschäftigte aus "Bereichen der Daseinsvorsorge“ erhalten. Das geht aus der Nationalen Impfstrategie der Bundesregierung hervor. Die Empfehlungen wurden vom Deutschen Ethikrat, der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina und von der Ständigen Impfkommission (StIKo) am Robert Koch-Institut erarbeitet. Zu den Risikogruppen zählen unter anderem ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Zu den Bereichen der Daseinsvorsorge gehören etwa die Polizei, Krankenhäuser und Schulen.

    Weltweit versucht die internationale Initiative "Covax" einen fairen Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu ermöglichen. Sie wird federführend von der WHO und den Impfallianzen "Gavi" und "Cepi" getragen. Sobald ein Impfstoff sich als effektiv und sicher herausgestellt hat, sollen bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen hergestellt werden und weltweit an Pflegekräfte und durch Alter oder Vorerkrankung besonders gefährdete Menschen verteilt werden.

    Die nächste Herausforderung ist die Logistik: Wenn in kurzer Zeit Millionen Menschen geimpft werden wollen, dürfte das die Hausarztpraxen überlasten. Deshalb, so berichten mehrere Medien, wird mit großen Impfzentren etwa in Messehallen geplant. Im Magazin "Der Spiegel" kündigte Spahn zudem an, dass derzeit mehrere Apps rund um Corona-Impfungen entwickelt werden. Mit einer soll das Terminmanagement geregelt werden, in einer weiteren sollen Nebenwirkungen gemeldet werden können. Bezahlt werden soll ein Impfstoff aus dem Bundeshaushalt - das Vorzeigen einer Krankenversicherungskarte entfällt laut Spahn dann.

    Beendet ein Impfstoff die Pandemie?

    Ein zugelassener Impfstoff gegen das Coronavirus wäre sicherlich eine gute Nachricht. Doch ein Ende der Pandemie wäre dadurch noch nicht gegeben. Zum einen, weil es eine gewisse Zeit dauert, bis genügend Menschen geimpft sind, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Dazu müssten sich in Deutschland nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums zudem 55 bis 65 Prozent der Bürgerinnen und Bürger freiwillig impfen lassen. Eine Impfpflicht wurde von Spahn mehrfach ausgeschlossen.

    Auch ist noch nicht klar, wie lange die Impfstoffe wirksam sein werden und was sie genau verhindern werden: lediglich schwere Verläufe oder auch zuverlässig die Verbreitung des Coronavirus.

    Einen Bericht zum "Rennen um die Zulassung der Corona-Impfstoffe" unserer "Hintergrund"-Redaktion finden Sie hier.

    (Stand 16.11.2020)

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    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • CoronavirusWie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19?

    Parallel zur Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus suchen Forschende weltweit nach Medikamenten, die bei der Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt werden können.

    Viele hofften auf Remdesivir, doch die WHO hält dieses und weitere Medikamente nur für bedingt wirksam im Kampf gegen Sars-CoV-2. Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) hat in mehr als 30 Ländern vier Medikamente an Tausenden Patienten getestet. Neben Remdesivir waren dies ein Mittel gegen Malaria (Chloroquin/Hydroxychloroquin), ein HIV-Medikament (Lopinavir/Ritonavir) und der Wirkstoff Interferon. In einer vorläufigen Auswertung, die noch nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen ist, kommt die WHO zu dem Schluss, diese Medikamente hätten nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf die Sterblichkeit oder die Länge des Krankenhausaufenthalts der Patienten gezeigt. Dies teilte die WHO am Freitag (16.10.2020) in Genf mit.

    Remdesivir

    Das antivirale Medikament Remdesivir, das ursprünglich für den Einsatz gegen Ebola entwickelt worden war, erhielt im Juli als erstes Mittel überhaupt in Europa eine Zulassung unter Auflagen zur spezifischen Behandlung von bestimmten Covid-19-Patienten. Es galt im Frühjahr als aussichtsreichste Therapiemöglichkeit und als Hoffnungsträger. Mehrere klinische Studien untersuchen die Wirksamkeit von Remdesivir im Einsatz gegen Sars-CoV-2. Es gibt Berichte über Nierenschäden, die möglicherweise mit dem Medikament in Verbindung stehen. Die Einschätzung der WHO zur geringen Wirksamkeit hat der Hersteller von Remdesivir, Gilead zurückgewiesen. Man sei besorgt darüber, dass die Daten der WHO-Studie nicht die übliche strenge Überprüfung erfahren hätten.
    Remdesivir war zusammen mit weiteren Medikamenten auch dem US-amerikanischen Präsidenten Trump zur Behandlung seiner Covid-19-Erkrankung verabreicht worden.

    Malaria-Mittel Chloroquin und Hydroxychloroquin

    Die Malaria-Medikamente Chloroquin und Hydroxychloroquin sind unter Experten umstritten. Sie hatten in den USA von der zuständigen Behörde FDA eine Notzulassung erhalten, die jedoch wenige Wochen später wieder zurückgezogen wurde. Einige klinische Studien waren zu dem Schluss gekommen, dass die Mittel nicht wirken oder sogar gefährlich sein können. Die Weltgesundheits-Organisation stoppte klinische Tests mit Hydroxychloroquin. Zuvor hatte die WHO ausdrücklich davor gewarnt, dieses und andere Medikamente zu empfehlen oder gar außerhalb von Studien selbst einzunehmen. Man sei besorgt über Berichte, dass Menschen eine Selbstmedikation mit Chloroquin vornehmen und sich dadurch ernsthafte Schäden zufügen könnten. Mit dieser Warnung reagiert die WHO unter anderem auf die Erklärung von US-Präsident Trump, er nehme das Mittel "zur Vorbeugung" selbst ein.

    HIV-Kombinationspräparat Lopinavir/Ritonavir

    Bereits im Juli war die WHO zu der Einschätzung gelangt, dass dieses Mittel im Kampf gegen Sars-CoV-2 nur eine geringe oder gar keine Wirkung zeige.

    Antikörper-Therapie

    Die Behandlung mit sogenanntem Rekonvaleszenten-Plasma erscheint vielen aussichtsreich. Dabei werden die Antikörper, die das Immunsystem Erkrankter gebildet hat, nach ihrer Genesung aus ihrem Blut gewonnen. Werden diese Antikörper dann akut Erkrankten verabreicht, könnte dies, so die Hoffnung, die Schwere der Erkrankung abmildern. Die US-Regierung erteilte Ende August eine Notfallgenehmigung für die Behandlung von Covid-19 mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. Zu dem Verfahren laufen weltweit Studien, auch in Deutschland.

    Bislang gibt es aber keinen überzeugenden Nachweis, ob und wie sehr Plasma Covid-Patienten tatsächlich hilft. US-Präsident Trump wurde nach seiner Infektion mit Sars-CoV-2 unter anderem mit einer Antikörper-Therapie behandelt. In Tests an Goldhamstern und Affen hatte die Antikörper-Therapie die Viruslast gesenkt und die Krankheitssymptome vermindert. Enthalten in der Infusion, die Trump bekommen hat, sind zwei verschiedene Antikörper. Wie die Fachzeitschrift Science erklärt, handelt es sich dabei um Klone von Antikörpern, die als natürliche Reaktion auf das Coronavirus gebildet wurden. In einem Fall stammten sie von einem Menschen, in dem anderen Fall von einer Maus. Beide Antikörper sollen - vereinfacht gesagt - verhindern, dass Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andocken kann.

    Kortison-Präparat Dexamethason

    Im Juni waren britische Forschende zu dem Ergebnis gekommen, dass das preiswerte Kortison-Präparat Dexamethason die Sterblichkeit bei COVID-19 verringert. Die Weltgesundheits-Organisation feierte dies als Durchbruch bei der Behandlung der Krankheit. Dexamethosan ist eine künstliche, viel wirksamere Variante des menschlichen Hormons Kortison. Seit Jahren wird es bereits gegen Rheuma und Allergien eingesetzt. Weil der Patentschutz abgelaufen ist, gehört es zu den preiswerten Medikamenten gegen Covid-19. Ein weiterer Vorteil: Die Nebenwirkungen sind bekannt. Dexamethason wird vor allen Dingen bei sehr schweren Verläufen eingesetzt. Mehr zur Wirkungsweise von Dexamethosan lesen Sie hier: "Dexamethason rettet bei schwerem Verlauf Leben". Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte war Mitte September zu dem Schluss gekommen, "dass Dexamethason als Behandlungsoption für Patienten in Betracht gezogen werden kann, die eine Sauerstofftherapie benötigen". US-Präsident Trump wurde auch mit Dexamethason behandelt.

    Mammutaufgabe Massenproduktion

    Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es am Ende wohl mehrere Medikamente sein werden, die in Kombination gegen Covid-19 helfen. Das zeige die gesamte Geschichte der ansteckenden Krankheiten, heißt es in einem Übersichtsartikel der Fachzeitschrift Nature. Die nächste Herausforderung werde dann darin bestehen, die Produktionskapazitäten so zu erhöhen, dass man möglichst bald Hunderte Millionen Einzeldosen verfügbar habe - und zugleich politische Verteilungskämpfe vermeide.

    (Stand: 16.10.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
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  • Covid-19Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält

    Kann ich mich mit dem Coronavirus infizieren, wenn ich im Supermarkt einen Einkaufswagen oder die Türklinke im Büro anfasse? Diese Fragen stellen sich seit Ausbruch der Pandemie viele Menschen. Endgültige Antworten gibt es noch nicht. Die Bedeutung sogenannter Schmierinfektionen wurde von Experten bislang geringer als bisher vermutet eingestuft. Einer neuen Studie zufolge kann das Virus auf glatten Oberflächen wie Handydisplays oder Bankautomaten jedoch bis zu 28 Tage überleben.

    Überlebensdauer abhängig von Temperatur

    Die Untersuchung wurde von der australischen Wissenschaftsbehörde "Csiro" durchgeführt und im Fachblatt "Virology Journal" vorgestellt. Demnach ist das Virus damit bei Raumtemperatur um 20 Grad deutlich robuster als bislang angenommen; bei 30 Grad betrug die Überlebensdauer nur noch sieben Tage, bei 40 Grad lediglich 24 Stunden. Auf porösen Oberflächen sei die Überlebensdauer des Virus generell niedriger. Bei früheren Studien habe das Virus nur bis zu drei Tage lang auf Kunststoff- und Edelstahloberflächen nachgewiesen werden können, heißt es in dem Bericht. Die Experimente der Studie wurden allerdings im Dunkeln durchgeführt. Sonnenlicht könne das Virus schnell abtöten, schreiben die Forscher.

    Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung gibt es bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen wurde, dass das Coronavirus über kontaminierte Oberflächen auf Menschen übertragen wurde.
    Unter Laborbedingungen wurde nachgewiesen, dass SARS-CoV-2-Viren auf Flächen einige Zeit infektiös bleiben können, schreibt das Robert Koch-Institut. Die wohl am häufigsten zitierte Studie zum Thema wurde von Experten des US-Gesundheitsinstituts NIH und der Seuchenschutzbehörde CSC erstellt. Danach ergeben sich auf verschiedenen Oberflächen folgende Überlebenszeiten für das Virus:

    Kunststoff: 72 Stunden
    Edelstahl: 48 Stunden
    Papier, Karton: 24 Stunden
    Kupfer: 4 Stunden
    Aerosole (als Partikel in der Luft): bis zu drei Stunden.

    Allerdings verweist das Bundesinstitut für Risikobewertung auf die relativ geringe Stabilität von Coronaviren in der Umwelt.

    Virologe Schmidt-Chanasit: "sehr viel dazugelernt"

    Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit verweist im Deutschlandfunk auf Erkenntnisse der vergangenen Monate. Mittlerweile wisse man sehr viel besser als noch im März oder April, wie sich das Virus verbreite, "dass auch Aerosole, insbesondere in geschlossenen Räumen, eine Rolle spielen, dass Schmierinfektionen keine Rolle spielen."

    Erkenntnisse der "Heinsberg-Studie"

    Der Virologe Hendrick Streeck sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass Oberflächen bei der Übertragung offenbar nur eine untergeordnete Rolle spielten. Dies habe die "Heinsberg-Studie" ergeben, die zusammen mit Hygienikern der Uniklinik Bonn erarbeitet wurden. Bei Abstrichen von Oberflächen aus Quarantäne-Haushalten im Ort Gangelt, in dem sich das Coronavirus im Frühjahr ausgebreitet hatte, fand sich der Erreger demnach nur in vier von 119 Proben. Streeck betonte allerdings, die Aussagekraft werde dadurch eingeschränkt, dass Menschen in Quarantäne häufig viel putzten. Deshalb seien die Ergebnisse möglicherweise nicht repräsentativ.

    Die Forschenden raten eindringlich, sich regelmäßig die Hände zu waschen, in die Armbeuge zu husten und nicht das Gesicht zu berühren.

    Eher Hände waschen als desinfizieren?

    Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hält das Waschen der Hände allerdings im Vergleich zum Desinfizieren eher für nachteilig. Denn häufiges Händewaschen entferne nicht nur Schmutz und Viren, sondern auch wichtige Bestandteile, die die Haut schützen, erklärte der Direktor der Klinik für Hautkrankheiten in Jena, Peter Elsner, in der Deutschlandfunk-Sendung „Umwelt und Verbraucher“ (Audio-Link). Wenn das zu häufig passiere, könnten Hautkrankheiten, insbesondere Handekzeme, die Folge sein. Grundsätzlich gilt, dass eine zusätzliche Pflege hilft, die Haut zu schützen.

    (Stand: 12.10.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
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    Ansteckung und Übertragung

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  • Covid-19Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests?

    Sind Infektionszahlen der richtige Gradmesser für das Corona-Geschehen? Und wie genau sind die Messverfahren zum Nachweis des Virus? Über diese Fragestellung wird kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt geht es auch darum, ob die Corona-Auflagen verhältnismäßig sind. Ein kleines Dossier mit den wichtigsten Begriffen.

    Im Wesentlichen spielen in der Corona-Pandemie drei Testverfahren eine Rolle, wobei der sogenannte PCR-Test bisher der wichtigste ist. In dem Verfahren werden Erbinformationen des SARS-CoV-2 nachgewiesen. Dieser Test gilt als sehr sensitiv, also empfindlich. Er wird von spezialisierten Laboren durchgeführt. Anders verhält es sich mit dem Antigentest: Er weist nicht das Erbgut des Virus nach, sondern Eiweiße. Diese Methode gilt als nicht ganz so empfindlich. Beim Antikörpertest wird lediglich eine Reaktion des Körpers nachgewiesen. Also die Frage beantwortet: War eine Person bereits infiziert?

    Virologen und auch Gesundheitspolitiker forderten in den vergangenen Wochen, neben den teuren und aufwändigen PCR-Tests auch Schnelltests zuzulassen, vielleicht sogar aus der Apotheke. Die Gründe dafür liegen bei steigendem Testaufkommen auf der Hand. Dennoch wird das PCR-Verfahren nach wie vor als "Goldstandard" bezeichnet.

    Wie aussagekräftig ist der PCR-Test?

    Das Verfahren beantwortet die Frage, ob jemand infiziert ist, sehr zuverlässig: Laut Robert Koch-Institut gibt es nur wenige falsch positive Befunde. In den Labors werden mit einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (englisch: polymerase chain reaction, PCR) Spuren des Erbguts gezüchtet. In jeder Runde wird der Anteil verdoppelt. Vorteil: Kleinste Spuren werden aufgespürt. Nachteil: Der Betroffene ist vielleicht positiv getestet, aber nicht mehr ansteckend. Unter Umständen können PCR-Tests auch Wochen nach überstandener Infektion noch positiv ausfallen, wenn viel totes Virus-Material im Körper vorhanden ist. Wird dagegen in einem frühen Stadium getestet, kann die getestete Person auch erst nach der Testung nachweislich infektiös werden.

    Ein positiver Test stellt eine Infektion im Sinne des Infektionsschutzgesetzes fest. Demnach gilt als Infektion "die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus". Krankheitserreger sind unter anderem Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten, die bei Menschen "eine Infektion oder übertragbare Krankheit verursachen" können.

    Sind alle Menschen mit positivem PCR-Ergebnis ansteckend?

    Wie oben bereits angedeutet: Nein. PCR-Tests weisen nicht nach, ob ein Mensch zum Zeitpunkt des Abstriches infektiös ist oder nicht. Labordaten legen nahe, dass Infizierte zwei Tage vor Symptombeginn und zu Beginn der Krankheit am ansteckendsten sind, wie es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt. Allerdings kann das Sars-CoV-2-Virus auch bei einem asymptomatischem Infektionsverlauf übertragen werden.

    Sind die PCR-Tests zu empfindlich?

    Das hängt davon ab, wie lange der Test läuft. Es gibt eine Kennziffer, die das Verfahren beschreibt: der sogenannte CT-Wert. Er besagt, wie viele Runden ein Test durchlaufen muss, um ein positives Ergebnis zu zeigen. Läuft der Test sehr lange, werden auch noch winzige Virusmengen nachgewiesen. Bei einem CT-Wert von über 30 sprechen Virologen von einer geringen Konzentration. Womöglich können sich die Viren dann nicht mehr vermehren. Problem: Nicht jeder Abstrich ist gleich gut. Ist viel Virusmaterial in der Probe, schlägt der Test früher an.

    Erfahren die Gesundheitsämter den CT-Wert?

    Laut einer Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung erfahren nur wenige Gesundheitsämter davon (Stand Oktober 2020). Allerdings gebe es regionale Unterschiede. Viele Behörden vor Ort wissen also nicht, ob lange oder kurz getestet wurde, und ob damit womöglich die Isolation verkürzt werden könnte. Problem: Es gibt keine Standards, ab welchem CT-Wert die Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus gelockert werden darf.

    Mehr Tests = mehr Infektionen?

    Die absolute Zahl der Tests sagt wenig über die Entwicklung des Infektionsgeschehen aus. Zwar gibt es jetzt mehr Tests und mehr Kapazitäten. Entscheidend ist aber die sogenannte Positivrate, die das Robert Koch-Institut einmal pro Woche veröffentlicht. Der Wert beschreibt das Verhältnis der positiven Ergebnisse zur Gesamtheit der Tests. Zu Beginn der Pandemie (13. Kalenderwoche 2020) lag der Wert bei 8,7 - im Herbst ( 41. KW 2020) bei nur noch 2,48. Anschließend stieg der Wert in Deutschland wieder - Mitte November (46. KW) kamen mit 9,2 Prozent anteilig so viele positive Testergebnisse wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

    PCR-Tests sind Wissenschaftlern zufolge zu etwa 98 Prozent zuverlässig. Testen die Labore zwei bis drei Mal, kann die Fehlerquote auf 0,01 Prozent gesenkt werden. Das RKI macht keine genauen Angaben zur Fehlerquote der PCR-Test. Von dort heißt es schlicht: Wenn die Tests korrekt durchgeführt und deren Ergebnisse fachkundig beurteilt würden, gehe man "von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht".

    Grundsätzlich gilt: Je wahrscheinlicher es ist, dass sich eine Person infiziert hat, desto höher ist auch die Aussagekraft eines positiven Tests - und umgekehrt. Experten nennen das Vortestwahrscheinlichkeit. "Das Ergebnis einer Labortestung ist immer eine Diagnose, nie ein rohes Testergebnis", hatte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité dazu erklärt.

    Detailliertere Informationen rund um die Frage der Tests finden Sie hier.

    Stand: 18.11.2020 (Mit Material von dpa)

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  • Covid-19Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß

    Zuletzt wurde mehrfach über einzelne Personen berichtet, die sich zum zweiten Mal mit dem neuen Coronavirus infiziert haben. Was sagt das über Immunität und die Impfstoffsuche aus?

    Was ist über Reinfektionen mit dem Coronavirus bekannt?

    Seit das neue Coronavirus in der Welt kursiert, wird darüber gerätselt, ob und wann jemand nach einer Coronainfektion erneut an Covid-19 erkranken kann - eine wichtige Frage auch mit Blick auf die Anforderungen an Impfstoffe. Schon im Frühjahr wurden einige Fälle bekannt, bei denen das Coronavirus nach einem negativen Test einige Wochen später erneut nachgewiesen werden konnte. Forschende gehen in diesen Fällen von verschiedenen Szenarien aus: Das Virus könnte im Körper geblieben und die Erkrankung später neu aufgeflammt sein - oder aber die Tests waren irreführend, da totes Virenmaterial nachgewiesen worden sein könnte.

    Nun gab es Meldungen von einigen Patienten - etwa in Belgien, den Niederlanden, den USA, Ecuador und Hongkong -, die sich Wochen bis Monate nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 erneut mit dem Virus angesteckt haben. Dabei handelt es sich recht sicher um Reinfektionen: Denn wie etwa die Virologin und Beraterin der niederländischen Regierung, Marion Koopmans, mitteilte, unterscheidet sich bei der niederländischen Patientin der genetische Code - eine Art Fingerabdruck des Virus - bei der zweiten Infektion deutlich von der ersten. Das spreche gegen ein Wiederaufflammen der ersten Infektion, sagte sie im niederländischen Radio.

    Genetischer Fingerabdruck verändert sich

    Auch bei der neu erkrankten Patientin aus Belgien wurde ein anderer genetischer Fingerabdruck gefunden. Sie war drei Monate nach der ersten Infektion erneut erkrankt. Kurz zuvor berichtete die University of Hong Kong über einen Mann, der sich nach viereinhalb Monaten erneut infiziert hatte - auch bei ihm wurden andere Virussequenzen gefunden als bei der Erstinfektion. Ebenso war es bei einem Mann im US-Bundesstaat Nevada und einem Ecuadorianer, wie Forschende aus beiden Ländern mitteilten.

    Wie verläuft eine Reinfektion?

    Dazu gibt es bisher keine Forschungsergebnisse, da erst diese drei Fälle von Reinfektionen sicher dokumentiert sind. Im Fall des Mannes aus Hongkong ist bekannt, dass er nach Angaben der Universität bei der zweiten Infektion keine Symptome gezeigt hat. Im Fall der Patientin in Belgien spricht der Virologe Marc Van Ranst von milden Symptomen. In den Niederlanden geht es um einen älteren Patienten mit einem schwachen Immunsystem, Einzelheiten zu seinem Krankheitsverlauf sind nicht bekannt. Es könne sein, dass der Verlauf bei einer zweiten Infektion zumindest leichter ist - oder dass man nicht mehr ansteckend ist, vermutet etwa Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

    Dagegen sprechen derzeit die Einzelfälle aus den USA und Ecuador. Der 25-Jährige US-Amerikaner war zunächst Mitte April nach milderen Erkältungssymptomen und Durchfall positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Ende Mai wurde er dann erneut positiv getestet - dieses Mal mit Fieber, Kopfweh und Husten, auch musste er zeitweise beatmet werden. Der Mann aus Ecuador hatte bei seiner ersten Infektion im Mai nur milde Symptome, im August zeigte die Erkrankung einen mittelschweren Verlauf.

    Wie lange ist man nach einer Coronainfektion immun?

    Diese Frage ist nach wie vor weitgehend ungeklärt. Die Dlf- Sendung "Forschung aktuell" berichtet von neuen Untersuchungen der Harvard Medical School und der Universität Toronto, die Antikörper gegen des Coronavirus in den Mittelpunkt stellen. Für die Studien wurden mehr als 300 Infizierte untersucht. Das Ergebnis: Antikörper waren bei den meisten der Infizierten im Blut und auch im Speichel nachweisbar. Die größte Menge an Antikörpern fanden die Forscher bei den untersuchten Patienten zwei bis vier Wochen nach der Infektion. Danach sinkt die Antikörpermenge ab.

    Nach drei Monaten waren bei fast allen Infizierten weiterhin Antikörper vorhanden, bei einigen auch noch nach sechs Monaten, wenn auch in geringerer Konzentration.
    Eine Antwort auf die Frage, ob und wie lange der Immunschutz bestehen bleibt, ist daraus allerdings schwer abzuleiten. Denn neben den Antikörpern spielen noch weitere Faktoren wie die generelle Stärke des Immunsystems, die von Mensch zu Mensche variiert, eine wichtige Rolle beim Schutz vor dem Erreger. Möglich ist nach wie vor auch, dass sich die Dauer der Immunität von Mensch zu Mensch unterscheidet, wie es vom Robert Koch-Institut heißt.

    Keine Antikörper bei nachweislich Infizierten

    Erschwert wird die Antwort nach dem natürlichen Immunschutz auch durch die Tatsache, dass bei einigen nachweislich Infizierten gar keine Antikörper gefunden werden, wie eine Studie des Universitätsklinikums Jena zeigt. Im ehemaligen Corona-Quarantäneort Neustadt am Rennsteig ließen sich demnach bei rund der Hälfte der Infizierten keine Antikörper gegen den Erreger nachweisen. Auch eine Studie des Lübecker Gesundheitsamts war zu dem Schluss gekommen, dass nur 70 Prozent der Infizierten Antikörper gebildet hatten, 30 Prozent hingegen nicht.

    Welche Rolle spielen T-Helferzellen bei der Abwehr?

    Aber nicht nur Antikörper bekämpfen eine Infektion. Eine wichtige Rolle spielen auch sogenannte T-Helferzellen, die sich über Jahre hinweg merken können, welche Erreger der Körper erfolgreich bekämpft hat. Tests auf diese Immunzellen sind allerdings deutlich aufwendiger als Antikörpertests, wie Gerard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung im Deutschlandfunk sagte.

    Forscher des Karolinska Instituts in Stockholm haben in einer kleinen Studie die Blutproben von 2.000 Menschen in der schwedischen Hauptstadt auch nach Hinweisen auf eine T-Zell Immunität gegen Sars-Cov-2 getestet. Dabei haben sie gesehen, dass manche Personen zwar keine Antikörper hatten, aber dennoch eine T-Zell-Immunität aufwiesen - vor allem Menschen, die nur sehr milde oder kaum nachweisbare Symptome gezeigt hatten. Der tatsächliche Prozentsatz an Personen, die bereits eine Coronainfektion durchgemacht haben und wohl vorerst immun sind, könnte also höher liegen, als Antikörper-Studien nahelegen. Das wurde bei entsprechenden Studien zuletzt auch kommuniziert.

    Was bedeutet das für die Impfstoffentwicklung?

    Wenn bei Impfstudien von einer Immunreaktion die Rede ist, bezieht sich das laut unserer Forschungsredaktion auf die Antikörperproduktion. Unklar ist, ab welcher Menge eine Immunität erreicht ist und wie lange diese anhält. Zudem ist bisher nur bei dem Impfstoffkandidaten der Universität Oxford klar, dass durch die Impfung auch passende T-Gedächtniszellen gebildet werden - das wäre aber für eine langfristige Immunität durchaus relevant. Informationen zum Stand der Impfstoffforschung hat die DLF-Redaktion Forschung Aktuell hier zusammengestellt.

    Was bringt eine Plasmabehandlung mit Antikörpern?

    In den USA wurde nun die Behandlung von Covid-19-Erkankten mit Plasma von bereits genesenen Patienten per Notfallgenehmigung erlaubt. In dem Blutplasma finden sich Antikörper, die Erkrankten helfen sollen - ein Verfahren, dass schon seit über einem Jahrhundert praktiziert wird. Bisher gibt es in Bezug auf Covid-19 Hinweise, dass schwer kranke Patienten durch die Gabe von Plasma mit Antikörpern etwas häufiger überleben als ohne. Eindeutig sind die Ergebnisse nicht, denn die Patienten bekamen neben dem Plasma meist auch andere Medikamente. Auch eine offizielle Zulassung der Behandlung steht in den USA deshalb noch aus. Kritiker werfen US-Präsident Trump vor, die Notfallgenehmigung vor allem wegen des Präsidentschaftswahlkampfes auf den Weg gebracht zu haben.

    Weitere Informationen zur Immunität gegen das neue Coronavirus hat DLF-Wissenschaftskorrespondent Volkart Wildermuth hier zusammengestellt.

    (Stand: 10.10.2020)

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  • Covid-19Was der Anstieg der Corona-Infektionen für die Krankenhäuser bedeutet

    Die Corona-Infektionen steigen rapide an - in den Nachbarländern und in Deutschland selbst. Experten erklären, einem Anstieg der Infektionen folge mit einem zeitlichen Abstand von etwa 14 Tagen ein Anstieg schwerer Covid-19-Erkrankungen. Wie sieht es derzeit in den Krankenhäusern aus?

    "Die Zeit drängt" - mit diesen Worten haben Klinikärzte in Deutschland die Bundesländer mit vielen Corona-Fällen aufgefordert, nicht notwendige Operationen zu stoppen. In einer Erklärung der Ärzteorganisation Marburger Bund und der intensivmedizinischen Fachgesellschaften heißt es, dass Krankenhäuser aus Umsatzgründen ihre Kapazitäten nicht auf Covid-19-Patienten konzentrierten. Ändere sich dies nicht, dann werde die Belastungsgrenze insbesondere auf vielen Intensivstationen schon bald überschritten.

    Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen steigt

    Seit Wochen steigen in Deutschland die Zahlen der Covid-19-Erkrankten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das DIVI-Intensivregister gibt Auskunft über die Belegung der Intensivstationen. Grundlage der Zahlen sind Meldungen der Krankenhäuser. Derzeit werden im Register etwa 28.400 Intensivbetten gemeldet, von denen derzeit knapp 6.600 frei sind.

    Unklar ist, ob alle freien Betten im Ernstfall genutzt werden können. Mediziner und Pflegeverbände haben mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht genug Personal für die Intensivstationen zur Verfügung steht. Das war auch bereits vor der Corona-Pandemie der Fall. Pflegepersonal auf Intensivstationen hat eine spezielle Ausbildung und kann nicht einfach durch andere Pflegekräfte ersetzt werden. Auf Intensivstationen liegen mehr als 3.300 Menschen, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen müssen fast 1.900 invasiv beatmet werden. (Stand 14.11.)
    Dem Lagebericht des RKI zufolge sind bisher etwa zwölf Prozent der auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten gestorben. (Stand 13.11.)

    Das DIVI-Intensivregister zeigt auch in übersichtlichen Kartendarstellungen bis auf Kreisebene den Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. In Zeitreihen lässt sich zudem die Entwicklung der letzten Monate nachvollziehen. Grafiken zeigen steil ansteigende Kurven, die nun teilweise höher liegen als im Frühjahr.

    Krankes Pflegepersonal erschwert die Lage

    Was den Krankenhäusern nach eigenen Angaben große Probleme macht, ist der Personalmangel, der dadurch erschwert werde, dass sich auch viele Mitarbeiter im privaten Umfeld infizierten und dann für die Arbeit ausfielen. Ulrich Frei, Vorstandsmitglied der Berliner Charité, sagte, man versuche mit allen Mitteln, ausreichendes Pflegepersonal zu rekrutieren. Auch die Brandenburger Kliniken leiden nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft unter Personalausfällen durch Covid-Infektionen und Quarantänen. Die im November üblichen grippalen Infekte kämen obendrauf.

    Wie angespannt die Lage ist, zeigt auch eine Aussage von Bundesgesundheitsminister Spahn beim Deutschen Pflegetag, wonach infizierte oder sich in Quarantäne befindliche Pflegekräfte in Krankenhäuser notfalls weiterarbeiten sollten, damit der Betrieb aufrechterhalten werden könne. Ein Einsatz von Corona-infizierten Pflegekräften solle jedoch die Ausnahme bleiben und könne nur unter hohen Sicherheitsvorkehrungen mit FFP2- oder FFP3-Masken geschehen. Solche Fälle basierten auf einer entsprechenden, bereits seit Monaten bestehenden Empfehlung des Robert Koch-Instituts, sagte der Minister.

    Insolvenzen von Krankenhäusern drohen

    Die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser in Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten einer Studie zufolge weiter verschärft. Die "Rheinische Post" zitiert aus Untersuchungsergebnissen des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen. Demnach waren schon im Jahr 2018 13 Prozent der Kliniken von der Insolvenz bedroht. Spätestens ab dem Jahr 2022 könnten noch weitere folgen. Denn die Finanzhilfen des Bundes zur Bewältigung wirtschaftlicher Einbußen in Folge der Corona-Pandemie hätten vielen Häusern nur eine vorübergehende Atempause verschafft.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
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    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
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    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • BildungKinder und das Coronavirus – wie es um die Gefahr der Ansteckung und Verbreitung steht

    Angesichts der deutschlandweit steigenden Corona-Infektionszahlen und hunderttausenden Schülerinnen und Schülern in Quarantäne wird erneut die Frage laut, welche Rolle Kinder und Jugendliche bei der Übertragung des Coronavirus spielen.

    In den vergangenen Wochen ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen auch bei Kindern deutlich gestiegen. Dies meldet der "Spiegel" unter Berufung auf das Robert Koch-Institut. Demnach wurden in der ersten Novemberwoche mehr als 10.400 Infektionen bei Kindern unter 14 Jahren gemeldet. Anfang September sind es demnach noch weniger als 1.000 gemeldete Infektionen in der gleichen Gruppe gewesen.
     
    Laut RKI wurde die Infektiosität im Kindesalter bisher selten untersucht und kann daher nicht abschließend bewertet werden. Die Ansteckungsrate durch Kinder war dem RKI zufolge in Studien ähnlich hoch wie bei Erwachsenen. Studien zur Viruslast bei Kindern zeigen demnach keinen wesentlichen Unterschied zu Erwachsenen. Kinder waren laut RKI aber weniger empfänglich für eine Ansteckung mit dem Virus als Erwachsene, wobei Kleinkinder sich in noch geringerem Maße infizierten als Schulkinder.

    Kinder in Bayern: hohe Dunkelziffer

     
    Eine der bisher größten Studien zu Infektionen von Kindern wurde Ende Oktober veröffentlicht. Sie besagt, dass sechs Mal mehr Kinder und Jugendliche infiziert sein könnten als gedacht. Die Forschenden haben 12.000 Blutproben auf Antikörper untersucht, die zwischen April und Juli von Kindern und Jugendlichen in Bayern genommen worden waren. Ursprünglich sollte das Blut auf Diabetes untersucht werden - zusätzlich haben die Forschenden aber auch nach Corona-Antikörpern gesucht. Für ein möglichst genaues und sicheres Ergebnis wurde dazu nach zwei verschiedenen Antikörpern gesucht. Heraus kam: In 0,87 Prozent der Proben wurden beide Antikörper gefunden. Die Hälfte dieser Infizierten hatte keine Covid-Symptome. Laut den Forschenden wäre es sinnvoll, mehr Kinder zu testen, die keine Symptome aufweisen. Viele infizierte Kinder hatten auch mindestens einen infizierten Familienangehörigen.

    Eine österreichische Studie, die an 243 Schulen im ganzen Land an Menschen ohne Symptomen durchgeführt wurde, kommt zum Ergebnis, dass es keine Unterschiede zwischen Schulformen oder zwischen Schulkindern und Lehrkräften gibt, was die Ansteckungshäufigkeit betrifft. Etwas anderes gilt für Schulen mit hoher Benachteiligung. Dort war die Wahrscheinlichkeit um mehr als 3,5 Mal höher, eine infizierte Person ohne Symptome zu finden.

    Indien: Kleinkinder infizieren andere Kleinkinder

     
    Eine Studie aus Indien lässt vermuten, dass die Ansteckung bei Kindern vor allem in der gleichen Altersgruppe stattfindet. Für die Untersuchung wurden Infektionsketten analysiert und die Daten von rund 575.000 Menschen ausgewertet, die mit Corona-Infizierten Kontakt hatten. Fast jedes vierte Kind zwischen einem und vier Jahren steckte sich an, wenn es Kontakt zu einem anderen infizierten Kleinkind hatte. Bei den 5- bis 17-Jährigen war es immerhin noch jedes Fünfte. An Erwachsene gaben sie das Virus dagegen deutlich seltener weiter. Kinder sind laut den Forschenden sehr effiziente Überträger. Entsprechend sei es auch eine sinnvolle Pandemie-Maßnahme, die Schulen und Kindergärten zu schließen.

    Lehrergewerkschaft fordert Wechselunterricht

     
    Eine Tübinger Studie aus dem Juni hatte besagt, dass Kinder keine Infektionstreiber seien. Baden-Württemberg hatte die Studie zur Grundlage für Schulöffnungen genommen. Unter anderem die Lehrergewerkschaft GEW übt nun an der Art und Weise, die der Schulbetrieb aktuell durchgeführt wird, Kritik. Sie fordert – wie die Bundesregierung - Wechselunterricht, der für Schülerinnen und Schüler ab Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 5) gut umzusetzen sei.
     
    Der Berliner Virologe Drosten war in einer Studie zu der Infektiosität von Kindern bereits im April zum Ergebnis gekommen, dass Kinder genauso ansteckend sein könnten wie Erwachsene. Kinder hatten demnach genauso viele Viren im Rachen. Drosten schloss aus seinen Ergebnissen, dass die Öffnung von Schulen und Kitas vorsichtig angegangen werden sollte - und war dafür zum Teil in die Kritik geraten.

    Der Kinder-Infektiologe Johannes Hübner sprach sich im Deutschlandfunk klar gegen erneute Schulschließungen aus. Er sagte, auch weiterhin seien Schulen und Kitas keine Treiber der Infektionen. Natürlich schwappten aber die höheren Infektionszahlen in der Bevölkerung auch in die Schulen über. Wenn es dann einzelne Fälle gebe, sollte nicht gleich die ganze Schule geschlossen werden, sondern die betroffene Klasse in Quarantäne geschickt werden. So habe es bisher ganz gut funktioniert, meinte Hübner.

    (Stand: 17.11.2020, 19 Uhr)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen

    Je länger die Forschung das Coronavirus beobachtet, desto klarer werden auch die Wege, auf denen es sich ausbreitet. Immer mehr rücken dabei die sogenannten Aerosol-Partikel in den Fokus - also mikroskopisch kleine Schwebeteilchen, die durch die Atemluft verbreitet werden.

    Was sind Aerosole?

    Aerosole sind feste oder flüssige Partikel, die so klein sind, dass sie kaum noch der Schwerkraft unterliegen. Diese kleinsten Teilchen sinken, anders als die beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen, nicht schnell zu Boden, sondern schweben deutlich länger in der Luft - teilweise Minuten oder sogar Stunden. Also kann jemand, der nach einem Infizierten einen nicht gelüfteten Raum betritt, sich anstecken. Außerdem können Tröpfchen nicht so stark eingeatmet werden wie Aerosole. Meistens bleiben sie eher in den oberen Atemwegen, während Aerosole tief in die Lunge eindringen können.

    Bei einigen Krankheiten ist bekannt, dass sie zum Teil auf diesem Weg übertragen werden, zum Beispiel Tuberkulose. Ein direkter Kontakt zu einem Infizierten ist also nicht notwendig, um sich anzustecken.

    Welche Erkenntnisse gibt es dabei in Bezug auf das Coronavirus?

    Zunächst spielte eine mögliche Infektion durch Aerosole kaum eine Rolle in der Betrachtung. Allerdings haben Mediziner weltweit Corona-Ausbrüche genauer analysiert. Und nach und nach stellten sie fest, dass es für zahlreiche Ausbruchsgeschehen kaum eine andere Erklärung geben konnte als eine Infektion über Aerosole.

    Davon kann man allerdings erst sprechen, wenn Personen sehr weit voneinander entfernt waren und sich trotzdem infiziert haben. Ersten Hinweisen darauf gingen chinesische Forscher nach, die Infektionsketten in einem Restaurant in Wuhan nachgingen - der Stadt, in der das Virus zum ersten Mal auffällig wurde. Dort waren Gäste am Coronavirus erkrankt, die an verschiedenen, weit voneinander entfernten Tischen gesessen und auch sonst keine gemeinsamen Wege oder Begegnungen hatten.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation sieht inzwischen Aerosole als wichtigen Übertragungsweg des Virus an. Das hat zumindest mittelfristig Auswirkungen auf die Empfehlungen zum Gesundheitsschutz.

    Aufenthalt in schlecht belüfteten Räumen erhöht Risiko

    Das Robert Koch-Institut bezeichnet die "respiratorische Aufnahme von virushaltigen Flüssigkeitspartikeln" als Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Dabei kann es sich um größere Partikel, also um sogenannte Tröpfchen handeln, die zum Beispiel beim Husten oder beim Niesen entstehen; oder um kleinere Partikel, also Aerosole. Sie entstehen schon beim Atmen und beim Sprechen, insbesondere aber beim Schreien und Singen.

    Laut RKI kann der längere Aufenthalt in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung durch Aerosole auch über eine Distanz von zwei Metern hinaus erhöhen. Diese Feststellung spielt zum Beispiel auch eine Rolle bei Überlegungen, wie beispielsweise Klassenräume besser belüftet werden können - denn das scheint ein Schlüssel zu sein, um die Aerosol-Belastung der Atemluft zu verringern.

    Mit dem Luftreiniger gegen Aerosole?

    Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt hat mittels einer Studie herausgefunden, dass handelsübliche Luftfilter die Aerosol-Belastung deutlich senken können. In einem breitangelegten Experiment stellten die Wissenschaftler in einem Klassenzimmer vier Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern auf und bestimmten die Konzentration von Aerosolen in der Luft.

    Das Ergebnis: Die Konzentration der Aerosole verringerte sich nach Aussage der Forschungsgruppe innerhalb einer halben Stunde um 90 Prozent. In dem Raum befanden sich 27 Schülerinnen und Schülern, Fenster und Türen seien während der Messung geschlossen gewesen. Als Referenzwert gaben die Wissenschaftler die Konzentration von Aerosolen in einem benachbarten Klassenzimmer ohne Luftreiniger an.

    Übertragung im Umkreis von mehr als acht Metern

    Dass Aerosole eine sehr große Reichweite und Verweildauer in der Atemluft haben, hat auch das Ausbruchsgeschehen in Schlachtbetrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vor Wochen gezeigt: Das Helmholtz-Institut für Infektionsforschung veröffentlichte im Juli erste Ergebnisse einer Studie über den Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Demnach hat ein Mitarbeiter in der Rinderzerlegung das Virus im Mai auf mehrere Personen übertragen, und zwar im Umkreis von mehr als acht Metern. Die Studie habe auch gezeigt, dass die Wohnsituation der Arbeiter keine wesentliche Rolle gespielt habe, so die Forscher.

    Wie lange bleiben Aerosole in der Luft?

    US-Forscher unternahmen ein Experiment, bei dem Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den kurzen Satz "Stay healthy!" laut wiederholen sollen. Wegen der dann gezählten Mikro-Tropfen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine corona-infizierte Person beim normalen Sprechen im Schnitt pro Minute rund tausend virusbelastete Tröpfchen ausstößt, die etwa acht Minuten lang in der Raumluft schweben.

    Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Partikel bis zu drei Stunden lang in der Luft nachweisen lassen. Allerdings experimentierten die Forscherinnen und Forscher mit künstlich hergestellten Aerosolen, die sich "grundlegend von hustenden/niesenden Patienten mit Covid-19 im normalen gesellschaftlichen Umgang unterscheidet", wie das Robert Koch-Institut hervorhebt. Ob und wie schnell Aerosole absinken, hänge auch von Faktoren wie Raumtemperatur oder Luftfeuchtigkeit ab.

    Dominanter Infektionsweg über Aerosole?

    Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin hat sich unter Forschungsleitung von Martin Kriegel intensiv mit der Auswirkung von Aerosolen auf das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie befasst. Fazit: Die Bedeutung der Schwebeteilchen bei der Ausbreitung des Virus ist durchaus hoch.

    Es gibt aber auch Stimmen, die Aerosolen eine weniger wichtige Rolle bei der Übertragung des Coronavirus beimessen: Ein Team der Harvard Medical School veröffentlichte eine Analyse, in der argumentiert wird, dass die Virus-Übertragung über Aerosole nicht der dominante Infektionsweg für das Coronavirus sein könne. So stecke ein Erkrankter weniger Menschen an als bei anderen von Aerosolen übertragenen Krankheiten, schreiben sie.

    Richtiges Lüften - ist das die Lösung?

    Man könne das Risiko halbieren, wenn man doppelt so viel Luft hereinbringe, sagte Kriegel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Spahn. Auch eine geringere Aufenthaltsdauer vermindere das Infektionsrisiko: "Wenn wir die halbieren, halbieren wir das Risiko auch."

    "Allerdings ist die Fensterlüftung nicht verlässlich", sagte Kriegel im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Denn man wisse im Einzelfall nicht, wie viel Luft durch das Fenster gelange. Die Effektivität der Fensterlüftung hänge davon ab, wie stark der Wind draußen wehe und wie groß die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen sei.

    "Viele Leute denken, wenn es drinnen kalt ist, ist die Luft frisch im Innenraum. Das stimmt nicht. Man müsste also immer in regelmäßigen Abständen die Fenster komplett öffnen. Denn durch ein gekipptes Fenster gelangt nicht wirklich viel Luft herein." Das sei vor allem nun, in der kälteren Jahreszeit, eine große Herausforderung. "Wenn man das Fenster nur fünf Minuten öffnen würde, reicht es nicht aus, um die Verunreinigungen in den Innenräumen herauszutransportieren", haben der Forscher und sein Team festgestellt.

    Gefahrenquelle Schulunterricht?

    Vor dem Hintergrund seiner Berechnungen und der Tatsache, dass die Schulen ebenfalls mit sinkenden Außentemperaturen zu tun haben werden, empfiehlt Kriegel: "30 Minuten Unterricht, 15 Minuten Pause. Die Pause müsste viel länger sein und es sollte kräftiger gelüftet werden. Und die Unterrichtszeiten müssten eigentlich kürzer sein." Ein einziger Infizierter in einem Raum könne alle anderen anstecken, zumal die Verweildauer in den Klassenräumen verhältnismäßig lang und die Belüftungssituation in vielen Fällen unzureichend sei.

    Zudem plädiert der Forschungsleiter dringend für das durchgehende Tragen einer Maske im Unterricht: "Zwar gehen Aerosole zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei, allerdings verhindern die Masken, dass mein Gegenüber meinen Atemluftstrom direkt abbekommt. Stattdessen wird der Luftstrom umgelenkt. Die Aerosole gelangen in die Raumluft, aber nicht mehr in hochkonzentrierter Form auf mein Gegenüber."

    Wie gefährlich sind Flugreisen?

    Im Hinblick auf Flugreisen besteht zumindest aus Sicht von Flugzeugbauern und Airlines für Passagiere kein Risiko. So betont Airbus, dass ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem für eine sehr saubere Luft und ein geringes Infektionsrisiko an Bord sorge. Die Luft in der Kabine werde alle zwei bis drei Minuten erneuert und entspreche der Qualität in einem Krankenhaus. Hinzu komme, dass die Luft permanent von der Decke herabströme und am Boden wieder abgesaugt werde.

    Wie hoch die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen wirklich sein könnte, ist allerdings umstritten – wegen der Nähe der Passagiere zueinander, weil die Aerosole nicht sofort abgezogen werden und weil die Klimaanlagen nur im Flugbetrieb voll arbeiten.

    (Stand: 10.10. 2020)

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  • Covid-19Coronavirus: Was man zu Schutzmasken wissen sollte

    Zum Thema Mundschutz und Atemschutzmasken kursieren viele Informationen. Welche Arten von Schutzmasken es gibt, wie sie wirken und wen sie schützen, beantworten wir hier.

    Wie sinnvoll ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes?

    Mit Blick auf die kühleren Monate plädieren die Präsidenten von vier großen deutschen Forschungsorganisationen am 24. September für konsequentes Masken-Tragen in Innenräumen. Die Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft schrieben in einer gemeinsamen Stellungnahme, ein wesentlicher saisonaler Faktor werde in der kalten Jahreszeit der Aufenthalt in geschlossenen Räumen sein. Dem könne durch ein konsequentes Tragen von Masken entgegengewirkt werden, hieß es.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zur Eindämmung von Infektionen das Tragen von Schutzmasken generell dort, wo Abstand halten nur schwer möglich ist. Menschen, die über 60 Jahre alt seien oder Vorerkrankungen hätten, sollten eine medizinische Maske nutzen.

    Der Meinungs-Umschwung

    Wichtige Organisationen, wie die WHO und das RKI waren im Frühjahr skeptisch, und entschieden sich gegen die Empfehlung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, lehnte im April eine Maskenpflicht ab. Sie sei potenziell gefährlich: Im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut. Schneller könne man sich kaum infizieren, warnte Montgomery. Auch die Politik zögerte, eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen einzuführen. Der Grund war unter anderem, dass der Vorrat an medizinischen Schutzmasken so knapp war, dass selbst das Fachpersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unterversorgt war.

    Die WHO hatte ihren Standpunkt zum Tragen von Masken Anfang Juni geändert. Auf der Webseite des RKI heißt seit Mitte März, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes könne helfen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen, wenn man öffentliche Räume betrete, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könne. Das RKI weist eindringlich darauf hin, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf keinen Fall dazu führen dürfe, Abstandsregeln zu missachten oder Husten- und Niesregeln und die Händehygiene nicht mehr einzuhalten.

    Weltärztepräsident Montgomery sagte Anfang September im Deutschlandfunk: "Es gibt inzwischen wissenschaftliche Beweise in der Weltliteratur, dass auch eine schlechte Maske immer noch besser ist als keine Maske. Inzwischen wissen wir, dass selbst ein, mit Verlaub gesagt, feuchter Lappen vorm Gesicht besser ist als gar nichts."

    Liefer-Engpässe längst beseitigt

    Die ursprünglichen Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken konnten beseitigt werden. Bei mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen seien die Lager voll, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums Mitte Juni. Gesundheitsminister Spahn hat mit deutschen Unternehmen Vereinbarungen für die Produktion medizinischer Schutzmasken getroffen. Zudem gibt es mittlerweile im Einzelhandel eine reiche Auswahl an sogenannten Alltagsmasken zu kaufen. Und viele haben das Nähen und Basteln für sich entdeckt und eigene Masken erstellt.

    Hat das Zögern die Ausbreitung unterstützt?

    Forschende sind nach einem Bericht von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" der Ansicht, dass eine früh angeordnete Maskenpflicht die Ansteckungsrate in Europa reduziert hätte. Klaus-Dieter Zastrow, Professor für Hygiene an der THM Gießen sagte, es sei "ein Skandal, dass sich WHO und RKI dagegen gestellt hätten."

    Welche Masken unterscheidet man?

    Fällt das Stichwort "Atemschutzmaske" ist nicht immer klar, um welche Masken es genau geht: Der einfache Mund-Nasen-Schutz schützt vor allem andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, weniger den Träger selbst. Man nennt sie auch "Alltagsmasken".

    In Krankenhäusern werden verschiedene Maskentypen benutzt, wie ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft erklärt: einfache OP-Masken aus Vlies, die Patienten bei einer Operation vor dem Speichel von Medizinern und Pflegepersonal schützen sollen, sowie Schutzmasken der Standards FFP2 und FFP3 (Filtering Face Pieces). Diese bestehen aus festerem Material und können ein Atemventil haben. Das Coronavirus sei recht klein, erklärt der Sprecher, nur die FFP-Masken seien so gebaut, dass es nicht durchkomme.

    Allerdings: Masken ohne Ventil filtern laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz. Masken mit Ventil filtern demnach nur die eingeatmete Luft und sind daher nicht für den Fremdschutz ausgelegt.

    Was sagt die Forschung zur Wirksamkeit verschiedener Masken?

    Nicht jede Form von Corona-Masken hält beim Ausatmen oder Sprechen mit Viren belastete Tröpfchen gleich wirksam zurück. Während etwa chirurgische Masken äußerst effektiv sind, erhöhen andere Schutzformen sogar den Ausstoß von ausgestoßenen Tröpfchen. Das Wissenschaftsmagazin "Science Advances" hat im August einen wissenschaftlichen Vergleich von 14 verschiedenen Maskentypen veröffentlicht. Der Co-Autor der Studie, Eric Westman, erklärt, die Vorstellung, dass alles besser sei als nichts, habe sich nicht bewahrheitet.

    Für den Vergleich nutzten die Forschenden der Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina eine einfache Testmethode. Sie ließen ihre Versuchspersonen in einem dunklen Raum fünfmal hintereinander mit unterschiedlichen Masken und ohne Mundschutz die Worte "Stay healthy, people" (Bleibt gesund, Leute) in einen erweiterten Laserstrahl sprechen und dies von einer Smartphone-Kamera aufnehmen. Ein Computer-Algorithmus zählte anschließend die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen.

    Am besten schnitten die in den USA für das Krankenhauspersonal reservierten Atemschutzmasken vom Typ N95 (FFP2-Masken in Europa) ab. Die ausgestoßenen Aerosole wurden auf weniger als 0,1 Prozent der Menge ohne Maske reduziert. Chirurgische Masken fingen demnach mehr als 90 Prozent ab. Selbstgenähte Baumwollmasken filterten je nach Zahl ihrer Stofflagen und Falten immer noch zwischen 70 und 90 Prozent der Tröpfchen. Dagegen ließen Halstücher rund die Hälfte der Tröpfchen durch. Am schlechtesten schloss ein Schlauchschal aus Polarfleece ab. Dieser erhöhte nach Angaben der Forschenden sogar die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen - möglicherweise, weil das Gewebe die größeren Tröpfchen in kleinere zerlegte.

    N95-Masken mit Ausatmungsventil schützten bei dem Test weniger als die N95-Masken ohne Ventil - sie waren in etwa mit simplen Baumwollmasken zu vergleichen. Diese Masken werden als "erträglicher" beworben, doch Gesundheitsbehörden und -experten raten von ihnen ab, da sie zwar ihren Träger schützen, dafür jedoch dessen kontaminierte Atemluft leichter abgeben als die anderen Masken.

    Was muss ich generell beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beachten?

    Ein Mundschutz kann - wie nicht zuletzt die oben genannte Studie zeigt - die Ansteckung anderer nicht vollständig verhindern. Er verringert jedoch die Gefahr, da infektiöse Tröpfchen beim Husten oder Niesen abgefangen werden. Dafür ist es wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz möglichst fest sitzt und gewechselt wird, wenn er feucht geworden ist.

    Anschließend sollte er bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Ein gängiges Vollwaschmittel reicht dafür aus. Die Alltagsmasken lassen sich auch im Backofen desinfizieren: 30 Minuten bei 70 Grad reichen nach Angaben des Virologen Christian Drosten aus. Eine weitere Methode ist das heiße Bügeln. Dies muss allerdings sorgfältig geschehen, und die Falten müssen lange erhitzt werden. Einfacher ist die Desinfektion in der Mikrowelle. Dafür darf der Mund-Nasen-Schutz aber keine Metallteile enthalten. Die Maske sollte mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäße mit Wasser gelegt werden. Dann wird sie zwei Minuten lang bei 750 Watt erhitzt. Der entstehende Wasserdampf tötet Viren ab.

    Ausführliche Hinweise zum richtigen Tragen des Mund-Nasen-Schutzes liefert die Webseite "Maske zeigen".

    Keine Alternative zu Corona-Masken – Plastikvisiere im Abseits

    Zu Beginn der Pandemie galten sie als wichtige Erleichterung: Anstatt der Mund-Nase-Maske bedienten sich viele Menschen eines Plastikvisiers und konnten so unbeschwerter atmen. In Österreich sind die "Face Shields" nun prinzipiell untersagt - und auch in Deutschland geraten sie ins Abseits.

    Die Schutzwirkung der Visiere ist seit langem umstritten. Das Robert Koch-Institut hält fest: "Die Verwendung von Visieren anstelle von Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) wird derzeit von verschiedenen Herstellern beworben, ohne dass Belege für die Äquivalenz dieser Ersatzmaßnahme vorliegen." Das RKI argumentiert im Sinne vieler wissenschaftlicher Studien: Mund-Nase-Bedeckungen müssen über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen. Nur so wird das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten minimiert. So kann die Geschwindigkeit des Atemstroms oder des Tröpfchenauswurfs am besten reduziert werden.

    Visiere dagegen können zumeist maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen. Das RKI kommt zu dem Schluss: "Die Verwendung von Visieren kann daher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zur MNB angesehen werden. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Rückhaltewirkung von Visieren auf ausgestoßene respiratorische Flüssigkeitspartikel deutlich schlechter ist."

    Österreich verbannt "Face Shields"

    In Österreich sind die halboffenen Plastikvisiere als alleiniger Mund-Nase-Schutz untersagt. Die Verordnung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht eine Übergangsfrist bis zum 7. November vor. Damit soll gewährleistet werden, dass sich alle auf die neue Regelung einstellen können.

    Auch in Deutschland sind die halb-offenen Gesichtsvisiere ins Abseits geraten. Als letztes Bundesland hatte Schleswig-Holstein die "Face Shields" als Alternative zu den Masken aus dem Verkehr gezogen. Nach wie vor ist die Lage in Deutschland aber nicht einheitlich. Denn auch für die Festlegungen zum Mund-Nasen-Schutz sind die Bundesländer zuständig. In Hessen etwa ist das Tragen eines Visiers erlaubt, wenn das ganze Gesicht abgeschirmt wird.

    Gesundheitliche Gründe gelten weiter

    Nach wie vor gelten quer durch Deutschland allerdings auch andere Ausnahmen. Vielerorts wird Menschen das Tragen von Visieren zugestanden, die aus gesundheitlichen Gründen keine eng anliegende Maske tragen dürfen, zum Beispiel wegen einer Asthma-Erkrankung. Und auch in Geschäften können Beschäftigte weiter ohne Maske arbeiten, sofern sie durch Glas oder Plexiglas ausreichend von anderen abgeschirmt sind. Wer mehr darüber wissen möchte, muss daher die geltende Rechtslage im jeweiligen Bundesland konsultieren.

    (Stand: 29.10.2020)

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    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • Covid-19Übersterblichkeit - Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?

    Wie viele Menschen sterben, weil das Coronavirus in Umlauf ist? Statistiken zur sogenannten Übersterblichkeit können helfen, diese Frage zu beantworten. Doch auch dabei gibt es Schwierigkeiten, die von Kritikern benannt werden.

    Was ist Übersterblichkeit?

    Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) gibt an, wie viele Menschen im Vergleich zu durchschnittlichen Parametern mehr gestorben sind. Dazu betrachtet man jeweils bestimmte Zeiträume - wie ausgewählte Monate in früheren Jahren. Es geht somit um eine erhöhte Sterberate.

    Das Robert Koch-Institut berücksichtigt die Übersterblichkeit zum Beispiel bei den jährlichen Grippetoten in Deutschland. Während der Grippewelle 2017/2018 wurde die Zahl mit rund 25.000 angegeben. Das ist eine Schätzung. Im Zeitraum dieser Grippewelle starben insgesamt - also unabhängig von der Todesursache - mehr Menschen, als man zuvor erwartet hatte. Dieses Mehr an Toten ist die Übersterblichkeit. Unter bestimmten statistischen Voraussetzungen (Stichwort: Prognoseintervall) können diese zusätzlichen Todesfälle der Grippe zugeordnet werden. So kam es zu der geschätzten Zahl von 25.000 Grippetoten; laborbestätigt sind für den Zeitraum 1.674 Influenza-bedingte Todesfälle. Experten hoffen, durch die aktuellen Zahlen zur Übersterblichkeit Rückschlüsse auf die Auswirkungen des Coronavirus ziehen zu können.

    Welche Erkenntnisse zur Übersterblichkeit der vergangenen Monate gibt es?

    Das Statistische Bundesamt veröffentlicht schon seit einiger Zeit konkrete Daten zur Übersterblichkeit, die regelmäßig aktualisiert werden. In den ersten drei Monaten des Jahres zeigte sich demnach kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen. Auch die Grippewelle fiel dieses Jahr im Vergleich zu den Vorjahren moderater aus. Im März 2018 - in einem Jahr, in dem die Grippewelle besonders heftig war - starben zum Beispiel 107.100 Menschen. Im März 2019 waren es 86.500, im März 2020 87.100. Wie das Statistische Bundesamt erklärt, könnten demnach auch ohne Corona-Pandemie die Sterbefallzahlen in der Grippezeit stark schwanken.

    Im April lagen die Zahlen allerdings deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, mit einem Plus von zehn Prozent. Seit Anfang Mai bewegten sich die Sterbefallzahlen zunächst wieder etwa im Durchschnitt.

    Zuletzt verzeichneten die Behörden wieder einen Anstieg. Im Oktober 2020 sind in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen mindestens 78.346 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren das vier Prozent beziehungsweise 2.777 Menschen mehr als in den Jahren 2016 bis 2019 im Oktober.

    Sterbefallzahlen seit zweiter Oktoberhälfte überdurchschnittlich

    In der ersten Oktoberhälfte lag die Zahl der Sterbefälle im Bereich des Durchschnitts der vier Vorjahre. Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an COVID-19 erkrankt waren, stieg allerdings von Woche zu Woche. In der 44. Kalenderwoche (26. Oktober bis 1. November) gab es insgesamt 687 beim Robert Koch-Institut gemeldete COVID-19-Todesfälle – das sind 609 mehr als noch vier Wochen zuvor. Insgesamt wurden für die 44. Kalenderwoche bislang 18.030 Sterbefälle gemeldet – das sind fünf Prozent oder 849 Fälle mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Man kann also davon sprechen, dass seit der zweiten Oktoberhälfte in Deutschland eine Übersterblichkeit herrscht.

    Zunahme der Sterbefälle vor allem in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen

    Die überdurchschnittlich hohen Sterbefallzahlen im Oktober 2020 sind fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen. Die Sterbefallzahlen der unter 80-Jährigen sind hingegen zurückgegangen. Dieser Befund wird auch von Daten des Robert Koch Instituts bestätigt, wonach Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronvirus gehäuft bei Menschen ab 80 Jahren auftreten.

    Daten im europäischen Vergleich gibt es bei Euromomo, ein Portal, dass seit Jahren die Todesfälle von 24 EU-Staaten zusammenträgt. Für Deutschland war dort bisher keine Übersterblichkeit erkennbar. Allerdings wurden hier keine Daten für ganz Deutschland verwendet, sondern lediglich für Berlin und Hessen. Der Virologe Kekulé erklärte dazu im MDR-Podcast, dass Deutschland eigentlich nur in diesen beiden Bundesländern Todesfälle statistisch sauber erhebe. Weil Ansteckungen mit dem Coronavirus regional sehr unterschiedlich auftauchten, könne man aus diesen Daten kaum einen Wert für ganz Deutschland errechnen.

    Wie steht es um die Übersterblichkeit durch Covid-19 in anderen Ländern?

    Unabhängige Experten haben in einer Untersuchung die Übersterblichkeit in mehreren europäischen Ländern untersucht. Die fünfköpfige Gruppe unter Leitung des Schweizer Infektiologen Didier Pittet attestierten Frankreich während der Pandemie bislang 68 Tage lang eine erhöhte Sterblichkeit. Für Deutschland registrierten sie 44 Tage. In Italien waren es 97 Tage.

    Eine hohe Übersterblichkeit in den USA

    Durch das Coronavirus sind in den USA nach offiziellen Angaben bislang mehr als 250.000 Menschen ums Leben gekommen, laut einer Studie verursachte die Pandemie aber womöglich noch deutlich mehr Opfer. Seit Ende Januar seien in den Vereinigten Staaten beinahe 299.028 mehr Menschen gestorben als üblich, heißt es einer Untersuchung der Gesundheitsbehörde CDC. Davon seien 198.081 und damit zwei Drittel der Fälle direkt auf Covid-19 zurückzuführen.

    Die Studienautoren erklären die Übersterblichkeit auch dadurch, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung wegen der Pandemie eingeschränkt war. Die höchste Übersterblichkeit, beinahe 95.000 Todesfälle, wurde in der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen registriert. Die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen verzeichnete mit 26,5 Prozent den größten Anstieg.

    Übersterblichkeit unter Weißen Amerikanern deutlich geringer

    Die Übersterblichkeitsrate bei Latinos und Schwarzen nahm um etwa 54 beziehungsweise 33 Prozent zu, die der asiatisch-stämmigen Amerikanern um etwa 37 Prozent. Die Übersterblichkeitsrate unter weißen Bürgerinnen und Bürgern liegt demnach bei zwölf Prozent. Diese Diskrepanz wird vielfach damit erklärt, dass weiße Amerikaner oft wirtschaftlich besser gestellt sind und damit bessere Zugänge zu medizinischer Versorgung haben.

    Das Forscherteam verglich für ihre Übersterblichkeitsstudie den Zeitraum von Ende Januar 2020 bis zum 3. Oktober 2020 mit den durchschnittlichen wöchentlichen Todeszahlen zwischen 2015 und 2019.

    Mehr Todesfälle als üblich auch in Lateinamerika

    Der Economist hat weltweit Zahlen ausgewertet und in mehreren Grafiken veranschaulicht (Stand: Juli 2020). Diese zeigten gerade zu Beginn der Pandemie insbesondere in Mexico, Chile, Ecuador und Peru erhebliche Anstiege der Todesfälle seit April.

    Welche Unklarheiten gibt es bei der Übersterblichkeit?

    Unklar ist derzeit unter anderem, welche Effekte zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen und Anti-Corona-Maßnahmen auf die Todeszahlen haben. Einige Experten haben etwa die Sorge geäußert, dass Suizidraten steigen könnten, wenn psychisch Kranke derzeit schlechter versorgt werden. Auch zeigte die Entwicklung, dass einige Menschen mit schweren Erkrankungen nicht oder zu spät zum Arzt gehen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus etwa im Wartezimmer zu vermeiden. Zudem wurden zu Zeiten von hohem Infektionsgeschehen in Deutschland nicht notwendige Operationen verschoben. Auch das werde zu mehr Todesfällen führen, haben �?rzte vielfach gewarnt.

    (Stand 27.11.2020)

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 27.11.)
    + Lage in Deutschland: Was bedeutet der rasante Anstieg von Neuinfektionen und Inzidenzwert? (Stand: 22.10)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
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    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 27.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

    Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen, die regelmäßig aktualisiert werden. Dabei orientiert es sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, das in diesen Regionen die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus für besonders hoch hält. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den Risikogebieten zusammengestellt.

    Laut Auflistung des Robert Koch-Instituts gibt es folgende Risikogebiete. Auf seinen Seiten informiert das RKI auch, ab wann die Reisewarnungen gelten.

    Benelux-Region

    Laut RKI gelten die gesamten Niederlande (inklusive autonomer Länder) als Risikogebiet. Auch ganz Belgien und ganz Luxemburg sind inzwischen (wieder) Risikogebiete.

    Frankreich

    Es gelten Kontinentalfrankreich sowie die französischen Überseegebiete Französisch-Guyana, Französisch-Polynesien, Guadeloupe, St. Martin, La Réunion und Martinique als Risikogebiet.

    Österreich und Ungarn

    Das RKI weist ganz Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal als Risikogebiet aus. In Ungarn wurde inzwischen das gesamte Land zum Corona-Risikogebiet erklärt.

    Island

    Die gesamte Region Island gilt nun nicht mehr als Risikogebiet.

    Schweiz

    Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Schweiz.

    Großbritannien und Irland

    Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Gibraltar zählen als Risikogebiet. Ausgenommen sind die weiteren Überseegebiete Isle of Man und die Kanalinseln. Hier gilt nur die Insel Jersey als Risikogebiet. Auch Irland ist inzwischen vollständig zum Risikogebiet erklärt worden.

    Spanien, Portugal und Gibraltar

    Ganz Spanien gilt als Risikogebiet mit Außnahme der Kanarischen Inseln. Auch das an Spanien grenzende britische Überseegebiet Gibraltar steht auf der Liste. In Portugal gilt nun das gesamte Land mit Ausnahme der autonomen Azoren und Madeira als Risikogebiet.

    Italien

    Inzwischen gilt auch ganz Italien als Risikogebiet. Das gilt auch für den Vatikan.

    Tschechien und Slowakei

    Ganz Tschechien gilt ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Gleiches gilt für die Slowakei.

    Slowenien und Kroatien

    Kroatien gilt nun ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Ebenso ist es im benachbarten Slowenien.

    Türkei und Griechenland

    Von Reisen in die Türkei wird abgeraten. In Griechenland gelten die folgende Regionen derzeit als Risikogebiete: Westmakedonien, Attika, Zentralmakedonien, Ostmakedonien und Thrakien, Epirus, Thessalien, Nördliche Ägäis und Peloponnes, hinzugekommen ist Mittelgriechenland.

    Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen

    Inzwischen gilt das gesamte Gebiet Dänemarks mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönland als Risikogebiet. Ebenso eingestuft ist mittlerweile ganz Schweden. In Norwegen sind die Provinzen Oslo, Vestland und Viken als Risikogebiete eingestuft. In Finnland gilt die Region Uusimaa als Risikogebiet, hierzu gehört auch die Stadt Helsinki.

    Rumänien, Moldau und Bulgarien

    Ganz Rumänien wird als Risikogebiet eingestuft. Das gilt auch für das Nachbarland, die Republik Moldau. Auch Bulgarien gilt neuerdings komplett als Risikogebiet.

    Polen und Baltikum

    Vor Reisen nach ganz Polen wird gewarnt. In Estland sind die Regionen Harju, Hiiu, Rapla und Ida-Viru Risikogebiete. Ganz Litauen gilt als Risikogebiet, ebenso Lettland.

    Risikogebiete im Rest der Welt

    Eine pauschale Reisewarnung für etwa 160 außereuropäische Länder ist Ende September ausgelaufen. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage nun wieder für jedes Land einzeln bewertet. Zudem gilt für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

    Risikogebiete und Reisewarnungen

    Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

    Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

    (Stand: 20.11.)

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    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 10.10.)
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  • Johns-Hopkins-UniversitätMehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland

    Die bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland haben US-Forschern zufolge die Marke von einer Million überschritten. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor.

    Die Zahlen werden öfter aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als offizielle Angaben der Weltgesundheitsorganisation oder der Behörden der Länder. Das Robert Koch-Institut zählt seit Beginn der Pandemie bisher 983.588 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus.

    Merkel verteidigt Verlängerung des Teil-Lockdowns.

    Im Bundestag verteidigte Kanzlerin Merkel die Verlängerung des Teil-Lockdowns in der Coronavirus-Pandemie. Die vor einem Monat vereinbarten Regeln zeigten noch nicht den gewünschten Erfolg, sagte Merkel in einer Regierungserklärung. Es gebe noch keine Trendumkehr, die Fallzahlen stagnierten auf zu hohem Niveau. Kritik an den Entscheidungen kam von den Oppositionsparteien.

    FDP-Chef Lindner sagte in der Debatte, die angekündigte Gesamtstrategie gebe es auch nach den gestrigen Beratungen nicht. AfD-Fraktionschefin Weidel bezeichnete die beschlossenen Maßnahmen als widersprüchlich und bevormundend.

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  • PlastiktütenBundestag votiert für Verbot ab 2022

    In deutschen Supermärkten dürfen ab dem Jahr 2022 keine Einkaufstüten aus Plastik mehr angeboten werden.

    Ein solches Verbot beschloss der Bundestag am Abend. Nach einer Übergangsfrist von zwölf Monaten müssen die Standard-Tüten, die man üblicherweise an der Ladenkasse bekommt, aus dem Sortiment verschwinden. Ausgenommen sind besonders stabile Mehrweg-Tüten sowie die dünnen Plastikbeutel, die man etwa in der Obst- und Gemüseabteilung findet.

    Grüne und Linke nannten das Vorhaben nicht ambitioniert genug. Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Hoffmann, meinte, der Trend zu Einwegverpackungen werde mit diesem Gesetz nicht gestoppt. AfD und FDP stimmten gegen das Vorhaben und beklagten einen ungerechtfertigten Eingriff in den Markt.

  • Streit um Corona-KostenRheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer weist Forderungen an Länder zurück

    Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer hat Forderungen nach einer stärkeren Länderbeteiligung an den Corona-Kosten kritisiert.

    Dreyer sagte der Deutschen Presse-Agentur, in der Corona-Pandemie sei es wichtig, dass alle staatlichen Ebenen vertrauensvoll zusammenarbeiteten. Die Länder hätten für ihre Schutz- und Hilfsprogramme bereits Milliarden aufgewendet, um die Folgen der Pandemie für Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft abzumildern. Sie könne daher die Kritik vor allem von Unionsfraktionschef Brinkhaus nicht nachvollziehen, erklärte die SPD-Politikerin.

    Brinkhaus hatte die Aufteilung der Corona-Kosten zwischen Bund und Ländern beanstandet. Die Bundesländer sollten sich finanziell einbringen und nicht nur Beschlüsse fassen und die Rechnung dann dem Bund präsentieren, sagte der CDU-Politiker. Zudem sei es nicht in Ordnung, finanzielle Beschlüsse zu treffen, ohne den Bundestag zu konsultieren, der das Haushalts- und Budgetrecht habe.

  • Amerikanischer Truppenabzug aus AfghanistanUS-General sieht Nato-Mission nicht gefährdet

    Trotz der angekündigten Truppenreduzierung halten die USA die Mission der Nato in Afghanistan für nicht gefährdet.

    US-General Miller teilte mit, die für die Operation "Resolute Support" notwendigen Ausrüstungen und Fähigkeiten der amerikanischen Streitkräfte würden weiterhin bereitgestellt. Die Bündnispartner müssten allenfalls leichte Anpassungen ihrer eigenen Truppenstärke vornehmen.

    Die US-Regierung hatte vergangene Woche angekündigt, die Truppe in Afghanistan bis zum 15. Januar von 4.500 auf 2.500 Soldaten zu verkleinern. Die Bundeswehr war zuletzt noch mit knapp 1.300 Soldaten an dem Einsatz der Nato beteiligt.

  • Coronavirus-PandemieIn Italien steigen die Opferzahlen

    In Italien sind erneut mehr als 820 Menschen an einem Tag im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

    Damit verzeichneten die Behörden eine der höchsten Opferzahlen seit Beginn der Pandemie. Zudem meldete das italienische Gesundheitsministerium rund 29.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Dieser Wert lag zwar über den Vortagen, aber um rund 7.000 unter der Zahl vor einer Woche.

    Das italienische Parlament stimmte mit großer Mehrheit für eine höhere Verschuldung in der Corona-Krise. Die Regierung will mit einem um weitere acht Milliarden Euro aufgestockten Defizit die verlängerten Pandemie-Hilfen für Unternehmen und Selbständige finanzieren.

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  • Covid-19Keine Corona-Lockerungen in Berlin über Weihnachten

    In Berlin soll es anders als gestern beschlossen über Weihnachten und Silvester keine Lockerungen der Corona-Beschränkungen für private Treffen geben.

    Das habe der Senat beschlossen, teilte der Regierende Bürgermeister Müller am Abend mit. Demnach dürfen sich wegen der hohen Infektionslage in Berlin über die Feiertage nur fünf Personen zu privaten Zwecken treffen. Kinder unter 14 Jahre fallen nicht unter die Regelung. Bund und Länder hatten sich gestern eigentlich darauf verständigt, während der Feiertage Treffen von bis zu zehn Personen zuzulassen. In Berlin wird außerdem die Maskenpflicht ausgeweitet und gilt künftig auf allen belebten Straßen.

    Unions-Fraktionschef Brinkhaus äußerte Zweifel, ob die Regelung, dass sich zehn Personen treffen können, auch Silvester gelten könne. Das hänge davon ab, wie die Entwicklung im Dezember sei, sagte der CDU-Politiker dem Südwestrundfunk.

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  • LibanonFrankreich kündigt weitere Geberkonferenz an

    Frankreich hat für kommende Woche eine neue internationale Hilfskonferenz für den Libanon angekündigt.

    Die Videokonferenz unter Vorsitz des UNO-Generalsekretärs Guterres werde am Mittwochabend beginnen, hieß es aus Kreisen des Präsidentenpalasts. Frankreichs Präsident Macron war nach der Explosionskatastrophe im August nach Beirut gereist und hatte eine Geberkonferenz für Soforthilfe initiiert. Längerfristige Hilfe hatte er jedoch immer an notwendige Reformen im Libanon geknüpft.

    Bei den Detonationen im Hafen der Hauptstadt waren mehr als 190 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 6.000 Menschen wurden verletzt, etwa 300.000 obdachlos.

  • ArgentinienAusschreitungen am Sarg von Maradona

    In Argentinien ist es beim Abschiednehmen vom gestorbenen Fußballer Diego Maradona zu Ausschreitungen gekommen.

    Nach einer Zugangsbeschränkung seitens der Einsatzkräfte hatten Zehntausende Menschen Angst, nicht mehr zum aufgebahrten Sarg am Präsidentenpalast in Buenos Aires vorgelassen zu werden. Einige rissen Absperrungen nieder, was Panik auslöste. Die Polizei setzte Korrespondentenberichten zufolge Gummigeschosse und Tränengas ein, Wasserwerfer fuhren vor. Polizisten wurden mit Flaschen und Steinen beworfen.

    Maradona war gestern im Alter von 60 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben.

  • Corona und WinterurlaubWas wird aus der Skisaison?

    Wo darf man im Winter Ski fahren - und ab wann? Deutschland dringt auf eine europäische Lösung - und auf eine Schließung der Skigebiete bis zum 10. Januar. Italien sieht das ähnlich, doch mit Österreich gibt es bereits Streit. Ein Überblick.

    In der Vereinbarung von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie heißt es, touristische Reisen auch ins Ausland seien "unter anderem in Hinblick auf die Skisaison" zu vermeiden. Dann der entscheidende Passus: "Die Bundesregierung wird gebeten, auf europäischer Ebene darauf hinzuwirken, dass bis zum 10. Januar Skitourismus nicht zugelassen wird."

    So formulierte es auch Bundeskanzlerin Merkel am Tag nach dem Treffen noch einmal, ebenso wie Italiens Regierungschef Conte. Hintergrund ist auch der Anfang der Pandemie: Damals war das österreichische Ischgl einer der Hotspots in Europa. Tausende Infektionen sollen auf den Tiroler Wintersportort zurückzuführen sein.

    "Die EU hat keine Skifahr-Kompetenz"

    Inzwischen gibt es wohl erste Gespräche auf europäischer Ebene, worüber auch die BBC berichtet. Doch eine einheitliche europäische Entscheidung dürfte es kaum geben. Martin Selmayr - er ist der Leiter der Kommissions-Vertretung in Österreich - erläuterte, dass all diese Punkte in den Mitgliedstaaten und nicht auf EU-Ebene festgelegt würden. Er schrieb auf Twitter, die EU habe keine Skifahr-Kompetenz. Was koordiniert werden könne, seien nationale Maßnahmen. Die EU könne da unterstützen.

    Kritik in Österreich

    Österreich hat denn auch die Forderungen nach einer Schließung der Skigebiete bis weit in den Januar bereits zurückgewiesen. So sagte etwa Tourismusministerin Köstinger (ÖVP), sie könne einem solchen Vorstoß nichts abgewinnen. Vom Finanzministerium heißt es sogar, eine Schließung komme nur in Frage, wenn die EU die Kosten dafür übernehme.

    Wenn überhaupt, könnte in Österreich aber auf das Après-Ski verzichtet werden, also auf das Feiern nach dem Tag auf der Piste. Das hat auch die Leiterin der Epidemiologie an der Med-Uni Wien unterstrichen: Eva Schernhammer sagte wörtlich: "Après-Ski kann man vergessen. Es wird eine andere Erfahrung des Skifahrens."

    Normalbetrieb in der Schweiz

    Die Schweiz, die nicht Mitglied in der EU ist, hat bereits klargestellt, dass die Skigebiete in diesem Winter offen bleiben. Deutsche Gäste sind jedes Jahr mit Abstand die größte Gruppe unter den Winterurlaubern im Nachbarland. Sie machten zuletzt zehn Prozent der 7,8 Millionen Gäste aus.

    Die Deutsche Presse-Agentur zitiert den Sprecher von "Schweiz Tourismus" mit den Worten, dass neben der Branche auch Regierung und Behörden überzeugt davon seien, den richtigen Weg zu gehen - und die Wintersaison stattfinden zu lassen. Über eine europaweit koordinierte Betriebszeit und Saisoneröffnung sei schon im Spätsommer diskutiert worden. Die Idee sei als "ungeeignet" nicht weiter verfolgt worden. Innenminister Berset verweist für den Winter auf umfangreiche Schutzkonzepte.

    Frankreich: Skigebiete offen, Lifts geschlossen

    Frankreichs Premierminister Castex hat zuletzt mitgeteilt, dass zwar in den Weihnachtsferien die Skigebiete geöffnet werden. Wichtige Einschränkung: Die Skilifte sollen nach seinen Worten geschlossen bleiben. Damit könne jeder "von der frischen Luft in unseren schönen Bergen profitieren", sagte er. Präsident Macron hatte zuletzt noch betont, eine Öffnung der Skigebiete an den Feiertagen erscheine ihm "unmöglich".

    Deutsche Verbände verweisen auf Hygienekonzepte

    Die deutschen Ski- und Snowboardverbände haben bereits abgelehnt, die Saison erst Mitte Januar zu öffnen. Sie verweisen auf Hygienekonzepte und drohende wirtschaftliche Nachteile. Auch die deutschen Liftbetreiber betonen, ein Wintersportverbot wäre für die betroffenen Regionen katastrophal und zudem unverständlich. Die vorzeitig beendete Wintersaison 2019/2020 habe die Bilanzen ohnehin schon belastet.

    Das Bundesland Bayern hat übrigens inzwischen für Tagestouristen, die kurz in ein Risikogebiet ins Ausland reisen, eine Quarantänepflicht erlassen - nicht zuletzt mit Blick auf die Haltung Österreichs.

    Wie es im (professionellen) Wintersport aussieht, hat unsere Sportredaktion zusammengetragen: "Ein fragiles Konstrukt".

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 26.11.)
    + Lage in Deutschland: Was bedeutet der rasante Anstieg von Neuinfektionen und Inzidenzwert? (Stand: 22.10)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

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  • EU-HaushaltUngarn und Polen bekräftigen Veto

    Im Konflikt um den Haushalt der Europäischen Union bekräftigen Ungarn und Polen ihr Veto.

    Dies teilten der ungarische Ministerpräsident Orban und sein polnischer Amtskollege Morawiecki in einer gemeinsamen Erklärung mit. Beide Länder blieben bei ihrer Entscheidung, wichtige Haushaltsbeschlüsse der EU zu blockieren, sollte die Union die jüngst vereinbarte Einführung eines Rechtsstaatsmechanismus nicht zurücknehmen, hieß es weiter. Zudem schlugen die Ministerpräsidenten vor, die Regelung, wonach Mitgliedsländer bei Verstößen gegen rechtsstaatliche Prinzipien mit einer Kürzung von EU-Geldern rechnen müssen, neu zu verhandeln. Die Haushalte könnten zügig beschlossen werden, wenn über die Rechtsstaatsregeln zu einem späteren Zeitpunkt in neuer Form beraten werde.

    Die Blockade umfasst auch die europäischen Corona-Hilfen im Umfang von bis zu 750 Milliarden Euro.

  • BayernWintersportler müssen auch bei kurzen Ausflügen ins Ausland in Quarantäne

    Für Wintersportler und andere Tagestouristen, die kurz in ein Risikogebiet ins Ausland reisen, hat Bayern eine Quarantänepflicht erlassen.

    Ausnahmen soll es nach einer Entscheidung des Kabinetts nur für Schul- oder Arztbesuche sowie bei familären Angelegenheiten geben. Hintergrund dürfte die Ankündigung Österreichs sein, die Skigebiete trotz der Corona-Pandemie offenzuhalten. Bayerns Ministerpräsident Söder hatte vergeblich für eine vorübergehende europaweite Schließung von Skigebieten und Skiliften plädiert und ein gemeinsames Konzept verlangt.

    Frankreichs Regierungschef Castex kündigte an, die französischen Ski-Orte könnten in den Weihnachtsferien öffnen. Die Lifte blieben allerdings bis mindestens zum 20. Januar ebenso geschlossen wie Restaurants und Bars. Frankreich verhandelt derzeit mit Deutschland und anderen EU-Staaten über eine gemeinsame Linie der Alpenländer. Der schweizerische Innenminister Berset sagte, in der Schweiz dürften die Skigebiete offenbleiben, aber mit strengen Schutzkonzepten.

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  • SyrienBericht über israelischen Angriff auf pro-iranische Kämpfer

    Die israelische Luftwaffe hat offenbar erneut pro-iranische Kämpfer in Syrien attackiert.

    Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte, wurden dabei mindestens 19 Menschen getötet, darunter mehrere hochrangige Offiziere. Die Kampfflugzeuge griffen demnach den Ort Abu Kamal an der syrisch-irakischen Grenze an. Der Iran ist ein Verbündeter des syrischen Präsidenten Assad. Israel will verhindern, dass der Iran seinen militärischen Einfluss in Syrien vergrößert.

    Die Berichte lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen. Israel äußerte sich nicht zu dem Vorgang.

  • EuropaparlamentSteuererleichterungen für Lieferung von Corona-Impfstoffen

    Das Europäische Parlament will Steuerermäßigungen auf Lieferungen eines potenziellen Corona-Impfstoffes ermöglichen.

    Die Abgeordneten stimmten für ein entsprechendes Vorhaben der EU-Kommission. Demnach sollen die Mitgliedstaaten eine Befreiung von der Mehrwertsteuer gewähren dürfen. Gleiches gelte für Dienstleistungen, die eng mit den Impfstoffen verbunden seien, hieß es weiter. Steuerbefreiungen oder -ermäßigungen könnten die Länder dann auch für Corona-Tests erlassen. - Die Regelung soll zunächst bis zum 31. Dezember 2022 gelten.

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    Zahlen und Daten

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  • MedienChefs von DGB und Verdi rufen Sachsen-Anhalt zum Einlenken im Streit um Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf

    Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Hoffmann, und ver.di-Chef Werneke haben an mehrere Landtagsfraktionen in Sachsen-Anhalt appelliert, der Erhöhung des Rundfunkbeitrags zuzustimmen,

    In einem Schreiben an CDU, SPD, Grünen und Linken heißt es, man erwarte von allen demokratischen Parteien einen klaren Beistand für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die durch die Rundfunkfreiheit geschützte Programmautonomie und die Entwicklungsmöglichkeit von ARD, ZDF und Deutschlandradio dürften jetzt nicht untergraben werden, indem man eine kritische Diskussion zum Reformbedarf führe. Die anstehende Entscheidung für die Zukunft der Sendeanstalten gelte es auch mit dem gesetzlichen Auftrag des Länderparlaments und im Einklang mit dem Verfassungsrecht zur Rundfunkfinanzierung zu treffen.

    Die CDU will der erstmaligen Erhöhung des Rundfunkbeitrags nach elf Jahren um 86 Cent nicht zustimmen. Damit könnte die Fraktion den gesamten Medienänderungs-Staatsvertrag bundesweit zu Fall bringen. Damit dieser in Kraft treten kann, ist Einstimmigkeit auf Länderebene nötig.

    Unterdessen belastet der Streit die Koalition aus CDU, SPD und Grünen. Die Grünen drohen mit einem Ende der Zusammenarbeit, sollte die CDU bei der Landtagsabstimmung gemeinsam mit der oppositionellen AfD die Beitragsanhebung ablehnen. Die CDU müsse sich entscheiden, ob sie das Bündnis der Stabilität in der politischen Mitte fortsetzen wolle, erklärte der Grünen-Landesvorstand in Magdeburg.

    Zugleich verwiesen die Grünen darauf, dass sich alle drei Koalitionspartner in ihrem Vertrag zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk bekannt hätten. Auch die SPD hatte an den Koalitionspartner appelliert, nicht mit der AfD zusammen zu stimmen.

  • Burkina FasoWahlkommission: Präsident Kaboré wiedergewählt

    In Burkina Faso kann Präsident Kaboré fünf weitere Jahre regieren.

    Er gewann nach vorläufigen Angaben der zuständigen Kommission die Präsidentschaftswahl mit knapp 58 Prozent der Stimmen. Der führende Kandidat der Opposition, Komboïgo, kam auf 15 Prozent. Mehrere Oppositionskandidaten sprachen von Wahlbetrug. Das Verfassungsgericht muss die Ergebnisse noch bestätigen. Überschattet wurde die Abstimmung von zunehmender Instabilität im Land. Burkina Faso liegt in der Sahelzone. Dort sind bewaffnete Gruppen aktiv, von denen einige Terrorgruppen unterstützen. Kaboré gilt als Hardliner im Umgang mit Terroristen und lehnt Gespräche mit ihnen ab.

  • PersonalienWechsel an der Spitze von Wirtschaftsverbänden

    Der Unternehmer Stefan Wolf ist neuer Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall.

    Er wurde auf einer Mitgliederversammlung einstimmig für zwei Jahre zum Nachfolger von Rainer Dulger gewählt. Der Verband vertritt die Interessen der Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie mit fast 26.700 Unternehmen und rund vier Millionen Beschäftigten.

    Dulger wiederum wechselte an die Spitze der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Eine Mitgliederversammlung sprach ihm in geheimer Wahl das Vertrauen aus.

  • BundestagDagmar Ziegler zur neuen Bundestagsvizepräsidentin gewählt

    Die SPD-Abgeordnete Ziegler ist zur Vizepräsidentin des Bundestags gewählt worden.

    Sie erhielt 536 von 657 abgegebenen Stimmen. Die SPD-Fraktion hatte sie nach dem Tod ihres Vorgängers Oppermann nominiert, der im Oktober im Alter von 66 Jahren gestorben war.

    Die AfD-Fraktion scheiterte unterdessen erneut damit, einen Bundestagsvizepräsidenten aus ihren Reihen wählen zu lassen.
    Ihr Abgeordneter Weyel kam im ersten Wahlgang nicht auf die notwendige Mehrheit der Stimmen. Die AfD war bereits mit fünf Wahlvorschlägen für das Amt nicht erfolgreich gewesen. Laut der Geschäftsordnung des Bundestages kann jede Fraktion einen Vizepräsidenten stellen.

  • Streit mit Gründer Ballweg?Pressesprecher verlässt "Querdenken 711"

    Der Pressesprecher der Bewegung "Querdenken 711", Bergmann, ist von seinem Amt zurückgetreten.

    In einem Video auf Youtube, das bereits am Sonntag veröffentlicht wurde, sagte Bergmann, er sei aus dem Team ausgestiegen, bleibe aber im Widerstand aktiv. Zuerst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darüber berichtet. Bergmann warf dem "Querdenken"-Gründer Ballweg vor, "diktatorisch" zu agieren. "Querdenken 711" sei "als pyramidisches System aufgebaut", bei dem "überwiegend immer alles über" Ballweg gelaufen sei. Er verwies in diesem Zusammenhang auf ein Geheimtreffen der Führungsspitze mit dem Reichsbürger Peter Fitzek im thüringischen Saalfeld, wie die F.A.Z. berichtet. Damit sei ein medialer Supergau entstanden. Bergmann warf Ballweg "Verrat" vor.

    Der frühere Pressesprecher sah sich zuletzt Vorwürfen ausgesetzt, extremistische Positionen zu teilen. Querdenken-Gründer Ballweg hat wiederum immer betont, dass seine Initiative sich von Ideen der sogenannten Reichsbürgerszene distanziere.

  • Silvester-FeuerwerkUmweltschützer kritisieren Corona-Beschlüsse

    Umweltschutzorganisationen kritisieren den Beschluss von Bund und Ländern, Silvesterfeuerwerke nicht ganz zu verbieten.

    Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Bandt, erklärte, es könne nicht sein, dass man mitten in der Corona-Pandemie eine Überlastung der Notaufnahmen riskiere. Die Deutsche Umwelthilfe fordert alle knapp 11.000 Kommunen in Deutschland auf, flächendeckende Feuerwerksverbote zu erlassen. Dies schaffe Klarheit und Sicherheit. Gleichzeitig appellierte die Umwelthilfe an die Handelsunternehmen, angesichts der Corona-Pandemie von sich aus auf den Verkauf von Silvesterraketen und Böllern zu verzichten.

    Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten und Kanzlerin Merkel hatten gestern zwar vereinbart, dass Silvesterfeuerwerke auf belebten Plätzen und Straßen untersagt werden, um die Bildung größerer Gruppen zu vermeiden. Grundsätzlich wird aber nur empfohlen, zum Jahreswechsel auf Feuerwerk zu verzichten.

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  • Covid-19Corona-Impfungen in Afrika wohl erst ab Frühjahr 2021

    In Afrika werden Impfungen gegen das Coronavirus wohl erst im zweiten Quartal 2021 möglich sein.

    Das sagte der Leiter der Afrika-Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention, Nkengasong. Ein Grund ist demnach, dass manche Impfstoffe gegen Covid-19 stark gekühlt werden müssen, was den globalen Süden vor große Herausforderungen stellt. In Deutschland könnten die ersten Impfungen laut Gesundheitsminister Spahn bereits im Dezember vorgenommen werden.

    Nkengasong warnte davor, Afrika beim Impfschutz zu vernachlässigen, so wie der Kontinent in der Vergangenheit häufig bei neuen Medikamenten nachrangig behandelt worden sei. Das sei "extrem gefährlich".

    Der afrikanische Kontinent zählt rund 1,3 Milliarden Einwohner. In der vergangenen Woche wurde die Marke von zwei Millionen bestätigten Infektionen überschritten.

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  • Covid-19Einzelhandel: Corona-Beschlüsse verschärfen Krise in den Innenstädten

    Die Verlängerung des Teil-Lockdowns stößt bei einigen Wirtschaftsverbänden auf Kritik.

    Viele Einkäufe dürften nun im Internet stattfinden, erklärte der Handelsverband Deutschland. Verlierer seien die Geschäfte in den Innenstädten. Der HDE warnte vor Insolvenzen. Ohne staatliche Unterstützung sei das nicht mehr zu stemmen, heißt es. Der Bundesverband der Deutschen Industrie bemängelte einen fehlenden Planungshorizont. Ähnlich äußerte sich der Verband der Jungunternehmer. Vielen Firmen drohe ein irreparabler Schaden. Nach dem Beschluss von Bund und Ländern sollen Unternehmen, Selbstständige und Vereine im Dezember ähnliche Hilfen wie im November erhalten. Handwerks-Präsident Wollseifer sagte, den Ankündigungen müsse die Regierung nun schnell Taten folgen lassen.

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  • PorträtmalerGünter Rittner ist gestorben

    Einer der bedeutendsten deutschen Porträtmaler der Gegenwart, Günter Rittner, ist tot.

    Er starb nach Angaben seines Sohnes im Alter von 93 Jahren in einem Münchner Seniorenheim. Rittner hat Persönlichkeiten wie Heinz Rühmann, Curd Jürgens, Walter Scheel und Franz Josef Strauß gemalt. Seine Bilder von Ludwig Erhard und dessen Nachfolger Kurt Georg Kiesinger hängen in der Galerie des Bundeskanzleramtes.

  • PharmafirmenEU verhängt Millionenstrafe wegen illegaler Absprachen

    Wegen illegaler Absprachen bei einem Arzneimittel gegen Schlafstörungen hat die EU-Kommission eine Millionen-Strafe gegen zwei Pharma-Firmen verhängt.

    Wie Wettbewerbskommissarin Vestager mitteilte, müssen die Unternehmen Teva und Cephalon insgesamt 60,5 Millionen Euro zahlen, weil sie mit ihrer Vereinbarung sowohl Patienten als auch den Gesundheitssystemen geschadet hätten.

    Anlass sind Absprachen der beiden Firmen aus dem Jahr 2011. Cephalon hatte den damaligen Konkurrenten Teva davon abgehalten, ein billiges Nachahmerprodukt anzubieten. Dafür erhielt Teva andere Vorteile und Barzahlungen. Später wurde Cephalon eine Tochtergesellschaft von Teva. Von der Strafe entfallen 30,5 Millionen auf Cephalon und 30 Millionen auf Teva.

  • WhakaariNach Vulkanausbruch in Neuseeland - Tod von deutschem Tourist bestätigt

    Fast ein Jahr nach dem verheerenden Vulkanausbruch in Neuseeland ist bekannt geworden, dass ein Deutscher an den Folgen seiner Verletzungen gestorben ist.

    Bei dem Mann handelt es sich um einen 64-Jährigen, wie die Polizei in Wellington mitteilte. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 22. Der Deutsche starb bereits im Sommer. Die Bestätigung seines Todes sei so schnell wie möglich erfolgt, erklärte die Polizei. Zuerst habe ein Rechtsmediziner feststellen müssen, dass tatsächlich die Naturkatastrophe die Ursache gewesen sei.

    Der Vulkan auf White Island - auch Whakaari genannt - war am 9. Dezember 2019 ausgebrochen. Zu dem Zeitpunkt waren 47 Touristen auf der Insel.

  • TürkeiLebenslange Haftstrafen wegen Putschversuchs 2016

    In der Türkei hat ein Gericht 337 Angeklagte wegen des Putschversuchs von 2016 zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

    Wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtet, wurden sie des Totschlags für schuldig befunden sowie des Versuchs, die verfassungsmäßige Ordnung zu stürzen und den Präsidenten zu ermorden. 60 weitere Angeklagte wurden freigesprochen. Insgesamt standen mehr als 400 Beschuldigte in dem Hauptverfahren in Ankara vor Gericht.

    Bei dem Putschversuch im Juli 2016 waren nach offiziellen Angaben mehr als 250 Menschen getötet worden. Die türkische Regierung macht die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen für das Geschehen verantwortlich.

  • Europäische UnionAus für Jagd mit Bleimunition in Feuchtgebieten

    In der EU darf künftig in Feuchtgebieten bei der Jagd keine Bleimunition mehr eingesetzt werden.

    Die Abgeordneten des Europaparlaments lehnten zwei Einsprüche gegen einen Kommissionsbeschluss ab. Demnach gilt das Schießen mit Bleimunition von 2022 an als Straftat. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im EU-Parlament, Häusling, erklärte, jetzt müsse man daran gehen, Bleimunition ganz zu verbieten. Mit den gesundheitlichen Auswirkungen des toxischen Metalls auf andere Tiere und Menschen sowie den Boden müsse Schluss sein.

  • Festspielhaus BayreuthBund stellt 85 Millionen Euro für Sanierung bereit

    Für die Sanierung des Bayreuther Festspielhauses hat der Bund weitere Gelder zur Verfügung gestellt.

    Wie die CSU-Bundestagsabgeorndete Launert mitteilte, gab der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in seiner Bereinigungssitzung heute 84,7 Millionen Euro frei. Launert sprach von einem großen Durchbruch. Die Sanierungsarbeiten seien dringend notwendig, um den sicherheitsrechtlichen Anforderungen zu entsprechen und die völlig veraltete Technik auf einen modernen Stand zu bringen.

    In dem Festspielhaus auf dem Bayreuther Grünen Hügel finden traditionell die Richard-Wagner-Festspiele statt. Die Renovierungsarbeiten sind für mehrere Jahre anberaumt.

  • FrankreichEmpörung über mutmaßlich rassistische Polizeigewalt in Paris

    In Frankreich sorgt die Veröffentlichung eines Videos für Aufsehen, das einen Fall mutmaßlich rassistischer Polizeigewalt dokumentiert.

    Das Magazin "Loopsider" verbreitete via Twitter Aufnahmen, auf denen zu sehen sein soll, wie mehrere Polizeibeamte massiv auf einen Schwarzen einprügeln und treten. Zudem hätten sie den Musikproduzenten beleidigt. Weitere Menschen seien dazu gekommen, um dem Opfer zu helfen. Der Vorfall soll sich am Samstag im Musikstudio des Mannes in Paris ereignet haben. Er habe 15 Minuten lang gedauert. Am Ende warfen die Beamten eine Tränengasgranate durch die Tür und führten das Opfer, das "Michel" genannt wird, mit gezückten Waffen ab. Spätere Aufnahmen zeigen den Mann mit blutverschmiertem Gesicht und geschientem Arm. Die Aufnahmen stammen von Überwachungskameras und von Anwohnern. Frankreichs Innenminister Darmanin forderte von der Polizeipräfektur die Suspendierung der Polizisten. Der stellvertretende Pariser Bürgermeister Grégoire sprach von "unerträglichen Bildern".

    Von der Polizei seien Anschuldigungen gegen das Opfer vorgebracht worden, von der Staatsanwaltschaft verworfen worden seien, heißt es weiter. Stattdessen seien Ermittlungen wegen Körperverletzung und Falschbeschuldigungen gegen die Beamten aufgenommen worden. In einem schriftlichen Protokoll, über das die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hielten die Polizisten fest, sie hätten den Mann auf der Straße ermahnt, weil er keine Corona-Maske getragen habe. Als sie ihn festhalten wollten, habe er sie mit Gewalt in das Studiogebäude gezerrt. Der Musikproduzent befand sich nach Angaben seines Anwalts 48 Stunden in Untersuchungshaft. "Wenn die Videos nicht wären, säße mein Klient nun vielleicht im Gefängnis", sagte er. Die Generalinspektion der Nationalpolizei (IGPN) wurde über den Fall informiert und leitete Ermittlungen. Drei Beamte stehen demnach im Fokus.

    Gewaltsam gegen Flüchtlinge

    Erst vor wenigen Tagen hatte das Vorgehen der Pariser Polizei bei der Räumung eines Flüchtlingslagers im Zentrum der Stadt für Empörung gesorgt. Bei der Räumung vertrieben die Einsatzkräfte hunderte Geflüchtete und setzten dabei Tränengas ein. Videoaufnahmen zeigen auch hier ein teils aggressives Verhalten der Polizisten.

    Oppositionspolitiker im französischen Parlament verlangten von Darmanin den Rückzug eines umstrittenen Gesetzes, das die Verbreitung solcher Aufnahmen von Polizisten unter Strafe stellen soll. Darmanin hatte sich erst am Dienstag "schockiert" über Bilder der Polizeigewalt gegen die Flüchtlinge geäußert. Am gleichen Tag nahm die Nationalversammlung in erster Lesung sein Gesetz an.

  • ArbeitgeberKanzlerin bremst bei Lieferkettengesetz und Anspruch auf Homeoffice

    Bundeskanzlerin Merkel hat die Aussichten auf eine schnelle Einigung auf ein Lieferkettengesetz und beim rechtlichen Anspruch auf Homeoffice gedämpft.

    Hierzu müssten weitere Gespräche geführt werden, um Lösungen zu finden, die der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft nicht schadeten, sagte Merkel in einem Videobeitrag bei einer Veranstaltung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Sie sei keine Freundin davon, durch einen Rechtsanspruch auf Homeoffice gleich wieder Flexibilitäten zu erschweren. Vor allem lehne sie ab, dass Arbeitgeber in Begründungspflichten kämen. Lieber wäre ihr, man würde das über Tarifverträge so weit wie möglich regeln, meinte Merkel.

    Die Äußerungen der Kanzlerin betreffen zwei Projekte von Arbeitsminister Heil, SPD. Bei dem auch von Entwicklungsminister Müller, CSU, unterstützten Lieferkettengesetz sollen Firmen verpflichtet werden, bei ihren Lieferanten im Ausland die Einhaltung der Menschenrechte sicherzustellen.

  • Bund-Länder BeschlüsseOpposition kritisiert Teil-Lockdown-Verlängerung

    Der Bundestag hat kontrovers über den Bund-Länder-Beschluss diskutiert, den Teil-Lockdown zu verlängern und einige Regeln zu verschärfen. Die AfD kritisierte unverhältnismäßige "Kollateralschäden", die FDP vermisst eine "Gesamtstrategie". Kanzlerin Merkel und SPD-Fraktionschef Mützenich verteidigten die Maßnahmen.

    FDP-Chef Lindner sagte in der Debatte, die angekündigte Gesamtstrategie gebe es auch nach den gestrigen Beratungen nicht. Aus dem November-Wellenbrecher sei ein Dezember-Stillstand geworden, während die Kosten der Pandemiebekämpfung explodierten.

    AfD-Fraktionschefin Weidel bezeichnete die beschlossenen Ma�?nahmen als widersprüchlich und bevormundend. Es gehe den Staat nichts an, wer wen in privaten Räumen treffe. Zudem seien die "Kollateralschäden" durch den Teil-Lockdown schon jetzt größer als die Schäden, die das Virus anrichte.

    Linken-Fraktionschef Bartsch betonte, in der Runde von Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten werde auch über die Einschränkung von Grundrechten gesprochen - dafür sei das Gremium aber nicht legitimiert.

    Grünen-Fraktionschef Hofreiter nannte die Beschlüsse richtig, bemängelte aber, dass etwa die Schulen zu wenig unterstützt würden.

    SPD-Fraktionschef Mützenich bezeichnete die Regelungen dagegen als verantwortungsvoll und lebensnah. Vom Lockdown Betroffene könnten weiter auf großzügige Hilfen setzen. Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Brinkhaus (CDU), forderte eine stärkere Beteiligung der Länder an den Kosten durch die Pandemie. CSU-Landesgruppenchef Dobrindt warf den Bundesländern vor, dass sie bei der Digitalisierung der Schulen zu langsam vorangingen.

    Bundeskanzlerin Merkel hatte zuvor die Beschlüsse damit gerechtfertigt, dass es nach wie vor keine Trendwende bei den Fallzahlen gebe. Die derzeitigen Beschränkungen seien unausweichlich und Lockerungen derzeit nicht denkbar.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

    Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

    Zahlen und Daten

    + Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 26.11.)
    + Lage in Deutschland: Was bedeutet der rasante Anstieg von Neuinfektionen und Inzidenzwert? (Stand: 22.10)

    Test und Schutz

    + Schutz: So soll die Impfung gegen das Coronavirus organisiert werden (Stand: 20.11.)
    + Tests auf das Coronavirus: Wann, wo und wie? (Stand: 29.10.)
    + Wie sinnvoll sind Massentests für die ganze Bevölkerung? (Stand: 15.11.)
    + Corona-Infektionsgeschehen: Wie zuverlässig sind die Tests? (Stand: 18.11.)
    + Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 16.11.)
    + Remdesivir und Co: Wie weit ist die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19? (Stand: 16.10.)
    + Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus wei�? (Stand: 10.10.)
    + Krankenhäuser: Was der Anstieg der Corona-Infektionen für sie bedeutet (Stand: 14.11.)

    Ansteckung und Übertragung

    + Übertragung: Wie ansteckend sind Kinder? (Stand 17.11.)
    + Übertragung: Welche Rolle Aerosole spielen (Stand: 10.10.)
    + Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 29.10.)
    + Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich? (Stand: 14.11.)
    + Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 13.11.)

    Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

  • Corona in New YorkOberstes Gericht kippt Besucherlimit in Kirchen - dank Richterin Barrett

    Der Oberste Gerichtshof der USA hat die Begrenzung der Besucherzahlen in religiösen Einrichtungen des Bundesstaats New York aufgehoben.

    Die Anordnung verstoße gegen das im ersten Verfassungszusatz festgehaltene Recht auf Religionsfreiheit, entschieden die Richter. Sie gaben damit Eilanträgen der katholischen Kirche und einer jüdisch-orthodoxen Organisation gegen die Corona-Schutzmaßnahme statt.

    Das Urteil fiel mit fünf zu vier Stimmen. Entscheidend war die Stimme der konservativen Verfassungsrichterin Barrett, die erst seit wenigen Wochen Verfassungsrichterin ist. Präsident Trump hatte die konservativ-christliche Juristin gegen den Willen der oppositionellen Demokraten durchgesetzt. Barrett wies damals Spekulationen zurück, dass ihre persönliche Meinung Einfluss auf ihre Entscheidungen als Richterin haben würde.

    Weiterführende Artikel zum Coronavirus

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